Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 20 - Erwachen

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angeführt werden die Beißer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel für den Ältesten zu finden.
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Silvano de Mancini

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
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Kapitel 20 - Erwachen

#1

Beitrag von Silvano de Mancini » Do 11. Okt 2018, 16:48

Kapitel 20 - Erwachen


Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro spürte im Schlaf ein ansteigendes Durstgefühl. Je stärker es wurde, umso mehr zog es ihn zurück in die Sphären des Wachens, zumindest fühlte es sich so an. Sein Mund war trocken, aber seine Glieder wollten bewegt werden. Seine geschlossenen Augenlider zuckten, wenig später seine Finger. Der Durst wurde unerträglich und vermischte sich mit einem stechenden und schier unerträglichen Hungergefühl. Er brauchte jetzt etwas deftiges, eine schwere Suppe vielleicht, viel Flüssigkeit mit Leben drin ... Blutbrühe mit Blutwurststückchen. Besser noch, pures Blut. Der Wunsch an frisches, noch körperwarmes Blut wurde derart intensiv, dass er begann zu sabbern und in diesem Moment wachte er endgültig auf. Er lag auf dem Rücken, sein Kopf war auf die Beine seines Vaters gebettet, der von oben auf ihn hinabsah. Tekuro blinzelte mehrmals. »Papa«, schnurrte er verliebt, aber seine Kehle war so ausgetrocknet, dass seine Stimme heiser war.

Kazrar
Kaz brachte keinen Ton heraus, denn die Kehle des Arashi war genauso zugeschnürt, wie die seines Sohnes. Aber nicht Blutdurst, sondern Rührung und unendliche Dankbarkeit ließ einen Kloß in Kazrars Hals entstehen. Als er sich endlich gefangen hatte, lächelte er seinen Sohn liebevoll an. Ein gequältes und dennoch aufrichtiges Lächeln. "Du bist zurück! Wir hatten solche Angst um Dich Tekuro, kleiner Wanderer. Nun auch ein Wanderer zwischen den Welten", flüsterte Kazrar und küsste ihn erneut auf die Stirn. "Wie fühlst Du Dich?", fragte Kaz besorgt.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Hungrig, Papa. Ich bin weit gewandert, aber jetzt bin ich wieder bei dir. Du siehst geschafft aus. Du musst was essen und am besten jagen.« Er setzte sich auf und seine Arme und Beine waren so steif, dass er sie kaum bewegen konnte und eiskalt, ohne dass er fror. Er schluckte ein paar Mal und entdeckte seinen Bruder, der mit einer Flasche sehr teuer aussehendem Rum dasaß. »Boldi«, sagte er glücklich und blickte sich weiter um. In dem Moment wurde er von einer Umarmung von der Seite schier zerquetscht und eine Alkoholfahne umwehte ihn. »Naaah«, protestierte Tekuro. Er und Boldiszàr hatten sich im Leben noch nie umarmt und nun fing der damit an, kaum, dass er besoffen war und Tekuro mal eine Weile reglos herumgelegen hatte. Er wartete, bis Boldiszàr endlich mit seiner Anwandlung fertig war, der ihn dermaßen fest drückte, dass Tekuro ganz anders wurde. »So, das reicht.« Er schob ihn weg, so dass der besoffene Boldi auf dem Hintern im Nest landete und sah sich weiter um. Alle waren da. Tekuro erhob sich wackelig und ging steifbeinig zu Nori. Er streichelte über ihren Bauch, der sich trotz der Kleidung mit seinen eiskalten Fingern für ihn übermäßig heiß anfühlte. »Wie geht`s dir? Und wie geht`s Tanuki?«

Kazrar
Kazrar starrte seinen Sohn wie vom Donner gerührt an. "Spürst Du nichts?", fragte er entgeistert.

Nori
Nori schaute Tekuro mit einem derart ernsten Blick an, wie er ihn zuvor noch nie an der jungen Frau gesehen hatte. Eine Mischung aus Wut, Trauer, Unglauben und unendlicher Erleichterung. "Uns geht es gut, aber wie geht es Dir? Mein Vater hat Dich versehentlich getötet. Aber den Ältesten sei Dank, bist Du wieder aufgewacht. Wir müssen Dich mit Blut versorgen. Nicht dass Du verhungerst. Mach Dir um uns keine Sorgen Tekuro, aber das Sonnenlicht ist ab heute Dein Feind und Du wirst trinken müssen. Blut Tekuro Du bist ein Vampir", erklärte Nori fast feierlich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ich spüre extremen Hunger, Papa!«, sagte er nervös. »Oder Durst. Auf Blut! Mir ist richtig schlecht vor Hunger. Wir sollten jagen gehen. Ein Vampir?« Tekuro sah sich nach Archibald um. Als er Archibald entdeckte, war mit einem Mal seine gesamte Erinnerung wieder da. Er war ein Vampir! Ein verfluchter, verdammter Vampir! »ARCHI«, brüllte er wütend. »Was hast du getan!«, schrie er wütend. »Versehentlich?«, wiederholte er Noris Worte. »Eher dreht Asamura sich rückwärts! Hast du meinem Vater nicht was geschworen? Ein scheiß Vampir, der nur Blutsuppe säuft und sich am Tag in irgendeinem Winkel verkriechen muss! Ich!«, wütete er.

Nori
Nori grinste ihr messerscharfes Grinsen. "Ja und für immer jung und so unheimlich gut aussehend, dass es verboten ist Tekuro Chud", lachte sie leise.

Archibald von Dornburg
Archi schaute Tekuro an und zuckte mit den Schultern. "Ich musste dafür bitten und betteln. Dir habe ich versehentlich im Halbschlaf Unsterblichkeit geschenkt! UNSTERBLICHKEIT ROBERE MOREAU, TEKURO CHUD! Den Segen der Ältesten, die einzige mögliche Form für immer auf dieser Welt zu wandeln. Ich hätte dafür gemordet, gelogen, betrogen und verraten... gut habe ich auch, aber für andere Dinge. Lassen wir das mal außen vor. Aber Du hast keine Ahnung, was Du für ein Glückspilz bist und nun flennst Du wie ein kleines Mädchen, weil was? Warum? Du wolltest selbst ein Vampir werden und hast mich darum gebeten! Gut ist vielleicht war früh gekommen, stellt Dir vor es war einfach gut gemeint. Niemals wieder wird der Zahn der Zeit an Dir nagen! In der Blüte Deines wundervollen und nun auch beendeten Lebens wurdest Du für immer konserviert. Weißt Du was ich dafür gegeben hätte mit 30 Jahren konserviert worden zu sein? Hab ich ja gerade schon als Randnotiz erwähnt. Du wirst nie altern, Du wirst niemals sterben, Du wirst niemals krank, Du wirst Generationen kommen und gehen sehen, Du wirst Deinen Trainingsstand für immer halten. Was also ist Dein Problem Tekuro? WAS?", fragte Archibald scharf.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Dass ich noch nicht fertig war mit der Familienplanung! Meine Eier sind jetzt nutzlose Anhängsel! Ich wollte weitere Beißer zeugen, damit unsere Familie wächst. Du kannst gut reden mit deiner eine Million nachkommen, die du überall gesät hast. Und Papas Eier sind auch nicht seine echten Eier, das originale Erbgut von Kazrar ist auch verloren! Wir müssen Tanuki und Mako mit ausreichend geeigneten Frauen zusammenbringen. Mako ist alt genug, er muss anfangen! Papa und ich können es nicht mehr. Wobei, Papas neuer Körper ist auch super. Nur eben nicht der Echte, ich hatte damals auf Geschwister gehofft, wo ich es erfuhr.« Er setzte sich neben Nori und er legte den Arm um sie. »Nur ein Tanuki ... schöne Scheiße. Tut mir leid, Süße.« Ihm knurrte der Magen und er sah zu dem anderen Vampir. »Mein Leben lang war ich gewohnt, meinen Hunger zu unterdrücken. Aber das ist grad echt hart. Arch, wo krieg ich Blut her?«

Archibald von Dornburg
"Schon mal was von Adoption gehört? Deine Eier funktionieren noch einwandfrei, nur kannst Du eben keine Kinder mehr zeugen. Dafür lass es halt krachen ohne Angst. Du sieht wirklich immer nur das Schlechte im Leben. Wie kann man nur so destruktiv sein? Wenn Dir das Leben Zitronen reicht, mach daraus Limonade. So lautet doch ein Spruch. Auf einmal wenns um Blut geht angekrochen kommen. Da oben laufen soweit ich weiß 142 potenzielle Spender herum, geh doch einen aussaugen! Aber schau nach ob nicht Tag ist, besser lass wen nachschauen. Hey ich kann nichts dafür, ich musste es tun. Ich habe meine Familie ausgelöscht, aber ich musste der Welt eine Familie von mir hinterlassen. Kinder die wie ich sind. Dein Freund ist besoffen bis unter die Schädeldecke", erklärte Arch lächelnd.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ja toll, Adoption, was für eine Verschwendung! Ich wollt eigene Kinder, in denen das Blut der Chuds weiterlebt! Boldi aussaugen? Geht`s noch?«, fauchte Tekuro. »Saug du doch deinen ach so tollen Natty aus. Sonst wird er alt und verrottet wie Dave, der Ghul.« Boldiszàr guckte seinen vampirisierten Bruder sehr schief an und sehr glücklich. Er hatte tatsächlich keinerlei Angst hier inmitten der Truppe von Menschenfressern und Vampiren. Er hatte vollstes Vertrauen in Tekuro und das würde Tekuro nicht enttäuschen. »Ich muss nach oben, ich halt den Hunger nicht aus. Oder mir muss einer was spenden, aber ohne Biss. Wie kann ich eine Fledermaus werden?«

Archibald von Dornburg
"Das werde ich auch, sobald Nathan bereit dafür ist und rede nicht so über meinen Mann. Das war nur ein Spaß mit Deinem Bruder. Würdest Du jetzt von ihm trinken, würdest Du genauso besoffen von seinem Blut wie er bereits ist. Verwandele Dich, denk einfach so fest Du kannst an eine Fledermaus und Du wirst die Gestalt wechseln Kleiner. So hat es bei mir funktioniert", sagte Arch freundlich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro konzentrierte sich, aber nichts passierte. Er stellte sich eine herumflatternde Fledermaus vor, aber noch immer regte sich nichts. »Ich hab zu großen Hunger. Wenn mir keiner was spendet, muss ich rauf. Kommst du mit?«

Silvano de Mancini
Vano knuffte Boldi und deutete ihm an aufzustehen. "So wenig wie jemand Deinen Mann anrührt, rührt hier irgendwer meinen Mann an. Sollte das geschehen ist die Person tot. Jeder von Euch ist dann tot, aufgeschlitzt, ausgeweidet und als Girlande um den Hauptmast gewickelt. Nur das wir uns verstanden haben", erklärte Silvano freundlich. "Boldi steh bitte auf, wir gehen", sagte er liebevoll zu seinem Schatz, stand auf und reichte ihm die Hand. "Ihr lebt durch seine Gnade, vergesst das nicht, sonst vergesse ich mich", warnte Vano.

Archibald von Dornburg
Arch hielt Tekuro seinen Arm hin. "Trink einen Schluck aber nicht zuviel. Danach konzentriere Dich erneut. Stell Dir vor wie eine Fledermaus aussieht. Wie sie sich anfühlt. Wie Du Dich als eine anfühlen würdest. Klein, warm, weich, pelzig. Ein Geschöpf der Nacht, Du kannst fliegen, Du bist ein kleiner Blutsauger, Du wirst hören können wie nie zuvor und genauso riechen. Aber das schönste ist das Fliegen. Stell es Dir vor", sagte Arch.

Boldiszàr
Boldiszàr verstand fast nichts und guckte dermaßen schief, dass er alles doppelt sah und die doppelte Sicht wackelte auch noch hin und her, schob sich zusammen zu einem Bild und wieder auseinander. Er grunzte etwas Unverständliches, griff Silvanos Hand und zog sich auf seine Beine, die unter ihm wackelten als seien sie aus Gummi. Er legte den Arm um Silvano, torkelte zur Seite und riss ihn quer durch den Raum mit sich, bis sie an die Wand stießen. Dann fiel ihm auf, dass die Flasche noch herumstand. Tekuro drückte sie ihm in die Hand. Boldiszàr hob sie, prostete ihm zu und nahm mehrere Schlucke.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro schaute Archibald misstrauisch an. Dann biss er ihm kraftvoll in den Unterarm und saugte. Das Blut des anderen Vampirs war eiskalt. Aber es schmeckte hervorragend. »Scheiiiiße«, schnaubte Tekuro nach einigen genüsslichen Zügen mit blutverschmiertem Mund. »Wieso macht das einen so geil?«

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Boldiszar der kaum noch Herr seiner Sinne wahr. Da wurde er schon von Tekuro gebissen. "Weil es Deine wahre Natur ist, darum", gurrte Arch nicht weniger erregt als Tekuro und strich ihm zärtlich über den Nacken.

Silvano de Mancini
Silvano nahm Boldi die Flasche ab und verkorkte sie. Er steckte sie in die Seitentasche seines Rocks und wuchtete sich Boldi über die Schulter. "Wunderbar", murmelte er leise und schleppte seinen Mann ächzend die Stufen hinauf. Als er den Bugraum verließ, stieß Boldi mit den Kopf an die Wand. "Verzeihung Schatz", entschuldigte sich Vano und wuchtete Boldi um, so dass er ihm wie ein totes Schwein längs über die Schulter hing. "Man hast Du ein Gewicht, hätte ich eigentlich wissen müssen", schnaufte er, als er Boldi in die Kajüte wuchtete. Dort legte er ihn behutsam auf dem Boden ab und setzte sich einen Moment auf Boldis Bauch um zu verschnaufen. "Sonst liebe ich jedes Gramm Schwungmasse an Dir, aber zum Schleppen bist Du eindeutig nicht gebaut. Echt nicht", sagte Vano und strich sich über die Stirn. "Wie gehts Dir?", hakte er nach.

Boldiszàr
"Wiiieda gud", lallte Boldiszàr und grinste sabbernd. Das Andonnern seines Kopfes hatte er entfernt mitbekommen, aber er spürte momentan keine Schmerzen. "Gimma die Flllasche."

Silvano de Mancini
"Moment", sagte Vano und reichte Boldiszar eine Flasche, aber nicht die gewünschte Rumflasche. "Nimm davon einen Schluck und halt Dich von hungrigen Vampiren fern Schatz. Ich kann Dich nur warnen. Setz Dich langsam auf, sonst musst Du kotzen. Geht mir jedenfalls immer so. Na komm, Hand her", bat Vano.

Boldiszàr
»Ich koddsss nich«, versprach Boldiszàr und ließ sich langsam hochziehen. »Robby tut mmmir nichs. Is mein Brudda.« Er nahm die Flasche und trank. Ihm war gleich, was es war.

Silvano de Mancini
Der Inhalt schmeckte scheußlich, denn es war eine Flasche voller Glaubersalz. Vano setzte sich an Boldis Seite, um ihm Haltzu geben. "Das ist Deine Meinung Boldi, aber Du bist besoffen und voreingenommen. Ich warne Dich zu Deinem Besten. Ich hab Angst um Dich und darum dass Du mit ihnen mitgehst", sagte Vano leise.

Boldiszàr
Der bittere Geschmack schüttelte Boldiszàr durch. »Isss das ... dieses Scheisssssmittel?«, fragte er und schaute in die Flasche hinein. »Ich geh nich weg ... ich geh nich weg, Vannnno.«

Silvano de Mancini
"Das sagen die meisten Boldi und dann gehen sie doch, auf die eine oder andere Art. Ich bin selbst schon fast zweimal gegangen. Damals war es gleich, war kein Verlust, weder für die Welt, irgendwen noch für mich. Heute sieht das anders aus. Also reiß Dich bitte zusammen was den Vampirhaufen angeht. Du weißt wo die Toilette ist", schmunzelte Vano und hockte sich an seinen Modelltisch und fing an sich zu schminken.

Boldiszàr
Boldiszàr verspürte noch nicht den Drang, die Toilette aufzusuchen. Mit einiger Mühe stemmte er sich auf die Beine. Er torkelte zu Silvano, fegte mit der Hand die Schminke vom Tisch, so dass sie quer durch den Raum flog, packte seinen Mann und presste ihn rücklings an die Wand. Schielend, aber unverkennbar zornig starrte Boldiszàr Silvano an. »Du hassssd auch was verprochn. Lassi Scheissse.«

Silvano de Mancini
Vano musterte Boldi nervös mit schräg gelegtem Kopf. "Ich... ich wollte mich nur beruhigen und wir können uns nicht beide besaufen Boldi. Was soll ich machen?", fragte Vano und legte Boldi vorsichtig eine Hand auf die Schulter um ihn zu beruhigen. "Ich will Dich nicht ärgern oder wütend machen, ich weiß wo ich es nicht darf, es war nur um runterzufahren und nachzudenken. Nicht böse sein, geh auf Klo", bat Vano.

Boldiszàr
»Schmink wen anners«, motzte Boldiszàr, wischte mit der Faust Silvanos Gesicht wieder sauber und drückte ihm seinen Schwanz gegen den Schritt. Dann bekam er große Augen, stieß sich ab und rannte zum Klo.

Silvano de Mancini
Vano setzte an etwas zu erwidern, als Boldi ihn mit der Faust abschminkte. Für einen Moment wusste er nicht wie er reagieren sollte, oder was Boldi tun würde. Aber er tat was er immer tat, vom Besten ausgehen. Und falls er eine gelangt bekam, war das eben so. Er hatte sein Wort gebrochen, nicht Boldi. Wie Boldi es meinte war einen Augenblick später klar, als er im seinen Ständer in den Schritt presste. Vano wollte sich als Erwiderung an ihn drücken, als Zeichen dass er ihn genauso wollte, dass es ihm leid tat, dass er nicht gehorcht hatte. Aber da guckte ihn sein Mann schon mit Kuhaugen an und stürmte zum Klo. "Ich sollte Abführmittel nach dem Sex verteilen...", flüsterte er musste dann leise lachen. Aber zur Sicherheit lachte er in seinen Ärmel, er wollte seinen Mann nicht bloßstellen.

Boldiszàr
Nach einigen Versuchen, wieder zur Kajüte zurückzukehren, die jedes Mal darin geendet waren, dass Boldiszàr wieder zurück aufs Klo gerannt war, schien sein Bauch sich so weit beruhigt zu haben, dass er es wagte, wieder zu Silvano zu gehen. »Nich lustig«, sagte er. Zu seinem tiefen Bedauern spürte er, wie er nicht weiter betrunken wurde, sondern im Gegenteil auszunüchtern begann. »Du kannst mich schminken, wenn dich das beruhigt«, schlug er vor.

Silvano de Mancini
"Verzeih mir, ich wollte Dir nicht dumm kommen hörst Du?", sagte Vano und hockte sich im Schneidersitz auf den Boden und zog Boldi mit sich. Er sammelte seine Schminkutensilien auf und fing an Boldi zu schminken. "Danke, aber einmal werde ich mich noch schminken müssen und zwar dann, wenn wir auf die Insel gehen. Ich trete ihnen nicht privat gegenüber, sondern geschminkt. Bleibst Du bei mir? Oder bei Deinem Bruder? Was sollen wir mit ihnen machen? Sie wirklich von Bord schmeißen? Am liebsten sage ich Dir ganz ehrlich würde ich sie töten weißt Du?", sagte Vano während er Boldis Gesicht weiß grundierte. "Aber ich weiß was Dein Bruder Dir bedeutet und warum ich ihn zuerst verschonte. Ihm würde ich nichts antun, wegen Dir. Aber die anderen haben doch ein Ei am wandern, die sind doch nicht richtig im Kopf. Ich habe Angst um Dich und Du hängst noch mit diesen Pissern ab", murmelte Vano und hob Boldis Kopf behutsam mit zwei Fingern an und zog ihm eine Umrandung um die Lippen, ehe er sie mit Farbe füllte und sein Werk musterte und weiter schminkte. "Ich wollte sie um Unterstützung bei den Krokos bitten, aber wie, wenn sie sich sogar wie Ratten gegen sich selbst richten? Sie werden sich auch gegen uns richten. In einer Welt, auf einer Insel wo jeder Dein Feind ist, da kannst Du keinen Feind in den eigenen Reihen gebrauchen. Nun dass kann man nie, nicht wahr?", sagte Vano und schminkte Boldi smokey Eyes. "Ich werde Dich auch einmal in Kriegsbemalung schminken, wenn Du möchtest. "Wie fühlst Du Dich nun? Besser? Du hast eine Flasche für 200 Taler ausgesoffen", grinste Vano und küsste Boldi liebevoll auf den Mund und leckte sich dann über die Lippen. "Ich mag den Geschmack", schmunzelte er.

Boldiszàr
»Wenn du Robby tötest, tötest du mich, Vano«, sprach Boldiszàr ruhig und ließ sich brav schminken. »Ich mein das so hart, wie ich das sage. Ich tu mir nichts an, so einer bin ich nicht. Ich lieb dich sehr, Vano. Ich würd verstehen, wenn du eifersüchtig bist. Ich lieb ihn auf andere Weise als dich, aber ich lieb ihn nicht weniger. Du bist mein Mann und mein Geliebter, mein Schiff, das mich endlich abgeholt hat und mit dem ich bis zum Ende weiter reisen will. Robby ist mein bester Freund, mein Kamerad, mein Bruder, der Tage und Wochen in jeder nur möglichen Minute am Fußende meines Bettes saß und wachte. Wir wurden für mehr als 10 Jahre unseres Lebens auseinandergerissen und das war der Abgrund. Ich bleibe bei dir, du bist mein Mann und dir gebührt der Vorzug, wenn Robby einen anderen Weg geht. Aber wenn du Robby umbringen lässt, dann sind wir geschiedene Leute.«

Silvano de Mancini
Vano schaute Boldi ernst an und küsste ihn dann fest mit Zunge. "Ich bin nicht eifersüchtig, wieso sollte ich eifersüchtig sein? Du liebst mich, dass weiß ich Schatz. Ich habe nicht Angst, dass Du mit Robere durchbrennst, ich habe Angst, dass er Dich tötet. Oder dass er Dich auf andere Art bequatscht und Du trotz Liebe gehst, das hat nichts mit Eifersucht zu tun. Du musst keine Angst um ihn haben, ich tue ihm nichts und ich lasse ihm auch nichts antun, sonst wären sie schon tot. Sie leben wegen Dir, besonders Teku. Und wegen Dir habe ich ihm auch geholfen. Ich töte schließlich auch nicht Bellamy oder was weiß ich wen, die Eltern von Davet oder sowas. Aber Du verkennst die Situation in der ich stecke. Ich sehe welche Gefahr Tekuro momentan für Dich ist und ich darf nicht handeln. Das heißt ich bin zur Untätigkeit verdammt, ich kann nur zuschauen. Mir sind die Hände gebunden und ich hoffe dass Du Recht hast und er auf Dich hört. Gut warum sollte er nicht, wo er es sonst immer getan hat? Aber irgendwann ist immer das erste Mal Boldi und dass soll nicht gerade bei Dir sein. Mir geht es nur darum Dich zu beschützen, mit allen Mitteln. Mir geht es nicht darum anderen wie Tekuro zu schaden. Ich weiß was er Dir bedeutet. Du könntest genauso eifersüchtig auf Davet sein, bist Du das?", fragte Vano und legte die Schminksachen beiseite und strich Boldi die Haare nach hinten. "Sag mal", bat er.

Boldiszàr
»Ich bin nicht eifersüchtig auf Davet. Ich würd ihn gern kennenlernen. Ihn hätte ich gern als Freund und Kamerad an Bord gehabt. Solche Menschen gibt es viel zu wenig und auch Robby ist einer von ihnen, auch wenn er lieber seine schlechten Seiten raushängen lässt. Ich weiß zu schätzen, dass du ihn verschonst. Ich versteh deine Bredouille. Deine Sorge um die Mannschaft und um mich. Aber mir wird nichts geschehen, so lange Robby was bei den Beißern zu melden hat. Was sie brauchen, ist Arbeit. Sie gammeln da unten den ganzen Tag und die ganze Nacht im Bugraum, langweilen sich und kommen auf dumme Gedanken. Das ist bei Unitè B nicht anders. Teilweise waren das echt üble Kerle, aber die Arbeit bei der Garde, die Verantwortung, die Disziplin und Kameradschaft haben aus ihnen anständige Männer gemacht. Mit Ecken und Kanten, aber jedem einzelnen von ihnen würde ich mein Leben anvertrauen. Das selbe würdest du vermutlich von deiner Mannschaft sagen. Lass die Beißer teilhaben, sperr sie nicht weg, isolier sie nicht. An Bord sind genügend Männer, die Blut spenden könnten für die zwei Vampire oder zumindest für einen, wenn du Archibald, den Massenmörder, rausschmeißen willst. Je nachdem, wie gut die Beißer anpacken und sich einbringen, wirst du sehen, ob sie als Kameraden im Kampf taugen. Für Robby bejahe ich das ohne zu zögern, aber auch Kazrar macht einen guten Eindruck.«

Silvano de Mancini
"Gut nachgedacht und von hinten nach vorne die Segel gehisst. Oder wie Du sagen würdest, das Pferd verkehrt herum aufgezäumt. Spielt aber keine Rolle, solange das Ergebnis stimmt. Man merkt dass Du ein Truppführer bist. Pass auf ich übernehme Deine Vorgehensweise komplett. Passt es, bekommen sie ihre Chance und ich korrigiere meine Meinung. Wobei meine Meinung über die Personen nicht schlecht ist, ich schätze sie nur als Gefahr ein. Hat nicht mit ihnen persönlich zu tun, sondern ist einfach eine beurteilung der Sachlage. Aber es ist schon wahr, jemandem der Langeweile hat, fallen die dümmsten Dinge ein. Ich bin genauso, kurzum mich eingeschlossen. Pass auf, sobald wir verheiratet sind, werde ich Dich als Offizier ausbilden. Das Zeug dazu hast Du. Nur der Unterschied ist, Du kannst Erster werden oder sogar Kapitän. Aber für den Käptn benötigst Du einen Adelstitel. Den hast Du dann. Du weißt wofür, frag nicht nach, zu Deiner Sicherheit. Und ja ich weiß, notfalls segeln wir gemeinsam durch den Abgrund, aber lass mir da meinen Kopf bitte. Und wenn wir gemeinsam 300 Jahre alt werden, wunderbar nur möchte ich Dich trotzdem abgesichert wissen. Würde Davet noch leben, hättet Ihr Euch beide blendend verstanden und ich hätte zwei so Klugscheißer als Ehemänner, denen ich diene", lachte Vano und küsste Boldi.

Boldiszàr
Boldiszàr setzte sich auf. »Bist du fertig mit Schminken? Kann ich mich mal im Spiegel angucken? Wenn die Beißer gefährlich sind, kann das gut sein für uns - denn umso schlechter ist es für die Lederhandtaschen auf Firasani. Auch die Mannschaft der Choucas gefährlich. Wär sie es nicht, wären sie als Besatzung eines Kriegsschiffes fehl am Platz. Ich brauch keine Absicherung, ich kümmere mich um mich. Aber wenn es dir was bedeutet, dann sichere mich ab. Aber lass dich deswegen nicht zu Dummheiten verleiten. Mach die Krokos fertig, räche Davet und ich bin dabei an deiner Seite. Aber schmeiß dein Leben nicht weg. Wir haben noch so viel zusammen vor. Ich lieb dich, Vano. Und ich brauch dich. Und es tut mir leid, dass ich die 200-Taler-Flasche fast am Stück runtergekippt habe. Ich geb dir das Geld dafür.«

Silvano de Mancini
"Ach Knubbel, Du missverstehst die Bedeutung eines Geschenks. Ich hab Dir die Flasche geschenkt, weil ich sie Dir gönne. Ich ging allerdings davon aus, dass Du sie Dir in aller Ruhe schmecken lässt. Aber das war mein Fehler, so wie Du isst, so trinkst Du auch. Ich genauso. Ergo, Du in Rekordzeit und ich im Schneckentempo. Du gibst mir gar nichts dafür. Du kannst mir aber gerne mal einen ausgeben. Wohl wahr, zahnlose Haie auf einem Kriegsschiff wären wohl sehr fehl am Platz. Ich lasse mich zu gar nichts verleiten, außer vielleicht etwas härter zu kämpfen als üblich, da es um die Ehre meines ersten Mannes geht. Wie mein Vater schon sagte, er hätte nicht gewollt, dass ich für ihn verhungere. Und ich vermisse Dich ja schon, sobald Du nur im Bugraum rumgeisterst und mich vernachlässigst. Was meinst Du würde ich Dich drüben auf der anderen Seite des Nebels vermissen hm? Zwei dermaßen vermissen geht nicht Boldi, dafür liebe ich Dich zu sehr, als dass ich Dich allein und schutzlos zurücklasse. Außerdem habe ich mit Dir den anderen Spaß am Leben wiederentdeckt, Du weißt schon den zu zweit. Damit meine ich jetzt nicht nur Sex oder so. Damit meine ich einfach zu zweit zu sein, sich gerne zu haben, sich nah zu sein, alles zu teilen, einander beistehen und ja auch Sex. Warte ich hole Dir einen Spiegel", sagte Vano und stand auf. Er kramte einen Moment und reichte Boldi dann einen Handspiegel. "Du hast wunderschöne Augen, absolut blau", schnurrte Vano.

Boldiszàr
»Den anderen Spaß zu zweit, das Miteinander, das kann man auch mit Freunden haben, wenn es wirklich gute Freunde sind. Was ist mit Jaques, Francois und Conni? Ich finde, ihr vier geht genau so miteinander um. Besonders Jaques ist mir sympathisch. Wobei manche auch mit ihren Freunden schlafen. Ich nicht, aber ich kenn das von anderen. Keine Ahnung, was dann der Unterschied zu einer Beziehung sein soll, außer, dass man die Verantwortung scheut.« Boldiszàr beäugte sich im Spiegel. Er drehte den Kopf hin und her. »Gefällt dir das so?«, wollte er wissen.

Silvano de Mancini
"Ja das stimmt, manche teilen in Freundschaft die Koje, aber das ist nicht meins. Nenne mich prüde in der Angelegenheit, aber Sex ist für mich etwas Intimes, dass ich nicht einfach so mit jemanden haben kann und ich kann es auch nicht als Waffe verwenden. Ich muss für ihn wirklich was empfinden. Gut Du könntest sagen, wie lange hast Du mich gekannt um mir einen zu lutschen? Offiziell ein paar Stunden, aber ich habe mich Hals über Kopf in Dich verknallt. Faktisch kennen wir uns schon immer, also 39 Jahre. Jaques, Conni und Fran, sind meine Wahlfamilie Boldi. Mit ihnen kann ich das auch haben, bis zu einem gewissen Grad. Der letzte minimale Schritt fehlt. Ich würde jederzeit neben Jaques pennen, aber ich würde nicht auf im pennen, auch wenn nichts läuft. Ich würde mich nicht ankuscheln oder sowas. Knuddeln oder so im Suff ist was anderes. Aber ich würde mich nicht auf seinen Bauch legen, ihm den Arm um den Hals schlingen und seine Brust als Kopfkissen benutzen. Ist kein Sex, ist aber absolute Vertrautheit. Ich bin immer davon ausgegangen dass Conni und Fran öfter mal miteinander die Kissen zerwühlen, aber das haben sie nicht. Sie haben quasi nur gelabert, Pyjamaparty gemacht und nicht mal gemeinsam in einem Bett geschlafen. Wenn hat Conni auf dem Boden gelegen oder im Stuhl. Ich weiß nun warum, aber Conni wusste es nicht und hat es trotzdem akzeptiert. Ich glaube dass gehört noch ehr zu einer Freundschaft, auch ein nein zu akzeptieren, als ein Ja zu genießen. Wie hättest Du zu Davet gestanden würde er noch leben? Wie zu einem Bruder? So wie ich zu Bellamy? Dein Bruder ist eine schräge Marke. Du gefällst mir so, aber Du müsstest auch passend gekleidet sein. Aber ganz ehrlich, ungeschminkt siehst Du besser aus. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber es ist eine Tatsache. Dabei bist Du ein richtig hübscher Kerl, hohe Wangenknochen, markantes Gesicht, hammerblaue Augen, Knubbelnase... aber ungeschminkt bist Du meiner", grinste Vano.

Boldiszàr
»Ich glaub, ungeschminkt passt besser zum Gardisten Boldi, den du kennengelernt hast. Schminken ist anderen Leuten vorbehalten, bei solchen wie mir wirkt es lächerlich, auch wenn es gut gemacht ist. Manche sagen, die reinste Form von Liebe ist ohne Sex. Prince Ciel sagt so was immer. Manchmal stimmt das. Wie bei Conni und Fran vermutlich oder dir und Jaques. Oder auch Robby und mir. Auf der anderen Seite ist man niemals jemandem so nah, wie wenn man miteinander schläft. Keine andere Handlung kann mit ein und demselben so unterschiedliche Dinge ausdrücken. Sex kann innigste Verbundenheit sein, aber auch eine der grausamsten Waffen, um einen Menschen zu zerstören. Ich kann zum Thema nicht viel aus erster Hand beitragen, da ich alles nur von Beobachtungen und vom Hörensagen kenne. Ich hab immer gern zugeschaut, wie mein Bruder Bellamy, das haben wir gemeinsam. Richtig harten Sex zu sehen, macht mich unheimlich scharf und dabei gönn ich mir gern selber eine Runde Handarbeit oder nehm die Eindrücke mit in meine Kammer und erinnere mich genüsslich daran. Aber ich selber könnte wohl auch niemanden gewaltsam nehmen, der das nicht will. Ich hab ein schlechtes Gewissen wegen Patti. Er hat zwar versichert, dass er es will, aber sah es so aus, als ob er das genießt? Er versteckt sich seither.«

Silvano de Mancini
"Du es ist ein Unterschied ob Du leidenschaftlich durchgeackert wirst, oder brutal. Leidenschaftlich ist es wenn man mal etwas härter zur Sache geht, oder recht schnell, weil man einfach dermaßen Lust drauf hat. Aber gegenseitig brutal zueinander sein? Mir kann keiner erzählen, dass er diese Form tatsächlich genießt. Ich bin langsam wenn ich ein Genussmensch bin, dann will ich so langsam und so lange wie möglich etwas davon haben, auch beim Sex. Aber das heißt nicht, dass ich keinen Spaß an einer anderen Nummer habe und die im Bug war erstklassig von Dir. Und Du magst es vielleicht auch nicht nur im Zeitraffer, aber machst es ja trotzdem für mich mit. Und ich hoffe es gefällt Dir trotzdem. Ich denke man muss völlig anders gestrickt sein, um jemanden das antun zu können. Ich war schon oft genug wütend auf Dich, Du sicher auch auf mich. Aber ehrliche Ansage könntest Du mich schlagen? Ich könnte Dich nicht schlagen. Dein Bruder würde zuschlagen, hast Du ja an Arbogast gesehen. Bei meinem allerersten Mal oder besser gesagt bei dem Versuch meines allerersten Mals, habe ich mich ziemlich blöde angestellt. Er hätte ihn mir am liebsten einfach einmal richtig reingeschoben, damit nun... damit ich es hinter mir habe, sage ich es mal so. Hat er auch nicht gekonnt. Und ich könnte auch niemals so mit Dir umgehen, wo ich wüsste ich füge Dir bewusst Schmerzen zu. Warum soll ich das tun? Ich liebe Dich, ich möchte dass es Dir gut geht, dass Du Spaß hast, dass Du Dich bei mir wohlfühlst, dass Du es Dir bei mir gemütlich machst. Könntest Du das dann noch? Vorhin hatte ich Schiss vor Dir, aber trotzdem oder gerade deshalb ging ich davon aus, dass Du mir nichts tun würdest. Du könntest es, ohne Frage. Aber warum solltest Du? Oder warum sollte ich? Beim Sex wird man eins, dass ist die größte Form von Nähe Boldi. Körperlich eins zu werden. Patrice hatte überhaupt keinen Spaß daran, die haben ihn abgerichtet, den Mist zu sagen. Ich war leider mit mir selbst beschäftigt und er gehört Tekuro. Patrice versteckt sich nicht, er ist geflohen und zwar zurück zum Palast", antwortete Vano und fing an Boldi abzuschminken.

Boldiszàr
»Ich weiß nicht, ob es Leute gibt, die Schmerzen genießen. Man sagt, es gibt sie, aber ich kenn keinen, der so tickt. Es sei denn, Patti so. Ob ich dich schlagen könnte? Nein. Gegen die Wand drücken, anbrüllen, packen, rumwerfen, wenn es mal nötig wäre, um dich zur Vernunft zu bringen. Aber ich könnte dich nicht schlagen und das ander noch viel weniger. Ich glaub, wenn ich das auf die Weise versuchen würde, wie Belly und Robby zu Patrice waren, würde ich schlapp machen. Obwohl ich das Zusehen genieße. Aber es ist was anderes, die Verantwortung dafür, was da passiert, auf andere abzuschieben. Wenn es um eine Gruppenstrafe ging, die so auszusehen hatte, dann war nicht ich der Coutilier, sondern Robby. Patti abgerichtet? Wie, abgerichtet? Du meinst, weil Robby sein Vorgesetzter ist oder was?«

Silvano de Mancini
"Das habe ich gemerkt, aber Du hattest ja auch Recht. Mehr als das, denn Fran ist nicht hier um mir notfalls zu helfen. War blöde von mir, also habe ich Deine Art mich zur Vernunft zu bringen, verdient. Du hast es für meine Augenhöhle getan", grinste Vano und wurde dann ernst. "Wenn Fran zurückkommt, lass ich es zunähen. Du musst mich dabei festhalten, versprich mir das. Wegen Patrice, den haben sie nicht als Gardist abgerichtet, sondern als Nutte Boldiszar. So wie man Sklaven und Zwangsnutten abrichtet. Sie tun es so lange mit ihm, bis er sich völlig selbst aufgibt. Einreiten nennt man das. Manche sterben dabei. Und wie ich von einigen hörte in manchen Ländern gibt es auch Häuser, wo man die Männer so kastriert, dass sie nicht mehr zeugen können. Mann und Frau schneidet man die Zungen heraus. Damit sie nicht plaudern, wenn Du bei der Nummer irgendwas wichtiges ausgeplappert hast. Menschen sind Monster, sagte Fran einmal. Das sie das sind wissen wir. Kennst Du einen Nekromanten? Dann könnten wir unsere Eltern mal beschwören lassen, was meinst Du? Ich würde sie gerne mal sehen", sagte Vano nachdenklich.

Boldiszàr
»Ja, für deine Augenhöhle«, wiederholte Boldiszàr ernst. »Einmal reicht. Zunähen? Von mir aus. Fran wird schon wissen, was er macht. Ich werd für dich da sein und dich halten, aber hinterher brauch ich wieder eine Flasche Schnaps. Und du vorher, sonst erträgst du das nicht. Wenn das mit Patti stimmt ... dann ist es gut, dass er abgehauen ist. Er ist jemand, der durch sein Aussehen provoziert, obwohl er sich ganz normal benimmt. Ich werd mir was für ihn überlegen, mal mit ihm reden. Vielleicht kann er in eine andere Einheit, aber vielleicht will er nun ganz weg von der Leibgarde, dann helf ich ihm, eine neue Stelle zu bekommen. Scheiße gelaufen, das hab ich unterschätzt. An Nekromanten kenne ich nur Brandur von Hohenfelde, den Vater von Prince Linhard. Unsere Eltern ...« Boldiszàr schloss kurz die Augen. »Warum sollte Brandur das für uns tun?«

Silvano de Mancini
"Patrice könnte auf einem Schiff dienen, soll ich mich mal für ihn umhorchen? Nun warum er das tun sollte? Keine Ahnung, warum denn nicht? Wir achten doch auch auf seinen Sohn, er hat es bei uns gut und vielleicht macht er es einfach, wenn wir ihn bitten. Oder ihn dafür bezahlen. Ich habe keine Ahnung, was so etwas kosten könnte, aber wir könnten ja mit ihm reden. Ich erinnere mich gerne an unsere Eltern. Wie wir da am Strand Spaß hatten, Limo getrunken haben. Dein Vater sah aus wie Du. Voll der Bulle von einem Kerl, ein riesige Kante. Aber gut, damals war ich klein und er schien mir so groß. Aber das spielte alles keine Rolle, denn ich fühlte mich einfach gut und geborgen. Es war einfach wunderschön und so sollte es sein. Du schuldest mir noch 10 Strohhalme. Und ich erinnere mich gerne an meine Mutter, wie sie Wäsche aufhing... der Anfang vom Ende Boldi. Und ich erinnere mich gerne an die Szene wo mein Vater Dich tröstete. Er war noch größer als Dein Vater und er hatte eine Matte wie Davet nur in blond. Er war so blond wie ich, ich möchte mit ihnen so gerne reden. Ich weiß nicht ob Brandur das für uns tut, aber fragen kostet nichts. Und falls er nein sagt, könnten wir Jules fragen, ob wir weitere Erinnerungen sehen dürfen", schlug Vano vor.

Boldiszàr
»Patrice ist ein guter Mann. Er braucht viel Anleitung, ist nicht gerade selbstständig, aber er tut, was man ihm aufträgt. An Bord eines Schiffes wird er sich vermutlich als erstes einen Ersatz für Robby suchen. Aber wenn er diesmal an jemanden gerät, der das nicht ausnutzt, könnte er auf einem Schiff vielleicht gut aufgehoben sein. Du kannst dich ja mal umhören. Ich schulde dir noch viel mehr als nur zehn Strohhalme, Vano. Ich hab dir alles Mögliche dafür geklaut, wenn du mich geärgert hast. Oder hast du dich nie gefragt, warum deine Glasmurmeln immer weniger wurden? Die mit Einschlüssen wollte ich immer haben und ich hab sie gehortet wie Edelsteine. Wenn wir mit unseren Eltern reden, kann es sein, dass wir sie hinterher nicht wieder gehen lassen wollen. So wie Robby seinen Vater. Hast du das mitgekriegt? Kazrar war tot, aber Robby hat es geschafft, ihn wieder zu erwecken. Vielleicht ... er sagte, dass der Älteste das für ihn tat. Der Lich. Wenn wir umkehren, zurück zum Hafen ...«

Silvano de Mancini
"Der Typ kann Tote zurückholen? Jeden Toten? Vielleicht sollten wir ihn retten, bevor er tot ist. Sich selbst wird er kaum zurückholen können! Dann hätte ich gerne unsere Eltern zurück, alle beide. Was würdest Du tun, würde ich meinen ersten Mann zurückholen? Was wäre dann? Keine Ahnung, ob ich damals wusste ob Du mir etwas anderes weggenommen hast Boldi. Aber wenn ich es wusste, habe ich es Dir gegönnt. Er könnte bei Rene oder bei James dienen, er war Gardist, er wäre dann See-Soldat. Das hieße für ihn, genau dass was er benötigt. Er hat Befehle eins zu eins zu befolgen. Wir können ja mal mit ihm reden, sollten wir die Chance haben. Ich habe früher immer Schiffe gebastelt, daran kann ich mich erinnern. Warte ich gebe Dir was. Keine Ahnung wie Du zu Plunder stehst, aber ich liebe ihn", sagte Vano und kramte etwas aus einer Kiste. "Das sind wir, für Dich", schmunzelte er.

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Boldiszàr
»Die sind niedlich«, fand Boldiszàr und betrachtete die kleinen Treibholzschiffe. »Ich sammel manchmal unnützen Kram. Wie die geklauten Murmeln. Muscheln, schöne Schnüre ... lauter Zeug, was keine Sau braucht. Andere würden es als Müll bezeichnen. Die Schiffchen gefallen mir, die hätte ich dir als Kind vermutlich auch geklaut. Danke, Vano.« Er gab ihm einen feuchten Kuss. »Robby schwört, der Lich kann Tote zurückholen! Willst du ihn selber fragen? Ich will auch meine Eltern zurück und deine! Papa und Mama ... meinen großen Bruder habe ich zum Glück noch und den kleinen ebenso, auch wenn er jetzt ein Blutsauger ist. Davet ... also was Davet betrifft ... er ist ein Kamerad. Ich tu alles für meine Kameraden, das weißt du. Wie ich mich fühlen würde, weiß ich nicht. Aber ich würde ihn akzeptieren.«

Silvano de Mancini
"Genau wie ich, ich sammele auch alles, was ich schön finde. Oder was mir wer schenkt. Muscheln wirst Du tausende sammeln können. Hättest Du sie mir geklaut und wärst erwischt worden, hätte ich gesagt ich hab sie Dir geschenkt, damit es keinen Ärger gibt. Ich kann ja ruck zuck neue machen. Du darfst auch hier dekorieren. Mit der Ordnung habe ich es nicht so, hatte ich noch nie. Aber Du darfst hier was hinstellen, nur bitte nichts im Weg, weil sonst mach ich einen Satz drüber. Hier steht zwar viel rum, aber ich weiß wo es auf dem Boden steht und muss nicht gucken. Wie ich mich fühlen würde weiß ich auch nicht, nur dass ich Euch beide von ganzem Herzen liebe. Ja wir sollten Tekuro fragen, dass ist wirklich was Wichtiges. Wobei ich da ehrlich gesagt nicht weiß, wie ich mich verhalten sollte. Im Grunde kenne ich meine eigenen Eltern gar nicht. Das hört sich vielleicht schäbig an, aber so ist es doch. Fragen wir ihn komm Schatz", sagte Vano und stand auf. Gemeinsam mit Boldi ging er zurück zum Bugraum.

Boldiszàr
»Warte, ich nehm mir vorher Blut ab. Robby wird Knast haben.« Boldiszàr nahm eines von Silvanos Gläsern, zückte sein Messer und setzte sich selbst einen Schnitt, bei dem er leise fluchte. »Ein Heiler hätte das besser gekonnt, du brauchst echt mal einen Ersatzheiler.« Nachdem er das Glas befüllt hatte, machte er sich mit der unverletzten Hand und den Zähnen einen Druckverband. Er führte Silvano zurück in den Bugraum, während er das volle Glas in der Hand trug. »Ich geh zuerst rein.« Er klopfte und öffnete die Tür. Er schaute nach Robere, doch da kroch nur eine schwarze Fledermaus in einem Klamottenberg über den Boden, die von allen angeschaut wurde. Als Boldiszàr eintrat und sie ebenfalls anglotzte, verwandelte sie sich in einen nackten Robere, der ihm das Glas aus der Hand riss und es gierig aussoff.
»Danke, Mann, du hast mich gerettet«, ächzte Robere.
Boldiszàr runzelte die Stirn. »Eh du wieder Scheiße baust. Vano hat eine Frage an dich. Sei lieb.«
Robere grinste ganz kurz. »Bin ich doch immer.«

Silvano de Mancini
Silvano stellte sich neben Boldi und schaute sich gespannt die Fledermaus und deren Verwandlung an. "Zweierlei. Erstens ein Angebot zum Frieden. Ihr unterstützt uns an Bord und während des Feldzuges auf der Insel, dafür seid Ihr weiterhin unsere Gäste. Zweitens habe ich gehört, dass der Lich Tote erwecken kann. Stimmt das? Falls ja, was benötigt er dafür?", fragte Vano rundheraus.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ja, das kann er«, sagte Tekuro andächtig. »Was er benötigt, sind Opfergaben. In Form von Schmerzensschreien und Angst. Der Älteste nährt sich davon. Er hilft jenen, die ihm dienen und ist sehr großzügig. Wenn ihr wollt ... dann lebt in seinem Sinne. Verdient euch Zähne. Und ihr bekommt, was ihr euch wünscht. Ich arbeite gern an Bord, aber ich kann nur noch nachts. Und ich brauch regelmäßig Blut zu trinken, sonst verhunger ich oder saug wen aus, ohne dass ich es will. Dieser Hunger ist noch schwerer zu ertragen, als normaler Hunger und ich bin niemand, der Hunger schätzt.«

Silvano de Mancini
"Schmerzenschreie und Angst? Die kann er haben. Wie wäre es mit ungefähr 70.000 Toten? Die kann ich dem Alten bieten. Dafür verlange ich die Eltern von Boldi, meine und meinen ersten Ehemann zurück. Wird er das für den Preis leisten? Gut, mir ist gleich welche Schicht Du schiebst. Wir werden Dir Blut organisieren, dafür wirst Du Dich friedfertig verhalten. Noch einmal wegen dem Ältesten, sonst benötigt er nichts? Außer Opfer? Nichts ist gut, aber ich meine, was noch?", fragte Vano misstrauisch.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Eigentlich nur, dass man ihn ehrt und in seinem Sinne lebt. Also den schwachen Schmerz und Kummer bringt. 70 000 Tote? Dafür erweckt er dir eine ganze Stadt wieder zum Leben«, ächzte Tekuro. »Aber ihr habt ihn nicht an Bord gelassen, er ist allein in dieser versifften Hafenstadt!«

Silvano de Mancini
"Ja weil dieser verdammte Massimo mein Schiff versenken wollte, weil der Lich angeb-lich an Bord ist. Na wunderbar, da hätte er auch an Bord sein können! Wobei... hm... doch nicht, was manchen wir, der Prince wird vermutlich was dagegen haben, dass sein Nemesis auf dem Sonnendeck flaniert. Super, wieso komme ich immer in so Schwulitäten? Treue oder Eltern zurück? Treue oder Schiff gerettet? Treue oder Ehemann? Ist doch nicht normal. Jedenfalls werden wir Euch Arbeit zuteilen und die wird auch erledigt. Dafür werdet Ihr Euch vermutlich besser fühlen, ausgelastet und die anderen sicherer. Bis auf die Frau, die bleibt hier. Wegen dem Ältesten reden wir. Boldi lass uns zurückgehen in die Kajüte. Danke Teku", sagte Vano und ging vor.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Nori muss auch hierbleiben«, meinte Tekuro. »Sie trägt mein Kind in ihrem Leib. Sie darf nicht schwer schuften, aber ich arbeite für sie mit.« Er zog seine Kleider wieder an und setzte sich neben seinen Vater, der immer noch sehr blass aussah, weil er um ein Haar seinen Sohn verloren hatte. Tekuro kuschelte sich an ihn an und döste vor sich hin.

Kazrar
Kazrar umarmte seinen Sohn felsenfest und drückte ihn so hart an sich, dass man meinte er wollte ihn zerquetschen. Aber er hatte nur Angst, ihn erneut zu verlieren. "Nori kann hier Kleinigkeiten erledigen, dann kann Ihr niemand was nachsagen. Schlaf mein Sohn. Schlaf. Du wirst die Heimat eben bei Nacht kennenlernen, aber Du wirst sie kennenlernen, ganz gewiss", flüsterte ihm Kazrar zu.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den Überlebenden gehört

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Re: Kapitel 20 - Erwachen

#2

Beitrag von Erzähler » Di 16. Okt 2018, 14:52

Ende

An dieser Stelle endet der erste Teil der Reise.
Weiter geht es mit den Beißern in Blutrote See auf dem Kriegsschiff Choucas.

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