Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Seelenfarben

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Linhard von Hohenfelde

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Seelenfarben

#1

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 7. Jul 2018, 04:21

Seelenfarben


Linhard von Hohenfelde
Linhard suchte Brandur und fand seinen verjüngten Vater unten im Garten vor. Er hakte sich bei ihm ein und führte ihn zu einer Parkbank. Dort saßen sie gemeinsam einen Moment, Lin zückte eine Rauchstange und klemmte sie sich zwischen die Lippen. Als er sie gerade anzünden wollte, hielt er mitten in der Bewegung inne, löschte das Zündholz und steckte die Rauchstange wieder ein. "Ich rauche ja nicht mehr. Also Paps ich muss Dir etwas Wichtiges sagen und genau deshalb müssen wir etwas sehr wichtiges klären", erklärte Linhard und rieb sich müde über das Gesicht. "Hätte ich auf Dich gehört, hätte ich das Problem jetzt nicht. Und ich bete zu wem auch immer, dass ich kein Problem haben werde. Das Problem heißt Ciel", sagte Lin und schwieg einen Moment. Er schien nach den richtigen Worten zu suchen, aber für eine Umschreibung oder blumige Ausschmückungen war er nicht der Mensch. "Verrill ist schwanger", sagte er dann nach einer Weile, schlicht und leise. "Wer der Vater ist, steht noch aus. Entweder Ciel oder ich. Ich hätte auf Dich hören sollen. Ich weiß, dass Magier erkennen können wer zu wem gehört, wenn sie die Seelenfarben anschauen. Das hat mir mal Wolfi gesagt. Ich habe gefragt, als er sagte, Dave hat schöne, warme Seelenfarben so wie Herbstlaub in der Sonne und meine wären ganz ähnlich, nur mit mehr Rottönen drin. Da habe ich gefragt und er hat es mir erklärt. Um tatsächlich zu wissen von wem das Kind ist, muss ich die Seelenfarben prüfen lassen. Und ich muss es Dave oder Anwolf erledigen lassen. Ich kann nicht von Familienzusammenhalt sprechen, wenn ich dann zum Beispiel Jules oder Maurice bitte. Das würde man mir übel nehmen und zwar zu Recht. Du kannst sowas nicht oder? Zudem möchte ich, dass Verrill sich einmal mit Benito ausspricht. Wovor immer diese panische Angst? Der Mann ist Heiler, Heilmagier und hilft. Sie fürchtet ihn. Das geht so nicht. Und es wäre vielleicht am Besten, ich würde unseren Heiler Dantoine herbeordern, damit er hier für uns arbeitet. Er ist der Bruder von Benito. Auch Pavo könnte uns beistehen. Sag was dazu, reiß mir den Kopf ab", bat Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hielt die Hand auf, damit Linhard ihm die Rauchstangen und das Feuerzeug hineinlegen konnte. »Eine schwierige und ausgesprochen unschöne Situation. Und ein mieser Schachzug von Verrill, die sich auf diese Weise beide Männer warm hält, schließlich könnte es das Kind von jedem von euch beiden sein. Ich bin wütend, mein Junge, sehr wütend!« Brandur, der gerade gezeigt hatte, dass er Linhards Rauchen missbilligte, zündete sich nun selbst eine Rauchstange an. »Unschön! Ich bin bei dir, es muss geklärt werden, wer der Vater ist. Das Problem ist, dass es ein großer Eingriff in die Intimsphäre wäre, ein Mitglied der großherzoglichen Familie ohne dessen Einverständnis auszulesen. Es wäre ein magischer Affront. Ich weiß nicht einmal, ob das möglich wäre, da sie von den Himmelsaugen geschützt sind. Die astrale Spektralanalyse muss auf freiwilliger Basis erfolgen. Dan könnte man ebenso wie Benito hier zum Hofe beordern, aber Pavo muss bei Davard bleiben und bei Eloise. Sie brauchen ihn.«

Linhard von Hohenfelde
"Verrill muss sich freiwillig auslesen lassen. Tut sie das nicht, werte ich das Kind als Ciels Kind. Ganz einfach, anders geht es nicht. Ich werde sie unterstützen, dass habe ich ihr versprochen. Ich liebe sie und ich möchte sie nicht verlieren. Aber das fremde Kind kann ich bestenfalls mögen. Ihm ein Freund sein, aber nicht ein Vater. Das geht nicht und ja Du hast Recht, sie hält sich uns beide warm. Ich hoffe es sind nur wir beide! Lass Dir die Rauchstange schmecken. Stimmt Dave und Eloise benötigen Pavo, dann muss Dan her. Ansgar benötigt ihn nicht und da ich der Hausherr bin, gehört Dan mir. Also wird er auch für mich arbeiten. Ja niemand kann ohne Erlaubnis einen Souvagne auslesen. Sie werden beschützt, abgeschirmt. Versucht man es, wird als als Angriff auf die Krone gewertet, dass heißt Block. Du hast versucht in den Geist von ihm einzudringen. Wieso? Um ihm persönlich zu schaden, um an Informationen zu kommen? Gleichgültig, wäre es nicht zum Schaden hättest Du gefragt. Und ich frage ihn. Davon bin ich eh ausgegangen, denn ein Nein klärt die Sache ja auch sofort. Was sagt Du zu Benito? Warum fürchtet sie ihn? Das ist doch lächerlich, aber das kann ich schlecht sagen", grübelte Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Ich hatte mit Benito bisher nur indirekt zu tun, er hat eine sehr unangenehme Art, einen anzustarrren. Man meint unweigerlich, eine schreckliche Hautkrankheit zu haben. Hast du schon mit einem unserer Geistmagier gesprochen? Ciels Farben müssten auch ausgelesen werden für einen zuverlässigen Vergleich.«

Linhard von Hohenfelde
"Ich habe es mir anders gedacht, nämlich über das Ausschlussverfahren. Entweder hat das Kind meine und Verrills Farben oder es hat nichts von mir. Damit reicht mir dann die Antwort. Ich kümmere mich um sie, ich bin aber kein Vater für das Kind. Da es von ihr ist, wird es ein de Souvagne sein, dass muss ihr dann reichen. Wenn es von mir ist, wäre das super. Aber dann muss ich sie mal auf Spur bekommen. Sie macht was sie will, wann sie will, wie sie will, mit wem sie will und beschwert sich auch noch", stöhnte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schüttelte den Kopf. »Du hast ein zu einfaches Bild von den astralen Ebenen. Seelenfarben sind selten eindeutig, sondern oft Mischfarben. Vertrau mir, wenn ich dir sage, dass ihr auch Ciels Farben analysieren müsst. Ich denke, das ist auch in seinem Interesse.«

Linhard von Hohenfelde
"Dann werden wir mit Ciel reden müssen. Du hast Recht, er wird auch wissen wollen, ob er der Vater von dem Kind ist. Falls er es ist, hat er sich darum zu kümmern. Er hat zwar Verrill seine Hilfe zugesagt, aber ich finde er hat sich dann um das Kind mitzukümmern. Sicher wird sie eine Amme haben, ein Kindermädchen und so weiter. Das ist klar. Aber dennoch kümmert man sich ja um so ein Kind. Ist es mein Kind, dann wird die Amme die Grundverpflegung übernehmen und wir kümmern uns gemeinsam darum, dass es gut und liebevoll aufwächst. Ist es von Ciel, dann müssen die beiden das für sich entscheiden", erklärte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur lachte leise. »Ciel und sich um das Kind kümmern ... das glaube ich eher weniger. Möchtest du ihn oder Verrill zuerst fragen?«

Linhard von Hohenfelde
"Verrill sollte ich vor vollendete Tatsachen stellen, aber dass kann man bei ihr nicht machen. Sie ist so ein "Wildfang" da sie anderes kompensiert. Und sie krakelt herum, um ihre Angst zu überspielen. Also wenn man ihr bei einem Streit was vor den Kopf ballert und zurückbrüllt, dann baut sie danach Scheiße. Sie fühlt sich dann angegriffen, nicht mehr geliebt, gehasst, als Freak, als dass M-Wort und dreht total durch. Du hättest sie in der Besprechung sehen sollen, als Ciel sie bat sich bitte zu beruhigen. Da fuhr sie erstmal richtig hoch und schrie wie eine Furie herum, wen sie alles töten wird. Ich meine, dass hat mich ganz schön geil gemacht, ich gebe es zu, ich hätte sie am liebsten direkt vor Ort auf dem Boden durchgeknallt. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Verrill ist ein Angstbeißer wie Dave sowas nennt. Das Problem ist, sie beißt so zu, da wächst kein Gras mehr. Sie macht gleich klar Schiff, sie droht nicht leer, oder gibt Dir einen mit, die schlägt Dir den Schädel ein und schmollt noch. Sie hat keine Krallen, sie hat Stahlklingen, sie ist verdammt heißblütig, aber leider manchmal etwas zuviel. Wie soll ich sie bändigen? Ich hatte sogar mal überlegt ihr eine mitzugeben, aber dass habe ich nicht übers Herz gebracht. Weißt Du ja, hatten wir ja besprochen. Lass uns zu Ciel gehen komm Paps", bat Linhard.

Brandur von Hohenfelde
Nachdenklich ging Brandur neben seinem Sohn her. »Es gibt zwei Möglichkeiten, mit solchen Menschen umzugehen. Beide sind am äußersten Ende eines anderen Extrems. Entweder, du unterwirfst sie dir vollständig und nachhaltig, notfalls mit Gewalt. Oder ganz im Gegenteil, nimmst ihr durch tiefe Gelassenheit den Wind aus den Segeln. Alles andere bringt nichts. Du kannst den Sturm nicht bändigen, indem du mit ihm sprichst. Entweder, du rollst das Segel ein, oder du drehst es in den Wind und fliegst mit ihm über die Fluten und zeigst ihm, wer der wahre Herr des Windes ist. Wenn du es kannst.«

Linhard von Hohenfelde
"Sie unterwerfen heißt sie zu zerstören Paps, ich würde zerbrechen was ich liebe. Ich muss die letzte Möglichkeit wählen, für uns beide. Das ist zwar der schwierigere Weg, aber der erste Weg sie zu unterjochen wäre ihr und mein Untergang. Sie wäre eine gebrochene Person und wir wären dahin geistig zurückgekehrt, wovor wir geflohen sind. Ich muss mir die Gelassenheit aneignen, die ihr fehlt. Und sobald ich sie habe, werde ich Verrill genau das beibringen. Ich habe gehofft sie sieht sich einmal als das an, was sie ist. Es gibt keinen Grund Angst zu haben, sie ist mehr als jeder sein könnte. Ihr fehlt nichts, sie ist in keiner Form unzulänglich, sie ist perfekt, vollkommen, eine runde Sache, eine Einheit. Aber sie misst sich selbst an anderen. Scheiß auf die anderen, würde Ansgar sagen und damit hätte er einmal im Leben Recht. Du kannst Dich nicht mit denen vergleichen, Du bist nie die. Du bist Du und Dir fehlt nicht mal die andere Hälfte, nach der manche Menschen ein Leben lang suchen. Aber frage sie mal genau als diese Person um einen Rat für etwas Zwischenmenschliches. Ich habe nie eine Person gekannt oder gesprochen, die weitsichtiger und liebevoll nachdenken kann in allen Facetten als Verrill Paps. Sie hat auch da zwei Seiten. Wind des Wissen, oder Sturm der Vernichtung - wie sie gerade möchte. Vielleicht sollte ich mich mal wieder rar machen, dann ist sie nur auf mich sauer und danach einige Zeit handzahm", lachte Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Der Gedanke gefällt mir, Xavier. Du bleibst dem Neuen Weg treu, abseits der Zerstörung von früher. Ansgar war kein Idiot, mein Junge. Er hatte seine Fehler, aber er war schlau, auf seine Weise. Wir sind da. Du darfst Ciel deine Meinung sagen.« Brandur wies einladend auf die Tür.

Linhard von Hohenfelde
"Ich bleibe Dir, mir, unserem Weg und meiner Verrill treu Paps. Das heißt nicht, dass wir immer einer Meinung sein müssen, aber wir müssen an einem Strang ziehen, jetzt mehr denn je. Ja Du hast Recht, Ansgar war kein Idiot, dass habe ich ihm auch nie unterstellt. Und mit reichlich Abstand kann ich sagen, hatte er das gleiche Problem wie wir alle. Man kann nichts leisten, was man nie gelernt hat. Aber dafür sind wir doch trotzdem noch sehr weit gekommen oder? Jedenfalls Du und ich. Und er am Ende auch, auch wenn es Euch beide fast umgebracht hätte. Ich wollte ihn bald gemeinsam mit Wolfi besuchen. Komm doch mit. Wir könnten ihn zu mehreren besuchen, dann fühlt er sich nicht so ausgeliefert ausgerechnet mit mir was klären zu müssen. Muss er nicht, soll er nicht. Ich möchte ihm anbieten, was er bei mir nie tat - Frieden. Komm zurück in die Familie, sei einer von uns, Du hast bei uns einen Platz. Aber nur zu den neuen Regeln, sonst bleib wo Du bist. Möchtest Du zu den neuen Regeln zu uns kommen, freue ich mich drüber. Die Wahl steht ihm frei. Ich werde ihm die Hand reichen, da er sie Dir gereicht hat und im Angesicht des Todes versucht hat, Dein Leben zu retten. Und ich werde ihm sagen, dass ich mich gegen Archibald entschieden habe. Das muss ich ebenso Dave sagen. Ich weiß nicht warum, aber er hatte irgendwie eine Macht über mich, ich kann es Dir nicht erklären. Man fühlt sich gut, sicher, geliebt und geborgen in Archibalds Nähe - wenn er das möchte. Aber Du kannst in seiner Nähe auch Todesangst empfinden. Und weißt Du was das Paradoxe ist? Er kann für beide Zustände Dir einfach nur gegenübersitzen und Dich anschauen. Er sagt nichts und Du fühlst Dich rundum wohl oder scheißt Dich vor Angst ein. Er ist wirklich ein extremer Mensch. Wie Jesper mit ihm zusammenleben kann, verstehe ich nicht. Vielleicht versteht er es selbst nicht. Aber ich muss Dir noch etwas gestehen. Als ich es erfuhr, dass wir vielleicht ein Kind erwarten, hatte ich auf einmal Angst, dass er zurück in meine Nähe kommt. Vielleicht Paps, da wir noch nicht wissen ob es von mir ist. Und was ist, wenn Arch das wüsste? Sprich es ist meines und wir erwarten ein Kind? Wie reagiert er? Ich hätte keine ruhige Sekunde mehr", sagte Lin und klopfte bei Ciel. "Ich bins mach mal auf, wir müssen reden Ciel", rief Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Fabien, mach die Tür auf", rief Ciel genervt, weil der Diener nicht reagierte.

Fabien Lacomb
Fabien schreckte hoch, da er auf dem Küchenboden sitzend mit dem Rücken an die Schränke gelehnt eingeschlafen war. Müde stellte er die Kaffeetasse beiseite, rappelte sich auf un eilte zur Tür. "Verzeiht, ich hatte es überhört", sagte er freundlich zu Ciel und öffnete umgehend die Tür. "Euer Schwager für Euch Herr und dessen Vater", kündigte Fabien Linhard an. "Kommt bitte herein", bat Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel raffte ärgerlich die Decke um sich und Ferrau herum, weil Fabien ihn nicht angezogen hatte. Zudem hatte Fabien versäumt zu fragen, ob die Gäste überhaupt eintreten durften. Ciel funkelte ihn an, da er dahinter böswillige Absicht vermutete, und blickte dann seriös drein. "Willkommen in meinen Gemächern, Schwager und Vater meines Schwagers. Setzt euch doch. Warum seid ihr zu dieser unpässlichen Stunde zu mir gekommen? Ich hoffe, es ist wichtig."

Fabien Lacomb
Fabien unterdrückte ein Gähnen und verzog sich wieder in die Küche, nachdem er die Tür geschlossen hatte. Dort machte er es sich wieder in seiner Ecke gemütlich und schloss die Augen.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nahm Platz und musterte den ziemlich zerknautscht aussehenden Ciel. Zudem stank er nach Sex, das ganze Wohnzimmer roch nach einer Spritzorgie. Lin ignorierte es, so gut er konnte. Scheinbar roch jeder Ort, an dem Ciel länger als fünf Minuten anwesend war nach Sperma. Sogar damals ihr Kleiderschrank. "Es ist extrem wichtig, es geht um unsere Familie. Da wir beide nicht wissen, von wem das Kind ist, möchte ich dass seine Seelenfarben mit den unseren überprüft werden. Kurzum, ich möchte wissen wer der Vater von Verrills Kind ist. Um Euch überprüfen zu lassen, benötige ich Euer Einverständnis. Die Überprüfung würde mein Onkel Davard vornehmen, er dient selbst der Krone und ist zuverlässig", erklärte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
"Jules", bestimmte Ciel. "Dann bin ich einverstanden."

Linhard von Hohenfelde
"Jules ist Dir treu, zudem wäre das ein Afront gegen meine Familie. Ich muss mit meinen Verwandten auch auskommen Ciel. Jules ist ein Fremder, für Dich wie für mich. Und meine Familie gehört nun auch zu Deiner. Davard oder Anwolf. Such es Dir aus", bat Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das selbe könnte ich über Davard sagen. Warum sollte es ein Affront gegen deine Familie sein, einen bewährten und treuen Magier einzusetzen anstelle eines Neulings? Noch stelle ich hier die Bedingungen. Hast du ein Problem mit Jules?"

Linhard von Hohenfelde
"Aus dem einfachen Grund, wenn ich meine Familie dazu aufrufe zusammenzuhalten, mich selbst aber an einen einfachen Angestellten wende, anstatt jemanden aus der Familie zu bitten, der das vermutlich zigfach besser könnte, was sollen sie dann von mir denken? Sie würden denken, dass ich ihnen nicht vertraue und dass meine Worte leere Worte waren. Sie sollen mir vertrauen, ich vertraue ihnen nicht. Was spricht für Dich denn selbst dagegen, Deiner Familie zu vertrauen? Dass sind wir nun. Wenn wir diesen Schritt nicht gehen, stehen wir vor einem großen Problem Ciel. Wenn ich nicht weiß, ob dieses Kind mein Kind ist, zwingst Du mich entweder ein fremdes Kind auf Verdacht zu lieben, oder mein eigenes Kind auf Verdacht zu ignorieren. Also soll ich möglicherweise ein fremdes Kind lieben oder das eigene ignorieren? Wie hast Du Dir das gedacht?", hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich sehe mich hier eher in eine Ecke gedrängt unter fadenscheinigen Vorwürfen. Gut, wir nehmen sie beide mit. Anwolf und Jules. Einverstanden?"

Linhard von Hohenfelde
"Wieso fühlst Du Dich in eine Ecke gedrängt Ciel? Du und Verrill, Ihr habt mich vor vollendete Tatsachen gestellt. Ihr liebt Euch vielleicht, aber ich bin mit ihr verheiratet. Das hätte sie sich also vorher zweimal überlegen können, da sie mich gefragt hat. Wie sagt man so schön? Sie hat sich mir vertraut gemacht. Wäre es für mich nur ein Geschäft, wäre es mir nicht nahegegangen. Also wo dränge ich Dich in eine Ecke? Ihr beide drängt mich raus. Wenn Ihr das möchtet, hättet Ihr mich erst gar nicht aufnehmen sollen. Das wäre für uns alle die einfachere Lösung gewesen. Aber nun bin ich hier und soweit ich weiß, gibt es bei Euch keine Scheidung. Es sei denn ich habe plötzlich und unerwartet einen Unfall. Dann wäre sie ja auch frei. Aber von dieser Form der Scheidung rate ich dringend ab. Ich will Jules nicht dabeihaben", beharrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Gut, dann will ich auch nicht. Wie du siehst, kommst du gerade ungelegen. Ich habe Besseres zu tun, als mit dir zu diskutieren. Gehab dich wohl." Demonstrativ legte sich Ciel wieder zu Ferrau auf das Sofa und kuschelte sich ein.

Linhard von Hohenfelde
"Gehabe ich mich. Es ist an Dir Verrill auszurichten, dass wir uns nach der Entbindung wiedersehen. Wo ich wohne, weiß sie. Deine Ablehnung sagt mir, dass Du weißt wer der Vater ist. Sonst würdest Du nicht auf Deinem Schoßhundmagier bestehen. Wir gehen Brandur", sagte Linhard und deutete zur Tür.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hielt seinen Sohn am Arm fest und sah ihn sehr ernst an. "Junge, das ist nicht, was du wirklich willst. Denk nach. Weshalb bist du gekommen? Was ist dein eigentliches Ziel? Dich erneut mit deiner Familie zu überwerfen?"

Linhard von Hohenfelde
"Nein, ich wollte die Sache geklärt haben Paps. Aber er mauert und ich dringe nicht zu ihm durch. Das war schon immer so. Für ihn gehöre ich nicht zur Familie, ich bin nur angeheiratet. Und damit Ihr alle anderen auch. Und Jules müssen wir nicht fragen Paps. Die Antwort ist klar. Sicher Linhard ist Deines, was auch sonst? Kümmere Dich schön um den Kuckuck", flüsterte Lin.

Brandur von Hohenfelde • Gestern, 23:48
"Wolfram wäre auch dabei. Er könnte die Gegenkontrolle machen. Und warum sollte Ciel sein eigenes Kind verleugnen wollen, hm?"

Linhard von Hohenfelde
"Damit er sich nicht darum kümmern muss. Es ist immer einfach den Spaß zu haben, während andere dann die Verantwortung tragen. Warum lassen so viele Männer ihre schwangeren Freundinnen sitzen? Das gleiche Spiel Paps. Ob das hier so ist, glaube ich kaum, da keine Frau ohne weiteres einen Mann kennenlernen kann. Da haben die Familien den Daumen drauf. Aber Familienintern geht es ja doch, wie wir gesehen haben. Wolfram wäre in Ordnung, er war immer ein durch und durch fairer und hochanständiger Typ. Dass muss man ihm lassen. Er muss sein Tal reinigen lassen Paps, dass müssen wir ihm noch sagen", antwortete Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Ciel muss sich auch so nicht darum kümmern, selbst wenn er der Vater sein sollte. Keiner von euch beiden müsste das. Dafür gibt es Ammen und Erzieher. Du gehst von einer falschen Ausgangslage aus. Wolfram und Jules. Ciels Vorschlag steht, er hat einen Kompromiss vorgeschlagen. Komm ihm einen Schritt entgegen und sei nicht so stur. In ein paar Stunden, wenn du einsam da sitzt und Verrill Meilen um Meilen fort ist, wirst du es bereuen."

Linhard von Hohenfelde
Linhard kratzte sich am Oberschenkel und dachte angestrengt nach. Am liebsten hätte er alles hingeworfen und wäre erhobenen Hauptes herausspaziert. Und was hätte er davon? Wie sein Paps schon sagte, gar nichts. Vielleicht eine Minute Genugtuung, sich mal nicht ausgeliefert zu fühlen. Aber wenn man weglief, blieb das Problem bestehen. Das hatte Dave lernen müssen und ihm erging es nicht anders. Niemandem erging es anders und er war sonst keiner der weglief, sondern sich dem Kampf stellte. Weglaufen und einmal zur Ruhe kommen, waren auch zwei unterschiedliche Dinge. Aber auch das ging nicht. Er würde nur mit der Gewissheit Ruhe finden. "Gut Deinen Jules und Wolfram", bot Linhard Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann sind wir uns ja einig«, tönte es vom Sofa aus. »Sag Bescheid, wenn ihr so weit seid, aber bitte plant ausreichend Zeit ein. Ferrau und ich haben in den nächsten Tagen viel Freizeit eingeplant.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte auf Ciel herab und musste sich beherrschen ihm nicht ins Kreuz zu boxen. "Verstehe, die fünf Minuten hast Du nicht, aber überall Deinen Saft zu verspritzen, die Zeit nimmst Du Dir. Ich gehe davon aus, dass Du es mal fünf Minuten unterlassen kannst, Deinen Dödel in den Wind zu hängen, es geht hier darum wer Vater des Kindes ist. Du hättest mit Deinem Ferrau alle Zeit der Welt, hättest Du meine Alte nicht geknallt!", donnerte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Wütend setzte Ciel sich auf. »Gardisten«, kreischte er. »Geleitet diesen unverschämten Kerl vor die Tür! Naridier bleibt doch immer Naridier, es ist nicht zu fassen!«

Linhard von Hohenfelde
"Wenn die mich anfassen, können die was erleben. Ich bin der Ehemann von einem Erbprinzen, Du bist nur ein Prinz der Beifrau BASTARD!", zischte Lin giftig.

Ciel Felicien de Souvagne
Wütend sprang Ciel auf. Er war in Kampfstimmung und dass er nackt war, interessierte ihn nicht. »Dann werde ich das eben tun! Und wo ist der verdammte BELLAMY!«, brüllte er. »Schwager, ich wünsche, dass Ihr augenblicklich meine Gemächer verlasst! Ferrau, mein Säbel!«

Linhard von Hohenfelde
Ferrau: Ferrau zitterte am ganzen Leib und eilte davon um Ciels Säbel zu holen. Er hielt ihm seinen Schatz hin und hoffte dass die beiden sich nicht angingen. "Hier ist er Ciel", sagte er kleinlaut.

Linhard von Hohenfelde
Lin musterte Ciel kalt. "Du weißt was Du gerade tust?", hakte Linhard nach. Absolut ruhig und eisig.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dich rausschmeißen!", brüllte er.

Linhard von Hohenfelde
"Mir den Krieg erklären, dass tust Du. Wenn Du meinst... bitte", sagte Linhard und wandte sich zum Gehen. "Du weißt was Du Verrill auszurichten hast, mach es oder lass es. Es ist ab heute Eure Sache. Wie sagte sie so schön? Keine Antwort ist auch eine. Lass Deinen Säbel stecken, ehe Du Dich noch verletzt Bübchen. Komm Brandur", sagte Lin tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
"ICH hab die souvagnische Streitmacht gegen die Rakshaner geführt! Was habt Ihr gemacht, Aufschneider? Geraucht, getrunken, Euch durch die billigsten Freudenhäuser gefeiert! Und da habt Ihr solch ein loses Mundwerk mir gegenüber? Lasst Euch nie wieder vor meinen Gemächern blicken! Ferrau, Fabien, dieser Mann wird nicht mehr hier hereingelassen! Und bringt mir den verfluchten BELLAMY her!"

Linhard von Hohenfelde
"Was ich getan habe? Meine Familie überlebt. Du hättest keine Minute in dieser Familie überlebt. Dein Krieg gegen die Rakshaner sähe bei uns aus wie eine Familienpicknick, nur waren unsere nicht ganz so humorvoll. Den Fehdehandschuh gebe ich zurück. Lass Dich nie wieder in meinem Dunstkreis blicken, weder Du, noch Verrill. Und versteck Dich ruhig hinter Deinem gefallenen Schwertmeister. Scheinbar nutzt er ja auch lieber sein Fleischspieß statt ein echtes Schwert. Da habt Ihr ja was gemeinsam. Das ich Derya für Deinen Spielzeugkastraten herbeorderte kannst Du vergessen Du Schnepfe!", polerte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hielt Linhards Oberarm umfasst. »Diesen Kampf kannst du nicht gewinnen«, sagte er leise und eindringlich. »Lass uns gehen, rasch.« Er kannte den Anblick, als die Klinge auf die eigene Familie gerichtet worden war. Und das Ende war grausam gewesen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oh, du willst mich testen«, höhnte Ciel. »Ob ich meine Klinge an dir schmutzig mache, wenn du mich nur genügend provozierst. Was sollte mich daran hindern? Was glaubst du, was Vater mit mir tut, wenn ich sie dir durchs Herz stoße? Eine ernste Aussprache? Strafarbeit? Und was glaubst, du, tut er mit dir, wenn du das selbe bei mir machst?« Ohne den Blick von Linhard abzuwenden, fauchte er: »Fabien! Lauf und hole Bellamy!«

Linhard von Hohenfelde
"Ja lass uns gehen. Wie Archibald stets sagt, eine verlorene Schlacht, ist kein verlorener Krieg. Man kann nie bestimmen wann man sich zurückziehen muss. Aber man bestimmt wann die Zeit der Rückkehr reif ist", sagte Linhard und verließ gemeinsam mit Brandur die Gemächer von Ciel. Gemeinsam ging er mit Brandur nach draußen, hinunter zu den Ställen und sattelte Auqilla. "Die können uns gepflegt am Arsch lecken, alle beide", murrte Linhard und streichelte sein Drachenhuhn. Er deutete auf den gewaltigen Vogel. "Schwing Dich drauf, wir fliegen nach Hause", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur kletterte auf das Tier und setzte sich hinter seinen Sohn. Er umarmte ihn und drückte ihn fest.

Fabien Lacomb
Fabien schreckt in der Küche erneut hoch. Das war wirklich nicht sein Tag. Seine Welt und sogar seine Gefühlswelt waren total durcheinander. Bellamy holen, hatte Ciel befohlen. Gut dann tat er das. Er schüttelte sich kurz und eilte los um den Schwertmeister zu holen. Etwas später kam er gemeinsam mit Bellamy im Schlepptau zurück. "Verzeiht Herr, ich hatte mich in der Küche gerade hingesetzt. Auf die Frage was Euer Vater mit Euch tun würde, weiß ich keine Antwort. Vermutlich nichts. Linhard würde wegen Hochverrat auf dem Block sterben... denke ich", antwortete Fabien, da er dachte die Frage war an ihn gerichtet gewesen. Er verzog sich zurück in die Küche und versuchte im dritten Anlauf seinen Kaffee zu trinken.

Bellamy Bourgeois
"Herr was ist geschehen? Fabien erklärte Euch wurde gedroht? Also einer der Verwandten hätte Euch gedroht?", sagte Bellamy verwirrt.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wo waren Sie?", fragte Ciel ernst, noch immer nackt und mit dem Säbel in der Hand mitten im Raum stehend, da Ferrau lieber zitterte, anstatt ihn anzukleiden.

Linhard von Hohenfelde
Linhard tätschelte kurz Brandurs Hand, ehe er Auqilla das Zeichen für den Abflug gab. Das gewaltige Drachenhuhn sprang mit einem Satz in die Luft und schlug hart mit den Schwingen. Sie gewann schnell an Höhe und flog Richtung Hohenfelde davon. "Wollen wir nach Hohenfelde, oder wollen wir zum alten Herrenhaus fliegen? Vielleicht könntest Du dort Kuni angucken, wenn Du magst. Ich wollte Dave eine Freude machen und sein Pferd bergen. Ich weiß wo es ist", erklärte Linhard mit einem Kloß im Hals. Die Sonne brach sich auf den grünen Federn von Aquilla als sie ein lautes Krächzen ausstieß. "Keine Ahnung, ich glaube sie möchte nach Naridien", grinste Lin schief.

Bellamy Bourgeois
"Herr ich war in meiner Kammer, Ihr habt mich momentan nicht benötigt. Ich wäre in Eurer Nähe geblieben, hätte ich gewusst, dass Ihr in Gefahr seid. Ich glaube es ist besser, wenn ich zukünftig ähnlich wie Euer Diener bei Euch in einer Kammer lebe. Sonst nützt Euch meine Fähigkeit nichts", sagte Bellamy besorgt.

Brandur von Hohenfelde
"Zum Herrenhaus", bestätigte Brandur. "Und dort besuchen wir unsere ermordeten Verwandten. Dort sehen wir uns an, was geschieht, wenn eine Familie sich dafür entscheidet, die Waffe gegen das eigene Blut zu richten. Ich möchte, dass du sie dir genau ansiehst, bevor du eine Entscheidung triffst. Und ich werde jemanden rufen, der zu uns spricht. Jemanden, der uns daran erinnert, was wir hinter uns gelassen haben und warum. Erst dann mögest du wählen."

Ciel Felicien de Souvagne
»In Ihrer Kammer nützten Sie nichts! Ich will, dass Sie fortan Tag und Nacht in meiner und Ferraus Nähe bleiben. Und dass Sie sich zwei oder mehr zuverlässige Gardisten oder sonstwelche Kämpfer nehmen, die Ihnen gegenüber absolut loyal sind und selbst gegen meine Familie vorgehen würden, wenn Sie es in meinem Namen befehlen! Die zwei unfähigen Waschlappen da neben der Tür können Sie aussortieren, die braucht kein Mensch!«

Linhard von Hohenfelde
"Eine weitere Weise Entscheidung, aber was mache ich, wenn ich die ganze Sache nicht wieder kitten kann Paps? Ich war so wütend, glaube mir, in dem Moment vorhin habe ich Verrill echt verstanden. Wobei nicht wirklich Verrill, ich verstand schlagartig Opa. So muss sich Dunwin gefühlt haben, wenn Alastair mit ihm sprach. Als wäre man Dreck, den man auch wie Dreck behandeln muss. Diese kleine Kröte nimmt sich alles und kommt damit durch. Klar käme er damit durch, wenn er mich töten würde. Fakt. Er ist ein Familienmitglied der Krone. Sein Vater wird ihn wohl kaum auf den Block schicken. Die Strafe wäre vermutlich heute Abend kein Pudding, wenn er eine bekäme. Hätte ich die Waffe gegen ihn erhoben, wäre das Hochverrat oder? Ich hätte ja einen der Krone bedroht. Und ich bin ja nicht tatsächlich blutsverwandt, ich bin angeheiratet. Das heißt, ich würde hingerichtet und aus den Büchern entfernt oder was sie so bei solchen Fällen wohl tun würden. Dabei wollte ich ihm gar nicht drohen. Ich wollte nur die Sache mit dem Kind geklärt haben und danach irgendwann mal mit ihnen auskommen. Aber das Auskommen mit anderen liegt mir nicht. Ciel und ich waren uns von Anfang an nicht grün, versuchte Annäherungen sind auch immer gescheitert. Ich kann nur eines versuchen, dort auf meiner Scholle zu leben und die Füße still zu halten. Dort mein Leben zu leben und mein Ding zu machen. Immerhin ist dies unsere Scholle, wir haben eine Verpflichtung und wir haben uns damit auch weit finanziell aus dem Fenster gelehnt. Ich möchte mir nicht Veyd zum Feind machen", grübelte Lin.

Bellamy Bourgeois
"Wie Ihr wünscht Herr, ich werde in der alten Garde nachfragen, ob jemand wechseln möchte. Ansonsten könnte ich auch Gilbert und seinen neuen Rekruten fragen. Beide machen einen guten Eindruck. Eurer Familie kann ich nicht Einhalt gebieten. Jedenfalls nicht Eurem Vater und Euren Brüdern Herr. Jene stehen über Euch und würde ich die Hand gegen einen von ihnen erheben, wäre das mein Todesurteil. Versteht mich nicht falsch, ich beschütze Euch gegen jeden, aber Eure Familie ist Tabu. Das dürft Ihr nicht von mir verlangen, ich bin Souvagner wie Ihr, ich werde mich nicht gegen die Krone wenden. Aber ich werde Euch als einen Teil der Krone und meinen Herrn immer beschützen. Anders sieht es bei Eurem Schwager aus. Ihn hätte ich nicht angegriffen, sondern herausgeworfen. Und angreifen dürfte ich ihn erst, wenn er Euch angreift, zur Verteidigung. Ein Wortgefecht berechtigt mich nicht, ihn anzugreifen. Das wäre so, als hätte ich die Duchesse oder Eure Mutter anzugreifen. Versteht Ihr?", sagte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es geht nicht gegen die Krone, sondern gegen diesen eingeheirateten Widerling, diesen nach Rauch und Alkohol stinkenden Naridier! Und ja, ich erwarte, dass Sie ihn töten, wenn ich es Ihnen befehle! Ja, das kostet Sie Ihr Leben - das Leben, welches ich Ihnen schenkte. Ohne mich wären sie tot. Ihr Leben gehört mir. Ihr Körper gehört mir. Ihr Schwert gehört mir. Das ist, wofür ich sie wiederbelebte. Ich wollte Sie an meiner Seite wissen als meinen wertvollsten Streiter. Und nun wollen Sie genau das nicht sein?«

Brandur von Hohenfelde
»Was wir dann machen, überlegen wir, sobald wir wieder ruhig sind. Auch ich bin es nicht. Alte und blutige Erinnerungen. Fast hätte ich noch einen Sohn verloren.« Brandur umarmte Linhard noch fester.

Bellamy Bourgeois
"Ich gehöre Ihnen und ich verteidige Sie Herr, ich stellte nur klar gegen wen ich sie nicht verteidigen kann. Das schloß ihn nicht ein, sondern Ihre Blutsverwandten, ihre Linie, die de Souvagnes von Geburt an. Wenn Sie befehlen, dass ich ihn töten soll, werde ich ihn töten", antwortete Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es besteht keine Notwendigkeit, gegen meine Blutsverwandten tätig zu werden. Was den Naridier anbelangt ... werde ich eine Nacht darüber schlafen. Und Ihnen morgen meine Entscheidung mitteilen. Sie schlafen hier. Was tun Sie, wenn Verrill mich angreift? Sehen Sie zu?"

Linhard von Hohenfelde
Linhard drückte sich mit dem Rücken gegen Brandur. "Soweit wäre es vermutlich nicht gekommen, aber möglich ist alles. Sein Hass mir gegenüber sitzt tief. Für ihn bin ich der Staatsfeind Nummer eins. Warum auch immer, vermutlich weil er Verrill selbst gerne besitzen würde. Jetzt hat er sie. Ich werde mich nicht von ihr trennen, dass hätte er gerne. Aber unsere Ehe besteht nur noch auf dem Papier. Ich werde es so belassen, damit wir friedlich getrennter Wege gehen und ich werde mir eine Frau auf meiner Scholle suchen. Das ist genauso möglich Paps. Was er weiter plant, weiß ich nicht, aber ich kann ihn durch seine Leute genauso im Auge behalten lassen. Komischerweise scheint es sich immer zu rächen, wenn man Archibald verrät. Solangsam glaube ich den Scheiß mit den Ältesten und so. Sie scheinen ihm sehr wohlgesonnen zu sein, wer immer sie sind und was immer sie sind. Ich werde mich aus dem Kampf von Ciel und Alex heraushalten. Sobald sie Derya haben, wird sich zeigen wer der Bessere ist. Ciel und seine Leute oder Archibald. Mein Kampf ist das nicht mehr. Ich werde nicht einmal als Zuschauer anwesend sein", sagte Linhard und lehnte sich zurück. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir das Herrenhaus so schnell wiedersehen. Wen möchtest Du rufen Paps? Bitte nicht wieder Alastair, der kann uns nicht ausstehen", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Meinen älteren Bruder, deinen Großonkel Kunwolf. Ich vermisse ihn sehr." Brandur streichelte seinen Sohn, damit dieser sich wieder beruhigte. Er spürte, wie heftig Linhards Herz schlug. "Archibald hat einfach Glück. Unkraut vergeht nicht und er ist ein besonders zähes und widerwärtiges. Auch er wird zahlen, früher oder später."

Bellamy Bourgeois
"Ich werde verletzt oder sterbe bei dem Versuch sie vor Verrill abzuschirmen. Ich werde weder Sie, noch Verrill, noch Dreux oder den Duc selbst angreifen. Ich würde Sie rein defensiv vor ihm beschützen. Aber dies ist so hypotethisch, es wird niemals notwendig sein. Wie gesagt, sollte es je der Fall sein, werde ich mich zwischen Sie und ihren Bruder stellen Herr. Überlegen Sie es sich gut, vielleicht waren die Gemüter nur erhitzt. Sie waren hier scheinbar sehr privat, sie hätten keinen Besuch empfangen sollen. Eine erneute Aussprache wäre hilfreich. Sie sind doch sonst mit dem Mann gar nicht verfeindet. Im Gegenteil, Ihr Bruder steht Ihnen sehr nahe und dies ist Ihr Schwager. Er ist nur recht ungehobelt, aber dass bin ich auch öfter. Denken Sie wie Sie schon vorhaben in Ruhe noch einmal nach", sagte Bell.

Linhard von Hohenfelde
Lin drückte sich gegen Brandurs Hand und genoss die beruhigende Wirkung von seinem Vater. "Zäh ist überhaupt kein Ausdruck für das was Archibald ist. Die seltsamste Type, die ich je kennengelernt habe und das ist noch untertrieben. Kunwolf? Wie war Kunwolf so? Beschreibe ihn mal ein bisschen. War er nett? Oder ehr so wie... Alastair? Vielleicht vermisst er Dich auch, so wie Opa. Dann nehmen wir ihn mit", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dieser Dilettantendiener Fabien hat sie eingelassen, ohne meine Erlaubnis! Sie dürfen ihn züchtigen, ohne ihm körperlichen Schmerz zuzufügen. Brüllen Sie ihn an, hängen Sie ihn aus dem Fenster, es ist mir gleich. Tun Sie das kurz, aber eindringlich. Der Mann ist eine Zumutung! Und ich werde keine Aussprache mit dem Naridier suchen, ich hasse den Kerl, ich war zu gütig, das ist nun vorbei. Und organisieren Sie mir einen nicht-souvagnischen Söldner, der mich gegen jeden verteidigen würde und damit meine ich jeden.«

Brandur von Hohenfelde
»Kunwolf war ein wenig wie Ansgar«, erzählte Brandur, während er seinen Sohn in den Armen hielt und der Flügelschlag von Aquila sie gleichmäßig wiegte. »Er war sehr laut und sehr willensstark. Ein wenig wie ein schnaubender Stier in einer Arena, gefangen wie wir alle wollte er mit dem Kopf durch die Wand. Gelang ihm dies nicht, nahm er einen auf die Hörner. Er war aber auch ausdauernd, hartnäckig. Und nicht zuletzt unser großer Bruder, an dem wir uns orientierten und der uns einen wunderbaren Ausflug ermöglichte während der langen Zeit unserer Gefangenschaft.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy nickte. "Was ist, wenn diese Person einen Ihrer Brüder oder gar den Duc tötet? Ich werde Euch diesen Söldner besorgen, aber die Frage steht dann im Raum. Und Euer Vater wird sicher wissen wollen, weshalb Ihr eine derartige Person angeheuert habt. Aus Angst um Eure Sicherheit, oder um einen Staatstreich zu verüben? Denkt gut darüber nach, ich maßregele Euch nicht, ich berate Euch. Denn auch dies gehört zum Schutz Eurer Sicherheit", erklärte Bellamy. Er ging in die Küche, schnappte sich Fabien und zerrte ihn mit ins Bad. Es dauerte eine Weile, Ciel hörte ein Handgemenge und noch eine Weile später verließ Fabien klatschnass und nicht gerade glücklich das Bad. Bellamy folgte ihm etwas später. "Ich habe ihm erläutert, dass er dies nicht wieder tun soll", sagte er freundlich.

Linhard von Hohenfelde
"Einen Ausflug? Wohin habt Ihr einen Ausflug unternommen?", fragte Lin neugierig. "Ich hoffe er ist nicht ganz so cholerisch wie Ansgar. Nachher ist er kaum beschworen und brüllt auf uns ein. Wobei als Geist kann ihm da ja nicht viel passieren. Ich bin gespannt auf ihn, ein großer Bruder zu sein oder einen zu haben ist schon ein Unterscheid. Ich hätte gerne einen großen Bruder gehabt, jemand mit dem ich hätte reden können. Mit Anwolf kann ich das zwar auch, aber es war nicht das Gleiche. Auf ihn musste man wenn schon irgendwie aufpassen. Nagut, dann hätte mein großer Bruder die Arschkarte gehabt. Irgendwer muss ja den Anfang machen. Der Mittlere hat es wohl am Besten oder?", sagte Lin. Er hatte sich etwas beruhigt, die Anwesenheit von Brandur tat ihm immer gut und auch Aquilla tat ihr Übriges dazu bei. Wie die Sache ohne Brandur gelaufen wäre, wollte sich Lin lieber nicht vorstellen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke. Fabien, ein weiterer Fehltritt und du sitzt deine restliche Zeit in meinem Dienst im Verlies ab. Räum jetzt das Sofa auf, das sieht unmöglich aus und mach hier alles sauber. Danach wäschst du Ferrau und kleidest ihn so ein, wie er es wünschst. Ich habe noch mit Bellamy zu sprechen. Bellamy, folgen Sie mir. Und schließen Sie hinter sich die Tür.« Ciel ging vor in sein altes Kinderzimmer hinter dem Wandteppich. Hier konnte Fabien Sie nicht hören. Ciel nahm sich eine der vielen Decken und wickelte sie um seinen Körper, ehe er sich setzte. »Diese Person soll nicht meinen Vater töten, aber sie soll mich mit allen Mitteln verteidigen, wenn man mich angreift. Ich traue Verrill nicht. Jetzt, da ich mich mit seinem Mann überworfen habe, noch weniger. Erst gestern hat er wieder herumgebrüllt, wen er alles umbringen will, darunter Menschen, die mir viel bedeuten.«

Fabien Lacomb
Fabien starrte Ciel für einen Moment entgeistert an, ehe ihm das bewusst wurde und er sofort den Blick senkte. Er nickte einfach gehorsam und verkniff sich jedes unnötige Wort. Da Ciel mit Bellamy vertraulich sprechen wollte, machte er sich sofort an die Arbeit.

Bellamy Bourgeois
Bellamy folgte Ciel und schloss hinter sich die Tür, danach folgt er Ciel in den versteckten Bereich hinter dem Wandteppich. Bellamy setzte sich dazu und hörte sich an was Ciel zu sagen hatte. "Ihr möchtet dass ich Verrill beseitige?", fragte er leise.

Brandur von Hohenfelde
»Das ist eine lange Geschichte. Es waren einmal drei Brüder. Dunwin war der jüngste, Brandur der mittlere und Kunwolf der Älteste. Ihr Vater hielt sie gefangen in einem geheimen Trakt unterhalb des Herrenhauses, in dem sie lebten. Dort wurden sie trainiert und gegeneinander aufgewiegelt, doch für viele Jahre konnte das ihren Zusammenhalt nie wirklich zerstören. Nicht, so lange sie Kinder waren. Eines Tages fand Kunwolf einen Weg, um aus diesem Trakt, der sogenannten Akademie, zu fliehen. Es war der Beginn einer langen und spannenden Reise.«

Ciel Felicien de Souvagne
»Noch nicht. Aber vielleicht wird es nötig sein.« Ciel musste alle Selbstbeherrschung aufbieten, die er hatte. Der Gedanke war so schmerzhaft, dass er ihn kaum ertragen konnte. »Ich muss ... noch nachdenken. Aber Linhard hat den Fluch seiner Familie ... in die unsere gebracht. Es kommen finstere Zeiten auf uns zu. Sehr finstere.« Ciel lehnte sich an die mit dicken Kissen gepolsterte Wand, während er im Schneidersitz auf der Matratze saß.

Linhard von Hohenfelde
"Sobald Du Kunwolf beschworen hast und er möchte, könntet Ihr die Geschichte erzählen. Vor dem Kamin, wir könnten es uns dort das erste mal tatsächlich gemütlich machen. Egal welche Geschichte das Haus hat. Wir können es versuchen. Wobei Dave immer behauptet hat, dass Haus hätte ein Eigenleben. Ich denke dass hat es nicht und ich denke, diese Sichtweise ist etwas, dass ihn am Leben hielt. Eine der Wunden auf der Seele um nicht völlig durchzudrehen in dieser Welt da drin. Aber das sage ich ihm nicht, denn er würde es nicht verstehen. Und falls doch, drücke ich ihn damit in seinen Schmerz. Ich lass ihm den Glauben, dann hat das Grauen vielleicht nicht so eine gewaltige Dimension. Die hat es so auch schon, aber ich denke ohne diesen Anker wäre er verrückt geworden", antwortete Lin.

Bellamy Bourgeois
"In Ordnung, Ihr seid Euch im schlimmsten Fall auch der Konsequenzen bewusst, solltet Ihr auffliegen? Mein Vorschlag wäre, dass wir es nicht offiziell machen. Ihm geschieht nichts, er hat keinen Unfall wie Eurer Onkel oder Großvater, er wird auch nicht angegriffen, oder er gerät nicht in einen Streit. Das wäre alles viel zu auffällig für seine Person. Es gibt eine Möglichkeit, die niemand hinterfragen würde... er tötet sich selbst. Er hat es schon einmal versucht und diesmal hat er Erfolg...", flüsterte Bellamy.

Brandur von Hohenfelde
»Oh, das Haus HAT ein Eigenleben«, sprach Brandur bedächtig. »Und es ist immer hungrig. Es dürstet nach Blut. Das Haus ist nicht, was es zu sein scheint, das ist gewiss. Wir sehen nur den Deckel. Und selbst die Akademie hat nur einen Teil enthüllt, nie das Ganze. Man könnte meinen, die Anlage führte bis in die Unterwelt. Kunwolf wird überrascht sein über alles, was du inzwischen erreicht hat. Vermutlich wird er es anfangs gar nicht glauben können.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Bellamy verdutzt an. »Wenn es auffliegt, dann weiß ich, wer dafür verantwortlich ist. Denn niemand außer Sie wird davon erfahren. Mein Vater wird mich nicht töten, nie. Er wird mich schlimmstenfalls verstoßen und verbannen. Sie sind ein kreativer Kopf, das habe ich schon immer gesagt. Mir gefällt, wie sie denken. Meinen Sie, dass ein Söldner für den Fall der Fälle notwendig sein wird?«

Linhard von Hohenfelde
"Ich hoffe doch sehr, dass er uns glaubt und dass er auf unserer Seite ist und nicht so komisch gestrickt ist wie Alastair. Der Kerl war tot und nur ein Schein und ich hatte Panik vor ihm. Man, dass muss mal einer hinbekommen. Nichts weiter als ein Schatten und jeder hat Muffe. Wie war er da zu Lebzeiten? Da hatte jeder einen Fladen in der Hose, wenn er rumgiftete oder? Ich meine zu Lebzeiten hätte ich ihm nicht begegnen wollen. Zumal er mich sicher gar nicht beachtet hätte, als Purie. Ich wäre sowas wie eine Karkelake oder so. Komisch vor Ossi schien er Respekt zu haben, obwohl er bissig war. Das Haus lebt wirklich? Das ist gruselig, gut wir sind für andere auch gruselig, warum sollte es unsere Hütte nicht sein. Wo wohnen da überhaupt die Düsterlinge, die nachts durch die Gänge schleichen. Ich hörte sie immer nur sabbeln und kichern und ihre Krallen auf dem Steinboden klackern. Manchmal kam einer heimlich rein, sagte was über Dunwin und mich und hat mich gestreichelt. Zuerst dachte ich immer, das wäre ein Alptraum, bis ich ihn einmal sah und da war er ganz schnell wieder weg. Das war echt zum Schreien gruselig", erklärte Lin schaudernd.

Bellamy Bourgeois
"Nein Herr im Gegenteil. Dieser Söldner würde jedem zeigen, dass etwas hier im Argen liegt. Dass Sie vor etwas Angst haben, etwas planen. Auch wenn es nur Ihr eigener Schutz ist. Warum reicht die Garde nicht mehr? Wieso niemand von den Himmelsaugen? Das wären doch die Fragen die aufkommen. Die beste Tarnung ist die, die niemand erkennt. Ich werde alles vorbereiten und Ihr sagt mir dann wenn es soweit ist. Weshalb bedroht Euch Euer Bruder? Darf ich dies wissen?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mein Bruder bedrohte meine Lieben, da ich verlangte, dass er für einen Wutausbruch zu Rechenschaft gezogen wurde, der meinen Ferrau fast das Leben gekostet hatte. Er bedrohte nicht nur Ferrau, sondern auch meine anderen Schützlinge, Sie eingeschlossen. Er wollte euch alle eigenhändig umbringen. Angeblich nur Worte, aber fragen Sie mal Ferrau, ob es dabei bleibt. Und nun hat Linhard mir den Krieg erklärt. Er bezeichnete mich als Bastard. Als Schnepfe und ich würde, ich zitiere, meinen Fleischspieß überall reinstecken und überall meinen Saft verspritzen. Ich, der in seinem Leben exakt drei Mal Beischlaf hatte. Alexandre nannte er meinen Spielzeugkastraten. Er ist nicht mehr ganz dicht und hat meinen Bruder mit seinem Wahnsinn angesteckt. Dabei war von Anfang an bekannt, dass die von Hohenfeldes eine Familie sind, die sich gegenseitig abschlachtet und einen regelrechten Kult daraus macht! Bellamy, ich verlasse mich auf Sie«, sagte Ciel sehr ernst. »Wenn ich den Befehl einmal ausgesprochen habe, kann er nicht zurückgenommen werden. Wenn Sie scheitern oder Muffensausen bekommen, werde ich als Verlierer dieser Auseinandersetzung hervorgehen und mir wird schreckliches blühen.«

Brandur von Hohenfelde
"Skondra", sagte Brandur sanft. "Dein Großcousin. Der außereheliche Sohn Dunwins, den er mit einer Düsterlingfrau namens Canan hat. Alastair war schrecklich, ein anderes Wort kann man nicht verwenden. Er hatte nichts, aber auch gar nichts Gutes an sich, im Gegensatz zu meinen Brüdern und mir, die alle drei nicht nur böse waren. Wenn Alastair einen ansah, blickte einem der Tod in die Augen. Vor Osmund hatte er nur daher Respekt, weil dieser ihn als Nekromant unter seiner Kontrolle hatte. Das war alles."

Bellamy Bourgeois
"Ich hatte noch nie Muffensausen, sprich genniffen. Angst hat jeder, auch ich. Wer ihnen etwas anderes erzählt lügt, oder ist wahnsinnig. Deshalb hören Sie nicht auf solche Personen. Nun das Euer Bruder nicht zimperlich ist, weiß man. Er kann aber auch sehr umgänglich und freundlich sein, dies ist ebenfalls bekannt. Denkt nur an die Zeit Eurer Abwesenheit, dort hat er sich nicht einen dieser Schnitzer geleistet, sondern war ein Duc durch und durch. Aber wenn Ihr dies wünscht, werde ich Euch beistehen. Diese Familie ist nicht zu unterschätzen Herr. Solche Leute sind als Freunde ein gewaltiger Gewinn. Als Feinde solltet Ihr sie nicht haben und Ihr solltet sehr vorsichtig sein. Solange aber eine solche Person noch droht oder Gift und Galle spuckt, ist es nur ein Wortgefecht. Gefährlich werden solche Leute, wenn sie sich freundlich lächend abwenden. Das sage ich Euch aus meiner langen Erfahrung. Dieses Lächeln heißt nichts weiter als gute Reise. Euer Feind ist jung, aber wir wissen nicht, was er persönlich drauf hat. Zudem, dass ist mir als Palaisin bekannt, oder Ex Pala, hat er sehr mächtige Magier in der Familie. Ihr seid sicher nicht minder mächtig, aber soweit ich weiß sind zwei Lich darunter. Also eine Größe mit der man nicht spaßen darf. Mit Verlaub, dass was er sagte klingt er nach einem jugendlichen Rotzlöffel dem ich eine Ohrfeige verpasst hätte, anstatt nach einer tödlichen Morddrohung. Ihr solltet wirklich noch einmal in Ruhe reden, ich beschwöre Euch. Geht Ihr mit den Weg des Todes, dann wird Eure Familie daran zerbrechen. Vielleicht tragt Ihr selbst keinen Schaden davon, aber es könnte Opfer auf beiden Seiten geben, die mit der Sache nichts zu tun hatten Herr. Denkt an Euren Vater, Dreux und Olivie. Und würde Eurem Vater etwas geschehen, dann hätten wir hier eine Bereinigung. Dreux würde die Hinrichtung der drei Familien befehlen, Tilgung aus den Büchern und und und. Sie würden die Duponts in den Schatten stellen. Aber ist es das wert und ist das richtig? Was können die Verwandten von Lin für seinen dummen Schnabel? Oder Euer Vater und Eure Geschwister? Nichts Herr. Die Macht ist immer auch etwas, die sich gegen einen wenden kann. Sicher könntet Ihr sagen, sind alle tot - bleibe ich und werde Duc. Aber das wäre ein kalkulierter Staatsstreich. In dem Machtvakuum für einige Wochen könnten dann die Neufville beschließen, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging, und der Adel erhebt sich samt deren die die Neufville auf dem Thron sehen wollen und nicht den de Thibodeau Spross. Zudem wird es nicht ohne weiteres leicht sein, einen der Euren zu töten. Das weiß diese Familie. Es werden also schwere Geschütze aufgefahren um sich selbst zu schonen. Vielleicht so, dass zig andere mitsterben. Würde ich einen Staatsmann aus der größen Ordnung erledigen müssen, würde ich es im großen Tun. Felipe muss weg? Dann mit allem drum und dran. Die Burg wo erschläft oder sowas. Dann ist es garantiert vollbracht. Aber dann haben wir Bürgerkrieg. Scholle gegen Scholle, Adel gegen Adel, wer hält zu wem und so weiter. Das kann man natürlich endlos weiterspinnen. Oder Linhard kommt um und jeder denkt der arme Junge. Damit geschähe dann nichts, der Störfaktor wäre weg. Daraufhin würde sich Eurer Bruder sicher das Leben nehmen", erklärte Bell.

Linhard von Hohenfelde
"Skondra?", wiederholte Linhard und ließ sich den Namen auf der Zunge zergehen. "Ich kenne die Düsterlinge nicht mit Namen, aber falls wir ihn sehen, dann stell uns doch einander vor. Ja dass kann ich mir gut vorstellen. Alastair war in seiner Erscheinung schon fürchterlich zu Lebzeiten wird er wesentlich grausamer gewirkt haben. Aber so war er auch, wenn das stimmt was Ansgar und Dave erzählt haben. Und ich denke nicht dass sie gelogen haben. Sie haben ehr untertrieben oder Dinge weggelassen, um uns als Kinder nicht zu verstören. Wer würde seinem Kind auch erzählen, weißt Du Dein Onkel wurde von der Leibgarde Deines Opas Massengeschändet? Sicher keiner. Oder dass sie mit Pocken infiziert wurden und und und. Alastair war verrückt. Das kann gut sein, dass er nur Respekt hatte, weil Osmund ihn tatsächlich in der Hand hatte. Sind die sich zu Lebzeiten je über den Weg gelaufen? Ich meine, dass wäre doch möglich, bei dem Alter von Ossi. Gut ich habe keine Ahnung wie mächtig er ist, aber dass er noch lebt zeigt er muss ja keine Pflaume sein. Drum hat Alastair ihn vielleicht gemieden oder beide hielten Sicherheitsabstand zu einander. Wer einen Kampf gewonnen hätte, kann man nur spekulieren. Aber ich tippe mal großzigig auf Ossi, denn Ala wurde von Ansgar und Dave erledigt", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke für die ausführliche Analyse. Mich kümmern die drei Horror-Familien nicht im Mindesten. Meine eigene Sicherheit ist bedroht und die all jener, die mir wichtig sind. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie sie vor meinen Augen mit glühenden Schürhaken zu Tode geprügelt werden. Oder mich von einem Eingeheirateten als Bastard bezeichnen lassen. Sie haben Recht, Linhard ist das Gift. Seit er hier ist, fing alles an. Gregoire saß auf dem Thron und führte Souvagne, da gab es noch keinen Linhard. Wie sehr er nicht nur meinen Bruder, sondern auch meinen Vater in der Hand hat, zeigt die Anwesenheit der beiden Lichs. Ich erlasse ein Gesetz zur Ächtung der Nekromantie - und Familie von Hohenfelde muss sich nicht daran halten. Ich habe Vater meine Verstimmung mitgeteilt, es hat ihn nicht interessiert. Weil es ja Linhards Familie ist. Vater ist ein schwacher Herrscher«, sprach Ciel wütend. »Er am Nordwall gegen die Rakshaner und das Land ist Geschichte. Er weiß schon, warum er eine Mauer baut. Nur, dass er jene um seinen Palast herum vergessen hat. Gut, ich nehme ihre Empfehlung an. Töten Sie Linhard. Und sorgen Sie dafür, dass Sie dabei am Leben bleiben. Wenn Sie Erfolg haben, wird es Ihr Schaden nicht gewesen sein. Sie haben einen Wunsch frei, Bellamy. Sagen Sie mir, was Sie sich schon immer wünschen«, ermunterte Ciel ihn.

Brandur von Hohenfelde
»Alastair hätte gewonnen«, erklärte Brandur. »Nicht im offenen Kampf. Aber er kämpfte auch selten offen. Seine Waffen waren anderer Natur. Schlaf ein wenig. Denke nicht über solche Dinge nach, sie tun dir nicht gut.« Brandur streichelte seinen Jungen liebevoll und kraulte ihm den kahlen Kopf.

Bellamy Bourgeois
"Darüber muss ich gut nachdenken Herr, bis jetzt hatte ich nie einen Herzenswunsch. Oder vielleicht doch ohne es genau zu wissen. Ich werde Linhard töten, wenn Ihr morgen früh immer noch der gleichen Meinung seid. Und ich werde Verrill im Anschluss daran... sich das Leben nehmen lassen. Euer Vater ist in meinen Augen kein schwacher Herrscher, aber er ist anders als Ihr. Er fokossiert sich auf das Innere. Er ist wie eine Glucke die alles bewacht, seine Arme drumherum ausstreckt und es beschützt. Die Mauer ist sind seine steinernen Arme um Souvagne zu behüten. Soweit ich weiß, war sein Bruder ehr der offenere Typ. Woran das liegt, kann ich Euch nicht sagen. Aber es ist gut möglich, dass er durch seine junge Herrschaft generell jedem Einfluss von außen misstrauen lernte. Ihr steht Eurem Vater doch nahe. Vielleicht hat er dies wieder vergessen oder nicht mitbekommen, erzählt es ihm. Bittet ihn zum Handlung, um Zugzwang. Die Lich müssen weg. Sie sind eine Gefahr für jeden von uns, dass ist Fakt. Wie er selbst am Nordwall gehandelt hätte, kann ich Euch nicht sagen. Ich kann Euch auch nicht sagen, ob sein Bruder Pomeroy nicht eingegriffen hätte und die Rakshaner gemeinsam mit den Zwergen, Alben, Almanen und Goblins ausgelöscht hätte. Diese Handlung wäre auch möglich gewesen. Denn damit wäre auch Friede - keine Rakshaner, kein Angriff, kein Problem. Also wollen wir so verbleiben? Haltet Ihr morgen früh noch an dem Wunsch fest, sterben Linhard und Verrill", sagte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wünschte manchmal, mein Vater hätte in dieser verfluchten Kutsche gesessen ... und nicht Onkel Pomy«, sagte Ciel mir rot unterlaufenen Augen. »Dann wäre alles ganz anders. Fabien schläft auf dem Sofa. Sie, Bellamy, werden sich das Bett mit mir und Ferrau teilen müssen. Behalten Sie ihre Rüstung an und ihre Waffen griffbereit. Ich werde den Säbel ebenso am Bett belassen.« Ciel erhob sich und ging nach draußen. »Fabien, ist das Sofa fertig und Ferrau? Ich wünsche zu ruhen.

Linhard von Hohenfelde
"Ich kann nicht schlafen, wenn ich das nicht geradebiege, habe ich meine Familie in den Abgrund geführt. Falls nicht persönlich, dann teilweise in den finanziellen Abgrund. Ich weiß nicht, warum ich mich auf das alles eingelassen habe Paps. Ich hielt es für eine Chance, aber am Ende war es ein Pakt mit einem dieser Ältesten. Am Ende ist Verrill selbst einer davon, oder hast Du vorher je von so einem Wesen gehört? Ich nicht, ehrlich nicht. Auf der anderen Seite, ist der Vergleich bösartig. Sie ist nicht böse, sie hat Angst und ist verloren. Uns hat man unser Leben lang eingetrichtert, töte um zu leben. Ihr hat man eingetrichtert, versteckt Dich um zu überleben. Sie lügt nicht mal, sie sagt gar nichts. Den Teil der ebenfalls einen Teil von ihr ausmacht, lügt sie nicht weg, sie verschweigt ihn vollständig. Im guten sieht man ihn, wenn man mit ihr in Ruhe redet, was gerne wissen mag, etwas über Personen erfahren möchte oder Gefühle, oder wenn man sie einfach erzählen lässt. Was sie in ihren Büchern gelesen hat, wie sie von fremden Orten träumt, die sie vermutlich besser kennt als jeder andere, obwohl sie nie einen Fuß vor die Tür des Palastes setzt. Sie hat diese Orte nie gesehen, nie besucht, nur in ihren Gedanken. Sie ist fast wie Melisande. Nur war die mit der Seele unterwegs und Verrill ist es über ihre Bücher. Liebe kann einen auch zerstören, genau wie Hass Paps. Und die Liebe die sie erhalten hat, meinte es ausnahmslos gut, aber sie hat sie in Angst erstickt. Das ist Verrills Problem. Wo wir am Meer waren, hat sie sich alles angeschaut und auf das Meer gestarrt, so als sähe sie es zum ersten Mal. Das dachte ich damals. Und weißt Du was? Es war auch so... sie hat es vorher nie gesehen...", sagte Lin traurig.

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Ciel erstaunt. "Das sind harte Worte Herr. Weshalb seit Ihr dermaßen wütend auf Euren Vater? Eure Wut galt Eurem Bruder und Eurem Schwager. Ich werde über Euren Schlaf wachen, macht Euch keine Sorgen. Ihr klingt als wendet Ihr Euch von Eurer Familie ab", sagte Bellamy besorgt.

Fabien Lacomb
"Ich habe alle mir übertragenen Aufgaben erledigt. Euer Lebensgefährte ist gewaschen und bettfertig gemacht Herr", antwortete Fabien gehorsam.

Brandur von Hohenfelde
»Nathan«, sagte Brandur freundlich. »Der kleine Kerl hat einen guten Einfluss auf sie, wie mir scheint. Wenn Verrill das Problem ist, dann ist Nathan die Antwort. Eine der möglichen Antworten. Er hat auch den heißblütigen Dreaux beruhigt. Sie soll mit ihm reden. Aber auch du kannst dazu beitragen, dass es ihr besser geht. Am Meer war sie glücklich - warum wart ihr dann erst einmal dort? Und es gibt noch andere wundervolle Orte.«

Linhard von Hohenfelde
"Danach waren wir noch ein- zweimal dort, aber vorher war sie nie dort. Tja Nathan mit Nathan versteht sie sich gut und er weiß um sie. Er hat ihr ermöglicht, einmal ganz die andere Hälfte zu sein. Es ist kompliziert und ich weiß auch nicht warum sie lieber in der Bibliothek hängt, anstatt all die schönen Orte wirklich aufzusuchen. Ich gebe ihr... gab ihr ja die Möglichkeit. Vielleicht sitzen einfach alte Gewohnheiten tief. Ist ja bei uns nicht anders. Ich weiß gar nicht mal mehr, wer es sagte, aber irgendwer sagte, dass eine Beziehung wie Steine im Bachbett sind. Man muss sich gegenseitig die Ecken und Kanten abschleifen um rund zu laufen. Ich glaube Daves Mann, Varmikan war das mal. Ich glaube der Frostalb war das. Vielleicht sollte er mal mit ihr reden, oder vielleicht sollten wir das Reden einfach lassen. Ich weiß es nicht", grübelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weil er Gregoire schon immer vorgezogen hat und sich jetzt noch von dessen Anhang einlullen lässt. Pomy hatte mehr Verstand, unter ihm wäre so etwas nie passiert.« Er wischte sich über die Augen. »Vater lässt all dies zu und tut nichts dagegen. Also werde ich wieder den Feldherren spielen, der die Schwachen beschützt. Maximilien eingeschlossen. Die Rolle bin ich gewohnt. Ich wollte sie nie, ich wollte in einen Tempel gehen und ein geistiges Leben führen, aber das ist nicht möglich in Anbetracht der Lage. Also werde ich kämpfen.«
Als Fabien berichtet hatte, antwortete Ciel: »Dann geh zurück in die Küche und mach dort sauber. Wenn du fertig bist, kannst du rüberkommen und auf dem Sofa schlafen.« Ciel ließ die Decke von sich rutschen, wusch sich selber an der Waschschüssel, zog sich leichte und bequeme Tageskleidung zum schlafen an und legte seinen Degen bereit. Er legte sich in die Mitte des Bettes. »Ferrau, hier hin. Bellamy, da hin.«

Fabien Lacomb
Fabien kam dem Befehl nach und sorgte dafür, dass die Küche wieder sauber und ordentlich war, bevor er sich selbst einer Katzenwäsche unterzog und sich auf dem Sofa zum Schlafen hinlegte. Schlafen würde er hier eh nicht können, für ihn herrschte hier eine vergiftete Atmosphäre. Und dann war noch der Ex-Palaisin zugegen. Nun sollte dieser beschließen ihn erneut zu bestrafen, konnte er es wie beim ersten Mal auch nicht ändern. Er versuchte wenigstens zu dösen und dachte an Nathan und Max, was sie wohl gerade taten. Nathan würde vielleicht seine Figürchen neu ordnen und Max würde sicher noch etwas lesen. So versuchte er wenigstens für ein paar Minuten etwas ähnliches wie Schlaf zu finden.

Brandur von Hohenfelde
»Richtig, denn besser als reden ist handeln. Aber sie muss auch selbst ihren Teil dazu beitragen, weder du noch Nathan noch sonst wer könnt sie verändern. Das muss sie selbst. Ihr könnt ihr nur die Tür aufhalten. Durchgehen muss sie allein. Wenn sie das nicht schafft, ist sie in dieser Hinsicht verloren.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy hatte zwar schon einige Befehle erhalten, aber sich neben jemanden zu legen noch nicht. Gut, es war ein Schutzbefehl und kein unmoralisches Angebot, lachte er innerlich. Trotz des Ernstes der Lage, klang der Befehl irgendwie witzig. Belly war Profi genug nicht zu grinsen und die Flüche des Princen auf seine Gemütslage zu schieben. Noch musste er sich nicht sorgen. Sollte morgen früh der Prince immer noch der gleichen Meinung sein, musste er sich auch nicht sorgen, sondern Linhard und Verrill. So schnell konnte sich manchmal das Blatt wenden. Ein Blockbefehl konnte auch von ganz anderer Stelle erfolgen, wie nannten es die Naridier? Der Dolch aus der Dunkelheit. Nun er war hellwach und zur Not bereit selbst Dunkelheit zu verbreiten. Eine unbekannte Größe in dem ganzen Spiel waren allerdings nicht nur die Magier, sondern auch Linhards Stab. Aber darüber würde er sich morgen früh Gedanken machen. "Wie Ihr wünscht Herr, schlaft trotz allem gut und versucht etwas Ruhe zu finden. Ich hoffe Ihr kommt zu einer guten Entscheidung, Ihr wisst was ich meine", sagte er leise.

Linhard von Hohenfelde
"Ich denke schon, dass sie das möchte. Dass hat man ja an dem Kleid gesehen und wie sehr sie sich darüber gefreut hat. Sie hat eben immer nur Angst. Aber in dem Kleid saß sie umwerfend aus. Wobei auch in seiner Rüstung sieht er umwerfend aus, irgendwie ziemlich herrisch, obwohl er das gar nicht gewesen ist. Aber man sieht ihm an, das er ein Royal ist, weißt Du was ich meine? Durch seine Haltung und so weiter. Auch durch seine Geisteshaltung, wenn er sich auf ein Ziel konzentriert und nicht rumflippt. Vermutlich wäre beides gut, Angst ablegen und eine wichtige Aufgabe übernehmen. Aber ich denke die Zeit ist vorbei. Ob Ciel und Verrill noch gemeinsam arbeiten werden, nach unserer Trennung? Keine Ahnung. Vielleicht nicht, da sie sich gegenseitig alles aufs Brot schmieren. Oder gerade deshalb doch, weil dann endlich die Zündschnurr ab ist und beide sich wieder lieb haben können und den Störfaktor. Der bin ja im Moment ich. Vielleicht sollten wir einfach eine Zeit lang warten, so bis Gras über die Sache gewachsen ist. Was meinst Du?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich werde exakt zwei Stunden schlafen und dann wieder aufstehen und arbeiten«, erklärte Ciel. Er konnte sich selbst geistig so programmieren, dass er genau dann aufwachte, wann er es wollte. Bellamy lag schon neben ihm, aber Ferrau fehlte noch. Der Arme war ganz verstört. Bellamy war ein Stück kleiner als Ciel, aber sehr viel kräftiger gebaut und er trug obendrein seine Rüstung. Er wirkte auf Ciel riesig, wie er da neben ihm lag, wie ein ruhender Löwe. Die Matratze bog sich stark in Bellamys Richtung, so dass Ciel an ihn heranrutschte. Es war hart und kantig, aber das störte Ciel nicht, der auch schon auf einem Nagelbrett geschlafen hatte. »Ferrau«, rief er schläfrig.

Ferrau Du Trieux
Ferrau suchte gehetzt nach einer Waffe, fand aber keine. "Ciel was soll ich denn mit ins Bett nehmen? Verdammt", rief er und schnappte sich einfach einen der Sonnenschirme die für den Adel völlig normal waren und nahm diesen mit ins Bett, falls Linhard zurück konnte er ihn damit stechen. Verkniffen lächelnd legte er sich neben Ciel und schmiegte sich an.

Brandur von Hohenfelde
»Ich meine, dass du den falschen Weg gehst und Ciel auch«, sagte Brandur streng. »Ihr nehmt euch nichts. Aber ich weiß auch nicht, wie man euch zwei Jungspunden Vernunft beibringen soll. Das heißt, doch, das weiß ich. Prügelstrafe. Einen Monat so leben, wie meine Brüder und ich. Damit ihr wisst, was ihr aus vollem Bewusstsein und ohne Not mit den Füßen tretet. Darum werden wir auch die Toten besuchen.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog Ferrau an sich. »Du bist mutig geworden«, stellte er erstaunt fest. Dann lächelte er. »Du wirst mich fortan zum Training begleiten. Ich denke, das wird dir gut tun und dir gefallen. Du warst heute sehr tapfer und hast nicht an meinem Bein geklammert.« Er küsste ihn liebevoll, aber Ferrau spürte, dass Ciels Lippen sehr hart und angespannt waren. »Schlaf jetzt«, befahl er. Er schloss seine Augen und schlief in wenigen Sekunden ein. Neben dem gezielten Aufwachen eine weitere Eigenschaft, die er sich durch Meditation angeeignet hatte, um möglichst wenig Zeit im Bett vergeuden zu müssen. Ciel lag auf dem Rücken und schnarchte ganz leise.

Linhard von Hohenfelde
Linhard drehte sich zu Brandur abruppt um, und nur das Sicherheitsgeschirr verhinderte, dass er den Abflug von Aquillas Rücken machte. Das Drachenhuhn kreischte protestierend auf und stieß Linhard mit ihrem dicken Kopf wieder auf ihren Rücken. Missbilligend musterte sie ihn einige Sekunden, wie ein freches Küken, ehe sie wieder nach vorne schaute und leise gurgelnde Geräusche von sich gab. Man musste kein Geistmagier oder Hellseher sein, um die Gedanken des Drachenhuhns zu erfahren. `Das gibts doch nicht´, war die Botschaft die das Gemurmele trug. "Hups", grinste Linhard und musste dann blöde lachen. Manchmal war sein Humor schon etwas schräg, stellte er immer wieder fest. Mit betretener Miene musterte er Brandur. "Du hast Recht, wir leben an vollen Näpfen in einem sicheren Heim und beschweren uns, weil irgendwo was im butterweichen Leben zwickt. Wahre Not kennen wir nicht. Jedenfalls keine in Eurem Ausmaß, keine lebensbedrohliche. Nur eine die die Seele bedroht. Ich war ziemlich fies oder? Aber ich weiß auch nicht was ich tun sollte. Mich entschuldigen? Ist es nicht dafür zu spät? Mich völlig zurückziehen? Das hätte ich mir ehr überlegen sollen. Ich hätte Verrill nicht zusagen sollen, sondern danke ja - zur Scholle und der Rest war einfach eine Nummer zu groß. Ich hatte nur gedacht, dass es was Gutes für die Familie wäre. Es war ein fairer Deal. Dass aus dem Deal mehr wurde, hätte ich nicht gedacht. Freundschaft wäre schon super gewesen zur Ehe, aber wir hatten mehr. Weit mehr, wir waren ein gutes Team. Aber trotzdem sind sie ein anderes Maß als wir. Ich meine das nicht abwertend für uns oder sie bewusst erhöhend. Wir sind eben einfach zu verschieden. Und natürlich habe ich Ciel beleidigt, dass stimmt aber er mich ja nicht minder. Wir haben uns beide da nichts geschenkt. Nun möglicherweise haben wir auch beide nur mal die Wahrheit gesagt, was wir wirklich voneinander halten. Ich könnte ihn um Frieden bitten. Und nachfragen wie er sich einen vorstellt. Ohne dass wir immer aneinander geraten. Mein Plan war eben, Meidetaktik. Wenn wir uns nicht sehen streiten wir uns nicht. Ein friedliches Nebeneinander, wir müssen uns weder mögen noch lieben, wir müssen nur miteinander arbeiten können oder?", fragte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hatte zeitgleich mit dem Geschirr Linhard festgehalten. Wahrscheinlich hätte er ihn aufgrund seines beträchtlichen Gewichts nicht halten können, sondern wäre ebenfalls mit gestürzt. Doch sie beide waren angeschnallt und so geschah ihnen nichts. »Junge«, fauchte Brandur und gab ihm eine Kopfnuss. »Meidetaktik, das fällt dir spät ein. Es ist eine Flucht, Linhard. Du tust das selbe wie dein Onkel Davard. Es kracht, du entfesselst den Weltuntergang und du dann flüchtest du und lässt die anderen in den Fluten zurück. Tut das jemand, der für seine Familie kämpfen will? Tut das ein Sippenoberhaupt? Linhard, wenn dir diese Aufgabe zu viel ist ... dann trete sie an jemanden ab, dem man vertrauen kann und der das bewerkstelligt. Wie wäre es mit Davard? Denk in Ruhe darüber nach, antworte nicht gleich. Hatte Ciel dich beleidigt? In dem selben Ausmaß, wie du ihn? Du hast ihn Bastard genannt. Das ist eine so schwere Beleidigung, dass sie sich bestenfalls sein Vater erlauben dürfte. Noch tiefer unter die Gürtellinie geht es kaum. So etwas wird normalerweise im Duell geklärt. Wo ist dein Schwertmeister, Linhard?« Brandur zog fragend die Brauen hoch. »Du begibst dich auf sehr dünnes Eis, einen de Souvagne derart zu reizen, egal welchen. Und machst dir damit weder Freunde noch Verbündete.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard kassierte die Kopfnuss ohne Klage, denn er hatte sie mehr als verdient. Im schlimmsten Fall hätte er seinen Vater in den Tod gerissen. Er hörte ihm aufmerksam zu und stellte fest, das er gerade dabei war, nicht nur seinen Vater, sondern alle mit in den Tod zu reißen. Die Aufgabe eine Sippe zu führen war wirklich schwer, daran gab es keinen Zweifel. Aber bis jetzt hatte er sich gut geschlagen und auch wenn er manchmal einen Rat benötigte, machte er sich doch ganz gut. Aber wenn Ciel ins Spiel kam, lief alles aus dem Ruder. Das Davard weglief, war klar. Er hätte es damals sicher gerne getan und konnte es nicht. Also wählte er jetzt genau diese Taktik. Nur weg vor dem Abgrund, gleichgültig was erstmal geschah. Aber er durfte nicht so denken und er wusste es besser. Lin schaute Brandur fest in die Augen. "Ich antworte gleich, denn mir bedeutet diese Chance alles und ich habe alles dafür gegeben. Keiner regiert allein, ich unsere Sippe auch nicht Paps. Ich benötige Rat, Deinen, den von Davard, sogar manchmal den von Wolfi. Und ein Oberhaupt dass sich nicht traut zu fragen ist keines. Ich kann nichts alles wissen und dafür sind wir eine Familie um uns beizustehen. Davard wird die Familie niemals führen, wenn er es müsste, dann schon. Aber er möchte es nicht. Er ist ein guter und umsichtiger Mann und ich mag ihn sehr, aber damit würde ich weder ihm noch mir einen Gefallen tun. Und ich wollte ihm beistehen. Gerade mache ich aber genau das Gegenteil, ich werde zu unserem eigenen Feind und gefährde meine eigenen Wünsche und Ziele. Ehrliche Antwort bezogen auf Ciel? Nein. Nein er hat mich nicht annähernd so schwer beleidigt, wie ich ihn. Ich habe ihn nicht nur damit beleidigt, sondern seine Ehre verletzt und ihn in Misskredit gebracht. Du hast Recht. Wer die Eier hat so eine Beleidigung auszusprechen, sollte auch die Eier haben sich zu entschuldigen. Ich werde mich bei ihm entschuldigen. Ob er ein Duell fordert liegt bei ihm. Ich weiß nicht wo Archibald ist, der Mann ist wie ein alter Kater. Das sagt Jesper immer. Leider stimmt es, er kommt und geht wie es ihm gefällt und momentan ist er nicht da. Entweder muss ein anderer für mich ins Feld ziehen, oder ich muss es selbst tun. Im Grunde wenn man es genau nimmt, habe ich sogar eine Majestätsbeleidigung begangen. Der Duc hat ihn anerkannt und ich habe es aberkannt. Ich weiß nicht ob das Eis noch dünn, oder schon zerbrochen ist. Ich war wütend, aber das gibt mir nicht das Recht andere so widerwärtig zu behandeln, wie ich es selbst verachte. Über Ansgar und Verrill beschwere ich mich, ich bin selbst viel schlimmer. Ich werde mich entschuldigen bei Ciel und ihm das klärende Duell anbieten. Vorher reden wir noch mit Kuni wenn Du möchtest", sagte Lin entschieden.

Brandur von Hohenfelde
»Tu das, Linhard, aber biete ihm auch eine Wiedergutmachung an. Eine, die ihm zeigt, wie ernst es dir ist. Sonst wird er sie womöglich nicht annehmen, da er sonst das Gefühl hat, du würdest dir alles erlauben und stets ungesühnt davonkommen. Das will kein Royal sich nachsagen lassen. Denk dir etwas aus, um ihn gnädig zu stimmen, vielleicht verzeiht er dir ja dann tatsächlich, anstatt nur den Frieden anzunehmen um des lieben Friedens willen. Ja, ich möchte vorher noch meine Familie sehen. Und du wirst sie auch kennenlernen. Tot. Wenn der Traum in der Nachtburg die Vision war, wie es hätte sein können, siehst du nun den Alptraum, der sich wirklich abgespielt hatte. Die Leichen unserer Ahnen und Kinder sind das finstere Gegenstück. Ein grauenhafter Zerrspiegel. Betrachte sie und überlege, ob du dir wirklich wünschst, dass weitere dort ihre letzte Ruhe finden und die traurige Tradition sich fortsetzt. Willst du in Kauf nehmen, dass du selbst es bist? Verrill? Wünschst du dir tief im Inneren, dass Ciel dort liegt? Die Antwort kann man nicht durch Nachdenken ermitteln, du wirst sie bei den Ermordeten finden. Dort, in der Gruft des Herrenhauses der Familie von Hohenfelde.«

Linhard von Hohenfelde
"Nein das wünsche ich nicht Paps. Niemand soll mehr ermordet werden, oder morden müssen. Mit jedem Mord den Du ausübst tötest Du auch ein Stück von Dir. Du wärst härter und kälter, bis Du so kalt bist, wie die Leichen die Du hinterlässt. Ciel wünsche ich nicht den Tod. Ich verstehe ihn sogar. Er verteidigt dass, was er liebt, was er schon immer hatte, gegen einen vermeintlichen Eindringlich. Ich werde mir die Toten als Mahnung ansehen. Eine Wiedergutmachung ist eine gute Idee, ich werde ihm eine anbieten. Das einzige was er sich wünscht, ist dass ich gehe. Genau das werde ich ihm anbieten. Vielleicht geht er drauf ein und verzeiht mir, nicht für mich, sondern für Euch. Dass würde mir schon reichen. Tja manchmal sagen die Toten mehr, als die Lebenden", sinnierte Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Du mogelst«, erklärte Brandur. »Du wählst schon wieder die Flucht, nur unter anderem Vorwand. Denk dir eine Wiedergutmachung aus, die euch zusammenführt und die Kluft nicht noch vertieft. Aber erst einmal schauen wir, was die Toten uns zu berichten haben. Dort unten ist das Herrenhaus, siehst du, der schwarze Klotz. Lass Aquila landen.«

Linhard von Hohenfelde
"Das war kein Mogeln, oder meinst Du ich wäre gerne weg von Euch allen? Ich denke zwar nicht, dass er eine Wiedergutmachung akzeptiert, die uns aneinander bindet, aber ich werde mir trotzdem eine ausdenken und ihm beides anbieten. Dann liegt es einfach an ihm. Es war seine Schmach und sein Schmerz, also soll er wählen, was ihm lieber ist. Ja hören wir uns an, was die Toten zu erzählen haben Paps", flüsterte Lin und ließ Aquilla hinter dem düsteren Herrenhaus landen. Das große Drachenhuhn flog eine Schleife und setzte dann sanft auf. Sie ging in die Hocke, damit ihre Reiter besser absteigen konnten. Lin befreite sich und Brandur von den Gurten, ehe er von Auqilla rutschte und Brandur beim Absteigen half. "Wir sind wieder... Zuhause", sagte er leise und starrte das Herrenhaus an.

Brandur von Hohenfelde
»Wir sind nicht zu Hause. Wir sind nur zurück am Anfang«, sprach Brandur tonlos und blickte die schwarze Mauer mit den Schießschartenfenstern hinauf.

Linhard von Hohenfelde
"Wie Opa sagte, man kommt immer hierhin zurück.... ob man will oder nicht hm?", sagte Linhard, nickte knapp und betrat das uralte Herrenhaus.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Seelenfarben

#2

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 8. Jul 2018, 02:19

Das Herrenhaus & der Geist


Linhard von Hohenfelde
Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten sich Brandur und Linhard wieder in dem alten Herrenhaus der Familie von Hohenfelde eingefunden. Linhard hatte die Führung übernommen, da er seinem Vater den eisigen Aufbewahrungsraum seiner Vorfahren zeigen wollte. Ein eisiges Grab in einem genauso eiskalten Haus. Ein Mausoleum von Triumph und Vergänglichkeit.

Wer unten in den eisigen Hallen lag, hatte das Spiel um die Macht verloren. Wer oben residierte, hatte die Macht an sich gerissen. Aber in diesem Haus war nichts von Dauer. So wie die Wände sich permanent verschoben, so verschob sich auch das Machtgefüge innerhalb der Mauern.

Wer heute noch oben auf dem Familienthron saß, konnte morgen schon in die eisige Gruft einziehen. Und das taten sie, einer nach dem anderen. Fast jede Generation seit dem die von Hohenfelde in Naridien lebten, lag hier unten.

Außer jene, deren Körper bei ihrem Ableben vollständig zerstört worden waren. Linhard wusste nicht vorher das Eis kam, weshalb es dort unten dauerhaft Winter war. Wobei ein Winter hatte auch milde, sonnige Tage. Dort unten herrschte ewige Finsternis und Eiszeit. Eine bizarre Frostigkeit hatte sich in den Hallen festgesetzt, die sogar jede Grabeskälte zu übertreffen schien.

Während sie schweigend Richtung der Eisigen Hallen wanderten, hatte sich Linhard eine der Laternen geschnappt und entzündet. Er wusste nicht warum, aber es war in diesen Gemäuern permanent dunkel. Selbst das geringe Licht, dass durch die Schießscharten artigen Fenster schien, wurde scheinbar durch irgendetwas im Inneren des Hauses absorbiert. So als konnte das Licht nicht bis zum Herzen des Hauses vordringen.

"Es ist nicht mehr weit", flüsterte Linhard Brandur zu.

Die Laterne hielt er weit vor sich, aber auch ihr Licht war nur einen Kegel, der sie gerade einzuschließen schien wie ein Schutzzauber. Außerhalb des Lichtscheins sah man Schatten tanzen, die noch schwärzer waren aus die Hauseigene Finsternis. Linhard vermutete dass es sich um die Düsterlinge handelte. Etwas anderes wollte er sich nicht vorstellen.

Er schaute kurz über die Schulter nach Brandur, im matten Schein der Laterne sah das Gesicht seines Vater fahl aus, unheimlich. Warum man in den Gängen und Hallen dieses Hauses stets flüsterte, war ihm auch ein Rätsel.

Aber niemand rannte hier, niemand schrie, niemand rief oder lachte... es sei denn es wurde Blut vergossen. Dann, wenn der Tod in dem Haus umging, dann erwachte es zum Leben...

Linhard lief bei dem Gedanken ein Schauer über den Rücken. Er zog die Riegel von der schweren mit Frost beschlagenen Eisentür und stieß sie auf. Er benötigte vier Anläufe ehe sich die Tür öffnen ließ. Sein Atmen gefror zu weißen Wolken, als er Brandur in die Gruft führte.

Mitten im Raum blieb er stehen und deutete auf eine dunkle Treppe. Wie ein gähnendes Maul klaffte das Loch in der Finsternis. Linhard lächelte Brandur aufmunternd an.

"Die Stufen sind glatt, sei vorsichtig und halte Dich gut am Geländer fest", mahnte er seinen Vater und ging auf Katzenfüßchen vor. Brandur erkannte am hohlen Klang, dass es sich um eine Eisentreppe handeln musste. Lin führte ihn weiter in die Eingeweide des Hauses, einen Komplex dem Brandur bis dato nicht bekannt war. Wie auch? Diesen Komplex lernte man erst dann kennen, wenn man ihn die Füße voran bezog, oder seine Feinde hier niederbettete. Beides hatte der alte Nekromant niemals getan.

Viel zu plötzlich blieb Linhard vor ihm stehen, so das Brandur gegen den Rücken seines Sohnes prallte.
"Wir sind da...", flüsterte Lin.

Vor Brandur breitete sich auf einer Ebene eine gewaltige Leichenhalle aus. Aufgebahrt nach Zeitalter und Todesfolge lagen sie hier. Seine Verwandten, seine Vorfahren. Häscher und Opfer im Tode waren sie alle gleich.


Brandur von Hohenfelde
»Die Ahnengalerie unserer Familie. Keine Gemälde, sondern die Ahnen leibhaftig. Die Künstler, die diese Galerie erschaffen haben, ruhen selbst in ihr. Nicht alle, aber die meisten.« Brandur ging langsam an den aufgebahrten Toten vorbei. »Alastair.« Seinen Vater beachtete er nicht. »Dunwin. Sieh nur, wie viele Dolchstöße ihn durchbohrten.« Brandur strich im Vorbeigehen über seinen kleinen Bruder, der gefroren in ewiger Ruhe lag. Dann kam ein leerer Platz. »Dieser Eisklotz hier ist jener, auf dem ich hätte liegen sollen. Dass er leer ist steht dafür, dass ich fiel, aber man meinen Körper nicht bergen konnte. Schau, da unten ist die Aufschrift. Name, Geburtsdatum und Todesdatum. Nie hat es jemand korrigiert, dass ich den Anschlag überlebt hatte.« Brandur ging weiter. »Und hier ... unser großer Bruder. Kunwolf.« Brandur blieb mit verschränkten Fingern vor seinem großen Bruder stehen und betrachtete ihn.

(Was sieht er?)

Linhard von Hohenfelde
Brandur sah Kunwolf so,wie er einst fiel. In eine nachtschwarze Lederrüstung gehüllt, das lange Haar und das Gesicht teilweise von einer schweren Kapuze verborgen. Ein Gesichtsschutz schützte zudem sein Anlitz, aber es hatte ihm nichts genutzt. Eine rassiermesserscharfe Klinge hatte seinen Bauch aufgeschlitzt und ihm die Eingeweide aus dem Leib gerissen. Jeder von Hohenfelde kannte mehr Tötungsarten als Insekten die über Asamura wandelten. Und sie wussten welche davon die grausamsten, schmerzvollsten oder auch gnädigsten waren. Wer immer das getan hatte, hatte Kunwolf nicht einfach getötet, er hatte ihn abgeschlachtet und ausgeweidet. Dies war kein einfacher Mord, dies war wütende, blinde Raserei gewesen. Jenseits aller Vernunft.

Linhard von Hohenfelde
Linhard trat an die Seite von Brandur und legte ihm kurz die Hand auf den Arm, ehe er sich neben Kunwolf stellte und in die klaffene Bauchwunde starrte. Ein Hohenfelde schockierte so ein Anblick nicht. Der Blick Linhard war klar, rein, analytisch. Er fasste sogar in den Bauchraum und starrte Brandur an. "Leer", sagte er nur tonlos.

Brandur von Hohenfelde
Brandur zischte ärgerlich. »Man hätte ihn vollständig bestatten sollen. Das mal ein Stück fehlt, gut, aber man hätte ihn nach dem Ausweiden wieder befüllen sollen.« Brandur sagte ›man‹. Dass es sein kleiner Bruder Dunwin gewesen war, der Kunwolf derart zugerichtet hatte, blendete er vollkommen aus. »Eine Wiederbelebung auf Blutnekromantischem Wege scheidet damit aus. Der Körper ist zu stark beschädigt und vermutlich auch leergeblutet. Aber den Bluthexer aus der Familie haben wir ohnehin gerade nicht auf unserer Seite. Mach dich bereit, Xavier. Ich rufe nun deinen Großonkel zu uns.« Brandur zitterte vor Kälte. Es war eisiger hier unten als jeder natürliche Winter. Er griff in den Nexus wie eine astrale Hand, deren Finger sich durch die Zeiten wühlten wie durch trübes Wasser, bis er Kunwolfs Seele spürte, zugriff, und sie langsam zurück in die Physis zog.

Linhard von Hohenfelde
Es dauerte eine Weile und Brandur spürte aus dem Nexus so etwas wie eine Art Widerstand, gepaart mit absolutem Umglauben. Was er dort aus dem Nexus zog, schien verwirrt und wütend zu sein. Aber das waren fast alle Geister die man beschwor. Ähnlich wie bei Dunwin erschien zuerst ein kleines, hellblaues Licht. Es nahm an Strahlkraft zu, wurde zu einem Ball der einer kleinen hellblauen Sonne glich, ehe diese explodierte und die Gestalt eines hochgewachsenen, gerüstet und vermummten Mannes freigab.


Kunwolf:
"WER wagt es mich aus meinem Schlaf zu reißen? WER?", bellte der hellblaue Geist und verstörmte zusätzliche Kälte, dass ihnen die Zähne klapperten. Sein Blick fiel auf Brandur und blieb an seinem Bruder haften. "Verräter....", zischte er anklagend.

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Brandur von Hohenfelde
»Ich grüße dich, Kunwolf«, sprach Brandur höflich. »Ja, ich habe dich verraten, aber ich habe dafür bezahlt. Ich selbst wurde verraten von Dunwin. Meine Kinder sind tot, so wie meine Frau und meine Geliebte, so wie auch unser Vater. Auch ich starb an jenem Tage, so sagte man sich, zumindest konnte man die Existenz nach dieser Nacht kein Leben mehr nennen. Alastair ruht dort, neben Dunwins Leichnam.«

Kunwolf:
"Ich bin erfüllt von nie versiegender Trauer... Ihr habt bekommen was Ihr verdient. Wo glaubst Du ist meine Familie? Wo meine Frau, meine Geliebte und meine Kinder? Sie schlachteten sie vor meinen Augen ab und das geisteskranke Scheusal fraß unser Kleinstes! Deshalb und NUR DESHALB kam es zu spät um bei Dir zu fressen. Aber Du weißt was es tat nicht wahr? Du weißt wen es gefressen hat? Ich hätte Dich beschützt... aber Dunwin lachte mir ins Gesicht und sagte, dass Du unterwegs wärst um mich zu töten. Ihr beide, gegen mich... wie erbärmlich seid Ihr. Dafür dass Du tot bist siehst Du verdammt lebendig aus und Dein Sohn ebenfalls. Was hat es Dich gekostet, wenigstens ihn durchzubekommen? Was hast Du dem Alten dafür gegeben? Außer Deiner Seele?", zischte der Geist verletzt.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schloss schmerzlich die Augen. »Ich weiß nicht, was die Bestie tat. Ich habe nie den Mut gefunden, danach zu fragen. Ich weiß nur, dass alle tot sind, außer mein Sohn, der neben mir steht.« Brandur musste kurz Pause machen. Sein Gesicht hatte wieder die hohenfeldsche Eismaske aufgesetzt, doch er konnte nicht verhindern, dass seine Augen feucht glänzten bei diesen Worten. »Ich bitte dich, deinen Ton zu mäßigen. Ich habe dich nicht gerufen, um unsere Fehde fortzuführen, sondern weil mein Sohn, der nun das Oberhaupt dieser Familie ist, dir etwas mitteilen möchte. Zu deiner Frage, was ich dafür zahlte, damit er überlebt: Wir schreiben das Jahr 203 nach der Asche. Rechne. Es ist nicht Gerwolf, der neben mir steht, obgleich er ihm so ähnlich sieht. Vielleicht kommst du von allein darauf.«

Kunwolf:
"Ist Dir der Gedanke gekommen, dass ich mich so ärgere, weil ich Dich liebte? Dich und diesen Idioten Dunwin? Ich sage Dir was er tat Dunwins Scheusal fraß unser Jüngstens, bei lebendigem Leib auf... und das gleiche tat er mit Deinem Baby.... Schreie... Schreie... die eine menschliche Kehle nicht hervorbringen sollte. Sie zerrissen die Luft und ohne bei Deinem Kind zu sehen was er tat, spürte ich durch Mark und Bein was diese... abnorm verdrehte Kreatur ihm antat... er hatte es vorher dabei... wie einen Snack. Er hielt es am Bauch, seine Nägel bohrten sich in das weiche Fleisch von dem Kleinen. Es kreischte wie am Spieß, jeder Schrei hämmerten einem seine Schmerzen in den Schädel und ins Herz. Und dann... dann fing er an zu fressen... Das hatte er beabsichtig. Ich griff ihn an, völlig außer mir vor Wut, Trauer und Schmerz, aber nicht mit Magie sondern mit dem Schwert. Ein dummer und lächerlicher Versuch. Er weidete mich aus wie einen alten Fisch. Schmetterte Dein Jüngstes neben mich und riss mein Kind aus seinem Bett. Und während ich unfähig mich zu bewegen auf dem Boden lag, da er mir die Arm- und Beinsehnen durchtrennt hatte, während er mir die Gedärme aus dem Leib riss begann er zu Fressen... diesmal meines... ich starb mit den Todesschreien meines Kindes in den Ohren, während Dunwin sich Deine Großen holte.... mit so jemanden warst Du im Bunde Brandur.... verstehst Du es immer noch nicht?", fragte der Geist voller Schmerz und schwebte näher. Vor Brandur verharrte er und löste seinen Gesichtsschutz. Er schaute ihn einen Moment stumm ohne jeden Anklage an. "Verlasse diesen Ort und kehre nie wieder in diesen Abgrund zurück. Du lebst, dann lebe auch. Und laufe, solange Du noch laufen kannst Bruder... ich weiß nicht wer dies ist, 203... hm", sinnierte Kunwolf umgänglich.

Brandur von Hohenfelde
Brandur, der Hexenmeister von Trux, legte die Hand vor das Gesicht. Sein Weinen war vollkommen lautlos, sein Körper zuckte leicht. Doch die Qual, die er empfand bei diesen Worten, straften die milde Reaktion seiner Physis Lügen. Er war viele Minuten lang unfähig, sich zu bewegen. Dann griff er in seine Manteltasche, zog sein Stofftaschentuch hervor, tupfte sich die Augen trocken und putzte seine Nase. Er stand da, wie ein wahrer Hohenfelde: Groß, mit finsterem Blick, der den Abgrund spiegelte, der in seiner Seele klaffte, doch nie das wahre Ausmaß der Dunkelheit nach außen dringen ließ, die in ihm tobte. »Du hast die Worte gehört«, sagte er zu seinem Sohn. »Wir werden die Kinder besuchen. Ich nehme an, sie ruhen ebenfalls hier. Kunwolf, die Beschreibung wäre nicht nötig gewesen, aber du wolltest es dir vermutlich von der Seele reden. Ich habe dich auch sehr geliebt und du fehlst uns. Ja, ich weiß wen Dunwin an seiner Seite hatte und die Bestie lebt noch immer, als Einziger von unserer Generation starb sie niemals. Ich hingegen habe es sogar geschafft, zwei Mal zu fallen und doch stehe ich hier dank der harten und unermüdlichen Arbeit meines Sohnes. Xavier, möchtest du deinem Großonkel etwas mitteilen?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard hatte gehört was der Geist gesagt hatte. Er hatte jedes Wort vernommen, dass sein Großonkel voller Schmerz geradezu ausgespien hatte. Nicht voller Groll, sondern voller Leid. Oh ja, er hätte gerne etwas gesagt. Aber dieses Etwas wäre ein qualvolles, schuldbewusstes Kreischen gewesen. Aber nicht einmal das brachte er über die Lippen. Er fühlte sich gefrorener als jede dieser Leichen hier in dem Raum. Jedes Wort das Kunwolf sprach wie wie Eiswasser der Erkenntnis in seine Seele eingedrungen und hatte ihm die wahre Natur von Archibald vor Augen geführt. Das "Ding" das er kannte, das ihn freundlich anlächelte und Ratschläge erteilte, war nichts weiter als eine Maske hinter der sich das absolute Grauen verbarg. Und diese Widerwärtigkeit hatte er gebeten, seine Verrill zu beschützen. Schlagartig war ihm scheißegal von wem das Kind war, nur eines war noch wichtig, dass es Archibald nicht in die Finger bekam. Wie dumm und kleinlich er Ciel gegenüber gewesen war. Was er für grausam hielt, war nicht die Spur einer Grausamkeit. Es war geradezu lächerlich, was er als grausam empfand. DAS was er gehört hatte, war Grauen. Und dieses Grauen hatte der Geist vor ihm erlebt und war dabei gestorben. Und Brandur, sein Vater, er hatte es ebenfalls erlebt, hatte den Tod seiner Kinder erlebt, überlebt um zu leiden und letztendlich durch die Hand seines Bruders selbst zu fallen. Seite an Seite stand er dort, Dunwin und Archibald - nicht nur Brüder im Geiste, tatsächliche Brüder die ihre Brüder töteten. So wie es sich ihr Vater wünschte. Wenn er ein anderer Vater sein wollte, als dieser Alastair, dann durfte er das unschuldige Leben nicht für etwas verurteilen, wofür es am wenigsten konnte, nämlich seine Zeugung. Und war es nicht gleich? Er liebte Verrill, wie konnte er dann das Kind von ihr nicht lieben? Lin setzte an etwas zu Brandur zu sagen, aber auch hier versagte seine Stimme. Stattdessen nahm er ihn einfach fest in den Arm und drückte ihn lange stumm an sich. "Verzeih mir", krächzte er heiser, als er seine Stimme wiederfand. Er benötigte mehrere Minuten ehe er vor Kunwolf treten konnte. "Ich... ich bin der Sohn von Ansgar, der Enkel von Dunwin. Dein Bruder Brandur adoptierte mich, als mich mein Vater verstieß. Es ist eine lange Geschichte. Nur soviel, Brandur, Dunwin und ich kämpften Seite an Seite um dieses Haus und diese Dunkelheit hinter uns zu lassen. Wir haben ein neues Leben in Souvagne begonnen. Ein lichtes Leben, ohne den dunklen Pfad. Begleite uns. Ich habe nicht gewusst, das Archibald... dass er... Dunwin behielt ihn auch als Geist an seiner Seite. Und ich erbte ihn als ersten Stabler. Ich weiß was er meinem Vater und meinem Onkel Dave antat und dennoch teilte ich ihn in die Bestie und den Mann der freundlich zu mir ist. Du weißt nicht was und wer er wirklich ist, darf ich es ihm sagen oder sagst Du es ihm Brandur?", fragte Linhard.

Kunwolf:
Kun musterte Lin kopfschüttelnd. "Es gibt nur den einen Babybeißer, nur den einen Kinderfresser. Es gibt keine freundliche Person hinter einer grausamen Maske, er ist die Bestie. Und Bestien sind nur zu anderen Bestien freundlich. Zu Dunwin, oder zu Dir... in der Hoffnung Dich nach seinem Vorbild zu formen. Du sollst Opa werden, jener der nun mit ihm in die Schlacht zieht, bereit für neue, vielleicht noch schlimmere Schandtaten. Er hätte Dich auf Spur gebracht und das wird er, wenn Du ihn nicht los wirst. Und möchtest Du ihn los werden.... dann Junge... dann wirst Du ihn ohne seine Heuchelei-Maske sehen. Für den Tag, solltest Du üben bis zum Umfallen, oder Du fällst um weil er Dich abschlachtet. Ein gut gemeinter Rat. Was ist er Brandur?", fragte Kun ernst.

Brandur von Hohenfelde
»Archibald ist in biologischer Hinsicht unser Halbbruder. Er ist ein weiterer Sohn Alastairs, den er mit einer Geliebten zeugte. Er nannte ihn liebevoll Erchan. Wir erfuhren davon, wer Archibald wirklich ist. als ich Alastair beschwor. Ich habe ihm gesagt, dass Erchan tot ist. Es war zur Hälfte gelogen, da er inzwischen untot ist, ein Vampir, aber was nicht ist, soll noch werden. Wichtig war, dass Alastair litt und das tat er. Er litt wie ein Hund und stürzte wie ein Komet zurück in den Nexus, es war kaum möglich, ihn erneut hervorzuzerren, so als ob in diesem Moment seine Seele gestorben sei. Was uns drei anbelangt, dich, Dunwin und mich, vergoss er keine Träne. Ja, nicht einmal Dunwin betrauerte er, sondern war nur zornig über dessen Tod. Ich will nicht, dass er oder Sonstjemand davon erfährt, wer Archibald wirklich ist, denn ich sehe ihn nicht als unseren Bruder an. Ganz besonders soll Dunwin nicht davon erfahren. Dunwin habe ich, so wie dich, zurück in die Physis gerufen. Er war mir als Geist lange ein treuer Begleiter und inzwischen nennt er einen neuen Körper sein Eigen. Aimeric de la Cantillion. Dies ist seine neue Identität.«

Kunwolf:
Kun machte ein nachdenkliches Gesicht. Er schwebte zu seinem Körper hinüber und setzte sich darauf. Alles andere kam ihm irgendwie zu fremd vor und seine gefrorene Leiche war immer noch ein Teil von ihm. "Ich hatte nie vor Dich oder ihn zu töten, ich habe stets nach einem Fluchtweg gesucht. Letztendlich blieb ich für immer hier. Wie sagte Dun einst? Damals zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort? Die Familie holt einen immer ein... immer. Du wirst wenn Du klug bist, Deinen Sohn nicht anschauen, ich kann Dich nur warnen. Ich stürzte in einen Abgrund aus Wahnsinn, Leid und Schmerz. Du wirst es ihm ansehen, Du würdest es meinem Sohn ansehen... ich würde ihn gerne noch einmal sehen, aber nicht so. Nicht auf diese Art. Fand er ein Begreifen? Vieles ist klarer in dieser Form, wenn man erstmal seinen Schmerz beiseite geschoben hat. Schmerz, Wut, meine beiden prägenden Gefühle. Ihr habt es nie verstanden, worauf ich wütend war, auf wen und auf was. Ich sage es Dir, auf den Umstand, dass wir keine Wahl hatten. Das alles festgeschrieben war und zwar von Alastair. Gleichgültig was wir taten, wir steuerten auf den Abgrund zu und letztendlich verschlang er uns. Wer tötete ihn? Ich sehe ihn dort liegen, übersäht mit Dolchstichen, deren Anzahl man kaum zählen kann. Sein Anblick erfüllt mich mit Genugtuung, wäre ich noch am Leben, wären wir nun frei... Souvagne? Deine Frau stammte von dort Brandur. Wie ist es dort? Das Archibald Alastairs Sohn ist, erklärt seine permanente Anwesenheit. Untot, ein Vampir, nichts passt besser zu ihm. Er muss sich hervorragend fühlen. Er liebte doch dieses okkulte Zeug, das Dun ihm sonst schenkte. Ich hoffe er schmort bald im Abgrund. Du hast Dunwin beschworen und Alastair. Sollte mir die Reihenfolge etwas sagen?", schmunzelte Kunwolf.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schüttelte den Kopf. "Brandur kam mit mir hierher, da er Dich sehr vermisst. Und ich sollte meine Lektion von den Toten lernen, was geschieht, wenn sich die Familie gegen sich selbst wendet. Das habe ich begriffen. Ich erwarte ein Baby. Also nicht persönlich, meine Frau. Und ich hatte mich mit meinem Schwager gestritten. Für nichts und wieder nichts, ich habe mich wie der letzte Arsch verhalten. Und ich bat ausgerechnet Archibald auf meine Frau aufzupassen", stöhnte Lin.

Kunwolf:
Kuni musterte Lin kurz mit schräg gelegten Kopf und schnalzte mit der Zunge. "Keiner zwingt Dich ein Arsch zu bleiben oder?", lachte er leise.

Brandur von Hohenfelde
»Ich werde sie nicht anschauen. Aber Xavier wird es. Damit er nie wieder vergisst. So etwas darf sich nicht wiederholen. Dunwin wurde gerichtet von seinen eigenen Söhnen. Jener, der ihn so zurichtete, war Ansgar. Ich weiß gar nicht, ob du ihn noch kennengelernt hast. Und nein. Alastair fand kein Begreifen. Er ist, wer er immer war. Der Abgrund.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Brandur an. "Ich soll was, die angefressenen Babys anschauen?", fragte er und man sah etwas in seinen Augen, dass man selten bei einem Hohenfelde sah - Angst. "Dave hat Dunwin abgestochen und Ansgar hat Alastair getötet. Er war ganz schwarz als Geist Kun, wir wissen nicht warum. Weißt Du es? Ich glaube Du kennst Ans und Dave gar nicht mehr oder?", fragte er leise.

Kunwolf:
"Tue was Dein Vater Dir sagt Xavier... so heißt Du doch. Doch ich kannte sie, natürlich kannte ich sie. Aber Dich kannte ich nicht mehr. Mir ist nur die Generation nach mir bekannt. Die Kinder meiner Brüder, nicht die Enkel. Leider... Schau sie Dir an, damit Du begreifst was Du dort an Deiner Seite wandeln hast. Und dann frage Dich, ob Du das möchtest. Mit aller Konsequenz, die diese Kreatur mit sich bringt. Warst Du mal in ihrem Heim oder in ihrem Quartier? Hast Du mal ihre Speisekammer gesehen? Ihre Speisekammer lebte, atmete, fehlte... Du bist ein Hohenfelde Junge, aber Du bist jung und ziemlich naiv... Niemand überlebt als so etwas so lang, wenn er nicht bereit ist andere über die Klinge springen zu lassen. Wenn Du für ihn überflüssig wirst, dann bist Du tot. Du bist in seinen Augen alt, aber noch jung genug um Dich zu fressen. Und Deine Frau, wird ihm nichts entgegensetzen können. Werd ihn los, schnellstmöglich. Es reicht dass Dunwin dem Kerl die Stange hielt und der gesamte wahnsinnige Stab von Dunwin ihn geradezu anbetete. Ich verstand es nie und verstehe es bis heute nicht, was dieser Mann hat, dass ihn alle lieben. Einziger mit Verstand war Chirag", antwortete Kun.

Brandur von Hohenfelde
»Richtig, Xavier. Sieh dir die toten Kinder an. Damit du es wirklich begreifst. Das letzte Verstehen wird sich einstellen, wenn du dein eigenes Kind in den Armen hältst. Zur Reihenfolge der Beschwörungen, Kun ... ich muss gestehen, dass mich das schlechte Gewissen plagte. Mehr als plagte, in all der Zeit meines Exils, als ich verdient in der Nachtburg schmorte, allein, so unmenschlich einsam, wie ein Mensch nur sein kann. Ich hatte den Tod von allen verschuldet mit meinem Plan, den Tod meiner Familie, deiner Familie, deinen Tod. Es ist müßig, um Vergebung zu bitten. Es gibt keine. Aber ich möchte dich eines fragen: Möchtest du in der Physis bleiben und es mit uns gemeinsam noch einmal versuchen?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp und in Zeitlupe. Und genauso trat er an die kleinen Babys heran. Er starrte zuerst auf Brandur Baby Ragnvald, dabei zwang er sich genau hinzusehen und nicht den Blick abzuwenden. Es kostete ihn alle Kraft, dass kleine Würmchen so zu sehen. Dann ging er hinüber zu Kunwolfs Jüngstem. Er wusste nicht einmal den Namen des Babys, er wusste nichts. Es sah genauso schlimm zugerichtet aus. Als hätte sich ein riesiger Piranha an ihnen zu schaffen gemacht. In den winzigen Gesichtern war der Schock und der Schmerz so deutlich zu lesen, als gebot er über Geistmagie und las deren Erinnerungen aus. Linhard strich ihnen über die kleinen, kahlen und gefrorenen Köpfe. So durfte sein Kleines nicht enden. Er fühlte Mitleid mit den Würmchen, aber mehr noch verspürte er abgrundtiefen Hass und grenzenlose Wut auf Archibald. Er kehrte zu Kunwolf und Brandur zurück. "Ich verstehe nun... ich.. möchte gerne wissen wie Dein Sohn hieß", bat Linhard leise.

Kunwolf:
"Sein Name war Sonnwin, da er gerne lachte...", antwortete Kunwolf. Er schaute Brandur an. "Vergebung für was? Für Deine Dummheit? Du hast Dir den falschen Bündnispartner ausgesucht, aber Du hast meine Familie nicht getötet. Du warst ein Verräter Brand, aber kein Mörder... Du hast es scheinbar wieder gut gemacht und davon würde ich mich gerne selbst überzeugen... ich bleibe, wenn ich kann:Und stimmt das was Du sagst, dann bin ich bereit Dir Deinen Verrat zu vergeben Bruder", sagte Kun.

Brandur von Hohenfelde
»Sonnwin«, wiederholte Brandur für sich und dann lächelte er. »Ein schöner Name. Ganz anders als jene, die von Dunkelheit und Zerstörung kümmern. Wie viele ›Wölfe‹ gibt es namentlich in unserer Familie. Eine kleine Sonne, das wäre schön gewesen. Würdest du mir vergeben, würde mir das viel bedeuten. Ich selbst, werde mir nie vergeben können. Aber ich kämpfe gemeinsam mit meinem Sohn dafür, eine bessere Zukunft für die Familie zu schaffen. Bran-Dun-Lin ... so lautet der neue Wahlspruch. Es gibt kein Dun-Haur-Mar mehr.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte zustimmend. "Wir haben dem alten Weg abgeschworen, überzeuge Dich selbst. Obwohl es manchmal schwer fällt, dem neuen Weg treu zu bleiben. Man verfällt leicht in alte Muster. Es gibt viele Wölfe in unserer Familie. Einer ist sogar im Wappen und mein Bruder Anwolf ist auch einer. Wobei ein richtiger Wolf ist er nicht, ehr ein Kredithai und eigentlich ganz nett", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Ich hoffe, du bist mit deinem neuen Namen zufrieden«, schmunzelte Brandur, auch wenn es wegen der Situation ein sehr schmerzliches und kaum wahrnehmbares Schmunzeln war. »Möge er dem Neuen Weg Rechnung tragen.«

Kunwolf:
"Ja es gibt viele "Wölfe" und viele "Wins" in unserer Familie, dass war scheinbar schon immer so. Xavier ist ein außergewöhnlicher und schöner Name. Noch niemand hieß vorher so. Wie hieß er denn bevor er Xavier hieß?", fragte Kun.

Brandur von Hohenfelde
»Linhard. Auch ein guter und schöner Name, der den Löwen trägt. Aber er selbst mochte diesen Namen nicht, zudem bekam er ihn von seinem leiblichen Vater. Ich als sein Adoptivvater nannte ihn Xavier. Dies war mein Hochzeitsgeschenk, da ich als Geist keine materiellen Geschenke überreichen konnte. Xavier bedeutet ›neues Haus‹ und ist der Name der ältesten almanischen Burg. Sie steht noch heute. Dieser ehrwürdige alte Name, der für Schutz und Wärme steht, erschien mir passend für meinen Jungen.«

Kunwolf:
Kuni nickte zustimmend. "Eine gute Wahl und eine sehr schön, wie auch tiefe Bedeutung. Wobei Linhard für mich ebenfalls sehr gut klingt. Du hast Dunwin einen neuen Körper geschenkt und wer Dir? Und vor allem, wer hat Dich vorher aus Deinem Körper gerissen? Nun ich möchte Euch ja nicht drängen, aber vielleicht sollten wir diese Unterhaltung in sicheren Gefielden führen. Vor allem wenn Xaviers Frau ungeschützt allein Zuhause mit Archibald ist. Sobald er weiß, in welchen Umständen sie ist, könnte er auf sehr dumme Gedanken kommen. Ich habe ihn nie in der Nähe meiner Familie geduldet. Dies änderte sich nur einmal und zwar in meinen letzten Atemzügen und das waren auch ihre letzten. Also wir sollten gehen", sagte Kun eindringlich.

Linhard von Hohenfelde
"Es war eines der schönsten Geschenke die ich jemals erhalten habe Paps. Wir müssen zurück und zu Ciel, um etwas zu bereinigen. Vorher muss ich noch einmal auf den Dachboden um etwas zu holen. Ein Holzpferd", erklärte Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Das wird Davard sehr freuen«, sagte Brandur. »Ja, hol es zurück. Es soll dort nicht verstauben. Zu deinen Fragen Kunwolf«, sprach Brandur, während er an den Toten vorbei zur Eisentreppe schritt, »ich nahm mir selbst das Leben. Ich starb im Gefecht mit Ansgar und nutzte meine letzten Lebenszüge, um Dunwin in seinen neuen Körper zu bannen. Als ich starb, war ich ein alter, verkrüppelter Mann. Doch ich wurde Xavier sei dank durch eine geheime Magieform verjüngt wiedererweckt.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard führte Brandur und Kunwolf wieder nach oben, zurück in den belebten Bereich des Herrenhauses. Als beide die eiserne Tür passiert hatten, verriegelte Linhard sie wieder und zwar so, wie er sie vorgefunden hatte. Er drückte Brandur die Laterne in die Hand und schnappte sich eine neue die er entzündete. "Wir treffen uns draußen bei Aquilla, ich beeile mich", sagte er leise und verschwand in der Dunkelheit.

Brandur von Hohenfelde
Brandur wartete bei dem großen Geschöpf. Er ließ dem Geist freie Hand darin, wo er herumzuschweben gedachte.

Kunwolf:
Kuni folgte den beiden mit etwas Verzögerung, da er zuerst Angst hatte seinen Körper zu verlassen. Diese Angst war irrational, denn er saß als Geist auf ihm, er ließ ihn nicht als lebende Hülle zurück. Fast zaghaft schwebte er hinter Brandur und Xavier hinterher. Oben angekommen, verabschiedete sich der junge Mann auf Zeit, da er noch ein Spielzeug holen wollte. Kunwolf schwieg und folgte Brandur nach draußen. "Was ist das für ein Spielzeug?", hakte er neugierig nach und schaute sich außerhalb des Herrenhauses um. Sein Blick wanderte zurück zu dem schwarzen, gewaltigen Kasten dessen dunkles Gemäuer sich wie gierige Finger gen Himmel reckten. Dann fiel sein Blick auf den seltsamsten und größten Vogel den er je sah. "Was ist das?", lachte Kun.

Brandur von Hohenfelde
»Schön, dich lachen zu hören«, sagte Brandur mit belegter Stimme. »Das Pferdchen gehörte Davard. Er spielte damit, wenn er sich vor Archibald versteckte. Es bedeutet ihm sehr viel und es hat eine starke Symbolkraft. Der Vogel ist ein Cockatrice, ein Drachenhuhn, ein Zuchtprojekt des Duc de Souvagne. Kun ... ich bin froh, dass du uns begleiten möchtest. Wenn du einen Körper sehen solltest, der dir zusagt und es im Rahmen des Möglichen liegt, diesen sich unbemerkt anzueignen - zögere nicht, mir diesen Wunsch mitzuteilen.«

Kunwolf:
Kunwolf drehte sich zu Brandur um. "Ich hoffe nur, dass Davard nicht mit etwas gespielt hat, oder ihm Trost schenkte was von seinem Peiniger stammt. Du weißt dass er Spielzeug sammelte? Am liebsten dass, seiner Opfer. Das erzählte mir einmal Dunwin um mich zu provozieren. Du meist das große Federvieh ist ein Huhn? Na davon möchte ich ein Omlett sehen", grinste Kuni, ehe er schlagartig ernst wurde. "Ich hätte gerne meinen Körper wieder", sagte er bekümmert.

Linhard von Hohenfelde
Linhard kam nach einigen Minuten angerannt und hielt ein Holzpferd in die Höhe. Dabei sah er nun selbst aus wie ein Geist. Weiß-Grau voller Staub war er, so dass nicht nur seine Kleidung, sondern auch seine Haut wie gepudert aussah.

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Linhard von Hohenfelde
"Hier ist es, sieht doch ganz gut aus oder? Vielleicht ein bisschen abgegriffen, aber das wird ihn nicht stören", grinste Lin. "Wir können aufbrechen, wenn Ihr wollt", schlug er vor und schwang sich auf Aquilla. Er befestigte sich mit den Gurten und verstaute das Holzpferd sicher.

Brandur von Hohenfelde
»Nun, das ginge ... wenn du denn als Ghul dein Dasein fristen möchtest«, sprach Brandur. »Von wem das Pferdchen stammte, ist mir nicht bekannt. Aber selbst wenn es von einem weiteren seiner Opfer war, muss es nicht entsorgt werden. Es ist ein Andenken an ein Kind, das dieses Pferdchen liebte.« Brandur klopfte seinem Jungen den Staub ab, als er hinter ihm saß.

Linhard von Hohenfelde
Lin machte sich direkt daran, auch seinen Vater zu sichern und schaute dann skeptisch auf Kunwolf. "Wie sichert man einen Geist?", fragte er lachend. Er musterte erneut das Pferd und schüttelte langsam den Kopf. "Ich denke nicht das es von Arch ist. Dave hat doch erzählt, er hatte es draußen gefunden. Wäre es von Arch, hätte er es ihm stehlen müssen. Und das hätte er nicht getan", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur lehnte sich eng an seinen Jungen. Diesen leben zu spüren, war wichtig, nach der erneuten Begegnung mit dem Tod. Er hatte nicht gewagt, nach seinen anderen Kindern zu sehen oder nach seinen Frauen. "Wie sieht es aus, Kun? Letzte Gelegenheit, ein Ghul zu werden."

Kunwolf:
Kuni schüttelte den Kopf. "Dann müsste ich Menschen fressen, und DAS werde ich ganz sicher nicht. Dann bleibe ich lieber ein Geist. Bis auf weiteres. Jemanden der einen bedroht oder stört zu töten ist das eine, aber jemanden zu fressen.... das ist widernatürlich und verwerflich", erklärte Kunwolf entschieden und hockte wollte sich auf Aquilla hocken. Das Drachenhuhn musterte ihn argwöhnisch und wich zurück. Linhard benötigte einige Augenblicke um sie zu beruhigen. Kunwolf nahm neben Brandur Platz. Dem gewaltigen Vogel schien die Anwesenheit eines Geistes nicht geheuer zu sein. "Einen lebenden atmenden Körper ginge nicht?", fragte Kunwolf, während Linhard Aquilla starten ließ. Das große Drachenhuhn flog zurück Richtung Souvagne mit kräftigen Flügelschlägen.

Brandur von Hohenfelde
»Doch, das ginge. Darum sagte ich ja: Wenn dir einer gefällt, benenn ihn mir. Mir fällt gerade eine weitere Lösung ein. Dich als Ghul und du isst nur so lange Tote, bis du dich vollständig regeneriert hast. Danach könnte man dich auf selbe Weise wiedererwecken, wie mich und du hättest deine alte Gestalt. Jedoch muss man den Duc Höchstselbst davon überzeugen. Schwierig. Aber nicht unmöglich, wie man sieht.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Brandur und blinzelte. "Ich hoffe ich bekomme das wieder hin. Anwolf hatte doch Interesse das zu lernen oder? Oder täusche ich mich da? Hat er sich beworben oder nicht? Einer aus unserer Familie muss das tun. Eines von Veyds Kindern? Wir müssen diese Macht auch in unserer Familie haben", mahnte Linhard.

Kunwolf:
"Wiederbelebt ohne Innereien, da dürfte ich nicht lange lebendig bleiben", erinnerte Kun traurig. "Ich suche mir einen neuen Körper der mir ähnelt. Und falls es eine Möglichkeit gibt, dann ziehe ich in meinen alten um. Immerhin bin das ich", gab er zu bedenken. "Wobei ich mich sicher auch an einen neuen Körper gewöhnen könnte... doch... möglicherweise".

Brandur von Hohenfelde
»Ja, eindeutig! Wir brauchen diese Kunst. Hätte ich nur eher davon gewusst, Xavier! Kunwolf, du hast völlig recht. Nicht einmal ein Ghul überlebt ohne Innereien, er verhungert schlichtweg. Drum funktioniert dieser Umweg nicht. Als hätte das Scheusal es geahnt. Er wollte dich um jeden Preis tot halten und duldete dich nicht einmal als Untoten.«

Kunwolf:
"Er wollte mich um jeden Preis tot sehen, er hat mich gehasst! Sobald ich Dunwin etwas Normalität eingetrichtert hatte, hat er ihn "gerettet und kurriert" wie er es nannte. Er hielt mich für einen Verseuchten, so nannte er jeden Magier. Einschließlich seines Vaters. Das hätte Alastair sich mal auf der Zunge zergehen lassen sollen. Aber scheinbar war es selbst dazu zu verblendet. Werde ich Magie beherrschen, sobald ich einen Körper habe?", fragte Kun.

Linhard von Hohenfelde
Linhard dachte über die Worte von Kunwolf nach. Das hatte Archibald auch zu ihm gesagt, ihm den Weg weisen, ihn kurriern, ihn erwachsen bekommen. Und da er das noch nicht war, nannte er in Lin Larve. "LiLa...", keuchte Lin, beugte sich weit über den Hals von Aquilla und kotzte sich das Frühstück aus dem Hals. Unten hörte man eine Frau fluchen, aber Lin konnte es nicht ändern.

Brandur von Hohenfelde
"Magische Fähigkeiten ruhen im Körper, nicht im Geist. Man sieht es daran, dass du als Gespenst jeglicher Magie beraubt bist. Ob du die Kunst beherrschen wirst, ist also im Wesentlichen davon abhängig, welchen Körper du wählst."

Linhard von Hohenfelde
Linhard wischte sich den Mund ab. "Verzeihung, ich dachte an die Bedeutung von LiLa, so nennt er mich. Larve, weil ich nicht ausgereift bin, nicht erwachsen. Und er wollte mich erwachsen bekommen und mit seiner Tochter verpaaren, damit wir ein Kind zeugen, dass ein Nix aus ihm und uns ist, ein Dornburg-Hohenfelde-Mix. Ein Fleischfresser mit Killerinstinkt. Was wäre ein Mix aus ihm und Wolfram? Ein psychpathischer Veganer? Mir war kurz übel, als ich an die Babys dachte, warum man Babybeißer sagt habe ich gesehen. Was sagt er mal? Babybeißer, es klingt so niedlich, dabei bedeutet es.... Sekunde", sagte Lin und übergab sich noch einmal geräuschvoll weit über Aquilla gelehnt, "...dabei heißt es Menschenfresser".

Kunwolf:
Kun bekam sich nicht mehr ein vor Lachen, vor allem als die Frau unter ihnen zu schimpfen anfing. Das war Situationskomik pur für den ehemaligen Magier. Aber der Grund für Linhards Kotz-Orgie stimmte ihn wieder traurig. "Sei froh dass Du eine Larve geblieben bist", mahnte er und wandte sich an Brandur. "Dann benötige ich einen Körper der Geistmagie beherrscht. Beherrscht Aimeric Geistmagie? Dann schmeißen wir Dunwin raus und ich ziehe dort ein!", sagte Kun grimmig.

Brandur von Hohenfelde
»Dunwin ist unser Bruder, unser Freund und unser Verbündeter«, sagte Brandur. »Ich weiß, das ist schwierig, nachzuvollziehen nach all der Zeit. Aber wir finden schon jemanden.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard streichelte Auqilla. "Denk mal genau nach Kunwolf. Also versuch zu ergründen warum Du wie gehandelt hast. Dunwin hat uns erklärt, dass er als Geist vieles anders sah und dass er keinen Hass mehr in sich spürte. Dass er ohne das Fleisch, also seinen Körper anders über seine Taten dachte. Er bereute es wirklich und er versucht einen Teil wieder gut zu machen. Also bitte, sag Dave und Ansgar nicht, wer Aimeric ist. Es sei denn er bedroht sie. Ansonten gib ihm seine Chance etwas wieder gut zu machen und wenn es nur ein einziger netter Gedanke ist, den Dave oder Ansgar mal über Aimeric denken, oder eine Erinnerung die ihnen bleibt. Das ist sein Wunsch. Und er war sogar einmal weiter als ich fällt mir gerade ein. Dunwin sagte mir vor dem Rathaus, als ich mit ihm kurz alleine war, Archibald ist nützlich - aber sobald Du ein eigenes Kind erwartest... töte ihn. Das sagte Dunwin und er hat auch versucht sich mit Dave auszusprechen. Vergeben kann es keine geben, aber er wollte ihm sagen, dass er seine Kinder lieben soll. Und falls Dave dass nicht kann, soll er auf Kinder verzichten. Er war ein anderer ohne seinen Körper und vor allem ohne Alastair. Brandur kann Dir das bestätigen. Also wie ist es mit Dir?", fragte Linhard.

Linhard von Hohenfelde
Kunwolf: Kun überlegte einen Moment und horchte tief in sich hinein. "Mich selbst in Frage zu stellen, soweit war ich noch nicht Junge. Aber... ja Du hast Recht. Etwas ist anders, etwas fehlt mir, diese permanente Wut... sie ist nicht mehr da. Sie verschlang in meinen Gedanken alles. Fast alles bis auf den Gedanken irgendwann frei zu sein. Zuerst mit meinen beiden Brüdern zu fliehen, später dann mit meiner Familie. Ich war eigentlich immer wütend, egal auf wen oder was. Ich sah mein Leben durch einen roten Schleier. Aber was sich sonst noch geändert hat, darüber müsste ich länger nachdenken oder besser gesagt einmal in mich hineinhorchen und über all die Dinge nachdenken, die mir früher wichtig und richtig erschienen. Dann kann ich Dir antworten. Aber man denkt als freier Geist frei. Freigeist kommt wohl nicht von ungefähr", schmunzelte Kun und lehnte sich an Brandur an.

Brandur von Hohenfelde
"Gute Worte, Großer ... denk über alles nach. Auch Dunwin ist nun ein anderer. Sprich mit ihm und wir werden auch sprechen. Archibald muss gehen,Xavier, ob du nun mit Ciel verstritten bist oder nicht. Um ihn geht es nicht, sondern um die Sicherheit deines Kindes, um es nun dieses ist oder das nächste." Brandur spürte die eisige Kälte des Geistes an seinem Rücken und genoss sie. Sie war, wie die Kälte von Dunwin, als dieser als Geist wandelte, keine beißende Kälte, sondern eine, die merkwürdig wohltat, ähnlich einem kalten Windhauch an einem heißen Sommertag. Brandur verschlief den Rest des Fluges.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte die beiden Brüder über seine Schulter. Was die beiden nach all dem erlittenen Leid geschafft hatten, musste er doch auch mit Wolfi schaffen können. Sie mochten sich, sie liebten sich, sie standen sich ab und an bei. Und jeder versuchte mit dem anderen klar zu kommen. Leider immer ausgerechnet dann, wenn der andere auf Krawall gebürstet war. Aber sie hatten einen guten Anfang gemacht und den musste er unbedingt vertiefen. Er hatte nur den einen Bruder und Blut war dicker als Wasser. Und Wolfi hatte Recht gehabt, er selbst konnte doch nichts für Ansgars Bevorzugung. Wäre er der Bevorzugte gewesen, hätte er auch nicht abgelehnt. So ehrlich musste er sein. Und Wolfi hatte sich oft um ihn bemüht. Ähnlich wie Kunwolf war er damals einfach zu wütend gewesen, da einen Unterschied zu erkennen, er hatte einfach blind um sich geschlagen. Aber bei dem Familientreffen hatte er Wolfi angeboten, sich zu versöhnen. Beide wollten es und dann sollten sie es auch hinbekommen. Er überlegte wie er Wolfi mal eine Freude machen konnte, damit er es auch real in Händen hielt. Aquilla landete einige Stunden später im Hof des Palastes. Linhard tippte Brandur an, damit dieser aufwachte. "Wir sind zurück und müssen noch etwas klären. Kunwolf sollte besser solange bei Aquilla warten", sagte Lin und befreite sie von den Sicherheitsgurten. Er ließ sich von seinem Drachenhuhn rutschen und half Brandur beim Absteigen. Danach führte er Aquilla in ihre Box. Kunwolf machte es sich neben dem großen Vogel bequem. "Ich warte hier", verkündete er während Linhard sich bei Brandur unterhakte. "Hoffentlich geht das gut", stöhnte Lin und wanderte Richtung Ciels Gemächer.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Seelenfarben

#3

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 8. Jul 2018, 02:24

Die Suche nach dem verschwundenen Schwager

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gemächer jedoch waren verlassen. Alles war aufgeräumt und leer. Ciel war verschwunden, ebenso wie Ferrau und Fabien. Auch Bellamy war nicht mehr vor Ort.

Linhard von Hohenfelde
Linhard blieb einen Moment stehen und schaute dann Brandur hilfesuchend an. "Und nun?", fragte er verwirrt. "Ich weiß nicht, wen ich fragen könnte. Er wird Greg ganz sicher nicht bescheid gesagt haben, oder überhaupt irgendwem. Was sollen wir tun?", fragte Lin beunruhigt. "Zuerst vermutlich zu Greg gehen, wegen Archibald. Komm", bat Linhard und gab den Weg vor.

Brandur von Hohenfelde
"Tja", meinte Brandur und kratzte sich den Nacken. "Das wird wohl das Beste sein. Irgendjemand muss doch Bescheid wissen. Selbst wenn er niemandem etwas gesagt haben sollte, hat ihn doch sicher irgendwer beobachtet, die allgegenwärtigen Gardisten zum Beispiel oder die Diener."

Linhard von Hohenfelde
"Aber wenn er sie dazu verdonnert hat zu Schweigen? Werden sie wohl schweigen. Gut wir fragen gleich einfach mal einen der Gardisten", sagte Linhard und ging auf einen der Leibgardisten zu, die vor den Türen Wache schoben. "Wurde von Euch gesehen, wohin Prince Ciel abgereist ist?", hakte er nach. "Er könnte zu seinem Anwesen gereist sein, dass ihm Verrill geschenkt hat, für sich und Olivie als Hochzeitsgeschenk", sagte Lin und wartete die Antwort der Gardisten ab.

Gardist Etienne:
»Seine Hoheit hat nichts gesagt. Aber er war ausgehfertig gekleidet.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard überlegte und wandte sich an Brandur. "Ausgehfertig? Was meinst Du damit? War er wie zu einer Party angezogen oder für ein Fest? Wohin ist der Deiner Meinung nach gegangen? Also welche Aufmachung hatte seine Optik?", fragte Lin.

Gardist Etienne:
»Reisefertig, würde ich sagen. Er ließ sich Gepäck hinterhertragen.« Der Herr schaute zwar seinen Vater an, aber Etienne vermutete, dass die Frage an ihn ging. »Ihr könntet ja mal bei den Kutschen nachsehen, ob seine noch dasteht.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte. "Danke für den Tipp, dass werde ich machen", sagte Lin und ging gemeinsam mit Brandur hinunter zu den Kutschen. "Weißt Du wie Ciels Kutsche ausgesehen hat? Sonst müssten wir einfach durchfragen", sagte Lin zu seinem Paps.

Brandur von Hohenfelde
»Das weiß ich nicht, Xavier. Aber schau mal, dort drüben stehen mehrere Kutschen mit dem großherzoglichen Wappen und dazwischen ist eine Lücke, so als ob eine von ihnen fehlen würde. Siehst du?«

Linhard von Hohenfelde
"Dann ist er vermutlich abgereist, fragen wir trotzdem lieber nach. Wie gesagt, ich könnte mir nur vorstellen, dass er zu seinem neuen Anwesen gereist ist. Ansonsten kenne ich mich hier nicht aus. Ich müsste raten aber da gibt es sehr viel zu raten", sagte Lin und ging auf einen der Kutscher zu. "Guter Mann eine Frage, ist Prince Ciel mit seiner Kutsche abgereist?", hakte Linhard nach.

Brandur von Hohenfelde
Kutscher: »Ja, er reiste zusammen mit seinem Leibdiener und seinem Schwertmeister ab. Wohin, kann ich Euch nicht sagen, Herr. Aber er schien es eilig zu haben.«

Linhard von Hohenfelde
"Dankeschön. Wann ungefähr war dass und in welche Richtung ist er aufgebrochen?", fragte Linhard nach. "Vielleicht finden wir ihn so", schlug er Brandur vor.

Kutscher:
»Er reiste nach Süden, Herr.«

Brandur von Hohenfelde
»Wo ist der andere Diener eigentlich geblieben? Fabien? Der hat doch bei ihm gedient. Er scheint nicht dabei gewesen zu sein, also muss er hier noch irgendwo sein. Er wird doch sicher was mitbekommen haben.«

Linhard von Hohenfelde
"Keine Ahnung, warte. Hatte er zwei Diener dabei? Einmal Ferrau und einmal den Leibdiener des Duc? Dieser dient ihm zur Zeit. Weißt Du das zufällig?", fragte Lin. "Falls Fabien noch hier ist, könnte er etwas wissen", stimmte Lin zu.

Kutscher:
»Seine Hoheit wurde nur von seinem Leibdiener und seinem Schwertmeister begleitet.«

Linhard von Hohenfelde
"Nochmals vielen Dank. Gut dann müssen wir Fabien finden und hoffen, dass der uns sagen kann, wohin Ciel abgereist ist. Falls nicht, könnte er ja eine Vermutung haben. Vielleicht hat Ciel ja auch einzelne Anwesen wie die meisten von uns. Ich hoffe nur keine heimlichen, denn dann war es dass", sagte Lin und gab den Weg vor.

Brandur von Hohenfelde
"Was ist mit den Geistmagiern, können die Himmelsaugen ihn nicht notfalls finden?", hakte Brandur nach.

Linhard von Hohenfelde
Linhard fragte sich durch und fand Fabien im Kerker einsitzen. Er staunte nicht schlecht, ausgerechnet den Leibdiener des Ducs hier vorzufinden. "Doch, aber die sind der Krone treu, ob Dir mir was sagen? Er wird sie sicher geeicht haben. Aber vorher sollten wir Fabien aus dem Kerker holen", sagte Linhard zu seinem Paps. Er wandte sich an einen der Gardisten. "Wir möchten mit Fabien sprechen und wissen, weshalb er einsitzt", sagte Lin.

Gardist Gaspard:
»Fabien wurde arrestiert, da er eine einmonatige Strafe abzubüßen hat, deren Ende er hier verbringen soll, Herr«, sprach der Gardist. »Bitte folgt mir.« Er brachte Linhard und seinen Begleiter zu Fabien, der in der letzten Zelle saß, so weit ab vom Schuss, dass man von hier aus nicht einmal die Wachleute oder die Mitgefangenen hören konnte.

Linhard von Hohenfelde
"Danke. Hat der Duc einen Ersatzleibdiener? Weiß der Duc davon, dass sein Leibdiener hier einsitzt? Zuletzt war er Ciel untergeordnet, weshalb weiß ich nicht, aber ich möchte dass Sie den Duc über den Aufenthalt seines Leibdieners informieren. Er wird Ihnen sicher dafür dankbar sein", sagte Linhard. Er trat ganz nah an die Zelle heran. "Fabien, weißt Du wohin Ciel abgereist ist?", fragte er nach.

Gardist Gaspard:
»Das weiß ich nicht, Herr. Aber ich werde den Duc informieren.« Er stiefelte los und klopfte an dessen Tür.

Fabien Lacomb
Fabien schaute Linhard dankbar an. "Ciel und seine Leute sind nach Wolfsfels abgereist. Nein, mein Herr hat keinen Ersatzdiener, dafür kümmert sich Nathan wohl mit um ihn. Das hat mir Nathan versprochen. Ich hoffe er macht es auch. Er ist ein guter Kerl, aber er hat selbst viel zu tun und er ist der Leibdiener des Archi-Duc. Ich hoffe dass mich mein Herr hier entlässt, also herausholt", sagte Fabien.

Linhard von Hohenfelde
"Das wird er, was immer Du verbrochen hast, kannst Du bei Deinem Herrn wieder gut machen. Wolfsfels, was ist dort? Was liegt dort? Sollen wir Ciel dahin folgen Paps?", hakte Linhard nach.

Jerome:
Der selbst besorgte Ersatzdiener des Duc öffnete die Tür. "Ja bitte?", fragte er höflich.

Brandur von Hohenfelde
»Bei unserem Gespräch mit dem Duc, als auch Massimo und Jules und Khawa anwesend waren, äußerte Ciel die Idee, Wolfsfels zur Hauptstadt von Neu-Souvagne zu machen. Vielleicht will er sich um den Ausbau der Stadt kümmern?«

Gardist Gaspard:
»Ich muss den Duc sprechen«, polterte Gaspard. »Weil sein Leibdiener im Knast sitzt.«

Linhard von Hohenfelde
"Das wäre durchaus möglich, dass er abgereist ist um sich seiner Arbeit zu widmen. Oder es steckt was anderes dahinter. Dann hätte er Fabien aber seinem Vater wieder geben können. Und die Sache mit dem Kind war auch nicht geklärt. Keine Ahnung, folgen nicht folgen?", grübelte Linhard.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Jerome: "Sofort!", sagte der Diener und ließ den Gardisten eintreten. Maximilien musterte den Mann. "Wir hörten unser Diener sitzt bei Euch im Kerker ein? Wer verbrachte ihn dorthin? Lasst Fabien umgehend frei und schickt ihn zu mir", befahl der Duc.

Brandur von Hohenfelde
»Junge, das musst du entscheiden. Mit einem guten Pferd kann man eine Kutsche problemlos einholen. Oder mit Aquila. Du kannst ihn zur Rede stellen, oder ihn vorerst ziehen lassen. Oder du fragst seinen Vater, was er davon hält. Vielleicht ist Ciel Maximilien gegenüber zugänglicher. Oder gibt es sonst jemanden, zu dem er einen guten Draht hatte?«

Gardist Gaspard:
»Der Diener sitzt auf Befehl von Prince Ciel ein, um den Rest seiner Strafe zu verbüßen, während er auf Reisen ist.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das haben wir zur Kenntnis vernommen. Wir danken Euch für Eure Mühe und persönliche Information. Diesen Monat für Euch doppelten Sold. Wir erwarten die umgehende Freilassung unseres Leibdieners Gardist Gaspard. Umgehend", befahl der Duc.

Gardist Gaspard:
»Danke, Herr und sehr wohl.« Gaspard verneigte sich und ging rückwärts zur Tür raus. Er kam kurz darauf unten bei den Zellen an. »Hast Glück. Dein Herr hat soeben deine Freilassung angeordnet.« Gaspard öffnete die Zellentür und hielt sie einladend auf.

Linhard von Hohenfelde
"Na im Weglaufen ist Ciel scheinbar genauso gut wie Dave, nur nutzt der keine Kutsche. Wir holen ihn ein und stellen ihn zur Rede, gerade habe ich ihn so richtig lieb gewonnen", knurrte Linhard und stampfte zurück zu Aquilla. "Komm Paps, wir müssen tief fliegen, damit wir die Kutsche finden können. Ich hoffe wir finden den Kerl. Er kann ja viel erzählt haben, wenn der Tag lang ist. Was er letztendlich getan hat steht auf einem anderen Blatt", sagte Lin zerknirscht und schwang sich auf Auqilla. "Los Leute wir müssen Ciel finden", sagte er zu Brandur und Kuni.

Fabien Lacomb
Fabien lag ein "Echt?", auf der Zunge, dass er sich aber verkniff und schleunigst machte, dass er aus den Zellen verschwand. Er war nicht dafür bekannt, dass er trödelte oder rannte, aber diesmal rannte er was seine Beine hergaben zurück zu Maximiliens Gemächer. Er stümte an den beiden Gardisten und an Jerome vorbei und umarmte Max so stinkend und unsauber wie er war und zwar so fest, dass Max kurz aufgrunzen musste.

Gardist Gaspard:
Kopfschüttelnd sah Gaspard ihm nach. »Man könnte meinen, der hatte Angst vor uns.«

Brandur von Hohenfelde
Brandur half seinem Sohn, Ausschau zu halten. Bald sahen sie eine gigantische Kutsche, die sich mit quälender Langsamkeit über die Straße walzte und diese komplett ausfüllte. Gegenverkehr hatte keine Chance. »Dort unten, das wird er sein.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien drückte Fabien ebenfalls, ehe er ihn von sich drückte. "Geh Dich waschen, zieh Dich um und danach berichte mir, was sich zugetragen hat. Jerome sei so gut und setz Kaffee und Tee auf. Bereite etwas zu essen zu. Irgendwas", befahl Max. Jerome machte sich sofort an die Arbeit, während Fabien erstmal die Tür schloss und Maximilien mit großen Kuhaugen musterte. "Ich verstehe es Fabs, geh Dich baden", sagte Max wohlwollend. Fabien nickte dankbar und verschwand im Bad.

Linhard von Hohenfelde
Linhard ließ Aquilla genau vor der Kutsche runtergehen und den Weg versperren. Das Drachenhuhn hockte groß und misstrauisch auf der Straße. Die Flügel hatte es noch offen, falls die Kutsche nicht bremsen sollte.

Kutscher:
Der Kutscher hielt notgedrungen. »Sie wünschen?«, fragte er so ruhig wie möglich, während er das riesige Drachenhuhn misstrauisch ansah.

Linhard von Hohenfelde
"Sag Deinem Herr er soll aussteigen!", befahl Linhard vom Rücken des Drachenhuhns aus.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Der Streit eskaliert

#4

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 9. Jul 2018, 10:01

Ciel Felicien de Souvagne
Der Kutscher musterte verstohlen das riesige Drachenhuhn und seine Reiter. Zu allem Übel schwebte auch noch ein Geist hinterdrein. »Verzeihung, Herr«, sagte der Kutscher. »Aber ich habe anderslautende Befehle.« Er gab plötzlich den Pferden die Peitsche und die Tiere bretterten samt Kutsche los. Aufgrund des enormen Gewichts des Gefährts war dies nicht sehr schnell, aber die Wucht, die loswalzte, würde nicht so ohne weiteres aufzuhalten sein. Zum Glück ging es bergab! Der Kutscher löste sämtliche Bremsen und jetzt beschleunigte das gewaltige Gefährt wirklich. In einem waghalsigen Manöver fuhr es im Halbkreis um den Cockatrice herum und raste dann in Richtung Tal.

Linhard von Hohenfelde
Linhard ließ Aquilla einmal die Fersen spüren und das Drachenhuhn stob mit einem gewaltigen Flügelschlag auf, so dass ihnen der Magen in die Kniekehlen rutschte als Reiter. Im engen Bogen zog er das Drachenhuhn herum, jedenfalls dass was für ein Drachenhuhn ein enger Bogen war. Umgehend nahm er die Verfolgung von der Kutsche auf. Eigentlich war das Gefährt bedächtig und schwer, aber da es bergab ging war genau das sein Vorteil. Es schoss durch das Eigengewicht nach unten. Gut, wenn sie dort schnell ankommen wollten, würde er ihnen helfen. Nicht umsonst war Aquilla von Himmelsaugen ausgebildet worden, sie war kein Schosstier. Er verfolgte mit dem großen Geschöpf die Kutsche, ließ sie tief heruntergehen und zog direkt über der Kutsche wieder hoch. Mit den Hinterbeinen rammte Aquilla die Kutsche, so dass sie einen Satz machte. Sie schossen über die Kutsche hinweg, flogen eine weite Schleife und griffen frontal an.

Ciel Felicien de Souvagne
Die Pferde waren gut ausgebildet, aber sie waren schwierig zu kontrollieren in Anbetracht der Gefahr aus der Lüfte. Sie beschleunigten und die Kutsche wurde zu einem unheilvollen Geschoss. Die Kutsche hatte ein enormes Gewicht, dennoch schaffte der Cockatrice es, sie durch einen Stoß anzuheben. Der Kutscher stürzte und fiel vom Kutschbock. Nun führerlos raste das Gefährt gen Tal und genau auf das große Tier zu, dass sich nun vor ihm abzeichnete.

Linhard von Hohenfelde
»Super«, knurrte Linhard und riss Aquilla im letzten Moment herum, so dass sie seitlich entlang der Kutschte vorbeidonnerte. Sie flog so nah an der Kutsche vorbei, dass die Insassen die einzelnen Federn des großen Tieres sehen konnten. Er war es gewohnt sogar vom Pferd aus zu kämpfen, aber ein Luftkampf war etwas völlig anderes. Viel stärkere Kräfte wirkten auf einen ein und nur die Gurte hielten einen dort, wo man hingehörte. Aber die total verrückte Aktion machte auch jede Menge Spaß... wenn man ein Hohenfelde war und ein Ziel vor Augen hatte, dass man niederstrecken wollte. Erneut flog das Drachenhuhn eine Schleife, diesmal näherte es sich aber in einem langsameren Tempo. Es zog mit der Kutsche gleich und als es gleich auf war, faltete es die Flügel auf Befehl zusammen und ließ sich auf das Kutschendach plumpsen. Die Kutsche ging bei dem enormen Zusatzgewicht in die Knie und verlor merklich an Geschwindigkeit. Wie besessen hämmerte das gewaltige Drachenhuhn auf das Dach der Kutsche ein. Bald bohrte sich der Schnabel ins Wageninnere.

Ciel Felicien de Souvagne
Die Achse der Kutsche brach und schleifte nun kreischend über die Straße. Funken sprühten. Ciel, der bei dem ersten Stoß quer durchs Innere geflogen war, hatte nun einige Prellungen. »Halt dich hier fest, Ferrau«, brüllte er, damit dem nicht das Gleiche geschah. Entsetzt sah er den riesigen Schnabel, der durch das Kutschendach gerammt wurde. »Bellamy!«, brüllte er. »Wir müssen aufs Dach!« Er riss das Fenster auf und kletterte bei voller Fahrt hinauf, den Säbel im Gürtel. Seitlich an der Kutsche hängend, hieb er damit nach den Füßen des Drachenhuhns. »Schwager«, kreischte er außer sich vor Wut, als er sah, wer oben drauf saß.

Bellamy Bourgeois
Bellamy zückte sein Schwert, umgriff es mit beiden Händen und rammte die Klinge nach oben durchs Kutschendach. Defekt war es eh, zu retten war da nichts mehr. Ferrau flog durch das Kutscheninnere wie ein Geschoss, aber er Ex Palaisin beachtete ihn nicht, er versuchte das gewaltige Federvieh von der Kutsche zu vertreiben.

Linhard von Hohenfelde
»Hallo Ciel!«, grüßte Linhard, während Aquilla donnernd auf dem Kutschendach umhertanzte um nicht getroffen zu werden. Als sie die Klinge aus dem Wagendach wie einen gewaltigen Wurm zücken sah, schnappte der Schnabel zu und zog mit einem kurzen gewaltigen Ruck, der mit einem ebenso gewaltigen Klong beantwortet wurde und einem tobsuchtsartigen Fluchen von Bellamy. »Ich forderte Dich auf anzuhalten und auszusteigen. Jetzt halte ich Dich an. Du wirst mit mir reden, ob Du es willst oder nicht. Notfalls zerlege ich Deine Kutsche Schwager!«, brüllte Linhard über das Kreischen und Grollen seines Drachenhuhns hinweg, dass triumphierend Bellamys Schwert im Schnabel hielt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und ich zerlege dich und dein Federvieh!«, brüllte Ciel. Er schwang sich auf das Kutschendach. Unter der Kutsche begann es bedenklich nach Rauch zu riechen und die Kutsche zog eine Qualmwolke hinter sich her. Noch im Sprung schlitterte Ciel unter den Cockatrice und rammte ihm den Säbel in eine Zehe.

Linhard von Hohenfelde
»Du Mistbock, dass hast Du nicht umsonst getan!«, brüllte Lin mit Aquilla um die Wette. Das Drachenhuhn flatterte auf. Lin zückte seinen Dolch und zerschnitt seine Sicherheitsgurte. Während Aquilla abhob sprang er mit einem Salto von ihrem Rücken um den Sturz abzufedern. Er landete tiefgeduckt mit einem Krachen auf den Füßen und ging sofort zum Angriff über. Er trat nach Ciels Gesicht ließ den Oberkörper zur Sicherheit nach hinten zucken und stach mit dem Dolch zu.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oho, du willst mich umbringen«, höhnte Ciel und wich dem Tritt durch eine Oberkörperneigung aus. »Was mein Vater wohl davon hält? Aber wie man in deiner Familie miteinander redet, ist ja hinlänglich bekannt! Bellamy, wo bleiben sie schon wieder«, kreischte er und entging haarscharf der Messerattacke. Doch anstatt nun auf Linhard loszugehen, rannte er das Kutschdach entlang, machte einen Satz und bekam die langen Schwanzfedern des abhebenden Huhns zu packen. Er hielt sich mit einer Hand fest, schob seinen Säbel wieder in die Scheide und hangelte sich hinter Brandur hinauf, der davon nichts mitbekam.

Linhard von Hohenfelde
»AQUILLA ROLLE!«, brüllte Linhard aus Leibeskräften und das große Drachenhuhn gewann zusehends an Höhe dann faltete es die Flügel zusammen und ließ sich vom Himmel stürzen indem es sich wie eine Schraube um sich selbst drehte um den Kaperer von ihrem Körper abzuschütteln. Dass Brandur dabei ebenfalls durchgeschleudert wurde, schien Linhard nicht bedacht zu haben. »Umbringen reden wollte ich mit Dir Du Hornochse!«, keifte Lin und spähte ins Wageninnere. »Dein Pala liegt da, aber dort liegt auch FERRAU! HA!«, brüllte Lin triumphierend und krabbelte durchs zerstörte Fenster in die Kutsche.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte sich mit beiden Händen an den Gurten festhalten und stürzte nicht vom Cockatrice. Brandur fluchte innerlich, da er festgezurrt war und so zwar sicher saß, aber vollkommen wehrlos war. Er trug keine Waffe bei sich. Äußerlich jedoch blieb er ruhig. Ciel setzte sich hinter ihn und zog nun seinerseits einen Dolch, den er ihm an die Kehle hielt. »Schwager«, fauchte er vom Cockatrice aus. »Befiel deinem Huhn, zu landen! Wenn du Ferrau auch nur eines seiner wundervollen Haare krümmst, schicke ich deinen Vater zum Abgrund, wo du und deine ganze Sippe hingehörst!«

Linhard von Hohenfelde
Lin spähte aus dem Kutschenfenster mit Ferrau im Schwitzkasten. »TERRE! Lande!«, brüllte Linhard und das Drachenhuhn flog einen Bogen um dann sicher auf dem Boden aufzusetzen. »Geschieht meinem Vater was ist Dein Ferrau tot und Dein Palaisin auch! Der ist eh im Land der Träume! Steig von meinem Drachenhuhn Ciel ich warne Dich! Ich kam in friedlicher Absicht!«, grollte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, ich bleibe hier sitzen! Wäre ja noch schöner«, brüllte Ciel der davonrasenden Kutsche hinterher. Das Drachenhuhn war gelandet, aber die Kutsche sauste weiter hangabwärts. Der Unterboden brannte inzwischen lichterloh.

Linhard von Hohenfelde
»Tja Pech Ferrau«, sagte Linhard und kletterte aus dem Kutschenfenster zurück aufs Dach. Er klammerte sich einen Moment lang fest, dann rannte er dass Dach entlang nach hinten und sprang mit Wucht von der Kutsche ab. Beim Aufkommen rollte er sich mehrfach ab und blieb dann keuchend einen Moment im Dreck und Staub liegen. Keuchend und hustend kam Lin wieder hoch und schaute der Kutsche hinterher. Ehe er sich umdrehte und langsam auf sein Drachenhuhn, Ciel, Brandur und Kunwolf zulief.

Ferrau Du Trieux
Ferrau starrte mit riesigen schreckgeweiteten Augen Linhard hinterher. Er versuchte noch Lin an der Hose festzuhalten, aber der schüttelte ihn kurzerhand ab. Ferrau starrte Ciel an und streckte die Arme hilfesuchend nach ihm aus, ehe er wieder in der Kutsche verschwand. Ferrau versuchte Bellamy wach zu bekommen indem er ihn so sanft wie möglich ohrfeigte und schüttelte. Das Drachenhuhn hatte ihn ganz schön ausgeknockt, Lin hatte den Rest vollbracht. So langsam regte er sich stöhnend und hielt sich die pflaumengroße, mächtige Beule.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zählte gedanklich bis drei. Die Kutsche samt Ferrau, der kurz aus dem Fenster geschaut hatte, und bewusstlosem Palaisin sauste davon. Ciel rief sich in Erinnerung, wie Ferrau ihm hatte mit dem Regenschirm beistehen wollen, als er Linhard mit dem Säbel aus ihrer Wohnung vertrieben hatte. Ferrau war nicht mehr der hilflose Leibdiener von früher. Er würde sich etwas einfallen lassen. Ciel konnte momentan nichts für ihn tun, außer dafür zu sorgen, dass er selbst am Leben blieb. Er drückte die Klinge fester an den Hals von Brandur, so dass ein Blutstropfen dessen Kehle hinablief. »Sprich, ungeliebter Abschaum«, grollte er.

Linhard von Hohenfelde
Linhard blieb vor Auqilla stehen. »Eigentlich wollte ich mich bei Dir für meine Wortwahl entschuldigen. Besonders für das Bastard, da es ehrverletztend ist. Hier meine drei Angebote zur Wiedergutmachung, damit Du meine Familie aus dem Spiel lässt. Ein Duell nach ehrbaren Grundsätzen, damit wäre Deiner Ehre Genüge getan, ich gehe freiwillig und benenne einen Nachfolger - kurzum ich verlasse Souvagne, Du bekommst Verrill. Du kannst auch alles zusammen haben - sprich alle drei Angebote. Wir werden nicht überprüfen von wem das Kind ist«, sagte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
»So sieht deine Entschuldigung aus?«, fragte Ciel und seine Stimme wurde zum Ende hin schrill. »Wenn Ferrau und Bellamy etwas geschieht, wird es keine Wiedergutmachung geben, sondern den Block! Ich lehne deine sogenannte Entschuldigung ab und verzichte auf alle drei Angebote! Ich bin halt, wie du sagst, nur der Bastard dieser Familie und werde nach Wolfsfels ziehen. Sobald ich alles vorbereitet habe, werde ich all jene, die mir wichtig sind, nachholen. Ihr könnt euer eigenes Ding machen, ich werde euch nicht länger behelligen!«

Linhard von Hohenfelde
»Dann kannst Du auch meinen Vater freilassen und Verrill mitnehmen, wenn Du kein Angebot annehmen willst«, sagte Lin trocken.

Ciel Felicien de Souvagne
»Damit du mich umbringst?«, fragte Ciel trocken. »Verrill brauche ich so wenig wie den Rest meiner Familie.«

Linhard von Hohenfelde
»Dafür versteckst Du Dich dann hinter Papas Macht, wenn Du ihn nicht benötigst? Richte ihm dass doch aus. Oder soll ich? Und dafür dass Du Verrill nicht brauchst, warst Du ziemlich vernarrt in sie. Naja vielleicht ging es Dir auch gar nicht um Verrill. Es ging Dir nur darum den Freak zu bumsen oder mir das zu nehmen, was mir wichtig war. Na dann, seht zu wie ihr klar kommt«, sagte Linhard und wandte sich ab. Er lief einfach stur an dem Drachenhuhn vorbei. Als er Auqilla fast passiert hatte ließ er sich zur Seite fallen und schleuderte seinen Dolch nach Ciel um ihm dem Waffenarm zu nehmen.

Bellamy Bourgeois
Bellamy erwachte langsam mit schmerzverzerrtem Gesicht und stellte fest, dass Ferrau ihn schüttelte und ohrfeigte. Er setzte gerade dazu an, zurückzuschlagen, als er feststellte, dass Ciel verschwunden war. »Scheiße«, fluchte er, als ihm einfiel, dass der Kutscher den Abflug gemacht hatte. Er stieß Ferrau beiseite und kletterte mit immer noch flauem Magen aus dem Kutschenfenster. Er robbte über das zerstörte Dach und ließ sich auf den Kutschbock fallen. Fieberhaft suchte er die Zügel, ehe er diese fand und mit aller Gewalt zog. Die Pferde waren ihm völlig gleichgültig, Hauptsache das Gefährt kam zum stehen und er und Ferrau überlebten. Und protestierendem Geschrei stoppten die Tiere und bekamen durch die Wucht noch das Gefährt in die Knochen. Aber letztendlich stand die Kutsche.

Ferrau Du Trieux
Ferrau krallte sich an den Sitzen fest und wurde dennoch erneut in der Kutsche herumgeschleudert. Dann endlich kam die Kutsche zum Stehen. Er konnte es kaum glauben. Vorsichtig öffnete er die Tür und kletterte mit wackligen Beinen aus dem Gefährt. Bellamy sprang vom Kutschbock und setzte sich verschnaufend ins Gras. Ferrau setzte sich neben ihn und knuffte den Ex Palaisin. »Danke Bellamy für die Rettung«, keuchte Ferrau erschöpft. »Schon gut, ich saß auch da drin«, grinste der Haudegen schief.

Ciel Felicien de Souvagne
Der Dolch traf Ciel genau in den Muskel und kam zur Rückseite seines Arms wieder heraus. Ciel verkniff es sich den Dolch wieder herauszuziehen. Er nahm mit der anderen Hand den eigenen Dolch aus seinen Fingern, die nicht mehr richtig funktionieren wollten. Er drückte Brandur den Dolch zwei Fingerbreit in den Hals hinein, ohne den Blick von Linhard abzuwenden. Brandur schloss die Augen und sagte keinen Ton, während die Klinge sehr langsam tiefer glitt. Plötzlich zog Ciel die Klinge wieder heraus und warf sie Linhard vor die Füße. Er ließ ab von Brandur und rutschte den Cockatrice herunter. Er fiel kurz auf ein Knie, ehe er wieder aufstand, die Hand auf die Wunde gepresst, in der noch immer der Dolch steckte. Ohne Linhard anzusehen, ging Ciel zu Fuß der Kutsche hinterher.

Linhard von Hohenfelde
»Soll ich genau das Deinem Vater und Verrill ausrichten?«, brüllte Lin hinterher und hob den Dolch auf. Er nahm die Klingenspitze zwischen die Finger, bereit zu werfen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Tu was du willst«, fauchte Ciel, ohne sich umzudrehen und ohne innezuhalten.

Linhard von Hohenfelde
»Gut dann tue ich das, ich richte Ihr aus, was Du von ihr hältst und weshalb Du mit ihr ins Bett gestiegen bist. Und Dein Vater wird erfreut sein, dass Du ihn sosehr schätzt, dass Du seinen Leibdiener im Kerker hast verkommen lassen. Was da auch ablief, Du hättest ihn wenigstens dann zurückgeben können. Aber gut, Du hast mir Verrill genommen, da sollst Du auch nicht leer ausgehen Ciel«, lächelte Linhard eiskalt und visierte Ferrau an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb nun doch stehen, drehte sich um und stellte sich in die Schussbahn. »Bellamy, Obacht«, rief er, da er davon ausging, dass Linhard auf einen von ihnen schießen würde und zwar entweder auf Ciel oder auf denjenigen, vor dem er nicht stand. »Was willst du eigentlich? Was?! Du hast, was du wolltest, Verrill, und ich lasse euch fortan in Ruhe. Meine Amtsgeschäfte kann ich genau so gut von Wolfsfels aus verrichten, sogar besser, da die Kommunikationswege kürzer sind.«

Linhard von Hohenfelde
»Das habe ich Dir erklärt. Du wolltest nicht zuhören. Ich sagte ich wollte mich mit Dir versöhnen und habe Dir drei Angebote unterbreitet. Oder Du nimmst alle drei an. Alles was ich vorher von Dir wollte war eine Klärung. Dazu warst Du nicht bereit. Du warst bereit dazu, Verrill zu benutzen, aber die Konsequenz nur fünf Minuten zu tragen für eine Klärung, dass passte Dir nicht. Du hast sie benutzt um zu wissen wie es ist, oder um mich zu verletzten und aus der Familie zu schmeißen. Es wäre einfacher gewesen Gregoire zu sagen, dass Du mich nicht in der Familie haben möchtest. Wir beide sind Todfeinde - das steht fest. Aber unsere Feindschaft soll keine Konsequenzen für meine Familie haben. Ich habe gesehen was es für Konsequenzen hat, wenn Babys zerrissen oder aufgefressen werden. Gut Dir ist sowas gleichgültig, Du schwebst ja über allen Dingen. Aber mir nicht. Aus dem Grund biete ich Dir die Drei Dinge an. Für Deine Ehre das Duell, für den Frieden meiner Familie meinen Amtsabtritt und Weggang und wie Du Dich mit Gregoire bezüglich des Kindes einigst ist Eure Wahl. Also was jetzt?«, fragte Linhard und steckte den Dolch in den Gürtel.

Bellamy Bourgeois
Bellamy stellte sich neben Ciel. »Nehmt das Duell an und gebt mir Euren Degen«, flüsterte der Ex Palaisin leise. »Ich kläre das für Euch, ohne dass Ihr Angst haben müsst«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte Linhard wütend. »Ich lasse mich von dir nicht erpressen und ich nehme nichts von alldem. Behalte Verrill und dein Amt. Und ich werde auch nicht die Gesundheit meines Palaisins riskieren. Ich spiele dieses Spiel nicht nach deinen Regeln, Hohenfelde. Ich spiele es überhaupt nicht. Wenn du meinem Bruder und meinem Vater die von dir behaupteten Dinge berichtest, dann berichte doch bitte auch davon, was du mit meiner Kutsche gemacht hast und das gerade ein Dolch in meinem Arm steckt. Bellamy, lassen Sie den Blödsinn. Duelle sind vollkommen veraltet, besonders, wenn sie durch Stellvertreter ausgetragen werden. Heutzutage klärt man das anders.«

Linhard von Hohenfelde
»Gut dann kläre ich dass und nehme Dir die Entscheidung ab. Einer von uns beiden bleibt hier liegen. Du oder ich. Du möchtest meine Entschuldigung nicht, geschenkt. Paps, wenn ich falle bist Du mein Erbe, gibt niemanden von mir was auszurichten. Verteidige Dich«, knurrte Linhard und zückte seinen Säbel.

Bellamy Bourgeois
Bellamy stellte sich schützend vor Ciel. »Es wäre praktisch wenn ich Euren Säbel hätte«, erinnerte er den Prince.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich sagte, Sie sollen den Blödsinn lassen! Bringen Sie Ferrau in Sicherheit!« Ciel drückte Bellamy seinen Säbel in die Hand. »Ihre Priorität ist der Schutz von Ferrau und ich dulde keine Diskussion. Ich löse meine Probleme selbst.« Er trat zwischen Bellamy und Linhard und starrte Linhard an. »Trau dich«, zischte er.

Bellamy Bourgeois
Bellamy packte Ciel am Oberarm und zerrte ihn hinter sich. »Seid Ihr verrückt geworden?«, zischte er seinen Herrn an. »Wenn Du kämpfen willst, kämpfe. Aber überlege Dir gut, wen Du angreifst und wieviel zwischen uns liegt, an Jahren und Erfahrung...«, mahnte Bellamy ein letztes mal.

Ciel Felicien de Souvagne
Vor Wut würde Ciel am liebsten aufschreien, doch er fürchtete, Bellamy dann abzulenken. Also beschränkte er sich darauf, ihn nicht zu behindern. Ihn anschreien konnte er später immer noch.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte die beiden argwöhnisch. »Was soll die Scheiße?«, fragte er lauernd und schaute für eine Sekunde über die Schulter zu seinem Vater und Aquilla. Er gab ihm ein Handzeichen dass sie verschwinden sollten. »Soll ich Dich einfach abstechen oder was hast Du Dir gedacht? Ich dachte Du warst im Krieg? Gut dann werde ich zuerst Deinen Leibwächter abschlachten und dann reden wir«, erklärte Linhard und hob die Waffe. »Richtig so?«, hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lächelte kalt. »Wenn du mich abstichst, bin ich in einem Jahr wieder da. Aber bedenke, wo du dann bist. Ich brauche den Tod nicht zu fürchten. Meine Familie ist dank meiner Arbeit unsterblich geworden. Uns wird es noch in tausend Jahren geben, wenn von den Hohenfeldes nichts mehr geblieben ist als eine vage Erinnerung! Und wenn es mir beliebt, dann wird auch diese verblassen, indem wir eure Namen aus den Annalen tilgen!«

Kunwolfs Geist
Kunwolf schaute sich das Schauspiel eine Weile an. Sturer als die beiden ging es kaum. »Du gehst den Weg Deiner Vorväter Linhard. Du hast Deine Familie auf dem alten Weg nur in ein neues Land geführt. Mehr nicht«, gemahnte der Geist.

Linhard von Hohenfelde
»Sehe ich so aus als würde ich den Tod fürchten? Jemand der nicht gelebt hat, kann nicht sterben. Ist es das was Du willst? Unseren Namen auslöschen?«, fragte Lin und steckte die Waffe weg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warum nicht? Was spricht denn dagegen, eure Leistungen für Souvagne?« Er gab ein kurzes, hartes Lachen von sich, das mehr wie ein Bellen klang. »Das Einzige, was ich will, ist meiner Arbeit nachgehen.«

Linhard von Hohenfelde
»Das ist das Einzige was für Dich zählt? Sonst nichts?«, hakte Linhard nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was sollte sonst zählen? Eure Menschlichkeit? Die familiäre Wärme, die eure Anwesenheit verströmt? Nenn mir eine einzige Sache, die deine Familie wert macht, die Zeiten zu überdauern.«

Linhard von Hohenfelde
»Ich sprach von Dir, Deine Arbeit ist alles was Dir wichtig ist? Wir haben immer überlebt, wir werden auch das überdauern. Die Frage ist nur wo. Das ist alles«, gab Linhard zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, meine Arbeit. Ich bin Prince und Furisto, ich trage große Verantwortung. Ich hatte mir ein paar Urlaubstage genehmigen wollen, aber man sieht ja, wohin das führt. Sei es drum, Ferrau wird bei mir sein, wie er es immer war, ob ich nun arbeite oder nicht. Olivie mag bei Remy bleiben und Verrill bei dir. Ich bedarf eurer Gesellschaft nicht. Sie ist vollkommen irrelevant. Freundschafte, Familie, das ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann und auch nicht länger leisten möchte.«

Linhard von Hohenfelde
»Achso, dass habe ich nicht gewusst. Du hast also aus einer Urlaubslaune heraus meine Ehe zerstört. Soweit ich weiß ist Gregoire ebenfalls ein Furisto, solltet Ihr nicht zusammenarbeiten, auch wenn Ihr einander nichts bedeutet?«, hakte Linhard nach. »Wir werden Souvagne verlassen. Das was wir hier zu finden hofften, gibt es hier so wenig wie in Naridien. Was Du eindeutig beweist. Ich habe keine Ahnung wie ich das regeln soll, aber ich hoffe mir wird etwas einfallen. Und alles nur, weil Du zu stur warst meine Entschuldigung anzunehmen, gut leb wohl«, sagte Linhard, drehte sich um und ging.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte ungläubig seinem Schwager hinterher. Der Dolch steckte noch immer in seinem Arm. Der Weg nach Beaufort war sehr viel kürzer als der Weg nach Wolfsfels, da sie gerade eine Stunde unterwegs gewesen waren. Er guckte Bellamy an, dann Ferrau. »Wir sollten zurückgehen. Lasst das Gepäck in der Kutsche, es kann später geborgen werden.«

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Ciel und deutete auf die zerstörte Kutsche. »Sagt ihm, er soll einen Boten schicken damit wir abgeholt werden. Wenigstens dass kann er doch für uns tun. Wenn er sich versöhnen wollte«, sagte der Schwertmeister.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel murrte. Dann sagte er laut und deutlich, so dass Linhard es hoffentlich noch hörte: »Es wäre sehr freundlich, wenn du uns einen Boten entgegenschicken würdest, der uns abholt.«

Linhard von Hohenfelde
»Ihr könnt das Drachenhuhn nehmen, es gehört nach Souvagne. Wir nicht. Kommandos werdet Ihr sprechen können, es kann zumindest Euch oder Euer Gepäck tragen. Wir regeln das Finazielle später, ich kläre unsere Abreise sofort. Ich werde Verrill einen angemessenen Geldbetrag zur Verfügung stellen, falls das Kind von mir gewesen sein sollte. Er kann es damit in gute Obhut geben. Er muss sich nicht damit beschäftigen. Bei uns kann es nicht bleiben. Ich hoffe damit haben wir eine friedliche Lösung gefunden. Wir werden noch diese Woche Dein Land und Dein Leben verlassen. Allerdings wird das bezüglich der Fantome etwas schwierig. Dein Vater muss einen neuen Leiter benennen, aber auch das ist kein Problem. Nicht wirklich. Steig ab Brandur«, sagte Linhard.

Brandur von Hohenfelde
Perplex stieg Brandur ab. »Xavier ... wenn du jetzt alle Brücken abreißt ... ist der neue Weg für uns vermutlich vorbei. Wo sollen wir ihn fortsetzen? Im alten Herrenhaus? Nur du und Ciel hattet Streit. Soll die ganze Familie darunter leiden? Davard schien sehr glücklich zu sein mit seinem neuen Posten und Ansgar scheint endlich seinen Frieden gefunden zu haben. Wolfram möchte bei Alexandre anfangen. All das wäre vorbei. Und du wärst vielleicht ein Vater ohne Kind. Wie sich das anfühlt - das weiß ich aus erster Hand und Kunwolf weiß es auch. Ist es wirklich das, was du dir wünschst, Junge? Ist es das, was ihr beide euch wünscht?«

Bellamy Bourgeois
Bellamy nickte knapp und steckte ebenfalls seine Waffe weg. »Wir nehmen das Drachenhuhn, bis Beauffort ist es für Euch nicht weit, da Ihr unverletzt seid. Wir ziehen in Frieden ab und ihr ebenso. Ferrau komm her, Prince Ihr setzt Euch gemeinsam mit Eurem Gefährten auf das Tier und ich führe es nach Hause. Im Flug ist es nicht so sicher, vor allem da das Geschirr zerschnitten ist. Nehmt Platz und haltet Euch gut fest. Und Ihr werter Herr, steigt bitte ab. Ihr hattet mit dem Streit nichts zu tun«, bat Bellamy.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte seinen Vater und blinzelte die Tränen weg. »Nein, aber das was ich möchte hat noch nie eine Rolle gespielt. Ich werde wie üblich mein Bestes geben, dass Ihr verschont werdet. Ich werde mit dem Duc und seinem Stellvertreter reden. Solange es Ciel ausreicht, wird es seinen Verwandten auch ausreichen, vermute ich. Reicht es Dir aus?«, hakte Linhard nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wünsche mir nichts, außer Frieden und in Ruhe meinen Pflichten nachgehen zu können. Stattdessen muss ich erneut die Klingen kreuzen! Nein, das will ich ganz sicher nicht und als Letztes in den eigenen Reihen. Das ist der Grund, warum ich vorerst umziehen wollte. Ich mag als Feldherr Souvagne gedient haben, aber das ist nicht mein inneres Wesen. Es ist das, was ich muss - nicht das, was ich will. Aber das spielt bei mir so wenig eine Rolle wie bei dir, Linhard, auch wenn du vielleicht meinst, dass mir als Prince alle Wünsche von den Lippen abgelesen werden. Du hast deine Frau mit mir teilen müssen. Es war ein Fehler, dass ich mich dazu habe hinreißen lassen und ich habe mein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht. Ich habe meine Frau komplett verloren an einen Wichtigtuer. Meine frühere große Liebe hat mich ebenfalls betrogen. Mein bester Freund liegt Tag und Nacht krank im Bett. Mein Vater liebt mich weniger als seine wahren Kinder, auch wenn er stets anderes behauptet. Dreaux ertrinkt in seinen neuen Pflichten. Ohne Ferrau wäre ich völlig verloren. Ich bin allein, Linhard. Was bleibt mir, außer weiter zu arbeiten, um meinen Wert unter Beweis zu stellen und meinem Leben eine Daseinsberechtigung zu geben? Was? Ich wünsche deinen Tod nicht, Linhard und deiner Familie wird nichts geschehen. Ich möchte nur, dass wir endlich damit aufhören!« Man hörte Ciels Stimme an, dass er sehr um seine Beherrschung kämpfen musste.

Linhard von Hohenfelde
»Danke für die Worte. Dein Vater liebt Dich und Du bist sein Sohn. Dass kann Dir einer sagen der ungefähr ein Jahrzehnt genau das Gegenteil erlebt hat. Du hast Ferrau, Du hast Greg, Du hast Deine Mutter und Deinen Vater. Ich habe auch keine Lust mit Dir die Klingen zu kreuzen. Und ich danke Dir dafür dass Du meine Familie verschonst. Dass Dein Freund krank niederliegt, dass tut mir aufrichtig leid. Ich habe zwar das Gegenteil behauptet, aber ich werde Euch Derya ausliefern. Dann könnt Ihr an Ihr Rache nehmen, oder mit Ihr tun und lassen was immer Ihr möchtet. Von mir aus auch mit ihrem Vater oder wen sie sonst noch im Schlepptau hat. Pflichten hat jeder von uns im Leben Ciel und ich bin des Kämpfens genauso müde wie Du. Gleichgültig wie jung wir sind. Danach fragt keiner. Seine wahre Stärke erfährt man erst dann, wenn man viel zu müde zum kämpfen ist und es dennoch tun würde. Ich denke dass haben wir beide uns bewiesen, dass wir uns nichts gefallen lassen. Aber letztendlich war ich mit meinen Beleidigungen im Unrecht. Mehr wollte ich Dir gar nicht gesagt haben. Ich wollte mich für meine Beleidigungen entschuldigen, da sie ehrverletzend waren. Keiner hat das Recht Dich so zu benennen, nicht ich, niemand. Zumal Dein Vater Dich anerkannt hat. Das was ich anbot war als Wiedergutmachung gemeint. Tja unter vielen Menschen kann man einsamer sein, als wenn man tatsächlich alleine ist. Ein Hohenfelde weiß das, so ist es immer und so war es immer für uns. Für Dich muss es nicht so sein. Du kannst umkehren und zu Deiner Familie zurückkehren. Wir hören ab sofort damit auf und gehen friedlicher Wege. Kümmere Dich um Gregoire«, sagte Linhard freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sie ist deine Frau«, entgegnete Ciel. »Und dies ist dein Kind. Nachdem ich mit ihr geschlafen hatte, habe ich bereits nach einem eventuellen neuen Leben in ihr gespürt. Da war nichts. Dieses Kind ist von dir. Was wirst du nun tun? Souvagne verlassen?«

Linhard von Hohenfelde
»Das liegt an Dir... ich überlasse die Wahl Dir. Und ich akzeptiere das Ergebnis. Warum hast Du mir das mit dem Kind nicht einfach gesagt? Und warum habt Ihr mir das was Ihr wolltet, nicht einfach gesagt? Wozu immer diese Heimlichkeiten?«, fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weil Verrill mir sagte, dass sie es mit dir abgesprochen hat, dass wir beide miteinander schlafen ... ich habe ihr dahingehend vertraut. Dabei hätte ich wissen müssen, da ich weiß, dass sie gern schwindelt. Wenn sie emotional wird, sind all ihre guten Vorsätze dahin. Mein Fehler war, dass ich ihr glaubte. Sonst hätte ich sie nicht angerührt, das schwöre ich. Und das mit dem Kind ... ich konnte nicht darüber reden. Es hat mich zu tief getroffen. Da meine eigene Frau kein Kind von mir erwarten wird.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard stockte und schaute Ciel ernst an. »Hör zu, sie hat mich danach gefragt, ob wir es mal gemeinsam tun, oder sie es darf in meinem Beisein. Mehr nicht. Das Ganze... den Streit... den Zoff... den Krieg hier hätten wir beide uns schenken können, wenn WIR BEIDE miteinander mal geredet hätten. Aber wir haben Greg als stillen Boten genutzt und er war mit im Boot. Wäre es wirklich abgesprochen gewesen, hätte ich mich weder geärgert, noch ärgern dürfen. Das Du weißt, dass das Kind von mir ist, hättest Du mir in Brandurs Beisein so sagen können. Ich hätte mir da auch mein dummes Maul sparen können. Du warst verletzt, ich war verletzt. Da sagt man leider Dinge die man nicht so meint, aber sie verletzten den anderen trotzdem. Ich weiß auch, dass Du Greg nicht als Missgeburt oder Freak siehst. Das mit Deinem Kind tut mir leid, ich habe nichts gegen Dich Ciel, im Gegenteil, ich habe oft genug versucht mit Dir auszukommen. Aber ich habe mich von Euch beiden verarscht gefühlt. Nun verarscht hat mich oder besser gesagt uns Verrill. Warum, tja dass hat sie mir ja gesagt. Also warum sie lieber mit Dir das erste mal Sex hatte, da Du ihr nicht so aufdringlich bist und sie Dir vertraut. Das war ihr Grund. Oder anders ausgedrückt, bei Dir fühlte sie sich als Person wohl, bei mir als Mutter in Spe betrachtet, auf einen Zweck reduziert. Was nicht stimmte. Ich wollte kein Kind, um des Kindes Willen. Ich wollte eines mit Ihr. Nun Du kannst Dich ebenso um das Kind kümmern, wenn Du möchtest. Ich denke dagegen hat sie nichts. Du hast mir nicht auf meine Frage geantwortet. Soll ich gehen oder bleiben?«, fragte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gesichtsfarbe war inzwischen reichlich blass. Jetzt, wo er sich langsam etwas beruhigte, begann sich der Schock wegen der Verwundung einzustellen. »Wir reisen gemeinsam zurück nach Beaufort. Steigt auf. Dein Vater ist gesund bis auf einen Kratzer, ich habe die Klinge zwischen den Muskeln hindurchgeschoben und nicht die Schlagader verletzt. Bellamy, bitte helfen Sie mir hinauf und setzen Sie sich hinter mich, ich fühle mich etwas unsicher auf den Beinen und habe keine Lust, von dem Cockatrice zu stürzen. Ferrau sitzt vor mir. Du musst dir keine Sorgen mehr machen, Linhard, die gemeinsame Stunde mit Verrill wird ein einmaliges Vergnügen bleiben. Es geht mir nicht darum, mich um ein Kind kümmern zu wollen. Sondern darum, mich von aller Welt und Ainuwar verlassen zu fühlen.«

Linhard von Hohenfelde
»Gemeinsam zurück, klingt sehr schön. Gemeinsam klingt generell sehr schön, findest Du nicht? Ich hatte Dir angeboten zu uns zu gehören Ciel. Dazu Ciel, verstehst Du das? Du musst nicht alleine sein und Du bist nicht allein. Du siehst nicht was Du besitzt. Wir beide hatten im Grunde einen kleinlichen Streit, der zu etwas gewaltigem explodierte. Ich habe Zuhause gezeigt bekommen, was wahres Grauen ist und wenn Du es eines Tages möchtest, dann zeige ich es Dir auch. Dann Ciel wirst Du genau das gleiche denken wie ich. Wir beide sind zwei Idioten, die mit Füßen treten, was sie besitzen. Weil wir nicht sehen, was wir wirklich besitzen und wie gut es uns geht. Und wie erstklassig es uns gemeinsam als Team gehen könnte. Eine Erkenntnis von mir Ciel - Wir sollten unsere Augen zum sehen benutzen, nicht zum Weinen. Wenn wir uns vorher angucken, was für uns wichtig ist und was wir uns sparen könnten, müssten wir weit weniger heulen. Glaube mir das. Vielleicht hat es aber auch genau den Knall einmal gebraucht, damit der Knoten in unserem Kopf geplatzt ist. Man sagt, wenn man einmal davor steht, alles hinzuschmeißen und doch noch die Kurve bekommt, dann hat man sich zusammengerauft. Und was für eine Ehe gilt, gilt vielleicht auch für Verwandte oder Freunde. Wenn Du denn willst. Das hieße auch mit Gregoire in Ruhe einmal reden, wie er zu uns beiden steht wissen wir hm«, sagte Linhard. Er half Ferrau auf das Drachenhuhn und auch Bellamy. »Du kannst Dich wieder draufsetzen wenn Du möchtest Paps und Danke«, sagte Lin verlegen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hoffte, dass Bellamy ihn gut festhalten würde. »Irgendwie ist es nicht Sinn der Sache, dass ich mich schützend vor den Schwertmeister stelle«, sinnierte er und wusste nicht, was er von sich selbst dahingehend halten sollte. »Immerhin sind Sie noch gesund und bilden hoffentlich einen tauglichen Gurt. Ferrau, ich kann dich leider diesmal nicht halten.« Er versuchte, so stabil wie möglich zu sitzen. »Weise Worte, wenn du doch nur künftig den Dolch weglassen würdest, Linhard. Ab mit uns nach Hause.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard packte Aquilla an den zerschnittenen Gurten und führte sich nach Hause. »Der galt nicht mal Dir persönlich, sondern den habe ich geworfen um meinen Vater zu retten. Aber soweit sollte es zukünftig für keinen mehr von uns kommen. Wir sollten für nicht gegeneinander kämpfen. Dass hatten wir hier vor, da kannst Du meinen Vater fragen. Und ich hatte nicht vor Dich zu verletzen, ich wollte reden. Naja von wollte haben wir beide nichts. Machen wir es ab jetzt gemeinsam besser. Du wolltest nicht, dass er für Dich verletzt wird, das ist es Ciel. Und ich, ich weiß nicht wie ich Gregoire gegenüber treten soll. Ich vermisse ihn und ich bin stinksauer. Aber ich vermisse ihn mehr als das ich ihm übel nehme was er tat«, grübelte Linhard.

Bellamy Bourgeois
Bellamy umarmte Ciel von hinten und hielt mit einer Hand Ferrau im Gürtel fest. Das würde ausreichen, das sich Ferrau selbst auch festhielt. Beruhigend drückte er Ciel kurz, achtete aber darauf nicht an den Dolch zu stoßen.

Ferrau Du Trieux
Ferrau hielt sich fest und setzte sich so, dass Ciel sich an ihm abstützen konnte, falls er zu schwach werden würde. »Keine Angst um mich, Du kannst Dich anlehnen, falls Dir schlecht wird. Bitte vertragt Euch doch, bitte«, flüsterte er Ciel zu.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das tun wir doch, Liebling, sieht man das nicht?« Ciel grinste schief. Er döste vor sich hin, ihm war schlecht, aber er fühlte sich sicher bei Bellamy und war beruhigt, dass Ferrau diesmal unverletzt geblieben war. Der Hof kam bald in Sicht. Der Hof, wo die Zwerge darauf warteten, dass der Duc und die Prinzen sich zu ihnen gesellten. In der Zwischenzeit hatte es einen handfesten Familienkrach gegeben, es war Blut geflossen und eine Kutsche in Flammen aufgegangen. Ciel beschloss, ausnahmsweise die Priester des Infiniatus zu bitten, gesonderte Opfergaben darzubringen, um den Gott der Ordnung wieder gnädig zu stimmen, bei dem sie vermutlich wegen Missachtung in Ungnade gefallen waren. »Tritt Verrill normal gegenüber, notfalls mit der Anwesenheit von Vater, er kann sie zur Ordnung rufen, auf ihn hört sie. Ferrau, du musst leider eine Überstunde einlegen und mich verbinden und neu einkleiden. Tut mir leid. Unsere Flitterwochen sind scheinbar schon vorbei. Dafür ist die Familie wieder vereint, wenn auch unter Blut und Tränen. Vielleicht werden es eines Tages Freudentränen und das Blut jenes von dem Tage, an dem ein neues Familienmitglied ins Leben tritt. Das wäre eine schöne Kehrtwende.«
Der Cockatrice wartete im Hof. Sie waren wieder zu Hause.
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Re: Seelenfarben

#5

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 9. Jul 2018, 16:11

Rückkehr in den Palast


Als die abgekämpfte und abgehalfterte Gruppe die Tore des Palastes von Beaufort erreichten, wurden sie bereits von einer Delegation aus einer Einheit von Leibgardisten und Himmelsaugen empfangen. Der Duc musterte seinen Sohn Ciel und seinen Schwiegersohn Linhard mit einer geradezu eisigen Maske. Sein Blick streifte kurz Brandur, der am Hals verletzt war, einen Geist der ihn begleitete, ehe er für einen Sekundenbruchteil seinen Blick auf Ferrau und Bellamy ruhen ließ. Diese beiden waren im Moment jedoch nicht von Bedeutung, da sie nicht der großherzoglichen Familie angehörten.

Neben Maximilien standen Dreux auf der einen und Parcival auf der anderen Seite. Auch der Blick der beiden Männer, war kein bisschen freundlicher oder entgegenkommender. Selbst die Gardisten und Himmelsaugen schienen die beiden jungen Männer zu mustern. Allerdings war hier und dort neben Härte, auch Enttäuschung oder Mitgefühl im Blick zu lesen.

Der Duc hob kurz die Hand und das Gemurmel um ihn herum erstarb sofort.

„Wie uns durch Eure wachhabenden Himmelsaugen zu Ohren gekommen ist, kam es zwischen Euch Prince Ciel und Euch Prince Linhard zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Über den Werdegang dieser, waren wir während dieser im Bilde. Wir können Euch nicht zum Ausdruck bringen, welche schmähliche Enttäuschung Ihr beiden Herren für den Hof von Souvagne seid. Unsere Person hätte einschreiten lassen können, aber wir taten es nicht. Tötungsabsicht lag bei keinem von Euch beiden vor und in Anbetracht der Gefühlslage in der Ihr Euch befunden hatten, hielten wir es für adäquat, dass Ihr die Sache unter Euch austragt.

Gewiss seid Ihr Euch des Umstandes bewusst, dass nicht nur Eure Körper der Überwachung unterliegen, sollte Gefahr im Verzug sein. Nach Überprüfung und reiflicher Überlegung kamen wir so zu dem Schluss, dass es Euch wohl ehr zuträglich wäre, Euch gegenseitig ein paar Schmisse zu verpassen, damit niemand das Gesicht oder das Leben verliert. Dies wäre unter den gegebenen Umständen sehr bedauerlich gewesen, wo Ihr doch bereits den Verstand verloren hattet!

Aber der Verlust Euren Verstandes schien Euch beiden nicht ausreichend gewesen zu sein, ansonsten wäre es nicht zu Verletzungen und Zerstörungen dieses Ausmaßes gekommen.
Zwei Männer der großherzoglichen Familie die sich auf der Straße mit allem duellieren mit allem ihm gerade zur Verfügung stehende, nur weil beide ihrer Sturheit frönen und die offene Aussprache scheuen.

Welchen Eindruck dieses unsägliche Verhalten in der Öffentlichkeit hinterlässt, besonders im Hinblick auf unsere zwergischen Staatsgäste dürfte Euch klar sein.
Das sich unsere Person um Euch sorgen musste, dürfte selbstverständlich sein.
Schieben wir beides einmal zur Seite.

Anmerken möchte meine Person hierzu zuerst noch wie maßlos enttäuscht wir von Eurem Verhalten sind Princen.

Zu Euch Prince Ciel, wir hatten eine persönliche Vereinbarung unsere Leibdiener betreffend. Wart Ihr es nicht, der uns darauf aufmerksam machte, wie wichtig und nah ihm seine eigenen Leibdiener stehen? Was veranlasste Euch dann dazu, unseren uns jahrzehnte lang treuen Leibdiener einkerkern zu lassen? Auch wenn Euch unser Leibdiener persönlich nichts wert sein mag, so sollte Euch dennoch Eurer Vater ausreichend wert sein, um entweder diese Vereinbarung auszusetzen und den Leibdiener zurückzureichen, oder diesen mitzunehmen – wohin die Reise auch immer gehen sollte. Und auch darüber hättet Ihr Euren Vater in Kenntnis setzen dürfen.

Zu Euch Prince Linhard, wir haben Euch in unsere Familie aufgenommen, wie einen eigenen Sohn. Und dies wohlwissend, dass Ihr ein gebürtiger Fremdländer seid. Ist es naridische Sitte, Güte mit Gewalt zu beantworten? Dann seid dessen versichert, dass wir eine Hand nicht nur reichen, sondern auch zur Faust ballen können. Eine berechtigte Frage an Euch, seid Ihr des Lesens mächtig Prince Linhard? Unser Dekret lautete, dass kein Drachenhuhn aus Souvagne ausgeführt werden darf, ohne die Genehmigung der Krone. Ihr verfügt über keine Genehmigung Euer Drachenhuhn auszuführen, geschweige denn über eine Genehmigung, selbst ausreisen zu dürfen! Wir wissen nicht, was uns mehr enttäuscht. Eure tumbe Art Euch über vorhandene Gesetze hinwegzusetzen oder Eure ständige Flucht vor unserer Familie. Auch Ihr hättet uns darüber informieren dürfen, wann und weshalb Ihr beabsichtigt Souvagne zu verlassen. Zudem hätte Person ebenso erwartet, dass Ihr uns darüber informiert, dass Ihr bei einem dieser Ausflüge fast dem Vampirismus erlegen seid. Es mag nicht in Eure Weltanschauung passen, aber das Leben am Hofe in Souvagne spielt nach anderen Regeln, als das eines naridischen Bürgerlichen. Euch wurde die unermessliche Ehre zu teil, in eine royale Familie einheiraten zu dürfen. Benehmt Euch dieser Ehre und Eurem Stand entsprechend!

Prince Gregoire war mit seinen wenig erheiternden Zwischenmenschlichen Spielen ebenfalls in Gänze eine Enttäuschung, was sein Verhalten anbelangt. Er hat Euch durch seine dreiste Art und Taktik zwar erst zu so einem Verhalten verleitet, aber dennoch oblag es Euch, wie Ihr darauf angemessen reagiert!

Euch Dreien raten wir dringend Euer Benimm Eurem Stand anzupassen.
Ihr repräsentiert nicht nur Eure eigene Person, sondern ebenso die Großherzogliche Familie und schlussendlich damit sogar ganz Souvagne!

Was bleibt im Rückblick auf Euren Disput?

Nun das wollen wir Euch sagen. Was bleibt sind zwei Mitglieder der großherzoglichen Familie, die sich in der Öffentlichkeit scheinbar vor aller Augen töten wollten. Ferner eine zerstörte, royale Kutsche, ein verletztes Drachenhuhn, zwei verletzte Verwandte – Ciel und Brandur, sowie zwei nicht minder zugerichtete Bedienstete.

Das Ausmaß Eurer Borniertheit wird nur etwas aufgewogen, von Eurer mannhaften Haltung.
Man mag es kaum für möglich erachten, aber letztendlich habt Ihr einander doch Gehör geschenkt, Euch verziehen und sich wie es in einer Familie gebührlich ist, die Hand gereicht.

Ferner hat keiner von Euch beiden den anderen in Misskredit gebracht, sondern es wurde Stillschweigen über diese Taten vereinbart. Ein Rest Ehre wie auch Verstand scheint Euch geblieben zu sein.
Da es Euer Streit war meine Herren, wird sich unsere Person Eurer Entscheidung dahingehend weitestgehend anschließen.

Diese Umstände stimmen uns etwas milder.

Allerdings dürfte den Herren einleuchten, dass wir nicht gewillt sind, so ein Verhalten zu dulden.
Aus diesem Grund ordnen wir Folgendes an.

Zuerst werden alle Verletzungen vollumfänglich von unserem Medicus geheilt.
Danach werden sich Prince Ciel, Prince Gregoire und Prince Linhard von unserem höchsten Himmelsauge Parcival auslesen lassen.

Im Anschluss daran werden alle drei Princen bei unserer Person vorstellig werden, zu einem Vier-Augen-Gespräch.

Unsere Person wünscht vollumfänglich zu wissen was sich hinter dieser Tragödie verbirgt. Selbstverständlich auch die dazugehörigen Gedankengänge. Im Anschluss daran, werden wir geschlossen, als Familie die Besprechung mit den zwergischen Staatsgästen abhalten.

Diese Verhandlung wird friedlich und einmütig verlaufen, daran wird kein Zweifel bestehen.

Umgehend nach Abschluss dieser Verhandlungen werden Prince Ciel, Prince Linhard sowie Prince Gregoire zum Kloster Saint Hanna in Neufville aufbrechen. Die Euch obliegenden Staatsgeschäfte werden in der Zeit Eurer Abwesenheit von Eurem Bruder und Schwager Dreux, sowie unserer Person getragen.

Im Kloster Saint Hanna in Neufville werdet Ihr gemeinsam in der Klostergemeinschaft lernen, wie wichtig Zusammenhalt ist. Fern der heimatlichen Gemütlichkeit in einem kleinen, kargen Dreierzimmer, wird Euch der Zusammenhalt sicher leichter fallen, als unter all dem Luxus, der so leicht Eure Gedanken und Euren Blick aufs Wesentliche verdirbt.

Ihr werdet vor Ort gemeinsam arbeiten. Ihr seid eine untrennbare Einheit und so werdet Ihr auch agieren. Als die Niedersten der Niederen in diesem Kloster werdet Ihr arbeiten, um Demut zu lernen. Demut vor all dem, was Ihr ohne Euer eigenes Zutun Euer Eigen nennen dürft und es so leichtfertig aufs Spiel gesetzt habt. Einschließlich Eurer Gesundheit und Eures Lebens.

Einen Monat werdet Ihr dort in trauter Dreisamkeit verbringen.

Sollte einer von Euch vor Ort in diesen heiligen Hallen eine Verfehlung begehen, so wird für Euch alle die Strafe um eine Woche verlängert. Ist die Verfehlung sehr groß, wird Eure Strafe um einen weiteren Monat verlängert. Unsere Person wird selbstverständlich über Eure Gebaren stets auf dem Laufenden gehalten.

Nach der Besprechung erhaltet Ihr von unserer Person 20 Minuten Zeit zu packen, was ein jeder von Euch für seine neue Tätigkeit als nötig erachtet. Was die werten Herren nicht eingepackt haben, bleibt daheim.
Ferner ist die Mitnahme von Bediensteten aufs Strengste untersagt!

Es ist bedauerlich, dass unsere Söhne auf diese Art den Wert unserer Zuneigung und ihres gesegneten Lebens lernen müssen.

Aber was sie nicht durch unsere gütige Hand lernen, lehrt sie möglicherweise die harte Hand der Bruderschaft der heiligen Hanna unter den wachsamen Augen Ainuwars. Eure Befehle sind Euch bekannt Princen. Geht!“,
befahl der Duc.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
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Re: Seelenfarben

#6

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 10. Jul 2018, 01:02

Aussprache nach dem Auslesen

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hatte die Streithähne nach dem Auslesen zu sich bestellt. Jeweils allein, damit er sie einzeln zu ihrem Verhalten und ihren Gedankengängen befragen konnte. Den Anfang machte Prince Ciel. Maximilien wartete auf seinen Sohn in seiner privaten Amtsstube.

Ciel Felicien de Souvagne
Es klopfte ein einziges Mal. Dann wurde die Tür geöffnet und ein zermürbt dreinblickender Ciel trat ein. Sein Arm war verbunden und er trug noch immer die abgewetzte und blutige Kleidung. »Ihr habt nach mir verlangt, Majestät.« Er wusste nicht, ob sie privat oder amtlich miteinander reden würden, aber da Maximilien zuvor in sehr ungnädiger Stimmung gewesen war, wählte er sicherheitshalber die formelle Anrede und verneigte sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Schließ Dir Tür hinter Dir, tritt ein und setz Dich mir gegenüber. Wir haben zu reden und zwar privat und sehr ernst", antwortete Maximilien und deutete auf den freien Stuhl gegenüber seinem Schreibtisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Zerknirscht setzte Ciel sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte seinen Sohn ernst und einen Moment lang aufmerksam. "Du hast die Möglichkeit von Dir aus zu erzählen, was Du Dir bei Deinen Entscheidungen gedacht hast oder ich frage Dich danach. Ich verlange von Dir zu wissen, aus welchem Grund Du Dich mit Linhard dermaßen überworfen hast und weshalb Ihr Euch derart auf offener Straße angegangen seid. Wir werden nicht vom Volk gewählt, wir werden in unsere Ämter geboren Ciel. Aber das bedeutet nicht, dass man es sich erlauben sollte, das in uns gesetzte Vertrauen dermaßen mit Füßen zu treten, dass man sich aufführt schlimmer noch als gemeingefährlicher Pöbel. Am Ende konntet Ihr doch miteinander reden. Warum ging es auf einmal dort? Ging Euch schlichtweg die Puste aus zum Kämpfen? Oder habt Ihr doch Euren Verstand im Straßengraben wiedergefunden? Und was sollte das mit Fabien? Findest Du Dein Verhalten in Ordnung? Du hättest ihn mir zurückgeben müssen, anstatt ihn einzukerkern. Und Ciel, Du hattest vor mir einen Ersatzleibdiener zu beschaffen. Das mal am Rande. Was Du auch nicht getan hast. Zudem scheint Dich genauso der Fluchtreflex in den Klauen zu halten wie Linhard. Wenn Euch etwas nicht passt, reist ihr ab. Nichts was erbärmlicher und feiger ist. Weglaufen ist einfach, Stärke bedeutet bleiben und sich dem Problem stellen und zwar gemeinsam. Und dann wäre da letztendlich noch Deine Sicht auf mich. Das Du mir den Tod wünscht, hätte ich nicht vermutet. Das Du mich für schwach hältst, ebensowenig. Allerdings Ciel regierst Du wie lange? Und wie lange ich? Du kannst Dich nach meinem Tod gerne darüber freuen, nur vorher solltest Du Dich etwas mehr zusammennehmen diesbezüglich. Also erkläre Dich", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wünsche nicht deinen Tod, Vater. Ich hätte nur Onkel Pomy so gern kennengelernt, da ich glaube, nach allem, was man über ihn erzählt, dass er mich besser verstanden hätte als du. Darum meine unbedachten Worte, dass ich wünschte, du hättest in der Kutsche gesessen und nicht er. Es waren grausame Worte und im Zorn gesprochen, sie waren nicht für deine Ohren bestimmt. Ich schäme mich, sie dir nun sagen zu müssen. Ich wollte abreisen, da ich mich fehl am Platz fühle. Ich fühle mich noch immer wie der Bastard, der ich bis zu deiner Anerkennung war. Gregoire scheint alles verziehen zu werden, er braucht nur das arme Sorgenkind herauskehren. Sicher hat er es schwer, aber das hatten andere auch. Er benutzt seine Besonderheit schon längst als Waffe, um dich und auch mich und Linhard zu manipulieren. Und er lügt. Niemand nimmt es ihm übel, du rügst ihn zwar gelegentlich, aber letztlich reicht ein Versprechen zur Besserung, dass ihm am Ende doch nichts geschieht. Und Linhard hat mich in meinen eigenen Gemächern belästigt, beschimft und bedroht, ohne dass es irgendjemanden kümmerte. Darum hielt ich es für angemessen, erst nach Wolfsfels zu reisen und mich meinen Aufgaben zu widmen. Fabien war unverschämt, darum habe ich ihn für den Rest seiner Strafarbeitszeit festsetzen lassen. Du hättest ihn nur einfach wieder ganz normal weiterarbeiten lassen und die Strafe zunichtegemacht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gleichgültig an wen die Worte gerichtet waren, ob Du es glaubst oder nicht Ciel, auch ich habe Gefühle und kein Vater hört gerne, dass sein eigenes Kind ihn gerne tot sähe. Vor allem dann nicht, wenn es dem Kind wie Dir dermaßen gut ging. Hast Du Dir schon einmal andere Leben und Leiden angesehen? Geschlagene, misshandelte, verhungerte Kinder? Ungewollte und deshalb ermordete Kinder? Diese Kinder hätten einen tatsächlichen Grund ihre Peiniger zu hassen und ihm den Tod zu wünschen, ich wäre sogar auf ihrer Seite. Aber Du? Was hat Dir gefehlt, dass Du mir den Tod wünscht? Dir mangelt es an nichts, Du hast die beste Unterbringung und Versorgung die sich ein Mensch hier nur wünschen kann. Dir mangelt es an gar nichts. Ein Wunsch und Du kannst Dir kaufen was Du möchtest. Jeder von Euch, jedes meiner Kinder. Welcher Mensch auf Asamura hat diesen Luxus? Es sind wenige Auserwählte und Du bist einer davon. Das ist die materielle Seite. Die Gefühlsseite ist jene, dass ich Dir auch als Kind ziemlich viel durchgehen ließ. Von den Neckereien Deiner Lehrer und Beschützer gegenüber, bis hin zur Anerkennung als mein Kind, bis zur Erteilung eines eigenen Titels samt Lehen an Dich und Greg. Natürlich kann man aufführen auch das ist Materiell. Aber es ist weitaus mehr, es ist ein Geste, dass ich Euch wertschätze, Euch an der Seite von mir und später nach meinem Tode - den Du so herbeisehnst - von Dreux wünsche. Und auch wenn wir unsere Differenzen hatten, ich war stets für Dich da, jedenfalls soweit es mein Amt zulässt. Dass ich Dir nicht den ganzen Tag die Hand halten kann, oder mit Dir spielen kann oder wir einem Hobby dem ganzen Tag frönen, das dürfte klar sein. Aber dass kann auch nicht der Bauer auf dem Feld. Auch er muss seinen Beitrag leisten, ebenso ich oder Du. Anders wäre es wohl bei reinem Geldadel wie Linhards Familie war. Müßiggang ist aller Laster Anfang so sagt man. Vielleicht ist es auch einfach das Leben in vollen Zügen genießen. Ich weiß es nicht, ich lebe so ein Leben nicht. Und meines Ciel, habe ich mich so wenig ausgesucht wie jede andere Person. Ich wurde als de Souvagne geboren, durch Ainuwars Gnaden wenn man so möchte. Und das mein Vater und mein Bruder starben, breute niemand mehr als ich. Vermutlich wird Dich dies nicht interessieren, Du gehst schließlich rein von Dir und Deinen Gefühlen aus, aber auch mir ist bekannt, wie einsam man sich fühlen kann. Ich war 17 Jahre, mir unterstand ab dato ein ganzes Volk. Und wen hatte ich an meiner Seite? Eine einzige Person. Also sei vorsichtig darüber, wie Du über mich richtest, noch ist Deine Zeit nicht gekommen. Du scheinst eine Menge zu wissen, was ich angeblich täte. Du bist aber nicht ich, folglich kannst Du es nicht wissen, ohne mich gefragt zu haben. Du hättest mir Fabien zurückgegeben und bei Deiner Rückkehr hätte er die Strafe fortgesetzt. Ferner hätte ich Dir die Abreise gar nicht gestattet, hättest Du ordnungsgemäß um Erlaubnis gefragt. Gregoire wird ebenso bestraft wie Du oder Lin, immerhin war er Indikator der ganzen Sache, durch seine Lügen. Und Ciel, nicht nur Greg wurde durch seine Sonderrolle beschützt, Du ebenso. Man könnte mir also auch unterstellen ich bevorzuge Dich, da ich Deine Mutter liebe. Schuld sind grundsätzlich immer nur die anderen. Einsicht scheint Ihr alle nicht zu kennen oder eine gesunde Selbstreflektion, was Ihr falsch gemacht haben könntet. Was schlägst Du vor um Dein Verhalten zu ändern, oder Dich zu bessern? Oder fangen wir von vorne an, was schlägst Du vor, wie wir beide zukünftig miteinander umgehen sollten, nach Deinem morbiden Wunsch? Der mich, dass muss ich ehrlich sagen, zutiefst verletzt hat und es immer noch tut", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und warum hättest du mir die Abreise nicht gestattet? Ich habe das geahnt, darum reiste ich ja ab, ohne irgendwem Bescheid zu geben, aber ich hätte dir einen Brief geschrieben. Ich sprach so hart über dich, weil ich enttäuscht war und immer noch bin. Ich habe das Gefühl, dass du mir in den Rücken fällst und dich nicht nur von Gregoire, sondern auch von den Hohenfeldes einlullen lässt.« Ganz bewusst sprach Ciel nur von Gregoire und nicht von Verrill. »Um dir ein Beispiel zu nennen: Ich erließ das Gesetz zur Ächtung der Nekromantie. Ich machte mir sehr lange Gedanken darüber und sprach mit Alexandre, der es schließlich für mich ausformulierte. Zwei Lichs hausen mitten in Souvagne, waren auch schon hier bei Hofe zu Gast, Lebenskraft absorbierend, schmarotzend wie Vampire, nur vom Laien unbemerkt. Niemanden kümmert es, da die ja mit Linhard verwandt sind, deinem liebsten Schwiegersohn.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ciel, Ihr habt von den beiden vor mir gewusst. Ihr hättet die Einreise untersagen können. Dreux war Duc. Zudem bin auch ich, menschlich. Ich kann mir nicht alles merken. Eine Familie ist dafür da um sich zu unterstützen. Habe ich Linhards Vampire am Hof geduldet? Nein. Dulde ich die Lich? Nein. Das sie noch da sind, liegt also nicht an meiner Willkür, sondern daran dass ich nicht mehr daran gedacht habe und dass Du es nicht für nötig befunden hast, mich zu erinnern. Wieso solltest Du mich auch erinnern? Es ist angenehmer im Selbstmitleid zu schwimmen und sich einzureden, dass man Dich nicht liebt, als wenn Du den Missstand mit ein paar Worten behoben hättest. Du bist enttäuscht von mir? Weil ich etwas vergesse? Ich bin doppelt so alt wie Du! Komm in mein Alter, dann reden wir noch einmal. Wobei... dahin soll ich ja gar nicht kommen. Ich vergaß fast auch das. Folglich bist Du mir und Dir selbst mit Deinem Schweigen in den Rücken gefallen und nicht ich. Oder meinst Du ich hätte nichts besseres zu tun, als Tag und Nacht wach zu liegen um Dir das Leben zum Abgrund zu machen? Hätte ich Dich dann anerkannt, hier aufwachsen lassen? Wohl kaum. Wenn wir so anfangen, dass wir angeheiratete direkt ausschließen, dann darf keiner mehr von uns heiraten, da alles Fremde sind. Wie steht es denn dann mit Ferrau? Ein Diener der sich erdreistet Befehle zu erteilen, der nicht mal eine freie Person ist? Gregoire hat seine Fehler, aber er ist keine schlechte Person. Laut meinem Kenntnisstand handelte er nicht so um Euch zu schaden, sondern da er Euch beide liebt und behalten wollte. Möchtest Du mir selbst gestehen, was Bellamys Befehl war?", hakte Max nach und man sah ihm eindeutig seine Enttäuschung und Traurigkeit darüber an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bellamy erhielt viele Befehle, welchen meinst du? Das er Fabien maßregelte? Er hat ihm nichts getan, sondern ihn nur ein wenig untergetaucht dafür, das er ohne Rückfrage Linhard hineinließ, während ich mit Ferrau gerade intim war. Woraufhin ich mich beschimpfen lassen musste. Zumindest nehme ich an, dass er untergetaucht wurde, ich habe es mir nicht angesehen. Bellamy sollte ihn kurz und ohne ihm Schmerzen zuzufügen maßregeln. Das war alles. Ich habe etliche Male auf die Lichs hingewiesen, auch mit den Hohenfeldes selbst gesprochen, aber wie gesagt, niemanden interessiert es. Was hätte ich deiner Meinung nach tun sollen? Linhard führt übrigens schon wieder einen Geist mit sich. Und ja, ich fühle mich ungeliebt und benachteiligt. Völlig unabhängig von allen materiellen Privilegien.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Hasst Du Deine Familie? Du wünscht meinen Tod. Du wünscht den Tod von Gregoire. Du wünscht den Tod von Linhard. Bei derartigen Problemen hättest Du zu mir kommen können. Aber wie kannst Du zu einem Vater gehen, mit ihm über Deine Probleme reden, wenn er selbst eines ist und sterben soll nicht wahr?", hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es war nur eine unbedachte Äußerung! Dafür entschuldige ich mich, Vater, bitte verzeih mir. Ich möchte nicht, dass dir etwas passiert. Ich war nur wütend und enttäuscht. Was ich wünschte, ist, dass du härter durchgreifen würdest bei Gregoire und den Hohenfeldes. Und dass Onkel Pomy leben würde. Findest du die Strafe von Bellamy für Fabien zu hart oder warum sprichst du mich darauf an? Oder meinst du einen anderen Befehl, den ich meinem Schwertmeister gab?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir werden sehen, wie Du nach Deiner Strafe denkst. Wenn Deine Wort ernst gemeint sind, werde ich Dir verzeihen. Solltest Du tatsächlich meinen Tod wollen, oder den einer anderen Person, werden sich unsere Wege trennen. Selbst wenn es mir das Herz bricht, ich kann keinen Mörder in meiner Familie dulden. Du kannst Dich verteidigen, Du kannst bekämpfen und sogar richten wen Du willst und wo Du es für richtig erachtest Ciel. Du bist ein de Souvagne, Du kannst Recht sprechen. Nur mein Wort, das von Dreux und jenes von Greg stehen über dem Deinen. Dieses Recht hast Du, aber ich kann nicht dulden, dass Du Deine eigene Familie tötest. Ich rede vom Mordbefehl gegenüber Linhard und Gregoire, Du hattest um vollumfänglichen Schutz gebeten und um einen Unfall. Parcival war so freundlich Bellamys Geist ebenfalls auszulesen. Das Fabien untergetaucht wurde, für das wie er sich benommen hat - damit muss er selbst klarkommen, er vergriff sich mehrfach im Ton und wäre bei so einem Verhalten auch von mir bestraft worden. Anders, logischerweise, aber nicht minder hart. Aber diese Ankündigung bezieht sich nicht nur auf Dich. Sollte Linhard seine Gedanken und seine Art nicht ablegen, werdet Ihr gemeinsam ins Exil gehen. Es ist keine leichte Entscheidung, normalerweise stand unsere Familie stets für Zusammenhalt, gleichgültig der Mütter - die Männer hielten stets zusammen. Bis dato... leider. Deshalb meine Frage", gab Max zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde etwas kleiner auf seinem Stuhl. Er hatte gehofft, dass dieser Befehl durchrutschen würde. »Ich wollte noch darüber nachdenken«, sprach er kleinlaut. »Der Befehl war noch nicht erteilt. Nein, ich hasse meine Familie nicht. Nur manchmal Teile davon. Gregoire fing an, verrückt zu spielen, seit Linhard hier ist. Er meint es gut, aber er tut ihm nicht gut. Es geht ihm immer schlechter.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"So? Das heißt also in der Konsequenz, Du hättest Lin oder auch Greg töten lassen für was? Dafür dass er sich im Ton vergreift? Oder dafür dass er Ferrau auf bestialische Weise angriff? Gut, der Angriff auf diese Art ist nicht zu entschuldigen. Aber Du würdest Deinen Bruder töten, da er einen Diener verletzte. Er hat Ferrau nicht getötet. Und Greg ist Dein Bruder. Du stellst also Ferrau über Greg? Falls ja, weshalb? Gregoire fängt nicht an verrückt zu spielen. Er fängt an... nein er versucht seine andere Seite ebenfalls auszuleben. Vielleicht hätte er das kontrolliert tun sollen, aber was nicht ist, kann man ihm noch beibringen. Nathan hat einen Schritt in diese richtige Richtung getan. Aber deshalb verdient er nicht den Tod, sondern eine Bestrafung. Kann man Euch gemeinsam überhaupt bestrafen, oder kommt wohlmöglich keiner von Euch zurück, da Ihr Euch gegenseitig umbringt?", fragte Max offen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, ich stelle Ferrau über Gregoire«, sagte Ciel ehrlich. »Er ist nicht nur ein Diener, er ist mein Geliebter. Er hat nie irgendetwas verbrochen, er ist absolut lieb und anständig. Vergleiche das mal mit Gregoire, der in letzter Zeit nur, Verzeihung, Mist baut! Er wollte nicht nur ›einen Diener‹ umbringen, sondern meinen Ferrau. Hat er erst beim letzten Gespräch wieder bestätigt. Ich habe Angst um Ferrau, Papa«, sagte Ciel leise. »Bevor es eskaliert, wollte ich abreisen, der Befehl war also hinfällig, da Bellamy bei mir war.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Aha Du hast Angst um Ferrau. Das ich Angst um Greg, Lin, mich selbst und auch den Rest der Familie habe ist unverständlich?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Unverständlich nicht, aber unebgründet, da ich, wie gesagt, abreisen wollte, bevor es eskaliert, da ich merkte, dass es mir zu viel wurde. Aber auch das wurde mir untersagt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Von wem? Du hast niemanden gefragt. Du hättest also auch in Kauf genommen, das ungeborene Kind zu töten, für Ferrau? Gregoire sagt vieles in seiner Wut, genau wie Du. Ist Dir in den Sinn gekommen, dass er dies genauso nur dahin sagte wie Du? Also entweder lügt Ihr beiden, wenn Ihr wütend seid. Oder Ihr beide meint genau was Ihr sagt. Sprich Greg möchte Deine Diener töten und Du uns", hielt Max dagegen und wartete ab.

Ciel Felicien de Souvagne
»Von dir war nie die Rede! Nur von Linhard und Gregoire, darüber dachte ich nach, als ich sehr wütend war. Wegen ihnen geht hier alles drunter und drüber! Von dir wurde es mir verboten, du hast gerade eben gesagt, dass du mir die Abreise untersagt hättest. Und Linhard hielt mich auf, schleuderte einen Dolch in meinen Arm und hätte mich fast umgebracht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Von mir war vorher die Rede in Wut. Dann galt Deine Wut den beiden. Gregs Wut galt Deinen Dienern und Dir, er wählte die Worte um Dich zu verletzen, nicht um sie tatsächlich zu töten. Ich hätte es Dir verboten ja, dass ist richtig. Aber das Verbot kam nicht zustande da Du bereits abgereist warst. Soweit ich aus sicherer Quelle von Parcival weiß, wollte Lin Dich "nur" entwaffnen. Normalerweise würde er für diesen Angriff bereits auf dem Block landen. ABER normalerweise würde auch jeder auf dem Block landen, der den Duc ermorden möchte. Wie sollen wir verbleiben? Wie stellst Du Dir eine mögliche Lösung für unsere zerfallende Familie vor? Ich weiß das erste Mal im Leben keine", gestand Max bekümmert.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich auch nicht, Papa«, sagte Ciel. »Warum darf ich nicht nach Wolfsfels? Ich wollte dort den Ausbau beaufsichtigen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gut, dass heißt also Du bist nicht zu einer friedlichen Lösung bereit. Korrekt?", fragte Max sichtlich enttäuscht.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das habe ich doch gar nicht gesagt! Das legst du mir gerade in den Mund!«, stöhnte Ciel. »Glaubst du, ich will Neu-Souvagne abspalten?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Aber nein, dass denke ich doch gar nicht. Souvagne spalten? Wieso? Ich tot, Greg tot, Dreux tot, Lin tot, Du lebst als einziger männlicher Nachfahre - wieso solltest Du Souvagne spalten?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Papa«, rief Ciel aufgebracht. »Hörst du mir überhaupt zu? Dir und Dreaux wollte ich nie etwas antun, nicht einmal im größten Zorn! Ich habe nur im Hinblick auf Greg und Lin darüber nachgedacht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gut - hingenommen. Also wie ist Euer Versöhnungsstand wirklich? Heuchelei oder Fakt?", fragte Max. "Ich hatte vor Euch zusammenzubringen, nicht Euch zu töten. Dafür solltet Ihr nicht nach Neufville reisen".

Ciel Felicien de Souvagne
»Unser Versöhnungsstand? Mit Linhard - Waffenstillstand mit Tendenz zur positiven Annäherung. Mit Gregoire - schwebend. Ich habe mit ihm noch nicht gesprochen. Mit Olivie - gegenseitiges Ignorieren auf vollkommener Ebene.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gut dann machen wir das folgendermaßen. Du wolltest doch Mönch werden richtig? Was genau würdest Du Dir wünschen, wenn Du alles dürftest? Was genau?", hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Vor einem Vierteljahr noch wäre die Antwort sehr einfach gewesen. Ich hätte gewünscht, mich zu entmannen und fortan ganz dem Studium der Bluthexerei und dem Dienst an Ainuwar widmen zu dürfen, fernab von allem Unbill, vor allem fernab vom Krieg. Dies wäre mein Wunsch gewesen, wäre mir der Luxus von Egoismus gestattet. Heute ist das nicht mehr so einfach. Ich habe Ferrau. Die Hohenfeldes besetzen einen wichtigen Posten nach dem anderen. Sie übernehmen die Regierung und dann haben wir hier das, was sie in Naridien im Kleinen vollbrachten, bald im Großen. Das kann und werde ich nicht hinnehmen. Und darum kreuzte ich mit Linhard die Klingen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ach dann war es doch gar nicht so schlecht, dass ich Dich daran gehindert habe Dir den Schwanz abzuschneiden? Schau einer an. Gut ich verstehe Deine Bedenken und teile sie. Aber das sagt nicht was Dein Wunsch ist. Fühle Dich frei von jeder Pflicht. Du kannst mir auch sagen, dass Du wünscht nach Alkena umzuziehen und dort als Bettelmönch zu leben", erklärte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich weiß es nicht mehr, Papa. Ich weiß gar nichts mehr. Mein Mentor war Alexandre, aber der ist todkrank. Er fehlt mir. Mit Gregoire habe ich mich überworfen, der mir sonst mit gutem Rat zur Seite stand. Ferrau ist süß, aber ihm fehlt der Weitblick und er ist manchmal ein kleiner Egoist, was ihm gegönnt sei nach allem, was er durchmachen musste. Ich habe jedenfalls inzwischen keinen Berater mehr außer Bellamy, das war einer der Gründe, warum ich ihn gern als Schwertmeister wollte. Er ist schlauer, als es den Anschein macht. Seine grobe Sprechweise verbirgt, was für einen scharfen Verstand er hat. Ich werde ihn fragen, mich beraten und dir dann antworten, in Ordnung, Papa?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein, denn wie oft wollen wir das Unklärbare noch klären oder herausschieben? Du hast alle Berater verloren, da Du voller Sturheit und Stolz jeden von Dir stößt. Jemand begeht den gleichen Fehler wie Du und soll dafür sterben. Er laberte - mit Verlaub - Scheiße. Dir soll ich verzeihen, wenn Du vor Wut solche Dinge sagst. Du verzeihst nichts und möchtest dafür Deinen Bruder töten. Wie würdest Du Dich an meiner Stelle bestrafen? Und die Frage ist noch nicht beantwortet, ob man Euch überhaupt noch zusammen wegschicken kann. Ich hatte gehofft Eure Versöhnung wäre ernst gemeint. Deine mit Linhard, wie Deine mit Gregoire. Das es nur eine aufgeschobene Hinrichtung war, enttäuscht mich. Ja es tut weh, ich gebe es zu. Natürlich kann ich nicht verlangen, dass Du Deine Geschwister magst oder liebst, aber hoffen darf man es. Tja vielleicht ist genau nun das geschehen, was Linhard für sich befürchtet hatte. Er hatte Angst, dass seine Familie zerbricht und hoffte auf Versöhnung. Aber nun zerbricht unsere, da sich niemand versöhnen möchte. Weder Du und die anderen vermutlich auch nicht", sagte Max ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
»Papa, ich MÖCHTE mich versöhnen«, sagte Ciel nun verzweifelt. »Aber ich habe das Gefühl, dass mich dann überhaupt niemand mehr für voll nimmt. Ich habe gerade den Eindruck, dass ich sämtlichen Respekt verliere. Vielleicht zu recht, ich habe mich zu lange gehen lassen, nämlich seit der Hochzeit. Darum möchte ich mir den Respekt von dir und allen anderen neu erarbeiten. Und das werde ich.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Womit denn mit Mord?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mit dem Ausbau von Wolfsfels«, erklärte Ciel. »Und der Schließung des Walls im Süden.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Und wenn Du versagst oder bewusst, absichtlich versagst?", fragte Max um Ciel zu testen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich werde nicht versagen«, antwortete Ciel. "Und schon gar nicht absichtlich. Worauf zielt die Frage?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Darauf mit dem Feind zu paktieren um unseren Untergang einzuleiten natürlich, worauf sonst? Damit wären wir schließlich alle dem Tode geweiht, einschließlich der Hohenfelde. Deshalb meine Frage. Nun ich bin nicht besser als Du im Moment, sondern gelinde gesagt stinksauer und maßlos enttäuscht von Dir. Was sage ich, von Euch allen. Darum meine Spitzfindigkeiten. Du möchtest Dich als von der Familie räumlich und persönlich distanzieren, korrekt?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nur räumlich, um einen klaren Kopf zu bekommen und mich um mein Lehen zu kümmern. Papa, du bist wirklich gerade nicht besser als ich oder Linhard, wirklich.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Richtig, das habe ich zugegeben, aber ich werde Euch Dreie nicht hinrichten lassen. Nur Bellamy, von daher dürfte dass kein Problem sein mit meinem Schmollen klarzukommen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Bereinigung. Entweder wie Du schon andeutetest, eine Teilung des Landes, oder dass gewisse Personen des Landes verwiesen werden. Dahingehend bereits nachgedacht?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nicht Bellamy«, rief Ciel. »Er ist mein einziger verbliebener Berater und er hat mich zur Mäßigung ermahnt!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Er wäre die ausführende Hand gewesen Ciel. Du hast ihm den Auftrag gegeben, er hätte Greg getötet und besonders schlimm, er hätte das Ungeborene getötet. Mag man von Greg halten was man möchte, mag man ihn verachten so wie Du für das was er ist und wie er sich gibt, aber das Ungeborene kann nichts für die Äußerungen und Taten seiner Mutter oder?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Das ist richtig, Papa. Ich habe keinen anderen Ausweg gesehen in diesem Moment. Aber es kam nie zu diesem Befehl! Bellamy hat nichts getan und er hätte nur auf meinen Befehl hin gehandelt, er wollte das nicht, er riet mir davon ab! Bitte, Papa, nimm mir nicht auch noch meinen Schwertmeister.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich verstehe. Und wenn Du wieder mal keinen Ausweg weißt, aber jemand anderes den Befehl erteilst, der weit weniger hinterfragt als Bellamy? Dann wären das Ungeborene, Greg und Linhard tot. Möglicherweise auch noch Olivie oder wen immer Deine Wut trifft?", fragte Max kopfschüttelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich weiß, dass es ein Fehler war. Darum bin ich ja auch gegangen, bevor es eskalieren konnte! Es war alles sehr viel in letzter Zeit ... das mit Olivie hat mich mehr belastet, als ich nach außen trage. Und von Verrill will ich lieber gar nicht erst reden«, stöhnte Ciel. »Wie sagt man? Nur, wer sich selbst beherrschen kann, kann auch über andere herrschen. Das muss ich erneut erlernen und mich selbst wieder finden.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gut, dass ist ein guter Ansatz. Dann werden die Störenfriede Souvagne verlassen. Bist Du damit einverstanden? Oder hast Du einen Gegenvorschlag. Ansonsten setzen wir das unverzüglich zur Friedenswahrung um", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Störenfriede? Ich, Greg und Lin?«, fragte Ciel zurück.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Richtig", bestätigte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und wer kümmert sich um die Folgen des Krieges in Neu-Souvagne? Wohin willst du uns schicken und wie lange? Für immer?« Ciel wurde nun doch langsam mulmig.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Richtig, Ihr würdet ins Exil geschickt, des Landes verwiesen, sämtlicher Ämter und Titel enthoben. Ihr wärt frei. Frei zu tun und zu lassen was Ihr wollt. Du könntest ins Kloster gehen, dem weltlichen entsagen, oder mit Ferrau eine Fischerhütte in Naridien beziehen. Greg und Linhard könnten nach Evalon, oder sonst wohin ziehen. Ihr wärt das, was Ihr sein wolltet. So wie Ihr Euch verhalten habt. Ihr habt alles mit Füßen getreten, was Euren Stand ausmacht. Folglich wollt Ihr diesen doch gar nicht. Warum sollte Dreux dafür bestraft werden, oder Deine Mutter? Tja Dein Bruder und ich haben dann nur mehr Arbeit. Gemeinsam statt Einsam geht es immer besser. Aber ich bat Dich vorhin von Dir aus zu erzählen. Dir musste man alles aus der Nase ziehen. Interesse? Fehlanzeige. Nur als es um Ferrau und Bellamy ging wurdest Du wach. Du darfst sie behalten", sagte Max großzügig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste sehr um seine Fassung ringen. »Bitte gib uns die Chance, es wieder gut zu machen. Wir sind Souvagner, zumindest Gregoire und ich. Wir gehören nicht in die Fremde. Was soll ich tun, um dir zu beweisen, dass ich es weiterhin wert bin, dein Sohn zu sein?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ciel Ferrau war Dir doch wichtiger. Mir blutet zwar das Herz, aber ich denke nur so kommen wir alle damit zurecht ohne einander etwas anzutun. Denn das wäre wesentlich schlimmer als jede Verbannung. Weshalb Du Deinen Bruder dermaßen hasst, weiß ich nicht. Ich ging von etwas anderem aus. Und das Ungeborene darf nicht unbeachtet bleiben. Eure Chance wird sein, friedfertig zu dritt zu gehen. Das Ungeborene wird nach der Geburt zurückkehren dürfen, und vollumfänglich anerkannt als Familienmitglied. Du wirst Deine Diener, die Dir wichtiger sind als Deine Familie, Deine Eltern, Dein Land oder sonst etwas behalten dürfen. Das ist es doch was Du willst oder?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Papa, meine Diener sind ein Teil meiner Familie. Der Teil, der mir nicht davonlaufen kann. Der immer bei mir ist. Ich habe zu ihnen einen sehr engen Bezug. Und jetzt tu nicht so, als sei dir das fremd! Fabien ist dir auch wichtiger als manch Verwandter, möchte ich behaupten. Und Ferrau ist für mich mehr als nur ein Diener, er ist mein Geliebter. Er ist das, was Minette für dich ist, nur, dass wir nicht verheiratet sind. Was würdest du tun, würde Gregoire Minette mit einem glühenden Schürhaken angreifen?«, fragte Ciel hilflos. »Papa, warum bist du so wütend? Ich bemühe mich doch, meinen Fehler wieder geradezubiegen!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Warum? Weil ich stets verzweifelt bemüht bin alles zusammenzuhalten, damit es allen gut geht. Greift uns von außen kein Spinner an, der meint uns ermorden zu müssen nur weil wir keinen Krieg mitspielen wollen und allergisch darauf sind, grundlos zu sterben, geht es in der Familie los. Und Fabien? Er ist mein Vertrauter, sicher bedeutet er mir mehr als manches Familienmitglied. Mehr als meine erste Frau. Weißt Du was Leon mir bedeutete? Er war alles in einer Welt die ich regierte, aber von der nicht die geringste Ahnung hatte. Nicht wirklich, nur theoretisch. Was ich getan hätte? Was ich mit Gregoire getan hätte? Er hätte die Tracht Prügel seines Lebens kassiert, DASS hätte ich getan", blaffte Max Ciel an. Maximilien blinzelte erstaunt, setzte sich wieder richtig hin und strich sich die Haare glatt. "Ich wollte Dich nicht anschreien oder die Beherrschung verlieren - verzeih", bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel saß da, den Rücken gegen die Stuhllehne gepresst und musste sich kurz sammeln. Er hatte seinen Vater noch nie so wütend gesehen. »Siehst du«, sagte er leise. »Für dich heißen sie Leon und Fabien. Meine heißen eben anders. Ich glaub ... wir sind uns doch nicht so unähnlich. Papa, ich wollte nicht ausziehen. Ich wollte in Wolfsfels endlich die Akademie errichten lassen, die Flamme des Wissens und zwar in Rekordzeit. Sie sollte viel schöner, viel größer und viel besser sein als das, was wir zuerst geplant hatten. Ich wollte dir damit zeigen, was ich wert bin, auch wenn ich lange nur der Bastard war, und dass ich noch immer gute Dinge vollbringen kann trotz meiner menschlichen Schwächen. Nach dem Wall wäre es das erste Mal ein ziviles Bauprojekt, das unter meiner Schirmherrschaft entsteht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja... wir sind eben Vater und Sohn, das können wir nicht verleugnen", sagte Max und ließ das von Ciel gesagte auf sich wirken. Er konnte nichts dagegen tun, da er von seinen Gefühlen übermannt wurde und so tat Max etwas, dass er seit 33 Jahren nicht mehr getan hatte - er weinte. Aber wie jeder Mensch seines Standes, weinte lautlos. Er benötigte eine Weile ehe er sich gefangen hatte.
"Wir streiten stets aneinander vorbei. Vielleicht sollten wir das Streiten lassen. Zumindest das Streiten gegeneinander, füreinander ist es eine Tugend. Die Akademie ausbauen um mir zu zeigen was Du wert bist? Deinen Wert kannst Du mir ganz anders zeigen, dazu benötigst Du nur drei Worte. Und die musst Du nicht einmal aussprechen. Du musst sie nur leben.
Dennoch freut mich die Geste und die Überlegung die dahinter steckt. Sie zeigt, dass wir die gleichen Werte teilen. Wissen vor Krieg. Aber wir müssen auf dieser Welt alles einmauern, denn jedes noch so mächtige Wissen, kann mit einer einfachen Keulen oder einem Stein zerstört werden. Das ist eine traurige Tatsache. Und vor unseren Mauern gibt es genug Keulenträger, die genau das beabsichtigen. Im Neid der Besitzlosen, dass zu zerstören, was sie niemals erreichen werden. Zudem, Du wirst niemals glücklich werden Ciel, wenn Du an den Dingen festhältst, die Dich unglücklich machen. Dazu gehört Deine Sichtweise was angeblich Schwäche ist. Gefühle sind keine Schwäche", erklärte Max seinem Sohn und hielt seine Arme auf.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand sofort auf und umarmte seinen Papa. Und er sprach die Worte aus. »Ich liebe dich, Papa«, sagte er und kuschelte sich an Maximilien. Er drückte ihn lange und fest. Erst, als sein Vater ihn von sich aus wieder freigab, setzte Ciel sich zurück auf seinen Stuhl - nicht, bevor er ihn näher herangezogen hatte. »Tut mir leid, dass du wegen mir solchen Ärger und solche Sorgen hattest. Die Mauer hätte ich auch geschlossen und parallel die Arbeiten an der Akademie begonnen. Doch, Gefühle sind eine Schwäche. Du siehst ja, was sie anrichten. Ich kann damit nicht gut umgehen. Aber ich lasse mir von Leuten helfen, die mich beraten können. Nur, dass da eben nicht mehr viele geblieben sind, darum ist es eskaliert. Papa, ich bin so traurig wegen Olivie und dass das Kind in Verrills Leib nicht von mir ist. Ich bin der einzige Depp, der zwei Frauen hat, mehr oder weniger, aber beide Kinder sind von einem anderen. Aber das darf mich nicht so wütend machen, dass ich solchen Unfug tue. Ich hätte dir sagen sollen, wohin ich reise und warum. Aber ich wollte dich überraschen. Du hast das Falsche geglaubt und Linhard auch, darum ist es eskaliert. Das passiert jedes Mal, wenn ich jemanden überraschen will ... «

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Vielleicht solltest Du einem dann einfach die Überraschung verderben und sie uns mitteilen? Greg hat Dir die Antwort schon gegeben. Dieses Kind, aber was ist mit dem nächsten? Hast Du darüber nachgedacht? Hast Du Dir überhaupt angehört was Verrill Dir da sagte? Du hast mehr Berater als Du glaubst, einschließlich dem Naridier Linhard. Er hasst Dich nicht, niemand tut das. Vielleicht solltest Du aus Linhard einen Souvagner formen, ehe er aus Verrill einen Naridier macht hm?", grinste Max. "Ich liebe Dich ebenso und Du warst und bleibst immer mein Sohn. Selbst wenn ich manchmal hart, ungerecht oder unfair erscheinen mag. Selbst dann tue ich es für meine Kinder, nie gegen Euch. Versteht Ihr das nicht?", fragte er liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich gebe mir Mühe, es zu verstehen, aber ich bin selbst kein Vater und vermutlich werde ich auch keiner. Selbst wenn Verrill es mir anbieten sollte, werde ich ablehnen, da ich Linhard mein Wort gab, dass es ein einmaliger Fehltritt bleibt. Und ich werde mir keine Frau mehr suchen, ich kann sie nicht halten. Ich bin ihnen zu langweilig und nicht heißblütig genug. Dafür braucht es einen Remy oder einen Linhard. Dreaux ist auch eher ruhig und er hat ebenfalls noch keine Frau. Ich werde mich einfach an dem Leben mit Ferrau erfreuen, mein Glück nur im Kleinen suchen. Und mich auf die Familienmitglieder konzentrieren, die ich habe. Mit Verrill werde ich noch reden. Ich hoffe ... wir werden uns einig. Aber Linhard ist diesmal dabei, als Sperre. Sonst wickelt sie mich wieder um den Finger.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Du bist so dumm wie Du stur bist! Verrill wünscht sich ein Kind von Linhard und Dir, geht das nicht in Deinen Schädel? Sie liebt Euch beide und sie möchte jeweils ein Kind von ihm und von Dir. DAS ist ihr Grund. Und sie würde Euch beide behalten, wenn sie könnte. Was sie theoretisch könnte. Es ging nicht um den Fehltritt, sondern ihn zu fragen. Wenn Greg Magdalena heiratet was geschieht? Das gleiche nur mit Erlaubnis Ciel! Lass Dich einfach mal im Positiven um den Finger wickeln. Das Du Linhard dabeihaben möchtest, finde ich vernünftig. Vertragt Euch doch einfach und hängt den Streit bitte einfach an den Nagel. Redet und wenn ihr Tagelang reden müsst. Meinetwegen bei einer Pyjamaparty und Spieleabend, wohlgemerkt Brettspiele. Geht das nicht?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das hat Verrill, also Greg, mir und Ferrau sogar angeboten«, räumte Ciel kleinlaut ein. Er musste das erste Mal seit Beginn des Streits wieder lächeln. »Ich glaube, das ist besser, als wenn wir stocksteif auf Stühlen gegenübersitzen. Wobei Greg und ich meist nebeneinander sitzen. Aber Ferrau darf sie nicht um den Finger wickeln, schlimm genug, dass ich Olivie teilen muss. Ich werde nach Abschluss der Verhandlungen vorschlagen, den gemeinsamen Spieleabend durchzuführen. Und wegen dem Kind ... das ist gerade etwas viel für mich ... ich hatte das nicht verstanden, diese Andeutung. Schön wäre es ja, aber diesmal frage ich Linhard persönlich.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Frage doch einfach beide Ciel und wie sich Greg das gedacht hat. Vielleicht war es, wie Linhard so treffend formulierte ein reinigendes Gewitter für uns alle? Und nach dem Spieleabend sollten wir vielleicht einmal einen gemeinsamen für uns alle planen. Indem wir zusammen Spaß haben und auch die Personen dabei sind, die uns was bedeuten. Fabien hat sich bei Dir zu entschuldigen und Du hast ihm auch etwas zu sagen. Ebenso verhält es sich mit Dreux und Greg bezüglich Ferrau. Frieden und Respekt, wenn man zusammengehört, dass muss möglich sein. Und wie Greg zu Dir steht, weißt Du doch, leugne es nicht, Du siehst sie ebenso. Ferrau und Greg haben kein Interesse aneinander, sie haben ein gemeinsames an Dir. Das hast Du doch an dem Kuchen gesehen. Oder hast Du das auch nicht begriffen? Das war ein Aufeinanderzugehen von beiden. Wenn auch Ferrau den ersten Schritt gemacht hat, dass muss man ihm lassen. Also wie verbleiben wir? Ihr macht den Abend, ihr versöhnt Euch? Aber was ist mit Eurer Strafe im Kloster?", hakte Max schmunzelnd nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Strafe treten wir trotzdem an", sprach Ciel fest. "Wir haben sie uns redlich verdient. Vorher organisieren wir aber unsere Vertretung. Ich werde mich entschuldigen gehen bei allen, denen ich wehgetan habe. Eigentlich wollten wir das Selbe - Liebe und Frieden. Das hört sich so übertrieben an. Aber ich glaube, genau darum ging es. Also sollten wir genau damit beginnen und nicht mit dem Gegenteil. Souvagne und die Hohe Mark wuchsen zusammen und wir schaffen das auch. Doch, ich weiß, dass Greg mich liebt. Ich liebe sie und ihn ja auch."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Weißt Du was traurig und auch irgendwie ironisch zugleich ist? Ihr schlagt Euch da draußen die Schädel ein. Eigentlich wollte Lin sich bei Dir entschuldigen wenn Du aussteigst und Dich in den Arm nehmen. Dass war sein Plan. Wusstest Du das? Ja dann tretet die Strafe als drei Freunde an und seht zu, dass Ihr sozusagen einen Monat Klosterdienst leistet. Klärt dort Eure Gedanken und findet zueinander. Siehst Du, es klingt nicht übertrieben, es klingt perfekt. Und Perfektionismus darf man in der Liebe anstreben, im Frieden eh. Du wirst Dich dort bemühen und ich werde mich um die Pufferzone bemühen. Abgemacht?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Abgemacht." Dann guckte er erstaunt. "Lin wollte mich in den Arm nehmen? Er hat sein Huhn den Schnabel durchs Kutschendach rammen lassen, um mich anzuhalten und mir einen Dolch durch den Arm geworfen - weil er mich umarmen wollte?" Ciel stöhnte gequält. Dann musste er lachen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja, so verrückt, paradox und irrsinnig es klingt Ciel - Ja. Genau dass wollte er, sich endlich mit Dir aussöhnen, da er Zuhause in dem eisigen Keller seines Herrenhauses all seine toten Verwandten sah, konserviert für die Ewigkeit. Und die beiden kleinen Babys. Das Baby seines Vaters und das von Brandurs Bruder. Angefressen, halb aufgefressen um sie vor ihrem Tod noch zu qäulen und zu demütigen. Der Täter war kein geringerer als der Vater von Derya. Ich habe überlegt, ob wir eine Ausnahme machen und ihn auch für die Taten in Naridien hier anklagen. Du könntest mit Linhard nach Naridien reisen und sie Dir anschauen zur Beweisführung. Und diesmal wäre die Reise, samt Ausführung Drachenhuhn erlaubt. So kleinlich einen Rundflug zu verbieten bin ich nicht, aber ich war stinksauer auf Euch. Die Kutschte und der Rest geschenkt, Ihr hättet Euch umbringen können", stöhnte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das hatte er nicht erzählt", rief Ciel entsetzt. "Das heißt, doch. Indirekt. So, dass ich nicht verstand, was er meinte. Und dieser Mann war sein Schwertmeister und spazierte hier herum? Ich fasse es nicht! Das ist der Vater der Frau, die Alexandre verstümmelt hat! Wer weiß, was hier noch alles geschieht. Papa, ich bin für deinen Vorschlag. Archibald soll zur Rechenschaft gezogen werden. Ich werde mit Linhard fliegen, wenn du es erlaubst."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Hole die Babys her. Er tötete sie. Sie sind auf unserem Boden. Seine Mordopfer hier, ergo - Block. Vielleicht das Recht ein bisschen gebeugt, aber ich darf das. Ich darf es sogar komplett außer Kraft setzen. Aber das möchte ich nicht. Ich möchte dass jeder die Babys sieht und was mit solchen Kreaturen geschieht. Vor ihm wird seine Tochter gerichtet. Er soll sie gehen sehen, so wie die anderen ihre Kinder gehen sehen mussten. Linhards Erinnerungen an die Erzählungen des Geistes waren sehr lebendig. Und die des Geistes waren grauenvoll, krank, pervers. Der Mann starb, wurde von diesem Schwertmeister aufgeschlitzt und während er verblutete, sah er zu wie dieses Monstrum zuerst das Kind seines Bruder tötete und dann sein eigenes. Das wäre so als würde jemand Gregs Kind... ich... nein ich spreche das nicht aus", sagte Max blass.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gesicht verzog sich. Er griff die Hände seines Vaters. »Die Kinder werden hier ihre letzte Ruhe finden. Sie starben auf grausame und unmenschliche Art und Weise, doch sie werden hier im Tode Gerechtigkeit und Frieden erfahren. Im Schoße von Souvagne, in der Umarmung der Mauer. So etwas darf nie wieder vorkommen. Archibald wird gerichtet. Ich werde den Anfang machen und Linhard und Davard werden mir helfen. Bellamy auch. Und den Schluss erledigt Domi.« Ciel stand auf, drückte seinen Vater und küsste ihn auf die Wange. »Ich bin froh, dass wir uns wieder versöhnt haben. Ich werde die Versöhnung fortsetzen und mit Linhard und Verrill sprechen. Und anschließend widmen wir uns Archibald, der Linhards Familie heimsuchte. Bis später.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich bin darüber auch sehr froh und ich bin stolz auf Dich Ciel, dass sollst Du wissen. Er wird bezahlen, wie vorher noch niemand hier bezahlen müsste. Pfahl und Sonnenlicht, wäre eine Erlösung. Hier werden sie in Frieden ruhen, in unserer Gruft. Als kleine Wiedergutmachung nach so langer Zeit. Bis später", sagte Max freundlich.
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"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Seelenfarben

#7

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Do 12. Jul 2018, 16:59

Kloster & Siegel

Während Gregoire sich schon auf die Strafe im Kloster freute, plante Ciel Ferrau mitzunehmen, da er seinen Leibdiener schmerzlich vermissen würde. Nicht nur dass der gute Ferrau sein Diener war, nein Ciel liebte ihn von ganzem Herzen.

Damit Ferrau Ciel begleiten konnte, beschloss der Prince, Ferrau anzuschwärzen, damit er ebenfalls mit zur Strafarbeit ins Kloster geschickt würde.

***

Ciel
Ferrau hat genau so mitgemacht *ggg*
*pfeif*

Greg
ja eben. ein klein wenig nur, aber er könnte mit, er muss da eben ackern g

Ciel
Okay, da werde ich entgegen meiner sonstigen Natur mal Ferrau verpetzen gehen *gg*

Greg
Du kannst Papa einfach bitten g

Ciel
ausgerechnet der vergeistigte Möchtegern-Mönch schleppt als einziger seinen Leibdiener mit ins Kloster

Greg
Greg gut dann möchte ich Melville mitnehmen

Lin
:erstaunt:

Ciel
xD

Lin
Könnte ich bitte Dunwin mitnehmen?

Ciel
OMG xD

Lin
ich warne Euch, wir werden für immer dort hocken g

Greg
*gähn* und? ist doch eh alles Eure Schuld, weil Ihr Euch nicht vertragen könnt. Du und CIEL!

Lin:
:grosserstaunt:

Ciel
:-D

Greg:
habe ich wen mit dem Messer gestochen? niemals. Habe ich eine Kutsche ruiniert? Nein. Habe ich ein Drachenhuhn eine Kutsche zerlegen lassen? Auch nicht. Habe ich meinen Diener schutzlos in einer fahrerlosen Kutsche zurückgelassen? Auch nicht. Habe ich meinen Schwager mit der Kutsche über den Haufen fahren wollen? Nicht das ich wüsste. Also wieso werde ich bestraft? Echt. Wegen Euch beiden, nur wegen Euch. Ihr seid alles Schuld. Alles!

Lin
sage mal... :sauer:


Ciel
Tja, July hatte das ja erklärt mit den unterschiedlichen Wahrheiten *g*

Greg
Und während Ihr auf der Straße Wilder Mann gespielt habt oder wer hat die dicksten Eier, war ich in der Bibliothek und habe gelesen. Wer wird mitbestraft? Ich. Wieso? Keine Ahnung. Wieso nicht Dreux?
richtig die Wahrnehmung macht es gg

Lin
Weil es nicht um die Straßensache ging, sondern um die Diener. Streicheln mit glühenden Schürhaken ist verboten. Darum

Greg
jaja das ist verjährt, ness Dich mal nicht ein. Du willst nur dass ich Deine Scheiße ausbade

Lin
Papa! :(

Brand:
Ja, mein Sohn? *tätschel*

Lin
*Brandur zur Seite zieh*
Papa er gehorcht schon wieder nicht, ist bockig und verbohrt und behauptet ich wäre alles schuld

Greg
DAS behaupte ich gar nicht! DAS ist so sfg

Lin
:sauer:

Brand
Tja, vor einigen Jahren wäre die Antwort einfach gewesen, such dir eine Geliebte *g*

Lin
:D ich bin dann mal kurz im Dorf :D

Greg
nur zu, in der Zeit wo Du noch guckst, habe ich zehn pro Finger Baby


Brandur
NICHT im Bordell!

Lin
PAPA *kreisch

Brandur
Ja, mein Sohn?

Lin
hast Du gehört was er gesagt hat? Gib mir mal einen Rat der funktioniert gg

Brandur
Also so einen Fall hatte ich auch noch nicht. *grübel* Was ist mit deiner Puppe? Funktioniert die nicht oder warum machst du dir solche Gedanken?

Lin
:D

Greg
was für eine Puppe?

Lin
Geht Dich nichts an, meine Puppe eben. Spielzeug für Männer

Greg
ahhhhhhh

Lin
Wir könnten sie gemeinsam benutzen :D

Greg
gemeinsam mit wem alles? gg

Lin
:sauer:

Greg
Lin, Schatz, wenn Du ständig dermaßen die Mimik wechselst, bekommst Du noch Muskeln im Gesicht lol, lass das

Brandur
Na ja, sie hat zwei Öffnungen, das ginge schon.

Lin
das ist meine persönliche Puppe, die teile ich nicht.
also es ginge doch

Greg
kann ich sie mal sehen?

Lin
weiß nicht

Brandur
Schämst du dich für sie? :-(

Lin
Papa wusstest Du dass Archibald Deine Puppe präparieren wollte?
Nein Greg soll sie nicht zerstören

Greg
*Lin umarm* man das war Spaß. Zeig mir die Puppe :) :D

Brandur
Was, wieso? Ist er etwa auf den Geschmack gekommen?

Lin
Er wollte sie mit Sprengstoff füllen und wenn Du ihn reingesteckt hättest, wäre sie in die Luft geflogen. Das hat Opa erzählt

Greg
LOL :lol: :lol:

Lin
:sauer:

Greg
Verzeihung, aber die Vorstellung ist sowas von Böse. Wers war Archibald?

Brandur
Prima, und so jemanden behältst du dir als Schwertmeister, jemanden, der deinen Vater sprengen will!

Lin
:ugly:

Greg
Ganz ruhig, er hat es ja nicht getan. Und hätte er, wäre er zum Tode verurteilt worden.

Brandur
*ächz* Das hätte mir dann auch nichts mehr genützt.

Greg
Aber stell Dir nur den Höhepunkt vor...

Lin
:verwirrt:

Brandur
Von dem ich nichts mehr gehabt hätte, weil mir vorher alles abgerissen wird!

Greg
Hier passiert Dir sowas nicht. Hoffe ich jedenfalls. Darf ich nun die Puppen sehen? Sind das solche wie man sagt, dass sie Naridier benutzen ja? *neugierig guck*

Lin
was sagt man eigentlich alles noch hier über Nardier? Außer das wir stinken, einen grauenvollen Kleidergeschmack haben und uns nicht zu benehmen wissen?

Brandur
Sie ist in dem großen Koffer.

Greg
Dann gehen wir hin. Wenn mir die Puppe gefällt, bekomme ich auch eine?

Lin
NEIN!

Brandur
Warum nicht? *schmoll* Gefällt sie dir so wenig?

Lin
er soll doch mich mögen Paps

Brandur
Du liebst ihn doch auch trotz der Puppe, oder nicht?

Greg
Spielzeug ist legitim und darf man zusammen benutzen, zudem mag ich Dich nicht nur, ich liebe Dich, dass weißt Du doch. Falls nicht, naja dann... ja woher solltest Du das wissen, wie ich mich manchmal benehme? Ich liebe Dich Lin

Lin
ja sicher tue ich das Paps *Greg küss* Du bist manchmal sagen wir schwer erträglich und der Grund für so manchen Streit. Du tritts die Lawine los und wir gehen unter

Brandur
*leise räusper*

Lin
*rüberbeug* ja?

Brandur
Magdalena war manchmal ebenso unpässlich, wenn ich mich ihr zu wenig und meiner Geliebten und der Puppe zu viel gewidmet habe. Man sagt wohl in Jugendkreisen dazu, dass sie, ich zitiere das unschöne Wort, untervögelt war.

Lin
verstehe ich muss öfter meiner Pflicht nachkommen. Guter Tipp. Vielleicht sollten wir doch an einer weiteren Lösung arbeiten. Ich bemühe mich echt und wir tun es für meine Verhältnisse oft. Aber ich weiß nicht wieviel Hunger er hat oder wieviel er braucht um satt und glücklich zu sein *flüster*

Greg
:misstrauisch:

Brandur
Wie oft habt ihr Verkehr? *flüster*

Lin
meist so zweimal am Tag *zurückflüster*

Greg
*Kekse aus der Tasche auspack und mampf*

Brandur
Gut, wenn das zu wenig ist, verdoppel Pensum und Dauer. *nick*

Lin
Papa das bekomme ich nicht hin, wobei... doch. Vielleicht fehlt ihm in letzter Zeit das er ackern darf. Weil ich habe es wegen Ciel ziemlich einseitig gehalten *flüster

Brandur
Versuch das. Vielleicht ist es aber auch eine Frage der Qualität und nicht der Quantität. Knäckebrot im Vergleich zu Honigkuchen, verstehst du?

Lin
Ja ich verstehe es, er war nicht zufrieden. Er fühlte sich benutzt und als hätte ich eine Aufgabe abgearbeitet. Das hat er mir gesagt. War nicht gerade dolle, aber ich muss es ändern

Brandur
Das erklärt alles. Oder im Gegenteil: Deine Bemühungen haben gefruchtet. *grübel*

Lin
Was meinst Du damit? Ich gestehe ja, dass ich es dann darauf anlegte, aber eben weil ich wollte dass es von mir ist Paps. Da er mir gehört. Damit es von uns ist. Weil wir uns lieben. Da habe ich wohl das wie zum warum vergessen. Vorher war es anders, ehr rumspielen und Spaß und keine Pflicht, sondern einfach drauf los,gucken wer beim rangeln oben liegt, der darf einen wegstecken *flüster und grins

Brandur
*schmunzel* Hört sich nach viel Spaß an. Mit gefruchtet meinte ich, dass sie vielleicht bereits ein Kind im Leibe trägt. Manche Damen werden dann etwas unpässlich.

Lin
*blieb stehen und schaute Brandur ernst an* Du weißt es noch gar nicht! *Brandur fest umarm und an sich drück* Papa genau das ist Fakt! Wir bekommen ein Kind, deshalb waren wir doch bei Ciel! Und Ciel sagte, als er und Greg, war danach nichts da. Er hat danach gespürt, es war nichts. Folglich ist das Kleine von mir. Also wirst Du Opa. Das hätte ich Dir nach dem Kampf sagen sollen. Aber dass sie in anderen Umständen also schwanger ist, ist Fakt.

Brandur
*zurück umarm* Das ist ja großartig, herzlichen Glückwunsch! *Verrill ebenfalls umarm* Alles Gute! Ihr zwei macht das schon, ich habe vertrauen in euch.

Greg
*Brandur drück* Dankeschön, aber Dein Sohn stellt sich das alles ein bisschen zu einfach vor. Aber möglicherweise denke ich auch zu kompliziert *Lin kraul* Vielleicht sollten wir beide einfach wieder etwas lockerer miteinander umgehen

Lin
Ich habe schon alles herrichten lassen Paps. Schon vorher

Brandur
Wo genau drückt denn der Schuh? Macht doch daraus keine Wissenschaft. Nekromantie ist Wissenschaft, ein Kind zu bekommen und großzuziehen schaffen sogar Fische.

Lin
sfg der war gut gg

Brandur
Wo schwebt eigentlich Kunwolf herum?

Greg
toll, schade das ich kein Fisch bin. Ich bin zu dürre, ich habe zu wenig Becken und ob ich es rauspressen kann, wissen wir nicht genau. Könnte klappen, könnte mich aber untenrum auch gewaltig einreißen und verletzen. Und damit verletzt es alles andere da unten auch. Benito meinte damals vor einer Ewigkeit, falls es jemals dazu kommt, wird sich das Kind seinen Raum nach vorne nehmen. Ich hätte dann wie manche Frauen eben einen enormen Bauch nach vorne. Gerade extrem schmale Frauen haben das wohl. Aber die Geburt wäre schwer. Er hat gesagt, dass ich es auf natürlichem Wege vielleicht nicht packen würde. Die Chancen es so zu schaffen sind nicht groß. Aber man kann es holen, es gibt medizinische Möglichkeiten. Wie bei vielen Adligen, kann man es per Bauchschnitt holen. Das sagte er sollte ich dann in Betracht ziehen und nicht mich oder das Kind gefährden.

Brandur
*abwink* mach dir keine Sorgen. Ihr habt Benito, ihr habt Alexandre.

Lin
er ist bei Aquilla geblieben. Keine Ahnung, vielleicht denkt er, er muss unser Drachenhuhn bewachen. Verrill, wenn Benito das sagt, dann ist es eine Tatsache. Sein Bruder Dan arbeitete schon immer für uns. Und er hat fast jeden wieder zusammengeflickt bekommen. Stimmts Paps?

Brandur
Stimmt.

Greg
Dem wollte ich mal die Meinung sagen, wo ich so unermesslich wütend auf ihn war. Zum Glück habe ich meinen Mund gehalten. Denn das, was ich ihm anlasten wollte, hat er gar nicht getan. Genauso wenig wie Zerbino. Ich sehe immer Gespenster wenn ich Angst bekomme. Und dann, wenn ich wieder klar sehe, dann kann ich mich nicht entschuldigen, weil ich Angst habe das Gesicht zu verlieren. Das mich alle für verrückt halten. Das ich meine Meinung im fünf Minutentakt ändere. Damit lägen sie gar nicht so falsch manchmal. Dabei war ich gar nicht wütend um ihm zu schaden, sondern ich hatte Todesangst um Ciel. Hat auch niemand verstanden. Ganz ehrlich unter uns dreien ja, man kann doch wohl daran sterben, wenn man sich den Penis amputiert. Man verblutet. Das ist ja nicht einfach ein Hautlappen, wo kein Blut fließt. Und Alexandre dachte ich hätte Ciel dazu angestiftet. Hatte er gar nicht. Ciel hatte diese wahnsinnige Idee alleine. Und so ergeben sich manchmal aus großen Sorgen von mir große Dummheiten. Aber meist hinterfragt das keiner. Ich wollte also niemandem schaden, ich wollte jemandem das Leben retten. Ich hoffe Ihr glaubt mir das. Denn es war so, dass schwöre ich Euch. Und bei Zerbino hatte ich einfach Angst, dass was dran gewesen sein könnte. Dass er mir Jahre über ins Gesicht log und dann... tratschen ging. Das hat mich fertig gemacht und dafür wollte ich ihn fertig machen. Ich lag falsch, sehr falsch und ich war ungerecht zu ihm wie zu Ferrau. Aber auch die Einsicht glaubt mir wohl keiner, auch wenn sie ernst gemeint ist *bei Lin und Brandur einhak*

Brandur
Mein liebes Schwiegerkind. Was du ganz dringend lernen musst, ist, erst nachzufragen und dann die Leute umzubringen. Andersherum macht das nur unnötig Arbeit für die Nekromanten und Bluthexer. Aber das müsst ihr alle lernen, nicht nur du.

Greg
Ich weiß Paps. Oder einfach mal meine Sorge dem mitzuteilen, den sie betrifft, anstatt über seinen Kopf hinweg sein Leben und die Welt retten zu wollen. Dann hätte sich die Sache vielleicht ganz anders geklärt. Wie sagt Lin immer? Nur sprechenden Menschen wird geholfen. Deshalb ja auch der letzte Zoff. Ich will Lin auf keinen Fall verlieren. Ciel hingegen bedeutet mir auch alles. Und da habe ich beide gegeneinander ausgespielt, da sie nicht nach meiner Pfeife tanzten und sich angefreundet haben. Und was war das Ende vom Lied? Ich hätte fast beide verloren, da sie sich angegangen sind. Passiert mir kein zweites Mal, so einen Scheiß zu erzählen. Garantiert nicht.

Brandur
*Brauen heb* Du hast sie angestiftet, weil sie sich angefreundet haben? Das musst du mir erklären.

Greg
nein, weil sie sich nicht anfreunden wollten. Ich dachte, wenn sie sich mal ein bisschen streiten und dann versöhnen, merken sie doch, wie ähnlich sie sich sind. Im Ehrverhalten, im Verhalten einen ganz besitzen zu wollen. Im Verhalten stur wie Stein zu sein und dann werden sie sich versöhnen und endlich nicht mehr gegenseitig fertig machen. Dann werden sie eine Familie, wenn sie sich erstmal die Hörner abgestoßen haben. Das sie sich mit den Hörner aufspießen wollten, daran habe ich nicht gedacht

Brandur
*Brauen heben sich noch weiter, dann lacht er* Warum hast du es nicht mit deinem wundervollen Gebäck versucht?

Greg
*Brandur die Kekse hinhalt* weil ich ein Idiot bin? *verlegen lach* ganz banal ausgedrückt, ich wollte doch nur, dass die zwei die mir alles bedeuten sich auch mögen. Sich lieb haben... *Schultern zuck und an Brandur anlehn*

Brandur
*schmunzelt verlegen Linhard zu, zuckt dann ebenfalls die Schultern* Haben die beiden sich denn inzwischen versöhnt?

Greg
Gute Frage, habt Ihr Schnecke? *grins*

Lin
Ich hoffe ja, also von meiner Seite aus haben wir es. Ich wollte ihn zwingen auszusteigen und ihn dann einfach umarmen und ihm sagen, was ich für ein Drecksack war. Dass ich ihn so behandelt habe, wie Ansgar oft mich. Das ich ihn spüren ließ, einer zweiter Klasse zu sein und wie fies das war. Gerade von mir, da ich es doch besser weiß. Und ich wollte Dich aufgeben, damit er Dich behalten darf. Ich wollte alles aufgeben, damit er meiner Familie nichts tut. Ich wäre alleine gegangen. Ich muss noch mit Veyd reden, dazu gleich mehr. Aber ich wollte mich einfach versöhnen, ihm zeigen, dass das ein Ausrutscher war, dass ich mich im Tiefsten getroffen fühlte von Euch beiden. Was Ihr getan habt, geschenkt. Aber die Lüge, das Verschweigen, dass hat mich fertig gemacht. Aber was ist das schon? Nichts weiter, ein Fliegenschiss wenn man hunderte gefrorener Leichen sieht und zwei davon sind angefressene Babys. So sollst Du nicht enden Greg und unser Baby niemals. Und deshalb... kurz ein anderes Thema, halte Dich von meinem ehemaligen Schwertmeister fern. DAS ist Archibald und er hat genau das getan. Das Baby von meinem Paps und das meines Großonkels angefressen als er ihn tötete. Er weidete ihn aus. Kannst Du Dir vorstellen, was diese Person mit Dir tun wird, wenn er erfährt was ich getan habe? Der nimmt Dich aus und wird das Kleine an sich nehmen um mich zu bestrafen. Aber ob er mich bekommt oder nicht ist zweitrangig, Euch bekommt er nicht

Brandur
Und von Ciels Seite aus? Sonst solltet ihr das dringend klären, ehe wieder irgendetwas im Raum schweben bleibt. Verrill - hör auf deinen Mann. Archibald ist der Abgrund. Besonders gegenüber Kindern, aber auch Erwachsene bekommen seine Grausamkeit zu spüren.

Greg
Wir klären das am besten gemeinsam mit Ciel in Ordnung Ihr beiden? Und was Archibald angeht, ich gehorche und halte mich fern, dass verspreche ich Euch beiden und dem Würmchen. Sollte er mir zu nahe kommen, sprich lässt es sich nicht vermeiden, wird er feststellen, dass ich meinen Pelz nicht unter Wert verkaufe. Wir mögen harmlos aussehen, wie Milchbubies oder dergleichen, aber das sind wir nicht. Wir können uns zur Not verteidigen. Vielleicht nicht dauerhaft gegen einen Schwertmeister der Jahrzehnte nichts anderes tat. Aber auch ich übe seit ich vier Jahre alt bin, ebenso Ciel. Also wir wissen schon wie man jemanden zur Not tötet. Auch ohne Waffen. Du hättest im offenen Kampf gegen Ciel einen schweren Stand gehabt. Er gegen Dich sicher auch, aber letztendlich wäre alles offen gewesen. Ihr Blödmänner *Lin streichel*

Brandur
Das ist der richtige Weg. *wohlwollend nick* Ciel habe ich vorhin auf dem Weg zur Amtsstube gesehen, ich glaube, er ist bei seinem Vater.

Greg
wollen wir es sofort regeln, möchtet Ihr? Mir wäre es wichtig

Lin
mir auch, was sagst Du Paps?

Brandur
*nick* Das sollten wir tun.

Greg
*führt Linhard und Brandur zur Amtsstube von seinem Vater* Ciel?

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drehte sich um. "Kommt rein. Vater und ich sprechen gerade über die Strafe, die wir antreten sollten. Ich habe die Meinung geäußert, dass Ferrau ebenfalls mitkommen sollte, da er sich an der Gängelung Fabiens beteiligte.

Linhard
*Amtsstube betret und verneig*

Greg
*Lin weiterschubs* geh schon gg

Lin:
:sauer:

Brandur von Hohenfelde
Guten Abend, Majestät. *verneig*

Maximilien Rivenet de Souvagne
Setzt Euch, wir sind hier als Familie zusammengekommen und dass nun alle Betroffenen anwesend sind trifft sich gut. Wie ich Ciel und auch Dir Linhard bereits sagte, werdet Ihr nach den Verhandlungen mit den Zwergen Eure Strafe abbüßen. Ich weiß, dass mittlerweile einige oder vielleicht sogar alle ein Einsehen haben, aber das wäre davor schön gewesen. Um den Lerneffekt zu vertiefen, werdet Ihr dort wie gesagt, gemeinsam arbeiten und leben. Ciel wird Ferrau mitnehmen, als Partner, nicht als Diener. Sollte er doch seine Arbeit abwälzen, hat die Gruppe ein Problem. Also seid fair zueiander. Ich bin es zu Euch ebenso

Ciel Felicien de Souvagne
Der sonst so kühle Ciel strahlte über beide Ohren. "Keine Sorge, im Bluttempel bin ich auch nichts weiter als ein Adept unter vielen, ich bin den Dienst an Ainuwar gewohnt und freue mich darauf, insbesondere, ihn euch allen und Ferrau nahezubringen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun diese Bruderschaft dient zwar Ainuwar, hat aber eine Heilige als Patronin. Sie werden wohl ein klein wenig anders dienen. Falls nicht, umso besser für Dich Ciel und Euch alle. Mit Fleiß und Demut habt Ihr die Strafe in einem Monat hinter Euch. Und ich hoffe wir alle eine familiäre Zukunft vor uns. So jedenfalls geht es nicht weiter

Ciel Felicien de Souvagne
"Es gibt viele Arten, Ainuwar zu dienen und ich freue mich, eine weitere davon kennenzulernen", erwiderte Ciel eifrig. "Linhard und ich haben uns bereits versöhnt. Richtig, Schwager?"

Linhard von Hohenfelde
Da stimme ich zu und deshalb möchte ich fragen, wie Du unsere Versöhnung siehst. Ich habe sie völlig ernst gemeint und ich hatte auch völlig anders vor mich mit Dir zu versöhnen. Die Kurzform ist, ich wollte Dich zwingen anzuhalten, auszusteigen und Dich dann einfach umarmen und Dir gestehen wie ich mich benommen habe. Und zwar genau so, wie einst mein Vater. Und ich wollte Dir sagen, wie unnötig unser Steit ist. Wie lächerlich wir uns gemacht haben, ich jedenfalls. Du hast Dich nur verteidigt. Du weißt nicht was ich gesehen habe, woher auch. Aber das hat meinen Blick auf die Welt und mein Verhalten kurriert. Es zu hören, es zu wissen, ist nichts im Vergleich als die Opfer zu sehen. Jene Opfer, die Opfer unseres Familienstreites wurden. Einschließlich zweier Babys Ciel

Linhard von Hohenfelde
Ja absolut richtig. Also meinst Du es so ernst wie ich. Das freut mich. Ich habe noch nie einem Gott gedient, aber ich werde es lernen. Und vielleicht dabei etwas finden, was meine Gedanken beruhigt. Man sagt ja, man findet dabei Ruhe und Gelassenheit.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schlug die Augen nieder. "Ich bedaure den Tod der zwei Kleinen und so vieler anderer. Ich schlug meinem Vater vor, dich nach Naridien zu begleiten, um die Kinder nach Souvagne zu überführen und hier in einer Gruft zu bestatten. Anschließend wäre es rechtlich möglich, Archibald zu verurteilen."

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, Linhard, ich möchte mich mit dir versöhnen. Wir waren doch schon einmal so weit, damals, auf der Treppe, weißt du noch? Da haben wir das erste Mal wirklich offen miteinander geredet." Er drückte Linhards Hand.

Linhard von Hohenfelde
Lin musterte Ciel gerührt. "Also... damit habe ich nicht gerechnet. Aber gerne, sehr gerne sogar. Ich nehme Dich mit und Du kannst sie sehen. Wir werden alle herholen, aber zuerst die beiden kleinen. Ich wollte meine Verwandten ordentlich auf einem eigenen Friedhof bestatten lassen. Also eine Art Mausoleum, wo sie ruhen können. Ich weiß nicht ob sie weiter auf Eis ruhen sollen oder in der Erde. Ich weiß nicht mal warum sie auf Eis ruhen, wenn ich ehrlich bin. Aber Du wirst es selbst sehen und Du wirst unser Herrenhaus kennenlernen. Und die Düsterlinge. Es ist ein merkwürdiges Haus, mit einem Eigenleben. Einige denken es ist eine Einbildung, dass dachte ich auch, aber Dave denkt es lebt und Paps versicherte mir, dass es lebt. Du darfst nicht alleine drin herumstromern hörst Du?

Linhard von Hohenfelde
Linhard legte seine Hand über die von Ciel und drückte sie ebenfalls. "Das waren wir, diesmal machen wir es gemeinsam besser. Im Haus folgst Du mir, im Kloster folge ich Dir", grinste Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich entschuldige mich offiziell bei Euch beiden, Euch gegeneinander ausgespielt zu haben. Brandur und Lin habe ich es schon erklärt. Ich dachte indem Ihr Euch streitet und versöhnt findet Ihr zusammen. Dass habt Ihr nun auch. Aber ich wollte keinen von Euch beiden verlieren und hätte dadurch beinahe Euch beide verloren. Darf ich mitkommen und das Haus angucken? Wieso lebt es?", fragte Greg neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
Da Ciel fand, dass sich gerade alles richtig anfühlte, umarmte er Linhard mit seinem gesunden Arm. Der andere hing noch immer in blutigen Bandagen. "Du stinkst gar nicht mehr", sagte er mit einem Grinsen. "Ich war noch nie in Naridien, ich bin dort Gast und werde mich von dir als Gastgeber führen lassen und mich zu benehmen wissen." Als Verrill sich auch entschuldigte, wechselte Ciel einen nachdenklichen Blick mit Linhard und zögerte noch.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nahm Ciel die Entscheidung ab und drückte Ciel und Greg fest an sich. "Umarmt Euch einfach, jetzt fang den Mist nicht genau umgekehrt an. Zu nah, zu fern, hört einfach bitte auf damit. Ich habe gesagt, keine Heimlichkeiten und kein Versteckspiel, in Ordnung? Ja Naridien ist völlig anders als Souvagne. Du wirst es sehen. Und Du kannst uns gerne begleiten, wenn Maximilien uns die Erlaubnis gibt Greg. Aber Du musst dann ebenfalls genau an meiner Seite bleiben. Nicht nur im Haus ist stromern verboten. Wir sollten noch jemanden zur Sicherheit mitnehmen. Sicherheit ist da nicht permanent anwesend wie hier. Und je nachdem wo man sich befindet, gibt es wenig oder gar nichts davon. Unser Haus steht etwas außerhalb von Shohiro und das ehemalige Haus von Dave ebenso. Dass können wir uns auch anschauen, wenn Ihr möchtet. Ist schön dort. Paps was sagst Du?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich gestattet es unter der Prämisse dass Euch Bellamy, Jules als Himmelsauge und Boldiszar begleiten. Jules kann Khawa mitnehmen wenn er möchte. Aber ohne Sicherheit wird nicht gereist. Und Greg, gehorchen heißt, tatsächlich genau das tun, was der andere Dir sagt. Denke da bitte dran", erinnerte Max.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Absolut ich muss auf zwei aufpassen Paps, auf Ciel und Lin. Nur Spaß, Ihr wisst was ich meine. Ich schließe mich Lin, Brandur und Ciel an. Keine Alleingänge, ich schwöre es. Wenn wir auch in einer Buchhandlung vorbeigehen", grinste Greg entwaffnend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte leider nur einen funktionierenden Arm, aber er lehnte seinen Kopf an Verrill. "Ich habe immer noch Angst um meinen Ferrau", sagte er leise. "Würde ich es offiziell machen ... würde das deine Hemmschwelle erhöhen, so etwas zu sagen? Ich habe auch schlimme Dinge gesagt und in Gedanken gehabt ... aber bislang bin ich nie tätig geworden. Ich möchte eine Sicherheit, dass es nur Worte waren von deiner Seite, damit ich dir wieder vertrauen kann."

Brandur von Hohenfelde
"Vorsorge ist ein guter Gedanke", fand Brandur. "Und kleidet euch nicht zu bunt, man würde euch sofort als Souvagner erkennen. Und am besten eher in preiswerte Gewandung."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Du kannst mich von einem Magier auslesen lassen, oder ich schwöre es beim Leben von mir und meinem Kind. Ich habe mich mit Ferrau ausgesöhnt Ciel. Ich wollte Dich da bei der Besprechung einfach nur fertig machen, da Du mich unterbuttern wolltest", gestand Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Ich bitte dich darum, dich von Jules auslesen zu lassen. Bitte sei mir nicht böse, aber sonst habe ich stets diesen Zweifel in mir und Ferrau bedeutet mir sehr viel."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Das verstehe ich, drum abgemacht. Ich habe zu oft rumgezickt und meiner Wut freien Lauf gelassen, als das Du das so einfach glauben kannst. Aber ich versuche mich nicht mehr so gehen zu lassen, sondern mich zu beherrschen. Für das Kleine und für mich selbst auch und ich versuche einfach ich zu sein, Ihr versteht schon. Wirklich ich, nicht immer hinter Maske. Kann Jules mir sagen ob es ein Junge oder ein Mädchen wird?", fragte Greg neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, aber noch nicht sofort, erst nach drei Monaten, glaube ich, da wir alle im Mutterleib - beides sind. Erst nach einer Zeit entwickeln wir uns in die eine oder andere Richtung oder eben in beide Gleichzeitig."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Von Geburt an sind alle Wesen weiblich Ciel. Erst danach bildet sich das Geschlecht aus. Entweder man wird dann zum Mann, oder man bleibt eine Frau. Oder man wird beides, da beide Merkmale vorhanden bleiben. Und genau dies könnte bei Dir und Deinem Kind zu einem sehr großen Anteil ebenfalls der Fall sein, wie Benito einst erklärte. Da Du nicht in einer Sparte der Weiblichkeit oder Männlichkeit verkrüppelt bist. Du bist ein sehr seltener Sonderfall wo beides voll ausgeprägt ist und beide Anteile auch Zeugungsfähig sind. Jene Personen waren in alten Sagen oder anderen Bevölkerungen laut Benito sowas wie Heilige. Ihnen fehlte keine Hälfte. Aber wie alles, hat auch das zwei Seiten. Manche verehrten sie, manche fürchteten sie. Alles was fremd ist, wird gefürchtet. Und andere wiederum wollten etwas von dem Besonderen abhaben. Sie töteten sie, und verspeisten Teile von ihnen um ihre "Macht oder Magie" zu übernehmen. Wie manche Kulturen die Herzen und Hirne der Feinde verspeisen um sich deren Mut anzueignen und den Gegner völlig zu vernichten. Das gleiche was jemanden wie Dir dort drohte Verrill, droht Albinos. Drum sollte Dir Linhard erklären, was für eine Kreatur er sich als Schwertmeister hält. Er wird nach Souvgane zurückkehren, aber hier erwartet ihn der Block. Wobei ich den Block stellvertretend für Todesstrafe wähle. Drum Verrill, ich möchte Dir nicht erneut Angst machen, lebe Dein Leben. Alte Wunden heilen nur dann, wenn man nicht ständig darin rumwühlt oder sie anfasst. Kurz wenn man die Finger davon lässt. Aber diese eine Wunde musst Du noch ertragen, die wirst Du immer ertragen müssen. Kurzum sein vorsichtig Kleines, lass Dich von Deinem Mann und Bruder beschützen und von unseren Leuten. Halte Dich von der Kreatur fern, es ist ein Menschenfresser. Wüsste er was Du bist, wärst Du vermutlich sein nächstes Ziel. Denn diese Personen haben oft eine Art Futterkult", erklärte Max eindringlich.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Greg und fühlte ihn über den Bauch. "Er hat einen Kult, er betet die Ältesten an und er frisst am liebsten Kinder. Mein Vater und ich haben einst sein Haus gereinigt und die Überlebenden in Sicherheit gebracht. Sag es ihnen Paps. Wenn unser Küken so wird wie Du Greg, ist das eben so. Und vielleicht erbt es sogar Magie. Die Magie ist verbreitet in unserer Familie. Mein Opa konnte selbst keine wirken, so wie ich, aber er zeugte zwei mächtige Magier. Wir beschützen Dich", schmunzelte Lin und rutschte näher. Er legte einen Arm um Verrill und zwar so, dass er Ciel auch berührte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich, dass sie sich endlich wieder vertrugen und dass Linhard sich offenbar sehr viel leichter tat mit Versöhnungen als er selbst. "Wie weit ist Davard mit seinen Ermittlungen und Bestrebungen in die Richtung?", erkundigte Ciel sich besorgt. "Er wollte die Tochter des Ungetüms dingfest machen und Linhard wollte ihm dabei helfen. Ich habe Angst um Verrill."

Linhard von Hohenfelde
"Dave weiß wo sie lebt und wir werden ein Treffen mit ihr auf Naridischen Boden vereinbaren. Hier kennt sie sich aus, ihre Mutter ist Souvagnerin gewesen. Merna hieß die Mutter, aber sie ist bereits verstorben. Derya lebt in Obenza, wir werden sie dort stellen. Oder vielleicht in einem anderen Ort, da wäre Shohiro von Vorteil, den kenne ich wie meine Westentasche. Während wir sie jagen, bleibt Verrill im Herrenhaus bei Paps", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wir? Schwager, WIR jagen sie überhaupt nicht, wozu haben wir unsere Kämpfer anbei! Notfalls nehmen wir eben ein paar mehr mit."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Gut und absolut richtig gesprochen Ciel. Ihr gehört der Krone an, Ihr werdet Euch nicht in Gefahr begeben. Und Ihr werdet zur Not Repetierarmbrüste mitnehmen. Sollte Euch diese Kreatur bedrohen, durchsiebt sie. Dann wird hier ihr Kadaver ausgestellt. Aber keiner von Euch geht eine Gefahr ein. Damit wurden die Fantome beauftragt und auch Dein Onkel wird sich nicht selbst als Adliger unseres Landes in Gefahr begeben. Dafür haben wir Spezialisten. Er oder auch Jules können sie ausschalten ohne sie nur berühren zu müssen. Ebenso Massimo. Ich glaube ich gebe Euch zur Sicherheit meinen Palaisin ebenfalls mit. Er wird ein wachsames Auge auf Euch haben", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was ist mil Alexandre, falls der Vampir auftaucht?", fragte Ciel. "Ich weiß nicht, ob ich das schon packe ... einen wie ihn, der im Blutrausch ist, aufzuhalten."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Alexandre hat diese Macht ihn tatsächlich aufzuhalten? Dann wird er Euch begleiten. Also Euer Ausflug wird fast ein Staatsakt, aber ich gönne es Euch. Ein Gruppenausflug. Zäumen wir das Pferd richtig auf. Wer soll alles mit? Von meiner Warte aus begleiten Euch Massimo, Bellamy, Boldi, Jules um Eure Sicherheit zu gewährleisten. Ciel Du möchtest Alex mitnehmen, wegen dem Vampir. Wer soll noch mit? Als Begleitschutz oder für einen bestimmten Zweck?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ferrau", sagte Ciel ernst. "Jeder sollte seinen Leibdiener dabei haben, sonst sehen wir bald selbst aus wie Naridier. Alexandre könnte im Normalfall einen Vampir aufhalten ... aber da er noch sehr, sehr geschwächt ist, stehen die Chancen vielleicht 50/50? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, wie sie stehen ... ich habe sehr lange nicht mit ihm gesprochen. Ich hab mich nicht getraut", gab Ciel zu.

Linhard von Hohenfelde
"Stimmt unsere Diener nehmen wir mit. Ich muss mir noch einen Diener besorgen, aber Gaston wird uns begleiten und Dan. Ich habe Dantoine hergebeten, dass ist der Bruder von Benito. Einen Heiler dabeizuhaben kann nie schaden. Und Dan ist gut, dass versichere ich Euch", erklärte Lin und kraulte Greg, aber da er sich so weit gestreckt hatte, kraulte er eigentlich Ciel ohne es zu merken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte erst, Verrill würde ihn kraulen, ehe er bemerkte, dass Linhard das war. Da er nicht wusste, dass Linhard dies nur aus Versehen tat, legte er ebenfalls seinen Arm so weit um Greg herum, dass er seinen Schwager ein wenig streicheln konnte. Er sah dies als Ausdruck ihrer neu erlangten Verbundenheit und Ciel war niemand, der eine Krauleinheit ablehnte. "Warum erklärst du Dan nicht zu deinem Diener, wenn er so gut ist?"

Linhard von Hohenfelde
"Ja also eigentlich ist Dan mein Diener, aber ich muss ihm das noch genau erklären. Das klingt schräg", lachte Lin. "Dantoine hat meinem Vater all die Jahre treu gedient und nun dient er mir. Ich habe ihm erklärt, dass ich nun Familienoberhaupt bin und ich ihn an meiner Seite wünsche als Leibmedicus. Er schrieb zurück, dass er sich freut und anreist", erklärte Lin und guckte erstaunt als Ciel ihn streichelte. Bis ihm auffiel dass er statt Verrill Ciel kraulte. Er verkniff sich ein Grinsen und machte einfach weiter.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann lass ihn doch deinen Leibdiener werden, das ist umso praktischer, wenn ihr euch bereits kennt und er obendrein ein Medicus ist. Verrill, lass mich mal kurz vorbei." Ciel stand auf und setzte sich so, dass nun einmal Linhard in der Mitte war und kuschelte sich an ihn an, um seine Streicheleinheit fortzusetzen.

Linhard von Hohenfelde
"Na als Leibdiener wird Dan nicht arbeiten wollen und ganz ehrlich, man kann ihn sicher auch nicht gut als Leibdiener ertragen, falls er wollen würde. Er hat den gleichen Humor wie sein älterer Bruder. Also Schocktherapie jeden morgen benötige ich echt nicht", grinste Lin. Nachdem sich Ciel umgesetzt hatte, kraulte er Verrill und Ciel gleichzeitig und verkniff sich dabei unkeusche Gedanken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel genoss die traute Dreisamkeit. "Wollen wir vielleicht heute abend den geplanten Spieleabend einlegen?", fragte er und legte das spitze Kinn auf Linhards Schulter. "Und Papa ... würdest du vielleicht für mich mit Alexandre reden? Ich möchte nicht. Oder irgendwer anders?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte die drei schmunzelnd und fragte sich, ob er sowas mit Min und Josi auch hinbekäme. "Ich rede mit Alex, mache Dir keine Sorgen. Ich hoffe er ist soweit fit, aber falls nicht, habt Ihr ja den Heiler dabei. Ja Benitos Humor ist alles, nur nicht witzig", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich finde ihn witzig", schnurrte Ciel, "so lange er nicht mich betrifft." Er lächelte glücklich. "Wann Papa? Jetzt? Es ist ja nur eine kurze Information."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Sag mal willst Du mich loswerden?", lachte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Vielleicht?", antwortete Ciel. "Aber mir wäre auch wichtig, dass das nicht länger in der Schwebe steht. Alexandre sollte informiert werden, dass ich mit Ferrau zusammenbin."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wir machen den Spieleabend heute Abend. Wir lassen was Gutes zu Essen machen und Ihr übernachtet dann bei uns. Nein er möchte Dich nicht loswerden Paps, er möchte nur wissen wie es Alex geht und er möchte ihn dabei haben. Er hat nur Angst ihn selbst zu fragen, da er ihn mit der Hochzeit vor den Kopf gestoßen hat. Das steckt dahinter. Frag ihn doch bitte direkt, komm schon", sagte Greg und schaute seinen Vater ernst an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste etwas schief. "Auch. Aber vor allem muss ihm wer sagen, dass ich nun anderweitig in festen Händen bin."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max beugte sich nach vorne und legte Verrill eine Hand über die Augen. "Ich verstehe dass auch ohne Rehblick, lass die Erpressung", sagte er liebevoll und strich Greg kurz über den Kopf. "Ich kümmere mich darum und entgegen jeder Norm, gehe ich sogar selbst, obwohl ich einen Diener schicken würde. Aber mir ist einfach danach. Ich sage Euch gleich bescheid und lasse Euch hier einen Moment allein. Stellt nichts an", schmunzelte Max und knuffte Ciel kurz beim rausgehen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte schmerzlich zusammen. Maximilien hatte vergessen, dass dieser Arm immer noch verletzt war. Ciel konnte Schmerzen jedoch gut ertragen und sagte keinen Ton.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Das war keine Erpressung, dass war eine Entscheidungshilfe. Ciel kennst Du einen guten Leibdiener für Lin? Oder jemanden der passen würde?", fragte Greg und musste dann loswiehern vor Lachen. "Ciel, manchmal tut Liebe weh oder? Der war böse, musste aber jetzt sein", grinste Greg und drückte Ciel kurz an sich, ehe er sich auf Papas Stuhl setzte und sehr ernst guckte. Er nahm das Dienstsiegel zur Hand und schaute was er damit abstempeln konnte.

Linhard von Hohenfelde
"Hör auf mit dem Unfug", lachte Lin und nahm Verrill das Siegel ab. Er tunkte es selbst in die dunkle Tinte, zog Greg blitzschnell das Hemd hoch und stempelte seinen Bauch ab. "So", prustete Lin und hielt das Siegel fest. "Ja kennst Du einen guten Leibdiener?", fragte Lin und drückte Ciel sanft das Siegel auf die Stirn, so dass für jeden klar ersichtlich war, dass er Teil der Krone ist, wie Verrills Bauch.

Ciel Felicien de Souvagne
"Hm, das kommt darauf an." Ciel grübelte und schielte nach oben auf seine Stirn. "Wie wäre es mit Remy?" Er grinste breit. Er nahm Linhard das Siegel weg und stempelte ihm die Glatze. "So."

Linhard von Hohenfelde
"Remy? Lieber nicht, hast Du keine andere Empfehlung?", fragte Lin und musste über den Stempel blöde grinsen. "Pack den wieder weg, ehe wir noch mehr Ärger bekommen. Überlege gut, am besten jemand in meinem Alter", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Remy ist in deinem Alter, doch, der ist gut", fand Ciel. "Und ich bin ihn los." Sein Grinsen wurde breiter.

Linhard von Hohenfelde
"Du kannst ihn auch anders loswerden, aber das habe ich jetzt nicht gesagt. Remy ist mir eine Spur zu gefährlich und zu gutaussehend, als das ich ihn in unserer Bude herumhüpfen lassen möchte. Nichts gegen Dich Greg, aber Du könntest versucht sein, ihm einen Besuch zu erlauben oder ihn mal durchzunudeln", lachte Lin und bekam als Antwort eine gerade rechte vor Kinn, die ihn vom Stuhl schickte.

Linhard von Hohenfelde
Lin rappelte sich wieder auf und schüttelte sich wie ein nasser Hund. "Das war Spaß, Danke Verrill", murrte er und setzte sich wieder.

Ciel Felicien de Souvagne
"Oh, dass Remy gefährlich ist, weiß ich aus erster Hand. Hm, wie wäre es mit einem Dupont? Die sind immer noch ohne feste Bleibe und Beschäftigung. Und es ist eine Chevaliersfamilie, sogar jene, welche die Staatsinsignien schmiedete."

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg grinste ihn über beide Ohren an. "Tja, dass vielleicht auch? Hör auf so eine Scheiße zu erzählen, weder möchte ich Remy vögeln, noch lasse ich mich von ihm vögeln. Hört auf mit dem Unsinn. So feste wollte ich Dir keine mitgeben, ich mache es nachher wieder gut Lin", erklärte Greg und setzte sich auf Linhards Schoß. Als Dank bekam er einen Stempel auf die Stirn gedonnert.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Sag mal...", keuchte Greg und rieb sich die Stirn.

Linhard von Hohenfelde
Lin umarmte Greg um den Bauch und hielt ihn fest. "Mal", lachte er. "Ein Dupont habe ich auch im Stab, wer wäre denn dort bereit mir zu dienen?", fragte Lin und küsste Greg auf den Rücken. "Frieden jetzt", bat er liebevoll. "Ich wäre bereit ihm eine Stelle zu bieten und ich würde mich drüber freuen", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich habe den Duponts ersteinmal eine Bleibe am Hof beschafft und mit ihnen ein wenig geplaudert. Vianney wäre vielleicht was für dich, er ist in deinem Alter und noch nicht so verbittert wie die übrigen Duponts. Ein Sonnenscheinchen ist er deswegen freilich nicht, aber er schien mir anständig. Oder, wenn du keinen haben möchtest, der dich volltextet, Maxime. Er ist stumm, aber als einziger Dupont mit einem Dauerlächeln gesegnet."

Linhard von Hohenfelde
"Das wird schwer, aber ich denke Vianney wird es werden. Maxime schaue ich mir an, vielleicht nehme ich beide als Leibdiener. Oder Maxime einfach als Unterstützung, damit er etwas Geld verdient. Als Stummer wird er seine Schwierigkeiten haben, drum kann er als Hausdiener bei uns arbeiten wenn er möchte und Gaston und Vianney zur Hand gehen. Was hältst Du davon? Oder Du Verrill?", fragte Lin freundlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Mir gefällt die Idee, das ist ein freundlicher Hintergedanke und Maxime würde sich sicher bei uns wohlfühlen. Gaston ist fleißig und er würde ihn sicher gut anlernen. Er könnte ihn beim Einkaufen und so weiter unterstützen. Dass würde ihn sicher freuen", stimmte Greg zu und kramte in seiner Tasche nach seinen Rauchstangen.

Linhard von Hohenfelde
Lin nahm Greg die Rauchstangen ab. "Wir haben aufgehört, also was sagst Du Ciel?", fragte er freundlich nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich fand sie beide in Ordnung. Maxime ist auf jeden Fall nicht dumm, auch wenn er auf den ersten Blick so wirkt wie ein Nathan. Er beherrscht Gebärdensprache, kann musizieren. Ich vermute, Nathan hätte seine helle Freude an ihm. Vianney ist ein vorbildlicher Chevalier, von den dupontschen Eigenheiten abgesehen und ich denke, auch ohne Erfahrung als Diener würden beide das lernen."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich wollte sie weglegen Lin. Musizieren? Das gefällt mir, dass könnte er für uns tun. Oder später für das Kleine. Gaston kann beide anlernen, Du musst uns mit ihnen bekannt machen. Und da schon ein Dupont für Linhard arbeitet, wird sie das ganz bestimmt freuen. Ich mag Nathan, ich kam immer gut mit ihm aus. Seltsamerweise hat er eine beruhigende Wirkung auf meine aufgewühlten Gedanken gehabt. Wann möchtest Du nachher zu uns kommen?", fragte Greg und kramte Kekse aus einer Tasche die zerkrümmelt und zerbrochen waren. Er aß sie aber dennoch und legte sie auf den Schreibtisch, falls sich jemand bedienen wollte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm sich pro forma einen Krümelkeks. "Nach dem Abendbrot. Lasst uns zusammen dann noch eine Kleinigkeit knabbern und dann gleich zum gemütlichen Teil übergehen. Vergesst nicht, schon die Schlafsachen anzuziehen. Ich bringe Ferrau mit, wenn es recht ist. Papa ist vermutlich bei Alexandre versackt oder er meint, uns allein lassen zu müssen, da wir Unzüchtigkeiten planen würden."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Möglich, oder er gibt uns einfach Zeit, hier in Ruhe unseren Frieden auszukosten und uns auszuquatschen, dass wohl ehr. Sonst hätte er Alex herbestellt oder einen Diener geschickt Ciel. Er wird mit Alex reden und wir sollen hier weiter in Ruhe reden, allein nicht unter Aufsicht. So machen wir das, sicher bringst Du Ferrau mit, so war es abgemacht. Ich werde uns was leckeres raussuchen", freute sich Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wird Ferrau von Gaston wie ein Gast behandelt oder soll er ihm helfen? Nach dem Schreck mit der Kutschfahrt fände ich es passend, wenn er sich ein wenig bewirten lassen dürfte." Er verriet nicht, dass Ferrau es einfach sehr genoss, den kleinen inneren Protz raushängen zu lassen, der in ihm schlummerte.

Linhard von Hohenfelde
"Ferrau war fest eingeplant bei dem Spieleabend Ciel, mach Dir keine Gedanken. Und bitte mache Dir keine Sorgen. Wir werden alle in Schlafklamotten sein, Ferrau ebenso, er kommt als Privatperson und nicht als Diener. Ja ich denke auch, Maximilien hat uns sein Feld überlassen", grinste Lin.

Linhard von Hohenfelde
"Ferrau ist Gast Ciel, er ist als Dein Partner da, nicht als Dein Diener", sagte Lin und nahm sich auch einen Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich wollte nur noch einmal nachfragen, nicht, dass ihm wieder jemand Faulheit unterstellt. Ich glaube Ferrau besitzt gar keinen Schlafanzug. Er wird dann wohl in Unterwäsche erscheinen ... oder ich borge ihm etwas."

Linhard von Hohenfelde
"Er könnte etwas von mir anziehen, wobei Ferrau ja etwas moppelig geworden ist. Vielleicht passt es ihm ja trotzdem", schlug Linhard vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich frage ihn einfach. In meine Sachen müsste er auch reinpassen, da wir fast gleich groß sind und meine Schlafkleidung weit und bequem geschnitten ist."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Oder er bekommt einen Schlafanzug von Gaston, da geht er garantiert rein. Gaston hat ganz schön was auf den Rippen, aber es passt zu ihm", sagte Greg gut gelaunt

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel feixte. "Wenn wir ihm das vorschlagen, könnte Ferrau beleidigt sein. Er ist manchmal sensibel und ich möchte nicht, dass er beginnt, sich für seine Apfelbäckchen zu schämen." Ciel setzte einen sehr verliebten Gesichtsausdruck auf, woran man sah, dass er gerade absolut entspannt war.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ach was, da wird er sich nicht schämen. Er ein Band um den Hosenbund machen. Folglich ist er zu schmal für Gastons Buxen", lachte Verrill. "Zudem Gaston darf dann auch früh Feierabend machen und sich zurückziehen. Er soll sich etwas erholen, wo er mir immer so treu beisteht. Du siehst glücklich aus, dass freut mich Ciel. Ich hoffe wir alle sehen so aus und ich glaube, dass wir gewaltigen Spaß im Kloster haben werden. Aber sagt das nicht Paps", lachte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
"Spaß bei der Strafe - in Alexandres Tempel würde das nicht passieren. Da dürften wir auf einem Nagelbrett schlafen und uns drei mal täglich selbst geißeln, während wir dem zuständigen Hexer erläutern, warum wir es heute besonders verdient haben. Ich denke, in einem normalen Kloster wird es dagegen das reinste Zuckerschlecken sein. Ja, ich bin glücklich mit Ferrau." Ciel grinste, ganz entgegen seiner sonstigen Art, wie ein kleines Mädchen und rutschte sogar etwas auf seinem Stuhl herum.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich denke wir sollten es genießen, Spaß haben und dort etwas lernen. Und wir vier sollten auch wirklich zusammenhalten denn sonst wird es nicht gehen. Und ich werde es nicht schaffen ohne Eure Hilfe, dass gestehe ich gleich dazu. Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen werde, aber ich werde vorsichtig sein, mit meinen Arbeiten. Aber wir werden sehen was uns dort zugeteilt wird, sonst könnten wir ja tauschen", schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich denke, die Mönche werden ausreichend medizinische Kenntnisse haben, um dir keine zu schweren Arbeiten zuzumuten. Ansonsten ist im Zweifelsfall die Sicherheit des Ungeboren vorrangig und dann stell dich einfach stur, das kannst du ja. Linhard und ich werden uns um das kümmern, was zu viel für dich ist. Ich freue mich richtig darauf, die Strafe anzutreten. Wir werden bessere Menschen sein, wenn wir sie abgeleistet haben, auf jeden fall aber ein besseres Team."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Und wir werden neues richtig kennenlernen, nicht nur nachlesen. Darauf freue ich mich. Dass hat Du lieb gesagt Ciel", freute sich Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erhob sich und wischte den Stempel mit dem Handrücken breit. "Ich werde Ferrau Bescheidsagen und wir machen uns bettfertig, dann kommen wir rüber. Bis gleich." Er grinste und verließ die Amtsstube.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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