Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

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Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angef├╝hrt werden die Bei├čer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel f├╝r den ├ältesten zu finden.
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#1

Beitrag von Kazrar » Sa 13. Okt 2018, 20:19

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Wie man in Arashima lebt?
Nun dann h├Âre zu.

Arashima ist ein urspr├╝ngliches Land. Die Winter sind hart und kalt, fast unerbittlich und die Sommer sind trotz aller W├Ąrme manchmal eisig. Es wehte bei uns ein st├Ąndiger Wind. Mal leicht und erfrischend, den Geruch von Salz und Meer mit sich tragend, dann wieder schneidend und rei├čend, so als wollte er einem das Fleisch von den Knochen rei├čen.

Man lebt dort von dem was man mit eigenen H├Ąnden erwirtschaftet. Es gibt kaum ein einfacheres und ehrlicheres Leben Teku. Das was Du anbaust, fischt oder jagst, dass wird Deine Familie essen. Und jeder wei├č, man nimmt nur das was man wirklich ben├Âtigt, denn Du m├Âchtest auch morgen noch Fische im Meer vorfinden, Tiere im Wald oder Fr├╝chte des Feldes.

Wenn die ├ťberf├Ąlle nicht w├Ąren k├Ânnte man sagen, es ist eines der reichsten und sch├Ânsten Leben die man f├╝hren kann. Denn man hat alles was man ben├Âtigt, wenn man Arbeit nicht scheut. Du stehst morgens auf, leistest mit Deiner Familie Dein Tagewerk und Abends f├Ąllst Du geschafft aber gl├╝cklich in Deine Felle.

Das Familienleben ist von echtem Zusammenhalt gepr├Ągt, Freunde, Feste, Dein Dorf, alles ist eine Gemeinschaft und niemand l├Ąsst den anderen h├Ąngen. Das gibt es nicht. Die Arbeit ist auch bei uns geteilt, die Jagd und die Fischerei geh├Ârt in M├Ąnnerhand, der Hof und der Herd in die Hand der Frau.

W├Ąhrend man als Mann morgens auf das Meer hinauszieht, wird die Frau in den Garten oder auf das kleine Feld gehen. Die Tiere und die Pflanzen versorgen und das Feuer h├╝ten. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben.

In einer Welt wo K├Ąlte allgegenw├Ąrtig ist, ist das Feuer etwas besonderes. Aber das ist in vielen Kulturen so. Das Herdfeuer darf niemals erl├Âschen, denn es ist sehr schwer es wieder in Gang zu setzen.

Einmal ist meiner Mutter das Feuer ausgegangen, in einer besonders harten Winternacht. Mit einem unserer besten Gusseisernen T├Âpfe bin ich zu unserer Nachbarin gelaufen, durch den Schneesturm. So dicht, dass man die Hand nicht vor Augen sah.

Von der Nachbarin erhielt ich einige kleine, brennende Holzscheite, die sie mir in den Topf legte. Den Deckel durfte ich nicht ganz schlie├čen, damit das Feuer nicht erstickt. Wie einen Schatz habe ich diese kleine Flamme des Lebens durch den Sturm sicher nach Hause getragen. Den Eisernen Topf fest an meine Brust gedr├╝ckt, obwohl er anfing mich zu versengen.

Aber ich hatte es geschafft und unser Herd wurde wieder zum Leben erweckt. Ich war so stolz auf mich und meine Eltern nicht minder. Ich wei├č, dass sind so Kleinigkeiten wo man in Naridien vermutlich dr├╝ber lacht oder die Nase r├╝mpft. Aber in dieser Nacht drehte sich meine kleine Welt nur darum die winzige Flamme in diesem Topf blo├č nicht sterben zu lassen, damit wir nicht erfrieren.

Es mag hart klingen, aber ich vermisse diese Zeit.
Das Leben war unbeschreiblich hart und dennoch auf ganz andere Weise leicht Teku.

Dass Meer.

Die See kann ├Ąu├čerst gn├Ądig sein und Dich mit allem versorgen was Du Dir w├╝nscht. Aber sie kann Dir in ihrer tosenden Wut auch alles mit einem Wellenschlag rauben.

Vielleicht ist es genau dass, was so viele Seeleute an ihr anzieht. Diese urspr├╝ngliche, nicht zu b├Ąndigende Wildheit.

Das Schiff das uns geh├Ârte war eine Nussschale und dennoch tanzte es ├╝ber die Wellen und ern├Ąhrte uns tagt├Ąglich. Mein Vater h├Ârte die See, er wusste wann die Fische bei├čen, er wusste wann er sein Netz im Trocknen liegen lassen konnte.

Er verstand die uralte Sprache des Meeres, jene Sprache die keiner Worte bedarf, jene die man tief in der Seele sp├╝rt.

Bis zu dem Tag, als die Frostalben erschienen...
Der wei├če Tod Tekuro.
Nur ein toter Frostalb ist ein guter Frostalb, merke Dir das.

Meine Mama, also Deine Oma hie├č Kiyomizu Chud, sie war eine Arashi.
Mein Vater also Dein Gro├čvater hie├č Berengar Schellenberg und war ein Almane.

Sie lernten sie vor langer Zeit kennen und lieben und heirateten.

Ab da hie├č mein Vater Berengar Chud, er hatte den Namen Deiner Oma angenommen um ihr zu zeigen wie sehr er mit ihr verbunden war.

Berengar war ein gro├čer, starker Mann, ├Ąhnlich wie Du mit kantigem, hartem Gesicht. Von ihm hast Du die Haare geerbt und Du musst Dich ihrer garantiert nicht sch├Ąmen. Sei stolz darauf. Ihr h├Ąttet Euch sicher gut verstanden, denn so wie Du Deine Pflicht erf├╝llst, hat er sie ebenso erf├╝llt.

Durch sein Opfer konnten wir entkommen. Er gab sein Leben damit Kiyomizu und ich fliehen konnten. Aber letztendlich starb sie in Naridien und ich war eine verlorene Person.

Die Haarfarbe Deines Opas war dunkelbraun. Wenn die Morgensonne sich auf seinen langen Haaren spiegelte, wenn er zur├╝ck vom Fischfang kam, dann hatten sie einen leichten Rotstich. Er war ein guter, g├╝tiger, flei├čiger und ehrbarer Mann.

Deine Oma hatte dickes, schwarzes Haar, so wie ich. Meist trug sie es zu einem Zopf geflochten, den sie wie eine Schnecke um ihren Kopf geschlungen hatte. So wie einen Bl├╝tenkranz aus schwarzem Haar.
Ein selbstgefangener Fisch schmeckt himmlisch, er ist mit nichts zu vergleichen. Du schmeckst die fr├╝he Stunde, als Du Dein Boot fertig gemacht hast und hinaus gefahren bist. Du hast je nach Witterung die Angelschnur hinausgeworfen oder das kleine Netz. Und war Dein Wellenritt von Erfolg gekr├Ânt, hattest Du einige sch├Âne fette Fische an Bord gezogen. Damit und mit der aufgehenden Sonne im R├╝cken bist Du dann nach Hause zur├╝ckgekehrt.

Unser Fr├╝hst├╝ck war meist Fischsuppe mit Einlage. Einer der Fische die gerade noch im Meer schwammen und nun in die Suppe geschnitten wurden, mit etwas Gem├╝se aus dem Garten, dass meine Mutter so vehement gegen den eisigen Wind verteidigte durch ihre kleinen Windf├Ąnge.

Das alles schmeckst Du heraus.

Es schmeckt nicht wie dieses servierte, k├╝nstliche Futter, das schon durch tausend H├Ąnde ging und wer wei├č wie lange tot ist. Manches davon schmeckt k├Âstlich, keine Frage. Aber es ist kein Vergleich zu dieser Nahrung Tekuro, kein Vergleich die Elemente in Deinem Essen zu schmecken und zu sp├╝ren.

Der Uropa, mein Schwiegervater war der Mann, der meine Mutter und mich in Nardien verscheuchte wie dreckige Bittsteller. Er sah nicht seine Schwiegertochter, er sah nicht seinen Enkel. Er sah nur den Fehler seines geliebten Sohnes mit dem verdammten Schlitzauge und dessen Bastard.

Das war Dein Urgro├čvater. Er und sein Weib haben daf├╝r gesorgt, dass meine Mutter und ich in den Gassen von Naridien hausten.

Und letztendlich hat er sie damit get├Âtet.

Sie starb da sie einen Mantel besa├č, get├Âtet von Leuten die noch weniger hatten. Ich habe sie nicht besch├╝tzen k├Ânnen, es waren zu viele... meine Mutter starb f├╝r einen Mantel...

Mein Vater starb, weil er Frostalben im Weg stand.

Weil er sich ihnen in den Weg stellte und Widerstand leistete, als sie unser Dorf niedermachen wollten. Er hat verteidigt was er liebt, uns und sein Dorf.

Und sein eigener Vater, mein Gro├čvater, der Schwiegervater meiner Mutter und Dein Urgro├čvater, er spuckte auf die Tat seines Sohnes. Er scheuchte uns davon und damit machte er zunichte wof├╝r mein Vater gek├Ąmpft hatte und sein Leben lie├č.

Er wollte nur seine Frau und mich retten und selbst das g├Ânnte ihm sein Vater nicht. Mich interessiert nicht die Haarfarbe dieses Verbrechers Tekuro. Meine Mutter hatte so schwarze Haare wie ich.

Ja Dein Opa und Deine Oma waren sch├Ân. Sie waren vielleicht etwas lustig anzuschauen. Der gro├če, breite Almane und die winzige Arashi, aber sie liebten sich von ganzem Herzen. Und Dein Opa war bei uns gl├╝cklich und frei, bis zu dem Tag, wo die Frostalben auftauchten.

Ja es waren Menschen Teku, Naridier, so wie der Vater meines Vaters, der uns achtlos davonjagte.
Solche Menschen waren es die mich t├Âteten...
Wieder einmal...

Deine Mutter hatte Haselnussbraunes Haar und ebensolche Augen.
Sie war eine sch├Âne Frau.

Und da hockte ich, ein kleiner Mischling in keiner Welt Zuhause. Weder in Arashima noch in Naridien, nirgendwo wollte man mich haben. Niemand brauchte mich. Aber eine Frau reichte mir ihre helfende Hand, wie aus dem Nichts.

Er war die Baronin und sie geh├Ârte dem Zirkel an. Dort wurde ich aufgenommen. Dort verbrachte ich viele Jahre. Und dort war es, wo ich Archibald von Dornburg kennenlernte und ihm als M├╝ndel, also Auszubildenden zugeteilt wurde. Archibald nahm sich meiner und meiner Ausbildung an.

Er war ein Bei├čer, ein Menschenfresser, ein Mann der bewusst jagt, der sich nicht verstellt, der das Gegenteil in der Gesellschaft bildet, die ein Heiler hier darstellt. Dort wo er Leben schenkt, vernichtet Archibald die Schwachen.

Er d├╝nnt die Herde aus, damit der Rest daran erstarkt. Archibald gab mir sp├Ąter Arbeit. Und so wurde ich Stabler, also ein Gardist von Dunwin von Hohenfelde.

Und ich lernte Arkan kennen, meinen Partner.

Genauer gesagt habe ich Arkan in Obenza kennengelernt. Er lebte etwas weiter drau├čen auf der Halde, dort hatte er sich eingerichtet und sich sein kleines eigenes Reich geschaffen. Er war nicht gro├č, lass ihn mal 165 cm gro├č gewesen sein. Aber er war schnell, flink, brutal und er war ein Quatschkopf. Ich wei├č nicht mehr, was ich f├╝r Archibald genau dort zu tun hatte, vielleicht wollte er nicht auch einfach nur piesacken, jedenfalls lief ich Arkan ├╝ber den Weg.

Er quatschte mich an, redete auf mich ein und erkl├Ąrte, dass er mich f├╝r ein bisschen Geld sicher aus der Halde f├╝hren w├╝rde. Ich ben├Âtigte seinen Schutz nicht, aber er ben├Âtigte Geld. Und er ben├Âtigte noch einiges mehr.

Unter anderem ein Bad und etwas zu essen. Wir kamen ins Gespr├Ąch und er lie├č sich darauf ein, mir zu folgen. Nat├╝rlich nicht in den Zirkel, sie h├Ątten vermutet ich h├Ątte Abendessen besorgt. Ich ging mit ihm ein Bier trinken. Und das wurde irgendwie unser Ritual.

Wir trafen uns fast regelm├Ą├čig.

Entweder war er schon vor Ort, oder er kam etwas sp├Ąter. Wie seltsam das war. Eine Woche vorher kanntest Du einen Menschen nicht und kaum kanntest Du ihn und er kam f├╝nf Minuten zu sp├Ąt, sorgst Du Dich. Mir erging es so. Er war wie eines dieser Wildpferde, dass man nicht fangen, aber irgendwann einmal ber├╝hren darf.

Und er war mein Wildpferd. Wir trafen uns, ich bezahlte sein Bier, wir lachten und hatten eine sch├Âne Zeit. So ging das mehrere Wochen, bis ich mich entschloss reinen Tisch zu machen und ihn zu Archibald einzuladen. Nat├╝rlich nicht in den Zirkel, sondern ich bat Arch mit bei einem Kumpel zu helfen, damit dieser wieder auf die Beine kommt.

So kam Arkan in den Stab von Dunwin von Hohenfelde.

Einige Monate arbeitete er dort und laut Archibalds Aussage klebte er mir wie eine Schei├čhausfliege am Heck. Als ich eines Abends von Archibalds Beute etwas abbekam lie├č ich ihn probieren, ab dato war es anders Teku. Ich sah es in seinen Augen, er war erwacht. Wir waren uns schlagartig nahe, sehr nahe. Vielleicht waren wir das vorher schon gewesen, aber diese seltsame Situation...

Archs Grollen da er teilen musste...
Das Teilen mit Arkan...
Seine Reaktion darauf...
Ich tat etwas absolut Verbotenes und es f├╝hlte sich genau richtig an.

Sein Mund war verschmiert vom Blut von Archibalds Beute und ich k├╝sste ihn. Wir fielen wie ausgehungerte Tiere ├╝bereinander her. Liebten uns, f├╝tterten uns mit den Resten der Beute und hatten auf einmal einen Deal, eine Vereinbarung von Zusammengeh├Ârigkeit und Liebe getroffen, die wir vorher niemals ausgesprochen hatten.

Aber es war da, es ben├Âtigte nur einen kleinen Schubs um es ausleben zu k├Ânnen.
Ab dem Moment waren wir unzertrennlich.
Das war unser Anfang.

Es war ein gutes Leben, ein wertes Leben. Freiherr Dunwin von Hohenfelde war nicht nur gro├čz├╝gig, sondern auch skrupellos. Wir durften unser Leben weiter leben, jeder erdenklichen Neigung fr├Ânen, sogar mit seinen eigenen S├Âhnen.

Und so zeugte ich Dich Tekuro mit einem meiner Spielzeuge.

Wohlwissend wer oder was ich bin, gab ich sie frei um Dich zu besch├╝tzen. Es war das einzige Geschenk was ich Dir machen konnte.

Die Zeit verging, die Jahreszeiten zogen ins Land und so wie die Jahreszeiten das Anlitz der Welt ver├Ąndern, so ver├Ąnderten die Jahre mich. Ich wurde ├Ąlter, aber niemals verga├č ich Dich meinen Sohn. Er war das erste am Tag woran ich dachte und das Letzte wenn ich einschlief. Trotz dass ich Dich nie im Arm halten durfte, liebte ich Dich.

Es wurde erneut eisig, denn erneut brach der Winter in meine Welt, aber diesmal in anderer Form.

Die Beute lehnte sich gegen den J├Ąger auf, es gibt kein gr├Â├čeres Unrecht.
Der Sohn Dunwins, Ansgar, den ich so oft erzogen hatte, dass er es h├Ątte besser wissen m├╝ssen... t├Âtete mich. Und so verlor ich mein Leben und mein Leichnam wurde hinab in die Eingeweide des Herrenhauses der Hohenfelde gebracht.

Dort lag ich neben meinem Mann, den sie ebenfalls ermordet hatten. Mein eisiges Grab w├Ąhrte eine Ewigkeit, bis eine Gruppe noch weiter in die Eingeweide des Herrenhauses hinabstieg. Sie betraten das Heiligtum - sie betraten den Tempel der Trinit├Ąt, der ├ältesten.

Und sie vernichteten zwei Teile von ihm.
Er war eins mit dem Haus, eins mit der Welt, eins mit der Magie und sie sch├Ąndeten ihn!

Archibald mein alter Meister hingegen hatte in Souvagne Dich meinen Sohn entdeckt und sich Deiner angenommen. So wie es Meister und M├╝ndel einander versprechen. Er hatte Dich Tekuro in das Herrenhaus gef├╝hrt, da Du nicht nur wissbegierig warst, sondern mich auch sehen wolltest.

In diesem Moment kamen die Feinde mit dem Ältesten in Kontakt.

Archibald nahm den uralten Gott in sich auf um ihm einen neuen Fleischtempel, also einen K├Ârper zu schenken. Der ├älteste beschwor mich als Geist, so dass ich endlich, nach all den Jahren Dir meinem Sohn gegen├╝berstand.

Es war das Sch├Ânste Erlebnis, dass ich bis dato hatte.

Und dann, ich konnte mein Gl├╝ck kaum fassen, beauftragte der ├älteste Euch auf Deine Bitte mir einen neuen K├Ârper zu suchen. Ja ich war tot. Ja man hatte mir den Kopf abgeschlagen.

Ja ich wurde beschworen und ja man schenkte mir durch g├Âttliche Gnade diesen neuen Leib f├╝r meine Loyalit├Ąt und Treue dem ├ältesten gegen├╝ber.

So geschah es, dass dort mein Kopf in der Kiste ruht. Der Kopf mit dem mich einst meine Mutter gebar. Dieser K├Ârper hier ist ein Geschenk. Und leider wurde jene Wesenheit am Hafen stehen gelassen, nicht begreifend, wer und was er ist.

Sie haben den Einfl├╝sterungen dieses verwunschenen und wahnsinnigen Prinzen geglaubt.

Wir sind vom selben Blut, f├╝hlst Du es?
Sp├╝rst Du es?
H├Ârst Du es manchmal singen?

Wie dem auch sei, ich erz├Ąhle Dir die Geschichte meines Lebens.
Fangen wir ganz von Anfang an.
Dort wo alles begann.

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Kapitel 01 - Berengar Schellenberg

#2

Beitrag von Kazrar » Mo 22. Okt 2018, 18:37

Kapitel 01 - Berengar Schellenberg


Schneest├╝rme pfiffen ├╝ber das Land, winzige Schneekristalle mit sich tragend, die wie Nadeln in freiliegende Haut stachen. Sie peitschten den frischgefallenen Pulverschnee auf, durch den sich ein hochgewachsener Mann k├Ąmpfte.

Allein wanderte er durch die scheinbar trotzlose Eisw├╝ste, sein einziger Begleiter die unerbittliche K├Ąlte dieser Jahreszeit. Der Fremde hatte sich einen schlechten Zeitpunkt f├╝r seinen Besuch in Arashima ausgesucht.

Es war Winter und diesmal ein besonders harter dazu. Jeder Schritt war f├╝r den einsamen Wanderer ein m├╝hsamer Kampf, w├Ąhrend erneut Schneeflocken tanzend vom Himmel fielen.

Seine letzten Vorr├Ąte waren schon l├Ąngst aufgezehrt, aber dank des allgegenw├Ąrtigen Schnees mangelte es dem Wanderer nicht an Wasser. Seine gro├če Gestalt, die ihm sonst gute Dienste erwies, war in der eisigen Sch├Ânheit kein Vorteil. Das winterliche Arashima zeigte sich von seiner ganzen Pracht, aber auch von seiner Macht, als die Winde ├╝ber die offenen, weiten Fl├Ąchen heulten.

Und so stampfte der rothaarige H├╝ne gebeugt durch den Schneesturm - gebeugt aber nicht gebrochen.

Er hatte schon mit so manchen D├Ąmonen gerungen, meist waren es seine eigenen, genau wie jene die ihm auf den Fersen waren. Unerm├╝dlich lief er weiter, setzte einen Fu├č vor den anderen. Sein ganzes Denken und Handeln konzentrierte sich nur noch auf diese eine Handlung.

Die K├Ąlte erwies sich als st├Ąrker, sie biss in seine Knochen und raubte ihm die letzte Kraft. Er sp├╝rte kaum noch wie er vorn├╝ber in den Pulverschnee st├╝rzte, seine Gedanken wehten mit den Sturmb├Âen davon.

Das n├Ąchste was er bewusst wahrnahm war das Prasseln eines Feuers und wie ihm jemand eine Tasse an die Lippen hielt.

So begann die w├Ąrmende Liebe von Berengar Schellenberg und Kiyomizu Chud, an einem der eisigsten Wintertage in unserem kleinen Dorf. Zwei Winter sp├Ąter waren Dein Gro├čvater und Deine Gro├čmutter nicht mehr allein Tekuro, ihr Sohn Kazrar erblickte in einer eisigen Winternacht das Licht der Welt.

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Kapitel 02 - Kiyomizu Chud

#3

Beitrag von Kazrar » Mo 22. Okt 2018, 19:23

Kapitel 02 - Kiyomizu Chud


Mit klammen Fingern zog die kleine Arashi das Fischernetz an Bord. Eine magere Ausbeute, keine Handvoll Fische, die das Meer ihr heute zugestanden hatte. Eingemachtes Gem├╝se, dass sie in den kargen Sommermonaten so sorgsam vor den schneidenden Winden gesch├╝tzt hatte, w├╝rde ihre Mahlzeit erg├Ąnzen. Sie w├╝rde eine Suppe draus kochen, so war sie einige Tage versorgt.

Ihr Mann war vor vielen Wintern von ihr gegangen, alles was er ihr hinterlassen hatte war eine kleine H├╝tte, ein Fischerboot und ein Loch im Herzen. In ihrem Dorf war es ├╝blich jung zu heiraten und jung hatte sie ihren Mann verloren.

Kiyomizu Chud, war Witwe, aber keine alte Frau. Klein war sie und wie ├╝blich trug sie ihr schwarzes Haar geflochten und zu einem Kranz gesteckt, damit es sie nicht bei der Arbeit behinderte. Unter ├ächzen zog sie das Boot weiter den Strand hinauf an diesem besonders kalten Tag. Die Str├Âmung sorgte daf├╝r, dass das Meer hier selbst bei eisigen Temperaturen nicht direkt gefror.

Aber der Sturm bereitete Kiyo gro├če Sorge. Sie konnte es sich nicht erlauben, dass Boot zu verlieren. Sie zog und zerrte und trotz der Eisesk├Ąlte war ihr hei├č, die Arbeit verlangte ihr alles ab. Normalerweise halfen die Dorfbewohner einander, aber Kiyomizu fuhr nicht weit auf die See hinaus. Sie blieb in Strandn├Ąhe und warf dort ihr Netz aus. So war sie l├Ąngst zur├╝ck, als die anderen M├Ąnner noch auf See waren und auf einen reichhaltigen Fang hofften.

Dieser besonders eisige Winter verschlang einige gute M├Ąnner auf See, aber Kiyomizu schien er hold zu sein. Ihr spie der uralte Mann mit wei├čem Haar und eisigen Augen einen Mann aus. Sie stapfte gerade zur├╝ck Richtung H├╝tte, als sie einen bewusstlosen Mann im Schnee fand. Hochgewachsen und mit roten Haaren, einem bleichen Gesicht und vereisten Wimpern - so lernte Kiyomizu Deinen Gro├čvater kennen.

Die kleine Frau, die mehr Kraft in ihrem K├Ârper hatte, als man ihr zugetraut h├Ątte, schaffte den bewusstlosen Almanen in ihre H├╝tte. Aber sie gab ihm nicht nur einen warmen Platz vor dem Kamin, sondern gew├Ąhrte dem stillen Mann auch einem Platz in ihrem Herzen.

Und schon bald kannte jeder im Dorf das seltsame Liebespaar. Die kleine Arashi mit ihrem Schneefund, dem gro├čen rothaarigen Almanen - Berengar und Kiyomizu.

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