Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Abflug nach Schattenschimmer

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagnen
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Kasimir
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Abflug nach Schattenschimmer

#1

Beitrag von Kasimir » Mi 13. Jun 2018, 13:08

Archibald von Dornburg
Archibald war in sein Quartier zur├╝ckgekehrt und hatte den Tag ├╝ber in seinem dunklen Versteck verbracht. Er vermisste Dunwin schmerzlich als Berater und als seelischen Beistand und nat├╝rlich vermisste er Jesper. Aber das h├Ątte er niemals zugegeben. Es kostete ihn schon einiges an ├ťberwindung, dies vor sich selbst zuzugeben. Und wer wusste, was der Fettsack w├Ąhrend seiner Abwesenheit wieder getrieben hatte? Vermutlich gar nichts, sondern er hatte auf ihn gewartet, so wie fast immer. Arch war durcheinander. Die letzten Tage mit Nathan hatten eine andere Seite in ihm wachgerufen, eine Seite die er kaum kannte, die er eigentlich nicht kennenlernen wollte und die er leider nicht wieder einsperren konnte. Eine recht helle und lichte Seite. Und dann war dort der herrliche Ausflug mit Robere gewesen. Finsternis in der sie sich wie Br├╝der gesuhlt hatten. Mehr noch, er hatte Kazrars Sohn ├╝bernommen, weil dieser dazu nicht in der Lage war. Logisch, der Bursche war tot. Tote Erziehungsberechtigte erzogen meist sehr schlecht, es sei denn sie waren Ghule oder Vampire. Robere war ein Paradebeispiel f├╝r einen Menschenfresser, er liebte die Jagd, er war skrupellos und er war gerissen. Leider noch nicht gerissen genug, denn man hatte ihm den Arsch aufgerissen. Aber einmal war geschenkt, fand Arch. Vor allem da es nicht sein Heck gewesen war. Wie Engelchen und Teufelchen standen sie sich nun auf seinen Schultern gegen├╝ber - Nathan vs Robere... wohin sollte die Reise gehen? Einerseits wollte Arch sich einfach in Nathans Umarmung und Freundlichkeit fallen lassen. Selbst einmal im Licht der Zuneigung baden. Nur ein einziges Mal, ohne dass jemand eine Restangst vor ihm versp├╝rte, so wie Jesper, oder sogar Dunwin. Nathan hielt keinen Sicherheitsabstand ein. Keinen Milimeter. Auf der anderen Seite lockte der Abgrund in Form von Robere. Jagen, Fressen, Saufen, Spa├č haben und sich einen Schei├č um andere sorgen. Das war das Leben, dass er liebte und gew├Âhnt war. Aber wollte er das tats├Ąchlich? Falls ja, warum war er so vernarrt in Nathan? Im Grunde war Nathan ein Nichts, ein Niemand, eine unbedeutende Person mit dem Horizont eines Brezels... aber h├Ątte diese Aussage jemand anderes getroffen, w├Ąre er im gleichen Moment daf├╝r gestorben. Denn die Brezel hatte etwas, dass er in seinem Leben noch nicht kennengelernt hatte - Herz. Wobei, da belog er sich selbst. Eine Person hatte ihm die gleiche selbstlose Herzlichkeit entgegengebracht - Kasimir! Er musste mit seinem Biss-Vater und Meister sprechen. Auch was seine Reisepl├Ąne anging und vielleicht sollte er den winzigen Snack beichten... er wusste es nicht. Selten war er nerv├Âs, aber diesmal rieb er sich mit der Daumenkralle seine schwarze Fledermausnase. Als die Nacht hereinbrach, machte sich Archibald auf den Weg zu seinem Meister. Er flog so schnell er konnte und landete bei Kasimir. Dort nahm er menschliche Gestalt an und schaute betroffen drein. ┬╗Meister? Ich ben├Âtige Euren Rat┬ź, sagte er leise.

Kasimir
Kasimir war als Fledermaus optisch das genaue Gegenteil von seinem Z├Âgling. W├Ąhrend Archibald gedrungen, mit kurzer breiter Schnauze, kleinen Ohren und dunklem Pelz gebaut war, war Kasimir wei├čfellig, mit einem hundeartigen Schn├Ąuzchen und riesigen Ohren ausgestattet. So hing er mit zusammengeschlagenen Fl├╝geln wie ein wei├čer Zapfen von der Decke des Zimmers oberhalb der Taverne, in dem sie wohnten. Als Archibald landete, sich in seine menschliche Gestalt verwandelte und ihn ansprach, lie├č die wei├če Fledermaus sich fallen, schlug einen Salto und war ein Lichtalb, als sie aufkam. ┬╗Willkommen daheim┬ź, gr├╝├čte Kasimir ihn. ┬╗Du warst lange fort. Ich habe deine Kleider inzwischen in die Reinigung gebracht, sie liegen frisch gewaschen und zusammengelegt dort auf deinem Stuhl.┬ź Auch er selbst kleidete sich an. ┬╗Was m├Âchtest du mich fragen?┬ź, fragte er freundlich, als er sich angezogen hatte und schenkte ihnen beiden hei├čes Wasser ein, das in einer Kanne bereitstand.

Archibald von Dornburg
Archibald beobachtete Kasimir und hockte sich aufs Bett. ┬╗Ich habe jemanden kennengelernte, auf von Grund auf liebenswerte und reine Seele. Rein, unschuldig, infantil und herzlich. Ich mag diese Person, wesentlich mehr als ich ihn m├Âgen sollte. Dir zu erz├Ąhlen, dass ich nicht w├╝sste warum, ist eine L├╝ge. Ich wei├č warum. Er ist ein ├ťberlebender. Er ist ein Kind in einem alten, verrottenden K├Ârper. Er ist uralt, bestimmt ├╝ber 20 Jahre oder so, aber ich mag seine Art, seine Seele, sein... ich, ihn selbst? Ja ich glaube dass trifft es. Ich m├Âchte gerne in seiner N├Ąhe sein, aber ich wei├č was das f├╝r ihn bedeutet. Ich habe ihn sogar gefragt, ob wir einmal Sex miteianander haben k├Ânnten. Er machte das von seinem Kerl abh├Ąngig und sie lehnten ab. Den ├ältesten sei Dank, dass er ablehnte, ich wei├č nicht ob er schnell genug w├Ąre oder ich beherrscht genug, dass er lebend davon gekommen w├Ąre. Und dennoch w├╝nsche ich es mir. Aber ich jage ihn nicht, ich habe ihn unter meinen Schutz gestellt. Auf der anderen Seite habe ich jemanden kennengelernt, den Sohn meines alten Z├Âglings Kazrar Chud. Er war mein M├╝ndel, jenes aus dem Ring, dem Zirkel. Er hatte sein Erwachen Dank mir und wir hatten Spa├č... Verzeih mir das Meister... aber der Ruf war laut und ich habe ihm nur zu gerne nachgegeben. Aber sei unbesorgt, ich habe die Leiche zerst├╝ckelt und entsorgt, Du musst keine Angst haben. Gesehen hat uns niemand, ich habe aufgepasst. Und nun bin ich hin und her gerissen. Nathan die Herzlichkeit oder Robere der Hunger. Und so abartig, widerw├Ąrtig und pervers es klingt Kasimir, ich tendiere zu Nathan... Du musst mir helfen┬ź, bat Archibald.

Kasimir
Kasimir trank darob ersteinmal einen langsamen Schluck hei├čes Wasser. ┬╗Du hattest mir versprochen, niemanden mehr zu t├Âten, oh, Archibald!┬ź, klagte er. ┬╗Gibt mir einen Moment.┬ź Kasimir st├╝tzte die Ellbogen auf, verschr├Ąnkte die Finger und senkte seine Stirn darauf nieder. Einige Minuten war er in ein tiefes Gebet versunken. Dann schlug er die Augen auf, senkte die H├Ąnde und blickte seinen Z├Âgling ernst an. ┬╗Lass mich dir sagen, dass ich ersch├╝ttert bin ├╝ber dein gebrochenes Wort. Jedoch erkenne ich an, dass du zu mir kamst und nun ehrlich zu mir sprichst. Ich sehe noch immer Orils Funken in dir, der die Dunkelheit erhellt. Das Licht muss in Nathan sehr stark sein und in Robere das Dunkel. Du liebst und f├╝rchtest das Licht, wohingegen die Dunkelheit dir Geborgenheit schenkt, obgleich sie dich mit einem Raubtiergrinsen zu verschlingen droht. Wovor hast du Angst, wenn du ins Licht blickst, Archibald?┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Kasimir bek├╝mmert, als dieser so traurig, geradezu entt├Ąuscht mit ihm sprach. Er konnte es gut verstehen, er hatte sein Wort gebrochen. Aber der Typ war auch wirklich lecker gewesen, dass verschwieg er lieber, ehe Kasi noch in Tr├Ąnen ausbrach. So etwas konnte er nicht verkraften, Leute weinen sehen die ihm etwas bedeuteten. ┬╗Nathan... wir haben uns vor dem Hof kennengelernt, eigentlich wollte ich ihn t├Âten. Er sah wie ein leichtes Opfer aus, aber er war keines. Er war ein ├ťberlebender. Er hegte keinen Argwohn, er war freundlich, vertrauensvoll und stell Dir vor er sammelt wie ich Spielzeug. Wir haben uns richtig gut unterhalten, er kennt nichts B├Âses Kasimir. B├Âses an sich, ob eigene Gedanken oder B├Âses der Welt - es ist ihm fremd. So als w├Ąre er nicht von unserer Welt, als h├Ątten ihn die ├ältesten geschickt. Er ist ein Kind im K├Ârper eines Mannes. Manche Kinder sind nicht so unschuldig wie manche glauben, sie haben das Reine nie besessen oder als Kinder verloren. Solche gibt es auch. Er hat es bis heute behalten, er hat sich seine Unschuld bewahrt. Ich rede von der geistigen, nicht von der K├Ârperlichen, die ist unerheblich. Ich wei├č gar nicht mehr warum, aber er hat mich gestreichelt. Ohne Angst, einfach so und es f├╝hlte sich gut an. Verdammt gut und in dem Moment... nun sah ich mich. Es war wie die Sache mit Hase. Einerseites sollte er mich ber├╝hren und nicht aufh├Âren, andererseits wollte ich ihn nicht einsauen mit meiner Dunkelheit. Normalerweise sehe ich sie als etwas Erhabenes an, aber in dem Moment f├╝hlte ich mich.... machtlos. So als h├Ątte er mich gegen meinen Willen ans Licht gezerrt und ich habe mich nicht dagegen gewehrt. Warum? Weil es mir gefiel. Aber da geh├Âre ich nicht hin und das macht mir Angst. Was aus mir werden k├Ânnte, falls ich schwach werde und nachgebe. Was dann? Mit Licht meine ich nicht den Tag, dass ist klar, sonst w├Ąre ich nur noch Asche. Wovor ich letztendlich Angst habe, vor mir selbst. Vor dem Teil von mir, den ich nicht kenne und nicht verstehe und der Nathan liebt┬ź, antwortete Archibald. ┬╗Hast Du auch die Einladung von diesen Schatten erhalten? Wollen wir hinreisen?┬ź, versuchte Arch das Thema zu wechseln, da es ihm mulmig wurde.

Kasimir
┬╗Auch ich wurde gerufen, Archibald. Momentan bin ich f├╝r Linhard leider ein sehr nutzloser Leibdiener, da ich ihm nicht in den Palast folgen kann. Er ist wohl dort auch gut versorgt und bedarf meiner nicht.┬ź Kasimir blickte nun noch entt├Ąuschter drein. ┬╗Darum spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, eine Reise zu unternehmen, wir k├Ânnen ihm eine Nachricht zukommen lassen, damit er sich nicht sorgt. Notfalls gibt es bei Hofe gen├╝gend Ersatz f├╝r mich, will mir scheinen. Aber vielleicht ist es besser so. Auch ich bin noch Teil des dunklen Weges, den er ablegen wollte. Einen Vampir als Leibdiener, das bringt auch nur ein Hohenfelde zu Stande. Man wei├č nicht, ob man diese Familie bewundern oder ├╝ber sie den Kopf sch├╝tteln soll.┬ź Kasimir stand auf, ging um den Tisch herum und setzte sich zu Archibald. ┬╗Liebe ist niemals Schw├Ąche, Archibald. Was lehrte ich dich einst? Gef├╝hle sind niemals falsch. Und Liebe ist ganz sicher das Letzte, was es zu unterdr├╝cken gilt. Liebe wird dir kraft schenken. Vergiss diesen Robere ganz schnell wieder und verabschiede dich von Nathan, wenn er dir so viel bedeutet, bevor wir abreisen. Das w├Ąre ein Schritt in die richtige Richtung.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald lehnte sich gegen Kasimir. ┬╗Wir sollten uns zuerst diese Stadt einmal anschauen, ob wir dort bleiben, ist eine andere Sache. Linhard mag Dich sehr und ich mag den Kurzen ebenso. Ich bin der erste Mann seines Stabes, ich werde nicht f├╝r ewig fort bleiben. Zumal der Stab meine Form der Familie ist. Nun ich denke einigen geht es so im Stab. Nathan hat einen Freund und er hat gute Leute, ich sehe ihn als Freund den man besch├╝tzen muss. Robere... er ist mein M├╝ndel... ich habe seinen Vater versucht auf die Beine zu helfen. Ich kann ihn nicht einfach h├Ąngen lassen. Aber vorerst werde ich in diese Stadt reisen. Bei R├╝ckkehr werde ich ihnen davon erz├Ąhlen und ich werde beiden einen Abschiedsbrief schreiben, der alles erkl├Ąrt. Es ist ja nicht f├╝r immer Kasimir┬ź, sagte Arch. ┬╗Nund die Hohenfeldes sind eine Familie f├╝r sich, grausam und g├╝tig zugleich, jedenfalls wenn man Dunwin und Linhard betrachtet. Einige unter ihnen sind brillant, andere schwachsinnige Idioten. Wiederum andere, was auch immer... manche hochgef├Ąhrlich, andere zu weich... aber Dunwin muss sich nun selbst um seine Angelegenheiten k├╝mmern, auch wenn ich ihn vermisse. Wir werden uns ja wiedersehen. Was ist mit Dir? M├Âchtest Du pers├Ânlich Abschied von Lin nehmen? Dann begleite ich Dich┬ź, schmunzelte Archibald.

Kasimir
┬╗Ich w├╝rde mich gern von ihm verabschieden, aber ich kann nicht in den Palast gelangen! Er ist vampirsicher, wie es scheint. Sofort umzuziehen, dauerhaft, war nicht mein Gedanke, dennoch werden wir eine Weile unterwegs sein. Die Hohenfeldes haben die Jahrhunderte ├╝berstanden, Inzest, Infantizid und vieles mehr. Sie werden, denke ich, auch einige Wochen unserer Abwesenheit ├╝berleben┬ź, schmunzelte Kasimir.

Archibald von Dornburg
Archibald lachte leise und rau auf. ┬╗Sag das nicht... ich habe Dunwin versehentlich falsch gef├╝ttert. Er ist gar kein Ghul. Behauptet st├Ąndig er w├Ąre ein Ghul und ist keiner. Was soll sowas? Kein Wunder dass er so kr├Ąnklich wurde, als ich ihm so einen verhunzten Gammelfleisch Kadaver kredenzt habe zum Spa├č┬ź, prustete Arch.

Kasimir
┬╗Oh, Archibald┬ź, st├Âhnte Kasimir gequ├Ąlt auf. ┬╗Dein Humor ist bisweilen arg malgorisch. Lass uns noch etwas trinken, den Brief schreiben und abreisen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Also Kasi, echt unter uns beiden... wer fing denn bittesch├Ân mit den bl├Âden Witzen an? Ich? Oder Dunwin? Dass war doch Dunwin, der felsenfest behauptete, er w├Ąre ein Ghul. Und Ghule essen was? Gut ich wollte ihn ├Ąrgern, ich dachte so ein Ranziger schmeckt sicher lustig, aber er hat ihn brav gegessen und dann wurde er krank. Das hat mich doch irritiert muss ich sagen. Gut lass uns gemeinsam den Brief an LiLa schreiben┬ź, bat Arch.

Kasimir
┬╗Lieber Linhard,

leider k├Ânnen wir uns nicht pers├Ânlich bei dir verabschieden. Der Palast ist von einer unsichtbaren Barriere umgeben, welche uns Vampiren den Zutritt verwehrt und die beiden Hexer, die uns beschatten, tragen nicht zu unserem Wohlbefinden bei. Wir m├Âchten daher einer Einladung folgen und uns auf eine Reise nach Schattenschimmer, ehemals Schimmerstein begeben┬ź, begann Kasimir zu diktieren.

Archibald von Dornburg
Archibald nahm Blatt und Feder zur Hand und schrieb fein s├Ąuberlich, was Kasimir ihm diktierte. ┬╗Unsere Abreise ist kein Abschied f├╝r immer, allerdings werden wir geraume Zeit unterwegs sein. Wann wir uns wiedersehen steht nicht fest. Aber Dir und Deinem Mann alles Gute. Passt auf Euch auf... es tut sonst keiner...┬ź, schrieb Archibald dazu. ┬╗Er hat sich einen guten und taffen Kerl ausgesucht unsere kleine Larve┬ź, schmunzelte Arch. ┬╗Soll noch etwas dazu?┬ź

Kasimir
┬╗Bitte richte Herrn Brandur unsere ergebensten Gr├╝├če aus und die Bitte um Verzeihung, was das Thema Treulosigkeit anbelangt. Wir sind sicher, dass du, Linhard, in besten H├Ąnden bist und man sich gut um dich sorgen sowie effektiv sch├╝tzen wird, auch ohne die Anwesenheit deiner beiden Vampire.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald schrieb die letzten Zeilen und murmelte sich dabei etwas in seinen nicht vorhandenen Bart. ┬╗Hoffen wir, dass er hier gl├╝cklich wird. Und vielleicht finden wir ja dort ein Fleckchen f├╝r uns. Wen dem so ist Kasimir, was machen wir mit unseren Leuten? Geben wir sie auf, schlie├čen wir uns den Vampiren an, oder kehren wir trotz allem zur├╝ck? Hast Du Dir dar├╝ber schon Gedanken gemacht?┬ź, fragte Arch und faltete den Brief an Linhard ordentlich zusammen. ┬╗Glaube es oder lasse es, aber die Zeit bei Wolfram werde ich vermissen. Ich glaube das geht mir nicht alleine so oder?┬ź

Kasimir
┬╗Dar├╝ber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber vielleicht ist der eine oder andere von einer ├ťbersiedlung begeistert? Ja, bei Wolfram im verborgenen Tal ... das war eine sch├Âne Zeit. Dort wurdest du mein Z├Âgling.┬ź Kasimir k├╝sste Archibald auf die Stirn. ┬╗Da f├Ąllt mir ein, wir sollten einen Bogen fliegen und Simon abholen. Vielleicht findet er in Schattenschimmer ein neues Heim. Es freut mich, dass du keinen Gedanken weiter an Robere verschwendest. Er w├╝rde dir nicht gut tun. Vergiss ihn bitte und schau nach vorn.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Damit k├Ânntest Du Recht haben, ich wei├č nicht was ich mir unter der Stadt vorstellen soll, aber ich bin gespannt was uns dort erwartet. Ich w├╝rde Nathan gerne bei├čen, aber das w├Ąre sehr unfair und egoistisch. Und er geh├Ârt nicht in diese dunkle Welt. Ich glaube er k├Ânnte sich nicht mal ern├Ąhren, da er niemanden verletzen m├Âchte. Ich schwor ihn zu besch├╝tzen, damit w├╝rde ich seinen Untergang besiegeln. Tja Robere.... dazu kann ich weder etwas sagen, noch etwas versprechen. Er verl├Ąsst sich auf mich Kasi. Bei Wolfram hast Du mich von meinen Schmerzen und von der Sterblichkeit geheilt. Etwas dass ich nie vergessen werde, gleichg├╝ltig wie schwach oder undankbar ich Dir manchmal erscheinen mag, aber dass vergesse ich Dir nie. Behalte das im Hinterkopf Kasi, falls Du mich mal abschreiben musst... warum auch immer... wenn Dich keiner mehr auf der Welt hier mag oder sch├Ątzt, ich tue es, gleichg├╝ltig wie Du zu mir stehst. Und ich werde Dich immer im Herzen tragen, egal wo Du bist. Auch dass sollst Du wissen. Aber bevor wir ├╝ber Trennungen oder Abschiede reden, sollten wir zu unserem gemeinsamen Abenteuer aufbrechen. Ja Simon war schon zu lange allein im Tal, wer wei├č was er getrieben hat. Lass uns den Brief bei den Wachen abgeben und losfliegen Kasi┬ź, sagte Arch und dr├╝ckte Kasimir fest. ┬╗Vielleicht finden wir ja in der Stadt der Dunkelheit unser pers├Ânliches Licht┬ź, grinste er gut gelaunt und machte sich auf den Weg.

Kasimir
Kasimir begleitete Archibald zu den Wachen, welchen er den Brief geben sollte. ┬╗Dass du Nathan ziehen l├Ąsst, ist das gr├Â├čte und selbstloseste Geschenk, was ich von dir sah. Was uns erwartet, wei├č Oril allein. Danke f├╝r deine Worte, doch behalte auch du sie im Ged├Ąchtnis, wenn das Dunkel ├╝berm├Ąchtig zu werden droht. Du liebst, Archibald. Du bist keine Bestie.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald schaute Kasimir verbl├╝fft an, ehe er erneut schmunzelte. ┬╗Tja... ja... wenn das meine Mutter w├╝sste... es br├Ąche ihr steinernes Herz. Wobei Steine selten brechen. Vielleicht bedeutet Mut auch etwas Unbekanntes zuzulassen... ein Versuch kann nicht schaden┬ź, sagte Archibald und ├╝berreichte einem der Wachen den Brief. ┬╗Dieser Brief ist f├╝r Prince Linhard de Souvagne pers├Ânlich, von seinem Schwertmeister und seinem Leibdiener. Wir melden uns, sobald wir zur├╝ck sind. Der Brief ist unverz├╝glich zu ├╝bergeben┬ź, erkl├Ąrte Archibald. Die Wache guckte zwar etwas komisch, aber da der Name des Ehemannes von Prince Greogoire fiel, wollte er sich lieber keinen ├ärger einhandeln und eilte los.

Kasimir
┬╗Dann ist nun der Zeitpunkt gekommen, unsere Wertgegenst├Ąnde zu verwahren und abzureisen. Oder w├╝nschst du, in menschlicher Gestalt zu reisen?┬ź

Nathan
Als h├Ątte er es erahnt, sah Nathan seinen neuen Freund vor der Treppe. Freudestrahlend ging er auf ihn zu. ┬╗Guten Abend, Archi!┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich glaube dass w├Ąre besser, sonst sind wir unbewaffnet oder? Auf der anderen Seite, ben├Âtigen wir keine Waffen um uns zu verteidigen┬ź, gr├╝belte Archibald. Auch Archibalds Gesicht hellte sich auf, als er Nathan sah. Er sah fast so aus, als w├Ąre er eine andere Person, da er ├╝berhaupt nicht mehr grimmig oder misstrauisch in die Welt schaute. ┬╗Nathan!┬ź, freute sich Arch und umarmte den kleinen Kerl, der gar nicht so klein war. ┬╗Nathan h├Âre zu, Kasimir und ich werden eine lange Reise antreten. Wir wissen nicht, wann wir zur├╝ckkommen, also pass gut auf Dich auf, h├Ârst Du? Mach mir keine Schande. Ich habe noch etwas f├╝r Dich, dass wollte ich Dir eigentlich auf die Bank legen und h├Ątte es beinahe Vergessen. Mein Geschenk an Dich. Aber vorher ├╝berreiche ich Dir dass┬ź, sagte Archibald und z├╝ckte sein Jian. ┬╗Das Schwert bedeutet mir sehr viel, gib es Linhard er soll es bis zu meiner R├╝ckkehr f├╝hren und so f├╝r mich verwahren. Es wird ihm gute Dienste leisten┬ź, erkl├Ąrte Arch. Er zog die Klinge blank, k├╝sste sie und verstaute das Jian wieder in seiner Scheide. ┬╗F├╝r Lin, er soll gut auf es acht geben. Und nun zu Dir. Manche Sagengestalten werden real, obwohl sie scheinbar nicht existieren, Feen, Einh├Ârner... wahre Freunde - wie Du, drum diese hier f├╝r Dich┬ź, sagte Archibald liebevoll und dr├╝ckte Nathan ein B├╝ndel in die Hand. ┬╗Deine ├ťberraschung und Dein Vergiss-mich-nicht┬ź.

geschnitztes Einhorn

Nathan
Nathan hielt die schwere Waffe in der einen Hand und das Geschenk in der anderen. ┬╗Das ist wundersch├Ân┬ź, sagte Nathan ger├╝hrt und betrachtete das geschnitzte Einhorn. Er streichelte es liebevoll. ┬╗Das darf auf die Koppel von Chevalier Laurence, da ist sein Pferd nicht so allein.┬ź Dann sah er Archibald lange an. Als er dessen Gesichtsausdruck sah, kullerten ihm zwei Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen. ┬╗Du hast nicht vor, zur├╝ckzukehren.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Doch Nathan, ich werde zur├╝ckkommen, f├╝r Dich und f├╝r Lin. Zumindest um Euch meine Entscheidung mitzuteilen, falls ich in dieser anderen Stadt leben m├Âchte. Und gleich wo ich bin, ich werde schon einen Weg finden um mit Dir in Kontakt zu treten. Entweder schreibe ich Dir oder ich bezahle einen Verseuchten, also einen Magier. Hast Du etwas Pers├Ânliches von Dir, dass Du entbehren kannst? So etwas ben├Âtigt man f├╝r eine Kontaktaufnahme. Unser Abschied ist nicht f├╝r immer Nathan, dass geht nicht, daf├╝r mag ich Dich zu sehr. Und das meine ich tats├Ąchlich ehrlich┬ź, antwortete Archibald.

Nathan
┬╗Ich mag dich auch, Archi┬ź, sagte Nathan und dr├╝ckte ihn, ohne eine Hand freizuhaben, indem er sich mit der Brust an ihn lehnte und seinen Kopf an ihn schmiegte. ┬╗Du kannst mein wei├čes Einstecktuch nehmen, das ist sauber und ich hab ganz viele davon und es ist leicht zu transportieren.┬ź
rosa Einstecktuch aus Satin
┬╗Bitte melde dich, damit ich wei├č, dass es dir gut geht. Ich hab dich lieb, Archi.┬ź Nathan trat einen Schritt zur├╝ck und guckte tapfer.

Archibald von Dornburg
┬╗Ich Dich auch Nathan, Dein Einstecktuch ist Nathan-wei├č. Dankesch├Ân... f├╝r alles┬ź, sagte Arch liebevoll und k├╝sste Nathan fest auf die Stirn. Er fasste ihn kurz mit den Krallen unters Kinn und hob seinen Kopf an. ┬╗Nathan, Du musst in mein Quartier gehen in die Taverne und den Hasen abholen. Den habe ich vergessen. Sei bitte so lieb. Du kannst ihn bei Dir bunkern, bis ich zur├╝ckkomme, am besten legst Du ihn zu Fabs. Eigentlich war er f├╝r Jesper gedacht, aber ich konnte mich nicht von ihm trennen. Also vom Hasen, Jesper habe ich ja noch. Du wei├čt welche Taverne, das linke Zimmer im Obergeschoss. Der Hase sitzt auf dem Bett, er ist gr├╝n. Also Nathan mein Freund, pass gut auf Dich auf, gehe nicht mit fremden M├Ąnner mit, h├Âre auf das was Dir Dein gro├čer Fabs sagt und sei vorsichtig. Schleich nicht in der Dunkelheit drau├čen herum... dort lauern B├Âse Dinge und Du wirst sie weder kommen sehen noch h├Âren. Das B├Âse kommt stets auf leisen Sohlen... so sagt man. Und ich sage Dir Danke daf├╝r, dass Du etwas Sonne in meine Nacht gebracht hast, Du wirst es nicht verstehen... aber das macht nichts┬ź, erkl├Ąrte Arch und k├╝sste Nathan fest und leidenschaftlich auf den Mund ohne ihn zu verletzten. Er legte das Taschentuch auf den Boden, verwandelte sich in eine Fledermaus und ergriff es mit seinen kleinen F├╝├čen. Die schwarz-graue Fledermaus schaute zu Nathan auf, blinzelte und flog mit dem Taschentuch davon. Kurz schwirrte sie um Kasimirs wei├čen Kopf, damit er ihr folgte.

Kasimir
Kasimir schaute seufzend auf die Kleidung, die als formloser Haufen auf den Pflastersteinen lag. ┬╗Dabei hatte ich sie gerade erst reinigen lassen. Nathan, bitte seien Sie so gut und k├╝mmern sich darum, ja? Auch von mir die besten W├╝nsche und gr├╝├čen Sie Linhard und Herrn Brandur von mir.┬ź Auch Kasimir verwandelte sich in eine Fledermaus. Seine Kleider blieben noch einen Moment leer stehen, dann fielen sie ebenfalls zusammen und aus dem Kragen huschte eine wei├če Fledermaus, welche der Dunklen folgte.

Nathan
Nathan stand da, mit Schwert und Einhorn in der Hand und starrte mit offenstehendem Mund den Flederm├Ąusen hinterher. Er schmeckte noch immer Archibalds Kuss auf seinen Lippen. Dann riss er sich zusammen und rief einen Dienstboten herbei, der ihm die Kleidung hinterhertragen sollte. Dann begab er sich zu Linhard, um das Schwert abzugeben und anschlie├čend den Hasen aus dem Zimmer zu holen. ┬╗Gr├╝n┬ź, murmelte Nathan, ┬╗Dabei kann ich Gr├╝n doch gar nicht sehen ... so was Doofes ...┬ź

Archibald von Dornburg
Als Nathan das Zimmer von Archibald betrat, lag ein selbstgen├Ąhter Hase auf der Bettdecke. Ob er gr├╝n war oder nicht, konnte Nathan vielleicht nicht sagen. Aber es war das einzige Stofftier und der einzige Hase.
selbstgen├Ąhter Pl├╝schhase

Nathan
Nathan dr├╝ckte den Hasen sch├╝tzend an sich. ┬╗Dein Papa ist auf einer Reise. Aber ich passe derweil auf dich auf. In meinem Zimmer hast du viele Freunde, die dir helfen, damit das Warten nicht so einsam ist.┬ź Er brachte das Pl├╝schtier in sein Zimmer und setzte es neben Minifabs. ┬╗Sch├Ân aufeinander aufpassen┬ź, erkl├Ąrte er und stellte auch gleich das Einhorn den anderen Spielzeugen vor, ehe es seinen Platz bei dem Pferd fand.
"Herr, wer euch dient f├╝r Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen f├Ąllt, l├Ą├čt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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