Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Blutrote See - Kapitel 2 - Ankunft der Mouette/Wiedersehen alter Freunde

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
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Silvano de Mancini
Chevalier
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Rote Laterne

Blutrote See - Kapitel 2 - Ankunft der Mouette/Wiedersehen alter Freunde

#1

Beitrag von Silvano de Mancini » Fr 12. Okt 2018, 02:02

Blutrote See - Kapitel 2
Ankunft der Mouette/Wiedersehen alter Freunde


Rene Lothair de Brisay
┬╗Schiff auf 12 Uhr┬ź, br├╝llte der Ausguck. Kapit├Ąn Rene Lothair de Brisay trat an die vordere Reling des Schiffes heran. Er nahm sein Fernglas zur Hand und sp├Ąhte mit einem Auge hindurch. Er betrachtete die Form des Rumpfes und die Art, wie das Schiff getakelt war. Am Gro├čmast wehte die Flagge. ┬╗Souvagnische Flagge┬ź, rief er. ┬╗Kriegsbrigg. Weiter darauf zuhalten bis zur Identifikation des Schiffes.┬ź Er war sich relativ sicher, dass dies das Schiff war, welches zu suchen er von der Krone beauftragt worden war. Als sie n├Ąher herankamen, best├Ątigte sich seine Vermutung. Es zeigte sich die gewaltige Gr├Â├če, gegen welche Renes Mouette wie die kleine Schwester wirkte. Obgleich vom selben Schiffstyp war die Choucas doppelt so lang und entsprechend h├Âher und breiter. Sie lag momentan still an einer Sandbank weitab vom Ufer vor Anker, ein schlafender Riese. Wo die Galeonsfigur der Mouette, die M├Âwe, wei├č ihre ausgebreiteten Schwingen zeigte, bildete eine h├Âlzerne, unlackierte Dohle das Schmuckst├╝ck der gewaltigen Choucas. Die Mouette glitt mit wei├č gebauschten Segeln rasant n├Ąher. Kapit├Ąn Rene blieb stehen, wo er war und betrachtete das Treiben auf dem riesigen Schiff, auf das sie zuhielten.

Silvano de Mancini
"Kriegsbrigg von Steuerbord!", br├╝llte es aus dem Kr├Ąhennest, w├Ąhrend Jaques zu seinem Fernrohr griff und sich das sich n├Ąhernde Schiff genau betrachtete. "Besuch von der Mouette, bereit machen zur Front!", br├╝llte Jaques, w├Ąhrend sich Silvano aus der H├Ąngematte sch├Ąlte und sich so schnell es ging entsprechend anzog. Keine 10 Minuten sp├Ąter gesellte er sich zu Jaques und schaute ebenfalls durchs Fernrohr. "Backbordseite Front bilden!", br├╝llte Vano. Die Besatzung trat nebeneinander sofortin Passieraufstellung an die Backbordseite und bezog Stellung. In der Form warteten sie den Besuch der Mouette ab. "Nach Gru├č, Fender raus P├Ąckchen bilden!", befahl Vano und bezog selbst neben dem ersten Offizier Stellung und wartete die Ankunft von Rene ab.

Rene Lothair de Brisay
Rene lie├č seine Mannschaft die Fahrt verlangsamen, w├Ąhrend sie weiter auf die Choucas zuhielten. Die Mouette fuhr eine sanfte Kurve und die Segel wurden aus dem Wind genommen, so dass sie genau neben der Choucas zum Stehen kam. Was so einfach aussah, war in Wahrheit das Ergebnis einer seit Jahren aufeinander und auf dieses Schiff eingespielten Mannschaft. Die Holzbr├╝cke wurde zwischen den beiden Schiffen gelegt, als die Mouette g├Ąnzlich zum Stillstand gekommen war, und Rene schritt mit donnernden Abs├Ątzen seiner Schnallenschuhe hin├╝ber auf die gr├Â├čere Brigg.

Silvano de Mancini
Bevor die Mouette mit der Choucas zu einem P├Ąckchen vert├Ąut wurde, wurden die Fender von der Reeling gehangen. Die restliche Mannschaft verharrte zum Gru├č, bis Vano "Wegtreten", befahl und Rene entgegenging. Er wartete bis sein alter Lehrmeister die Choucas betreten hatte und deutete eine leichte Verbeugung an. "Willkommen an Bord der Choucas", sagte er freundlich und man sah ihm an, dass er sich tats├Ąchlich freute Rene wiederzusehen.

Rene Lothair de Brisay
Der alte Kapit├Ąn freute sich sehr ├╝ber die Ehrerbietung, als die Mannschaft Front gemacht hatte und sein Z├Âgling ihn hinterher pers├Ânlich begr├╝├čte. All dies waren alte Rituale, doch wenn eine Freundschaft die Beteiligten verband, gewann der Gru├č der Seeleute noch einmal an Intensit├Ąt. ┬╗Danke, Silvano┬ź, gr├╝├čte Rene zur├╝ck und unter seinem braunen Bart schmunzelte er, so dass sein wettergegerbtes Gesicht tiefe Falten schlug. ┬╗Wie du dir denken kannst, kommen wir nicht zuf├Ąllig auf dieser Route entlang. Darf ich mich zu einem Gl├Ąslein Rum bei dir einladen? Ich entsinne mich, dass du stets eine vortreffliche Auswahl mit dir zu f├╝hren pflegst.┬ź

Silvano de Mancini
"Ich freue mich Dich zu sehen, sicher folge mir in die Kaj├╝te", bat Vano. "Komanndo hast Du Jaques, wir m├Âchten nicht gest├Ârt werden", sagte Silvano und gab die F├╝hrung. Vor der Kaj├╝tent├╝r blieb er stehen, ├Âffnete sie und lie├č Rene den Vortritt, wie es sich geziemte. Er hatte seinen alten K├Ąptn schon eine l├Ąngere Zeit nicht mehr gesehen. Aber es war nicht allein Rene, sondern die ganzen Erinnerungen die er mitbrachte und wachrief. Er war gespannt was sein alter Lehrmeister zum Besten geben wollte. Nachdem sie die Ka├╝te betreten hatten, schloss Vano hinter sich die T├╝r und r├╝ttelte kurz Boldizar wach. "Wir haben Besuch. Rene dass ist Boldiszar Boucher, mein Verlobter - Boldi dass ist Chevalier Rene Lothair de Brisay mein alter Lehrmeister und K├Ąptn", stellte Vano sie einander vor. Er stellte den Stuhl des Schreibtisches an den Kartentisch und holte den besten Rum aus seiner Reserve. Er go├č jedem von ihnen gro├čz├╝gig ein und bedauerte in den letzten Wochen nicht etwas aufger├Ąumt zu haben. Aber wenn jemand sein Kaj├╝ten-Chaos kannte, dann Rene. "Auf Dich und die Mouette", sagte Vano und hob sein Glas.

Boldiszàr
Boldisz├ár, der das feierliche Antreten zum Gru├če der anderen Mannschaft verschlafen hatte, weil noch immer die Nachwirkungen des ├ťberma├čes an Rum ihn plagten, sprang nun hastig aus der H├Ąngematte, drosch die Faust auf sein Herz und verneigte sich vor dem alten Kapit├Ąn. Er war noch nicht einmal dazu gekommen, ihn sich anzuschauen. Das einzige, was von dem fl├╝chtigen Eindruck h├Ąngen geblieben war, war ein mit einem Federberg beladener Krempenhut und ein zu langer Oberlippen- und Kinnbart, wobei die Enden des Oberlippenbartes genau wie die Augenbrauen keck nach oben gezwirbelt waren. ┬╗Kapit├Ąn┬ź, gr├╝├čte Boldisz├ár heiser und lie├č sich dann an einen der St├╝hle plumsen, die um den Kartentisch standen, in der Hoffnung, er w├╝rde ebenfalls ein weiteres Glas Rum abbekommen, wenn Silvano und Rene anstie├čen.

Rene Lothair de Brisay
Rene gr├╝├čte Boldisz├ár zur├╝ck und verkniff es sich, ihn allzu neugierig zu mustern. ┬╗Angenehm┬ź, sagte er nur. Er hob sein Glas. ┬╗Und auf dich, Silvano, auf deinen Verlobten und die Choucas┬ź, erwiderte er und trank den Rum in einem Zug leer. ┬╗Mein Ged├Ąchtnis hat mich nicht get├Ąuscht, der Rum in deinen R├Ąumen ist stets vorz├╝glich."

Silvano de Mancini
Vano konnte kaum gucken wie schnell Boldi aus der H├Ąngematte gesprungen war und wie schnell er danach am Tisch sa├č, als w├╝rde es gleich etwas zu essen geben. Wobei das war eine gute Idee. Er wusste nicht ob Rene schon etwas gegessen hatte, aber ein kleiner Imbiss konnte nicht schaden. "Auf uns", sagte Vano und kippte auch den Rum auf Ex herunter und stellte dann das Glas ab. "Eine Sekunde bitte", bat er seinen Gast freundlich und ging kurz nach drau├čen. Es dauerte nicht lange, dann kam Vano zur├╝ck und deutete Rene an, Platz zu nehmen. "Ich habe uns einen kleinen Snack organisiert, immerhin wei├č ich nicht ob Du schon zu mittag gegessen hast. Wie dem auch sei, gleich gibt es f├╝r uns etwas Leckeres. Setz Dich bitte und f├╝hl Dich wie Zuhause. Was verschafft mir die Ehre Deines Besuchs?", fragte Silvano und sch├╝ttete ihnen direkt von dem Rum nach. Er schob die Flasche in die Mitte des Tisches. "Ab jetzt Selbstbedienung, nur zu", schmunzelte er gut gelaunt. "Erz├Ąhl, ich bin neugierig", bat er und leerte das n├Ąchste Glas.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Der Duc und Prince Ciel haben mich gebeten, ich zitiere, dich zur Vernunft zu bringen. Sie sind sehr besorgt. Wie man mir mitteilte, hast du den gesamten Bugraum voller Menschenfresser. Ein Vampir soll auch darunter sein, der, wie dir bekannt sein sollte, der gesuchte Massenm├Ârder Archibald von Dornburg ist. Da ich dich gut kenne und wei├č, dass du dich stets durch besondere Loyalit├Ąt ausgezeichnet hast, gehe ich davon aus, dass dies ein sehr verqueres Missverst├Ąndnis sein muss. Stimmt dies alles oder irren die Hoheiten? Und falls es stimmt, bitte erkl├Ąre mir, was beim Klabauter du dir dabei gedacht hast?┬ź Rene wurde zu keinem Zeitpunkt laut und in seiner Stimme schwang auch kein Vorwurf mit, nur v├Âllige Verwunderung.

Silvano de Mancini
"Wieviel Zeit hast Du mitgebracht? Ich erkl├Ąre es mal in Kurzform. Also mach Dich auf einiges gefasst, die Geschichte ist etwas l├Ąnger und komplizierter. Es fing alles damit an, dass ich an den Hof musste. Bis dato war die Welt noch in Ordnung, wenn Du so m├Âchtest Rene. Also ich ging zu Hofe um Bericht zu erstatten, wie ├╝blich und da bin ich Boldiszar ├╝ber den Weg gelaufen. Ich habe ihn gesehen und ich habe mich ihn in verknallt. Einfach so hat der Blitz eingeschlagen. Das dachte ich zumindest zu der Zeit. Denn dahinter verbirgt sich mehr. Ich habe also Boldiszar sp├Ąter nachdem ich den Bericht abgegeben hatte unter einer fadenscheinigen L├╝ge mitgeteilt, dass er mich begleiten m├╝sse, da es um die Nationale Sicherheit ging. Er hat den K├Âder geschluckt, er war am Haken und ich habe ihn mit an Bord genommen und... klargemacht. Ich bin nicht gut darin um wen zu werben und ich dachte mir, bevor ich gar nicht bekomme, bekomme ich lieber "kleinen Spa├č". Boldi sah das anders, wir hatten danach ├Âfter noch Spa├č und es wurde ziemlich schnell, wesentlich mehr. Also ging ich erneut an den Hof, wurde beim Duc vorstellig und bat darum Boldiszar k├Ąuflich erwerben zu d├╝rfen, damit wir zusammen sein k├Ânnen. Ab dato begann das Problem. Boldiszar wurde mir verwehrt. Wieso? Weil er ein Sohn der Agenten der Autarkie ist und ich ebenso. Aber nicht nur das. Wir beide sind die S├Âhne der ehemaligen R├Ądelsf├╝hrer des scheinbares Putschversuchs der Agenten - Berzan und Mercer. Man unterstellte uns oder nahm an, dass wir von dem Umstand wissen und uns aus Rachegr├╝nden zusammengetan haben. Wir wussten nichts von unserer Herkunft Rene. Das schw├Âre ich Dir. Prince Ciel gab uns die Chance uns zu beweisen. So kam heraus, dass damals eine Verschw├Ârung lief und nicht nur die Agenten der Autarkie die Opfer waren, sondern auch der damalige Duc Alain und sein Sohn Bernard. Verschw├Ârerin und Hochverr├Ąterin war die alte Duchesse, Duc Maximiliens Mutter. Gemeinsam mit dem Himmelsauge Parcival. Als der Verrat aufgedeckt wurde, schenkte uns Jules unsere alten Erinnerungen teilweise zur├╝ck. Denn das war damals ein Akt der Gnade - die Agenten wurden ausgel├Âscht, aber ihre Kinder durften leben. Man l├Âschte unser Ged├Ąchtnis und verteilte uns auf die Kinderheime in Souvagne. Wir sahen in der Erinnerung, wie Parcival mit einem anderen Mann unsere M├╝tter t├Âtete. In der Zwischenzeit erging eine Information ein, dass die Gruppe der Bei├čer gesucht w├╝rde. Menschenfresser, Anf├╝hrer ein Archibald von Dornburg. Alle w├Ąren zu inhaftieren bis auf diesen Dornburg. Anbei in der Truppe ein Lich, dieser w├Ąre nicht anzugreifen, da t├Âdlich gef├Ąhrlich. Soweit bis dato unser Wissensstand. Boldiszar musste zur├╝ck zum Dienst, denn er verfolgte mit der Unite B und Massimo dem neuen Palaisin genau jene Gruppe. Dort kam es dann zum Gewaltausbruch zwischen Parcival und Ciel. Der Prince wurde von Paricval angegriffen und der Duc h├Âchstpers├Ânlich streckte das Schwein nieder. So war zwar die Sache gekl├Ąrt, aber wir hatten keinen Frontmagier mehr, der den Kopfschlag gegen den Lich setzte. Gut. Weiter gewartet und die Gruppe bewegte sich weiterhin auf Cantillion zu. Ziel der Menschenfresser war es, sich in der alten Dupont-Ruine einzunisten. Die Unite B hatte genau dazwischen Stellung bezogen um die Feinde abzufangen. Die Gruppe kam und kam aber nicht. Die Himmelsaugen berichteten, dass sie unterwegs waren. Sie nisteten sich in einer Jagdh├╝tte ein. Der Zugriff scheiterte. Einer aus der Gruppe war Boldiszars Bruder - Robere. Beide wuchsen im Heim auf. Boldi als Agentensohn. Robere als sein Freund. Robere rettete ihm damals das Leben", erkl├Ąrte Silvano.

Silvano de Mancini
Der Smut brachte gemeinsam bei der kurzen Unterbrechung ein gro├čes Tablett voller Knabberkram, Vor-, Haupt- und Nachspeise herein, sowie zus├Ątzlich einige Getr├Ąnke, verneigte sich und verlie├č wieder so leise den Raum wie er gekommen war.

Silvano de Mancini
"Nehmt Euch bitte", bat Vano. "Boldiszar und Bellamy kamen mit an Bord. Robere ebenso und wurde dingfest gemacht. Da ich nicht wollte, dass er seine Familie verliert, zeitgleich aber Boldi und Belly sch├╝tzen musste, trat ich Robere von Bord. H├Ątte jemand gefragt, h├Ątten die beiden nichts ausplaudern k├Ânnen, sie haben nichts gewusst. So hatte Robere die Chance die ich nicht hatte, meine Familie zu retten. Er rannte zur├╝ck zur H├╝tte, warnte seine Leute und sie konnten fliehen. Wohin flohen sie? Genau, zum Hafen und erbaten Asyl auf meinem Schiff. Ich gew├Ąhrte es ihnen f├╝r Boldi, der alten Zeiten willen. Dem Lich allerdings nicht! Und da kam auch schon der mentale Befehl von Massimo dem Palaisin, dass genau die Gruppe an Bord w├Ąre, was stimmte, aber auch der Lich. Was zu keiner Zeit gestimmt hat. Und der Klopper war - die Choucas w├Ąre zu versenken um den Lich auszul├Âschen. Gut in dem Moment war mir gleich wer Massimo ist, denn ich wollte nur noch mein Schiff retten. Wir liefen sofort aus und lie├čen sogar Conni und Fran zur├╝ck, die an Land einen Auftrag hatten. Unwichtig welchen. Wir bezogen Stellung vor der Landeszone in den Gew├Ąssern und warteten ab. Prince Ciel kam kurz an Bord mit einem Flugvieh und brachte nach einer Bitte sogar Conni und Fran zur├╝ck an Bord. Nun ist er wieder an Land, gemeinsam abgereist mit Conni. Sachstand ist also - die Truppe Menschenfresser ist immer noch an Bord. Ebenfalls ihr Truppf├╝hrer der Vampir. Ebenso der Wahlbruder von Boldi - Robere. Der nun leider auch ein Vampir ist. Der Lich war zu keiner Zeit an Bord. Aber Rene, ich habe ├╝berlegt den Mann zu retten, da es hei├čt er kann Tote wiedererwecken, jeden Toten. Du wei├čt an wen ich denke hm? Du wei├čt wen ich vermisst habe all die Jahre. Sag mir was ich tun soll, ich brauche Deinen Rat mehr denn je. Ich kann nicht gegen meinen Mann oder gegen mein Schiff entscheiden. Das kann doch keiner verlangen. Nehmt bitte", sagte Vano und nahm sich selbst etwas Knabberzeug, dass er ganz gem├Ąchlich a├č. Abwartend musterte er Rene.

Rene Lothair de Brisay
Rene nahm sich erst einmal zu Essen und a├č genussvoll die H├Ąlfte seiner Portion, ohne zu antworten. Er gab jedoch einige Ger├Ąusche des Wohlbehagens von sich. Dann lehnte er sich zur├╝ck und zwirbelte seinen Bart, so wie er es immer tat, wenn er intensiv nachdachte. Mit dieser Angewohnheit konnte er manchen in den Wahnsinn treiben, doch Rene pflegte diese Unart, da sie ihn entspannte und nahm die Verzweiflung seiner Mitmenschen mit Humor. ┬╗Mein lieber Silvano┬ź, begann er langsam. ┬╗Lass mich den Versuch einer Zusammenfassung unternehmen. Du hast eine Gruppe gesuchter Krimineller an Bord genommen, weil einer davon deinem Mann nahesteht. Du hast aber nicht nur diesen einen aufgenommen, sondern gleich dessen ganze Anh├Ąngsel - da diese einer Person nahestehen, die einer dir nahestehenden Person nahesteht. Wenn diese Anh├Ąngsel weitere ihnen ├╝ber Dritte nahestehende Leute anbringen w├╝rden und der eine den anderen darum b├Ąte, bis man in der Kette gegenseitiger Gef├Ąlligkeiten wieder bei dir angelangte, w├╝rdest du vermutlich erneut zustimmen. Was deinen Mann angeht, kannst du einfach nicht Nein sagen. Das konntest du noch nie. Ich verstehe die Gr├╝nde, aber eine solche Beeinflussbarkeit macht dich manipulierbar und du als Kapit├Ąn eines Kriegsschiffes kannst ein sehr machtvolles Werkzeug sein. Ich unterstelle nicht Boldisz├ár, dich zu manipulieren - aber wom├Âglich wird er selbst manipuliert von diesem Robere. Lass uns erst einmal dar├╝ber sprechen, bevor wir zu deinem Wunsch kommen, was die Totenerweckung anbelangt.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano nickte zustimmend und a├č eine Handvoll N├╝sse. "Damit hast Du leider Recht, dass war bei Davet so und es ist bei Boldiszar so. Aber Boldi hat nie um eine derartige Gef├Ąlligkeit gebeten. Ich kann Dir nur auf ganzer Linie zustimmen, dass mich Robere an der Kette hat, durch Boldi. Du meinst ich soll dienstlich entscheiden und das private davon abkappen", stellte Vano fest und schaute Rene dabei zu, wie er sich den Schnurbart zwirbelte. Jeder hatte einen anderen Feitz und dies war jener von Rene. Vano mochte die Angewohnheit, sie erinnerte ihn an ihre alte Zeiten, ein Rene der sich nicht den Schnurbart zwirbelte war keiner.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Genau das meine ich┬ź, sprach Rene und zwirbelte nun die andere Seite seines Bartes. ┬╗Du f├╝rchtest, deinen Mann zu verletzen, wenn du seinen Freund verletzt. So weit so gut, einen einzigen guten Freund h├Ątte man vielleicht, auch wenn er auf die schiefe Bahn geriet, irgendwie durch eine Gesetzesl├╝cke rutschen lassen k├Ânnen. Aber wir reden hier von einer kriminellen Organisation, die nun auf deinem Schiff ein so sicheres Hauptquartier gefunden hat, wie kaum an einem anderen Ort. Hat Robere dir den Floh ins Ohr gesetzt, der Lich k├Ânne deine Eltern zur├╝ckrufen?┬ź

Silvano de Mancini
Mancini musterte Rene einen langen Moment, ehe er knapp nickte. "Genau genommen sein Vater und ich habe dann Robere gefragt ob es den Tatsachen entspricht. Naja ziemlich dumme Idee. Immerhin wird er mir keine negative Seite des Lichs pr├Ąsentieren, sie sind seine Gefolgsleute Rene, sie sind so etwas wie seine J├╝nger. Sie beten ihn an, sie verbreiten Angst und Schmerz in seinem Namen. Und das genau w├Ąre der Preis f├╝r meine Eltern. Ich muss in seinem Namen t├Âten und Schrecken verbreiten. Wo wir beim Thema w├Ąren - Schrecken. Die Frage ist privater Natur alter Freund. Ich beabsichtige die Insel erneut aufzusuchen und zu kateographieren. Und wenn uns die Einheimischen "zuf├Ąllig" angreifen, werde ich sie komplett ausl├Âschen. Vollst├Ąndig bis auf die letzte Handtasche. W├╝rdest Du mich auf dieser Forschungsreise begleiten? Ich finanziere auch die zus├Ątzlich n├Âtigen Mittel f├╝r Bewaffnung und so weiter. Was sagst Du?", fragte Vano leise und legte die restlichen N├╝sse weg, da er satt war.

Boldiszàr
Boldisz├ár, der ununterbrochen a├č und dabei sehr gestresst wirkte, griff nach den N├╝ssen und fegte sie zu sich her├╝ber. Mit der einen Hand schob er sich den L├Âffel in den Mund, mit der anderen warf er die N├╝sse hinterher. Er hielt nur inne, um mit Rum nachzusp├╝len, damit es schneller rutschte und er nicht so lange kauen musste.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Gibst du deinem Mann nichts zu essen?┬ź, fragte Rene. Er nahm diese Frage zum Vorwand, sich Boldisz├ár einmal genauer anzuschauen. Der Mann sah v├Âllig anders aus als Davet, aber war genau wie dieser ein Krieger. Sein Beruf stand ihm ins Gesicht geschrieben in Form einer auff├Ąlligen Narbe, aber wer Bescheid wusste, h├Ątte es auch an seinen muskul├Âsen und innen mit einer dicken Hornhaut beschichteten H├Ąnden erkannt. Boldisz├ár war ihm vom ersten Eindruck her nicht unsympathisch, aber Rene empfand Misstrauen aufgrund von dessen Anh├Ąngseln. ┬╗Bei der Forschungsreise wird die Mouette dich unterst├╝tzen, Silvano. Behalte dein Geld und nutze es f├╝r eine bestm├Âgliche Vorbereitung der Choucas. Die ├äu├čerung von Roberes Vater wird nicht zuf├Ąllig gefallen sein. Das ist dir hoffentlich bewusst. Verrate mir, wie es weitergehen soll?┬ź

Silvano de Mancini
Vano lief puterrot an, als Rene ihn fragte, ob er seinen Mann hungern lie├č. "Doch nat├╝rlich und er kann jederzeit in die Komb├╝se gehen und sich etwas zu essen holen. Das ist ein ├ťberbleibsel aus seiner Vergangenheit", entschuldigte Vano Boldi und verpasste ihm unter dem Tisch einen sanften Tritt, etwas langsamer zu essen. Vano nahm sich sein Dessert und a├č einige L├Âffel beim Nachdenken. "Ich hatte vor sie im Bugraum auszur├Ąuchern, sprich den Bugraum r├Ąumen zu lassen. Eigentlich m├╝sste ich sie alle den B├╝tteln an Land ├╝bergeben. Ich hatte sogar vor sie aufkn├╝pfen zu lassen, da sie einen der ihren sch├Ąndlich behandelten. Der Mann ist gemeinsam mit dem Prince von Bord gegangen. Von wohlgemerkt, nicht ├╝ber - also keine Panik. Einerseits m├Âchte ich die Truppe loswerden, andererseits steht dem Boldi im Weg - ohne das er darum bat und hinzu kommt, dass sie auf der Expidition n├╝tzlich w├Ąren mit ihren F├Ąhigkeiten. Ich k├Ânnte sie ja auch nach der Expidition ausliefern oder?", schlug Vano vor und grinste Rene entschuldigend an, w├Ąhrend er noch einen L├Âffel vom Dessert a├č. "F├╝r Deine Hilfe hast Du was gut bei mir, gleich was es ist, dass sollst Du wissen. Die Choucas hat den Bauch voller Wasser, Sprengstoff, einer Relikie und noch einigen anderen netten ├ťberraschungen die ins Jenseits bef├Ârdern Rene", gab Vano zu und stellte den Rest seines Desserts Boldi vor die Nase.

Rene Lothair de Brisay
W├Ąhrend sich Boldisz├ár keinen deut langsamer ├╝ber die S├╝├čspeise hermachte und sie in Windeseile verputzte, wartete Rene darauf, dass er versehentlich die Sch├╝ssel mit auffra├č. Das tat er nicht, aber er leckte sie derma├čen sauber, dass der Smut sie h├Ątte wieder in den Schrank einsortieren k├Ânnen, ohne dass es wem auffiel. Sogar die Au├čenseite leckte er blitzeblank. Der Mann war ein wahrer Scheunendrescher. ┬╗Wenn er auf dich genau so gierig ist, musst du dir keine Gedanken machen, dass bei euch irgendwann die Leidenschaft abflaut.┬ź Rene grinste am├╝siert und stie├č mit ihnen beiden an, um ein weiteres Glas zu trinken. ┬╗Du w├╝rdest nicht in Gegenwart von deinem Mann so von den Bei├čern sprechen, wenn du den Gedanken, sie aufzukn├╝pfen oder an die B├╝ttel auszuh├Ąndigen, nicht l├Ąngst verworfen h├Ąttest. Kenne dich selbst, Silvano. Du brauchst meinen Rat nicht, du hast dich l├Ąngst entschieden. Was du dir von mir erbittest, ist mein Segen. Absolution, ein eigentlich f├╝r einen Kapit├Ąn undenkbares Verhalten wider aller Vernunft durchzuziehen, weil dein Herz sich nach Harmonie sehnt und keinen Streit vertr├Ągt.┬ź

Silvano de Mancini
"Kann man so sagen, ich habe keinen Grund zu klagen", grinste Vano breit. Durch seine Narbe bekam das Grinsen ein unheimliches Aussehen. "Du kennst mich besser als mir lieb ist Rene, ja ich erbitte Deine Zustimmung, Deinen Segen - Absolution. Falls ich sie nicht bekomme, werde ich erneut nachdenken m├╝ssen und ich hoffe gemeinsam mit Deiner Hilfe. Ich wei├č nicht warum ich mich immer derma├čen in die Schei├če reite", gestand Vano und nahm sich seine Hauptmahlzeit. Er schaute kurz auf den Teller und stellte ihn dann Boldi vor die Nase und nahm sich selbst die Vorspeise. "Ich muss die Krokos ausl├Âschen, ich muss Rene. Sie haben mir alles genommen, sie haben mich fast umgebracht, sie haben ihn umgebracht. Das lasse ich so nicht stehen. Sie haben zweimal versucht mich zu ermorden und ich lebe noch. Einen dritten Versuch werden sie nicht bekommen. Nummer Drei ist meine Nummer und ihr Ende. Ich bombe sie zur├╝ck ins Nichts, wenn es sein muss und ihre verrottenden Kadaver werden im Ungel├Âschten Kalk aufgel├Âst. Ich kann Dir nicht sagen wie abgrundtief ich diese Kreaturen verabscheue. Da machen sich Leute Gedanken um Rakshaner. Mit denen kann man verhandeln. Aber mit Handtaschen? Erinnere Dich wir hatten nichts getan, sie kamen nachts an Bord um zu morden. Sie fragten nicht wer wir sind, was wir wollten, warum wir dort lagen. Sie kamen um zu t├Âten. Gut, DASS kann ich auch! Und ich vergesse nichts, niemanden. Keinen einzigen Mann! Es gilt Davet zu r├Ąchen und 49 Mannschafts-Maaten! Ich hatte vor James anzuhauen, den Kurzen von meinem Ersten, K├Ąptn der Cygnus. Was sagst Du?", fragte Vano und l├Âffelte seine Suppe, w├Ąhrend er ihnen allen erneut Rum nachschenkte und sein Glas auf Ex leerte.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Ich habe eine viel bessere Idee, Silvano. Warte, bis Prince Ciel eintrifft. Rede mit ihm. Ich greife schon mal ein wenig vor und verspreche dir, dass es sich lohnen w├╝rde, sich den Prince mit ins Boot zu holen. Er und ich hatten ein interessantes Gespr├Ąch, wenngleich ich nicht mit all seinen Ideen einverstanden bin. Man darf nicht ├╝ber die Krone l├Ąstern, aber wir sind hier unter uns. Der kleine Prince leidet manchmal unter einer ziemlichen Fantasterei. Wenn ich dir sage, was er mit meiner Lady vorhat, wirst du glauben, ich w├╝rde dich veralbern.┬ź

Silvano de Mancini
"Solange es nicht versenken ist, glaube ich sehr gerne alles. Erz├Ąhl ich bin neugierig. Nun auf der anderen Seite, ist das kein L├Ąstern Rene. Wir reden zwar ├╝ber ihn, anstatt mit ihm, aber manche Entscheidungen sind wunderlich. Und auf der anderen Seite ist mir ein Mann mit Visionen lieber, als jemand der keine hat. Den an die unterirdische Stadt. Oder die Himmelsspeere. Oder die Luftschiffe. Keine Ahnung, aber welches Land bem├╝ht sich um so etwas? Ich w├╝rde gerne mal mit einem fliegen, ob sie sich steuern wie unsere? Wer wei├č? Der Wind leitet auch sie, warum also nicht? Erz├Ąhl mir was er vorhat. Und was sagst Du dazu James einzuweihen? Er ist jung, aber er ist hart und taff und er ist ein guter Maat, ein Team Spieler, so wie sein Bruder. Wie alle Dusoliers. Also erz├Ąhl", bat Vano.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Erneut muss ich dir sagen, dass du dich doch l├Ąngst entschieden hast, Jamie mitzunehmen. Und ich stimme dir in dem Falle zu, er ist eine gute Wahl. Ein anst├Ąndiger Mann wie sein Bruder. Visionen, so kann man Hirnf├╝rze nat├╝rlich auch nennen. Ciel gedenkt, aus der Mouette einen fahrbaren Ainuwartempel zu machen, mit Priestern, Heilern und so weiter. Weil er seine schwangere Verlobte auf die Mission mitnehmen will. Einen Tempel┬ź, klagte Rene und schenkte sich Rum nach.

Silvano de Mancini
Vano lachte schallend los und knuffte Rene gut gelaunt vor die Schulter. "Darauf falle ich nicht rein, ein Schiff voller Pfaffen? Ja klar und Go-go-T├Ąnzerinnen oder was? Jetzt erz├Ąhl mir die Wahrheit", prustete Vano. Allein bei der Vorstellung wie sich die Matrosen bei den Pfaffen verhielten, musste er noch heftiger lachen. "Ein schwimmender Tempel", gibbelte er. "Das w├Ąre kein Hirnfurz, das w├Ąre eine Furzgewitterfront Stufe 12", prustete Mancini.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Ich sagte doch, du w├╝rdest mir nicht glauben. T├Ąnzerinnen haben auf einem Tempelschiff nichts verloren, daf├╝r alte M├Ânche mit muffligen Gesichtern, bei denen alles runterh├Ąngt, was nur runterh├Ąngen kann. Die Begr├╝ndung war, dass an Bord der Kriegsschiffe keine Priester geduldet werden w├╝rden und man diesen Missstand umgehen k├Ânnte, indem man gleich ein gesondertes Schiff f├╝r die Pfaffen einrichtet.┬ź

Silvano de Mancini
Vano h├Ârte schlagartig mit dem Gegackere auf und musterte Rene mitf├╝hlend. "Ja aber wieso Deins, warum bekommen die kein eigenes Schiff? Gut vielleicht weil sie nicht segeln k├Ânnen. Da empfehle ich eine Galeere die wird gerudert, dass werden die Pfaffen wohl k├Ânnen. Am Riemen rei├čen tun die sonst sicher auch, nur an anderen. Und da bek├Ąmen sie einmal vom Arbeiten Schwielen an den H├Ąnden, nicht nur einseitig versteht sich. Wie kommt der Prince darauf, dass die Mouette kein Kriegsschiff ist? Warum nimmt er kein Zivilschiff f├╝r die Pfaffen-Fracht?", fragte Vano grummelig.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Wegen seiner schwangeren Verlobten. In einem Tempel wird nicht nur gebetet sondern auch geheilt und das ist vielleicht das Einzige, womit sich die M├Ânche und Priester und was da nicht alles rumspukt n├╝tzlich machen. Seine Verlobte soll ein fahrendes Krankenhaus zu Verf├╝gung haben. Wobei ich mich frage, warum er sie nicht einfach an Land l├Ąsst, wenn er derart besorgt ist.┬ź

Silvano de Mancini
"Welche schwangere Verlo... oh, ich verstehe. Weil die Verlobte ein Salzbuckel ist, aber das zu erkl├Ąren w├Ąre sehr kompliziert. Hm einen Heilmagier an Bord zu haben w├Ąre nicht schlecht, aber ein Pfaffe muss er nicht sein. Wir ben├Âtigen auch einen zweiten Heiler und einen neuen Magier. Wird Ciel auf der Mouette mitreisen? Andernfalls schlag ihm vor, dass Schiff von James zu nutzen, b├Âse ich wei├č, aber der Kurze muss sich noch bew├Ąhren und das w├Ąre doch die Gelegenheit seine Nervenst├Ąrke zu testen. Zudem hat er sicher mehr davon als wir beide zusammen. Du kennst sein Haus, der steckt die Pfaffen locker weg. Aber wir beide? Wir gehen nach f├╝nf Minuten am Stock. Wollte Prince Ciel auch einen Tempel auf Deck bauen lassen?", grinste Vano.

Rene Lothair de Brisay
┬╗So weit ich wei├č, wollte er auf der Choucas reisen, um wegen der Bei├čer nach dem Rechten zu sehen, wie er es ausdr├╝ckte. Scheinbar hatte er nicht vor, sie sofort exekutieren zu lassen, aber frag mich nicht, was er stattdessen mit ihnen vorhat. Er hat mich nicht eingeweiht. Jamie die Pfaffen aufdr├╝cken?┬ź Renes Schnurrbart bog sich an beiden Seiten nach oben und darunter kamen in Anbetracht seines Alters erstaunlich wei├če Z├Ąhne zum Vorschein. ┬╗Ich bin dabei. Wir m├╝ssen nur James und den Prince davon ├╝berzeugen.┬ź

Silvano de Mancini
Vano musste erneut lachen, als er seinen alten Mentor derma├čen grinsen sah. "Wir m├╝ssen...", gackerte Vano und nahm zur Beruhigung einen Schluck Rum. "So jetzt mal ernst hier", lachte er sich schlapp und r├Ąusperte sich. "Also wir m├╝ssen nur den Prince davon ├╝berzeugen. Ist er felsenfest davon ├╝berzeugt, dass James sein Mann ist, kann der eh nichts machen. Gut k├Ânnte er - er ist der Kapit├Ąn. Aber die Befehle bekommen wir von der Krone. Wie wir sie umsetzen - unsere Sache, da unsere Schiffe. Aber der Prince k├Ânnte das schon durchdr├╝cken. Und warum sollte James widersprechen, ist das keine Ehre?", fragte Vano und sch├╝ttete ihnen gut gelaunt noch gro├čz├╝gig Rum nach.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Nat├╝rlich┬ź, best├Ątigte Rene. ┬╗Die Verlobte des Prince an Bord des eigenen Kriegsschiffes, eine Frau, dazu eine Schar Geistlicher, die f├╝r das Heil unserer Astralk├Ârper beten und Ainuwar um Erfolg anflehen - es kann keinen gr├Â├čeren Ruhm f├╝r den Kapit├Ąn eines Kriegsschiffes geben. Hast du zu dem Prince einen guten Draht? Sonst versuche ich ihn zu ├╝berzeugen. Wie sehen die Argumente f├╝r James aus? Ein g├Âtterf├╝rchtiger Mann, alte Familie, die zahlreiche Kleriker hervorgebracht hat?┬ź

Silvano de Mancini
"Keine Ahnung wen Du da beschreibst, James ist es nicht. Soll ich Jaques mal herholen? Der kann Dir seine Familie mal genau beschreiben. Also pass auf, die Dusoliers sind 15 Geschwister. Sie leben mit ihren Eltern und ihren Ehepartnern und den Kindern in einem Herrenhaus. Das Herrenhaus wurde zigfach erweitert. Du f├╝hlst Dich dort wie in einem Bienenstock. Aber... und hier kommt ein gro├čes ABER... Du f├╝hlst Dich selten auf Anhieb irgndwo so wohl, dazugeh├Ârig und aufgenommen wie bei ihnen mein Bester. Ich schw├Âre es Dir, bei allem was mir heilig ist. Seit dem ich Jaques das erste mal zu Neujahr zu seiner Familie begleitet habe, bin ich immer mit dabei. Wenigstens f├╝r ein paar Tage. Conni und Fran sind auch immer dabei gewesen. Vermutlich ist entweder dieses Jahr Prince Ciel mit von der Partie oder Fran nicht mehr. Fran ist "die Verlobte", mein Heiler. Warte mal, lass mich mal gedanklich durchz├Ąhlen, wieviele Personen da leben... 62 Personen wohnen dort unter einem Dach. Und ich kann Dir sagen ich kam mit jedem, ehrlich mit jedem super aus. Au├čer mit Julien, der ist ein kleines bisschen aufdringlich, aber das ist er bei jedem Gast um seine Lage zu checken, Du h├Ąttest damals Conni sehen sollen. Das war zum Schreien, aber egal. Das geh├Ârt dazu, dass muss man mit Humor nehmen", erkl├Ąrte Vano und holte eine neue Flasche Rum.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Chevalier Silvano de Mancini┬ź, sprach Rene geduldig. ┬╗Ich spreche davon, wie wir dem Prince unseren kleinen Jamie als geeigneten Kapit├Ąns-Kandidaten f├╝r sein Tempelschiff schmackhaft machen k├Ânnen. Wie James wirklich ist, spielt ├╝berhaupt keine Rolle, es sei denn, du willst wirklich mir die Schmach antun, meine Lady gesch├Ąndet zu sehen. James ist jung, der ertr├Ągt so was leichter als ein alter seepockenbesetzter Salzbuckel. Fran ist die schwangere Verlobte von Prince Ciel? Da hast du sie bislang gut getarnt, das muss man dir lassen. Auf den Gedanken, dass Fran eine Frau sein k├Ânnte, w├Ąre ich nicht gekommen.┬ź

Silvano de Mancini
"Rene, denk doch mal scharf nach. Ich wollte Dir damit nur sagen, dass wir James gar nicht ├╝berzeugen m├╝ssen. Ihm wird das nichts ausmachen. Also werden wir unsere ganze Kraft daf├╝r aufbringen Dich vor der Meute Pfaffen zu bewahren, ich m├Âchte nicht dass Du einer derartigen Schmach ausgesetzt bist oder Deine gute alte Mouette. Das bring ich nicht ├╝bers Herz. Fran ist keine Frau, er ist ein Mann und eine Frau zugleich, er ist ein Zwitter. Und er ist ein uralter Bekannter aus dem Kinderheim. Aber beides habe ich vorher nicht gewusst, er hat es mir erst offenbart, als er mit Ciel einen Schritt zu weit gegangen ist. Oder vielleicht genau den richtigen, jedenfalls habe ich ihn nie gl├╝cklicher und lockerer gesehen als an dem Tag. Ein guter Mann und ein erstklassiger Heiler. Wir werden Prince Ciel sagen, dass er James auch eine Chance geben muss sich zu beweisen und dass dieser nie genug Trubel um sich herum haben kann. Zudem ist er wesentlich offener was Gl├Ąubige Fanatisten angeht als wir. Hast Du ein sch├Ânes, schmeichelhaftes Wort f├╝r Fanatiker?", gibbelte Vano.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Religi├Âs motivierter Mensch?┬ź, versuchte Rene sich an einer sensiblen Umschreibung. ┬╗Ein Zwitter, schau an. Wie muss man sich so etwas vorstellen? Hat er untenrum beides oder ist er unten weiblich und oben m├Ąnnlich? Fran ist ein guter Mann, keine Frage. Wenn man ihn nach der Offenbarung weiterhin als Mann bezeichnen soll. Ciel hat von ihm als Frau gesprochen.┬ź

Silvano de Mancini
"Ich habe nicht die geringste Vorstellung, denn ich habe ihn niemals nackt gesehen. Womit sich auch erkl├Ąrt warum. Meine Vermutung ist, beides irgendwie vereint. Aber wie, kann ich Dir nicht sagen. Und zu fragen traue ich mich nicht, obwohl ich da genauso neugierig bin wie Du. Ich denke das ist ganz normal da neugierig zu sein, oder sich zu fragen, wie eine Person die ein Zwitter ist wohl aussieht. Vielleicht auch jeder von ihnen anders oder gleich nur etwas anders ausgepr├Ągt? Nicht alle M├Ąnner sind gleich gebaut, der eine ist l├Ąnger, der andere k├╝rzer, dicker, oder d├╝nner. Frauen haben auch nicht alle die gleichen Br├╝ste. Also vielleicht ist bei ihnen auch so. Wobei ich nicht mal wei├č, ob er Br├╝ste hat, oder sie nur abgebunden hat oder so etwas. Er lief immer extrem hoch geschlossen herum, mit Hemd, Weste, Jacke, Mantel. Also zu bis zu den Kn├Âcheln und dazu noch Hut. Ja sehr religi├Âser Mensch klingt doch super, oder Gl├Ąubiger", antwortete Vano.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Und da hat der Prince sich trotz allem in ihn verguckt? Fran ist arm wie eine Kirchenmaus. Er ist nicht mal von Stand und sonderlich h├╝bsch anzusehen ist er auch nicht. Man kann f├╝r Fran nur hoffen, dass es nicht einfach eine Troph├Ąenjagd ist. Der Wunsch, etwas so seltenes zu Besitzen. Darf ich deine Vorschl├Ąge bez├╝glich Jamie dergestalt deuten, dass du Ciel davon ├╝berzeugt, dass sein Schiff sehr viel besser als Tempel geeignet ist als meines?┬ź

Silvano de Mancini
"Auf alle F├Ąlle die Mouette ist mein Geburtsschiff Rene, die wird kein Tempel, das schw├Âre ich Dir. Notfalls verduften wir beide, wenn es nicht anders geht. Das ist ja noch eine schlimmere Drohung als versenken. Das ist Blasphemie. Nein Fran besitzt nichts, nur das was er vermutlich gespart hat. Richtig, er ist weder von Stand noch hat er Reicht├╝mer. Ich hoffe ebenfalls f├╝r ihn, dass er nicht als Troph├Ąe gilt, sondern aufrichtig geliebt und begehrt wird. Oder sagen wir mal, dass sie auf dem Weg zur aufrichtigen Liebe sind. Du hast uns damals unsere Chance gegeben, Du hast es akzeptiert und wir haben uns bem├╝ht auch niemals irgendwem ├ärger zu machen, weil wir zusammen sind. Oder gerade deshalb. Und das hat doch auch geklappt. Dienst war Dienst, Privat war Privat. Nun vielleicht in der Anfangszeit nicht immer, mal hier oder da einen winzigen Freiraum geg├Ânnt und einander zugetan gewesen. Sprich da mal kurz auf die Knie gegangen oder geb├╝ckt, jeder von uns beiden. Aber ich denke das ist normal und als es eingeschliffen war, war alles gut. Wir waren bei Dir Zuhause Rene, wir waren f├╝nf Jahre bei Dir ein Paar, Zuhause und gl├╝cklich. Das vergisst man nicht, ich vergesse Dir das nie. Also nein, ich tue alles in meiner Macht stehende um die Mouette davor zu bewahren alter Freund", sagte Vano ergriffen.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Ich habe es akzeptiert, weil ich euch beiden vertraut habe. Ich wusste, euer Dienst w├╝rde nicht darunter leiden und ihr w├╝rdet keinen ├ärger in die Mannschaft tragen. Im Gegenteil, ich finde, ihr habt ein St├╝ck weit Harmonie gebracht. Ihr beide wart so gl├╝cklich und entspannt, das steckt unweigerlich an. Meine Matrosen haben keinen Freifahrtsschein, wie du wei├čt, es gibt Paare, denen ich dergleichen untersage, so lange sie ihre Stelzen auf der Mouette haben. Diese m├╝ssen sich ihre Zweisamkeit f├╝r die Landg├Ąnge aufsparen. Bei euch hat es funktioniert und ich habe es nie bereut.┬ź Rene trank ein Glas, als er an Davet dachte und sein Blick wurde finster. Die buschigen Brauen sanken hinab. ┬╗Lassen wir die Chocuas und die Mouette vert├Ąut? Wir sind hier noch in souvagnischen Gew├Ąssern und es ist keine Bedrohung zu erwarten, weder durch die Launen des Meeres noch durch zweibeinige Feinde. Wir sollten heute ein Fest schmei├čen. Wir haben uns lange nicht gesehen und auch unter unseren M├Ąnnern gibt es Freundschaften, die aufgefrischt werden wollen.┬ź

Silvano de Mancini
"Danke f├╝r das Kompliment in unserer beider Namen, dass bedeutet mir viel und das wei├čt Du. Lassen wir die beiden Ladys vert├Ąut und feiern wir unser Wiedersehen. Gefahr ist nicht im Verzug und sollte ein Sturm aufziehen, ob per Persona oder vom Meer, lass ich unsere Vert├Ąuung kappen, kein Problem. Wenn Du magst, kannst Du auf der Choucas ├╝bernachten, ich lasse Dir eine Kabine herrichten. Wobei bei der Feier, werde ich Deine Lady besuchen, quasi meine die Mutter meiner Seef├Ąhigkeiten, wenn Du gestattest. Wenigstens einmal pers├Ânlich Hallo sagen und ihr eine Boddel ├╝ber den Buckel gie├čen f├╝r allseits gute Fahrt und Wind", sagte Vano gl├╝cklich.

Rene Lothair de Brisay
┬╗Das war kein Kompliment, sondern die Wahrheit. Ich hoffe, dein jetziger Mann vertr├Ągt es, dass ich von dir und Davet spreche. Denn ich werde keine R├╝cksicht nehmen. Davet war ein gro├čer Mann und entsprechend sind die Fu├čstapfen, die du auszuf├╝llen hast, Boldi. Es sei denn, du schaffst dir Eigene.┬ź Renes Mimik blieb ernst, doch seine Augen blickten freundlich drein. Boldisz├ár blickte nicht freundlich, aber auch nicht feindselig. Sein Blick sagte: Die Herausforderung nehme ich an, alter Mann. Zumindest war es das, wie Rene ihn deutete. Er lachte und stie├č mit Boldisz├ár und Silvano an. ┬╗Die Mouette ist noch immer dein zu Hause, Silvano, wann immer dir danach ist, zu ihr zur├╝ckzukehren. So wie ich noch immer den Mentor spiele, den du eigentlich seit Jahren nicht mehr n├Âtig hast. Alles, was ich dir beibringen konnte, habe ich dich gelehrt. Den Rest muss die See dich lehren. Eine Kabine auf der Choucas ist eine vorausschauende Idee, das erspart euch, mich zur├╝ck in meine Koje schleppen zu m├╝ssen. Auf euer Wohl, ihr beiden.┬ź Er lehrte sein Glas.

Silvano de Mancini
"Auf Dich, Davet und die Wahrheit. Boldi und Davet kann man nicht miteinander vergleichen. Ich tue es auch nicht Rene, beide stehen f├╝r sich und w├╝rde er noch leben, st├Ąnden sie Seite an Seite, w├╝rden sie sich akzeptieren. Er war ein erstklassiger Gef├Ąhrt mit all seinen St├Ąrken und Schw├Ąchen. Und das ist Boldi auch, nur hat er eben halt seine eigenen. Was auch richtig und sch├Ân ist. Das es kein Kompliment, sondern die Wahrheit ist, macht die Sache noch sch├Âner. Dito, die Choucas ist auch Dein Zuhause, wann immer Du sie brauchst, sie ist da. Dann werde ich "Mama Mouette" mal einen Besuch abstatten. Man lernt nie aus Rene, Du hast zig Jahrzehnte Vorsprung und ich w├Ąre ein Trottel, w├╝rde ich Dir genau das absprechen. Du hast mich alles gelehrt was es zu lernen gab und ich werde es stets beherzigen. Du warst f├╝r mich mehr Vater als es meiner sein konnte oder mein Adoptivvater je sein durfte. Erfahrung z├Ąhlt genauso viel mein Bester und davon hast Du reichlich. Nun ich auch, wir k├Ânnen ja tauschen", schmunzelte Vano. "Na das war kein Trick um Dich nicht schleppen zu m├╝ssen. Ich habe sogar k├╝rzlich Boldi geschleppt und ist kaum was passiert", lachte Vano und knuffte seinen Mann, ehe er ihm liebevoll ├╝ber die Wange streichelte.

Francois Grimard
Zweitcharakter
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Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:35

Zweierlei Verabschiedung und ein neuer Reisegef├Ąhrte

#2

Beitrag von Francois Grimard » Sa 13. Okt 2018, 14:55

Zweierlei Verabschiedung und ein neuer Reisegef├Ąhrte


Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Ciel Bellamy dar├╝ber informiert hatte, dass er nun dem Nennadel angeh├Ârte, machten Ciel und Francois sich auf den Weg, um sich von jemandem zu verabschieden. ┬╗Fran┬ź, sagte Ciel ernst, w├Ąhrend sie durch die Flure des Palastes gingen, ┬╗ich m├Âchte dich Ferrau vorstellen. Wie du wei├čt, ist er mein Leibdiener. Weniger bekannt, wenn auch kein Geheimnis, ist die Tatsache, dass Ferrau und ich ein Paar sind. Wir sind nicht verlobt oder verheiratet, aber Ferrau ist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ihr sollt einander kennenlernen.┬ź

Francois Grimard
Fran musterte Ciel und nickte knapp. "Muss ich irgendetwas bei Ferrau beachten? Wenn er Dir derma├čen viel bedeutet, werde ich entsprechend mit ihm umgehen. Wobei ich mit jedem anst├Ąndig umgehe, dass m├Âchte ich erw├Ąhnen. Wie kam es dazu, dass Du mit Ferrau zusammen bist?", fragte er nach und kramte kurz in seinen Taschen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist eine lange und sehr umst├Ąndliche Geschichte. Gemocht habe ich ihn schon immer, aber als er mein Leibdiener wurde, merkte ich, was f├╝r ein lieber und umsichtiger Kerl er wirklich ist. Ich habe lange mit mir gehadert, da ich Sorge hatte, das gute Verh├Ąltnis zwischen uns zu zerst├Âren. Verrill hat mich beraten und schlussendlich habe ich mich getraut, es ihm zu sagen. Ohne Verrill w├╝sste Ferrau es wahrscheinlich bis heute nicht. Und ab dato waren wir zusammen. Mein Vater schlug vor, ich m├Âge Ferrau heiraten, aber dann verliere ich ihn als Leibdiener. Wir w├Ąren weiter voneinander getrennt als n├Ąher beieinander. Ja, beim Umgang mit Ferrau ist einiges zu beachten. Er ist eine sanfte Seele, auch wenn er manchmal bockt. Schreie ihn nicht an, drohe ihm nicht mit Gewalt und noch weniger darfst du ihm etwas antun. Das darf ohnehin niemand, da er mein Eigentum ist, aber ich m├Âchte dich noch einmal darauf hinweisen.┬ź

Francois Grimard
"Na dann hat Ferrau nichts zu bef├╝rchten Ciel. Ich schreie nicht, denn dadurch bekommt man auch nicht mehr Recht. Ich drohe niemanden Gewalt an, es sei denn jemand tut dies selbst vorher. Und ich bocke nicht, jedenfalls nicht dass ich w├╝sste. Eine sanfte Seele klingt gut. Davon gibt es wenige, wobei man mit ihnen gut auskommt. Vielleicht bockt er nur, weil er Angst hat. Das ist oft so. Wir machen auch Dinge nicht gerne, vor denen wir Angst haben oder? Ich vermute da hast Du Recht, w├╝rdest Du Ferrau heiraten, dann ist er nicht mehr Dein Diener. Und ehrlich, wie sollte das funktionieren? Das w├Ąre schon etwas seltsam, wenn Dein Mann Dir dienen muss. Findest Du nicht auch? Ich spreche nicht von Freiwilligkeit. W├Ąrst Du krank, oder einfach mal faul, w├╝rde ich Dir genauso beistehen, Dich rasieren, oder waschen und so weiter. Aber es befohlen zu bekommen, hat schon etwas Unangenehmes. Sowas muss man freiwillig geben", sagte Fran und streichelte Ciel den Nacken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel genoss die kleine Streicheleinheit und blinzelte freundlich. ┬╗Richtig, als Mann kann er nicht mein Diener sein, als Partner schon. Du w├Ąrst also Nummer drei im Bunde - wenn Ferrau dich akzeptiert. Wenn nicht, dann werde ich mir etwas einfallen lassen m├╝ssen.┬ź Ciel war nerv├Âs. Nat├╝rlich konnte Ferrau ihm nicht vorschreiben, was Ciel zu tun oder zu lassen hatte. Aber allein der Gedanke, wie Ferrau tagein tagaus eine traurige Miene zog, weil Ciel einen anderen hatte, schmerzte. ┬╗Ferrau ist keine K├Ąmpfernatur, aber er ist auch kein Feigling. Manchmal ist er sogar erschreckend mutig und tut Dinge, f├╝r die man ihn sich am liebsten ├╝bers Knie legen will vor lauter Sorge. Was ich nat├╝rlich nie ├╝bers Herz bringe.┬ź Ciel fragte bei den Domestiken herum, wo Ferrau gerade zu finden war.

Francois Grimard
"Nummer drei?", fragte Fran und kratzte sich am Kopf. "Nach meiner Rechnung w├Ąre ich Nummer zwei, oder wer ist da noch?", fragte er verwirrt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich meinte uns alle drei zusammen┬ź, sagte Ciel mit rotem Kopf. ┬╗Dich, Ferrau und mich.┬ź

Francois Grimard
"Och Du, kein Grund rot zu werden, auch wenn Du s├╝├č damit aussiehst. Dann sind wir ein Trio, was ist daran so schlimm? Jaques hat einen Bruder, Julien der hat drei Ehem├Ąnner und eine Ehefrau. Und genau jener stellt gerne Conni nach. Wobei ich glaube, er macht das nur, weil Conni dabei die Flatter bekommt. Ist alles gut Ciel. K├Ânnen wir danach etwas essen gehen? Ich hab noch nichts gegessen heute", bat Fran.

Francois Grimard
Diener: "Herr Euer Diener ist bei Euch in den Gem├Ąchern. Vermutlich schl├Ąft er, oder liest", sagte einer der Dienstboten respektvoll und verneigte sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bedankte sich bei dem Diener und ging in Richtung seines zu Hauses. Dann blieb stehen, weil er das Gef├╝hl hatte, sich rechtfertigen zu m├╝ssen, obwohl Francois gar nichts dergleichen gesagt hatte. Er guckte Francois etwas missmutig an, denn er f├╝hlte sich ertappt. ┬╗Gut, es gibt noch weitere Personen, deren Anwesenheit ich sch├Ątze. Aber mit diesen bilde ich kein Paar. Ergo sind wir zu dritt. Ich hoffe, du h├Ąltst mich nun nicht f├╝r einen Herumtreiber. Es sind immer die selben Personen, die mir ├╝ber lange Zeitr├Ąume nahestehen. Aber nun, wo wir ein Baby erwarten, wird sich vermutlich vieles ├Ąndern. Aber nicht alles. Auf jeden Fall musst du keinen Grund zur Sorge haben.┬ź Er ging zu seinen Gem├Ąchern und klopfte, ehe er mit Francois im Schlepptau eintrat.

Francois Grimard
"Ich habe doch gar nichts gesagt, Du musst Dich nicht vor mir rechtfertigen. Und ich halte Dich nicht f├╝r einen Herumtreiber. Du hast bis jetzt nur davon gesprochen wen Du magst und nicht dass Du Dich durch die Gemeinde huren w├╝rdest. Also h├Âr auf, Du steigerst Dich gerade in irgendetwas herein. Das ist nur die Aufregung wie Ferrau reagieren wird. Damit tust Du Dir selbst keinen Gefallen. Bleib ruhig und locker, Nerv├Âsit├Ąt ├╝bertr├Ągt sich Ciel. Was soll sich denn ├Ąndern, wo wir ein Baby erwarten? Gehst Du nicht davon aus, dass sich Ferrau f├╝r Dich freuen wird? Entspann Dich ein bisschen Schatz, komm", bat Fran.

Ferrau Du Trieux
Ferrau trat aus dem Wohnzimmer und musterte Ciel und sprang ihm entgegen. Er umarmte Ciel, als wollte er ihn nie wieder loslassen und bedeckte sein Gesicht mit K├╝ssen. "Wieder da? Der Urlaub war ja kurz!", freute er sich und reichte Fran die Hand. "Hallo ich bin Ferrau, der Mann von Ciel", grinste er breit.

Ciel Felicien de Souvagne
Die herzliche Begr├╝├čung machte es nicht einfacher. Ciel umarmte Ferrau ganz fest zur├╝ck und wartete, bis dieser ausreichend still hielt, so dass er ihn zur Begr├╝├čung fest auf den Mund k├╝ssen konnte. Er streichelte ihm die Flanken. ┬╗Ich habe Francois schon von dir erz├Ąhlt. Er wei├č auch, was wir beide f├╝reinander empfinden.┬ź Ciel dr├╝ckte das schlechte Gewissen. Francois hatte recht, er war extrem aufgeregt und projizierte das, wovon er glaubte, was Ferrau nun von ihm dachte, auf Francois. ┬╗Kommt ihr beiden, setzen wir uns einen Moment.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau flitzte davon und holte Tee und leichtes Geb├Ąck, dass er sch├Ân auf dem kleinen Wohnzimmertisch drapierte. "Das hat Verrill selbst gebacken, dass ist der Bruder von seiner Hoheit Prince Ciel und er kann sehr gut backen. Ich habe ihn darum gebeten, wenn er etwas gebacken hat uns davon abzugeben. Ciel freut sich immer sehr ├╝ber das Geb├Ąck. Verrill muss ja nicht wissen, dass ich es so lange f├╝r Ciel vorkoste nicht wahr? Letztens hat er 20 Liebesknochen f├╝r Ciel dagelassen. 20, mir war danach doch etwas schlecht, aber das lag an der Masse Liebesknochen die ich allein verdr├╝cken musste. Sie waren sehr gut und sogar mit Schokolade glasiert. Leider Herr Francois habe ich heute keine Knochen, sonst h├Ątten Sie vom royalen Geb├Ąck dieser Art kosten k├Ânnen. Ciel ist da auch meiner Meinung, dass niemand so gut backen kann wie sein Bruder. Das ist Hagebutten-Hibiskus-Tee, den habe ich mir vorhin aufgesetzt zu einem guten Buch. Ich lese sehr gerne wissen Sie? Mein Mann erm├Âglicht mir sowas, dass ist nicht selbstverst├Ąndlich", sagte Ferrau und goss allen Tee ein und legte die Pl├Ątzchen bereit. "F├╝hlt Euch wohl", grinste Ferrau und schl├╝rfte seinen Tee.

Francois Grimard
Fran setzte sich, nahm sich seine Pl├Ątzchen und lie├č sie sich gen├╝sslich schmecken. "Doch das glaube ich, Ciel ist ├Ąu├čerst liebevoll", sagte er zwischen zwei Bissen, die er mit Tee herunter sp├╝lte. Wie hungrig er war, merkte er erst jetzt. "Danke f├╝r die Pl├Ątzchen, die sind extrem lecker", freute er sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel, der zwischen den beiden sa├č, f├╝hlte, wie ihm das Herz in die Hose rutschte. Ihm fiel etwas ein. ┬╗Entschuldigt mich eine Minute.┬ź Er ging vor die T├╝r, sprach mit einem Diener und setzte sich wieder hin. Er sa├č stocksteif da und fragte sich, wieso ihm niemand abnahm, die unangenehme Nachricht zu verk├╝nden. Er wartete wie auf gl├╝henden Kohlen, bis es klopfte. ┬╗Bleib sitzen, Ferrau.┬ź Er ├Âffnete die T├╝r und ein Diener schob einen kleinen Essenwagen herein. Er stellte drei Teller mit Besteck bereit und verteilte drei Portionen Schmetterlingsnudeln mit Seeigeln, h├╝bsch garniert. Ciel bedankte sich und der Diener verschwand samt Wagen.

Francois Grimard
Fran schaute sich die Portion Schmetterlingsnudeln mit Seeigeln an und grinste Ciel breit an. "Das nenne ich gehoben speisen. Guten Appetit", freute er sich.

Ferrau Du Trieux
Ferrau umarmte Ciel und k├╝sste ihn liebevoll. "Das ist meine Leibspeise Herr Francois, Seeigel. Sie sind einfach wunderbar, butterzart und schmecken so unwiderstehlich. Ich liebe sie einfach, man kann regelrecht s├╝chtig danach werden. Von mir auch, guten Appetit und lasst es Euch schmecken. Ciel ist ein ganz Lieber, dass er sogar an die Seeigel denkt. Was machen Sie hier und warum begleiten Sie meinen Mann?", fragte Ferrau freundlich und piekste die ersten Seeigel auf seine Gabel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete tief durch. Er musste es endlich hinter sich bringen. Es war schon ein bisschen erb├Ąrmlich, dass er als Prince es nicht ├╝ber sich brachte, seinem eigenen Diener eine simple Mitteilung zu machen. Ciel strich Ferrau durch das wuschelige Haar, w├Ąhrend dieser seine Seeigel auf die Gabel spie├čte. ┬╗Fran begleitet mich, weil wir miteinander verlobt sind┬ź, sagte er so ruhig wie m├Âglich, in dem Versuch, wenigstens einen Teil seiner W├╝rde zu wahren.

Ferrau Du Trieux
"Wieso bist Du mit ihm denn verlobt? Und wer ist er denn? Ich kenne ihn nicht, woher kennst Du ihn? Nichts f├╝r ungut Francois, aber dass muss ich wissen. Was war denn los? Liebt Ihr Euch, oder seid Ihr verliebt?", fragte Ferrau und musterte Ciel streng.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Liebling┬ź, jammerte Ciel, nun v├Âllig entwaffnet, griff nach Ferraus Hand und k├╝sste sie innig. ┬╗Fran und ich haben uns auf dem Schiff kennen gelernt, auf dem Linhard und ich Urlaub machten. Ich fragte ihn um Rat wegen meinem Haarausfall. Wir kamen ins Gespr├Ąch und waren einander sehr zugetan. Ein wenig zu zugetan, denn Francois tr├Ągt nun mein Kind unter dem Herzen. Um von Liebe zu sprechen, ist es zu fr├╝h, aber ohne eine vorhandene Zuneigung h├Ątte ich nicht um Frans Hand angehalten.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau umarmte Ciel fest und liebevoll und strich ihm ├╝ber den Glatzkopf. "Er ist von Dir schwanger? Er er wartet ein Baby? Er ist eine sie?", fragte Ferrau verbl├╝fft und schaute sich Francois ganz genau an. Fraulich sah er nicht aus, aber was hie├č das schon? Manche Frau sah auch aus wie ein Kopfschl├Ąchter und musste ein Schild um den Hals tragen, um als solche erkennbar zu sein. Und vielleicht hatte er guten Grund dazu sich derma├čen zu verstecken. "Bist Du sicher?", fragte er Fran und deutete auf seinen Bauch. "Ein Baby von Ciel", fl├╝sterte Ferrau und k├Ąmpfte mit den Tr├Ąnen. "Darf ich Deinen Bauch mal anfassen?", fragte er ganz sacht, so als h├Ątte er Angst das Baby zu erschrecken.

Francois Grimard
"Beides Ferrau, ich bin beides und ja ich bin schwanger. Wie Ciel schon richtig sagt, es ist zu fr├╝h um von Liebe zu sprechen. Aber verliebt bin ich in ihn und ich freue mich auf unser gemeinsames Baby. Und dass Du Dich so freust, freut mich ebenfalls. Ja Du darfst meinen Bauch anfassen, aber dazu muss ich mich etwas aus meiner Kleidung sch├Ąlen. Warte einen Moment", sagte Fran und kn├Âpfte seine Kleidung soweit auf, dass Ferrau an seinen Bauch kam. Er nahm die Hand von Ferrau und legte sie sich auf den Bauch. "Wie Du siehst, sieht man noch nichts. Aber Ciel hat es ersp├╝rt", sagte Fran sanft.

Ferrau Du Trieux
Ferrau streichelte ganz vorsichtig Frans Bauch, legte kurz seine Hand darauf und schloss die Augen. Danach kn├Âpfte er alles wieder ordentlich zu. "Dankesch├Ân. Ich habe ihm gute Gedanken gesandt, vielleicht h├Ârt es sie. Was machen wir denn jetzt mit Dir? Was machen wir mit ihm ihr Fran?", fragte Ferrau verunsichert.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte nur halb zugeh├Ârt. Er lag weit im Sofa zur├╝ckgelehnt und atmete erleichtert durch, dass die beiden sich zu verstehen schienen und, wichtiger, dass Ferrau ihm nicht den Kopf abgerissen hatte. Als sein Leibdiener ihn ansprach, setzte Ciel sich wieder auf. ┬╗Ich habe alles durchgeplant┬ź, erkl├Ąrte er. ┬╗Fran m├Âchte gern weiter auf der Choucas arbeiten. Er wird Florismart zur Unterst├╝tzung bekommen, da er nicht mehr schwer heben darf und sich nicht ├╝beranstrengen soll. Auch Alexandre wird uns begleiten. Des weiteren habe ich veranlasst, ein Schiff zu einem fahrenden Tempel umbauen zu lassen, mit Heilstube, Bibliothek, Gebetsr├Ąumen und so weiter. Falls Fran Probleme bekommt, wird er auf dem Schiff genau so gut aufgehoben sein wie an Land. So muss ich meinen Urlaub nicht abblasen. Wobei ich das N├╝tzliche mit dem angenehmen verbinden werde. Vater w├╝nscht, dass aus dem Urlaub eine Forschungsreise werden m├Âge und stellt uns einen Teil der Flotte zur Verf├╝gung.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau nahm die Hand von Fran, mit der dieser sich gerade einige Seeigel in den Mund schaufeln wollte und musterte ihn ernst. "Du kannst nicht mehr arbeiten, Du musst Dich schonen. Kranke Leute k├Ânnen Dich auch infizieren. Es gibt doch nicht nur Knochenbr├╝che. Stell Dir vor jemand hat auf einmal die Pest oder sowas Schreckliches und Du behandelst ihn und wirst auch krank. Was dann? Dann wirst Du und das Baby krank. So geht das nicht. Soll Flori Deine Vertretung machen, aber Du fasst keine Kranken mehr an. Warum denkt daran keiner?", fragte Ferrau beide streng.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast Recht, Ferrau┬ź, r├Ąumte Ciel ein. ┬╗Aber ich wollte ihn nicht einsperren oder aus seinem vertrauten Umfeld rei├čen. Eine gescheiterte Ehe reicht mir. Ich dachte, dies w├Ąre als Notl├Âsung in Ordnung.┬ź

Ferrau Du Trieux
"Nein dass ist nicht in Ordnung! ├ťberhaupt nicht, h├Ârt Ihr?!? Was Du willst spielt keine Rolle Ciel und was Du willst auch nicht Francois! Ihr m├╝sst Euch dem Baby anpassen. Es schl├Ąft da im Bauch und kann sich nicht aussuchen, wo es hingetragen wird. Warum muss er nicht aus seinem Umfeld gerissen werden? Das wird er schon 9 Monate aushalten. Sonst oh na wartet", knurrte Ferrau, sprang auf und schloss ab. "So hat sich das", schmollte er und steckte den Schl├╝ssel demonstrativ ein. "Bis Ihr vern├╝nftig werdet, ich passe auf meinen Herrn auf und auch das dessen Baby und auf Dich. Sowas. Ihr seid verblendet. Denkt nach, dann kommt Ihr wieder raus. Was soll denn das? Muss es immer alles auf einmal geben? Ihr habt keine Rechte! Du hast kein Recht mehr Fran, kein einziges. Dein K├Ârper geh├Ârt Dir nicht mehr. Du hast 9 Monate einen hilflosen Untermieter und da wirst Du Dich nach richten. Er kann sich nicht nach Dir richten. Dann h├Ąttest Du vorher nachdenken und aufpassen m├╝ssen. Du willst das Baby oder? Dann verhalte Dich so. Und Du auch Ciel!", schimpfte Ferrau, setzte sich wieder und a├č seine Seeigel weiter als w├Ąre nichts geschehen.

Francois Grimard
Fran lie├č die Gabel sinken und musterte Ciel. "Er hat Recht, daran habe ich gar nicht gedacht. Ich habe mich einfach wie verr├╝ckt gefreut. Was sagst Du dazu Ciel? Also ich meine, ich kann doch trotzdem mitkommen, nur arbeiten muss wirklich ein anderer", stimmte Fran zu und a├č weiter, w├Ąhrend er Ciel musterte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich hatte eigentlich keine Kinder haben wollen, Ferrau ... darum kenne ich mich kaum damit aus, was eine Frau darf und was nicht. Ein wenig schon, ich beherrsche ja medizinisches Grundlagenwissen. Aber ... also gut. Ich habe gewusst, dass es nicht in Ordnung ist. Sobald es um Ehe und Familie geht, bin ich grauenhaft unsicher und du warst nicht dort, um mich zu beraten. M├Âchtest du uns vielleicht doch begleiten?┬ź, fragte Ciel sanft . ┬╗Du darfst deinen Urlaub fortsetzen und Jerome mitnehmen, an den du alle Aufgaben nach Belieben delegierst. Aber dein Rat hat mir sehr gefehlt, wie du siehst.┬ź

Ferrau Du Trieux
"Nein ich begleite Euch allein und k├╝mmere mich um Dich und Fran und das Baby. Aber Ihr m├╝sst mal etwas mehr nachdenken. Ich habe Dich auch sehr vermisst Ciel und das Du Dich nicht auskennst macht nichts. Du musst denken es ist klein und empfindlich und es ist dort drin", sagte er und deutete auf Frans Bauch. "Du musst auch immer daran denken. Ich komme mit und steh Euch bei. Daf├╝r bin ich da. Wir sind eine Familie und ich mache das selbst. Niemand wir Dich anfassen, ich mache das, genau wie bei Ciel. Und ich gucke was Du isst. Macht Euch keine Sorgen. Das mache ich doch gerne, aber mich ├Ąrgert es, wenn Ihr so sorglos seid", gestand Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein┬ź, fauchte Ciel. ┬╗Du bist mein Leibdiener und nicht der von Fran. So gut kennt ihr euch nun auch wieder nicht. Fran wird sich seinen Leibdiener selbst aussuchen. Aufgrund seiner Besonderheit braucht er jemanden, bei dem er sich rundum wohl f├╝hlt. Du darfst gern mitkommen, Ferrau, ich w├╝rde mich sehr dar├╝ber freuen. Aber ich teile meinen Leibdiener nicht. Nicht auf diese Weise. Vielleicht, wenn ihr euch gut versteht und es beide w├╝nscht, k├Ânnten wir uns auf andere Art n├Ąhern. Aber nicht auf diese!┬ź

Francois Grimard
Fran hob kurz die Hand. "Beruhigt Euch bitte alle beide. Du kannst mir gerne Tipps geben Ferrau, vielen Dank, die nehme ich gerne an. Und Du Ciel musst Deinen Leibdiener nicht teilen. Das m├Âchte ich ebenfalls nicht und ich m├Âchte keinen Leibdiener. Ich habe mich immer um mich selbst gek├╝mmert und fremdbestimmt wurde ich zum anderen Teil. Das macht niemand mehr mit mir. Weder im Guten noch im Schlechten. Ich m├Âchte das nicht, ich m├Âchte dort nicht von wem angefasst werden, dem ich das nicht erlaube. Weder von Dir Ferrau, noch von sonst wem. Das erlaube ich Ciel, er ist mein Verlobter. Und dazu ben├Âtigt es mehr als nur Vertrauen. Meine Antwort an Euch beide ist nein. Weder Du Ferrau noch sonst wer. Es gibt also keinen Grund zum Streiten oder um sich anzugiften. Freuen wir uns gemeinsam auf das Baby und helfen wir einander mit Wissen. Aber bitte belasst es dabei", sagte Fran freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Keinen Leibdiener?┬ź, fragte Ciel verst├Ąndnislos. ┬╗Wie w├Ąre es mit einer Leibdienerin, einer Zofe? Sollten wir heiraten, bist du Teil der Krone und musst entsprechend auftreten. Das schafft man nicht allein, da braucht es jemand, der einen ber├Ąt und schaut, dass alles seine Richtigkeit hat. Besonders in Anbetracht deiner Unerfahrenheit, was diese Dinge betrifft. Er oder sie muss dich nicht waschen. Aber wenigstens was die Garderobe und Kosmetika anbelangt, solltest du dir helfen lassen.┬ź

Francois Grimard
"Und er wird mich nicht anfassen, wo ich nicht m├Âchte? Darf ich eine Zofe haben? F├╝rs Einkleiden und so weiter bin ich einverstanden, aber dort angefasst zu werden mache ich nicht mit. Dass macht mir Angst. Wobei hat Verrill einen Leibdiener? Vertraut sie ihm?", fragte Fran offen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č seine Augen zu Ferrau wandern. Ferrau war nicht eingeweiht, was die Besonderheit von Ciels kleinem ┬╗Bruder┬ź betraf. Ciel nickte. ┬╗Verrill hat einen lieben Leibdiener und ist mit ihm sehr zufrieden. Du kannst gern eine Zofe haben, jedoch w├╝rde ich dich dann bitten, als Frau aufzutreten, damit es nicht zu unsch├Ânem Gerede kommt. Alternativ k├Ânnte ich dir einen Eunuchen organisieren - oder wir schauen, ob wir einen weiteren Menschen finden, der beides ist, der sich ├╝ber eine solche Stelle sehr freuen w├╝rde. Benito und dein Peiniger werden uns sicher einen guten Rat diesbez├╝glich geben k├Ânnen.┬ź

Francois Grimard
Fran sch├╝ttelte vehement den Kopf. "Oh nein, dass vergiss mal so schnell wie Dir das eingefallen ist! Das er an mir rumfummelt und diesem Monster alles haargenau aufschreibt oder was wei├č ich, was er dann in seinem Namen tut? Ich werde da nicht mitmachen. Einen Eunuchen? Ciel, wei├čt Du was ein Euchnuch ist? Ein Kastrat ist ein Mann dem man den Hodensack entfernt hat. Ein Eunuch ist jemand, dem man Penis und Hodensack entfernte. Die meisten ├╝berleben diese Prozedur nicht. Das ist mehr als reine Versklavung, dass ist Wahnsinn. Wenn wir so eine Person kaufen, denn man kann sie nur kaufen, wird diese Stelle frei. Und es ist ja ein Markt f├╝r sie da. Das hei├čt, es wird wieder ein Junge weggefangen, dem man das gleiche Schicksal aufb├╝rdet, ohne Geschlechtsteile mit st├Ąndig tropfenden Unterleib leben zu m├╝ssen. Mit Infektionen leben zu m├╝ssen, die die Natur nicht vorsah. Und ihr ganzer K├Ârper ger├Ąt durcheinander. Sie werden fett, da ihnen viele Stoffe im K├Ârper fehlen, sie verweiblichen zum Teil, sie leiden an schlimmen Gem├╝tszust├Ąnden, all das daf├╝r, damit sie nicht zeugungsf├Ąhig sind und sich Haremshalter oder andere hohe Herrn sicher sind, die Kinder sind auch wirklich von ihnen. Denn ihre Sklaven k├Ânnen nicht? Nein, dass kannst Du nicht von mir erwarten. Das ist f├╝r mich etwas, was ich rigoros ablehne. Ich suche mir dann einen Leibdiener wie Verrill einen hat. Einen hoffentlich der gut ist und freundlich und der auch versteht, wenn ich etwas nicht mag. Einfach nun jemanden der f├╝r mich da sein mag. Halt nicht ├╝berall. Aber weder m├Âchte ich einen Rat von Benito, noch m├Âchte ich einen Verst├╝mmelten", sagte Fran ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank erst einmal eine Tasse Tee. ┬╗Francois. Ich hatte nicht vor, dich von diesen Personen untersuchen zu lassen. Du bist gesund und w├Ąrst du es nicht, g├Ąbe es sehr viel geeignetere Heiler. Ich sprach davon, dass sie sicher weitere Personen wie dich kennen. Weitere Zwitter, auch wenn ich dieses Wort nach wie vor unsch├Ân finde und mir den Kopf ├╝ber ein Geeigneteres zerbreche. Vielleicht k├Ânnen wir einem weiteren Menschen, der ├Ąhnliches durchleben musste, auf die Weise ein gutes zu Hause und ein Auskommen bieten. Dass Katraten und Eunuchen zwei paar Schuhe sind, war mir unbekannt. Ich dachte, es seien Synonyme. Es gibt auch Menschen, die sich freiwillig verst├╝mmeln lassen, sei es aus rituellen Gr├╝nden oder um eine entsprechende Anstellung gew├Ąhrt zu bekommen - und daneben gibt es auch aus medizinischen Gr├╝nden kastrierte Personen, da sie beispielsweise ein Geschw├╝r hatten.┬ź

Francois Grimard
"Dem ist aber so und wir reden hier nicht von medizinisch notwendigen Eingriffen um das Leben einer Person zu bewahren. Ein Mann der an Prostatakrebs leidet, wird sich auch lieber kastrieren lassen, als zu sterben. Denn dies h├Ąlt das Tumorwachstum zum gr├Â├čtenteil auf. Aber ├╝ber medizinische Indikationen, welche eine Kastration zu Folge haben oder h├Ątten, diskutieren wir hier nicht Ciel. Das war anders gemeint und das wei├čt Du auch. Ich bin Heiler Ciel. Ich zerst├Âre keine intakten, funktionierenden K├Ârper. Mein Dogma ist die Bewahrung, des K├Ârpers und des Lebens an sich. Erst wenn es n├Âtig wird, etwas zu entfernen um das gesamte Leben an sich zu retten, werde ich dies tun. Und da gibt es bei mir auch keine Diskussion. Niemand hat das Recht anderen so etwas aufzub├╝rden, gleich was diese Foltermeister anf├╝hren. Es sind nichts weiter als Menschenschinder. Sklaventreiber und H├Ąndler. Woher diese Unsitte kommt wei├č ich nicht, aber es ist reines Machtgebaren einem Manne gegen├╝ber. Manche tun es auch im Krieg. Kann man einen Mann mehr nehmen als das? Kann man ihn tiefer dem├╝tigen, als ihn zu ent-mannen? Das ist f├╝r viele schlimmer als der Tod. Aber die Logik dahinter ist so glasklar zu erkennen, wie pervers. Man entmannt die M├Ąnner und nimmt die Frauen des eroberten Volkes oder Landes. Somit hat man in ein, zwei Generationen dieses Volk v├Âllig vernichtet. Denn die Frauen sind der Schatz jeden Volkes, sie geb├Ąren ab dato die Kinder der Feinde. Und im privaten Bereich mag ein Euchnuch praktisch sein, aber auch nur darum, wenn man sicher sein m├Âchte, dass die eigenen Frauen von einem selbst geschw├Ąngert wurden. Dazu muss man sie unter Verschluss halten. Leben wir so? Nein. Also sollten wir auch nicht anfangen uns St├╝cke dieser Barbaren ins Haus zu holen, vor allem nicht deren Opfer. Wenn wir so jemanden finden, bin ich bereit ihn aufzunehmen und mein Bestes zu geben, ihn operativ soweit wieder herzustellen, dass er keine oder kaum gesundheitliche Probleme trotz seines Leidens erleiden muss. Aber kaufen werde ich keine dieser Personen. So leid sie mir tun, Verzicht ist die einzige M├Âglichkeit den Kreis zu durchbrechen von Angebot und Nachfrage. Und h├Âr bitte auf st├Ąndig Benito zu erw├Ąhnen. Bei dem Namen wird mir schlecht. Ehrlich ich bin nicht empfindlich, aber ich bekomme jedes Mal G├Ąnsehaut. Unterlass es bitte Schatz, ich beschw├Âre Dich. Ich m├Âchte dass Du mir einen guten und alten Leibdiener suchst. Jemand der vertrauensw├╝rdig ist und mich ernst nimmt. Mehr muss er nicht", bat Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast meinen anderen Vorschlag absichtlich ├╝berh├Ârt┬ź, beschwerte sich Ciel. ┬╗Warum? Es gibt im ├╝brigen aus M├Ąnner, die sich selbst entmannen. Freiwillig. Sind diese weniger Wert f├╝r dich? Nebenbei darf ich einen Eunuchen Freund nennen. Und ich bin sehr froh, dass er noch lebt und bin nicht der Meinung, dass er im Nexus besser aufgehoben w├Ąre.┬ź

Francois Grimard
"Ciel h├Âr auf mit mir zu streiten, Du wei├čt wie ich es meine und ich m├Âchte mich mit Dir nicht fetzen. H├Âr bitte auf. Wenn es eine Person f├╝r sich selbst entscheidet - bitte. Wenn eine Person es aufgezwungen bekommt und damit leben kann - bitte. Aber ich spreche von Sklaven, denen man dies antut um sie besser verkaufen zu k├Ânnen. Nicht mehr. Was habe ich ├╝berh├Ârt, jemanden wie mich? Das ginge auch, dass w├Ąre vielleicht sogar, angenehm. Wobei ich nur eine Person kenne", gestand Fran liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und darum unterbreitete ich den Vorschlag, jenen, der nicht genannt werden darf, nach weiteren Namen zu fragen┬ź, sprach Ciel mit aller Geduld, die er aufzubringen vermochte.

Francois Grimard
Fran drehte sich in Zeitlupe zu Ciel herum und schaute grimmig auf ihn herab. "Und bitte wie soll das gehen, wenn ich keine Namen erfahren? Hallo ich suche h├╝stel, wo ist h├╝stel, ich h├Ątte ihn gerne eingestellt? Also Ciel mit allem Respekt, aber dann suche ich lieber alleine. Ehrlich", st├Âhnte Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel z├Ąhlte gedanklich bis Zehn. ┬╗Indem wir diesen grausamen Heiler danach fragen! Und er wird wahrheitsgem├Ą├č antworten, ob er will oder nicht.┬ź

Francois Grimard
Fran rieb sich ├╝ber das Gesicht. "Ja und was haben wir davon, wenn er keine Namen nennen soll? Verstehe ich nicht Schatz, ehrlich nicht. Entweder bin ich zu bl├Âde oder mir entgeht hier irgendwas", st├Âhnte Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Fran┬ź, st├Âhnte Ciel entnervt. ┬╗Mir scheint, an dem Mythos der Schwangerschaftsdemenz ist doch etwas dran. Ich sprach von Benito als jenem, der nicht genannt werden darf! Da du nicht w├╝nschtest, dass ich seinen Namen nenne! Ich sprach nie davon, dass er wiederum uns keine Namen nennen soll. Genau das soll er ja! Wie sollen wir sonst einen potenziellen Kandidaten finden f├╝r dich?┬ź

Francois Grimard
Fran schob sich die Brille auf die Nase und stellte den Teller beiseite, ehe er sich ganz zu Ciel umdrehte. "Das frage ich Dich doch die ganze Zeit! Wie? Na bitte, jetzt hast Du es. Es geht nicht", beantwortete sich Francois selbst die Frage, sch├╝ttelte den Kopf und nahm sich wieder seinen Teller. "Ehrlich, Du bist eine Marke man, sowas noch nicht erlebt", grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
Verst├Ąndnislos starrte Ciel Francois an. ┬╗Wieso sollte es nicht gehen?┬ź, fragte er verzweifelt.

Francois Grimard
Fran hielt mitten im Gabelbissen inne und ├╝berlegte ob er die Nudeln schnell in den Mund stopfen sollte, oder antworten sollte. Er entschied sich daf├╝r vorher einige Gabeln herunterzuschlingen, da er wirklich hungrig war. "Ciel hilf mir, ich verstehe Dich nicht! Weil Du niemanden findest, wenn Du seinen Namen nicht wei├č bei Ainuwar!", st├Âhnte Fran und k├╝sste Ciel, als Zeichen dass er nicht streiten wollte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja aber warum sollte Benito nicht die Namen seiner Studienobjekte kennen?┬ź, rief Ciel h├Ąnderingend. ┬╗Fran, rede Asameisch mit mir oder Rakshanisch, meinetwegen Demonai, aber bitte sprich mit mir nicht auf Frau┬ź, bat er.

Francois Grimard
Fran musterte Ciel einen Moment total ernst, ehe er schallend loslachte. Er umarmte seinen Schatz und k├╝sste ihn auf den kahlen Kopf. "Weil ich dachte, dass Du ihm verbieten m├Âchtest ├╝ber die Namen seiner Opfer zu reden. Das dachte ich. Und ich wollte seinen Namen nicht mehr h├Âren. Wir haben aneinander vorbei geredet Ciel. Ich versuche mich klarer auszudr├╝cken, wieso rede ich auf Frau? Wie kommst Du darauf?", grinste er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil du umst├Ąndlich sprichst! Kryptischer als jeder Alamanach. Lass dir von Bellamy beibringen, wie man kurz und knapp das verbalisiert, was man ausdr├╝cken m├Âchte. Oder Boldisz├ár.┬ź Ciel lehnte sich an Fran, wobei er einen verstohlenen Blick in Richtung Ferrau warf, umarmte ihn und k├╝sste ihn. ┬╗Wir fragen den alten Glatzkopf nach den Namen weiterer Studienobjekte. Und vielleicht finden wir darunter einen Menschen, der f├╝r dich als Leibdiener in Frage kommt. Ich habe eine Frage an dich, Fran. Dein K├Ârper wird sich ver├Ąndern. Bald wirst du aussehen wie ein schwangerer Mann. M├Âchtest du das? Und m├Âchtest du weiterhin als Mann angesprochen werden?┬ź

Francois Grimard
Fran schob Ciel liebevoll zur Seite und setzte sich zwischen seinen Verlobten und Ferrau und nahm beide jeweils in einen Arm. "Dazu muss etwas ausholen. Zuerst hoffe ich einmal, dass ich wie ein schwangerer Mann aussehen werde, dass hei├čt, dass sich meine Haut ausreichend dehnt. Meine Auspr├Ągung ist ehr maskulin, anstatt androgyn oder feminin, diese beiden Auspr├Ągungen gibt es ebenfalls. Falls das nicht der Fall sein sollte, haben wir ein Problem. Gehen wir davon aus, dass meine Haut und das Bindegewebe mitspielt, kommt das n├Ąchste Problem. Ich habe ein kleineres Becken als eine reine Frau und ein gr├Â├čeres als ein Mann. Das hei├čt ab einer gewissen Zeit kann es sein, dass ich liegen muss. Das n├Ąchste Problem, wenn bis dato alles gut geht, ist die Entbindung. Schafft es den Weg durch den engeren Weg oder muss es geholt werden? Ich wei├č wie man ein Kind holt, das zur Not. Aber ob ich mir selbst helfen kann, ich glaube nicht. Reden wir nur vom optischen Problem, ich kann den Mantel ohne G├╝rtel tragen und das Problem ist gel├Âst", sagte Fran und legte seinen Kopf auf Ciels Schulter ab.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Fran┬ź, sagte Ciel liebevoll. ┬╗Hast du schon einmal eine hochschwangere Frau gesehen? Eine Schwangerschaft kann man bei sehr starkem ├ťbergewicht verstecken. Ansonsten ist das ein Ding der Unm├Âglichkeit. Du m├Âchtest also nicht als Frau wahrgenommen werden. Das werde ich akzeptieren. Aber ein schwangerer Mann wird Fragen aufwerfen. Leider muss man bei Hofe auf das Geschw├Ątz achten. Ich sehe da zwei M├Âglichkeiten. Zum einen, dass man nichts versteckt, nichts verstellt, sondern ganz offiziell deine Natur bei der Trauung verk├╝ndet. Die zweite M├Âglichkeit w├Ąre, dass du dich verbirgst. Bez├╝glich der Geburt mach dir bitte m├Âglichst wenige Sorgen. Ich werde dir die besten Heiler und Magier an die Seite stellen, die du dir vorstellen kannst.┬ź Er k├╝sste ihn.

Francois Grimard
"Nichts verstecken?", echote Francois und dachte einen Moment dar├╝ber nach. "Warum soll ich mich eigentlich verstecken? Ich bin ja nicht weniger als die anderen wert oder? Und ich bin schwanger und gl├╝cklich dr├╝ber. W├╝rdest Du Dich an meiner Seite trauen, dass zu offenbaren und zu mir zu stehen? Wenn Deine Antwort ja lautet, dann werde ich weder die eine noch die andere Seite verschweigen. Du hast einen anderen Begriff gesucht, zwei, zweistr├Ąngig, Diploid sagen mache auch. Verstehen die meisten nur nicht, genauso wenig wie Hermaphrodith, klingt zu medizinisch. Na um meine Schwangerschaft mit ├ťbergewicht zu verstecken, muss ich aber ganz sch├Ân nachholen, Du wei├čt wie ich nackt aussehe. Da ist kein Gramm zuviel", grinste Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das traue ich mich┬ź, sagte Ciel ernst. ┬╗Es w├╝rde mir viel bedeuten, da es auch anderen wie dir helfen w├╝rde, ein normales Leben zu f├╝hren. Ich w├╝nsche mir, dass die unbegr├╝ndete Scheu und manchmal sogar Abscheu verschwindet. Ein entsprechendes Gesetz und die Ehe eines Prince mit einem entsprechenden Menschen sollte ein starkes Signal an die ├ľffentlichkeit sein. Denn manchmal reicht ein Befehl einfach nicht. Ich w├╝rde mich sehr freuen, wenn wir beide diesen Schritt gemeinsam gehen und weder du noch andere sich verstecken m├╝ssen.┬ź

Francois Grimard
"Kann ich mir die Aussage auf die Rippen t├Ątowieren lassen? Das hast Du wundersch├Ân gesagt und ich wei├č nichts passendes zu antworten, au├čer einem schlichten Ja. Dann machen wir es so, f├╝r uns, unser K├╝ken und f├╝r alle anderen. Trotz allem hoffe ich, dass unser Kind ein Einer ist. Du bist s├╝├č", antwortete Fran liebvoll, w├Ąhrend Ferrau ger├╝hrt auf der anderen Seite weinte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stieg ├╝ber Fran hinweg und dr├Ąngelte sich in die Mitte, damit Ferrau sich an seiner Seite ausweinen konnte. Er hielt ihn fest mit einem Arm und mit dem anderen hielt er Fran. ┬╗Dann werden wir meinen Vater bitten, unsere Verlobung offiziell bekannt zu geben. F├╝r unser Kind w├╝nsche ich mir, dass es gesund ist. Das ist alles, worum ich Ainuwar bitte. Alles andere ist unwichtig. Und ich werde Alexandre bitten, mir bei der Ausarbeitung des Gesetzes zu helfen, da ich es aus Zeitmangel immer wieder vor mir herschiebe. Dieses Gesetz soll mein Geschenk f├╝r euch alle sein, f├╝r uns alle, den letztlich sind wir ein Land und sollten einander ohne Unterschied mit Achtung begegnen.┬ź

Francois Grimard
"Ich kann Dir genauso gut helfen Ciel, auch wenn ich von Gesetzgebung keine Ahnung habe, aber ich werde mich bem├╝hen. Ich freue mich darauf Alexandre kennenzulernen. Hey Ferrau, kein Grund zu weinen", sagte Fran und knuffte ihn.

Ferrau Du Trieux
"Ich freue mich nur so, dass ist wirklich was Sch├Ânes und ich passe auf Euch auf. So wie ich es soll nat├╝rlich nur. Und ich werde auch das Baby mal h├╝ten d├╝rfen, ja? Es wird sicher viel Aufmerksamkeit brauchen, das brauchen Babys. Es wird doch hier am Hof bleiben oder? Du nimmst es doch nicht mit? Das darf er doch nicht oder? Es ist hier sicher, hier muss es bleiben. Es geh├Ârt zum Hof und zur Krone. Das kann nicht mit auf See, ehe Euch sowas einf├Ąllt", weinte Ferrau gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Baby wird hier bei Hofe zur Welt kommen und hier aufwachsen┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Du m├Âchtest dich um das Baby k├╝mmern? Du w├Ąrst zwar eine etwas haarige Amme, aber warum nicht? Wann immer Fran sich nicht selbst darum k├╝mmern m├Âchte. Es w├╝rde mich freuen, Ferrau, da ich wei├č, wie sanftm├╝tig du bist. Trotzdem w├╝rde auch eine richtige Amme dir unter die Arme greifen. Es sei denn, du kriegst es irgendwie hin, das M├Ąuslein zu stillen.┬ź Ciel schmunzelte. ┬╗Und wenn es ├Ąlter wird, darf mein lieber Gaston die Erziehung ├╝bernehmen. Fran, wenn du mir bei dem Zettelkram helfen w├╝rdest, w├Ąre ich dir sehr verbunden. Momentan habe ich derart viele Sorgen und Gedanken im Kopf, dass ich nicht alles schaffe, was ich gern schaffen m├Âchte. Der Lich hat mich viel Kraft gekostet.┬ź

Ferrau Du Trieux
"Ja ich w├╝rde es mit der Amme gemeinsam h├╝ten. Das w├╝rde mich sehr freuen und sie kann sich ganz auf das Baby konzentrieren. Das ist sch├Ân, dass es hier aufw├Ąchst. Es wird die beste Bildung bekommen und besch├╝tzt von allen. Von den Garden, von den Leibw├Ąchtern, von der der steinernen Wacht nachts, niemand kann ihm hier etwas anhaben unserem Baby. Und Dein Vater wird sich freuen, sein Enkelchen um sich zu haben. Ganz bestimmt sogar. Wird es ein Junge oder ein M├Ądchen? Wei├č man das? Sonst muss ein Magier es ersp├╝ren. K├Ânnen die bestimmt. Dann sucht Ihr einen sch├Ânen Namen aus um es passend zu begr├╝├čen. Die Hebammen reiben die Frauen vorher mit Kr├Ąuter ein, vielleicht hilft das auch Deiner Haut. Ich kann sie mal fragen, oder auch meine Mutter. Das schadet nichts und Ciel muss es gut einreiben und einkneten", grinste Ferrau und tupfte seine Augen.

Francois Grimard
"Ich helfe Dir bei allem, kein Problem. Zettelwirtschaft habe ich sonst auch, ich bringe Ordnung hinein, wenn Du mich l├Ąsst. Zudem habe ich dann eine Aufgabe, dass passt. Kr├Ąuterkuren kannst Du mir wirklich einmassieren, falls Du m├Âchtest, geht aber auch mit guten ├ľlen. Also sag einfach bescheid Ciel. Der Lich ist immer noch da drau├čen Schatz... das sorgt mich. Ja hier ist unser Kind sicher und nicht nur das kleine M├Ąuschen, auch wir. Falls ich f├╝r immer hierbliebe, k├Ânnte ich hier praktizieren, oder darf ich dass dann nicht mehr?", fragte Fran und streichelte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich m├╝sste mit meinem Vater R├╝cksprache halten, da sich manche Dinge f├╝r unseren Stand nicht geziemen, aber du wirst nicht den ganzen Tag mit Stickereien und Handarbeiten gequ├Ąlt. Ich habe keine so intelligente Frau┬ź, er r├Ąusperte sich, ┬╗keinen so intelligenten Menschen an meine Seite geholt, damit er verbl├Âdet. Ich werde dir deinen Bauch massieren, wann immer du an meiner Seite schl├Ąfst. Hoffentlich ist das ein guter Anreiz.┬ź Ciel l├Ąchelte und klaute sich einen weiteren Kuss von Fran, w├Ąhrend er Ferrau fest an seine andere Seite heranzog.

Francois Grimard
"Ich kann auch theoretisch arbeiten, falls ich nicht aktiv arbeiten soll. Das geht auch. Und meine theoretischen Arbeiten schaden niemanden. Das was sich geziemt musst Du mir sagen, ich muss das irgendwie lernen, ehe ich Euch nachher in die Schei├če reite, wie Vano immer sagt, wenn er was verzapft. Ich habe davon noch gar keine Ahnung. Au├čer das Allgemeingut, wie man sich verneigt und so weiter. Aber dann bin ich ja auf der Seite des B├╝rgers und nicht der Krone. Was mache ich da? Das muss ich lernen. Oder wie man sich richtig verh├Ąlt, generell. Du kannst mich jederzeit massieren, ich freue mich dr├╝ber. Ich massiere Dich auch gerne, auch wenn Du nicht schwanger bist, dass entspannt sehr gut und macht Spa├č", antwortete Fran und k├╝sste Ciel erneut.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das wei├č ich auch nicht alles, Liebling, da ich zu viel Zeit mit Soldaten verbracht und vieles aufgrund der Umst├Ąnde im Krieg nicht beachtet habe. Da z├Ąhlten ganz andere Dinge als der korrekte Sitz der Frisur. Nathan war ├╝brigens auch dabei. Der kleine Leibdiener des Vampirs Archibald. Nathan war fr├╝her mein Leibdiener. Ich w├╝rde gern noch einmal mit ihm reden, obwohl wir uns eigentlich nichts mehr zu sagen haben. Ein eigener Leibdiener oder eine Zofe jedenfalls wird dir helfen, dich mit den Gepflogenheiten vertraut zu machen. Sie sind ja nicht nur dazu da, unser k├Ârperliches Wohlergehen sicherzustellen, sondern ein Leibdiener ber├Ąt dich, versorgt dich mit dem neuesten Klatsch und Tratsch. Er ist dir Gesellschafter und Lehrmeister und engster Vertrauter. Es mag erst einmal befremdlich sein, so viel k├Ârperliche und seelische N├Ąhe zuzulassen, aber ein guter Leibdiener wird dieses Vertrauen niemals entt├Ąuschen. Er gibt es dir hundertfach zur├╝ck. Versuch es, ganz langsam, erst einmal ohne K├Ârperkontakt, aber mit dem Rest. Glaub mir, irgendwann wirst du das Gef├╝hl haben, ohne deinen Leibdiener kein ganzer Mensch mehr zu sein. Und oftmals trifft dies genau das Herz der Sache.┬ź

Francois Grimard
"Das hast Du ebenfalls sehr sch├Ân gesagt. Nathan ist bei uns an Bord, dass wei├čt Du ja? Du k├Ânntest dort in Ruhe mit ihm reden. Ich begleite Dich gerne. Ja man sieht auch Deinen Vater nie ohne seinen Diener. Egal wo, ich meine wenn man ihn einmal sieht. Selbst wenn er nicht am Hof ist, sondern zu einem Anlass durch die Stra├če reitet mit dem Hofstaat, er hat immer seinen Diener bei sich. Also so richtig pers├Ânlich, so nah habe ich ihn nur einmal gesehen mit Dir und ich hatte vielleicht einen Schiss vor ihm. Dabei war er total lieb und nett. Aber ich kam mir vor wie eine Made die vor einem Gott sitzt und dem was erkl├Ąren will. Ich dachte die ganze Zeit gleich stammele ich, muss niesen oder furzen oder noch schlimmer r├╝lpsen. Oder mich kratzt es irgendwo und er h├Ąlt mich f├╝r total eklig und l├Ąsst mich rauswerfen. Oder ich bek├Ąme Schluckauf beim Antworten, was noch peinlicher w├Ąre. Oder mir versagt die Stimme und ich fipse nur noch herum, wenn er mich etwas fragt. Dabei war es richtig locker und total sch├Ân. Das hat mich ger├╝hrt. Und er war total normal, nicht so wie ich ihn mir vorgestellt habe, wenn er da auf dem Thron sitzt. Da stellt man sich ihn ganz anders vor. Keine Ahnung wie, aber anders. Trotzdem so lieb er war, man wei├č wer er ist, genau wie bei Dir. Das ist einerseits super und andererseits ehrfurchtgebietend", antwortete Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Den meisten Leuten ergeht es so, Fran. Man muss unterscheiden zwischen dem Duc - vor dem auch ich mich verneige - und dem Privatmann Maximilien. Das sind zwei paar Schuhe und zwar im w├Ârtlichen Sinne, da er als Duc - und nur dann - die Amtsschuhe tr├Ągt. Dass Nathan an Bord der Choucas ist, wei├č ich ... aber ich habe mich nicht getraut. Fr├╝her oder sp├Ąter werde ich ihn zu mir bitten und nicht wissen, was ich sagen soll und er wird mich trotzdem verstehen. Er wird lieb sein und einf├╝hlsam und irgendetwas Entz├╝ckendes sagen. Und dann wird er zu Archibald zur├╝ckkehren.┬ź Ciel erhob sich. Er hatte kaum etwas gegessen. ┬╗Ferrau, pack deine Tasche. Wenn du m├Âchtest, nimm Jerome zur Verst├Ąrkung und Gesellschaft mit. Informiere auch Remy und Maurice, sie werden uns begleiten. Ebenso Alexandre und seine zwei neuen Sch├╝ler. Fran und ich werden in der Zwischenzeit Verrill aufsuchen und anschlie├čend Benito abholen. Bellamy d├╝rfen wir ebenfalls nicht vergessen.┬ź

Francois Grimard
Fran nickte zustimmend. "Dienst und Schnaps wie man bei uns sagt. Ein Befehl vom K├Ąptn ist auch was anderes als ein Witz von Vano. Das muss man ebenso unterscheiden. Aber Dein Paps ist echt nett privat und das gefiel mir. Auch wie er mit uns umgegangen ist. Er liebt Dich sehr, dass merkt man Ciel. Ich stecke mir ein paar Kekse ein und noch eine Frage, wo habt Ihr hier die Toilette?", fragte Francois freundlich.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schrieb es sich schnell auf. "Alexandre holen, die beiden Sch├╝ler holen, Remy holen, Maurice holen, Jerome bleibt hier. Benito holst Du ab, ich bin schon unterwegs. Wo treffen wir uns denn?", fragte Ferrau gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hier, du musst nicht die ganze Zeit beim Stall warten. Wir holen dich ab, mach es dir derweil hier gem├╝tlich.┬ź Ciel legte Ferrau eine Hand auf die stoppelige Wange und k├╝sste ihn sehr lange mit geschlossenen Augen. Als er die Augen wieder aufschlug, hatte er rosige Wangen und sah sehr gl├╝cklich aus. ┬╗Ich bin froh, dass du uns begleitest. Ich liebe dich. Bis nachher.┬ź Er bot Francois seinen Arm an und stolzierte frohen Mutes hinaus. Er hatte das Gef├╝hl, jetzt k├Ânne nichts mehr schief gehen und freute sich auf den gemeinsamen Urlaub und die gro├čartige Forschungsreise.

Ferrau Du Trieux
Ferrau k├╝sste Ciel innig mit und dr├╝ckte ihn dann fest an sich. "Ich liebe Dich auch", sagte er gl├╝cklich. Als Ciel mit Fran gerade loslaufen wollte, hielt er ihn kurz fest. "Geh mit ihm auf eine der hinteren Toiletten, wenn er muss", kicherte Ferrau und gab Ciel einen liebevollen Klaps auf den Po. "Bis gleich", fl├Âtete er und machte sich selbst auf den Weg.

Benito
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 2
Registriert: Sa 22. Sep 2018, 20:13

Vers├Âhnungen

#3

Beitrag von Benito » So 14. Okt 2018, 03:06

Vers├Âhnungen

Ciel:
"Fabien! Nur, weil wir uns vers├Âhnt haben, hei├čt dies nicht, dass du meinen Vater begatten darfst!" *stampf*

Fabs:
habe ich doch gar nicht *fl├Ât* gg

Ciel:
"Und bel├╝gen darfst du mich auch nicht!"

Fabs:
"Hoheit be-gatten kommt von Gatte. Begatten kann ich Max leider nicht, sonst h├Ątte es Folgen und er w├╝rde schwanger. Das ist mir leider verwehrt. Das Einzige was ich kann ist ihn v├Âgeln, bumsen, ihn ficken oder einen lutschen - was ich auch tue Hoheit". :D

Ciel:
"Das zu tun ist Majest├Ątsbeleidigung!"

Fabs:
"Hoheit ich versichere Euch, ich beleidige Euren Herrn Vater nicht dabei, es sei denn Hengst, oder Blondie ist eine Beleidigung f├╝r Euch". :klasse:

Ciel:
:erstaunt: "Bellamy! Wir m├╝ssen uns sofort miteinander unterhalten!"

Fabs:
Und ich dachte Hoheit Ihr habt es ehr mit so gro├čen. Aber warum auch nicht? Wie hei├čt es in einem Song? Ich such den sch├Ânsten Mann im Land? Ich singe es von allen B├╝hnen, gro├če Chancen haben H├╝nen? Ihr habt Euren ja gefunden. Wie gro├č ist der Onkel Doktor. Macht Ihr auch Doktorspiele Ihr beiden? :D

Ciel:
"Der Onkel Doktor? Sprichst du von Benito?!"

Fabs:
h├Ârt mir auf, von Eurer Bohnenstange in schwarz. Was soll mit Benito sein, dem alten Kauz? :)

Ciel:
"Meine Bohnenstange in Schwarz? Du sprichst aber nicht von meiner Verlobten?" *kreisch*

Fabs:
*Ohren reib* "Ich bitte Euch, m├Ą├čigt doch Euren Ton, dass klingt nicht sehr royal. Ja Euren neuen Partner. Er ist gewaltig gro├č, wie hoch ist der Mann? Ihr seht sehr verspannt aus und ich wei├č dass er Arzt ist. Gut jeder wei├č das, dass sieht man daran was er mit rumtr├Ągt. Warum seid Ihr eigentlich immer so verkrampft? Niemand tut Euch doch was :( Und warum hasst Ihr mich?

Ciel:
"Weil du mich andauernd provozierst! Nun unterstellst du mir auch noch ein Verh├Ąltnis mit Benito und bindest mir auf die Nase, dass mein Vater sich von dir beim Beischlaf als Hengst titulieren l├Ąsst!"

Fabs:
"Echt das habe ich doch nie gesagt! Er hat das nicht gewollt, ich habe ihn so genannt, weil... naja weil er einer ist. Meiner, ich liebe ihn und das ist nicht verboten. Ich rede doch nicht von Benito, sondern von Eurem Freund. Dem Neuen dem Ihr Max vorgestellt habt. Ihr seid manchmal so romantisch und manchmal so ein Monster".

Ciel:
"Was geht es dich ├╝berhaupt an, was Francois und ich im Bett treiben? F├╝r Doktorspiele wendest du dich am besten an den guten Etienne!"

Fabs:
"Auf der Reise nach Ehveros habe ich mit Max geredet und da habe ich noch gesagt, dass Ihr wohl der Beste w├Ąrt f├╝r den Thron. Nicht von der Rangfolge her, sondern allein was Euer vorausschauendes Handeln und Eure Art angeht. Das Maximilien sich vielleicht sogar die Reihenfolge ├╝berlegen wollte, ob das ein Scherz seinerseits war, wei├č ich nicht. Manchmal erkennt man seine Scherze nicht als solche. Aber ich habe Euch einmal sehr gesch├Ątzt, bevor Ihr mich als Opfer ausgesucht habt, f├╝r Eure Biestigkeiten. Was es mich angeht, was Ihr im Bett treibt? Nichts, da habt Ihr vollkommen Recht. :( Was geht es Euch an, was Euer Vater in seinem Bett treibt und mit wem? Ihr selbst seid doch sehr intim mit Eurem Leibdiener. Aber Ihr wollt alle nur f├╝r Euch allein, rafft Menschen um Euch, wie Lumpen und Kleider, oder warme Decken. Meint Ihr nicht, dass anderen eventuell auch "kalt" ist? Meint Ihr nicht, dass Ihr Nathan nicht aus gutem Grund verloren habt? Genau wie ich? Ich verstehe Euch nicht, aber im Gegensatz zu Euch, hasse ich Euch nicht. Dass muss auch niemand. Das erledigt Ihr allein. Bedauerlich aber wahr". :(

Ciel Felicien de Souvagne
"Fabien, ich hasse dich nicht. Was ich hasse, ist deine schnippische Art, mich mit sensiblen Themen zu konfrontieren. Wenn du schon einmal so neunmalklug daher redest, beantworte mir doch bitte die Frage, die du gerade gestellt hast, selbst: Aus welchem Grund habe ich Nathan deiner Meinung nach verloren? Doch, es geht mich etwas an, was mein Vater im Bett treibt. Er hatte versprochen, meine Mutter zu fragen, was sie davon h├Ąlt, dass du in seinem Hintern herumstocherst und ihn befleckst. Hat er es getan? Du beleidigst meine Mutter, indem du dich zwischen sie und meinen Vater dr├Ąngst."

Fabs:
"Ob er Eure Mutter gefragt hat, oder eine der anderen Frauen, kann ich Euch nicht beantworten. Aber ob Ihr es glaubt oder nicht, mir w├Ąre es auch lieber er w├╝rde es tun. Dann w├Ąre es nichts Verbotenes, oder etwas mal nebenbei oder f├╝r zwischendurch, sondern es h├Ątte Bedeutung versteht Ihr? Warum Nathan uns verlassen hat? Er hat Euch verlassen, da Ihr alles von ihm gewollt habt, er alles gab und er nichts zur├╝ckbekam an W├Ąrme. Er tat alles f├╝r Euch, was Ihr gewollt habt, wie Ihr gewollt habt, wann Ihr gewollt habt und v├Âllig unabh├Ąngig davon, ob er auch nur einen Hauch zur├╝ckbekam. Eine Seele kann davon nur ein gewisses Mindestma├č ertragen, dann geht sie daran ein. Das habt Ihr getan Herr. Und ich habe genau das Gleiche getan. Wir beide, so unterschiedlich wie wir auch sind, wir beide hielten Nathan gleichg├╝ltig was wir gesagt haben f├╝r selbstverst├Ąndlich. Er war da, versteht Ihr? Und da hat er uns gelehrt, was es hei├čt, wenn er nicht mehr da ist. Er ging ganz ohne B├Âsartigkeit, Groll, oder derbe Worte. Er ging einfach und lie├č uns mit dem zur├╝ck, was uns klein und unzul├Ąnglich macht, all die Zeit ├╝ber. Wir sagen, er ist ein Kind, wir sagen er ist dumm oder wird nie erwachsen. Vielleicht hat dieses Monstrum Recht und genau darin liegt das Problem. Die b├Âsen Worte und der Groll, sie kamen von uns - nicht wahr? Und weil wir ihn nicht mehr verdient hatten, zog er weiter Herr. Und erst da haben wir gemerkt, was wir besessen hatten, ohne zu ahnen wie wichtig es uns war und wie sehr wir ihn brauchten. Aber nun ist es zu sp├Ąt. Wir k├Ânnen es nicht r├╝ckg├Ąngig machen. Nur zuk├╝nftig besser. Aber Ihr oder ich, wir werden keinen Nathan mehr finden", sagte Fabien leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste schlucken. "Ich wei├č, wo er ist. Er ist auf dem Schiff, auf dem ich mit Linhard gemeinsam Urlaub mache. Ich muss gestehen, dass du mit deinen Worten wohl Recht hast. Nathan hat mich trotz seiner Infantilit├Ąt vieles gelehrt. Und dass man nie etwas als selbstverst├Ąndlich betrachten sollte und wie wichtig er wirklich war, war seine letzte Lektion. Bitte erinnere meinen Vater daran, mit Minette zu sprechen. Sonst ├╝bernehme ich das."

Fabs:
Fabs nickte stumm. "Ich biete Euch an, dass wir dies ├╝bernehmen Herr. Falls Ihr ihn dort trefft, sagt ihm, dass ich meine letzten Worte in Wut bereue und die freundlichen absolut aufrichtig gemeint waren. Ich habe ihn geliebt, aber nicht wie er es verdient h├Ątte. Das wei├č ich jetzt und er soll das wissen. Sagt ihm, dass ich seine Sachen aufgehoben und sicher verwahrt habe. Und wann immer er zur├╝ckkommt, sie sind da".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte zur├╝ck. "Das werde ich. Er hat Ritter Laurence mitgenommen, zusammen mit seinem Pferd, genau wie die Chevaliers Lilian und Florian ... und seinen Minifabs."

Fabien Lacomb
"Das freut mich zu h├Âren, dass er Mini-Fabs mitgenommen hat. Meine Worte von vorhin, entschuldigt bitte. Ich wollte Euch nur etwas aufziehen. Es kommt nicht wieder vor, das war ein dummer Scherz. Wollen wir zu Eurer Mutter gehen?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Fabien an. "Es w├Ąre l├Âblich, wenn du k├╝nftig darauf verzichten k├Ânntest, mich andauernd zu provozieren. Du wei├čt, dass ich ein sensibler Mensch bin. Nein, ich werde nicht mit dir zu meiner Mutter gehen. Das kann Papa sch├Ân allein beichten oder ich werde es ihr auf meine Weise mitteilen. Aber nicht in deinem Beisein."

Fabien Lacomb
Fabien verneigte sich vor Ciel. "Ich habe es nicht b├Âse gemeint, aber das n├╝tzt nichts, wenn Ihr es derma├čen auffasst. Es war ein freundlich gemeintes Angebot, weil Ihr sicher wisst, was mir dann bl├╝hen kann", gestand Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nein", r├Ąumte Ciel ein. "Mir ist nicht bekannt, was dir wom├Âglich bl├╝ht. Kl├Ąre mich auf."

Fabien Lacomb
Fabien schaute Ciel ziemlich baff an. "Nun Maximilien k├Ânnte mich als meinen Herrn daf├╝r bestrafen, dass ich mit Euer Mutter ├╝ber Dinge rede, ├╝ber die er lieber reden sollte. Das er mir z├╝rnt und mich daf├╝r bestraft oder bestrafen l├Ąsst. Er k├Ânnte es schlimmstenfalls als Vertrauensbruch werten", gestand Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und warum m├Âchtest du dann mit mir zu meiner Mutter gehen? Weil du Maximilien die Schmach ersparen willst?", fragte Ciel lauernd.

Fabien Lacomb
Fabien sch├╝ttelte leicht den Kopf. "Nein weil Ihr Recht habt und Euer Vater mit Eurer Mutter h├Ątte sprechen m├╝ssen. Es ist mir nicht angenehm, der St├Ârfaktor zu sein. Nat├╝rlich liebe ich Euren Vater und selbstverst├Ąndlich habe ich gerne Sex mit ihm. Alles andere w├Ąre gelogen. Aber deshalb muss es mir nicht passen, wie er mit Eurer Mutter in dem Fall umgeht. W├╝rde es mir gefallen, wenn ich an Stelle Eurer Mutter w├Ąre? Nein ich w├Ąre tief verletzt ├╝ber den Umstand. Nat├╝rlich k├Ânnt Ihr jetzt sagen, dass h├Ąttest Du Dir ehr ├╝berlegen k├Ânnen, dann dazu geh├Âren zwei und Du hast mitgemacht. Dass stimmt, Ihr h├Ąttet Recht Herr. Einerseits tut es mir f├╝r die anderen leid, andererseits, wenn ich mit ihm zusammen bin, bedeutet mir das alles. Ich habe nur ihn, mein ganzes Leben dreht sich um ihn. Ich lebe um ihm zu dienen und ich wenn ich ihn liebe, bekomme ich etwas zur├╝ck, etwas dass uns noch n├Ąher bringt. Es geht nicht rein um das K├Ârperliche, es geht um das dabei nah sein. Es ist ein zwiegespaltenes Gef├╝hl, etwas zu genie├čen, was man nur geborgt bekommt. Und wenn Eure Mutter oder die anderen es w├╝ssten, w├Ąre es vielleicht erlaubt, legitim und es w├Ąre ohne Reue m├Âglich... oder gar nicht mehr. Womit ich ebenfalls rechnen muss. Aber er geh├Ârt mir nicht, er geh├Ârt seinen Frauen und allen voran Eurer Mutter, da er sie liebt. F├╝r mich, ich wei├č nicht was er f├╝r mich empfindet. Er sagte zu seinem Geburtstag, dass er einst Euch sagte, dass er ohne mich nicht leben k├Ânne. Stimmt das, stimmt das nicht? Kann man ihn das fragen, oder in Frage stellen? Ich wei├č es nicht", antwortete Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, es stimmt", antwortete Ciel wahrheitsgem├Ą├č. "Das sagte er. Aber es ist Unfug, da er sicher das Selbe einst von Leon sagte. Man darf sein Leben nicht von seinem Diener abh├Ąngig machen in seiner Position und das wei├č er. Falls dir etwas zusto├čen sollte, w├Ąre er sehr betr├╝bt, aber auch du bist nicht unersetzlich. Deine Sicht auf die Zweisamkeit mit meinem Vater stimmt mich etwas milder, dennoch werde ich Maximilien nicht abnehmen, meiner Mutter selbst ins Gesicht zu sehen, w├Ąhrend er ihr sagt, was er getan hat. Man lernt nie aus und auch er muss f├╝r seine Taten gerade stehen."

Fabien Lacomb
"Dankesch├Ân, dass habt Ihr lieb gesagt. Nein dass wei├č ich, letztendlich sind wir alle ersetzlich, sogar der Duc wir eines Tages einen Nachfolger haben, den Duc - so war es immer, so wird es immer sein. Wie fern der Tag ist, wissen wir nicht Herr. Aber wir wissen und hoffen, dass es diesmal mit warmen H├Ąnden geschieht. Das ich nicht unersetzlich bin, ist richtig. W├Ąre dem tats├Ąchlich so, als Diener versteht sich, dann h├Ątte ich in meinem Job entweder alles falsch gemacht - oder jeder andere Leibdiener w├╝rde falsch handeln. Beides ist unsinnig. Man sagt, der eigene Herr muss so gut gepflegt sein und das Gemach so gut in Ordnung, dass ein anderer Diener die Arbeit in 15 Min ├╝bernehmen k├Ânnte. Kurzum, es soll nichts auf morgen verschoben werden. Ich meinte das wie gesagt auch nicht dienstlich, sondern pers├Ânlich. Also vom Gef├╝hl her. Das ich mich nicht mit Leon vergleichen brauche, ist mir durchaus bewusst. Der Mann hat f├╝r Euren Vater einen Stellenwert, den niemand erreicht. Dieser Mann war nicht einfach sein Leibdiener Herr, er war sein Ziehvater, Mentor, sein Leibw├Ąchter, sein Leibdiener und sein bester Freund. Ich hoffe ich bin sein Freund und vielleicht ein bisschen mehr. Das wiederum war Leon nie. Nun das habt Ihr gut formuliert, auch er muss lernen. Und er soll es Eurer Mutter ins Gesicht sagen. Was ist, wenn er es nicht tun wird?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann werde ich es ihr auf unsch├Âne Weise zustecken lassen." Ciel l├Ąchelte. "Wie ich sagte, auch mein Vater muss manche Dinge lernen."

Fabien Lacomb
"Wie Ihr meint, ich bin selten anderer Meinung als Maximilien, aber in diesem Fall bin ich es und ich wei├č von nichts. Gleich wer es Eurer Mutter zutr├Ągt, ich wei├č von nichts. Ihr k├Ânnt erstaunlich umg├Ąnglich sein", grinste Fabs.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste zur├╝ck. "Ich freue mich, dass wir ausnahmsweise der selben Meinung sind. Nun denn, ich habe noch einige Dinge zu erledigen. Ich werde deine Worte an Nathan ausrichten."

Fabien Lacomb
"Dankesch├Ân daf├╝r, gr├╝├čt ihn von mir. Und w├╝nscht ihm Gl├╝ck, wo immer er sein Gl├╝ck finden m├Âchte", sagte Fabien. Er verneigte sich und ging weiter seiner Wege.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drehte sich nach Fran um, der gerade aus dem Bad kam. "Komm, wir haben noch einen Brief zu ├╝berreichen."

Francois Grimard
Fran schmunzelte Ciel verlegen an. "Hat was l├Ąnger gedauert, ich konnte mich nicht entscheiden. Hast Du den Brief sicher verwahrt?", fragte er liebevoll. "Alles in Ordnung? Du guckst so... anders".

Ciel Felicien de Souvagne
"Nicht entscheiden? Zwischen der M├Ąnnlein und der Weiblein-Toilette? Ich hatte gerade ein Gespr├Ąch mit Fabien, der mich gern auf die Palme bringt, aber auch erstaunlich freundlich tun kann." Er griff nach Francois Hand, hob sie an seine Lippen und k├╝sste sie. "Ich f├╝hre dich zu Verrill. Ich bin gespannt, ob er dich wieder erkennt."

Francois Grimard
"Nein ob die Seeigel drin bleiben wollten, sie wollen. Zum Gl├╝ck, mir geht es etwas besser. Nun vielleicht m├Âchte er sich ja mit Dir vers├Âhnen? Hoffe wir es, Streit k├Ânnen wir beide nicht gebrauchen zur Zeit. Ansonsten halten wir uns von ihm fern. Und schau, bald sind wir in Urlaub, auf hoher See und ich kann mich mal den ganzen Tag entspannen und ich werde Dich anlernen und zum Heiler ausbilden. Da haben wir beide Spa├č dran. Ich glaube nicht, dass er mich erkennen wird Ciel", antwortete Fran und k├╝sste ihn auf die Schl├Ąfe.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wenn du weiter solche Probleme mit dem Essen hast, stellen wir dich auf Schonkost um. Ich glaube nicht, dass er sich wirklich vers├Âhnen will. Das hat er schon mehrfach vorgegeben und st├Ąnkert immer wieder neu. Er nannte dich Bohnenstange! Ist das zu fassen?" Ciel f├╝hrte Francois zu Verrills Zimmer und befahl den Gardisten, f├╝r ihn zu klopfen.

Francois Grimard
"Ach komm geschenkt, das geht runter wie Jauche an der Marmors├Ąule. Vielleicht ist er neidisch, weil er so klein und gedrungen ist? So Kompaktklasse? Lass ihn labern Schatz, ich kann gut damit leben eine Bohnenstange zu sein, solange Du mich magst, ist mir das gleich. Seine Meinung ├╝ber mich ist nicht wichtig. Er hat ja nichts zu sagen oder? Schonkost? Sag mal Du kannst ja wirklich rabiat werden, Du wei├čt, was das hei├čt? Alles was schmeckt ausspucken oder erst gar nicht essen. Nebenbei was isst Du besonders gerne?", fragte Fran und legte einen Arm um Ciels Schulter.

Ciel Felicien de Souvagne
"Er fragte auch, ob wir Doktorspiele veranstalten, aber ich habe ihn an Etienne weiterverwiesen. Der Flurtratsch munkelt, der sei daf├╝r der richtige Ansprechpartner. Ob es stimmt, wei├č ich nicht, ich werde ihn das n├Ąchste mal ganz offen fragen, wenn ich ihn sehe, vielleicht w├Ąhrend des Gespr├Ąchs zu seiner Bef├Âderung zum Coutilier." Ciel starrte die T├╝r an, die sich nicht ├Âffnen wollte und befahl dem Gardisten, noch einmal st├Ąrker zu klopfen

Francois Grimard
Gaston ├Âffnete und schaute Ciel freundlich an. "Herr es freut mich Euch zu sehen. Tretet bitte ein", bat der Leibdiener von Verrill und Fran musterte den kleinen, dicken Mann erstaunt, von dem Ciel soviel Gutes erz├Ąhlt hatte. Er streichelte kurz die Handinnenfl├Ąche von Ciel und folgte ihm dann hinein. "Euer Bruder ist gleich wieder da, er befindet sich noch einen Moment unten in der Backstube", sagte Gaston freundlich und deutete an, dass sie sich setzen sollten. "Ich putze gerade, entschuldigt die Unordnung", sagte der alte Mann freundlich. Dabei war keine Unordnung zu sehen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fl├Ązte sich so gem├╝tlich in die Couch, wie man sich nur hineinfl├Ązen konnte und sah dabei sehr zufrieden aus. "Hier sieht es doch blitzeblank aus, Gaston, wovon sprichst du?" Er winkte Francois zu sich heran.

Francois Grimard
Francois setzte sich gut gelaunt zu Ciel und machte es sich ebenfalls gem├╝tlich. "Herr der Staub, den ich st├Ąndig bek├Ąmpfe. Und wenn etwas liegt, wo es nicht liegen soll. Aber dass Ihr es f├╝r so ordentlich haltet, freut mein altes Herz. Oh einen Moment bitte", bat Gaston. Es dauerte eine Weile und man h├Ârte ihn in der K├╝che werkeln, danach servierte er Kaffee und Geb├Ąck. "So, w├Ąhrend Ihr auf Euren Bruder wartet, sollt Ihr nicht dursten und hungern. Ich werde weiter arbeiten, aber falls Ihr etwas ben├Âtigt, scheut Euch nicht nach mir zu rufen!", sagte er freundlich und schnappte sich wieder sein Staubtuch und legte los. Fran musterte ihn dabei interessiert und ├╝berlegte sich, ob man sich Gaston ausborgen konnte. Genau dass fl├╝sterte er Ciel liebevoll ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte und sch├╝ttelte den Kopf. "Verrill hat lange genug nach einem geeigneten Leibdiener gesucht", sagte er ganz leise und k├╝sste Francois.

Gregoire Verrill de Souvagne
Eine geschlagene Stunde sp├Ąter h├Ąmmerte es an der T├╝r und Gaston ├Âffnete sofort. Gregoire hatte mit dem Fu├č geklopft, da er beide H├Ąnde voll zu tragen hatte mit seinen Backwaren. "Kekse!", rief er begeistert und musterte dann Ciel und den weiteren Gast. "Besuch, fast genauso sch├Ân wie frische Kekse", lachte Verrill gut gelaunt und trug seine Backwaren in die K├╝che. "Bin gleich bei Euch", fl├Âtete er. Einen Augenblick sp├Ąter war er bei ihnen und stellte noch warme duftende Pl├Ątzchen auf den Tisch, die unglaublich lecker nach Vanille und Puderzucker dufteten. "Probiert. Aber jetzt erstmal Hallo", sagte Greg liebevoll und umarmte seinen Bruder fest und k├╝sste ihn innig auf den Mund zur Begr├╝├čung. "Sch├Ân dass Du da bist. Wo ist Lin und wer bist Du?", fragte Verrill und knabberte selbst einen seiner Kekse.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm einen gen├╝sslichen Atemzug durch die Nase, als Verrill ihn umarmte und k├╝sste. Er hatte schon wieder rosige Wangen und l├Ąchelte selig, dann fiel ihm etwas ein. Er bem├╝hte sich, neutral dreinzublicken. "Ich hatte dich doch gebeten, mich nicht auf den Mund zu k├╝ssen, Kleines. Ich m├Âchte dir jemanden vorstellen. Verrill, dies ist Francois Grimard, meine Verlobte. Fran, Prince Gregoire Verrill de Souvagne, mein kleines Geschwisterchen."

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg lupfte eine Augenbraue und machte eine wegwerfende Handbewegung. "Was er nicht wei├č, macht ihn nicht hei├č Ciel. Ganz ruhig. Das war nur eine Begr├╝├čung. Hallo Francois", sagte Greg und musterte seinen Gast. Man sah ihm an dass er nachdachte, woher er Fran kannte. Nachdenklich kaute er auf einem Keks herum, ehe er sich verschluckte und einen Hustenanfall unterdr├╝cken musste. "Verlobte... Du... Du bist das...", keuchte Verrill und musterte Fran schlagartig mit ganz anderem Blick. Scheinbar wusste er nicht ob er Fran dr├╝cken oder lieber verstecken sollte. Greg schlug sich eine Hand vor den Mund und schaute genauer hin. "Oh mein Gott, bei Ainuwar, er hat Dich gefunden. Ich habe Recht nicht wahr? Du bist es?", fl├╝sterte Verrill heiser.

Francois Grimard
Fran klopfte Verrill behutsam auf den R├╝cken und umarmte ihn vorsichtig. "Ja Du hast Recht Verrill. Ich habe Dir einen Brief geschrieben. Dein Bruder hat mich per Zufall auf dem Schiff gefunden, wo er Urlaub machen wollte. Nun, wenn man an Zuf├Ąlle glaubt. Ich habe ihm einen Brief ├╝berreicht f├╝r Verrill von Kab. Es ist einiges an Zeit vergangen, gehts Dir gut? Ciel gibt Dir den Brief. Lies ihn nachher in aller Ruhe. Wir wollten Dir wenigstens Bescheid sagen, ich wollte gerne pers├Ânlich Hallo sagen und nun bald werde ich hier ebenso wohnen wie Du und ich hoffe wir beide sehen uns ├Âfter. Ich freue mich drauf", grinste Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
"Francois erwartet ein Kind", platzte Ciel heraus. "Mein Kind. Die beiden werden also gemeinsam aufwachsen und spielen k├Ânnen. Ihr beide werdet einander viel zu erz├Ąhlen haben und k├Ânnt euch gegenseitig beraten. Es war kein Zufall, Fran, es war Ainuwars Wille! Der Brief ... der Brief ist noch in meinem Reisegep├Ąck! Er ist in meinem Gemach." Ciel eilte pers├Ânlich los, da niemand einen solch pers├Ânlichen Brief transporieren sollte und brachte den dicken Packen. "Des Weiteren hat Fran vorgeschlagen, Benito eine Chance zur Besserung einzur├Ąumen. Von daher werde ich den Mann mitnehmen auf die geplante Forschungsreise." Er gab den dicken Brief, der fast schon ein schlecht gebundenes Buch war, an Verrill.

Francois Grimard
"Er hat Recht, er war mein erster Mann und er war wundervoll. Nun erwarten wir ein Kind, wie Du von Deinem Mann. Unsere beiden werden hier gemeinsam aufwachsen wie Geschwister und wir beiden werden in Ruhe und Frieden leben Verrill. Benito bekommt seine Chance. Lies den Brief, ich habe Dir alles m├Âgliche geschrieben, was mir die letzten Jahre so passiert ist, wie es mir ging. Zig Fragen habe ich Dir gestellt, die kannst Du mir beantworten, wenn wir zur├╝ck sind. Falls Du das m├Âchtest. Ich hab Dich lieb", sagte Fran und dr├╝ckte die total baffe Verrill an sich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill nahm den Brief entgegen und strich Ciel dankbar ├╝ber die Hand. Als Fran sie dr├╝ckte, dr├╝ckte sie ihren alten Wegbegleiter durch die Qual, ebenfalls fest an sich. "Da hat er Recht, dass kann kein Zufall sein und ich freue mich, dass Ihr Euch gefunden habt. Und das Ihr ein Kind bekommt. Sie sollen als Geschwister aufwachsen und wir werden einander beistehen. Wir alle vier. Die Fragen werde ich Dir nach R├╝ckkehr beantworten, denn dann m├╝sst Ihr zur├╝ckkommen, h├Ârt Ihr? Passt blo├č auf Euch da drau├čen auf und gr├╝├čt meinen Mann. Benito soll seine Chance bekommen? Gut wieso nicht, wenn er sie vergeigt k├Ânnt Ihr die Fsische mit ihm f├╝ttern. Den Brief werde ich heute Abend im Bett lesen, in aller Ruhe. Deine Augen haben Dich verraten, moosgr├╝ne Augen, oder tannengr├╝ne Augen wie man es nimmt. Jedenfalls gr├╝ner als gr├╝n, dunkelgr├╝n. Passt gut auf Euch auf Ihr Lieben. Ich packe Euch f├╝r unterwegs noch was Leckeres ein und nat├╝rlich meinem Mann und auch ich gebe Euch f├╝r ausreichend Leute Pl├Ątzchen mit. Ihr wollt sicher auch mal einen ausgeben. Gaston! Pack die Pl├Ątzchen sch├Ân ein!", rief Verrill ihrem Leibdiener zu. "Sehr wohl", t├Ânte es aus der K├╝che. Greg musterte beide ger├╝hrt. "Ich vermisse Euch", sagte er grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte gl├╝cklich. "Ich werde euch f├╝r ein halbes St├╝ndlein allein lassen. Dann seid ihr ungest├Ârt. Ich werde Benito allein die frohe Botschaft ├╝berbringen, dass er uns begleiten darf." Ciel nahm einen Keks, a├č ihn im stehen und k├╝sste Francois liebevoll. "Bis gleich, Liebling", sagte er mit einr verbl├╝ffend sanften Stimme, die gar nicht zu seinem sonstigen Gezicke passen wollte. Er marschierte in Richtung der Heilstube, kaute seinen Keks runter und klopfte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill, Fran und Gaston schauten ihm gl├╝cklich hinterher, ehe sich die beiden ihrem Gespr├Ąch widmeten und Gaston wieder dem feindlichen Staub.

Benito
Benito ├Âffnete die T├╝r und konnte sich gerade noch ein St├Âhnen verkneifen. Er wusste nicht, was er jetzt schon wieder angestellt haben sollte. Beschwichtigend hob er die H├Ąnde und deutete eine respektvolle Verbeugung an. "Womit kann ich Euch helfen Herr?", fragte er vorsichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat ein und verschloss hinter ihnen die T├╝r. Er setzte sich gem├╝tlich in Benitos Stuhl und wies auf den Platz, auf dem sonst die Patienten zur Spechstunde sitzen mussten. "Ich hatte ein aufschlussreiches Gespr├Ąch mit Kabir", sagte Ciel freundlich.

Benito
Benito setzte sich auf den ihm zugewiesenen Platz und musterte Ciel schlagartig hochinteressiert. "Aha ich h├Âre. Und wie kann ich Euch dabei helfen?", fragte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Indem du mir eine Liste aller Patienten aus dieser Forschungsreihe gibst, mit Namen und allen vorhandenen Kontaktdaten." Ciel musterte Benito. "Freut es dich zu h├Âren, dass Kabir wohlauf ist?"

Benito
"Aber nat├╝rlich freut mich das, immerhin bin ich Heiler. Wieso glaubt Ihr w├╝rde es mich freuen, wenn es Kabir schlecht geht. Wo befindet er sich? Darf ich mit ihm sprechen? Die Daten k├Ânnt Ihr nicht haben, denn ich habe Sie nicht mehr. Es war Euer Befehl Eure Hoheit. Ich sollte die Akte verbrennen", sagte Benito h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Verrill muss die Akte noch haben!", rief Ciel aufgebracht. "Er sollte entscheiden, was damit geschieht! Oder etwa nicht? Was ist mit deinem Kollegen? Dem Manne, der Kabir untersuchte? Er m├╝sste notfalls ├╝ber weitere Daten verf├╝gen." Ciel k├Ânnte sich gerade selbst in den Hintern treten.

Benito
"Herr ich wei├č nicht von wem Ihr sprecht. Kabir war mein Patient, genau wie Verrill. Wo er vorher war, k├Ânnten wir gemeinsam herausfinden. Sollen wir zu ihm gehen?", fragte Benito und versuchte sich seinen Eifer nicht anmerken zu lassen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nein!", kreischte Ciel Benito in den Stuhl zur├╝ck, als dieser sich in seinem Eifer ein St├╝ck nach vorn lehnte. "Weil Kabir mein Verlobter ist! Er sprach ├Ąhnlich schmeichelhaft von deinen Untersuchungen wie Verrill. Warte hier in diesem Stuhl! Wage es nicht, dich auch nur einen Millimeter zur r├╝hren!"

Benito
"Euer Verlobter? Woher soll ich das wissen Herr? Ich habe ihn seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Bestimmt 20 Jahre, ja es sind genau 20 Jahre. Ich wei├č, dass Ihr mich verabscheut, aber er wird mir eines Tages daf├╝r dankbar sein und Ihr werdet das auch. Ich warte hier, Ihr m├╝sst nicht schreien Herr", sagte Benito beruhigend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel befahl zwei Gardisten, sich mit grimmigen Gesichtern neben Benito zu stellen und ihn in seinen Stuhl zu starren, w├Ąhrend Ciel zur├╝ck zu Verrill und Francois eilte. Ciel platzte ohne zu klopfen herein. "Hast du die Akte noch? Von Benito?", fragte er atemlos. "Er sagte, er h├Ątte sie verbrannt! Ich brauche aber die Kontaktdaten zu seinen anderen Opfern dort heraus!" Er raufte sich die Glatze. Dann starrte er verzweifelt Francois an. "Und wie hie├č Benitos scheu├člicher Kollege gleich noch einmal?"

Francois Grimard
Fran schob sich die Brille auf die Nase und r├Ąusperte sich. "Der Mann hei├čt Vail Banaudon und Benito kennt ihn mehr als nur gut. Es sind Kollegen, Freunde, Forschungskollegen, wenn man so m├Âchte. Beide erforschen die selbe Thematik. Er ist nicht hier oder?", fragte Fran. Er schluckte und starrte Ciel an. "Ich bin sein Leibeigener...", keuchte Francois.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire streichelte Fran beruhigend ├╝ber den R├╝cken. "Kabir war das, aber mit ihm hast Du nichts zu tun und Du bist der Verlobte von Ciel, ein Teil der Krone. Was immer Banaudon von Dir m├Âchte, er wird nichts bekommen. Und sollte er Dich verlangen, wird er daf├╝r auf dem Block landen. Er sollte seine Zunge h├╝ten. Die Akte? Nein die Akte hat Etienne geholt, Dan hat sie abgeholt und vermutlich Benito zur├╝ck gegeben? Wusste sein Bruder ├╝berhaupt was mit der Akte geschehen soll? Ich habe ihm das gar nicht gesagt und sie ihm ausgeh├Ąndigt Ciel. Ich lass sie zur├╝ckholen", bot Verrill an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke ihr beiden", keuchte Ciel erleichtert. "Verrill hat ganz recht. Du geh├Ârst niemandem au├čer mir, da wir beide verlobt sind, ob es nun schon eine entsprechende Verlautbarung gab oder nicht. Ich bin bei Benito. Bitte lasse mir die Akte hinterherbringen", bat Ciel und eilte wieder davon. Unterwegs kochte seine Wut hoch. Er schickte die beiden Gardisten mit einer kurzen Geste hinaus. Sie schlossen hinter sich die T├╝r und Ciel schaute Benito ruhig an. Entgegen seiner sonstigen Art lie├č er diesmal keinen Zorn nach au├čen dringen. "Ich m├Âchte sie etwas Vertrauliches fragen. Es geht um ein pers├Ânliches Forschungsprojekt chirurgischer Natur."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Gaston renne so schnell Du kannst zu Dantoine und bringe die Akte von mir hierher. Beeil Dich", befahl Verrill und Gaston eilte erstaunlich flink davon. Gregoire trat an den Kamin, z├╝ckte den Sch├╝rhaken und stellte ihn mit einem liebensw├╝rdigen L├Ącheln an die Couch. "Falls wer kommt, der nicht kommen sollte. Leibgarde, Leibw├Ąchter, Himmelsaugen... aber dennoch habe ich gerne einen Haken griffbereit. Du verstehst dass... nicht wahr. Keine Angst, ich f├╝hre das H├Ąkchen t├Âdlicher als jedes Florett, man kann ihn n├Ąmlich genauso f├╝hren. Entspann Dich, hab keine Angst, denk an Dein W├╝rmchen. Wer immer hier nichts verloren hat, dem schlage ich ohne zu z├Âgern f├╝r uns den Sch├Ądel ein Fran. Hier, nimm noch etwas Geb├Ąck", bat Verrill liebevoll und Fran nahm sich mit zittrigen Fingern einen Keks. Keine 10 Minuten sp├Ąter kam Gaston angeschnauft mit der Akte in der Hand. "Herr.... die.... Akte", keuchte er und ├╝berreichte sie Verrill und wischte sich die Stirn ab. "Danke Gaston, setz Dich", bat Verrill und go├č nun seinem treuen Diener einen Tee ein. "Trink und warte bitte bei uns hier. Wir wissen nicht, ob Ciel gleich reinkommt oder die Unperson...", sagte Greg und behielt die T├╝r im Auge.

Benito
"Nur zu, fragen Sie was immer Sie fragen m├Âchten Hoheit, ich werde versuchen Ihnen zu helfen. Von welchem Forschungsprojekt sprechen Sie?", hakte der Heiler vorsichtig nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich fragte mich, ob es m├Âglich sei, einer Person, welcher die Geschlechtsorgane fehlen, die eines anderen Mannes zu transplantieren. Sie wissen ja, dass ich von Alexandre rede."

Benito
"Nein da diese abfaulen w├╝rden. Es sei denn er h├Ątte einen Zwillingsbruder, sprich dass Gewebe w├Ąre seinem sehr ├Ąhnlich, so dass keine Absto├čung erfolgen w├╝rde. Aber selbst dabei w├Ąre es nicht sicher. Vom eigenen K├Ârper etwas zu transplantieren ist m├Âglich. Haut zum Beispiel Herr", antwortete Benito ohne mit der Wimper zu zucken.

Ciel Felicien de Souvagne
"Sie haben es ausprobiert?", wollte Ciel wissen.

Benito
"Nein die Versuche stammen nicht von mir und sind auch schon etwas ├Ąlter, aber Fakt. Sollten Sie Verbrennungen erleiden, kann man ihre Haut dehnen und den ├ťberschuss f├╝r ihre eigene Behandlung verwenden. Genau wie Augenoperationen oder Sch├Ądeloperationen, diese Eingriff sind weitaus ├Ąlter, als den meisten Menschen bewusst ist Herr. Sehr viel ├Ąlter. Weshalb hattet ihr nach Kabir gefragt?", fragte Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
"Schade", meinte Ciel. "Wissen Sie, auch in mir schlummert eine Neugier, die manchmal schwer zu z├╝geln ist. Es gibt keine Methode, die es sich lohnen w├╝rde auszuprobieren? Ich w├╝rde Alexandre gern helfen. Ich fragte wegen Kabir aufgrund der Kontaktdaten ihres Freundes und Kollegen Vail Banaudon."

Benito
"Wem? Ich habe keinen Kollegen mit diesem Namen Herr, dass wisst Ihr so gut wie ich. Nun ich denke kaum, dass sich Euer gesch├Ątzer Freund Alexandre so einer harten Behandlung unterziehen w├╝rde, nur damit ihm nachher nekrotisches Fremdgewebe entfernt werden muss. Das w├Ąre extrem grausam und in diesen Bereich der Forschung wollt Ihr doch sicher nicht einsteigen. Jedenfalls nicht mit einem Freund und Wegbegleiter. Vielleicht solltet Ihr den Verbleib Euer Kriegsgefangenen zuk├╝nftig ein klein wenig abwandeln. Statt Leibdiener k├Ânnten sie uns in der Forschung dienen, somit w├Ąren sie ideale Probanten um solche Fragen zu kl├Ąren Herr", l├Ąchete Benito. Das L├Ącheln des Heilers war alles andere als angenehm, es war kalt, da ihm jede Emotion fehlte. Sogar die Emotion der Skrupellosigkeit.

Ciel Felicien de Souvagne
"Meinen Sie?", fragte Ciel. Er ├Ąrgerte sich ma├člos dar├╝ber, dass Benito ihn noch immer belog. "W├╝rde ich dir einen kastrierten Kriegsgefangenen organisieren - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Eingriff mit modernen Methoden erfolgreich sein w├╝rde?"

Benito
"Keine Ahnung, finden wir es doch heraus", bot Benito schmunzelnd an und musterte Ciel. "Woher wollt Ihr die Ersatzteile bekommen meine Hoheit? Reden wir doch mal lieber dar├╝ber. Wir ben├Âtigen immerhin mindestens zwei Probanten", sagte Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich dachte an Etienne als Ersatzteilspender", sagte Ciel und musterte Benito aufmerksam. "Momentan sieht es nicht so aus, als ob er seine Truppe gut beisammen hat. Bez├╝glich der Lichjagd tritt Unit├Ę B nicht nur auf der Stelle, sondern scheint sich vom Erfolg immer weiter zu entfernen. Ich bin nicht erfreut."

Benito
"Warum wollt Ihr ihm das antun, wo Ihr doch nur ein Problem mit mir habt? Die Lichjagd, wie soll er als einfacher Mann einen Lich stellen Herr? Das kann er nicht. Er gibt sein Bestes, aber er ist ein einfacher Mensch und kein Magier. Das Ihr nicht erfreut seid, ist mir bewusst, wir haben Euch gerettet, ich wei├č was Euch der Lich angetan hat. Aber das ist doch das Verschulden des Lichs und nicht das Verschulden meines Partners Herr", sagte Benito ruhig.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das war nicht die Frage. Du wolltest einen Ersatzteilspender, ich habe einen genannt. Alternativ k├Ânntest du dich an seiner Stelle zur Verf├╝gung stellen."

Benito
"Ich wusste dass Ihr darauf anspielt, ist es das was Ihr wollt? Mich komplett entmannen als Strafe f├╝r das was ich Eurer Meinung nach Eurem Bruder angetan habe? Nun wenn dem so ist, werde ich gleich was ich sage, der Strafe nicht entgehen k├Ânnen. Aber Etienne hat damit nichts zu tun", erkl├Ąrte Benito grantig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Ąrgerte sich ├╝ber die Gerissenheit und Beherrschtheit des alten Heilers. Umso mehr ging er nun selber auf die Palme. "Ja, das will ich", w├╝tete er. "Dir alles abschneiden daf├╝r, dass du mit Besteck in meinr Verlobten und in meiner Schwester herumgew├╝hlt hast! Und Etienne m├Âchte ich das selbe antun, damit du die selbe Wut und Hilflosigkeit empfindest, wie ich!"

Benito
"Ja das w├╝rdest Du gerne nicht wahr? Aber was w├╝rde Papa dazu sagen, dass Du Dich so verh├Ąltst, wie einer Deiner Verbrecher die Du gestellt hast? Du w├Ąrst damit doch keinen Deut besser als ich und das bist Du auch nicht. Du bist genauso ein Forscher und versteckst Dich hinter dem edlen Gewand. Warum hast Du denn Kabir als Verlobten? Du liebst diese Person? Das glaube ich Dir nicht, es sei denn es ist eine andere Form von Liebe. Die Liebe zur Neugier. Oh ja Herr, Ihr k├Ânnt uns alle bestrafen, unsere Leben liegen in Euren H├Ąnden. Aber seid Ihr ein Despot, ein Herrscher oder doch ein Regent? Es wird sich zeigen, wer hier die dickeren Eier hat und wer sie beh├Ąlt", knurrte Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was sollte mein Vater schon dazu sagen? Er hat mir schon ganz andere Dinge durchgehen lassen. Was schert ihn, ob irgendein Gardist seine Eier beh├Ąlt? Du drohst mir? Mir?", rief Ciel w├╝tend. "Dabei hatte ich gerade vor, dir mitzuteilen, dass du eine zweite Chance erhalten sollst. Ich gedachte in Erfahrung zu bringen, ob du ihrer w├╝rdig bist, indem ich dir auf den Zahn f├╝hle. Es ist doch nicht zu fassen", wetterte Ciel aufgebracht. "Bel├╝gt mich, bedroht mich, nennt mich einen Despoten ... einen Despoten!" Er stapfte in Richtung T├╝r. Jeder Schritt war ein gedanklicher Tritt in Benitos Gesicht.

Benito
"Eure Chance ist doch wohl klar, ob ich so einen Eingriff ├╝berlebe und als Kastratenfreund f├╝r Euren Spiele Alex herhalten kann. Aber bevor das geschieht, geschieht etwas ganz anderes. Etienne ist ein guter Mann, der nur leiden soll, weil er mit dem falschen Partner zusammen ist? Gut! Dann trenne ich mich hiermit offiziell von ihm, damit Ihr ihn in Ruhe lasst. Mein Schicksal ist doch schon beschlossene Sache, gleich was Euer Vater dazu sagen w├╝rde. Dann sei dem so, aber habt den Anstand es wie ein Mann hinter Euch zu bringen, anstatt Euch hinter Rachegel├╝sten und seltsamen Besch├Ânigungen zu verstecken. Ihr wollt die Wahrheit h├Âren? Ihr bekommt die Wahrheit! Sicher kenne ich Vail, wir sind Kollegen. Ein Mann der sich nicht zu schade ist, auch mal eine Abzweigung in der Forschung zu nehmen. Worauf glaubt Ihr beruht unser Wissen? Raten! Ihr seid so l├Ącherlich in Eurer kleinb├╝rgerlichen Gerechtigkeit, die nicht mal einem Leibeigenen gut zu Gesicht st├╝nde! Forschung hei├čt erforschen und nicht erraten. Wir sind es doch, die Inovationen aufdecken, wir sind es doch, die handeln, wo andere zu zaghaft sind und mit diesem Wissen tausende wenn nicht Millionen Menschen damit das Leben retten. Euer Z├Âgern zeigt nur, dass Ihr nicht gewillt und in der Lage seid ├╝ber den Tellerrand Eurer geistigen Beschr├Ąnkung hinauszuschauen. Verlasst doch einmal die Konfortzone und tut das, wozu man in der Lage sein muss als Forscher. Meint Ihr mir h├Ątte es Spa├č gemacht, Euren Bruder derart zu behandeln? Oder Kabir, oder sonst wen? Nein! Das sind ebenso Menschen wie wir. ABER sie sind auch anders als wir, wieso? Das gilt es zu ergr├╝nden. Was fehlt, was gibt es mehr, was macht sie besonders, was hebt sie hervor oder stuft sie ab. Woher soll man dies wissen ohne es ausreichend getestet zu haben? Und wem stehen sie zu, wenn nicht uns, den Wagemutigen? Geht nur, Ihr versteht nicht was ich sage. Ihr werdet es nie verstehen, ebensowenig wie mein ignoranter kleiner Bruder und all die anderen Weicheier", knurrte Benito stinksauer.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗L├Ącherlich in meiner kleinb├╝rgerlichen Gerechtigkeit? Geistige Beschr├Ąnkung?┬ź, wiederholte Ciel und drehte sich um. ┬╗Alexandre braucht keine Freunde, er will keine Freunde, er hat mich. Ich hatte nie vor, Etienne mit hineinzuziehen, sondern nur, dir deinen schlaffen alten H├Ąngesack abzuschneiden, damit dein Unterboden besser zur Halbglatze passt! Wenn ich bedenke, dass ich vorhatte, dich mit auf eine Forschungsreise zu nehmen!┬ź

Benito
"So auf welche denn? Die in den Nexus? Dann nur zu, aber lasst meinen Mann... meinen Ex-Mann aus der Sache. Mich mitnehmen. L├Ącherlich! Ihr seid nur hier um mich f├╝r meine scheinbaren Verfehlungen zu qu├Ąlen, die niemand begreifen m├Âchte. Aber gut, eine Frage... was werdet Ihr tun, wenn es darum geht ein Leben zu retten? Aber die einzige operative M├Âglichkeit wurde an einem Menschenversuch erforscht. Werdet Ihr die M├Âglichkeit anwenden, oder werdet Ihr Eurem bedauernswerten Freund oder wem auch immer sagen, es tut mir leid. Das was Dir helfen k├Ânnte ist ethisch nicht vertretbar... na auf die Antwort bin ich gespannt", zischte Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Auf einmal wieder so h├Âflich?┬ź, fauchte Ciel. ┬╗Auf eine Forschungsreise die K├╝ste entlang. Mit einer Flotte, darunter einem Schiff, welches als fahrbarer Tempel, Forschungszentrum und Krankenhaus in einem gedacht war. Einem Schiff des Wissens und des Glaubens, ein Schiff geistiger Tugenden der Zivilisation. Deine Frage werde ich dir beantworten. Meine Antwort w├╝rde sich nach dem Wert richten, den ich dem zu Rettenden und dem Versuchsopfer bemesse. W├Ąre der zu Rettende jemand, der mir nahesteht oder der anderweitig hohen Wert genie├čt, s├Ąhe die Antwort ganz anders aus, als wenn es um einen zum Tode verurteilten M├Ârder ginge, der noch bis zum Tag seiner Hinrichtung ├╝berleben soll.┬ź

Benito
Benito verschr├Ąnkte demonstrativ die Arme vor der Brust, aber man sah ihm an, dass er seine vorherigen Worte scheinbar bereute. "W├Ąre auch meine Antwort", gestand er z├Ąhneknirschend ein, da er nicht damit gerechnet hatte, dass Ciel so pragmantisch dachte wie er. Jedenfalls in solchen wichtigen Belangen. "Die Antwort h├Ątte ich Euch nicht zugetraut. Ich bin h├Âflich, aber Ihr bringt mich mit Eurer Drohung zur Wei├čglut, da mir Etienne... gleichg├╝ltig. Lassen wir das Thema bitte ruhen und fahrt fort, womit Ihr fortfahren wollt", sagte Ben ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ach┬ź, sagte Ciel. ┬╗Etienne ist dir wichtig? Was ist an ihm so Besonderes? Er sollte keine k├Ârperlichen Besonderheiten haben als Leibgardist. Ist er dir nicht zu langweilig? Ich war, wie gesagt, hier, um zu testen, in wie weit ich dir vertrauen kann. Francois - Kabir - schlug vor, dir eine zweite Chance zu gew├Ąhren und ich fand das eine sehr noble Geste. Ich stimmte zu und wollte alles in die Wege leiten, aber du hast mich belogen, sowohl was die Akte anbelangt als auch Vail Banaudon. Offenbar bist du leider unverbesserlich. Ich bedaure das, Benito. Bitte gib mir eine Liste mit den Namen der anderen Probanten und die Kontaktinformationen zu deinem Kollegen.┬ź

Benito
"Und wenn ich mich f├╝r mein Verhalten entschuldige? An ihm mag k├Ârperlich nichts besonders sein, aber er ist auf andere Art besonders und das k├Ânnt Ihr ihm nicht absprechen. Niemand kann das. Und auch ich bin ein Mensch der zu lieben f├Ąhig ist, genau wie Ihr", antwortete Benito leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Benitos altes Gesicht. Der Heiler sah nun verbl├╝ffend menschlich aus, die vorherige K├Ąlte war aus seinem Antlitz gewichen, wenngleich Ciel nicht behaupten konnte, dass er deswegen sympathisch aussah. "Eine Entschuldigung f├╝r all die L├╝gen, das Verschweigen, die Beleidigungen? Kannst du ├╝berhaupt unter einem geistig derart beschr├Ąnkten Despoten forschen? Wie soll das funktionieren? Oh und mein Kastratengespiele w├Ąre ebenfalls an Bord."

Benito
"Das sollte funktionieren", sagte Benito todernst und musste pl├Âtzlich loslachen. "Entschuldigung Herr. Ihr wisst warum ich Euch dass alles an den Kopf warf oder? Ihr hasst mich nun oder? Und so sollte es auch sein", antwortete Ben ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog eine Augenbraue hoch. "Weil du w├╝tend warst, da ich dir und Etienne mit Kastration drohte, um zu schauen, wie du reagierst."

Benito
"Die Richtung stimmt, aber nicht ganz. Ich habe Euch schlicht und ergreifend provoziert, damit Ihr Eure Wut an mir auslasst und Etienne vergesst. Kurzum ich tat es um Etienne zu besch├╝tzen. Eine andere M├Âglichkeit habe ich leider nicht. Was habt Ihr denn gedacht, dass ich tun werde? Sanft und weise nicken und ihm selbst noch alles abschneiden?", fragte Ben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich wollte sehen, ob du genau das tun w├╝rdest", gab Ciel zu. "Auch ich muss einr├Ąumen, dass ich dich falsch eingesch├Ątzt habe. Entgegen meiner vorherigen Vermutung hast du tats├Ąchlich ein Herz. Ich w├╝rde dir anbieten, Etienne mit zu nehmen, doch leider schl├Ągt dieser sich noch immer mit dem Lich herum. Wie es aussieht, werdet ihr euch f├╝r ein oder zwei Jahre nicht sehen. Benito, wer ist dieser Vail Banaudon? Beschreib ihn mir."

Benito
Benito legte ergeben die H├Ąnde in den Scho├č, atmete tief durch und rieb sich den Nasenr├╝cken. "Er ist ein Heiler, aber ehr in der Forschung t├Ątig und er arbeitet ehrenamtlich in Kinderheimen. Dort h├Ąlt er Ausschau nach ungew├Âhnlichen Fehl-, Miss- oder anderen Bildungen. Sollte er f├╝ndig werden, nimmt er sich deren an und macht sie zum Teil seiner Arbeit. F├╝r freie Kost und Logis, zudem etwas Arbeit holt er sie aus den Heimen und studiert ihre andersgeartete Natur. ├ťber ihn kam ich an Kabir. Und wie er Dir sicher erkl├Ąrte, war dies kein Dauerzustand, sondern in Alter von 19 Jahren lief er weg und wart nie wieder gesehen. Wohin es ihn auch immer verschlagen hat, er ist weder fehl- noch missgebildet, er ist in seiner Natur rundherum ausgeglichen und gegl├╝ckt, so w├╝rde ich es einmal beschreiben. Er ist ein Hermaphordith, er ist fertil auf beiderlei Wege, er ist gesund, er hat einen gesunden Knochenbau, keine Knochenschw├Ąche, er hat keine k├Ârperlichen St├Ârungen, er ist maskulin veranlagt, er hat also Bartwuchs, K├Ârperbehaarung und eine entsprechende Statur, er ist ├╝berdurchschnittlich intelligent und von sehr stiller Natur. Nur weil er nicht spricht, hei├čt es nicht, dass er sich keine Gedanken zu den Dingen um ihn herum macht. Was sich auch darin ├Ąu├čerte, dass er floh. Sollte ich seine Person beschreiben, kann ich sagen er ist ein stiller, leiser Umgang. Trotz seiner Gr├Â├če k├Ânnte er spurlos verschwinden, was er ja bekanntlich tat. Er ist bewusst eine graue Maus, man sieht ihn und hat ihn auch schon wieder vergessen, wenn man wegguckt. Neben seiner Veranlagung ist seine Besonderheit seine Augenfarbe. ├ähnlich wie die von Bellamy oder Boldiszar hat er eine besondere Augenfarbe, allerdings gr├╝n. Tiefes, reines gr├╝n. Aber Ihr kennt ihn von der Optik, wenn er Euer Verlobter ist. Vail ist rein auf die Forschung fixiert, ich bin Heiler und Forscher. Er hat ein Haus in Mancini und lebt etwas zur├╝ckgezogen in einem der alten Hafengeb├Ąude", erkl├Ąrte Ben Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum bel├╝gst du mich immer zuerst, Benito, hm?┬ź, fragte Ciel ruhig und setzte sich wieder auf den Stuhl. ┬╗Nach allem, was du getan hast, war ich der Einzige, der zu dir hielt in Anbetracht deiner Verdienste und F├Ąhigkeiten. Es freut mich, zu h├Âren, dass Francois derart gegl├╝ckt ist. W├╝rde er eine Geburt ├╝berstehen? Hast du eine Liste weiterer Hermaphroditen, die von dir und Banaudon untersucht wurden?┬ź

Benito
"Weil ich meinen Mann in Gefahr sah, nachdem Ihr von einem Eingriff gesprochen habt. Und ich wollte Euch dabei kein St├╝ck entgegen kommen. Ansonsten, vermutlich um meine Forschung zu sch├╝tzen? Sie bedeutet mir viel, aber nicht alles. Etienne geht vor, was mir vermutlich keiner glaubt. Ich w├╝rde sagen es tut mir leid, aber ich meine es nur teilweise so. Denn es tut mir nicht leid, dass ich versucht habe meinen Mann zu besch├╝tzen. Ich mag viele Fehler haben, aber daf├╝r kann dieser Mann nichts, der mich trotz allem liebt und ich ihn Herr. Francois? Kabir hei├čt jetzt so, verstehe. Ja er w├╝rde eine Geburt ├╝berstehen, wenn er sich dementsprechend verh├Ąlt und wenn man das Kind rechtzeitig holt. Er sollte fr├╝hzeitig liegen und er kann es nicht entbinden, daf├╝r ist er zu schmal gebaut. Oder er k├Ânnte es nur unter sehr gro├čen Beschwerden und die Gefahr w├Ąre f├╝r ihn wie f├╝r das Kind immens, dass ist eine nicht zu verleugnende Tatsache. Da hat es Eure Schwester Verrill leichter, wenn auch nur ein klein wenig", gestand Benito. "Eine derartige Liste habe ich nicht, aber Vail hat sie. Von allen die er je untersucht hat. Kabir war allerdings die einzige Person die meinem Interessengebiet glich. Also ich denke Ihr werdet dort keinen zweiten oder besser gesagt dritten Zwitter finden", antwortete Ben ebenso ruhig wie Ciel mit ihm gesprochen hatte. "Nun ich wollte Euch nicht angreifen, aber Ihr habt nicht nur zu mir gehalten, Ihr habt mir auch eine mitgegeben. Das vergisst man nicht so schnell", gestand Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Schade┬ź, meinte Ciel. ┬╗Ich h├Ątte gern einen dritten Zwitter, egal welcher Auspr├Ągung. Nun gut. Vielleicht findet sich in der Liste eine andere Person, die meinen W├╝nschen entspricht. Dass du deinen Mann so besch├╝tzt hast und dich dabei sogar selbst in Gefahr brachtest, ehrt dich - sofern du mich damit nicht schon wieder bel├╝gst. Pack deine pers├Ânlichen Sachen, Benito und gebe Anweisungen, welche Dinge dir nachgeschickt werden sollen. Unterwegs werden wir besprechen, wie das Forschungsschiff auszusehen hat. Wir reisen bald ab. Und keine Seitenhiebe mehr wegen Alexandre┬ź, murrte Ciel.

Benito
"Das war keine L├╝ge Herr, wenn Ihr selbst liebt wisst Ihr was man bereit ist aufzugeben. Und Etienne schenkte mir etwas, von dem ich auf meine alten Tage nicht dachte, dass ich es noch erhalten w├╝rde. Wer w├Ąre ich da, ihn zu opfern f├╝r meine Fehler? Ich kann meine Sachen selbst schnell zusammenpacken und gleichg├╝ltig was ich gerade sagte, es war genau das was ich sagen wollte um Etienne zu besch├╝tzen. Die Beleidigungen waren nicht ernst gemeint, aber Ihr Zweck Euch abzulenken schon. Ihr k├Ânnt dies gerne ├╝berpr├╝fen lassen. Alexandre ist ein Ehrenmann und er war nur Opfer meines Spotts, weil ich wei├č wie sehr Euch das treffen w├╝rde. Ich hege keinen Groll gegen ihn, oder gegen Euch. Ich wollte nur meinem Mann beistehen. Und dass ich von keinem zweiten oder dritten Zwitter wei├č, hei├čt nicht, dass es keinen gibt. Sondern nur, dass mir davon nicht berichtet wurde Herr. Allerdings gehe ich davon aus, dass Vail mir davon berichtet h├Ątte. Auf der anderen Seite, ich habe ihm auch nicht von Verrill berichtet. Ich danke Euch f├╝r die Chance und dass Ihr eingelenkt habt, obwohl ich derma├čen widerlich zu Euch war. Wozu ben├Âtigt Ihr denn einen weiteren Zwitter? Weshalb?", fragte Benito und begann seine Sachen zusammen zu r├Ąumen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Als Leibdiener f├╝r Francois┬ź, antwortete Ciel ehrlich. ┬╗Wer sonst k├Ânnte besser geeignet sein? Ja, du hast mich getroffen, indem du Alexandre derart herabw├╝rdigtest. Und damit, dass du dich derart schwer aus der Fassung bringen l├Ąsst, aber wenn, dann offenbar richtig. Geschenkt, Benito. Ich glaube dir, dass du es tatest, um Etienne zu retten. Er war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr┬ź, sprach Ciel freundlich und erhob sich. ┬╗Wir treffen uns in einer Stunde bei den St├Ąllen.┬ź

Benito
"Ich danke Euch Herr, die Akte ist nicht verbrannt. Sie ist bei meinem Bruder Dantoine. Er hat sie f├╝r mich abgeholt, nicht wissend warum. Also wenn Ihr die Akte Eurer Schwester sucht, sie ist bei ihm. Ich habe sie weder verbrannt, noch sonst wie vernichtet. Das h├Ątte ich nicht gekonnt. Bis gleich bei den St├Ąllen", sagte Benito freundlich.

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Ciels Verlobung

#4

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 14. Okt 2018, 03:08

Ciels Verlobung

Ciel Felicien de Souvagne
"Bis gleich", antwortete Ciel und ging zur├╝ck zu Francois und Verrill. Nun gab es nur noch eines zu erledigen - den Duc zu bitten, die Verlobung offiziell zu machen. Ciel l├Ąchelte bei dem Gedanken.

Ciel Felicien de Souvagne
Er befahl den wachhabenden Gardisten, an die T├╝r bei den Gem├Ąchern seines Vaters zu klopfen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Die Gardisten klopften und Fabien ├Âffnete einige Augenblicke sp├Ąter die T├╝r. Er trat zur Seite und machte eine einladende Geste. "Eure Majest├Ąt, Euer Sohn Prince Ciel de Souvagne w├╝nscht Euch zu sprechen", sagte Fabien freundlich und schloss hinter Ciel die T├╝r. Maximilien kam aus dem Wohnzimmer und begr├╝├čte seinen Sohn indem er ihn liebevoll dr├╝ckte. "Warum so f├Ârmlich?", fragte er gut gelaunt. "Das war mein Fehler", entschuldigte sich Fabien und lie├č die beiden allein. "Gut sein Fehler. Was ist los mein Kleiner?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Ąugte einen Moment misstrauisch in Richtung der T├╝r, durch die Fabien sich verdr├╝ckt hatte. "Er redet wirr", murmelte er. Dann sagte er laut und feierlich: "Papa, ich m├Âchte dich bitten, die Verlobung von Fran und mir offiziell zu machen. Uns beiden ist wichtig, dass aus der Formulierung Frans wahre Natur hervorgeht, da er sich nicht verstecken m├Âchte und ich ein Zeichen setzen will."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das freut mich zu h├Âren, zumal Eurer M├Ąuschen dann auch ehelich geboren wird. Das ist immer sch├Âner, so ist es direkt anerkannt. Ich werde umgehend etwas aufsetzen und es morgen fr├╝h bekannt geben. Hast Du an eine bestimmte Formulierung Fran betreffend gedacht?", fragte Max und k├╝sste seinen Sohn liebevoll auf den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich zerbreche mir den Kopf und finde einfach kein sch├Ânes Wort", klagte Ciel. "Mir ist wichtig, dass hervorgeht, dass er beides ist, Mann und Frau. Aber wie umschreibt man es klangvoll aber so, dass jeder es versteht? Vielleicht einfach 'Verlobte und Verlobter Francois Arbettini Grimard'?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Mal ├╝berlegen, Beidgeschlechtlicher klingt herabreduziert auf das Geschlecht oder? Zwitter ist eine Bezeichnung f├╝r die mich Verrill an die Wand nageln wird, sobald sie es liest, oder weint, was noch schlimmer w├Ąre. Hermaphrodit klingt auch nicht gerade gut. Wie k├Ânnen wir dazu sagen?", gr├╝belte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich dachte an Ainuwargesegneter oder etwas dergleichen, aber dabei k├Ânnte man auch an einen Priester denken oder einen Kastraten", ├╝berlegte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja oder dass Du einen M├Ânch heiratest, was nicht gerade von Vorteil w├Ąre. Mischwesen klingt noch grausiger. Mann-Frau? Dass klingt seltsam, aber nicht grausig. Denn bei Es w├╝rde Verrill uns beide an die Wand nageln, wie Du wei├čt. Denk doch mal mit", bat Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Vollst├Ąndiger Mensch?", sinnierte Ciel weiter. "Man k├Ânnte es poetisch umschreiben. W├Ąhrend wir stets die andere H├Ąlfte suchen, sind einige von uns bereits allein vollst├Ąndig. Und dennoch ben├Âtigen auch sie f├╝r das ganze Gl├╝ck einen weiteren Menschen an ihrer Seite. So was in der Art?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das ist eine sehr gute Einleitung, aber wir ben├Âtigen auch f├╝r das Gesetz eine eindeutige Bezeichnung. Zwitter - und daf├╝r einen Namen der bei uns gilt. Und so bezeichnen wir ihn dort auch. Erstmalig vorkommend. Es soll wertig klingen, geschmackvoll", erkl├Ąrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie sind Deux fois - zweimal. Dufoje, wie die Rakshaner sagen. Androgynoi wird es in den Schriften der Gelehrten genannt. Vielleicht sollten wir in diese Richtung denken?┬ź, gr├╝belte Ciel weiter. ┬╗Die Waldalben sprechen von Zweigeistern, aber ich denke, damit sind eher seelische Dopplungen gemeint.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dabei sind sie seelisch nicht doppelt Ciel, sie sind seelisch komplett und eins. Wir sind es, die die andere H├Ąlfte suchen, wir sind die Halben, sie sind die Ganzen. Jedenfalls jene, die die Auspr├Ągung wie Dein Geschwister Verrill hat oder Dein Verlobter Francois. Es gibt auch Kinder die nicht ganz auf die eine oder andere Art ausgebildet sind. M├Ąnner mit Mikropenis, kaum gr├Â├čer als eine Klitoris - ist er deshalb eine Frau? Oder eine Frau mit zu gro├čer Klitoris. Ist sie nun ein Mann? Es gibt mehr als wir denken, oder unwissend f├╝r m├Âglich halten. Bis man uns das Thema um die Ohren knallt und man sich zwangsl├Ąufig damit befassen muss. Nathalie musste es, ich musste es und Verrill ebenso. Mir gef├Ąllt es den seelischen und k├Ârperlichen Teil hineinzubringen. Und mir gef├Ąllt es wie Du gew├Ąhlt hast und das ohne Scheu. Du hast mehr Mumm in den Knochen dazu zu stehen als ich ihn damals hatte. Ich hatte ├╝berhaupt keinen, ich hatte einfach nur Angst um Verrill. Um ihre Gesundheit, darum was andere ihr antun k├Ânnten, w├╝rden und was wei├č ich nicht alles. Tausend ├ängste und keine wurde wahr. Daf├╝r danke ich Ainuwar auf Knien", gestand Max.


(Fortsetzung folgt)
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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