Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Kapitel 9 - Grabesk├Ąlte

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angef├╝hrt werden die Bei├čer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel f├╝r den ├ältesten zu finden.
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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Kapitel 9 - Grabesk├Ąlte

#1

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Sa 11. Aug 2018, 01:31

Robere Tekuro Chud-Moreau
Arbogast machte ihn fertig. Ihre Gespr├Ąche wechselten min├╝tlich zwischen freundschaftlichem Plaudern und Streit. Tekuro brauchte eine Pause und hielt sich in geb├╝hrendem Abstand zu den anderen dicht bei dem Geist seines Vaters. ┬╗Papa, ich hab mir was ├╝berlegt. W├╝rdest du noch mal mit zum Herrenhaus kommen?┬ź

Kazrar
Kazrar schaute von Teku zu Arbo und zur├╝ck. Die beiden redeten aneinander vorbei, da keiner die Wahrheit auf den Tisch packen wollte. Aber das war jetzt das geringste Problem. Sobald sich die Gem├╝ter wieder abgek├╝hlt hatten, konnten sie erneut miteinander reden und vielleicht sogar ├╝bereinander, hoffte Kazrar. Beide waren sich wichtig und so sollten sie sich nicht angehen, denn beide meinten es gut. ┬╗Nat├╝rlich werde ich Dich begleiten, aber ich wei├č nicht ob ich so weit ohne den ├ältesten reisen kann┬ź, gestand er ehrlich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro stand sofort auf und trat respektvoll vor die Gottheit in Gestalt eines Jugendlichen. ┬╗├ältester. Mein Vater und ich m├Âchten noch einmal zum Herrenhaus zur├╝ckkehren. K├Ânnt Ihr das erm├Âglichen? Oder wollt Ihr mitkommen? Ich ... muss noch mal dahin.┬ź

Ältester
Der ├älteste schlug die Augen auf und musterte Teku aus nachtschwarzen Augen, die leicht rot gl├╝hten. ┬╗Die Entfernung ist f├╝r eine menschliche H├╝lle zu gro├č Tekuro ohne Zahn, wir w├╝rden Deinen Vater verlieren. Da ich Dir versprach ihn in der Physis zu halten, werde ich Euch begleiten. In dieser Gestalt habe ich noch nicht meine volle Macht zur├╝ckerlangt, wie ich sie einst im alten Fleischtempel hatte. Wir wollen Deinen Vater nicht im Strom der Seelen verlieren, also werde ich an seiner Seite bleiben, auf das er weiter an Deiner Seite wandelt. Ins Herrenhaus zur├╝ck... nun ich k├Ânnte mich dort umschauen ob vielleicht noch etwas brauchbares vorhanden ist und mich von meinen Gef├Ą├čen verabschieden. Irgendwie h├Ąngt man doch an fleischlicher Materie, gerade wenn man sie knapp 300 Jahre bewohnte mein J├╝nger. Reisen wir ab. Archibald wird mit Nori und Arbogast zu diesem Anwesen vormarschieren, dass Nathan ihm offenbarte. Er soll es f├╝r uns in Beschlag nahmen. Ein unbewohnter Keller klingt als erste Unterkunft sehr gut┬ź, sagte Dunwolf.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Danke, ├ältester┬ź, sprach Tekuro und verneigte sich. Zu seinem Vater sagte er: ┬╗Hast du geh├Ârt? Der ├älteste begleitet uns sogar! Lasst uns gleich aufbrechen.┬ź Er verabschiedete sich zuerst von Nori. ┬╗Pass auf dich auf┬ź, sagte er freundlich und blickte kurz auf ihren Bauch.

Nori
┬╗Ich werde auf mich und vor allem auf Arbo und Archi aufpassen und auf diesen bunten Herrn der scheinbar Paps zum Fressen gerne hat. Pass selbst auf Dich auf und komm mir nicht in dem Haus um, wir hatten noch einiges vor ohne Zahn - pada┬ź, lachte Nori.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Ich komm nicht um┬ź, erwiderte Tekuro und stie├č ihr mit der Faust gegen die Schulter. ┬╗Ich hab dir gesagt, was ich machen werde und das zieh ich durch.┬ź Dann musterte er Arbo. ┬╗Tsch├╝ss.┬ź

Arbogast
Tippte sich kurz wie zu einem milit├Ąrischen Gru├č vor die Stirn. ┬╗Adieu┬ź, gab er zur├╝ck und lehnte sich wieder gegen die Wand um weiter zu schlafen.

Kazrar
Kazrar gesellte sich zu seinem Sohn und wartete, bis der ├älteste soweit war. Der ├älteste stand auf, klopfte sich die Robe sauber und warf einen Blick auf Arch, Arbo und Nori. ┬╗Archibald, Du wirst mit Nathan Garcia die neue Unterkunft in Beschlag nehmen. Sollte dort jemand wohnen, sieh zu dass er umzieht... in den Nexus. Wir werden bald zur├╝ckkehren und ich erwarte Euch in der neuen Burg. Von dort aus werden wir alles weitere planen. Gehen wir Teku┬ź, sagte der ├älteste.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro gab den Weg vor und hielt seinem Vater und dem ├ältesten die Holzt├╝r des Bierkellers auf. Sie waren eine Weile unterwegs, doch schlie├člich erreichten sie erneut das Herrenhaus von Hohenfelde. Schwarz und finster stand es noch immer da und wartete, als sei es noch immer beseelt. Tekuro hielt sicherheitshalber seine Repetierarmbrust auf die T├╝r gerichtet, falls die D├╝sterlinge sie erneut angreifen w├╝rden.

Ältester
Der ├älteste griff ├╝ber die Armbrust und dr├╝ckte sie nach unten. ┬╗Meine D├╝sterlinge werden uns nicht angreifen. Sie sind wahrhaftige Gl├Ąubige so wie Du. Sie gingen davon aus, dass Ihr das Haus und den Tempel gesch├Ąndet habt. Meine R├╝ckkehr wird sie eines Besseren belehren.... Jaaa.... mein steinerner K├Ârper.... mein weltliches Gef├Ą├č... so lange... so urendliche lange hat es uns beherbergt und gespeist... mit der unendlichen Macht des Seelenflusses.... Heimweh nach einem Zustand... seltsam nicht wahr? Kommt meine Kinder...┬ź, sagte der ├älteste der im Grunde der J├╝ngste rein k├Ârperlich von ihnen war und gab den Weg vor.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro verstaute die Armbrust auf seinem R├╝cken und folgte dem ├ältesten ins Innere. Das sanfte blaue Leuchten von Kazrar war die einzige Lichtquelle, nachdem sie den Eingangsbereich hinter sich gelassen hatten. ┬╗Ich m├Âchte noch einmal hinab. Zum K├Ârper meines Vaters.┬ź

Kazrar
Kazrar musterte Tekuro erstaunt. ┬╗Was m├Âchtest Du bei meinem K├Ârper Teku? Es ist schon schmerzhaft ihn verloren zu haben, m├Âchtest Du ihn bergen? Es w├Ąre sch├Ân, wenn er nicht dort unten f├╝r immer im ewigen Eis liegen w├╝rde. Doch es hat auch eine seltsame symbolische Bedeutung, jeder aus unserer Familie starb in der K├Ąlte und lag im Frost. Mein Vater, meine Mutter und sogar ich. Ist das nicht seltsam?┬ź, sagte der Geist.

Ältester
┬╗Es ist eine Metapher f├╝r eine Versinnbildlichung ein Vanitasbild. Ich werde Euch f├╝hren. Nun Ihr seid alle in der K├Ąlte gefallen, aber Teku wurde in der K├Ąlte neu geboren und Du wirst in der K├Ąlte durch Deinen Sohn wiedergeboren werden, so prophezeihe ich es Euch┬ź, sagte der ├älteste und um seine menschliche H├╝lle schien auf einmal ein schwarzes Leuchten zu entstehen. Ein grauenvoller Schrei erklang aus seiner Kehle, ein Schrei so viel Schmerz und Hilflosigkeit in sich trug, dass es einem die Kehle zuschn├╝rte und das Herz sich in der Brust verkrampfte. Sein Mund stand offen, der Schrei nicht enden wollend, so lief der ├älteste voran.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro erschauerte bei den Worten seines Vaters und des ├ältesten, die ihn an seine eigene Sterblichkeit erinnerte. Mit einem durchdringenden Schrei riss der ├älteste ihn aus dem Grauen heraus. Tekuro schnaubte laut und einen Moment lang wurde sein Gesicht von einer Kondenswolke seines Atems umh├╝llt. Er sch├╝ttelte das Entsetzen ab. ┬╗Ich will mir deinen K├Ârper noch mal anschauen. Ich war damals fertig. Au├čerdem ... dachte ich, dass du vielleicht noch mal kurz reinschweben k├Ânntest. Der ist zwar ohne Kopf und steifgefroren ... aber ich wollte gern deine Hand noch mal anfassen, wenn du darin bist.┬ź Er folgte dem ├ältesten weiter hinab.

Kazrar
Kazrar f├╝hlte dass sich ihm als Geist trotz allem die Nackenhaare aufstellten bei diesem grauenvollen Schrei. Er schloss ganz dicht zu Tekuro auf und fragte sich was nur los war. ┬╗Ja ich werde in meinen K├Ârper schl├╝pfen und Du kannst meine Hand halten Teku, ich m├Âchte ihn noch einmal sehen, aber ich habe auch Angst davor┬ź, gestand Kazrar.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Ich hoffe, du musst dann nicht die ganzen Schmerzen noch mal sp├╝ren ... sonst kannst du vielleicht nur deine Hand reinlegen? Geht das? Schei├če, ich hab grad meinen Moralischen wegen dem dummen Saftsack. Der soll mich nicht noch mal zulabern. Der ├älteste hat Hunger, kann das sein? Oder ruft der wen?┬ź

Ältester
Mitten im Schrei, brach dieser pl├Âtzlich ab und die W├Ąnde verschoben sich so, wie der ├älteste sie ben├Âtigte. Er f├╝hrte sie zu einer, steinernen geheimen Treppe und sie gingen in absoluter Finternis die steilen Stufen hinab, nur Kaz erhellte den Weg. Es dauerte nicht lange, dann erleuchtete seine Gestalt die gefrorene T├╝re. ┬╗Gr├Ąmt Euch nicht meine J├╝nger, dies war nur mein Gastgeber. Ich musste den Griff um dieses Gef├Ą├č etwas lockern, damit ich mich transzendent wieder mit meinem Haus verbinden konnte. Achtet nicht darauf┬ź, sagte er fast liebevoll und ├Âffnete die T├╝r mit einem harten Tritt. Krachend flog sie auf und er schlenderte voran in die eisige Leichenhalle. ┬╗Daheim........ hmmmmmmm┬ź, sagte Dunwolf.

Kazrar
Kaz ├╝berlegte und sch├╝ttelte dann den Kopf. ┬╗Ich denke dieser alte steifgefrorene K├Ârper wird nichts mehr sp├╝ren Teku. Das einzige was ich sp├╝ren kann, ist Deine Liebe zu mir, sie w├Ąrmt sogar die Grabesk├Ąlte die meiner Seele innewohnt. Und ich sp├╝rte die Wiedersehensfreude von Archibald, auch wenn er kein Wort dar├╝ber verlor... er hat sich gefreut, der alte Scharfzahn. Ich werde Dir Deinen Wunsch auch dann erf├╝llen, wenn ich Schmerzen leide, ich m├Âchte mich selbst noch einmal sehen. Und bitte, bitte pr├Ąge Dir ein wie ich aussehe wir m├╝ssen einen ├Ąhnlichen K├Ârper f├╝r mich finden, einen Arashi, einen K├Ârper indem ich wieder heimisch werden kann, wenn der ├älteste dieses Wunder f├╝r mich vollbringen m├Âchte┬ź, bat Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Anwolf soll hier mal nicht so rumschreien. Wir gehen zu meinem toten Vater. Da soll der Kerl sich benehmen.┬ź Ohne zu z├Âgern schritt Tekuro die Eisentreppe hinab. Seine Kampfstiefel polterten laut auf dem Gitterrost. Mit jedem Schritt wurde er schneller, bis er vor dem geforenen K├Ârper stand, ├╝ber den bis zu den Schultern das Leichentuch lag. In respektvoller Langsamkeit trat er ganz an ihn heran. An der Seite schaute unter dem Tuch noch die Hand heraus, die Tekuro so lange umklammert gehalten hatte, bis sie angetaut war, nun wieder vollkommen hart. ┬╗Hier ruhst du, Papa┬ź, sagte er z├Ąrtlich und strich ├╝ber das Tuch. ┬╗Ich werde dich ganz genau anschauen, wenn du erlaubst. Ich hab von deiner Wunde genascht, ich hoffe, das geht in Ordnung. So konnte ich was von dir mitnehmen.┬ź

Kazrar
Kazrar nahm die Hand seines Sohnes und seine Augen h├Ątten Tr├Ąnen vergossen, w├Ąren sie dazu noch in der Lage gewesen. Aber so war seine Tr├Ąnen trocken und ihm blutete das Herz. Er sah seine alten H├Ąnde, mit denen er so gerne seinen Sohn umarmt h├Ątte. Kalt und steifgefroren lagen sie dort, v├Âllig nutzlos. Aber dennoch war sein Sohn an seiner Seite. Er hatte ihn weder verabscheut noch gehasst, er hatte verstanden. Hatte so vieles nicht gewusst und dennoch hatte er einfach verstanden. Man sagte es so leicht, folge Deinem Herzen. Aber was sollte ein Vater tun, der sich das eigene Herz aus dem Leib gerissen hatte und es in Tausend Scherben zersprungen war, da er sein Kind weggeben musste? Welcher Scherbe sollte er folgen? Er hatte es nicht gewusst, er hatte nur gehofft und gebetet. Das war alles was ihm geblieben war, die Hoffnung. Und so schrieb er sich alles von der Seele, jede noch so kleine Begebenheit des Gl├╝cks, des Pechs, der Freude und der Wut immer in der bangen Hoffnung Tekuro m├Âge diese Wort einst lesen und er m├Âge wissen wer Tekuro ist. Das Archibald seinen Sohn gefunden und sich dessen angenommen hatte, sagte ihm weitaus mehr, als Archibald jemals mit Worten sagen w├╝rde. Aber sobald er einen neuen K├Ârper hatte, w├╝rde er einfordern was ihm zustand. Seine Z├Ąhne und Archibalds Hintern. Grimmig musterte er seinen Sohn ehe er breit grinste. ┬╗Z├Ąhne┬ź, sagte er gut gelaunt und deutete auf seinen Leichnam. ┬╗Es ist in Ordnung, es ist v├Âllig in Ordnung, Du bist immer ein Teil von mir gewesen, nur so konnte ich einer von Dir werden mein kleiner Teku┬ź.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro zog langsam das Tuch herunter und legte es zusammen und an das Kopfende. Er trat einen Schritt zur├╝ck und betrachtete den sch├Ânen K├Ârper seines Vaters, deutlich davon gezeichnet, wie die Schweine namens Ansgar und Davard ihn zugerichtet hatten.

Kazrar
Tekuro sieht einen K├Ârper der von Stichwunden so verunstaltet ist, dass man die Wunden nicht z├Ąhlen kann. Seine Meuchler hatten nach seinem Tod sogar so oft zugestochen, dass sich viele Schnitte ├╝berkreuzten und das Schnitt und Stichmuster Kreuze und Sterne bildete. Tekuro sah, dass man seinem Vater die Eier abgeschnitten hatte. Ein gerader, harter und brutaler Schnitt. Sie hatten ihn entmannt und den Schwanz der L├Ąnge nach in zwei H├Ąlften geschnitten. Er sah aus wie ein zerst├Ârtes W├╝rstchen. Was die beiden f├╝r einen Hass auf diese Person gehabt hatten, wurde Tekuro ├╝berdeutlich, als er sah dass eine gewaltige, unheimlich dicke Salami seinem Vater wie ein ├╝berdimensionaler Dildo in das Rekum gerammt worden war. F├╝r Sekunden wurde es dunkel in der Leichenhalle, ehe das Licht von Kazrar flackernd zur├╝ckkehrte.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro blieb ├Ąu├čerlich vorerst ruhig. Er nahm das zusammengelegte Leichentuch und legte es seinem toten Vater zwischen die Beine, um den Anblick zu verdecken. Er ging dabei nicht hektisch vor. Ganz bewusst bewegte er sich gemessen, auch wenn sein Herz raste. Er nahm sich anschlie├čend Zeit, um den Rest des Leichnams langsam zu betrachten. Die Wunden ignorierte er, so gut es ging und konzentrierte sich auf Statur, Hautfarbe und Behaarung, um einen m├Âglichst identischen Ersatz f├╝r Kazrar organisieren zu k├Ânnen.

Kazrar
Er sah einen durchtrainierten Arashik├Ârper, Archibald hatte ihn nicht belogen. Rein von der Bemuskelung und dem K├Ârperbau her, h├Ątte Kaz sich l├Ąngst die Z├Ąhne verdient haben m├╝ssen. Er war schlank, hatte ein breites Kreuz und eine schmale H├╝fte. Er hatte kaum K├Ârperbehaarung. Er hatte einen dunklen Hautton. Ein tiefes Braun, dass ein wenig ins Olivfarbene ging. Seine H├Ąnde waren stark und ausgepr├Ągt, die H├Ąnde eines Schwert- und Faustk├Ąmpfers. Anhand der H├Ąnde sah Teku, wer ihn ausgebildet hatte. Die Finger von Arch sahen ganz ├Ąhnlich aus, man sah auch ihnen an, welche Kraft in ihnen wohnte. Er hatte Kazrar gut trainiert, er hatte sogar mehr getan, er hatte Kazrar voll austrainiert. Und Kaz musste ein flei├čiger Sch├╝ler gewesen sein, denn sein K├Ârper war nicht einfach nur trainiert, er war absolut definiert. Keinem Sch├Ânheitsideal unterworfen, sondern reiner, k├Ąmpferischer Effektivit├Ąt, was seine Sch├Ânheit im Grunde erst richtig steigerte. Seine Fingern├Ągel waren kurz und scharf, sie hatten nicht die L├Ąnge wie jene von Archibald. Sein Schritt musste einst dunkle Haare gehabt haben, denn Teku kannte die Schopfhaare seines Vaters. Aber nun war dort nicht mehr viel zu sehen, au├čer geronnenes Blut. Sogar seine Arme und Beine wiesen zahlreiche Stichverletzungen auf. Zu Lebzeiten musste er wirklich ein sehr sch├Âner Mann gewesen sein und Teku wusste insgeheim, dass er vieles von seinem Vater geerbt hatte. Allen voran die Bemuskelung, dass sch├Âne V und die gute Figur. Dennoch stand der Geist neben seinem eigenen K├Ârper v├Âllig fassungslos.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro pr├Ągte sich jeden Millimeter ein. Ungeachtet der schweren Wunden strich er seinem Vater ├╝ber die Arme und ├╝ber die Brust, ehe er schweigend verharrte, als w├╝rde er beten. Aber erbetete nicht, er unterdr├╝ckte das, was in ihm tobte, weil er sah, wie es Kazrar ging. Er sollte sehen, wie stark sein Sohn war, damit er sich nicht auch noch um ihn Sorgen machte. Er hatte genug mit dem Anblick seines K├Ârpers zu tun. ┬╗Du warst ein sehr sch├Âner Mann, Kaz┬ź, sagte Tekuro. ┬╗Wir werden lange suchen m├╝ssen, um jemanden zu finden, der w├╝rdig ist. ├ältester. Kannst du den K├Ârper von meinem Vater kurz auftauen?┬ź

Ältester
┬╗Selbstverst├Ąndlich, danach werde ich Euch f├╝r einige Zeit verlassen, ich muss hinab in den alten Tempel steigen, es gibt auch f├╝r mich noch einiges hier zu erledigen...┬ź, sagte Dunwolf und gab die Leiche von Kazrar frei. Erneut klappte dabei sein Mund auf und der grauenvolle, nicht enden wollende Schrei erscholl von neuem. Auch diesmal endete er so abrupt wie er begonnen hatte. ┬╗Wir treffen uns vor dem Haus, bis sp├Ąter J├╝nger┬ź, sagte der ├älteste und schritt in die Finsternis davon die ihn nur zu bereitwillig zu verschlucken schien.

Kazrar
Kazrar schaute seinen Sohn an um nicht sich anschauen zu m├╝ssen. ┬╗Danke f├╝r das Kompliment. Ja, ich mochte mich auch. Ich habe meinen K├Ârper geliebt und mit ihm geliebt. Nun und auch andere Dinge, aber dass... das ist Raserei... das war nicht n├Âtig und wast steckt dort... ich kann nicht hingucken, was haben sie... ich meine... ich...┬ź, sagte Kaz und schwieg flackernd.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Schau besser weg.┬ź Tekuro legte das Tuch wieder beiseite und machte sich so vorsichtig, wie es m├Âglich war, an dem nun weichen K├Ârper zu schaffen. Von der Sache her war das unn├Âtig, da die Zeit seiner Schmerzen vorbei war, aber alles in ihm forderte ihn dazu auf, ihn so zu behandeln, als w├╝rde er noch am Leben weilen. Eine Weile sp├Ąter hatte er die Salami entfernt und auf den Boden geworfen. Seine Finger waren blutverschmiert. Er legte seinen Vater so ordentlich hin, wie es ging. Dann holte er ein Tuch von irgendeinem anderen Toten, um ihn bestm├Âglich sauber zu tupfen. Er wickelte einen Streifen davon um das entzweigeteilte Fleisch. Wenn der K├Ârper erneut gefor, w├╝rden die H├Ąlften von allein zusammenbleiben. Der Rest des Tuches bedeckte den Unterk├Ârper, als Tekuro die weiche Leiche fest umarmte. Sein Gesicht war verzogen von Qual und Liebe.

Kazrar
Kazrar beobachtete was sein Sohn dort tat und schaute stillschweigend mit unendlicher Dankbarkeit im Blick zu. Es gab keine Worte daf├╝r was er empfand, Erleichterung, war nicht ann├Ąhernd dass, was seine Gef├╝hle ausdr├╝ckte. Er hatte die Sch├Ąndung von ihm genommen, Kaz f├╝hlte sich auf seltsame Art geheilt, obwohl jede Heilung f├╝r diesen K├Ârper zu sp├Ąt kam. Als Teku seine sterblichen ├ťberreste umarmte, umarmte er als Geist seinen Sohn. Teku sp├╝rte wie die eisige K├Ąlte durch seinen K├Ârper sickerte, wie sie die Haut durchdrang, in sein Fleisch zog und sich bis auf die Knochen ausbreitete. Kaz schien ihn nicht wieder loslassen zu wollen oder zu k├Ânnen. ┬╗Danke┬ź, war alles was er kaum h├Ârbar hervorbrachte.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro antwortete nicht, aber der Geist von Kazrar sp├╝rte, was er empfand, als ein St├╝ck von ihnen ├╝ber die Haut des Lebenden eins wurde: ein nahezu unertr├Ągliches Gemisch an innerer Qual, Hass auf die M├Ârder und Leichensch├Ąnder und unendlich viel Liebe zu diesem verst├╝mmelten K├Ârper. Tekuro legte sich dazu und zog die Arme des K├Ârpers um sich. Mit geschlossenen Augen schien er zu schlafen. Bald begann er vor K├Ąlte zu zittern und mit den Z├Ąhnen zu klappern. Das Blut des Toten bildete Kristalle und die Haut wurde fest.

Kazrar
Kazrar lie├č seinen Sohn behutsam los und legte sich auf seinem eigenen K├Ârper ab. Er versank aber nicht in diesen, sondern blieb oben auf liegen. ┬╗Tekuro, kleiner Wanderer, Du wanderst in die falsche Richtung mein Sohn. Du darfst nicht zur├╝ckgehen. Sagte der ├älteste nicht, es ist eine Metapher? Schau auch hier gefriert es, wir m├╝ssen von hier fort. Du musst zur├╝ck zu den Lebenden, da geh├Ârst Du hin. Ich habe alles daf├╝r gegeben, dass es so kam und ich werde alles daf├╝r geben, dass es so bleibt. Sogar meine letzte Essenz, wenn es Dich rettet Teku. Nur verabschiede Dich jetzt von diesem Leib, wie ich es einst musste. Und dann schaue in die richtige Richtung, schaue nach vorne, gemeinsam mit mir. Damit wir beide zur├╝ck kehren k├Ânnen in die W├Ąrme, ins Leben. Ohne Dich bin ich dazu verdammt zu vergehen wie eine Wolke im Wind. Ich kann mich nicht lange halten. Aber selbst wenn unsere Reise missgl├╝cken sollte, ich m├Âchte Dir eines sagen. Ich bin zutiefst dankbar dass ich Dich noch einmal sehen durfte. Das ich erfahren durfte, dass Du lebst, dass Du es geschafft hast, trotz allem. Oder gerade deshalb? Teku ich bin gl├╝cklich und sehr stolz auf Dich. Und ich liebe Dich von ganzem Herzen, auch wenn es nicht mehr schl├Ągt┬ź, sagte Kaz leise.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Ich liebe dich auch, Papa. Mach dir um mich keine Sorgen.┬ź Tekuro setzte sich langsam und zitternd auf, schlug die Beine ├╝ber den Rand und erhob sich. Er hatte blaue Lippen und war kreidewei├č. Er legte den Leichnam wieder ordentlich hin, wobei er ihm die Finger ├╝ber der Brust verschr├Ąnkte. ┬╗Du hast Recht. Die K├Ąlte holt mich noch fr├╝h genug zu dir. Aber eigentlich will ich dich wieder ins Leben holen, bevor wir irgendwann zusammen auf die andere Seite gehen. Ich kann hier nicht bleiben. Und Nori wartet auch.┬ź Mit einem letzten Blick zog er das Tuch ├╝ber den K├Ârper, der seinem Vater 28 Jahre lang gute Dienste geleistet hatte. Sie w├╝rden einen Neuen finden, der ├älteste hatte ihnen diese zweite Chance gegeben und Tekuro gedachte, sie bestm├Âglich zu nutzen. ┬╗Ich erspare dir, Arkan zu suchen. Der sieht wahrscheinlich nicht besser aus und der ├älteste ist weg. Steifgefroren kann ich nix f├╝r ihn tun.┬ź Sehr viel langsamer, als er in den Keller gestiegen war, m├╝hte er sich wieder hinauf. Als er durch den Eingang ins Freie trat, erschien ihm das Licht der Sonne viel zu hell und zu hei├č. Er setzte sich in einiger Entfernung vom Herrenhaus in das verwilderte gelbe Gras und wartete auf den ├ältesten, damit sie zur├╝ck zu Archibald und den anderen kehren konnten.

Kazrar
Kazrar folgte seinem Sohn und verstand nur zu gut, warum er ihm den Anblick von Arkan ersparen wollte. Er w├╝rde es nicht ertragen, seinen Freund so zu sehen. Sich selbst so zu sehen, war hart genug, aber die verst├╝mmelte Leiche von jemanden, den man liebend in den Armen gehalten hatte? Jemanden den man gek├╝sst hatte? Er konnte allein die Vorstellung davon schon kaum ertragen, der Anblick w├Ąre grauenvoll gewesen. Er folgte seinem Sohn und setzte sich neben ihn ins Gras. Kaz schaute in Fernen, die nur er sehen konnte und f├╝hlte sich so schwach wie selten zuvor. Aber auch gereinigt auf unerkl├Ąrliche Art und Weise. Er rutschte zu Tekuro auf und schaute ihn an. ┬╗Du warst das Letzte woran ich dachte, nicht er. Obwohl ich ihn liebte, warst mein letzter Gedanke Du bevor er mir die Kehle v├Âllig durchschnitt und es dunkel wurde. Er war dort schon sicher lange tot. Er war ein guter Kerl, verr├╝ckt, ├╝berdreht, manchmal zu wild und etwas verpeilt, aber er konnte auch eine Seele von einem Mensch sein und er war mein Freund. Danke dass wir ihn nicht angeschaut haben┬ź, sagte Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Erst holen wir dich zur├╝ck und dann ihn┬ź, versprach Tekuro. ┬╗Der ├älteste will ein Opfer daf├╝r, dass er dich wieder leben l├Ąsst. Ansgar wird es sein, den er bekommt von mir. Und f├╝r Arkan werden wir uns Davard schmecken lassen - nachdem wir mit den beiden das gemacht haben, was sie mit euch anstellten. Lebend.┬ź Er stand auf. ┬╗Dann sind wir alle beieinander. Du, Arkan, Archi, ihr die drei V├Ąter. Nori, Arbo und ich, wir sind eure Kinder. Und bald wird es Enkel geben. Sie haben gedacht, sie k├Ânnen euch vernichten und uns mit euch. Aber sie werden es sein ... die diese Welt verlassen.┬ź

Kazrar
Kazrar schaute zur├╝ck zum Haus. ┬╗Das hier war lange Zeit mein Leben und nun sind wir so weit fort von allem. Es ist als h├Ątte es das alles nie gegeben. Ich f├╝hle mich nah und so fern zu gleich. Nichts kann ich ber├╝hren, es ist als schaue ich nur alte Bilder an und erinnere mich. Aber so langsam glaube ich... ich bin die Erinnerung. Ich wei├č nicht ob es je so sein wird, oder ob es nur ein Traum ist Teku. Ein sch├Âner Traum, ein Traum jenseits dessen, was ich f├╝r m├Âglich hielt. Ich klinge schon fast wie meine Beute... Aber mancher Schmerz l├Ąsst einen weich werden, er l├Ąsst einen auftauen┬ź, sagte Kaz mit nicht zu deutendem Ton.

Ältester
Ein anderer Ton erklang daf├╝r. Wieder dieses grauenvolle Kreischen und der ├älteste st├╝rmte an ihnen vorbei als w├Ąre der Leibhaftige hinter ihm her. Der Leibhaftige war es nicht, sondern eine Rotte wilder, geifernder D├╝sterlinge die versuchten ihn mit den Z├Ąhnen und Klauen zu erwischen, aber der ├älteste rannte was seine jungen Beine hergaben.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Nah, Papa, du bist nicht weich. Das da drin macht einen fertig. Aber wir haben alles getan, was ging. Wir holen dich zur├╝ck, wir holen Arkan zur├╝ck! Wir leben das Leben, dass die Schweine uns genommen haben. Als Familie.┬ź Er zog seine Armbrust vom R├╝cken und ballerte auf die D├╝sterlinge. Nicht in wilder Raserei, diesmal zog er keine Salve durch die kleinen D├Ąmonen, sondern zog den Abzug f├╝r jeden Bolzen einzeln. Er schoss mit einem absolut klaren Kopf und jeder Schuss war ein Treffer.

Ältester
Der ├älteste warf sich um die Ecke und verschwand au├čer Sichtweite in Sicherheit, w├Ąhrend die D├╝sterlinge im Hof von Tekuro so pr├Ązise wie von einem Chiraugen niedergestreckt wurden. Einer nach dem anderen hauchte keuchend und knurrend sein Leben aus. Es dauerte einen winzigen Augenblick, dann w├╝rde die T├╝r des Herrenhauses derma├čen aufgeschleudert, dass eine der Doppelt├╝ren aus den Angeln flog und die andere schr├Ąg h├Ąngen blieb. ┬╗Wo ist mein verfluchtes Gef├Ą├č?┬ź, kreischte der ├älteste ohrenbet├Ąubend und nahm schweben die Verfolgung auf.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Fluchend rannte Tekuro dem Jungen hinterher. Er war hervorragend in Form, wenn auch von der K├Ąlte noch steif in den Gliedern, aber er war schnell. Er hoffte, dass er den Giftzwerg erblicken w├╝rde - denn dann war es fast sicher, dass er ihn auch fing, sofern der nicht einen extrem guten Trainingszustand oder ├╝berraschende Tricks auf Lager hatte.

Ältester
Kreischend stoben die Passanten auf der Stra├če auseinander wie ein wildgewordener H├╝hnerhaufen. Finger deuteten auf Robere und die Leute rannten um ihn herum, als st├╝nde er in einem Sturm aus Menschen. Sie wuselten hier und dort, jeder versuchte an ihm vorbei zu kommen und alles schrie zeitgleich durcheinander. Aber Teku stellte fest, dass nicht er der Grund dieser Massenpanik war, sondern rechts neben ihm gl├╝hte sein Vater blau und links neben ihn pulsierte der ├älteste mit leeren Augenh├Âhlen und wehendem Haar in schwarz-rot. Damit war die Panik erkl├Ąrt, aber nicht beseitigt. Von Anwolf fehlte jede Spur.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Schei├če┬ź, br├╝llte Tekuro au├čer sich und stie├č die Passanten, die es nicht rechtzeitig schafften, ihm auszuweichen, beiseite, wie ein Bulle, der durch eine Menschenmasse rast. Bald schon musste er feststellen, dass Anwolf nicht mehr zu sehen war. Mit glasigen Augen blickte er sich um. Er blieb stehen. ┬╗├ältester ... wollt Ihr einen von denen hier nehmen? Die Auswahl ist gut. Und Papa ... vielleicht siehst du auch einen, den du erstmal benutzen kannst. Schei├če. Schei├če!┬ź, br├╝llte er w├╝tend.

Ältester
Der ├älteste schwebte n├Ąher und Teku sp├╝rte eine ganz andere K├Ąlte, eine K├Ąlte die ihn zu verschlingen drohte, so etwas wie ein Grinsen rutschte ├╝ber das Gesicht der uralten Kreatur. Die scheinbar leeren Augenh├Âhlen war gar nicht so leer, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte, absolute Finsternis wabberte in ihnen und Tekuro sp├╝rte wie er schw├Ącher wurde, wie er in die Knie gehen musste, als h├Ątte der ├älteste ein Loch in seinen K├Ârper geschlagen. ┬╗Du hast auf meine J├╝nger geschossen!┬ź, donnerte der uralte Lich. ┬╗Wieso hast Du auf meine J├╝nger geschossen!?! WAS habe ich Dir gesagt? Du wagst es meinen Befehl in Frage zu stellen? Wie konntest Du das Deinem Gott antun? Wei├čt Du wieviele Flaschen ├╝brig sind um mich in dieser gottverdammten Sph├Ąre zu halten? Ich warne Dich Tekuro ohne Zahn, Du besorgst mir sofort ein neues magisches Gef├Ą├č oder ich werde etwas anderes verzehren und zwar Deinen Vater und Dich! Wir haben unser Wort gehalten und Du f├Ąllst mir derma├čen in den R├╝cken! Wir haben den Tod f├╝r Dich besiegt, wir haben unsere Energie... unsere begrenzte fleischliche Energie f├╝r Dich geb├╝ndelt.... waren wir nicht gro├čz├╝gig? Waren wir nicht gn├Ądig? Waren wir nicht Gott genug f├╝r Dich? Und Du Tekuro t├Âtest Deine Glaubensbr├╝der und l├Ąsst meinen K├Ârper entkommen! Was ist los mit Dir? Bist Du ein Ungl├Ąubiger geworden? Verrate es mir, dann hebe ich unsere Vereinbarung auf und schicke Deinen Vater fort und zwar sofort!┬ź, donnerte der ├älteste mit einer Stimme nicht von dieser Welt. Die Stra├če hatte sich mittlerweile v├Âllig geleert. Keine Menschenseele war mehr zu sehen, sogar die Tiere waren verstummt, angesichts der gewaltigen, unnat├╝rlichen, magischen Bedrohung die in der Luft lag. Alles schien den Atem anzuhalten, sogar die Steine.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro wurde binnen Sekunden so schwach, dass er sich an einer Hauswand hinabrutschen lie├č, bis er auf dem Boden sa├č. ┬╗Ihr k├Ânnt ... erstmal mich haben┬ź, bot er mit schwacher Stimme an. ┬╗Damit Ihr nicht vergeht. Trinkt. Ihr seid Gott. Es tut mir leid. Behaltet Kazrar hier ... nehmt alles von mir, was Ihr braucht. Wir k├Ânnen in einem Tempel schauen nach Magiern ... oder in einer Akademie.┬ź

Kazrar
Kazrar fiel vor dem ├ältesten auf die Knie. ┬╗Nehmt alles von mir, ich bin schon tot, zehrt mich auf... aber ich flehe Euch an, lasst meinen Sohn leben. Er ist alles was ich habe, alles was ich je hatte. Mein Leben ist bedeutungslos ├ältester, denn es ist l├Ąngst vorbei. Ich bin nicht mal ein Schatten, ohne Eure Macht w├Ąre ich nicht hier. Sie war geliehen, ein Geschenk Eurerseits, nehmt es zur├╝ck und verschont mein Kind, ich bitte Euch┬ź, flehte Kazrar inst├Ąndig.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Mir geht es gut┬ź, schnaufte Tekuro und stemmte sich wieder auf die Beine. ┬╗Ich suche ... ich werde suchen.┬ź Er bewegte sich an der Wand entlang auf der Suche nach einer Hauptstra├če, die ihn zum Marktplatz f├╝hren w├╝rde, wo in der N├Ąhe oft auch ein Tempel stand.

Ältester
Mit brennenden Augen starrte der uralte Lich wie ein Rachegott auf die beiden Seelen vor ihm herab. Er schien einen Moment wirklich zu ├╝berlegen, sich Kazrar einzuverleiben, aber dann wurden seine grauenvollen Gesichtsz├╝ge ├╝berraschend milde. Seine schwarzen Haare peitschten nicht l├Ąnger im imagin├Ąren Wind, sondern umwogten ihn wie eine ruhige See, mit sanftem Wellengang. ┬╗Sterbliche.... meine Anh├Ąnger sind wenige und ich bin nicht ohne Gnade... ich vergebe Euch dieses eine mal... ber├╝cksichtigend, dass Ihr Kinder seid im Vergleich zu mir. Ihr seid ein Wimpernschlag in meiner immerw├Ąhrenden Geschichte. ABER ihr werdet Wiedergutmachung leisten. Ihr werdet mir sofort ein neues Gef├Ą├č besorgen und zwar jetzt! Ihr habt keine Vorstellung davon, was es mich kosten w├╝rde mich aus der Tranzendenz zur├╝ckzurei├čen. Die Anker... nun was soll ich es erkl├Ąren... Ihr versteht diese Vorg├Ąnge nicht... ein Tempel... z├╝gig... Und Du Tekuro ohne Zahn, wirst mich so lange beherrbergen. Aber zweifele nie wieder an meinem Wort oder an meiner Gnade!┬ź, sagte der ├älteste ernst und schwebte ganz nah vor Teku. ┬╗├ľffne Dich┬ź, befahl er.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro blieb stehen und schaute den ├ältesten dankbar an. ┬╗Sagt mir, wie ich mich ├Âffnen soll. Ihr k├Ânnt mich haben.┬ź

Ältester
Der ├älteste zog fragend eine nachtschwarze Augenbraue hoch und trotz dem erst der Situation sah die Geste bei so einem Gesch├Âpf tats├Ąchlich witzig aus. ┬╗├ľffne Deinen Mund so weit Du kannst und hei├če mich willkommen, so wie es Anwolf tat┬ź, lachte der ├älteste leise kopfsch├╝ttelnd.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro gehorchte. Er ├Âffnete seinen Mund, als w├╝rde er g├Ąhnen und dabei die Z├Ąhne zeigen.

Ältester
Der uralte Lich schwebte n├Ąher und Tekuro sp├╝rte wie sich Lippen so hart und rau wie Sandpapier auf seine pressten. Zuerst war es nur ein unangenehmes Gef├╝hl, schroff, rau, rissig, widernat├╝rlich, aber dann saugten sich diese eisigen Lippen an seinen fest. Unterdruck bildete sich in seinem Rachen, so dass er kaum noch atmen konnte. Etwas rann wie fl├╝ssiges Eis seine Kehle hinab und als Tekuro seine Augen auf den ├ältesten fallen lie├č, sah er wie sich dieser von unten nach oben aufl├Âste... wobei das stimmte nicht. seine Gestalt sog sich in sich selbst hinein, krempelte sich auf links, so dass seine Nebelbeine, sein Unterleib, sein Bauch und sein Brustkorb in ihn hinein und durch seine eigenen Lippen in Tekuros K├Ârper flossen. Je mehr sich in Tekuro vom ├ältesten niederlie├č, je grausamer, rei├čender, schneidender und brennender wurden die Schmerzen in seinem K├Ârper. Seine Kehle stand im Gefrierbrand, w├Ąhrend sich sein Kopf so anf├╝hlte, als st├╝nde er in Flammen. Sein Magen f├╝hlte sich an wie fl├╝ssige S├Ąure. Mit einem letzten eisigen Hauch verschwanden die schwarzen Haare in Tekuros Mund und glitten seine Kehle hinab. Der Schmerz war derma├čen gro├č, dass er daf├╝r keinen Ausdruck fand. Er f├╝hlte wie falsch dieser Zustand war. Das es keine Berrechtigung, kein Recht darauf gab, dass zwei Seelen sich einen K├Ârper auf diese Art teilen durften. Und er f├╝hlte, dass er nur noch als Hausherr geduldet war, weil diese fremde, uralte Seele es duldete. Er sp├╝rte ihre Macht, schwarz und finster schien sie jeden seiner Gedanken wie ein Pilzgeflecht zu umwuchern, nebenartige Schw├Ąrze breitete sich in seinen Gedanken aus, als sich die Seele von Dunwolf h├Ąuslich in seinem K├Ârper niederlie├č und es sich gem├╝tlich machte. `Trage uns zum Tempel schnell. Wie Du uns weitergibst hat Dir unser J├╝nger Archibald gezeigt, nun zeige Du Dich w├╝rdig und halte Stand┬┤, befahl der ├älteste Tekuro mental.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro brauchte einen Augenblick, ehe er sich wieder von den abnormen Schmerzen erholt hatte. Das unangenehme Gef├╝hl blieb, ein heftiger Druck auf seine Seele, als h├Ątte er zu wenig Platz in seinem eigenen K├Ârper. Seine Lippen waren noch immer eisig und w├╝rden es bleiben - er und der ├älteste waren dort besonders fest miteinander verbunden. Das Gef├╝hl der Schw├Ąche war gewichen und obwohl ihm nicht gut war, f├╝hlte er sich stark. Er blickte sich nach seinem Vater um und grinste ihn an. ┬╗Hat nicht wehgetan┬ź, log er. Dann beeilte er sich, durch die Stadt zu gehen. Vermutlich w├Ąre es am einfachsten gewesen, Kazrar zu bitten, etwas Abstand zu halten, damit die Menschen nicht vor ihnen flohen, aber er dachte ja gar nicht daran. Er packte sich den Erstbesten, den er zu fassen bekam, presste ihn am Hals gegen die Wand und lie├č sich von ihm den Weg zum Tempel beschreiben. ┬╗Trink┬ź, sagte er zum ├ältesten, w├Ąhrend er den Kerl anstarrte.

Kazrar
Kazrar lief neben seinem Sohn her und schaute ihn etwas ungl├Ąubig an. Es hatte nicht gerade so ausgesehen, als w├Ąre die Prodzedur nicht schmerzhaft. Es war ein grauenvolles Schauspiel, dass sich vor seinen Augen abgespielt hatte. Wie ein Wurm der in sich selbst hineinkroch, durch sich hindurch kroch und seine eigene Substanz per Mund zu Mundf├╝tterung in seinen Sohn sickern lie├č. Der schlimmste Anblick waren jedoch die Haare wie sie in dem Schlund seines Kindes verschwanden. Kaz konnte es nicht benennen, aber eine tiefe Urangst hatte von ihm Besitz ergriffen was Tekuro anging. Niemand legte sich mit Archibald an, dass wusste er. Aber Kaz wusste auch eines, er w├╝rde sich sogar mit einem Gott pers├Ânlich anlegen, wenn dieser seinem Sohn schadete. Grimmig schaute er zu, was Tekuro dort tat, w├Ąhrend der Mann in den Klauen seines Sohnes binnen Sekunden vor seinen Augen zu altern schien. Kazrar starrte Tekuro an und wusste nicht, was er davon halten sollte. Er sp├╝rte eine seltsame Macht, wie ein Sturm der ihn davontragen wollte, doch dann war dort eine unsichtbare Mauer, die ihn abblockte. Er wurde nicht in dieses Etwas gezogen, dass er nicht einmal sah. Dem Mann der ihnen gerade noch den Weg beschrieben hatte, erging es anders. Er hatte nicht soviel Gl├╝ck. Als Tekuro ihn loslie├č war aus dem einst jungen Mann ein uralter Greis geworden, der sich nur noch mit M├╝he und Not am Leben erhielt.

Ältester
┬╗Zum Tempel!┬ź, befahl der ├älteste gest├Ąrkt mit Tekuros Lippen und gab per Dr├Ąngung den Weg vor. Tekuro sp├╝rte die Ungeduld wie seine eigene, der ├älteste ben├Âtigte dringend einen neuen Fleischtempel, sonst w├╝rde es ihn innerlich zerrei├čen. Nun nicht seinen K├Ârper, aber seine Seele hatte dem Besatzer nichts entgegenzusetzen. Dabei sp├╝rte Tekuro dass sich dieser bewusst friedfertig verhielt um ihm nicht zu schaden. Was also musste Wolfi empfunden haben? Der Schrei bekam schlagartig eine andere Bedeutung. ┬╗Tempel!┬ź, dr├Ąngte der ├älteste.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro trat erschrocken zur├╝ck. Er starrte das gealterte Gesicht an, die Falten. Und f├╝hlte, wie der Lich in ihm noch st├Ąrker geworden war. Er sp├╝rte dessen enorme Macht und wie sie an seiner eigenen Seele riss. Tekuro war z├Ąh und durch eine harte Schule gegangen. Er w├╝rde alles tun, was getan werden muss. Sein Gesicht nahm den ├╝blichen harten Ausdruck an und er blickte zu seinem Vater her├╝ber. ┬╗Das tue ich f├╝r dich┬ź, sprach er mit einer sanften Stimme, die nicht zu seiner Mimik passte. ┬╗Und wenn zehntausend auf die Weise draufgehen.┬ź Er w├╝rdigte den zerst├Ârten Mann keines Blickes mehr und marschierte zu dem Tempel, in dem gerade eine Andacht stattfand. Mit beiden H├Ąnden stie├č er die T├╝r auf und stand im Lichtschein. Seine Gestalt warf einen riesigen schwarzen Schatten in den Saal. Als er durch den Mittelgang schritt, schien der Schatten noch zu wachsen. Er hielt z├╝gig auf den Altar zu, wo ein Ainuwarpriester eine Messe hielt und gerade ├╝ber mathematische Verh├Ąltnisse in der Natur sprach. ┬╗Magier?┬ź, fragte er beim Marschieren und die Frage richtete sich sowohl an den Priester als auch an den ├ältesten.

Ältester
`Ein wundervolles Gef├Ą├č, ├╝bertrage mich. K├╝ss ihn, so dass ich umziehen kann. Damit ist Dir und Deinem Vater Dein Versagen im Hof vergeben┬┤, erkl├Ąrte der ├älteste von Seele zu Seele. Tekuro sp├╝rte wie sich die Macht in ihm sammelte, wie sie anfing vor Ungeduld zu brodeln. Einer Raubkatze gleich, die bereit war f├╝r den Sprung auf ihre Beute.

Kazrar
Kazrar starrte seinen Sohn an, ja das tat Tekuro alles f├╝r ihn. Was er alles erdulden musste wegen ihm und nun auch noch f├╝r ihn. Er war ein lausiger Vater, er war wirklich nur ein erb├Ąrmlicher Feigling der zu nichts in der Lage war, als st├Ąndig davonzulaufen und sich neue Ausreden auszudenken, warum er nicht allein sein durfte. Oh es war so einfach, weil er nicht allein sein konnte. Daf├╝r hatte er Ansgar und Davard leiden lassen, daf├╝r hatte er Archibald angelogen. Frei nach dem Motto - sei schlau, stell Dich dumm. So war er an seinen Z├Ąhnen vorbeigeschrabbt, hatte sich niemals sie Z├Ąhne verdient. Hatte nie genug Biss gezeigt um sich den Status eines J├Ągers zu verdienen. Und nun musste sich sein Sohn f├╝r ihn durchbei├čen, weil er es nicht mal als Toter schaffte, genug Mumm aufzubringen. Er f├╝hlte sich erb├Ąrmlich. Flehentlich schaute er Tekuro an, die Angst in seinen Augen sprach B├Ąnde. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Tekuro von ihm angeekelt abwandte. Dessen war er sich sicher, Kazrar hatte so gro├če Angst wie niemals zuvor im Leben.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro, war bereit, nach dem Priester in der schwarzen Kapuzenrobe zu greifen - doch er hielt mitten in der Bewegung inne. Seine Finger waren ausgestreckt nach der Kehle des Priesters, doch sie ber├╝hrten ihn nicht. Er sp├╝rte den Blick Kazrars auf sich ruhen, senkte die Hand und drehte sich zu ihm herum. Um sie herum schrien die G├Ąste, stolperten ├╝bereinander, als sie zum Ausgang st├╝rmten. F├╝r Tekuro hatte nichts davon eine Bedeutung, als er Angst und Trauer in den Augen seines Vaters erkannte. ┬╗Papa?┬ź, fragte er in h├Âchstem Ma├če besorgt.

Kazrar
Kaz schwebte verzweifelt n├Ąher. ┬╗Bitte hasse mich nicht, bitte Teku... ich bin schwach... ich wei├č... ich werde es wieder gut machen. Bald, sehr bald. Ich habe nie den Mut irgendetwas allein durchzustehen, denn ich kann nicht allein sein... ich b├╝rde Dir alles auf. Ein Leben, ein einsames Leben! Und ich selbst kann keine Minute allein ertragen. Und nun k├Ąmpfst Du meinen Kampf, Du mein Kind, ist es nicht Aufgabe des Vaters seinen Sohn ein Leben zu erm├Âglichen? Ich versage, jeder einzelne Schritt ist ein Versagen Tekuro... selbst als Mensch habe ich versagt... schau mich doch nur an! Ein verlogener Hasenfu├č, ich habe die Z├Ąhne wirklich nicht verdient, da ich sie innerlich ablehnte. Die Z├Ąhne bedeuten sich durchs Leben bei├čen, notfalls allein. Ich habe nicht mal genug Biss um es zuzugeben vor meinem Meister. Ich hatte nicht mal genug Biss um ihm zu sagen, warum ich bei ihm bleiben wollte. Und ich hatte nicht mal genug Biss Dich vor mir zu besch├╝tzen. Der schw├Ąchliche Kazrar ist kein Mythos, er ist war. Ich bin ein Wurm, der einen Sohn wie Dich gar nicht verdient hat. Und ich jammere Dir hier die Ohren voll, voller Selbstmitleid und Angst Dich zu verlieren. Aber wie es Dir geht... das habe ich nicht gefragt. Gib ihn weiter Tekuro und verzeih mir meine Angst, ich hatte nichts und alles was ich wollte war Dich... ┬╗, st├Âhnte der Geist flackernd.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Wie k├Ânnte ich dich hassen, du bist mein Vater! Ich hab mir nichts sehnlicher gew├╝nscht, als dich kennenzulernen und zu erleben, wie du mich als Sohn willkommenhei├čt. Dass wir uns umarmen und nie wieder auseinandergehen. Dass alles nur ein dummes Missverst├Ąndnis war, wie ich ins Waisenhaus kam. Gleichzeitig war ich sicher, dass es nur der dumme Wunschtraum eines ├╝berfl├╝ssigen Kindes war. Dass du hier bist, wenn auch als Geist ... es bedeutet mir alles. Ich w├╝rde f├╝r dich beide Monde vom Himmel schie├čen und die St├╝rme anrufen, dass sie die Sonne verfinstern und Asamura f├╝r immer in Finsternis h├╝llen, ich w├╝rde die Sturmfluten beschw├Âren und ohne zu z├Âgern das Land leerfegen lassen, wenn dich das nur bei mir h├Ąlt! Papa, ich kann so wenig allein sein wie du. Meine Gef├╝hle sind v├Âllig unwichtig. Wichtig bist du. Und du wirst es Archibald sagen, wenn du bereit bist und wir wieder bei ihm sind.┬ź Tekuro marschierte ohne zu z├Âgern an den Priester heran, griff in die schwarze Kapuze und riss ihn an der Kehle an sich heran. Brutal dr├╝ckte er ihm die Lippen auf den Mund. Er k├╝sste ihn hart und intensiver, als es h├Ątte sein m├╝ssen.

Kazrar
┬╗Du wei├čt nicht, was mir diese Worte bedeuten... Du hast keine Vorstellung davon Tekuro kleiner Wanderer... in unserer Welt z├Ąhlt nur H├Ąrte, Unnachgiebigkeit, Entschlossenheit... aber das war ich nicht. Das war ich bewusst nicht um bei ihm bleiben zu d├╝rfen. Du verstehst mich, Du bist mir n├Ąher als ich es je f├╝r m├Âglich hielt.... Deine H├Ąrte ist eine Maske Tekuro und ich Danke den ├ältesten daf├╝r, dass Du nur eine Maske tr├Ągst. Meine Maske hei├čt Unf├Ąhigkeit... denn f├Ąhig, ja f├Ąhig war ich. Du h├Ąttest mich mit Arkan k├Ąmpfen sehen sollen mein Sohn. Du w├Ąrst stolz gewesen.... aber ich durfte es nicht zeigen... Dir werde ich alles beibringen, ich schw├Âre es Dir und wir beide werden f├╝r immer zusammenbleiben. Gleichg├╝ltig was noch kommt... ich schw├Âre es!┬ź, sagte Kaz vehement und der Geist hatte schlagartig eine ganz andere Ausstrahlung. Sogar sein blau war tief und satt.

Ältester
Tekuro sp├╝rte wie ihm spei├╝bel wurde. Die geballte Macht die sich in seinem K├Ârper wie ein tosender Sturm zusammengebraut hatte, verlie├č ihn nun wie ein W├╝rgen. Wieder dieses seltsame Gef├╝hl von unten herauf. Nun aber hinaus, je mehr der ├älteste ihn verlie├č um so leichter wurde ihm ums Herz. Seine Gedanken kl├Ąrten sich, Licht und Luft hielt wieder Einzug in seine Seele und in seinen K├Ârper. Als letztes verlie├čen seinen Rachen die schwarzen Haare. Rau und flusig f├╝hlte sich sein Hals noch einen Moment an und Tekuro musste sich wirklich ├╝bergeben. Dabei sah nun er wie der lange Haarschopf im Rachen des Priesters verschwand, w├Ąhrend dessen Schreck- und Schmerzgeweitete Augen geradezu ├╝berquollen. Die Adern in den Augen platzten, Tr├Ąnen aus Blut liefem ihm die Wangen entlang herab als sich die Augen nachtschwarz einf├Ąrbten. Ungelenkte, groteske Bewegungen f├╝hrte der Priester aus, so als wollte der ├älteste ein Kleidungsst├╝ck gerader├╝cken. Die starrenden Augen blinzelten, dann kehrte Ruhe in den K├Ârper ein. ┬╗Ahhhhhh.... jaaaaaaaaaaaa..... so ist es.... besser...┬ź, gurrte der ├älteste.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Keuchend richtete Tekuro sich wieder auf und putzte seinen Mund ab. Er überprüfte mit einem Blick, ob der Älteste seinen Platz gefunden hatte und an den schwarzen Augen erkannte er, dass er einen neuen Tempel sein Eigen nannte.
Die Worte seines Vaters r├╝hrten tief an Tekuro. Er schwieg und lie├č sie auf sich wirken. Er selbst hatte ebenso noch nie jemandem gesagt, dass er ihn brauchte. Er war sicher, dass Boldisz├ár wusste, wie sehr sie einander brauchten, aber sie sprachen nicht dar├╝ber. Sie zeigten es, indem sie f├╝reinander einstanden. Sein Vater war der erste Mensch, dem er seine Zuneigung verbal beichtete. ┬╗Papa, ich freu mich so drauf, von dir zu lernen! Wir zwei rei├čen Asamura aus seinen Angeln! Ich bin stolz auf dich, unsagbar stolz. Wir beide sind Skorpione, nur dass du deine Scheren absichtlich stumpf gehalten hast. Sie werden scharf sein. Du siehst noch sch├Âner aus ... ganz dunkelblau. Und sieh, der ├älteste ist wieder unter uns in einem neuen Fleischtempel.┬ź Tekuro verneigte sich vor dem Wesen, dass ihm Kazrar beschert hatte. ┬╗Was ist Euer n├Ąchstes Begehr?┬ź

Kazrar
┬╗Ich m├Âchte Dir gerne die Heimat zeigen, dass ist mir so wichtig, damit Du Deine Wurzeln kennst Tekuro. Kein Baum kann einem Sturm standhalten ohne Wurzeln. Sch├Âne Bl├╝ten sind Beiwerk, Bl├Ątter n├╝tzen Dir auch nichts, Du brauchst starke, feste Wurzeln mein Sohn und diese m├Âchte ich Dir schenken. Und ich werde mir meine eigenen Wurzeln zur├╝ckholen. Dabei k├Ânnen ruhig ein paar wei├če K├Âpfe rollen┬ź, grollte Kazrar.

Ältester
Der Priester leckte sich ├╝ber die Lippen und schaute sich im Tempel um. ┬╗Schauen wir doch mal ob wir die eine oder andere Seele finden┬ź, lachte er finster und machte sich auf die Suche nach etwas ┬╗Essbarem┬ź.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Wir reisen zu zweit nach Arashima, sobald Ansgar tot ist und der ├älteste seinen Blutzoll erhalten hat. Dort suchst du dir einen K├Ârper aus, der zu dir passt. Wenn du einen gefunden hast, bitten wir den ├ältesten, dich darin zu verankern und den alten Besitzer rauszuschmei├čen. Wir nehmen uns in die Arme und sind nie wieder getrennt, nie wieder. Anschlie├čend ist Arkan an der Reihe. Ich hol ihn f├╝r dich zur├╝ck, du musst dir darum keine Gedanken machen. Du kannst dein neues Leben einfach genie├čen. ├ťberleg dir nur, ob du Archibald vorher sagen willst, was es zu sagen gibt oder dann erst. Sag mal ... h├Ątte Arkan mich gemocht? Der w├Ąre ja mein zweiter Vater, wenn ihr ein Paar wart. Mutter war nur eine Leihmutter. Also w├Ąre ... er meine ... eigentliche Mutter?┬ź

Kazrar
┬╗Wie soll ich Ansgar als Geist bestrafen Tekuro Chud? Wie? Wir ben├Âtigen den K├Ârper vorher, sonst kann ich Ansgar nicht in den Arsch treten! Das geht doch nicht, ich trete durch und er... Schei├če der Kerl ist ein Nekromant!┬ź, st├Âhnte Kazrar. ┬╗Arkan war mein Partner, mein Geliebter, mein Mann Tekuro. Er w├Ąre Dein Vater und Deine Mutter in einem gewesen. Und er h├Ątte sich auch um Dich gek├╝mmert, aber er verlie├č mich nicht. Ob er Dich gemocht h├Ątte? Er hat Dich geliebt! H├Ątte... frage so etwas nicht mein Sohn, er hielt Dich in den Armen, er k├╝sste Deine Stirn, er w├╝nschte Dir alles Gute, er... sagte Du hast meine Nase... klein und spitz... vermutlich wirst Du sie auch in alle Dinge stecken die Dich nichts angehen... Seine Worte Tekuro... Ich werde nicht zu Archibald zur├╝ckkehren ohne einen K├Ârper der handeln kann. Sonst m├╝ssen wir hier in dem Arashibezirk suchen. Wie soll ich als Leuchtkugel k├Ąmpfen?┬ź, sagte Kaz m├╝rrisch.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Du meinst, er h├Ątte mich aufgezogen ... aber nicht um den Preis, dich daf├╝r zur├╝ckzulassen? Schei├če, ich lieb den schon jetzt. Wir w├Ąren so eine klasse Familie. Stattdessen kehre ich zur├╝ck und ... alle sind tot. Aber nicht mehr lange. Du hast recht. Wir m├╝ssen aufh├Âren. Wir suchen gleich hier vor Ort einen K├Ârper f├╝r dich. Der ├älteste ist ein Gott. Wenn wir sp├Ąter einen besseren Leib f├╝r dich finden in Arashima, dann wird er dir helfen, zu wechseln. Dann werden wir Ansgar mehr als nur in den Arsch treten.┬ź

Kazrar
Kazrar grinste b├Âse. ┬╗Oh ich denke Ansgar wird sich noch sehr gut erinnern, was man sonst noch so mit seinem Arsch machen kann...┬ź, grinste der Geist diabolisch. ┬╗Lies es nach Tekuro, ich schrieb es als meine Gef├╝hle noch frisch waren. Du wirst ihn in den B├╝chern kennenlernen und Dir Dein eigenes Bild von Arkan machen┬ź, sagte Kaz. ┬╗Und ja, Du w├╝rdest ihn ganz bestimmt lieben, er liebte Dich von dem ersten Moment an wo er Dich auf dem Arm hielt. Denn Du warst mein Sohn, der Mini-Kaz mit der viel zu spitzen Nase...┬ź, lachte Kazrar wehm├╝tig.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Dir geb├╝hrt die Rache. Wenn du erlaubst, mag ich der Sau danach ebenfalls meine Meinung zeigen. Er wird bekommen, was er meinte, deinem Leichnam antun zu d├╝rfen, bei vollem Bewusstsein. Jedes Detail davon. Die B├╝cher von dir, sie sind in Sicherheit, in meinem Quartier im Palast. Erz├Ąhlst du mir heut Abend von Arkan und dir, wenn ich mich hinlege? Von eurer besten Zeit. Ich hab heut so viel Schlechtes gesehen. Ich m├Âchte einschlafen mit deiner Stimme in den Ohren.┬ź

Kazrar
Kaz schaute Tekuro gl├╝cklich an. ┬╗Sehr gerne, es freut mich, dass Du Dich auch f├╝r Arkan interessierst. Ich werde Dir gerne von ihm erz├Ąhlen, denn ich erinnere mich gerne an ihn zur├╝ck. Du sollst mit meiner Stimme und meinen Erinnerungen einschlafen Tekuro. Du solltest Ansgar nicht gleich t├Âten, Du solltest ihm den Skorpion zeigen, so wie ich es tun werde und zwar mit intaktem Stachel und nicht mit gespaltenem. Oh und erinnere mich daran ihm eine Salami zu kaufen!┬ź, knirschte er mit seinen Geisterz├Ąhnen.

Robere Tekuro Chud-Moreau
┬╗Er kriegt mehr als nur den Stachel. Er kriegt zwei und alles, was er dir sonst noch gab, nur umgekehrt. Dich verst├╝mmelte er, nachdem er dir den Kopf abgeschnitten hatte - f├╝r ihn wird dies erst das Letzte sein, was er erlebt. Dein Sohn musste sehen, was er mit deinem Leichnam getan hatte. Er selbst wird zusehen d├╝rfen, wie ich das selbe mit seinem lebenden Sohn tun werde, ehe er selbst an der Reihe ist, sollten wir den Kleinen noch mal kriegen. Ansgar bekommt alles zur├╝ck, was er uns antat.┬ź Tekuro merkte, dass er geil wurde bei der Vorstellung. Er grinste gen├╝sslich. ┬╗Lass uns mal schauen, ob der ├älteste uns was ├╝brig gelassen hat.┬ź

Kazrar
Kaz musterte seinen Sohn. ┬╗Wenn wir seinen Sohn nicht bekommen, dann bekommen wir seinen kleinen Bruder, der ist zudem nicht ann├Ąhernd so wehrhaft wie Ansgar, dass kann ich Dir versichern. Er schreit nicht einmal, er war absolut gehorsam. Aber vielleicht bekommen wir auch beide, denn war der Kleine nicht bei seinem Onkel?┬ź, gr├╝belte Kazrar. ┬╗Nun warum solle Ansgar nicht so nett sein und uns alle auf einen Besuch empfangen? Einem nach den anderen? Das d├╝rfte f├╝r ihn doch kein Problem sein. Er ist uns noch etwas schuldig┬ź, sagte Kaz und nickte zustimmend. ┬╗Wer wei├č wo der ├älteste geblieben ist. Der kleine Hosenschei├čer hat uns ganz sch├Ân verarscht. Also der Junge, nicht der ├älteste┬ź, lachte Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro grunzte. Es war nicht herauszuh├Âren, was dieses Ger├Ąusch ausdr├╝cken sollte. ┬╗Wenn es nach mir geht, b├╝├čen sie alle, einer nach dem anderen. Je mehr, desto schlimmer f├╝r Ansgar, desto besser f├╝r uns.┬ź Er starrte ins Dunkel, wo der ├älteste in den Tiefen des hinteren Tempelgew├Âlbes verschwunden war. ┬╗Komm, wir sehen mal nach dem Rechten. Hab dich lieb, Papa.┬ź

Kazrar
Der Geist lie├č seinen Sohn vorgehen und strich ihm ├╝ber die Schulter. ┬╗Ich Dich auch mein Kleiner. Lass uns den ├ältesten holen und auf K├Ârperfang gehen┬ź, grinste er gut gelaunt. ┬╗Ich wei├č gar nicht was ich dazu sagen soll, es klingt alles so unwirklich. Aber das ich hier bin ist schon unwirklich genug┬ź, sagte Kaz gl├╝cklich.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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