Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Fantome Forteresse in Irminabourg

Die Meuchlergilde aus Naridien hat hier ihr neues Hauptquartier aufgeschlagen.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Fantome Forteresse in Irminabourg

#11

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 10. Jul 2018, 16:32

Dave hockte sich neben Urako und trank einen Schluck aus Varmikans Sahnetasse.

"Du wei√üt doch, dass ich die Haare kurz haben wollte. Und gerade hatte ich f√ľr f√ľnf Sekunden Mut, also habe ich sie abgeschnitten. Einfach so. Du wolltest den Zopf ja haben, darum habe ich ihn Dir aufgehoben. Den Rest habe ich einfach so geschnitten, wie ich dachte dass sieht einigerma√üen gut aus", lachte Dave leise. Er trank noch einen Schluck und streichelte seine Tochter.

"Mit einem Baby an sich kann man nichts machen, jedenfalls nichts was Du als unternehmen empfinden w√ľrdest. Du kannst es nur lieb haben, es umsorgen, aufwachsen sehen und Dich um es k√ľmmern. Und Du musst Dich sogar recht h√§ufig um das Baby k√ľmmern. Es hat ziemlich oft Hunger, fast so wie Varmi", grinste Dave.

"Was habe ich gesagt? Er behautet ich w√§re h√§tte einen Appetit wie eine 10 K√∂pfige Riesenraupe, aber dass er meinen Sahnekaffee trinkt, darauf geht er mit keinem Wort ein", grinste Varmikan zur√ľck und lehnte sich an Urako an.

Gasmi kam mit grimmigem Blick in den Garten gestiefelt und grinste dann breit. Unter beiden Armen trug er eine Unmenge an Sitzkissen, w√§hrend er sich mit seinem Greifschwanz die Klappst√ľhle geschnappt hatte.

"Nimmt mir einer mal was ab?", fragte er gut gelaunt und Anwolf ging ihm direkt zur Hand.
"Sicher, dass macht f√ľnf Taler f√ľrs Befreien", grinste Wolfi.
"Tr√§um weiter", prustete Gas und k√ľsste Puschel zur Begr√ľ√üung und strubbelte ihm durch die Haare.

"Puschel, sobald Irmi etwas √§lter ist und laufen kann, dann werde ich ihr alles beibringen. Aber noch ist es nicht so weit. Im Grunde muss man sie einfach beh√ľten, pflegen und warten Puschel. Schneide meine Haare ruhig nach, dass w√ľrde mich freuen. Das war einfach eine Spontanaktion, mir endlich die gew√ľnschte Kurzhaarfrisur zu verpassen.

Ansgar hat es ziemlich erwischt Puschel, er ist dem Tod gerade noch einmal von der Sch√ľppe gesprungen. Brandur und er haben sich in ihrem Duell nichts geschenkt. Das Schlimmste war wohl, die Verletzung seines Herzens. Er ben√∂tigt noch einige Zeit, bevor er wieder richtig gesund ist. Dazu darf er sich nicht aufregen, aber wer Ansgar kennt, wei√ü wie schwierig das f√ľr ihn ist. Deshalb nimmt er Beruhigungsmittel, damit er sich gar nicht erst aufregen kann.

Zudem täte es ihn gut, wenn er nicht in seinen finsteren Gedanken versinkt. Er benötigt eine Aufgabe, die ihn von seiner Krankheit ablenkt und an der er Freude hat. Ich hatte schon mit Alexandre geredet. Vielleicht könnte er ihm einen Beruf als Dozent vermitteln, oder Ansgar könnte bei Alexandre selbst arbeiten.

Als Marquis muss Alexandre stets einen √úberblick √ľber seine Finanzen und anderen Buchhalterischen Dinge haben, den hat er aber leider nicht. Und da k√§me doch wunderbar Ansgar ins Spiel. Das beherrscht er genauso gut wie ich.

Ich hatte ihn schon nach einer Stelle f√ľr Ansgar gefragt, aber bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten. Ich werde noch einmal nachhaken",
erklärte Dave freundlich.

Anwolf stellte die St√ľhle auf und legt die Sitzkissen ordentlich drauf, um sich etwas Zeit zu verschaffen. Er hatte immer ein Klo√ü im Hals, wenn er √ľber den Gesundheitszustand von seinem Vater nachdachte. Zwangsl√§ufig kamen damit all die Erinnerungen wieder hoch, die sie gemeinsam oder zwangsweise auch getrennt nach Dave und Varmikans Hochzeit erlebt hatten.

Den Familienkrieg, die Angst, die Sorge einander nie wiederzusehen, den m√∂glichen Tod seines Vaters durch Brandur und Linhard und seinen eigenen Tod. Aber auch der Zusammenhalt mit seinem Onkel, Varmi, Urako und den Geistern, den stetigen Beistand von Marcella, dass alles geh√∂rte f√ľr Wolfi untrennbar zusammen.

Letztendlich sogar die Vers√∂hnung mit Brandur und Linhard. Er hatte sich immer eine Vers√∂hnung mit seinem Bruder gew√ľnscht, als diese dann mehr oder minder von Brandur erpresst wurde, hatte er sich eigentlich rein pro forma dagegen wehren wollen, um nicht als Schw√§chling da zu stehen.

Und dann hatte sie dieser wahnsinnige Vampir bedroht und Brandur hatte ihnen beigestanden. Zwar aus der Ferne, aber er hatte trotz allem Wort gehalten, auch wenn Wolfi etwas ganz anderes vermutet hatte. Er ging davon aus, dass Brandur ihnen bei der ersten Gelegenheit in den R√ľcken fallen w√ľrde. Aber das tat er nicht.

Und Linhard hatte es ebenfalls nicht getan. Sein Bruder bem√ľhte sich bis heute um eine Vers√∂hnung, die sie im Grunde beide wollten. Nur hin und wieder gab es Situationen, in denen sie sich etwas ankreideten. Eine Situation war die Hochzeit, wo er keine Einladung bekommen hatte. Sicher konnte man Linhards Sichtweise verstehen, aber seine doch ebenso. Wolfi h√§tte sich sehr √ľber eine Einladung gefreut. Linhard schrieb keine, da er keine Entt√§uschung erleben wollte. Aber wenn jeder stur nur nach der eigenen Sichtweise ging, dann w√ľrde sich niemals etwas √§ndern.

Und f√ľr Sturheit war seine Familie bekannt. Hinzu kam noch, dass sie beide die S√∂hne von Ansgar waren. Gleichg√ľltig ob Lin das nun verleugnete oder nicht, er war genauso stur wie sein Vater und Wolfi war das auch.

Aber er hatte sich bem√ľht und einen Schritt auf Linhard zu gemacht. Sie hatten sich zuletzt ganz gut verstanden, er hoffte es blieb so. Bis auf den √Ąrger mit dem schrecklichen Leibdiener, der ihn am ganzen Hof blamiert hatte, war alles gut gelaufen.

Wolfi setzte sich und r√ľhrte gedankenverloren seinen Kaffee um.

"Linhard und ich haben uns ausgesöhnt Puschel. Ich bin den Streit leid, ich war ihn schon lange leid. Aber manchmal streitet man weiter, weil der andere keine Ruhe gibt. Und wir beide haben uns damit abgewechselt. Er wollte Ruhe, dann habe ich gestritten und wollte ich Ruhe, dann hat er gestritten. Wir haben vereinbart die alten Dinge ruhen zu lassen. Sonst gibt es keine neuen, besseren Zeiten.

Wie es sich anf√ľhlt der Bruder vom Sippenoberhaupt zu sein?
Tja einmal hat mir das den Arsch gerettet. Ich war am Hofe und wollte ein bisschen f√ľr Dave horchen. Jedenfalls hatte ich ein ganz nettes Gespr√§ch mit einem Leibdiener. Name - Nathan. Ich kann nur jeden vor Nathan dem Schrecklichen warnen.

Er sieht aus, als k√∂nnte er kein W√§sserchen tr√ľben, aber hinter seiner freundlichen Fassade, da lauert der Abgrund! Ich redete noch mit ihm und er erkl√§rte mir, dass er einmal von einem Magier ausgelesen wurde und Panik hatte.

Da ich so bl√∂de wie ich bin, Nathan beweisen wollte, dass nicht alle Magier einem grauenvolle Schmerzen dabei zuf√ľgen, habe ich mich mit ihm verbunden und ihn mental angesprochen. Auf einmal sprang er auf und schrie los, ich sollte aus seinem Kopf verschwinden!

Das war noch nicht alles, denn da ging es erst los. Gardisten kamen herbeigeeilt und ich musste mich rechtfertigen was ich getan hatte und wer ich bin. Also sagte ich, dass ich der Bruder von Linhard bin. Ganz sch√∂n erb√§rmlich, mich damit rauszureden, aber ich dachte die kn√ľpfen mich wegen dem Schreihals auf.

Also musste ich gemeinsam mit den Gardisten zu Linhard latschen und ihm br√ľhwarm erz√§hlen was mir passiert war. Leider habe ich mich da dann mit ihm gestritten. Er hat den Gardisten gesagt, wer ich bin und ich kam mit heiler Haut davon. Wir hatten uns danach wieder vers√∂hnt.

Von daher rate ich Euch blo√ü vorsichtig zu sein, wenn Ihr einem Nathan √ľber den Weg lauft. Nehmt die andere Richtung.

Dave hat Recht, Paps geht es gesundheitlich immer noch recht bescheiden. Es geht ihm zwar schon etwas besser, aber eine Anstellung w√ľrde ihm wirklich gut tun. Linhard und ich wollten ihn bald besuchen. Ich denke dass sollten wir schnellstm√∂glich machen. Vielleicht alle zusammen, dass freut Paps. Dann k√∂nntet Ihr seine neue Freundin kennenlernen, die ist ganz nett. Ich hoffe er wird bald wieder gesund, ich habe Angst um ihn",
gestand Wolfi ehrlich.

"Dann besuchen wir ihn heute Abend und bringen ihm was Sch√∂nes mit, am besten etwas leckeres, damit er wieder etwas mehr auf die Rippen bekommt. Puschel begleite uns doch, Ihr beiden habt Euch auch immer gut verstanden. Vielleicht m√∂chten ja Osmund und Maghilia auch mitkommen. Ich baue dann mal weiter, ich hoffe das wird was", schmunzelte Dave und k√ľsste zuerst Varmikan und dann Puschel. Dave machte sich direkt an die Arbeit.

Gasmi nahm sich auch eine Kaffeetasse f√ľllte sie aber nur mit Sahne und Zucker und l√∂ffelte den Gaumenschmaus.

"Wir kommen selbstverst√§ndlich mit. Puschel, wir sollten Ansgar eine Zuckerschlange schenken. Am besten eine sch√∂ne, fette, saftige Schlange. Wenn man so krank ist, ist die beste Medizin, das gesamte Rudel um sich zu haben. Allein die Anwesenheit vom Rudel st√§rkt die Selbstheilungskr√§fte. Und man muss sehr auf die Hygiene achten, bei schweren Krankheiten. Ich werde Ansgar alles √ľber Hygiene beibringen.

Ich habe H√§kelherzen und H√§kelp√ľppchen bei uns aufgehangen, damit sie gute Laune verbreiten. Ein P√ľppchen werde ich Ansgar einpacken. Dass kann er sich dann ins Schlafzimmer h√§ngen. Wir bekommen ihn schon wieder hin. Puschel wenn wir Grillen, sollten wir Ansgar auch einladen. Gutes Fleisch mit viel So√üe und er kommt schnell wieder zu Kr√§ften",
erklärte Gasmi und spielte mit Urakos Puschel am Schweif.

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