Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ciels Verlobung

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Gro√üherzogtum Souvagne ist gepr√§gt von sanfte H√ľgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h√§lt sich aus Kriegen gr√∂√ütenteils heraus und hat sich als einziges Gro√üherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit√§t. Von allen Herrschern ist er der Gem√§√üigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr√∂√ütenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Ciels Verlobung

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 14. Okt 2018, 03:09

Ciels Verlobung

Ciel Felicien de Souvagne
"Bis gleich", antwortete Ciel und ging zur√ľck zu Francois und Verrill. Nun gab es nur noch eines zu erledigen - den Duc zu bitten, die Verlobung offiziell zu machen. Ciel l√§chelte bei dem Gedanken.

Ciel Felicien de Souvagne
Er befahl den wachhabenden Gardisten, an die T√ľr bei den Gem√§chern seines Vaters zu klopfen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Die Gardisten klopften und Fabien √∂ffnete einige Augenblicke sp√§ter die T√ľr. Er trat zur Seite und machte eine einladende Geste. "Eure Majest√§t, Euer Sohn Prince Ciel de Souvagne w√ľnscht Euch zu sprechen", sagte Fabien freundlich und schloss hinter Ciel die T√ľr. Maximilien kam aus dem Wohnzimmer und begr√ľ√üte seinen Sohn indem er ihn liebevoll dr√ľckte. "Warum so f√∂rmlich?", fragte er gut gelaunt. "Das war mein Fehler", entschuldigte sich Fabien und lie√ü die beiden allein. "Gut sein Fehler. Was ist los mein Kleiner?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel √§ugte einen Moment misstrauisch in Richtung der T√ľr, durch die Fabien sich verdr√ľckt hatte. "Er redet wirr", murmelte er. Dann sagte er laut und feierlich: "Papa, ich m√∂chte dich bitten, die Verlobung von Fran und mir offiziell zu machen. Uns beiden ist wichtig, dass aus der Formulierung Frans wahre Natur hervorgeht, da er sich nicht verstecken m√∂chte und ich ein Zeichen setzen will."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das freut mich zu h√∂ren, zumal Eurer M√§uschen dann auch ehelich geboren wird. Das ist immer sch√∂ner, so ist es direkt anerkannt. Ich werde umgehend etwas aufsetzen und es morgen fr√ľh bekannt geben. Hast Du an eine bestimmte Formulierung Fran betreffend gedacht?", fragte Max und k√ľsste seinen Sohn liebevoll auf den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich zerbreche mir den Kopf und finde einfach kein schönes Wort", klagte Ciel. "Mir ist wichtig, dass hervorgeht, dass er beides ist, Mann und Frau. Aber wie umschreibt man es klangvoll aber so, dass jeder es versteht? Vielleicht einfach 'Verlobte und Verlobter Francois Arbettini Grimard'?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Mal √ľberlegen, Beidgeschlechtlicher klingt herabreduziert auf das Geschlecht oder? Zwitter ist eine Bezeichnung f√ľr die mich Verrill an die Wand nageln wird, sobald sie es liest, oder weint, was noch schlimmer w√§re. Hermaphrodit klingt auch nicht gerade gut. Wie k√∂nnen wir dazu sagen?", gr√ľbelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich dachte an Ainuwargesegneter oder etwas dergleichen, aber dabei k√∂nnte man auch an einen Priester denken oder einen Kastraten", √ľberlegte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja oder dass Du einen M√∂nch heiratest, was nicht gerade von Vorteil w√§re. Mischwesen klingt noch grausiger. Mann-Frau? Dass klingt seltsam, aber nicht grausig. Denn bei Es w√ľrde Verrill uns beide an die Wand nageln, wie Du wei√üt. Denk doch mal mit", bat Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Vollst√§ndiger Mensch?", sinnierte Ciel weiter. "Man k√∂nnte es poetisch umschreiben. W√§hrend wir stets die andere H√§lfte suchen, sind einige von uns bereits allein vollst√§ndig. Und dennoch ben√∂tigen auch sie f√ľr das ganze Gl√ľck einen weiteren Menschen an ihrer Seite. So was in der Art?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das ist eine sehr gute Einleitung, aber wir ben√∂tigen auch f√ľr das Gesetz eine eindeutige Bezeichnung. Zwitter - und daf√ľr einen Namen der bei uns gilt. Und so bezeichnen wir ihn dort auch. Erstmalig vorkommend. Es soll wertig klingen, geschmackvoll", erkl√§rte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
¬ĽSie sind Deux fois - zweimal. Dufoje, wie die Rakshaner sagen. Androgynoi wird es in den Schriften der Gelehrten genannt. Vielleicht sollten wir in diese Richtung denken?¬ę, gr√ľbelte Ciel weiter. ¬ĽDie Waldalben sprechen von Zweigeistern, aber ich denke, damit sind eher seelische Dopplungen gemeint.¬ę

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dabei sind sie seelisch nicht doppelt Ciel, sie sind seelisch komplett und eins. Wir sind es, die die andere H√§lfte suchen, wir sind die Halben, sie sind die Ganzen. Jedenfalls jene, die die Auspr√§gung wie Dein Geschwister Verrill hat oder Dein Verlobter Francois. Es gibt auch Kinder die nicht ganz auf die eine oder andere Art ausgebildet sind. M√§nner mit Mikropenis, kaum gr√∂√üer als eine Klitoris - ist er deshalb eine Frau? Oder eine Frau mit zu gro√üer Klitoris. Ist sie nun ein Mann? Es gibt mehr als wir denken, oder unwissend f√ľr m√∂glich halten. Bis man uns das Thema um die Ohren knallt und man sich zwangsl√§ufig damit befassen muss. Nathalie musste es, ich musste es und Verrill ebenso. Mir gef√§llt es den seelischen und k√∂rperlichen Teil hineinzubringen. Und mir gef√§llt es wie Du gew√§hlt hast und das ohne Scheu. Du hast mehr Mumm in den Knochen dazu zu stehen als ich ihn damals hatte. Ich hatte √ľberhaupt keinen, ich hatte einfach nur Angst um Verrill. Um ihre Gesundheit, darum was andere ihr antun k√∂nnten, w√ľrden und was wei√ü ich nicht alles. Tausend √Ąngste und keine wurde wahr. Daf√ľr danke ich Ainuwar auf Knien", gestand Max.


(Fortsetzung folgt)
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f√ľr etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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