Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ehrungen am Hofe

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Comte Massimo de la Cantillion
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Re: Ehrungen am Hofe

#31

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 08:33

Massimo

dr├╝ckte Moni von sich.

"Du hast eine Menge ├╝ber Loyalit├Ąt zu lernen. Du h├Ąltst zu den Wilden statt zu deinen Mann? Nichts weisst du. Du hast nie unser Land verlassen. Du hast nicht gesehen was diese Tiere an den Grenzen treiben, wenn sie wehrlose Bauern erwischen. Die M├Ąnner werden abgeschlachtet und die Frauen und T├Âchter werden verschleppt. Bestimmt nicht zum Kaffeekochen. Dank Ainuwar auf Knie dass du dass nie gesehen hast und dich keins der Tiere angefallen hat!
Und du widersprichst mir offen. 
Mir sagst du, ich soll mich mit so einem vertragen? Ich soll das? Der Wilde nicht? Greife ich unschuldige Leute an, schlachte die ab und raub die aus? Und vergleich den W├╝stenaffe nicht mit den Duponts. Ich glaub dir ist den sein Geschw├Ątzt aufs Hirn geschlagen! Die Duponts sind Souvagner Monique. Das sind unsere Landsleute. Jeder macht Fehler, die genau wie ich. Aber gleich was sie verbrochen haben, es sind Souvagner. Und wir m├╝ssen als Landsleute zusammenhalten. Aber ich werd mich nicht mit einem W├╝stentier verb├╝nden. Mit Wilde die meine Landsleute umbringen, weil die zu faul sind selber ihren Arsch zum Arbeiten zu bewegen.
Wie blind bist du? Er ist der Feind und mich beleidigst du vor alle Leute. Ich hab mich um dich bem├╝ht und ich hab dich immer besch├╝tzt. Egal was du dir gew├╝nscht hast, du hast das das von mir bekommen. Dir geht es zu gut, dass ist dein Problem. ├ťberleg dir gut was du sagst Weib. Ich kann dir Respekt auch anders beibringen Monique. Aber ich bin nicht so einer, der seine Frau eine langt. Ich kann dich bei mir nicht mehr gebrauchen. F├╝r so ein Tier f├Ąllst du mir in den R├╝cken. Warum Monique? Wobei, scheiss drauf und verschwinde. Verzieh dich nach Hause und komm nicht zur├╝ck. Geh Monique, ich will dich nicht mehr sehen."

Massimo ging zur├╝ck zum Palast und liess Moni stehen. Was f├╝r ein beschissener Tag dachte er voller Wut.

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Re: Ehrungen am Hofe

#32

Beitrag von Monique de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 12:53

Monique eilte Massimo hinterher, grabschte ihm von hinten in die Haare und wickelte sie um ihr Handgelenk. Somit zwang sie ihn etwas unsanft stehen zu bleiben. Sie hoffte inst├Ąndig, dass seine Ank├╝ndigung den Tatsachen entsprach, dass er sie nicht schlug.

Zeitgleich z├╝ckte sie den Dolch aus ihrem G├╝rtel, den ihr Mann ihr geschenkt hatte und hielt die Waffe an Massimos Haare.

"Bleib stehen und h├Âr auf damit. Es mag sein, dass ich von all dem keine Ahnung habe, aber deshalb musst Du mich nicht so behandeln, wenn ich es gut mit Dir meine. Also bleibst Du, dann lass ich Dich los. Oder geh und Du hast ab heute eine Kurzhaarfrisur Massimo. ├ťberleg es Dir, ich wei├č was Dir Deine Haare bedeuten. Das gleiche wie mir der Familienfrieden.

Und ich werde ganz sicher nicht gehen und nicht wiederkommen. ├ťberlege selbst einmal bitte was Du da sagst. Du verrennst Dich da in etwas, m├Âchtest Du daf├╝r unsere Familie aufgeben?",
fragte Monique ernst und musterte ihren Mann streng.

Zur Not w├╝rde sie ihm tats├Ąchlich die Haare abschneiden, aber was dann los sein w├╝rde, konnte sie sich denken. Sie wusste nicht wie schnell Massimo rennen konnte, aber sie hoffte dass sie etwas schneller war.

`Gib doch einmal nach und renne nicht immer mit dem Kopf durch die Wand┬┤, flehte sich gedanklich inst├Ąndig.

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Re: Ehrungen am Hofe

#33

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 21:31

Massimo

blieb stehen. Seine Frau hatte ihn in die Haare gepackt und hielt ein Dolch dran. Langsam drehte er sich zu Monique um und k├╝sste sie. Er packte ihre Hand vorsichtig und zog sie weg.

"Heute ist nicht mein Tag. Entschuldige meinen Ausraster. Wegen deine Frage, nein ich will unsere Famiie nicht verlieren und dich genauso wenig. Ich war fies zu dir und hab nicht an dich und unser Baby gedacht. Steck den Dolch weg Moni. Ich hab mich wirklich verannt weil ich so w├╝tend auf den Rakshaner war. Wir gehen zur├╝ck und ich lese Khawa aus. Khawa bekommt seine Chance. Dass hatte ich Jules versprochen. Dir verspreche ich das genauso. Ich h├Ątte nicht gedacht, dass du so hart drauf sein kannst Moni, du hast meinen Respekt."

Massimo bot Moni seinen Arm an und musste l├Ącheln.

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Re: Ehrungen am Hofe

#34

Beitrag von Jules de Mireault » Mo 30. Jul 2018, 14:27

Jules verlie├č ebenfalls in aller H├Âflichkeitsform gemeinsam mit Khawa den Thronsaal. Drau├čen sprach Monique f├╝r Khawa, was Jules f├╝r seinen Verlobten sehr freute. Aber dann ging es mit Massimo erst richtig zur Sache. Er fauchte seine Frau an, dass Jules unwillk├╝rlich in Abwehrstellung ging. Gl├╝cklicherweise ging Massimo seine Frau nicht an, sondern er ging weg! Sturer als jeder Stein, verkniffener als jede Auster und angriffslustiger als jeder Stier. Die Verbrecher in Souvagne w├╝rden sterben wie die Fliegen, dessen war sich Jules sicher. Wer nicht sterben oder zu Schaden kommen sollte war klar, sein Verlobter Khawa und Monique die sich f├╝r ihn eingesetzt hatte.

Monique lief ihrem w├╝tend davon stampfenden Mann hinterher und bremste ihn v├Âllig anders aus, als es Massimo wohl erwartet hatte. Gut Jules hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie ihm an den Haaren ziehen w├╝rde und ihm ├Âffentlich mit Beschneidung drohte. Jedenfalls was die Haare betraf. Es schien allerdings auf den L├Ąuterer eine ├Ąhnliche Wirkung zu haben, als h├Ątte sie zwei Etagen tiefer gedroht, denn er lenkte erstaunlicherweise ein. Jules hatte mit allem gerechnet, sogar damit dass sich der Comte gewaltsam von seiner Frau befreien w├╝rde, aber das Gegenteil war der Fall. Jules war froh darum, dass sich Massimo scheinbar wieder abgeregt hatte. Aber wer ihn kannte wusste, dass sich dies binnen eines Sekundenbruchteils ├Ąndern konnte, denn der neue Palaisin hatte einen ziemlich explosiven, cholerischen Charakter. Monique und Massimo kehrten langsam zu ihnen zur├╝ck. Jules schaute Khawa an und legte ihm einen Arm um die H├╝fte.

ÔÇ×Bleibe ruhig aber wachsam B├Âhnchen, ich bin an Deiner Seite und Du bist auch nicht wehrlos. Jedenfalls solange er Dich nicht mit Geistmagie angreift. Sieh zu, dass Du zur Not zur├╝ckschlagen kannst. Ich bin gewappnet, aber ich hoffe nachdem Monique ihn wieder eingefangen hat, ist er etwas umg├Ąnglicher.

Ich schw├Âre Dir eines, der arme Tropf, der als erstes von Massimo dienstlich verh├Ârt wird, wird leiden. Entweder ist er heute kratzb├╝rstiger als sonst, oder Du hast eine empfindliche Stelle bei ihm getroffen. Allerdings ist auch beides m├Âglich. Bleib locker und h├Âflich bitte und bewirf ihn nicht wieder mit irgendwas.

Er soll sich allerdings schwer h├╝ten, Dich noch einmal mit einem F├Ąkalien-Haufen zu vergleichen, sonst hat er nicht Monique an den Haaren h├Ąngen, sondern mich am Hals. Ihr k├Ânnt es beide aber auch nicht lassen. Ihr habt Spa├č daran, kann das sein?ÔÇť,
grinste Jules und seine Narbe ├╝ber dem Mund verzog es zu einem schiefen Grinsen.

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Re: Ehrungen am Hofe

#35

Beitrag von Khawa » Mi 1. Aug 2018, 16:05

Khawa warf Jules einen b├Âsen Blick zu. Dann musste er feixen.

"Mein lieber July, kein Grund eifers├╝chtig zu sein, nur weil ich auch mal einen anderen Mann mit Lebensmitteln bewerfe. Wie sollte ich mich sonst zur Wehr setzen gegen Massimos Feindseligkeit? Jetzt bin ich selber von Stand, ab heute kann ich ihm unverbl├╝mt die Meinung geigen! Bislang war mir das jedoch nicht verg├Ânnt, ich durfte ihm nicht offen widersprechen oder mich mit ihm kloppen, ohne dass ich mich damit in Lebensgefahr gebracht h├Ątte. Du findest meine Rosinenattacke vielleicht kindisch und ganz ehrlich, ich h├Ątt auch lieber die F├Ąuste sprechen lassen. Aber ehe ich Kopf und Kragen riskiere oder gar nichts mache, ├Ąrgere ich ihn mit solchen Kleinigkeiten. Das bringt ihn auf die Palme und mir bringt es Genugtuung."

Massimo und seine Frau kamen gerade wieder zur├╝ck.

"Habt Ihr es Euch ├╝berlegt, Palaisin?", fragte Khawa betont h├Âflich. W├Ąhrend er mit dem Comte sprach, betastete er ungeniert Jules knackigen Hintern.

"Darf ich jetzt eigentlich Du sagen, July, oder muss ich dich weiterhin in der ├ľffentlichkeit in der Mehrzahl ansprechen?"
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, hei├č wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Re: Ehrungen am Hofe

#36

Beitrag von Jules de Mireault » Sa 4. Aug 2018, 20:35

Jules sagte nichts dazu, als Khawa ihn an den Hintern fasste, er ├╝bermittelte ihm einfach sein Wohlf├╝hlen.

"Du darfst mich nun in der ├ľffentlichkeit duzen, wir sind vom gleichen Stand Khawa. Wir sind beide Chevalier, folglich darfst Du mich als mein Freund duzen. Alles andere w├Ąre unschicklich, wie man so sch├Ân sagt. W├Ąrst Du kein Chevalier geworden, h├Ąttest Du mich nach unserer Hochzeit ├Âffentlich duzen d├╝rfen. Ich finde ein Du zeigt Zusammengeh├Ârigkeit", sagte Jules und r├╝ckte zu Khawa n├Ąher auf.

"Massimo und Monique de la Cantillion duzen sich auch, wie ich geh├Ârt habe", warf July ein und wandte sich dann an Massimo und Monique.

"Die Frage ist berechtigt Massimo. Hast Du Dir ├╝berlegt, ob Du unser Angebot annimmst? Keiner von uns hat etwas davon, wenn wir befeindet sind. Du hast nichts zu verlieren Massimo, au├čer vielleicht Deinen Hass, was meinen Mann betrifft", grinste Jules.

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Re: Ehrungen am Hofe

#37

Beitrag von Monique de la Cantillion » Sa 4. Aug 2018, 22:44

Monique legte Massimo ebenfalls einen Arm um die H├╝fte, schlichtweg um zu zeigen wie sie zu ihrem Mann stand.

"Ja wir duzen uns ebenfalls, wobei das nicht immer selbstverst├Ąndlich ist Khawa. Zuerst das Ihr, dann dass Sie und dann das Du. Sie und Du muss Dir von Deinem Gegen├╝ber angeboten werden. Das Angebot kommt immer vom H├Âhergestellten. So kannst Du Dir das ganz leicht merken.

Bist Du mit einer Person befreundet, dann wird sie Dir automatisch dass Du anbieten. Wo Du nicht sicher bist, bleibe lieber beim Ihr. Lieber freundlich an ein Du erinnert werden, als dass Du jemanden kr├Ąnkst, weil er sich herabgesetzt f├╝hlt. Auf so etwas musst Du nun achten. Ich bin so frei und duze Dich, da mein Mann mit Jules befreundet ist.

Ich w├╝nsche Dir jedenfalls alles Gute, f├╝r Deinen neuen Lebensweg als Chevalier und als Paar w├╝nsche ich Euch auch das Beste. Massimo ist bereit Dein Angebot anzunehmen. Ich m├Âchte Euch beide bitten, fair und freundlich miteinander umzugehen. Seid Ihr bereit? Massimo? Khawa? Dann w├╝rde ich vorschlagen, Ihr beginnt, umso schneller habt Ihr es hinter Euch. Und vielleicht ist es gar nicht so schrecklich, wie Ihr beiden bef├╝rchtet. Das hoffe ich jedenfalls",
sagte Moni aufmunternd.

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Re: Ehrungen am Hofe

#38

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Di 7. Aug 2018, 09:27

Massimo
 
f├╝hlte sich alt. Er fragte sich wof├╝r er all die Jahre gek├Ąmpft hatte. Er hatte f├╝r nichts sein Leben riskiert. Gestern waren die Landsleute noch froh, wenn sie besch├╝tzt wurden. Heute feierten die gemeinsam mit ihren M├Ârdern. Wollten das er denen eine Chance gab. Wieviele Chancen gab den so ein Rakshaner den Grenzbewohnern von Souvagne? Keine einzige. Sie machten die Leute gnadenlos nieder und schlachteten die ab. Aber scheinbar brach eine neue Zeit an. Heute wollte keiner mehr verteidigt werden. Die wollten ihre Schl├Ąchter eine Chance geben. Und er sollte das genauso tun. Das was gestern war, war vorbei. Nach vorne schauen war deren Motto. War auch praktisch, so sah man den Dolch im R├╝cken nicht kommen. Da konnten die noch sch├Ân verwundert tun.
Massimo wusste was er gesehen hatte. Monique wusste nichts. Sie war eine Frau und hatte keine Ahnung davon, dass M├Ąnner draussen im Dreck in der Fremde starben, damit sie so einen Unfug schwatzen konnte. Aber Jules h├Ątte das wissen sollen. Er hatte selber ein Leben lang gek├Ąmpft. Aber ein bisschen Balzerei mit dem Wilden und schon war alles vergessen.
Was sollte er da noch sagen. Die wollten gar nicht gerettet werden. Scheinbar wollte das keiner, dann konnte es ihm genauso gleich sein. Er hatte nichts zu verlieren, ausser seinen Hass sagte Jules. Seine Frau meinte, er sollte Khawa eine Chance geben. Der Duc hatte Khawa zum Chevalier geadelt. Sch├Âne neue Welt. Am liebsten h├Ątte er gekotzt vor Freude.
Sein Hass auf die Rakshaner hatte Massimo nicht grundlos. Er hatte nicht beim Fr├╝hst├╝ck beschlossen die Rakshaner zu hassen, weil das gerade in Mode war. Er kannte das Volk und genau darum hasste er sie. Sie waren faul und feige. Zu faul, das was sie brauchten selber anzubauen. Darum raubten sie fleissige Leute aus. Und feige, weil sie heimlich die Schwachen angriffen.
Das sollte er jetzt nicht mehr hassen. Und er sollte ihnen sogar eine zweite Chance geben. Massimo fragte sich, wer von ihnen verr├╝ckt war. Aber vermutlich war er wirklich alt. Sein Gef├╝hl log nicht. Die Rakshaner w├╝rden weiter auf die Wehrlosen zust├╝rmen. Nur w├╝rden die das nicht mehr als Angriff sehen, sondern als freundliche Begr├╝ssung. Damit die Wilden ihre Chance bekamen. Die w├╝rden den Rakshanern mit offene Arme in die Schwerter laufen.┬á So sah die Zukunft aus. Aber das war nicht sein Problem. Der Empfang der ┬áWilden w├╝rde die Spinner kurieren oder ausl├Âschen. Vermutlich beides. ┬áJeder war f├╝r sein Schicksal selber verantwortlich.
Jules und Moni konnten ja einen Rakshaner Schutz Heim gr├╝nden. Jeder der genauso drauf war, konnte sich da einen herrenlosen Wilden abholen und den durchf├╝ttern auf Lebenszeit.┬á Dann konnten sie sich besser f├╝hlen. Wie neue Menschen die niemand hassten und jeden M├Ârder eine zweite, dritte, vierte oder f├╝nfte Chance gaben. Wenn die Opferzahl noch nicht hoch genug war. Hauptsache sie wurden nicht umgebracht. Dass war dann nicht mehr so lustig.┬á So ein sch├Ânes Wildenheim, wo den armen Wilden geholfen wurde. Die ohne ein Handschlag zu tun essen in den Arsch gestopft bekamen, ein Haus und am besten noch ein Pferd. Damit die daf├╝r bezahlt wurden nichts zu tun.┬á Gemeinsam konnten die dann auch Kultur austauschen.┬á Sie konnten sich dann ├╝ber die dummen Bauern lustig machen, die so bl├Âde waren f├╝r ihr Auskommen zu arbeiten.
Und es war sicher ein Spass am Kamin wert, w├Ąhrend die den Wilden die fetten W├Ąnste rieben, sich Geschichten anzuh├Âren wie die Bauern abgeschlachtet wurden. Dann hatten sie was zu lachen. Die Bauern h├Ątten eben nur ihren Hass verlieren m├╝ssen und Chancen verteilen sollen. So sah deren Verst├Ąndnis f├╝r Gerechtigkeit aus.
Aber was regte er sich ├╝ber Moni und Jules auf, dass waren Hausfrauen unter sich. Massimo ging dieses Geschw├Ątz nur noch auf die Nerven. Er hatte keine Lust mehr darauf alles hundert mal zu erkl├Ąren. Sie wollten ihn ├╝berzeugen dass er aufgab und sich nicht mehr um sie scherte. Gut dann gab er auf. Er konnte nicht an zwei Fronten k├Ąmpfen. Sie wollten sein Hilfe nicht und er war vom K├Ąmpfen m├╝de. Er w├╝rde sich um seine neue Aufgabe k├╝mmern und um sonst gar nichts mehr. Am besten wohnte er gleich dort. Dann hatten sie voreinander ihre Ruhe. Vor allem hatte er dann seinen Frieden und musste sich nicht mit so einen ├ärger rumschlagen.
 
ÔÇ×Von mir bekommt der Wilde gar nichts. Vergebt ihr was ihr f├╝r richtig haltet und lasst mich da raus. Ich lese ihn aus. Dazu gab ich mein Wort. Dabei geht es nicht um mich. Es geht darum, ob der Wilde l├╝gt und eine Gefahr f├╝r unseren Herrn und Souvagne darstellt oder ob er die Wahrheit spricht. Um mehr gehts nicht. Von mir gibts keine zweite Chance. Mir ist gleich was der jetzt ist. Von mir aus kann der Duc sein. Das ├Ąndert nichts an seine Vergangenheit. Khawa ist ein M├Ârder. Er hat Unschuldige abgeschlachtet. Der Unterschied zu fr├╝her ist, er ist ├Ąlter und jetzt Souvagner und Chevalier. Trotzdem bleibt ein Wolf ein Wolf, egal welchen Pelz sich das Vieh ├╝berstreift. Manche Schafe begreifen das nicht. Und ich bin es leid mir dar├╝ber den Kopf zu zerbrechen. Macht was ihr wollt, verteilt Chancen an wen ihr wollt und verschont mich damit. Ich hab darauf keine Lust mehr. Ganz ehrlich nicht. Ich mich nach dem auslesen nur noch um meine neue Aufgabe k├╝mmern. Der Rest interessiert mich nicht mehr. Ich hab keine Lust mich st├Ąndig zu streiten und ich machs auch nicht mehr. Und was in meinen Leben beschissen lief, weiss ich selber. Da brauch ich nicht die Hinweise vom W├╝sten Weisen Khawa. Ich bin bereit.ÔÇť
 
Massimo nutzte seine Gabe und drang in den Geist von Khawa ein. Er las seine Gedanken und Erinnerungen. Dabei war er auf der Suche nach dem kleinsten Zeichen von Verrat. Massimo traute dem Wilden nicht. Er ging davon aus, dass er einen Verrat gegen sie alle geplant hatte.
 
 
(Was liest er?)
 
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#39

Beitrag von Khawa » Sa 11. Aug 2018, 22:43

┬╗Danke, Comtesse┬ź, erwiderte Khawa freundlich zu Monique. ┬╗F├╝r die Erkl├Ąrung und die Gl├╝ckw├╝nsche. Euch das Gleiche.┬ź

Dann sp├╝rte er, wie der Palaisin in seinen Geist eindrang. In Khawas Seele musste Massimo erst einmal durch einen dicken, honigartigen Schmierfilm aus L├╝sternheit tauchen, ehe er ├╝berhaupt an dessen Verstand herankam. Der Quell entpuppte sich als die blo├če Anwesenheit von Jules de Mireault und weder der Streit noch die Adelung hatten dazu gef├╝hrt, dass Khawas Fixierung auf seinen Liebsten sich minderte. Khawa verg├Âtterte seinen Partner, allerdings musste man so ehrlich sein, dass er dabei recht oberfl├Ąchlich war. Jules war f├╝r ihn optisch einfach nur lecker mit seiner wei├čen Haut, den hellen Augen und dem m├Ąnnlichen K├Ârperbau. Das lange gl├Ąnzende graue Haar fand ebenso h├Âchsten Anklang. Am Charakter seines Verlobten gefiel ihm schlichtweg die Tatsache, dass er launisches Grobholz war. Dies f├╝hrte bei Khawa zu den wildesten Fantasien. Das war schon alles. Das zusammen reichte Khawa vollkommen aus, um bis ├╝ber beide Ohren in den Chevalier verknallt zu sein und ihn bei jeder Gelegenheit besteigen zu wollen. Viel mehr war nicht dahinter, aber Khawas Liebe war intensiv und aufrichtig.

Als Massimo sich endlich durch Khawas hormongeflutetes Hirn bis zu seinem Verstand durchgearbeitet hatte, konnte er sich weiter umschauen.

Es gab viele Dinge, die Khawa an seiner neuen Heimat nicht mochte und die Vorstellung, dass ein St├╝ck Land irgendwem geh├Âren konnte, war ihm nach wie vor unbegreiflich. F├╝r ihn geh├Ârte das Land demjenigen, der sich gerade darauf befand. Wenn Souvagner mitten in der Steppe eine Burg errichten w├╝rden, w├╝rden die Rakshaner es nicht als Invasion auffassen, sondern pragmatisch vorgehen und wahlweise ihre Wanderrouten ├Ąndern, schauen, was es Neues zu pl├╝ndern gab oder ob Anlass zu einer riesigen Feier bestand, bei der man Hochzeiten arrangierte und Freundschaften kn├╝pfte, aber auch verhandelte und Geschenke austauschte. Sie w├╝rden jedoch nicht das Bed├╝rfnis haben, ÔÇ║ihrÔÇ╣ Land zu befreien. In dieser Hinsicht war Khawa noch durch und durch Rakshaner.

Andere Dinge in Souvagne gefielen ihm gut, wie die Bequemlichkeit, durch einfaches Kaufen an sein Essen oder seine Kleidung zu gelangen und die M├Ąrkte bei Nacht, wenn es Feuert├Ąnzer gab, Spie├čbraten, Narrenspiele und Musik. Zudem hatte er viele Souvagner gefunden, die er gut leiden mochte oder sogar liebte, allen voran nat├╝rlich Jules, aber auch Ciel, Nathan und Fabien waren ihm wichtig. Die Gro├čz├╝gigkeit des Ducs nicht zuletzt hatte Khawa sehr daran erinnert, wie dessen Sohn ihm eins das Leben geschenkt hatte. Daf├╝r war der ehemalige Tarrik aus tiefstem Herzen dankbar.

In Khawa waren alles in allem keine unliebsamen ├ťberraschungen zu finden, von der extremen Fixiertheit auf Jules` k├Ârperliche Vorz├╝ge und seinem gew├Âhnungsbed├╝rftigen Humor abgesehen. Er hatte nicht vor, irgendjemanden in Souvagne zu verraten, nicht einmal Massimo, obgleich er dem von Herzen alles Schlechte w├╝nschte und ausgesprochen schadenfroh dar├╝ber war, wie grauenhaft dessen Beziehung lief.
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Re: Ehrungen am Hofe

#40

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » So 12. Aug 2018, 01:48

Massimo

las die Gedanken von Khawa. Zuerst musste er sich durch einen Sumpf k├Ąmpfen. Nicht den von Ehveros, sondern von Khawas Geilheit. Khawa dachte nur an Jules. Wie er aussah und alles davon machte ihn heiss wie ein Vulkan. Irgendwann verbrannte der sich dran. Massimo f├╝hlte sich so aufgegeilt, dass er sich selber am liebsten eine Rauchstange f├╝r danach angez├╝ndet h├Ątte.
Endlich kam er an Gedanken ohne Jules und Sex. Das Khawa kein Eigentum begriff, war ihm klar. Eine Burg in der W├╝ste, Freunde und Hochzeiten, Khawa hatte eine bl├╝hende Fantasie. Das w├╝rde es nicht geben. Niemals. Massimo sah diese Gedanken angewidert an.
Was danach folgte, sah Massimo gerne. Khawa achtete den Duc und seine Familie. Er war ihnen dankbar und das gefiel Massimo. Khawa mochte sogar einige vom Hof und das waren alte Kollegen von ihm. Seinen beschissenen Humor hatte er immer noch. Aber den w├╝rde er ihm noch austreiben. Mit oder ohne Rosinen. Khawa plante keinen Verrat, nicht mal an ihm. Dar├╝ber war Massimo erstaunt. Das Khawa ihm alles schlechte w├╝nschte, ├╝berraschte Massimo nicht. Daf├╝r hassten sie sich zu sehr. Dass er seine Beziehung und Moni mit reinzog, verletzte Massimo.
Massimo hoffte dass Khawa die Schadenfreude nicht lange geniessen konnte. Er beendete die Verbindung. 

"Er ist sauber, bis auf seine notgeilen Sexgedanken. Er achtet den Duc und seine Familie. Er ist ihnen dankbar. Er mag einige vom Hof. Er plant keinen Verrat, nicht mal an mir. Khawa ist keine Gefahr f├╝r Souvagne, also bin ich keine f├╝r den Wilden. Die Sache ist vom Tisch."

Massimo starrte Khawa an. Der wusste wieso, wegen seiner Schadenfreude. Er nahm Moni am Arm und ging mit ihr zur Wachstube.

"Khawa bekommt von mir keine Chance, sondern ein Waffenstillstand Moni. Lass uns die Wachstube und die Garde angucken. Das bringt uns auf andere Gedanken. Ich will die Gardisten kennenlernen,  mit denen ich zusammen arbeite".

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