Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Abflug nach Schattenschimmer

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Kasimir
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Abflug nach Schattenschimmer

#1

Beitrag von Kasimir » Mi 13. Jun 2018, 13:08

Archibald von Dornburg
Archibald war in sein Quartier zurückgekehrt und hatte den Tag über in seinem dunklen Versteck verbracht. Er vermisste Dunwin schmerzlich als Berater und als seelischen Beistand und natürlich vermisste er Jesper. Aber das hätte er niemals zugegeben. Es kostete ihn schon einiges an Überwindung, dies vor sich selbst zuzugeben. Und wer wusste, was der Fettsack während seiner Abwesenheit wieder getrieben hatte? Vermutlich gar nichts, sondern er hatte auf ihn gewartet, so wie fast immer. Arch war durcheinander. Die letzten Tage mit Nathan hatten eine andere Seite in ihm wachgerufen, eine Seite die er kaum kannte, die er eigentlich nicht kennenlernen wollte und die er leider nicht wieder einsperren konnte. Eine recht helle und lichte Seite. Und dann war dort der herrliche Ausflug mit Robere gewesen. Finsternis in der sie sich wie Brüder gesuhlt hatten. Mehr noch, er hatte Kazrars Sohn übernommen, weil dieser dazu nicht in der Lage war. Logisch, der Bursche war tot. Tote Erziehungsberechtigte erzogen meist sehr schlecht, es sei denn sie waren Ghule oder Vampire. Robere war ein Paradebeispiel für einen Menschenfresser, er liebte die Jagd, er war skrupellos und er war gerissen. Leider noch nicht gerissen genug, denn man hatte ihm den Arsch aufgerissen. Aber einmal war geschenkt, fand Arch. Vor allem da es nicht sein Heck gewesen war. Wie Engelchen und Teufelchen standen sie sich nun auf seinen Schultern gegenüber - Nathan vs Robere... wohin sollte die Reise gehen? Einerseits wollte Arch sich einfach in Nathans Umarmung und Freundlichkeit fallen lassen. Selbst einmal im Licht der Zuneigung baden. Nur ein einziges Mal, ohne dass jemand eine Restangst vor ihm verspürte, so wie Jesper, oder sogar Dunwin. Nathan hielt keinen Sicherheitsabstand ein. Keinen Milimeter. Auf der anderen Seite lockte der Abgrund in Form von Robere. Jagen, Fressen, Saufen, Spaß haben und sich einen Scheiß um andere sorgen. Das war das Leben, dass er liebte und gewöhnt war. Aber wollte er das tatsächlich? Falls ja, warum war er so vernarrt in Nathan? Im Grunde war Nathan ein Nichts, ein Niemand, eine unbedeutende Person mit dem Horizont eines Brezels... aber hätte diese Aussage jemand anderes getroffen, wäre er im gleichen Moment dafür gestorben. Denn die Brezel hatte etwas, dass er in seinem Leben noch nicht kennengelernt hatte - Herz. Wobei, da belog er sich selbst. Eine Person hatte ihm die gleiche selbstlose Herzlichkeit entgegengebracht - Kasimir! Er musste mit seinem Biss-Vater und Meister sprechen. Auch was seine Reisepläne anging und vielleicht sollte er den winzigen Snack beichten... er wusste es nicht. Selten war er nervös, aber diesmal rieb er sich mit der Daumenkralle seine schwarze Fledermausnase. Als die Nacht hereinbrach, machte sich Archibald auf den Weg zu seinem Meister. Er flog so schnell er konnte und landete bei Kasimir. Dort nahm er menschliche Gestalt an und schaute betroffen drein. »Meister? Ich benötige Euren Rat«, sagte er leise.

Kasimir
Kasimir war als Fledermaus optisch das genaue Gegenteil von seinem Zögling. Während Archibald gedrungen, mit kurzer breiter Schnauze, kleinen Ohren und dunklem Pelz gebaut war, war Kasimir weißfellig, mit einem hundeartigen Schnäuzchen und riesigen Ohren ausgestattet. So hing er mit zusammengeschlagenen Flügeln wie ein weißer Zapfen von der Decke des Zimmers oberhalb der Taverne, in dem sie wohnten. Als Archibald landete, sich in seine menschliche Gestalt verwandelte und ihn ansprach, ließ die weiße Fledermaus sich fallen, schlug einen Salto und war ein Lichtalb, als sie aufkam. »Willkommen daheim«, grüßte Kasimir ihn. »Du warst lange fort. Ich habe deine Kleider inzwischen in die Reinigung gebracht, sie liegen frisch gewaschen und zusammengelegt dort auf deinem Stuhl.« Auch er selbst kleidete sich an. »Was möchtest du mich fragen?«, fragte er freundlich, als er sich angezogen hatte und schenkte ihnen beiden heißes Wasser ein, das in einer Kanne bereitstand.

Archibald von Dornburg
Archibald beobachtete Kasimir und hockte sich aufs Bett. »Ich habe jemanden kennengelernte, auf von Grund auf liebenswerte und reine Seele. Rein, unschuldig, infantil und herzlich. Ich mag diese Person, wesentlich mehr als ich ihn mögen sollte. Dir zu erzählen, dass ich nicht wüsste warum, ist eine Lüge. Ich weiß warum. Er ist ein Überlebender. Er ist ein Kind in einem alten, verrottenden Körper. Er ist uralt, bestimmt über 20 Jahre oder so, aber ich mag seine Art, seine Seele, sein... ich, ihn selbst? Ja ich glaube dass trifft es. Ich möchte gerne in seiner Nähe sein, aber ich weiß was das für ihn bedeutet. Ich habe ihn sogar gefragt, ob wir einmal Sex miteianander haben könnten. Er machte das von seinem Kerl abhängig und sie lehnten ab. Den Ältesten sei Dank, dass er ablehnte, ich weiß nicht ob er schnell genug wäre oder ich beherrscht genug, dass er lebend davon gekommen wäre. Und dennoch wünsche ich es mir. Aber ich jage ihn nicht, ich habe ihn unter meinen Schutz gestellt. Auf der anderen Seite habe ich jemanden kennengelernt, den Sohn meines alten Zöglings Kazrar Chud. Er war mein Mündel, jenes aus dem Ring, dem Zirkel. Er hatte sein Erwachen Dank mir und wir hatten Spaß... Verzeih mir das Meister... aber der Ruf war laut und ich habe ihm nur zu gerne nachgegeben. Aber sei unbesorgt, ich habe die Leiche zerstückelt und entsorgt, Du musst keine Angst haben. Gesehen hat uns niemand, ich habe aufgepasst. Und nun bin ich hin und her gerissen. Nathan die Herzlichkeit oder Robere der Hunger. Und so abartig, widerwärtig und pervers es klingt Kasimir, ich tendiere zu Nathan... Du musst mir helfen«, bat Archibald.

Kasimir
Kasimir trank darob ersteinmal einen langsamen Schluck heißes Wasser. »Du hattest mir versprochen, niemanden mehr zu töten, oh, Archibald!«, klagte er. »Gibt mir einen Moment.« Kasimir stützte die Ellbogen auf, verschränkte die Finger und senkte seine Stirn darauf nieder. Einige Minuten war er in ein tiefes Gebet versunken. Dann schlug er die Augen auf, senkte die Hände und blickte seinen Zögling ernst an. »Lass mich dir sagen, dass ich erschüttert bin über dein gebrochenes Wort. Jedoch erkenne ich an, dass du zu mir kamst und nun ehrlich zu mir sprichst. Ich sehe noch immer Orils Funken in dir, der die Dunkelheit erhellt. Das Licht muss in Nathan sehr stark sein und in Robere das Dunkel. Du liebst und fürchtest das Licht, wohingegen die Dunkelheit dir Geborgenheit schenkt, obgleich sie dich mit einem Raubtiergrinsen zu verschlingen droht. Wovor hast du Angst, wenn du ins Licht blickst, Archibald?«

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Kasimir bekümmert, als dieser so traurig, geradezu enttäuscht mit ihm sprach. Er konnte es gut verstehen, er hatte sein Wort gebrochen. Aber der Typ war auch wirklich lecker gewesen, dass verschwieg er lieber, ehe Kasi noch in Tränen ausbrach. So etwas konnte er nicht verkraften, Leute weinen sehen die ihm etwas bedeuteten. »Nathan... wir haben uns vor dem Hof kennengelernt, eigentlich wollte ich ihn töten. Er sah wie ein leichtes Opfer aus, aber er war keines. Er war ein Überlebender. Er hegte keinen Argwohn, er war freundlich, vertrauensvoll und stell Dir vor er sammelt wie ich Spielzeug. Wir haben uns richtig gut unterhalten, er kennt nichts Böses Kasimir. Böses an sich, ob eigene Gedanken oder Böses der Welt - es ist ihm fremd. So als wäre er nicht von unserer Welt, als hätten ihn die Ältesten geschickt. Er ist ein Kind im Körper eines Mannes. Manche Kinder sind nicht so unschuldig wie manche glauben, sie haben das Reine nie besessen oder als Kinder verloren. Solche gibt es auch. Er hat es bis heute behalten, er hat sich seine Unschuld bewahrt. Ich rede von der geistigen, nicht von der Körperlichen, die ist unerheblich. Ich weiß gar nicht mehr warum, aber er hat mich gestreichelt. Ohne Angst, einfach so und es fühlte sich gut an. Verdammt gut und in dem Moment... nun sah ich mich. Es war wie die Sache mit Hase. Einerseites sollte er mich berühren und nicht aufhören, andererseits wollte ich ihn nicht einsauen mit meiner Dunkelheit. Normalerweise sehe ich sie als etwas Erhabenes an, aber in dem Moment fühlte ich mich.... machtlos. So als hätte er mich gegen meinen Willen ans Licht gezerrt und ich habe mich nicht dagegen gewehrt. Warum? Weil es mir gefiel. Aber da gehöre ich nicht hin und das macht mir Angst. Was aus mir werden könnte, falls ich schwach werde und nachgebe. Was dann? Mit Licht meine ich nicht den Tag, dass ist klar, sonst wäre ich nur noch Asche. Wovor ich letztendlich Angst habe, vor mir selbst. Vor dem Teil von mir, den ich nicht kenne und nicht verstehe und der Nathan liebt«, antwortete Archibald. »Hast Du auch die Einladung von diesen Schatten erhalten? Wollen wir hinreisen?«, versuchte Arch das Thema zu wechseln, da es ihm mulmig wurde.

Kasimir
»Auch ich wurde gerufen, Archibald. Momentan bin ich für Linhard leider ein sehr nutzloser Leibdiener, da ich ihm nicht in den Palast folgen kann. Er ist wohl dort auch gut versorgt und bedarf meiner nicht.« Kasimir blickte nun noch enttäuschter drein. »Darum spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, eine Reise zu unternehmen, wir können ihm eine Nachricht zukommen lassen, damit er sich nicht sorgt. Notfalls gibt es bei Hofe genügend Ersatz für mich, will mir scheinen. Aber vielleicht ist es besser so. Auch ich bin noch Teil des dunklen Weges, den er ablegen wollte. Einen Vampir als Leibdiener, das bringt auch nur ein Hohenfelde zu Stande. Man weiß nicht, ob man diese Familie bewundern oder über sie den Kopf schütteln soll.« Kasimir stand auf, ging um den Tisch herum und setzte sich zu Archibald. »Liebe ist niemals Schwäche, Archibald. Was lehrte ich dich einst? Gefühle sind niemals falsch. Und Liebe ist ganz sicher das Letzte, was es zu unterdrücken gilt. Liebe wird dir kraft schenken. Vergiss diesen Robere ganz schnell wieder und verabschiede dich von Nathan, wenn er dir so viel bedeutet, bevor wir abreisen. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung.«

Archibald von Dornburg
Archibald lehnte sich gegen Kasimir. »Wir sollten uns zuerst diese Stadt einmal anschauen, ob wir dort bleiben, ist eine andere Sache. Linhard mag Dich sehr und ich mag den Kurzen ebenso. Ich bin der erste Mann seines Stabes, ich werde nicht für ewig fort bleiben. Zumal der Stab meine Form der Familie ist. Nun ich denke einigen geht es so im Stab. Nathan hat einen Freund und er hat gute Leute, ich sehe ihn als Freund den man beschützen muss. Robere... er ist mein Mündel... ich habe seinen Vater versucht auf die Beine zu helfen. Ich kann ihn nicht einfach hängen lassen. Aber vorerst werde ich in diese Stadt reisen. Bei Rückkehr werde ich ihnen davon erzählen und ich werde beiden einen Abschiedsbrief schreiben, der alles erklärt. Es ist ja nicht für immer Kasimir«, sagte Arch. »Nund die Hohenfeldes sind eine Familie für sich, grausam und gütig zugleich, jedenfalls wenn man Dunwin und Linhard betrachtet. Einige unter ihnen sind brillant, andere schwachsinnige Idioten. Wiederum andere, was auch immer... manche hochgefährlich, andere zu weich... aber Dunwin muss sich nun selbst um seine Angelegenheiten kümmern, auch wenn ich ihn vermisse. Wir werden uns ja wiedersehen. Was ist mit Dir? Möchtest Du persönlich Abschied von Lin nehmen? Dann begleite ich Dich«, schmunzelte Archibald.

Kasimir
»Ich würde mich gern von ihm verabschieden, aber ich kann nicht in den Palast gelangen! Er ist vampirsicher, wie es scheint. Sofort umzuziehen, dauerhaft, war nicht mein Gedanke, dennoch werden wir eine Weile unterwegs sein. Die Hohenfeldes haben die Jahrhunderte überstanden, Inzest, Infantizid und vieles mehr. Sie werden, denke ich, auch einige Wochen unserer Abwesenheit überleben«, schmunzelte Kasimir.

Archibald von Dornburg
Archibald lachte leise und rau auf. »Sag das nicht... ich habe Dunwin versehentlich falsch gefüttert. Er ist gar kein Ghul. Behauptet ständig er wäre ein Ghul und ist keiner. Was soll sowas? Kein Wunder dass er so kränklich wurde, als ich ihm so einen verhunzten Gammelfleisch Kadaver kredenzt habe zum Spaß«, prustete Arch.

Kasimir
»Oh, Archibald«, stöhnte Kasimir gequält auf. »Dein Humor ist bisweilen arg malgorisch. Lass uns noch etwas trinken, den Brief schreiben und abreisen.«

Archibald von Dornburg
»Also Kasi, echt unter uns beiden... wer fing denn bitteschön mit den blöden Witzen an? Ich? Oder Dunwin? Dass war doch Dunwin, der felsenfest behauptete, er wäre ein Ghul. Und Ghule essen was? Gut ich wollte ihn ärgern, ich dachte so ein Ranziger schmeckt sicher lustig, aber er hat ihn brav gegessen und dann wurde er krank. Das hat mich doch irritiert muss ich sagen. Gut lass uns gemeinsam den Brief an LiLa schreiben«, bat Arch.

Kasimir
»Lieber Linhard,

leider können wir uns nicht persönlich bei dir verabschieden. Der Palast ist von einer unsichtbaren Barriere umgeben, welche uns Vampiren den Zutritt verwehrt und die beiden Hexer, die uns beschatten, tragen nicht zu unserem Wohlbefinden bei. Wir möchten daher einer Einladung folgen und uns auf eine Reise nach Schattenschimmer, ehemals Schimmerstein begeben«, begann Kasimir zu diktieren.

Archibald von Dornburg
Archibald nahm Blatt und Feder zur Hand und schrieb fein säuberlich, was Kasimir ihm diktierte. »Unsere Abreise ist kein Abschied für immer, allerdings werden wir geraume Zeit unterwegs sein. Wann wir uns wiedersehen steht nicht fest. Aber Dir und Deinem Mann alles Gute. Passt auf Euch auf... es tut sonst keiner...«, schrieb Archibald dazu. »Er hat sich einen guten und taffen Kerl ausgesucht unsere kleine Larve«, schmunzelte Arch. »Soll noch etwas dazu?«

Kasimir
»Bitte richte Herrn Brandur unsere ergebensten Grüße aus und die Bitte um Verzeihung, was das Thema Treulosigkeit anbelangt. Wir sind sicher, dass du, Linhard, in besten Händen bist und man sich gut um dich sorgen sowie effektiv schützen wird, auch ohne die Anwesenheit deiner beiden Vampire.«

Archibald von Dornburg
Archibald schrieb die letzten Zeilen und murmelte sich dabei etwas in seinen nicht vorhandenen Bart. »Hoffen wir, dass er hier glücklich wird. Und vielleicht finden wir ja dort ein Fleckchen für uns. Wen dem so ist Kasimir, was machen wir mit unseren Leuten? Geben wir sie auf, schließen wir uns den Vampiren an, oder kehren wir trotz allem zurück? Hast Du Dir darüber schon Gedanken gemacht?«, fragte Arch und faltete den Brief an Linhard ordentlich zusammen. »Glaube es oder lasse es, aber die Zeit bei Wolfram werde ich vermissen. Ich glaube das geht mir nicht alleine so oder?«

Kasimir
»Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber vielleicht ist der eine oder andere von einer Übersiedlung begeistert? Ja, bei Wolfram im verborgenen Tal ... das war eine schöne Zeit. Dort wurdest du mein Zögling.« Kasimir küsste Archibald auf die Stirn. »Da fällt mir ein, wir sollten einen Bogen fliegen und Simon abholen. Vielleicht findet er in Schattenschimmer ein neues Heim. Es freut mich, dass du keinen Gedanken weiter an Robere verschwendest. Er würde dir nicht gut tun. Vergiss ihn bitte und schau nach vorn.«

Archibald von Dornburg
»Damit könntest Du Recht haben, ich weiß nicht was ich mir unter der Stadt vorstellen soll, aber ich bin gespannt was uns dort erwartet. Ich würde Nathan gerne beißen, aber das wäre sehr unfair und egoistisch. Und er gehört nicht in diese dunkle Welt. Ich glaube er könnte sich nicht mal ernähren, da er niemanden verletzen möchte. Ich schwor ihn zu beschützen, damit würde ich seinen Untergang besiegeln. Tja Robere.... dazu kann ich weder etwas sagen, noch etwas versprechen. Er verlässt sich auf mich Kasi. Bei Wolfram hast Du mich von meinen Schmerzen und von der Sterblichkeit geheilt. Etwas dass ich nie vergessen werde, gleichgültig wie schwach oder undankbar ich Dir manchmal erscheinen mag, aber dass vergesse ich Dir nie. Behalte das im Hinterkopf Kasi, falls Du mich mal abschreiben musst... warum auch immer... wenn Dich keiner mehr auf der Welt hier mag oder schätzt, ich tue es, gleichgültig wie Du zu mir stehst. Und ich werde Dich immer im Herzen tragen, egal wo Du bist. Auch dass sollst Du wissen. Aber bevor wir über Trennungen oder Abschiede reden, sollten wir zu unserem gemeinsamen Abenteuer aufbrechen. Ja Simon war schon zu lange allein im Tal, wer weiß was er getrieben hat. Lass uns den Brief bei den Wachen abgeben und losfliegen Kasi«, sagte Arch und drückte Kasimir fest. »Vielleicht finden wir ja in der Stadt der Dunkelheit unser persönliches Licht«, grinste er gut gelaunt und machte sich auf den Weg.

Kasimir
Kasimir begleitete Archibald zu den Wachen, welchen er den Brief geben sollte. »Dass du Nathan ziehen lässt, ist das größte und selbstloseste Geschenk, was ich von dir sah. Was uns erwartet, weiß Oril allein. Danke für deine Worte, doch behalte auch du sie im Gedächtnis, wenn das Dunkel übermächtig zu werden droht. Du liebst, Archibald. Du bist keine Bestie.«

Archibald von Dornburg
Archibald schaute Kasimir verblüfft an, ehe er erneut schmunzelte. »Tja... ja... wenn das meine Mutter wüsste... es bräche ihr steinernes Herz. Wobei Steine selten brechen. Vielleicht bedeutet Mut auch etwas Unbekanntes zuzulassen... ein Versuch kann nicht schaden«, sagte Archibald und überreichte einem der Wachen den Brief. »Dieser Brief ist für Prince Linhard de Souvagne persönlich, von seinem Schwertmeister und seinem Leibdiener. Wir melden uns, sobald wir zurück sind. Der Brief ist unverzüglich zu übergeben«, erklärte Archibald. Die Wache guckte zwar etwas komisch, aber da der Name des Ehemannes von Prince Greogoire fiel, wollte er sich lieber keinen Ärger einhandeln und eilte los.

Kasimir
»Dann ist nun der Zeitpunkt gekommen, unsere Wertgegenstände zu verwahren und abzureisen. Oder wünschst du, in menschlicher Gestalt zu reisen?«

Nathan
Als hätte er es erahnt, sah Nathan seinen neuen Freund vor der Treppe. Freudestrahlend ging er auf ihn zu. »Guten Abend, Archi!«

Archibald von Dornburg
»Ich glaube dass wäre besser, sonst sind wir unbewaffnet oder? Auf der anderen Seite, benötigen wir keine Waffen um uns zu verteidigen«, grübelte Archibald. Auch Archibalds Gesicht hellte sich auf, als er Nathan sah. Er sah fast so aus, als wäre er eine andere Person, da er überhaupt nicht mehr grimmig oder misstrauisch in die Welt schaute. »Nathan!«, freute sich Arch und umarmte den kleinen Kerl, der gar nicht so klein war. »Nathan höre zu, Kasimir und ich werden eine lange Reise antreten. Wir wissen nicht, wann wir zurückkommen, also pass gut auf Dich auf, hörst Du? Mach mir keine Schande. Ich habe noch etwas für Dich, dass wollte ich Dir eigentlich auf die Bank legen und hätte es beinahe Vergessen. Mein Geschenk an Dich. Aber vorher überreiche ich Dir dass«, sagte Archibald und zückte sein Jian. »Das Schwert bedeutet mir sehr viel, gib es Linhard er soll es bis zu meiner Rückkehr führen und so für mich verwahren. Es wird ihm gute Dienste leisten«, erklärte Arch. Er zog die Klinge blank, küsste sie und verstaute das Jian wieder in seiner Scheide. »Für Lin, er soll gut auf es acht geben. Und nun zu Dir. Manche Sagengestalten werden real, obwohl sie scheinbar nicht existieren, Feen, Einhörner... wahre Freunde - wie Du, drum diese hier für Dich«, sagte Archibald liebevoll und drückte Nathan ein Bündel in die Hand. »Deine Überraschung und Dein Vergiss-mich-nicht«.

geschnitztes Einhorn

Nathan
Nathan hielt die schwere Waffe in der einen Hand und das Geschenk in der anderen. »Das ist wunderschön«, sagte Nathan gerührt und betrachtete das geschnitzte Einhorn. Er streichelte es liebevoll. »Das darf auf die Koppel von Chevalier Laurence, da ist sein Pferd nicht so allein.« Dann sah er Archibald lange an. Als er dessen Gesichtsausdruck sah, kullerten ihm zwei Tränen über die Wangen. »Du hast nicht vor, zurückzukehren.«

Archibald von Dornburg
»Doch Nathan, ich werde zurückkommen, für Dich und für Lin. Zumindest um Euch meine Entscheidung mitzuteilen, falls ich in dieser anderen Stadt leben möchte. Und gleich wo ich bin, ich werde schon einen Weg finden um mit Dir in Kontakt zu treten. Entweder schreibe ich Dir oder ich bezahle einen Verseuchten, also einen Magier. Hast Du etwas Persönliches von Dir, dass Du entbehren kannst? So etwas benötigt man für eine Kontaktaufnahme. Unser Abschied ist nicht für immer Nathan, dass geht nicht, dafür mag ich Dich zu sehr. Und das meine ich tatsächlich ehrlich«, antwortete Archibald.

Nathan
»Ich mag dich auch, Archi«, sagte Nathan und drückte ihn, ohne eine Hand freizuhaben, indem er sich mit der Brust an ihn lehnte und seinen Kopf an ihn schmiegte. »Du kannst mein weißes Einstecktuch nehmen, das ist sauber und ich hab ganz viele davon und es ist leicht zu transportieren.«
rosa Einstecktuch aus Satin
»Bitte melde dich, damit ich weiß, dass es dir gut geht. Ich hab dich lieb, Archi.« Nathan trat einen Schritt zurück und guckte tapfer.

Archibald von Dornburg
»Ich Dich auch Nathan, Dein Einstecktuch ist Nathan-weiß. Dankeschön... für alles«, sagte Arch liebevoll und küsste Nathan fest auf die Stirn. Er fasste ihn kurz mit den Krallen unters Kinn und hob seinen Kopf an. »Nathan, Du musst in mein Quartier gehen in die Taverne und den Hasen abholen. Den habe ich vergessen. Sei bitte so lieb. Du kannst ihn bei Dir bunkern, bis ich zurückkomme, am besten legst Du ihn zu Fabs. Eigentlich war er für Jesper gedacht, aber ich konnte mich nicht von ihm trennen. Also vom Hasen, Jesper habe ich ja noch. Du weißt welche Taverne, das linke Zimmer im Obergeschoss. Der Hase sitzt auf dem Bett, er ist grün. Also Nathan mein Freund, pass gut auf Dich auf, gehe nicht mit fremden Männer mit, höre auf das was Dir Dein großer Fabs sagt und sei vorsichtig. Schleich nicht in der Dunkelheit draußen herum... dort lauern Böse Dinge und Du wirst sie weder kommen sehen noch hören. Das Böse kommt stets auf leisen Sohlen... so sagt man. Und ich sage Dir Danke dafür, dass Du etwas Sonne in meine Nacht gebracht hast, Du wirst es nicht verstehen... aber das macht nichts«, erklärte Arch und küsste Nathan fest und leidenschaftlich auf den Mund ohne ihn zu verletzten. Er legte das Taschentuch auf den Boden, verwandelte sich in eine Fledermaus und ergriff es mit seinen kleinen Füßen. Die schwarz-graue Fledermaus schaute zu Nathan auf, blinzelte und flog mit dem Taschentuch davon. Kurz schwirrte sie um Kasimirs weißen Kopf, damit er ihr folgte.

Kasimir
Kasimir schaute seufzend auf die Kleidung, die als formloser Haufen auf den Pflastersteinen lag. »Dabei hatte ich sie gerade erst reinigen lassen. Nathan, bitte seien Sie so gut und kümmern sich darum, ja? Auch von mir die besten Wünsche und grüßen Sie Linhard und Herrn Brandur von mir.« Auch Kasimir verwandelte sich in eine Fledermaus. Seine Kleider blieben noch einen Moment leer stehen, dann fielen sie ebenfalls zusammen und aus dem Kragen huschte eine weiße Fledermaus, welche der Dunklen folgte.

Nathan
Nathan stand da, mit Schwert und Einhorn in der Hand und starrte mit offenstehendem Mund den Fledermäusen hinterher. Er schmeckte noch immer Archibalds Kuss auf seinen Lippen. Dann riss er sich zusammen und rief einen Dienstboten herbei, der ihm die Kleidung hinterhertragen sollte. Dann begab er sich zu Linhard, um das Schwert abzugeben und anschließend den Hasen aus dem Zimmer zu holen. »Grün«, murmelte Nathan, »Dabei kann ich Grün doch gar nicht sehen ... so was Doofes ...«

Archibald von Dornburg
Als Nathan das Zimmer von Archibald betrat, lag ein selbstgenähter Hase auf der Bettdecke. Ob er grün war oder nicht, konnte Nathan vielleicht nicht sagen. Aber es war das einzige Stofftier und der einzige Hase.
selbstgenähter Plüschhase

Nathan
Nathan drückte den Hasen schützend an sich. »Dein Papa ist auf einer Reise. Aber ich passe derweil auf dich auf. In meinem Zimmer hast du viele Freunde, die dir helfen, damit das Warten nicht so einsam ist.« Er brachte das Plüschtier in sein Zimmer und setzte es neben Minifabs. »Schön aufeinander aufpassen«, erklärte er und stellte auch gleich das Einhorn den anderen Spielzeugen vor, ehe es seinen Platz bei dem Pferd fand.
"Herr, wer euch dient für Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen fällt, läßt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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