Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 3 - Die Himmelsr├Âhre der Menschenfresser

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angef├╝hrt werden die Bei├čer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel f├╝r den ├ältesten zu finden.
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Arbogast
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Kapitel 3 - Die Himmelsr├Âhre der Menschenfresser

#1

Beitrag von Arbogast » Fr 13. Jul 2018, 17:21

Der Skorpion auf Wanderschaft

Arbogast
Arbogast hatte Robere abgeholt und unter seine Fittiche genommen, ganz so wie es sein Vater w├╝nschte. Aber niemand bei klarem Verstand, schlug Archibald einen Wunsch aus. Nicht umsonst wurde der Mann die Bestie genannt. Das normale Menschen ihn so nannten, oder sein enger Freundeskreis, konnte man vielleicht noch als ├╝bertriebene Schmeichelei sehen. Aber dass selbst der Ring der Menschenfresser diesen Spitznamen mit Ehrfurcht aussprach, lie├č ahnen um was f├╝r eine Person es sich bei Archibald handelte. Einerseits war das oft Arbos Vorteil. Er bewegte sich unter dem Blick der B├╝ttel hindurch, er lebte das Leben unterhalb jedes gesellschaftlichen Bodensatzes. Er existierte nicht. Weder in Geburtenregistern, noch sonstigen Aufzeichnungen die so manche Zivilisation f├╝hrten. Er war da und wieder doch nicht. Er war nicht mal ein Wanderer zwischen den Welten, denn er hatte den Sumpf Obenzas nie verlassen. Selbst als er f├╝r seinen Vater ausgezogen war um Robere aus Souvagne abzuholen, so trug er Obenza immer in seinem Verstand und Herzen bei sich. Er kannte kein anderes Leben. Er kannte nichts anderes, als das was man ihm seit der ersten Stunde seiner Geburt eingefl├Â├čt hatte. Es war ein Leben in einem st├Ąndigen Alptraum, ein Leben das man nur im Suff und zugedr├Âhnt mit Drogen ertrug, wenn man seinen Makel hatte. Und nun hatte sein Vater auch noch einen neuen Z├Âgling. Einen, in dem er Potential sah. Was immer das hie├č, Arbo hatte nicht die geringste Ahnung. Es klang pervers, aber Arch stand auf Kinder und nicht auf solche gestandenen M├Ąnner wie Robere. Arbo hatte geschwiegen. Bei seinen Fragen war die h├Ąufigsten Antworten eine schallende Ohrfeige oder ein Schwall Beleidigungen von seinem Vater. Gut Arch konnte auch noch ganz anders bestrafen, aber so sehr er ihn f├╝rchtete, der Name ├Âffnete auch T├╝ren. Anders erging es seinen Schwestern, sie waren irgendwie h├Ąrter als er. Er konnte es nicht beschreiben, aber sie schienen mit dem Leben besser klar zu kommen. Oder sie machten sich weniger Gedanken und hinterfragten nichts. So kam man auch wie ein Aal durchs Leben. Arbogast musterte Robere. Was er wohl f├╝r eine Type war? Ein Aal oder ein Bremsfisch so wie er selbst? Nein schalt er sich in Gedanken, wenn sein Vater diesen Kerl rettete, dann war das garantiert ein Hai. Wenn auch noch ein junger. Dabei fiel ihm spontan ein dass man aus Haien die leckeren ger├Ąucherten Schillerlocken fertigte und er bekam Hunger. Sein Magen knurrte laut und vernehmlich. Vermutlich w├╝rde sich Robere schon bald seine Z├Ąhne verdient haben. Er sp├╝rte es, er sp├╝rte dass der Kerl ein ganz anderer Mensch war, trotzdem mochte er ihn. Vielleicht auch gerade deshalb. Sie waren lange unterwegs gewesen, zu Fu├č, mit dem Wagen, erneut einem Wagen und wieder zu Fu├č. Arbo blieb stehen, als sie an den ersten Ausl├Ąufern Obenzas ankamen. Dreck lag ├╝berall auf der Stra├če, kleine verrotzte und verlauste Kinder streiften als Kinderbanden umher und musterten sie aus hungrigen, eingefallenen Augen, w├Ąhrend sich an manchen Ecken die Leute in den Schatten am├╝sierten und keine zwei Meter weiter jemand ausgeraubt wurde. "Wir sind da!", verk├╝ndete Arbo erleichert.

Robere
Robere betrachtete das Panorama, das sich ihnen bot. Die gigantischen H├Ąuser, eckig, engstehend und mit zu vielen Stockwerken, st├Ârten ihn nicht einmal, aber das, was sich zwischen ihnen befand, war einfach nur widerlich, der M├╝ll ebenso wie die abgewrackten Menschen. Arbogast passte perfekt hierher. B├╝ttel h├Ątte er an diesem Ort nicht sein wollen. "Schick", log er. "Das ist also dein zu Hause, ja? Und hier kann man Party machen? Die Anreise war weit und unbequem. Ich glaub, ich hab Heimweh, ich hab von einem Kumpel und den Himmelsaugen getr├Ąumt. Die meinten, ich soll nach Hause kommen. Aber erst will ich wissen, warum du mich so weit hierherschleifst und mich sogar extra abholst. Das wird ja einen Grund haben."

Arbogast
"Hat es doch auch, Du musst Dir Deine Z├Ąhne verdienen. Das ist erst der Anfang der Grube, vom Loch, von der Jauche, wir tauchen richtig ein. So richtig in der Schei├če w├╝hlen... ich liebe es!", lachte Arbo und ging vergn├╝gt vor, ganz so als ging er durch einen Rosengarten im Palast. Aber Robere sah, dass er die Regeln dieser Welt beherrschte, denn nur daher r├╝hrte seine scheinbare Unbeschwertheit. Hier herrschten andere Gesetze. V├Âllig andere als Robere sie kannte und nun war er es, der sich auf Arbogast verlassen musste. "Du wirst den Zirkel kennenlernen", erkl├Ąrte Arbo und f├╝hrte sie immer tiefer in die H├Ąuserschluchten hinein. Je h├Âher die H├Ąuser wurden, je enger sie standen, je mehr schwand das Licht, dass bis zum Boden vordrang. Hier unten lebten die Menschen von dem was sie sich erk├Ąmpften oder jene von oben fallen lie├čen. Arbo blieb kurz stehen, schaute auf seltsame Schmierereien und ging dann weiter. "Hier leben viele ber├╝hmte Personen. Fr├╝her bin ich ├Âfter zum Hafen gelaufen und hab mir die Shezem angeguckt. Schr├Ąge Leute", sagte er und blieb an einem kleinen Stand stehen, der nicht mal das Wort Bretterbude verdiente. Dort kaufte er sich mehrere Flaschen Selbstgebrannten und reichte dann Robere auch eine. "Auf Deinen Einstand - Prost!", sagte er und nahm einen kr├Ąftigen Schluck von dem Gebr├Ąu aus seiner Flasche.

Robere
"Hoffentlich legal gebrannt und versteuert", antwortete Robere und stie├č seine Flasche gegen die von Arbo. "Auf meinen Einstand." Er nahm einen Schluck. Er war einiges gewohnt, aber das Zeug war heftig und brannte im Rachen. "Wo hat der Zirkel seinen Sitz? Meine Z├Ąhne wollte ich in Souvagne verdienen. An Ansgar Irgendwas de Chouinard. Der Mann, der Kazrar umbrachte. Aber ich hoffe, ihr helft mir dabei, alles zu lernen, was ich dazu brauche."

Arbogast
Arbo trank eine der Flaschen aus und schaute hinein, als konnte er nicht glauben dass sie schon leer war. "Von wem hast Du denn getr├Ąumt? War das ein Freund von Dir?", fragte Arbo und ├Âffnete die n├Ąchste Flasche aus der er nur einen kleinen Schluck nahm. "Ich habe es Dir schon erkl├Ąrt Robere. Hier wirst Du alles lernen, was Du brauchst um Ansgar umzunieten. Hier hat er Zirkel seinen Sitz, in der Himmelsr├Âhre. So hei├čt das Ding. Ein Haus, kreisrund, hohl und mehr verfallen als alles was Du Dir vorstellen kannst. Drinnen ist es wie ein kleines Dorf voller Gauner f├╝r sich. Drunter wohnen wir. Die sind sozusagen unsere Wachhunde. Clever was? Und wenn mal wer einen Nachtsnack braucht, hat er es nicht weit. Nascht Du nachts? Ich hoffe nicht, dann muss ich Dich begleiten. M├Âchtest Du hin? Sofort, oder m├Âchtest Du Dich vorher noch was umschauen? Vielleicht was spielen, was essen, einen wegstecken?", schlug Arbo freundlich vor.

Robere
┬╗Wir haben feste Essenszeiten und nachts wird geschlafen. Himmelsr├Âhre, klingt wie ein Tempel. Ich bin gespannt drauf, aber zeig mir doch vorher noch die Sehensw├╝rdigkeiten hier, ich meine keine alten Steine, sondern die richtigen Sehensw├╝rdigkeiten. Ich hab von Boldi getr├Ąumt, meinem Besten. Und vom Mireault, einem Magier. Keine Ahnung, wie ich ausgerechnet auf den komme.┬ź Robere trank sehr viel langsamer und hatte erst ein wenig probiert, als Arbogast schon die zweite Flasche ├Âffnete.

Arbogast
"Na dann komm mal mit", grinste Arbo und ging vor. "Bleib nicht zur├╝ck, nicht dass ich mit Dir rede und Du verblutest schon in der Gosse, w├Ąre peinlich. Zuerst kennen wir hier mal zum Glockenturm. Warum der so hei├čt ist klar, da klingen die Glocken", lachte Arbo und bleib vor einem Schaufenster stehen. Hinter den Glasscheiben sa├čen Frauen die scheinbar vor Jahrhunderten ihre Jugend hinter sich gebracht hatten. Sie wirkten schon gar nicht mehr abgehalftert, sie wirkten wie eine Karikatur der anderen k├Ąuflichen Damen in den weit entfernten St├Ądten. Eine der alten Kr├Ąhen trug ihre Rauchstange als losen Gammel im Mund und die leeren Busen lagen auf dem Bauch. Sie schenkte Robere ein fast zahnloses L├╝sternes Grinsen. "F├╝nf Taler mein H├╝bscher", rief sie ihm zu.

Robere
"Nah", murrte Robere, der den Anblick absto├čend fand. "Ist nicht meins. Gibt`s hier nichts anderes? An der Kohle soll es nicht scheitern, man verdient ganz gut in meinem Job."

Arbogast
Arbo nickte "Du sucht was j├╝ngeres, verstehe. Wie jung?", fragte er lachend und lief einfach weiter. Mitten auf einem seltsamen Platz, der wie eine aufgeh├Ąufte M├╝llhalde zwischen Gesteinsbrocken wirkte, war ein kleiner Schnellimbiss aufgebaut. Die Gesteinsbrocken stellten sich als Fassadenteile des gro├čen Hauses ├╝ber ihm heraus. Man h├Ârte es leicht im Wind ├Ąchzen und Putz rieselte von den W├Ąnden, w├Ąhrend das Haus um sie herum bedrohlich st├Âhnte. "Ich nehme eine Nudelsuppe und Du?", fragte Arbo. "Bleib von den W├Ąnden weg, da fallen manchmal Br├Âckchen runter", erkl├Ąrte er hilfreich, w├Ąhrend neben Robere ein Gesteinsbrocken von der Gr├Â├če eines Pferdes in den Boden schlug.

Robere
"Ich h├Ątte die R├╝stung anbehalten sollen", fand Robere. In Souvagne war er sehr unauff├Ąllig gekleidet, in eher gedeckten Farben und fiel nicht weiter auf. Hier wirkte er wie aus einer anderen Welt, da er der Einzige zu sein schien, der keine Lumpen, sondern ordentliche Kleidung am Leib hatte, einen guten Haarschnitt besa├č und sauber rasiert war. Er kam sich vor wie ein Gockel unter Ratten. Das missfiel ihm, da er lieber in der Masse unterging. "Ich brauch gr├Â├čere Auswahl", sagte er. "Dann wird sich was finden."

Arbogast
Arbo kam zu ihm zur├╝ckgeschlurft mit einem Becher Nudeln in der Hand und schl├╝rfte seine Suppe. "Auswahl an Weiber? Der Hafen! Der Hafen ist der Dreh und Angelpunkt dieser Welt. Naja das ist er ├╝berall. Mir nach. M├Âchtest Du ein Schluck Suppe?", fragte er gut gelaunt. Arbo ging wie immer vor und als Robere ihm folgte, folgte ihnen auch ein kleines schmutzstarrendes M├Ądchen.

Robere
"Ich wollt auch was Essen. Ich nehm das Gleiche." Er lie├č sich eine Nudelsuppe ausschenken, in der die meisten Zutaten nicht auf den ersten Blick zu definieren waren, als er mit einem Holzl├Âffel drin herumr├╝hrte. Er hatte schon ganz andere Dinge essen m├╝ssen und ekelte sich nicht im Geringsten. Es war essbar, das reichte. Er schl├╝rfte und fand die Suppe passabel. "Ja, dann lass uns da mal schauen." Er folgte, ihm gehen essend, seinem neuen Bekannten.

Arbogast
"Das ist die beste Suppe in der Stadt, neben der der Baronin. Aber das ist auch was anders. Du hast eine Klette am Bein", lachte Arbo und f├╝hrte Robere durch so schmale Gassen, dass er mit den Schultern die H├Ąuserseiten streifte. Arbo hatte da weit weniger Probleme, aber er war auch ein d├╝rres Suppenhuhn gegen Robere. Die Kleine folgte Robere weiterhin und blieb ihm dicht auf den Fersen. Die Seitengassen stanken derma├čen penetrant nach Urin und anderen F├Ąkalien, dass der Leibgardist den Gestank f├Ârmlich in der Gasse stehen sah. Er f├╝hlte sich, als w├╝rden seine Augenbrauen wegge├Ątzt. Gerade als es ihm schummerig wurde, weiteten sich die Stra├čen wieder und er blickte auf eine braune Br├╝he die wie Jauche an die Hafenbecken brandete. Arbo atmete tief ein, so schnupperte er eine Meeresbrise. "Herrlich diese Aussicht", sagte er und schaute in die Ferne, w├Ąhrend eine aufgedunsene Wasserleiche mit leeren Augenh├Âhlen vorbeitrieb.

Robere
Robere sp├╝rte nicht das geringste Bed├╝rfnis, sein Geld mit irgendjemand Fremden zu teilen, und sah er noch so ├Ąrmlich aus. Nat├╝rlich, er selbst wirkte, als ob er Kohle hatte, was den Tatsachen entsprach. Kein Wunder, dass er verfolgt wurde. "Zisch ab", knurrte er. "Geh arbeiten." Et was irritiert sah er der vorbeitreibenden Wasserleiche nach. "Sollte man das nicht den B├╝tteln melden? Hier stinkts." Suchend sah er sich nach der Auswahl um, die es hier angeblich geben sollte. Der Gestank st├Ârte ihn nicht. Robere sah aus wie ein feiner Pinkel f├╝r obenzische Verh├Ąltnisse, doch er war in ├Ąhnlichem Dreck gro├čgeworden.

Arbogast
"Den B├╝tteln melden? Du vertr├Ągst nicht viel Alkohol oder das war ein Witz. Hier gibt es keine B├╝ttel. B├╝ttel, was sollten die hier wollen? Nein dem Typen kann kein B├╝ttel mehr helfen nur noch ein Nekromant, und der sah nicht aus als wird er vermisst", lachte Arbo und ging weiter. Er f├╝hrte Robere am Hafen entlang und hier s├Ąumten einige fliegende H├Ąndler die Stra├čen. "Hier schau Dich ruhig um. Was genau suchst Du denn? Schau mal da hinten, dass ist die Himmelsr├Âhre!", sagte Arbogast. Das Ding auf das er deutete sah aus wie ein gewaltiger Kamin, aber beim n├Ąheren Hinsehen, erkannte man, dass es ein Kreisrundes gro├čes Haus war. Ein Mehretagehaus von gewaltiger Gr├Â├če, aber wohl auch Enge. Es sah sehr bauf├Ąllig aus, aber damit passte es ins Stadtbild. Die Kleine schlicht wieder hinter Robere her und stellte sich neben ihn.

Robere
Robere blieb genervt stehen. "Soll ich dich in die Br├╝he schmei├čen?", fragte er das Kind. "Zu der Leiche da? Das Einzige, was ich mehr hasse als Kinder, sind bettelnde Kinder." Dann wandte er sich wieder an Arbogast. "Was ich suche spielt f├╝r die Planung keine Rolle, ich muss es sehen, klar? Es muss sich ergeben, es muss ein pl├Âtzlicher Funke da sein. Deine Himmelsr├Âhre sieht bauf├Ąllig aus. Gibt`s hier ├Âfter rumschwimmende Leichen? B├╝ttel muss es auch geben, wir sind doch an einer Stadtwache vorbeigefahren."

Arbogast
"Nein wenn die Schwimmen w├╝rde ich mich erschrecken, die meisten treiben tot dahin", erkl├Ąrte Arbogast und lachte ├╝ber seinen eigenen Witz. "Was sehen und dann wei├čt Du bescheid? Du meinst Waffen! Ich dachte Du willst Klamotten kaufen!", st├Âhnte Arbogast. "Ja die B├╝ttel kommen aber nicht her und wir gehen nicht hin, auf zum Waffenmarkt mein Lieber. Sowas musst Du mir ehr sagen. Die Frage am Einlass ist, was hast Du mitgebracht Bruder. Wie lautet die Antwort?", fragte Arbo und trank die zweite Flasche leer. "Aliu", sagte das M├Ądchen und folgte Robere.

Robere
Robere hatte die Nase voll. Er packte das M├Ądchen und schleuderte es in das braune Hafenwasser. Ob es schwimmen konnte oder nicht w├╝rde sich dann ja zeigen. "Kennst du die?", fragte er Arbogast. "Ich will keine Klamotten und keine Waffen, ich wollte ficken. Aber nicht die alten Schabracken. Egal."

Arbogast
"Du verwirrst mich, ehrlich Bruder. Du willst was zum Ficken um Ansgar zu besiegen? Wie soll das funktionieren? Ich h├Ątte da ja eine Waffe genommen, aber gut. Komm", lachte Arbo und verfolgte die Flugbahn von der kleinen Arashi bis sie ins Hafenbecken plumpste. Sie ging unter wie ein Stein. "Ich glaube das wars", sagte er tonlos und f├╝hrte Robere zum alten Alfons. Vor der T├╝r standen einige Frauen die auch wirklich nach Frauen aussahen. Sie grinsten Robere anz├╝glich an und machten ihm sch├Âne Augen. "Wie sind die hier? Da Du ja genug Kohle hast, spendierst Du mir auch eine?", fragte er rundheraus, w├Ąhrend sie ein gr├╝ner Goblin vom Dach aus beobachtete.

Robere
"Nein, alles nix", antwortete Robere nach einem kurzen, gelangweilten Blick. Er zischte ├Ąrgerlich, als das Kind unterging. Das Wasser war tiefer, als es ausgesehen hatte. Aber wenn er da reinstieg und das M├Ądchen rausfischte, holte er sich vermutlich die Cholera. Da es normal zu sein schien, dass man hier Leute umbrachte, machte er sich nur kurz Gedanken. "Was meinte die mit Aliu? Waffen k├Ânnen wir immer noch kaufen, ich dachte, wir haben erst ein bisschen Spa├č." Er erwiderte den Blick des Goblins.

Arbogast
"Aliu? Das war vielleicht ihr Name. Ich versuche doch Spa├č mit Dir zu haben", erkl├Ąrte Arbo etwas verzweifelt. "Es ist noch zu fr├╝h f├╝r die Jagd", erkl├Ąrte er, w├Ąhrend Robere nun von zwei Goblins beobachtet wurde. Einem gr├╝nen und einem gelben der die Ohrspitzen einrollte und sie aus dunklen Augen interessiert musterte.

Robere
"Dann lass uns tanzen gehen, oder willst du erstmal zum Ring? Die Typen da starren uns an." Roberes geschultes Auge erkannte, dass das ├ärger geben k├Ânnte und lie├č sie nicht aus dem Blick. "Komm, wir gehen weiter. Was verstehst du denn unter Spa├č, alte Frauen angaffen und Klamotten kaufen? Du bist mir einer. Kein Wunder, dass du zum S├Ąufer geworden bist."

Arbogast
"Was soll das hei├čen S├Ąufer? Ich bin kein S├Ąufer! Unter Spa├č verstehe ich Wetten. Ja das ist deren Gebiet. Hast Du schon mal von der Bestie von Obenza geh├Ârt, dem gelben Goblin? Der gelbe Goblin neben dem Gr├╝nen, dass ist der Gelbe Goblin", erkl├Ąrte Arbogast. "Wir gehen in einen Club, Nutten, Wetten und Alk, ich bin es leid mit Dir Landei", schnauzte er.

Robere
"Ich erkenne einen S├Ąufer, wenn ich einen sehe. Mit euch haben wir st├Ąndig ├ärger. Aber ich bin nicht dienstlich hier, von daher, tu was du willst. Ich kenn keine Bestie von Obenza, nein." Er betrachtete noch immer die beiden Goblins. "Bleib mal ruhig. Ich hab dir nur gesagt, was Sache ist. Dann zeig deinen Club mal."

Arbogast
Arbo nickte betr├╝bt. "├ärger? Robere, ich war erst einmal in Souvagne und habe niemandem ├ärger gemacht, ich habe Dich gerettet. Und wenn ich mir mal zur Feier des Tages ein oder zwei Fl├Ąschchen g├Ânne ist nichts dabei. Aber Du wirst zahlen m├╝ssen, komm", sagte Arbo aufmunternd. Diesmal f├╝hrte er Robere in eine andere Gegend. Sie war nicht mehr ganz so schmutzig. An einem schwarzen Eingang blieb er stehen, aus dem einfachen Grund vor der T├╝r stand ein gewaltiger Ork und musterte jeden grimmig. "Wir wollen in den Club. Wie stehen die Wetten?", fragte Arbo. Der Ork musterte ihn aus blutunterlaufenen Schweins├Ąuglein. "Hast Du Geld?", knurrte er und sein Atem der nach verwesendem Fisch stank schwappte zu ihnen her├╝ber. "Sicher, w├Ąre ich sonst hier?", schnauzte Arbo. "Du bist fast jede Woche hier und hast keine Kohle, Du Made!", fauchte der Ork w├Ąhrend Arbo unter seinem Arm hindurch schl├╝pfte. "Komm Robere!", rief er.

Robere
"Ich zahle heute f├╝r ihn", sagte Robere zu dem Ork, ehe er eintrat. "Aber keine Wetteins├Ątze, nur die Getr├Ąnke, damit das klar ist." Er folgte Arbogast ins Innere. "H├Ârst du? Getr├Ąnke geb ich dir aus, den Rest nicht."

Arbogast
Der Club war ein ganz anderes Kaliber als die Frauen dort drau├čen. Blutjunge M├Ądchen tanzten vorne auf einer Theke und lie├čen ihre K├Ârper zu seltsamer Musik zucken, w├Ąhrend andere durch die weitr├Ąumigen Tischreihen schlenderten. An abgetrennten Tischen wurde Karten gespielt und so mancher der Herren hatte eines der M├Ądchen bei sich oder sogar auf dem Scho├č. "Was darf es denn sein?", hauchte Robere eine gro├če Rothaarige entgegen. Ihre Augen waren so gr├╝n wie Tannennadeln.

Robere
"Ein Cocktail, irgendeine regionale Spezialit├Ąt. Du, Arbo?"

Arbogast
"Ich nehme ein kaltes Bier, eiskalt und einen Obstler, einen Brand! Dazu h├Ątten wir gerne jeder ein M├Ądel", erkl├Ąrte er gut gelaunt

Robere
"F├╝r mich nur den Cocktail. Und das M├Ądel bezahlst du selbst, du Schnorrer." Wenn man Leute von seinem Schlag kannte, h├Ârte man an der Stimmlage, dass es ein Scherz war, auch wenn er dabei nicht l├Ąchelte.

Arbogast
"Wir teilen sie uns", bot Arbogast gro├čz├╝gig an und setzte sich vorne an die Theke. "Robere komm her", grinste er ├╝ber beide Ohren. "Setz Dich zu mir, wie gef├Ąllt es Dir hier?", fragte er gut gelaunt. "Erz├Ąhl mir, warum Du diesen Ansgar jagen willst. Er t├Âtete Deinen Vater? Wie kam es dazu? Mein Vater sagte ich soll Dich anlernen, was das Jagen geht. Heute Abend werden wir losziehen, nur am Hafen, da d├╝rfen wir nicht jagen, wegen den Goblins", sagte Arbo. Als die Bedienung die Getr├Ąnke brachte, stie├č Arbo mit Robere an.

Robere
"Lass mal gut sein, ich schaue noch", meinte Robere, als sie anstie├čen. Er schaute wirklich, allerdings nach seinem ganz eigenen Beuteschema. "Ansgar hat Kazrar und dessen Azubi get├Âtet, weil sie es sich mit Ansgar haben gut gehen lassen. Mir ist der Azubi egal, aber er geh├Ârte zu Kaz, drum z├Ąhlt der auch mit und Ansgar wird doppelt leiden. Dass mein Vater widerum das M├╝ndel von Archibald war, wei├čt du ja sicher. Drum Archibalds Angebot, mir bei der Rache zu helfen. Die Goblins haben also Hausrecht im Hafen. Soll mir Recht sein. Gut zu wissen. Hier ist es ganz nett und die Musik gef├Ąllt mir. Tanzt du?" Er trank seinen Cocktail, irgendwas mit exoktischen Fr├╝chten, deren Namen er nicht kannte. Aber es schmeckte gut.

Arbogast
"Die Goblins sind brandgef├Ąhrlich, halt Dich von denen fern. Tanzen ich? Ja wieso nicht? Meinst Du wir beide?", fragte Arbo grinsend.

Robere
"Miteinander? Bist du so drauf? Ich dachte allein. Du stinkst ziemlich. Ja, mit den Goblins das hab ich verstanden."

Arbogast
"Reden alle Souvagner so verwirrend? Warum sollte ich alleine tanzen, wenn ich hier gucken und fummeln kann? Au├čerdem stinke ich nicht, vielleicht bist Du einfach nichts gew├Âhnt", lachte Arbo. "Falls nicht, werde ich Dich nicht aus dem Hafen fischen wie die arme Aliu", lachte er leise.

Robere
"Schei├č Stra├čenkinder", knurrte Robere. "Gibt hier scheinbar viele. Dann geh ich eine Runde allein tanzen." Er trank noch einen Schluck und gesellte sich unter die Tanzenden, wo er eine ganze Weile mitmachte und sich von der lauten, h├Ąmmernden Musik bedr├Âhnen lie├č. Dabei schaute er, ob er jemanden ausmachte, der Blickkontakt zu ihm suchte.

Arbogast
Arbogast wunderte sich wieso Robere alleine tanzte. Also Souvagner waren wirklich schr├Ąge Leute. Dass musste er ihm lassen. Irgendwie kam er ihm verloren vor. Also st├╝rzte er sein Bier und seinen Schnaups herunter und gesellte sich zu Robere um mit ihm zu tanzen. Dass er ihm dabei den Schnitt versaute, soweit dachte Arbo nicht.

Robere
Robere guckte erst ziemlich unwillig drein, dann entschied er sich um und fand es witzig, mit dem abgehalfterten Kerl zu tanzen. "Ich brauch noch was zu trinken, um das zu ertragen", kommentierte er, gab ihm einen Schubs, so dass er in die tanzende menge flog, ging an den Tisch, trank was und kam wieder zur├╝ck, um sich erneut ins Get├╝mmel zu st├╝rzen. Es begann ihm hier zu gefallen. Beim Tanzen drehte er sich eine Rauchstange und quarzte.

Arbogast
Arbo sch├╝ttelte sich kurz und tanzte dann weiter. Robere hatte wirklich mehr mit seinem eigenen Alten gemein als er selbst. "Freut mich zu h├Âren. Die Baronin zu ihr musst Du freundlich sein, es is eine alte Frau, aber sie leitet den Zirkel. Falls Du in Not geraten solltest, wir sie Dir den Arsch retten. Aber bevor Du die alte Frau kennenlernst, wollen wir eine junge aussuchen?", schlug Arbo vor.

Robere
"Ja, mach nur", sagte Robere belustigt und sog an seiner Rauchstange. Er drehte, ohne im Tanzen innezuhalten, eine zweite und reichte sie Arbogast. "Ich schlage normalerweise keine alten Frauen, au├čer dienstlich und ich bin im Urlaub."

Arbogast
"Das ist gut, sonst enden wir im Kochtopf. Danke f├╝r die Fluppe", freute sich Arbo und steckte sie sich gleich an. Bei seinem Atemalkohol war es verwunderlich, dass er nicht in Flammen aufging. "Wei├čt Du, ich bin froh mal mit wem an der Seite durch die Stadt zu ziehen. Es ist f├╝r mich schwer festzustellen, was Du magst. Ich glaube ich mache einfach worauf ich Lust habe und Du machst mit. Ich habe mich schon gewundert warum Du Klamotten kaufen willst", gr├╝belte Arbo beim Tanzen.

Robere
"So l├Ąuft das meistens", br├╝llte Robere, um die Musik zu ├╝bert├Ânen. "Die anderen gehen vor und ich geh einfach mit. Ich bin Flexibel. Ich kann dir sagen, was ich nicht mag. Bettler, Kinder, bettelnde Kinder, Diebe, Frauen die meinen, man arbeitet nachl├Ąssiger, wenn sie einem sch├Âne Augen machen und Magier. Um ein paar Dinge zu nennen. Ach ja, ich hasse Regen."

Arbogast
"Regen wirst Du hier lieben lernen, danach ist f├╝r einen winzigen Moment alles sauber, sogar die Luft. Ein seltsamer Moment, aber ich mag das. Bettler findest Du hier oft und Beutelschneider. Was ist mit Magiern?", fragte Arbo neugierig.

Robere
"Wir haben Himmelsaugen, die Gedanken lesen, das hasse ich. Sie kontrollieren den gesamten Nexus. Man muss dauernd aufpassen, was man denkt."

Arbogast
"Heilige Schei├če! Man was ist wenn man besoff... etwas abwesend ist und man denkt was falsches? Was machen die Kerle dann? Ordnen die die Gedanken neu und man findet nichts wieder? Arch sagt immer Magier w├Ąren Verseuchte. Warum habe ich vergessen, sag dem das blo├č nicht", lachte Arbo.

Robere
"Wenn man was Falsches denkt, holen sie einen hab und dann checken sie einen RICHTIG durch. Das soll enorm schmerzhaft sein und sie kramen den ganzen Dreck hervor. Nicht gut."

Arbogast
"Oh man, das ist ja Gedankenkontrolle. Also vor denen w├╝rde ich mich auch in Acht nehmen. Und von so einem hast Du getr├Ąumt? Hattest Du mal was mit dem laufen? Man stell Dir mal vor Du denkst beim Sex an wen anderes, der wei├č das!", st├Âhnte Arbo. "Oder Du bist mit so jemanden verheiratet, Du kannst den nicht mal in Ruhe anl├╝gen, er wei├č es sofort. So h├Ąlt doch keine Ehe!"

Robere
"Seh ich aus wie eine Schwuchtel?", knurrte Robere. "Jetzt wei├čt du jedenfalls, warum ich die hasse. Keine Ahnung, warum ich von dem getr├Ąumt hab. Vielleicht ein schlechtes Gewissen, weil ich Boldi nicht Bescheid gesagt habe. Aber es ist besser so."

Arbogast
"Ganz ruhig, Du kannst durchnehmen wen Du willst. H├Ątte doch sein k├Ânnen, wenn Du den Burschen so vermisst. Oder nee, das war ja der Boldi, Dein Kollege. Der w├╝rde es verstehen, wenn der w├╝sste was Dir bevorsteht Rober,ehrlich", sagte Arbo und holte ihnen beiden noch etwas zu trinken

Robere
Robere nahm ihm ein Glas ab und trank. "Die Getr├Ąnke sind hier gut. Willst du noch bleiben? Du wolltest dir ein M├Ądchen suchen. Ich tanz derweile noch eine Runde, die Mucke ist genial."

Arbogast
"Ich gehe auf ein Zimmer und Du bleibst brav hier", befahl Arbo grinsend. "Lauf nicht weg und stelle nichts an", bat er freundlich und knuffte Robere, bevor er nach vorne ging und mit der Rothaarigen redete. Er sprach eine ganze Weile mit der Frau, dann verzogen sie sich in die hinteren Gefilde.

Robere
"Mach nur", meinte Robere, sah ihm kurz nach und verlor sich dann rauchend und suchend in dem hypnotischen H├Ąmmern der Musik.

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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Neue H├Âhle

#2

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Sa 14. Jul 2018, 11:20

Arbogast
Arbogast hatte einen herrlichen Abend mit einer niedlichen Dirne verbracht und konnte so einige Zeit danach noch faul im Bett verbringen. Er lie├č es sich nicht nehmen auch noch zu baden und es sich sonst richtig gut gehen zu lassen, ehe er einige Stunden sp├Ąter, frisch gebadet und bester Laune zu Robere nach unten zur├╝ckkehrte. Sein Kumpel befand sich immer noch auf der Tanzfl├Ąche, so dass sich Arbo wunderte, wie der Mann das ├╝berhaupt durchhalten konnte. Aber seine Konstitution konnte man auch nicht als Ma├čstab nehmen. Grinsend kehrte er zu ihm zur├╝ck und tanzte mit ihm. ┬╗Wie geht es Dir? Wen abgestaubt? Mir geht es blendend!┬ź, freute sich Arbo.

Robere
Robere war inzwischen klatschnass geschwitzt, w├Ąhrend Arbogast pl├Âtzlich erstaunlich gut roch. ┬╗Warst du baden oder was?┬ź, fragte Robere. ┬╗Niemanden abgestaubt, hat sich nichts ergeben, was mir zugesagt h├Ątte. Langsam kn├╝lle, lass uns mal zur R├Âhre gehen.┬ź Er tanzte sich zum Tisch durch und trank sein Glas leer. Inzwischen trank er nur noch Wasser. Er hatte keine Lust, bewusstlos in einer Stadt wie dieser zu enden. Einen sch├Ânen Schwips hatte er trotzdem. ┬╗Wo bezahlt man hier?┬ź

Arbogast
Arbo hakte Robere unter. ┬╗Vorne am Eingang ist die Kasse, komm mit, ich f├╝hre Dich hin┬ź, sagte er freundlich. ┬╗Ja ich habe gebadet, ich dachte nach einer Nummer kann das nicht schaden. Wo ich schon mal hier bin und alles geboten bekomme. Du siehst fertig aus Robby und das obwohl Du keinen weggesteckt hast. Schade f├╝r Dich┬ź, grinste Arbo und schliff Robere zur Kasse. Eine schlanke, hochgewachsene Frau musterte die beiden aufmerksam. ┬╗Der junge Mann hier bezahlt┬ź, freute sich Arbo und schob Robere nach vorne. ┬╗Ist das so?┬ź, hakte die Frau sicherheitshalber nach. Auch sie schien Arbogast zu kennen.

Robere
┬╗Nur die Getr├Ąnke┬ź, stellte Robere klar. ┬╗Ich brauch keinen wegstecken, ist ein netter Bonus. Muss aber nicht sein f├╝r `nen guten Abend.┬ź

Arbogast
┬╗Hey ich dachte Du gibst einen aus. Gut dann musst Du wohl oder ├╝bel wieder anschreiben S├╝├če. Ich habe kein Geld dabei, ich habe vorhin alles in Alkohol angelegt. Du wei├čt ja, nirgendwo sonst gibts 40 %. Robere kannst Du mir was Geld leihen?┬ź, fragte Arbo, w├Ąhrend die Frau mit den Augen rollte und einen Schuldschein z├╝ckte. ┬╗Das ist diesen Monat der letzte Schuldschein. Morla m├Âchte Dich hier nicht wieder sehen und wir brauchen hier keinen Deiner Spie├čgesellen. Hier unterschreib┬ź, befahl die Frau und Arbo kritzelte seinen Namen aufs Papier. ┬╗Ich wusste Du l├Ąsst mich nicht h├Ąngen Lisriel. Du hast was bei mir gut, ich schulde Dir was┬ź, grinste Arbo breit. Die Frau schaute ihn grimmit an. ┬╗Du schuldest Morla mittlerweile 427 Taler, dass schuldest Du uns bis Ende des Monats. Und jetzt schwirr ab┬ź, murrte sie. ┬╗Ja ich fands auch sch├Ân Dich wiederzusehen,komm Robby┬ź, sagte Arbo gut gelaunt und verlie├č den Club.

Robere
┬╗Gar nichts leihe ich dir oder sonstwem┬ź, sagte Robere. ┬╗Geh arbeiten, wenn du Geld brauchst.┬ź Er folgte Arbogast nach drau├čen. ┬╗Wie kann man nur alles versaufen, was passiert, wenn du denen das Geld nicht zur├╝ckzahlst?┬ź

Arbogast
Arbo kramte in seiner Jackentasche nach seiner Flasche und nahm einen Schluck. ┬╗Ich pumpe Archi an, wenn der mir nichts gibt, gibts was aufs Maul. Aber umbringen tun die nie wen. W├Ąren sie ja auch sch├Ân bl├Âde, dann sehen sie die Kohle nie. Die w├Ąre dann futsch. Schulden sind eigentlich die beste Lebensversicherung. Die d├╝rfen nur nicht zu hoch oder zu niedrig sein. Zu niedrig statuieren die ein Expe... Exempel, genau so hei├čt das und sind sie zu hoch, dann auch. Bei mir ist es immer so der gute Mittelweg. Bis auf ein paar Finger und Nasenbr├╝che, hat man da nichts zu befr├╝chten. Sehe ich als Vers├Ąumniszinsen oder so. Aber ich bekomm die Kohle schon. Ich arbeite doch, Du hast Nerven Mann ehrlich. Wir gehen┬ź, sagte Arbo und verstaute seine Flasche sicher in der Jackeninentasche. Er marschierte vor, f├╝hrte Robere durch schmale Gassen, dunkle Wege, und nach einer gef├╝hlten Ewigkeit standen sie vor der Himmelsr├Âhre. Aus der N├Ąhe sah der Bau noch maroder aus, als auf die Entfernung. Arbogast betrat das Geb├Ąude, aber er nahm keine der Stufen nach oben, sondern ging weiter nach unten. Immer tiefer hinab, bis sie an einem schmalen Gang ankamen der seltsam verziert war und sich in der Dunkelheit verlor.

Treppe ins Dunkel mit hunderten aufgeh├Ąngten Fig├╝rchen an den W├Ąnden

Robere
┬╗Und was arbeitest du? Als M├╝llmann oder Putze kann man hier sicher gut verdienen. Oder auch nicht, wenn ich es mir hier so anschaue.┬ź Skeptisch betrachtete er das heruntergekommene Geb├Ąude. Normalerweise w├╝rde er das aus Sicherheitsgr├╝nden nicht betreten, aber er wollte nicht kneifen und wie ein Feigling dastehen. Er hoffte, dass es nicht ausgerechnet heute zusammenbrechen w├╝rde und folgte Arbogast die Stufen hinab.

Arbogast
┬╗Ich arbeite als K├╝chenhilfe, dass ist ein ehrlicher und anstrengender Beruf. Da mach Dich mal nicht lustig┬ź, sagte Arbo beleidigt und f├╝hrte Robere durch einen stockfinsteren Gang. An den patschenden Ger├Ąuschen und an der klammen K├Ąlte der Luft, sp├╝rte er, dass hier ├╝berall Wasser sein musste. Sie waren vermutlich einige Etagen unter der Erde. Arbo blieb vor einer gewaltigen T├╝r stehen und h├Ąmmerte dagegen. Der T├╝rschlitz wurde aufgezogen. ┬╗Was hast Du mitgebracht?┬ź, fragte die unsichtbare Stimme. In der kalt-nassen Finsternis hatte die Stimme etwas unwirkliches und unheimliches. ┬╗Hunger Bruder!┬ź, antwortete Arbo leichthin. Seine Tonlage schien nicht an diesen Ort zu passen. ┬╗Hast Du Deinen Begleiter zum Essen eingeladen?┬ź, folgte einen Moment sp├Ąter die Frage und Belustigung schwang in der Stimme mit. ┬╗Nein, er ist einer von uns, gekommen um zu lernen. Er ist das M├╝ndel von Archibald der Bestie, wohl der Sohn von Kazar Schutt. Ich soll ihn verwahren, bis Archibald zur├╝ckkehrt┬ź, erkl├Ąrte Arbo und Robere h├Ârte wie er in der Finsternis noch einen Schluck nahm und ein R├╝lpsen unterdr├╝ckte. Der T├╝rschlitz wurde wieder zugeschoben, dann h├Ârte man wie schwere Riegel beiseite gewuchtet wurden. Die T├╝r ├Âffnete sich erstaunlicherweise lautlos und schwang einen spaltbreit nach innen auf. Arbo schl├╝pfte hinein und war verschwunden.

Robere
┬╗Wunderbar┬ź, maulte Robere. Er schob die T├╝r auf und blieb davor stehen, darauf bedacht, so zu wirken, wie immer - selbstbewusst. Er war zum Gl├╝ck nicht gerade zierlich gebaut und wehrhaft, aber im Stockfinsteren in einem fremden Haus mit etlichen fremden Menschen, das war auch f├╝r ihn nicht gerade lustig. Er versuchte, etwas zu erkennen. ┬╗Mach mal Licht, Arbo.┬ź Der Ausspruch war nicht nur dazu gedacht, dass tats├Ąchlich endlich mal wer f├╝r Beleuchtung sorgte, sondern sollte vor allem demonstrieren, dass er und Arbogast gute Bekannte waren, indem er ihn auf vertrauliche Weise mit seinem Spitznamen anredete. Archibald schien hier eine namhafte Gr├Â├če zu sein und Arbogast hatte als sein Sohn hoffentlich auch eine gewisse Aura des finsteren Rufs, selbst wenn er aussah wie der letzte Penner.

Alter Mann
Jemand schloss scheppernd hinter Robere die T├╝r. Als er einen Moment im v├Âllig dunklen Raum stand, gew├Âhnten sich langsam seine Augen an die Finsternis. Es war nicht wirklich finster, er begann die Umrisse seiner Umgebung zu erkennen. Einen langen Flur an dem seitlich zig T├╝ren abgingen und eine weitere schwere T├╝r etwas versetzt zu der, vor der er stand. Ein ├Ąlterer Mann musterte ihn aus milchigen Augen und l├Ąchelte dann freundlich. So freundlich wie ein Hai l├Ąchelte, oder Archibald. ┬╗Du bist also das M├╝ndel der Bestie?┬ź, fragte der Alte und tippte ihn an. ┬╗Du solltest die Baronin kennenlernen, folge mir. Du bist alt um Dir die Z├Ąhne zu verdienen. Wann bist Du aufgewacht Bursche?┬ź, fragte der Alte und ging mit erstaunlich sicheren Schritten vor.

Robere
┬╗Ja, Archibald wird mich unterrichten. Ich bin der Sohn seines fr├╝heren M├╝ndels, Kazrar Chud, und ein Freund seines Sohnes Arbogast.┬ź Er schaute, ob er Arbogast irgendwo sah, aber da waren nur haufenweise T├╝ren. ┬╗Ich bin erst vor wenigen Wochen erwacht, auf einer gemeinsamen Jagd mit Archibald. Wir hatten viel Spa├č und er meinte, ich h├Ątte Potenzial. Er will mir helfen, meine Z├Ąhne zu verdienen.┬ź Er folgte dem Alten immer tiefer in den Gang.

Alter Mann
┬╗Du wirst schon bald Deine Z├Ąhne verdient haben, wenn Du der Bestie folgst. Hoffen wir besser als Dein Vater. Er war schwach, aber war zu z├Âgerlich. Komm┬ź, sagte der Alte und sperrte die schwere andere T├╝re auf und f├╝hrte Robere in einen Gang, der in jedes Adelshaus gepasst h├Ątte, aber den man garantiert nicht unter einer M├╝llhalde erwartete. Die T├╝r wurde hinter ihnen geschlossen und der alte Mann f├╝hrte ihn weiter. Sie passierten Aufenthaltsr├Ąume mit Spieltischen, eine K├╝che aus der es verf├╝hrerisch duftete und ihnen eine freundliche, kleine, kugelrunde Frau gut gelaunt zuwinkte. Vorbei ging es an einer Bibliothek mit B├╝cherregalen und gro├čen Ohrensesseln, sie passierten einen Raum, der den Anschein eines Wohnzimmers hatte, bis auf den Umstand, dass neben der normalen Einrichtung auch Streckb├Ąnke und andere Folterger├Ąte anwesend waren. Als sie in einen Wartesaal ankamen, war dieser auch nicht sonderlich anders, als ein ├╝blicher Wartesaal, bis auf die Verankerungen die in den W├Ąnden eingelassen waren um Sklavenketten zu halten. ┬╗Die Baron wird Dich zu sich rufen, setz Dich hin. Was zu essen?┬ź, fragte der Alte freundlich, ┬╗oder was zu Trinken?┬ź

Robere
┬╗Beides, bitte.┬ź Er hatte seit letzten Abend nichts mehr gegessen und die gesamte Nacht durchgetanzt. ┬╗Sch├Ân haben Sie`s hier. Wo ist Arbo?┬ź

Alter Mann
┬╗Er stellt sie der Baronin vor┬ź, erkl├Ąrte der Alte und lie├č ihn einen Moment allein. Robby hatte sich einen Moment zu gedulden, ehe der Alte mit einer gro├čen Schale duftender Suppe wiederkam und ihm auch einen Kelch mitbrachte. ┬╗Hier, dass verk├╝rzt und vers├╝├čt die Wartezeit┬ź, sagte er freundlich. Der alte Mann stellte alles vor Robere ab und nickte freundlich. ┬╗Nur zu┬ź, sagte er aufmunternd.

Robere
Er trank erst einen Schluck und kostete dann die Suppe. ┬╗Lecker. Was ist das?┬ź

Alter Mann
Der Alte lachte und sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Weshalb bist Du denn hier? Das ist es, Fleisch, pures, reines, von Jagdgl├╝ck erf├╝lltes Fleisch. Das im Becher ist gekl├Ąrte und erkaltete Br├╝he. Sie gibt Kraft. St├Ąrkt Dich f├╝r die kommenden Jagden. Eine alte Methode aus fernen Landen. Kennst Du eine Entenpresse Bursche? Damit holt man den letzten Saft, das gute Mark aus den Knochen der V├Âgel und daraus macht man neben dem Fleisch eine sch├Âne Br├╝he. Nur haben wir hier keine souvagnische Entenpresse, wir pressen was anderes aus. Ich habe Dir extra sch├Âne St├╝ckchen von den Innereinen von Erna in die Suppe legen lassen. Erna ist unsere gute Seele, unsere K├Âchin. Du hast sie vorhin gesehen. Und sch├Ân die Fettaugen mittrinken, sie sind s├╝├č, versuchs nur┬ź, sagte der Alte.

Robere
Robby musterte den Mann einen Moment. Dann a├č er gehorsam die Suppe. Er konnte sich durchaus unterordnen, wenn es Sinn machte und die Suppe schmeckte. ┬╗Wer war das denn? Bei der Jagd damals mit Archibald, da war das Besondere, dass der Typ mir gefallen hatte. Ihn zu essen, das war etwas sehr Pers├Ânliches. Genau, wie es die Jagd f├╝r meine Z├Ąhne wird.┬ź

Alter Mann
┬╗All jene die wir essen sind was Besonderes, sie leben in uns weiter. Vorher waren sie bedeutungslos, durch uns und unsere Erinnerung werden sie erst bedeutsam. Ich kenne seinen Namen nicht, aber er war eines unserer Kinder, dass hier verwahrt wurde. Er ist ganz frisch in die Suppe gewandert. Heute morgen erst, beste G├╝te. Ich dachte ich bringe Dir von der Suppe, da Dein Mentor auch gerne junges Fleisch isst. Verzehrt es aber nur roh, nicht wie Du und ich. Da schau, Arbo ist wieder da┬ź, sagte der Alte und Arbogast gesellte sich wieder zu Robere.

Arbogast
┬╗Die Baronin wird Dich gleich empfangen und Dich in der Familie willkommen hei├čen. Iss erstmal auf┬ź, grinste Arbo.

Robere
┬╗Okay. Vielleicht ist das bei jedem anders oder ich komme noch auf den Geschmack. F├╝r mich war das Besondere eben, dass er schon vorher besonders war. Und ich ihn so behalten konnte. Aber die Suppe schmeckt.┬ź Er a├č sie auf und trank die Br├╝he. Dann stand er auf und grinste Arbogast kurz an.

Arbogast
Arbogast nahm ihm die Sache ab und stellte sie zur Seite. Dann f├╝hrte er Robere in ein Zimmer, dass exquisiter nicht h├Ątte eingerichtet sein k├Ânnen. Samtene Tapeten, schwere Brokatvorh├Ąnge, Teppiche so dick, dass man darin einsank und kein Schritt zu h├Âren war. Als sie eintraten blickten sie auf eine uralte, d├╝rre Frau die wie ein Raubvogel in ihrem Ohrensessel hockte. Trotz ihrer tr├╝ben Augen war ihr Blick erstaunlich wach und scharf. Sie trug extrem teure Kleidung, ihr Haar war kunstvoll zu einer Hochsteckfrisur aufget├╝rmt und goldenen Spangen hielten es, wo es hingeh├Ârte. Ihre scharf geschnittenen Gesichtsz├╝ge mussten in ihrer Jugend wundersch├Ân gewesen sein. Aber jetzt strahlte sie etwas anderes aus, Macht. Diese Frau war hier das Oberhaupt, dem sich alle beugten. Warum, dass konnte Robere nur vermuten, allein des Geldes wegen war es nicht. Denn diese Frau hatte es nicht n├Âtig hier zu leben. Jedenfalls nicht aus finanziellen Gr├╝nden. Man sp├╝rte die Bedrohung die von dieser knorrigen alten Frau ausging. Ein irrationales Gef├╝hl, wenn man sich ihren K├Ârperzustand und ihr Alter vor Augen rief, aber das Gef├╝hl war da und es log nicht.

Robere
┬╗Guten Morgen┬ź, gr├Â├čte Robere h├Âflich, denn inzwischen war es Morgen. Er neigte etwas den Kopf. Er und Arbogast hatten die ganze Nacht durchgefeiert. ┬╗Robere Moreau, Sohn von Kazrar Chud, Freund von Arbogast und Sohn von Archibald von Dornburg.┬ź Sicherheitshalber z├Ąhlte er auf, mit wem er hier alles gut stand und erkl├Ąrte Arbogast zu seinem Freund. ┬╗Ich bin hier, weil Archibald mich ├╝ber seinen Sohn einlud, um zu lernen.┬ź

Baronin
Die alte Frau, die sie nur die Baronin nannten nickte milde, was den Eindruck eines Raubvogels noch verst├Ąrkte. ┬╗Arbo erz├Ąhlte mir schon von Dir. Ein neues Gesicht in der Familie. Lass Dich ansehen Junge, tritt n├Ąher. Du musst Deine Oberin nicht f├╝rchten. Man nennt mich die Baronin, auch Du wirst mich so nennen. Das M├╝ndel der Bestie? Eine Ehre, er ist einer der Besten von uns. Gerissen, stark, hinterh├Ąltig, brutal, mit messerscharfen Verstand, Krallen und Z├Ąhnen gesegnet. Lerne besser als Dein Vater. Ohne Z├Ąhne und Klauen ist man Beute da oben. Du bist jetzt unter Deines gleichen Menschenfresser, willkommen im Scho├č des Zirkels┬ź, sagte sie liebevoll.

Robere
Robere war ├╝berrascht ob der freundlichen Begr├╝├čung und trat etwas n├Ąher, wie sie gefordert hatte. ┬╗Danke, Baronin. Ich bin hier, um Kazrars Ehre wieder herzustellen. Archibald ist ein hervorragender Lehrer, ich hatte gehofft, ihn hier wieder zu treffen. Gibt es ein Erkennungszeichen, falls man sich auf der Stra├če wiedertrifft mit Seinesgleichen? Ich will ungern selbst im Topf landen.┬ź Er l├Ąchelte etwas.

Baronin
┬╗Wenn Du Dich Deiner Haut nicht erwehren kannst, bist Du nicht wert zu leben. Aber wir t├Âten nicht unseres gleichen. Kein J├Ąger t├Âtet einen J├Ąger. Das ist widernat├╝rlich. Schau her┬ź, sagte die alte Frau und zog ganz langsam ihren ├ärmel von Arm und offenbarte den Chaosstern, den Robere auch schon bei Archibald gesehen hatte. ┬╗Unser Stern, unser Zeichen, wir tragen es alle, da wir uns unter diesem Stern versammeln. Und wir beschenken jene damit, die wir verschonen. Oder auch jene von uns geben es weiter, die im Jagdfieber alles um sich herum vergessen. Der Stern f├╝hrt sie heim und l├Ąsst sie inne halten. Hat Dein Vater Dir diesen Stern nicht geschenkt Robere? Erz├Ąhle mir aus Deinem Leben, setz Dich zu F├╝├čen Deiner Oberin┬ź, befahl die Baronin.

Robere
Robere setzte sich auf den dicken Teppich, ein Bein aufgestellt, beim anderen sa├č er auf der Ferse. Es war eine Gewohnheit, denn aus dieser Haltung heraus war er im Notfall praktisch sofort wieder auf den F├╝├čen. ┬╗Ich habe meinen Vater nie kennenlelernt. Er schickte meine Mutter fort, als sie schwanger war, damit ich sicher bin. Aber sie verschm├Ąhte sein Geschenk, sie verschm├Ąhte mich und gab mich in ein Waisenhaus. Von dort aus, von ganz unten, habe ich mich bis zur Leibgarde des Ducs von Souvagne hochgearbeitet. Dann erst traf ich Archibald, der mich erkannte, weil ich Kazrar so ├Ąhnlich sehe. Er nahm mich mit auf die erste Jagd. Vorher habe ich auch schon gejagt, aber anders. Ohne zu t├Âten. Nur um ein wenig Spa├č zu haben. Ich habe gespielt wie ein junges K├Ątzchen mit den M├Ąusen, um zu ├╝ben, ohne zu wissen, wof├╝r. Jetzt wei├č ich es. Und ich habe meine Beute schon identifiziert. Ich muss nur noch herausfinden, wo sie wohnt.┬ź

Baronin
┬╗Du musst viele kleine Beutetiere rei├čen, bevor Du Dich an einen gro├čen Gegner wagen kannst. Hast Du Dein erstes Mahl selbst get├Âtet oder t├Âtete die Bestie f├╝r Dich? Hast Du das Leben genommen, dass Du verschlungen hast? Du warst ein Gardist? Seltsam, aber nicht abwegig, Du hast gejagt, Du hat trainiert, aber nur f├╝r die Fleischeslust in anderer Form. Du hast sie Dir nicht einverleibt. Aber nun bist Du Mitglied dieser Familie. Ob Jagdgl├╝ck oder nicht, Du wirst essen. Allerdings solltest Du Dich bei weniger Geschick, erkenntlich zeigen. K├╝chendienste sind willkommen, es erfordert Kraft und Geschicklichkeit die Beute zu entbeinen. Du wirst Deine Familie noch kennenlernen. Es ist verboten einen der unseren anzugehen. Solltest Du versuchen, hier jemanden zu t├Âten und zu fressen, wird Dir genau das Schicksal zu teil. Unsere Z├Ąhne graben sich niemals in das Fleisch eines Familienmitglieds. Es sei denn, es hat gerade die Familie verlassen Robere. Aber Du bist neu, frisch aufgenommen worden, drum suche Dir ein Quartier. Dies wird das Deine sein und Dir immer zur Verf├╝gung stehen. Gleichg├╝ltig wann Du hier bist, es ist f├╝r Dich da, Dein neues kleines Zuhause. Und vielleicht w├Ąchst es wie Dein K├Ânnen und Dein Ruhm. Wie nennst Du Dich? Ist dies dort Dein Markenzeichen? Der Skorpion?┬ź, fragte die Baronin.

Robere
Robere blickte auf seine t├Ątowierte Hand. ┬╗Mein Markenzeichen? Es ist, was ich bin. Der Skorpion hat keine Haut, sondern einen Panzer. Nichts an ihm ist verletzlich. Er hat Scheren um festhalten und einen Stachel zum Zusto├čen. Er ist ein Kaltbl├╝ter. Sene Kinder sehen bereits aus wie die Erwachsenen und sind nach der ersten H├Ąutung bereit, um zu t├Âten. Obwohl sie noch winzig sind. Schwarzer Skorpion, so nenne ich mich selbst. Ich werde keinen der unseren t├Âten. Die erste Beute t├Âtete Archibald, da er trinken musste und ich a├č davon. Gejagt haben wir zusammen. Wenn es m├Âglich ist, w├╝rde ich gern mein Quartier bei Arbogast beziehen oder neben seinem. Wir verstehen uns gut.┬ź

Baronin
┬╗Dann bist Du der Skorpion. Arbo wird Dir ein Quartier neben seinem geben, dass ist kein Problem. Eine sch├Âne Metapher, sie gef├Ąllt mir. Richte Dir Deine H├Âhle ein Skorpion. Gleichg├╝ltig was dort drau├čen geschieht, Du hast hier nun eine Familie die stets zu Dir h├Ąlt. Vergiss das nie, denn Du bist Teil dieser Familie und wenn einer Deiner Br├╝der oder Schwestern Hilfe ben├Âtigt, wirst Du sie gew├Ąhren. So wie sie Dir gew├Ąhrt wird. Arbo zeig unserem Skorpion sein Zimmer. Du wirst Dir ein neues nehmen. Er soll in der N├Ąhe seines Mentors leben... nein warte. Gib ihm das alte Zimmer seines Vaters. Es liegt gegen├╝ber der Bestie, dies soll er beziehen┬ź, sagte die Baronin. Arbogast nickte, als Zeichen, dass er den Befehl verstanden hatte. ┬╗Komm Robby, folge mir┬ź, sagte er freundlich und f├╝hrte Robere durch einige Flure, vorbei an anderen Zimmern. Einige standen offen, andere T├╝ren waren verschlossen. Ganz so, wie man es selbst im eigenen Haus halten w├╝rde. Niemand schien den anderen zu f├╝rchten oder ihm zu misstrauen. Etwas abseits lag sein Quartier. Arbo ├Âffnete die T├╝r und ging hinein. ┬╗Dein Zuhause. Gegen├╝ber wie die Baronin schon sagte, ist das Quartier von Arch. Du kannst es Dir angucken, aber bitte fass nichts von dem Spielzeug an ja? Dann wird er w├╝tend, sehr w├╝tend┬ź, bat Arbo. Er schien schon die Erfahrung gemacht zu haben, wie w├╝tend Arch wurde, wenn man was angefasst hatte.

Robere
Robere schaute sich um. ┬╗Hier hat Kazrar gewohnt?┬ź, fragte er und seine Stimme klang eine Spur zu l├Ąssig. ┬╗Ist hier noch irgendwas, das ihm geh├Ârte?┬ź (Was sieht er?) ┬╗Ich werde nichts von Archibald anfassen, es ist seins. Wo wohnst du? Ist gut, wenn man jemanden in der N├Ąhe hat, den man kennt. Wir k├Ânnten auch beide unser Bett ins selbe Zimmer schieben, ich bin das gewohnt, mit anderen in einem Raum zu schlafen, es st├Ârt mich nicht und ist lustiger. Den anderen Raum k├Ânnen wir dann anders nutzen, anstatt zwei Schlafzimmer zu haben. Die Baronin war nett, das hat mich ├╝berrascht. Sie sah erst nicht so aus. Wer ist sie, oder sollte man das nicht fragen?┬ź

Arbogast
Arbogast setzte sich auf Roberes Bett und schaute erstaunt zu ihm auf, ehe er sich gefangen hatte und grinste. ┬╗Ich w├Ąre ein Zimmer weiter gezogen, also neben Dir. Der Fl├╝gel hier ist nicht so bewohnt, da er etwas absteits liegt. Aber so mag Archibald es. Alles wars hier steht, geh├Ârt Deinem Vater. Es wurde einfach so gelassen, ich glaube f├╝r Arch, ich kann es Dir nicht sagen. Er zeigt zwar meist, dass ihn Kazrar nervte, aber nimm hier mal etwas weg, dann wei├čt Du wie hart er zuschlagen kann. Die Baronin, wer sie wirklich ist, wissen nur sehr wenige Robby und ich geh├Âre nicht dazu. Ich wohne gerne mit Dir in einem Zimmer, dass freut mich dass Du mir das anbietest. Dann m├╝ssen wir hier etwas Platz schaffen, oder wir stellen Dein Bett lieber r├╝ber in mein Zimmer was?┬ź, fragte Arbo und schaute sich die Sachen in Kazrars Zimmer an. Der alte Schreibtisch auf dem immer noch die Feder und das Tintenfass standen. Die Tinte war schon l├Ąngst ausgetrocknet und die Feder unbrauchbar geworden. Eine kleine ├ľllampe hatte seinerzeit die Schreibarbeiten seines Vaters erhellt, sie war in einem Stil gehalten, den Robere nicht kannte. Vermutlich war dies die Dekorationsweise der Arashi. Ein Waschtisch war ebenso vorhanden, wie ein gem├╝tlicher Stuhl, einige zusammengerollte B├╝ndel, die sich als Folterwerkzeuge herausstellten. Aber sie waren nicht gepflegt, sondern rein, makellos und unbenutzt. Sein Vater schien sie nur besessen zu haben. Es gab einige B├╝cher, aber diese konnte man an einer Hand abz├Ąhlen. Auf dem Beistelltisch lag ein kleiner handgewebter Teppich, er war abgegriffen, sein Vater schien ihn oft zur Hand genommen zu haben. Und als Robere das gleiche tat, erkannte er das Motiv des Teppichs, es war eine ferne, kalte Landschaft, die dennoch etwas in seinem Herzen ber├╝hrte. In einem kleinen Regal lagen einige Kerzen und ein dazugeh├Âriger St├Ąnder, auch sie waren unbenutzt, aber vermutlich deshalb, weil Kerzen hier sehr teuer waren. Ein Humpen stand auf der Bettkiste und daneben lag ein Messer, keine Waffe sondern Besteck. Der Teppich vor dem Bett war bereits so d├╝nn, dass man die Dielenbretter hindurchscheinen sah.

Robere
Robere schaute sich alles and├Ąchtig an. Je mehr er es sich ansah, umso flauer wurde ihm im Magen. Er kannte das Gef├╝hl der Leere, das sich nun in ihm ausbreitete und ihn daran erinnerte, das etwas fehlte. ┬╗Schei├če┬ź, sagte er und setzte sich auf das Bett. Er brauchte einen Moment. Dann sagte er: ┬╗Wenn wir hier umr├Ąumen, machen wir damit was kaputt, die Wirkung, die Erinnerung. Und Archibald wird sauer. Ich hab eine bessere Idee. Wir rei├čen die Wand da weg. Hier ist eh alles marode und die tr├Ągt nicht. Wir machen einen richtig gro├čen Wanddurchbruch. Dann hat trotzdem jeder seins, aber wir sind nicht allein. Schei├če. Wann starb Kazrar? Seine Handschrift, das h├Ątte ich sein k├Ânnen, wenn ich diese Schrift beherrschen w├╝rde. Der Wandteppich, das ist sicher Arashima, oder? Und was sind das f├╝r B├╝cher? Kacke.┬ź Er rieb sich die Stirn.

Arbogast
Arbo wusste nicht wie er reagieren sollte, sollte er Robere einen Arm um die Schulter legen? Oder w├╝rde das den and├Ąchtigen Moment st├Âren? Er lie├č es sein und blieb ruhig neben ihm sitzen. Dies hier war seine Vergangenheit die ihn zudem mit Archibald verwob. ┬╗Kazrar starb vor 27 Jahren, da war Archs Sklave Dave 16 Jahre alt. Das wei├č ich daher, da Arch sagte, so langsam ├╝berlegte er Dave abzusto├čen, da er alt wurde und unansehlich und dann starb Kaz. Es muss also vor 27 Jahren gewesen sein. Arch hat so eine Angewohnheit Dinge die einen Meilenstein markieren unangetastet zu lassen. Das Haus von Deryas Mutter ist ebenfalls so. Alles von ihr ist noch dort, aber er hat es umgedokiert um sie zu ehren. Er hat sie geliebt, auf seine Art. Und auch wenn er es nie zugeben w├╝rde, Deinen Vater auch. Je mehr er schimpft, je mehr er Dich beleidigt, je mehr bedeutest Du ihm. Wenn Du ihm nichts bedeutest, meckert er nicht. Aber sag ihm das nicht, sonst schl├Ągt er mir daf├╝r die Schnauze ein. Was das Bild zeigt, wei├č ich nicht Robby. Es k├Ânnte Arashima sein, oder jeder andere Ort, ich wei├č nur, dass es sehr sch├Ân dort ist. Schnee und alles sieht so sauber aus, er verdeckt den ganzen Dreck. Ob Obenza auch so auss├Ąhe mit Schnee? Wir machen dass so wie Du gesagt hast, wir machen den Durchbruch. Ja hier ist immer noch ein Hauch von Deinem Vater anwesend, so als kommt er jeden Moment wieder nicht wahr? Ich kann diese B├╝cher nicht lesen Robere und ich kann auch die Schrift nicht lesen. Was es bedeutet musst Du Archibald fragen. Ich freue mich, mit Dir zusammenzuwohnen┬ź, sagte Arbo gl├╝cklich und traurig zugleich.

Robere
┬╗Ja, ich freu mich auch. Allein sein ist nicht so gut, das sollte man vermeiden. Vor 27 Jahren, da war ich neun. Er h├Ątte nur noch ein paar Jahre l├Ąnger m├╝ssen. Sie h├Ątten Dave und Ansgar viel fr├╝her schon braten sollen, aber das hole ich nach. Ansgar vor allem, er war der M├Ârder. Ich muss diese Schrift lernen, damit ich den Brief da von meinem Vater lesen kann oder die Notizen. Irgendwas steht da und ich will wissen, was. Oder habt ihr hier jemanden, der das kann?┬ź, fragte er hoffnungsvoll. ┬╗Ich sag Archibald nichts, keine Sorge. Wir sind ab heute Br├╝der, so lange wir hier sind, einverstanden?┬ź

Arbogast
┬╗Nein alleinseins ist manchmal ziemlich hart und entweder man geht kaputt oder findet einen Ausweg, meist ist der fl├╝ssig. Br├╝der? Wir sind Br├╝der, wir geh├Âren der selben Familie an. Aber... unsere Familie ist eine Familie die keine Schw├Ąche duldet. Du kannst in der Jagd versagen, aber Du darfst nicht innerhalb der Familie versagen, merke Dir das. Du willst selbst die scharfen Z├Ąhne tragen und nicht kennenlernen. So richten sie Verr├Ąter hin, also ├╝berlege Dir gut, falls Du sowas planst wie die B├╝ttel zu rufen. Sie werden Dich niederkn├╝ppeln, auf einen Tisch fesseln und dann wird jeder Scharfzahn anfangen zu fressen, w├Ąhrend Du dort liegst und hoffst es ist bald vorbei. Und denk dran, Dein Mentor hat zwei T├Âchter, die sich schon die Z├Ąhne verdient haben und eine frisst gerne Schw├Ąnze. Das ist kein Scherz. Also f├╝r oder gegen uns, ein dazwischen gibt es nicht und Du hast daf├╝r gew├Ąhlt Robby. Ich sage Dir das, damit Du auf Dich aufpasst. Nun er hat sie nicht t├Âten d├╝rfen, durch Alastair, sonst h├Ątte Arch die beiden wohl schon viel fr├╝her umgelegt. So wie ich ihn verstanden habe. Nur Dave darfst Du nicht anr├╝hren, er geh├Ârt Arch. Er will ihm beweisen, dass er immer noch Macht ├╝ber ihn hat. Das hat er zuletzt getan, als er sich in ihrem Haus einnistete und zwei ihrer Leute einfach t├Âtete. So ist er drauf. Du behauptest Du hast keine Angst vor ihm? Dann frisst er Deine Familie vor Deinen Augen, oder rei├čt Deinem besten Freund die Zunge aus dem Hals und erdrosselt ihn damit. Immer noch keine Angst? Drum zeig Respekt vor ihm, oder es endet nicht gut. Aber wenn Du ihm vertraust und respektierst, wird er Dich besch├╝tzen, so wie er Kazrar besch├╝tzt hat. Soweit er konnte. Diese Schrift ist die Schrift der ├ältesten. Ich wei├č nicht was das Zeug hei├čt, aber Arch kann es lesen und Kaz konnte es auch scheinbar. Er schreibt manchmal sowas und einige Zeichen auf seiner Haut zeigen was davon. Aber dass soll er Dir selbst erkl├Ąren. Hast Du au├čer dem Skorpion eine T├Ątowierung? Ich habe zig, ich glaube dass habe ich von meinem Alten, ich wei├č nicht warum, aber die beruhigen mich┬ź, grinste Arbo freundlich.

Robere
┬╗Ich hab nur die eine. H├Ątte ich weitere, w├Ąren das vermutlich auch wieder Skorpione. Wobei die Baronin meint, ich brauch den Chaosstern. Aber wo kommt der hin? Wo hast du deinen? Ich habe nicht vor, euch zu verraten, Arbo. Mich geht das hier alles beruflich nichts an, es ist au├čerhalb von Souvagne, also was interessiert es mich. Es interessiert mich nur dahingehend, dass essen und jagen lernen will. Und obendrein hab ich ein Dach ├╝ber dem Kopf. Dass sie sich hier alle Familie nennen, da bin ich zur├╝ckhaltend. Ich warte noch ab, was ich davon halte, bisher hatte ich nie eine, au├čer Boldi, der mein Bruder ist. Du darfst seine Vertretung spielen.┬ź Er grinste etwas. ┬╗Ich werde mich zu benehmen wissen. Ich k├Ânnte kein Gardist sein, k├Ânnte ich mich niemandem unterordnen und keine Anweisungen befolgen oder keine Regeln einhalten. Ich werde tun, was man von mir verlangt. Ist nicht n├Âtig, dass Archibald seine T├Âchter auf meinen Schwanz ansetzt.┬ź

Arbogast
┬╗Die Familie meint es so. Wenn Du in Schwierigkeiten bist, schicken sie einen der besten J├Ąger und der haut Dich raus, oder die kommen auch von alleine. Oder wenn Du eingebuchtet bist, entweder zahlt wer, oder die hauen Dich raus. Wenn Du verfolgt wirst, verstecken sie Dich. Hier oder woanders, damit Du nicht ins Kittchen kommst oder umgebracht wirst. Das ist wahr, es ist alles wahr Robby. Du darfst hier alles und Du wirst alles sehen, Dinge die Du nicht f├╝r m├Âglich gehalten hast, so grausam und abartig, dass sogar uns der Magen rebelliert. Aber sie sind erlaubt, normal, jeder darf essen und Spa├č haben wie er mag. Es gibt nur wenige Verbrechen, die man hier kennt. Eines ist Verrat, das andere ist Angriff auf ein Familienmitglied. Meinen Stern trage ich auf dem Arm. Na Arch setzt Derya nicht auf Deine Nudel an, dass macht sie schon immer so, dass ist ihr Ding┬ź, lachte Arbo.

Robere
Robere feixte kurz. ┬╗Na wenn sie meint ... Meine Familie war bisher mit einer Person sehr ├╝berschaubar und Jahre hatte ich gar keine. Drum bin ich da eher abwartend, dass auf einmal hunderte Leute meine Familie sein sollen. Vorerst bist das du, Arbo. Also was sind meine Pflichten? Wie ist hier der Ablauf und wie oft wird trainiert?┬ź

Arbogast
┬╗Du hast einen Mentor, der k├╝mmert sich um Dein Training und Deine Ausbildung. Ich gebe die Vertretung. Ansonsten hilft jeder mit. Wenn Du jagen gehst und hast was ├╝brig, bring es her. Wenn Du siehst es ist nur noch wenig da, geh und hol was. Es ist keine gro├če Planung dahinter. Es kann sein dass Du Tage nichts zu tun hast, oder sehr viel, weil Dich die ├älteren um was bitten oder Dir eine Aufgabe geben. Die musst Du dann erf├╝llen. Aber das ist nicht schlimm und es f├Ąllt auch immer was f├╝r einen ab, meist was Leckeres. Oder Du musst in der K├╝che helfen, die Arbeit ist vom Schleppen her schwer, sonst leicht. Manchmal muss auch was renoviert werden, also so durchgeplant wie Dein Leben war, ist es hier nicht. Man treibt dahin, so w├╝rde ich es sagen. Gezieltes Dahintreiben. Ich bin gerne Dein Bruder, wir k├Ânnen morgen mit dem Training anfangen, wenn wir alles f├╝r Dich eingerichtet haben. Oder wir machen den Durchbruch. Wie Du m├Âchtest┬ź.

Robere
┬╗Dahintreiben? Arbo, das geht nicht, ich kann nicht ewig bleiben, meine Zeit ist begrenzt. Ich muss sie effektiv nutzen. Ich will Ansgar erledigen! Und zwar m├Âglichst bald. Wenn ich zu lange fort bleibe, verliere ich meine Arbeit in der Leibgarde und das will ich auf keinen Fall. Zwei Wochen, dann muss ich wieder abreisen. Wer ist mein Mentor, Archibald? Aber wo bleibt der?┬ź

Arbogast
┬╗Er ist weggeflogen, zu irgendeiner Stadt. Klingt komisch, ist aber so. Er kann fliegen, als Vampir. Nicht dass Du was falsches denkst, ich w├╝rde Drogen nehmen oder so. Dann wird Nori Dich trainieren, die ist fit und bekommt auch Dich fit! Ich verspreche es Dir┬ź, lachte Arbo gut gelaunt.

Robere
┬╗Gut, morgen fangen wir fr├╝h mit dem Training an und danach rei├čen wir die Wand raus. Aber l├Âte dich nicht vorher zu, sondern erst danach, ja? Oder f├Ąngst du fr├╝h schon an mit Trinken? Dann m├╝ssen wir das andersrum machen.┬ź

Arbogast
┬╗Ich trinke nur ganz selten mal hier und da einen winzigen Schluck. Ich bin trotzdem immer einsatzbereit, Du wirst gar nichts davon merken┬ź, versicherte Arbo.

Robere
┬╗Na dann ... notfalls mach ich das auch selbst und du sitzt besoffen rum. Gut, wann kommt Nori morgen?┬ź

Arbogast
┬╗Ich mache mit, glaub mir doch. Ich war heute auch den ganzen Tag fit oder? Sie kommt heute Abend schon rein. Sie wohnt hier! Dann frage ich sie gleich, ob sie Dich trainiert. Sie hat schon ihre Z├Ąhne Robby┬ź.

Robere
┬╗Sie wohnt hier? Hier wohne ich mit dir! Zwei Betten.┬ź

Arbogast
Arbo lachte sich ├╝ber Robere schlapp. ┬╗Robby nicht in diesem Raum, sondern beim Zirkel. Ihr Quartier ist weiter vorne. Ich zeige es Dir heute Abend. Du kannst sie im Aufenthaltsraum sprechen, oder bei ihr. Sie wohnt bei der Familie, nicht bei Dir in der Bude┬ź, lachte Arbo.

Robere
┬╗Ich dachte schon, Mann, hier ist alles m├Âglich. Dann reden wir am besten sp├Ąter noch mit ihr, bevor wir ins Bett gehen. Aber dass ich in zwei Wochen abreise ist in Ordnung, ja? Mich wird keiner hier festhalten oder mir den Zirkel hinterherschicken?┬ź

Arbogast
┬╗Nee wieso? Du bist frei, Du kannst gehen wohin Du willst. Aber steckst Du in der Schei├če, sind wir f├╝r Dich da. Warum solltest Du nicht gehen d├╝rfen? Nori hat auch Arashiblut in den Adern, so wie Du Robby┬ź, sagte Arbo leise.

Robere
┬╗Vielleicht wei├č sie dann was ├╝ber den Teppich und die anderen Dinge hier. Ich werde sie fragen. Gut, dann bin ich ja erleichtert. Es gibt Gruppierungen, die halten einen fest. Drum frage ich.┬ź

Arbogast
┬╗Bei uns h├Ąlt Dich nichts und niemand. Du kannst Jahre wegbleiben, das ist gleich. Wenn Du den Zirkel brauchst, ist er f├╝r Dich da. Manchmal braucht er Dich, dann musst Du auch helfen. Es ist ganz einfach und locker. Aber anderes ist f├╝r mich wieder schwer, weil es so locker ist. Das erkl├Ąre ich dann, wenn ich ein Beispiel habe┬ź, sagte er freundlich und machte es sich auf dem Bett bequem. ┬╗Sie kann das nicht lesen, aber sie kann Dir sagen woher das Bild ist. Ihre Mutter war Tarul. Archs Sklavin, jene die Kazarar f├╝rchtete und beneidete┬ź, erkl├Ąrte Arbo.

Robere
┬╗Na ja, das muss mich und Nori ja nicht betreffen, vielleicht kommen wir gut aus, auch wenn unsere Eltern sich nicht leiden konnten. Wenn es dir zu locker ist, kann ich dir helfen. Ich brauch Routine, du kannst meine einfach mitmachen, sobald ich hier eine gefunden habe.┬ź

Arbogast
┬╗Nein dass wollte ich auch nicht sagen, ich wollte nur sagen, dass Euch Arashiblut verbindet Robby, kein Streit. Ich werde es versuchen, vielleicht bekomme ich dann mal was Struktur in mein Leben. Das w├Ąre nicht schlecht┬ź, freute sich Arbo und nahm einen Schluck Schnaps.

Robere
┬╗Wie alt bist du?┬ź, fragte Robere und musterte Arbogast.

Arbogast
┬╗Schon 42 Jahre, warum fragst Du?┬ź, hakte Arbogast nach.

Robere
┬╗H├Ątte dich ├Ąlter gesch├Ątzt. Zwei Wochen reichen nicht aus, um dich in Form zu bringen, aber vielleicht kannst du was aus der Zeit minehmen. Du hast stabile Knochen, das sieht man an deinen Handgelenken. Du k├Ânntest gut Muskulatur ansetzen.┬ź

Arbogast
┬╗Danke. Ja Arch sagt ich schmei├če weg, was er mir schenkte. Aber der hat oft gut reden. Der K├Ârper ist nicht alles wei├čt Du? Der Geist, an den muss man auch denken. Und ich bin nicht er. Und er versteht mich manchmal nicht. Oder ich ihn, was er will. Ich werde versuchen was fitter zu werden und was weniger weich. Ich hoffe ich bekomme das hin┬ź, gr├╝belte Arbo

Robere
┬╗An den Geist? Meinst du wegen schnelle Reaktionen, Auge-Hand-Koordination, Planung und so was? Klar, das braucht man auch. Oder wovon sprichst du?┬ź

Arbogast
┬╗Davon dass ich anders denke als er, ich bin nicht so schnell im denken, so raffiziert oder so hart. Er denkt blitzschnell und zack. Und ich gr├╝bel und dann ist alles vorbei und die Opfer lesen Zuhause beim Tee ein Buch┬ź, st├Âhnte Arbo

Robere
┬╗Geschwindigkeit im Angriff kann man lernen┬ź, erkl├Ąrte Robere. ┬╗Meist liegt das daran, dass die Routine fehlt. Der Drill, der Automatismus. So dass dein K├Ârper das Denken ├╝berspringt. Ich lass mich von Nori und Archibald anlernen und sehe, worauf es ankommt und dann bringe ich es dir bei. Zumindest so weit, dass du allein weiter├╝ben kannst.┬ź Er bezweifelte, dass Arbogast das tun w├╝rde, aber er wollte ihm die Chance geben.

Arbogast
┬╗Na aber wenn ich nicht nachdenke, wird es nicht funktionieren. Und wenn ich nachdenke, funktioniert es auch nicht. Ich werde einfach mal schauen, wie Du das machst und mit├╝ben. Aber alles andere bringe ich Dir bei, wo man lauert, wo man Beute findet. Die Schnelligkeit bekommst Du von allein. Bei mir dauert das nur wohl etwas l├Ąnger....┬ź

Robere
┬╗Schnelligkeit wird nicht das Problem sein. Eher, die Regeln dieser Stadt zu kennen und dieser Art der Jagd. Arbo, auch du kannst Geschwindigkeit lernen. Oder k├Ânntest. Aber du kannst auch arschlangsam sein und trotzdem erfolgreich. Dann denkst du dir eben was aus, wenn du gern denkst.┬ź

Arbogast
┬╗Gerne denken? Man ich denke doch nicht gerne, ich mach das einfach. Oder versuche gut zu planen. Planung ist das A und O, sagt mein Vater. Und w├Ąhrend ich plane, essen andere schon. Ich werde es mal ohne Plan und Denken versuchen, kann ja nur besser werden┬ź, grinste er verlegen und hielt Robere die Flasche hin. ┬╗Nimm einen Schluck und lass uns einen Moment ausruhen┬ź, sagte Arbo und kratzte sich den Bauch.

Robere
Robere z├Âgerte kurz, da Arbogast ziemlich heruntergekommen war, ehe er sich dazu entschied, einen Schluck zu nehmen. ┬╗Danke.┬ź Da Arbogast schon lag, zog er ihm die Schuhe aus und dann sich, zog ihm das Kissen weg und legte er sich anders herum dazu, so dass seine F├╝├če bei Arbogasts Kopf herauskamen. So hatten sie mehr Platz. ┬╗Na dann ... letzte Frage. Hast du schon Z├Ąhne?┬ź Er g├Ąhnte.

Arbogast
┬╗Nein ich habe noch keine Z├Ąhne, die muss ich mir noch verdienen. Derya und Nori haben Z├Ąhne. Ich muss mein erstes Opfer noch fangen und erledigen. Vielleicht packen wir das ja zusammen?┬ź, schlug er vor und musterte mit zusammengekniffenen Augen Robbys F├╝├če.

Robere
┬╗Meine F├╝├če sind sauber┬ź, bestimmte Robere und dr├╝ckte Arbogast den Fu├č mitten ins Gesicht. Dann legte er die F├╝├če ├╝bereinander und r├╝ckte sich bequem zurecht. Er kuschelte sich auf Kazrars Kissen. Es war idiotisch, das anzunehmen, aber er versuchte, den Geruch seines Vaters darin wahrzunehmen. Es roch nach nichts als nach altem Kissen. Er schloss die Augen. ┬╗Du kannst mir bei Ansgar helfen, wir erledigen ihn gemeinsam. Ich stelle die Ehre meines Vaters wieder her und du deine eigene. Ich hoffe, du schnarchst nicht.┬ź Das hie├č so viel wie Gute Nacht.

Arbogast
Arbo grunzte kurz auf, als Robby ihm den Fu├č ins Gesicht dr├╝ckte. ┬╗Man ich habe nur geguckt, weil wer schl├Ąft so? Au├čer Du, naja vermute ich┬ź, sagte Arbo und w├Ąlzte sich auf die Seite. ┬╗Ich schnarche nicht, schlaf gut Robby, wir werden Deinen Vater r├Ąchen. Du bist der erste Bruder den ich habe, ich pack mit an┬ź.

Robere
Robby grunzte ebenfalls, stie├č Arbo kurz mit dem Knie und meinte: ┬╗Du bist mein zweiter. Und wieder ein Gro├čer.┬ź Dann schlief er schon ein.

Arbogast
Arbo packte sein Kissen auf Robbys F├╝├če und schlief so ebenfalls ein.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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Robere Tekuro Chud-Moreau
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#3

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Mi 18. Jul 2018, 00:06

Archibald von Dornburg
Arbogast f├╝hrte Robere durch das Hauptquartier des Zirkels der Menschenfresser. Er zeigte ihm die Aufenthaltsr├Ąume, die K├╝chen, die Entbein-K├╝che in der er arbeitete, f├╝hrte ihn zu den einzelnen Quartieren und nannte zig Namen, Codew├Ârter und sonstiges, was Robere angeblich alles wissen musste. Dabei erkl├Ąrte es Arbogast so schnell, dass Robere M├╝he hatte, dem ganzen Gequassel von Arbogast zu folgen. Er merkte, dass sein Gastgeber wohl nicht oft Gelegenheit hatte, jemanden derma├čen zuzutexten und jetzt nutze Arbo dies aus. Eine kleine dicke Frau spazierte an ihnen vorbei und schob sie kurzerhand zur Seite. Die Dame hatte schon zu Anfang Robere freundlich zugenickt, nun war sie mit gro├čen Fleischst├╝cken unterwegs in die K├╝che. Arbo lief genau in die andere Richtung, weg von dem verf├╝hrerischen Duft eines saftigen Bratens und f├╝hrte Robere zu einem kleinen Zimmer. In die T├╝r waren seltsame Zeichen geritzt, der Chaosstern befand sich auch darunter. Arbo l├Ąchelte aufmunternd, klopfte und schob Robere vor sich.

Nori
Man h├Ârte nichts, aber einen Augenblick sp├Ąter wurde die T├╝r aufgerissen und eine kleine Frau die Robere gerade bis zur Brust ging, schaute grimmig nach drau├čen. Ihre Haar war schwarz, ihre Haut gebr├Ąunt und selbst Ihr Gesicht war t├Ątowiert. Sie schien mit jemand anderem gerechnet zu haben, denn sie hielt verdutzt inne und schaute nach oben. Als sie Robere in die Augen schaute grinste sie breit und entbl├Â├čte ein Gebiss, auf das jeder Piranha neidisch geworden w├Ąre. ┬╗Nori dass ist Robere, Robere Nori┬ź, t├Ânte es hinter Robbys R├╝cken hervor. Der Blick von Nori verfinsterte sich. ┬╗Du bist mit diesem Schnorrer unterwegs?┬ź, fragte sie Robere misstrauisch.

Robere
┬╗Robby┬ź, korrigierte Robere, der seinen Namen nicht leiden konnte, der ihm ohne Liebe anhand einer Liste verliehen worden war. Robby war die naridische Form, die Boldisz├ár vorgeschlagen hatte und damit war Robere zufrieden. ┬╗Der Schnorrer ist mein Bruder und er hat nicht geschnorrt. Ich hab ihn eingeladen und wir hatten einen geilen Abend. Er meint, wir zwei m├╝ssen uns kennenlernen. Archibald ist mein Mentor, aber er treibt sich rum. Mir sitzt etwas die Zeit im Nacken.┬ź

Nori
┬╗Das ist nicht die Zeit, sondern Arbogast die Zecke. Die Zeit, wieso? Erz├Ąhl. Archibald ist mein Vater, sch├Ân Dich kennenzulernen. Nun er wird schon einen Grund haben, dass er Dich w├Ąhlte? Bist Du schon erwacht?┬ź, fragte sie leicht misstrauisch.

Robere
┬╗Ja, aber noch nicht selbst Beute geschlagen. Zumindest keine, die ich mir einverleibt h├Ątte. Er hat mich erw├Ąhlt, weil ich der Sohn von Kazrar bin. Ich bin hier, um die Ehre meines Vaters wieder herzustellen und meine Z├Ąhne zu verdienen. Arbo ist in Ordnung und so lange ich hier bin, geh├Âren wir zusammen. In zwei Wochen muss ich zur├╝ck in meiner Heimat sein, sonst verliere ich meine Stelle.┬ź

Nori
Die kleine Frau r├╝mpfte die Nase, so dass sie voller Falten war. ┬╗Was bist Du denn f├╝r einer? Du jagst nur im Urlaub? So wirst Du niemals Deine Z├Ąhne bekommen, Du musst Dich ganz der Jagd verschreiben, f├╝r sie leben, mit ihr leben und durch sie leben. Wof├╝r meinst Du sind die Z├Ąhne da? Na von mir aus, wenn Ihr zwei Euch so gerne habt, so ein Urlaubsflirt ist ja was Feines┬ź, lachte sie wie eine kleine Giftspinne.

Robere
Robere grunzte belustigt. ┬╗Kannst du mich anlernen, bis dein Vater zur├╝ck ist? Und noch was. Kannst du diese Schrift lesen?┬ź Er zeigte auf die Zeichen, die in ihre T├╝r geritzt waren. ┬╗Oder ist das nur Zierde?┬ź

Nori
┬╗Ich kann sie lesen und ich habe sie da hinein geritzt. Da steht Frieden, Freude, Barmherzigkeit und Glaube. Dich anlernen? Ja gut, dass mache ich, wir sind uns also einig ja?┬ź, lachte sie mit einem Grinsen dass fast bis zu ihren Ohren reichte.

Robere
┬╗Einig worin? Ich hab im Quartier von Kazrar B├╝cher in dieser Schrift, ich will wissen, wie sie hei├čen. Und er hat irgendwas aufgeschrieben, da ist ein Brief oder ein Notizzettel, keine Ahnung.┬ź

Nori
┬╗Bist Du immer so leichtgl├Ąubig, leichtgl├Ąubiger Robby? Wie hei├čt Du? Wie ist Dein Jagdname. Dort an der T├╝r steht mein Name. Du kannst mir den Brief ja zeigen, dann ├╝bersetzte ich ihn Dir. Wo hast Du ihn? Kazrar war fr├╝her von Arch das M├╝ndel, wusstest Du das? Vermutlich ja. Er war wohl nicht sehr gut was das Jagen anging, aber Arch hat ihn gemocht. Er sagt sowas nur nie. Gehen wir zu Deinem Quartier┬ź, schlug sie vor.

Arbogast
Arbogast musterte Nori und nickte zustimmend. ┬╗Gehen wir zur├╝ck, dann kann sie es sich angucken. Auch das Bild, sie wird wissen wo genau das ist. Oder wo zumindest der Ort liegt. Vermute ich jedenfalls┬ź, grinste Arbo.

Robere
Robere grinste etwas. ┬╗War mir schon klar, dass du M├╝ll erz├Ąhlt hast und dass da nix von Barmherzigkeit steht. Bist du die Tochter, die Schw├Ąnze frisst? Mein Jagdname ist Skorpion und deiner?┬ź Er wandte sich an Arbogast. ┬╗Und du hast mir deinen auch noch nicht gesagt.┬ź Er gab den Weg vor und lie├č die beiden in sein neues Quartier eintreten. Alles war noch genau so eingerichtet, wie vor seiner Ankunft, er hatte alles, was er in die H├Ąnde genommen hatte, wieder an exakt den selben Platz gelegt und sogar den Stuhl genau so wieder hinger├╝ckt. Nur das Bett, in dem er und Arbogast den Tag verschlafen hatten, war perfekt gemacht und weder im Laken noch in der Decke war auch nur eine Falte zu finden. ┬╗Der Brief liegt auf dem Tisch.┬ź Robere war unwohl, jemanden das einzige anfassen zu lassen, was ihm an pers├Ânlicher Erinnerung von seinem Vater geblieben war, aber bis er hier eingezogen war, hatte auch jeder Zutritt gehabt und niemand hatte es gewagt, den Raum gegen├╝ber von dem Archibalds zu verw├╝sten oder etwas zu zerst├Âren. Nori w├╝rde gut damit umgehen.

Nori
┬╗Wer wei├č? Vielleicht bin ich ja die Schwanzbei├čerin? Da musst Du sch├Ân vorsichtig sein oder Robby?┬ź, lachte Nori und wurde dann ernst. Sie schaute sich in dem Quartier um und strich sich ├╝ber das Kinn. ┬╗Es ist alles wie es immer war, denn niemand r├╝hrt hier etwas an. Der Skorpion? Das klingt gut. Die schwarze Witwe bevorzugt es, ihren Opfern den Schwanz abzubei├čen. Derya tr├Ągt den Namen die schwarze Witwe┬ź, antwortete Nori. Arbogast reichte ihr den kleinen Handteppich. Sie nahm ihn vorsichtig, fast behutsam entgegen und schaute ihn lange an. ┬╗Das ist Hisae Yokota, ein kleines Fleckchen gegen├╝ber von Milat Sil auf dem Gebiet der Arashi. Daher stammten die Vorfahren Deines Vaters. Es grenzt an das Reich der Frostalben. Dein Vater war ein Mischling genau wie ich, dass hat mir Archibald verraten. M├Âchtest Du diesen Ort aufsuchen? Ich bin die schwarze Mamba┬ź, erkl├Ąrte Nori.

Robere
┬╗Ich wei├č nicht, was ich allein dort soll. Mein Vater hat dort nie gelebt, wenn ich das richtig verstanden habe. Klar w├Ąre es interessant, zu schauen, wie die Gro├čeltern lenten, aber mir fehlt die Zeit und die M├Âglichkeit. Ich w├╝rde gern erst einmal das, was ich hier von ihm habe, anschauen und ergr├╝nden. Was sind das f├╝r B├╝cher und was steht da auf dem Zettel? Wo hat er hier in Naridien gelebt, bevor er zum Zirkel kam? Wie kam er ├╝berhaupt zum Zirkel? Solche Sachen.┬ź Er betrachtete den Teppich in Noris H├Ąnden und war froh, dass sie so sorgsam damit umging. Es war seltsam, pl├Âtzlich einen Bezug zu seinen Vorfahren zu haben. So musste sich ein abgeschnittener Ast f├╝hlen, der Wurzeln schlug, nachdem man ihn in die Erde gesteckt hatte. Robere war noch nicht sicher, ob ihm das Gef├╝hl gefiel. Es war fremd. ┬╗Schwarze Mamba. Schwarze Witwe. Alle hei├čen was mit Schwarz. Ich bin der Schwarze Skorpion, aber wir haben auch alle schwarze Haare. Au├čer Arbo. Arbo, sag doch mal deinen Namen! Oder hast du keinen?

Arbogast
Arbo zuckte die Schultern. ┬╗Nein nicht wirklich, ich habe keinen Jagdnamen. Die Sachen hier sind direkt von Deinem Vater und hier hat er gelebt. Wo er vorher gelebt hat, dass kann ich Dir nicht sagen, dass m├╝sste Archibald wissen. Aber wie er zum Stab von Dunwin kam, dass wei├č ich. Archibald hat ihm den Job besorgt. Und so haben sie auch au├čerhalb des Zirkels zusammengearbeitet. Aber wo er vor dem Zirkel gearbeitet hat, oder f├╝r wen, das kann nur Archibald wissen. Wenn ich einen Kampfnamen w├Ąhlen w├╝rde, dann was mit einem Fuchs. Die sind schlie├člich clever und bringen Gl├╝ck┬ź, grinste er.

Robere
┬╗Und warum hast du keinen? Bei mir wollte die Baronin gleich als erstes wissen, wie ich mich nenne. Du musst doch einen Namen haben. Wenn dir Fuchs gef├Ąllt, dann bist du eben das. Der rote Fuchs. Deine Haare sind ja auch rotbraun.┬ź Er wusste selbst am besten, wie es war, einen Namen zu tragen, den man nicht mochte und wie gut es sich anf├╝hlte, endlich so zu hei├čen, wie man es w├╝nschte. ┬╗Schei├če, dass Archibald unterwegs ist. So viele offene Fragen und so wenig Zeit.┬ź

Nori
Nori starrte kurz ihren Halbbruder und dann Robere an, ehe sie das Buch zur Hand nahm und darin las. ┬╗Augenlose Gesichter in ewiger Finsternis, Tentakel die unterhalb der Oberfl├Ąche der Dunkelheit bleiben, im tr├╝ben Wasser dahingleiten wie Tr├Ąume, niemals enden wolltende Nacht... Das sind Gebete oder besser gesagt Verse an die ├ältesten. Kaz betete sie an, Archibald ebenso. Was sie wirklich sind, wei├č niemand. Aber Arch beschreibt sie als eine Art Kn├Ąul aus Tentakeln, die einem beistehen, wo einen die G├Âtter schon l├Ąngst verlassen haben. Man muss ihnen loyal und treu dienen, dann erh├Âren sie einen und man wird eines ihrer Kinder. Arch geht davon aus, dass sie einen besch├╝tzen und einem beistehen auf der Jagd und dass man sich in ihrem Namen die Z├Ąhne verdienen muss. Denn die Z├Ąhne symoblisieren unsere menschlichen Schw├Ąchen und mit dem Ansch├Ąrfen werden wir zu J├Ągern. Und das widmen wir den ├ältesten. Ob Du daran glaubst, bleibt Dir ├╝berlassen, aber Arch wurde nie gestellt und er hat lange gejagt und jagt heute noch. Schau Dir mal sein Beinhaus an┬ź, sagte Nori und reichte Robby das Buch mit beiden H├Ąnden zur├╝ck.

Robere
Robere nahm das Buch in die H├Ąnde und besah es sich. ┬╗Mein Vater wurde umgebracht von diesem naridischen Schwein. Aber er wird ger├Ącht werden. Wenn ihm die ├ältesten viel bedeuteten, werde ich das in ihrem Namen tun, auch wenn ich es nicht mit G├Âttern habe. Ich tue es f├╝r ihn.┬ź Er dr├╝ckte das Buch an seine Brust. ┬╗Ich muss diese Schrift lernen. Kannst du sie mich lehren? Wie lange w├╝rde es dauern?┬ź Er war sichtlich nerv├Âs und wies mit dem Kinn auf den Brief. Vielleicht war es auch nur eine Rechnung oder eine Einkaufsliste, aber er trug die Handschrift seines Vaters und das machte ihn wertvoll, v├Âllig egal, was darin stand. ┬╗Bitte lies mir vor, was er als letztes schrieb, Nori┬ź, bat er.

Nori
Die kleine Arashi nahm den Brief zur Hand und las ihn sich in Ruhe durch. Dann wandte sie sich an Robere. ┬╗Es sind Zeichen einer fremden Sprache, ich wei├č nicht woher sie urspr├╝nglich stammen, aber ich werde Dir beibringen sie zu lesen. Es ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussieht, sie zu schreiben wird sicher schwieriger werden. Also h├Âre mir zu. ┬╗Hallo Tekuro mein Sohn, Du hast ihn also gefunden, den Ort und den Brief Deines Vaters. Wie immer sie Dich genannt haben Du hei├čt Tekuro Chud und das sind meine Worte an Dich. Ich habe immer Dein Bestes gewollt und habe versucht Dir den Weg in ein sicheres Leben zu ebnen. Dazu geh├Ârt bei uns leider, dass wir unsere K├╝ken in das Nest eines anderen Vogels setzen. Denn nichts w├Ąre schlimmer als das eigene Kind anzugehen. Hast Du den Ruf vernommen? Hast Du schon gespeist? Tr├Ągst Du vielleicht schon scharfe Z├Ąhne? Oder verrottet dieser Brief in meinem Quartier, vergilbt von Jahren und Jahrzehnten an Zeit, die wir nie miteinander hatten? Ich hoffe Du findest meine Zeilen Tekuro, vielleicht werden sie Dir auch ├╝berbracht. Versuche zu verstehen dass ich in meinem Leben nicht lebte, sondern eher ├╝berlebte. Ich war keiner der gro├čen J├Ąger, ich habe auch keine Reicht├╝mer angeh├Ąuft oder Heldentaten vollbracht. Auf all das kann ich nicht zur├╝ckblicken und Dir nichts hinterlassen Sohn. Aber eines habe ich doch geschafft, Dich zu zeugen und Dich in Sicherheit zu bringen. Es mag nicht viel sein, aber es war alles was ich Dir geben konnte. M├Âgen die ├ältesten Dich stets leiten und Dir Deinen Weg weisen, am Ende aller Wege werde ich auf Dich warten - geduldig und Dich liebend Tekuro Chud. Du schuldest der Welt noch einen Tod mein Sohn, Kazrar┬ź.

Robere
Robere nahm ihr den Brief aus den H├Ąnden und setzte sich damit auf das Bett. Er war so unsensbibel, wie ein Mensch nur sein konnte, aber dass dieser Brief ├╝ber all die Jahre den Weg zu ihm gefunden hatte - oder er zu ihm - ging ihm nahe. ┬╗Ich hei├č Tekuro Chud, Arbo ... schei├če. Lies die letzten Zeilen, mein Vater muss geahnt haben, dass sie ihn holen werden! Er hat gewusst, dass sie ihn umbringen! Wieso ist er nicht abgehauen? Oder meint er wen anders? Ich brauch keine Reicht├╝mer, er hat mir alles hinterlassen, was er konnte. Und er gab mir einen Namen. Er wusste, dass ich ein Sohn bin, er muss mich gesehen haben, vielleicht hab ich ihn auch gesehen und wei├č es nicht mehr? Oder haben sie ihm das nur ausgerichtet? H├Ątte er gewusst, dass diese Schlampe mich in ein Waisenhaus gegeben hat, er h├Ątte mich da rausgeholt! Sie muss ihn nach Strich und Faden belogen haben! Meint er, dass ich sie t├Âten soll? Schei├če, Kazrar ...┬ź Er legte den Brief beiseite, nachdem er ihn lange genug angestarrt hatte und drehte sich, sehr viel langsamer und ungeschickter als sonst, eine Rauchstange.

Archibald von Dornburg
Neben Robere fiel etwas auf die Bettdecke, einen Moment konnte man das Gesch├Âpf f├╝r eine schwarze Maus halten. Aber bevor jemand etwas sagen oder handeln konnte nahm Archibald menschliche Gestalt an. Er schaute sich im Zimmer um, ehe er Robere in die Augen schaute. ┬╗Kaz hat nicht bewusst gewusst, dass sie ihn t├Âten w├╝rden... er hat es... gesp├╝rt. Manche sp├╝ren ihr nahendes Ende, das Nahen des Feindes, eines J├Ągers der m├Ąchtiger ist als Du. Und stehst Du ihm gegen├╝ber, wei├čt Du bereits vor dem ersten Messerstich, dass Du diesen Platz nicht wieder lebend verlassen wirst. Alles was Du dann noch versuchen kannst ist, ihn mit auf die andere Seite zu rei├čen. Jedenfalls als Sterblicher Robby. Du schuldest der Welt noch einen Tod... den Tod, den Dein Vater nie abliefern konnte. Das meint er. Kaz hat gebetet, dass Du sicher aufw├Ąchst, dass Du durchkommst und dass Du eines Tages hierher findest. Oder dass ich Dich finden w├╝rde. Er gab Deine Mutter frei, damit sie mit Dir fortgehen konnte. Einst bat ich meine Frau Merna um etwas ├Ąhnliches. Ich bat sie mit Derya zu gehen, denn die gr├Â├čte Gefahr f├╝r mein Kind... war ich. Und Kaz war die gr├Â├čte Gefahr f├╝r Dich... so lange Du noch klein warst. Bei uns ist es Brauch die eigenen Kinder in andere Obhut zu geben, damit wir sie nicht versehentlich rei├čen und fressen. Ab einem gewissen Alter, wenn sie sicher sind, holen wir sie zur├╝ck. Dann k├Ânnen wir sie in die Arme schlie├čen und ihnen das geben, was uns vorher verwehrt war durch den Hunger. Eine Umarmung meiner vierj├Ąhrigen Tochter h├Ątte ich niemals zugestimmt, weil ich genau wei├č, wie das f├╝r sie ausgegangen w├Ąre. Kaz h├Ątte Dich gesucht, w├Ąre er noch am Leben gewesen. Ich h├Ątte Dich gesucht, aber ich wusste nicht wo. Aber das war auch nicht n├Âtig, denn alle Seelen die zusammengeh├Âren f├╝hren die ├ältesten auch wieder zusammen. Man sollte nur nicht undankbar werden, darum Robby oder Tekuro... schuldest Du den ├ältesten einen Tod. Zahl Deinen Tribut mit Blut mein M├╝ndel...┬ź, sagte Arch liebevoll.

Robere
Robere blinzelte erstaunt, als Archibald sich neben ihm verwandelte. Doch die Verbl├╝ffung vermochte nicht die Ergriffenheit zu ├╝berdecken. Die Rauchstange hing unangez├╝ndet zwischen seinen Fingern. ┬╗Kazrar hat dir also nicht gesagt, wohin er mich gegeben hat. Er traute dir nicht, nicht wahr? Anders kann ich es mir zumindest nicht erkl├Ąren. Den Tod sollen die ├ältesten bekommen. Ich brauch deine Anleitung, ich will ihnen niemand anderen als Ansgar darbringen. Kein ├ťben, keine leichte Beute, sondern einen Gegner, an dem sich auch gestandene J├Ąger die Z├Ąhne ausbei├čen, sobald sie einen Fehler machen. Und all die Erinnerungen daran, dass mein Vater nicht so erfolgreich war, wie er es gern wollte, werden wegsp├╝lt mit Ansgars Blut. Niemand wird sich mehr an sein Scheitern erinnern, sondern nur noch daran, dass sein Sohn erfolgreich war. Dass Tekuro ihn r├Ąchte.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗W├╝rdig gesprochen. Ob Kaz mir traute? Nat├╝rlich nicht! Er wollte das Du ├╝berlebst, wie k├Ânnte er mir da vertrauen? Einem Kinderfresser, einem Menschenfresser, einem Babybei├čer? Er w├Ąre wahnsinnig w├╝rde er mir einen S├Ąugling anvertrauen. Ich h├Ątte Dich bei lebendigem Leib aufgefressen. Nicht einmal ich traue mir in dieser Sache, ich habe meine Tochter aus dem gleichen Grund abgegeben und Merna gesagt, sie darf nie wieder Kontakt zu mir aufnehmen, erst wenn unsere Tochter 16 Jahre alt ist. Ansonsten h├Ątte ich sie vielleicht geholt in einem schwachen Moment? Es w├Ąre so einfach, hier ein liebes Wort, dort eine nette Geste... warten bis die Nacht heraufzieht und ins eigene Kinderbett greifen und... fressen. Ich h├Ątte mich vielleicht nicht so weit im Griff um zu wiederstehen. Aber ich habe mich genug im Griff um meine Frau mit meinem Kind wegzuschicken, um mich fernzuhalten. Ich k├Ânnte es nicht ertragen, eines meiner Kinder vernichtet zu haben. Arbo gab ich im Zirkel ab, Nori wuchs bei Tarul auf, ich hielt mich fern, ich war ein guter Vater. Das gleiche tat Kazrar f├╝r Dich. Ich verriet ihm nicht wo meine Kinder waren oder er mir wo Du warst. Wir kannten und sch├Ątzten einander Robere. Dazu geh├Ârt auch, den anderen nicht grundlos zu provozieren und den Hunger anzuhei├čen. Also nein, niemand der etwas Grips hat, h├Ąndigt mir ein Kind aus. Ich fra├č einst die Kinder meiner Feinde... hach jaaaa┬ź, seufzte Arch.

Robere
┬╗Aber Ansgar hast du nicht gefressen. Das hole ich nach. Warum kam niemand auf den Gedanken, Arbogast aufzufressen? Nicht falsch verstehen. Er ist ein Kumpel. Aber warum war er als Einziger hier sicher? Was war an ihm ... besonders?┬ź Robere, der eigentlich Tekuro hie├č, musterte den heruntergekommenen Trinker. ┬╗Hat mein Name eine Bedeutung?┬ź, fragte er scheinbar beil├Ąufig.

Archibald von Dornburg
┬╗Weil ich ihn nicht fressen durfte, um meinen Bruder nicht zu gef├Ąhrden. Er hat mich stets besch├╝tzt, wenn es mir schlecht ging mich umsorgt. Fr├╝her als Sterblicher war ich schwer krank, ich litt unter Migr├Ąne. Ich konnte kein Licht ertragen, ich konnte keine lauten Ger├Ąusche ertragen und bekam ich einen Anfall, konnte ich nichts mehr sehen und lag in Kr├Ąmpfen am Boden. Wie sollte ich da Ansgar fressen? Ansgar, der Sohn meines Bruders. Mein Bruder verachtete ihn, seine beiden S├Âhne. Er hasste sie abgrundtief, da es Magier waren. Und da er keiner war, verabscheute ihn sein eigener Vater und liebte nur seine Enkel. Er erlaubte mir vieles, er war ein gro├čz├╝giger und lieber Mensch. Aber ihren Tod konnte er nicht erlauben, es w├Ąre sein Tod gewesen. Kann ich ihm das antun, jemanden der alles f├╝r mich tat? Meine Taten zur Not deckte, mich sch├╝tze, andere verleumdete f├╝r mich? Der der mir immer beistand? Nein Robere. Aber ich h├Ątte es tun m├╝ssen. Denn so wie Ansgar Deinen Vater t├Âtete, t├Âtete Dave meinen Bruder - seinen Vater. H├Ątte ich diese Verseuchten nur gefressen, dann w├Ąre Dunwin niemals gestorben. Es mag aus meinem Mund l├Ącherlich klingen, aber ich f├╝hlte mich kaum einer Person jemals so nah. Er hat mich... verstanden und akzeptiert wie ich bin. Nicht mal meine Frau oder mein Mann tun dies. Arbo gab ich bei der Baronin pers├Ânlich ab, damit sie ihn aufzog. Sie ist keine Kinderfresserin, sie steht auf ausgewachsenes Fleisch. Wo w├Ąre er sicherer, als bei einer Frau die zur Verteidigung mich fressen w├╝rde? Und ich lebte beim Stab gr├Â├čtenteils. Also gab ich ihn hier ab und wusste ich habe den Sicherheitsabstand einzuhalten. Ich war Arbo nah und doch meilenweit entfernt. Aber er war sicher, ich habe meine Aufgabe erf├╝llt. Wie stets, also fast immer. Darum geh├Ârt Dave mir. Tekuro bedeutet Wanderer┬ź, antwortete Arch.

Robere
┬╗Mein Vater hatte eine poetische Ader, wie es scheint. Das hab ich nicht von ihm geerbt. Ich mag meinen Namen, meinen richtigen. Nenn mich nicht Robere. Nenn mich Tekuro. Und die, die meinen anderen Namen gew├Âhnt sind, sollen mich Robby nennen, aber nicht Robere, diesen Namen hasse ich. Den haben sie mir im Waisenhaus aufgedr├╝ckt, weil er auf der Liste gerade an der Reihe war. Wir werden zusammen speisen, wie noch nie jemand zuvor gespeist hat. Du wirst dich an Dave laben und ich an Ansgar. Wann, Archibald?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Jederzeit Tekuro. Ich bin jederzeit zur Jagd bereit. Nur sei Dir ├╝ber eines im klaren, Ansgar oder Dave t├Âtet man nicht im Vorbeigehen. Das liegt nicht an ihnen selbst, denn wenn man nahe genug heran kommt, unterschreitet man einfach die Grenze, wo sich eine Person noch verteidigen kann. Es liegt an ihrem Umfeld. Ich habe in Naridien die Herde um Dave schon etwas ausged├╝nnt, zwei von ihnen habe ich erledigt. Eine Frau, die meinte sich mit mir im Schwertkampf messen zu m├╝ssen. War lustig, sie war sogar recht gut, gute Anlagen, erstklassige Reflexe... einige Jahre mehr und gutes Training und sie w├Ąre hervorragend geworden... h├Ątte ich sie nicht abgeschlachtet┬ź, lachte Archibald. ┬╗Und dann war da dieser Rakshaner um den es mir fast leidtat. Hach das war eine Marke. Ich habe mich in seinem Zimmer versteckt als Fledermaus und mich auf sein Bett fallen lassen. Und er erz├Ąhlte so nett mit mir, er dachte ich w├Ąre das Haustier eines durchgeknallten Goblins. Der hat wohl eine Ratte. Und er erz├Ąhlte und erz├Ąhlte. Belustigender Weise bat er mich, niemand davon zu erz├Ąhlen, dass er mit einer Ratte redete - also verwandelte ich mich zur├╝ck und versprach es ihm... und dann saugte ich ihn aus. Er schmeckte herrvorragend, wie Kaffee und Schokolade und es gefiel ihm ausgesaugt zu werden. Ist auch ein geiles Gef├╝hl, ich wei├č es selbst. Er war z├Ąrtlich zu mir, bevor er starb. Und danach war er wei├č wie sein Laken. Irgendwie lustig oder? F├╝r einen Rakshaner, vor Schreck war er wei├č, vorher schwarz wie ein Brikett. Lecker war er. Sie haben mich ├╝berall gesucht, hatten Angst ich w├╝rde sie bei├čen. In jeder Ritze haben sie nachgeguckt... nur dem Rakshaner ins Maul, da hat keiner hineingeschaut und so wartete ich und wartete... bereit Nummer drei zu holen... einen fetten wei├čen Ork, als Kasimir mein Meister auftauchte und dem Spa├č ein Ende bereitete. Er ist ein klein wenig Humorlos┬ź, erkl├Ąrte Arch.

Robere
┬╗Archibald, ich bin sehr gut und ich habe keine Angst vor ihnen. Klar gibt es noch Bessere, die gibt es fast immer. Einem Schwertmeister habe ich wenig entgegenzusetzen in der direkten Konfrontation, aber dann d├╝rfen wir eben keinem begegnen. Sag mir, was ich tun soll und sag mir, wer sterben muss, damit wir an die Hurens├Âhne herankommen und er wird sterben. Ich kann es nicht erwarten, Archibald, ich war noch nie so begierig, wen umzulegen, noch nie so hungrig. Wenn du bereit bist, aufzubrechen, dann brechen wir auf! F├╝r die Vorarbeit k├Ânnen wir Hilfe mitnehmen, deine T├Âchter und deinen Sohn. Sie sind zuverl├Ąssig und ich habe Arbogast was versprochen. Hilft dein Meister uns?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Er wird uns nicht helfen, denn er hei├čt die Jagd nicht gut. Er sieht es etwas anders, aber niemand schadet ihm, da ich diesem Mann meine Segnung verdanke. Wer bin ich seinen Weg in Frage zu stellen? Wir werden zum Herrenhaus reisen, dort wo alles begann, dort wo alles endete und dort werden wir beten und uns von den ├ältesten inspirieren lassen, wer zuerst sterben soll. Dann muss ich bei einem lieben Freund vorbeischauen. Und ich muss bei Linhard vorbeischauen. Er ist Dunwins Nachfolger, es wird Zeit dass er begreift, dass Ansgar und Dave seine Feinde sind. Aber ich denke, dass kann ich ihm erkl├Ąren. Das Herrenhaus steht in Shohiro und war stets die Heimat der Hohenfelde seit dem sie in Naridien leben. Das Haus ist etwas ganz besonderes, dort ist es best├Ąndig dunkel, ich liebe es. Nun dann zieh Dich an wir brechen auf┬ź, sagte Arch. ┬╗Das gilt auch f├╝r Euch beiden Nori und Arbo┬ź, erkl├Ąrte Archibald, was Nori breit grinsen lie├č. Arbogast schaute Robby an und nickte ihm dankbar zu.

Robere
Sich umzukleiden ging schnell, da Robere dies von der Leibgarde gew├Âhnt war. Innerhalb weniger Minuten war er komplett angezogen und das Bett, auf dem er gesessen hatte, wieder frisch gemacht und der Brief seines Vaters wieder an Ort und Stelle, ebenso der Teppich. ┬╗Aber ich hab keine Waffen. Die darf ich nicht mitnehmen, die muss ich immer wieder in der Waffenkammer abgeben. Ein Messer und eine Armbrust w├Ąren gut.┬ź Arbogasts Nicken quittierte er, indem er kaum merklich zur├╝cknickte. ┬╗Wer ist der Freund, den du au├čer Linhard noch besuchen willst? Und sollen wir dabei sein? Du musst mal Ansage machen, du bist jetzt hier der Coutilier.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich glaube kaum, dass ich Dir eine Ansage machen muss, wenn ich einen wegstecken m├Âchte. Was ist ein Coutilier? Erk├Ąre es mir. Du bist schnell, dass gef├Ąllt mir, ich gehe mich selbst umziehen und wir werden uns im Herrenhaus bewaffnen. Waffen, Gifte, alles was wir ben├Âtigen. Etwas f├╝r unterwegs holen wir aus meinem Quartier┬ź, erkl├Ąrte Arch und blieb kurz stehen um Robere zu mustern. ┬╗Die D├╝sterlinge die wir dort treffen, sind nicht unsere Feinde, merkt Euch das┬ź, sagte Arch und verschwand in seinem gegen├╝berliegenden Quartier. Er lie├č die T├╝r offen, falls die drei nachkommen wollten. Er zog sich rasch an, schnallte sich sein Katana auf den R├╝cken und vermisste zeitgleich sein Jian. Er nahm einen S├Ąbel und eine Repetierarmbrust aus seinem Waffenschrank und begab sich wieder zu den anderen. ┬╗F├╝r Dich┬ź, sagte er zur Robere und dr├╝ckte ihm die Waffen in die Hand. ┬╗Shohiro wir kommen┬ź, grinste er sein messerscharfes Grinsen und Nori erwiderte es mit gleicher Intensit├Ąt. Arbo ├╝berpr├╝fte ob er seinen Dolch dabei hatte, dann richteten sich alle Blicke auf Robere.

Robere
Robere nahm die Repetierarmbrust entgegen, pr├╝fte, wie sie in der Hand lag und war mehr als zufrieden. Das war keine Billigarmbrust aus Evalon, so viel war sicher, sie f├╝hlte sich nach almanischer Qualit├Ątsware an. Er schl├╝pfte in den Gurt und legte die Waffe so auf seinen R├╝cken, dass sie nicht st├Ârte. Weitere Bolzenmagazine legte er sich an dem daf├╝r vorgesehenen G├╝rtel um die H├╝fte. ┬╗Wir k├Ânnen┬ź, antwortete er und bedauerte, dass sein Grinsen mit seinen Stumpfen Pflanzenfresserz├Ąhnen nicht halb so imposant aussah wie bei Archibald oder Nori.

Archibald von Dornburg
┬╗Dann r├╝cken wir ab┬ź, befahl Archibald und ging vor, dicht gefolgt von Nori. Arbogast wartete und schloss sich dann Robere an.

Arbogast
┬╗Danke f├╝r Deinen Beistand, ich werde mich an Dich halten. Ich bin gespannt auf das Haus┬ź, sagte Arbogast. Er lie├č sich ein St├╝ck zur├╝ckfallen und nahm einen Schluck aus der Flasche ehe er sich wieder den anderen anschloss.

Robere
Robere warf einen kurzen Blick in die Kammer seines Vaters, als sie daran vorbei gingen. Als Arbogast wieder aufschloss, mit aufgefrischtem Schnapsatem, rempelte Robere ihn gut gelaunt mit der Schulter an. ┬╗Wir sind Br├╝der, schon vergessen? Ich werde nicht der Einzige sein, der mit neuen Z├Ąhnen heimkehrt.┬ź Sie stiegen die Treppe hinauf zur Himmelsr├Âhre. Wolken verdeckten den Sternenhimmel und aus dem Hafenbecken stank es nach Unrat und Tod, als die vier Menschenfresser sich ins n├Ąchtliche Get├╝mmel mischten.
"Not all those who wander are lost."
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Verschiedene Geschm├Ącker

#4

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Do 19. Jul 2018, 01:31

Archibald von Dornburg
Die Nacht war frisch und klar, so wie die Gedanken und Pl├Ąne von Archibald. Er f├╝hlte sich gut, er konnte sich kaum noch daran erinnern, wann er das letzte Mal in einer Gruppe gejagt hatte. Eine Gruppe hatte Vor- und Nachteile. Sie bot Schutz, aber wo sich jeder auf den anderen verlie├č, konnte die Wachsamkeit schneller nachlassen, als wenn man auf sich allein gestellt war. Arch musterte seine Leute, seine Familie korrigierte er sich. Dies hier war keine gleichberechtigte Gruppe, er war der Vater dieser Bei├čer-Kleinkindgruppe. Bis auf Nori hatte sich noch keiner von ihnen die Z├Ąhne verdient. Und Nori selbst, so listig, brutal und effektiv sie war, war noch ein ganz junger Backfisch. Wieviele Menschen hatte sie erbeutet? Maximal 50 wenn es hoch kam. Arch musterte sie dennoch mit einem stolzen Schmunzeln und schenkte ihr ein Grinsen. Ein nonverbales Kompliment in ihrer Welt. Ein freundliches L├Ącheln, dass war eine t├Âdliche Drohung. Ein Z├Ąhnefletschen war ein ┬╗toll gemacht┬ź oder ┬╗ich hab Dich lieb┬ź. Sie waren eine ganze Zeitlang unterwegs und wie Robere feststellte, kam die Gruppe schnell und vor allem ungehindert voran. So anonym wie stets behauptet wurde, waren die Bewohner von Obenza wohl doch nicht. Sie verlie├čen die ber├╝hmt ber├╝chtigte Hafenstadt und kamen einige Stunden sp├Ąter in Shohiro an. Arbogast des Laufens m├╝de, deutete mit flehenden Blick auf eine Taverne. Die Nacht war mittlerweile schwarz, als sie in die Gaststube einkehrten. Arch setzte sich mit seinen K├╝ken an einen Tisch in der hintersten Ecke. So konnte sie kaum jemand sehen, aber er hatte genau im Blick, wer den Laden betrat und verlie├č.

Robere
Robere hatte der lange Marsch nichts ausgemacht, er hatte die Abwechslung genossen. Er wollte neben Arbogast sitzen, der ziemlich ersch├Âpft wirkte. Robere setzte sich freiwillig nach au├čen, um seinen neuen Bruder abzuschirmen, der nicht wehrhaft aussah. Nachdem die bestellten Getr├Ąnke geliefert worden waren, fragte Robere: ┬╗Wo sind eigentlich eure M├╝tter? Deine, Arbo und deine, Nori?┬ź

Archibald von Dornburg
Nori: ┬╗Meine Mutter hat mich ausgetragen und dann abgegeben. Sie hat mich vor die T├╝r eines Tempels gelegt. Dort bin ich die ersten Jahre aufgewachsen. Es ist nicht so, dass sie uns lieben Robere. Kinder sind unschuldig. Du, Arbo, Arch oder ich wir k├Ânnen nichts f├╝r unsere Zeugung. Aber dennoch wird es an den Schw├Ąchsten ausgelassen. Solange sie uns nur weggeben ist es irgendwie ja noch gut. Aber dennoch hatte ich immer das Gef├╝hl, dass es eine Macht im Hintergrund gibt, neben den Ordensbr├╝dern, die ├╝ber mich wacht. Sie trat bis dato nie in Erscheinung, aber ich wurde anders behandelt, mit mehr... Respekt. Niemand schlug mich f├╝r Verfehlungen, niemand schrie mich an. Ich bekam meine Aufgaben, ich lernte, ich arbeitete schon fr├╝h, aber keiner legte Hand an mich. Und als ich 16 Jahre alt war, lernte ich ┬╗die Macht aus dem Hintergrund┬ź pers├Ânlich kennen. Archibald holte mich aus dem Tempel und ich wusste ohne dass man mir es sagte, wer es war. Er war es gewesen der mich besch├╝tzt hatte. Sie kannten die Konsequenzen was es bedeuten w├╝rde mir zu schaden. Es war ein beruhigendes Gef├╝hl zu wissen, das dort drau├čen irgendwo etwas oder jemand ist, der ein wachsames Auge auf einen hat. Aber dennoch als kleines M├Ądchen sehnst Du Dich danach einmal in den Arm genommen zu werden, oder jemanden von Deiner Angst erz├Ąhlen zu k├Ânnen. Das geht bei uns nicht Robby, dass bleibt dem Kind eines Kinderfressers verwehrt. H├Ątte er mich umarmt, h├Ątte er mich dabei get├Âtet. Aber er war, auf seine eigene Art und Weise. Und damit war er f├╝r mich sicher mehr Vater, als so mancher Mann, der st├Ąndig zugegen ist, den seine Kinder aber nur l├Ąstig sind oder jene die sich gar nicht k├╝mmern. Als ich 16 Jahre alt war, wurde ich sozusagen neu geboren, da ich die Augen ├Âffnete, er mich mitnahm und mir unsere Welt zeigte. Seit dem jage ich┬ź, erkl├Ąrte Nori und nippte von ihrem Getr├Ąnk.

Robere
Robere nickte knapp. Zu dem Wunsch, in den Arm genommen zu werden, sagte er nichts. ┬╗War bei mir ├Ąhnlich, nur ohne dass es eine Macht gab, die ├╝ber mich wachte. Meine Mutter hat mich in einer Kiste mit Stroh vor dem Waisenhaus abgelegt, einer beschissenen Apfelkiste. Deine Mutter war Tarul? Wo ist sie jetzt? Sie genoss Archibalds Gunst.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Robere und grinste breit. ┬╗Wo glaubst Du wohl ist eine Person, die mir gegen├╝ber wortbr├╝chig wurde? Du bist frei, wenn Du mein Kind austr├Ągst und gro├čziehst. Sie hat sie weggegeben, also habe ich Tarul geholt und gefressen. Sie hat ihr Schicksal selbst gew├Ąhlt. Es war ein Deal, sie hat ihn gebrochen und leider auf Kosten von Nori. Aber dennoch ist sie gut gro├č geworden. Und nein, eine Umarmung kann es nicht geben. Allein das Gef├╝hl der weichen Haut unter den Fingerspitzen, der Geruch, die Gr├Â├če, dass w├╝rde schlagartig Hunger ausl├Âsen. Ich konnte Dich nur auf die Entfernung lieb haben. Besch├╝tzen ohne Kontakt. Dir erging es nicht besser Tekuro. Die Freiheit von uns hat einen Preis. Deine Mutter wollte ihn genauso wenig zahlen wie die von Nori oder Arbogast. Einzige Ausnahme die ich kenne, unter allen von uns ist meine Frau Merna. Sie war tats├Ąchlich meine Frau, wir liebten uns, auf andere Weise... und sie zog unser Kind gro├č. Es ist immer so, fast immer, sei nicht traurig dar├╝ber. Du wirst es eines Tages ebenso halten oder erleben┬ź, sagte Arch und lie├č den Blick dabei durch den Raum schweifen.

Robere
┬╗Ich? Nein. Ich werde keine Kinder haben. Aber ich dachte ... ich dachte Tarul w├╝rde noch leben. Ich dachte, mein Vater meint, ich w├╝rde der Welt ... ihren Tod schulden. Dass er es verschl├╝sselt hat. Ich hab den ganzen Marsch ├╝ber dar├╝ber nachgedacht, was er meinte. Es klingt, als ob er was nicht aussprechen wollte. Aber dann muss er wen anders gemeint haben. Wo ist Arbogasts Mutter? Arbo, sag was. Hat die auch jemand aufgefressen?┬ź

Arbogast
┬╗Also ich wei├č nicht wo meine Mutter abgeblieben ist. Meine Fresse ist das hier hei├č in dem Saftladen! Ich ben├Âtige was zu trinken oder zur Abk├╝hlung, am Besten beides. Ich wei├č nur, dass Archibald mich bei der Baronin abgegeben hat. Sie hat mich gro├čgezogen, wie eine Oma die ihren Enkel aufzieht. Sie und die anderen waren stets gut und lieb zu mir. Ich bin im Zirkel gro├č geworden, das ist mein Zuhause. Meine Mutter, keine Ahnung┬ź, sagte Arbo stand auf, latschte zur Theke und kam mit einem gro├čen Schnapsglas zur├╝ck. Arch musterte ihn eisig mit Argusaugen, w├Ąhrend Arbo trank. Der Blick verhie├č nichts Gutes.

Robere
Robere entging der Blick nicht. Er fragte sich, ob er sich auf das Thema der Mutter von Arbogast bezog oder darauf, dass dieser sich einen riesigen Schnaps geholt hatte. Robere beschloss, ahnungslos zu tun und bohrte nach, er w├╝rde ja dann anhand der Reaktion sehen, ob er an etwas r├╝hrte, woran nicht ger├╝hrt werden durfte. ┬╗Wer war deine Mutter?┬ź

Arbogast
Arbogast nahm einen gro├čen Schluck von den eiskalten Schnaps und lie├č ihn einen Moment wirken. Er sp├╝rte wie die Fl├╝ssigkeit hei├č seine Kehle herablief, obwohl sie eisgek├╝hlt war. Eisiger war nur der Blick seines Vaters, der ihn f├╝r diese Schw├Ąche verachtete. Wie hatte Arch einmal auf seine seltsame dreiste Art gesagt? Alkohol l├Âst keine Probleme Du Idiot... denn Alkohol konserviert. Damit hatte er wohl Recht, aber die Probleme die er hatte, konnten nicht gel├Âst werden und konserviert waren sie von ganz alleine. Er konnte sich die Welt aber etwas angenehmer zaubern und dazu geh├Ârte meist ein guter Schluck oder etwas anderes, dass seine Sinne in andere Sph├Ąren pustete. Er gr├╝belte so vor sich hin, als er einen knallharten Tritt vors Schienbein kassierte, der ihn sofort zur├╝ck ins Hier und Jetzt bef├Ârderte. Arch nickte mit einer knappen herrischen Geste in Richtung Robere. Stimmt! Sein Bruder hatte ihn etwas gefragt und er war beinahe auf den Wellen der Gl├╝ckseeligkeit seines Schnapes davongetrieben. ┬╗Meine Mutter war eine von Archibalds Sammelobjekten. Was aus ihr geworden ist, wei├č ich nicht. Ich wei├č nicht mal ihren Namen...┬ź, sagte Arbo und nahm wie zum Trotz noch einen gro├čen Schluck, rutschte aber ein St├╝ck r├╝ber, so dass Arch ihn nicht erneut treten konnte.

Robere
┬╗Hast du die gefressen, Arch?┬ź, wollte er wissen und machte etwas Platz, damit Arbogast seinem Vater ausweichen konnte.

Archibald von Dornburg
Arch grinste kurz. ┬╗Es kam wie es kommen musste, sonst h├Ątte Arbo nicht in die Obhut der Baronin gemusst. Ich kann nur eine Offerte unterbreiten, ein Angebot darlegen, wer nicht m├Âchte - der hat schon. Und zwar sein Schicksal gew├Ąhlt. Sie war nicht einmal eine Auserkorene, die mir dienen sollte, sie war wie Arbo sagte ein Teil der Sammlung, der eh irgendwann abgesto├čen wird. Aber ich h├Ątte mich gro├čz├╝gig und erkenntlich gezeigt, h├Ątte sie das Angebot angenommen. Ich bin schlie├člich kein Unmensch. Schau wie ich mich um meine Lieben k├╝mmere, oder um meinen verlogenen Mann, der mich nach Strich und Faden hintergeht und betr├╝gt. Aber tue ich ihm etwas zu Leide? Nein, ich wei├č er kann nichts f├╝r seine Schw├Ąche. Und ich dulde es und verzeihe ihm. Er ist eben recht weich, nicht nur k├Ârperlich. Falls Ihr den Namen wissen wollt, ich wei├č selbst nicht den Namen von Arbos Mutter. Ich frage nicht danach, es interessiert mich nicht wie jemand hei├čt. Im Gegenteil ich verabscheue es, wenn mir mein Schnitzel seinen Namen nennt. Das ├╝berschreitet wirklich eine Grenze und zwar die des guten Geschmacks. Wortw├Ârtlich, da bleibt einem der Bissen im Hals stecken. Drum m├Âchte ich es nicht h├Âren oder wissen. Es sei denn, ich empfinde mehr f├╝r mein Objekt. Dann behalte ich es aber auch. So wie Simon... Oh... woops... Simon.... ja nach dem sollte ich mal gucken. Den habe ich irgendwo vergessen. Habe Simon seit er vier ist, lieber Bursche, zu lieb. Wir haben ihn zu einem Vampir gemacht, damit er den Rest des Leben oder Unlebens frei verbringen kann. Wolframs Haus! Bei den Eier der ├ältesten, da habe ich den D├Ąmlack vergessen. Erinnert mich dran, dass ich ihn auf dem R├╝ckweg abhole, falls er nicht schon verfault ist┬ź, st├Âhnte Arch.

Robere
Robere h├Ârte Archibald aufmerksam zu. ┬╗Ich hab ... meinem Schnitzel sogar extra einen Namen gegeben, weil ich seinen nicht wusste. Ich mag das nicht, dieses anonyme Fleisch. Ich will wissen, wen ich in mich aufnehme, wer ein Teil von mir ist. Sonst ist es nicht anders, als wenn ich ein Viech fresse.┬ź

Arbogast
Arbogast musterte Robere und wartete gespannt wie angespannt auf die Antwort seines Vaters. Beruhigend tippte er dabei Robby unter dem Tisch an. Er schob sein Schnapsglas in die Mitte, falls dieser ein Schluck nehmen wollte.

Robere
Robere nahm sich das Glas und trank einen gro├čz├╝gigen Schluck. ┬╗Du musst auch mal was anderes trinken. Steig auf Bier um.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald lachte leise auf Robbys Kritik hin. ┬╗Du hast nichts anderes getan als ich kleiner Wanderer. Du hast Deine Fleischspende weder nach ihrem Namen gefragt, noch hat sie ihn Dir genannt. Du hast ihm Deinen Namen gegeben, Du hast ihm Deinen Stempel aufgedr├╝ckt und so hast Du ihn Dir einverleibt und wirst ihn ewig in Erinnerung behalten. Ich sagte, dass mich ihre Namen nicht interessieren. Ich pers├Ânlich benenne meine Kinder auch, die ich erl├Âse und aufnehme. Aber ihre eigenen Namen, die sind uninteressant f├╝r mich. Mehr noch, sie sind... hm bedrohlich... es schmeckt mir nicht das zu h├Âren. Das zieht eine unsichtbare Grenze. Eine Grenze die einen nicht von dem Objekt fernh├Ąlt, sondern es macht sie einem auf irrationale Art vertraut. Fast so als hat ein Name Macht, so als l├Âst er eine Bei├čhemmung aus. Vielleicht liegt in Namen auch Macht oder Magie. Oder in der Benennung des Elternteils, die jenen Namen gew├Ąhren. Die Namen die wir verleihen sind auch nicht bedeutungslos nicht wahr? Drum den wahren Namen kann ich Dir von kaum einer meiner Objekte sagen. Einige sagte ihn mir, als sie um ihr Leben flehten und ich wei├č sie leider bis heute noch. Ebenso ihre Gesichter, die sind eingebrannt. Ebenso erinnere ich mich an die Gesichter meiner liebsten Objekte und an ihren Geschmack┬ź, lachte Arch.

Robere
┬╗Aber ich h├Ątt seinen echten Namen gern gewusst┬ź, beharrte Robere. ┬╗Es zieht keine Grenze ... es l├Âst sie auf. Verstehst du, wie ich das meine? Geschm├Ącker sind verschieden. Ich scheine ein Schleckermaul zu sein. Bitte erz├Ąhl mir was ├╝ber mein Vater ... er war kein guter J├Ąger. Aber ich m├Âchte mehr ├╝ber ihn erfahren. Was a├č er am liebsten? Und was ganz Wichtiges. Er hat mich absichtlich gezeugt, nicht versehentlich. Das schrieb er. Wie w├Ąhlte er meine Mutter aus und hast du sie ihm rangeschafft oder wie kam er an sie?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Das Geschm├Ącker verschieden sind, ist eine unbestreitbare Tatsache. Hm gut es gibt Dir vermutlich ein vertrautes Gef├╝hl, den wahren Namen einer Person zu kennen oder? Liege ich da richtig? Und dass hebt f├╝r Dich die Grenze auf. Mir gibt es das gleiche Gef├╝hl, aber ich fresse niemanden, den ich mir vertraut gemacht habe. Ich fresse niemanden aus meiner Familie. Und ich verabscheue es aufs Tiefste, wenn sich jemand so versucht in meine Gedanken oder mein Leben zu dr├Ąngen. Wer darin Platz findet bestimme ich. Siehe Nathan, er durfte sich mir vertraut machen und er genie├čt meinen vollumf├Ąnglichen Schutz. Dass dazu, aber aus dem Grund wird er auch niemals gefressen oder gebissen. H├Âchstens mal versehentlich im Liebesspiel, dass passiert den Besten. Dein Vater Kaz war tats├Ąchlich kein guter J├Ąger. Das lag aber nicht an seiner Unf├Ąhigkeit zu jagen, sondern er war ein T├Âlpel. Gemeinsam auf Jagd und wir hatten den Spa├č unseres Lebens. Wir waren ein gutes Team, er war ausdauernd, konnte sehr gut schleichen, sich verbergen, alles was er k├Ânnen musste konnte er. Er hatte gute Veranlagungen und er hatte gut gelernt. Bis dato klingt dass recht gut oder? Tja, aber ein J├Ąger muss auch alleine loslaufen k├Ânnen und genau dort, lag Kazrars Problem. Er war einfach nicht in der Lage selbst├Ąndig zu handeln. Er ben├Âtigte immer einen Vorbeter, der ihm permanent sagte, was er zu tun und zu lassen hat. Mit klaren Anweisungen in der Tasche arbeitete der Mann pr├Ązise wie ein Uhrwerk. Mit einer Info allein, konnte er nicht arbeiten. Allein auf sich gestellt, war er hilflos wie ein neuegeborenes K├Ątzen. Was mache ich wann? Wie mache ich es? Das wusste er alles, er ben├Âtigte trotzdem immer einen Marschbefehl. Ich musste ihn immer ans H├Ąndchen nehmen, anders ging es nicht. Manchmal war es sogar sch├Ân, ich gebe es zu, derma├čen gebraucht zu werden. Aber nach all den Jahren, der Lehre und der M├╝he war es sehr viel ├Âfter ern├╝chternd und sogar frustrierend. Ich bilde niemanden aus, damit er an meiner Seite bleibt. Ich lehre Dich alles, damit Du das R├╝stzeug hast, da drau├čen v├Âllig auf Dich alleingestellt zu ├╝berleben. Ich vermute genau dass war es, was Kaz nicht wollte und deshalb nie erlernt hat. Er wollte nicht gehen und da drau├čen auf sich alleingestellt leben m├╝ssen. Nun ich wollte es damals auch nicht und ich lernte es direkt nach meinem ersten Schrei, direkt nach meiner Geburt. Er w├╝nschte sich der Welt mehr zu hinterlassen als seine Tageb├╝cher und meine Meinung. Nun die war wesentlich besser, als ich ihm je offenbarte. Also schenkte ich ihm eines meiner Objekte aus dem Keller. Er durfte es sich aussuchen. Und so bist Du entstanden Wanderer┬ź, erkl├Ąrte Arch.

Robere
┬╗Er hat Tageb├╝cher verfasst? Ich muss sie lesen lernen! Oder jemand muss sie mir vorlesen, wenn wir wieder in der Himmelsr├Âhre sind. Dann sind das die B├╝cher in seinem Regal, vermute ich. Ich will sie alle lesen! Schei├če, Archibald. Du h├Ąttest ihm jemand anders an die Seite stellen sollen, dann w├Ąre er J├Ąger geworden. Er mochte dich. Du stehst zum Teil auf Kerle, vielleicht wollte er, dass du auf ihn stehst. Klar will er dann bleiben. Er hat sich absichtlich dumm gestellt. Er k├Ânnte noch leben!┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja die B├╝cher in seinem Quartier sind seine Tageb├╝cher. Du kannst sie lesen... lernen. Oder ich lese sie Dir vor, dass ist kein Problem. Er hatte jemanden an seiner Seite und was er tats├Ąchlich gewollt hat, hat er mir sogar gesagt. Aber ich habe ihn in meiner nicht immer sehr charmanten Art und Weise erkl├Ąrt, dass es mir schei├čegal ist, was er will. Er sagte einst, ich w├Ąre wie ein Vater f├╝r ihn und ich sagte ihm, nun dass er dann schon tot w├Ąre. Selten dass ich mir meine dummen Spr├╝che merke, aber den h├Ątte ich mir verkneifen sollen. Ich h├Ątte ihn doch nicht all die Jahre an meiner Seite geduldet, wenn er mir schei├čegal gewesen w├Ąre. Der Satz hat mich nur irgendwie auf dem falschen Fu├č erwischt. Meine Eltern waren froh, mich so schnell wie m├Âglich los zu sein. Das meine ich tats├Ąchlich so. Und er hatte mich gerne in seine N├Ąhe. Ich denke er sah etwas anderes in mir als nur einen Vater, wenn er das ├╝berhaupt sah. Manche Spr├╝che w├╝rde man sich verkneifen, k├Ânnte man die Zeit zur├╝ckdrehen, dass ist einer davon. Genauso w├╝rde ich mir mein Gesafte verkneifen, was ich meinem Mann bei unserem Wiedersehen alles an den Kopf geknallt habe. Wie fett er geworden ist, dass er bald verreckt, dass ich ihn t├Âten werde... dabei h├Ątte ich einfach sagen sollen was ich dachte... sch├Ân dass Du wieder da bist, ich hatte Angst um Dich. Dass kann ich Dir sagen, ohne jedes Problem. Aber sobald es Dich betreffen w├╝rde, h├Ârst Du sowas nicht. Du h├Ârst eine Beleidigung. Frag nicht warum, es ist einfach so...┬ź, schmunzelte Arch.

Robere
┬╗Weil das sonst schwul klingt┬ź, erwiderte Robere schulterzuckend. ┬╗So was sagt man nicht, sch├Ân dich zu sehen, bla. Das wissen Freunde auch so, man muss es nicht sagen. Man sagt das Gegenteil, damit es nicht schei├če klingt. Als was hat er dich gesehen wenn nicht als Vater? Sag das mal. Ich will es wissen, ich will alles wissen. Und ich bitte dich ... dass du mir die B├╝cher vorliest. Ich bitte nicht oft jemanden um was. Aber da brauch ich Hilfe. Es dauert Jahre, ehe ich diese Geheimschrift fl├╝ssig lesen kann und ich m├Âchte ... seine Stimme sp├╝ren, verstehst du?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja ich verstehe dass. Als was er mich sah? Vermutlich als seinen Partner, wer teilt sich die Beute mit Papa? Wer isst gemeinsam mit Papa? Du bekommst es serviert und essen darfst Du selbst. Normalerweise isst man nicht zeitgleich. Allein schon aus Selbstschutz, er tat es gerne. Ich denke er sah mich irgendwie auf diese Art. Ich sah ihn als M├╝ndel und als Gef├Ąhrten, aber nicht als Partner wie Jesper oder Merna. Oder vielleicht doch, sonst w├Ąre er nicht so lange bei mir gewesen und ich h├Ątte ihn nicht in den Stab geholt. Zudem war er optisch... lecker. Er war verdammt h├╝bsch f├╝r einen Kerl und das obwohl er so alt war. Genau es klingt seltsam, schr├Ąg und total pervers, also sagt man eine nette Beleidigung, oder versucht es. Wobei ich damit oft daneben liege. Ich zeige Dir wie er ausgesehen hat. Leider gibt es seinen Kopf nicht mehr, der wurde abgefackelt von Ansgar. Aber auf einem Gruppenbild von Dunwin ist er mit drauf. Dun und seine Stabler drumherum seine Soldaten. Wir nehmen es mit┬ź, schlug Arch vor.

Robere
Robere h├Ârte sich genau an, was Archibald ├╝ber seinen Vater berichtete. ┬╗Vielleicht war mein Vater ja gar kein Kinderfresser ... sondern tat das, um dir zu gefallen? Vielleicht wollte er eigentlich erwachsene ... Beute. Ich will auch Erwachsene. Essen. Du verstehst. Ja, zeig mir das Bild, ich m├Âchte gern sein Gesicht sehen. Ausgerechnet den Kopf mussten die Wichser abfackeln. Aber der K├Ârper ... liegt er noch da? Die Gebeine? Hat er ein Grab? Bitte erz├Ąhl mir eine Geschichte. Erz├Ąhl, wie ihr euch kennengelernt habt.┬ź Robere trank noch einen Schluck aus Arbogasts Glas und legte das Kinn auf die Unterarme.

Archibald von Dornburg
┬╗Er hat ihm den Kopf abgeschnitten und den Kopf dann drau├čen im Hof abgefackelt, w├Ąhrend sich sein kleiner Bruder Dave dar├╝ber freute wie ein Schneek├Ânig. Verhindern konnte ich es leider nicht mehr, da der Kopf schon ab war. Und den Kopf zu retten, h├Ątte auch nichts gebracht. Er war ein schwarzer, verkohlter, runder... Ball. Surreal so jemanden zu sehen. Kazrar a├č alles gerne, von klein bis gro├č, dass wei├č ich. Gleichg├╝ltig was ich fing, er a├č mit. Und man sieht ob einer mit Freude speist, so wie Du oder ob er m├Ąklig ist so wie Arbo die kleine Diva. Kaz war nicht m├Ąklig, aber wir teilten die Vorliebe f├╝r zartes Fleisch. Aber Du wei├čt doch wie ich Kaz kennenlernte Robby!┬ź, sagte Arch gut gelaunt und knuffte ihn fast liebevoll. ┬╗Im Zirkel Rob. Er wurde mir als M├╝ndel zugeteilt. Kaz war neu im Zirkel und als ich heimkam und Fleisch f├╝r alle mitbrachte, da sprach er mich an. Etwas sp├Ąter sprach mich dann die Baronin an und teilte mir mit, dass Kaz sie darum gebeten h├Ątte mit mir zu sprechen. Sie fragte ob ich ihn als M├╝ndel aufnehmen w├╝rde, um mich seiner anzunehmen. Die Idee gefiel mir, mein Wissen weiterzugeben und so sagte ich zu┬ź.

Robere
┬╗Und wo ist der verkohlte Kopf und der Rest abgeblieben? Oder habt ihr ihn einfach ... entsorgt? Oder habt ihr ihn zu einem Teil von euch gemacht? Stimmt, das erz├Ąhltest du ... aber wie kam er zum Zirkel? Geschm├Ącker sind verschieden ... auch erwachsenes Fleisch kann zart sein und das ist, was ich mag. Was magst du, Arbo? Bist du wirklich so m├Ąklig? Ich sagte doch, ich helf dir. Egal, was es ist. Du kannst es mir sagen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Wie er zum Zirkel kam, musst Du die Baronin fragen. Dass habe ich ihn ehrlich gesagt nie gefragt. Er war eines Tages da, als ich heimkam und die Baronin f├╝hrte uns zusammen. Nein sein K├Ârper ruht in den ewigen eisigen Gefilden des Herrenhauses. Dort wo jeder aus dem Hause Hohenfelde liegt, oder jene, die sie umbrachten und aufgehoben haben. Selbstverst├Ąndlich in einem anderen Raum. Keine Ahnung ob die anderen davon wussten, mir sind die R├Ąume bekannt durch Dunwin. Er hat seinen Bruder dort hin verfrachtet samt Familie. Und die Familie seines anderen Bruders. Der hatte unversch├Ąmterweise den Sturz vom Dach einfach ├╝berlebt. Anst├Ąndige Leute w├Ąren bei so einem Sturz gestorben. Das war ein Tag, zwei Babys gebissen. Naja, darum ging es jetzt nicht, sondern um Kaz. Ich werde Dir seine Leiche zeigen. Wundere Dich nicht, er ist tiefgefroren┬ź, sagte Arch.

Robere
┬╗Dann ist er erhalten┬ź, freute sich Robere. ┬╗Gut, dass ihr ihn aufgehoben habt. So kann ich ihn mir ansehen, meinen Vater. Und das Bild, dann sehe ich auch seinen Kopf, unverbrannt. Den Bruder h├Ąttet ihr nachtr├Ąglich t├Âten sollen, wenn er weg soll. Nicht rumliegen lassen, sondern ganz sicher gehen, dass einer wirklich nicht ├╝berlebt, wenn er es nicht ├╝berleben soll. Warum war Ansgar so grausam zu meinem Vater? Weil der ein bisschen mit ihm spielte? Das erscheint ├╝bertrieben.┬ź

Arbogast
Arbogast ├╝berlegte einen langen Moment. ┬╗Na ich habe nicht immer Hunger auf Fleisch. Manchmal m├Âchte ich gerne einfach nur Nudeln essen, Nudeln mit So├če. Aber daf├╝r halten mich alle schon f├╝r verr├╝ckt. Da Nudeln einen auslaugen und keine Kraft schenken. Aber ab und an, geht das schon. Ansonsten wenn ich Fleisch esse, esse ich am liebsten Rippchen. Irgendwas mit viel Knochen, weil das gebraten einen sehr leckeren Geschmack gibt. So ein pures St├╝ck Fleisch mag ich nicht sonderlich┬ź, sagte Arbo freundlich.

Robere
┬╗Und welches Fleisch?┬ź, hakte Robere neugierig nach. ┬╗Wie das M├Ądchen aus dem Club, die du mit auf rauf genommen hast?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Kenn einer die Menschen, woher soll ich das wissen? Ich vermute ja oder wegen seinem Bruder Dave. Dabei verga├č der liebe Ansgar, der eh nie der Hellste war, dass Dave schlie├člich freiwillig mitgemacht hat. Er war mein Spielzeug. Er war an meiner Seite, ich habe ihn besch├╝tzt, geliebt, versorgt, auf ihn aufgepasst, mich um ihn gek├╝mmert. Und die kleine Drecksau hat die Feste genauso fest mit gefeiert wie jeder Soldat. Er hat mich oft genug provoziert, dass er nicht nur mich wollte. Und er bekam was er wollte. Je ein Wort der Klage? Nein. Im Gegenteil, wenn er sprechen durfte hat er ihnen die sch├Ânsten Komplimente gemacht, das kleine uners├Ąttliche Mistst├╝ck. Ich sage nur 169 - seine Toppzahl. Kannst ihn ja mal fragen, was das bedeutet, falls er Dir dann nicht ins Gesicht springt. Da war es ├╝brigens Dein Vater, der sich danach seiner liebevoll annahm und ihn gereinigt und ges├Ąubert hat, weil der Vollpfosten kaum noch laufen konnte. soviel zum Thema Dankbarkeit┬ź, knurrte Arch.

Arbogast
Arbo lachte leise. ┬╗Die habe ich nur gebumst und nicht gebissen. Hey ich kenne sie schon lang und es ist eine Gute. Die macht auch nur ihren Job. Fleisch mit Knochen, wo der Knochen den Geschmack abgibt beim Braten. So wie Rippchen, oder Kotlett, oder Beinscheibe. Die esse ich total gerne gekocht. Aber dazu brauche ich dann wieder Suppe und Gem├╝se. So mag ich mein Essen. Du und Arch Ihr seid Rohk├Âstler, ich mag es nicht roh. Ich esse es gerne zubereitet und gebraten┬ź, sagte Arbo und trank noch einen gro├čen Schluck

Robere
┬╗Das frag ich ihn. Das und vieles andere, aber auch Ansgar. Sie haben meinen Vater nicht verdient und dich auch nicht. Die Schweine hatten mehr von dir und Kazrar als Arbogast und ich von euch hatten. Wir hatten nichts von euch. Ich hab wenigstens jetzt was von dir, aber von meinem Vater hatte ich gar nichts und der kleine Schei├čer hat ihn daf├╝r umgebracht, dass Kaz f├╝r ihn da war. Lasst uns aufbrechen. Genug gelabert. Ich will meinen Vater sehen.┬ź Robere stand auf, trank Arbogast den Rest seines Schnapses weg, packte ihn am R├╝cken an der Kleidung und zerrte ihn auf die F├╝├če. ┬╗Wir teilen uns Ansgar. Du kriegst die Rippen, wenn du sie so gerne isst und dann kannst du sie mit Nudeln und Gem├╝se zubereiten. Du, Archibald, kriegst auch was ab, da du mir all dies sagtest. Und Nori kann den Schwanz und die Eier haben, da sie mir den Brief meines Vaters vorlas.┬ź Robere dr├Ąngte sich als erster durch die Menge in Richtung T├╝r, damit sie sein Gesicht nicht sahen.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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