Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

NaNoWriMo 2018

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Re: NaNoWriMo 2018

#11

Beitrag von Baxeda » So 4. Nov 2018, 13:09

Ich versuche mal, deine Frage zu beantworten! :) F├╝r mich funktioniert die Geschichte und die Charaktere leben bereits. Mir w├╝rde gefallen, wenn ihre charakterlichen und ├Ąu├čerlichen Besonderheiten noch st├Ąrker herausgekehrt werden w├╝rden. So wie es dir hier gelungen ist:
Triborin riss die Z├╝gel herum und wandte sich den ├╝brigen zu. Er l├Ąchelte kalt. Drei Mann? Vielleicht noch eine Hand voll weitere im Dorf, mit schlechten R├╝stungen und ohne Pferde? Es war fast schon ungerecht.
Eine sehr gute Charakterisierung! Hier ist man besonders gut im Kopf von Triborin, hier f├╝hlt man ihn richtig und merkt, dass er keineswegs nur der Softie ist, als der er anfangs teilweise erscheint.

Lustig, wie Triborin sich f├╝r seine vermeintliche Schw├Ąche sch├Ąmt, als er den Schafen hilft. Diesen Charakterzug k├Ânntest du weiter ausbauen, wie ├Ąndert sich zum Beispiel sein Verhalten, wenn ein anderer Dunkelelf anwesend ist im Vergleich dazu, wie er handelt, wenn er alleine ist? H├Ątte er die Schafe dann verrecken lasen? Als Leibgardist muss er auch ein harter Brocken sein k├Ânnen. Wie geht er mit seiner "Schw├Ąche" um und wissen seine Kameraden davon? Sch├Ąmt er sich daf├╝r und versteckt sie, ├╝berspielt er sie durch ├╝bertriebenes Gehabe oder steht er dazu? Antworten auf solche Fragen helfen mir als Leser, Triborin besser zu verstehen.
ÔÇ×Das ist nicht dein Land, nicht dein K├Ânig und nicht dein Volk. Du hast hier nichts zu suchen.ÔÇť
Die Zeile mag ich. Sie veranschaulicht gut die Mentalit├Ąt dieser Menschen.
5. Denn auf dein Herz vertraue
Das ist ein sch├Âner Titel!
Des K├Ânigs M├Ąnner waren alle tot und verbrannt, doch die Bewohner hatten gesehen, was passiert war.
Hier k├Ânntest du z. B. einbauen, wie ihre Wappenr├Âcke und Banner aussehen oder so.



Hier auch noch ein paar allgemeine Tipps, da gew├╝nscht. :-) Nimm, was du davon gebrauchen kannst und vergiss den Rest. Als Weltenbastler und visueller Lesetyp w├╝rde ich mir folgende Informationen noch w├╝nschen:

:punkt: Alltagskultur, Speisen, Getr├Ąnke, Mode, Architektur der einzelnen L├Ąnder.

Es muss nicht bis ins Detail ausgearbeitet sein, es reichen auch Andeutungen. Auch Gef├╝hle k├Ânnen in die Wahrnehmung flie├čen. Beispiel: "In den Gassen zwischen den eng stehenden, finsteren Bauten der Dunkelelfen f├╝hlte Triborin sich sicher, so als w├╝rde ein St├╝ck steingewordene Nacht sch├╝tzend ├╝ber ihn wachen." So hat man eine Ahnung, wie die Umgebung ungef├Ąhr aussieht. Auch Informationen dazu, welche Speisen beispielsweise an Buden angeboten werden oder was im Gasthaus auf der Speisekarte steht - und wie der Protagonist das findet - sind f├╝r mich immer interessant zu lesen.

:punkt: Was ist der Unterschied zwischen Alben und Elfen, optisch und kulturell?

:punkt: Das Aussehen der Charaktere ist lange Zeit unklar.

Hier ein paar Richtwerte:

Statisten
F├╝r namenlose Statisten reicht ein Archetyp, wie der klassische "dicke Wirt", der "verwahrloste Landstreicher", der "Ritter hoch zu Ross". Man hat sofort ein Bild vor Augen. F├╝r Statisten reichen derartige Stempel vollkommen zu.

Nebencharaktere
Hat der Charakter einen Namen oder etwas mehr zu sagen, k├Ânnen noch noch ein oder zwei besonderes Merkmal hinzukommen, wie "der Ritter mit dem altmodischen Schnurrbart" oder "die kleine dicke Frau mit dem Puppengesicht" - oder dein sympathischer Dieb mit den fauligen Z├Ąhnen.

Hauptcharaktere
Bei den Hauptcharakteren kann die Beschreibung gern auch ausufernder sein, muss aber nicht. Das ist dem Geschmack des Autors ├╝berlassen. Sie kann schrittweise erfolgen, muss kein Textklotz sein, sollte aber relativ zeitig nach dem Betreten der B├╝hne - oder gleich w├Ąhrenddessen - eingewoben werden.

Hoffe, du kannst damit was anfangen. :)

Freu mich, weiterzulesen! Triborins innerer Konflikt zwischen dem harten Krieger und seiner "weichen" Seite ist spannend zu verfolgen. Mein Tekuro/Robby hat ja das selbe P├Ąckchen zu tragen und es ist interessant, das zu vergleichen.
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Re: NaNoWriMo 2018

#12

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » Mi 7. Nov 2018, 08:02

So ENDLICH gibt's auch wieder NaNo-News von mir! :)
Das scheint ja ein richtig guter November zu werden, wenn ich mir unseren - vor alle deinen - Wordcount so anschaue. :unterschreiben:

Zun├Ąchst auch auf diesem Wege noch einmal ein fettes Dankesch├Ân f├╝r deine tollen Tipps! Das hilft mir ungemein. :blumen:
In meinem Studium wurde ich h├Ąufig bzgl. Schilderungen "ger├╝gt", deshalb habe ich sie gro├čz├╝gig reduziert, vielleicht sogar ein bisschen ├╝berkompensiert. ABER: ich habe das auch nicht sonderlich clever gemacht. Die von dir zitierte Textstelle ist ein super Beispiel, wie es zu machen ist. Ich kann es zwar schon kaum mehr h├Âren, aber am besten funktioniert die Weitergabe von Informationen halt doch nach dem Prinzip "show, don't tell".
Wie du, liebe ich es auch, beim Lesen vollkommen in eine Welt einzutauchen. Ger├╝che, Geschm├Ącker, Ger├Ąusche... Ich versuche jetzt die Dinge h├Ąufiger konkret beim Namen zu nennen, also z.B. nicht "├╝berall wurden k├Âstliche Speisen angeboten", sondern "├ťberall dampfte und knisterte es aus offenen Kochstellen. Der Duft von ger├Âstetem Fladenbrot vermischte sich mit dem gegrillter Forellen und gebackener Fleischpasteten."

Also: vielen vielen Dank! :)

F├╝rs Protokoll m├Âchte ich auch noch einmal erw├Ąhnen, dass ich mir den wundervollen Satz
In den Gassen zwischen den eng stehenden, finsteren Bauten der Dunkelelfen f├╝hlte Triborin sich sicher, so als w├╝rde ein St├╝ck steingewordene Nacht sch├╝tzend ├╝ber ihn wachen.
direkt gemopst habe :D


Wie l├Ąuft es generell mit dem Schreiben?
Im Gro├čen und Ganze sehr gut. Die Szenenplanung erweist sich als grandiose St├╝tze und es hilft tats├Ąchlich, dass ich schon wei├č, was ungef├Ąhr passiert, statt ins Blaue zu schreiben :D Auch die neue Anordnung und die Aufnahme weiterer Perspektiven gef├Ąllt mir.
Gestern bin ich das erste Mal an einen Punkt gesto├čen, an dem meine ├ťberlegungen noch nicht abgeschlossen sind und zack: es wurde hakelig. (Die entsprechende Passage wird voraussichtlich heute gepostet). F├╝r den NaNo habe ich beschlossen, es im jetzigen Stand zu belassen und nachtr├Ąglich zu ├╝berarbeiten. Da es sich um eine neue Perspektive handelt (der Anf├╝hrer der Alben mit der Mondklinge), kann ich da recht beliebig drin rum ├Ąndern, da Triborin all das sowieso (noch) nicht wei├č.


Anmerkungen zu "Beaufort" (aktueller Lesestand):
Bei dem Kapitel zu Beaufort sind mit zwei kleine Stolpersteine in Form von Wortwiederholungen aufgefallen, was beim NaNo jetzt aber schon etwas kleinkariert ist.
wobei dem Jungen auffiel, dass sein Vater einen v├Âllig anderen Namen angab, als er die Zimmer mietete.
┬╗Alte Gewohnheit┬ź, antwortete er, als sein Z├Âgling nachfragte und blinzelte ihm zu.
┬╗Wohin fahren wir ├╝berhaupt?┬ź, wollte Pascal wissen.
┬╗Nach Beaufort, in die Hauptstadt von Souvagne. Dort habe ich Arbeit und eine Wohnung.┬ź
Pascal fiel auf, dass Timoth├Ęe
Wie gesagt, nur eine Kleinigkeit. Vielleicht kannst du eines von beiden durch "bemerkte" oder so ersetzen.
┬╗Die D├Ącher sind so steil, damit der Schnee im Winter herunter rutschen kann. Sonst w├╝rde sein Gewicht den Dachstuhl eindr├╝cken. In La Grange f├Ąllt auch im Winter nur wenig Schnee, so dass die D├Ącher flacher gebaut werden k├Ânnen, so dass die obere Etage besser nutzbar ist┬ź, erkl├Ąrte Timoth├Ęe.
Das zweite "so dass" k├Ânntest du zum Beispiel einfach durch ein "und" oder "und folglich" ersetzen.

Etwas Schwierigkeiten hatte ich mit Timoth├Ęes Einstellung zur Magie. Ich habe die Passage mehrfach gelesen, doch ich bin mir nicht sicher, ob er die Magie verachtet oder sch├Ątzt oder vielleicht sogar ein bisschen im Zwiespalt ist. Generell, wie die Magie innerhalb des Geheimordens angesehen wird, habe ich nicht ganz verstanden. Zum Beispiel: einmal spricht er von "Verseuchten", einmal von "dieser wunderbaren Eigenschaft".
Vielleicht m├Âchte Timo sogar, dass es unklar oder verworren ist?
Seine Erl├Ąuterungen waren ansonsten immer sehr leichtg├Ąngig, deshalb hebt sich dieses Thema davon deutlich ab. Hat Pascal verstanden worum es geht? Kann er mit Gr├Â├čenordnungen wie 10% der Bev├Âlkerung etwas anfangen?
Man merkt, dass er einerseits neugierig ist, andererseits lieber aus dem Fenster blicken m├Âchte, doch ob er versteht, was Timo ihm erkl├Ąrt, kam diesem Mal nicht eindeutig f├╝r mich heraus.


Sehr sch├Ân hat mir dagegen die Darstellung / Ver├Ąnderung der Landschaft und der Stadt gefallen. Passt ja auch zu unserem aktuellen Thema :) Es ist eine gute Mischung visueller, akustischer und wie-sagt-man-zu-f├╝hl-und-riechbarer Eindr├╝cke.
Das Highlight war die trockene, ja beinahe beil├Ąufige Anmerkung "Das ist Pascal". Sehr gut! :D :D

Ich freue mich auf die weitere Entwicklung des Knaben und auf Robere und seine Variante des Konflikts "H├Ąrte vs. weicher Kern".

Frohes Schreiben! :)
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Re: NaNoWriMo 2018

#13

Beitrag von Baxeda » Mi 7. Nov 2018, 10:53

Huhu Jaro! :-)

Du hast doch auch einen mehr als soliden Schnitt, ich glaub so eine sch├Âne Kurve mit so einem fetten Polster hatte ich noch nie. *g* Und ich habe entdeckt, dass du dir ein Cover gemalt hast. Darf ich das mal in gro├č sehen? Auf der NaNo-Seite ist das ja leider winzig.

Beim NaNo "schummel" ich durchs abentliche Chat-rpg. *g* Das ist zwar auch kreatives Schreiben, aber geht mir leichter von der Hand, als allein zu schreiben. Wobei ich denke, dass ich dieses Jahr auch ohne Chat-rpg bisher nahe am erforderlichen Wordcount dran w├Ąre, da ich momentan auch den Weltenhintergrund von Lion's Dream ausarbeite und da einiges zusammengekommen ist. Momentan habe ich einen Schnitt von 2600 W├Ârtern am Tag.

Deine Anmerkungen sind sehr hilfreich und ich konnte es nicht lassen, sie gleich mal einzuarbeiten, obwohl ich sie eigentlich nur erstmal ausdrucken und hinter dem Kapitel abheften wollte. Hier für dich die Änderungen mal isoliert, damit du nicht alles noch mal neu lesen musst:

Deine Formulierungsvorschl├Ąge f├╝r die Wortwiederholungen habe ich ├╝bernommen.

Timos Einstellung und Pascals Verst├Ąndnisprobleme habe ich versucht, deutlicher herauszuarbeiten:
In dir schlummert eine Gabe, die dich sehr viel wertvoller macht als einen Magier. Von denen gibt es ungef├Ąhr 10% der Bev├Âlkerung, jene mitgerechnet, die nicht wissen, dass sie diese Abnormit├Ąt in sich tragen.

(Vorher stand da "Funken")
Er [Pascal] wusste nicht, was mit Prozent gemeint war, aber er wusste, dass zehn mehr als f├╝nf waren. Auch fragte er sich, warum Timoth├Ęe so auf die Magier schimpfte. Zwar war ihm von klein auf beigebracht worden, sie als etwas Schlimmes zu sehen, doch niemand hatte ihm bislang erkl├Ąrt, warum.
Pascal dachte eine Weile dar├╝ber nach, w├Ąhrend ein bl├╝hender Apfelhain an dem Fenster der Kutsche vorbeizog. Timoth├Ęe erkl├Ąrte vieles auf einmal. Sein Sch├╝ler verstand zwar die Worte, doch die Zusammenh├Ąnge nur teilweise. Er ging jedoch davon aus, dass sein Mentor ihm zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt alles noch einmal langsam St├╝ck f├╝r St├╝ck beibringen w├╝rde, was er als St├Ąhlerner Lotos wissen musste. Wichtig war, dass er ein Antimagier war und als Krieger gegen Magier in die Schlacht ziehen w├╝rde. Und das h├Ârte sich nach einem abenteuerlichen Leben an. Er warf einen verstohlenen Blick nach drau├čen. Ein Meer von duftendem Rosa und Wei├č. Unter den Kronen standen Bienenst├Âcke und ├╝berall summte und brummte es.
Timoth├Ęe:
"Unsere Gabe ist es, keine Gabe zu besitzen."
--> Hoffe, der Unterschied zwischen Antimagie als passiver Gabe und Magie als aktive Gabe ist nun deutlicher.

Was Umgebungsbeschreibungen etc anbelangt, scheiden sich die Geister. Einige langweilen sich damit zu Tode, andere versinken gern darin. Ich halte ein Mindesma├č jedoch f├╝r erforderlich, damit die Figuren nicht im Vakuum schweben, sondern eine glaubw├╝rdige Kulisse haben. Es gibt einige Kniffe, wie man verhindern kann, dass Umgebungsbeschreibungen zum Infodump werden:

:punkt: Manchmal sind gro├če Informationsmengen wichtig. Solche Informationen nicht l├Ąnger als einen Absatz auf einmal servieren, dann eine Handlung des Protagonisten dazwischenschieben oder einen Dialog. So hat der Leser das Gef├╝hl, dass die Geschichte parallel weitergeht, auch wenn das Tempo gerade verlangsamt wird und kann kurz verschnaufen.

:punkt: Nicht zuletzt k├Ânnen l├Ąngere Beschreibungen auch ein stilistisches Mittel sein, um bewusst das Tempo herauszunehmen. Nicht alle Infodumps sind schlecht, manche sind sogar n├╝tzlich. Man muss sie nur sch├Ân verpacken. ;) Freilich an den richtigen Stellen setzen. In einer Actionszene hat eine ruhige Umgebungsbeschreibung nichts verloren. Dann besser nur blitzlichtartig einstreuen, wie es da gerade aussieht und am besten direkt in das Geschehen einweben.

z.B. Er rutschte auf dem nassen Kopfsteinpflaster aus und schlug der L├Ąnge nach hin. Sein Dolch schlitterte davon und verschwand in einem M├╝llberg.

:punkt: Statt dem Herunterbeten von Fakten das Herausstreichen der Stimmung, welche die Umgebung auf den Protagonisten hat. Da ich gerade mein Kapitel noch einmal dahingehend ├╝berarbeitet habe, nehme ich gleich mal ein Beispiel daraus.

Falsch:

Das Haus war eng und Dunkel. Der Flur war mit M├Âbeln vollgestellt. Alles war voller Ger├╝mpel.

Hoffentlich besser:

Ein schmaler Flur f├╝hrte ins Innere. Das Haus war eng und dunkel, mit zu vielen alten M├Âbeln best├╝ckt, so dass Timoth├Ęe mit dem Koffer kaum hindurch kam. Pascal gefiel das Labyrinth aus dunklem Holz und verblichener Mustertapete. Die vielen R├Ąume und Flure mit den Kommoden, B├╝cherregalen und verstaubten Gegenst├Ąnden, deren Bedeutung er manchmal nur erahnen konnte, erwarteten ihn wie eine Schatzsuche. Ein Zimmer wirkte wie eine aufgegebene Werkstatt, ein anderes wie das Atelier eines K├╝nstlers, das n├Ąchste war bis zur T├╝r vollgestellt, so dass sie gar nicht eintreten konnten.

:punkt: Ein weiterer Kniff, der mir immer gute Dienste leistet und den ich gern weitergebe, ist das Bevorzugen von aktiven, starken Verben anstelle von passiven, schwachen Verben.

Falsch:

Der Flur, der ins Innere f├╝hrte, war schmal.
Die steile Stra├če war gewunden.
Der Wald hatte einen dichten Baumbestand.

Hoffentlich Besser:

Ein schmaler Flur f├╝hrte ins Innere.
Die Stra├če wand sich den Berg hinauf.
Die B├Ąume standen dicht.

:punkt: Und nat├╝rlich: M├Âglichst mehrere Sinne ansprechen, nicht nur den Sehsinn und - wenn es Sinn macht - auch die Gef├╝hle, die ein Ablick im Protagonisten ausl├Âst. Kann auch subtil erfolgen, man muss daf├╝r keinen Vorschlaghammer einsetzen.

Falsch:

Im Haus war ├╝berall dicker, braun gemusterter Teppich verlegt.

Hoffentlich besser:

Der dicke, braun gemusterte Teppich d├Ąmpfte ihre Schritte. Darunter knarrten alte Dielen.

Danke noch mal f├╝r deine Tipps, mein Kapitel hat dadurch viel gewonnen. :-) Ich hoffe, ich konnte mich angemessen revanchieren. :-D

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Re: NaNoWriMo 2018

#14

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » Do 8. Nov 2018, 21:09

Guten Abend :)

Ich finde die Anpassungen sehr gelungen. Dass Pascal nicht alles versteht, aber auch nicht direkt alles verstehen will bzw. darauf vertraut, dass er das noch wird, finde ich sehr authentisch! Vor allem vor dem Hintergrund, dass er gerade mit so viel neuen Eindr├╝cken ├╝berflutet wird. Und trotzdem wird jetzt deutlich, wie er das Gesagte aufnimmt :tiptop:

Danke auch f├╝r die Textbeispiele und ich kann dir sagen: ja, sie sind besser :D
Das Thema "starke Verben" vor allem auch um Adjektive einzusparen, kam bei mir im Studium auch schon dran. Komisch, es ist eigentlich naheliegend, aber wenn man sich nicht st├Ąndig daran erinnert, ist man direkt wieder bei der unsch├Ânen Variante.


Ich bin auch zufrieden mit meinem Polster :) Mein Schnitt ging jetzt etwas runter aber ist total im gr├╝nen Bereich (2200 oder so ├Ąhnlich). Und dass du die chat rpgs mit aufnimmst, finde ich nicht schlimm. Im Endeffekt ist es eine Definitionssache und du hast es von Anfang an so festgelegt :) Schummelei w├Ąre es, wenn du aus Wordcount-Not mittendrin entscheiden w├╝rdest, noch irgendetwas "Fremdes" aufzunehmen.

Hier ist das Cover in hoffentlich gr├Â├čer:

[ externes Bild ]

Wie immer war ich ungeduldig und habe direkt den ersten Entwurf genommen, deshalb ist es an mancher Stelle vielleicht gar nicht schlecht, wenn man es nicht zu gro├č sieht :lol:

So, ansonsten muss ich mir unbedingt auch mal anschauen, was im Lion's Dream schon alles entstanden ist :)
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Re: NaNoWriMo 2018

#15

Beitrag von Baxeda » Di 13. Nov 2018, 13:02

Hallo Jaro,

nun komme ich endlich wieder dazu, meinen Senf da zu lassen. :cool:

Deine Geschichte ist und bleibt sehr spannend. Die Sprache ist fl├╝ssig zu lesen und die Charaktere unterscheiden sich trotz ihrer zunehmenden Menge gut genug voneinander, um sie auseinander halten zu k├Ânnen. Man mag kaum glauben, dass dies ein Erstentwurf sein soll. Ich hoffe sehr, dass du den Goldenen Baum und die beiden folgenden Teile bis zum Ende durchziehen wirst. :)

Linu ist eine sympathische kleine Aviare, temperamentvoll, aber keine Zicke. Ich mag sie und ihr jugendlicher Trotz kommt glaubhaft her├╝ber. Wenn es hart auf hart kommt, steckt sie zur├╝ck und hilft ohne Wenn und Aber und ist darin widerum sehr erwachsen. Besonders sch├Ân fand ich die Stelle, als sie ihren Vater ver├Ąppeln will, indem sie beim Hinaufsteigen der Treppe die letzten Schritte auf der Stelle stapft - und dieser es durchschaut. *g* Auch ihr Vater gef├Ąllt mir sehr gut, er ist gerissen und von Natur aus freundlich, kann sich aber auch gegen├╝ber seinem pubertierenden Spross durchsetzen, ohne gro├če Gesch├╝tze auffahren zu m├╝ssen.

Gut hat mir auch gefallen, wie der Schiffbr├╝chige von seiner Heimat schw├Ąrmt und von seiner edlen Herkunft - und alle glotzen ihn in einem Moment peinlicher Stille verst├Ąndnislos an. :lol: Das macht den Mann auch irgendwo sympathisch.

Lachen musste ich, als Rak einen Ritter an seinem Oberlippenbart zieht, um sich zu wehren, das kam so ├╝berraschend und witzig. *ggg*

An Verbesserungsvorschl├Ągen ist diesmal wenig zu machen. Vielleicht der allgemeine Hinweis, den ├╝bergeordneten Konflikt, der drohend ├╝ber allem schwebt (ich vermute, er h├Ąngt mit Triborins Mission zusammen?) noch st├Ąrker herauszukehren an Stellen, wo es passt. So dass man sieht, dies betrifft nicht nur den gerade stattfindenen Handlungsstrang, z.B. von Triborin, sondern sie alle sind davon betroffen, die Welt ist in Gefahr - wenn sie es denn ist.

Weiter so! :tiptop:

Ich habe auch an Pascals Story weitergeschrieben, die ja ein Subplot vom Skorpion ist, aber leider ist genau das Kapitel, was chronologisch an der Reihe w├Ąre, zu Hause an meinem Rechner und ich habe den Stick vergessen, mit hierher zu nehmen. So habe ich beim ├╝bern├Ąchsten Kapitel weitergemacht. Da ich es aber beim Posten auch nicht durcheinanderhauen will, gibt es dann ab Do oder Fr einen riesen Klotz am St├╝ck (Wochenendlekt├╝re^^).

Bei Lion's Dream steht, was den Weltenbau betrifft, das Wiki noch unter Verschluss, da es noch bearbeitet wird und sich zu dem fr├╝hen Stand sehr viel wieder ├Ąndert. Wenn wir wieder zu Hause sind, kann ich aber gern mal einen Beitrag hier posten, der mir besonders am Herzen liegt - den Traum von Eskindir. :) Dieser Traum ist der Dreh- und Angelpunkt der Spielwelt. Was die Spielmechanik angeht, kannst du hier nachlesen, wie weit wir sind und dort gibt es auch neue Screenshots: Lion' s Dream Entwicklerblog auf Pewn. Die momentane Herausforderung ist es, die richtigen Werte f├╝r alle Einstellungsoptionen in Unity und der dazugeh├Ârigen Assets beim Levelbau zu finden (das sind hunderte, die alle miteinander wechselwirken x.x), damit das Spiel auch ohne Highend-Rechner fl├╝ssig spielbar ist. Erst, wenn diese Werte gefunden sind, kann ich mit dem Landschaftsdesign und Levelbau beginnen.

Man liest sich und sieht sich morgen Abend. :klasse:

MfG
Bax
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Re: NaNoWriMo 2018

#16

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » Do 15. Nov 2018, 21:05

Hallo und willkommen zur├╝ck, Bax!

Erst mal, schade, dass wir uns nicht sehen konnten. Ich habe Peter gleich nachdem ich zu Hause war geschrieben, aber das war eben schon 21 Uhr und ich verstehe total, dass ihr die lange Fahrt nicht zu lange hinausz├Âgern wolltet. Macht nichts - wir sehen uns wann anders :D

Dann: vielen, vielen Dank f├╝r das viele Lob :) Ich denke, ich profitiere viel vom letztj├Ąhrigen Nano und dem "Ruhen" der Geschichte seither. Obwohl ich jetzt gegen Mitte November schon ab und zu k├Ąmpfen muss, um die Tagesrationen zu packen, macht es auch super viel Spa├č.
Der Tipp bzgl. des ├╝bergeordneten Konflikts ist super! Ehrlich und unter uns gesagt, habe ich die Gesamtbedrohung noch nicht 100%ig zu Ende gedacht. Vielleicht r├╝hrt das daher, das es noch recht unauff├Ąllig ist. Ich versuche trotzdem von dem, was ich schon wei├č, mehr Indizien einflie├čen zu lassen.
Ich nehme mir fest vor dran zu bleiben und die Romane wirklich fertig zu stellen. Im Studium ist ein Lektorat enthalten und der (├╝berarbeitete) Goldene Baum ist, was ich Stand heute einreichen m├Âchte.

Auf Pascals weitere Story bin ich sehr gespannt, ebenso auf den Rest vom Skorpion.
Das erkl├Ąrt, warum ich Lion's Dream nicht gefunden habe :lol: Die Idee, Katzen als Charaktere zu haben, finde ich super :tiptop:
Ich w├╝rde mich ├╝ber das Exzerpt freuen, aber nur, wenn es wirklich ok f├╝r dich ist, es zu posten.

Du - allein die Vorstellung, ein Spiel zu entwickeln, ├╝berschreitet meine Hirnkapazit├Ąt :D Da glaube ich dir aufs Wort, dass das komplex ist! Viel Erfolg weiterhin damit.


Gestern und vorgestern habe ich das erste Mal von meinem Wortpuffer gezehrt. Die Zeit hat es einfach nicht hergegeben, mehr zu schreiben. Die n├Ąchsten drei Tage wird es auch eng. Morgen spiele ich um 17 Uhr ein Konzert, wo ich mehr oder weniger direkt aus der Arbeit hinfahre und Samstag und Sonntag bin ich ganzt├Ągig auf Celloworkshop. Da werde ich aber die fr├╝hen Morgen- und sp├Ąten Abendstunden nutzen, um ein bisschen was gut zu machen.

Lustiges Rechercheergebnis: Wasserspinat - bei der Suche nach Essbarem im Sumpf.
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Re: NaNoWriMo 2018

#17

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » Sa 17. Nov 2018, 07:51

Hallo Bax :)

m├Âchte dir gerne R├╝ckmeldung zu Eskindir geben.
Es gef├Ąllt mir sehr gut! Total poetisch. Ich finde, das Wort "liebevoll" passt auch gut. Es kommt nicht nur raus, was f├╝r eine zartes Wesen Eskindir ist, sondern auch, wie wichtig er den anderen ist.


Weil du gefragt hast, ein paar Anmerkungen zum Englischen. Es ist allerdings sehr gut geschrieben und ich bin auch keine Studierte oder so :) Ich lese sehr gerne in Englisch, w├╝rde mich deshalb aber nicht als Kenner bezeichnen. Nimm einfach raus, was du sch├Ân findest und den Rest kannst du unter den Teppich kehren :D
  • zweite Zeile: ich war nicht sicher, ob es hei├čen soll, dass die Visionen vom Leben zusammen gebracht werden oder ob die Visionen zusammen gebracht werden, um gemeinsam zu leben. Wenn ersteres der Fall ist: "[ÔÇŽ] bring their visions of life together"
    Falls zweiteres der Fall ist: "[ÔÇŽ] bring their visions to live together"
  • zweiter Absatz: noch besser f├Ąnde ich "his coat" statt "a coat".
    Anstelle von "he is told to be" w├╝rde ich schreiben "he is said to be"
  • dritter Absatz: Vorschlag, um das "Wir" st├Ąrker rein zu bringen: "Those of us who had [ÔÇŽ]" Ich finde, dann h├Ąngt die Frage danach weniger in der Luft.
    Vorschlag f├╝r die Frage: Could he really be the one destined to be our leader?
  • Vierter Absatz: da es so poetisch geschrieben ist, w├╝rde ich "could not" statt "could'nt" schreiben.
  • F├╝nfter Absatz: kleiner Tippfehler --> "being" statt "beeing" (au├čer es hat etwas mit Bienen zu tun - kleiner Scherz :D)
    Vorschlag: anstelle von "[ÔÇŽ] feel our soul is gently being touched" --> "[ÔÇŽ] feel our soul gently being touched."
    Das "the lions say" im letzten Satz w├╝rde ich vermutlich streichen. Es schafft ein bisschen Distanz und steht f├╝r mich dadurch im Konflikt mit dem "Wir".

Ich hoffe das hilft dir.
Es hat mich sehr gefreut, diesen Ausschnitt zum Lesen zu bekommen.



Ich kann heute mal einen Rekord verzeichnen, bzw. gestern: NaNo-Lifetime-Minusrekord :lol:
Bin gestern auf sagenhafte 264 W├Ârter gekommen. Musste von der Arbeit mehr oder weniger direkt zum Konzert und danach war ich so Banane, dass nichts mehr ging. Naja - wof├╝r hat man denn einen Puffer? :lol:
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