Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Souvagnische Schminke

Von Kartenmaterial ├╝ber den Adel und die Politik bis hin zu landestypischen Rezepten ist hier alles zu finden, was man als Einwohner oder Reisender in Souvagne wissen sollte.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Souvagnische Schminke

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Do 9. Aug 2018, 10:28

Souvagnische Schminke


Viele Nicht-Souvagner empfinden es als befremdlich - ja geradezu als suspekt, weshalb sich bei uns in Souvagne M├Ąnner von Stand schminken.

Den meisten Fremdlingen ist Schminken lediglich von Frauen bekannt. Die Schminke von Stand hat allerdings nichts mit der kosmetischen Schminke gemein, wie wir sie durch die Anwendung von Frauen kennen.

Kosmetische Schminke, ist lediglich eine dekorative Kosmetik und wird im Allgemeinen dazu verwandt die k├Ârperliche Ausstrahlung der Tr├Ągerin zu steigern. Das Schminken dient im kosmetischem Falle der Betonung der pers├Ânlichen Sch├Ânheit und dem kaschieren m├Âglicher Makel, wie Falten oder dergleichen. Jene Schminke nutzen vorwiegend Frauen.

Souvagische Standesschminke unterteilt sich in zwei Kategorien.

Adels- oder Standesschminke
Die Adels- oder Standesschminke ist die erste Kategorie, sie unterstreicht den Stand der adeligen Person an sich. Jeder Mann und jede Frau von Adel zeigt ihre Nobilit├Ąt durch einen blassen Teint. Um eine m├Âglichst makellose und vollkommene Bl├Ąsse zu erreichen, schminken sich Aristokraten.

Das ewige Amt
Die Schminke des ewigen Amtes ist die zweite und wesentlich wichtigere Kategorie. Manche ├ämter sind zeitlos und stellen eine fiktive und dennoch zeitgleich reale Person dar. Vergleichbar ist diese Schminke fast mit Theater-Schminke, denn sie l├Ąsst eine reale Person mit einem Amt verschmelzen. Allerdings gibt es f├╝r die Schminke des ewigen Amtes strenge Regularien, gleichzusetzen mit der entsprechenden Kleiderordnung bestimmter ├ämter.

Nehmen wir als Beispiel meine Person.

Als Privatperson bin ich Maximilien Rivenet de Souvagne, ein Mensch, ein Sterblicher.
Als Amtsperson bin ich der Duc de Souvagne, die Personifizierung Souvagnes und ewigw├Ąhrend.

Als Privatperson ist es unerheblich, inwieweit ich mich schminke, solange ich die Standesregularien beachte.

Als Amtsperson bin ich die Personifizierung, die Verk├Ârperung Souvagnes selbst. Mit Anlegen des gro├čherzoglichen Ornates verschwindet die Privatperson Maximilien Rivenet de Souvagne hinter der Amtsperson des Duc.

Der Duc de Souvagne ist ewigw├Ąhrend, solange es die Souvagne gibt, solange wird es den Duc de Souvagne als Verk├Ârperung des Landes geben. Um dieses ewige Amt, diese fiktive und dennoch zeitgleich reale Person zu verk├Ârpern, sowie die Unsterblichkeit dieses Amtes zu untermauern, sehen all jene die dieses Amt mit Leben erf├╝llen identisch aus.

Die Schminke des ewigen Amtes, ist genau wie das Ornat, das Reichsschwert und das Zepter eine Machtinsigne und zeitgleich eine Maske. Sie verbirgt die Privatperson hinter dem Amt und erhebt sie zeitgleich in dieses.

Auf den Punkt gebracht bedeutet dies folgendes.

Der Duc de Souvagne sitzt wie seit jeher in Souvagne auf dem Thron und regiert sein Land. Weder kann man den Duc de Souvagne einfangen, einkerkern oder gar t├Âten. Dies ist schlichtweg unm├Âglich, oder so gut wie unm├Âglich.

Denn der Duc ist keine tats├Ąchliche Person.

Der Duc ist wesentlich mehr als die meisten jemals vollumf├Ąnglich begreifen werden.
Der Duc de Souvagne ist ein Amt, eine Idee, er ist eine gelebte ├ťberzeugung.

Nat├╝rlich kann ein Assassine mich sprich Maximilien jagen, er kann mich sogar t├Âten, aber der Duc de Souvagne stirbt nicht.

Es hat immer einen Duc gegeben.
Kein M├Ârder kann ein Amt, eine Idee oder gar eine ├ťberzeugung t├Âten.
Niemand kann das.

Und solange noch ein einziger de Souvagne, solange noch ein einziger Souvagner atmet, wird es einen Duc geben - ihn.

Er wird das Ornat anlegen, die Schminke des ewigen Amtes auftragen und der Duc de Souvagne wird wieder sein, er war niemals fort.

Ebenso verh├Ąlt es sich mit allen anderen permanenten ├ämtern. Der Hofmarschall bleibt der Hofmarschall, gleichg├╝ltig welche Privatperson dieses Amt bekleidet. An seiner Kleidung, sowie an seiner ewigen Schminke erkennt jeder Souvagner sofort, dass es sich bei dieser Person um den Hofmarschall handelt, wer immer dieses Amt nun ausf├╝llen mag.

Dies ist der Grund, weshalb sich M├Ąnner von Stand und mit besonderen Titeln in Souvagne schminken. Die ├ämter sind ewig und die Gesichter - die Masken dazu ebenfalls.
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"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Sch├Ânheitsfleck - Mouche

#2

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 14. Aug 2018, 16:59

Sch├Ânheitsfleck - Mouche


Als Sch├Ânheitsfleck wird ein echtes Muttermal bezeichnet, das einer Person ein besonderes attraktives ├äu├čeres verleiht. Einen k├╝nstlichen Sch├Ânheitsfleck, gleichg├╝ltig ob aufgemalt oder aufgeklebt nennt sich Mouche. Ein Mouche ist an besonderer Stelle des K├Ârpers zu finden, ├╝blicherweise im Gesicht. Ferner kann er auf dem Dekolletee, der Schulter, neben dem Bauchnabel oder auf den Armen getragen werden.

Mouche ist eigentlich die Bezeichnung f├╝r ein kleines, schwarzes Sch├Ânheitspflaster. Mouches werden von vielen Damen und einigen Herren getragen. Vorwiegend jedoch von Adel am Hofe. Ein Mouche besteht aus Samt oder Seide, kosteng├╝nstiger aus gummiertem Taft oder aus feinem Leder, sehr selten aus Papier. Die g├╝nstigste Variante ist der aufgemalte Sch├Ânheitsfleck.

Die Erl├Ąuterung Sch├Ânheitsfleck kann hier irref├╝hrend sein, denn es finden sehr viele Formen des Mouche Verwendungen, so z.B. Sterne, Herzen, Insekten und vieles mehr.

Spezielle kleine Beh├Ąlter, genannt Boites a┬┤ Mouches dienen zur Aufbewahrung der der kleinen Kostbarkeiten. Ebenso wie das Mouche ist das K├Ąstchen seiner Aufbewahrung ein Kleinod sowie Prestigeobjekte. Die Boites a┬┤Mouches werden aus Gold, Silber, Elfenbein, Horn, edlen H├Âlzern und auch aus feinem Pappmache┬┤ hergestellt. Sie sind aufwendig verziert und weisen in der Innenseite des Deckels einen Spiegel oder einem Miniatur-Portrait auf.

Die Anbringung eines Mouches geh├Ârt bei vielen Adligen von Stand zur vollst├Ąndigen Morgentoilette, meist ist das Anbringen des Mouches der kr├Ânende Abschluss.

Die Wirkung des Mouches sticht besonders bei extrem hellem Teint hervor. Dieser gilt als vornehm und man solle nicht mit der reichlichen Verwendung von wei├čer Schminke und Puder sparen, sobald man gedenkt ein Mouche zu tragen.

Der Mouche soll gar nicht nat├╝rlich wirken, im Gegenteil, je aufw├Ąndiger ein Mouche gefertigt und gestaltet ist, desto mehr Prestige bringt er seinem Tr├Ąger ein.

Der Ursprung des Mouche findet sich in der Heilkunde. Urspr├╝nglich war der Mouche daf├╝r gedacht, Hautunreinheiten oder Hautunebenheiten wie durch Pockennarben hervorgerufene Hautver├Ąnderungen zu ├╝berdecken. Im Laufe der Zeit wurde der Mouche zum Symbol und Spielball des Adels.

Mehr als drei Sch├Ânheitsflecken zu tragen gilt als ├Ąu├čerst geschmacklos.
Diese Botschaft wird ausschlie├člich von Frauen getragen, die der M├Ąnnerwelt Liebesdienste gegen Bezahlung anbieten.

Aber das Mouche dient nicht nur allein der Versch├Ânerung seiner Tr├Ąger. Die kleinen Mouches sind ├ťberbringer nonverbaler Botschaften. Sie teilen dem Eingeweihten etwas ├╝ber die Eigenschaften der Tr├Ągerin oder des Tr├Ąger mit, je nachdem, wo sie platziert sind.

So k├Ânnen beispielsweise entsprechend platzierte Mouche wissen lassen, dass ihre Tr├Ągerin nichts gegen ein Liebesabenteuer einzuwenden h├Ątte. Umgekehrt kann eine passend platziertes Mouche aber auch vor l├Ąstigen Verehrern sch├╝tzen.


Botschaften:

Auf der Stirn - Majest├Ątisch oder die w├╝rdevolle Frau/der w├╝rdevolle Mann

Auf der rechten Wange - die Frau/der Mann der vergeben/verheiratet ist und keine Ann├Ąherung w├╝nscht

Auf der linken Wange - die Frau, die nichts gegen Liebesabenteuer hat/der Mann, der nichts gegen ein Liebesabenteuer hat

Im Augenwinkel -die leidenschaftliche Frau/der leidenschaftliche Mann

├ťber den Gr├╝bchen, die beim Lachen entstehen - die zu Scherzen aufgelegte Frau/der zu Scherzen aufgelegte Mann

Im Mundwinkel - die Frau, die gerne k├╝sst/der Mann der gerne k├╝sst

Auf der Nase - die ausgelassen fr├Âhliche Frau/der ausgelassene fr├Âhliche Mann

├ťber den Lippen - die kokette Frau/der kokette Mann bereit f├╝r einen Flirt

Unter der Unterlippe, fast schon am Kinn - die diskrete Frau/der diskrete Mann

Auf dem Kinn - die Frau/der Mann der ein Geheimnis bewahren kann

In Augenn├Ąhe - die Unwiderstehliche/der Unwiderstehliche

Auf dem Busen/auf der Brust - die Enth├╝llende/der Enth├╝llende

Um eine kleine Unreinheit der Haut zu verdecken - die Diebin/der Dieb


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