Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Blut und Asche

Rollenspielbereich für das Projekt von Dimicus. Shattered World ist inhaltlich von Asamura unabhängig.
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Dimicus

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Blut und Asche

#1

Beitrag von Dimicus » Mi 30. Mai 2018, 11:01

Blut und Asche


Der heiße Wind der Wüste fegte über den Kamm hinweg, welcher sich aus der Ebene schälte. Weit und breit war nichts anderes als Sand zu sehen. Die einzige Abwechslung die dieses Land bot, war das trockene Gras, was hier und dort am Boden zu finden war. Fürchterlich depremierend manchmal. Wenn es nicht der Wille zu überleben wäre, oder der Wunsch etwas aufzubauen, so würde jeder Mensch sicherlich auf dieser neuen Welt verenden. Fraglich blieb nur zu jeder Zeit, ob nicht der Überlebenswille eines Anderen stärker war und das eigene Leben ausknipste. Seltsam, wie sich die Welt verändert hatte. Die Bücher hatten von lebendigen Städten an der Oberfläche gesprochen. Wälder, die grüner nicht hätten sein können. Weite Wiesen und Felder. Nun war alles zunichte.

Schlagartig regte sich etwas am Fuße des Kamms. Ein Zucken. Staub wirbelte auf. Für einen kurzen Moment war der Körper eines schlaksigen Mannes durch das Fernglas zu sehen. Dieser zupfte schnell den Tarnmantel unter dem er lag zurecht und er verschmolz gerade zu wieder mit der Umgebung. Nur ein kleines Häufchen erkannte man, wenn man nicht ganz genau hinsah.

Es knisterte im Funk. "Sorry Boss. Der verdammte Staub."

Wolf musste geahnt haben, wie die Augen Daniels auf seiner Position ruhten und ihn strafend anblickten. "Ist gut. Reiß' dich weiter zusammen. Es sollte nicht mehr lang dauern", antwortete Daniel, als er mit dem Fernglas wieder in die Ferne blickte. Neben ihm presste sich ein Körper an seine Seite, ein leiser Atem war zu hören. Er konnte nicht anders, als für einen Moment seinen Blick zur Seite weichen zu lassen. Tamira hatte sich eng an ihn geschmiegt und kuschelte gleichzeitig mit ihrem getreuen Remington Scharfschützengewehr. Diese Frau manchmal wirklich anhänglich.

"Du weißt, dass so nahe an mir zu liegen deinen Schuss verwackeln könnte?", hakte Daniel nach, als er wieder durch das Fernglas blickte. Den Funk ließ er bewusst aus. Der Rest seines Squads stand an vorderster Front, während er Beobachter und Taktiker zugleich war. Das er auch nur mit Tamira so nah beieinander lag musste wirklich nicht jemand mitbekommen.

"Ach, halt die Klappe. Ich weiß schon wie ich schießen muss. Obendrein bist du eh zu schwächlich, um mich wirklich wegzureißen." Sie zuckte mit keinem Muskel während sie sprach und ihrem ruhigen Atem tat es auch keinen Abbruch. "Außerdem bin ich direkt neben dir am ruhigsten. Das weißt du. Jetzt konzentriere dich."

Ein weiterer Beweis für ihre gespielte Härte. Wie dem auch sei. Es gab Wichtigeres zu tun. Sein Blick schaute weiter gen Horizont. Dort erblickte er ihr Ziel. Wie geplant rollte der Konvoi der neuen Ordnung an. Der Typ den sie verhört hatten, schien doch die Wahrheit gesagt zu haben. Zu schade, dass er den Verhör nicht überlebt hatte.

"Okay, Konvoi rollt an. Zwölf Uhr. Alle bereit machen. Rex, du greifst erst unter dem Feuerschutz von den anderen an. Wolf, Doc. Auf die beiden Räder des Trucks schießen. Tamira, du schaltest den Fahrer des Buggys davor aus. Sekundäres Ziel ist der Schütze an dessen MG. Vergiss nicht, es muss schnell gehen. Habt ihr alle verstanden?"

"Verstanden", ertönte es in vier verschiedene Stimmen.

"Rex, wirf die Granate, wenn die ersten Schüsse ertönen. Der Buggy ist dein Ziel. Der muss um jeden Preis weg."

"Alles klar."

"Dann Funkstille. Ich gebe das Kommando zum Schießen."

Nun galt es Geduld zu bewahren. Das war stets das Schlimmste an diese Art von Hinterhalt. Daniel musste nun ganz präzise abschätzen, wenn der Konvoi nah genug für ihr Feuer war, aber weit weg genug um sie nicht direkt auf's Korn nehmen zu können. Behutsam und ohne sich zu viel zu bewegen nahm er das Fernglas beiseite und sein Sturmgewehr zur Hand. Er legte es auf den Boden vor sich auf, legte die Wange auf die Schulstützte und presste diese gegen seine Schulter. Die ersten Schüsse mussten sitzen.

In der Entfernung waren bereits die ersten Motorengeräusche zu hören. Der Konvoi mittlerweile mit bloßem Auge erkennbar. Es sollte die Hölle losbrechen, besonders für die Typen der neuen Ordnung. Wie Daniel es immer genoss, wenn er ein paar von ihnen erschießen konnte. Sie machten es ja nicht anders bei denen, die sie "unreine Wesen" nannten.

Daniel kniff seine Augen zusammen und schätzte die Entfernung. Als der Konvoi eine bestimmte Stelle erreichte, schaltete er den Funk ein und begann zu zählen: "Fünf, vier, drei, zwei, eins ... Feuer!"

Sofort knallte es gewaltig um ihn herum, sein rechtes Ohr klingelte vom Schuss Tamiras. Aus dem Buggy stob eine gewaltiger Blutspritzer und augenblicklich veriss das Fahrzeug und geriet ins Schleudern. Der Schütze am Maschinengewehr hatte keien Chance auf Stabilität. Im nächsten Moment schallten schon die nächsten Salven durch die Luft. Der Truck wackelte wild umher und schlingerte, dank seines Gewichts blieb doch auf allen Rädern. Der Fahrer hatte aber sichtlich Mühe das Fahrzeug zu kontrollieren.

"Rex, Granate!"

Der Buggy war zum Stehen gekommen, der Schütze richtete sich und schwenkte auf die Richtung aus der die Schüsse kamen. Im selben Augenblick flog ein kleines Ei in Richtung des Fahrzeugs. Eine laute Salve ertönte als das Mündungsfeuer des schweren Maschinengewehrs aufbitzte. Schüsse zersiebten den Kamm und flogen wild umher. Ein lauter Knall zu Daniels seiner Rechten beendete allerdings das Feuer, ehe die Granate explodierte. Eine Druckwelle erfasste den Kamm, riss die Tarnnetze von den Leibern an der Front. Schrapnelle surrten durch die Luft.

Der Truck kam zum stehen, die Insassen fingen sich und stiegen aus. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer schmissen sich auf den Boden und eröffneten das Feuer auf Rex, Wolf und Doc. Tamira schoss ein drittes Mal. Eine weitere Blutfontäne stob in die Luft. Daniel selbst visierte auf den Beifahrer an. Er drückte ohne zu Zögern seinen Finger durch und entließ eine Salve in Richtung des Schützen. Sie schlugen knapp neben ihm ein. Wirbelten Staub auf. Er schoss weiter zurück. Im Funk hörte Daniel einen Schmerzensschrei.

Rex sprang auf und spurtete mit lautem Gebrüll auf den Truck zu. Doc erwiderte das Feuer, gab ihm Rückendeckung. Plötzlich kamen hinter dem Fahrzeug mehrere Gestalten hervor. Sie mussten dort gesessen haben. Sie suchten Deckung hinter dem Truck. Automatisches Waffen spcukten ihnen ihr Blei entgegen. Tamira schaltete den Beifahrer aus.

"Rex, weiter vorrücken. Wir geben Sperrfeuer. Doc, linke Seite."

Todesmutig rückte Rex vor. Doc hielt die Männer links hinter dem Truck in Schach. Daniel gab Salve für Salve auf die rechte Seite. So schaffte es Rex vor den Truck in Sicherheit.

"Nachladen!", ertönte es im Funk. Doc lud nach. "Wolf ist schwer verletzt. Wir müssen des hinter uns bringen."

"Gib mir Deckung", wies Daniel Tamira neben sich an und sprang selbst aus der Deckung hinaus. Im Lauf schoss er auf die rechte Flanke seine letzten Kugeln. Während des Laufs ließ er das leere Magazin fallen, lud nach. Rex kletterte auf die Fahrerekabine. Einer von den Soldaten steckte den Kopf aus der Deckung. Ein lauter Schuss hinter Daniel ertönte und er konnte im Nahen erkennen, wie das große Kaliber Tamiras Scharfschützengewehrs den Kopf vom Körper trennte. Wobei das noch schöngeredet war, so wie dieser abgerissen wurde.

Für einen Moment war plötzlich Stille, nur die Schreie von Wolf drangen hindurch. Daniel blickte Doc an, nickte bestimmt zu Wolf. Dieser nickte nur zurück und kümmerte sich augenblicklich. Wolf verlor viel Blut. Wo er getroffen wurde, erkannte Daniel nicht. Rex schritt mittlerweile auf dem Truck und war fast hinten angekommen. Trotz seiner Größe versuchte er zu schleichen. Das sah unterhaltsam aus.

Immer noch Stille. Dann kam Rex ans Ende des Trucks an. Sehr zum Leidweisen der armen Soldaten. Ein spitzer Schrei ertönte, als Rex sich fallen ließ. Was sich hinter dem Truck abspielte, überließ man der Fantasie. Schreie und Schüsse ertönten. Ein Soldat dem ein Arm fehlte stolperte hinter dem Truck hervor, schrie wie am Spieß und ging zu Boden. Ein Oberkörper, getrennt von seinen Beinen, fiel von der anderen Seite hervor. Blut war massig vorhanden. Wieso durfte nur Rex seinen Spaß haben?

Zu guter Letzt stolperte ein tatsächlich noch heiler Soldat hinter dem Truck hervor, allerdings ohne Waffe und mit erhobenen Händen. Sein Gesicht war kreidebleich. Hinter ihm stand Rex. Zwei Einschüsse. Einer unter Brust, ein anderer an der Hüfte. Ihn kümmerte es nicht. Er humpelte nicht einmal. Seine Machete war bedrohlich in das Kreuz des blonden Soldaten gedrückt. Daniel winkte die Beiden zu sich. Wolfs Schreien war mittlerweile verstummt. Nur das Schreien des einarmigen Banditen war noch zu vernehmen. Daniels Blick ging zur Seite. Doc hockte über Wolf und gab sein Bestes. Das wusste Daniel.

Der Anführer stand auf, seine Zähne knirschten und er spürte, wie sein Puls stieg. Daniel stapfte auf den Gefangenen zu und rammte ihn augenblicklich den Gewehkolben in die Magengrube. "Du verdammtes Arschloch und deine verdammte Truppe an Hurensöhnen!" Der blonde Kerl mit markanten Gesichtszügen und blauen Augen sackte in sich zusammen, ging auf die Knie. Im Hintergrund schrie noch immer der Einarmige. "Rex, kümmere dich um den Schreihals", meinte Daniel nur trocken und trat den Gefangenen zu Boden. Rex schritt von dannen und keine Minute später waren die Schreie erstickt. Daniel schaute gar nicht nach, was Rex getan hatte.

Mit der Waffe im Anschlag brüllte Daniel drauf los: "Auf den Bauch legen und Hände hinter den Kopf Arschloch, sofort!" Der Soldat der neuen Ordnung gehorchte wortlos. Daniel stellte seinen Stiefel in dessen Kreuz und presste fest zu. "Ihr habt einen meiner Männer schwer verwundet. Was denkst du wie du da rauskommen willst, hm?" Weiterhing keine Regung von dem jungen Mann unter seinem Stiefel. "Wie ist dein Name?"

"Lando", ertönte es trocken. Keine einzige Regung am Körper des Gefangenen.

Wissend nickte Daniel. Was für ein hässlicher Name. "So nennt man sich also in eurer großartigen, reinen Rasse? Lächerlich. Ich habe mir etwas Heroischeres vorgestellt." Daniel blickte sich um. Rex überprüfte die anderen Körper. Doc versorgte noch immer Wolf. Tamira saß am vereinbarten Punkt. "Pass auf du kleiner Wichser. Du wirst dich jetzt erheben und in Richtung deines Paradieses aufmachen. Dann erzählst du hiervon und wie viel Gnade wir dir zu Teil kommen ließen. Hast du verstanden?"

Ein Nicken unter Daniels Stiefel.

"Dann kannst du deiner Obrigkeit berichten, dass sie einen Scheiß können und wir hier draußen die Kontrolle haben. Noch einmal werdet ihr so schnell kein unschuldiges Dorf überfallen. Jetzt steh auf, langsam. Eine falsche Bewegung und dein Kopf ist weg. Laufe in die Richtung deiner Stadt. Solltest du Haken schlagen oder auch nur einen Moment an etwas Dummes denken, bist du einen Kopf kürzer. Verstanden?"

Ein erneutes Nicken.

"Gut. Hoch mit dir und schön langsam." Damit schritt Daniel einen Schritt zurück und richtete den Lauf seiner Waffe auf Lando. Dieser erhob sich langsam, wie ihm befohlen und beließ die Hände hinter dem Kopf. Mit größter Vorsicht schritt der junge Soldat am Truck vorbei und in die Richtung davon, die ihm aufgetragen wurde. Auf ihn gerichtet waren zwei Waffenläufe.

Daniel senkte die Waffe und schaltete den Funk ein: "Tamira, behalte den Kerl im Auge. Eine falsche Bewegung die nicht nach Dresden führt und er braucht keinen Kopf mehr."

"Verstanden."

"Doc, kümmere du dich um Wolf. Mache ihn reisefertig. Rex, du durchsuchst mit mir die Beute. Alles was tragbar ist, wird mitgenommen. Der Rest wird mit deiner letzten Granate vernichtet. Wir räumen hier auf und hauen ab."

"Verstanden", ertönte im Chor.

Die schlechte Laune legte sich über das gesamte Team. Wolf würde sehr lang brauchen, um sich zu erholen. Doch das Opfer war es wert und die Beute reichlich. Wasser,Nahrung, Munition, neue Waffen. Sprengstoffe, die für die Zerstörung des Trucks und zukünftige Operationen verwendet werden konnten. Jeder kam seiner Aufgabe nach. Niemand ahnte, dass dies der Anfang von etwas Großem war.
Vielen Dank an Sanni der Avatarschmiede für das schicke Profilbild!

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