Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Der Schwarze Skorpion

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagnen
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Antoine
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Re: Der Schwarze Skorpion

#11

Beitrag von Antoine » Sa 30. Jun 2018, 16:17

Gilbert Jardine
Nachdem Antoine sein Gl├╝ck innerhalb der Palastmauern versucht hatte, war nichts mehr wie zuvor. Nicht nur dass ihn die Leibgarde wie einen r├Ąudigen Stra├čenk├Âter durch die dunklen Gassen der Nacht gehetzt hatte, nein sie hatten ihn auch gestellt. Aber damit h├Ârte seine Tourtur noch lange nicht auf. Ein sehr altes Wiedersehen fand in der Zelle statt. Aber nun stand Antoine nicht mehr einfach einem Gleichen gegen├╝ber, sondern einem Gardisten der Unite B und zwar DEM Gardisten. Die Narbe, die er ihm einst verpasst hatte, das halbseitige, ewige schiefe Grinsen dass er in das Gesicht von Boldi geschnitten hatte, grinste nun ihn verh├Âhnend und triumpfierend an. Und sie kosteten ihren Sieg aus. Wie die billigste Stra├čendirne hatten sie sich an ihm bedient und ihn herumgereicht wie alte alte Flasche Fusel. Gesch├Ąndet hatten sie ihn zur├╝ckgelassen und keines Blickes mehr gew├╝rdigt. Das was er als Nahrung erhalten musste, wurde ihm wie ein Tier in die Zelle geworfen. Mehr war er nicht f├╝r sie. Vielleicht h├Ątten sie sogar ein Tier besser behandelt, denn hier unten ging es um weit mehr, als den reinen Versuch eines Diebstahls. Es ging um eine alte Schuld und Boldi hatte Antoine die Rechnung pr├Ąsentiert. Antoine war gerade in einen unruhigen, schmerzerf├╝llten Schlaf gefallen, als ihn jemand an den Haaren auf die Beine und somit aus den Schlaf riss. Unsanft wurde er in einen anderen Raum verfrachtet, auf einen Stuhl gedonnert und man befestigte seine seiner H├Ąnde an einer st├Ąhlernen Schlinge, die in einen massiven Tisch eingelassen war. Eine Chance auf Flucht konnte sich Antoine nicht ausrechnen. Der Stuhl auf dem er sa├č und auch der Tisch waren fest am Boden verschraubt. Der Gardist, der kein Wort mit ihm gewechselt hatte, verpasste ihm einen Schlag vor den Hinterkopf und verlie├č wortlos den Raum. Erneut musste Antoine warten. Diesmal allerdings nicht so lange. Ein Mann betrat den Raum. Er hatte andere Kleidung an, als die Gardisten, wirkte aber von seiner Statur und seiner K├Ârperhaltung ganz ├Ąhnlich. Sein auff├Ąlligstes Merkmal war eine lange Narbe die sein Gesicht zierte. Er setzte sich Antoine gegen├╝ber hin, legte sein Schreibbrett ab und seinen Bleistift.

Gilbert Jardine
┬╗Gr├╝├če. Mein Name ist Gilbert Jardine und ich bin der eingesetzte B├╝ttel, der Dich zu Deinen Anschuldigungen verh├Âren wird. Fangen wir mit Deinen pers├Ânlichen Daten an. Name!┬ź, sagte Gilbert.

Antoine
┬╗Antoine Davout┬ź, antwortete der Gefangene leise und starrte auf die eisernen Handschellen, die seine H├Ąnde ├╝ber eine Kette mit dem Tisch verbanden. Die h├Âllischen Schmerzen, die er ├╝berall versp├╝rte, verabschiedeten sich vollkommen in den Hintergrund. Er hatte gro├če Angst davor, dass dieser B├╝ttel ihn genau so behandeln w├╝rde wie die Gardisten und wagte nicht, ihm in die Augen zu sehen, sondern schaute nur auf seine gefesselten H├Ąnde.

Gilbert Jardine
┬╗Antoine Davout, ohne festen Wohnsitz, geboren wann und wo, falls bekannt? Bist Du in einem Armenhaus gemeldet, oder verdingst Du Dich als Landstreicher?┬ź, hakte Gilbert nach und notierte den Namen von Antoine auf seinem Bogen. Er musterte den Gefangenen genau und machte auch dazu einige Notizen, so dass man ihn jederzeit einwandfrei wiedererkennen konnte.

Antoine
┬╗Irgendwann im Sommer 164. Wo, wei├č ich nicht. Ich bin nirgendwo gemeldet.┬ź Verstohlen schaute Antoine dem B├╝ttel auf die Narbe und hoffte, dass der Kerl sie nicht auf die selbe Weise erhalten hatte wie Boldisz├ár und er nun stellvertretend ein zweites Mal das Opfer einer versp├Ątete Rache wurde. ┬╗Wann darf ich wieder gehen?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Die Fragen stelle ich Antoine. Aber da ich kein Unmensch bin, sobald Du abgeurteilt wurdest. Vermutlich Sommer 164, Geburtsort unbekannt. Hm. Wo bist Du aufgewachsen, weshalb ist Dir Dein Geburtsort unbekannt? Du wei├čt was Dir zur Last gelegt wird?┬ź, hakte Gilbert nach. Er tippte sich kurz mit dem Stift gegen die Schl├Ąfe und schaute Antoine lange an. ┬╗M├Âchtest Du etwas trinken?┬ź

Antoine
Antoine nickte. ┬╗Ja, bitte.┬ź Er hoffte, dass der B├╝ttel sah, dass er mitarbeiten wollte, indem er das Wasser annahm. Er klimperte mit der Kette, als er seine H├Ąnde bewegte und ihm fiel ein Stein vom Herzen, dass er offenbar irgendwann wieder freigelassen wurde und die Antwort nicht ÔÇ║├ťberhaupt nichtÔÇ╣ gelautet hatte. Zumindest, wenn Jardine nicht log, damit er mitspielte. Antoine leckte sich ├╝ber die Lippen. ┬╗Waisenhaus Saint Aumery. Geh├Ârt zu den de Duponts. Ich wurde da abgegeben.┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert nickte zustimmend, ging kurz vor die T├╝r und etwas sp├Ąter brachte eine Dienerin Wasser, die Antoine aber keines Blickes w├╝rdigte. Gilbert goss ihm einen Becher ein und stellte ihm Antoine vor die Nase und notierte das Gesagte von Antoine fein s├Ąuberlich. ┬╗Du bist also Waise, im Waisenhaus aufgewachsen und dann auf der Stra├če gelandet. Die Scholle auf der Du lebest, war jene der Duponts. Bist Du je bei Deinen Herren vorstellig geworden und hast um Arbeit gebeten oder dergleichen?┬ź, hakte Gil nach und lehnte sich zur├╝ck um sein Gegen├╝ber genau zu mustern.

Antoine
Antoine trank etwas Wasser. Er musste den Becher daf├╝r mit beiden H├Ąnden umklammert halten und stellte ihn anschlie├čend wieder auf die Tischplatte. Er lie├č ihn aber nicht los. ┬╗Nein, hab ich nicht. Und, ├Ąh, mir wird vermutlich zur Last gelegt, dass ich in den Palast eingedrungen bin. Weil Sie fragten.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Korrekt. Unerlaubtes Eindringen in den Palast samt Hof - gewertet als Einbruch, versuchter Diebstahl, Widerstand gegen die Staatsgewalt - ergo die Gardisten, Flucht vor dem Zugriff der Staatsgewalt. Das sind die schwerwiegensten Anklagepunkte. Ich m├Âchte jetzt Deine Aussage dazu aufnehmen, wie sich der vor genannte Vorfall nach Deiner Wahrnehmung abgespielt hat. Beginnen wir ganz von vorne. Unerlaubtes Eindringen in den Palast. Erz├Ąhle┬ź, wies Gil Antoine an und z├╝ckte den Stift. Dabei musterte er ihn aufmerksam und neutral. Es lag keine Feindseeligkeit in seinem Blick.

Antoine
Antoine umklammerte den Becher fest. ┬╗Ich wollte mir den Palast einmal von innen ansehen. Man h├Ârt so viele Ger├╝chte dar├╝ber und, ├Ąh, man kann sich das alles gar nicht vorstellen, wenn man so lebt, wie ich. Man h├Ątte mich nicht reingelassen, man wird auch so dauernd irgendwo davongejagt, weil man schmutzig ist und die Leute denken, man will sie beklauen. Drum habe ich mich reingeschlichen und mich umgesehen. Aber diese Gardisten mit der Schwarzen R├╝stung, sie sahen mich, da hatte ich noch nicht einmal den Eingangsbereich richtig verlassen. Sie wollten, dass ich sofort den Palast verlasse und ich bin davongerannt - nach innen. Ich hatte ja noch nichts weiter gesehen. Drum riefen sie wohl ihre Kumpels, es wurden irgendwie immer mehr und ich bekam Panik. Also fl├╝chtete ich doch nach drau├čen und dachte, wenn ich den Hof verlassen habe, ist alles wieder gut. Aber das war es nicht, sie wollten, dass ich stehen bleibe. Ich wollte nicht verhaftet werden, drum rannte ich. Sie verfolgten mich ├╝ber Stunden! Und bei den Lagerh├Ąusern, da konnte ich nicht mehr. Sie haben mich verpr├╝gelt und mitgenommen, mich eingesperrt und wieder verpr├╝gelt.┬ź Er verzichtete darauf, die Gardisten anzuschw├Ąrzen, ehe er nicht wusste, ob das nicht weitere Ma├čnahmen nach sich ziehen w├╝rde, weil der Kerl vielleicht mit ihnen verb├╝ndet war. ┬╗Und dann wurde ich hierhergebracht und jetzt kamen Sie. Also geklaut habe ich nichts, die haben mich durchsucht und ich habe auch keinen Widerstand geleistet, sondern mich ergeben.┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert musste bei der Beschreibung von Antoine doch hier und da schmunzeln. ┬╗Du h├Ąttest also gerne eine F├╝hrung durch den Palast gebucht, aber da es schon reichlich sp├Ąt war, bist Du selbst durch die R├Ąume flaniert, hast Dir die ausgestellte Kunst angeschaut, Dir Gedanken zu den Fresken und Deckengem├Ąlden gemacht und Dich gefragt wo die Hofbibliothek ist, als gerade die Gardisten um die Ecke geschossen kamen und feststellten, dass Du schmutzige Finger hast. Daraufhin haben sie Dich durch den Palast und die Nacht gehetzt? Ist das so richtig?┬ź, lachte Gil.

Antoine
┬╗Na ja, fast┬ź, erwiderte Antoine. ┬╗Ich wei├č nicht so viel ├╝ber Kunst. Aber ich hab mir alles anschauen wollen, wie die Reichen so leben, ja.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Na dass kann ich nachvollziehen, aber um es Dir mitzuteilen, Du h├Ąttest den Palast zu einer Audienz betreten d├╝rfen. Dann wird niemand abgewiesen, kein Bettler, kein Marquis. Du kannst sogar beim Duc vorstellig werden. Alles was Du tun musst, ist Dich anmelden und anstellen. Das funktioniert ├╝brigens bei jedem Herren so, vom Chevalier bis zu unserer Majest├Ąt. Zur├╝ck zum ernst der Lage - hast Du etwas gestohlen? Beantworte die Frage ehrlich. Ich bin nicht Dein Feind, ich bin hier die einzige neutrale Person Antoine. Also verspiele Dir Deine letzte Chance nicht durch eine L├╝ge. Du bist kein Gauner, Du bist arm. Dass ist ein Unterschied in meinem Augen. Also, hast Du etwas gestohlen ja oder nein?┬ź, fragte Gil ernst.

Antoine
┬╗Ich wurde gr├╝ndlich durchsucht, es wurde nichts gefunden, Sie k├Ânnen Ihre Kollegen fragen. Ich wusste nicht, dass man zu einer Audienz gehen kann. Das hat mir niemand gesagt.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Das war nicht meine Frage Antoine. Ich wiederhole, hast Du etwas gestohlen ja oder nein? Dein Diebesgut kannst Du auch auf der Flucht entsorgt haben oder Du hast es versteckt. Das man nichts gefunden hat, hei├čt nicht, dass Du nichts gestohlen hast. Es ist eine Tatsache die Du mir glauben kannst, wie alles andere auch. Jeder Souvagner kann seinen Herrn vom geringsten bis zum h├Âchsten aufsuchen. Ob Du dran kommst, ist etwas anderes. Wenn 100 andere Personen vor Dir stehen, sieht es an dem Tag vermutlich schlecht aus. Also hast Du etwas mitgehen lassen?┬ź, fragte Gil erneut.

Antoine
┬╗Sie glauben mir doch eh nicht, wenn ich Nein sage. Und was f├╝r einen Unterschied w├╝rde es machen, wenn ich tats├Ąchlich etwas geklaut h├Ątte? F├╝r mich einen Gro├čen - entweder, weil ich davon was zu Essen kaufen kann oder, weil mir daf├╝r die H├Ąnde abgehackt werden. Aber f├╝r die Adligen macht das ├╝berhaupt keinen Unterschied, egal, ob was fehlt oder nicht. Die w├╝rden das gar nicht merken.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Erstens, ob ich Dir glaube oder nicht, spielt keine Rolle. Ich werte die Fakten aus. Zweitens, woran machst Du es fest, ob jemand den Verlust bemerkt? Gleichg├╝ltig wie viel oder wenig jemand besitzt, es gibt ihm nicht das Recht zum Diebstahl. Sicher mag ein Adliger wesentlich mehr haben als Du, aber vielleicht hast Du etwas gestohlen, dass ihm viel bedeutet? Manche Dinge m├Âgen viel wert sein und der Verlust schmerzt nicht. Manche Dinge sind kaum etwas wert, haben aber einen pers├Ânlichen Wert, den niemand ersetzen kann. Was wenn man Dir etwas derartiges nehmen w├╝rde? Zudem h├Ąttest Du ins Armenhaus gehen k├Ânnen, f├╝r die Verk├Âstigung. Auf der Stra├če hausieren, dass muss niemand. Das Antoine ist entweder pure Unwissenheit oder freiwillig gew├Ąhltes Schicksal. Erstes kann und muss man verzeihen und korrigieren. Letzteres kann man nicht dulden. Landstreicherei muss hart bestraft werden. Denn man verweigert sich nur einem Armenhaus, wenn man nicht bereit ist, sich an Regeln zu halten, sich Regeln zu beugen und auch f├╝r seinen Lebensunterhalt etwas zu leisten. Jeder der hier etwas beitragen m├Âchte, sei die Arbeit noch so nieder, wird hier auch satt. Ich spreche nicht davon Reicht├╝mer anzuh├Ąufen, sondern Deine t├Ągliche Mahlzeit auf dem Teller zu haben. Nur davon. Verhungern muss niemand, der gewillt zur Leistung ist. Und wer gewillt ist, sein Leben ehrlich zu f├╝hren, wird in der Not zum Armenhaus gehen oder zum Lehnsherrn. Also Antoine, es macht einen himmelweiten Unterschied ob Du gestohlen hast und vor allem was. H├Ąttest Du in der K├╝che eine gebratene Gans gestohlen, wird das v├Âllig anderes gewertet, als wenn Du eine Kristallvase stiehlst. Verstehst Du das?┬ź, erkl├Ąrte Gil eindringlich.

Antoine
┬╗Ja, das verstehe ich┬ź, antwortete Antoine. ┬╗Aber waren Sie mal in einem Armenhaus? Wissen Sie, wie es da zugeht? Ich kenne viele, die lieber hungern und im Winter drau├čen ├╝bernachten, als dort. Da sind ein Haufen stinkender, ├╝bellauniger Besoffener, die dir das letzte Bisschen nehmen oder r├╝berger├╝ckt kommen und man kann kein Auge zutun. Schlafen Sie da mal nur eine Nacht und ich wei├č, Sie werden Nein sagen. Die ganzen Gr├╝nde, die dagegen sprechen, gehen auch mir durch den Kopf. Es ist eklig, es stinkt, es ist eng, es ist gef├Ąhrlich. Ich verstehe, dass Sie nur ihre Arbeit machen und nicht mit mir diskutieren wollen. Ich wollte Ihnen das nur mal sagen. Das ist nicht so einfach, wie Sie es darstellen. Und ich wusste nicht, dass man einfach einen Lehnsherren fragen kann. Die Adligen gucken nicht gerade freundlich und meistens geben die Armen mehr, wenn man bettelt, als die Reichen. Im Gegenteil, die wimmeln einen ab, wenn man sie um ein paar Kupferlinge anbettelt, schicken ihre Gardisten und die jagen einen fort. Drum kommt man da doch nicht auf die Idee.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ich h├Âre zu und ich versuche jenen zu helfen, die nicht kriminell sind. Denn genau dass ist die Aufgabe eines B├╝ttels, die Rechschaffenen vor den Kriminellen zu bewahren. Wir sind die letzte Bastion am unteren Ende zwischen den Ehrlichen und dem Dreck. Und mit Dreck meine ich ganz gewiss nicht arme Menschen. Arm sein ist keine Schande. Das hat sich niemand ausgesucht. Es gibt sogar Adlige die verarmen und dann zu ihrem h├Âheren Lehnsherrn gehen m├╝ssen. Solange Du bettelst, kann Dich jeder wegschicken. Aber wenn Du um Hilfe bittest, darf Dich kein Lehnsherr abweisen. Er kann es nat├╝rlich tun. Aber sollte sich Dein Chevalier-Lehnsherr so verhalten, k├Ânntest Du zum Comte gehen und davon berichten. Gut, welcher kleine Mann wei├č dies und falls er es wei├č, wer wagt es? Denn Du geh├Ârst dann noch immer jenem Chevalier, der sich f├╝r das Anschw├Ąrzen irgendwann bedankt. Zu Deiner Erkl├Ąuterung der Armenh├Ąuser. Ja leider geht es dort so zu. Die Frage die Du Dir stellen musst, ist warum. Das ist ja keine Regel die an der T├╝r ausgegeben wird. Jeder der dort ├╝bernachtet, den anderen bestiehlt, angeht oder angreift, tr├Ągt selbst dazu bei. Wieso gibt es kein Miteinander, keinen Zusammenhalt unter den Armen? Wieso ist es ein Gegeneinander? Fragt man sich zwangsl├Ąufig. Sicher kannst Du auff├╝hren, hungere mal, dann wei├čt Du warum. Jeder k├Ąmpft um das letzte St├╝ck Brot. Auch das verstehe ich. Aber in der Gemeinschaft w├╝rdet Ihr Schutz finden, so zerst├Ârt Ihr das bisschen selbst was ihr noch habt. Und wenn es Dich derma├čen st├Ârt, warum ├Ąnderst Du es nicht? Du bist jung, wirkst nicht schw├Ąchlich, also wenn Du sowas mitbekommst, warum schweigst Du? Dort seid Ihr alle gleich. Wenn alle schweigen Antoine, dann wird sich nie etwas ├Ąndern. Wenn Du vielleicht einmal den Mund aufmachst und nur ein weiterer Bettler dar├╝ber nachdenkt, warum er gerade dem anderen grundlos das Leben schwer machte, hast Du vielleicht mehr erreicht als Du glaubst. Und daf├╝r stehen unter anderem B├╝ttel. Wir sind keine bezahlten Schl├Ąger, die ihren Unmut am Bettler auslassen. Aber auch B├╝ttel sind Menschen, so kann es auch vorkommen, dass wenn man hundert mal vom selben Bettler ge├Ąrgert wird, er es auf schmerzhafte Weise lernen muss, sich zu benehmen. Also ist im Grunde ein Rad und dreht sich weiter. Das Du verstehst, was ich Dir erkl├Ąre freut mich. Aber Du hast trotzdem geschickt versucht meine Frage nicht zu beantworten┬ź, erkl├Ąrte Gil.

Antoine
┬╗Es gibt Zusammenhalt, sogar gro├čen. Aber immer nur zwischen zwei oder drei Leuten, vielleicht auch mal vier oder f├╝nf. Aber man bleibt nicht immer am selben Ort, Leute verschwinden pl├Âtzlich, weil sie weitergezogen oder umgekommen sind. Es wird immer wieder auseinandergerissen. Wenn man gemeinsam unterwegs ist, nat├╝rlich passt man aufeinander auf. Muss man, weil manche Leute einen angreifen nur daf├╝r, dass man ein Landstreicher ist. Und man geht nicht in ein Armenhaus, wenn man allein ist, sondern immer zusammen, sonst ist es zu gef├Ąhrlich. Man passt da schon aufeinander auf. Aber man will auch seine Ruhe haben und ist ersch├Âpft. Wenn alle nur ihre Ruhe w├Âllten, ja klar, dann w├Ąre es gut. Aber so ist es nicht. Irgendwer p├Âbelt immer, will was klauen oder ist einfach besoffen. Ich bin wehrhaft, aber will ich mich wehren, wenn ich eigentlich schlafen will? Es ist, wie sie das sagen, das ist ein Rad, das sich immer weiter dreht. Meist f├╝hrt es in den Abgrund. Aber schauen Sie, ich geh├Âre zu den ganz wenigen, die kaum Trinken und keine Drogen nehmen. Das m├╝ssen Sie mir doch zugutehalten und gebadet bin ich im Sommer auch immer. Und sich so ein bisschen W├╝rde zu bewahren ist nicht einfach, besonders im Winter, weil Schnaps gut w├Ąrmt und einen besser schlafen l├Ąsst trotz der K├Ąlte. Auch bekommt man es manchmal geschenkt und will man immer ein Geschenk ausschlagen? Verstehen Sie? Trotzdem bin ich keiner von denen, die an irgendwas h├Ąngen geblieben sind und ich kenn da echt nicht viele. Also Sie meinen, ich brauch nur zu den Duponts gehen? Und was mach ich dann? Was soll ich denen sagen? Chevalier de Dupont, ich bin Landstreicher?┬ź Antoine zuckte resigniert mit den Schultern. ┬╗Und jetzt werden mir auch noch die H├Ąnde abgehackt.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Dass Du einer ihrer Landsm├Ąnner bist, dass Du in Not bist und dass Du um ihren Schutz und um Hilfe bittest. Und genau dass m├╝ssten sie Dir gew├Ąhren. Du bist ihr Mann, ein St├╝ck ihres Landes, ihr Schutzbefohlener, einer ihrer Herde. Wenn sie so nachl├Ąssig mit ihrem Gut umgehen, sollten sie ├╝berlegen was sie tun. Jedem Herr ist dran gelegen, dass es seinen Leuten gut geht. Denn geht es ihnen gut, geht es dem Land gut und er f├Ąhrt gute Ertr├Ąge ein. Damit geht es allen auf der Scholle gut. K├╝mmert er sich nicht, gibt es Landstreicher und Diebst├Ąhle, dann werden auch die arbeitenden Leute unzufrieden, f├╝hlen sich nicht mehr sicher. Schlimmstenfalls muss ein anderer Lehnsherr einschreiten und dort f├╝r Ruhe sorgen. W├╝rde das wie eine Grippe um sich greifen, dann m├╝sste der Duc f├╝r Ruhe sorgen indem die Unruheherde ausgemerzt werden. Folglich ist es seine Pflicht schon einem einzigen Mann zu helfen, als kleiner Lehnsherr. So leicht kann man Frieden bewahren, indem man etwas gibt. Das hat nichts mit Almosen zu tun. Er soll Dir eine Arbeit geben, Verk├Âstigung, einen Schlafplatz und Kleidung. Sagen wir, er h├Ątte Dich bei sich am Hof untergebracht, auf einem Bauernhof oder ├Ąhnlichem. Ab dato hast Du Arbeit, Essen, Kleidung und keinen Grund kriminell zu werden. Wenn es Dir um Deinen Lebensunterhalt geht. Davon reden wir hier gerade. Nicht von jenen die Leute ├╝berfallen um sich zu bereichern. Die gibt es leider immer und die sind meist sogar nicht gerade arm Antoine. Du bekommst gar nichts abgehackt. Ihr findet Euch also in Gr├╝ppchen zusammen, nun das ist auch eine L├Âsung. Aber keine die dauerhaft wirkt oder? Tja wer kann jemandem verdenken sich am Schnaps zu w├Ąrmen, wenn er sonst nichts hat? Niemand, aber auch da muss ich wieder aufs Armenhaus verweisen. Und damit schlie├čt sich dann der Kreis. Denn diese Person m├Âchte aus den von Dir genannten Gr├╝nden dort nicht ├╝bernachten und w├Ąhlt genau deshalb den Schnaps. Freiheit und Unfreiheit in einem, seltsam und traurig zugleich. Also hast Du gestohlen? Wenn Du Hilfe m├Âchtest, antworte und antworte ehrlich┬ź.

Antoine
Antoine seufzte und es war ein Ger├Ąusch der Erleichterung, weil er von den vorhandenen Wunden abgesehen unversehrt blieb und tiefster Resignation gleicherma├čen. Er trank noch etwas Wasser. ┬╗K├Ânnen Sie mir denn ├╝berhaupt helfen? Wie w├╝rde Ihre Hilfe aussehen?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗F├╝rsprache, aber daf├╝r muss ich wissen ob Du gestohlen hast, oder nicht. Und wenn Du gestohlen hast, was es wahr. Dann reden wir weiter┬ź, schmunzelte Gil.

Antoine
Antoine grinste schief und feixte kurz. Er war, wie die meisten Landstreicher, niemand, der mit seinen Gef├╝hlen hinter dem Berg hielt. ┬╗Sie machen das ganz sch├Ân geschickt. Jetzt muss ich aber wieder fragen, was Ihre F├╝rsprache denn f├╝r einen Unterschied macht vom Strafma├č her?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Das kann ich Dir ehrlich gesagt nicht beantworten. Aber es wird einen Unterschied machen, ob ich sage, ich halte ihn f├╝r umerziehbar, er ist ein Guter der nur Hunger hatte und Arm ist, oder ob ich nichts sage. Oder ob ich sagen muss Du bist krimineller Abschaum. Das wird schon etwas bewirken, denke ich┬ź, grinste Gil.

Antoine
┬╗Haben Sie den keine Erfahrungswerte? Klar haben Sie die. Macht Ihr Wort einen Unterschied, ich meine, Boldi wird auch seine Meinung vortragen und der hat mehr zu melden als Sie, oder? Ich will das hier echt nicht, ich will eigentlich nur hier weg und es Ihnen nicht schwer machen, aber Sie machen es mir auch nicht grad leicht, auch wenn Sie ein netter B├╝ttel sind.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Danke, nun ich denke Boldi wird auch einen Bericht geschrieben haben. Und letztendlich wird der Duc ├╝ber Dich entscheiden, da Du in sein Zuhause eingedrungen bist. Er k├Ânnte genausogut unsere Berichte zerrei├čen und sagen, Block. Oder er sieht Dich, h├Ârt Dich an und l├Ąsst Dich frei. Dazwischen ist alles m├Âglich, aber wie jeder wei├č, ist er ein gerechter und meist milder Mann, was seine Landsleute angeht. Du bist doch kein Fremdl├Ąnder oder? Ich meine Du hast dahingehend hoffentlich nicht gelogen┬ź, mahnte Gil.

Antoine
Antoine st├Âhnte gequ├Ąlt und rieb sich ├╝ber das Gesicht. ┬╗Ich will gar nicht wissen, was der in seinen Bericht alles reingeschrieben hat, der hasst mich! Kann ich Sie nicht irgendwie bestechen, also das hei├čt dazu ├╝berreden, f├╝r mich zu sprechen? Ich hab nicht viel, aber das w├╝rde ich ihnen geben! Oder ich besorg ihnen, was Sie wollen oder ich arbeite es ab! Nein, ich bin kein Fremdl├Ąnder, au├čer wenn meine Eltern Fremdl├Ąnder waren.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Abarbeiten ist ein sch├Ânes Stichwort, den Rest des Angebotes habe ich akustisch nicht verstanden Antoine. Es lohnt sich auch f├╝r Dich garantiert nicht, diesen Satz zu wiederholen. Aber bleiben wir beim Thema Arbeit, welche Arbeit m├Âchtest Du gerne annehmen?┬ź, hakte Gil neugierig nach.

Antoine
┬╗Hab ich mir schon gedacht, der letzte B├╝ttel wollte da auch nicht mit sich reden lassen und der davor auch nicht. Entweder das stimmt ├╝berhaupt nicht, dass ihr alle korrupt seid, oder ich mach was falsch. Vielleicht sieht man mir an, dass es sich eh nicht lohnen w├╝rde.┬ź Er grinste m├╝de. ┬╗Ich kann nicht viel, aber ich bin stark und schnell. Ich kann auch gut klettern und schleichen. Und ich bin nett, wie sie ja sehen. Aber ich kann auch stinkig werden. Mehr kann ich nicht. Und ich sehe gut aus.┬ź Er grinste etwas breiter.

Gilbert Jardine
┬╗Nein....┬ź, sagte Gil ganz langsam und extrem gedehnt, ┬╗wir sind nicht alle korrupt. Vielleicht mag es der eine oder andere B├╝ttel sein, aber kein Mann wird B├╝ttel wegen dem Verdienst. Sonst k├Ânnte er diesen Job nicht machen! Nun Du k├Ânntest einer von uns werden, eine Zeitlang um zu sehen wovon Du da ├╝berhaupt sprichst. Als Hilfskraft. Dein Aussehen interessiert keinen, echt nicht┬ź, gab Gil zur├╝ck.

Antoine
┬╗Echt? Sie w├╝rden mir so eine Arbeit besorgen? Hab ich Ihr Wort? Was springt f├╝r mich dabei raus, also wie viel verdiene ich? Ich hab ja auch gar nicht gesagt, dass Sie alle korrupt sind, das sagen andere, es ist nur ein Ger├╝cht, ich hab`s nur mal ausprobiert, ob da was dran ist.┬ź

Gilbert Jardine
Als ungelernte Arbeiter zum Beispiel als Tagel├Âhner, Knecht, Lehrling, Knappe, Stallbursche, Schankmagd, Waschfrau, Leichtmatrosin verdient man pro Tag oder einige Stunden dauerndem Auftrag 1 bis 6 Kupferlinge. Nicht mehr. Das Existenzminimum kannst Du mit einem Kupferling pro Tag und Person bewerten, dass ist der Wert von zwei Schalen Roggengr├╝tze oder Bohnensuppe und ein Schlafplatz in der Scheune. Sprich das was Du zahlen w├╝rdest, wenn Du Dein Minimum selbst decken w├╝rdest, was sonst Dein Herr aufbringt. Je f├Ąhiger Du bist oder wirst, je h├Âher steigt auch Dein Lohn. Aber als ungelernter f├Ąngst Du sehr klein an. Du hast mein Wort, wenn Du freigesprochen wirst, ansonsten w├╝rde Dir meine Zusage auch nichts n├╝tzen. Ger├╝chte gibt es viele, auch ├╝ber Bettler und Landsteicher, w├╝rde ich dem glauben, d├╝rfte ich nicht mal mit Dir reden oder? Irgendwo ist an jedem Ger├╝cht ein K├Ârnchen Wahrheit, weil es eine Person aus dem Bereich gab, die sich genau so verhielt. Aber dar├╝ber m├╝ssen wir uns jetzt keine Gedanken machen, sondern ich warte immer noch auf Deine Antwort Antoine┬ź, sagte Gil.

Antoine
┬╗Sie vergessen auch gar nichts. Jetzt bin ich aber in einer Zwickm├╝hle┬ź, maulte Antoine. ┬╗Weil angenommen, ich h├Ątte wirklich was geklaut. Und es drau├čen versteckt, um es sp├Ąter abzuholen ... dann k├Ânnte ich das Ihnen jetzt nicht mehr sagen. Weil dann bin ich ein Dieb und kann nicht bei einem B├╝ttel als Hilfskraft arbeiten und werde vermutlich auch so noch viel h├Ąrter bestraft, als wenn ich nur im Palast mal gucken gewesen w├Ąre.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ja es sei denn Du hast dort einen Rinderbraten versteckt... gut den w├╝rde ich nun nicht mehr abholen und mir ins Gesicht dr├╝cken, dass k├Ânnte b├Âse enden. Jedenfalls Verdauungstechnisch. Also spuck es aus, vielleicht h├Âre ich nicht gut, falls es zu schlimm ist┬ź, bot Gil an.

Antoine
Antoine drehte den Becher in seinen Fingern und blickte betreten sein verzerrtes, wackelndes Spiegelbild auf der Wasseroberfl├Ąche an. ┬╗Na sch├Ân┬ź, schnaufte er. ┬╗Ehe die Leibgardisten wieder anr├╝cken m├╝ssen ... es war so eine Diamantrose oder Glasrose.┬ź


Gilbert Jardine
┬╗Das ist nicht gerade etwas, dass man in der Kategorie ┬╗f├Ąllt nicht weiter auf┬ź ablegen k├Ânnte. Eine Rose hat meist eine andere Bedeutung die ich Dir sicher nicht erl├Ąutern muss. Und das sie vermisst wird, ist selbstverst├Ąndlich. Also Du warst gest├Ąndig. Wo befindet sich das Diebesgut?┬ź, hakte Gilbert nach
.
Antoine
┬╗Ich hab die Rose bei den Lagerhallen versteckt, als absehbar war, dass ich nicht davonkomme. Dann ist sie wirklich aus Diamant? Mann, h├Ątte ich blo├č nichts gesagt.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Das wei├č ich nicht Antoine, vermutlich aus Glas oder Kristall. Aber eines wissen wir beide, es war vermutlich ein Liebesgeschenk. Und selbst wenn sie aus Diamant ist, m├Âchtest Du daf├╝r den Kopf verlieren? Ist sie das wert? Ich denke nicht. Gut wo genau hast Du die Rose versteckt, wir werden sie zur├╝ckholen und abgeben┬ź, sagte Gil.

Antoine
┬╗Kennen Sie sich da aus? Also da ist die gepflasterte Hauptstra├če, die zu der Fuhrwerksstation f├╝hrt. Dort ist ein Ladekran. Die Winde davon ist im oberen St├╝ck hol. Da liegt immer Laub drin und dort hab ich sie reingesteckt.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Gut, wir beide werden die Rose abholen. Ich hoffe Du hast nicht gelogen. Und bitte, keine Fluchtversuche oder dergleichen Antoine. Du bist schnell zu Fu├č, aber mein Hund Lex ist schneller. Also wirst Du mich brav begleiten, die Rose zur├╝ck bringen und dann sehen wir weiter. Du warst bis jetzt einsichtig und gest├Ąndig. Versaue es Dir nicht. Sonst kommt es am Ende noch so, wie Du es nicht wolltest. Vielleicht schaffst Du es zur├╝ck auf den guten Weg, mit etwas gutem Willen sollte dass m├Âglich sein. Und Deinen guten Willen zeigst Du damit auch dem Duc┬ź, erk├Ąrte Gil.

Antoine
┬╗Ich mach keinen Fluchtversuch. Legen wir die Rose einfach wieder zur├╝ck oder wolle Sie das da mit aufschreiben?┬ź Er nickte in Richtung von Gilberts Unterlagen.

Gilbert Jardine
┬╗Wir k├Ânnen die Rose nicht einfach zur├╝cklegen. Was w├Ąre, wenn wir genau dabei erwischt werden? Dann h├Ątten wir Dir garantiert keinen Gefallen getan. Und ich gehe davon aus, dass dies hier der Anfang wird, endlich ehrlich zu werden. Fangen wir also direkt damit an. Du wirst die Rose dem Duc aush├Ąndigen, bei Deinem Verh├Âr oder bei Deiner Verurteilung. Ich lasse Dir Sachen aush├Ąndigen und dann gehen wir los┬ź, sagte Gil.

Antoine
┬╗In Ordnung┬ź, sagte Antoine und schloss kurz die Augen, schluckte und trank den Rest seines Glases aus, weil seine Kehle pl├Âtzlich so trocken zu sein schien. ┬╗So machen wir das. Ich mach nix Falsches. Ich bin sehr dankbar, echt, weil das m├╝ssen Sie nicht machen, Sie sind echt ein guter Mann, wirklich.┬ź Antoine war zutiefst ger├╝hrt, so menschlich behandelt worden zu sein, nachdem man ihn erst derart gequ├Ąlt hatte. ┬╗Ich nutz die Chance und ich werd mein Bestes geben. Ich hab nur die eine Chance noch und ich war so lange auf der Stra├če. Irgendwann reicht es, ich werd auch nicht j├╝nger.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Das wird keiner von uns, aber sch├Ân dass Du es so siehst┬ź, antwortete Gil und ging zur T├╝r. Er sprach kurz mit dem Gardisten drau├čen und der Mann kam zur├╝ck, der Antoine zuerst in den Verh├Ârraum gef├╝hrt hatte. Er l├Âste die Fesseln und zerrte ihn auf die Beine. Danach verpasste er ihm einen Sto├č Richtung Ausgang. Vor der T├╝r mussten sie noch einen Moment warten, bis eine der Dienerinnen Antoine einfache Kleidung aush├Ąndigte. Es war ein schlichtes Hemd und eine Hose. Die w├╝rden f├╝rs erste ausreichen, wenn sie unterwegs waren. Immerhin sollte er sich nicht noch als Flitzer schuldig machen. Gil wartete ab bis Antoine sich angezogen hatte, dann f├╝hrte er ihn nach oben, wo Lex auf ihn wartete. ┬╗Nun denn, auf gehts┬ź, sagte er zu Antoine.

Antoine
Antoine stolperte, als er in den R├╝cken gesto├čen wurde. ┬╗Diese Leibgardisten stecken alle unter der selben Decke┬ź, murrte er leise. ┬╗Einer hasst mich und jetzt hassen die mich alle, obwohl ich denen nie was getan habe.┬ź Er zog sich an und freute sich, saubere, nicht stinkende und nicht zerrissene Kleider tragen zu k├Ânnen. ┬╗Soll ich vorgehen, ja? Oder wollen Sie Ihr Handschellendingsda mitnehmen?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Wir gehen gemeinsam und ich ben├Âtige die Handschellen der Gardisten nicht, ich habe eigene. So siehst Du wenigstens wieder vern├╝nftig aus. Na komm. Sie halten zusammen Antoine, was hast Du erwartet? Dass sie sich bei Dir f├╝r den n├Ąchtlichen Dauerlauf bedanken?┬ź, fragte Gil grinsend.

Antoine
┬╗Die k├Ânnen ja zusammenhalten, aber m├╝ssen die deswegen immer alle die selbe Meinung haben? Und immerhin werden sie daf├╝r bezahlt, dass sie ein bisschen rumgelaufen sind. Also ich finde, die ├╝bertreiben, echt.┬ź Er zeigte Gilbert den Weg, aber sie kamen nur langsam voran, weil Antoine nur winzige Schritte gehen konnte. So dauerte es, ehe sie die Verladestation bei den Lagerhallen erreichten. ┬╗Was d├╝rfen die Gardisten eigentlich alles? D├╝rfen die einen Gefangenen foltern?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Die Leibgardisten des Ducs d├╝rfen alles um ihren Herrn zu besch├╝tzen. Also im Grunde ja, sie d├╝rfen alles. Sie m├╝ssen f├╝r ihr Handeln nur den passenden Grund finden und schon ist fast jede Handlung legitim. Es sei denn sie betrifft jemanden, der einer anderen Obrigkeit untersteht. Dies w├Ąre nur bei Leibeigenen der Fall. Also wenn die Gardisten jetzt den Leibeigenen von Comte xyz bewusst foltern, ohne dass ein Grund vorlag. Dann k├Ânnte der Comte Aufkl├Ąrung verlangen. Aber behaupten die Gardisten, der Leibeigene hat durch seine Handlungen den Duc bedroht oder seine Sicherheit gef├Ąhrdet, dann wird es schon schwierig. Normal sind sie eben daf├╝r da, den Duc samt Familie zu besch├╝tzen und daf├╝r haben sie weitreichende Freiheiten. Wo diese enden, tja. Und wenn es n├Âtig sein sollte, an dringende Informationen zu kommen ist sogar Folter unter Umst├Ąnden legitim. Stell Dir vor, ein Prince wurde entf├╝hrt. Eine Person wei├č wo er ist, schweigt aber. Was ist nun wichtiger? Das diese Person die es wei├č nicht gefoltert wird? Dann stirbt der Prince vielleicht. Oder l├Ąsst man die Folter zu, erh├Ąlt die Information und rettet den Prince? Folglich ist Folter bei Gefahr im Verzug oder bei Gefahr auf Leib und Leben erlaubt. Nicht nur bei der Leibgarde, generell bei der Garde oder bei den B├╝tteln. Es gilt bei uns der Opferschutz, kein T├Ąterschutz. Der T├Ąter hat sein Recht auf Unversehrtheit in dem Moment verwirkt, wo er zum T├Ąter wurde. Kooperiert er nicht, wird die Staatsgewalt genau das anwenden was der Name verspricht. Gewalt. Folglich ja, sie d├╝rfen foltern┬ź, erkl├Ąrte Gil freundlich.

Antoine
┬╗Hm, war ja klar, dann finden die jetzt in Zukunft ziemlich viele Gr├╝nde, warum ich den Duc bedroht h├Ątte. Die werden mir das Leben zum Abgrund machen oder mich umbringen┬ź, murrte er und zeigte auf den Verladekran. ┬╗Da ist das Versteck.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Na noch bist Du nicht gefoltert oder ermordet worden. Hol die Rose raus, worauf wartest Du denn? Du wirst auch sprechen d├╝rfen, davon gehe ich aus. Hast Du einen von ihnen angegriffen?┬ź, fragte Gil vorsichtshalber nach.

Antoine
┬╗Nein, ich bin nur abgehauen. Jetzt muss ich da aber hochklettern.┬ź Der Kran wurde mit einem Seilzugsystem bedient und in einem horizontalen Zahnrad war von oben Laub hineingefallen. Antoine stieg einen Schritt nach oben und griff hinein, w├╝hlte. W├╝hlte hektischer. Er kletterte ganz hinauf und warf das Laub heraus. ┬╗Sie war hier┬ź, rief er gehetzt, ┬╗genau hier drin!┬ź Es war kein Laub mehr darin, auch keine Glasrose, nur eine Art gro├če Schraube. ┬╗Das gibt es doch nicht, ich schw├Âre, sie war genau in dem Loch!┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Na die Schraube wirst Du kaum aus dem Palast gestohlen haben. Komm runter, wir gehen zur├╝ck. Also war dort die Rose? Falls nicht und sie ist woanders, sage es gleich Antoine. F├╝r Spielchen dieser Art bin ich zu alt. Es geht um Deinen Kopf, nicht um meinen┬ź, erinnerte Gil, w├Ąhrend Lex Antoine musterte.

Antoine
Antoine kletterte wieder herunter und rieb sich verzweifelt die Haare. ┬╗Ich will Sie nicht verarschen, ich will ja die Arbeit haben! Ich h├Ątte Ihnen doch sonst gar nicht gesagt, dass ich das Ding ├╝berhaupt mitgenommen habe!┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Doch um zu wissen wie wertvoll es ist, die anderen h├Ątten es Dir kaum gesagt┬ź, hielt Gil dagegen. ┬╗Also sie war dort und ist nun weg. Entweder hat sie Ainuwar geholt, Du hast gelogen oder es war einer der Gardisten und der hat Dir ein sch├Ânes stinkendes Ei gelegt┬ź, grinste Gil.

Antoine
Antoine sog scharf die Luft ein. ┬╗Na klar, das kann sein, die haben bestimmt gesehen, dass ich hier was versteckt habe! Was mach ich denn jetzt?┬ź ├ängstlich betrachtete er den Hund, der von der wachsenden Nervosit├Ąt des Gefangenen scheinbar bereits unruhig w├╝rde. ┬╗Der ist gut erzogen, ja? Der bei├čt nicht einfach so?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Doch wenn er mich besch├╝tzen muss, bei├čt er einfach so. Ansonsten wenn ich ihm den Befehl erteile. Lass uns zur├╝ckgehen, ich werde mit den Gardisten reden. Na komm, es bringt ja nichts in ein leeres Versteck zu starren┬ź, sagte Gil.

Antoine
Aufgel├Âst begleitete Antoine den B├╝ttel zur├╝ck zum Palast.

Gilbert Jardine
Gilbert f├╝hrte Antoine zur├╝ck zum Palast. ┬╗Am besten sagst Du wie es gewesen ist. Ich werde schauen, wann Du Deine Verhandlung hast┬ź, erkl├Ąrt Gil Antoine und ging mit ihm gemeinsam zu Boldi. ┬╗Hier ist der Gefangene wieder. Wann steht seine Verhandlung an?┬ź, fragte er freundlich.

Boldiszàr
Boldisz├ár ignorierte Antoine vollst├Ąndig und blickte nur Gilbert an. ┬╗├ťbermorgen, er ist gleich fr├╝h der Erste.┬ź Er war wenig begeistert, dass man dem Kerl saubere Kleidung ausgeh├Ąndigt hatte, anstatt ihm seine alten Lumpen zu geben.

Gilbert Jardine
┬╗Gut dann bin ich ├╝bermorgen fr├╝h wieder hier. Ich f├╝hre ihn zur├╝ck in seine Zelle┬ź, sagte Gil und nahm Antoine mit sich. ┬╗M├Âchtest Du mir noch etwas sagen?┬ź, hakte er nach und schaute sich dabei Antoine ganz genau an. Er hatte kein gutes Gef├╝hl ihn hier noch einige Tage zur├╝ck zu lassen. Vermutlich w├╝rde er einen bedauerlichen Unfall erleiden. Das sagte ihm sein Instinkt und der hatte ihn noch nie betrogen.

Antoine
┬╗Ja! Ich hab die Rose genau da versteckt, genau in dem Loch! Und noch was! Ich w├╝rde mich nie erh├Ąngen oder so was. Falls ich an meiner Unterhose an den Gitterst├Ąben aufgeh├Ąngt tot gefunden werde, dann waren die das! Ich mach so was nicht, ich mag mein Leben und ich will hier raus! K├Ânnen Sie denen nicht sagen, dass ich fast schon so was wie Ihr Kollege bin?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ich glaube Dir, dass Du Dich nie an Deiner Unterhose aufh├Ąngen w├╝rdest Antoine, Du hast keine an┬ź, grinste Gilbert. ┬╗Dass w├Ąre dann schon eine weitere Frage wert, woher die Unterhose kommt. Es sei denn Du hast sie einem Gardisten gestohlen┬ź, erkl├Ąrte Gilbert und f├╝hrte Antoine zur├╝ck in den Palast und durch die Flure.

Antoine
┬╗Sie haben Nerven┬ź, ├Ąchzte Antoine. ┬╗Das war nur ein bl├Âdes Beispiel.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ja die habe ich gerade wirklich...┬ź, stimmte Gilbert Antoine zu und schob ihn vor den Thronsaal. ┬╗Wir bitten um eine Audienz┬ź, sagte er zu dem wachhabenden Gardisten.

Patrice de Vertcuis
Patrice, der gerade Dienst als Wache des Thronsaals hatte, nickte kurz und trat ein. Er ging zum Thron und kniete in geb├╝hrendem Abstand nieder. ┬╗Majest├Ąt, ein B├╝ttel bittet mit einem Gefangenen im Schlepptau um eine Audienz.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gestattet, bestelle sie herein, wir werden sie empfangen┬ź, antwortete Maximilien freundlich.

Patrice de Vertcuis
Patrice verneigte sich und ging r├╝ckw├Ąrts wieder hinaus. Bei der T├╝r richtete er sich wieder auf. ┬╗Seine Majest├Ąt gew├Ąhrt euch die Audienz┬ź, antworte er. ┬╗Ihr d├╝rft eintreten.┬ź

(Fortsetzung folgt)
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Aufschub der Verurteilung

#12

Beitrag von Antoine » So 1. Jul 2018, 10:11

(Fortsetzung)

Gilbert Jardine
Gilbert wartete einen Moment nach der Ank├╝ndigung, ehe er Antoine beschw├Ârend anschaute. ┬╗Du wirst Dich dort drinnen absolut h├Âflich und w├╝rdevoll verhalten. So gut, wie Du Dich noch nie im Leben benommen hast. Denn genau das steht auf dem Spiel - Dein Leben. Wir gehen hinein, Du wirst dem Duc und seinem Sohn nicht in die Augen schauen und Du wirst mit mir im ausreichenden Abstand stehen bleiben. Dort knien wir nieder. Warum ist klar, er ist unser aller Herrscher. Falls Du respektlos sein solltet, bringen Dir die Gardisten bestenfalls Respekt bei, schlimmstenfalls k├Ânntest Du als Krimineller Dein Leben verwirkt haben. Nicht dass der Duc jemanden f├╝r eine Kleinigkeit t├Âten lassen w├╝rde, aber wissen wir ob er von einer Kleinigkeit ausgeht? Wir beide wissen nicht was im Bericht der Garde steht. Folglich geh vom Schlimmsten aus und hoffe das Beste. Bereit oder nicht, es geht los┬ź, sagte Gilbert. Mit gem├Ą├čigtem Schritt betrat er den Thronsaal, dabei hoffte er, dass ihm Antoine folgte. Im ausreichenden Abstand blieb er vor dem Thron des Duc und seines Sohnes stehen verbeugte sich tief und ging auf ein Knie. ┬╗Herr habt Dank, dass Ihr uns ohne Termin empfangt. Unser Erscheinen ist von gro├čer Eile. Der Beschuldigte Antoine versicherte glaubthaft, kein Verbrechen begehen zu wollen, vielmehr trieb ihn die Not. Da er einige Auseinandersetzungen im Kerker hatte, habe ich ihn direkt zu Euch gebracht in der Hoffnung, dass Ihr sofort ├╝ber ihn Urteilen m├Âgt┬ź, erkl├Ąrte Gilbert respektvoll.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte die beiden, die spontan um eine Audienz gebeten hatten. ┬╗Die Audienz wurde von uns gew├Ąhrt. Tritt vor┬ź, befahl Max Antoine.

Antoine
Antoine ging neben Gilbert, aber einen halben Schritt weiter hinten, damit er sich abschauen konnte, was dieser tat. So kniete auch er nieder. Sein Herz schlug so schnell, als w├╝rde er erneut gehetzt werden und seine schmerzenden Muskeln zitterten. Auf die Aufforderung des Ducs hin erhob er sich. Bei der Bewegung spannten sich seine Muskeln an und es wurde Fl├╝ssigkeit aus seinem Hintern gepresst. Antoine hoffte, dass man es nicht durch die Hose sah, da man ihm keine Unterhose ausgeh├Ąndigt hatte. Er hatte gro├če Angst und starke Schmerzen. Einen Moment blickte er hilfesuchend zu Gilbert, ehe er auf den Fu├čboden vor dem Thron blickte. ┬╗Hier bin ich, soll ich was sagen?┬ź, fragte er ├Ąngstlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du wurdest inhafiert aufgrund Einbruchs in unseren Palast, Diebstahl, Widerstand gegen die Staatsgewalt und so weiter und so fort. Dazu sollst Du logischerweise etwas sagen. Das hei├čt, wir gew├Ąhren Dir die Chance dazu etwas zu sagen, Du kannst auch schweigen und Dein Urteil empfangen. Wir raten Dir allerdings dazu Dich zu erkl├Ąren┬ź, sagte Max.

Antoine
┬╗Also dazu m├Âchte ich sagen, dass es mir leid tut. Ich hab was gestohlen, das gebe ich zu und es tut mir sehr leid, ich wusste nicht, dass es so schlimm f├╝r Sie ist. Da Sie doch so viel haben und ich fast nichts. Es ist nicht richtig, das wei├č ich, man klaut nicht, aber ich hab kein Geld und gar nichts. Ich wollte es aber zur├╝ckgeben, doch jetzt ist es weg! Das ist keine L├╝ge, es ist verschwunden. Mir hat der nette B├╝ttel hier gesagt, dass ich f├╝r ihn arbeiten kann und ich hab mir ├╝berlegt, dass ich das Geklaute vielleicht von meinem Lohn ersetzen kann. Also dass ich es abarbeite. Und ich ollte noch sagen, dass ich keinen Widerstand geleistet habe gegen die Gardisten, ich bin denen nur weggerannt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Sich der Verhaftung zu entziehen, ist Widerstand gegen die Staatsgewalt. Du hast der Order der Ordnungsh├╝ter nicht Folge geleistet, demzufolge haben sie Dich verfolgt und gestellt. Du bereust also Deine Tat, bist einsichtig und wirst uns den entstandenen Schaden zuz├╝glich einer Wiedergutmachung an die Gardisten leisten, indem Du Deine Schuld abarbeitest? Und B├╝ttel Jardine ist bereit f├╝r Dich zu b├╝rgen und Dich in seine Obhut zu nehmen? Wenn dies so ist, gew├Ąhren wir Dir eine zweite Chance. Wir sind stets daf├╝r, jemanden eine zweite Chance zu gew├Ąhren. Du solltest also nicht leichtfertig damit umgehen. B├╝rgt er f├╝r Dich?┬ź, hakte der Duc nach.

Antoine
┬╗Ja, das hat er gesagt┬ź, sprach Antoine und warf einen r├╝ckversichernden Blick in Richtung von Gilbert. Das hatte der zwar nicht gesagt, aber w├╝rde er nicht f├╝r ihn b├╝rgen, h├Ątte er ihn sicher nicht hierher gebracht. ┬╗Ja, ich bereue, dass ich geklaut habe. Und ich geb mein Bestes, um es wieder gut zu machen. Aber die Gardisten werden doch schon bezahlt f├╝r ihre Arbeit und die waren echt nicht freundlich, muss ich denen wirklich eine Entsch├Ądigung leisten?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schmunzelte ├╝ber die Erkl├Ąrung von Antoine. ┬╗Die Gardisten werden von uns nicht nur bezahlt, sie unterstehen uns vollumf├Ąnglich. Unsere Gardisten haben wohl erw├Ągte Aufgaben unter anderem den Schutz der Krone. Wenn nun jemand, wie Du, einen Einsatz der Gardisten au├čerhalb ihres T├Ątigkeitsfeldes verursacht, sind von dieser Person auch dahin gehend die Kosten zu tragen. Man nennt dies Verursacherprinzip. Du hast einen Gardisten-Einsatz verschuldet und somit h├Ąttest Du normalerweise den kompletten Einsatz der Gardisten auch bezahlen m├╝ssen. Jeden Mann und jede angefangene Stunde. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit, oder wir f├╝r den Fehler eines anderen aufkommen, den dieser bewusst verursacht hat. Folglich werden normalerweise dem Verursacher auch die Eins├Ątze in Rechnung gestellt. Der Einsatz war in Deinem Fall zwigend erforderlich, da Gefahr im Verzug war. Die Gardisten hatten weder die Zeit noch die M├Âglichkeit eine Einheit B├╝ttel zu rufen um Deine Ergreifung in Auftrag zu geben. Damit war ihr Einsatz recht- wie auch zweckm├Ą├čig und von Dir w├Ąren diese Kosten zu tragen. Da Du aber mittellos bist, fallen die entstandenen Kosten der Staatskasse anheim. Das hei├čt unsere Person ├╝bernimmt f├╝r Dich pers├Ânlich diese Schuld. Du bist Geb├╝hrenschuldner was diesen Einsatz angeht, aber wir verzichten und schlagen diese Forderung nieder, da die Beitreibung bei weitem die entstandenen Kosten ├╝bersteigen w├╝rde. Ferner ist von der Erhebung einer Schuld abstand zu nehmen, wenn sie die zu belastende Person in Existenznot bringen w├╝rde. Du bist bereits in Existenznot, also wirst Du mit den Einsatzkosten nicht belastet. Da Du Dich aber freiwillig angeboten hast, das Diebesgut pikun├Ąr also geldlich zu ersetzen und einsichtig bist, sind wir Dir hier entgegen gekommen. Die Gardisten werden nicht daf├╝r bezahlt freundlich zu sein. Bei Gardisten handelt es sich nicht um Service- sondern um Schutzpersonal. W├Ąren sie freundlich gewesen, h├Ątten sie ihren Job nicht ordnungsgem├Ą├č ausgef├╝hrt Antoine. Ich denke dass ist ehr in Deinem Sinne, als eine Brandmarkung als Dieb. Wir k├Ânnen Dir keine zweite Chance einr├Ąumen und Dich gleichzeitig finanziell ruinieren. Allerdings solltest auch Du gut ├╝berlegen, was Du den Gardisten unterstellst. All dies w├Ąre nicht geschehen, w├Ąrst Du nicht in den Palast eingedrungen. Es lag in Deiner Hand, es war Deine Entscheidung. Noch Fragen?┬ź, hakte Maximilien nach.

Antoine
┬╗Darf ich wirklich was fragen?┬ź, fragte Antoine. ┬╗Oder wird mir das dann auch irgendwie berechnet oder zur Last gelegt? Ich mein das nicht ironisch, aber ich bin so froh, dass ich diese Chance kriege und nicht auch noch ruiniert werde. Ich will das nicht wegen einer bl├Âden Frage kaputt machen. Wobei, ich bin eigentlich nicht zu ruinieren, weil ich das schon bin. Aber ich will dann nicht irgendwas abgehackt kriegen oder eingesperrt werden.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir meinen in unserem Amt stets dass was wir sagen Antoine. Wenn wir Dir erlauben uns etwas zu fragen, dann ist dies so. Also frage was Du uns fragen m├Âchtest┬ź, erkl├Ąrte Max umg├Ąnglich.

Antoine
┬╗Danke, das ist nett von Ihnen. Also erstens wollte ich fragen, wie hoch die Kosten sind, die ich zur├╝ckzahlen muss. Weil ganz ehrlich, ich glaube, der ganze Einsatz war viel teurer als die bl├Âde Glasblume, die jetzt weg ist. Es sei denn, die ist doch aus Diamant, was ich ein bisschen gehofft habe, jetzt aber nicht mehr hoffe, weil dann zahl ich bis an mein Lebensende. Und dann wollt ich noch fragen, ob die Leibgardisten echt alles d├╝rfen? Der Monsieur Jardine hat gesagt, dass das so ist. Aber dann k├Ânnten die das ja theoretisch auch ausnutzen und keiner macht was dagegen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wie hoch die Kosten sind w├╝rde berechnet werden, m├╝sste man Dir den Einsatz in Rechnung stellen. Das wird aber nicht geschehen. Von daher ist es m├╝├čig, jetzt das rechnen anzufangen oder eine Kostenaufstellung auszuarbeiten, die nicht beglichen wird. Die Blume war aus Kristall und nicht aus Diamant. Die Leibardisten sind der verl├Ąngerte Arm von uns ├╝ber den Palaisin. Der Palaisin vertritt uns als Person als ausf├╝hrende Gewalt in der ├ľffentlichkeit. Er vertritt uns, setzt unseren Willen um, er sch├╝tzt unsere Person samt unserer Familie und unserem Hof. Da dies kein Mann allein bewerkstelligen kann hat der Palaisin die Leibgarde unter sich. Der Leibgarde ist alles gestattet um ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Selbstredend k├Ânnte dies ausgenutzt werden. Hier greift die uralte Frage - wer wacht ├╝ber die W├Ąchter? Antwort - der Palaisin und in letzter Instanz unsere Person. Eventuell hast Du mitbekommen, was mit W├Ąchtern passiert, die ihre Aufgabe zum Privatvergn├╝gen missbrauchen. Sie werden ├Âffentlich passend abgestraft. Und selbst ein Palaisin ist vor Strafe nicht gefeit, wenn er sein Amt missbraucht. Wer in so einem Amt wie auch Beruf nicht ├╝ber die n├Âtige Reife, Weitsicht und Loyalit├Ąt verf├╝gt ist nicht tragbar und wird von uns des Amtes verwiesen┬ź, erl├Ąuterte der Duc.

Antoine
┬╗Das hab ich so am Rande mitgekriegt, es wurde dar├╝ber geredet. Aber ich wei├č nichts weiter da dr├╝ber. Was hatten die denn gemacht? Und wenn ich der Meinung bin, die haben mich zum Privatvergn├╝gen gequ├Ąlt, was kann ich da machen? Der B├╝ttel hier sagt, ich kann gar nichts machen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Hast Du f├╝r Deine Anschuldigung, dass Dich die Gardisten gequ├Ąlt haben sollen, Beweise?┬ź, fragte der Duc offen. ┬╗Falls nicht, sind es nichts weiter als das - Anschuldigungen. Sollte es den Gardisten zu Ohren kommen und sie sich ├╝ber Dich als Gefangenen beklagen w├Ąre dies ├╝ble Nachrede oder sogar Verleumdung. Damit h├Ąttest Du erneut eine Straftat begangen. Verleumdung bedeutet Auspeitschung und Pranger. Also hast Du f├╝r Deine Anschuldigung Beweise in Form von Zeugen oder ├Ąhnlichem? Kannst Du zum Beispiel glaubhaft versichern, wer Dir geschadet haben soll? Falls ja, werden wir einen Geistmagier dazuziehen. Falls dieser feststellt dass Du gelogen hast, landest Du am Pranger, nachdem Du ├Âffentlich ausgepeitscht wurdest. Denn in dem Fall hast Du versucht dass Ansehen der gro├čherzoglichen Garde nachhaltig zu beflecken┬ź, antwortete Max.

Antoine
┬╗Beweise? Meinen Hintern┬ź, lachte Antoine. ┬╗Also von einem wei├č ich, wer das war, der bescheuerte Robere! Die anderen kenne ich nicht, aber die haben auch mitgemacht. Die sind sich alle gegenseitig Zeugen, aber werden wahrscheinlich eh l├╝gen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Robere?┬ź, fragte der Duc Retour. ┬╗Was genau tat er mit Deinem Hintern? Die Einheiten halten generell zusammen, da oft ihr Leben davon abh├Ąngt. Also berichte, was hat Robere Dir angetan? Und woher kennst Du den Gardisten namentlich?┬ź.

Maximilien Rivenet de Souvagne
#

Antoine
┬╗Er hat mich gefingert und gefickt┬ź, antwortete Antoine unverbl├╝mt. ┬╗Was soll ich da um den hei├čen Brei reden. So war das. Ich kenn den und Boldi noch von fr├╝her, wir waren im selben Waisenhaus und konnten uns da auch schon nicht leiden. Ich kann ja nicht ahnen, dass die jetzt ausgerechnet hier sind!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir vertagen Dein Urteil bis zur Kl├Ąrung des Missbrauchs. Du wirst Dich unverz├╝glich beim Hofarzt einfinden und Dein Rektur untersuchen lassen. Danach wirst Du bei einem der Himmelsaugen vorstellig und zwar bei Chevalier Jules Seymour de Mireault. Er wird Deine Gedanken und Erinnerungen auslesen und im Gegenzug selbstverst├Ąndlich die von Robere. Nach Kl├Ąrung des Vorfalls urteilen wir. Solltest Du die Wahrheit gesagt haben, erlassen wir Dir s├Ąmtliche Kosten, da Du durch unsere Gardisten missbraucht worden bist. Solltest Du gelogen haben, wird Dein Strafma├č dementsprechend erh├Âht. Dein Begleiter wird Dich beim Hofarzt und bei Chevalier de Mireault abliefern. Wir sprechen uns nach Deiner Untersuchung und Auslesung wieder. F├╝rs Protokoll, das Urteil von Antoine ist bis zur vollst├Ąndigen Aufkl├Ąrung des Sachverhaltes ausgesetzt. Der Gardist der Unite B - Robere ist sofort ├╝ber den vorgenannten Vorfall zu verh├Âren┬ź, befahl der Duc, ehe er sich erneut an Antoine und Gilbert wandte. ┬╗Deine Befehle sind Dir bekannt, Ihr d├╝rft Euch verabschieden┬ź, sagte der Duc.

Antoine
┬╗Hey, danke┬ź, freute Antoine sich und guckte, was Gilbert machte, um ihn imitieren zu k├Ânnen.

Gilbert Jardine
┬╗Vielen Dank Eure Majest├Ąt┬ź, sagte Gil. Gilbert verneigte sich tief, stand auf und verlie├č r├╝ckw├Ąrts den Thronsaal. Er gab Antoine ein Zeichen es ebenso zu halten und ihm zu folgen. Drau├čen vor der T├╝r wartete er auf ihn.

Antoine
Antoine ahmte Gilberts Verneigung und das R├╝ckw├Ąrtsgehen nach, auch wenn es ihm ziemliche Schmerzen bereitete. Drau├čen richtete er sich auf und strahlte ├╝ber beide Ohren. ┬╗Meinst du, das klappt? Das w├Ąr ja genial! Keine Strafzahlung und Robere kriegt sein Fett weg!┬ź Die Gardisten neben der T├╝r versteiften sich etwas. Sicherheitshalber trat Antoine ein St├╝ck weg. ┬╗Wo gehen wir als erstes hin?┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert starrte Antoine auf die Hose, als dieser r├╝ckw├Ąrts ging und musste sich ein Keuchen verkneifen. ┬╗Sag mal hast Du da drinnen nass gefurzt? Das ist doch wohl die H├Âhe!┬ź, schnaubte Gil w├╝tend.

Antoine
┬╗Nee, ich hab doch gesagt, was die mit mir gemacht haben! Das l├Ąuft jetzt alles raus, wenn ich mich bewege. Sieht man das durch die Hose? Sch├Âne Kacke.┬ź Er grinste gequ├Ąlt.

Gilbert Jardine
Gilbert atmete tief durch und nickte knapp. ┬╗Ja man sieht es, zum Gl├╝ck geht man r├╝ckw├Ąrts aus dem Thronsaal. Aber gut, dass ist ja ein Beweis. Mehr Beweis kann es nicht geben, es sei denn Du hast mit denen bewusst eine Orgie gefeiert. Komm wir m├╝ssen zum Medicus, wie der Duc befohlen hat. Bitt schw├Âre mir, dass Du nicht gelogen hast┬ź, flehte Gil und gab den Weg vor.

Antoine
┬╗Ich schw├Âr es Ihnen┬ź, erkl├Ąrte Antoine fest. ┬╗Da w├Ąr ich ja sch├Ân bl├Âd. Ich will ja die Arbeit haben. Ich hab noch nie gearbeitet! Einmal im Leben sollte man alles mal ausprobiert haben.┬ź Er grinste immer noch. Trotz der Schmerzen und der Dem├╝tigungen, die er hatte erfahren m├╝ssen, schien er guter Laune zu sein.

Gilbert Jardine
Gilbert nickte anerkennend, auch wenn Antoine es flappsig sagte, aber die Bedeutung dahinter verstand er sehr wohl. Es machte ihn traurig und froh zugleich. ┬╗Gut, naja was hei├čt gut. Leider ist es dann passiert. Gut war daran gar nichts. Da h├Ąttest Du vermutlich lieber das Geld abgearbeitet, als das mitzumachen┬ź, sagte Gil und ging Richtung Heilstube. Er hoffte das Benito anwesend war und dass der Heiler Zeit hatte. Falls nicht, dann mussten sie warten, anders ging es nicht. ┬╗Kannst Du zur Not ├╝berhaupt lange sitzen?┬ź, fragte Gil besorgt.

Antoine
┬╗Notfalls kann ich eine Weile stehen. Im Winter schlafe ich oft im Stehen, wenn es zu kalt ist zum Liegen oder zu nass und ich keinen ordentlichen Schlafplatz habe. Das geht schon. Was geschieht mit Robere, wenn die rauskriegen, dass es wahr ist?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Er wurde schon einmal f├╝r so etwas verurteilt, er ist dann ein Wiederholungst├Ąter. Vermutlich wird die Strafe dann wesentlich h├Ąrter. Damals, kam er an den Pranger, wurde ausgepeitscht und mit einem... also... so einem... Ding gebumst, so wie er sein Opfer sch├Ąndete┬ź, erkl├Ąrte Gil. ┬╗Ja im Winter schlafen wir auch manchmal im Stehen, aber nicht aus Faulheit, sondern weil manche Eins├Ątze so lange gehen und wir Bereitschaft haben. Du bist da, aber im Grunde doch nicht. Aber falls was ist, musst Du sofort da sein┬ź, grinste er schief.

Antoine
┬╗Ach, Sie schlafen im Dienst?┬ź, fragte Antoine schmunzelnd. ┬╗Dann kann ich das Wichtigste ja schon mal, im Stehen schlafen und so tun, als sei ich aufmerksam. Dass der Robere so geendet ist, das wundert mich ├╝berhaupt nicht, der war als Kind schon ein Arsch. Der hat kleine Katzen gefressen und M├Ąuse und ├╝berhaupt alles, was sich bewegt hat der einfach aufgefressen. Der war wie ein Heuschreckenschwarm, da hat bald nix mehr gelebt au├čer die Leute. V├Âgel, Tauben, Eidechsen, Fr├Âsche, auch Insekten und Spinnen. Wird er da wieder ├Âffentlich gebumst, wenn der das schon mal gemacht hat? Wieso darf so einer ├╝berhaupt noch seinen Dienst machen?┬ź Antoine war gespannt auf den Heiler. Er war noch nie bei einem Heiler gewesen.

Gilbert Jardine
┬╗Weil er wie Du eine zweite Chance erhalten hat. Jeder bekommt sie, oder fast jeder. Ein M├Ârder nat├╝rlich nicht. Ich schlafe nicht im Dienst, sondern in der Bereitschaft. Das ist kein Dienst, wird auch nicht angerechnet, jedenfalls nicht voll. Das klingt extrem seltsam, aber wenn ein Mensch Hunger hat, dann kann man mit allem rechnen. Wer wei├č, was wir essen w├╝rden? Naja oder Du schon gegessen hast oder essen musstest? Davon kann sich niemand freisprechen. Ich w├╝rde auch lieber Insekten essen bevor ich verhungere. Ich meine, was er getan hat war grausam, wenn es stimmt. Aber deshalb ist er nicht an jedem Unrecht schuld. Es sei denn, wir weisen es ihm nach┬ź, schmunzelte Gil und betrat die Heilstube. Antoine schlug ein Geruch von Kr├Ąutern und anderen Dingen entgegen die er gar nicht benennen konnte. Die Heilstube war leer. Niemand sa├č vorne und wartete.

Antoine
┬╗Jedenfalls kann ich den nicht leiden┬ź, erkl├Ąrte Antoine. ┬╗Und ich hab auch schon Katzen gegessen, wer hat das nicht, aber ich hab sie nicht gequ├Ąlt. Und Spinnen, das ist mal echt ekelhaft, niemand hat da Spinnen gegessen, obwohl es nicht viel gab. Der war wie eine Fressraupe, kaum, dass Boldi weg war.┬ź Neugierig schaute er sich in der Heilstube um.

Gilbert Jardine
┬╗Setz Dich bitte hin, wenn es geht. Wobei nein, klopf mal, oder bimmele mit der Klingel an der Theke. So wei├č ja niemand das wir hier sind┬ź, grinste Gil. ┬╗Eigentlich k├Ânnte man sich Robere im Haus halten, falls man Ungeziefer hat┬ź, fl├╝sterte Jardine.

Antoine
Antoine feixte. ┬╗Der sollte es mal als Kammerj├Ąger versuchen.┬ź Er ging zur Theke und klingelte. Dann trat er zur├╝ck und guckte unsicher. Jetzt bekam er doch etwas Angst.

Benito
Als sich Antoine kurz zu Gil umdrehte und wieder Richtung Heilstube guckte, stand der Heiler vor ihm, ohne dass er ihn kommen geh├Ârt hatte. Benito musterte ihn total ernst von oben bis unten. ┬╗Da ist nichts mehr zu machen┬ź, sagte er tonlos.

Antoine
Antoine erschrak derma├čen, dass er mit dem gesamten K├Ârper zusammenzuckte. ┬╗Wa-was? Werde ich sterben?┬ź, kreischte er fast ohne Stimme.

Benito
┬╗Das auch, aber nicht heute, hier oder jetzt. Die Hose, sie ist v├Âllig ruiniert. Der Fleck wird nie wider herausgehen. Ich rate zu einem neuen Beinkleid. So wie kann ich Dir helfen?┬ź, fragte der Heiler freundlich.

Gilbert Jardine
Gil hatte die Luft angehalten und lie├č sie nun ger├Ąuschvoll entweichen. Er wischte sich den Schwei├č von der Stirn und blinzelte Antoine verst├Ârt an.

Antoine
┬╗Bei Ainuwar┬ź, ├Ąchzte Antoine. ┬╗SIE haben Nerven! Das hab ich vorhin schon zu dem B├╝ttel gesagt, aber Sie sind ja echt noch viel ├╝bler!┬ź Sein panischer Gesichtsausdruck wurde zu einem Feixen. ┬╗Sie sollen sich meinen Hintern anschauen, meint der Duc.┬ź

Benito
┬╗Dann folge mir bitte nach hinten um Deinen Hintern zu entbl├Â├čen. Erz├Ąhl mir was passiert ist. Irgendwas reingesteckt was nicht hineingeh├Ârt? Muss es geborgen werden?┬ź, fragte der Heiler grinsend.

Antoine
┬╗Hehe┬ź, lachte Antoine und folgte dem Heiler um die Ecke. ┬╗Da wurden viele Dinge reingesteckt, die da nix drin zu suchen haben, aber ich hoffe, die h├Ąngen alle noch an ihren Besitzern.┬ź Er zog sich die besudelte Hose aus.

Benito
┬╗Vermutlich h├Ąngen sie dort nicht mehr lange, wenn das so ist. Man kann schlie├člich nicht nur H├Ąnde und K├Âpfe abhacken┬ź, gab Benito zur├╝ck. Er z├╝ndete einen eine gro├če ├ľllampe an und stellte sie neben Antoine. Als dieser schon bef├╝rchten musste, der Heiler wollte ihn abfackeln, desinfizierte er sich mit der Flamme die H├Ąnde. Er untersuchte Antoine genau, ehe er ihn reinigte und behandelte. Antoine f├╝hlte wie der Heiler ihn auch innerlich abtastete, aber dann war der Schmerz auf einmal verschwunden, ohne das er sagen konnte weshalb. Alles was zur├╝ckblieb war ein entspanntes Gef├╝hl und M├╝digkeit. Benito desinfizierte erneut seine H├Ąnde und deutete Antoine an aufzustehen. ┬╗Du wurdest gesch├Ąndet, mehrfach und das nicht gerade sanft. Du warst verletzt, eingerissen und es h├Ątte sich vermutlich noch schlimmer entz├╝ndet als es schon war. Nun ist alles in Ordnung. Du wirst Dich noch einige Tage schonen m├╝ssen, aber ich habe Dich geheilt durch Magie. Alles andere w├Ąre wohl sehr langwierig und auch schmerzvoll geworden┬ź, sagte der Heiler freundlich.

Antoine
┬╗Oh, danke┬ź, antwortete Antoine schl├Ąfrig. Er rieb sich die Augen mit der Faust. ┬╗Das ist echt nett. Hier sind alle so freundlich zu mir. Da muss man fast ein schlechtes Gewissen haben, was geklaut zu haben. Hacken Sie denen echt die Nudel ab? Das w├Ąr ja was.┬ź Er gluckste leise.

Benito
┬╗Keine Ahnung, aber glimpflich wird jemand bei so einer Tat nicht davon kommen. Davon kannst Du ausgehen. Du solltest Dir wirklich eine neue Hose geben lassen im Dienstbotenfl├╝gel. Sonst n├╝tzt die beste Heilung nichts, wenn Du verdreckt heruml├Ąufst. Stehlen muss hier niemand. Nun Du bist soweit wieder auf dem Damm und kannst los. Da Du zu mir gekommen bist, denke ich, Dich hat einer vom Hof geschickt┬ź, sagte Ben.

Antoine
┬╗Ja, der Duc war das┬ź, erkl├Ąrte Antoine und g├Ąhnte herzhaft. Er f├╝hlte sich rundum wohl. ┬╗Mann, Sie w├╝rde ich ├Âfter besuchen, wenn Sie mein Heiler w├Ąren.┬ź Er zog seine schmuddlige Hose wieder ├╝ber und ging zur├╝ck zu Gilbert. ┬╗Bin wieder fit.┬ź

Benito
Benito verabschiedete Antoine mit einem freundlichen L├Ącheln und einem Kopfsch├╝tteln. ┬╗Normalerweise sind die Leute froh, wenn sie gesund sind. Dennoch, Danke f├╝r das Kompliment┬ź, sagte er gut gelaunt und verabschiedete sich wieder in seine Heilstube.

Gilbert Jardine
Gilbert schaute sich Antoine genau an. Er ging aufrechter und nicht mehr schmerzgeplagt. ┬╗Du siehst besser aus, es scheint Dir auch besser zu gehen. Wie f├╝hlst Du Dich?

Antoine
┬╗Super, ich bin wieder gesund. Er hat mir einen Schuss Heilmagie verpasst. Aber ein bisschen m├╝de bin ich jetzt. Wie bei einem langen Sonnenbad f├╝hl ich mich gerade. Wo mussten wir noch hin?┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Wir m├╝ssen noch zu einem Himmelsauge damit er Dich ausliest. Ich hoffe das geht gut. Denk bitte kein unanst├Ąndiges Zeug, damit Du uns nicht blamierst. Ich hoffe das wirkt. Oder m├Âchtest Du Dich erstmal eine Runde ausruhen?┬ź, fragte Gil.

Antoine
┬╗Kein unanst├Ąndiges Zeug? An was soll ich denn sonst denken?┬ź Er lachte, es klang leiser als sonst. Er rieb sich wieder die Augen. ┬╗Wenn wir schon mal dabei sind, gehen wir doch gleich zu dem Himmelsauge. Ich will nicht wieder so schnell zur├╝ck in die Zelle, ich kann sp├Ąter immer noch schlafen.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ich meinte auch nicht in die Zelle, sondern dass wir uns drau├čen irgendwo hinsetzen, wo Du etwas d├Âsen kannst. Kein unanst├Ąndiges Zeug, au├čerhalb des Vorfalls. Nicht dass er uns noch rausschmei├čt, oder denkt Du hast Dir alles zusammengesponnen. Bleib mit den Gedanken bei einem Thema. Wie sows funktioniert, wei├č ich nicht. Aber beim Thema bleiben ist nie schlecht┬ź, riet Gil Antoine.

Antoine
┬╗Muss ich danach in die Zelle? Nein, ich will das hinter mir haben, lassen Sie uns bitte gleich da hin gehen. Ich denk nichts Schlimmes, versprochen. Sonst muss ich das bestimmt auch abbezahlen, den Einsatz vom Himmelsauge und dem seine blanken Nerven.┬ź

Gilbert Jardine
Gil musste bei der Vorstellung losprusten, wie der Chevalier Antoine jeden einzelnen falschen Gedanken in Rechnung stellte. ┬╗Von mir aus, gehen wir direkt durch┬ź, lachte er leise und f├╝hrte Antoine zur├╝ck in den Palast. Er selbst war noch nicht in den R├Ąumen der Himmelsaugen gewesen, also fragte er sich durch, bis er vor der Stube stand, die ihnen hier als Anlaufstelle diente. Er klopfte kurz und trat ein.

Antoine
Antoine hielt sich die ganze Zeit bei Gilbert und versuchte weder zu fliehen, noch verhielt er sich sonst auff├Ąllig, abgesehen davon, dass er ungepflegt war, zum Himmel stank, eine schmutzige Hose trug und sich sehr neugierig umschaute.

Gilbert Jardine
In der Stube war ein Schreiber anwesend der kurz aufschaute und ihnen zur Begr├╝├čung zunickte. Dann kam ihnen auch schon ein junger Mann entgegen. ┬╗Wie kann ich Euch behilflich sein?┬ź, fragte er freundlich. ┬╗Wir m├Âchten zu Chevalier Jules Seymour de Mireault. Es geht um eine Kl├Ąrung in einem Straffall. Er soll auf Anweisung des Duc, bitte diesen Mann und dessen Erinnerung auslesen┬ź, sagte Gilbert freundlich. Der Mann nickte kurz und verschwand kurz im Hinterraum, ehe er wieder zur├╝ckkam. ┬╗Der Chevalier ist gleich bei Euch. Kommt bitte mit nach hinten durch┬ź, sagte der junge Mann freundlich und brachte sie nach hinten, in eine kleine B├╝rostube. Dort deutete er auf einige St├╝hle, wo sie Platz nehmen konnten. Etwas zweifelnd schaute er die Hose von Antoine an und holte kurzerhand eine Tischdecke. ┬╗Setz Dich bitte darauf, damit die M├Âbel nicht eingesaut werden. Danke┬ź, sagte er freundlich und lie├č Gil und Antoine allein. Sie hatten ungef├Ąhr 10 Minuten zu warten, dann betrat ein hagerer, sehnig durchtrainierter Mann den Raum, dessen Gesicht noch mehr Narben zierten, als das von Gil. Und seine Narben waren nicht weniger auff├Ąllig. Er l├Ąchelte sie kurz zur Begr├╝├čung an, was ihn eher schief grinsend aussehen lie├č, durch die Narbe die quer ├╝ber seinen Mund verlief.

Jules de Mireault
┬╗Willkommen in der h├Âfischen Amtsstube der Himmelsaugen. Ich h├Ârte Ihr beide ben├Âtigt meinen Beistand? Worum geht es genau? Ich k├Ânnte Euch auch auslesen, aber zuerst m├Âchte ich berichtet bekommen worum es ging. Der Duc h├Âchstpers├Ânlich schickt Euch also┬ź, sagte Jules und setzte sich ihnen gegen├╝ber.
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Re: Der Schwarze Skorpion

#13

Beitrag von Gilbert Jardine » Di 3. Jul 2018, 17:33

(Fortsetzung)

Antoine
Etwas eingesch├╝chtert von dem Chevalier sa├č Antoine auf dem Stuhl, die Tischdecke unter seinem Hintern. ┬╗Es geht um mich. Sie sollen bitte meinen Kopf ├╝berpr├╝fen, wegen den Erinnerungen. Die Herren in Schwarz waren nicht sehr freundlich und ich hab mich ├╝ber die beschwert. Sie sollen bitte schauen, also vom Duc aus, dass ich nicht gelogen habe. Er glaubt mir nicht so richtig, glaub ich.┬ź

Khawa
Im Hintergrund machte Khawa f├╝r alle Kaffee, w├Ąhrend er leise vor sich hin sang. Er trug vorbildlichste Souvagnische Kleidung und seit seiner Nobilitierung einen kurzen Haarschnitt. Nach seinem Turban hatte er sich mit der langen Filzm├Ąhne von seinem letzten St├╝ck rakshanischem Kulturgut am Leib getrennt, ohne Jules vorzuwarnen.

Jules de Mireault
Jules lehnte sich entspannt zur├╝ck und schaute Antoine ernst an. "Welches Verbrechens hast Du die Gardisten beschuldigt? Wurdest Du schon einmal ausgelesen? Ich warne Dich vorher, rein zu Deinem Schutz. Lass locker, bleibt locker, bekomme keine Panik und wehre Dich nicht, ansonsten wird das Auslesen sehr schmerzhaft. Das wollen wir beide nicht, denn Du m├Âchtest ja Deine Aussage best├Ątigt haben. Ich werde sehen ob Du gelogen hast, Dir etwas eingebildet hast oder ob Deine Aussage den Tatsachen entspricht. Ich sehe was Du gesehen hast, ich f├╝hle was Du gef├╝hlt hast. Ich lese Deine Gedanken wie ein Buch oder erlebe sie mit. Aus dem Grund frage ich Dich vorher, was haben die Gardisten getan? Du wirst mich einfach als fremde Pr├Ąsenz in Deinen Gedanken sp├╝ren. So wie wenn Du denkst, ist da pl├Âtzlich wer anderes anwesend. Ich verspreche Dir es schmerzt nicht, solange Du Dich nicht wehrst. Also erz├Ąhl vorher etwas, danach schaust Du mir genau in die Augen, so geht es leichter. Die Augen sind das Tor zur Seele", erkl├Ąrte Jules und freute sich riesig als Khawa zu Besuch kam. Nur musste er zweimal hinschauen, da Khawa seine Haare abgeschnitten hatte.

Antoine
┬╗Also das wird dann jetzt peinlich.┬ź Antoine grinste gequ├Ąlt. ┬╗Also wie ich dem Duc schon sagte, die haben mich verpr├╝gelt und gefickt. Ich wurde noch nie ausgelesen, aber ich bin da echt drauf gespannt. Man h├Ârt immer so viel davon.┬ź

Jules de Mireault
"Dir muss nichts peinlich sein, wenn Du w├╝sstest, was wir schon alles gelesen haben und t├Ąglich lesen", antwortete Jules und schaute Antoine tief in die Augen, so als wollte er in den Augen seines Gegen├╝bers etwas ├╝berpr├╝fen. Einen winzigen Moment sp├Ąter sp├╝rte Antoine, dass er in seinem Kopf nicht mehr allein war. Er f├╝hlte wie Jules sich umschaute und f├╝r einen Moment verharrte. `Hier bin ich, entspann Dich┬┤, ├╝bermittelte er ihm mental. Antoine h├Ârte die Worte nicht wirklich, sondern sie wurden in seinem Kopf von einem fremden Bewusstsein gedacht. Und so wie das fremde Bewusstsein von Jules Nachrichten dachte, so griff es nun auch auf seine Erinnerungen zu. Antoine wurde zum Zuschauer in seinem eigenen Kopf. Beiseite geschoben, aber nicht abgeschoben. Nur konnte er nicht verhindern, was sich der Magier anschaute und wie genau. Die letzten Erinnerungen wurden aufgerufen. Der Besuch im Palast, die Flucht durch die Nacht, die Gefangennahme, das Wiedererkennen und auch die Rache f├╝r eine uralte Wunde die zwar in einem Gesicht, aber niemals auf einer Seele verheilt war. Jules schaute sich alles an, neutral, sachlich, ohne Wertung - falls er wertete, bekam Antoine davon nichts mit. Allerdings erlebte er dass, was Jules aufrief erneut. Er litt Angst und Schmerzen und nach einer gef├╝hlten Ewigkeit war er wieder im Hier und Jetzt und sp├╝rte wie sich die Pr├Ąsenz von Jules von ihm l├Âste. Das Loslassen dauerte seltsamerweise etwas l├Ąnger. So als wurden unsichtbare Tentakeln aus seinem Geist zur├╝ckgezogen. Schlagartig war er in seinem Geist wieder allein und den Hauch eines Moments f├╝hlte er sich seltsamerweise einsam, ehe er den Stuhl wieder unter seinem geschundenen Hintern sp├╝rte. "Du hast die Wahrheit gesprochen", sagte Jules und riss Antoine damit aus seinen Gedanken.

Antoine
Antoine rieb seine Stirn, auf der sich ein Film von kaltem Schwei├č abgesetzt hatte. Sein Herz h├Ąmmerte und er keuchte. Es dauerte, ehe er wieder ganz im Hier und Jetzt war, so als w├Ąre er gerade aus einem Albtraum hochgeschreckt. ┬╗Ah ... in Ordnung. Und was bedeutet das jetzt?┬ź

Jules de Mireault
"Das bedeutet, dass Du absolut die Wahrheit gesprochen hast. Alles was Du gesagt hast, ist wahr", erkl├Ąrte Jules, was Gilbert erleichtert aufatmen lie├č.

Antoine
Fragend blickte Antoine Gilbert an. ┬╗Aber das hab ich doch von Anfang an gesagt. Ich will ja bei Ihnen arbeiten. Und was machen wir jetzt? Das dem Duc sagen? Oder machen Sie das, Monsieur Mireault?┬ź

Khawa
"Chevalier de Mireault", korrigierte Khawa mit mildem Tadel und verteilte Kaffee.

Jules de Mireault
"Das mache ich und zwar umgehend. Also einen Moment Ruhe bitte", sagte Jules und ├╝bermittelte alles an den Duc. Nachdem das erledigt war, musterte er Khawa dankbar und trank in Ruhe seinen Kaffee. "Die Strafe wird h├Ąrter ausfallen als unter Bellamy. Nicht f├╝r den neuen Palaisin, denn dieser kann nichts f├╝r alte Gr├Ąul seiner Leute. Er ist neu im Amt. Aber wenn man ihm aus genau dem Grund die Strafe ├╝berl├Ąsst, rollen K├Âpfe", erkl├Ąrte Jules, kramte einen Keks aus seiner Schreibtischschublade hervor und ditschte ihn in den Kaffee.

Khawa
Antoine trank dankbar den hei├čen Kaffee. "Hm, der ist gut. Ich wusste gar nicht, dass Rakshaner Kaffee kennen. Was man nicht alles lernt hier. Wann erfahren wir, was mit den Kerlen gemacht wird?"

Jules de Mireault
"Entweder in der Urteilsverk├╝ndung oder gar nicht direkt. Denn wenn der Duc nun ├╝ber Dich urteilt, spricht er Dich frei oder schuldig oder beides. Schuldig des Diebstahls und so weiter, aber gibt Dir noch eine Chance. Robere hingegen erh├Ąlt seine eigene Verhandlung f├╝r sein Vergehen oder der Duc verurteilt ihn sofort", antwortete Jules w├Ąhrend der ein aufgeweichten Keks a├č und Khawa beobachtete, wie er im B├╝ro herumwirbelte.

Antoine
"Und die anderen, die mitgemacht haben?", bohrte Antoine hoffnungsvoll nach. "Das war ja nicht nur er alleine."

Jules de Mireault
"Die werden ebenso pro Person bestraft. Jeder wird sein Urteil erhalten, ob Mitl├Ąufer oder aktiver Mitt├Ąter. Und ich werde vermutlich jeden auslesen m├╝ssen. Sprich weshalb sie so handelten, was sie dabei empfanden, was ihr Grund war. Wollen, oder Angst vor Robere? Das macht beim Urteil schon einen gewaltigen Unterschied aus".

Antoine
"Ah, das finde ich gut! Und wann ist das? Heute?" Antoine griff nach den Keksen, die zum Ditschen gedacht waren, und a├č sie so.

Khawa
Missbilligend sch├╝ttelte Khawa etwas den Kopf.

Jules de Mireault
"Man fragt bevor man an anderer Leute Dinge geht, oder soll ich dem Duc melden, dass Du Kekse gestohlen hast?", grinste Jules und schob die Kekse r├╝ber, damit Antoine sich bedienen konnte. "Hier iss, meine G├╝te, wenn Du Hunger hast. Deine Aburteilung ist heute, so wie ich erfahren habe. Da Deine Verhandlung nur unterbrochen wurde. Die der anderen kann ich Dir nicht sagen Antoine", gab Jules zur├╝ck.

Antoine
Antoine hatte sogar gro├čen Hunger. Es war ihm nicht m├Âglich, langsam zu essen oder die Kekse einzuteilen. Er a├č sie in Windeseile, als w├Ąren sie keine Beilage, sondern eine Hauptmahlzeit und w├╝rden ihm allein geh├Âren. Hinterher leckte er sich den Finger an und tippte damit auf die Kr├╝mel, damit sie kleben blieben und er sie auch noch essen konnte. "Danke."

Jules de Mireault
Jules blinzelte in Zeitlupe und starrte dann Antoine an. "So war das zwar nicht gedacht gewesen, aber gut. Du scheinst es n├Âtig gehabt zu haben. Khawa gib ihm noch einen Kaffee, ehe er uns vom Fleisch f├Ąllt oder die Haare vom Kopf frisst", grinste Jules.

Khawa
Khawa erkannte, was da los war. Er brachte Antoine nicht nur einen weiteren Kaffee, sondern schlug einen gro├čen Berg Kekse in eine Serviette ein, deren Zipfel er verknotete. Das P├Ąckchchen stellte er Antoine hin. "Versuch, sie langsam zu essen, auch wenn es schwer ist", merkte er freundlich an.

Jules de Mireault
Jules nickte anerkennend und stupste seinen Schatz mental an. Er fand die Geste mehr als lieb, gleichg├╝ltig was andere von Khawa hielten, er hatte eine extrem herzliche und hilfsbereite Seite und dass konnte ihm niemand absprechen. Vielleicht w├╝rde das auch irgendwann Massimo einsehen, oder ihn zumindest in Ruhe lassen.

Antoine
"Tausend Dank", sagte Antoine erfreut. "Ich wusste nicht, wie freundlich man hier zu mir ist, sonst h├Ątte ich nichts geklaut. Aber ich schw├Âre es, ich mach es wieder gut."

Jules de Mireault
"Indem Du f├╝r uns alle Kekse b├Ąckst von ersten eigenen Lohn?", schlug Jules lachend vor.

Antoine
"Mach ich, versprochen. Wenn ich die Arbeit noch kriege. Ich muss noch auf das Urteil warten."

Jules de Mireault
"Die Arbeit von Deinem F├╝rsprecher wirst Du bekommen. Weshalb solltest Du ein schlechtes Urteil erhalten? Du hast die Wahrheit gesagt", gab Jules freundlich zu bedenken.

Antoine
"Na ja, es haben schon viele Leute alles m├Âgliche versprochen", druckste er herum. "Drum bin ich da vorsichtig. Ich freu mich lieber erst, wenn ich die Arbeit habe. Kommen Sie mit zum Duc, um dem das alles zu sagen?"

Jules de Mireault
"Das habe ich dem Duc gerade bereits alles gesagt, gedanklich Antoine. Ich glaube er muss es nicht zweimal h├Âren. Aber Du solltest wirklich so langsam zur├╝ckgehen. Danach solltest Du Dir neue Kleidung aush├Ąndigen lassen im Dienstbotenfl├╝gel. So kannst Du nicht weiter herumlaufen".

Antoine
"Dabei hab ich lange nicht eine so saubere Hose getragen." Antoine trank den Kaffee aus und nahm sein B├╝ndel Kekse, das er zum Abschiedsgru├č hochhob und dabei nickte. "Danke ihr beiden." Er stand auf und ging raus. Er wartete auf Gilbert, damit sie gemeinsam zur├╝ck zum Thronsaal gehen konnten.

Gilbert Jardine
Gil nickte Khawa und Jules dankbar zu. "Vielen Dank f├╝r alles, wir sehen uns", verabschiedete er sich freundlich. Zeitgleich mit der T├╝r die ins Schloss fiel, fiel Gilbert ein Stein vom Herzen. Er hatte Antoine geglaubt und sein Glaube war nicht verraten worden. Er gesellte sich zu Antoine, der das P├Ąckchen Kekse wie eine Troph├Ąe hielt und deutete ihm an, dass sie zur├╝ckgehen mussten. "Du kennst ja den Weg. Wir werden zur├╝ck zum Thronsaal gehen und dann hast Du es hoffentlich bald hinter Dir. Positiv gemeint", grinste Gil.

Antoine
"Danke noch mal f├╝r alles, Monsieur Jardine." Die Kekse an sich gepresst ging Antoine den Weg zum Thronsaal zur├╝ck. Diesmal war er es, der zu den Gardisten sagte: "Wir wollen zum Duc!"

Gilbert Jardine
Der zweite Gardist nickte, klopfte an und betrat dann den Thronsaal. Er verk├╝ndete, dass Antoine zur├╝ckgekehrt sei und erneut um eine Audienz bitten w├╝rde. Antoines Ankunft wurde schon erwartet und das teilte ihm der Gardist auch mit. "Du kannst reingehen, seine Majest├Ąt erwartet Dich", sagte der Gardist.

Antoine
Zaghaft ging Antoine herein, aber nicht ganz so ├Ąngstlich wie beim ersten Mal. Er machte alles genau so, wie Gilbert es ihm beigebracht hat, kniete sich nieder und schaute weder dem Duc noch dessen Sohn in die Augen. "Ich bin wieder da und ich bin jetzt gesund und dieser Mireault hat meinen Kopf ausgelesen. Ich hab nicht gelogen!"

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte Antoine und wartete kurz ab. "Das ist korrekt, ├╝ber den Umstand hat uns bereits Chevalier de Mirelaut informiert. Du wurdest nicht nur von einem, sondern von mehreren Gardisten gesch├Ąndet. Dein Urteil steht noch aus. Kraft unseres Amtes verurteilen wir Dich zur Wiedergutmachung des erlittenen Schadens was die gestohlene Ware, eine Kristallrose, angelangt. Wir setzen den Wert der Rose auf zweihundert Taler fest. Wir folgen dem Vorschlag des Beschuldigen und gew├Ąhren ihm die M├Âglichkeit der Abarbeitung. Ferner wirst Du dazu verurteilt, Deine Schulden im Hilfsdienst des B├╝ttels Jardine abzuarbeiten. Alle weiteren Anklagepunkte stehen hinter dem Schaden an, den Du durch die Verhaftung erdulden musstest. Zwar wurde die Verfolgung und Festnahme durch Dein Fehlverhalten hervorgerufen, nicht jedoch die weit h├Âher wiegende Straftat einer K├Ârperverletzung. Solltest Du Dich im Dienst von B├╝ttel Jardine als f├Ąhig erweisen, werden wir Dir die Schulden zugunsten Deines neuen Lebenswandels erlassen. Andernfalls ist sp├Ątestens bis zum Jahresende die Schuld des Diebstahls abzutragen. Die Einsatzkosten, Gerichtskosten und so weiter und so fort fallen der Staatskasse anheim. Wir gew├Ąhren Dir hiermit eine zweite Chance, nutze sie weise", urteilte der Duc.

Antoine
Antoines Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, die man im ersten Moment nicht deuten konnte. Es schien, als sei jeder einzelne Gesichtsmuskel aufs ├äu├čerste gespannt, die Augen waren zusammengepresst zu faltigen L├Âchern, die Mundwinkel nach hinten gezerrt. Erst nach einigen Sekunden kam er wieder zu Atem und es offenbarte sich, dass er vor Freude weinte. ┬╗Danke, das mach ich! Vielen Dank! Ich zahl die Rose ab und die Kekse auch!┬ź Er wischte sich die Tr├Ąnen mit den H├Ąnden ab, aber er weinte immer noch und schluchzte, als er r├╝ckw├Ąrts wieder in Richtung der T├╝r marschierte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nicht bezahlen, benehmen Antoine - dann ist das Bezahlen nicht n├Âtig", erinnerte der Duc freundlich.

Antoine
"Ich bezahl die Rose trotzdem", schluchzte Antoine, "und back neue Kekse." Er verschwand r├╝ckw├Ąrts zur T├╝r hinaus.

Gilbert Jardine
Gilbert hatte diesmal vor dem Thronsaal gewartet. Er wartete und endlich kam Antoine wieder heraus. Er sah verheult aus, fertig und irgendwie zeitgleich noch geschafft. Gil ging ihm entgegen und musterte ihn besorgt. "Was ist passiert? Wie ist es ausgegangen?", fragte er direkt ohne Umschweife nach.

Antoine
"Ich wurde verurteilt", keuchte Antoine. "Dazu, bei Ihnen zu arbeiten. Und wenn ich gut arbeite, werden mir die Kosten f├╝r die Rose sogar erlassen und der Rest auch. Aber ich bezahl die Rose und bring auch die Kekse dem Chevalier vorbei, versprochen! Was machen wir jetzt? Bekomme ich jetzt solche Sachen wie Sie? Und wer sagt Boldi und Robere Bescheid?"

Gilbert Jardine
"Glaube mir, die werden fr├╝h genug informiert. Entweder von einer anderen Einheit oder von den Himmelsaugen. Nein solche Sachen wie ich bekommst Du nicht, Du bekommst erstmal normale, saubere Kleidung. Dass Du bei mir arbeiten sollst, freut mich. Das hatte ich Dir ja versprochen und das es umgesetzt wurde ist sch├Ân. Du wirst Dich beweisen m├╝ssen, aber ich denke dass wirst Du auch. Schwer ist vielleicht nur die Umstellung der Sichtweise auf die Welt. Aber auch das wirst Du hinbekommen. Keiner verlangt, dass Du morgen alles kannst. Lass uns Dir ein paar neue Kleidungsst├╝cke besorgen und ein Bad t├Ąte Dir auch gut. Ich glaube dass sollten wir als erstes in Angriff nehmen. Eine Komplettreinigung, dass wird fast eine Sanierung", grinste Gil.

Antoine
"Und wo darf ich wohnen?", fragte Antoine und folgte Gilbert. "Und wie muss ich Sie jetzt ansprechen? Normal Monsieur Jardine oder auch irgendwie speziell mit ihrem Dienstrang und so?"

Gilbert Jardine
"Du nennst mich Gil, sonst wird das ein bisschen seltsam mit der Zusammenarbeit. Da ich Dich da rausgeholt habe, werde ich Dich vorerst bei mir unterbringen. Aber ich warne Dich gleich, meine Dinge bleiben auch meine Dinge. Selbst wenn ich schlafe Antoine. Gef├Ąhrde unser frische Kollegialit├Ąt und eventuelle Freundschaft nicht, indem Du lange Finger machst. Lex w├╝rde Dich daran hindern und zwischen uns w├Ąre es aus, die Vereinbarung w├╝rde enden. Ich hoffe Dir ist das bewusst und meine Warnung war nur ein unn├Âtiger Hinweis. In allen anderen Dingen warst Du schlie├člich auch ehrlich. Also bei mir wirst Du wohnen. Es ist kein Luxustempel, ehr klein, aber zum Schlafen und zum Essen reicht es allemale", sagte Gil freundlich.

Antoine
"Gil klingt gut. Du darfst Toni sagen", antwortete Antoine freundlich. "Ich klau nix, du hast mir den Kopf vom Block gezogen und mich vor Boldi gerettet. Freunde beklaut man nicht. Ich seh dich jedenfalls als Freund an, du kannst ja damit noch warten. Mir ist egal, ob das Haus klein ist, es ist ein Haus! Ich schlaf auch auf dem Fu├čboden, alles egal!" Antoine lachte vor guter Laune.

Gilbert Jardine
"Nun Leute zu retten oder zu besch├╝tzen ist mein Job und nun auch Deiner. Gut ich bin dabei, versuchen wir es als Kollegen und Freunde. Du kannst es Dir wie ein kleines Zimmer in einer Taverne vorstellen. Ein Zimmer, dass etwas unterteilt ist mit K├╝che, Schlafstelle und eine Gammelecke. Einen kleinen Keller hat es auch, dort lagere ich die Vorr├Ąte. Der Zuber und das Klo sind drau├čen", grinste Gil.

Antoine
"Ein Klo!" Antoine lachte sich scheckig dar├╝ber. "Wei├čt du, wann ich das letzte Mal auf einem KLO war? Ich nicht! Letztes Jahr irgendwann, vermutlich. Schlaf ich auf dem Fu├čboden, auf dem Sofa oder auf einem Bett? Mir ist es egal, ich will es nur wissen."

Gilbert Jardine
"Auf einer Schlafmatte so wie ich. Die rollen wir nachts aus, so haben wir tags├╝ber mehr Platz. Wir sind ja nicht immer Unterwegs, sondern haben auch mal frei. Und da ist leider nicht immer gutes Wetter, dass man drau├čen sitzen kann. Folglich wozu ein Bett ins Haus stellen? Eine Schlafmatte tut es auch und wird es im Winter doch mal sehr kalt, packe ich einen Strohsack drunter und ein Lammfell drauf. Besser geht es nicht. Na es ist ein ganz normales Plumpsklo. Ein Verschlag mit einem Holzb├Ąnkchen wo Du Dein Gesch├Ąft machst und es nach unten f├Ąllt. Nicht so wie im Palast oder bei manchen Badern. Du wirst Dich schon zu Recht finden, dass ist nicht schwer. Du sitzt beim Kacken, anstatt zu hocken, ist bequemer", lachte Gil.

Antoine
"Dann m├╝ssen wir noch eine Schlafmatte f├╝r mich besorgen. Ich brauch kein Bett, ich hab noch nie eins gebraucht. Und wie es beim Bader aussieht, wei├č ich nicht, ich war noch nie bei einem."

Gilbert Jardine
"Ich war schon einige Male dort, da gute Bader eben nicht nur Baden und so weiter, sondern auch kleinere Eingriffe machen oder Heilungen. Zum Beispiel bei Zahnschmerzen, ganz wichtig zu wissen. Und das sch├Âne an der Sache ist, sie sind meist nicht so grob und man kann sich die Behandlung leisten, ohne dass es einen fast den ganzen Monatssold raubt. Ich habe zwei Schlafmatten Antoine, manchmal hat man Besuch, wei├čt Du?", gibbelte Gil.

Antoine
"Dann brauchst du jetzt eine Dritte", antwortete Antoine grinsend. "Erstmal muss ich alle Schulden abtragen und wenn dann was ├╝brig ist, geh ich vielleicht auch mal zum Bader."

Gilbert Jardine
"Es kostet nicht viel, es sei denn Du m├Âchtest was gro├čes machen lassen. Ansonsten opfere ein zwei Taler f├╝r einen guten Haarschnitt und eine Rasur. Oder opere f├╝nf Taler und lass Dir auch die Z├Ąhne machen", schlug Gil vor.

Antoine
"Das mach ich, sobald ich das Geld habe, damit ich dich nicht so vollm├╝ffle."

Gilbert Jardine
"Du wirst heute schon baden Antoine, damit wartest Du nicht bis zum ersten Lohn, dass geht nicht. Wer wei├č was da alles noch aus Deinem Hintern sickert", gab Gil zu bedenken.

Antoine
"Aber ich hab keine zwei Taler! Es sei denn, du legst es mir aus. Oder ich bade einfach im Fluss."

Gilbert Jardine
"Du badest in meinem Zuber den Du danach wieder s├Ąuberst. Ich habe doch gesagt, er steht drau├čen neben dem Haus, neben dem Kloh├Ąuschen Antoine h├Âre mir doch zu", lachte Gil.

Antoine
Antoine grinste entschuldigend. "Ich bin so viel Sauberkeit einfach nicht gewohnt. Das mach ich."

Gilbert Jardine
"Ja Du wirst Dich dran gew├Âhnen, sp├Ątestens wenn es Dir danach besser geht. Du wirst schon sehen, dann bist Du bald wieder fit. Neue Kleidung ben├Âtigst Du vorher aber auf alle F├Ąlle. Was n├╝tzt das beste Bad, wenn Du die alten Lappen wieder anziehst? Nichts. Also auf nach Beaufort komm", sagte Gil und gab den Weg vor.

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Himmelsauge vs Leibgardist

#14

Beitrag von Boldisz├ár » Mi 11. Jul 2018, 14:36

Boldiszàr
Als Boldisz├ár an diesem Tag Feierabend machte, wusste er noch nicht, wie ungem├╝tlich dieser heute werden w├╝rde. Er kehrte gerade mit einem Klemmbrett von einer Besprechung mit den anderen Coutiliers zur├╝ck und war auf dem Weg zum Quartier seiner Einheit, wo er seine R├╝stung abgelegen, sich in den hei├čen Zuber legen und anschlie├čend gem├╝tlichere Kleidung anlegen wollte. Anschlie├čend w├╝rde er die verbleibende Stunde Freizeit, bevor es ins Bett ging, noch eine Runde mit seinen M├Ąnnern Karten spielen. Das letzte Mal hatte er verloren. So konnte das nat├╝rlich nicht stehenbleiben.

Jules de Mireault
Gerade als Boldi den Weg in Gedanken entlang flanierte, passierte es. Er sp├╝rte einen grauenvollen Schlag vor den Kopf und ein Gewicht riss in zu Boden. Im gleichen Augenblick sp├╝rte er einen ├Ąhnlichen Schlag innerhalb seines Kopfes. Eigentlich ein Unterfangen, das ├╝berhaupt nicht m├Âglich sein durfte. Gerade als der Schmerz innerlich wie ├Ąu├čerlich nachlie├č und er sich aufrappeln wollte, waren sie schon ├╝ber ihm. Die Gruppe der Unite A, hatten sich ihn geschnappt, ihn am Boden fixiert und in die Acht gelegt. Einer der M├Ąnner riss ihn an den auf den R├╝cken gefesselten Armen auf die Beine, ein weiterer packte ihn unter dem Kinn, so dass er dem Chevalier in die Augen schauen musste. ┬╗Boldiszar Du bist verhaftet, aufgrund t├Ątlichen Angriffs und sexueller Sch├Ąndung eines Gefangenen┬ź, erkl├Ąrte Jules eindringlich und starrte ihm in die Augen. Das Himmelsauge streckte seine Hand aus und Gufo kehrte auf seinen Arm zur├╝ck. Der gro├če Uhu war eine absichernde Runde geflogen, nachdem er Boldi mit Wucht umgerissen hatte. ┬╗Abf├╝hren ins Verh├Ârzimmer┬ź, befahl Jules und die Gardisten zerrten Boldi hinter Jules her.

Boldiszàr
┬╗Geht`s noch?┬ź, schnaubte Boldisz├ár. ┬╗Was soll die Schei├če!┬ź Etwas Sinnvolleres zu ├Ąu├čern war er in Anbetracht des extremen Kopfschmerzes nicht imstande. Er hatte keine Ahnung, was los war und machte sich extra schwer und schlaff, damit die Kameraden von der A es m├Âglichst schwer hatten, ihn vom Fleck zu bekommen. Seine H├Ąnde waren gefesselt, aber seine Beine waren frei. Er trat dem Mann rechts neben sich mit voller Wucht ins Knie.

Jules de Mireault
Grunzend kassierte der Kerl den Tritt und antwortete seinerseits damit, indem er die Fesseln auf Boldis R├╝cken h├Âher riss, so dass seine Schultern vor Schmerz aufgl├╝hten. Der Tritt hatte gesessen, hinkend und mit funkelndem Blick f├╝hrte der Gardist Boldi bis ins Verh├Ârzimmer des Himmelsauges. Die Kollegen der Unite A donnerten ihn fester als n├Âtig auf den Verh├Ârstuhl und schnallten ihn fest, so dass er am Ende vollfixiert war. Was das bedeutete wusste Boldi. Der Geistmagier w├╝rde ihn zur Not foltern um an die Ergebnisse zu kommen. Jules gab den M├Ąnnern ein Zeichen, dass sie sich nun zur├╝ckziehen konnten. Er stellte sich genau vor Boldi, schnappte sich ein Blatt und hielt es ihm kurz vor die Augen. ┬╗Du wurdest angeklagt einen Dir ├╝bertragenen Gefangenen misshandelt und sexuell gesch├Ąndet zu haben. Und dies in Form einer Gruppensch├Ąndung. Besonders hervorgehoben wurden Deine Gr├Ąul und die von Robere. Hast Du etwas zu der Anklage zu sagen?┬ź, hakte Jules nach und legte das Blatt beiseite, w├Ąhrend Gufo von seinem Arm h├╝pfte und auf dem Tisch Platz nahm. Der gro├če Uhu musterte Boldi aus stechenden Augen und legte seinen Kopf schief.

Boldiszàr
┬╗Antoine Davout, richtig?┬ź, ├Ąchzte Boldisz├ár, der auf die Schnelle das Blatt nicht hatte lesen k├Ânnen. ┬╗Er l├╝gt und ├╝bertreibt, er hasst mich. Schau in mein Gesicht, dann wei├čt du, wie sehr und wozu der Kerl f├Ąhig ist.┬ź Boldi machte sich nicht die M├╝he, die Fixierung auf Schw├Ąchen zu ├╝berpr├╝fen. Er wusste, dass er keine finden w├╝rde. Ihm dr├Âhnte der Sch├Ądel und seine Schultern f├╝hlten sich an, als w├Ąren sie kurzzeitig ausgekugelt gewesen.

Jules de Mireault
Jules setzte sich auf den Schreibtisch, so dass er Boldi gegen├╝bersa├č. Einen weiteren Stuhl au├čer den Verh├Ârstuhl gab es nicht, da man bei der T├Ątigkeit des Folterns stand. Zudem war um den Stuhl weitr├Ąumig Platz um mobile Wagen mit allerlei Instrument darum verteilen zu k├Ânnen, falls eine andere Form der Befragung gew├Ąhlt werden sollte. Das sich Jules also setzte und ihn vorerst nur anschaute, war ein gro├čes Zugest├Ąndnis. Er st├╝tzte sich sogar auf einer Hand ab, behielt Boldi dennoch stets im Blick. Seine Augen hatten etwas Stechendes, Fixierendes, ganz anders, als wenn man ihm sonst ins Gesicht schaute. ┬╗Ich gebe Dir die Chance, Dich zu erkl├Ąren Boldiszar. Du hast bis dato gut der Krone gedient. Was hat Dich geritten, den Gefangenen zu reiten?┬ź, fragte Jules offen.

Boldiszàr
┬╗Ich habe ihn nicht angefasst┬ź, beharrte Boldisz├ár. ┬╗Das Einzige, was ich getan habe, ist, ihm eine gr├Âbere Behandlung, als vielleicht n├Âtig gewesen w├Ąre, durch meine Einheit angedeihen zu lassen. Wenn man jemandem unerwartet gegen├╝bersteht, der einem vor Jahren so einen Schnitt verpasst hat, ist es schwer, ruhig zu bleiben. Ich w├Ąre wegen dem fast krepiert.┬ź

Jules de Mireault
Jules nickte in Zeitlupe. ┬╗Gut, Du behauptest er l├╝gt. Das gleiche behauptet der Gesch├Ądigte auch von Dir. Wenn Du die Wahrheit sagst, wirst Du Dich von mir auslesen lassen. Solange Du Dich freiwillig auslesen l├Ąsst, wirst Du keine Schmerzen haben. Ich m├Âchte sehen, was er Dir angetan hat┬ź, erkl├Ąrte Jules. ┬╗Wir haben alles was f├╝r und gegen Dich spricht gleicherma├čen zu ermitteln. Mit wir meine ich meinen Orden. Ich habe die Aufgabe ├╝bernommen, da wir hier beide der Krone dienen. Also falls Du gelogen hast, gestehe es, bevor ich es lese oder gar zwangslesen muss Boldi┬ź, sagte Jules ruhig, w├Ąhrend der Kopf von Gufo auf die andere Seite pendelte.

Boldiszàr
┬╗Einige meiner Gardisten haben ihn gesch├Ąndet┬ź, r├Ąumte Boldisz├ár widerwillig ein. ┬╗Ich habe es ihnen erlaubt. Dann lies halt nach.┬ź Boldisz├ár machte sich bereit. Es war nicht das erste Mal, das er ausgelesen wurde, jeder Leibgardist wurde das, bevor er seinen Posten bekam. Er hasste das Gef├╝hl. Dass er sich noch einmal im Detail an seine Niederlage in der Kindheit erinnern sollte, passte ihm wenig.

Jules de Mireault
┬╗Ich lese Dich gleich aus, entspanne Dich etwas. Noch sehe ich Dich als Kollegen Boldi, also koch runter, es ist nur zu Deinem Besten. Warum hast Du es ihnen erlaubt? Was beim Abgrund war los mit Dir? Ich meine Deine Abteilung ist nicht gerade daf├╝r bekannt andere mit Samthandschuhen anzufassen. Aber daf├╝r ist niemand aus der Leibgarde bekannt und dann w├Ąrt Ihr auch fehl am Platz. Aber auf Euch muss Verlass sein. Da sage ich Dir doch nichts neues Boldi! Staatsgewalt hei├čt, die Gewalt liegt in der Hand des Staates, also der Krone. Ihr seid die ausf├╝hrenden Organe. Eure Strafe mag hart sein, aber sie muss auch stets gerecht sein. Ich sehe im Wort Gerecht immer auch das Wort Recht. Aber auch eine weitere Form - Ge-r├Ącht. Wenn jemandem ein Leid zugef├╝gt wurde, dann ├╝bt Ihr im Namen der Gerechtigkeit die Rache, habt f├╝r das Opfer ge-r├Ącht. Aber Ihr seid keine T├Ąter. Ich habe mitbekommen, wie Du Robere und vorher Bellamy die Schande erspart hast, bespuckt, beschimpft und beworfen zu werden. Du bist kein Arschloch Boldi, Du bist ein harter Hund, aber Du bist kein Drecksack. Also sage mir was los war, warum Du so ins Klo gegriffen hast. Ich werde Dich auslesen und ich werde Dich foltern, wenn ich das muss Boldi. Aber gerne tue ich das ganz sicher nicht. Drum rede doch einfach┬ź, sagte Jules.

Boldiszàr
Boldisz├ár nahm sich Zeit, ehe er antwortete, um ein wenig runterzufahren. Sein K├Ârper wie auch sein Geist waren darauf trainiert, in solchen Situationen in h├Âchster Alarmbereitschaft zu sein, um sofort effektiv handeln zu k├Ânnen. Es war nicht einfach, sich nun genau zum Gegenteil zu zwingen, nichts zu tun, als zu reden und das auch noch in der gegenteiligen Position wie sonst. ┬╗Was genau willst du h├Âren? Robby, ich und Antoine waren im selben Waisenhaus, Saint Aumery, falls dir das Drecksloch was sagt. Antoine war schon damals ein Dieb und hat gern gepr├╝gelt, nicht nur mit den F├Ąusten. Er hat mir ein Messer ins Gesicht gerammt und durchgezogen. Ohne Robbys Hilfe w├Ąre ich tot. Als ich den Kerl wiedersah und auch noch im Palast auf Diebestour, sind die Pferde mit mir durchgegangen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Ich fasse Dich an und lese Deine Wunden und Gef├╝hle aus, beruhige Dich, sonst wird das verf├Ąlscht und das n├╝tzt Dir nichts. Du hast rot gesehen, als Du Deinen alten Peiniger unerwartet gegen├╝ber gestanden hast korrekt?┬ź, fragte Jules schloss die Augen zu schmale Schlitze und zog sich einen Handschuh aus. Mit zwei Fingern fuhr er Boldis Narbe ganz langsam entlang. Er war zu seinem Gefangenen nicht grob, auch nicht z├Ąrtlich, sondern die Geste f├╝hlte sich mitf├╝hlend und warm an, w├Ąhrend Jules die Narbe ergr├╝ndete. Boldi f├╝hlte, dass von Jules f├╝r ihn nichts B├Âses ausging, solange er ihn dazu nicht zwang.

Boldiszàr
Dass Jules die Narbe anfasst, war unangenehm, denn Boldisz├ár hasste sein Aussehen. Er hasste es, wenn sein Gegen├╝ber ihm auf die Narbe starrte anstatt ihm in die Augen zu sehen und die meisten Menschen taten genau das, wenn er keinen Helm trug. Die Einzigen, die derma├čen an den Anblick gew├Âhnt waren, dass sie die Narbe nicht mehr beachteten und nicht nur so taten, waren die Leibgardisten. Die Ber├╝hrung war zwar nicht grob, aber f├╝r Boldisz├ár dennoch unsch├Ân, da es dabei um sehr pers├Ânliche Erlebnisse ging. Widerwillig lie├č Boldisz├ár zu, dass der Mann in seinen Geist eindrang. Jules sah, wie Antoine dem zw├Âlfj├Ąhrigen Boldisz├ár ein Holzmesser in den Mund rammte und dann zur Seite wegriss. Er sp├╝rte, wie hundeelend es dem Jungen in den Wochen danach gegangen war und dass es den Tatsachen entsprach, dass er nicht nur fast an einer Wundinfektion gestorben w├Ąre, sondern ihn die M├Ânche des Waisenhauses auch fast hatten verhungern lassen und ihm auch ansonsten nicht weiter halfen. Der Einzige, der ihm half, war Robere, der ihm selbstgejagte Haustiere brachte, die er roh an ihn verf├╝tterte. ┬╗Willst du noch was wissen┬ź, zischte Boldisz├ár geq├Ąlt, um sich selbst ein St├╝ck zur├╝ck in die Wirklichkeit zu holen. ┬╗Ja, ich habe Rot gesehen und jetzt wei├čt du, warum.┬ź

Jules de Mireault
Die Verbindung zu Jules brach ab und der Magier legte ihm eine Hand auf den Kopf. ┬╗Du bist f├╝r mich nicht Deine Narbe Boldi, sondern Deine Narbe rettet Dir gerade Deinen Hals. Jedenfalls gehe ich davon aus. H├Âre zu, ich erkl├Ąre Dir etwas. Es gibt Dinge, die verstehen die meisten Menschen nicht. Dinge die Magie betreffen. Warum ich Dir das erz├Ąhle? Weil es Dich und Deinen Hals betrifft. Die meisten denken, wir lesen eine Person aus un schon wissen wir die Wahrheit. Tatsache ist, genau das ist nicht der Fall. Es stimmt nicht. Wenn f├╝nf Personen das selbe beobachten und ich lese diese f├╝nf Personen aus, dann sehe und sp├╝re ich genau dass, was diese f├╝nf Personen einzeln wahrgenommen haben. Der erste hatte soviel Angst, dass er die T├Ąter kaum beschreiben kann. Seine Angst ├╝berlagert alles. Der zweite erinnert sich an jedes Barthaar, an jeden Knopf, so genau ist seine Erinnerung, getrieben von einer perversen Schaulust. Der dritte Zeuge stand zwar dabei, hat aber f├╝r sich nur nach einem schnellen Fluchtweg gesucht, was logisch und nicht verwerflich ist bei einem Zivilisten. Was ich Dir damit sagen m├Âchte ist folgendes, weder Antoine noch Du haben gelogen. Deine Erinnerungen stimmen mit dem Gesagten ├╝berein. Das Antoine gesch├Ąndet wurde und Du das zugelassen hast, dass muss und wird bestraft werden Boldi. Dar├╝ber sind wir uns beide einig oder? Aber warum Du es zugelassen hast, mit diesem Hintergrund, dass kann ich nachvollziehen. Du hast es nicht bewusst entschieden, sondern die Situation hat es f├╝r sich entschieden. Du selbst hast ja nicht einmal Rache ge├╝bt, es war kein bewusstes Wegschauen. Ihr beide wart Kinder und ihr beide wart Opfer der Umst├Ąnde. Ihr wurdet zu dem gemacht, was Ihr wart und heute seid. Die Summe Eurer Erfahrungen, dass geht jedem Menschen so. Nur waren Deine Erfahrungen, grausam und Antoine hat sein Fett weg bekommen nach all den Jahren. Boldi h├Ąttest Du ihm eine verpasst, w├Ąrt Ihr quitt. Aber Du hast die Einheit mit reingezogen. Gestehe genau dass, was ich gelesen habe, ich werde f├╝r Dich sprechen und es best├Ątigen. Ich l├╝ge f├╝r niemanden Boldi, aber da gibt es auch nichts zu l├╝gen. Ich werde dem Duc erkl├Ąren was ich sah und f├╝hlte. Deine kompletten Erinnerung. Es war kein Sadismus der Dich trieb, sondern blinde Rache. Kapierst Du was ich Dir sagen m├Âchte?┬ź, fragte Jules.

Boldiszàr
┬╗Ja┬ź, murrte Boldisz├ár. ┬╗Ich gestehe. Ich habe meiner Einheit erlaubt, f├╝r mich Rache zu ├╝ben. Das war Mist, weil sie nun auch Dreck am Stecken haben. Ich h├Ątte es, wenn ├╝berhaupt, dann selbst tun sollen. Ich gestehe und bereue, auch wenn sich mein Mitleid in Grenzen h├Ąlt. Trotzdem war es falsch.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Keiner verlangt von Dir Mitleid zu empfinden, ich jedenfalls nicht. Dass w├Ąre an den Haaren herbeigezogen. Du h├Ąttest dem Kerl drau├čen einfach allein richtig auf die Schnauze hauen sollen. Und damit w├Ąre die Sache gekl├Ąrt gewesen Boldi. Aber das war wirklich gro├če Schei├če, die Du da verzapft hast. Vor allem f├╝r Robere. Das einzige was Du bereust, ist dass Du einen Fehler in Deinem Amt gemacht hast. Du warst nicht proffessionell. Niemand ist das immer, aber dann zieh andere da nicht mit rein. Es war ein Ding zwischen Dir, Robere und Antoine Boldi. M├Âchtest Du noch etwas dazu sagen, was die Strafe mildern k├Ânnte?┬ź, hakte Jules nach.

Boldiszàr
┬╗Ja, das w├Ąre besser gewesen, aber ich war derma├čen w├╝tend, ich wollte ihn am liebsten auf der Stelle tot sehen. Ich krieg jetzt schon wieder Puls, wenn ich nur an seine Fresse denke. Ich wei├č nicht, was mildernd sein k├Ânnte, ohne dass ich eine Arie zusammenl├╝ge. Hilf mir auf die Spr├╝nge und stell mir bitte eine Frage.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Er hat Dich mit seiner dreisten Art zu behaupten sich nur den Palast ansehen zu wollen doch provoziert oder? Also mich h├Ątte so eine Art provoziert. Dann musstet Ihr noch durch die Nacht und die ganze Gegend rennen, anstatt dass er gleich klein beigegeben h├Ątte. Das hat das Ganze nicht besser gemacht. Sondern so hat er die Situation immer weiter aufgeschaukelt. So war es doch richtig?┬ź, grinste Jules schr├Ąg.

Boldiszàr
┬╗Ja, so war das. Er hat uns gezielt provoziert, obwohl wir ihn am Anfang wirklich h├Âflich behandelt haben, man will ja keinen schlechten Eindruck machen bei den G├Ąsten am Hof. Er hat uns die halbe Nacht durch die Stadt laufen lassen und Unit├Ę C musste Vertretung f├╝r uns schieben. Das ging drunter und dr├╝ber, die Sicherheit des Ducs musste gew├Ąhrleistet und gleichzeitig dieser dreiste Kriminelle gejagt werden. Nat├╝rlich ger├Ąt man dabei in Stress. Er hat au├čerdem meine M├Ąnner gef├Ąhrdet, indem sie wegen ihm auf marode Eisenleitern klettern und ├╝ber ungesicherte D├Ącher laufen mussten.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Er hat Euch verh├Âhnt und wollte Euch an der Nase herumf├╝hren um dann vor seinen Diebeskollegen zu prahlen. Und wie h├Ątte die k├Ânigliche Leibgarde dann da gestanden? Wenn jeder dahergelaufene Strolch einfach in den Palast marschieren kann ohne Konsequenzen. So war es doch oder? Und als nach all dem, die durchjagte Nacht, die Hetze, die Sorge um den Duc, die Kollegen, die eigene Sicherheit, als ihr ihn dann endlich hattet, dann hast Du auch noch erkannt, das es Dein alter Widersacher war und da hat bei Dir alles ausgesetzt. Das habe ich mir doch so richtig gemerkt ja?┬ź, fragte Jules.

Boldiszàr
┬╗Richtig.┬ź Boldisz├ár nickte dankbar. ┬╗So hat es sich zugetragen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Gut dann gebe ich es genau so weiter┬ź, erkl├Ąrte Jules, setzte sich an den Schreibtisch und schrieb es fein s├Ąuberlich genauso auf. ┬╗Wo ist Robere Boldi?┬ź, fragte Jules beim Schreiben.

Boldiszàr
┬╗Na im Mannschaftsquartier, nehme ich an. Um die Uhrzeit finden sich alle dort ein.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Nein er wurde einige Zeit nicht mehr am Hofe gesehen Boldi┬ź, erkl├Ąrte Jules und schaute ihn dann ernst an. ┬╗Hat er Urlaub?┬ź

Boldiszàr
┬╗Nein┬ź, erwiderte Boldisz├ár verwirrt.

Jules de Mireault
┬╗Darum muss ich mir dann sp├Ąter Gedanken machen, jetzt geht es erstmal um Dich. Kommst Du freiwillig mit, oder muss ich die A┬┤er herbestellen Boldi?┬ź, fragte Jules freundlich, w├Ąhrend Gufo auf seine Schulter h├╝pfte und sich die gewaltigen, messerscharfen Klauen putzte.

Boldiszàr
┬╗Das ist nicht n├Âtig.┬ź Boldisz├ár ├╝berlegte, wo Robere abgeblieben sein k├Ânnte, aber ihm fiel nichts ein, da der eigentlich sehr auf seine Einheit fixiert war. Es sei denn, die anderen machten auch einen Ausflug in die Stadt.

Jules de Mireault
Jules befreite Boldi von seinen Fesseln und legte ihm eine Hand auf die Schulter. ┬╗Komm mit, sei friedlich, gestehe und preise den Herrn, dass Du ein mildes Urteil bekommst┬ź, schmunzelte Jules und klemmte sich sein Klemmbrett unter den Arm, w├Ąhrend Gufo Boldi be├Ąugte.

Boldiszàr
Boldiszàr erhob sich, bewegte seine schmerzenden Schultern und lockerte seine abgeschnürten Arme und Beine kurz, ehe er Jules folgte.

Jules de Mireault
Jules f├╝hrte Boldizar zur Amtsstube des Duc und deutete ihm an, sich kurz zu setzen. Er ging alleine hinein, gab den Bericht ab und erl├Ąuterte, was er gelesen hatte. Es dauerte eine Weile, die Boldi vor der Amtsstube sitzen bleiben musste. Weg konnte er nicht, da die Gardisten an der T├╝r ihn im Auge behielten. Dann endlich kam Jules zur├╝ck und deutete Boldi an, einzutreten. ┬╗Du wirst erwartet┬ź, sagte er leise.

Boldiszàr
Boldisz├ár hatte die ganze Zeit ├╝ber ruhig auf seinem Stuhl gewartet. Nun erhob er sich und trat mit einem flauen Gef├╝hl im Magen ein. ┬╗Majest├Ąt.┬ź Er verneigte sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte Boldi und deutete ihm an n├Ąherzutreten und sich zu setzen. ┬╗Wir haben Deine Aussage bez├╝glich des Gesch├Ądigten Antoine gelesen. Antoine hat seine Chance diesbez├╝glich erhalten. Er hat einen Diebstahl begangen, er hat gestanden, er gelobte Besserung. Was gelobst Du?┬ź, fragte Max und legte den Bericht von Jules zur Seite.

Boldiszàr
┬╗Besserung. Ich bitte um Verzeihung, Majest├Ąt. Ich war sehr w├╝tend. K├╝nftig werde ich meine Einheit aus meinen privaten Angelegenheiten heraushalten, aber das ist manchmal schwierig, wenn Privatleben und Beruf sich vermischen. Genau das geschah, als Antoine aufkreuzte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max lehnte sich in seinem gewaltigen Sessel zur├╝ck und schaute Boldi an. ┬╗Ihr beiden seit quitt, Patt, hast Du das verstanden Boldiszar? Antoine hat von mir eine zweite Chance bekommen. Er ist ein Kleinkrimineller, der genau jenen Pfad verlassen m├Âchte. Wir haben es ihm gew├Ąhrt, da er seine Strafe abarbeiten wird. Er zeigte Reue und Einsicht und er wurde jemandem unterstellt um ein n├╝tzliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. K├Ânnen wir davon ausgehen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher Deinerseits war Boldiszar?┬ź, fragte der Duc.

Boldiszàr
┬╗Ja, Herr┬ź, antwortete Boldisz├ár. Er hoffte innerlich, dass Antoine ein fettes Trauma erlitten hatte, das ihm f├╝r die n├Ąchsten Jahre den Schlaf zur H├Âlle machen w├╝rde.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du hast mir eine Ewigkeit treu gedient. Du hast Deinen Job erledigt, Du hast uns und die unseren besch├╝tzt. Letztendlich bist Du ├╝ber die Identit├Ąt des Diebes gestolpert Boldiszar. Aber mit dem Hintergrund und der Bedeutung dessen, dass Du daran fast gestorben w├Ąrst und Du Dich nicht pers├Ânlich an der Bestrafung beteiligt hast, werden wir jetzt genau ein einziges mal das tun, was Du getan hast - wegschauen. Sch├Ânen Tag Coutilier Unite┬┤B┬ź, erkl├Ąrte Maximilien und zerriss den Bericht.

Boldiszàr
┬╗Danke, Majest├Ąt┬ź, keuchte Boldisz├ár erleichtert. ┬╗Ihr werdet es nicht bereuen und ich werde Euch so zuverl├Ąssig dienen, wie Ihr es von mir gewohnt seid. Meine M├Ąnner haben keine Strafe zu bef├╝rchten?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Coutilier, ich wei├č nicht wovon Ihr sprecht, nun geht endlich┬ź, sagte Maximilien und widmete sich wieder seinen Unterlagen.

Boldiszàr
Das war eindeutig, Boldisz├ár verlie├č schleunigst die Amtsstube und schaute, ob er Jules noch irgendwo sah.

Jules de Mireault
Jules wartete vor der privaten Amtsstube des Duc und schaute Boldi abwartend an, als dieser die Stube verlie├č. ┬╗Gehen wir ein St├╝ck?┬ź, bot er an. Die Aburteilung schien glimpflich verlaufen zu sein, ansonsten w├Ąre Boliszar nicht herausgekommen, sondern die Gardisten w├Ąren hineinbestellt worden.

Boldisz├ár ÔÇó Gestern, 21:46
┬╗Ja┬ź, antwortete Boldisz├ár und wischte sich Schwei├č von der Stirn. ┬╗Du hast was gut bei mir. Und du wei├čt, das ist mehr als eine Floskel, wenn ich das sage.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Das wei├č ich, also wie ist es gelaufen. Garten j├Ąhten f├╝r die n├Ąchsten drei Wochen? Flugst├Ąnde der Himmelsaugen ausmisten? Was? Erz├Ąhl schon┬ź, schmunzelte Jules.

Boldiszàr
┬╗Er hat den Bericht zerrissen. Keine Ahnung, womit ich das verdient habe. Ich habe mir schon Gedanken gemacht, welcher unf├Ąhige Depp jetzt mein Nachfolger wird und meine Einheit ruiniert.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Der Duc ist kein Unmensch. Jemanden etwas aus Bosheit antun ist das eine. Aber wenn es eine Vorgeschichte hat und zwar so eine wie Deine, dann sollte man sich auch zumindest erw├Ąhnen. Du hast den Kerl ja nicht ohne Grund den W├Âlfen ├╝berlassen, auch wenn die Aktion beschissen war, sie hatte einen Grund. Berufsm├Ą├čig war die Aktion voll daneben, Vergangenheitstechnisch hat er die Abreibung verdient. Zudem war er ja nicht hier um uns Gutes zu tun, Du bist jeden Tag genau deshalb hier, lebst hier, malochst hier. Das erkennt der Duc an. Du bist einer von uns, und wenn ein Krimineller seine Chance bekommt, weil er es schwer hatte. Dann Du auch. Nur dass muss der Duc wissen, sonst s├Ąhe die Strafe ganz anders aus. Du kannst mir ein Bier ausgeben, darauf h├Ątte ich Lust┬ź, grinste Jules.

Boldiszàr
Boldisz├ár grinste mit der gesunden Seite, die andere konnte das nicht. ┬╗Gehen wir zum Markt, da haben sie Fressbuden. Ja, der Kerl ist auch noch in meinem Zust├Ąndigkeitsbereich rumgeschlichen, da platzt einem doch der Kragen! Du wei├čt jetzt, woher ich meine Narbe habe, zumindest die auff├Ąlligste. Woher hast du deine? Ich hoffe, die Geschichte ist spannender als meine.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Welche denn genau?┬ź, lachte Jules, ┬╗Ist ja nicht so, dass ich nur eine h├Ątte. Was zu Essen ist eine prima Idee, da sage ich nicht nein. Die meisten Narben habe ich mir bei meiner Arbeit zugezogen Boldi, aber ich denke Du meinst die im Gesicht. Rakshaner, vor langer Zeit. Einmal fast ein Auge verloren und einmal eins quer ├╝bers Maul bekommen. Lehrgeld, mit dem Gesicht schneller wegzuzucken, als der Gegner zuschl├Ągt und Knochenwaffen nicht in der Reichweite zu untersch├Ątzen. Ich war auch mal jung. Worauf hast Du Hunger?┬ź.

Boldiszàr
┬╗Die haben da ├╝berbackene Brote, mit Pilzen und K├Ąse, ganz frisch aus dem Steinofen, die sind richtig gut. Es gibt sie auch mit anderem Belag, aber die finde ich am besten. Mit Rakshanern brauche ich mich zum Gl├╝ck nicht herum├Ąrgern, einer der Vorteile, wenn man bei der Leibgarde ist. Es sei denn, der Duc bekommt Lust, die Nordgrenze zu inspizieren.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Ehrliche Ansage unter uns beiden? Der Duc wird niemals wieder irgendwelche Grenzen inspizieren, jedenfalls nicht von der anderen Seite. Der hat wie wir alle, die Schnauze davon voll. Er war einmal in der Fremde und das hat ihm gereicht. Sind wir ehrlich, er war dort f├╝r einen guten Zweck. Nicht mal f├╝r sich selbst, sondern f├╝r andere. Aber was hat es gebracht? Letztendlich den Almanen aus der Hohen Mark endlich einen Herrscher, der sich ihrer auch annimmt und sie besch├╝tzt. Aber das h├Ątte er auch hier gekonnt. Ich h├Ątte nicht gedacht, dass gerade der F├╝rst aus Alkena so vern├╝nftig ist. Aber man t├Ąuscht sich und das haben wir alle. Vielleicht t├Ąuschen wir uns auch in den Zwergen die die Tage ├╝ber hier sind. Vielleicht haben auch sie dazugelernt. W├╝nschenswert w├Ąre es. Aber nochmal in die Fremde? Der Duc, wir, ├╝berhaupt einer vom Hof? Ich glaube da winken alle gemeinschaftlich ab Boldi, ganz ehrlich. Allen voran Massimo. Du h├Ąttest mental mal seine Schimpftiraden h├Âren m├╝ssen. Also unterhaltsam war es allein durch den L├Ąuterer. Aber es ging um eine ernste Sache, gleichg├╝ltig wie sehr uns der Comte den Aufenthalt durch seine Knurrerei vers├╝├čt hat┬ź, lachte sich Jules sich kringelig.

Boldiszàr
┬╗Der neue Palaisin hat bisher noch nicht mit den Coutiliers gesprochen. Vielleicht war ich draum auch so gereizt, ich schmei├če gerade f├╝r Belly die Vertretung, was die Leibgarde anbelangt. Ich mach das gerne, aber das ist ein Haufen Mehrarbeit und sich mit den anderen Coutiliers zu einigen ... kann mir Entspannenderes vorstellen. Da bin ich ja beruhigt, dass der Duc keine Lust hat zu reisen, ich n├Ąmlich auch nicht. Was machst du in deiner Freizeit ├╝berhaupt so, man sieht dich nie in Gesellschaft, von Khawa abgesehen.┬ź

Jules de Mireault
Jules ├╝berlegte was er sonst so tat. Eigentlich nichts gro├č, au├čer zu trainieren. ┬╗Also wenn ich ehrlich bin, tue ich nichts besonders gro├čes. Ich trainiere in meiner Freizeit. Mit Gufo, mit dem Schwert und anderen Waffen, ich trainiere Magie und die Kombination damit von Waffen, den Kampf gemeinsam mit Gufo. Eigentlich war Gufo bis zu Khawas Auftauchen in meinem Leben meine andere H├Ąlfte. Zwar k├Ânnen wir einiges, was normal Sterblichen verwehrt bleibt, aber deshalb ist mein Leben nicht gerade interessanter, als das anderer. Ich glaube die meisten wirklich spannenden Erinnerungen die ich habe, habe ich eh von anderen ausgelesen. Ich habe fast den gleichen Beruf wie Du. Wir sorgen f├╝r Recht und Ordnung und mein Beruf war und ist immer noch mein Leben. Nur geh├Ârt Khawa jetzt mit dazu. Wie es w├Ąre sich richtig niederzulassen, ein eigenes Heim zu gr├╝nden, ein Haus zu kaufen, kann ich Dir nicht sagen. Das alles hatte ich nie, ich habe es auch nie vermisst Boldi. Ich habe meinen gefiederten Freund, meinen Orden und meine Magie. Ich war immer rundum gl├╝cklich und zufrieden mit dem was ich hatte. Ich habe keine gro├čen Anspr├╝che, was das anbelangt. Gegen ein bisschen Spa├č im Leben habe ich auch nichts und dass ich ausgerechnet mal mit einem Rakshaner zusammenkommen werde, damit habe ich nicht gerechnt. Niemals um ehrlich zu sein. Aber wir werden heiraten und wir werden uns ein Haus anschaffen und ich habe davor sogar etwas Angst, dass gestehe ich. Aber ich freue mich auch drauf. Ein Zuhause das uns geh├Ârt, wohin ich nach dem Dienst zur├╝ckkehren kann. Was eigenes. Wie sieht es bei Dir aus?┬ź, fragte Jules.

Boldiszàr
┬╗Mit Freizeit? Abends bleibt f├╝r mich eine Stunde, da lohnt es sich kaum, noch mal rauszugehen. Die verbringe ich meist mit meiner Einheit, wir zocken eine Runde Karten oder sitzen im Palastgarten herum, dann geht es ins Bett. Den Urlaub versuche ich so zu legen, dass wenigstens ein Teil davon mit dem von Robby zusammenf├Ąllt. Wir gehen dann gern angeln oder h├Ąngen einfach faul rum, irgendwas, wo man sich mal nicht viel bewegen muss. Abends gehen wir manchmal noch tanzen. Das hei├čt, Robby tanzt und ich stehe rum und trinke ein Bier. Ein eigenes Haus macht nur Arbeit und nagelt einen fest, lass das besser. Nehmt euch eine Mietwohnung. Dass du mit Khawa zusammenbist, habe ich erst f├╝r einen Scherz gehalten. Ich habe das erst geglaubt, als ich euch das erste Mal turteln gesehen habe. Gibt es da nicht dauernd Zoff? Ihr seid doch v├Âllig unterschiedlich aufgewachsen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Oh ja, den gab es. Und so sind wir auch zusammengekommen. Ich dachte dieser verfluchte Wilde, will mich an den Rand des Wahnsinns treiben. Wollte er auch, aber auf ganz andere Art und zwar im Bett und da ist das gar nicht unangenehm, mal den Verstand zu verlieren. Aber Gefrotzel beiseite, komischerweise l├Ąuft es gut bei uns. Er hat mich ge├Ąrgert, da er mich angemacht hat und ich hatte es erst gar nicht begriffen. In solchen Dingen bin ich nicht gerade ein Schnellmerker. So schr├Ąg Khawa manchmal ist, so herzensgut ist er auch. Aus meinem Mund klingt das vielleicht seltsam, so viele wie ich von ihnen schon erschlug. Aber ich erschlug auch Einzelpersonen, so wie sie nicht einfach Souvagner erschlugen, sondern Bauer Delarveux oder Delaroch. Aber um einen Feind zu besiegen, muss er eine gesichtslose Masse bleiben. Man darf nicht z├Âgern. Z├Âgern hei├čt sterben. In der Liebe ist das anders. In dem Moment sieht man den anderen klar. Keinen Feind, keinen Rakshaner, Khawa. Auch wenn Massimo behauptet, ich sollte genau dass lassen. Er wei├č es eigentlich besser. Aber er m├Âchte es nicht mehr wissen. Ich denke er sieht es, aber Fakt ist, seine alte Flamme ist tot. Nun ist er verheiratet und ich hoffe er liebt seine Frau oder mag sie wenigstens. Jedenfalls macht es auf mich den Eindruck. Sie erwarten ein Kind und ich denke deshalb hat sich Massimo etwas gegen├╝ber Khawa zur├╝ckgenommen, wobei die beiden sich vor dem Thronsaal gestritten hatten. Zur├╝ckgenommen in Massimos Form, er hat meinen Kerl ins Kreuz geboxt┬ź, st├Âhnte Jules.

Boldiszàr
Boldisz├ár grinste. ┬╗H├Ârt sich nach einer gl├╝cklichen Beziehung an. Alles Gute f├╝r die Hochzeit, sag ich schon mal. Habt ihr Kinder geplant, mit einer Leihmutter oder so?┬ź

Jules de Mireault
Jules sch├╝ttelte grinsend den Kopf. ┬╗F├╝r solche Planungen w├Ąre wohl er Khawa zust├Ąndig. Er hat ja auch mich klargemacht und nicht ich ihn. Daher, ich wei├č es nicht ob er an sowas gedacht hat. Ich m├╝sste ihn fragen. Ich genie├če einfach die gute Zeit die ich mit ihm habe, liebe ihn und f├╝hle mich geliebt. Und selbst? Einen festen Partner? Oder einen in Aussicht? Du bist nicht mit Robere zusammen oder?┬ź, fragte Jules.

Boldiszàr
┬╗Komisch dass das alle fragen. Nimmt man das an oder ist das nur dein Eindruck? Wir sind beides Waisen. Robby ist mein Wahlbruder und ich seiner, wir sind gegenseitig das einzige St├╝ck Familie, das wir haben. Du hast ja gesehen, dass er mich von Mund zu Mund gef├╝ttert hat, trotz der ekelhaften eitrigen Wunde, die andere nicht mal anfassen w├╝rden. Ich w├╝rde mein Leben f├╝r ihn geben. Klar, er kann ein Arsch sein, ach was sag ich, er ist ein Arsch. Aber als ich fast verreckt w├Ąre, war er der Einzige, der da war und mir half. Ich sage es mal so: Wir m├Âgen uns viel zu sehr, um zusammen zu sein. Das w├╝rde nur alles kaputt machen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Da ist was dran. Entweder w├╝rde es alles zerst├Âren oder es w├Ąre die Beziehung schlechthin. Bei mir und Khawa wurde es letzteres. Aber ich glaube, dass ist es bei Euch gar nicht. Wie Du schon richtig sagst, Ihr seid Br├╝der und keine Gef├Ąhrten. Und dass ist der Unterschied. Nein nicht jeder nimmt automatisch an, dass Ihr ein Paar seid. Was man sieht ist, dass Ihr Euch unheimlich nah seid, dass sieht man Boldi. Aber jeder ben├Âtigt jemanden, dem er nahe sein kann. Ohne Freunde geht es nicht und es muss auch kein Mensch sein, der Dein bester Freund ist. Meiner ist Gufo, auch wenn das f├╝r andere schr├Ąg oder unverst├Ąndlich klingt┬ź, erkl├Ąrte Jules.

Boldiszàr
┬╗Das klingt wirklich schr├Ąg. Was kann einem ein Uhu geben, was ein Mensch nicht k├Ânnte? Ich glaub, Robby ist abgesehen davon ohnehin nicht f├╝r was Festes gemacht. Die meisten hauen fluchtartig ab, nachdem sie ihn n├Ąher kennenlernen durften. Eigentlich alle bis auf dieser Diener, aber der hat sie auch nicht mehr alle.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Alles gibt er, nur er spricht halt nicht. Nicht mit Worten. Wenn ich traurig bin, tr├Âstet er mich. Wenn ich gut drauf bin, freut er sich mit. Er scherzt, er lacht, er ist traurig, wie jedes andere Gesch├Âpf auch. Und wir wissen, dass sie eine Seele haben, denn unsere Seelen sind verbunden, wenn wir gemeinsam arbeiten. Unsere Gedanken sind oft Worte in unserer Sprache, er denkt in Bildern. Wir sind Freunde, ein Team und f├╝reinander da. Egal in welcher Situation. Das sind die meisten Menschen nicht, leider. Tja vielleicht mag es Robere auch nicht so eng und l├Ąsst das die anderen sp├╝ren. Vielleicht ist er gerne f├╝r sich┬ź, antwortete Jules.

Boldiszàr
┬╗Im Gegengenteil, er hasst es, allein zu sein. Aber er ist halt lieber mit seinen Kameraden unterwegs. Er hat kein anderes Leben, er kriegt richtig Panik, wenn er Urlaub hat. Drum lass ich ihn nie allein Urlaub haben, sondern immer einen dazu. Aber was k├Ârperliche N├Ąhe anbelangt, ist er unwahrscheinlich grob. Der haut einem eine runter, wenn er gute Laune hat und feixt dabei. Rempelt, schubst, boxt, zieht einem den Stuhl weg, wenn man sich grad hinsetzen will, so dass man sich fast den Stei├č bricht. Das meint der gut, das sind f├╝r den kameradschaftliche Neckereien! Wenn der einen scharf findet, ist es noch schlimmer. Aber er ist als Kamerad absolut zuverl├Ąssig. Drum wundert es mich so, dass er jetzt einfach verschwunden ist. Wo hast du deinen Gufo eigentlich her, hast du den gro├čgezogen oder schon erwachsen bekommen?┬ź

Jules de Mireault
┬╗Gufo habe ich gro├čgezogen. Jedes Himmelsauge zieht seinen Kameraden gro├č. Also die meisten. Es kann auch sein, dass Du einen verliehen bekommst oder sogar erbst. Aber Gufo bekam ich als Daunenball und habe ihn gro├čgezogen. Das festigt die Bindung. Er ist treu, absolut loyal und zahm. Jedenfalls zu mir. Andere Personen kann er verletzen oder t├Âten. Aber dass kann jeder Diensthund und jedes Dienstpferd ebenso. Wo Vernon hintritt w├Ąchst auch kein Gras mehr. Er steht auf die ruppige oder richtig harte Art? Na dann kein Wunder, wer macht das l├Ąnger mit? Keiner. Leidenschaftlich eine Nummer zu schieben, ist etwas anderes als dabei verdroschen zu werden. Also das was er mit Nathan getan hat, sollte ihm zu denken geben. Allerdings, wenn er einfach spurlos verschwunden ist, k├Ânnte auch ihm etwas passiert sein. Kurzum, er ist vielleicht an den Falschen geraten?┬ź

Boldiszàr
┬╗Schei├če, ja┬ź, gr├╝belte Boldisz├ár. ┬╗M├Âglich w├Ąre es. Das geht mir auch schon die ganze Zeit durch den Kopf. Einfach wegzubleiben, ohne mir Bescheid zu sagen, ist ├╝berhaupt nicht seine Art. Das hat er noch nie gemacht. Kannst du nicht mal kurz nach ihm sp├╝ren? Geht das?┬ź Boldisz├ár kaufte Jules und sich vor lauter Sorge jeweils eines der ├╝berbackenen Brote. Essen beruhigte die Nerven. Er reichte Jules das Gr├Â├čere und biss in seines hinein.

Jules de Mireault
┬╗Dankesch├Ân┬ź, sagte Jules und biss ebenfalls in sein Brot. ┬╗Hast Du etwas von Robere dabei? Dann kann ich nach ihm sp├╝ren, ich kenne seine Farben nicht. Also ich w├╝rde ihn nicht wiedererkennen, wenn ich einfach grob nach allen Menschen in der Umgebung sp├╝re. Ein Gegenstand von ihm leitet mich, wie wenn ich ein Bild von einer unbekannten Person gesehen h├Ątte. Hast Du was dabei? Sonst gehen wir auf dem R├╝ckweg in der Wachstube vorbei und ich nehme mir dort etwas┬ź, sagte Jules, w├Ąhrend er sich das Brot schmecken lie├č.

Boldiszàr
┬╗Den Schn├╝rsenkel, falls das was hilft. Meiner war gerissen, da hat er mir einen aus einem anderen Stiefel von sich herausgezogen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Klar hilft dass, alles was ihm geh├Ârte oder er benutzte. Gib her, dann suche ich umgehend nach ihm und schicke dann Gufo los. Das hei├čt, falls ich ihn in unserer Reichweite finde┬ź, antwortete Jules mit vollem Mund.

Boldiszàr
Da Boldisz├ár nicht extra den Schn├╝rsenkel herausziehen wollte, legte er seinen Fu├č auf einem gerade nicht benutzten Stuhl ab.

Jules de Mireault
┬╗So gehts auch┬ź, grinste Jules und dr├╝ckte ihm sein Brot in die Hand. Er wischte sich die Finger an der Hose ab und legte die freien Finger auf den Schn├╝rsenkel. Jules lie├č sich in Trance fallen und sp├╝rte nach Robere. (Wo ist er?)

Robere
Robere befand sich mit seiner neuen Bekanntschaft namens Arbogast in einer Kutsche auf dem Weg in Richtung Obenza. Er hatte gerade blendend gute Laune und ziemlichen Appetit.

Jules de Mireault
Jules sp├╝rte nach den Farben von Robere. Im Nexus waren Raum und Zeit unbedeutend, aber dennoch konnte man die Entfernungen der Welt ausmachen. Ein f├Ąhiger und alt eingesessener Magier konnte dies. Jules fand die Seelenfarben von Robere, als er weit genug in den Nexus aufstieg um von oben herab zu schauen, ganz ├Ąhnlich seinem Vogel, wie dieser es im Dienst tat um eine gro├če ├ťbersicht ├╝ber allem zu haben. Robere hatte Souvagne verlassen, schon vor ungef├Ąhr zwei Tagen, wenn sich Jules nicht t├Ąuschte. Seine Farben waren strahlend und kr├Ąftig, er war bester Laune. Er wurde von anderen Farben begleitet, die stetig flackerten. Der Mann schien ebenfalls gl├╝cklich zu sein, aber nicht bei bester Gesundheit oder nicht ganz anwesend. Jules zog sich zur├╝ck und sammelte sich einen Moment, ehe er Boldi blinzelnd anschaute. ┬╗Robere hat vor ungef├Ąhr zwei Tagen Souvagne verlassen und ist in Naridien. Er ist gl├╝cklich, er strahlt regelrecht. Ein weiterer Mann ist bei ihm, dessen Farben seltsam flackern. Dass hei├čt entweder ist der Bursche krank, oder nicht ganz bei sich. Betrunken vermute ich. Dann sind die Seelenfarben oft auch so seltsam am pulsieren┬ź, sagte Jules und machte ein nachdenkliches Gesicht. ┬╗Wer k├Ânnte der Kerl sein?┬ź

Boldiszàr
┬╗In Naridien?┬ź Boldisz├ár brauchte einen Moment um diese Information sacken zu lassen. ┬╗Was will der in diesem Kackland? Und warum wei├č ich nichts davon? Das muss mit dem andern Typen zusammenh├Ąngen. Ich habe keine Ahnung wer das sein k├Ânnte, aber wenn die beide gute Laune haben, ist Robere freiwillig mitgegangen. Da kann ich dir ein paar Eckdaten geben. Der andere ist auf jeden Fall m├Ąnnlich und zwischen f├╝nfundzwanzig und f├╝nfzig Jahren alt. Oder wirkt zumindest, als w├Ąre er innerhalb dieses Alters. Wenn der Robby dazu verleitet hat, abzureisen, ohne mir Bescheid zu sagen, vermutlich am oberen Ende des Spektrums. Er wird schlank sein und vom Charakter her Robby ├Ąhnlich. Es wird ein spontaner Spa├čausflug sein und kein Jobangebot. Hilft das irgendwas?┬ź

Jules de Mireault
┬╗Also doch so etwas wie Urlaub. Spontan-Urlaub mit einer neuen Flamme, die ihn nach Naridien eingeladen hat? Was gibt es da? Oh bin ich d├Ąmlich, was wohl... Freudenh├Ąuser, in allen Sorten, f├╝r jeden Geschmack. Und das ganz legal. Hier schon mal ein Freudenhaus gesehen? Entweder sind die T├Âchter bei ihren V├Ąter oder Br├╝dern, oder sie sind sp├Ąter verheiratet oder in einem Orden. So wie sich das geh├Ârt. In Naridien sind Frauen Freiwild, ich sage es Dir. Und M├Ąnner ├╝brigens auch. Da achtet die Familie doch nicht darauf, dass sein Mann gut verheiratet wird oder einen guten Beruf findet und eine Unterkunft. Das Robere da freiwillig mitgeht. Da gibt es Orte die sind ein reiner Abgrund, da ist selbst jemand wie Robere ein frischgeborenes K├Ątzchen Boldi. Und das meine ich so┬ź, warnte Jules.

Boldiszàr
┬╗Schei├če┬ź, st├Âhnte Boldisz├ár. ┬╗Das passt. Er wurde hier ├Âffentlich bestraft und jetzt sucht er sich ein neues Jagdrevier, wo ihm keiner was nachweisen kann. Warum passiert das mir ... ich w├╝rde ja sagen, der kann hervorragend auf sich selbst aufpassen, aber der andere muss ihm richtig das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen haben. Sonst h├Ątte er mich um Urlaub gebeten! Er wird gedacht haben, dass ich das nicht so einfach zulasse. Das muss eine ganz krumme Nummer sein, die sie sich ├╝berlegt haben. Nein, eine Flamme wird das nicht sein. Daf├╝r h├Ątte er nicht so ein Ding abgezogen. Eher einer, der genau so tickt wie er. Ich hoffe nur, Robby wird diesmal nicht selbst das Hauptgericht. So ein Dreck, kann man da nichts machen? Kannst du ihn nicht von hier aus beeinflussen, dass er umdreht?┬ź

Jules de Mireault
┬╗Ich kann ihm eine Botschaft schicken, sobald er schl├Ąft, wird er sie als Traumbotschaft erhalten. Aber jemanden derma├čen beeinflussen auf die Entfernung? Nein. Darauf bin ich auch nicht geschult oder ausgerichtet. Ich bin auf meinen Partner Gufo und den direkten Kontakt, geschult. Sprich in jemandes Geist einzudringen der vor mir steht, sich in meiner N├Ąhe befindet. Wir sind Kampfmagier, ich k├Ąmpfe mit Schwert und Magie. Ich bin kein reiner Geistmagier. Sprich auf eine Art schon, ich beherrsche nur Geistmagie, aber der ┬╗blockierende┬ź Gegenpart ist meine Kampfkunst. Ein Geistmagier, der sich voll und ganz nur der Magie verschrieben hat, so einen ben├Âtigen wir. Diese Person kann auch ├╝ber weitere Entfernungen in den Geist eindringen und auch Botschaften an wache Nichtmagier verschicken. Kurzum Telepathie. Ansonsten funktioniert das nur von Magier zu Magier. So reden wir Himmelsaugen untereinander. Sollte ich so mit Dir reden, h├Ârst Du die Botschaft erst wenn Du schl├Ąfst, es sei denn ich komme direkt in Deinen Geist. Dann h├Ârst Du mich auch, wenn ich das m├Âchte. Wie vorhin beim Auslesen. Aber das erfordert dann einiges an Kraft. Da ich wie gesagt sonst nur lese oder schaue bei Nichtmagiern. Kennst Du jemanden?┬ź

Boldiszàr
┬╗Nein. Ich hab keinen Kontakt zu Magiern. Sonst sag ihm doch bitte, wenn er schl├Ąft, dass er sein verdammtes Heck wieder hier her bewegen soll!┬ź Boldisz├ár war in h├Âchster Sorge. ┬╗Das gef├Ąllt mir gar nicht, absolut nicht. Der andere ist besoffen, sagst du. Kannst du den nicht analysieren? Dann wissen wir vielleicht, was los ist.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Nein, da seine Seele mal hier und mal dort ist. Stell Dir vor Du m├Âchtest jemanden auslesen. Stell Dir den Geist vor wie ein Buch. Mal hast Du es in H├Ąnden, mal ist es zack verschwunden. Mal da, mal weg. So ist das mit der Seele von Besoffenen. Da, wach, anwesend. Dann wieder weg, abwesend, Sekudenschlaf, winzige Ohnmacht. Also ich m├╝sste st├Ąndig mit ihm wechseln und dass geht nicht. So bekommt man keine Konzentration zum Lesen hin. So k├Ânntest Du auch kein Buch lesen ohne durchzudrehen. Ich schicke ihm eine Botschaft┬ź, sagte Jules und konzentrierte sich erneut.

Jules de Mireault
`ROBERE! Hier ist Jules. Wir wissen dass Du vor ungef├Ąhr zwei Tagen nach Naridien aufgebrochen bist. Du hast weder Urlaub genommen, noch darfst Du Dich vom Dienst entfernen. Boldi ist zudem in gr├Â├čter Sorge. Kehre um und kehre zur├╝ck! Dein Begleiter ist nicht in guter Verfassung, etwas stimmt mit ihm nicht. S├Ąufer? Drogens├╝chtig? Er ist geistig nicht immer anwesend. Sei wenigstens wachsam. Am besten beweg Deinen Arsch zur├╝ck nach Souvagne!┬┤, ├╝bermittelte Jules.

Jules de Mireault
┬╗Ich habe ihm eine Botschaft ├╝bermittelt. -- ROBERE! Hier ist Jules. Wir wissen dass Du vor ungef├Ąhr zwei Tagen nach Naridien aufgebrochen bist. Du hast weder Urlaub genommen, noch darfst Du Dich vom Dienst entfernen. Boldi ist zudem in gr├Â├čter Sorge. Kehre um und kehre zur├╝ck! Dein Begleiter ist nicht in guter Verfassung, etwas stimmt mit ihm nicht. S├Ąufer? Drogens├╝chtig? Er ist geistig nicht immer anwesend. Sei wenigstens wachsam. Am besten beweg Deinen Arsch zur├╝ck nach Souvagne! -- Das war, was ich ihm mitteilte und ich hoffe, er geht darauf ein, sobald er sie empfangen hat. Mehr kann ich nicht tun. Au├čer ihm folgen mit einer Einheit, aber dass m├╝sste ich genehmigen lassen┬ź, sagte Jules.

Boldiszàr
┬╗Danke. Na, ob Maximilien einen Trupp entsendet nur wegen einem st├Ârrischen Gardisten, der obendrein ohnehin schon einmal in Ungnade gefallen ist. Es sei denn, Maximilien wittert eine Bedrohung dadurch ... vielleicht k├Ânnte man ihn auf die Weise rumkriegen, dass er wen auf ihn ansetzt┬ź, gr├╝belte Boldisz├ár. Er nahm den Stiefel vom Stuhl, kn├╝llte das Papier zusammen, welches es zur Mahlzeit dazu gegeben hatte und warf es in einen M├╝llkorb. ┬╗Kacke. Aber gerade nicht zu ├Ąndern. Danke f├╝rs ├ťbersenden der Botschaft. Wir k├Ânnen vorerst nichts anderes machen, als abzuwarten, aber ich bezweifle, dass er darauf reagiert. Er wird es sich gut ├╝berlegt haben, abzureisen, ohne irgendwem Bescheid zu geben. Ich geh erstmal wieder zu meiner Einheit. So ein Schei├čdreck!┬ź

Jules de Mireault
Jules nickte zustimmend. ┬╗Absolut, da sagst Du was┬ź, stimmte er Boldi zu und folgte seinem Kollegen zur├╝ck zum Palast.

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Re: Der Schwarze Skorpion

#15

Beitrag von Arbogast » Fr 13. Jul 2018, 17:21

Der Skorpion auf Wanderschaft

Arbogast
Arbogast hatte Robere abgeholt und unter seine Fittiche genommen, ganz so wie es sein Vater w├╝nschte. Aber niemand bei klarem Verstand, schlug Archibald einen Wunsch aus. Nicht umsonst wurde der Mann die Bestie genannt. Das normale Menschen ihn so nannten, oder sein enger Freundeskreis, konnte man vielleicht noch als ├╝bertriebene Schmeichelei sehen. Aber dass selbst der Ring der Menschenfresser diesen Spitznamen mit Ehrfurcht aussprach, lie├č ahnen um was f├╝r eine Person es sich bei Archibald handelte. Einerseits war das oft Arbos Vorteil. Er bewegte sich unter dem Blick der B├╝ttel hindurch, er lebte das Leben unterhalb jedes gesellschaftlichen Bodensatzes. Er existierte nicht. Weder in Geburtenregistern, noch sonstigen Aufzeichnungen die so manche Zivilisation f├╝hrten. Er war da und wieder doch nicht. Er war nicht mal ein Wanderer zwischen den Welten, denn er hatte den Sumpf Obenzas nie verlassen. Selbst als er f├╝r seinen Vater ausgezogen war um Robere aus Souvagne abzuholen, so trug er Obenza immer in seinem Verstand und Herzen bei sich. Er kannte kein anderes Leben. Er kannte nichts anderes, als das was man ihm seit der ersten Stunde seiner Geburt eingefl├Â├čt hatte. Es war ein Leben in einem st├Ąndigen Alptraum, ein Leben das man nur im Suff und zugedr├Âhnt mit Drogen ertrug, wenn man seinen Makel hatte. Und nun hatte sein Vater auch noch einen neuen Z├Âgling. Einen, in dem er Potential sah. Was immer das hie├č, Arbo hatte nicht die geringste Ahnung. Es klang pervers, aber Arch stand auf Kinder und nicht auf solche gestandenen M├Ąnner wie Robere. Arbo hatte geschwiegen. Bei seinen Fragen war die h├Ąufigsten Antworten eine schallende Ohrfeige oder ein Schwall Beleidigungen von seinem Vater. Gut Arch konnte auch noch ganz anders bestrafen, aber so sehr er ihn f├╝rchtete, der Name ├Âffnete auch T├╝ren. Anders erging es seinen Schwestern, sie waren irgendwie h├Ąrter als er. Er konnte es nicht beschreiben, aber sie schienen mit dem Leben besser klar zu kommen. Oder sie machten sich weniger Gedanken und hinterfragten nichts. So kam man auch wie ein Aal durchs Leben. Arbogast musterte Robere. Was er wohl f├╝r eine Type war? Ein Aal oder ein Bremsfisch so wie er selbst? Nein schalt er sich in Gedanken, wenn sein Vater diesen Kerl rettete, dann war das garantiert ein Hai. Wenn auch noch ein junger. Dabei fiel ihm spontan ein dass man aus Haien die leckeren ger├Ąucherten Schillerlocken fertigte und er bekam Hunger. Sein Magen knurrte laut und vernehmlich. Vermutlich w├╝rde sich Robere schon bald seine Z├Ąhne verdient haben. Er sp├╝rte es, er sp├╝rte dass der Kerl ein ganz anderer Mensch war, trotzdem mochte er ihn. Vielleicht auch gerade deshalb. Sie waren lange unterwegs gewesen, zu Fu├č, mit dem Wagen, erneut einem Wagen und wieder zu Fu├č. Arbo blieb stehen, als sie an den ersten Ausl├Ąufern Obenzas ankamen. Dreck lag ├╝berall auf der Stra├če, kleine verrotzte und verlauste Kinder streiften als Kinderbanden umher und musterten sie aus hungrigen, eingefallenen Augen, w├Ąhrend sich an manchen Ecken die Leute in den Schatten am├╝sierten und keine zwei Meter weiter jemand ausgeraubt wurde. "Wir sind da!", verk├╝ndete Arbo erleichert.

Robere
Robere betrachtete das Panorama, das sich ihnen bot. Die gigantischen H├Ąuser, eckig, engstehend und mit zu vielen Stockwerken, st├Ârten ihn nicht einmal, aber das, was sich zwischen ihnen befand, war einfach nur widerlich, der M├╝ll ebenso wie die abgewrackten Menschen. Arbogast passte perfekt hierher. B├╝ttel h├Ątte er an diesem Ort nicht sein wollen. "Schick", log er. "Das ist also dein zu Hause, ja? Und hier kann man Party machen? Die Anreise war weit und unbequem. Ich glaub, ich hab Heimweh, ich hab von einem Kumpel und den Himmelsaugen getr├Ąumt. Die meinten, ich soll nach Hause kommen. Aber erst will ich wissen, warum du mich so weit hierherschleifst und mich sogar extra abholst. Das wird ja einen Grund haben."

Arbogast
"Hat es doch auch, Du musst Dir Deine Z├Ąhne verdienen. Das ist erst der Anfang der Grube, vom Loch, von der Jauche, wir tauchen richtig ein. So richtig in der Schei├če w├╝hlen... ich liebe es!", lachte Arbo und ging vergn├╝gt vor, ganz so als ging er durch einen Rosengarten im Palast. Aber Robere sah, dass er die Regeln dieser Welt beherrschte, denn nur daher r├╝hrte seine scheinbare Unbeschwertheit. Hier herrschten andere Gesetze. V├Âllig andere als Robere sie kannte und nun war er es, der sich auf Arbogast verlassen musste. "Du wirst den Zirkel kennenlernen", erkl├Ąrte Arbo und f├╝hrte sie immer tiefer in die H├Ąuserschluchten hinein. Je h├Âher die H├Ąuser wurden, je enger sie standen, je mehr schwand das Licht, dass bis zum Boden vordrang. Hier unten lebten die Menschen von dem was sie sich erk├Ąmpften oder jene von oben fallen lie├čen. Arbo blieb kurz stehen, schaute auf seltsame Schmierereien und ging dann weiter. "Hier leben viele ber├╝hmte Personen. Fr├╝her bin ich ├Âfter zum Hafen gelaufen und hab mir die Shezem angeguckt. Schr├Ąge Leute", sagte er und blieb an einem kleinen Stand stehen, der nicht mal das Wort Bretterbude verdiente. Dort kaufte er sich mehrere Flaschen Selbstgebrannten und reichte dann Robere auch eine. "Auf Deinen Einstand - Prost!", sagte er und nahm einen kr├Ąftigen Schluck von dem Gebr├Ąu aus seiner Flasche.

Robere
"Hoffentlich legal gebrannt und versteuert", antwortete Robere und stie├č seine Flasche gegen die von Arbo. "Auf meinen Einstand." Er nahm einen Schluck. Er war einiges gewohnt, aber das Zeug war heftig und brannte im Rachen. "Wo hat der Zirkel seinen Sitz? Meine Z├Ąhne wollte ich in Souvagne verdienen. An Ansgar Irgendwas de Chouinard. Der Mann, der Kazrar umbrachte. Aber ich hoffe, ihr helft mir dabei, alles zu lernen, was ich dazu brauche."

Arbogast
Arbo trank eine der Flaschen aus und schaute hinein, als konnte er nicht glauben dass sie schon leer war. "Von wem hast Du denn getr├Ąumt? War das ein Freund von Dir?", fragte Arbo und ├Âffnete die n├Ąchste Flasche aus der er nur einen kleinen Schluck nahm. "Ich habe es Dir schon erkl├Ąrt Robere. Hier wirst Du alles lernen, was Du brauchst um Ansgar umzunieten. Hier hat er Zirkel seinen Sitz, in der Himmelsr├Âhre. So hei├čt das Ding. Ein Haus, kreisrund, hohl und mehr verfallen als alles was Du Dir vorstellen kannst. Drinnen ist es wie ein kleines Dorf voller Gauner f├╝r sich. Drunter wohnen wir. Die sind sozusagen unsere Wachhunde. Clever was? Und wenn mal wer einen Nachtsnack braucht, hat er es nicht weit. Nascht Du nachts? Ich hoffe nicht, dann muss ich Dich begleiten. M├Âchtest Du hin? Sofort, oder m├Âchtest Du Dich vorher noch was umschauen? Vielleicht was spielen, was essen, einen wegstecken?", schlug Arbo freundlich vor.

Robere
┬╗Wir haben feste Essenszeiten und nachts wird geschlafen. Himmelsr├Âhre, klingt wie ein Tempel. Ich bin gespannt drauf, aber zeig mir doch vorher noch die Sehensw├╝rdigkeiten hier, ich meine keine alten Steine, sondern die richtigen Sehensw├╝rdigkeiten. Ich hab von Boldi getr├Ąumt, meinem Besten. Und vom Mireault, einem Magier. Keine Ahnung, wie ich ausgerechnet auf den komme.┬ź Robere trank sehr viel langsamer und hatte erst ein wenig probiert, als Arbogast schon die zweite Flasche ├Âffnete.

Arbogast
"Na dann komm mal mit", grinste Arbo und ging vor. "Bleib nicht zur├╝ck, nicht dass ich mit Dir rede und Du verblutest schon in der Gosse, w├Ąre peinlich. Zuerst kennen wir hier mal zum Glockenturm. Warum der so hei├čt ist klar, da klingen die Glocken", lachte Arbo und bleib vor einem Schaufenster stehen. Hinter den Glasscheiben sa├čen Frauen die scheinbar vor Jahrhunderten ihre Jugend hinter sich gebracht hatten. Sie wirkten schon gar nicht mehr abgehalftert, sie wirkten wie eine Karikatur der anderen k├Ąuflichen Damen in den weit entfernten St├Ądten. Eine der alten Kr├Ąhen trug ihre Rauchstange als losen Gammel im Mund und die leeren Busen lagen auf dem Bauch. Sie schenkte Robere ein fast zahnloses L├╝sternes Grinsen. "F├╝nf Taler mein H├╝bscher", rief sie ihm zu.

Robere
"Nah", murrte Robere, der den Anblick absto├čend fand. "Ist nicht meins. Gibt`s hier nichts anderes? An der Kohle soll es nicht scheitern, man verdient ganz gut in meinem Job."

Arbogast
Arbo nickte "Du sucht was j├╝ngeres, verstehe. Wie jung?", fragte er lachend und lief einfach weiter. Mitten auf einem seltsamen Platz, der wie eine aufgeh├Ąufte M├╝llhalde zwischen Gesteinsbrocken wirkte, war ein kleiner Schnellimbiss aufgebaut. Die Gesteinsbrocken stellten sich als Fassadenteile des gro├čen Hauses ├╝ber ihm heraus. Man h├Ârte es leicht im Wind ├Ąchzen und Putz rieselte von den W├Ąnden, w├Ąhrend das Haus um sie herum bedrohlich st├Âhnte. "Ich nehme eine Nudelsuppe und Du?", fragte Arbo. "Bleib von den W├Ąnden weg, da fallen manchmal Br├Âckchen runter", erkl├Ąrte er hilfreich, w├Ąhrend neben Robere ein Gesteinsbrocken von der Gr├Â├če eines Pferdes in den Boden schlug.

Robere
"Ich h├Ątte die R├╝stung anbehalten sollen", fand Robere. In Souvagne war er sehr unauff├Ąllig gekleidet, in eher gedeckten Farben und fiel nicht weiter auf. Hier wirkte er wie aus einer anderen Welt, da er der Einzige zu sein schien, der keine Lumpen, sondern ordentliche Kleidung am Leib hatte, einen guten Haarschnitt besa├č und sauber rasiert war. Er kam sich vor wie ein Gockel unter Ratten. Das missfiel ihm, da er lieber in der Masse unterging. "Ich brauch gr├Â├čere Auswahl", sagte er. "Dann wird sich was finden."

Arbogast
Arbo kam zu ihm zur├╝ckgeschlurft mit einem Becher Nudeln in der Hand und schl├╝rfte seine Suppe. "Auswahl an Weiber? Der Hafen! Der Hafen ist der Dreh und Angelpunkt dieser Welt. Naja das ist er ├╝berall. Mir nach. M├Âchtest Du ein Schluck Suppe?", fragte er gut gelaunt. Arbo ging wie immer vor und als Robere ihm folgte, folgte ihnen auch ein kleines schmutzstarrendes M├Ądchen.

Robere
"Ich wollt auch was Essen. Ich nehm das Gleiche." Er lie├č sich eine Nudelsuppe ausschenken, in der die meisten Zutaten nicht auf den ersten Blick zu definieren waren, als er mit einem Holzl├Âffel drin herumr├╝hrte. Er hatte schon ganz andere Dinge essen m├╝ssen und ekelte sich nicht im Geringsten. Es war essbar, das reichte. Er schl├╝rfte und fand die Suppe passabel. "Ja, dann lass uns da mal schauen." Er folgte, ihm gehen essend, seinem neuen Bekannten.

Arbogast
"Das ist die beste Suppe in der Stadt, neben der der Baronin. Aber das ist auch was anders. Du hast eine Klette am Bein", lachte Arbo und f├╝hrte Robere durch so schmale Gassen, dass er mit den Schultern die H├Ąuserseiten streifte. Arbo hatte da weit weniger Probleme, aber er war auch ein d├╝rres Suppenhuhn gegen Robere. Die Kleine folgte Robere weiterhin und blieb ihm dicht auf den Fersen. Die Seitengassen stanken derma├čen penetrant nach Urin und anderen F├Ąkalien, dass der Leibgardist den Gestank f├Ârmlich in der Gasse stehen sah. Er f├╝hlte sich, als w├╝rden seine Augenbrauen wegge├Ątzt. Gerade als es ihm schummerig wurde, weiteten sich die Stra├čen wieder und er blickte auf eine braune Br├╝he die wie Jauche an die Hafenbecken brandete. Arbo atmete tief ein, so schnupperte er eine Meeresbrise. "Herrlich diese Aussicht", sagte er und schaute in die Ferne, w├Ąhrend eine aufgedunsene Wasserleiche mit leeren Augenh├Âhlen vorbeitrieb.

Robere
Robere sp├╝rte nicht das geringste Bed├╝rfnis, sein Geld mit irgendjemand Fremden zu teilen, und sah er noch so ├Ąrmlich aus. Nat├╝rlich, er selbst wirkte, als ob er Kohle hatte, was den Tatsachen entsprach. Kein Wunder, dass er verfolgt wurde. "Zisch ab", knurrte er. "Geh arbeiten." Et was irritiert sah er der vorbeitreibenden Wasserleiche nach. "Sollte man das nicht den B├╝tteln melden? Hier stinkts." Suchend sah er sich nach der Auswahl um, die es hier angeblich geben sollte. Der Gestank st├Ârte ihn nicht. Robere sah aus wie ein feiner Pinkel f├╝r obenzische Verh├Ąltnisse, doch er war in ├Ąhnlichem Dreck gro├čgeworden.

Arbogast
"Den B├╝tteln melden? Du vertr├Ągst nicht viel Alkohol oder das war ein Witz. Hier gibt es keine B├╝ttel. B├╝ttel, was sollten die hier wollen? Nein dem Typen kann kein B├╝ttel mehr helfen nur noch ein Nekromant, und der sah nicht aus als wird er vermisst", lachte Arbo und ging weiter. Er f├╝hrte Robere am Hafen entlang und hier s├Ąumten einige fliegende H├Ąndler die Stra├čen. "Hier schau Dich ruhig um. Was genau suchst Du denn? Schau mal da hinten, dass ist die Himmelsr├Âhre!", sagte Arbogast. Das Ding auf das er deutete sah aus wie ein gewaltiger Kamin, aber beim n├Ąheren Hinsehen, erkannte man, dass es ein Kreisrundes gro├čes Haus war. Ein Mehretagehaus von gewaltiger Gr├Â├če, aber wohl auch Enge. Es sah sehr bauf├Ąllig aus, aber damit passte es ins Stadtbild. Die Kleine schlicht wieder hinter Robere her und stellte sich neben ihn.

Robere
Robere blieb genervt stehen. "Soll ich dich in die Br├╝he schmei├čen?", fragte er das Kind. "Zu der Leiche da? Das Einzige, was ich mehr hasse als Kinder, sind bettelnde Kinder." Dann wandte er sich wieder an Arbogast. "Was ich suche spielt f├╝r die Planung keine Rolle, ich muss es sehen, klar? Es muss sich ergeben, es muss ein pl├Âtzlicher Funke da sein. Deine Himmelsr├Âhre sieht bauf├Ąllig aus. Gibt`s hier ├Âfter rumschwimmende Leichen? B├╝ttel muss es auch geben, wir sind doch an einer Stadtwache vorbeigefahren."

Arbogast
"Nein wenn die Schwimmen w├╝rde ich mich erschrecken, die meisten treiben tot dahin", erkl├Ąrte Arbogast und lachte ├╝ber seinen eigenen Witz. "Was sehen und dann wei├čt Du bescheid? Du meinst Waffen! Ich dachte Du willst Klamotten kaufen!", st├Âhnte Arbogast. "Ja die B├╝ttel kommen aber nicht her und wir gehen nicht hin, auf zum Waffenmarkt mein Lieber. Sowas musst Du mir ehr sagen. Die Frage am Einlass ist, was hast Du mitgebracht Bruder. Wie lautet die Antwort?", fragte Arbo und trank die zweite Flasche leer. "Aliu", sagte das M├Ądchen und folgte Robere.

Robere
Robere hatte die Nase voll. Er packte das M├Ądchen und schleuderte es in das braune Hafenwasser. Ob es schwimmen konnte oder nicht w├╝rde sich dann ja zeigen. "Kennst du die?", fragte er Arbogast. "Ich will keine Klamotten und keine Waffen, ich wollte ficken. Aber nicht die alten Schabracken. Egal."

Arbogast
"Du verwirrst mich, ehrlich Bruder. Du willst was zum Ficken um Ansgar zu besiegen? Wie soll das funktionieren? Ich h├Ątte da ja eine Waffe genommen, aber gut. Komm", lachte Arbo und verfolgte die Flugbahn von der kleinen Arashi bis sie ins Hafenbecken plumpste. Sie ging unter wie ein Stein. "Ich glaube das wars", sagte er tonlos und f├╝hrte Robere zum alten Alfons. Vor der T├╝r standen einige Frauen die auch wirklich nach Frauen aussahen. Sie grinsten Robere anz├╝glich an und machten ihm sch├Âne Augen. "Wie sind die hier? Da Du ja genug Kohle hast, spendierst Du mir auch eine?", fragte er rundheraus, w├Ąhrend sie ein gr├╝ner Goblin vom Dach aus beobachtete.

Robere
"Nein, alles nix", antwortete Robere nach einem kurzen, gelangweilten Blick. Er zischte ├Ąrgerlich, als das Kind unterging. Das Wasser war tiefer, als es ausgesehen hatte. Aber wenn er da reinstieg und das M├Ądchen rausfischte, holte er sich vermutlich die Cholera. Da es normal zu sein schien, dass man hier Leute umbrachte, machte er sich nur kurz Gedanken. "Was meinte die mit Aliu? Waffen k├Ânnen wir immer noch kaufen, ich dachte, wir haben erst ein bisschen Spa├č." Er erwiderte den Blick des Goblins.

Arbogast
"Aliu? Das war vielleicht ihr Name. Ich versuche doch Spa├č mit Dir zu haben", erkl├Ąrte Arbo etwas verzweifelt. "Es ist noch zu fr├╝h f├╝r die Jagd", erkl├Ąrte er, w├Ąhrend Robere nun von zwei Goblins beobachtet wurde. Einem gr├╝nen und einem gelben der die Ohrspitzen einrollte und sie aus dunklen Augen interessiert musterte.

Robere
"Dann lass uns tanzen gehen, oder willst du erstmal zum Ring? Die Typen da starren uns an." Roberes geschultes Auge erkannte, dass das ├ärger geben k├Ânnte und lie├č sie nicht aus dem Blick. "Komm, wir gehen weiter. Was verstehst du denn unter Spa├č, alte Frauen angaffen und Klamotten kaufen? Du bist mir einer. Kein Wunder, dass du zum S├Ąufer geworden bist."

Arbogast
"Was soll das hei├čen S├Ąufer? Ich bin kein S├Ąufer! Unter Spa├č verstehe ich Wetten. Ja das ist deren Gebiet. Hast Du schon mal von der Bestie von Obenza geh├Ârt, dem gelben Goblin? Der gelbe Goblin neben dem Gr├╝nen, dass ist der Gelbe Goblin", erkl├Ąrte Arbogast. "Wir gehen in einen Club, Nutten, Wetten und Alk, ich bin es leid mit Dir Landei", schnauzte er.

Robere
"Ich erkenne einen S├Ąufer, wenn ich einen sehe. Mit euch haben wir st├Ąndig ├ärger. Aber ich bin nicht dienstlich hier, von daher, tu was du willst. Ich kenn keine Bestie von Obenza, nein." Er betrachtete noch immer die beiden Goblins. "Bleib mal ruhig. Ich hab dir nur gesagt, was Sache ist. Dann zeig deinen Club mal."

Arbogast
Arbo nickte betr├╝bt. "├ärger? Robere, ich war erst einmal in Souvagne und habe niemandem ├ärger gemacht, ich habe Dich gerettet. Und wenn ich mir mal zur Feier des Tages ein oder zwei Fl├Ąschchen g├Ânne ist nichts dabei. Aber Du wirst zahlen m├╝ssen, komm", sagte Arbo aufmunternd. Diesmal f├╝hrte er Robere in eine andere Gegend. Sie war nicht mehr ganz so schmutzig. An einem schwarzen Eingang blieb er stehen, aus dem einfachen Grund vor der T├╝r stand ein gewaltiger Ork und musterte jeden grimmig. "Wir wollen in den Club. Wie stehen die Wetten?", fragte Arbo. Der Ork musterte ihn aus blutunterlaufenen Schweins├Ąuglein. "Hast Du Geld?", knurrte er und sein Atem der nach verwesendem Fisch stank schwappte zu ihnen her├╝ber. "Sicher, w├Ąre ich sonst hier?", schnauzte Arbo. "Du bist fast jede Woche hier und hast keine Kohle, Du Made!", fauchte der Ork w├Ąhrend Arbo unter seinem Arm hindurch schl├╝pfte. "Komm Robere!", rief er.

Robere
"Ich zahle heute f├╝r ihn", sagte Robere zu dem Ork, ehe er eintrat. "Aber keine Wetteins├Ątze, nur die Getr├Ąnke, damit das klar ist." Er folgte Arbogast ins Innere. "H├Ârst du? Getr├Ąnke geb ich dir aus, den Rest nicht."

Arbogast
Der Club war ein ganz anderes Kaliber als die Frauen dort drau├čen. Blutjunge M├Ądchen tanzten vorne auf einer Theke und lie├čen ihre K├Ârper zu seltsamer Musik zucken, w├Ąhrend andere durch die weitr├Ąumigen Tischreihen schlenderten. An abgetrennten Tischen wurde Karten gespielt und so mancher der Herren hatte eines der M├Ądchen bei sich oder sogar auf dem Scho├č. "Was darf es denn sein?", hauchte Robere eine gro├če Rothaarige entgegen. Ihre Augen waren so gr├╝n wie Tannennadeln.

Robere
"Ein Cocktail, irgendeine regionale Spezialit├Ąt. Du, Arbo?"

Arbogast
"Ich nehme ein kaltes Bier, eiskalt und einen Obstler, einen Brand! Dazu h├Ątten wir gerne jeder ein M├Ądel", erkl├Ąrte er gut gelaunt

Robere
"F├╝r mich nur den Cocktail. Und das M├Ądel bezahlst du selbst, du Schnorrer." Wenn man Leute von seinem Schlag kannte, h├Ârte man an der Stimmlage, dass es ein Scherz war, auch wenn er dabei nicht l├Ąchelte.

Arbogast
"Wir teilen sie uns", bot Arbogast gro├čz├╝gig an und setzte sich vorne an die Theke. "Robere komm her", grinste er ├╝ber beide Ohren. "Setz Dich zu mir, wie gef├Ąllt es Dir hier?", fragte er gut gelaunt. "Erz├Ąhl mir, warum Du diesen Ansgar jagen willst. Er t├Âtete Deinen Vater? Wie kam es dazu? Mein Vater sagte ich soll Dich anlernen, was das Jagen geht. Heute Abend werden wir losziehen, nur am Hafen, da d├╝rfen wir nicht jagen, wegen den Goblins", sagte Arbo. Als die Bedienung die Getr├Ąnke brachte, stie├č Arbo mit Robere an.

Robere
"Lass mal gut sein, ich schaue noch", meinte Robere, als sie anstie├čen. Er schaute wirklich, allerdings nach seinem ganz eigenen Beuteschema. "Ansgar hat Kazrar und dessen Azubi get├Âtet, weil sie es sich mit Ansgar haben gut gehen lassen. Mir ist der Azubi egal, aber er geh├Ârte zu Kaz, drum z├Ąhlt der auch mit und Ansgar wird doppelt leiden. Dass mein Vater widerum das M├╝ndel von Archibald war, wei├čt du ja sicher. Drum Archibalds Angebot, mir bei der Rache zu helfen. Die Goblins haben also Hausrecht im Hafen. Soll mir Recht sein. Gut zu wissen. Hier ist es ganz nett und die Musik gef├Ąllt mir. Tanzt du?" Er trank seinen Cocktail, irgendwas mit exoktischen Fr├╝chten, deren Namen er nicht kannte. Aber es schmeckte gut.

Arbogast
"Die Goblins sind brandgef├Ąhrlich, halt Dich von denen fern. Tanzen ich? Ja wieso nicht? Meinst Du wir beide?", fragte Arbo grinsend.

Robere
"Miteinander? Bist du so drauf? Ich dachte allein. Du stinkst ziemlich. Ja, mit den Goblins das hab ich verstanden."

Arbogast
"Reden alle Souvagner so verwirrend? Warum sollte ich alleine tanzen, wenn ich hier gucken und fummeln kann? Au├čerdem stinke ich nicht, vielleicht bist Du einfach nichts gew├Âhnt", lachte Arbo. "Falls nicht, werde ich Dich nicht aus dem Hafen fischen wie die arme Aliu", lachte er leise.

Robere
"Schei├č Stra├čenkinder", knurrte Robere. "Gibt hier scheinbar viele. Dann geh ich eine Runde allein tanzen." Er trank noch einen Schluck und gesellte sich unter die Tanzenden, wo er eine ganze Weile mitmachte und sich von der lauten, h├Ąmmernden Musik bedr├Âhnen lie├č. Dabei schaute er, ob er jemanden ausmachte, der Blickkontakt zu ihm suchte.

Arbogast
Arbogast wunderte sich wieso Robere alleine tanzte. Also Souvagner waren wirklich schr├Ąge Leute. Dass musste er ihm lassen. Irgendwie kam er ihm verloren vor. Also st├╝rzte er sein Bier und seinen Schnaups herunter und gesellte sich zu Robere um mit ihm zu tanzen. Dass er ihm dabei den Schnitt versaute, soweit dachte Arbo nicht.

Robere
Robere guckte erst ziemlich unwillig drein, dann entschied er sich um und fand es witzig, mit dem abgehalfterten Kerl zu tanzen. "Ich brauch noch was zu trinken, um das zu ertragen", kommentierte er, gab ihm einen Schubs, so dass er in die tanzende menge flog, ging an den Tisch, trank was und kam wieder zur├╝ck, um sich erneut ins Get├╝mmel zu st├╝rzen. Es begann ihm hier zu gefallen. Beim Tanzen drehte er sich eine Rauchstange und quarzte.

Arbogast
Arbo sch├╝ttelte sich kurz und tanzte dann weiter. Robere hatte wirklich mehr mit seinem eigenen Alten gemein als er selbst. "Freut mich zu h├Âren. Die Baronin zu ihr musst Du freundlich sein, es is eine alte Frau, aber sie leitet den Zirkel. Falls Du in Not geraten solltest, wir sie Dir den Arsch retten. Aber bevor Du die alte Frau kennenlernst, wollen wir eine junge aussuchen?", schlug Arbo vor.

Robere
"Ja, mach nur", sagte Robere belustigt und sog an seiner Rauchstange. Er drehte, ohne im Tanzen innezuhalten, eine zweite und reichte sie Arbogast. "Ich schlage normalerweise keine alten Frauen, au├čer dienstlich und ich bin im Urlaub."

Arbogast
"Das ist gut, sonst enden wir im Kochtopf. Danke f├╝r die Fluppe", freute sich Arbo und steckte sie sich gleich an. Bei seinem Atemalkohol war es verwunderlich, dass er nicht in Flammen aufging. "Wei├čt Du, ich bin froh mal mit wem an der Seite durch die Stadt zu ziehen. Es ist f├╝r mich schwer festzustellen, was Du magst. Ich glaube ich mache einfach worauf ich Lust habe und Du machst mit. Ich habe mich schon gewundert warum Du Klamotten kaufen willst", gr├╝belte Arbo beim Tanzen.

Robere
"So l├Ąuft das meistens", br├╝llte Robere, um die Musik zu ├╝bert├Ânen. "Die anderen gehen vor und ich geh einfach mit. Ich bin Flexibel. Ich kann dir sagen, was ich nicht mag. Bettler, Kinder, bettelnde Kinder, Diebe, Frauen die meinen, man arbeitet nachl├Ąssiger, wenn sie einem sch├Âne Augen machen und Magier. Um ein paar Dinge zu nennen. Ach ja, ich hasse Regen."

Arbogast
"Regen wirst Du hier lieben lernen, danach ist f├╝r einen winzigen Moment alles sauber, sogar die Luft. Ein seltsamer Moment, aber ich mag das. Bettler findest Du hier oft und Beutelschneider. Was ist mit Magiern?", fragte Arbo neugierig.

Robere
"Wir haben Himmelsaugen, die Gedanken lesen, das hasse ich. Sie kontrollieren den gesamten Nexus. Man muss dauernd aufpassen, was man denkt."

Arbogast
"Heilige Schei├če! Man was ist wenn man besoff... etwas abwesend ist und man denkt was falsches? Was machen die Kerle dann? Ordnen die die Gedanken neu und man findet nichts wieder? Arch sagt immer Magier w├Ąren Verseuchte. Warum habe ich vergessen, sag dem das blo├č nicht", lachte Arbo.

Robere
"Wenn man was Falsches denkt, holen sie einen hab und dann checken sie einen RICHTIG durch. Das soll enorm schmerzhaft sein und sie kramen den ganzen Dreck hervor. Nicht gut."

Arbogast
"Oh man, das ist ja Gedankenkontrolle. Also vor denen w├╝rde ich mich auch in Acht nehmen. Und von so einem hast Du getr├Ąumt? Hattest Du mal was mit dem laufen? Man stell Dir mal vor Du denkst beim Sex an wen anderes, der wei├č das!", st├Âhnte Arbo. "Oder Du bist mit so jemanden verheiratet, Du kannst den nicht mal in Ruhe anl├╝gen, er wei├č es sofort. So h├Ąlt doch keine Ehe!"

Robere
"Seh ich aus wie eine Schwuchtel?", knurrte Robere. "Jetzt wei├čt du jedenfalls, warum ich die hasse. Keine Ahnung, warum ich von dem getr├Ąumt hab. Vielleicht ein schlechtes Gewissen, weil ich Boldi nicht Bescheid gesagt habe. Aber es ist besser so."

Arbogast
"Ganz ruhig, Du kannst durchnehmen wen Du willst. H├Ątte doch sein k├Ânnen, wenn Du den Burschen so vermisst. Oder nee, das war ja der Boldi, Dein Kollege. Der w├╝rde es verstehen, wenn der w├╝sste was Dir bevorsteht Rober,ehrlich", sagte Arbo und holte ihnen beiden noch etwas zu trinken

Robere
Robere nahm ihm ein Glas ab und trank. "Die Getr├Ąnke sind hier gut. Willst du noch bleiben? Du wolltest dir ein M├Ądchen suchen. Ich tanz derweile noch eine Runde, die Mucke ist genial."

Arbogast
"Ich gehe auf ein Zimmer und Du bleibst brav hier", befahl Arbo grinsend. "Lauf nicht weg und stelle nichts an", bat er freundlich und knuffte Robere, bevor er nach vorne ging und mit der Rothaarigen redete. Er sprach eine ganze Weile mit der Frau, dann verzogen sie sich in die hinteren Gefilde.

Robere
"Mach nur", meinte Robere, sah ihm kurz nach und verlor sich dann rauchend und suchend in dem hypnotischen H├Ąmmern der Musik.

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Neue H├Âhle

#16

Beitrag von Robere » Sa 14. Jul 2018, 11:20

Arbogast
Arbogast hatte einen herrlichen Abend mit einer niedlichen Dirne verbracht und konnte so einige Zeit danach noch faul im Bett verbringen. Er lie├č es sich nicht nehmen auch noch zu baden und es sich sonst richtig gut gehen zu lassen, ehe er einige Stunden sp├Ąter, frisch gebadet und bester Laune zu Robere nach unten zur├╝ckkehrte. Sein Kumpel befand sich immer noch auf der Tanzfl├Ąche, so dass sich Arbo wunderte, wie der Mann das ├╝berhaupt durchhalten konnte. Aber seine Konstitution konnte man auch nicht als Ma├čstab nehmen. Grinsend kehrte er zu ihm zur├╝ck und tanzte mit ihm. ┬╗Wie geht es Dir? Wen abgestaubt? Mir geht es blendend!┬ź, freute sich Arbo.

Robere
Robere war inzwischen klatschnass geschwitzt, w├Ąhrend Arbogast pl├Âtzlich erstaunlich gut roch. ┬╗Warst du baden oder was?┬ź, fragte Robere. ┬╗Niemanden abgestaubt, hat sich nichts ergeben, was mir zugesagt h├Ątte. Langsam kn├╝lle, lass uns mal zur R├Âhre gehen.┬ź Er tanzte sich zum Tisch durch und trank sein Glas leer. Inzwischen trank er nur noch Wasser. Er hatte keine Lust, bewusstlos in einer Stadt wie dieser zu enden. Einen sch├Ânen Schwips hatte er trotzdem. ┬╗Wo bezahlt man hier?┬ź

Arbogast
Arbo hakte Robere unter. ┬╗Vorne am Eingang ist die Kasse, komm mit, ich f├╝hre Dich hin┬ź, sagte er freundlich. ┬╗Ja ich habe gebadet, ich dachte nach einer Nummer kann das nicht schaden. Wo ich schon mal hier bin und alles geboten bekomme. Du siehst fertig aus Robby und das obwohl Du keinen weggesteckt hast. Schade f├╝r Dich┬ź, grinste Arbo und schliff Robere zur Kasse. Eine schlanke, hochgewachsene Frau musterte die beiden aufmerksam. ┬╗Der junge Mann hier bezahlt┬ź, freute sich Arbo und schob Robere nach vorne. ┬╗Ist das so?┬ź, hakte die Frau sicherheitshalber nach. Auch sie schien Arbogast zu kennen.

Robere
┬╗Nur die Getr├Ąnke┬ź, stellte Robere klar. ┬╗Ich brauch keinen wegstecken, ist ein netter Bonus. Muss aber nicht sein f├╝r `nen guten Abend.┬ź

Arbogast
┬╗Hey ich dachte Du gibst einen aus. Gut dann musst Du wohl oder ├╝bel wieder anschreiben S├╝├če. Ich habe kein Geld dabei, ich habe vorhin alles in Alkohol angelegt. Du wei├čt ja, nirgendwo sonst gibts 40 %. Robere kannst Du mir was Geld leihen?┬ź, fragte Arbo, w├Ąhrend die Frau mit den Augen rollte und einen Schuldschein z├╝ckte. ┬╗Das ist diesen Monat der letzte Schuldschein. Morla m├Âchte Dich hier nicht wieder sehen und wir brauchen hier keinen Deiner Spie├čgesellen. Hier unterschreib┬ź, befahl die Frau und Arbo kritzelte seinen Namen aufs Papier. ┬╗Ich wusste Du l├Ąsst mich nicht h├Ąngen Lisriel. Du hast was bei mir gut, ich schulde Dir was┬ź, grinste Arbo breit. Die Frau schaute ihn grimmit an. ┬╗Du schuldest Morla mittlerweile 427 Taler, dass schuldest Du uns bis Ende des Monats. Und jetzt schwirr ab┬ź, murrte sie. ┬╗Ja ich fands auch sch├Ân Dich wiederzusehen,komm Robby┬ź, sagte Arbo gut gelaunt und verlie├č den Club.

Robere
┬╗Gar nichts leihe ich dir oder sonstwem┬ź, sagte Robere. ┬╗Geh arbeiten, wenn du Geld brauchst.┬ź Er folgte Arbogast nach drau├čen. ┬╗Wie kann man nur alles versaufen, was passiert, wenn du denen das Geld nicht zur├╝ckzahlst?┬ź

Arbogast
Arbo kramte in seiner Jackentasche nach seiner Flasche und nahm einen Schluck. ┬╗Ich pumpe Archi an, wenn der mir nichts gibt, gibts was aufs Maul. Aber umbringen tun die nie wen. W├Ąren sie ja auch sch├Ân bl├Âde, dann sehen sie die Kohle nie. Die w├Ąre dann futsch. Schulden sind eigentlich die beste Lebensversicherung. Die d├╝rfen nur nicht zu hoch oder zu niedrig sein. Zu niedrig statuieren die ein Expe... Exempel, genau so hei├čt das und sind sie zu hoch, dann auch. Bei mir ist es immer so der gute Mittelweg. Bis auf ein paar Finger und Nasenbr├╝che, hat man da nichts zu befr├╝chten. Sehe ich als Vers├Ąumniszinsen oder so. Aber ich bekomm die Kohle schon. Ich arbeite doch, Du hast Nerven Mann ehrlich. Wir gehen┬ź, sagte Arbo und verstaute seine Flasche sicher in der Jackeninentasche. Er marschierte vor, f├╝hrte Robere durch schmale Gassen, dunkle Wege, und nach einer gef├╝hlten Ewigkeit standen sie vor der Himmelsr├Âhre. Aus der N├Ąhe sah der Bau noch maroder aus, als auf die Entfernung. Arbogast betrat das Geb├Ąude, aber er nahm keine der Stufen nach oben, sondern ging weiter nach unten. Immer tiefer hinab, bis sie an einem schmalen Gang ankamen der seltsam verziert war und sich in der Dunkelheit verlor.

Treppe ins Dunkel mit hunderten aufgeh├Ąngten Fig├╝rchen an den W├Ąnden

Robere
┬╗Und was arbeitest du? Als M├╝llmann oder Putze kann man hier sicher gut verdienen. Oder auch nicht, wenn ich es mir hier so anschaue.┬ź Skeptisch betrachtete er das heruntergekommene Geb├Ąude. Normalerweise w├╝rde er das aus Sicherheitsgr├╝nden nicht betreten, aber er wollte nicht kneifen und wie ein Feigling dastehen. Er hoffte, dass es nicht ausgerechnet heute zusammenbrechen w├╝rde und folgte Arbogast die Stufen hinab.

Arbogast
┬╗Ich arbeite als K├╝chenhilfe, dass ist ein ehrlicher und anstrengender Beruf. Da mach Dich mal nicht lustig┬ź, sagte Arbo beleidigt und f├╝hrte Robere durch einen stockfinsteren Gang. An den patschenden Ger├Ąuschen und an der klammen K├Ąlte der Luft, sp├╝rte er, dass hier ├╝berall Wasser sein musste. Sie waren vermutlich einige Etagen unter der Erde. Arbo blieb vor einer gewaltigen T├╝r stehen und h├Ąmmerte dagegen. Der T├╝rschlitz wurde aufgezogen. ┬╗Was hast Du mitgebracht?┬ź, fragte die unsichtbare Stimme. In der kalt-nassen Finsternis hatte die Stimme etwas unwirkliches und unheimliches. ┬╗Hunger Bruder!┬ź, antwortete Arbo leichthin. Seine Tonlage schien nicht an diesen Ort zu passen. ┬╗Hast Du Deinen Begleiter zum Essen eingeladen?┬ź, folgte einen Moment sp├Ąter die Frage und Belustigung schwang in der Stimme mit. ┬╗Nein, er ist einer von uns, gekommen um zu lernen. Er ist das M├╝ndel von Archibald der Bestie, wohl der Sohn von Kazar Schutt. Ich soll ihn verwahren, bis Archibald zur├╝ckkehrt┬ź, erkl├Ąrte Arbo und Robere h├Ârte wie er in der Finsternis noch einen Schluck nahm und ein R├╝lpsen unterdr├╝ckte. Der T├╝rschlitz wurde wieder zugeschoben, dann h├Ârte man wie schwere Riegel beiseite gewuchtet wurden. Die T├╝r ├Âffnete sich erstaunlicherweise lautlos und schwang einen spaltbreit nach innen auf. Arbo schl├╝pfte hinein und war verschwunden.

Robere
┬╗Wunderbar┬ź, maulte Robere. Er schob die T├╝r auf und blieb davor stehen, darauf bedacht, so zu wirken, wie immer - selbstbewusst. Er war zum Gl├╝ck nicht gerade zierlich gebaut und wehrhaft, aber im Stockfinsteren in einem fremden Haus mit etlichen fremden Menschen, das war auch f├╝r ihn nicht gerade lustig. Er versuchte, etwas zu erkennen. ┬╗Mach mal Licht, Arbo.┬ź Der Ausspruch war nicht nur dazu gedacht, dass tats├Ąchlich endlich mal wer f├╝r Beleuchtung sorgte, sondern sollte vor allem demonstrieren, dass er und Arbogast gute Bekannte waren, indem er ihn auf vertrauliche Weise mit seinem Spitznamen anredete. Archibald schien hier eine namhafte Gr├Â├če zu sein und Arbogast hatte als sein Sohn hoffentlich auch eine gewisse Aura des finsteren Rufs, selbst wenn er aussah wie der letzte Penner.

Alter Mann
Jemand schloss scheppernd hinter Robere die T├╝r. Als er einen Moment im v├Âllig dunklen Raum stand, gew├Âhnten sich langsam seine Augen an die Finsternis. Es war nicht wirklich finster, er begann die Umrisse seiner Umgebung zu erkennen. Einen langen Flur an dem seitlich zig T├╝ren abgingen und eine weitere schwere T├╝r etwas versetzt zu der, vor der er stand. Ein ├Ąlterer Mann musterte ihn aus milchigen Augen und l├Ąchelte dann freundlich. So freundlich wie ein Hai l├Ąchelte, oder Archibald. ┬╗Du bist also das M├╝ndel der Bestie?┬ź, fragte der Alte und tippte ihn an. ┬╗Du solltest die Baronin kennenlernen, folge mir. Du bist alt um Dir die Z├Ąhne zu verdienen. Wann bist Du aufgewacht Bursche?┬ź, fragte der Alte und ging mit erstaunlich sicheren Schritten vor.

Robere
┬╗Ja, Archibald wird mich unterrichten. Ich bin der Sohn seines fr├╝heren M├╝ndels, Kazrar Chud, und ein Freund seines Sohnes Arbogast.┬ź Er schaute, ob er Arbogast irgendwo sah, aber da waren nur haufenweise T├╝ren. ┬╗Ich bin erst vor wenigen Wochen erwacht, auf einer gemeinsamen Jagd mit Archibald. Wir hatten viel Spa├č und er meinte, ich h├Ątte Potenzial. Er will mir helfen, meine Z├Ąhne zu verdienen.┬ź Er folgte dem Alten immer tiefer in den Gang.

Alter Mann
┬╗Du wirst schon bald Deine Z├Ąhne verdient haben, wenn Du der Bestie folgst. Hoffen wir besser als Dein Vater. Er war schwach, aber war zu z├Âgerlich. Komm┬ź, sagte der Alte und sperrte die schwere andere T├╝re auf und f├╝hrte Robere in einen Gang, der in jedes Adelshaus gepasst h├Ątte, aber den man garantiert nicht unter einer M├╝llhalde erwartete. Die T├╝r wurde hinter ihnen geschlossen und der alte Mann f├╝hrte ihn weiter. Sie passierten Aufenthaltsr├Ąume mit Spieltischen, eine K├╝che aus der es verf├╝hrerisch duftete und ihnen eine freundliche, kleine, kugelrunde Frau gut gelaunt zuwinkte. Vorbei ging es an einer Bibliothek mit B├╝cherregalen und gro├čen Ohrensesseln, sie passierten einen Raum, der den Anschein eines Wohnzimmers hatte, bis auf den Umstand, dass neben der normalen Einrichtung auch Streckb├Ąnke und andere Folterger├Ąte anwesend waren. Als sie in einen Wartesaal ankamen, war dieser auch nicht sonderlich anders, als ein ├╝blicher Wartesaal, bis auf die Verankerungen die in den W├Ąnden eingelassen waren um Sklavenketten zu halten. ┬╗Die Baron wird Dich zu sich rufen, setz Dich hin. Was zu essen?┬ź, fragte der Alte freundlich, ┬╗oder was zu Trinken?┬ź

Robere
┬╗Beides, bitte.┬ź Er hatte seit letzten Abend nichts mehr gegessen und die gesamte Nacht durchgetanzt. ┬╗Sch├Ân haben Sie`s hier. Wo ist Arbo?┬ź

Alter Mann
┬╗Er stellt sie der Baronin vor┬ź, erkl├Ąrte der Alte und lie├č ihn einen Moment allein. Robby hatte sich einen Moment zu gedulden, ehe der Alte mit einer gro├čen Schale duftender Suppe wiederkam und ihm auch einen Kelch mitbrachte. ┬╗Hier, dass verk├╝rzt und vers├╝├čt die Wartezeit┬ź, sagte er freundlich. Der alte Mann stellte alles vor Robere ab und nickte freundlich. ┬╗Nur zu┬ź, sagte er aufmunternd.

Robere
Er trank erst einen Schluck und kostete dann die Suppe. ┬╗Lecker. Was ist das?┬ź

Alter Mann
Der Alte lachte und sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Weshalb bist Du denn hier? Das ist es, Fleisch, pures, reines, von Jagdgl├╝ck erf├╝lltes Fleisch. Das im Becher ist gekl├Ąrte und erkaltete Br├╝he. Sie gibt Kraft. St├Ąrkt Dich f├╝r die kommenden Jagden. Eine alte Methode aus fernen Landen. Kennst Du eine Entenpresse Bursche? Damit holt man den letzten Saft, das gute Mark aus den Knochen der V├Âgel und daraus macht man neben dem Fleisch eine sch├Âne Br├╝he. Nur haben wir hier keine souvagnische Entenpresse, wir pressen was anderes aus. Ich habe Dir extra sch├Âne St├╝ckchen von den Innereinen von Erna in die Suppe legen lassen. Erna ist unsere gute Seele, unsere K├Âchin. Du hast sie vorhin gesehen. Und sch├Ân die Fettaugen mittrinken, sie sind s├╝├č, versuchs nur┬ź, sagte der Alte.

Robere
Robby musterte den Mann einen Moment. Dann a├č er gehorsam die Suppe. Er konnte sich durchaus unterordnen, wenn es Sinn machte und die Suppe schmeckte. ┬╗Wer war das denn? Bei der Jagd damals mit Archibald, da war das Besondere, dass der Typ mir gefallen hatte. Ihn zu essen, das war etwas sehr Pers├Ânliches. Genau, wie es die Jagd f├╝r meine Z├Ąhne wird.┬ź

Alter Mann
┬╗All jene die wir essen sind was Besonderes, sie leben in uns weiter. Vorher waren sie bedeutungslos, durch uns und unsere Erinnerung werden sie erst bedeutsam. Ich kenne seinen Namen nicht, aber er war eines unserer Kinder, dass hier verwahrt wurde. Er ist ganz frisch in die Suppe gewandert. Heute morgen erst, beste G├╝te. Ich dachte ich bringe Dir von der Suppe, da Dein Mentor auch gerne junges Fleisch isst. Verzehrt es aber nur roh, nicht wie Du und ich. Da schau, Arbo ist wieder da┬ź, sagte der Alte und Arbogast gesellte sich wieder zu Robere.

Arbogast
┬╗Die Baronin wird Dich gleich empfangen und Dich in der Familie willkommen hei├čen. Iss erstmal auf┬ź, grinste Arbo.

Robere
┬╗Okay. Vielleicht ist das bei jedem anders oder ich komme noch auf den Geschmack. F├╝r mich war das Besondere eben, dass er schon vorher besonders war. Und ich ihn so behalten konnte. Aber die Suppe schmeckt.┬ź Er a├č sie auf und trank die Br├╝he. Dann stand er auf und grinste Arbogast kurz an.

Arbogast
Arbogast nahm ihm die Sache ab und stellte sie zur Seite. Dann f├╝hrte er Robere in ein Zimmer, dass exquisiter nicht h├Ątte eingerichtet sein k├Ânnen. Samtene Tapeten, schwere Brokatvorh├Ąnge, Teppiche so dick, dass man darin einsank und kein Schritt zu h├Âren war. Als sie eintraten blickten sie auf eine uralte, d├╝rre Frau die wie ein Raubvogel in ihrem Ohrensessel hockte. Trotz ihrer tr├╝ben Augen war ihr Blick erstaunlich wach und scharf. Sie trug extrem teure Kleidung, ihr Haar war kunstvoll zu einer Hochsteckfrisur aufget├╝rmt und goldenen Spangen hielten es, wo es hingeh├Ârte. Ihre scharf geschnittenen Gesichtsz├╝ge mussten in ihrer Jugend wundersch├Ân gewesen sein. Aber jetzt strahlte sie etwas anderes aus, Macht. Diese Frau war hier das Oberhaupt, dem sich alle beugten. Warum, dass konnte Robere nur vermuten, allein des Geldes wegen war es nicht. Denn diese Frau hatte es nicht n├Âtig hier zu leben. Jedenfalls nicht aus finanziellen Gr├╝nden. Man sp├╝rte die Bedrohung die von dieser knorrigen alten Frau ausging. Ein irrationales Gef├╝hl, wenn man sich ihren K├Ârperzustand und ihr Alter vor Augen rief, aber das Gef├╝hl war da und es log nicht.

Robere
┬╗Guten Morgen┬ź, gr├Â├čte Robere h├Âflich, denn inzwischen war es Morgen. Er neigte etwas den Kopf. Er und Arbogast hatten die ganze Nacht durchgefeiert. ┬╗Robere Moreau, Sohn von Kazrar Chud, Freund von Arbogast und Sohn von Archibald von Dornburg.┬ź Sicherheitshalber z├Ąhlte er auf, mit wem er hier alles gut stand und erkl├Ąrte Arbogast zu seinem Freund. ┬╗Ich bin hier, weil Archibald mich ├╝ber seinen Sohn einlud, um zu lernen.┬ź

Baronin
Die alte Frau, die sie nur die Baronin nannten nickte milde, was den Eindruck eines Raubvogels noch verst├Ąrkte. ┬╗Arbo erz├Ąhlte mir schon von Dir. Ein neues Gesicht in der Familie. Lass Dich ansehen Junge, tritt n├Ąher. Du musst Deine Oberin nicht f├╝rchten. Man nennt mich die Baronin, auch Du wirst mich so nennen. Das M├╝ndel der Bestie? Eine Ehre, er ist einer der Besten von uns. Gerissen, stark, hinterh├Ąltig, brutal, mit messerscharfen Verstand, Krallen und Z├Ąhnen gesegnet. Lerne besser als Dein Vater. Ohne Z├Ąhne und Klauen ist man Beute da oben. Du bist jetzt unter Deines gleichen Menschenfresser, willkommen im Scho├č des Zirkels┬ź, sagte sie liebevoll.

Robere
Robere war ├╝berrascht ob der freundlichen Begr├╝├čung und trat etwas n├Ąher, wie sie gefordert hatte. ┬╗Danke, Baronin. Ich bin hier, um Kazrars Ehre wieder herzustellen. Archibald ist ein hervorragender Lehrer, ich hatte gehofft, ihn hier wieder zu treffen. Gibt es ein Erkennungszeichen, falls man sich auf der Stra├če wiedertrifft mit Seinesgleichen? Ich will ungern selbst im Topf landen.┬ź Er l├Ąchelte etwas.

Baronin
┬╗Wenn Du Dich Deiner Haut nicht erwehren kannst, bist Du nicht wert zu leben. Aber wir t├Âten nicht unseres gleichen. Kein J├Ąger t├Âtet einen J├Ąger. Das ist widernat├╝rlich. Schau her┬ź, sagte die alte Frau und zog ganz langsam ihren ├ärmel von Arm und offenbarte den Chaosstern, den Robere auch schon bei Archibald gesehen hatte. ┬╗Unser Stern, unser Zeichen, wir tragen es alle, da wir uns unter diesem Stern versammeln. Und wir beschenken jene damit, die wir verschonen. Oder auch jene von uns geben es weiter, die im Jagdfieber alles um sich herum vergessen. Der Stern f├╝hrt sie heim und l├Ąsst sie inne halten. Hat Dein Vater Dir diesen Stern nicht geschenkt Robere? Erz├Ąhle mir aus Deinem Leben, setz Dich zu F├╝├čen Deiner Oberin┬ź, befahl die Baronin.

Robere
Robere setzte sich auf den dicken Teppich, ein Bein aufgestellt, beim anderen sa├č er auf der Ferse. Es war eine Gewohnheit, denn aus dieser Haltung heraus war er im Notfall praktisch sofort wieder auf den F├╝├čen. ┬╗Ich habe meinen Vater nie kennenlelernt. Er schickte meine Mutter fort, als sie schwanger war, damit ich sicher bin. Aber sie verschm├Ąhte sein Geschenk, sie verschm├Ąhte mich und gab mich in ein Waisenhaus. Von dort aus, von ganz unten, habe ich mich bis zur Leibgarde des Ducs von Souvagne hochgearbeitet. Dann erst traf ich Archibald, der mich erkannte, weil ich Kazrar so ├Ąhnlich sehe. Er nahm mich mit auf die erste Jagd. Vorher habe ich auch schon gejagt, aber anders. Ohne zu t├Âten. Nur um ein wenig Spa├č zu haben. Ich habe gespielt wie ein junges K├Ątzchen mit den M├Ąusen, um zu ├╝ben, ohne zu wissen, wof├╝r. Jetzt wei├č ich es. Und ich habe meine Beute schon identifiziert. Ich muss nur noch herausfinden, wo sie wohnt.┬ź

Baronin
┬╗Du musst viele kleine Beutetiere rei├čen, bevor Du Dich an einen gro├čen Gegner wagen kannst. Hast Du Dein erstes Mahl selbst get├Âtet oder t├Âtete die Bestie f├╝r Dich? Hast Du das Leben genommen, dass Du verschlungen hast? Du warst ein Gardist? Seltsam, aber nicht abwegig, Du hast gejagt, Du hat trainiert, aber nur f├╝r die Fleischeslust in anderer Form. Du hast sie Dir nicht einverleibt. Aber nun bist Du Mitglied dieser Familie. Ob Jagdgl├╝ck oder nicht, Du wirst essen. Allerdings solltest Du Dich bei weniger Geschick, erkenntlich zeigen. K├╝chendienste sind willkommen, es erfordert Kraft und Geschicklichkeit die Beute zu entbeinen. Du wirst Deine Familie noch kennenlernen. Es ist verboten einen der unseren anzugehen. Solltest Du versuchen, hier jemanden zu t├Âten und zu fressen, wird Dir genau das Schicksal zu teil. Unsere Z├Ąhne graben sich niemals in das Fleisch eines Familienmitglieds. Es sei denn, es hat gerade die Familie verlassen Robere. Aber Du bist neu, frisch aufgenommen worden, drum suche Dir ein Quartier. Dies wird das Deine sein und Dir immer zur Verf├╝gung stehen. Gleichg├╝ltig wann Du hier bist, es ist f├╝r Dich da, Dein neues kleines Zuhause. Und vielleicht w├Ąchst es wie Dein K├Ânnen und Dein Ruhm. Wie nennst Du Dich? Ist dies dort Dein Markenzeichen? Der Skorpion?┬ź, fragte die Baronin.

Robere
Robere blickte auf seine t├Ątowierte Hand. ┬╗Mein Markenzeichen? Es ist, was ich bin. Der Skorpion hat keine Haut, sondern einen Panzer. Nichts an ihm ist verletzlich. Er hat Scheren um festhalten und einen Stachel zum Zusto├čen. Er ist ein Kaltbl├╝ter. Sene Kinder sehen bereits aus wie die Erwachsenen und sind nach der ersten H├Ąutung bereit, um zu t├Âten. Obwohl sie noch winzig sind. Schwarzer Skorpion, so nenne ich mich selbst. Ich werde keinen der unseren t├Âten. Die erste Beute t├Âtete Archibald, da er trinken musste und ich a├č davon. Gejagt haben wir zusammen. Wenn es m├Âglich ist, w├╝rde ich gern mein Quartier bei Arbogast beziehen oder neben seinem. Wir verstehen uns gut.┬ź

Baronin
┬╗Dann bist Du der Skorpion. Arbo wird Dir ein Quartier neben seinem geben, dass ist kein Problem. Eine sch├Âne Metapher, sie gef├Ąllt mir. Richte Dir Deine H├Âhle ein Skorpion. Gleichg├╝ltig was dort drau├čen geschieht, Du hast hier nun eine Familie die stets zu Dir h├Ąlt. Vergiss das nie, denn Du bist Teil dieser Familie und wenn einer Deiner Br├╝der oder Schwestern Hilfe ben├Âtigt, wirst Du sie gew├Ąhren. So wie sie Dir gew├Ąhrt wird. Arbo zeig unserem Skorpion sein Zimmer. Du wirst Dir ein neues nehmen. Er soll in der N├Ąhe seines Mentors leben... nein warte. Gib ihm das alte Zimmer seines Vaters. Es liegt gegen├╝ber der Bestie, dies soll er beziehen┬ź, sagte die Baronin. Arbogast nickte, als Zeichen, dass er den Befehl verstanden hatte. ┬╗Komm Robby, folge mir┬ź, sagte er freundlich und f├╝hrte Robere durch einige Flure, vorbei an anderen Zimmern. Einige standen offen, andere T├╝ren waren verschlossen. Ganz so, wie man es selbst im eigenen Haus halten w├╝rde. Niemand schien den anderen zu f├╝rchten oder ihm zu misstrauen. Etwas abseits lag sein Quartier. Arbo ├Âffnete die T├╝r und ging hinein. ┬╗Dein Zuhause. Gegen├╝ber wie die Baronin schon sagte, ist das Quartier von Arch. Du kannst es Dir angucken, aber bitte fass nichts von dem Spielzeug an ja? Dann wird er w├╝tend, sehr w├╝tend┬ź, bat Arbo. Er schien schon die Erfahrung gemacht zu haben, wie w├╝tend Arch wurde, wenn man was angefasst hatte.

Robere
Robere schaute sich um. ┬╗Hier hat Kazrar gewohnt?┬ź, fragte er und seine Stimme klang eine Spur zu l├Ąssig. ┬╗Ist hier noch irgendwas, das ihm geh├Ârte?┬ź (Was sieht er?) ┬╗Ich werde nichts von Archibald anfassen, es ist seins. Wo wohnst du? Ist gut, wenn man jemanden in der N├Ąhe hat, den man kennt. Wir k├Ânnten auch beide unser Bett ins selbe Zimmer schieben, ich bin das gewohnt, mit anderen in einem Raum zu schlafen, es st├Ârt mich nicht und ist lustiger. Den anderen Raum k├Ânnen wir dann anders nutzen, anstatt zwei Schlafzimmer zu haben. Die Baronin war nett, das hat mich ├╝berrascht. Sie sah erst nicht so aus. Wer ist sie, oder sollte man das nicht fragen?┬ź

Arbogast
Arbogast setzte sich auf Roberes Bett und schaute erstaunt zu ihm auf, ehe er sich gefangen hatte und grinste. ┬╗Ich w├Ąre ein Zimmer weiter gezogen, also neben Dir. Der Fl├╝gel hier ist nicht so bewohnt, da er etwas absteits liegt. Aber so mag Archibald es. Alles wars hier steht, geh├Ârt Deinem Vater. Es wurde einfach so gelassen, ich glaube f├╝r Arch, ich kann es Dir nicht sagen. Er zeigt zwar meist, dass ihn Kazrar nervte, aber nimm hier mal etwas weg, dann wei├čt Du wie hart er zuschlagen kann. Die Baronin, wer sie wirklich ist, wissen nur sehr wenige Robby und ich geh├Âre nicht dazu. Ich wohne gerne mit Dir in einem Zimmer, dass freut mich dass Du mir das anbietest. Dann m├╝ssen wir hier etwas Platz schaffen, oder wir stellen Dein Bett lieber r├╝ber in mein Zimmer was?┬ź, fragte Arbo und schaute sich die Sachen in Kazrars Zimmer an. Der alte Schreibtisch auf dem immer noch die Feder und das Tintenfass standen. Die Tinte war schon l├Ąngst ausgetrocknet und die Feder unbrauchbar geworden. Eine kleine ├ľllampe hatte seinerzeit die Schreibarbeiten seines Vaters erhellt, sie war in einem Stil gehalten, den Robere nicht kannte. Vermutlich war dies die Dekorationsweise der Arashi. Ein Waschtisch war ebenso vorhanden, wie ein gem├╝tlicher Stuhl, einige zusammengerollte B├╝ndel, die sich als Folterwerkzeuge herausstellten. Aber sie waren nicht gepflegt, sondern rein, makellos und unbenutzt. Sein Vater schien sie nur besessen zu haben. Es gab einige B├╝cher, aber diese konnte man an einer Hand abz├Ąhlen. Auf dem Beistelltisch lag ein kleiner handgewebter Teppich, er war abgegriffen, sein Vater schien ihn oft zur Hand genommen zu haben. Und als Robere das gleiche tat, erkannte er das Motiv des Teppichs, es war eine ferne, kalte Landschaft, die dennoch etwas in seinem Herzen ber├╝hrte. In einem kleinen Regal lagen einige Kerzen und ein dazugeh├Âriger St├Ąnder, auch sie waren unbenutzt, aber vermutlich deshalb, weil Kerzen hier sehr teuer waren. Ein Humpen stand auf der Bettkiste und daneben lag ein Messer, keine Waffe sondern Besteck. Der Teppich vor dem Bett war bereits so d├╝nn, dass man die Dielenbretter hindurchscheinen sah.

Robere
Robere schaute sich alles and├Ąchtig an. Je mehr er es sich ansah, umso flauer wurde ihm im Magen. Er kannte das Gef├╝hl der Leere, das sich nun in ihm ausbreitete und ihn daran erinnerte, das etwas fehlte. ┬╗Schei├če┬ź, sagte er und setzte sich auf das Bett. Er brauchte einen Moment. Dann sagte er: ┬╗Wenn wir hier umr├Ąumen, machen wir damit was kaputt, die Wirkung, die Erinnerung. Und Archibald wird sauer. Ich hab eine bessere Idee. Wir rei├čen die Wand da weg. Hier ist eh alles marode und die tr├Ągt nicht. Wir machen einen richtig gro├čen Wanddurchbruch. Dann hat trotzdem jeder seins, aber wir sind nicht allein. Schei├če. Wann starb Kazrar? Seine Handschrift, das h├Ątte ich sein k├Ânnen, wenn ich diese Schrift beherrschen w├╝rde. Der Wandteppich, das ist sicher Arashima, oder? Und was sind das f├╝r B├╝cher? Kacke.┬ź Er rieb sich die Stirn.

Arbogast
Arbo wusste nicht wie er reagieren sollte, sollte er Robere einen Arm um die Schulter legen? Oder w├╝rde das den and├Ąchtigen Moment st├Âren? Er lie├č es sein und blieb ruhig neben ihm sitzen. Dies hier war seine Vergangenheit die ihn zudem mit Archibald verwob. ┬╗Kazrar starb vor 27 Jahren, da war Archs Sklave Dave 16 Jahre alt. Das wei├č ich daher, da Arch sagte, so langsam ├╝berlegte er Dave abzusto├čen, da er alt wurde und unansehlich und dann starb Kaz. Es muss also vor 27 Jahren gewesen sein. Arch hat so eine Angewohnheit Dinge die einen Meilenstein markieren unangetastet zu lassen. Das Haus von Deryas Mutter ist ebenfalls so. Alles von ihr ist noch dort, aber er hat es umgedokiert um sie zu ehren. Er hat sie geliebt, auf seine Art. Und auch wenn er es nie zugeben w├╝rde, Deinen Vater auch. Je mehr er schimpft, je mehr er Dich beleidigt, je mehr bedeutest Du ihm. Wenn Du ihm nichts bedeutest, meckert er nicht. Aber sag ihm das nicht, sonst schl├Ągt er mir daf├╝r die Schnauze ein. Was das Bild zeigt, wei├č ich nicht Robby. Es k├Ânnte Arashima sein, oder jeder andere Ort, ich wei├č nur, dass es sehr sch├Ân dort ist. Schnee und alles sieht so sauber aus, er verdeckt den ganzen Dreck. Ob Obenza auch so auss├Ąhe mit Schnee? Wir machen dass so wie Du gesagt hast, wir machen den Durchbruch. Ja hier ist immer noch ein Hauch von Deinem Vater anwesend, so als kommt er jeden Moment wieder nicht wahr? Ich kann diese B├╝cher nicht lesen Robere und ich kann auch die Schrift nicht lesen. Was es bedeutet musst Du Archibald fragen. Ich freue mich, mit Dir zusammenzuwohnen┬ź, sagte Arbo gl├╝cklich und traurig zugleich.

Robere
┬╗Ja, ich freu mich auch. Allein sein ist nicht so gut, das sollte man vermeiden. Vor 27 Jahren, da war ich neun. Er h├Ątte nur noch ein paar Jahre l├Ąnger m├╝ssen. Sie h├Ątten Dave und Ansgar viel fr├╝her schon braten sollen, aber das hole ich nach. Ansgar vor allem, er war der M├Ârder. Ich muss diese Schrift lernen, damit ich den Brief da von meinem Vater lesen kann oder die Notizen. Irgendwas steht da und ich will wissen, was. Oder habt ihr hier jemanden, der das kann?┬ź, fragte er hoffnungsvoll. ┬╗Ich sag Archibald nichts, keine Sorge. Wir sind ab heute Br├╝der, so lange wir hier sind, einverstanden?┬ź

Arbogast
┬╗Nein alleinseins ist manchmal ziemlich hart und entweder man geht kaputt oder findet einen Ausweg, meist ist der fl├╝ssig. Br├╝der? Wir sind Br├╝der, wir geh├Âren der selben Familie an. Aber... unsere Familie ist eine Familie die keine Schw├Ąche duldet. Du kannst in der Jagd versagen, aber Du darfst nicht innerhalb der Familie versagen, merke Dir das. Du willst selbst die scharfen Z├Ąhne tragen und nicht kennenlernen. So richten sie Verr├Ąter hin, also ├╝berlege Dir gut, falls Du sowas planst wie die B├╝ttel zu rufen. Sie werden Dich niederkn├╝ppeln, auf einen Tisch fesseln und dann wird jeder Scharfzahn anfangen zu fressen, w├Ąhrend Du dort liegst und hoffst es ist bald vorbei. Und denk dran, Dein Mentor hat zwei T├Âchter, die sich schon die Z├Ąhne verdient haben und eine frisst gerne Schw├Ąnze. Das ist kein Scherz. Also f├╝r oder gegen uns, ein dazwischen gibt es nicht und Du hast daf├╝r gew├Ąhlt Robby. Ich sage Dir das, damit Du auf Dich aufpasst. Nun er hat sie nicht t├Âten d├╝rfen, durch Alastair, sonst h├Ątte Arch die beiden wohl schon viel fr├╝her umgelegt. So wie ich ihn verstanden habe. Nur Dave darfst Du nicht anr├╝hren, er geh├Ârt Arch. Er will ihm beweisen, dass er immer noch Macht ├╝ber ihn hat. Das hat er zuletzt getan, als er sich in ihrem Haus einnistete und zwei ihrer Leute einfach t├Âtete. So ist er drauf. Du behauptest Du hast keine Angst vor ihm? Dann frisst er Deine Familie vor Deinen Augen, oder rei├čt Deinem besten Freund die Zunge aus dem Hals und erdrosselt ihn damit. Immer noch keine Angst? Drum zeig Respekt vor ihm, oder es endet nicht gut. Aber wenn Du ihm vertraust und respektierst, wird er Dich besch├╝tzen, so wie er Kazrar besch├╝tzt hat. Soweit er konnte. Diese Schrift ist die Schrift der ├ältesten. Ich wei├č nicht was das Zeug hei├čt, aber Arch kann es lesen und Kaz konnte es auch scheinbar. Er schreibt manchmal sowas und einige Zeichen auf seiner Haut zeigen was davon. Aber dass soll er Dir selbst erkl├Ąren. Hast Du au├čer dem Skorpion eine T├Ątowierung? Ich habe zig, ich glaube dass habe ich von meinem Alten, ich wei├č nicht warum, aber die beruhigen mich┬ź, grinste Arbo freundlich.

Robere
┬╗Ich hab nur die eine. H├Ątte ich weitere, w├Ąren das vermutlich auch wieder Skorpione. Wobei die Baronin meint, ich brauch den Chaosstern. Aber wo kommt der hin? Wo hast du deinen? Ich habe nicht vor, euch zu verraten, Arbo. Mich geht das hier alles beruflich nichts an, es ist au├čerhalb von Souvagne, also was interessiert es mich. Es interessiert mich nur dahingehend, dass essen und jagen lernen will. Und obendrein hab ich ein Dach ├╝ber dem Kopf. Dass sie sich hier alle Familie nennen, da bin ich zur├╝ckhaltend. Ich warte noch ab, was ich davon halte, bisher hatte ich nie eine, au├čer Boldi, der mein Bruder ist. Du darfst seine Vertretung spielen.┬ź Er grinste etwas. ┬╗Ich werde mich zu benehmen wissen. Ich k├Ânnte kein Gardist sein, k├Ânnte ich mich niemandem unterordnen und keine Anweisungen befolgen oder keine Regeln einhalten. Ich werde tun, was man von mir verlangt. Ist nicht n├Âtig, dass Archibald seine T├Âchter auf meinen Schwanz ansetzt.┬ź

Arbogast
┬╗Die Familie meint es so. Wenn Du in Schwierigkeiten bist, schicken sie einen der besten J├Ąger und der haut Dich raus, oder die kommen auch von alleine. Oder wenn Du eingebuchtet bist, entweder zahlt wer, oder die hauen Dich raus. Wenn Du verfolgt wirst, verstecken sie Dich. Hier oder woanders, damit Du nicht ins Kittchen kommst oder umgebracht wirst. Das ist wahr, es ist alles wahr Robby. Du darfst hier alles und Du wirst alles sehen, Dinge die Du nicht f├╝r m├Âglich gehalten hast, so grausam und abartig, dass sogar uns der Magen rebelliert. Aber sie sind erlaubt, normal, jeder darf essen und Spa├č haben wie er mag. Es gibt nur wenige Verbrechen, die man hier kennt. Eines ist Verrat, das andere ist Angriff auf ein Familienmitglied. Meinen Stern trage ich auf dem Arm. Na Arch setzt Derya nicht auf Deine Nudel an, dass macht sie schon immer so, dass ist ihr Ding┬ź, lachte Arbo.

Robere
Robere feixte kurz. ┬╗Na wenn sie meint ... Meine Familie war bisher mit einer Person sehr ├╝berschaubar und Jahre hatte ich gar keine. Drum bin ich da eher abwartend, dass auf einmal hunderte Leute meine Familie sein sollen. Vorerst bist das du, Arbo. Also was sind meine Pflichten? Wie ist hier der Ablauf und wie oft wird trainiert?┬ź

Arbogast
┬╗Du hast einen Mentor, der k├╝mmert sich um Dein Training und Deine Ausbildung. Ich gebe die Vertretung. Ansonsten hilft jeder mit. Wenn Du jagen gehst und hast was ├╝brig, bring es her. Wenn Du siehst es ist nur noch wenig da, geh und hol was. Es ist keine gro├če Planung dahinter. Es kann sein dass Du Tage nichts zu tun hast, oder sehr viel, weil Dich die ├älteren um was bitten oder Dir eine Aufgabe geben. Die musst Du dann erf├╝llen. Aber das ist nicht schlimm und es f├Ąllt auch immer was f├╝r einen ab, meist was Leckeres. Oder Du musst in der K├╝che helfen, die Arbeit ist vom Schleppen her schwer, sonst leicht. Manchmal muss auch was renoviert werden, also so durchgeplant wie Dein Leben war, ist es hier nicht. Man treibt dahin, so w├╝rde ich es sagen. Gezieltes Dahintreiben. Ich bin gerne Dein Bruder, wir k├Ânnen morgen mit dem Training anfangen, wenn wir alles f├╝r Dich eingerichtet haben. Oder wir machen den Durchbruch. Wie Du m├Âchtest┬ź.

Robere
┬╗Dahintreiben? Arbo, das geht nicht, ich kann nicht ewig bleiben, meine Zeit ist begrenzt. Ich muss sie effektiv nutzen. Ich will Ansgar erledigen! Und zwar m├Âglichst bald. Wenn ich zu lange fort bleibe, verliere ich meine Arbeit in der Leibgarde und das will ich auf keinen Fall. Zwei Wochen, dann muss ich wieder abreisen. Wer ist mein Mentor, Archibald? Aber wo bleibt der?┬ź

Arbogast
┬╗Er ist weggeflogen, zu irgendeiner Stadt. Klingt komisch, ist aber so. Er kann fliegen, als Vampir. Nicht dass Du was falsches denkst, ich w├╝rde Drogen nehmen oder so. Dann wird Nori Dich trainieren, die ist fit und bekommt auch Dich fit! Ich verspreche es Dir┬ź, lachte Arbo gut gelaunt.

Robere
┬╗Gut, morgen fangen wir fr├╝h mit dem Training an und danach rei├čen wir die Wand raus. Aber l├Âte dich nicht vorher zu, sondern erst danach, ja? Oder f├Ąngst du fr├╝h schon an mit Trinken? Dann m├╝ssen wir das andersrum machen.┬ź

Arbogast
┬╗Ich trinke nur ganz selten mal hier und da einen winzigen Schluck. Ich bin trotzdem immer einsatzbereit, Du wirst gar nichts davon merken┬ź, versicherte Arbo.

Robere
┬╗Na dann ... notfalls mach ich das auch selbst und du sitzt besoffen rum. Gut, wann kommt Nori morgen?┬ź

Arbogast
┬╗Ich mache mit, glaub mir doch. Ich war heute auch den ganzen Tag fit oder? Sie kommt heute Abend schon rein. Sie wohnt hier! Dann frage ich sie gleich, ob sie Dich trainiert. Sie hat schon ihre Z├Ąhne Robby┬ź.

Robere
┬╗Sie wohnt hier? Hier wohne ich mit dir! Zwei Betten.┬ź

Arbogast
Arbo lachte sich ├╝ber Robere schlapp. ┬╗Robby nicht in diesem Raum, sondern beim Zirkel. Ihr Quartier ist weiter vorne. Ich zeige es Dir heute Abend. Du kannst sie im Aufenthaltsraum sprechen, oder bei ihr. Sie wohnt bei der Familie, nicht bei Dir in der Bude┬ź, lachte Arbo.

Robere
┬╗Ich dachte schon, Mann, hier ist alles m├Âglich. Dann reden wir am besten sp├Ąter noch mit ihr, bevor wir ins Bett gehen. Aber dass ich in zwei Wochen abreise ist in Ordnung, ja? Mich wird keiner hier festhalten oder mir den Zirkel hinterherschicken?┬ź

Arbogast
┬╗Nee wieso? Du bist frei, Du kannst gehen wohin Du willst. Aber steckst Du in der Schei├če, sind wir f├╝r Dich da. Warum solltest Du nicht gehen d├╝rfen? Nori hat auch Arashiblut in den Adern, so wie Du Robby┬ź, sagte Arbo leise.

Robere
┬╗Vielleicht wei├č sie dann was ├╝ber den Teppich und die anderen Dinge hier. Ich werde sie fragen. Gut, dann bin ich ja erleichtert. Es gibt Gruppierungen, die halten einen fest. Drum frage ich.┬ź

Arbogast
┬╗Bei uns h├Ąlt Dich nichts und niemand. Du kannst Jahre wegbleiben, das ist gleich. Wenn Du den Zirkel brauchst, ist er f├╝r Dich da. Manchmal braucht er Dich, dann musst Du auch helfen. Es ist ganz einfach und locker. Aber anderes ist f├╝r mich wieder schwer, weil es so locker ist. Das erkl├Ąre ich dann, wenn ich ein Beispiel habe┬ź, sagte er freundlich und machte es sich auf dem Bett bequem. ┬╗Sie kann das nicht lesen, aber sie kann Dir sagen woher das Bild ist. Ihre Mutter war Tarul. Archs Sklavin, jene die Kazarar f├╝rchtete und beneidete┬ź, erkl├Ąrte Arbo.

Robere
┬╗Na ja, das muss mich und Nori ja nicht betreffen, vielleicht kommen wir gut aus, auch wenn unsere Eltern sich nicht leiden konnten. Wenn es dir zu locker ist, kann ich dir helfen. Ich brauch Routine, du kannst meine einfach mitmachen, sobald ich hier eine gefunden habe.┬ź

Arbogast
┬╗Nein dass wollte ich auch nicht sagen, ich wollte nur sagen, dass Euch Arashiblut verbindet Robby, kein Streit. Ich werde es versuchen, vielleicht bekomme ich dann mal was Struktur in mein Leben. Das w├Ąre nicht schlecht┬ź, freute sich Arbo und nahm einen Schluck Schnaps.

Robere
┬╗Wie alt bist du?┬ź, fragte Robere und musterte Arbogast.

Arbogast
┬╗Schon 42 Jahre, warum fragst Du?┬ź, hakte Arbogast nach.

Robere
┬╗H├Ątte dich ├Ąlter gesch├Ątzt. Zwei Wochen reichen nicht aus, um dich in Form zu bringen, aber vielleicht kannst du was aus der Zeit minehmen. Du hast stabile Knochen, das sieht man an deinen Handgelenken. Du k├Ânntest gut Muskulatur ansetzen.┬ź

Arbogast
┬╗Danke. Ja Arch sagt ich schmei├če weg, was er mir schenkte. Aber der hat oft gut reden. Der K├Ârper ist nicht alles wei├čt Du? Der Geist, an den muss man auch denken. Und ich bin nicht er. Und er versteht mich manchmal nicht. Oder ich ihn, was er will. Ich werde versuchen was fitter zu werden und was weniger weich. Ich hoffe ich bekomme das hin┬ź, gr├╝belte Arbo

Robere
┬╗An den Geist? Meinst du wegen schnelle Reaktionen, Auge-Hand-Koordination, Planung und so was? Klar, das braucht man auch. Oder wovon sprichst du?┬ź

Arbogast
┬╗Davon dass ich anders denke als er, ich bin nicht so schnell im denken, so raffiziert oder so hart. Er denkt blitzschnell und zack. Und ich gr├╝bel und dann ist alles vorbei und die Opfer lesen Zuhause beim Tee ein Buch┬ź, st├Âhnte Arbo

Robere
┬╗Geschwindigkeit im Angriff kann man lernen┬ź, erkl├Ąrte Robere. ┬╗Meist liegt das daran, dass die Routine fehlt. Der Drill, der Automatismus. So dass dein K├Ârper das Denken ├╝berspringt. Ich lass mich von Nori und Archibald anlernen und sehe, worauf es ankommt und dann bringe ich es dir bei. Zumindest so weit, dass du allein weiter├╝ben kannst.┬ź Er bezweifelte, dass Arbogast das tun w├╝rde, aber er wollte ihm die Chance geben.

Arbogast
┬╗Na aber wenn ich nicht nachdenke, wird es nicht funktionieren. Und wenn ich nachdenke, funktioniert es auch nicht. Ich werde einfach mal schauen, wie Du das machst und mit├╝ben. Aber alles andere bringe ich Dir bei, wo man lauert, wo man Beute findet. Die Schnelligkeit bekommst Du von allein. Bei mir dauert das nur wohl etwas l├Ąnger....┬ź

Robere
┬╗Schnelligkeit wird nicht das Problem sein. Eher, die Regeln dieser Stadt zu kennen und dieser Art der Jagd. Arbo, auch du kannst Geschwindigkeit lernen. Oder k├Ânntest. Aber du kannst auch arschlangsam sein und trotzdem erfolgreich. Dann denkst du dir eben was aus, wenn du gern denkst.┬ź

Arbogast
┬╗Gerne denken? Man ich denke doch nicht gerne, ich mach das einfach. Oder versuche gut zu planen. Planung ist das A und O, sagt mein Vater. Und w├Ąhrend ich plane, essen andere schon. Ich werde es mal ohne Plan und Denken versuchen, kann ja nur besser werden┬ź, grinste er verlegen und hielt Robere die Flasche hin. ┬╗Nimm einen Schluck und lass uns einen Moment ausruhen┬ź, sagte Arbo und kratzte sich den Bauch.

Robere
Robere z├Âgerte kurz, da Arbogast ziemlich heruntergekommen war, ehe er sich dazu entschied, einen Schluck zu nehmen. ┬╗Danke.┬ź Da Arbogast schon lag, zog er ihm die Schuhe aus und dann sich, zog ihm das Kissen weg und legte er sich anders herum dazu, so dass seine F├╝├če bei Arbogasts Kopf herauskamen. So hatten sie mehr Platz. ┬╗Na dann ... letzte Frage. Hast du schon Z├Ąhne?┬ź Er g├Ąhnte.

Arbogast
┬╗Nein ich habe noch keine Z├Ąhne, die muss ich mir noch verdienen. Derya und Nori haben Z├Ąhne. Ich muss mein erstes Opfer noch fangen und erledigen. Vielleicht packen wir das ja zusammen?┬ź, schlug er vor und musterte mit zusammengekniffenen Augen Robbys F├╝├če.

Robere
┬╗Meine F├╝├če sind sauber┬ź, bestimmte Robere und dr├╝ckte Arbogast den Fu├č mitten ins Gesicht. Dann legte er die F├╝├če ├╝bereinander und r├╝ckte sich bequem zurecht. Er kuschelte sich auf Kazrars Kissen. Es war idiotisch, das anzunehmen, aber er versuchte, den Geruch seines Vaters darin wahrzunehmen. Es roch nach nichts als nach altem Kissen. Er schloss die Augen. ┬╗Du kannst mir bei Ansgar helfen, wir erledigen ihn gemeinsam. Ich stelle die Ehre meines Vaters wieder her und du deine eigene. Ich hoffe, du schnarchst nicht.┬ź Das hie├č so viel wie Gute Nacht.

Arbogast
Arbo grunzte kurz auf, als Robby ihm den Fu├č ins Gesicht dr├╝ckte. ┬╗Man ich habe nur geguckt, weil wer schl├Ąft so? Au├čer Du, naja vermute ich┬ź, sagte Arbo und w├Ąlzte sich auf die Seite. ┬╗Ich schnarche nicht, schlaf gut Robby, wir werden Deinen Vater r├Ąchen. Du bist der erste Bruder den ich habe, ich pack mit an┬ź.

Robere
Robby grunzte ebenfalls, stie├č Arbo kurz mit dem Knie und meinte: ┬╗Du bist mein zweiter. Und wieder ein Gro├čer.┬ź Dann schlief er schon ein.

Arbogast
Arbo packte sein Kissen auf Robbys F├╝├če und schlief so ebenfalls ein.

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#17

Beitrag von Robere » Mi 18. Jul 2018, 00:06

Archibald von Dornburg
Arbogast f├╝hrte Robere durch das Hauptquartier des Zirkels der Menschenfresser. Er zeigte ihm die Aufenthaltsr├Ąume, die K├╝chen, die Entbein-K├╝che in der er arbeitete, f├╝hrte ihn zu den einzelnen Quartieren und nannte zig Namen, Codew├Ârter und sonstiges, was Robere angeblich alles wissen musste. Dabei erkl├Ąrte es Arbogast so schnell, dass Robere M├╝he hatte, dem ganzen Gequassel von Arbogast zu folgen. Er merkte, dass sein Gastgeber wohl nicht oft Gelegenheit hatte, jemanden derma├čen zuzutexten und jetzt nutze Arbo dies aus. Eine kleine dicke Frau spazierte an ihnen vorbei und schob sie kurzerhand zur Seite. Die Dame hatte schon zu Anfang Robere freundlich zugenickt, nun war sie mit gro├čen Fleischst├╝cken unterwegs in die K├╝che. Arbo lief genau in die andere Richtung, weg von dem verf├╝hrerischen Duft eines saftigen Bratens und f├╝hrte Robere zu einem kleinen Zimmer. In die T├╝r waren seltsame Zeichen geritzt, der Chaosstern befand sich auch darunter. Arbo l├Ąchelte aufmunternd, klopfte und schob Robere vor sich.

Nori
Man h├Ârte nichts, aber einen Augenblick sp├Ąter wurde die T├╝r aufgerissen und eine kleine Frau die Robere gerade bis zur Brust ging, schaute grimmig nach drau├čen. Ihre Haar war schwarz, ihre Haut gebr├Ąunt und selbst Ihr Gesicht war t├Ątowiert. Sie schien mit jemand anderem gerechnet zu haben, denn sie hielt verdutzt inne und schaute nach oben. Als sie Robere in die Augen schaute grinste sie breit und entbl├Â├čte ein Gebiss, auf das jeder Piranha neidisch geworden w├Ąre. ┬╗Nori dass ist Robere, Robere Nori┬ź, t├Ânte es hinter Robbys R├╝cken hervor. Der Blick von Nori verfinsterte sich. ┬╗Du bist mit diesem Schnorrer unterwegs?┬ź, fragte sie Robere misstrauisch.

Robere
┬╗Robby┬ź, korrigierte Robere, der seinen Namen nicht leiden konnte, der ihm ohne Liebe anhand einer Liste verliehen worden war. Robby war die naridische Form, die Boldisz├ár vorgeschlagen hatte und damit war Robere zufrieden. ┬╗Der Schnorrer ist mein Bruder und er hat nicht geschnorrt. Ich hab ihn eingeladen und wir hatten einen geilen Abend. Er meint, wir zwei m├╝ssen uns kennenlernen. Archibald ist mein Mentor, aber er treibt sich rum. Mir sitzt etwas die Zeit im Nacken.┬ź

Nori
┬╗Das ist nicht die Zeit, sondern Arbogast die Zecke. Die Zeit, wieso? Erz├Ąhl. Archibald ist mein Vater, sch├Ân Dich kennenzulernen. Nun er wird schon einen Grund haben, dass er Dich w├Ąhlte? Bist Du schon erwacht?┬ź, fragte sie leicht misstrauisch.

Robere
┬╗Ja, aber noch nicht selbst Beute geschlagen. Zumindest keine, die ich mir einverleibt h├Ątte. Er hat mich erw├Ąhlt, weil ich der Sohn von Kazrar bin. Ich bin hier, um die Ehre meines Vaters wieder herzustellen und meine Z├Ąhne zu verdienen. Arbo ist in Ordnung und so lange ich hier bin, geh├Âren wir zusammen. In zwei Wochen muss ich zur├╝ck in meiner Heimat sein, sonst verliere ich meine Stelle.┬ź

Nori
Die kleine Frau r├╝mpfte die Nase, so dass sie voller Falten war. ┬╗Was bist Du denn f├╝r einer? Du jagst nur im Urlaub? So wirst Du niemals Deine Z├Ąhne bekommen, Du musst Dich ganz der Jagd verschreiben, f├╝r sie leben, mit ihr leben und durch sie leben. Wof├╝r meinst Du sind die Z├Ąhne da? Na von mir aus, wenn Ihr zwei Euch so gerne habt, so ein Urlaubsflirt ist ja was Feines┬ź, lachte sie wie eine kleine Giftspinne.

Robere
Robere grunzte belustigt. ┬╗Kannst du mich anlernen, bis dein Vater zur├╝ck ist? Und noch was. Kannst du diese Schrift lesen?┬ź Er zeigte auf die Zeichen, die in ihre T├╝r geritzt waren. ┬╗Oder ist das nur Zierde?┬ź

Nori
┬╗Ich kann sie lesen und ich habe sie da hinein geritzt. Da steht Frieden, Freude, Barmherzigkeit und Glaube. Dich anlernen? Ja gut, dass mache ich, wir sind uns also einig ja?┬ź, lachte sie mit einem Grinsen dass fast bis zu ihren Ohren reichte.

Robere
┬╗Einig worin? Ich hab im Quartier von Kazrar B├╝cher in dieser Schrift, ich will wissen, wie sie hei├čen. Und er hat irgendwas aufgeschrieben, da ist ein Brief oder ein Notizzettel, keine Ahnung.┬ź

Nori
┬╗Bist Du immer so leichtgl├Ąubig, leichtgl├Ąubiger Robby? Wie hei├čt Du? Wie ist Dein Jagdname. Dort an der T├╝r steht mein Name. Du kannst mir den Brief ja zeigen, dann ├╝bersetzte ich ihn Dir. Wo hast Du ihn? Kazrar war fr├╝her von Arch das M├╝ndel, wusstest Du das? Vermutlich ja. Er war wohl nicht sehr gut was das Jagen anging, aber Arch hat ihn gemocht. Er sagt sowas nur nie. Gehen wir zu Deinem Quartier┬ź, schlug sie vor.

Arbogast
Arbogast musterte Nori und nickte zustimmend. ┬╗Gehen wir zur├╝ck, dann kann sie es sich angucken. Auch das Bild, sie wird wissen wo genau das ist. Oder wo zumindest der Ort liegt. Vermute ich jedenfalls┬ź, grinste Arbo.

Robere
Robere grinste etwas. ┬╗War mir schon klar, dass du M├╝ll erz├Ąhlt hast und dass da nix von Barmherzigkeit steht. Bist du die Tochter, die Schw├Ąnze frisst? Mein Jagdname ist Skorpion und deiner?┬ź Er wandte sich an Arbogast. ┬╗Und du hast mir deinen auch noch nicht gesagt.┬ź Er gab den Weg vor und lie├č die beiden in sein neues Quartier eintreten. Alles war noch genau so eingerichtet, wie vor seiner Ankunft, er hatte alles, was er in die H├Ąnde genommen hatte, wieder an exakt den selben Platz gelegt und sogar den Stuhl genau so wieder hinger├╝ckt. Nur das Bett, in dem er und Arbogast den Tag verschlafen hatten, war perfekt gemacht und weder im Laken noch in der Decke war auch nur eine Falte zu finden. ┬╗Der Brief liegt auf dem Tisch.┬ź Robere war unwohl, jemanden das einzige anfassen zu lassen, was ihm an pers├Ânlicher Erinnerung von seinem Vater geblieben war, aber bis er hier eingezogen war, hatte auch jeder Zutritt gehabt und niemand hatte es gewagt, den Raum gegen├╝ber von dem Archibalds zu verw├╝sten oder etwas zu zerst├Âren. Nori w├╝rde gut damit umgehen.

Nori
┬╗Wer wei├č? Vielleicht bin ich ja die Schwanzbei├čerin? Da musst Du sch├Ân vorsichtig sein oder Robby?┬ź, lachte Nori und wurde dann ernst. Sie schaute sich in dem Quartier um und strich sich ├╝ber das Kinn. ┬╗Es ist alles wie es immer war, denn niemand r├╝hrt hier etwas an. Der Skorpion? Das klingt gut. Die schwarze Witwe bevorzugt es, ihren Opfern den Schwanz abzubei├čen. Derya tr├Ągt den Namen die schwarze Witwe┬ź, antwortete Nori. Arbogast reichte ihr den kleinen Handteppich. Sie nahm ihn vorsichtig, fast behutsam entgegen und schaute ihn lange an. ┬╗Das ist Hisae Yokota, ein kleines Fleckchen gegen├╝ber von Milat Sil auf dem Gebiet der Arashi. Daher stammten die Vorfahren Deines Vaters. Es grenzt an das Reich der Frostalben. Dein Vater war ein Mischling genau wie ich, dass hat mir Archibald verraten. M├Âchtest Du diesen Ort aufsuchen? Ich bin die schwarze Mamba┬ź, erkl├Ąrte Nori.

Robere
┬╗Ich wei├č nicht, was ich allein dort soll. Mein Vater hat dort nie gelebt, wenn ich das richtig verstanden habe. Klar w├Ąre es interessant, zu schauen, wie die Gro├čeltern lenten, aber mir fehlt die Zeit und die M├Âglichkeit. Ich w├╝rde gern erst einmal das, was ich hier von ihm habe, anschauen und ergr├╝nden. Was sind das f├╝r B├╝cher und was steht da auf dem Zettel? Wo hat er hier in Naridien gelebt, bevor er zum Zirkel kam? Wie kam er ├╝berhaupt zum Zirkel? Solche Sachen.┬ź Er betrachtete den Teppich in Noris H├Ąnden und war froh, dass sie so sorgsam damit umging. Es war seltsam, pl├Âtzlich einen Bezug zu seinen Vorfahren zu haben. So musste sich ein abgeschnittener Ast f├╝hlen, der Wurzeln schlug, nachdem man ihn in die Erde gesteckt hatte. Robere war noch nicht sicher, ob ihm das Gef├╝hl gefiel. Es war fremd. ┬╗Schwarze Mamba. Schwarze Witwe. Alle hei├čen was mit Schwarz. Ich bin der Schwarze Skorpion, aber wir haben auch alle schwarze Haare. Au├čer Arbo. Arbo, sag doch mal deinen Namen! Oder hast du keinen?

Arbogast
Arbo zuckte die Schultern. ┬╗Nein nicht wirklich, ich habe keinen Jagdnamen. Die Sachen hier sind direkt von Deinem Vater und hier hat er gelebt. Wo er vorher gelebt hat, dass kann ich Dir nicht sagen, dass m├╝sste Archibald wissen. Aber wie er zum Stab von Dunwin kam, dass wei├č ich. Archibald hat ihm den Job besorgt. Und so haben sie auch au├čerhalb des Zirkels zusammengearbeitet. Aber wo er vor dem Zirkel gearbeitet hat, oder f├╝r wen, das kann nur Archibald wissen. Wenn ich einen Kampfnamen w├Ąhlen w├╝rde, dann was mit einem Fuchs. Die sind schlie├člich clever und bringen Gl├╝ck┬ź, grinste er.

Robere
┬╗Und warum hast du keinen? Bei mir wollte die Baronin gleich als erstes wissen, wie ich mich nenne. Du musst doch einen Namen haben. Wenn dir Fuchs gef├Ąllt, dann bist du eben das. Der rote Fuchs. Deine Haare sind ja auch rotbraun.┬ź Er wusste selbst am besten, wie es war, einen Namen zu tragen, den man nicht mochte und wie gut es sich anf├╝hlte, endlich so zu hei├čen, wie man es w├╝nschte. ┬╗Schei├če, dass Archibald unterwegs ist. So viele offene Fragen und so wenig Zeit.┬ź

Nori
Nori starrte kurz ihren Halbbruder und dann Robere an, ehe sie das Buch zur Hand nahm und darin las. ┬╗Augenlose Gesichter in ewiger Finsternis, Tentakel die unterhalb der Oberfl├Ąche der Dunkelheit bleiben, im tr├╝ben Wasser dahingleiten wie Tr├Ąume, niemals enden wolltende Nacht... Das sind Gebete oder besser gesagt Verse an die ├ältesten. Kaz betete sie an, Archibald ebenso. Was sie wirklich sind, wei├č niemand. Aber Arch beschreibt sie als eine Art Kn├Ąul aus Tentakeln, die einem beistehen, wo einen die G├Âtter schon l├Ąngst verlassen haben. Man muss ihnen loyal und treu dienen, dann erh├Âren sie einen und man wird eines ihrer Kinder. Arch geht davon aus, dass sie einen besch├╝tzen und einem beistehen auf der Jagd und dass man sich in ihrem Namen die Z├Ąhne verdienen muss. Denn die Z├Ąhne symoblisieren unsere menschlichen Schw├Ąchen und mit dem Ansch├Ąrfen werden wir zu J├Ągern. Und das widmen wir den ├ältesten. Ob Du daran glaubst, bleibt Dir ├╝berlassen, aber Arch wurde nie gestellt und er hat lange gejagt und jagt heute noch. Schau Dir mal sein Beinhaus an┬ź, sagte Nori und reichte Robby das Buch mit beiden H├Ąnden zur├╝ck.

Robere
Robere nahm das Buch in die H├Ąnde und besah es sich. ┬╗Mein Vater wurde umgebracht von diesem naridischen Schwein. Aber er wird ger├Ącht werden. Wenn ihm die ├ältesten viel bedeuteten, werde ich das in ihrem Namen tun, auch wenn ich es nicht mit G├Âttern habe. Ich tue es f├╝r ihn.┬ź Er dr├╝ckte das Buch an seine Brust. ┬╗Ich muss diese Schrift lernen. Kannst du sie mich lehren? Wie lange w├╝rde es dauern?┬ź Er war sichtlich nerv├Âs und wies mit dem Kinn auf den Brief. Vielleicht war es auch nur eine Rechnung oder eine Einkaufsliste, aber er trug die Handschrift seines Vaters und das machte ihn wertvoll, v├Âllig egal, was darin stand. ┬╗Bitte lies mir vor, was er als letztes schrieb, Nori┬ź, bat er.

Nori
Die kleine Arashi nahm den Brief zur Hand und las ihn sich in Ruhe durch. Dann wandte sie sich an Robere. ┬╗Es sind Zeichen einer fremden Sprache, ich wei├č nicht woher sie urspr├╝nglich stammen, aber ich werde Dir beibringen sie zu lesen. Es ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht, sie zu schreiben wird sicher schwieriger werden. Also h├Âre mir zu. ┬╗Hallo Tekuro mein Sohn, Du hast ihn also gefunden, den Ort und den Brief Deines Vaters. Wie immer sie Dich genannt haben Du hei├čt Tekuro Chud und das sind meine Worte an Dich. Ich habe immer Dein Bestes gewollt und habe versucht Dir den Weg in ein sicheres Leben zu ebnen. Dazu geh├Ârt bei uns leider, dass wir unsere K├╝ken in das Nest eines anderen Vogels setzen. Denn nichts w├Ąre schlimmer als das eigene Kind anzugehen. Hast Du den Ruf vernommen? Hast Du schon gespeist? Tr├Ągst Du vielleicht schon scharfe Z├Ąhne? Oder verrottet dieser Brief in meinem Quartier, vergilbt von Jahren und Jahrzehnten an Zeit, die wir nie miteinander hatten? Ich hoffe Du findest meine Zeilen Tekuro, vielleicht werden sie Dir auch ├╝berbracht. Versuche zu verstehen dass ich in meinem Leben nicht lebte, sondern eher ├╝berlebte. Ich war keiner der gro├čen J├Ąger, ich habe auch keine Reicht├╝mer angeh├Ąuft oder Heldentaten vollbracht. Auf all das kann ich nicht zur├╝ckblicken und Dir nichts hinterlassen Sohn. Aber eines habe ich doch geschafft, Dich zu zeugen und Dich in Sicherheit zu bringen. Es mag nicht viel sein, aber es war alles was ich Dir geben konnte. M├Âgen die ├ältesten Dich stets leiten und Dir Deinen Weg weisen, am Ende aller Wege werde ich auf Dich warten - geduldig und Dich liebend Tekuro Chud. Du schuldest der Welt noch einen Tod mein Sohn, Kazrar┬ź.

Robere
Robere nahm ihr den Brief aus den H├Ąnden und setzte sich damit auf das Bett. Er war so unsensbibel, wie ein Mensch nur sein konnte, aber dass dieser Brief ├╝ber all die Jahre den Weg zu ihm gefunden hatte - oder er zu ihm - ging ihm nahe. ┬╗Ich hei├č Tekuro Chud, Arbo ... schei├če. Lies die letzten Zeilen, mein Vater muss geahnt haben, dass sie ihn holen werden! Er hat gewusst, dass sie ihn umbringen! Wieso ist er nicht abgehauen? Oder meint er wen anders? Ich brauch keine Reicht├╝mer, er hat mir alles hinterlassen, was er konnte. Und er gab mir einen Namen. Er wusste, dass ich ein Sohn bin, er muss mich gesehen haben, vielleicht hab ich ihn auch gesehen und wei├č es nicht mehr? Oder haben sie ihm das nur ausgerichtet? H├Ątte er gewusst, dass diese Schlampe mich in ein Waisenhaus gegeben hat, er h├Ątte mich da rausgeholt! Sie muss ihn nach Strich und Faden belogen haben! Meint er, dass ich sie t├Âten soll? Schei├če, Kazrar ...┬ź Er legte den Brief beiseite, nachdem er ihn lange genug angestarrt hatte und drehte sich, sehr viel langsamer und ungeschickter als sonst, eine Rauchstange.

Archibald von Dornburg
Neben Robere fiel etwas auf die Bettdecke, einen Moment konnte man das Gesch├Âpf f├╝r eine schwarze Maus halten. Aber bevor jemand etwas sagen oder handeln konnte nahm Archibald menschliche Gestalt an. Er schaute sich im Zimmer um, ehe er Robere in die Augen schaute. ┬╗Kaz hat nicht bewusst gewusst, dass sie ihn t├Âten w├╝rden... er hat es... gesp├╝rt. Manche sp├╝ren ihr nahendes Ende, das Nahen des Feindes, eines J├Ągers der m├Ąchtiger ist als Du. Und stehst Du ihm gegen├╝ber, wei├čt Du bereits vor dem ersten Messerstich, dass Du diesen Platz nicht wieder lebend verlassen wirst. Alles was Du dann noch versuchen kannst ist, ihn mit auf die andere Seite zu rei├čen. Jedenfalls als Sterblicher Robby. Du schuldest der Welt noch einen Tod... den Tod, den Dein Vater nie abliefern konnte. Das meint er. Kaz hat gebetet, dass Du sicher aufw├Ąchst, dass Du durchkommst und dass Du eines Tages hierher findest. Oder dass ich Dich finden w├╝rde. Er gab Deine Mutter frei, damit sie mit Dir fortgehen konnte. Einst bat ich meine Frau Merna um etwas ├Ąhnliches. Ich bat sie mit Derya zu gehen, denn die gr├Â├čte Gefahr f├╝r mein Kind... war ich. Und Kaz war die gr├Â├čte Gefahr f├╝r Dich... so lange Du noch klein warst. Bei uns ist es Brauch die eigenen Kinder in andere Obhut zu geben, damit wir sie nicht versehentlich rei├čen und fressen. Ab einem gewissen Alter, wenn sie sicher sind, holen wir sie zur├╝ck. Dann k├Ânnen wir sie in die Arme schlie├čen und ihnen das geben, was uns vorher verwehrt war durch den Hunger. Eine Umarmung meiner vierj├Ąhrigen Tochter h├Ątte ich niemals zugestimmt, weil ich genau wei├č, wie das f├╝r sie ausgegangen w├Ąre. Kaz h├Ątte Dich gesucht, w├Ąre er noch am Leben gewesen. Ich h├Ątte Dich gesucht, aber ich wusste nicht wo. Aber das war auch nicht n├Âtig, denn alle Seelen die zusammengeh├Âren f├╝hren die ├ältesten auch wieder zusammen. Man sollte nur nicht undankbar werden, darum Robby oder Tekuro... schuldest Du den ├ältesten einen Tod. Zahl Deinen Tribut mit Blut mein M├╝ndel...┬ź, sagte Arch liebevoll.

Robere
Robere blinzelte erstaunt, als Archibald sich neben ihm verwandelte. Doch die Verbl├╝ffung vermochte nicht die Ergriffenheit zu ├╝berdecken. Die Rauchstange hing unangez├╝ndet zwischen seinen Fingern. ┬╗Kazrar hat dir also nicht gesagt, wohin er mich gegeben hat. Er traute dir nicht, nicht wahr? Anders kann ich es mir zumindest nicht erkl├Ąren. Den Tod sollen die ├ältesten bekommen. Ich brauch deine Anleitung, ich will ihnen niemand anderen als Ansgar darbringen. Kein ├ťben, keine leichte Beute, sondern einen Gegner, an dem sich auch gestandene J├Ąger die Z├Ąhne ausbei├čen, sobald sie einen Fehler machen. Und all die Erinnerungen daran, dass mein Vater nicht so erfolgreich war, wie er es gern wollte, werden wegsp├╝lt mit Ansgars Blut. Niemand wird sich mehr an sein Scheitern erinnern, sondern nur noch daran, dass sein Sohn erfolgreich war. Dass Tekuro ihn r├Ąchte.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗W├╝rdig gesprochen. Ob Kaz mir traute? Nat├╝rlich nicht! Er wollte das Du ├╝berlebst, wie k├Ânnte er mir da vertrauen? Einem Kinderfresser, einem Menschenfresser, einem Babybei├čer? Er w├Ąre wahnsinnig w├╝rde er mir einen S├Ąugling anvertrauen. Ich h├Ątte Dich bei lebendigem Leib aufgefressen. Nicht einmal ich traue mir in dieser Sache, ich habe meine Tochter aus dem gleichen Grund abgegeben und Merna gesagt, sie darf nie wieder Kontakt zu mir aufnehmen, erst wenn unsere Tochter 16 Jahre alt ist. Ansonsten h├Ątte ich sie vielleicht geholt in einem schwachen Moment? Es w├Ąre so einfach, hier ein liebes Wort, dort eine nette Geste... warten bis die Nacht heraufzieht und ins eigene Kinderbett greifen und... fressen. Ich h├Ątte mich vielleicht nicht so weit im Griff um zu wiederstehen. Aber ich habe mich genug im Griff um meine Frau mit meinem Kind wegzuschicken, um mich fernzuhalten. Ich k├Ânnte es nicht ertragen, eines meiner Kinder vernichtet zu haben. Arbo gab ich im Zirkel ab, Nori wuchs bei Tarul auf, ich hielt mich fern, ich war ein guter Vater. Das gleiche tat Kazrar f├╝r Dich. Ich verriet ihm nicht wo meine Kinder waren oder er mir wo Du warst. Wir kannten und sch├Ątzten einander Robere. Dazu geh├Ârt auch, den anderen nicht grundlos zu provozieren und den Hunger anzuhei├čen. Also nein, niemand der etwas Grips hat, h├Ąndigt mir ein Kind aus. Ich fra├č einst die Kinder meiner Feinde... hach jaaaa┬ź, seufzte Arch.

Robere
┬╗Aber Ansgar hast du nicht gefressen. Das hole ich nach. Warum kam niemand auf den Gedanken, Arbogast aufzufressen? Nicht falsch verstehen. Er ist ein Kumpel. Aber warum war er als Einziger hier sicher? Was war an ihm ... besonders?┬ź Robere, der eigentlich Tekuro hie├č, musterte den heruntergekommenen Trinker. ┬╗Hat mein Name eine Bedeutung?┬ź, fragte er scheinbar beil├Ąufig.

Archibald von Dornburg
┬╗Weil ich ihn nicht fressen durfte, um meinen Bruder nicht zu gef├Ąhrden. Er hat mich stets besch├╝tzt, wenn es mir schlecht ging mich umsorgt. Fr├╝her als Sterblicher war ich schwer krank, ich litt unter Migr├Ąne. Ich konnte kein Licht ertragen, ich konnte keine lauten Ger├Ąusche ertragen und bekam ich einen Anfall, konnte ich nichts mehr sehen und lag in Kr├Ąmpfen am Boden. Wie sollte ich da Ansgar fressen? Ansgar, der Sohn meines Bruders. Mein Bruder verachtete ihn, seine beiden S├Âhne. Er hasste sie abgrundtief, da es Magier waren. Und da er keiner war, verabscheute ihn sein eigener Vater und liebte nur seine Enkel. Er erlaubte mir vieles, er war ein gro├čz├╝giger und lieber Mensch. Aber ihren Tod konnte er nicht erlauben, es w├Ąre sein Tod gewesen. Kann ich ihm das antun, jemanden der alles f├╝r mich tat? Meine Taten zur Not deckte, mich sch├╝tze, andere verleumdete f├╝r mich? Der der mir immer beistand? Nein Robere. Aber ich h├Ątte es tun m├╝ssen. Denn so wie Ansgar Deinen Vater t├Âtete, t├Âtete Dave meinen Bruder - seinen Vater. H├Ątte ich diese Verseuchten nur gefressen, dann w├Ąre Dunwin niemals gestorben. Es mag aus meinem Mund l├Ącherlich klingen, aber ich f├╝hlte mich kaum einer Person jemals so nah. Er hat mich... verstanden und akzeptiert wie ich bin. Nicht mal meine Frau oder mein Mann tun dies. Arbo gab ich bei der Baronin pers├Ânlich ab, damit sie ihn aufzog. Sie ist keine Kinderfresserin, sie steht auf ausgewachsenes Fleisch. Wo w├Ąre er sicherer, als bei einer Frau die zur Verteidigung mich fressen w├╝rde? Und ich lebte beim Stab gr├Â├čtenteils. Also gab ich ihn hier ab und wusste ich habe den Sicherheitsabstand einzuhalten. Ich war Arbo nah und doch meilenweit entfernt. Aber er war sicher, ich habe meine Aufgabe erf├╝llt. Wie stets, also fast immer. Darum geh├Ârt Dave mir. Tekuro bedeutet Wanderer┬ź, antwortete Arch.

Robere
┬╗Mein Vater hatte eine poetische Ader, wie es scheint. Das hab ich nicht von ihm geerbt. Ich mag meinen Namen, meinen richtigen. Nenn mich nicht Robere. Nenn mich Tekuro. Und die, die meinen anderen Namen gew├Âhnt sind, sollen mich Robby nennen, aber nicht Robere, diesen Namen hasse ich. Den haben sie mir im Waisenhaus aufgedr├╝ckt, weil er auf der Liste gerade an der Reihe war. Wir werden zusammen speisen, wie noch nie jemand zuvor gespeist hat. Du wirst dich an Dave laben und ich an Ansgar. Wann, Archibald?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Jederzeit Tekuro. Ich bin jederzeit zur Jagd bereit. Nur sei Dir ├╝ber eines im klaren, Ansgar oder Dave t├Âtet man nicht im Vorbeigehen. Das liegt nicht an ihnen selbst, denn wenn man nahe genug heran kommt, unterschreitet man einfach die Grenze, wo sich eine Person noch verteidigen kann. Es liegt an ihrem Umfeld. Ich habe in Naridien die Herde um Dave schon etwas ausged├╝nnt, zwei von ihnen habe ich erledigt. Eine Frau, die meinte sich mit mir im Schwertkampf messen zu m├╝ssen. War lustig, sie war sogar recht gut, gute Anlagen, erstklassige Reflexe... einige Jahre mehr und gutes Training und sie w├Ąre hervorragend geworden... h├Ątte ich sie nicht abgeschlachtet┬ź, lachte Archibald. ┬╗Und dann war da dieser Rakshaner um den es mir fast leidtat. Hach das war eine Marke. Ich habe mich in seinem Zimmer versteckt als Fledermaus und mich auf sein Bett fallen lassen. Und er erz├Ąhlte so nett mit mir, er dachte ich w├Ąre das Haustier eines durchgeknallten Goblins. Der hat wohl eine Ratte. Und er erz├Ąhlte und erz├Ąhlte. Belustigender Weise bat er mich, niemand davon zu erz├Ąhlen, dass er mit einer Ratte redete - also verwandelte ich mich zur├╝ck und versprach es ihm... und dann saugte ich ihn aus. Er schmeckte herrvorragend, wie Kaffee und Schokolade und es gefiel ihm ausgesaugt zu werden. Ist auch ein geiles Gef├╝hl, ich wei├č es selbst. Er war z├Ąrtlich zu mir, bevor er starb. Und danach war er wei├č wie sein Laken. Irgendwie lustig oder? F├╝r einen Rakshaner, vor Schreck war er wei├č, vorher schwarz wie ein Brikett. Lecker war er. Sie haben mich ├╝berall gesucht, hatten Angst ich w├╝rde sie bei├čen. In jeder Ritze haben sie nachgeguckt... nur dem Rakshaner ins Maul, da hat keiner hineingeschaut und so wartete ich und wartete... bereit Nummer drei zu holen... einen fetten wei├čen Ork, als Kasimir mein Meister auftauchte und dem Spa├č ein Ende bereitete. Er ist ein klein wenig Humorlos┬ź, erkl├Ąrte Arch.

Robere
┬╗Archibald, ich bin sehr gut und ich habe keine Angst vor ihnen. Klar gibt es noch Bessere, die gibt es fast immer. Einem Schwertmeister habe ich wenig entgegenzusetzen in der direkten Konfrontation, aber dann d├╝rfen wir eben keinem begegnen. Sag mir, was ich tun soll und sag mir, wer sterben muss, damit wir an die Hurens├Âhne herankommen und er wird sterben. Ich kann es nicht erwarten, Archibald, ich war noch nie so begierig, wen umzulegen, noch nie so hungrig. Wenn du bereit bist, aufzubrechen, dann brechen wir auf! F├╝r die Vorarbeit k├Ânnen wir Hilfe mitnehmen, deine T├Âchter und deinen Sohn. Sie sind zuverl├Ąssig und ich habe Arbogast was versprochen. Hilft dein Meister uns?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Er wird uns nicht helfen, denn er hei├čt die Jagd nicht gut. Er sieht es etwas anders, aber niemand schadet ihm, da ich diesem Mann meine Segnung verdanke. Wer bin ich seinen Weg in Frage zu stellen? Wir werden zum Herrenhaus reisen, dort wo alles begann, dort wo alles endete und dort werden wir beten und uns von den ├ältesten inspirieren lassen, wer zuerst sterben soll. Dann muss ich bei einem lieben Freund vorbeischauen. Und ich muss bei Linhard vorbeischauen. Er ist Dunwins Nachfolger, es wird Zeit dass er begreift, dass Ansgar und Dave seine Feinde sind. Aber ich denke, dass kann ich ihm erkl├Ąren. Das Herrenhaus steht in Shohiro und war stets die Heimat der Hohenfelde seit dem sie in Naridien leben. Das Haus ist etwas ganz besonderes, dort ist es best├Ąndig dunkel, ich liebe es. Nun dann zieh Dich an wir brechen auf┬ź, sagte Arch. ┬╗Das gilt auch f├╝r Euch beiden Nori und Arbo┬ź, erkl├Ąrte Archibald, was Nori breit grinsen lie├č. Arbogast schaute Robby an und nickte ihm dankbar zu.

Robere
Sich umzukleiden ging schnell, da Robere dies von der Leibgarde gew├Âhnt war. Innerhalb weniger Minuten war er komplett angezogen und das Bett, auf dem er gesessen hatte, wieder frisch gemacht und der Brief seines Vaters wieder an Ort und Stelle, ebenso der Teppich. ┬╗Aber ich hab keine Waffen. Die darf ich nicht mitnehmen, die muss ich immer wieder in der Waffenkammer abgeben. Ein Messer und eine Armbrust w├Ąren gut.┬ź Arbogasts Nicken quittierte er, indem er kaum merklich zur├╝cknickte. ┬╗Wer ist der Freund, den du au├čer Linhard noch besuchen willst? Und sollen wir dabei sein? Du musst mal Ansage machen, du bist jetzt hier der Coutilier.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich glaube kaum, dass ich Dir eine Ansage machen muss, wenn ich einen wegstecken m├Âchte. Was ist ein Coutilier? Erk├Ąre es mir. Du bist schnell, dass gef├Ąllt mir, ich gehe mich selbst umziehen und wir werden uns im Herrenhaus bewaffnen. Waffen, Gifte, alles was wir ben├Âtigen. Etwas f├╝r unterwegs holen wir aus meinem Quartier┬ź, erkl├Ąrte Arch und blieb kurz stehen um Robere zu mustern. ┬╗Die D├╝sterlinge die wir dort treffen, sind nicht unsere Feinde, merkt Euch das┬ź, sagte Arch und verschwand in seinem gegen├╝berliegenden Quartier. Er lie├č die T├╝r offen, falls die drei nachkommen wollten. Er zog sich rasch an, schnallte sich sein Katana auf den R├╝cken und vermisste zeitgleich sein Jian. Er nahm einen S├Ąbel und eine Repetierarmbrust aus seinem Waffenschrank und begab sich wieder zu den anderen. ┬╗F├╝r Dich┬ź, sagte er zur Robere und dr├╝ckte ihm die Waffen in die Hand. ┬╗Shohiro wir kommen┬ź, grinste er sein messerscharfes Grinsen und Nori erwiderte es mit gleicher Intensit├Ąt. Arbo ├╝berpr├╝fte ob er seinen Dolch dabei hatte, dann richteten sich alle Blicke auf Robere.

Robere
Robere nahm die Repetierarmbrust entgegen, pr├╝fte, wie sie in der Hand lag und war mehr als zufrieden. Das war keine Billigarmbrust aus Evalon, so viel war sicher, sie f├╝hlte sich nach almanischer Qualit├Ątsware an. Er schl├╝pfte in den Gurt und legte die Waffe so auf seinen R├╝cken, dass sie nicht st├Ârte. Weitere Bolzenmagazine legte er sich an dem daf├╝r vorgesehenen G├╝rtel um die H├╝fte. ┬╗Wir k├Ânnen┬ź, antwortete er und bedauerte, dass sein Grinsen mit seinen Stumpfen Pflanzenfresserz├Ąhnen nicht halb so imposant aussah wie bei Archibald oder Nori.

Archibald von Dornburg
┬╗Dann r├╝cken wir ab┬ź, befahl Archibald und ging vor, dicht gefolgt von Nori. Arbogast wartete und schloss sich dann Robere an.

Arbogast
┬╗Danke f├╝r Deinen Beistand, ich werde mich an Dich halten. Ich bin gespannt auf das Haus┬ź, sagte Arbogast. Er lie├č sich ein St├╝ck zur├╝ckfallen und nahm einen Schluck aus der Flasche ehe er sich wieder den anderen anschloss.

Robere
Robere warf einen kurzen Blick in die Kammer seines Vaters, als sie daran vorbei gingen. Als Arbogast wieder aufschloss, mit aufgefrischtem Schnapsatem, rempelte Robere ihn gut gelaunt mit der Schulter an. ┬╗Wir sind Br├╝der, schon vergessen? Ich werde nicht der Einzige sein, der mit neuen Z├Ąhnen heimkehrt.┬ź Sie stiegen die Treppe hinauf zur Himmelsr├Âhre. Wolken verdeckten den Sternenhimmel und aus dem Hafenbecken stank es nach Unrat und Tod, als die vier Menschenfresser sich ins n├Ąchtliche Get├╝mmel mischten.

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Verschiedene Geschm├Ącker

#18

Beitrag von Robere » Do 19. Jul 2018, 01:31

Archibald von Dornburg
Die Nacht war frisch und klar, so wie die Gedanken und Pl├Ąne von Archibald. Er f├╝hlte sich gut, er konnte sich kaum noch daran erinnern, wann er das letzte Mal in einer Gruppe gejagt hatte. Eine Gruppe hatte Vor- und Nachteile. Sie bot Schutz, aber wo sich jeder auf den anderen verlie├č, konnte die Wachsamkeit schneller nachlassen, als wenn man auf sich allein gestellt war. Arch musterte seine Leute, seine Familie korrigierte er sich. Dies hier war keine gleichberechtigte Gruppe, er war der Vater dieser Bei├čer-Kleinkindgruppe. Bis auf Nori hatte sich noch keiner von ihnen die Z├Ąhne verdient. Und Nori selbst, so listig, brutal und effektiv sie war, war noch ein ganz junger Backfisch. Wieviele Menschen hatte sie erbeutet? Maximal 50 wenn es hoch kam. Arch musterte sie dennoch mit einem stolzen Schmunzeln und schenkte ihr ein Grinsen. Ein nonverbales Kompliment in ihrer Welt. Ein freundliches L├Ącheln, dass war eine t├Âdliche Drohung. Ein Z├Ąhnefletschen war ein ┬╗toll gemacht┬ź oder ┬╗ich hab Dich lieb┬ź. Sie waren eine ganze Zeitlang unterwegs und wie Robere feststellte, kam die Gruppe schnell und vor allem ungehindert voran. So anonym wie stets behauptet wurde, waren die Bewohner von Obenza wohl doch nicht. Sie verlie├čen die ber├╝hmt ber├╝chtigte Hafenstadt und kamen einige Stunden sp├Ąter in Shohiro an. Arbogast des Laufens m├╝de, deutete mit flehenden Blick auf eine Taverne. Die Nacht war mittlerweile schwarz, als sie in die Gaststube einkehrten. Arch setzte sich mit seinen K├╝ken an einen Tisch in der hintersten Ecke. So konnte sie kaum jemand sehen, aber er hatte genau im Blick, wer den Laden betrat und verlie├č.

Robere
Robere hatte der lange Marsch nichts ausgemacht, er hatte die Abwechslung genossen. Er wollte neben Arbogast sitzen, der ziemlich ersch├Âpft wirkte. Robere setzte sich freiwillig nach au├čen, um seinen neuen Bruder abzuschirmen, der nicht wehrhaft aussah. Nachdem die bestellten Getr├Ąnke geliefert worden waren, fragte Robere: ┬╗Wo sind eigentlich eure M├╝tter? Deine, Arbo und deine, Nori?┬ź

Archibald von Dornburg
Nori: ┬╗Meine Mutter hat mich ausgetragen und dann abgegeben. Sie hat mich vor die T├╝r eines Tempels gelegt. Dort bin ich die ersten Jahre aufgewachsen. Es ist nicht so, dass sie uns lieben Robere. Kinder sind unschuldig. Du, Arbo, Arch oder ich wir k├Ânnen nichts f├╝r unsere Zeugung. Aber dennoch wird es an den Schw├Ąchsten ausgelassen. Solange sie uns nur weggeben ist es irgendwie ja noch gut. Aber dennoch hatte ich immer das Gef├╝hl, dass es eine Macht im Hintergrund gibt, neben den Ordensbr├╝dern, die ├╝ber mich wacht. Sie trat bis dato nie in Erscheinung, aber ich wurde anders behandelt, mit mehr... Respekt. Niemand schlug mich f├╝r Verfehlungen, niemand schrie mich an. Ich bekam meine Aufgaben, ich lernte, ich arbeitete schon fr├╝h, aber keiner legte Hand an mich. Und als ich 16 Jahre alt war, lernte ich ┬╗die Macht aus dem Hintergrund┬ź pers├Ânlich kennen. Archibald holte mich aus dem Tempel und ich wusste ohne dass man mir es sagte, wer es war. Er war es gewesen der mich besch├╝tzt hatte. Sie kannten die Konsequenzen was es bedeuten w├╝rde mir zu schaden. Es war ein beruhigendes Gef├╝hl zu wissen, das dort drau├čen irgendwo etwas oder jemand ist, der ein wachsames Auge auf einen hat. Aber dennoch als kleines M├Ądchen sehnst Du Dich danach einmal in den Arm genommen zu werden, oder jemanden von Deiner Angst erz├Ąhlen zu k├Ânnen. Das geht bei uns nicht Robby, dass bleibt dem Kind eines Kinderfressers verwehrt. H├Ątte er mich umarmt, h├Ątte er mich dabei get├Âtet. Aber er war, auf seine eigene Art und Weise. Und damit war er f├╝r mich sicher mehr Vater, als so mancher Mann, der st├Ąndig zugegen ist, den seine Kinder aber nur l├Ąstig sind oder jene die sich gar nicht k├╝mmern. Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich sozusagen neu geboren, da ich die Augen ├Âffnete, er mich mitnahm und mir unsere Welt zeigte. Seit dem jage ich┬ź, erkl├Ąrte Nori und nippte von ihrem Getr├Ąnk.

Robere
Robere nickte knapp. Zu dem Wunsch, in den Arm genommen zu werden, sagte er nichts. ┬╗War bei mir ├Ąhnlich, nur ohne dass es eine Macht gab, die ├╝ber mich wachte. Meine Mutter hat mich in einer Kiste mit Stroh vor dem Waisenhaus abgelegt, einer beschissenen Apfelkiste. Deine Mutter war Tarul? Wo ist sie jetzt? Sie genoss Archibalds Gunst.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Robere und grinste breit. ┬╗Wo glaubst Du wohl ist eine Person, die mir gegen├╝ber wortbr├╝chig wurde? Du bist frei, wenn Du mein Kind austr├Ągst und gro├čziehst. Sie hat sie weggegeben, also habe ich Tarul geholt und gefressen. Sie hat ihr Schicksal selbst gew├Ąhlt. Es war ein Deal, sie hat ihn gebrochen und leider auf Kosten von Nori. Aber dennoch ist sie gut gro├č geworden. Und nein, eine Umarmung kann es nicht geben. Allein das Gef├╝hl der weichen Haut unter den Fingerspitzen, der Geruch, die Gr├Â├če, dass w├╝rde schlagartig Hunger ausl├Âsen. Ich konnte Dich nur auf die Entfernung lieb haben. Besch├╝tzen ohne Kontakt. Dir erging es nicht besser Tekuro. Die Freiheit von uns hat einen Preis. Deine Mutter wollte ihn genauso wenig zahlen wie die von Nori oder Arbogast. Einzige Ausnahme die ich kenne, unter allen von uns ist meine Frau Merna. Sie war tats├Ąchlich meine Frau, wir liebten uns, auf andere Weise... und sie zog unser Kind gro├č. Es ist immer so, fast immer, sei nicht traurig dar├╝ber. Du wirst es eines Tages ebenso halten oder erleben┬ź, sagte Arch und lie├č den Blick dabei durch den Raum schweifen.

Robere
┬╗Ich? Nein. Ich werde keine Kinder haben. Aber ich dachte ... ich dachte Tarul w├╝rde noch leben. Ich dachte, mein Vater meint, ich w├╝rde der Welt ... ihren Tod schulden. Dass er es verschl├╝sselt hat. Ich hab den ganzen Marsch ├╝ber dar├╝ber nachgedacht, was er meinte. Es klingt, als ob er was nicht aussprechen wollte. Aber dann muss er wen anders gemeint haben. Wo ist Arbogasts Mutter? Arbo, sag was. Hat die auch jemand aufgefressen?┬ź

Arbogast
┬╗Also ich wei├č nicht wo meine Mutter abgeblieben ist. Meine Fresse ist das hier hei├č in dem Saftladen! Ich ben├Âtige was zu trinken oder zur Abk├╝hlung, am Besten beides. Ich wei├č nur, dass Archibald mich bei der Baronin abgegeben hat. Sie hat mich gro├čgezogen, wie eine Oma die ihren Enkel aufzieht. Sie und die anderen waren stets gut und lieb zu mir. Ich bin im Zirkel gro├č geworden, das ist mein Zuhause. Meine Mutter, keine Ahnung┬ź, sagte Arbo stand auf, latschte zur Theke und kam mit einem gro├čen Schnapsglas zur├╝ck. Arch musterte ihn eisig mit Argusaugen, w├Ąhrend Arbo trank. Der Blick verhie├č nichts Gutes.

Robere
Robere entging der Blick nicht. Er fragte sich, ob er sich auf das Thema der Mutter von Arbogast bezog oder darauf, dass dieser sich einen riesigen Schnaps geholt hatte. Robere beschloss, ahnungslos zu tun und bohrte nach, er w├╝rde ja dann anhand der Reaktion sehen, ob er an etwas r├╝hrte, woran nicht ger├╝hrt werden durfte. ┬╗Wer war deine Mutter?┬ź

Arbogast
Arbogast nahm einen gro├čen Schluck von den eiskalten Schnaps und lie├č ihn einen Moment wirken. Er sp├╝rte wie die Fl├╝ssigkeit hei├č seine Kehle herablief, obwohl sie eisgek├╝hlt war. Eisiger war nur der Blick seines Vaters, der ihn f├╝r diese Schw├Ąche verachtete. Wie hatte Arch einmal auf seine seltsame dreiste Art gesagt? Alkohol l├Âst keine Probleme Du Idiot... denn Alkohol konserviert. Damit hatte er wohl Recht, aber die Probleme die er hatte, konnten nicht gel├Âst werden und konserviert waren sie von ganz alleine. Er konnte sich die Welt aber etwas angenehmer zaubern und dazu geh├Ârte meist ein guter Schluck oder etwas anderes, dass seine Sinne in andere Sph├Ąren pustete. Er gr├╝belte so vor sich hin, als er einen knallharten Tritt vors Schienbein kassierte, der ihn sofort zur├╝ck ins Hier und Jetzt bef├Ârderte. Arch nickte mit einer knappen herrischen Geste in Richtung Robere. Stimmt! Sein Bruder hatte ihn etwas gefragt und er war beinahe auf den Wellen der Gl├╝ckseeligkeit seines Schnapes davongetrieben. ┬╗Meine Mutter war eine von Archibalds Sammelobjekten. Was aus ihr geworden ist, wei├č ich nicht. Ich wei├č nicht mal ihren Namen...┬ź, sagte Arbo und nahm wie zum Trotz noch einen gro├čen Schluck, rutschte aber ein St├╝ck r├╝ber, so dass Arch ihn nicht erneut treten konnte.

Robere
┬╗Hast du die gefressen, Arch?┬ź, wollte er wissen und machte etwas Platz, damit Arbogast seinem Vater ausweichen konnte.

Archibald von Dornburg
Arch grinste kurz. ┬╗Es kam wie es kommen musste, sonst h├Ątte Arbo nicht in die Obhut der Baronin gemusst. Ich kann nur eine Offerte unterbreiten, ein Angebot darlegen, wer nicht m├Âchte - der hat schon. Und zwar sein Schicksal gew├Ąhlt. Sie war nicht einmal eine Auserkorene, die mir dienen sollte, sie war wie Arbo sagte ein Teil der Sammlung, der eh irgendwann abgesto├čen wird. Aber ich h├Ątte mich gro├čz├╝gig und erkenntlich gezeigt, h├Ątte sie das Angebot angenommen. Ich bin schlie├člich kein Unmensch. Schau wie ich mich um meine Lieben k├╝mmere, oder um meinen verlogenen Mann, der mich nach Strich und Faden hintergeht und betr├╝gt. Aber tue ich ihm etwas zu Leide? Nein, ich wei├č er kann nichts f├╝r seine Schw├Ąche. Und ich dulde es und verzeihe ihm. Er ist eben recht weich, nicht nur k├Ârperlich. Falls Ihr den Namen wissen wollt, ich wei├č selbst nicht den Namen von Arbos Mutter. Ich frage nicht danach, es interessiert mich nicht wie jemand hei├čt. Im Gegenteil ich verabscheue es, wenn mir mein Schnitzel seinen Namen nennt. Das ├╝berschreitet wirklich eine Grenze und zwar die des guten Geschmacks. Wortw├Ârtlich, da bleibt einem der Bissen im Hals stecken. Drum m├Âchte ich es nicht h├Âren oder wissen. Es sei denn, ich empfinde mehr f├╝r mein Objekt. Dann behalte ich es aber auch. So wie Simon... Oh... woops... Simon.... ja nach dem sollte ich mal gucken. Den habe ich irgendwo vergessen. Habe Simon seit er vier ist, lieber Bursche, zu lieb. Wir haben ihn zu einem Vampir gemacht, damit er den Rest des Leben oder Unlebens frei verbringen kann. Wolframs Haus! Bei den Eier der ├ältesten, da habe ich den D├Ąmlack vergessen. Erinnert mich dran, dass ich ihn auf dem R├╝ckweg abhole, falls er nicht schon verfault ist┬ź, st├Âhnte Arch.

Robere
Robere h├Ârte Archibald aufmerksam zu. ┬╗Ich hab ... meinem Schnitzel sogar extra einen Namen gegeben, weil ich seinen nicht wusste. Ich mag das nicht, dieses anonyme Fleisch. Ich will wissen, wen ich in mich aufnehme, wer ein Teil von mir ist. Sonst ist es nicht anders, als wenn ich ein Viech fresse.┬ź

Arbogast
Arbogast musterte Robere und wartete gespannt wie angespannt auf die Antwort seines Vaters. Beruhigend tippte er dabei Robby unter dem Tisch an. Er schob sein Schnapsglas in die Mitte, falls dieser ein Schluck nehmen wollte.

Robere
Robere nahm sich das Glas und trank einen gro├čz├╝gigen Schluck. ┬╗Du musst auch mal was anderes trinken. Steig auf Bier um.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald lachte leise auf Robbys Kritik hin. ┬╗Du hast nichts anderes getan als ich kleiner Wanderer. Du hast Deine Fleischspende weder nach ihrem Namen gefragt, noch hat sie ihn Dir genannt. Du hast ihm Deinen Namen gegeben, Du hast ihm Deinen Stempel aufgedr├╝ckt und so hast Du ihn Dir einverleibt und wirst ihn ewig in Erinnerung behalten. Ich sagte, dass mich ihre Namen nicht interessieren. Ich pers├Ânlich benenne meine Kinder auch, die ich erl├Âse und aufnehme. Aber ihre eigenen Namen, die sind uninteressant f├╝r mich. Mehr noch, sie sind... hm bedrohlich... es schmeckt mir nicht das zu h├Âren. Das zieht eine unsichtbare Grenze. Eine Grenze die einen nicht von dem Objekt fernh├Ąlt, sondern es macht sie einem auf irrationale Art vertraut. Fast so als hat ein Name Macht, so als l├Âst er eine Bei├čhemmung aus. Vielleicht liegt in Namen auch Macht oder Magie. Oder in der Benennung des Elternteils, die jenen Namen gew├Ąhren. Die Namen die wir verleihen sind auch nicht bedeutungslos nicht wahr? Drum den wahren Namen kann ich Dir von kaum einer meiner Objekte sagen. Einige sagte ihn mir, als sie um ihr Leben flehten und ich wei├č sie leider bis heute noch. Ebenso ihre Gesichter, die sind eingebrannt. Ebenso erinnere ich mich an die Gesichter meiner liebsten Objekte und an ihren Geschmack┬ź, lachte Arch.

Robere
┬╗Aber ich h├Ątt seinen echten Namen gern gewusst┬ź, beharrte Robere. ┬╗Es zieht keine Grenze ... es l├Âst sie auf. Verstehst du, wie ich das meine? Geschm├Ącker sind verschieden. Ich scheine ein Schleckermaul zu sein. Bitte erz├Ąhl mir was ├╝ber mein Vater ... er war kein guter J├Ąger. Aber ich m├Âchte mehr ├╝ber ihn erfahren. Was a├č er am liebsten? Und was ganz Wichtiges. Er hat mich absichtlich gezeugt, nicht versehentlich. Das schrieb er. Wie w├Ąhlte er meine Mutter aus und hast du sie ihm rangeschafft oder wie kam er an sie?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Das Geschm├Ącker verschieden sind, ist eine unbestreitbare Tatsache. Hm gut es gibt Dir vermutlich ein vertrautes Gef├╝hl, den wahren Namen einer Person zu kennen oder? Liege ich da richtig? Und dass hebt f├╝r Dich die Grenze auf. Mir gibt es das gleiche Gef├╝hl, aber ich fresse niemanden, den ich mir vertraut gemacht habe. Ich fresse niemanden aus meiner Familie. Und ich verabscheue es aufs Tiefste, wenn sich jemand so versucht in meine Gedanken oder mein Leben zu dr├Ąngen. Wer darin Platz findet bestimme ich. Siehe Nathan, er durfte sich mir vertraut machen und er genie├čt meinen vollumf├Ąnglichen Schutz. Dass dazu, aber aus dem Grund wird er auch niemals gefressen oder gebissen. H├Âchstens mal versehentlich im Liebesspiel, dass passiert den Besten. Dein Vater Kaz war tats├Ąchlich kein guter J├Ąger. Das lag aber nicht an seiner Unf├Ąhigkeit zu jagen, sondern er war ein T├Âlpel. Gemeinsam auf Jagd und wir hatten den Spa├č unseres Lebens. Wir waren ein gutes Team, er war ausdauernd, konnte sehr gut schleichen, sich verbergen, alles was er k├Ânnen musste konnte er. Er hatte gute Veranlagungen und er hatte gut gelernt. Bis dato klingt dass recht gut oder? Tja, aber ein J├Ąger muss auch alleine loslaufen k├Ânnen und genau dort, lag Kazrars Problem. Er war einfach nicht in der Lage selbst├Ąndig zu handeln. Er ben├Âtigte immer einen Vorbeter, der ihm permanent sagte, was er zu tun und zu lassen hat. Mit klaren Anweisungen in der Tasche arbeitete der Mann pr├Ązise wie ein Uhrwerk. Mit einer Info allein, konnte er nicht arbeiten. Allein auf sich gestellt, war er hilflos wie ein neuegeborenes K├Ątzen. Was mache ich wann? Wie mache ich es? Das wusste er alles, er ben├Âtigte trotzdem immer einen Marschbefehl. Ich musste ihn immer ans H├Ąndchen nehmen, anders ging es nicht. Manchmal war es sogar sch├Ân, ich gebe es zu, derma├čen gebraucht zu werden. Aber nach all den Jahren, der Lehre und der M├╝he war es sehr viel ├Âfter ern├╝chternd und sogar frustrierend. Ich bilde niemanden aus, damit er an meiner Seite bleibt. Ich lehre Dich alles, damit Du das R├╝stzeug hast, da drau├čen v├Âllig auf Dich alleingestellt zu ├╝berleben. Ich vermute genau dass war es, was Kaz nicht wollte und deshalb nie erlernt hat. Er wollte nicht gehen und da drau├čen auf sich alleingestellt leben m├╝ssen. Nun ich wollte es damals auch nicht und ich lernte es direkt nach meinem ersten Schrei, direkt nach meiner Geburt. Er w├╝nschte sich der Welt mehr zu hinterlassen als seine Tageb├╝cher und meine Meinung. Nun die war wesentlich besser, als ich ihm je offenbarte. Also schenkte ich ihm eines meiner Objekte aus dem Keller. Er durfte es sich aussuchen. Und so bist Du entstanden Wanderer┬ź, erkl├Ąrte Arch.

Robere
┬╗Er hat Tageb├╝cher verfasst? Ich muss sie lesen lernen! Oder jemand muss sie mir vorlesen, wenn wir wieder in der Himmelsr├Âhre sind. Dann sind das die B├╝cher in seinem Regal, vermute ich. Ich will sie alle lesen! Schei├če, Archibald. Du h├Ąttest ihm jemand anders an die Seite stellen sollen, dann w├Ąre er J├Ąger geworden. Er mochte dich. Du stehst zum Teil auf Kerle, vielleicht wollte er, dass du auf ihn stehst. Klar will er dann bleiben. Er hat sich absichtlich dumm gestellt. Er k├Ânnte noch leben!┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja die B├╝cher in seinem Quartier sind seine Tageb├╝cher. Du kannst sie lesen... lernen. Oder ich lese sie Dir vor, dass ist kein Problem. Er hatte jemanden an seiner Seite und was er tats├Ąchlich gewollt hat, hat er mir sogar gesagt. Aber ich habe ihn in meiner nicht immer sehr charmanten Art und Weise erkl├Ąrt, dass es mir schei├čegal ist, was er will. Er sagte einst, ich w├Ąre wie ein Vater f├╝r ihn und ich sagte ihm, nun dass er dann schon tot w├Ąre. Selten dass ich mir meine dummen Spr├╝che merke, aber den h├Ątte ich mir verkneifen sollen. Ich h├Ątte ihn doch nicht all die Jahre an meiner Seite geduldet, wenn er mir schei├čegal gewesen w├Ąre. Der Satz hat mich nur irgendwie auf dem falschen Fu├č erwischt. Meine Eltern waren froh, mich so schnell wie m├Âglich los zu sein. Das meine ich tats├Ąchlich so. Und er hatte mich gerne in seine N├Ąhe. Ich denke er sah etwas anderes in mir als nur einen Vater, wenn er das ├╝berhaupt sah. Manche Spr├╝che w├╝rde man sich verkneifen, k├Ânnte man die Zeit zur├╝ckdrehen, dass ist einer davon. Genauso w├╝rde ich mir mein Gesafte verkneifen, was ich meinem Mann bei unserem Wiedersehen alles an den Kopf geknallt habe. Wie fett er geworden ist, dass er bald verreckt, dass ich ihn t├Âten werde... dabei h├Ątte ich einfach sagen sollen was ich dachte... sch├Ân dass Du wieder da bist, ich hatte Angst um Dich. Dass kann ich Dir sagen, ohne jedes Problem. Aber sobald es Dich betreffen w├╝rde, h├Ârst Du sowas nicht. Du h├Ârst eine Beleidigung. Frag nicht warum, es ist einfach so...┬ź, schmunzelte Arch.

Robere
┬╗Weil das sonst schwul klingt┬ź, erwiderte Robere schulterzuckend. ┬╗So was sagt man nicht, sch├Ân dich zu sehen, bla. Das wissen Freunde auch so, man muss es nicht sagen. Man sagt das Gegenteil, damit es nicht schei├če klingt. Als was hat er dich gesehen wenn nicht als Vater? Sag das mal. Ich will es wissen, ich will alles wissen. Und ich bitte dich ... dass du mir die B├╝cher vorliest. Ich bitte nicht oft jemanden um was. Aber da brauch ich Hilfe. Es dauert Jahre, ehe ich diese Geheimschrift fl├╝ssig lesen kann und ich m├Âchte ... seine Stimme sp├╝ren, verstehst du?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja ich verstehe dass. Als was er mich sah? Vermutlich als seinen Partner, wer teilt sich die Beute mit Papa? Wer isst gemeinsam mit Papa? Du bekommst es serviert und essen darfst Du selbst. Normalerweise isst man nicht zeitgleich. Allein schon aus Selbstschutz, er tat es gerne. Ich denke er sah mich irgendwie auf diese Art. Ich sah ihn als M├╝ndel und als Gef├Ąhrten, aber nicht als Partner wie Jesper oder Merna. Oder vielleicht doch, sonst w├Ąre er nicht so lange bei mir gewesen und ich h├Ątte ihn nicht in den Stab geholt. Zudem war er optisch... lecker. Er war verdammt h├╝bsch f├╝r einen Kerl und das obwohl er so alt war. Genau es klingt seltsam, schr├Ąg und total pervers, also sagt man eine nette Beleidigung, oder versucht es. Wobei ich damit oft daneben liege. Ich zeige Dir wie er ausgesehen hat. Leider gibt es seinen Kopf nicht mehr, der wurde abgefackelt von Ansgar. Aber auf einem Gruppenbild von Dunwin ist er mit drauf. Dun und seine Stabler drumherum seine Soldaten. Wir nehmen es mit┬ź, schlug Arch vor.

Robere
Robere h├Ârte sich genau an, was Archibald ├╝ber seinen Vater berichtete. ┬╗Vielleicht war mein Vater ja gar kein Kinderfresser ... sondern tat das, um dir zu gefallen? Vielleicht wollte er eigentlich erwachsene ... Beute. Ich will auch Erwachsene. Essen. Du verstehst. Ja, zeig mir das Bild, ich m├Âchte gern sein Gesicht sehen. Ausgerechnet den Kopf mussten die Wichser abfackeln. Aber der K├Ârper ... liegt er noch da? Die Gebeine? Hat er ein Grab? Bitte erz├Ąhl mir eine Geschichte. Erz├Ąhl, wie ihr euch kennengelernt habt.┬ź Robere trank noch einen Schluck aus Arbogasts Glas und legte das Kinn auf die Unterarme.

Archibald von Dornburg
┬╗Er hat ihm den Kopf abgeschnitten und den Kopf dann drau├čen im Hof abgefackelt, w├Ąhrend sich sein kleiner Bruder Dave dar├╝ber freute wie ein Schneek├Ânig. Verhindern konnte ich es leider nicht mehr, da der Kopf schon ab war. Und den Kopf zu retten, h├Ątte auch nichts gebracht. Er war ein schwarzer, verkohlter, runder... Ball. Surreal so jemanden zu sehen. Kazrar a├č alles gerne, von klein bis gro├č, dass wei├č ich. Gleichg├╝ltig was ich fing, er a├č mit. Und man sieht ob einer mit Freude speist, so wie Du oder ob er m├Ąklig ist so wie Arbo die kleine Diva. Kaz war nicht m├Ąklig, aber wir teilten die Vorliebe f├╝r zartes Fleisch. Aber Du wei├čt doch wie ich Kaz kennenlernte Robby!┬ź, sagte Arch gut gelaunt und knuffte ihn fast liebevoll. ┬╗Im Zirkel Rob. Er wurde mir als M├╝ndel zugeteilt. Kaz war neu im Zirkel und als ich heimkam und Fleisch f├╝r alle mitbrachte, da sprach er mich an. Etwas sp├Ąter sprach mich dann die Baronin an und teilte mir mit, dass Kaz sie darum gebeten h├Ątte mit mir zu sprechen. Sie fragte ob ich ihn als M├╝ndel aufnehmen w├╝rde, um mich seiner anzunehmen. Die Idee gefiel mir, mein Wissen weiterzugeben und so sagte ich zu┬ź.

Robere
┬╗Und wo ist der verkohlte Kopf und der Rest abgeblieben? Oder habt ihr ihn einfach ... entsorgt? Oder habt ihr ihn zu einem Teil von euch gemacht? Stimmt, das erz├Ąhltest du ... aber wie kam er zum Zirkel? Geschm├Ącker sind verschieden ... auch erwachsenes Fleisch kann zart sein und das ist, was ich mag. Was magst du, Arbo? Bist du wirklich so m├Ąklig? Ich sagte doch, ich helf dir. Egal, was es ist. Du kannst es mir sagen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Wie er zum Zirkel kam, musst Du die Baronin fragen. Dass habe ich ihn ehrlich gesagt nie gefragt. Er war eines Tages da, als ich heimkam und die Baronin f├╝hrte uns zusammen. Nein sein K├Ârper ruht in den ewigen eisigen Gefilden des Herrenhauses. Dort wo jeder aus dem Hause Hohenfelde liegt, oder jene, die sie umbrachten und aufgehoben haben. Selbstverst├Ąndlich in einem anderen Raum. Keine Ahnung ob die anderen davon wussten, mir sind die R├Ąume bekannt durch Dunwin. Er hat seinen Bruder dort hin verfrachtet samt Familie. Und die Familie seines anderen Bruders. Der hatte unversch├Ąmterweise den Sturz vom Dach einfach ├╝berlebt. Anst├Ąndige Leute w├Ąren bei so einem Sturz gestorben. Das war ein Tag, zwei Babys gebissen. Naja, darum ging es jetzt nicht, sondern um Kaz. Ich werde Dir seine Leiche zeigen. Wundere Dich nicht, er ist tiefgefroren┬ź, sagte Arch.

Robere
┬╗Dann ist er erhalten┬ź, freute sich Robere. ┬╗Gut, dass ihr ihn aufgehoben habt. So kann ich ihn mir ansehen, meinen Vater. Und das Bild, dann sehe ich auch seinen Kopf, unverbrannt. Den Bruder h├Ąttet ihr nachtr├Ąglich t├Âten sollen, wenn er weg soll. Nicht rumliegen lassen, sondern ganz sicher gehen, dass einer wirklich nicht ├╝berlebt, wenn er es nicht ├╝berleben soll. Warum war Ansgar so grausam zu meinem Vater? Weil der ein bisschen mit ihm spielte? Das erscheint ├╝bertrieben.┬ź

Arbogast
Arbogast ├╝berlegte einen langen Moment. ┬╗Na ich habe nicht immer Hunger auf Fleisch. Manchmal m├Âchte ich gerne einfach nur Nudeln essen, Nudeln mit So├če. Aber daf├╝r halten mich alle schon f├╝r verr├╝ckt. Da Nudeln einen auslaugen und keine Kraft schenken. Aber ab und an, geht das schon. Ansonsten wenn ich Fleisch esse, esse ich am liebsten Rippchen. Irgendwas mit viel Knochen, weil das gebraten einen sehr leckeren Geschmack gibt. So ein pures St├╝ck Fleisch mag ich nicht sonderlich┬ź, sagte Arbo freundlich.

Robere
┬╗Und welches Fleisch?┬ź, hakte Robere neugierig nach. ┬╗Wie das M├Ądchen aus dem Club, die du mit auf rauf genommen hast?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Kenn einer die Menschen, woher soll ich das wissen? Ich vermute ja oder wegen seinem Bruder Dave. Dabei verga├č der liebe Ansgar, der eh nie der Hellste war, dass Dave schlie├člich freiwillig mitgemacht hat. Er war mein Spielzeug. Er war an meiner Seite, ich habe ihn besch├╝tzt, geliebt, versorgt, auf ihn aufgepasst, mich um ihn gek├╝mmert. Und die kleine Drecksau hat die Feste genauso fest mit gefeiert wie jeder Soldat. Er hat mich oft genug provoziert, dass er nicht nur mich wollte. Und er bekam was er wollte. Je ein Wort der Klage? Nein. Im Gegenteil, wenn er sprechen durfte hat er ihnen die sch├Ânsten Komplimente gemacht, das kleine uners├Ąttliche Mistst├╝ck. Ich sage nur 169 - seine Toppzahl. Kannst ihn ja mal fragen, was das bedeutet, falls er Dir dann nicht ins Gesicht springt. Da war es ├╝brigens Dein Vater, der sich danach seiner liebevoll annahm und ihn gereinigt und ges├Ąubert hat, weil der Vollpfosten kaum noch laufen konnte. soviel zum Thema Dankbarkeit┬ź, knurrte Arch.

Arbogast
Arbo lachte leise. ┬╗Die habe ich nur gebumst und nicht gebissen. Hey ich kenne sie schon lang und es ist eine Gute. Die macht auch nur ihren Job. Fleisch mit Knochen, wo der Knochen den Geschmack abgibt beim Braten. So wie Rippchen, oder Kotlett, oder Beinscheibe. Die esse ich total gerne gekocht. Aber dazu brauche ich dann wieder Suppe und Gem├╝se. So mag ich mein Essen. Du und Arch Ihr seid Rohk├Âstler, ich mag es nicht roh. Ich esse es gerne zubereitet und gebraten┬ź, sagte Arbo und trank noch einen gro├čen Schluck

Robere
┬╗Das frag ich ihn. Das und vieles andere, aber auch Ansgar. Sie haben meinen Vater nicht verdient und dich auch nicht. Die Schweine hatten mehr von dir und Kazrar als Arbogast und ich von euch hatten. Wir hatten nichts von euch. Ich hab wenigstens jetzt was von dir, aber von meinem Vater hatte ich gar nichts und der kleine Schei├čer hat ihn daf├╝r umgebracht, dass Kaz f├╝r ihn da war. Lasst uns aufbrechen. Genug gelabert. Ich will meinen Vater sehen.┬ź Robere stand auf, trank Arbogast den Rest seines Schnapses weg, packte ihn am R├╝cken an der Kleidung und zerrte ihn auf die F├╝├če. ┬╗Wir teilen uns Ansgar. Du kriegst die Rippen, wenn du sie so gerne isst und dann kannst du sie mit Nudeln und Gem├╝se zubereiten. Du, Archibald, kriegst auch was ab, da du mir all dies sagtest. Und Nori kann den Schwanz und die Eier haben, da sie mir den Brief meines Vaters vorlas.┬ź Robere dr├Ąngte sich als erster durch die Menge in Richtung T├╝r, damit sie sein Gesicht nicht sahen.

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#19

Beitrag von Robere » Fr 20. Jul 2018, 00:31

Archibald von Dornburg
Die Reise zum Herrenhaus der von Hohenfelde dauerte nicht mehr allzulange. Das Grundst├╝ck war mit einer hohen Mauer umz├Ąunt, die sehr massiv aussah. Das Tor war alt, schmiedeeisern und ├Ąhnlich der Mauer in schwarz gehalten. Das schwarze Mauergestein schien eigenartigerweise eine gewisse K├Ąlte abzustrahlen. Archibald lie├č sich weder davon, noch von dem Tor aufhalten. Er spazierte auf das Grundst├╝ck, als w├Ąre es seine Heimat, denn so empfand er auch. Sie gingen den langen, dunklen, geharkten Kiesweg entlang. Die kleinen Steine knirschten unter jedem ihrer Schritte, bis die Hecken und B├Ąume den Anblick auf das Herrenhaus von Hohenfelde freigaben. Es hatte nichts mit einem gew├Âhnlichen Herrenhaus zu tun. Es sah aus wie pervertierte Mischung aus dem Abgrund, eine Villa gekreuzt mit einem Bollwerk, oder ein Bollwerk dass im Stile eines Herrenhauses gebaut worden war. Wie eine finsterte Trutzburg stand es massiv und bedrohlich auf dem Grundst├╝ck, schw├Ąrzer noch als die Nacht dies es umgab. Kein Licht brannte in diesem Haus, inden schie├čschartenartigen Fenster schien eine seltsame lebendige Dunkelheit zu wabbern und je n├Ąher sie dem Haus kamen, je d├╝sterer und k├Ąlter wurde es. Archibald schien auch damit kein Problem zu haben, denn er betrat das Haus als merkte er von alle dem nichts. Kaum dass die Gruppe einige Schritte ins Haus gegangen waren, lagen sie bereits alle am Boden, vollfixiert von schwarzen D├╝sterlingsh├Ąnden, die ihnen jede Bewegung nahmen. ┬╗Wer seid Ihr?┬ź, zischte einer der D├╝sterlinge bedrohlich und jeder der Gruppe h├Ârte heraus, dass die Antwort dar├╝ber entschied, ob sie dieses Haus jemals wieder lebendig verlassen w├╝rden. ┬╗Bist Du blind? Ich! Frag Deine Mutter┬ź, bellte Archibald stinkig. So schnell wie die Gruppe gefangen genommen wurde, so schnell wurde sie auch wieder freigelassen. Ein D├╝sterling kam auf allen vieren angewetzt und bremste kurz vor der Gruppe ab. Es war eine Frau, ihre spitzen Ohren waren zerfleddert und ihr Gesicht trug eine schwere Narben. Auch ihr K├Ârper verriet, dass man sich mit diesem D├╝sterling nicht besser anlegen sollte. Arch ging auf sie zu und umarmte sie liebevoll. ┬╗Canan┬ź, s├Ąuselte er. ┬╗Arch. Was treibt Dich her?┬ź, fragte sie gut gelaunt zur├╝ck und dr├╝ckte ihn ebenfalls. ┬╗Ich wollte ins alte Quartier und dem Sohn von Kazrar seinen Vater zeigen. Dein Spezies ist etwas zu dienstbeflissen...┬ź, murrte Arch und grinste dann doch sein messerscharfes Grinsen. ┬╗Du kennst Dich hier aus... f├╝hl Dich wie Zuhause Bestie... nur benimm Dich nicht so┬ź, lachte Canan und verschwand mit ihrem Rudel in der Dunkelheit. Arch schaute ihr einen Moment lang nach. Die Emotionen die sich auf seinem Gesicht spiegelten, hatte Arbo bei seinen Vater noch nie gesehen. Aber sie verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. ┬╗Mir nach┬ź, befahl Archibald und f├╝hrte sie durch das finstere Haus hinab in die tiefen Katakomben der Leichenhallen.

Robere
Robere starrte den D├╝sterlinge w├╝tend hinterher. Er fand es nicht lustig, dass sie ihn ├╝berw├Ąltigt hatten und Archibald nun noch mit den Viechern rumscherzte. Er war extrem angespannt. Er versicherte sich mit einem Blick, dass alle Gruppenmitglieder wohlauf waren und folgte Archibald in die Katakomben hinab. Es wurde immer k├Ąlter und ihr Atem bildete Eiswolken. ┬╗Wir brauchen Licht┬ź, erkl├Ąrte Robere. ┬╗Wir sind keine Vampire, ich seh kaum noch was.┬ź Er tastete in der Dunkelheit nach Arbogast und zerrte ihn an der Kleidung in seine N├Ąhe. ┬╗Halt dich an mir fest, damit du nicht verloren gehst.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗W├Ąre kein gro├čer Verlust...┬ź, s├Ąuselte Archibald in der Finsternis und nahm Nori bei der Hand, da ihm einfiel, dass seine Tochter ebenfalls nichts sehen konnte. Nori nahm mit der freien Hand die von Robere, so dass sie in einer langen Schlange Hand in Hand Archibald folgten. Es dauerte einige Zeit, ehe sie unten an der eisernen Kellert├╝r angekommen waren. Arch z├╝ckte einen Schl├╝ssel und schloss auf. Er musste sich mehrfach gegen die T├╝r stemmen, ehe er sie ├Âffnen konnte. Mit lautem Knarzen ├Âffnete sie sich und ihnen schlug ein Schwall eiskalter Luft entgegen. Arch zog sie in die Leichenhalle und lie├č sie mitten in dem riesigen, kalten Gew├Âlbe stehen. Einen Augenblick sp├Ąter kehrte er zur├╝ck und z├╝ndete eine Laterne an. Er hielt sie hoch und kniff die Augen zusammen. Robere, Arbogast und Nori sahen nun dass, was zuvor Brandur und Lin gesehen hatten, die gefrorenen Leichen der von Hohenfeldes. ┬╗Das ist nur eine Halle. Es gibt mehrere, dass sind unsere Gastgeber┬ź, grinste Arch und deutete ihm an, dass sie ihm erneut folgen sollten. Wieder hatten sie eine Treppe zu nehmen, eiskalt und spiegelglatt. So als wollte sie daf├╝r sorgen, dass man gleich in diese Hallen einziehen durfte. Und weiter ging es hinab in einen kleineren, abgetrennten Saal. Arch schritt voran und blieb vor einer Liege stehen, auf der ein Kopfloser Torso lag und eine D├╝sterlingsfrau mit baumelnden Beinen sa├č. ┬╗Kazrar Chud┬ź, sagte sie mit leiser Stimme und ihre zerfledderten Ohren zuckten bedauernd. ┬╗Dein Vater Rob┬ź, sagte Arch und machte eine einladende Geste Richtung des Torso.

Arbogast
┬╗Ich h├Ątte mir gerade fast in die Hose geschissen und das ist meine einzige gute Hose. Ehrlich, was sollte das von den D├╝sterlingen? Da ist schon wieder einer. Die machen mich noch ganz verr├╝ckt. Wie gehts Dir Robby? Alles gut, Du siehst fertig aus Mann - total fertig. Hier nimm einen Schluck┬ź, bot Arbo an und hielt ihm die Flasche hin. Allerdings nur einige Sekunden, dann hatte Arch sie ihm aus der Hand geschlagen. ┬╗Lass es┬ź, zischte er leise. ┬╗Na wunderbar, ehrlich. Schnaps w├Ąrmt vielleicht?┬ź, murrte Arbo leise.

Robere
Robere verstand Arbogasts Geste. Es ging nicht um den Schnaps. Nachdem Archibald seinem missratenen Spr├Âssling die Flasche entwendet hatte, hielt Robere Arbogasts Hand noch einen Moment l├Ąnger fest, obwohl sie schon Licht hatten, bevor er sie los lie├č und zu seinem Vater ging. Er ging sehr langsam und versuchte, mit seinen schweren Kampfstiefeln keinen L├Ąrm zu machen, als er an seinen toten Vater herantrat. Der kopflose Leichnam trug bequeme Kleidung, ganz so, wie auch Robere es mochte, nur etwas schicker und auff├Ąlliger. Robere bef├╝hlte den Stoff, der mal sehr hochwertig gewesen war und verrieb den Raureif, um die Farben sehen zu k├Ânnen. Kazrar schien Rot und Schwarz gemocht zu haben, von Archibald wusste Robere, dass er auch eine rote Str├Ąhne in seinem schwarzen Haar getragen hatte. Sie beide waren sich in Gr├Â├če und Statur sehr ├Ąhnlich. Robere sp├╝rte ein unangenehmes Druckgef├╝hl in der Kehle. Er ber├╝hrte den steinharten Arm des gefrorenen Toten, die tiefgefrorenen Finger. ┬╗Lasst uns allein┬ź, bat er.

Arbogast
Die D├╝sterlingsfrau hockte sich einen Moment wie ein Gargoyle neben Kazrar und schaute von Robere zu dem Toten und zur├╝ck. Stumm legte sie ihm kurz die Krallenhand auf die Schulter. ┬╗Gleich. Du hast sein Gesicht, wei├čt Du das? Du kommst sehr nach ihm, Gesicht, Statur, Gr├Â├če, Haltung... Nur hast Du die H├Ąrte die ihm fehlte. Er war ein guter Soldat und er war Arch ein guter Freund. Nimm Abschied von ihm. Oben in Dunwins Gem├Ąchern h├Ąngt ein Bild, ein Gem├Ąlde. Dein Vater ist ebenso darauf. So siehst Du ihn einmal, wie er zu Lebzeiten ausgesehen hat. Schau es Dir an┬ź, sagte sie freundlich und nahm ihre Hand weg. Mit der Hand verschwand auch der D├╝sterling, als h├Ątte Robby sie sich nur eingebildet.

Arbogast
┬╗Kommt lassen wir ihn allein┬ź, sagte Arch und knuffte Robere. Arbo dr├╝ckte ihn kurz und Nori klopfte ihm auf die Schulter. Dann verlie├č die Gruppe die kleine Leichenhalle und lie├čen Robere mit seinem Vater und seinen Gedanken zur├╝ck.

Robere
Als er sicher war, dass alle die Leichenhalle verlassen hatten, gelang es ihm noch etwa zwei Minuten, sich im Griff zu haben. Dann brach alles aus ihm heraus. Ein unertr├Ągliches Gemisch aus Verzeiflung, Wut und abgrundtiefer Einsamkeit bahnte sich seinen Weg. Der Ausbruch dauerte nur etwa drei├čig Sekunden. So pl├Âtzlich, wie er gekommen war, war er wieder vorbei. Robere wischte sein Gesicht trocken. Der schmerzhafte Gef├╝hlscocktail war eiskalter Wut gewichen. Stumm griff er nach den Fingern seines Vaters, hielt sie lange, bis sie unter seinem Griff ein wenig antauten. Er bettete seinen Kopf auf die Brust, wo tiefgefroren das Herz lag.
┬╗Ich bin`s. Tekuro. Hallo, Papa.┬ź
Die Worte blieben ungeh├Ârt und unbeantwortet. Stumm und kalt lag der Tote. Tekuro sp├╝rte er das Bed├╝rfnis, sich einfach daneben zu legen und f├╝r immer liegen zu bleiben, vereint mit seinem Vater, von dem er nichts, aber auch gar nichts gehabt hatte. Sich loszurei├čen war schwer. Er konnte ihn nicht mitnehmen, musste ihn hier lassen und das war fast ein Ding der Unm├Âglichkeit. Tekuro, betastete seinen Vater, auf der Suche nach etwas, das lose war. Aber alles war gefroren. Er ging an die Kopfseite und strich mit den Fingern ├╝ber die Wunde. Er ging mit dem Mund heran und atmete dagegen, dann leckte er so lange, bis er Geschmack auf der Zunge sp├╝rte. Er leckte und lie├č dann von ihm ab. Unsicher und z├Âgernd betrachtete er den eingefallenen Halsstumpf. Ging einen Schritt zur├╝ck. Und dann stand er da, vollkommen hilflos und so allein, wie jemand nur sein konnte. Er blickte zwischen seinem Vater und der Treppe hin und her. Endlich gelang es ihm, sich abzuwenden und langsam, sehr langsam die Eisenleiter wieder hinaufzusteigen.

Archibald von Dornburg
Archibald wartete sitzend auf einer der eiskalten Eisenstufen. Er schaute Robere ins Gesicht, wobei es Robere gar nicht gab. Das war nur eine Umschreibung, ein Pseudonym f├╝r ┬╗nicht gewollt - einsam - verlassen - allein┬ź. Die Qual hatte tausende Namen und doch erfasste nichts die innere Leere, die damit einherging. Sie lie├č nicht einmal mehr Trauer zu, denn die innere Leere verschlang alles, sogar das ├Ąu├čere Leben. Und letztendlich, wenn man tief in sich hineinh├Ârte als Menschenfresser, dann wusste man, warum man in lebendes zuckendes Fleisch biss. Man eignete sich dass an, was einem selbst fehlte. Das was die Leere gestohlen, ja ausgebrannt hatte. W├Ąrme, N├Ąhe... Leben. Arch stand in Zeitlupe auf und umarmte Tekuro. Es war eine kurze, feste Umarmung, in der mehr N├Ąhe f├╝r diese wenigen Sekunden lag, als jedes Wort h├Ątte ├╝bermitteln k├Ânnen. F├╝r diesen winzigen Augenblick wusste Tekuro, sie beide waren gleich. Im Leid wie in der Leidenschaft. ┬╗Seine Besitzt├╝mer geh├Âren nun Dir┬ź, sagte Arch schlicht und fasste Robere mit den Krallen unters Kinn. ┬╗Komm wir holen seine Ausr├╝stung┬ź, erkl├Ąrte er leise.

Robere
So sehr Robere sich sonst gegen freundschaftliche Ber├╝hrungen str├Ąubte, gegen diese str├Ąubte er sich nicht. Die Umarmung war v├Ąterlich. Sein Vater hatte diesen Mann geliebt, auf die eine oder andere Art. Auf welche, war nicht mehr zu ermitteln, Archibald wusste es offenbar selbst nicht genau. Aber sie hatten sich nahe gestanden. Robere folgte Archibald und fragte sich, was sein Vater ihm hinterlassen haben mochte. Und er freute sich sehr auf das Bild.

Archibald von Dornburg
Archibald stieg gemeinsam mit Tekuro nach oben, wo sie Arbo und Nori trafen. Entgegen seiner sonstigen Art, schob er beide freundlich aus der Leichenhalle heraus und dr├╝ckte sogar Arbogast die Laterne in die Hand. ┬╗Hier nimm┬ź, sagte Arch umg├Ąnglich und gab den Weg vor. Er ben├Âtigte das Licht nicht. Sie liefen eine ganze Weile, lie├čen die kalten Hallen hinter sich, die Arch wieder sorgf├Ąltig verschloss, dann wanderten sie die langen, steinernen Flure entlang. Als sie an einem bestimmten Fl├╝gel ankamen blieb Arch kurz stehen und schaute sich um. ┬╗Unsere alte Heimat. Hier haben wir mit Dunwin gelebt. Er sein Stab und seine treuen Soldaten. Sie in gro├čen R├Ąumen, gemeinsam. So wie Du lebst Tekuro. Und wir in einzelnen Quartieren. Die beste Zeit, die ich hatte, neben... naja... egal... deshalb sind wir nicht hier. Wir suchen mein Quartier auf, dort habe ich einige Sachen von Deinem Vater. Er hatte mich gebeten, seinen pers├Ânlichen Kram zu verwahren damit nichts wegkam. Und das tat ich auch┬ź, erkl├Ąrte Arch freundlich und f├╝hrte sie in die Gem├Ącher von Dunwin von Hohenfelde. Archibald gab f├╝r die R├Ąumlichkeiten den Fremdenf├╝hrer. Sie durchstreiften die Gemeinschaftsquartiere, besuchten Dunwins Zimmer, durchstreiften die Quartiere der anderen Stabler und zuletzt ging Archibald in seine R├Ąumlichkeiten. Quartier war stark untertrieben. Es war eine eigene Wohnung in dem Fl├╝gel - den jeder Stabler von Dunwin genoss. Arch deutete auf eine Truhe, die etwas abseits in einer Ecke stand. ┬╗Sie geh├Ârt Dir┬ź, erkl├Ąrte Arch. Als Tek die Truhe ├Âffnete, lag darin die R├╝stung seines Vaters, sein Schwert, sein Dolch und eine Haarspange mit seltsamen Verzierungen.

Robere
Tekuro nahm alles zur Hand, untersuchte es langsam und gr├╝ndlich und strich dar├╝ber. Es sah aus, als wolle er Staub wegwischen, der nicht vorhanden war, denn alles war sorgsam verwahrt gewesen, doch es war der Versuch eines Streichelns. ┬╗M├╝sste passen. Er war gebaut wie ich.┬ź Die Erinnerung an den toten K├Ârper schob er sofort wieder beiseite. ┬╗Er hatte lange Haare, oder?┬ź Er lie├č die Haarnadel durch seine Finger gleiten. ┬╗Ihr habt`s hier sch├Ân gehabt. Kazrar hat, glaub ich, gern so gelebt, in der Truppe, kann das sein? Ich h├Ątt ihn so gerne lebend kennengelernt, so gerne ... hilf mir, das anzulegen.┬ź Er nahm die Repetierarmbrust vom R├╝cken, ebenso wie den G├╝rtel mit den Bolzenmagazinen und den Waffengurt mit dem S├Ąbel, den Archibald ihm gegeben hatte. Die R├╝stung passte wie angegossen. Sie war nicht zu schwer, leichter als die R├╝stung der Leibgarde. Er nahm seine alte Bewaffnung wieder hinzu. ┬╗Ich kann mit so einem Schwert nicht umgehen, wir f├╝hren welche mit gerader Schneide und mit zwei Klingen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja er war ein Rudelmensch, dass sagte Canan immer. Vielleicht hast Du Recht damit gehabt. Er hat nicht gelernt, sich nicht die Z├Ąhne verdient, damit er das Rudel nicht verlassen musste. Aber es war nicht meine Absicht ihn zu versto├čen Tek, es war mein Wunsch, dass wenn alle Stricke rei├čen, er auch allein ├╝berlebt. Vielleicht haben wir beide einfach f├╝r die falschen Dinge eingestanden. Oder kurzum wir h├Ątten uns einmal sagen sollen, was unser Ziel ist. Das hat keiner von uns getan. Oder vielleicht doch und wir haben den anderen nur nicht verstanden. Er hatte lange Haare. Mal Schulterlang und mal H├╝ftlang. So haben wir fr├╝her alle die Haare getragen. Langes Haar ist ein Zeichen von Stand, aber Dir muss ich sowas nicht erl├Ąutern, Du schiebst am Hof Dienst. Da d├╝rfte das Gleiche gelten, denn alle dort haben langes Haar vor allem die Adligen. Er hatte eine sch├Âne volle schwarze M├Ąhne, wie ich in meiner Jugend┬ź, lachte Arch und half Robere in die R├╝stung. Er trat einen Schritt zur├╝ck und musterte ihn mit Wehmut. ┬╗Sie geh├Ârt eindeutig Dir┬ź, sagte er zufrieden.

Robere
┬╗Sie passt hervorragend und ich werde sie in Ehren halten, wie alles von ihm. Lange Haare, war er denn von Stand oder wollte er dir wieder imponieren? Oder vielleicht gefiel es ihm einfach so. Ich bin auch nicht gern allein. Das hab ich von ihm. Anderes vielleicht auch, nicht nur das Aussehen, meine ich. Ich bin froh, dass ich so viel von ihm ... in mir trage. Wo ist das Bild?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Folge mir┬ź, sagte Archibald und f├╝hrte Robere in Dunwins Quartier. Er ging ins dortige Wohnzimmer und deutete auf das gro├če ├ľlgem├Ąlde auf dem Dunwin und seine Leute abgebildet waren. Robere erkannte Arch der um zig Jahre j├╝nger war und neben einem extrem blassen, schlanken Mann stand. Die beiden trugen die Haare ebenfalls lang, wie fast jeder auf dem Bild. Arch deutete auf eine weiter au├čenstehende Person, wie alle Soldaten, stand auch Kaz au├čen. Dunwins engste Freunde neben ihm, der Rest nach Sympathie und Rang. ┬╗Das dort ist Dein Vater... Kazrar Chud┬ź, sagte Arch und nun sah Tek seinen Vater zum ersten mal so, wie er tats├Ąchlich zu Lebzeiten ausgesehen hatte.

Robere
Lange stand Robere da und betrachtete das Bild. Sein Vater sah ihm wirklich extrem ├Ąhnlich, besser gesagt, er ihm. Besonders jetzt in der selben R├╝stung. Nur, dass Kazrar dunklere Haut gehabt hatte und langes Haar, das er mit dieser neckischen Str├Ąhne verzierte, die in Souvagne absolut undenkbar w├Ąre, in Naridien aber offenbar keinen Stilbruch darstellte. ┬╗Mein Vater sieht gut aus. Am liebsten w├╝rde ich ihn mir rausschneiden. Das Bild ist so verdammt gro├č ... was, wenn es hier wegkommt oder verschimmelt? Kannst du zeichnen? Dann k├Ânntest du ihn wenigstens abzeichnen. Wo ist der verbrannte Kopf, weggekommen, oder?┬ź

Archibald von Dornburg
Arch schmunzelte und grinste Robere an. ┬╗Ja ich kann zeichnen, ziemlich gut sogar. Ich tue jetzt einmalig etwas f├╝r Dich, was ich nie tun w├╝rde. Aber daf├╝r Tek, stehst Du mit was in meiner Schuld, klar?┬ź, sagte Archibald ernst. Er z├╝ckte seinen Dolch und schnitt ohne zu z├Âgern das Gem├Ąlde aus seinem Rahmen. Er legte es auf den Boden, schnitt Kazar ab und schnitt f├╝r sich Dunwin samt den Stab aus. Die anderen Soldaten interessierten ihn nicht. Er rollte Kazar zusammen und reichte ihn Robby, w├Ąhrend er das andere St├╝ck einsteckte. ┬╗Klappe dar├╝ber halten┬ź, schmunzelte er.

Robere
┬╗Danke, Arch. Ich schweige.┬ź Er dr├╝ckte die Rolle an sein Herz. ┬╗Was ist es, das ich dir schulde? Du sollst es bekommen. Du hast mir meinen Vater zur├╝ckgegeben. Besser tot, als nie. Vorher war ich Waise, jetzt bin ich Sohn. Was ist mit dem Kopf, oder wei├čt du es nicht?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Du schuldest mir dass, was Kazrar mir schuldete - kurzum Z├Ąhne. Die schuldest Du ihm und mir. Das hei├čt, versagte nicht, sie Dir zu verdienen und sei mir gegen├╝ber als Deinem Mentor loyal. Selbst Dunwin wurde mir... uns... untreu. Er hat sich selbst verloren. Ich habe niemals den Glauben an unsere Sache aufgegeben, bis heute nicht. Aber das lernst Du, wenn Du soweit bist. Lass Dir die Haare wachsen┬ź, schlug Arch vor.

Robere
┬╗Wei├č nicht┬ź, brummelte Robere und strich sich ├╝ber sein kurzes Haar. ┬╗Ich find lange Haare ziemlich schwul, ehrlich gesagt. Ich hatte sie immer kurz. Warum wurde Dunwin dir untreu? War er auch Menschenfresser oder welche Sache meinst du? Die Z├Ąhne werde ich verdienen, geschworen, und Arbo auch. Ich mach aus deinem Jungen einen Mann, wird Zeit. Ich helf ihm.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Damit w├╝rdest Du mir einen gewaltigen Gefallen tun Tek, Du hast keine Vorstellung davon wie gewaltig. Nein wir hatten davon getr├Ąumt eine bessere Welt zu schaffen. Eine Welt, wo niemand mehr daf├╝r verurteilt wird, was er ist oder welche Gabe er hat. Oder eben nicht hat. Eine Welt frei von Verseuchten und Magiern, eine Welt wo Dein Flei├č bestimmt, was aus Dir wird. Eine Welt, in der ein Mann sich lieber auf sein Hirn, sein Kampftraining und sein Schwert verl├Ąsst als auf irgendwelche Hexereien. Eine Welt wo man keine Magier mehr f├╝rchten muss, die einen foltern, mit Krankheiten infizieren und jene t├Âten, die Dir am Herzen liegen. Um sie dann als verrottende Marionetten wieder auferstehen zu lassen. Magier sind nichts weiter als ein widernat├╝rlicher Eingriff in die Natur. Tumor schneidet man auch heraus, warum dieses Gez├╝cht nicht? Wir hatten vor den Eingriff vorzunehmen und die Welt zu reinigen┬ź, erkl├Ąrte Arch freundlich.

Robere
┬╗Das sind gute Ideale. Ich wusste nicht, dass Magier das tun, aber andererseits ... die Himmelsaugen ... sie lesen deine Gedanken. W├╝hlen darin rum. Du merkst davon manchmal nichts, man muss immer aufpassen, was man denkt. Wenn du dir einen runterholst, schauen sie sich deine Gedankenspiele an und wenn du fickst, klinken sie sich in deinen Kopf, um sich dabei einen zu hobeln. Sie l├Ąstern gedanklich untereinander und l├Ącheln den Leuten, ├╝ber die sie gedanklich abl├Ąstern, dabei ins Gesicht. Ich hasse die Kerle.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja das tun Magier, sie k├Ânnen aber auch Deine Gedanken verdrehen. Und zwar so oft, dass Du nicht mehr wei├čt, was war jetzt Deine eigene Erinnerung, oder eine Einfl├╝sterung? Du wei├čt es nicht mehr. Und sie k├Ânnen Dir Schmerzen schicken. Also dass Du den Schmerz f├╝hlst, der gar nicht da ist. All solche Dinge. Ist das Recht? Vermutlich machen die das mit jedem so. Wen sie lecker und knusprig finden, den lesen sie aus, w├Ąhrend er einen wegsteckt oder sich tief und gen├╝sslich b├╝ckt. Lesen die auch die Duc Familie aus?┬ź, lachte Arch.

Robere
┬╗Hattest du mal was mit meinem Vater?┬ź, wollte Tekuro wissen. ┬╗Weil du sagtest, du hattest einen Mann und Kazrar schien dich zu m├Âgen. Und du meintest, er a├č alles. Nahm er sich auch ansonsten alles? Die Himmelsaugen, also sie d├╝rfen die gro├čherzogliche Familie nicht auslesen, nein. Aber wer will ├╝berpr├╝fen, ob sie es nicht doch machen? Der Duc hat keine Magier in seiner Familie.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Jetzt hat er ein Rudel davon in seiner Familie, er hat dem Wahnsinn T├╝r und Tor ge├Âffnet Tek. Nein ich hatte nie etwas mit Deinem Vater, wir haben zusammen gegessen, mal zusammen abgehangen, also im Bett gelegen und geraucht. Das habe ich mit meinem Bruder auch, ohne uns anzufassen. Jesper ist mein Mann, Merna ist meine Frau. Beide liebe ich aufgrund ihrer Seele. Aber ich begehre beide nicht. Ich habe Sex mit ihnen, ja. Jesper hat daran Spa├č, Merna hatte auch daran Spa├č und ich muss mir dabei was denken was mich hei├č macht. Aber ich tat es f├╝r die beiden. Und wenn ich Jesper ranlie├č, ihm also meine Gunst schenke, dann bekomme ich daf├╝r auch etwas zur├╝ck. Es ist fair, dass kann ich nicht anders sagen. Stimmt, niemand kann das ├╝berpr├╝fen. Stell Dir vor Du k├Ânntest das. Wenn Du wen scharf findest, schickst Du ihm nachts feuchte Tr├Ąume mit Dir. Tr├Ąumt er das oft genug, wird da was draus. Sehen weckt Begierde┬ź, grinste Arch.

Robere
┬╗Du beantwortest mir immer nur einen Teil meiner Fragen. Machst du das mit Absicht? Wenn ja, dann ist jetzt der Zeitpunkt, mir das zu sagen. Dann nerv ich dich nicht weiter mit der Fragerei und ich wei├č, dass du keinen Bock hast, mir das zu sagen. Wo ist Kazrars Kopf? Und wen nahm er sich zum V├Âgeln? Ich muss das wissen, Archibald, um nachdenken zu k├Ânnen. Wegen dem Fleisch und allem. Wieso fickst du mit Leuten, die du nicht begehrst?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ganz ruhig, ja ich mache es absichtlich. Nein ich m├Âchte Dir nichts verschweigen, aber ich bin es gew├Âhnt, fast 60 Jahe Au├čenstehenden nur das zu sagen, was ihnen zusteht. Ergo sagte ich immer nur das N├Âtigste, damit die Aufgaben erledigt werden, ohne etwas Preiszugeben von dem was mir Dunwin anvertraute. Alte Gewohnheiten sitzen tief, ich gelobe Besserung. Der Kopf ist verbrannt und nur noch ein kockliger Ball. Er liegt unten in der Leichenhalle. Kaz hat alles gev├Âgelt, Frauen und M├Ąnner und auch ab und an eines meiner Spielzeuge. Bevorzugterweise Dave, aber nur dann wenn ich ihn vorher hatte. Vermutlich so eine Art sich die Beute teilen. Aber vorrangig mochte er glaube ich Kerle. Narbenfresse war neben mir sein st├Ąndiger Begleiter. Also dass was er f├╝r mich war, war Narbenfresse f├╝r ihn. Der Hiwi vom Hiwi - der Handlanger und Schattenmann. Weil ich diese Leute sehr mag und liebe. Aber sie machen mich nicht hei├č, daf├╝r sind sie viel zu alt. Da r├╝hrt sich bei mir nichts. Es sei denn ich gehe gedanklich auf Wanderschaft, dann bekomme ich dabei auch einen hoch, nur habe ich dann im Kopf keinen Sex mit Merna oder Jesper gehabt, sondern mit Tarul┬ź, antwortete Arch ehrlich.

Robere
Robere nickte und gr├╝belte. Kratzte sich am Sack und gr├╝belte weiter. ┬╗Den Kopf muss ich noch zum K├Ârper legen, der soll da nicht irgendwo rumliegen. Oder kann man den Sch├Ądel vielleicht noch rausholen aus dem Verbrannten? Narbenfresse ist auch tot, oder? Sag mir was ├╝ber ihn, damit ich den Geschmack von meinem Vater wei├č. Du solltest dich nicht v├Âgeln lassen, nur weil du jemandem einen Gefallen tun willst. Du l├Ąsst dich benutzen. Wenn sie dich lieben, verzichten sie. Auch das kann Liebe sein. Du hast auch verzichtet und Kazrar ... indem ihr eure Kinder fortgabt.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Es sehe es als selbstloses Geschenk und nicht als Benutzen. Aber letztendlich ist es dass auf eine gewisse Art. Ob man den Sch├Ądel noch herausholen kann, kann ich Dir nicht sagen. Der Knochen k├Ânnte durch die Flammen por├Âs sein Tek, dass hei├čt bei dem Versuch k├Ânnten wir ihn zerst├Âren. ├ťberlege Dir das gut. Narbenfresse, von dem niemand den Namen wei├č, war ein kleiner blonder Kerl mit einer gewaltigne Narbe in der Fresse. Er verdrehte gerne Leuten den Arm auf den R├╝cken und rammelte sie durch. Das war so seine Taktik f├╝r besondere Stunden. Er war meist schweigsam, aber wenn er genug getrunken hatte, taute er auf und man konnte ganz witzig mit ihm reden. Er war ebenfalls Fu├čsoldat bei Dunwin. Er war zuverl├Ąssig und erledigte seine Arbeit gut. Nur manchmal war er etwas schwer von Begriff, so schwer, dass sogar Dein Vater genervt war. Und das hie├č etwas. Wenn sich Kaz und Narbenfresse wen gekrallt haben, dann haben sie sich abgewechselt. Der eine h├Ąlt fest und der andere rammelt und umgekehrt. Sozusagen haben sie auf Tour einen Dreier geschoben. Sie haben auch Dave ab und an im Krankenzimmer besucht, was Ansgar nicht gefiel. Da fing das ganze Dillemma an. Dabei hatten wir sie gut erzogen, abgerichtet. Ansgar f├╝r Dunwin, Dave f├╝r mich. Dunwin stand drauf, wenn jemand schrie und heulte, wenn er ihn fertig machte. Und Ansgar war so gut ihn v├Âllig zu befriedigen. Ich mag es genau umgekehrt. Leise, gem├╝tlich, beschaulich, ruhig und einfach harmonisch. Und so war es mit Dave┬ź, sagte Arch und knuffte Robere.

Robere
┬╗Ein Geschenk ... gut, das verstehe ich. So einen beschaulichen Dreier, da h├Ątt ich auch mal wieder Bock drauf. Das letzte Mal ... ich hab gar nicht gez├Ąhlt, ich glaube, wir waren vier oder f├╝nf. Ich frag Arbo, wenn sich was ergibt, ob er mitmacht. Du hast einen anderen Geschmack als ich, ich hasse Kinder. Du hast vergessen zu sagen, was aus Narbenfresse wurde. Er h├Ârt sich nach einem Kumpel an. War er h├╝bsch oder eher grob vom Aussehen, jetzt mal von der Narbe abgesehen? Das mit dem Kopf, doch, ich m├Âchte es versuchen. Als schwarzer Ball n├╝tzt er auch keinem was.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Er starb gemeinsam mit Deinem Vater. Ihm wurde ebenfalls der Kopf abgehackt und klein Ansgar verwahrte sie im K├╝hlschrank f├╝r Davy, so wie mir Dunwin erz├Ąhlte. Die beiden Perverslinge. Also von der Optik her war Narbi weder h├╝bsch noch h├Ąsslich, guter Durchschnitt w├╝rde ich sagen. Na vielleicht spiele ich trotzdem mal mit Dir, rein so aus Neugier. Wobei irgendwie steht mir der Sinn nach Nathan, ich vermisse ihn. Gut dann sch├Ąlen wir den Sch├Ądel aus der Kohle. Wir gehen ganz vorsichtig vor. Am besten weichen wir ihn vorher sch├Ân ein. Das m├╝sste funktionieren┬ź, sagte Arch fruendlich.

Robere
┬╗Ich hab Nathan gefickt, war lustig. Aber der Preis ist zu hoch gewesen, mir wurde der Arsch bis zu den Mandeln aufgestemmt und Belly gleich mit. Wir k├Ânnten uns Nathan zusammen vornehmen, aber so, dass es nicht auffliegt. Sonst bin ich meine R├╝be los. Ach ... ja, einweichen. Das machen wir, nicht lecker, aber ich will den Sch├Ądel haben, das wird er verstehen. Narbenfresse weichen wir auch mit auf, wenn der ihm was bedeutete.┬ź

Archibald von Dornburg
Arch musterte Robere streng. ┬╗Tek, Rob, Nathan ist unantastbar, dass solltest Du wissen. Nathan ist mein pers├Ânliches Eigentum. Jeden anderen teile ich gerne mit Dir, Du bist ein H├╝bscher┬ź, lachte Arch und es klang f├╝r eine Sekunde bedrohlicher als es Robere lieb war. Aber Arch zwinkerte ihm zu, da er es nicht b├Âse meinte. ┬╗Na dann wollen wir mal zwei K├Âpfe einweichen, komm┬ź, sagte er gut gelaunt.

Robere
┬╗War nur eine Idee┬ź, murrte Robere kleinlaut. Er blickte sich einen Moment suchend nach Arbogast um, legte das zusammengerollte Bildnis seines Vaters erstmal in die Truhe, zusammen mit der Haarspange und folgte Archibald dann hinab, um erneut seinem toten Vater zu begegnen.

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Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde -- Die Macht hinter den Mauern

#20

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 21. Jul 2018, 13:24

Das schwarze Herrenhaus von Hohenfelde
-Die Macht hinter den Mauern-

Linhard von Hohenfelde
Linhard traf sich drau├čen vor den Stallungen mit Ciel. Er hatte bereits Aquilla sein Drachenhuhn gesattelt und streichelte das gro├če, treue Tier. Als Ciel sich zu ihm gesellte grinste Lin ihn gut gelaunt an und schwang sich in den Sattel. Er reicht Ciel die Hand und zog ihn auf den R├╝cken von Auqilla hoch. "Es ist eine Ecke bis Naridien, sichere Dich mit den Gurten", bat Lin. Er wartete ab, bis Ciel die Vorgabe umgesetzt hatte, dann gab er Aquilla das Zeichen zum Aufbruch. Das gewaltige Drachenhuhn sprang in die Luft und wie immer hopste einem dabei der Magen in die Kniekehlen. Sie schlug hart mit den Fl├╝geln und gewann schnell an H├Âhe, ehe sie Richtung Naridien davon flog. "Ist das geil oder ist das geil? Ich kenne keinen besseren Zustand, als auf Aquillas R├╝cken durch die Gegend zu fliegen", br├╝llte Lin nach hinten um das Tosen des Windes zu ├╝bert├Ânen. Heute herrschte ein rauer Wind, aber das st├Ârte Linhard nicht weiter. Die Brise wehte frisch und kalt. Je h├Âher sie kamen um so eisiger wurde die Luft. Die Landschaft unter ihnen zog dahin, wechselte sich ab mit W├Ąldern und Feldern, man sah die gro├če Zerst├Ârung die der Krieg angerichtet hatte. Wie eine Narbe hatte sich die Flu├čumleitung ins Land gefressen. Solange sie noch auf ihrem Gebiet waren, sah Ciel, dass die Wiederaufbauarbeiten in Neu-Souvagne im vollen Gange waren. Souvagner waren stur und flei├čig. Das konnte man ihnen nicht absprechen. Sie scheute eigene H├Ąnde Arbeit nicht. Aquilla ├╝berquerte die Heimat der Wychtel und sie konnten einen Blick auf das grandiose Gebirge werfen. Dann folgte das Meer. Schier unendlich erschien es und es verdeutlichte einem, wie wichtig das Tier unter ihnen war. Es wurde schlagartig zu einer Reise ohne Wiederkehr, sollte Aquilla mitten auf der Hohen See in die kalten Fluten st├╝rzen. Sie w├╝rden niemals das rettende Ufer erreichen k├Ânnen. Aber die Fl├╝gelschl├Ąge von Aquilla waren ruhig, kr├Ąftig und gleichm├Ą├čig. Sie mussten sich nicht f├╝rchten. Von Heymst├Ątt hielt das Drachenhuhn genau auf Shohiro zu. Linhard wusste nicht, ob Ciel schon einmal in Naridien oder Shohiro gewesen war. "Dort schau", sagte er gut gelaunt und deutete nach unten. Aquilla ging langsam herunter und flog nun nicht mehr so hoch, so dass die Temperaturen auf ihrem R├╝cken angenehmer wurden. Sie flog noch eine Weile und passierte eine grau-schwarze Grundst├╝cksmauer unter sich. Einen Augenblick sp├Ąter kam das Herrenhaus in Sicht. Schwarz, m├Ąchtig, monumental und eiskalt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte sich w├Ąhrend des Fluges an Linhard festgehalten, wie man es auch beim gemeinsamen Reiten auf einem Pferd tat. Als sie abgestiegen waren, betrachtete Ciel jedoch nicht das Herrenhaus, sondern sah hinauf in den grauen Himmel. ┬╗Wo sind die anderen?┬ź Seine F├╝├če standen erstmalig auf naridischem Boden. Hier war er kein Prince, sondern bestenfalls ein Staatsgast, vielmehr jedoch ein illegal Eingereister, der ohne Genehmigung die Grenze passiert hatte.

Linhard von Hohenfelde
Lin glotzte Ciel f├╝r einen Moment an, ehe er ├╝ber beide Ohren grinste. "Ich habe die anderen vergessen. Ich wusste da war doch was. Warte einfach drau├čen bei Aquilla, dann passiert Dir nichts. Sie ist eine gute und treue Seele, keine Angst", sagte Lin und klopfte Ciel aufmunternd auf die Schulter.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast die Leibgarde vergessen, die uns zu unserem Schutz begleiten sollte?┬ź Ciels Stimme wurde gegen Ende immer schriller. ┬╗Prima! Wunderbar! Man stelle sich vor, dies w├Ąre mir beim Marsch gegen die Rakshaner passiert. Im Norden angekommen, stelle ich fest, dass ich die Streitmacht zu Hause gelassen habe.┬ź W├╝tend marschierte er beim Sprechen im Kreis. ┬╗Von Ferrau habe ich mich auch nicht vern├╝nftig verabschieden k├Ânnen! Ich hoffe, es geht schnell. Gut, dann warte ich hier drau├čen und stehe mir die Beine in den Bauch und du gehst ins Innere dieses ... dieses sogenannten Hauses.┬ź Missbilligend betrachtete er den schwarzen, d├╝steren Kasten.

Linhard von Hohenfelde
"Herje dass kann doch mal passieren. Dir ist es im Hof auch nicht aufgefallen oder? Na also! Du musst keine Angst haben, Du stehst nur bei uns im Hof. Du kannst Dich aber auch auf Aquilla setzen und zur├╝ckfliegen. Ich komme dann so nach. Das ist kein Problem, naja vielleicht doch mit zwei Babyleichen im Rucksack. Such es Dir aus. Komm mit, warte hier, reise ab, keine Ahnung", erkl├Ąrte Linhard und ging auf das Herrenhaus zu. Ciel wusste nicht ob es an einer optischen T├Ąuschung lag oder daran dass es schon sp├Ąt war, aber irgendwie schien Linhard in der D├Ąmmerung zu verschwinden. Und die K├Ąlte die von dem Geb├Ąude abgestrahlt wurde, kam ihm auch nicht nat├╝rlichen Ursprungs vor. Selbst das Drachenhuhn bemerkte es, sie starrte das Haus misstrauisch an.

Ciel Felicien de Souvagne
Einen Moment lang starrte Ciel Linhard hinterher, dann nahm er die Beine in die Hand und folgte ihm ins Innere. ┬╗So warte doch! Schwager! Blo├č weil ... blo├č weil du hier eingeboren bist, hei├čt das nicht, dass du mich einfach stehen lassen kannst wie den letzten Bauern. Ich bin Staatsgast, Prince de Souvagne, und w├╝nsche entsprechend behandelt zu werden, auch auf naridischem Boden.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard legte ihm einen Arm um die Schulter. "Das tue ich nicht, ich wollte Dich bei Aquilla lassen und sie bedeutet mir sehr viel. Sie hat mir mein Leben gerettet. Folge mir einfach und verhalte Dich ruhig, unauff├Ąllig, gemessen. Diesem Haus ist es gleich wo es steht, Naridien interessiert es nicht. Drum sp├╝re und erkenne, versuch etwas herauszufinden. Oder halte Dich zur├╝ck und bleibe bei mir, ich selbst kenne nicht alle R├Ąume. Wir ben├Âtigen eine Laterne", sagte Lin freundlich zu Ciel. Er wollte seinen Schwager nicht stehen lassen, sondern er wollte ihn sicher im Garten wissen. Das war etwas anderes. Lin schnappte sich die Laterne im Eingang die er letztens mit Brandur zur├╝ckgelassen hatte und entz├╝ndete sie. Genau wie Brandur und Lin vorher, sah nun Ciel, dass dieses Haus jedes einfallende Licht zu absorbieren schien. Ganz so, als geh├Âre hier kein Licht hin. Au├čerhalb des Lichtkegels tanzten Schatten und im Hintergrund h├Ârte man das seltsames steinernes ├ächzen, so als ob das Haus aufgest├Âhnt h├Ątte. Es hielt einen Moment lang an, dann donnerte es und durch das gesamte Haus zog sich eine Vibration, ehe es wieder so totenstill dalag, wie sie es betreten hatten. Je weiter sie voranschritten je k├Ąlter wurde es. Ciel sah seinen Atmen als W├Âlkchen aufsteigen, Linhard erging es ebenso. Die Haut von Ciel f├╝hlte sich nach einem Moment des Laufens kalt und klamm an, so als w├Ąre er durch unsichtbaren Nebel gelaufen. Und die Luft hatte einen heimlichen S├╝├čen Beigeschmack, den man nur erkannte, wenn man ein M├Ârder war oder auf dem Schlachtfeld gedient hatte. Lin f├╝hrte Ciel hinab zur den eisigen Leichenhallen, reichte Ciel vor der gewaltigen eisernen T├╝r die Laterne und fummelte nach dem Schl├╝ssel. W├Ąhrend Ciel die Laterne hielt, sp├╝rte er wie etwas eiskaltes seinen Nacken streifte und ├╝ber seine Haare hinwegzog. Dann war es verschwunden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog seinen S├Ąbel aus der Scheide. Keuchend blickte er sich um, in der anderen Hand die Laterne erhoben. ┬╗Und hier hast du gewohnt? Deine Kindheit verbracht?┬ź Ciel konnte es kaum glauben. ┬╗Dies scheint erdbebengef├Ąhrdetes Gebiet zu sein. Und es riecht ... vielleicht t├Ąusche ich mich auch.┬ź Die Dunkelheit und der Geruch machten Ciel Sorge. Er setzte seinen magischen Sinn ein, um den Blutfluss in der Umgebung zu ersp├╝ren, ganz ├Ąhnlich dem Infrarotsinn. Falls sich hier Vampire eingenistet hatten, w├╝rde er sie sp├╝ren, ebenso wie anderes Leben oder auch den Tod, sofern er nicht durch Verwesung oder Verbrennung das Blut aufgezehrt hatte.

Linhard von Hohenfelde
Woher der Geruch kam, dass konnte Ciel nicht erschlie├čen, aber er sp├╝rte dass oben in den oberen Etagen, weit ├╝ber ihnen ein Vampir anwesend war. Und er sp├╝rte etwas in dem Gem├Ąuer, dass er nicht benennen konnte. Alt, m├Ąchtig, schw├Ąrzer als jede Nacht. Seine magischen Sinne rieten ihm, es nicht zu lange zu betrachten, ehe es auf ihn aufmerksam wurde. Dabei befand er sich schon im inneren - im Haus. "Ja hier bin ich geboren, aufgewachsen und hier werde ich hoffentlich nicht sterben. Leider taten es viele vor mir", sagte Lin, schloss die T├╝r auf und stemmte sich mehrfach dagegen. "Das macht das Schei├čding immer", knurrte er und die T├╝r gab so pl├Âtzlich und leichtfedrig nach, das Linhard in die Leichenhalle st├╝rzte. Er konnte sich mit einigen Ausfallschritten abfangen und musterte w├╝tend die T├╝r. Ciel hingegen musterte wahrscheinlich die Toten, die wie auf einem eisigen Friedhof hier aufgebahrt lagen. Ein jeder Hohenfelde, der die Zeit nicht ├╝berdauert, sondern das Zeitliche gesegnet hatte. Nicht nur einer unter ihnen hatte eine klaffende weit aufgeschnittene Kehle. Anderen fehlten Gliedma├čen, wiederum andere waren derma├čen entstellt, dass man sich fragen musste, auf welche qualvolle Art und Weise die Person den Tod gefunden hatte. "Wir m├╝ssen nach unten Ciel", sagte Linhard freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einige Stockwerke ├╝ber uns befindet sich ein Vampir. Aber er hat uns noch nicht bemerkt, er ist besch├Ąftigt. Sie werden oft angelockt von solchen ... solchen Gem├Ąuern. Das hier als Haus zu bezeichnen, erscheint mir falsch. Hier ist etwas. Etwas Machtvolles. Was ist das? Wir h├Ątten Alexandre mitnehmen sollen oder wenigstens einen Magier aus deiner Familie.┬ź Ciel sah von oben in den Raum hinab, in dem die Toten aufgebahrt waren. Er riss sich zusammen und stieg die Eisentreppe hinab. Jeder Schritt hallte viel zu laut in dem Gew├Âlbe wieder. Das Gel├Ąnder war von Raureif ├╝berzogen. Fassungslos betrachtete Ciel die verst├╝mmelten Leichname. ┬╗Nekromantie┬ź, sagte er d├╝ster. ┬╗Das ist der Preis. Jeder Bef├╝rworter nekrotischer Machenschaften sollte sich das hier ansehen, bevor ihm gestattet ist, seine Meinung kundzutun.┬ź Er warf einen Blick auf Linhard, dann senkte er die Stimme. ┬╗Es tut mir leid, ich st├Âre die Ruhe der Toten. Das alles ist schwer zu begreifen. Es ist deine Familie. Verzeih meinen Ausbruch.┬ź Er trat an die Toten heran und gr├╝├čte sie mit dem Handzeichen der Ainuwarpriester. ┬╗Ruht weiter┬ź, sagte er sanft. ┬╗Wir sind nur G├Ąste und niemand beabsichtigt, euch zur├╝ckzuzerren in die Welt, die ihr hinter euch gelassen habt. Ruht.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte ihn ├╝ber die Schulter un im Licht sah auch sein Gesicht kaum lebendiger aus, als das der gefrorenen Leichen. Lins Augen wirkten wie zwei schwarze Kohlen die in mitten von einem wei├čen Gesicht brannten. Ciel erkannte trotz aller Unterschiede, wie ├Ąhnlich Linhard den Toten sah. Eine Verwandtschaft h├Ątte er niemals leugnen k├Ânnen. "Darum haben wir den dunklen Pfad verlassen und uns in ein neues Leben aufgemacht. Weil wir dies hier...", sagte Lin und machte eine allumfassende Geste, "...nicht mehr gewollt haben. Einen Magier meiner Familie? Da oben liegen hunderte such Dir einen aus. Ciel gleichg├╝ltig wie m├Ąchtig sie sind, nicht einmal Maghilia oder Osmund k├Ânnen hier etwas ausrichten. Das Haus ist... anders", erkl├Ąrte Linhard leise, als h├Ątte er Angst geh├Ârt zu werden und so war es auch. "Dave sagte einst, ich rezitiere - Das Haus ist kein Monster, dass man einfach erschlagen kann. An diesem Ort ist die Heuchelei Dein Schwert und die Raffinessen Dein Schild. Wir m├╝ssen das Spiel spielen... und das taten wir alle. Und die Verlierer in dem Spiel hast Du da oben gesehen. Die Sieger, sie liegen in anderen R├Ąumen, aber auch sie liegen hier. Denn ob Du gewinnst oder verlierst, entscheidet nur wo Du liegst. Denn jeder von uns wird hier liegen. Das Haus verliert nichts und niemanden, hei├čt es. Ich hoffe sie irren sich...", sagte Lin und nickte wie zur eigenen Bekr├Ąftigung, "ja das hoffe ich. Falls nicht f├╝r mich, dann f├╝r...", setzte er an und stockte. Er sch├╝ttelte den Kopf, er w├╝rde den Namen seines Gef├Ąhrten oder sein Kind hier nicht erw├Ąhnen. Das Haus sollte nicht von ihm wissen. "Wir m├╝ssen noch eine Etage tiefer. Kannst Du herausfinden wer der Vampir ist oder wo er genau ist?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schwieg eine Zeitlang ersch├╝ttert. ┬╗Lin, es tut mir leid. Ich habe falsch ├╝ber dich gedacht. Bitte verzeih mir. Es ist ein grausamer Ort und ich verstehe nun, warum ihr ihn verlassen wolltet. Nur bitte, bringt keinen Ableger davon nach Souvagne. Die beiden Lichs ... Nekromantie ist kein Spa├č. Und diese Kunst war in deiner Familie sehr stark und ist es immer noch. Davon m├╝sst ihr wegkommen.┬ź Ciel blickte nach oben. ┬╗Der Vampir hat sich nicht vom Fleck bewegt, aber er ist munter, er tut irgendetwas. Es sieht seinen Bewegungen nach zu urteilen aus ... als w├╝rde er kochen. Ich kann ihn nicht identifizieren, daf├╝r bin ich nicht gut genug. Alexandre k├Ânnte das vielleicht. Wo geht es lang?┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Schon gut, woher sollst Du so etwas kennen? Nur Eingeweihte und Gleichgesinnte kennen so etwas. Und davon gibt es wenige. Unsere Familie verehrt die Nekromantie als eine Art Religion, eine Religion die sie liebt und f├╝rchtet. Man kann sich damit Macht aneignen, eine Macht die allein schon durch die Offenbarung andere in die Knie zwingt. Niemand w├Ąre so dumm einen Lich anzugreifen. Man sagt, sie k├Ânnen jemanden das Leben aussaugen. Wobei das k├Ânnen Geistmagier auch. Das wei├č ich, dass sagt man so. Und ich wei├č was sie noch k├Ânnen. Die meisten von uns haben die F├Ąhigkeit der Geistmagie und werden Nekros. Dave und mein Bruder sind eine Ausnahme und so ehrlich muss ich sein, die meisten von Eibenbergs. Ich habe nicht vorgehabt Euch zu schaden und ich beherrsche keine Magie Ciel. Ich muss mit meinem Vater reden, damit wir mit den Lich reden. Vielleicht k├Ânnen sie der Nekromantie entsagen? Das klingt f├╝r Dich vielleicht verr├╝ckt, aber wenn Du sie pers├Ânlich kennenlernst sind sie ganz nett. Ein Vampir der... kocht?!? Was kocht der? Blutwurst?", grinste Lin und deutete auf die Stufen. "Noch eine Etage, dann sind wir da", sagte Lin und f├╝hrte Ciel weiter hinab. Die Leichenhalle hier war ein wenig anders eingerichtet, trotzdem war es eine morbide zur Schau Stellung von Macht und Machtverlust. Zwei kleine Bahren standen im Raum. Auf einem lag ein winziges Baby, dem man ansah was ihm angetan worden war. Ciel sp├╝rte wie sich sein Herz und Magen verkrampfte. Zerbissen schoss es ihn in den Kopf, fast so, als w├Ąren es nicht seine Gedanken. Der s├╝├čliche Geruch wurde st├Ąrker, umwehte ihn wie das Parf├╝m einer verf├╝hrerischen Frau...

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe mit Dave bereits geredet bez├╝glich eurer Lich und auch mit dir, aber niemand scheint es f├╝r n├Âtig zu halten, dem Dekret Folge zu leisten. Wenn nichts geschieht, werden wir handeln. Wenn die beiden dir am Herzen liegen, sollten sie ihrer Kunst entsagen oder das Land schleunigst verlassen, denn unser Gesetz verbietet die parasit├Ąre Manipulation von Lebensenergie.┬ź Ciel hielt inne, als er die beiden Babys sah und seine Tirade brach ab. Er senkte den Kopf. Dann hob er ihn wieder. ┬╗Archibalds Werk┬ź, sagte er bitter. ┬╗Vielleicht ist es ganz gut, dass Alexandre das nicht sehen muss. Er wirkt nicht so, aber er ist ein sensibler Mensch. Ich ...┬ź Ciel verstummte erneut. ┬╗Was riecht hier so?┬ź Der Geruch erinnerte ihn an Verrill und das an einem solchen Ort! Etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Er umklammerte S├Ąbel und Laterne und leuchtete herum.

Linhard von Hohenfelde
"Ciel ich wei├č dass alles und wir wissen das. Aber ich sage Dir ganz ehrlich, auch wenn ich das Familienoberhaupt bin, muss ich da diplomatisch vorgehen. Klingt nicht besonders mutig, ist es auch nicht. Aber es ist klug. Schau, wenn ich einem der beiden dumm komme, bin ich schneller tot als ich husten kann. Wenn ich die Familie als Nicht-Magier, also als Purie leite, dann muss ich es gut, diplomatisch und weise tun. Sie m├╝ssen meine Order als logisch und annehmbar empfinden. Hat Dich mal ein Geistmagier angegriffen? Dave hat mich einmal angegriffen auf Befehl von meinem Erzeuger hin. Es war der Abgrund an Schmerzen und soweit ich wei├č, hat er mich nicht mal vernichtend angegriffen, sondern nur mir eine geballert um mich Schach-Matt zu setzen. Hat funktioniert, dass kann ich Dir versichern. Wenn ich also so eine Familie anf├╝hre, dann weil sie mir folgen wollen. Weil sie selbst einsehen m├╝ssen, was gut f├╝r sie ist. Ich kann im Grunde immer nur Angebote unterbreiten. Je mehr Familienmitglieder fest auf meiner Seite sind, je sicherer ist mein Posten. Verstehst Du das? Kein Familienoberhaupt muss alles k├Ânnen, dass kann nicht mal ein Magier. Einer gegen den Rest? Die einen w├╝rden Dir die Hirngr├╝tze kochen, der Rest beschw├Ârt irgendwas, die n├Ąchsten saugen Dich aus und die Puries stechen Dich ab. So l├Ąuft da bei uns. Du bist tot, dass steht fest. Nur wie, dass eben nicht. Also muss Du als Oberhaupt die F├╝hrung wert sein. Dass war ich bis jetzt und ich hatte Brandur immer an meiner Seite. Sie f├╝rchten ihn, da er m├Ąchtig ist. Aber sie haben auch gesehen wof├╝r wir einstanden und folgten uns in die neue Welt, auf dem neuen Weg. Zaghaft zuerst, aber sie folgten. Weil sie selbst so nicht leben wollen Ciel. Da kann ich den beiden nicht mit Drohungen kommen, sondern nur mit neuen, besseren Zielen. Etwas wof├╝r es sich lohnt dieses alte Grauen aufzugeben. Geruch? Ich rieche nichts Ciel. Hier riecht nie etwas, keiner, sie sind gefroren h├Âr", sagte Lin und klopfte auf eine der Leiche. Es klang dumpf und tonlos, gefroren. Lin blieb vor den Babys stehen, streckte die Hand danach aus und hielt mitten in der Bewegung inne. Langsam zog er die Hand wieder zur├╝ck. "Hat es sich bewegt? Sag dass es sich nicht bewegt hat...", fl├╝stere Lin panisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte das gefrorene Baby an. Etwas so Trauriges hatte er lange nicht sehen m├╝ssen. ┬╗Es kann sich nicht bewegen, Lin┬ź, sagte er sanft. ┬╗Es ist tot und obendrein steinhart. Nicht einmal ein Nekromant k├Ânnte es dazu bringen, sich zu bewegen. Es w├╝rde einfach zerbrechen. Linhard, in Souvagne gibt es Gesetzesh├╝ter. Es ist kein gesetzloses Land wie Naridien. Wenn jemand gegen Recht und Ordnung verst├Â├čt, dann musst nicht du dagegen vorgehen, sondern du wendest dich an den n├Ąchsth├Âheren Lehnherren - also meinen Vater. Wir haben die Himmelsaugen, wir haben die Armee, wir haben die Bluthexer und wir haben noch ganz andere Mittel, von denen du nicht einmal tr├Ąumst. Zwei Lich sind machtvoll - aber niemand ist unbezwingbar. Du riechst wirklich nichts? Es riecht hier nach ... ich kann es kaum aussprechen ... vaginaler Lubrikation.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Vagi-Was? Du hast Recht, es... es kann gar nicht... es ist tot...", stammelte Lin und wich ein Schritt vor dem Baby zur├╝ck und musterte es misstrauisch. "Ja man vergisst das leicht, aber ich wei├č aus alten Erz├Ąhlungen wie Euer System funktioniert. Nur wenn Du hier aufgewachsen bist, vergisst Du es leicht. Als Marquis habe ich ebenso Lehnsherren unter mir mit B├╝tteln und ich habe eigene Sicherheitsleute, Gardisten und so weiter. Und Du hast v├Âllig Recht, Deinen Vater als meinen h├Âchsten Herrn und als Schwiegervater. Er w├╝rde nicht zulassen, dass sie uns etwas antun nicht wahr? Das w├╝rde er nicht?", fl├╝sterte Lin und schnupperte. "Es riecht nach Puder... Babypuder?", fragte Linhard und schaute sich in der Halle um. Au├čerhalb des Lichtscheins der Laterne war es dunkler geworden, viel dunkler...

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es riecht nach Frau┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Die Laterne scheint zu verl├Âschen oder t├Ąuscht das? Bleib bei mir.┬ź Er ging mit erhobener Laterne in die Dunkelheit, um zu schauen, was hier so penetrant roch, ja, duftete. An einem Ort wie diesen sollte nichts duften.

Linhard von Hohenfelde
Ciel entdeckte nichts... scheinbar. Dann sah er einen leichten r├Âtlichen Schimmer, der in der Wand verschwand als w├╝rde er absorbiert werden und damit verschwand auch schlagartig der Duft. Linhard stand ganz dicht neben ihm, so dass er den kalten Atem seines Schwagers im Nacken sp├╝rte. Als sie sich umdrehten hatte sich jemand den Scherz erlaubt die gefrorenen Babyleichen auf die F├╝├če zu stellen. "Bei Ainuwars Eiern!", keuchte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte Linhard die Laterne in die Hand. ┬╗Halt das.┬ź Kalter Schwei├č lief seinen Nacken herunter. Er bem├╝hte sein Ged├Ąchtnis, doch er erinnerte sich an keinen Bestandteil seiner magischen Ausbildung, die ein solches Ph├Ąnomen beschrieben h├Ątte. Er sp├╝rte erneut nach dem Blutfluss, aber er bezweifelte, dass er etwas finden w├╝rde. Blut konnte nicht durch W├Ąnde gehen. Oder doch? Er trat an die Babyleichen heran und starrte sie an, um herauszufinden, ob sie nicht doch einer nekromantischen Behandlung unterzogen worden waren, bevor er eines Linhard in die Hand dr├╝ckte und das andere selbst unter seinen Arm klemmte. ┬╗Lass uns zusehen, dass wir hier herauskommen!┬ź

Linhard von Hohenfelde
Entgegen aller Vernunft sp├╝rte er Blut und zwar direkt hinter der Mauer, einen Fingerbreit einen Herzschlag weit entfernt. Es schien die gesamte Wand zu durchziehen, jedenfalls das was dem Blut sonst innewohnte und Ciel sp├╝rte dass dieses Etwas ihm absolut feindlich gesinnt war. Als er Linhard das Baby reichte, h├Ątte dieser es fast versehentlich fallen lassen. Er konnte es gerade noch auffangen. "Das war Archibald, ich schw├Âre es, er steht auf solche Scherze...", sagte Lin um seine aufgew├╝hlten Nerven zu beruhigen. Er steckte das Baby in die mitgef├╝hrte Tasche und trug sie lieber in der Hand als auf dem R├╝cken. Er wusste nicht warum, aber er hatte das Gef├╝hl, dass sich das Baby durch seinen R├╝cken fressen w├╝rde, sobald er es aus den Augen lie├č. So hielt er den Beutel auch. "Komm wir gehen, Du hast Recht. Aber Du sp├╝rst es auch nicht wahr? Mein Onkel sagte immer das Haus lebt. Ich dachte immer dass sagt er, weil er hier Jahrelang von einer Gruppe von Dunwins Leuten missbraucht wurde. Sie haben ihn gefoltert, gequ├Ąlt und missbraucht und er konnte nur fliehen indem er in den Nexus ging. So nannte er es. Was sie genau taten wei├č ich nicht, aber dass sie das taten, wei├č ich. Und sp├Ąter als er frei war, tat er es oft auch so. Einfach die Zeit im Nexus verbringen, da f├╝hlte er sich gut. Pavo der Goblin hatte Dave nach einem Reitunfall gerettet und behalten. Der alte Gobo sagte einst, ich habe Dich nicht gerettet, damit sie Dich ganz t├Âten. Wie Recht er hatte. Aber das mit dem Sch├Ąnden erfuhr ich erst viel sp├Ąter, ich habe mich immer nur gewundert, was am Nexus so toll ist, dass er da kleben bleibt. Ich rede zuviel... ich bin nerv├Âs, entschuldige", sagte Lin und f├╝hrte Ciel wieder nach oben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel jedoch blieb auf halbem Wege stehen. ┬╗Das Blut scheint ein Eigenleben entwickelt zu haben. Was mag das nur sein? Ein Blutgolem? Lin, ich muss das untersuchen! So eine Gelegenheit ergibt sich nie wieder. Wenn ich jetzt gehe, erschl├Ągt Alexandre mich mit einem Lehrbuch.┬ź Er dr├╝ckte Linhard die andere Tasche auch noch in den Arm und ging mit gez├╝cktem S├Ąbel zur├╝ck an die Stelle, wo er das lebende Blut entdeckt hatte. ┬╗Ich sp├╝re dich┬ź, verk├╝ndete er. ┬╗Du bist hinter der Wand. Wer bist du? Ich sage dir, wer ich bin: Ich bin ein Bluthexer. Du bist aus Blut und unterliegst meiner Macht. Offenbare dich freiwillig.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Ciel sp├╝rte das dieses etwas hinter der Wand verdutzt war. Scheinbar war es nicht gewohnt, dass es jemand ansprach. Aber dann sp├╝rte Ciel wie sich das Blut scheinbar zu nichts zu verfl├╝chtigen begann. Sie auslaufende Farbe zog es sich weiter durch die Wand, verbreiterte sich, sickerte tiefer bis er es nur noch ganz schwach wahrnahm, fast wie den Hauch einer Erinnerung, dann war es verschwunden. Zur├╝ck blieb das Gef├╝hl einer gewaltigen Bedrohung. "F├╝hlst Du das? Es f├╝hlt sich an wie Gewitter, dass ist hier nie ein gutes Zeichen. Lass uns gehen Ciel, JETZT!", befahl Lin, aber er h├Ârte an dem Ton wie besorgt sein Schwager war.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir haben nichts zu bef├╝rchten┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Es f├╝rchtet mich, es hat sich zur├╝ckgezogen. Es hat ein Bewusstsein! Wesen, erscheine┬ź, rief er. ┬╗Ich will mit dir reden. Jetzt hast du die Gelegenheit, der Welt au├čerhalb des Hauses etwas mitzuteilen. Eine solche M├Âglichkeit ergibt sich so schnell nicht wieder, vielleicht nie. Es lag nicht in meiner Absicht, dich zu bedrohen. Ich wollte dich nur ├╝ber meine Macht informieren. Nun bist du an der Reihe, mir etwas ├╝ber dich zu verraten.┬ź Er legte den S├Ąbel auf die Bahre, auf der zuvor die beiden Kinder gelegen hatten. Diese Waffe n├╝tzte ihm hier nichts. Er streckte die Arme mit gespreizten Fingern aus und verdichtete seine Macht in den Fingerspitzen, um diese wie Antennen zu verwenden.

Linhard von Hohenfelde
Ciel sp├╝rte dass die Wesenheit eine Spur hinterlassen hatte. Sie entfernte sich von ihm, tief hinab in die Gew├Âlbe dieses Hauses, so tief wie Ciel kaum f├╝r m├Âglich gehalten hatte. Die Wesenheit kehrte nicht um, sondern verschwand in etwas dass Ciel kaum deuten konnten. Seine Macht war nicht stark genug, diesem Ding Befehle zu erteilen. Warum dass konnte er nicht deuten. Der Zustand der Wesenheit ver├Ąnderte sich und er verlor dessen Spur. Der Luftdruck ver├Ąnderte sich erneut und man sp├╝rte dass gleich ein Gewitter bevorstand. "Ciel h├Âr auf mit dem Mist, es ist das Haus, es lebt, ich habe es Dir gesagt! Es wird uns t├Âten!", bellte Lin verzweifelt seinen Schwager an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Faszinierend┬ź, murmelte Ciel. Er ging auf alle viere und legte die H├Ąnde auf den Boden. ┬╗Es ist nach unten hin verschwunden. Es scheint aus Blut zu bestehen, aber ich kann es nicht aufhalten. Aber es war ihm unangenehm, dass ich es entdeckt habe. Es ist jetzt au├čerhalb meiner Reichweite. Linhard, es ist nur ein Haus und das Wesen, was hier vermutlich f├╝r Unruhe gesorgt hat, ist weg.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Nur ein Haus? Naja dann haben die da oben sicher beim Strippoker ├╝bertrieben und sich die Haut von den Knochen gesch├Ąlt. Was immer das ist was Du gesp├╝rt hast, es ist irgendwo hier und lauert, ich wei├č es", sagte Lin und erneut ging eine Ersch├╝tterung durch das gesamte Haus. Lin musterte misstrauisch die Decke als Putz verabrieselte. "Wir gehen jetzt. Oder willst Du in den untersten Keller? Dann ohne mich!", murrte Lin und steckte die Babys in eine Tasche. "Oh mann, wenn mich... Du wei├čt schon wer so sehen k├Ânnte... ich bek├Ąme einen Tritt in die Eier und das zu Recht", sagte Lin und stellte sich dicht neben Ciel. "Was hat es zu Dir gesagt? Hat es was gesagt? Arch sprach immer von einem gro├čen Siegel. Und Brandur hatte in der Nachtburg auch ein gro├čes Siegel. Das habe ich gesehen. Ob es ein toter Vampir ist?", gr├╝belte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Augen blitzten vor Neugier. ┬╗Es geht noch weiter hinab? Lin, zeig mir den Weg! Das Haus bebt doch heute nicht zum ersten Mal, warum sollte es ausgerechnet jetzt einst├╝rzen? Je eher wir nachgesehen haben, umso eher k├Ânnen wir wieder hinaus. Zeig mir den Weg.┬ź Putzkr├╝mel rieselten neben Ciel auf den Boden, gefolgt von einem gr├Â├čeren Brocken. Er beachtete es nicht.

Linhard von Hohenfelde
"H├Ârst Du mir nicht zu? Es wird uns umbringen. Ja es geht noch wesentlich weiter hinab. Da unten ist das Labor von meinem Erzeuger, Labore die versiegelt sind, Labore von Alastair, dass war mein Uropa und anderes, ich wei├č nicht was in den R├Ąumen ist Ciel. Ehrlich nicht. Ich war nicht in allen drin. Und in einigen Laboren in denen ich war, standen Dinge mit denen ich nichts anfangen konnte. So seltsame Gl├Ąser und Kolben. Keine Ahnung, es sah aus als wollte da jemand Schnaps brennen. Und ganz unten im letzten Keller, ganz weit hinab, ist das Siegel. Der letzte eingerichtete Keller. Und es gibt noch einen Weg, der noch tiefer f├╝hrt hinab bis zum Abgrund denn dort leben die D├╝sterlinge die hier unter dem Haus leben, es ist irgendwie so verbunden. Ich wei├č es nicht genau, bitte lass uns gehen. Wenn es uns t├Âtet, ich habe Dich doch nicht hergebracht, damit Dich das verdammte Dreckshaus umbringt! Ciel!", fehlte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Siegel, ich muss es sehen┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Dann kann ich es aus dem Ged├Ąchtnis abzeichnen. Wie soll ein Haus uns bittesch├Ân umbringen? Sich zu dezimieren hat deine Familie auch sehr gut allein hinbekommen. Zeig mir den Weg hinab, bitte!┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Verdammte Hacke, ja, aber danach gehen wir sofort. Versprich es", murrte Linhard. Lin schnappte sich die Laterne und gab Ciel die Babys in die Hand. "Es ist wie ein Gullideckel im Boden eingelassen und so komisches Zeug steht drumherum. Aber bitte mach es nicht auf, wer wei├č was darunter lautert? Ja das wir uns gegenseitig umgebracht haben, dass stimmt. Daf├╝r hat es das Haus nicht gebraucht... nur uns...", sinnierte Lin und gab die F├╝hrung. Sie verlie├čen die Leichenhalle auf dem gleichen Weg wie sie gekommen waren und Lin schlug einen anderen Weg ein. Es kam Ciel so vor, als umrundeten sie einmal das Haus innerlich, ehe er einen neuen Gang in die Tiefe w├Ąhlte, dieser ├Ąhnelte einer Wendeltreppe. Hier roch es muffig, die Luft war alt, uralt und abgestanden. Die Tapete an den W├Ąnden hing an manchen Stellen in Fetzen herab. Sie kamen auf einem Gang heraus, an dem viele T├╝ren abzweigten. Es hatte den Anschein, als befanden sie sich auf dem Gang in einer Irrenanstalt. Gepanzerte dicke T├╝ren, mit Sehschlitzen, alles fest verschlossen, mit gewaltigen Vorh├Ąngeschl├Âssern und Runen gesichert.

Ciel Felicien de Souvagne
Je unheimlicher es wurde, umso gr├Â├čer wurde Ciels Neugier. Da Linhard extrem angespannt war, plauderte Ciel ein wenig. ┬╗Alexandre gilt als der j├╝ngste und gr├Â├čte Bluthexer aller Zeiten. Ich habe erst sehr sp├Ąt begonnen, mich der Kunst zu verschreiben und es immer wieder schleifen lassen. Weltliche Dinge haben mir oft dazwischengefunkt. Aber nun stell dir vor, wie ich die Bluthexerei voranbringen w├╝rde, wenn ich dieses Geheimnis ergr├╝nde und sei es nur ansatzweise! Ich k├Ânnte es Alexandre gleich tun, auch ohne die Verst├╝mmlung ... vielleicht ... vielleicht k├Ânnte ich ihn ├╝bertreffen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"├ťbertreffen worin denn Ciel? Willst Du dieses Ding mit nach Souvagne nehmen? Was ist, wenn es das Blut des Hauses ist, falls es sowas gibt. Oder irgend etwas magisches, dass noch keiner kennt? Dann kann es auch keiner bek├Ąmpfen. Ich habe ein ungutes Gef├╝hl dabei, aber ich vertraue Dir, da Du mein Leben gerettet hast. Ich hoffe Du wei├čt was Du tust. Schau Dir das Siegel bitte erst einfach einmal an!", bat Linhard der Verzweifelung nahe. Sie passierten den Gang, liefen weiter und irgendwann h├Ârte Ciel so etwas wie Wasserrauschen. Auch dies lie├čen sie hinter sich. Es folgte ein Gang, der einst sehr sch├Ân gewesen sein musste, er wirkte wie eines der Gem├Ącher am Hofe, nur war hier alles verstaubt und verrottet. Erneut ging es hinab, die Wendeltreppe f├╝hrte durch einen Flur von dicken Steinen, so dass man das Gef├╝hl hatte einen Brunnen hinab zu steigen. Sie kamen in einem Kreisrunden Raum heraus und mitten im Boden war aus ein gewaltiges Siegel aus massivem Metall eingelassen, in der Farbe von Messing. Schriftzeichen standen darauf und seltsame Bilder waren zu sehen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Messing┬ź, urteilte Ciel. ┬╗Messing ist ein machtvolles Antimagicum, vielleicht das Machtvollste ├╝berhaupt. Ihr soll etwas sehr Gro├čes, sehr Altes und sehr M├Ąchtiges festgehalten werden. Aber es sickert hinaus.┬ź Er kniete erneut nieder und fuhr mit den Fingern das Siegel entlang. ┬╗Ich kann hier nicht hindurchsp├╝ren. Auch meine F├Ąhigkeiten werden dadurch geblockt. Warte.┬ź Ciel zog einen Notizblock hervor und zeichnete sich alles genau ab. Seine Augen leuchteten vor Begeisterung. ┬╗Du wei├čt, was Bluthexerei vermag. Und auch, wo ihre Grenzen liegen. Ich k├Ânnte die Grenzen erweitern. Nie da gewesene Zauber w├Ąren m├Âglich!┬ź Ciel konzentrierte sich auf das Siegel und versuchte, den Bann zu ergr├╝nden, der darin lag.

Linhard von Hohenfelde
Der Bann war m├Ąchtig und entgegen Ciels Vermutung offenbarte sich eine ├ťberraschung, nichts sollte dort unten gehalten werden. Sondern was auch immer vor den Siegeln stand, sollte fern gehalten werden. Es blockte nicht dass was dort unten war, sondern die Magier, die das Siegel heben wollten. Linhard schaute sich das Siegel an. Es war sch├Ân, aber er hatte vor solchen Dingen immer eine geh├Ârige Angst und gewaltigen Respekt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zischte ├Ąrgerlich. ┬╗Hier ist vermutlich nichts zu machen, nicht im Alleingang.┬ź Ciel konzentrierte sich und versuchte, das Siegel zu l├Âsen, um die wahre Macht, die dahintersteckte, einsch├Ątzen zu k├Ânnen. Sein Ziel war es, herauszufinden, ob er wom├Âglich mit mehreren Magiern gemeinsam etwas ausrichten konnte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard hielt hinter Ciel Wache mit gezogener Waffe, da man hier mit allem rechnen musste. Zudem hatte Ciel gesagt, dass ein Vampir im Haus war. Vermutlich Archibald, aber sicher konnten sie nicht sein. Arch wusste nicht, dass sie sich ab heute feindlich gegen├╝ber standen. Aber war Arch nicht immer ein Feind? Lin wusste nicht, wie er denken sollte, aber gleichg├╝ltig wer die Treppe hinabstieg, er w├╝rde ihn mit der Waffe begr├╝├čen. Das Siegel war alt, sehr alt, ├Ąlter als es Ciel f├╝r m├Âglich hielt und es barg geh├Ârige Macht. Allein w├╝rde er nichts ausrichten k├Ânnen und er ben├Âtigte mehr als nur einen Magier. Dieses Siegel lie├č sich nur durch Zusammenarbeit heben. Und dies war genau dass, was man in dieser Familie nicht fand.

Ciel Felicien de Souvagne
Keuchend entspannte Ciel seine Muskeln wieder und vor allem seinen Geist. ┬╗Nichts zu machen. Wir brauchen weitere Magier. Wie viele? So viele, wie wir heranbekommen k├Ânnen.┬ź Er erhob sich. ┬╗Ein Jammer, aber wenigstens konnte ich einige Informationen sammeln. Das Siegel ist derma├čen alt, dass ich sein Alter nicht eingrenzen kann.┬ź Er erhob sich und wischte sich den eiskalten Schwei├č ab. ┬╗Der Vampir kocht noch immer. Willst du nach ihm sehen? Ich kann ihn aus eurem Haus schmei├čen, wenn du das m├Âchtest.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ciel... wenn das Archibald ist in unserem Haus, dann ist das der Vater von Derya. Der Mann, dessen Tochter Alexandre verst├╝mmelte. Er wei├č wo sie ist. Er ist direkt hier. Willst Du ihn sehen? Ich warne Dich, er ist ein Schwertmeister und er ist ein t├Âdlicher Gegner. Wenn Du ihn aufhalten kannst, gehen wir hin. Ansonsten macht er uns kalt. Alles was ich Dir verschaffen kann, sind ein paar Minuten zur Flucht. Mehr nicht, ich bin nicht ansatzweise so weit wie er", gestand Lin offen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe die Zauber des dritten Grades eben erst gelernt ... sie werden nicht so wirksam sein, wie wenn Alexandre sie anwenden w├╝rde. Aber sie funktionieren! Und Archibald ist ein Jungvampir. Lass uns hingehen.┬ź Ciel sp├╝rte nach dem scheinbar kochenden Vampir und stieg mit Linhard die Treppe hinauf.

Linhard von Hohenfelde
"In Ordnung, dann lass uns hingehen, aber bitte sein vorsichtig. Wobei dass muss ich Dir sicher nicht sagen, Archibald war zu Lebzeiten ein Menschenfresser, so wie seine Tochter. Nur weil er Leute nur noch aussaugt, hei├čt das nicht, dass er nicht mehr gef├Ąhrlich w├Ąre. Er wei├č sehr genau wie man Leute binnen k├╝rzester Zeit t├Âtet. Das ist sein Kampfstil. Er ist nicht sehr stark, jedenfalls nicht im Vergleich zu anderen Kriegern. Aber er ist schneller als Du Dir vorstellen kannst. Er macht den Tag sonst auch nichts anderes als trainieren. Das habe ich fr├╝her auch getan Ciel. Und Du hast ebenfalls gek├Ąmpft. Zu zweit k├Ânnten wir ihn aufhalten, aber wir ben├Âtigen Deine Magie. Ohne sie geht nichts. Und falls er Dich angreift, ich wei├č das von Opa, er weicht nicht nach hinten aus, er weicht zu Dir aus. Das hei├čt, Du kannst Dein Schwert nicht mehr nutzen, er sein Jian schon, wobei er nutzt dann einen Dolch und sticht Dich ab. Also halt ihn auf Abstand, daran musst Du denken. Und falls was passiert, ich mag Dich Ciel. Ich war nur w├╝tend wegen dem Betrug, nicht wegen der Nummer, Du bist ein Guter. Auch wenn Du selbst oft was anderes denkst", sagte Lin und knuffte ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm sich den Augenblick Zeit, zog Linhard an sich heran, dr├╝ckte ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. ┬╗Ich mag dich auch, Lin. Und ich war kurz davor, dem Dreier mit dir und Verrill zuzustimmen, aber Ferrau hat sich charmant und frech wie er ist dazwischen gedr├Ąngelt. Bitte verzeih mir meine Fehltritte und Fehleinsch├Ątzungen. Falls nur du hier lebend herauskommst, pass gut auf euch alle auf. Ferrau vererbe ich meinem Vater. Dann bleibt er in seinem vertrauten Umfeld. Ich hab dich lieb, Lin.┬ź Ciel wurde sehr ernst und konzentrierte sich. ┬╗Der Vampir ist dort vorn. Im zweiten Zimmer rechts. Wir gehen nebeneinander hinein, dann hat er zwei Ziele. Ich versuche, nicht sofort meine Blutmagie einzusetzen und ihn in Sicherheit zu wiegen.┬ź Ciel gab den Weg vor und wechselte an der T├╝r mit Linhard einen Blick.

Linhard von Hohenfelde
"Dito, sei vorsichtig. Falls was ist, ich habe hinten noch einen Dolch im G├╝rtel. Schneide Dich nicht damit, er ist vergiftet", fl├╝sterte Lin, ehe er kurz grinste. "Naja zu viert geht sowas auch", lachte er leise und knuffte Ciel. Dann wurde er schlagartig ernst und sein Gesicht sah aus, wie das einer anderen Person, grimmig und auf ein Ziel fokussiert, auf ein Opfer, dass er erledigen musste. Ciel sah zum ersten Mal die Seite, die Lin sonst unterdr├╝ckte. Und was er sah, war nicht gerade angenehm. Aber die dunkle Seite galt nicht ihm, sondern ihrem gemeinsamen Feind. Lin atmete einmal tief durch, dann tat er mit volle Wucht die T├╝r ein.

Archibald von Dornburg
Archibald drehte sich wie eine Furie zur T├╝r hin um und hatte zeitgleich seine Waffe gezogen. "Du? Was hast Du hier zu suchen Larve?", fragte Arch schneidend.

Robere
Robere war ebenfalls sofort auf den F├╝├čen, riss die Repetierarmbrust vom R├╝cken, spannte sie kraftvoll und brachte sie in Position. Das alles hatte nur zwei Sekunden gedauert. Als er sein Ziel anvisierte, senkte er rasch erschrocken die Waffe. "Hoheit?", fragte er verwirrt.

Archibald von Dornburg
"Hier ist das keine Hoheit, hier ist er nichts weiter als ein ganz normaler, stinkender B├╝rger der unbefugt in ein fremdes Haus eingedrungen ist!", zischte Archibald und legte den Kopf schief w├Ąhrend er Linhard musterte. "Leg die Waffe weg oder ich nehme sie Dir ab, z├╝gig", befahl Archibald.

Robere
Robere starrte Archibald kurz an, als dieser so ├╝ber den Prince herzog. Es w├╝rde eskalieren. Aber was w├╝rde er tun?

Ciel Felicien de Souvagne
"Ganz ruhig", verk├╝ndete Ciel. "Wir haben lediglich ein paar Fragen bez├╝glich deiner Tochter Derya, Archibald."

Linhard von Hohenfelde
Linhard richtete seine Waffe auf Archibald. "Lass den Schei├č Archibald. Du bist hier der Gast. DASS ist mein Haus und wer hier willkommen ist oder nicht bestimme ich. Was machst Du ohne meine Erlaubnis hier? Du hast hier nichts verloren Arch, senk die Waffe, Du bist mein Schwertmeister. Nicht ich Dein Hampelmann", befahl Lin.

Archibald von Dornburg
Arch senkte minimal die Waffe, ehe er sie tats├Ąchlich wegsteckte und die Arme vor der Brust verschr├Ąnkte. "Nur zu... aber wieso fragt Ihr sie das nicht selbst? Derya die beiden haben eine Frage an Dich", sagte Archibald freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wo ist sie?", fragte Ciel ohne den Blick von Archibald und dem anderen abzuwenden. Er war sich nicht ganz sicher, aber wenn ihn nicht alles t├Ąuschte, war das Robere, allerdings in fremder R├╝stung. Was machte der hier?

Archibald von Dornburg
Arch nickte knapp. "Touche┬┤ Prinz... gute Selbstbeherrschung. Da wo ein braves M├Ądchen um diese zeit sein sollte... auf Jagd", grinste Arch.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wann trifft sie ein?", wollte Ciel wissen. "Was macht Robere bei dir? Und was stinkt hier so erb├Ąrmlich?"

Archibald von Dornburg
"Nie, er steht hier nur, wir haben gefurzt", lachte Arch.

Linhard von Hohenfelde
"Ich an Deiner Stelle w├Ąre etwas vorsichtiger mit Deiner Wortwahl einem der Princen gegen├╝ber. Er hat Dich etwas gefragt, also antworte ihm auch. Ist Derya hier? Ja oder nein?", fragte Lin und stellte sich etwas seitlicher hin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Kopf wurde rot. Er hatte gerade etwas fauchen wollen, wartete nun aber, wie Archibald auf Linhards Aufforderung reagieren w├╝rde.

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Linhard und seine Lippen kr├Ąuselten sich zu einem so freundlichen L├Ącheln, dass es einem unheimlich wurde. Aber das L├Ącheln erreichte seine Augen nicht, sie blieben kalt und ausdruckslos. "Verzeiht mir meinen ungeb├╝hrlichen Ton Hoheit. Meine Tochter ist nicht hier. Und was hier so stinkt ist der Kopf von Roberes Vater, den kochen wir gerade aus", antwortete Archibald h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ihr macht was?┬ź, rief Ciel nun fassungslos. ┬╗Ihr seid wahnsinnig! Wir wollten dich eigentlich fragen, ob dein Angebot noch steht, bez├╝glich deiner Tochter und Linhard und du bedrohst uns!┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Eben und dass in meinem eigenen Haus. Und wieso kocht Ihr den Vater von Robere? Seid Ihr verr├╝ckt geworden?", fragte Lin fassungslos.

Robere
"Nur den Kopf", wandte Robere ein. "Er war schon tot."

Linhard von Hohenfelde
"Was meinst Du damit, woher hast Du denn Mann? Hast Du ihn ausgebuddelt und dann gek├Âpft? Erkl├Ąrt dass mal in ganzen S├Ątzen. Und von Dir m├Âchte ich wissen, ob das Angebot mit Derya noch steht. Du hattest mir versprochen, dass wir ein Kind zeugen und zwar einen Stammhalter. Unser Blut vereint und nun stehst Du hier und bist bereit meines zu vergie├čen? Du hast Dunwin etwas anderes versprochen. Was ist Dein Wort wert Archibald? Aber das wissen wir ja. Wo warst Du als er fiel? Und nun wirfst Du mir sowas an den Kopf", sagte Linhard tonlos.

Robere
"Sein K├Ârper ruht unten. Kazrar", erkl├Ąrte Robere. "Archibald hat mich erkannt als seinen Sohn, weil ich aussehe wie er. Und das stimmt auch, ich habe das Gem├Ąlde gesehen. Aber Ansgar, das kranke Schwein, hat Kazrars Kopf abgeschnitten und verbrannt. Er ist nur noch ein schwarzer Klumpen, so kann das nicht bleiben. Ich will den Sch├Ądel haben."

Linhard von Hohenfelde
"Wenn Du das sagst", sagte Linhard und tippte mit einem Finger Ciel an. Die beiden mussten nicht wissen, was er wusste. Zudem w├Ąre es unklug die Tarnung aufzugeben. Lin hoffte dass Ciel alles im Griff hatte. Er vermied es zu seinem Schwager her├╝berzuschauen.

Archibald von Dornburg
"Es ist so, Du solltest Deinen Erzeuger besser kennen Linhard. Er hat Dich von klein auf nur benutzt, Dich zu einer Waffe geformt und die Waffe angewandt. Ob Du lebst oder stirbst interessiert Ansgar nicht. Wichtig war nur, dass Du Deinen Zweck erf├╝llt hast. Das Versprechen gilt noch, nat├╝rlich gilt es noch. Ich h├Ątte nur nicht gedacht, dass Du daran noch Interesse hast", warf Arch ein.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel steckte seinen S├Ąbel weg. "Dazu, den Kopf auszukochen, sage ich jetzt mal nichts. Ich kenne mich mit naridischen Gepflogenheiten zu wenig aus. Lasst uns das Treffen arrangieren. Ich schlage den Hof von Souvagne vor, um deine Tochter mit allen geb├╝hrenden Ehren zu empfangen und ihr alle Annehmlichkeiten zu bereiten."

Archibald von Dornburg
"Am Hof? Nein Ihr d├╝rft uns besuchen, in Obenza. Eine herrliche Stadt, idyllisch direkt am Hafen gelegen. Eine weltoffene Kultur, die jeden willkommen hei├čt und aufs herzlichste begr├╝├čt. ├ťberall finden sich kleine Gesch├Ąfte in denen Ihr st├Âbern k├Ânnt, es gibt Kneipen, Bars und Restaurants, die jeden Herzenswunsch erf├╝llen und auch f├╝r Unterhaltung ist reichlich gesorgt. Hinzu kommt die Herzlichkeit der Einheimischen, die mit kaum einem anderen V├Âlkchen zu vergleichen ist. Obenza eine Stadt voller unglaublichem Charm, jederzeit eine Reise wert", fl├Âtete Archibald.

Ciel Felicien de Souvagne
"Bedauerlich", meinte Ciel. "Dann ist die Vereinbarung wohl leider hinf├Ąllig." Er versuchte, den Gestank des kochenden Kopfes zu ignorieren. Er h├Ątte gern gewusst, was Linhard mit seiner kurzen Ber├╝hrung hatte mitteilen wollen.

Archibald von Dornburg
"Bedauerlich in der Tat und was st├Ârt Euch so an Obenza Hoheit? Ich pers├Ânlich w├╝rde Euren Schutz garantieren. Dunwin, die G├Âtter seien seiner schwachsinnigen Seele gn├Ądig, hat sich leider von seinen eigenen Kindern t├Âten lassen. Ich habe versucht ihm beizustehen, aber und das ist wirklich ein gro├čes ABER auch ich habe irgendwann Feierabend. Tja", grinste Arch.

Linhard von Hohenfelde
"Feierabend, ja sehr wichtig. Mitten in der Schlacht, verzeiht Duc - Ihr wisst ja - Feierabend", st├Âhnte Lin.

Linhard von Hohenfelde
Linhard fragte sich, wann Ciel angreifen w├╝rde, oder ob sie gar nicht mehr angreifen sollten. "Sekunde mal eben", sagte Lin, schnappte sich Ciel und zog ihn mit hinaus auf den Flur. "Was m├Âchtest Du nun tun?", wisperte er nur f├╝r Ciel h├Ârbar.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was mich an Obenza st├Ârt?", fragte Ciel langsam. "Das spielt doch ├╝berhaupt keine Rolle, seit wann kommt der Knochen zum Hund? Tut mir leid f├╝r dich, Linhard. Aber wir finden eine andere Mutter f├╝r dein Kind." Auf Linhards Bemerkung her runzelte er kurz die Stirn. Denn Linhard hatte die gesamte Leibgarde gleich mal zu Hause vergessen.

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Ciel, der Knirps war cleverer als sein sch├╝tteres Haar vermuten lie├č. Er versuchte ihn festzunageln und das machte er wirklich gut. Lin hatte damals Recht gehabt. "Gut wo in Souvagne, der Hof gef├Ąllt mir nicht. Ich werde meine Tochter begleiten", schlug Arch vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Ąugte ├╝ber Linhards Schulter in den Raum. Er dr├╝ckte Linhards Arm kurz mit den Fingern. "Nat├╝rlich, du bist unser Gast, Archibald", erwiderte Ciel freundlich. "Vampire sind bei Hofe nicht gestattet, aber wir finden ein Quartier in unmittelbarer N├Ąhe f├╝r dich."

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp und schmunzelte Ciel an. "Wir sollten wieder nach Hause reisen, findest Du nicht auch?", bat er seinen Schwager. Den Kochkopf konnten sie eh nicht mehr retten, aber selbst wollte er nicht im Kessel landen. Zudem wollte er auch Ciel das Schicksal ersparen. Aber sein Schwager hatte mehr Eier in der Hose, als er vemutet hatte, das gefiel Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, das sollten wir. Und DU Robere", fauchte Ciel, "solltest ebenso schnellstm├Âglich wieder im Palast aufschlagen! Keiner der Leibgardisten hat die Genehmigung, das Land zu verlassen!"

Archibald von Dornburg
"Prince beruhigt Euch, der Mann macht erstens Urlaub und zweitens bat er darum seinen Vater kennenlernen zu d├╝rfen. Kann man ihn das verwehren? Er wollte nichts Unrechtes, er wollte nur... seinen Vater sehen", erkl├Ąrte Arch und stellte sich grinsend vor den Topf in dem der abgeschlagenen, schwarze Kopf brodelte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Erinner mich nicht daran, was ihr hier gerade tut. Jedenfalls w├╝nsche ich, dass Robere schnellstm├Âglich seinen Urlaub nach Souvagne verlegt. Komm jetzt, Linhard, mir wird ├╝bel."

Archibald von Dornburg
Archibald verneigte sich galant. "Selbstverst├Ąndlich Hoheit, ich k├╝mmere mich darum", sagte er freundlich.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp. "Mache das und sieh zu, dass Du aus meinem Haus verschwindest. Und zuk├╝nftig fragst Du vorher, ob Du hier herumspazieren darfst Arch", sagte er kurz angebunden und hakte Ciel unter. Gemeinsam mit Ciel am Arm lief Linhard so schnell es m├Âglich war zur├╝ck zum Eingang, ohne dabei wirklich rennen zu m├╝ssen. Er hoffte inst├Ąndig dass sie die T├╝r ohne weitere Zwischenf├Ąlle erreichten. Dieser Wunsch wurde erh├Ârt. Kaum dass sie drau├čen waren lie├č Linhard den Sack fallen und atmete erst einmal kr├Ąftig durch. "Das kann man niemandem erz├Ąhlen. Wir waren in einem Haus voller Leichen und haben zwei Leichen geholt, dann haben wir seltsame Ger├╝che gerochen, von Vagina bis Babypuder, dann haben wir blutende W├Ąnde untersucht und ein Siegel dass keine Ahnung aus Messing war, w├Ąhrend mein Schwertmeister mit seinem Freund oben einen Kopf kochte. Also wenn das ein Fremder h├Ârt, dann kommt man in den Tempel f├╝r Geisteskranke oder?", sagte Lin und grinste Ciel schr├Ąg an. "Du hast Eier in der Hose Ciel, ganz gewaltig dicke Eier".

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke, Lin, du hast dich ebenso hervorragend geschlagen. Aber warum mussten wir so hetzen? Jetzt haben wir es jedenfalls geschafft und die Kinder k├Ânnen in Souvagne ruhen."

Linhard von Hohenfelde
"Weil er freundlich wurde, wenn er einen so s├╝ffisant behandelt, ist das seine echte Freundlichkeit. Wird er freundlich, also "lieb" dann steht er kurz davor zu explodieren. Und er war kurz davor. Dass m├╝ssen wir nicht haben. Wir wollen ihn und seine Brut in Hof um sie zu richten. Sich hier mit ihm zu duellieren bringt und Derya nicht her. Du h├Ąttest uns besch├╝tzen k├Ânnen, aber f├╝r Alex w├Ąre es aus gewesen. Komm aufs Huhn Ciel, schnell. Nach Hause oder m├Âchtst Du noch woanders hin? Hey heute bist Du einmal frei. Und Danke f├╝r das Kompliment", grinste Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum sollte er explodieren? Er bekommt seine Verpaarung, zumindest glaubt er das, und ich bekomme meinen Leibgardisten zur├╝ck. So ein Spinner. Kocht der seinen Vater. Und der Vater war bei euch im Dienst?┬ź Ciel platzierte sich bequem hinter Linhard. ┬╗Wenn wir schon einmal hier sind ... gibt es einen Ort in Naridien, den du einem hinterw├Ąldlerischen Almanen unbedingt zeigen w├Âlltest? Ein wenig den Horizont zu erweitern, kann ja nicht schaden.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard lie├č Aquilla aufsteigen und flog mit ihr eine Runde ├╝ber das Haus, ehe er beidrehte. "Ich zeige Dir etwas, dass Dir bestimmt gefallen wird. Ich hoffe da wohnt nun kein Vampir mehr. Das Haus von Wolfram von Wigberg. Es liegt eingeschmiegt in einem kleinen Tal, in einem Gebirge. Wundersch├Ân dort und da wollte ich mich etwas auskurrieren. Leider hatte Archibald seinen Sklaven dort vergessen, den er zum Vampir gemacht hatte. Und dieser griff mich an. Ich schlief im Haus, hatte Schmerzen und da saugte er an meiner Schulter. Das verborgene Tal war immer ein friedlicher Ort. Wir alle waren gl├╝cklich dort, es war unser winziges Hauptquartier in die Freiheit. Dass m├Âchte ich Dir gerne zeigen, wo unser neuer Weg den Anfang nahm. Aquilla hat Sklave get├Âtet", erkl├Ąrte Linhard. Er dachte einen Moment lang nach und grinste dann Ciel an. "Bei Arch versteht man nicht immer seine Logik. Was haben wir sonst Sch├Ânes? Tja eigentlich ist alles hier etwas bunt und w├╝st", erkl├Ąrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann m├Âchte ich das verborgene Tal gern kennenlernen", sprach Ciel und betrachtete die Landschaft im Flug. "Von hier oben aus wirkt Naridien sehr viel sch├Âner, als ich es mir vorgestellt habe."

Linhard von Hohenfelde
"Es ist auch kein schlechtes Land Ciel. Das Gute oder Schlechte machen die Leute aus. Du kannst an einen Archibald geraten oder an einen Wolfram. Es ist ein gewaltiger Unterschied und ich hoffe Du konntest Wolfram schon kennenlernen. Er ist einer mit der nettesten Burschen aus unserer Familie. Ich hatte mir Souvagne auch anders vorgestellt. Keine Ahnung wie, aber nicht so und ich hatte ziemliche Angst vor Deinem Vater und vor Dreux", gestand Lin w├Ąhrend Aquilla das verborgene Tal anflog. Es dauerte eine geraume Weile, aber dann waren sie da. Aufmerksam ging das Drachenhuhn herunter und landete. Misstrauisch schaute sie sich um, sie erkannte den Ort wieder. "Das verborgene Tal Ciel", sagte Lin und stieg von Aquilla. Er deutete auf das Haus und machte eine einladende Geste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stieg ab und betrachtete den verwilderten Garten. Alles hier war von einer nat├╝rlichen Sch├Ânheit. Der bemooste Holzweg, das Haus, das bl├╝hende Unkraut. Er sog den Duft der Natur ein, der so viel angenehmer war als der Todesgestank des Herrenhauses. "Ein Ort zum Wohlf├╝hlen. Das ist also auch Naridien. Gehen wir hinein."

Linhard von Hohenfelde
"Ja dass ist das Naridien in dem mein verr├╝ckter Onkel lebt. Und das Herrenhaus, ist die Normalit├Ąt, in der unsere Familie lebte. Du erkennst sicher warum er verr├╝ckt ist? Er sammelt Pflanzen, isst kein Fleisch und liebt alles Lebendige. Er t├Âtet nicht, nur wenn man ihn zwingt. Er ist ein Kampfmagier, aber er k├Ąmpft f├╝r Leute nicht gegen. Er hat eine andere Sicht auf die Dinge und in seiner Gegenwart habe ich mich immer gef├╝hlt, als k├Ânnte ich einfach mal ausruhen. Ich vermisse ihn, das Haus, wie wir hier alle eingeengt aber gl├╝cklich gelebt haben. Mein Paps, mein Opa und auch der Stab. Und sogar Archibald, aber auf den k├Ânnen wir verzichten. Es ist einfach eine kleine Oase im Chaos. Sch├Ân oder?", sagte Lin und f├╝hrte Ciel hinein.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wundersch├Ân", best├Ątigte Ciel. "Ich verstehe euch nun besser. Ich freue mich, Wolfram im Kreise der Bluthexer willkommen zu hei├čen. Wenn er denn mal die Zeit findet. Er ist nicht mehr jung, er ist vermutlich der ├Ąlteste Bluthexernovize aller Zeiten. Er sollte nicht mehr zu lange tr├Âdeln. Wir brauchen jeden Bluthexer, den wir bekommen k├Ânnen und er hat einen guten Eindruck gemacht, ich mochte ihn und, wichtiger, Alex mochte ihn auch."

Linhard von Hohenfelde
"Danke in seinem Namen Ciel. Aber soweit ich wei├č, hat er sich doch bei Euch beworben. Ich frage ihn sonst einfach nochmal. Wollen wir es uns vor dem Kamin gem├╝tlich machen? Dann z├╝nde ich ein Feuer an. Ich wei├č nicht wo Aquilla Sklave hingeworfen hat, aber in der Vorratskammer war alles voller ausgesaugter Leute. Das sind so Erbrelikte die Archibald hinterl├Ąsst Ciel. Sklave war ein kleiner Junge den er mit vier Jahren wegfing und sich als Spielzeug hielt. Und dann t├Âtete er ihn nicht, sondern behielt ihn als Sklaven, wie der Name schon sagt. Das er sterben musste tut mir leid, er hatte nie ein Leben. Aber er war ein Vampir und er griff mich an. Er hatte schon so, als er normal war kaum noch eine Chance. Er war durch und durch krank und gelb. Und dann das. Und durch Sklave wurden zig Leute ermordet und wem haben wir das zu verdanken? Archibald. Warum der Kerl mich immer um den Finger wickeln konnte ist mir ein R├Ątsel", sagte Lin und schob zwei St├╝hle vor den Kamin. Er nahm sich Reisig und Z├╝ndh├Âlzer und z├╝ndete den Kamin an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schob das Sofa an den Kamin heran, zog es aus und kuschelte sich in die vielen Kissen und Decken. Es war ein Abenteuer, allein ohne Diener und W├Ąchter in einem fremden Land unterwegs zu sein, wo sein Rang nichts galt. Es gefiel ihm. Er f├╝hlte sich frei. Er legte den Kopf zur├╝ck und atmete durch. "Ich w├Ąre gern mit euch hier gewesen zu der Zeit, als ihr es so sch├Ân hattet."

Linhard von Hohenfelde
Lin legte sich neben Ciel und schlang ihm einen Arm um die Schulter. "Was spricht dagegen, dass wir es uns hier einmal am Wochenende alle gem├╝tlich machen? Oder irgendwo in einem kleinen Sommerhaus in Souvagne mit der ganzen Familie? Es w├╝rde uns allen gut tun, auch Deinem Vater. Und uns ebenso", freute sich Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich an Linhard an. "Eine sch├Âne Idee ... aber dort werden wieder die verborgenen W├Ąchter sein, die uns stets begleiten. Ich bin gerade ganz froh, dass wir sie nicht dabei haben. Da f├Ąllt mir ein ..." Er biss sich auf die Unterlippe. "In den Taschen ... habt ihr eine K├╝hlkammer?"

Linhard von Hohenfelde
"Ja unten wo Wolfram seine Pflanzen trocknet, Du hast Recht, die Babys. Ich bringe sie hin", sagte Lin. Er lie├č Ciel los, schnappte sich die Tasche wie sie war und brachte sie unten in die K├╝hlkammer. Danach kehrte er zur├╝ck und machte es sich erneut neben Ciel gem├╝tlich. "Gut dass Du dran gedacht hast. Die unsichtbaren W├Ąchter, sind kein Mythos nicht wahr? Ich meine nat├╝rlich habt Ihr W├Ąchter die Euch rund um die Uhr bewachen. Was sage ich, ich habe doch sicher auch welche oder? Ich meine das nicht aushorchend, sondern ich m├Âchte es f├╝r mich gerne wissen zur Beruhigung", sagte Lin und lehnte sich entspannt an Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nein, sie sind kein Mythos. Und ich bin mir selbst jetzt nicht sicher, ob sie es nicht geschafft haben, uns irgendwie zu folgen. Nat├╝rlich wachen sie auch ├╝ber dich. Du bist nun ein Teil der Familie." Er k├╝sste ihn auf die Schl├Ąfe. "Lass uns hier ├╝bernachten, es ist gef├Ąllt mir hier."

Linhard von Hohenfelde
"Das ist eine gute Idee, dass machen wir. Nun ein W├Ąchter haben wir ja drau├čen stehen, gleichg├╝ltig ob wir andere irgendwie dabei haben. Ich kann Dir sagen Aquilla hat mehr Herz und Verstand als mancher Mensch. Und als ich hier gebissen lag hat sie mich mit den Fl├╝geln so umarmt zum W├Ąrmen, als w├Ąre ich ein K├╝ken. Ich war so fertig und musste so kotzen, aber ich habe mich von ihr wie umarmt gef├╝hlt. Wei├čt Du wann mich meine Mutter oder mein Erzeuger das letzte Mal umarmt haben? Ich wei├č es nicht", sagte Lin tonlos und dr├╝ckte sich an Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Soll ich dich ein wenig streicheln?", fragte Ciel, dem es leid tat, was Linhard sagte. Er selbst hatte das Privileg zweier sehr warmherziger, liebender Eltern genossen. "Brandur umarmt dich auch selten, er wirkt sehr distanziert. Ein Kind braucht das, auch ein erwachsenes Kind manchmal."

Linhard von Hohenfelde
"Mach ruhig, dass freut mich. Ja da hast Du Recht, egal wie alt man ist, eine Umarmung sagt mehr als tausend Worte k├Ânnten. Komisch dass sowas ein Pferd oder Drachenhuhn wei├č. Mein Pferd hat gerne sein Kopf ├╝ber meine Schulter gehangen. Ja Brandur kann das nicht so Ciel, er ist es doch selbst nur so eisig gew├Âhnt. Er hat es nie anders gelernt. Er zeigt liebe durch Kekse, drum sagen wir auch Keks und das hei├čt ich liebe Dich. Deine Mutter ist eine total liebe Person, ich habe schon mit ihr geredet und Dein Vater ist auch total knorcke. Keine Ahnung warum ich Angst vor ihm hatte, aber der Titel und die Macht dahinter sch├╝chtern ein. Aber letztendlich ist er bei uns nur Maximilien, die Privatperson, der Papa und der Schwiegervater. Du kannst Dich gl├╝cklich sch├Ątzen, Deine Eltern sind topp", sagte Lin und streichelte seinerseits Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Die letzte Distanz zwischen den beiden schmolz dahin, als Ciel gestreichelt wurde und sich entspannt gegen Linhard sinken lie├č. Er umarmte ihn, zog ihn noch etwas n├Ąher und streichelte ihn liebevoll, so wie er auch seine Geschwister streicheln w├╝rde, wenn sie gemeinsam im selben Bett lagen, was gar nicht so selten vorkam. Ja, Linhard war ein Teil der Familie geworden. Es hatte seine Zeit gedauert, doch nun hatte auch Ciel ihn endg├╝ltig angenommen. "Ja, das sind sie", best├Ątigte Ciel. "Wenn du Sorgen hast und etwas mehr W├Ąrme als von Brandur brauchst, sind beide f├╝r dich da. Meine Mama mag dich, ebenso wie Vater. Und ich werde ebenso f├╝r dich da sein."

Linhard von Hohenfelde
"Danke Ciel, dito. Falls Du je eine Schulter zum ausweinen ben├Âtigst, eine Rauchstange oder ein kaltes Bier, oder einfach mal wen um aus dem Trott herauszukommen, Du wei├čt ja wo ich wohne. Einfach auch mal das Korsett abstreifen kann gewaltig gut tun. Ich meine Euer Leben ist das noch wesentlich mehr als meins, aber trotzdem etwas Freiheit schadet nicht. Was w├╝rdest Du denn gerne mal sehen, wenn Du Dir alles anschauen k├Ânntest? Verrill mag Reiseberichte, was B├╝cher angeht, ich habe schon einiges gelesen und war echt erstaunt", sagte Lin gut gelaunt und dr├╝ckte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Eispal├Ąste des Frostk├Ânigreichs", antwortete Ciel, "und die Koralleng├Ąrten von Coralys. Nicht zuletzt die Weltenbibliothek am Grunde des Ozeans. Die h├Ąngenden G├Ąrten vom Skyron. Die Glasw├╝ste. Es gibt so viele wunderbare Orte. Und du?"

Linhard von Hohenfelde
"Oh dass klingt gut. Die Bibliothek auf dem Meeresgrund, dass w├Ąre was f├╝r Verrill. Das Land der Tamjid m├Âchte ich sehen, die Bergwychtl, ich bin ├╝ber ihr Land schon mehrfach hinweggeflogen, aber wie sehen die Burschen wohl aus und wie leben sie? Das Land der Lichtalben und ihre Gl├Ąser. Sie sollen ganz besondere Technik herstellen. Ob man so ein Glas mal anfassen d├╝rfte? Die Insel der Farisin wo alles aus Feuer bestehen soll, die Insel Skille, fast bei den Frostalben und so vieles andere. Vielleicht sollten wir das mal tun, als Forschungsreise. Uns k├Ânnen ja einige Leute begleiten. Forscher, Magier, Leute die alles aufzeichnen, W├Ąchter und und und. Das w├Ąre doch was. Ein Abenteuer mit Bildung", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Eine Weltreise ... ja, eine Weltreise m├╝sste man machen. Sobald Neu-Souvagne aufgebaut ist und die Akademie und die Mauer stehen. Bist du dabei?"

Linhard von Hohenfelde
"Ich bin dabei, lass uns die Welt entdecken, per Schiff und Drachenhuhn. Und Verrill muss mit, sie soll das alles real sehen, riechen, sp├╝ren und nicht nur lesen. Wir nehmen unsere Lieben mit und bringen neue Entdeckungen, Wissen, Magie und was wei├č ich noch alles heim. Vielleicht ist dass ein neuer Anfang auf eine neue Sicht? Dein Vater liebt Forschung, er wird es uns g├Ânnen", schmunzelte Lin. "Schlaf gut Schwager und denk dran, dass was Du zuletzt in Gedanken hast, davon tr├Ąumst Du. So sagt man jedenfalls", sagte Lin und deckte Ciel mit sich zu.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich ein und f├╝hlte sich wohl. Arm in Arm mit dem ehemaligen Rivalen, der nun sein Freund war, schlief er bald ein und tr├Ąumte das erste Mal seit langem einen langen, freundlichen und angenehmen Traum.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schlief einige Augenblicke sp├Ąter ebenfalls ein. Das warme kleine Haus von Wolfram war der komplette Gegensatz zu dem eiskalten Koloss des Hohenfelde Herrenhauses. Und es verschlang auch keine Leute, es f├╝hrte sie am warmen Kaminfeuer als Freunde zusammen. Lin gefiel der Gedanke, gl├╝cklich, zufrieden und v├Âllig entspannt schlief er ein.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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