Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Bei├čer 1077 - Weltuntergangsstimmung

Die Zukunft von Souvagne sieht im Jahr 1077 v├Âllig anders aus, als sich es die Altvorderen je h├Ątten ertr├Ąumen k├Ânnen. Magie und Wissenschaft verschmelzen zu einem Ganzen. Manche Dinge aber ├Ąndern sich nie.
1077
Im Jahre 1077 nach der Asche wird Souvagne von mehreren Mauern gesch├╝tzt und die Technik ist auf einem hohen Stand. Die Souvagner sind eine eigene Spezies geworden, die der Hang zur Isolation und Abschottung durch die Krisen aller rakshanischen Invasionen rettete. Aber unbeabsichtigt schufen sie dadurch eine weitere Grenze, mit der niemand rechnete: Gebeutelt von schweren Erbkrankheiten ben├Âtigen sie dringend frisches Blut - doch ihre Gene sind mit anderen Menschen nicht mehr kompatibel. Die L├Âsung liegt vielleicht in der Vergangenheit.
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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Bei├čer 1077 - Weltuntergangsstimmung

#1

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Di 11. Sep 2018, 14:51

Weltuntergangsstimmung

Die Gewitterwolken hatten eine ungesunde Farbe. Die Blitze zuckten rot und die nachfolgende Dunkelheit wirkte wie giftiges Gr├╝n. Asamura lag im Sterben, es war nicht zu ├╝bersehen. Die Mauern, D├Ącher und Gesteinsnadeln der Felsenfestung Carnac schienen zu leben. Die Festung war halb gemauert, halb bestand sie aus nat├╝rlichen Grotten, die man ausgebaut hatte. Von weitem war sie kaum als Bauwerk zu erkennen, so gut f├╝gte sie sich in den gezackten Gipfel ein. Unter dem flackernden Licht regten sich die vermeintlichen Spitzen der Gesteinszacken. Hin und wieder sah man gro├če Fledermausfl├╝gel aufklappen. Die Felsenfestung war von einem elektromagnetischen Blitzschild gesch├╝tzt und bot auch im Inneren viel an modernem Komfort, so dass diejenigen, die Lust darauf versp├╝rten, das Inferno hautnah erleben konnten, ohne Blitzschlag f├╝rchten zu m├╝ssen. Die menschen├Ąhnlichen Gestalten, denen die Fl├╝gel geh├Ârten, dr├Ąngten sich auf den Felsen aneinander, w├Ąhrend sie darauf warteten, dass das Gewitter sich legte und sie wieder ausfliegen konnten, um ihren Durst zu stillen.

┬╗Wie lange haben wir noch?┬ź, fragte Tekuro, der ganz oben sa├č, um seine Familie zu ├╝berblicken.
┬╗Schwer zu sagen┬ź, erwiderte Kazrar, der bei ihm war. ┬╗Vielleicht ein paar Jahre, vielleicht ein paar Jahrzehnte. Ich glaube nicht mehr daran, dass das Wetter sich noch einmal ├Ąndert. Es geht zu Ende mit Asamura und somit auch mit uns.┬ź

Kinder, Enkel, Urenkel von etlichen Generationen, die sie seit 800 Jahren unter schwersten Anstrengungen durchgebracht hatten, warteten schon zu lange darauf, endlich wieder jagen zu k├Ânnen. Sie waren im Laufe der letzten Jahre um die H├Ąlfte weniger geworden. Das Wetter spielte zusehends verr├╝ckt und die Best├Ąnde ihrer zweibeinigen Beute schmolzen dahin, genau wie ihre Familie.

Einfach hatten die Bei├čer es nie gehabt, weder die Sterblichen unter ihnen, noch die Vampire. Der j├╝ngsten Generation oblag es stets, so lange wie m├Âglich menschlich zu bleiben und sich zu vermehren, gef├╝ttert mit dem Fleisch der Opfer, das ihre Vampirgeschwister ├╝brig lie├čen. Denn leider war der Preis der Unsterblichkeit, das man selbst kein neues Leben mehr zeugen konnte. Wenn das Alter die jungen Bei├čer schlie├člich zu schw├Ąchen drohte, verwandelten ihre Br├╝der und Schwestern sie ebenfalls in Gesch├Âpfe der Nacht, damit sie auf ewig gemeinsam jagen konnten. Schon lange war kein Bei├čer mehr eines nat├╝rlichen Todes gestorben und noch l├Ąnger war kein Au├čenstehender mehr von ihnen zum Vampir erhoben worden. Wen sie aussaugten, den t├Âteten sie und das Fleisch erhielten die J├╝ngsten. Jedes Mitglied der aus mehreren hundert Vampiren und Menschenfressern bestehenden Gemeinschaft war mit den anderen blutsverwandt. Von au├čen wurde man nur zu Paarungszwecken hineingeholt und durfte anschlie├čend mit dem eigenen Leib das ├ťberleben der Nachkommen sichern. Nur in seltenen F├Ąllen wurden Ausnahmen gemacht.

Der einstige Waisenjunge Tekuro hatte auf diesem Wege f├╝r sich, f├╝r seinen Vater Kazrar und f├╝r alle, die er liebte, ├╝ber die Jaher eine unsterbliche Familie aufgebaut. Die Zuchtplanung war seine Idee gewesen und die T├Âdlichkeit ihrer Familie stellte bald die der Hohenfeldes in den Schatten - unter anderem, weil sie auch Hohenfeldes eingekreuzt hatten.

Doch seit die Souvagner unter ihrer Kuppel lebten und die Bluthexer Antimateriest├Ąbe zur Verf├╝gung hatten, gab es fast nur noch Rakshaner zur Beute. Und auch diese wurden immer weniger. Unter dem ewigen Krieg des Chaos gegen Souvagne litten nicht nur die beteiligten Parteien. Wenn die Welt unterging, n├╝tzte auch das Dasein als Vampir nichts, um vor dem Tod gefeit zu sein.

┬╗Schei├če┬ź, sagte Tekuro.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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