Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Reederei Cheverette

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Gro√üherzogtum Souvagne ist gepr√§gt von sanfte H√ľgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h√§lt sich aus Kriegen gr√∂√ütenteils heraus und hat sich als einziges Gro√üherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit√§t. Von allen Herrschern ist er der Gem√§√üigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr√∂√ütenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Morasa
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Reederei Cheverette

#1

Beitrag von Morasa » So 12. Aug 2018, 14:33

Mayhew
 
beobachtete die Ver√§nderungen in Souvagne. Der Krieg draussen war endlich vorbei. Die Rakshaner waren verschwunden und Mayhew war froh dar√ľber. Die Rakshaner brachten nur Unheil, mordeten und raubten. Genau wie alle anderen Adeligen hatte er sich auf die Verteidigung vorbereitet. Solange der Krieg tobte, waren seine Bauern in seine Festung gezogen. Auch in die Festungen der anderen Adligen die seine Untertanen waren. Mayhew war froh um die schwere Festung in der er mit seine Familie lebte. Wie jeder Souvagner liebte er starke Mauern und die Traditionen.
Er war stolz auf ihren Duc. Sein Herr hatte nicht gez√∂gert sofort alles dicht zu machen um die Feinde auszusperren. Im inneren von Souvagne hatten die Adligen gleichgezogen. Mauern aussen besch√ľtzen die Mauern der Burgen im inneren. Und die inneren Mauern sch√ľtzen die Burgen. Die Burgen besch√ľtzten die Menschen.
Er stand auf der Br√ľstung von seiner Festung Chevrette. Die Festung erhob sich hoch auf einen Felsen. Hinter sich sah er Wald und vor sich dass Meer. Der Marquis war gerne hier oben.¬† Der Wind am Morgen war kalt und frisch. Mayhew schaute hinaus aufs Meer. Sogar hier oben konnte er den Geruch vom Meer riechen. Er dachte an die Schiffe im Hafen. An die Ger√§usche der Wellen an den Stegen. Mayhew liebte das Meer. Die Flotte von Souvagne lag immer noch im Hafen von Bariere. Oft ritt er hin und schaute sie sich an. Mayhew hatte sich zur Hochzeit der Princen das Schiff von Prince Gregoire de Souvagne angeschaut. Wann das wohl in See stach, fragte er sich. Und ob es auch einmal in seinen Hafen liegen w√ľrde.
Er st√ľtzte sich auf der Mauer der Zinnen ab. Sein Diener stand neben ihn. Der Wind war rau aber das machte ihn nichts aus. Er trank seinen warmen Gew√ľrz Wein und √ľberlegte. Er wollte seinen Herrn unterst√ľtzen beim Aufbau der neuen Gebiete. Ihr Land war gr√∂sser als jemals zuvor. Die neuen Gebiete erholten sich vom Krieg. Die neuen Adligen gaben alles. Die Princen ganz genauso.
Mayhew war kein junger Mann mehr. In seinen Leben hatte er viele Kriege gesehen. Zu viele Schlachten, darum freute ihn die Mauer um Souvagne so. Er wollte tatkräftig helfen.
F√ľr sein Alter sah der Marquis noch gut aus. Er war gross und schlank. Er war gut in Form und hatte nur ein bisschen Bauchansatz. Er war noch gut in Schuss.
Der Marquis wollte die Verbindung von seine Familie zum Hof st√§rken. Er war sein Herrn treu ergeben. Seine Tochter Francesca war noch nicht verheiratet. Zudem war sie eine Verehrerin des Duc. Viele Adelsfamilien hatten in ihre Burgen Bilder von ihren Herrn h√§ngen. Das zeigte ihre Treue. Und das sollte Gl√ľck bringen f√ľr beide Seiten. Francesca hatte sogar ein Bild von Maximilien de Souvagne in ihre Gem√§cher.
Manchmal sch√ľttelte der alte Cheverette dar√ľber den Kopf. Aber er selber hatte ein Portrait von seinen Herrn in ihrem Saal h√§ngen gehabt. Und eines von den alten Duc. Sie waren gute M√§nner. Bis seine Tochter Maximilien mitgenommen hatte. Sie hatte ihn abgeh√§ngt und bei sich aufgeh√§ngt.
Dass seine Tochter zu so ein Mann aufblickte war klar. Sie wusste alles, was eine Frau so √ľber den Duc erfahren konnte. Dar√ľber musste Meyhew oft lachen. Bestimmt wusste seine Tochter mehr vom Duc als der selber √ľber sich.
Mayhew wollte heute gemeinsam mit seine Tochter zum Hof reiten. Er hoffte, dass er mit dem Duc sprechen konnte. Was er vorzutragen hatte war schwer. Er wollte das seine Tochter im Hof unterkam. Aber Mayhew wollte noch mehr. Er wollte dass der Duc seine Tochter heiratete.
Francesca war eine h√ľbsche und junge Frau. Sie war 23 Jahre alt und manchmal eigenwillig. Vielleicht √ľberlegte sich der Duc das. War der Duc nicht einverstanden, dann hoffte Mayhew dass Francesca als Adlige am Hof anfangen durfte. Sie war klug und konnte eine Gesellschafterin werden. Vom Duc oder von eine seine Frauen.
Der Marquis hoffte seine Tochter benahm sich ordentlich und war nicht total durcheinander vor Aufregung. Seine Haare lösten sich im Wind und ärgerten ihn. Sein Diener band sie zu einen Zopf zusammen und steckte sie unter seinen Umhang. Mayhew trank seinen Becher aus. Er schaute noch einmal auf das Meer. Eine Stunde später reiste er mit seinen Leuten und seine Tochter zum Hof.  
 
 
 
 
 
 
 

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Re: Reederei Cheverette

#2

Beitrag von Morasa » Mo 13. Aug 2018, 00:37

Francesca

genoss den Ritt durch Souvagne. Sie reisten nicht quer durch das Land nach Beaufort, sondern an der K√ľste entlang. Francesca wusste dass ihr Vater den Weg w√§hlte. Daf√ľr liebte er das Meer zu sehr.¬† Sie reisten durch Bariere, Lanteigne, Chasseaux und Cantillion, von da zogen sie weiter nach Grivois und erreichten dann die Hauptstadt Beaufort.
Die Hauptstadt war pr√§chtig und bunt. Francesca war selten von Zuhause fort. Sie war noch nie in der Hauptstadt gewesen. Hier war alles sauber und geschm√ľckt. Ihre Landsleute liebten es bunt. Die Hauptstadt zeigte das besonders. Sie hielten diesmal nirgendwo an. Sie ritten weiter. Dann kam der Hof mit dem Palast in Sicht. Das Tor stand offen und was dahinter lag verschlug Francesaca den Atem.
Der Palast war gewaltig. So riesengross h√§tte sie sich das nicht vorgestellt. Ihr Vater verk√ľndete wer er war und sie durften hinein reiten. Gepflegte G√§rten, H√§user und dann ritten sie auf den Palast selber zu.
Sie hielten vor der grossen Treppe. Ihr Vater und seine Leute sammelten sich und betraten den Palast. Die Diener k√ľmmerten sich um den Rest. Francesca war sehr aufgeregt im Palast vom Duc zu sein. Hier wohnte und arbeitete er. Sie hoffte, dass sie ihn sehen w√ľrde. Aber sie sah nur Diener, Beamte und Gardisten. Francesca folgte ihren Vater und ihren Bruder in einigen Abstand wie es sich f√ľr eine junge Frau geh√∂rte. Sie schaute sich die Bilder und Gem√§lde an. Die W√§nde und Decken waren geschm√ľckt. Alles war wundersch√∂n und hell. Der Palast war keine Burg. Er war wie ein M√§rchenschloss und sie war mittendrin. Vor einige Bilder an den W√§nden blieb sie stehen und guckte sie sich genau an. Sogar die Decken waren bemalt. Francesca legte den Kopf in den Nacken und guckte nach oben. Das musste harte Arbeit gewesen zu sein, da oben zu hocken und √ľber Kopf zu malen.
Sie strich ihr Kleid glatt als sie merkte, dass sie fast ihre Familie verloren hatte. Schnell eilte sie hinterher. Ihr Vater guckte sich gerade um, da war sie wieder bei ihnen. Mayhew erkundigte sich gerade beim Hofmarschall nach einen Termin beim Duc.
Francesca konnte es nicht fassen. Sie w√ľrde den Duc pers√∂nlich kennenlernen und mit ihm sprechen. Ihr Vater hatte sie auf der Reise aufgekl√§rt. Ob der Duc die Verbindung eingehen wollte, wusste sie nicht. Das ihr Vater es versuchte freute sie. Er wollte ihr ein gutes Leben am Hof schenken. Mayhew wusste wie sehr sie f√ľr den Duc schw√§rmte. Der Hofmarschall bl√§tterte wild in seinen Papieren und ihr Bruder Marcello wurde langsam ungeduldig. Er schickte einen Boten f√ľr einen pers√∂nlichen Termin zum Duc. Mayhew bat um Zimmer f√ľr den Aufenthalt.
Ein Diener f√ľhrte sie auf die Zimmer. Francesca richtete sich mit ihre Zofe ein. Sie entspannte sich und wartete auf den Termin. Ihre Zofe legte ihr sch√∂nstes Kleid und den besten Schmuck raus. Francesa freute sich sehr den Duc endlich kennenzulernen, sie konnte es kaum abwarten.

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Re: Reederei Cheverette

#3

Beitrag von Morasa » Di 14. Aug 2018, 08:36

Marcello

war seinen Vater zum Hof des Duc gefolgt. Seine Schwester interessierte sich f√ľr die Deko vom Palast. Er interessierte sich f√ľr die Personen die er hier kennenlernen konnte. Im Hof konnte wurden Kontakte gekn√ľpft. Das hatte er von seinen Vater gelernt. Hier konnte ein Adliger und ein Gesch√§ftsmann m√§chtige Verb√ľndete finden. Aber sich auch m√§chtige Feinde machen. Marcello w√ľrde bald Nachfolger seines Vaters. Er hatte schon viele Freunde von seinen Vater kennengelernt. Er wollte sich aber auch einen eigenen Freundeskreis aufbauen. Als Gesch√§ftsmann konnte er nie genug Freunde haben.
Marcello war daf√ľr bereit, ebenso ein Freund und G√∂nner zu sein. Er wollte nicht immer nur in der Amtsstube der Reederei sitzen und √ľber die Gesch√§fte br√ľten. Sein Wunsch war, wenigstens einmal mit einem ihrer Schiffe zur See zu fahren. Das Problem kannte sicher jeder Handwerker. Ein Schneider trug seine gen√§hte Kleidung genauso wenig wie der B√§cker nicht selber seine Brote aufass.
Am Hof trafen sich auch andere hohe Leute. Marcello wollte nach Leute von der Marine Ausschau halten. Das war wichtig. So konnte er als Geschäftsmann erfahren wie die Schiffe sich im Alltag bewährten. Umso besser die waren, je mehr konnten sie verkaufen. Und wenn nicht, dann mussten die neuen Modelle angepasst werden. Sowas konnte einen nur ein Experte sagen.
Marcello redete gerne mit solche Leute, weil sie die gleichen Sachen liebten wie er. Das Meer und die Segelschiffe. Und was noch ganz wichtig war, war neue Kunden zu werben. Marcello wollte seinen Besuch nutzen, neue Leute kennenzulernen.

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Alexandre de la Grange
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Re: Ankunft in Souvagne

#4

Beitrag von Alexandre de la Grange » Di 14. Aug 2018, 21:08

Zur Verbl√ľffung des Hofstaates eilte dem Erzhexer heute keine Wolke von schwerem Schwei√ügeruch voraus. Alexandre erwartete Besuch. Er hatte Zerbino gestattet, ihn so sauber zu schrubben, wie es f√ľr einen Marquis angemessen war, ihn zu rasieren und ihm die Z√§hne zu putzen und ihn mit sauberen Roben anzukleiden. Manch einer erkannte Alexandre ohne seine kultivierte Unsauberkeit kaum wieder, doch diesen scherte es nicht, was der Hofstaat oder der P√∂bel von ihm hielt.

Pferdehufe klapperten und Kutschr√§der knirschten √ľber das Pflaster des Hofes. Die Kutsche mit dem Wappen der de la Granges fuhr vor, ein roter Hahn auf goldenem Grund. Begleitet wurde sie von einem kleinen, aber sehr aufgetakelten Gefolge mit gelben Wappenr√∂cken, auf denen ebenso der rote Hahn prangte. Eine Frau, die Ende 20 sein musste, stieg mit Hilfe ihrer Zofe aus. Sie war nicht so filigran gebaut wie die meisten Damen, sondern sehr gro√ü und muskul√∂s. Sie war mit ihren Absatzschuhen genau so gro√ü wie Alexandre und der war 1,84 m. Der rote Federbusch in ihrer braunen Perr√ľcke lie√ü sie allerdings noch gr√∂√üer wirken. Sie hatte ein rundes Gesicht mit einem prominenten Kinn und trug roten Lippenstift, der zu den Federn passte. Estelle Nolwenn de la Grange wurde von ihrem Bruder und ihren engsten Vertrauten Stella genannt - Stern.

Estelle und Alexandre umarmten sich und sie k√ľsste ihren Bruder. ¬ĽGut siehst du aus, Alex!¬ę Er sagte dazu nichts und bot ihr seinen Arm an. Er f√ľhrte sie ins Innere des Palasts, w√§hrend ihre Zofe hinterherging, die einen abgedeckten Korb in beiden H√§nden trug, und Zerbino f√ľr die Beiden die T√ľren aufhielt. Um das Gep√§ck k√ľmmerten sich die Dienstboten. W√§hrend des kurzen Fu√ümarschs l√§sterte Estelle √ľber die Damen ihres eigenen Hofs in La Grange. Auch dazu sagte Alexandre nichts.

Bevor sie ihr eigentliches Ziel ansteuerten, den Thronsaal, empfing sie Ciel, der ebenfalls schon aufgetakelt war. Mit seinem wei√ü geschminkten Gesicht und der wei√ühaarigen, unmodisch lockenlosen Per√ľcke blendete er regelrecht. Obendrein trug er heute sehr dunkelrote Kleidung, fast schwarz, so dass sein Kopf noch wei√üer wirkte. Alexandre war es nicht gewohnt, seinen Sch√ľler in diesem bedauernswerten Zustand weltlicher Verbundenheit zu sehen. Ciel hatte sich einen Sch√∂nheitsfleck in Form eines Fisches auf die rechte Wange kleben lassen. Der Kenner wusste, dass ein Sch√∂nheitsfleck auf der rechten Wange bedeutete, dass der Tr√§ger keine Ann√§herungsversuche w√ľnschte. Mit dem Motiv des Fischs outete Ciel sich obendrein als k√ľhl, pr√ľde und langweilig, um die Leute zus√§tzlich abzuschrecken. Wer genau hinsah, erkannte, dass der kleine Fisch ein dicker Karpfen war, der erstaunliche √Ąhnlichkeiten zu dem etwas moppelig gewordenen Ferrau aufwies, der in viel zu enger Kleidung herumwuselte. Und wer noch genauer hinsah, bemerkte einen viel schlankeren Fisch an Ferraus Hals unterhalb seines Ohres, wo er einen Knutschfleck mehr betonte als abdeckte.

Ciel, der Alexandres Blick bemerkte, schmunzelte etwas und widmete sich dann dem korrekten Begr√ľ√üungszeremoniell, als Alexandre ihm seine Schwester vorstellte. Anschlie√üend zog die kleine Prozession, zu der nun auch Ciel und sein Leibdiener Ferrau geh√∂rten, in Richtung des Thronsaales.

Als Familienmitglied war es Ciel verg√∂nnt, gleich in den Thronsaal einzutreten, die gesamte Gefolgschaft im Schlepptau. Er stellte sogleich fest, dass bislang nur Familienmitglieder anwesend waren, denn seine Mutter verhielt sich entsprechend. Strahlend erhob sie sich von dem Platz neben Maximilien, um ihren Sohn herzlich zu umarmen und auf die fischlose Wange zu k√ľssen. Ciel sch√§mte sich in Grund und Boden. Minette war noch nicht fertig, lautstark lobte sie Alexandres √Ąu√üeres, der sich schmallippig bedankte. Immerhin musste er keine Kussattacke ertragen, da er nicht zur Familie geh√∂rte, aber sie nestelte am Stoff seiner Roben herum, um sie zu bef√ľhlen. Danach war Estelle an der Reihe, deren Kleid und Federkopfputz sie mit vielen Ahs und Ohs bewunderte. Ciel fand Estelles √Ąu√üeres hingegen vollkommen √ľbertrieben, es passte zu dem roten Gockel im Wappen und Ciel meinte, tats√§chlich rot gef√§rbte Hahnenfedern in ihrem Haar auszumachen. Auch die Zofe wurde herzlich begr√ľ√üt. Minette schloss ihre Begr√ľ√üung damit, dass sie Ferrau liebevoll in die feiste Wange kniff und ihm zuschmunzelte, ehe sie sich bester Stimmung wieder bei ihrem Mann niederlie√ü, um diesen nun mit ihrer Herzlichkeit zu qu√§len. Dass die Duchesse ebenfalls anwesend war, die Erstfrau des Ducs, schien Minette in ihrer Herzlichkeit noch zu best√§rken, sie fummelte unentwegt an Maximiliens Hand herum, strahlte ihn an und plauderte mit gl√§nzenden Augen Belanglosigkeiten.

Ciel nahm bei seinen Geschwistern und seinen Schwagern Platz, weit genug entfernt von Minette, dass sie ihn nicht ohne weiteres erreichen konnte, aber nah genug, um auch noch mit seinem Vater sprechen zu k√∂nnen. Remy f√ľhlte sich sichtlich fehl am Platz, aber er gab sein Bestes, eine gute Figur zu machen - indem er die Klappe hielt. Er hatte Angst.

Alexandre und seine Schwester begr√ľ√üten soeben den Duc und die Duchesse.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Re: Reederei Cheverette

#5

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 14. Aug 2018, 21:46

Maximilien und Nathalie begr√ľ√üten Marquis Alexandre de la Grange und seine Schwester indem sie minimal das Haupt neigten. Eine standesgem√§√üe und freundliche Begr√ľ√üung. Josette, Maximiliens dritte Ehefrau gr√ľ√üte etwas schwungvoller und schaute ebenfalls auf die pr√§chtige Robe der jungen Marquise.

Max schmunzelte seinen Sohn Ciel wissend an, als seine Mutter Minette dazu √ľberging jeden entsprechend ihrer Art zu begr√ľ√üen, bevor sie sich wieder ihm widmete. Sein Blick fiel f√ľr einen winzigen Augenblick auf das Mouche und Max blinzelte seinem Sohn zu.

Von Dreux bekam Ciel ein herzliches L√§cheln geschenkt, ebenso war die Begr√ľ√üung offen und freundlich, was Alexandre und vor allem seine Schwester anging. Der Archi-Duc deutete eine Verbeugung an, um Estelle zu verdeutlichen, wie gut sie ihm gefiel.

Der Gruß von Gregoire und Linhard war freundlich, aber knapp, da sie Dreux nicht dazwischen funken wollten. So wie Dreux schaute, gefiel ihm was er sah. Estelle war eine Schönheit und sogar Alexandre unterstrich diesen besonderen Anlass indem er absolut perfekt gekleidet und gewaschen erschienen war.

"Nehmt doch bitte Platz und setzt Euch zu mir", bat Dreux Alexandre und Estelle höflich.

W√§hrend es sich Verrill an Linhards Seite bequem machte und gen√ľsslich einen hei√üen Tee trank, nahm Olivie Remys Hand in die ihre und streichelte ihn beruhigend. Das ausgerechnet die Plaudertasche Remy so leise war, besorgte sie. Er schien regelrecht √ľberw√§ltig zu sein und Angst vor ihrer Familie zu haben.

Als sich Minette wieder neben Maximilien setzte, rutschte er ein kleines St√ľck, damit sie neben ihm genug Platz hatte. Er verschr√§nkte seine Finger liebevoll mit ihren und streichelte dabei z√§rtlich ihre Handfl√§che. Auf der anderen Seite neben Min sa√ü Josette und h√∂rte ihr zu. Sie war neugierig, was Min Maximilien erz√§hlte.

"Marquis Mayhew de Cheverette hat um einen Privattermin mit mir gebeten. Eine solche Bitte erfolgt nicht grundlos und genau aus jenem Grund haben wir uns heute hier zusammengefunden. Ich möchte dass wir uns gemeinsam als Familie seine Bitte anhören.

Fabien sei so gut und suche den Marquis de Cheverette auf. Er soll sich bei uns samt seinem Anhang einfinden, zwecks Privattermin",
sagte Maximilien freundlich.

"Sofort Eure Majestät", bestätigte Fabien und machte sich umgehend auf den Weg.

"Nun der Marquis ist mit seinem ledigen Sohn und seiner ledigen Tochter am Hofe erschienen. Entweder w√ľnscht er sie in h√∂chste Kreise zu verheiraten, oder zu vermitteln. Ich bin gespannt was uns der gute Mayhew vorzuschlagen hat. Zwei heiratsf√§hige Kandidaten w√§ren noch zu haben, wobei ich glaube wir haben nur noch einen", schmunzelte Maximilien und nahm sein einen Keks von der Etagere.

"Nun ich glaube unsere beiden Kandidaten machen zur Zeit einen sehr gl√ľcklichen Eindruck. Und der junge Mann k√∂nnte auch an einem Posten am Hofe Interesse haben, nicht wahr Minette?", fragte Jossy gut gelaunt.

"Warten oder wetten?", schlug Verrill grinsend vor.
"Warten", lachte Max leise.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f√ľr etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Re: Reederei Cheverette

#6

Beitrag von Fabien Lacomb » Di 14. Aug 2018, 21:53

Der treue Leibdiener des Duc machte sie sofort auf den Weg zu Marquis Mayhew de Chevrette. Am Gemach des Gastes angekommen, klopfte Fabien und wartete einen Augenblick. Der Leibdiener des Marquis öffnete ihm und fragte nach seinem Begehr. Fabien stellte sich dem fremden Leibdiener kurz vor und erhielt umgehend Einlass.

Fabien trat vor den Marquis und verbeugte sich formvollendet.

"Meine besten Gr√ľ√üe werter Marquis. Mein Name ist Fabien Lacomb, ich bin der Leibdiener seiner Majest√§t Duc Maximilien Rivenet de Souvagne. Mein Herr ist nun bereit Euch zu einer Privataudienz zu empfangen. Bitte erscheint innerhalb der n√§chsten Stunde im Thronsaal, Ihr werdet erwartet", sagte Fabien respektvoll, verneigte sich erneut und machte sich auf den R√ľckweg zu Maximilien.

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Re: Reederei Cheverette

#7

Beitrag von Minette de Thibodeau » Di 14. Aug 2018, 22:00

F√ľr einen Moment erlosch Minettes L√§cheln und sie tauschte mit Jossy einen Blick, der h√∂chste Besorgnis verriet. Dann wechselte sie einen Blick mit ihrer Schwertmeisterin Arienne, die nicht nur f√ľr ihren leiblichen Schutz, sondern auch f√ľr ihr emotionales Sicherheitsbed√ľrfnis zust√§ndig war. Dann sah sie wieder nach vorn. Warum Estelle angereist war, hatte sie gewusst - Ciel, der liebe Junge, hatte es ihr im Vorfeld erkl√§rt, um seine Mutter zu beruhigen. Das Werben galt in Estelles Fall nur Dreaux und entsprechend freundlich war Estelle auch begr√ľ√üt worden. Doch was war mit der Tochter des Marquis de Chevrette? F√ľr eine Frau wie Minette, die ihren Mann aus ganzem Herzen liebte und nicht nur als gute Partie betrachtete, waren solche Termine eine Zerrei√üprobe. √Ąngstlich schloss sie ihre Finger fester um die Hand von Maximilien und starrte auf die T√ľr.
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Re: Reederei Cheverette

#8

Beitrag von Morasa » Mi 15. Aug 2018, 11:47

Mayhew
 
bedankte sich bei den Fabien. Sofort schickte er seinen Diener, seine Tochter und seinen Sohn zu informieren. Sie sollten sich schnell fertig machen, damit sie p√ľnktlich zum Termin kamen. Endlich war es soweit. Mayhew ging es um viel. Er w√ľnschte sich f√ľr seine Kinder eine gute Zukunft. F√ľr Francesca hoffte er, dass er sie am Hof unterbringen konnte. F√ľr seinen Sohn und sich selber hoffte er auf gute Gesch√§fte. Aber er wollte nicht nur bitten. Das geh√∂rte sich nicht. Er wollte vor allen den Duc seine Hilfe anbieten beim Aufbau der neuen Gebiete. Geben und Nehmen. Wenn er gute Gesch√§fte machte, konnte er davon was abgeben und andere unterst√ľtzten.
Sein Diener kam zur√ľck. Er wusste wie Mayhew gerne aussah. Darum kleidete er ihn mit seinen besten Kleidern und k√§mmte ihn so, dass er seine Haare offen tragen konnte. Auf dem Flur traf sich Mayhew mit seine Kinder. Sie hatten sich genauso rausgeptutzt wie ihr Vater.
Francesca sah wundersch√∂n aus. Mayhew wollte seinen Herrn vorschlagen, seine Tochter zu Frau zu nehmen. Der Duc w√ľrde sie hoffentlich nicht abweisen. Falls er Francesca nicht heiraten wollte, hoffte Mayhew dass sie als Gesellschafterin beim Duc bleiben durfte oder bei einer Dame. Sein Sohn sah genauso gut aus. Der Duc hatte nur eine Tochter und die war schon verheiratet. Aber am Hof gab es noch andere Damen, die eine gute Partie waren. Hier konnten sie viele Leute zeitgleich treffen und die lange Schreiberei war nicht n√∂tig. F√ľr sich und Marcello wollte er nach weiteren Auftr√§gen und Auftraggebern fragen. Gute Gesch√§ftskontakte waren wichtig. Mayhew wusste, dass es sein Sohn genauso sah.
Die Privataudienz war eine grosse Ehre. Der Marquis ging gemeinsam mit seine Kinder zum Thronsaal.
Dort wurde er von seinen Diener angek√ľndigt. Die Familie de Cheverette trat ein und verbeugte sich vor ihren Herrn. Mayhew und Marcello verbeugten sich elegant. Francesca verbeugte sich langsam und tief. Damit der Duc sie genau betrachten konnte. Als sie sich aufrichtete strahlte sie ihren Herrn an. Mayhew trat einen Schritt nach vorne.
 
‚ÄěVielen dank f√ľr die Privataudienz Hoheit. Ich habe einige Bitten und Vorschl√§ge f√ľr euch. Zuerst m√∂chte ich euch meinen Sohn Marcello vorstellen. Er arbeitet bei mir in der Reederei und ist sehr fleissig. Er wird bald in meine Fussstapfen treten und meine Gesch√§fte √ľbernehmen. Deshalb w√ľnschte ich, dass ihr ihn pers√∂nlich kennenlernt. Und Marcello sollte den Hof kennenlernen. Wenn ihr Fragen oder W√ľnsche habt was unsere Schiffe oder die Marine betrifft, k√∂nnt ihr euch jederzeit genauso an meinen Sohn Marcello wenden wie an mich Herr. Das wollte ich euch versprechen. Die Reederei de Cheverette ist immer f√ľr Souvagne da.
Wir haben den Fleiss gesehen, mit den die neuen L√§nder aufgebaut werden. Und wir sind bereit unseren Anteil zu leisten Herr. F√ľr den Transport von Baumaterial braucht ihr vielleicht Flussschiffe. M√∂glicherweise k√∂nnen wir euch bei Transportproblemen helfen. Wir w√ľrden genauso die neuen L√§nder mit Gelder unterst√ľtzen wie den Mauerbau. Unsere Familie war dankbar und froh, dass ihr uns vor den Krieg bewahrt habt. Ihr seid ein guter und weiser Herr, genauso wie euer Vater. Das Mauerprojekt unterst√ľtzen wir komplett. Souvagne wird zu eine grossen Burg werden, mit vielen kleinen Burgen in der Mitte. Daf√ľr braucht ihr genauso Baumaterial. An der K√ľste gibt es einiges davon. Wir k√∂nnen euch mit Gestein und Holz beliefern. Und wir k√∂nnen es sogar dahin transportieren, wohin ihr das Material haben wollt Herr.
Mein Wunsch ist es, noch enger mit dem Hof verbunden zu sein. F√ľr meine Familie und f√ľr mein Gesch√§ft. Es w√§re eine gute Verbindung f√ľr uns beide.
Deshalb m√∂chte ich euch meine Tochter Francesca de Cheverette vorstellen. Francesca ist eine gl√ľhende Verehrerin von euch Herr. Ich k√∂nnte euch so viel dar√ľber erz√§hlen, aber ich finde dass soll sie selber tun. Es w√§re mir eine grosse Ehre. Ihr k√∂nnt sie gern privat kennenlernen. Es w√ľrde mich sehr freuen, wenn ihr an meine Tochter als Ehefrau Interesse h√§ttet.
Das w√ľrde unsere Familien verbinden und wir alle h√§tten Vorteile davon. Ihr h√§ttet eine weitere gute Frau Herr. Francesca ist jung und h√ľbsch. Sie ist gehorsam und neugierig. Wenn ihr nicht heiraten wollt, w√§re es sch√∂n wenn Francesca als Gesellschafterin am Hof bleiben k√∂nnte. Bei euch selber Herr, oder bei jemanden den ihr aussucht. ¬†Sie besitzt Sch√∂nheit, Anmut und Geschmack was Kleidung und Schmuck betrifft Herr. Sie hat Unterhaltungstalent sowie Witz. Und sie verf√ľgt √ľber Verstand und Bildung. Genauso beherrscht sie ¬†gutes Benehmen, ein w√ľrdiges Auftreten und sie hat viel Taktgef√ľhl. Ihr Charakter ist freundlich, sanft und g√ľtig. Und das wichtigste ist, sie verehrt euch zutiefst Herr. Darf ich fragen, was ihr von meinen Vorschl√§gen haltet?.‚Äú
 
Mayhew verbeugte sich erneut. Er hoffte der Duc ging auf seine Vorschl√§ge ein. Oder noch besser, er w√ľrde mit ihm verhandeln. Der Marquis schaute sich dabei die Familie des Duc an. Seine S√∂hne waren im gleichen Alter wie seine Tochter. Seine Tochter war noch j√ľnger und sass neben einen Mann den er nicht kannte. Dabei dachte Mayhew, sie war mit einem der Princen verheiratet. Zwei weitere Personen waren noch zu Besuch. Marquis Alexandre de la Grange und seine Schwester. Marquis de Cheverette gr√ľsste seinen Amtskollege mit freundliche Verneigung.
 
 

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Remy de Remuer
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Re: Reederei Cheverette

#9

Beitrag von Remy de Remuer » Mi 15. Aug 2018, 12:17

Remy war jedoch keineswegs so schweigsam, wie es den Anschein hatte - er redete nur gerade nicht mit dem Mundwerk. Er knetete nervös die Hand seiner Frau, als er sämtliche Frequenzen des Nexus im näheren Umfeld mit einem Lamento blockierte, während sein Habicht auf seiner Schulter herumturnte.

¬ĽMaurice, die Lage spitzt sich zu, es wird immer schlimmer¬ę, jammerte er sich den Stress von der Seele. ¬ĽReicht nicht, dass die de la Granges mit eindeutigen Absichten hier anger√ľckt sind. Jetzt ist auch noch der Marquis de Chevrette aufgetaucht samt Anhang! Der will seine Tochter Francesca mit Max verheiraten, also mit meinem Schwiegervater, der Majest√§t, du wei√üt schon! Die ist ziemlich h√ľbsch und ich darf sie mir nicht mal anschauen, weil mir sonst der Domi mit dem Richtbeil winkt. Den zwei Nebenfrauen vom Duc f√§llt auch gerade das Fr√ľhst√ľck wieder aus dem Gesicht, symbolisch nat√ľrlich. Denen gef√§llt die Dame scheinbar weniger als mir. Gleich endet das in einer Schl√§gerei oder in einer Heulorgie oder in allem zusammen. Und ich sitz mittendrin! Was soll ich machen, wenn sich zwei oder drei Damen schlagen? Darf man sich da einmischen oder kl√§ren sie das unter sich? Seinen Sohn Marcello hat der Chevrette auch angeschleift, der ist genau so im heiratsf√§higen Alter, ich glaub Oli findet den scharf, das ist ein Alptraum, Maurice! Maurice, h√∂rst du √ľberhaupt noch zu?! Es geht hier um mein seelisches und k√∂rperliches Wohl! Ich war bisher nur ein popliger Chevalier und nun hab ich pl√∂tzlich ‚ÄļPrince‚ÄĻ vor meinem Namen stehen. Man erwartet von mir, dass ich mich wie einer benehme und ich hab keine Ahnung, was ich machen soll! Du bist doch Comte, gib mir mal ein paar Tipps¬ę, lamentierte Remy weiter. ¬ĽDu bist sogar mein Lehnsherr gewesen, du bist zust√§ndig f√ľr meinen Schutz und Schirm! Also sag gef√§lligst was! Der andere Prince, ich trau mich kaum seinen Namen zu denken, der hat sich als Mouche `nen Fisch auf die Backe geklebt. Und er sitzt mir gegen√ľber! Ist das eine Warnung, wie wenn man einem einen Fisch an die T√ľr nagelt? Will der mich beseitigen lassen, weil ich ihm die Frau ausgespannt habe? Hey, Oli wollte mich unbedingt und ich hab nur mitgemacht, sie ist die Prinzessin, da kann ich schlecht Nein sagen, oder? Das w√§re Befehlsverweigerung gewesen. Darauf h√§tte garantiert der Block gewunken! Mauri-ice! Schweig da nicht rum! Ich bin hier echt in Not!¬ę
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Maurice de la Cantillion
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Re: Reederei Cheverette

#10

Beitrag von Maurice de la Cantillion » Mi 15. Aug 2018, 22:50

Maurice ben√∂tigte einen Moment um sich dar√ľber klar zu werden, wer ihn gerade mental mit Informationen flutete, da er kurz ged√∂st hatte. Bei dem Redeschwall konnte es sich nur um seinen Kollegen Remy handeln. Maurice ben√∂tigte einen Moment, um die geballte Ladung an Infos erst einmal zu entwirren und neu zu ordnen.

`Ganz ruhig Remy, ich bin hier. Wo bist Du? Im Palast? Also langsam, Du hast die Prinzessin geheiratet? Sonst w√§rst Du wohl kein Prince. Lass mich mal die Infos dazu auslesen¬ī, bat das andere Himmelsauge und las so behutsam wie m√∂glich die Erinnerungen von Remy aus.

Er staunte nicht schlecht und fragte sich zeitgleich, wieso ausgerechnet er die mentale Übertragung der Kutschfahrt mit Spritztour verpasst hatte. Was Remys Dillema anging war Maurice nun im Bilde. Allerdings konnte er nicht gleich antworten, da er einen Lachanfall herunterkämpfen musste.

Remy der hei√üe Hecht im Karpfenteich war nun an der Angel und der Haken war keine geringere als Prinzessin Olivie Solvain de Souvagne. So manch einer h√§tte sich √ľber die Bestrafung gefreut, die Remy zu erdulden hatte. Jetzt sa√ü der arme Kerl bei einem Familientreffen der Krone und wusste nicht wie er sich verhalten sollte.

Schlimmer noch, er war nun selbst Teil der Krone, stellte Maurice schlagartig fest und er war ihm Treue und Gehorsam schuldig. Naja er hatte eh nicht vorgehabt, einen Kollegen h√§ngen zu lassen. Gleichg√ľltig war f√ľr ein Sch√ľrzenj√§ger Remy war, Maurice mochte ihn. Sein Bruder Melville war schlie√ülich kein Deut besser, nur einige Jahre √§lter. Er kannte sich also mit den Problemen von Remy aus. Wenn auch aus zweiter Hand.

Familie Marquis de la Grange waren vor Ort erschienen und ebenso war der Marquis de Cheverette aufgetaucht. Beide Familien schienen sich der Gro√üherzoglichen Familie anschlie√üen und einheiraten zu wollen. Das war nur verst√§ndlich. Allerdings auch die Bef√ľrchtungen von Remy.

Das Marquis de Cheverette seine Tochter mit seiner Majest√§t Maximilien Rivenet de Souvagne verheiraten wollte, war tats√§chlich eine brandhei√üe Neuigkeit. Wenn es zu dieser Hochzeit k√§me, h√§tten der Marquis √ľber seine Tochter erstklassige Verbindungen zum Hof. Er musste diese nicht einmal nutzen, allein den Duc als Schwiegersohn benennen zu d√ľrfen, war eine erstklassige Werbung f√ľr seine Werft.

Und so wie Remy die junge Frau beschrieb, sah sie zu allem √úberfluss auch noch richtig gut aus. Maurice schmunzelte in sich hinein. Eifers√ľchtige Frauen konnten blitzartig zu Racheg√∂ttinnen umschlagen, den kein Pardon und keine Gnade kannten. Jedenfalls nicht mit der Konkurrenz.

Seine Majest√§t musste sich genau √ľberlegen, ob er das famili√§re Machtgef√ľge durch eine weitere Frau auf die Probe stellte. Notfalls musste er mit drei w√ľtenden Ehefrauen auskommen. Und eine davon reichte schon aus, um einen Mann in den Wahnsinn oder an den Rand der Verzweiflung zu treiben.

Auf der anderen Seite reihte sich die neue Frau in der Hierarchie der Ehefrauen hinten an. Allerdings wusste, dass Ehem√§nner mit mehreren Frauen stets eine Lieblingsfrau hatten. Zu dieser f√ľhlte sich der Ehemann besonders hingezogen. Die Hierarchie wich in dem Moment der Gunst.

Und rein nach der Gunst, war Minette die erste Ehefrau von Maximilien, hierarchisch war es die Duchesse. Folglich w√ľrden alle Ehefrauen sehr eifers√ľchtig dar√ľber wachen, ihren Stand zu halten. Der Eintritt in die Familie w√ľrde f√ľr die neue Ehefrau nicht leicht werden, falls die drei ersten ihr die Ehe nicht vorab schon austrieben.

Aber Maurice konnte Remys Urteil nur bestätigen. Das was er sah, ließ auch ihn schmunzeln. Wobei beide vorgestellten jungen Damen sahen nicht nur zauberhaft, sondern umwerfend aus. Maurice hätte keine von beiden abgewiesen und Remy erging es ganz ähnlich.

Durch seine Spritztour war er nun an Olivie gekettet, aber soweit er dies in Remys Erinnerung gelesen hatte, war die Prinzessin nichts, wo man eine Kette bereute. Auf diese Art gefesselt zu werden, hatte schon was Verf√ľhrerisches.

Ob Olivie etwas f√ľr den jungen Marquis de Cheverette empfand, konnte Maurice weder best√§tigen noch dementieren. Allerdings schien sie ehr damit besch√§ftigt zu sein, Remy zu beruhigen. Maurice h√§tte Olivie gerne f√ľr seinen Kollegen mental abgetastet, aber bei der Krone war dies ohne trifftigen Anlass aufs sch√§rfste verboten und kam einem Verrat gleich.

`Also wenn dort gleich der Abgrund losbricht Remy, kannst Du gar nichts weiter tun, au√üer Dich aus der Krallenreichweite der Frauen zu halten. Frauen k√∂nnen da sehr √ľbel werden, lass Dir das gesagt sein. Ich erlebe es oft bei meinem Bruder. Melville ist kein Kostver√§chter, ich denke dass hast Du auch schon mitbekommen.

Der Mouche, also der Sch√∂nheitsfleck des Princen bedeutet, er verbittet sich jeden Flirt und jeden Ann√§herungsversuch Remy, dass ist keine Todesdrohung wie eine tote Ratte oder ein an die T√ľr genagelter Hering.

Du hast also die Prinzessin klar gemacht... wieso erfahre ich sowas erst jetzt mein Bester?¬ī,
lachte Maurice mental.

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