Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Ehrungen am Hofe

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Comte Massimo de la Cantillion

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Re: Ehrungen am Hofe

#31

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 08:33

Massimo

drückte Moni von sich.

"Du hast eine Menge über Loyalität zu lernen. Du hältst zu den Wilden statt zu deinen Mann? Nichts weisst du. Du hast nie unser Land verlassen. Du hast nicht gesehen was diese Tiere an den Grenzen treiben, wenn sie wehrlose Bauern erwischen. Die Männer werden abgeschlachtet und die Frauen und Töchter werden verschleppt. Bestimmt nicht zum Kaffeekochen. Dank Ainuwar auf Knie dass du dass nie gesehen hast und dich keins der Tiere angefallen hat!
Und du widersprichst mir offen. 
Mir sagst du, ich soll mich mit so einem vertragen? Ich soll das? Der Wilde nicht? Greife ich unschuldige Leute an, schlachte die ab und raub die aus? Und vergleich den Wüstenaffe nicht mit den Duponts. Ich glaub dir ist den sein Geschwätzt aufs Hirn geschlagen! Die Duponts sind Souvagner Monique. Das sind unsere Landsleute. Jeder macht Fehler, die genau wie ich. Aber gleich was sie verbrochen haben, es sind Souvagner. Und wir müssen als Landsleute zusammenhalten. Aber ich werd mich nicht mit einem Wüstentier verbünden. Mit Wilde die meine Landsleute umbringen, weil die zu faul sind selber ihren Arsch zum Arbeiten zu bewegen.
Wie blind bist du? Er ist der Feind und mich beleidigst du vor alle Leute. Ich hab mich um dich bemüht und ich hab dich immer beschützt. Egal was du dir gewünscht hast, du hast das das von mir bekommen. Dir geht es zu gut, dass ist dein Problem. Überleg dir gut was du sagst Weib. Ich kann dir Respekt auch anders beibringen Monique. Aber ich bin nicht so einer, der seine Frau eine langt. Ich kann dich bei mir nicht mehr gebrauchen. Für so ein Tier fällst du mir in den Rücken. Warum Monique? Wobei, scheiss drauf und verschwinde. Verzieh dich nach Hause und komm nicht zurück. Geh Monique, ich will dich nicht mehr sehen."

Massimo ging zurück zum Palast und liess Moni stehen. Was für ein beschissener Tag dachte er voller Wut.

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Re: Ehrungen am Hofe

#32

Beitrag von Monique de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 12:53

Monique eilte Massimo hinterher, grabschte ihm von hinten in die Haare und wickelte sie um ihr Handgelenk. Somit zwang sie ihn etwas unsanft stehen zu bleiben. Sie hoffte inständig, dass seine Ankündigung den Tatsachen entsprach, dass er sie nicht schlug.

Zeitgleich zückte sie den Dolch aus ihrem Gürtel, den ihr Mann ihr geschenkt hatte und hielt die Waffe an Massimos Haare.

"Bleib stehen und hör auf damit. Es mag sein, dass ich von all dem keine Ahnung habe, aber deshalb musst Du mich nicht so behandeln, wenn ich es gut mit Dir meine. Also bleibst Du, dann lass ich Dich los. Oder geh und Du hast ab heute eine Kurzhaarfrisur Massimo. Überleg es Dir, ich weiß was Dir Deine Haare bedeuten. Das gleiche wie mir der Familienfrieden.

Und ich werde ganz sicher nicht gehen und nicht wiederkommen. Überlege selbst einmal bitte was Du da sagst. Du verrennst Dich da in etwas, möchtest Du dafür unsere Familie aufgeben?",
fragte Monique ernst und musterte ihren Mann streng.

Zur Not würde sie ihm tatsächlich die Haare abschneiden, aber was dann los sein würde, konnte sie sich denken. Sie wusste nicht wie schnell Massimo rennen konnte, aber sie hoffte dass sie etwas schneller war.

`Gib doch einmal nach und renne nicht immer mit dem Kopf durch die Wand´, flehte sich gedanklich inständig.

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Re: Ehrungen am Hofe

#33

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Do 26. Jul 2018, 21:31

Massimo

blieb stehen. Seine Frau hatte ihn in die Haare gepackt und hielt ein Dolch dran. Langsam drehte er sich zu Monique um und küsste sie. Er packte ihre Hand vorsichtig und zog sie weg.

"Heute ist nicht mein Tag. Entschuldige meinen Ausraster. Wegen deine Frage, nein ich will unsere Famiie nicht verlieren und dich genauso wenig. Ich war fies zu dir und hab nicht an dich und unser Baby gedacht. Steck den Dolch weg Moni. Ich hab mich wirklich verannt weil ich so wütend auf den Rakshaner war. Wir gehen zurück und ich lese Khawa aus. Khawa bekommt seine Chance. Dass hatte ich Jules versprochen. Dir verspreche ich das genauso. Ich hätte nicht gedacht, dass du so hart drauf sein kannst Moni, du hast meinen Respekt."

Massimo bot Moni seinen Arm an und musste lächeln.

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Re: Ehrungen am Hofe

#34

Beitrag von Jules de Mireault » Mo 30. Jul 2018, 14:27

Jules verließ ebenfalls in aller Höflichkeitsform gemeinsam mit Khawa den Thronsaal. Draußen sprach Monique für Khawa, was Jules für seinen Verlobten sehr freute. Aber dann ging es mit Massimo erst richtig zur Sache. Er fauchte seine Frau an, dass Jules unwillkürlich in Abwehrstellung ging. Glücklicherweise ging Massimo seine Frau nicht an, sondern er ging weg! Sturer als jeder Stein, verkniffener als jede Auster und angriffslustiger als jeder Stier. Die Verbrecher in Souvagne würden sterben wie die Fliegen, dessen war sich Jules sicher. Wer nicht sterben oder zu Schaden kommen sollte war klar, sein Verlobter Khawa und Monique die sich für ihn eingesetzt hatte.

Monique lief ihrem wütend davon stampfenden Mann hinterher und bremste ihn völlig anders aus, als es Massimo wohl erwartet hatte. Gut Jules hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie ihm an den Haaren ziehen würde und ihm öffentlich mit Beschneidung drohte. Jedenfalls was die Haare betraf. Es schien allerdings auf den Läuterer eine ähnliche Wirkung zu haben, als hätte sie zwei Etagen tiefer gedroht, denn er lenkte erstaunlicherweise ein. Jules hatte mit allem gerechnet, sogar damit dass sich der Comte gewaltsam von seiner Frau befreien würde, aber das Gegenteil war der Fall. Jules war froh darum, dass sich Massimo scheinbar wieder abgeregt hatte. Aber wer ihn kannte wusste, dass sich dies binnen eines Sekundenbruchteils ändern konnte, denn der neue Palaisin hatte einen ziemlich explosiven, cholerischen Charakter. Monique und Massimo kehrten langsam zu ihnen zurück. Jules schaute Khawa an und legte ihm einen Arm um die Hüfte.

„Bleibe ruhig aber wachsam Böhnchen, ich bin an Deiner Seite und Du bist auch nicht wehrlos. Jedenfalls solange er Dich nicht mit Geistmagie angreift. Sieh zu, dass Du zur Not zurückschlagen kannst. Ich bin gewappnet, aber ich hoffe nachdem Monique ihn wieder eingefangen hat, ist er etwas umgänglicher.

Ich schwöre Dir eines, der arme Tropf, der als erstes von Massimo dienstlich verhört wird, wird leiden. Entweder ist er heute kratzbürstiger als sonst, oder Du hast eine empfindliche Stelle bei ihm getroffen. Allerdings ist auch beides möglich. Bleib locker und höflich bitte und bewirf ihn nicht wieder mit irgendwas.

Er soll sich allerdings schwer hüten, Dich noch einmal mit einem Fäkalien-Haufen zu vergleichen, sonst hat er nicht Monique an den Haaren hängen, sondern mich am Hals. Ihr könnt es beide aber auch nicht lassen. Ihr habt Spaß daran, kann das sein?“,
grinste Jules und seine Narbe über dem Mund verzog es zu einem schiefen Grinsen.

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Re: Ehrungen am Hofe

#35

Beitrag von Khawa » Mi 1. Aug 2018, 16:05

Khawa warf Jules einen bösen Blick zu. Dann musste er feixen.

"Mein lieber July, kein Grund eifersüchtig zu sein, nur weil ich auch mal einen anderen Mann mit Lebensmitteln bewerfe. Wie sollte ich mich sonst zur Wehr setzen gegen Massimos Feindseligkeit? Jetzt bin ich selber von Stand, ab heute kann ich ihm unverblümt die Meinung geigen! Bislang war mir das jedoch nicht vergönnt, ich durfte ihm nicht offen widersprechen oder mich mit ihm kloppen, ohne dass ich mich damit in Lebensgefahr gebracht hätte. Du findest meine Rosinenattacke vielleicht kindisch und ganz ehrlich, ich hätt auch lieber die Fäuste sprechen lassen. Aber ehe ich Kopf und Kragen riskiere oder gar nichts mache, ärgere ich ihn mit solchen Kleinigkeiten. Das bringt ihn auf die Palme und mir bringt es Genugtuung."

Massimo und seine Frau kamen gerade wieder zurück.

"Habt Ihr es Euch überlegt, Palaisin?", fragte Khawa betont höflich. Während er mit dem Comte sprach, betastete er ungeniert Jules knackigen Hintern.

"Darf ich jetzt eigentlich Du sagen, July, oder muss ich dich weiterhin in der Öffentlichkeit in der Mehrzahl ansprechen?"
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, heiß wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Re: Ehrungen am Hofe

#36

Beitrag von Jules de Mireault » Sa 4. Aug 2018, 20:35

Jules sagte nichts dazu, als Khawa ihn an den Hintern fasste, er übermittelte ihm einfach sein Wohlfühlen.

"Du darfst mich nun in der Öffentlichkeit duzen, wir sind vom gleichen Stand Khawa. Wir sind beide Chevalier, folglich darfst Du mich als mein Freund duzen. Alles andere wäre unschicklich, wie man so schön sagt. Wärst Du kein Chevalier geworden, hättest Du mich nach unserer Hochzeit öffentlich duzen dürfen. Ich finde ein Du zeigt Zusammengehörigkeit", sagte Jules und rückte zu Khawa näher auf.

"Massimo und Monique de la Cantillion duzen sich auch, wie ich gehört habe", warf July ein und wandte sich dann an Massimo und Monique.

"Die Frage ist berechtigt Massimo. Hast Du Dir überlegt, ob Du unser Angebot annimmst? Keiner von uns hat etwas davon, wenn wir befeindet sind. Du hast nichts zu verlieren Massimo, außer vielleicht Deinen Hass, was meinen Mann betrifft", grinste Jules.

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Re: Ehrungen am Hofe

#37

Beitrag von Monique de la Cantillion » Sa 4. Aug 2018, 22:44

Monique legte Massimo ebenfalls einen Arm um die Hüfte, schlichtweg um zu zeigen wie sie zu ihrem Mann stand.

"Ja wir duzen uns ebenfalls, wobei das nicht immer selbstverständlich ist Khawa. Zuerst das Ihr, dann dass Sie und dann das Du. Sie und Du muss Dir von Deinem Gegenüber angeboten werden. Das Angebot kommt immer vom Höhergestellten. So kannst Du Dir das ganz leicht merken.

Bist Du mit einer Person befreundet, dann wird sie Dir automatisch dass Du anbieten. Wo Du nicht sicher bist, bleibe lieber beim Ihr. Lieber freundlich an ein Du erinnert werden, als dass Du jemanden kränkst, weil er sich herabgesetzt fühlt. Auf so etwas musst Du nun achten. Ich bin so frei und duze Dich, da mein Mann mit Jules befreundet ist.

Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute, für Deinen neuen Lebensweg als Chevalier und als Paar wünsche ich Euch auch das Beste. Massimo ist bereit Dein Angebot anzunehmen. Ich möchte Euch beide bitten, fair und freundlich miteinander umzugehen. Seid Ihr bereit? Massimo? Khawa? Dann würde ich vorschlagen, Ihr beginnt, umso schneller habt Ihr es hinter Euch. Und vielleicht ist es gar nicht so schrecklich, wie Ihr beiden befürchtet. Das hoffe ich jedenfalls",
sagte Moni aufmunternd.

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Re: Ehrungen am Hofe

#38

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Di 7. Aug 2018, 09:27

Massimo
 
fühlte sich alt. Er fragte sich wofür er all die Jahre gekämpft hatte. Er hatte für nichts sein Leben riskiert. Gestern waren die Landsleute noch froh, wenn sie beschützt wurden. Heute feierten die gemeinsam mit ihren Mördern. Wollten das er denen eine Chance gab. Wieviele Chancen gab den so ein Rakshaner den Grenzbewohnern von Souvagne? Keine einzige. Sie machten die Leute gnadenlos nieder und schlachteten die ab. Aber scheinbar brach eine neue Zeit an. Heute wollte keiner mehr verteidigt werden. Die wollten ihre Schlächter eine Chance geben. Und er sollte das genauso tun. Das was gestern war, war vorbei. Nach vorne schauen war deren Motto. War auch praktisch, so sah man den Dolch im Rücken nicht kommen. Da konnten die noch schön verwundert tun.
Massimo wusste was er gesehen hatte. Monique wusste nichts. Sie war eine Frau und hatte keine Ahnung davon, dass Männer draussen im Dreck in der Fremde starben, damit sie so einen Unfug schwatzen konnte. Aber Jules hätte das wissen sollen. Er hatte selber ein Leben lang gekämpft. Aber ein bisschen Balzerei mit dem Wilden und schon war alles vergessen.
Was sollte er da noch sagen. Die wollten gar nicht gerettet werden. Scheinbar wollte das keiner, dann konnte es ihm genauso gleich sein. Er hatte nichts zu verlieren, ausser seinen Hass sagte Jules. Seine Frau meinte, er sollte Khawa eine Chance geben. Der Duc hatte Khawa zum Chevalier geadelt. Schöne neue Welt. Am liebsten hätte er gekotzt vor Freude.
Sein Hass auf die Rakshaner hatte Massimo nicht grundlos. Er hatte nicht beim Frühstück beschlossen die Rakshaner zu hassen, weil das gerade in Mode war. Er kannte das Volk und genau darum hasste er sie. Sie waren faul und feige. Zu faul, das was sie brauchten selber anzubauen. Darum raubten sie fleissige Leute aus. Und feige, weil sie heimlich die Schwachen angriffen.
Das sollte er jetzt nicht mehr hassen. Und er sollte ihnen sogar eine zweite Chance geben. Massimo fragte sich, wer von ihnen verrückt war. Aber vermutlich war er wirklich alt. Sein Gefühl log nicht. Die Rakshaner würden weiter auf die Wehrlosen zustürmen. Nur würden die das nicht mehr als Angriff sehen, sondern als freundliche Begrüssung. Damit die Wilden ihre Chance bekamen. Die würden den Rakshanern mit offene Arme in die Schwerter laufen.  So sah die Zukunft aus. Aber das war nicht sein Problem. Der Empfang der  Wilden würde die Spinner kurieren oder auslöschen. Vermutlich beides.  Jeder war für sein Schicksal selber verantwortlich.
Jules und Moni konnten ja einen Rakshaner Schutz Heim gründen. Jeder der genauso drauf war, konnte sich da einen herrenlosen Wilden abholen und den durchfüttern auf Lebenszeit.  Dann konnten sie sich besser fühlen. Wie neue Menschen die niemand hassten und jeden Mörder eine zweite, dritte, vierte oder fünfte Chance gaben. Wenn die Opferzahl noch nicht hoch genug war. Hauptsache sie wurden nicht umgebracht. Dass war dann nicht mehr so lustig.  So ein schönes Wildenheim, wo den armen Wilden geholfen wurde. Die ohne ein Handschlag zu tun essen in den Arsch gestopft bekamen, ein Haus und am besten noch ein Pferd. Damit die dafür bezahlt wurden nichts zu tun.  Gemeinsam konnten die dann auch Kultur austauschen.  Sie konnten sich dann über die dummen Bauern lustig machen, die so blöde waren für ihr Auskommen zu arbeiten.
Und es war sicher ein Spass am Kamin wert, während die den Wilden die fetten Wänste rieben, sich Geschichten anzuhören wie die Bauern abgeschlachtet wurden. Dann hatten sie was zu lachen. Die Bauern hätten eben nur ihren Hass verlieren müssen und Chancen verteilen sollen. So sah deren Verständnis für Gerechtigkeit aus.
Aber was regte er sich über Moni und Jules auf, dass waren Hausfrauen unter sich. Massimo ging dieses Geschwätz nur noch auf die Nerven. Er hatte keine Lust mehr darauf alles hundert mal zu erklären. Sie wollten ihn überzeugen dass er aufgab und sich nicht mehr um sie scherte. Gut dann gab er auf. Er konnte nicht an zwei Fronten kämpfen. Sie wollten sein Hilfe nicht und er war vom Kämpfen müde. Er würde sich um seine neue Aufgabe kümmern und um sonst gar nichts mehr. Am besten wohnte er gleich dort. Dann hatten sie voreinander ihre Ruhe. Vor allem hatte er dann seinen Frieden und musste sich nicht mit so einen Ärger rumschlagen.
 
„Von mir bekommt der Wilde gar nichts. Vergebt ihr was ihr für richtig haltet und lasst mich da raus. Ich lese ihn aus. Dazu gab ich mein Wort. Dabei geht es nicht um mich. Es geht darum, ob der Wilde lügt und eine Gefahr für unseren Herrn und Souvagne darstellt oder ob er die Wahrheit spricht. Um mehr gehts nicht. Von mir gibts keine zweite Chance. Mir ist gleich was der jetzt ist. Von mir aus kann der Duc sein. Das ändert nichts an seine Vergangenheit. Khawa ist ein Mörder. Er hat Unschuldige abgeschlachtet. Der Unterschied zu früher ist, er ist älter und jetzt Souvagner und Chevalier. Trotzdem bleibt ein Wolf ein Wolf, egal welchen Pelz sich das Vieh überstreift. Manche Schafe begreifen das nicht. Und ich bin es leid mir darüber den Kopf zu zerbrechen. Macht was ihr wollt, verteilt Chancen an wen ihr wollt und verschont mich damit. Ich hab darauf keine Lust mehr. Ganz ehrlich nicht. Ich mich nach dem auslesen nur noch um meine neue Aufgabe kümmern. Der Rest interessiert mich nicht mehr. Ich hab keine Lust mich ständig zu streiten und ich machs auch nicht mehr. Und was in meinen Leben beschissen lief, weiss ich selber. Da brauch ich nicht die Hinweise vom Wüsten Weisen Khawa. Ich bin bereit.“
 
Massimo nutzte seine Gabe und drang in den Geist von Khawa ein. Er las seine Gedanken und Erinnerungen. Dabei war er auf der Suche nach dem kleinsten Zeichen von Verrat. Massimo traute dem Wilden nicht. Er ging davon aus, dass er einen Verrat gegen sie alle geplant hatte.
 
 
(Was liest er?)
 
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#39

Beitrag von Khawa » Sa 11. Aug 2018, 22:43

»Danke, Comtesse«, erwiderte Khawa freundlich zu Monique. »Für die Erklärung und die Glückwünsche. Euch das Gleiche.«

Dann spürte er, wie der Palaisin in seinen Geist eindrang. In Khawas Seele musste Massimo erst einmal durch einen dicken, honigartigen Schmierfilm aus Lüsternheit tauchen, ehe er überhaupt an dessen Verstand herankam. Der Quell entpuppte sich als die bloße Anwesenheit von Jules de Mireault und weder der Streit noch die Adelung hatten dazu geführt, dass Khawas Fixierung auf seinen Liebsten sich minderte. Khawa vergötterte seinen Partner, allerdings musste man so ehrlich sein, dass er dabei recht oberflächlich war. Jules war für ihn optisch einfach nur lecker mit seiner weißen Haut, den hellen Augen und dem männlichen Körperbau. Das lange glänzende graue Haar fand ebenso höchsten Anklang. Am Charakter seines Verlobten gefiel ihm schlichtweg die Tatsache, dass er launisches Grobholz war. Dies führte bei Khawa zu den wildesten Fantasien. Das war schon alles. Das zusammen reichte Khawa vollkommen aus, um bis über beide Ohren in den Chevalier verknallt zu sein und ihn bei jeder Gelegenheit besteigen zu wollen. Viel mehr war nicht dahinter, aber Khawas Liebe war intensiv und aufrichtig.

Als Massimo sich endlich durch Khawas hormongeflutetes Hirn bis zu seinem Verstand durchgearbeitet hatte, konnte er sich weiter umschauen.

Es gab viele Dinge, die Khawa an seiner neuen Heimat nicht mochte und die Vorstellung, dass ein Stück Land irgendwem gehören konnte, war ihm nach wie vor unbegreiflich. Für ihn gehörte das Land demjenigen, der sich gerade darauf befand. Wenn Souvagner mitten in der Steppe eine Burg errichten würden, würden die Rakshaner es nicht als Invasion auffassen, sondern pragmatisch vorgehen und wahlweise ihre Wanderrouten ändern, schauen, was es Neues zu plündern gab oder ob Anlass zu einer riesigen Feier bestand, bei der man Hochzeiten arrangierte und Freundschaften knüpfte, aber auch verhandelte und Geschenke austauschte. Sie würden jedoch nicht das Bedürfnis haben, ›ihr‹ Land zu befreien. In dieser Hinsicht war Khawa noch durch und durch Rakshaner.

Andere Dinge in Souvagne gefielen ihm gut, wie die Bequemlichkeit, durch einfaches Kaufen an sein Essen oder seine Kleidung zu gelangen und die Märkte bei Nacht, wenn es Feuertänzer gab, Spießbraten, Narrenspiele und Musik. Zudem hatte er viele Souvagner gefunden, die er gut leiden mochte oder sogar liebte, allen voran natürlich Jules, aber auch Ciel, Nathan und Fabien waren ihm wichtig. Die Großzügigkeit des Ducs nicht zuletzt hatte Khawa sehr daran erinnert, wie dessen Sohn ihm eins das Leben geschenkt hatte. Dafür war der ehemalige Tarrik aus tiefstem Herzen dankbar.

In Khawa waren alles in allem keine unliebsamen Überraschungen zu finden, von der extremen Fixiertheit auf Jules` körperliche Vorzüge und seinem gewöhnungsbedürftigen Humor abgesehen. Er hatte nicht vor, irgendjemanden in Souvagne zu verraten, nicht einmal Massimo, obgleich er dem von Herzen alles Schlechte wünschte und ausgesprochen schadenfroh darüber war, wie grauenhaft dessen Beziehung lief.
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Re: Ehrungen am Hofe

#40

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » So 12. Aug 2018, 01:48

Massimo

las die Gedanken von Khawa. Zuerst musste er sich durch einen Sumpf kämpfen. Nicht den von Ehveros, sondern von Khawas Geilheit. Khawa dachte nur an Jules. Wie er aussah und alles davon machte ihn heiss wie ein Vulkan. Irgendwann verbrannte der sich dran. Massimo fühlte sich so aufgegeilt, dass er sich selber am liebsten eine Rauchstange für danach angezündet hätte.
Endlich kam er an Gedanken ohne Jules und Sex. Das Khawa kein Eigentum begriff, war ihm klar. Eine Burg in der Wüste, Freunde und Hochzeiten, Khawa hatte eine blühende Fantasie. Das würde es nicht geben. Niemals. Massimo sah diese Gedanken angewidert an.
Was danach folgte, sah Massimo gerne. Khawa achtete den Duc und seine Familie. Er war ihnen dankbar und das gefiel Massimo. Khawa mochte sogar einige vom Hof und das waren alte Kollegen von ihm. Seinen beschissenen Humor hatte er immer noch. Aber den würde er ihm noch austreiben. Mit oder ohne Rosinen. Khawa plante keinen Verrat, nicht mal an ihm. Darüber war Massimo erstaunt. Das Khawa ihm alles schlechte wünschte, überraschte Massimo nicht. Dafür hassten sie sich zu sehr. Dass er seine Beziehung und Moni mit reinzog, verletzte Massimo.
Massimo hoffte dass Khawa die Schadenfreude nicht lange geniessen konnte. Er beendete die Verbindung. 

"Er ist sauber, bis auf seine notgeilen Sexgedanken. Er achtet den Duc und seine Familie. Er ist ihnen dankbar. Er mag einige vom Hof. Er plant keinen Verrat, nicht mal an mir. Khawa ist keine Gefahr für Souvagne, also bin ich keine für den Wilden. Die Sache ist vom Tisch."

Massimo starrte Khawa an. Der wusste wieso, wegen seiner Schadenfreude. Er nahm Moni am Arm und ging mit ihr zur Wachstube.

"Khawa bekommt von mir keine Chance, sondern ein Waffenstillstand Moni. Lass uns die Wachstube und die Garde angucken. Das bringt uns auf andere Gedanken. Ich will die Gardisten kennenlernen,  mit denen ich zusammen arbeite".

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