Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

Der Vernichtungsfeldzug der Choucas gegen die Farisin.
Silvano de Mancini
Chevalier
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Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne

Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#11

Beitrag von Silvano de Mancini » Sa 10. Nov 2018, 22:31

Damals

Nach dem Erstschlag kehrten die Mannschaften fĂŒr eine Kampfpause zurĂŒck auf ihre Schiffe. Die vier Kriegsschiffe Mouette, Cygnus, Choucas und die Aquila, lagen mit eingeholten, nassen Segeln vor Farisin. Alle hatten Breitseite bezogen, die Waffen der Schiffe waren geladen und feuerbereit.

Jeweils zwei Schiffe standen Heck an Heck beieinander, um sofort beidrehen und Fahrt aufnehmen zu können. Sollte sich irgendetwas dem Strand nĂ€hern, wĂŒrde der Feind von der gemeinsamen Feuerkraft der Schiffe niedergemacht.

Silvano stand an der Reling auf dem Achterdeck der Choucas und schaute auf die kleinere Aquila herab, wĂ€hrend er genĂŒsslich eine Rauchstange rauchte. Davet schaute zu ihm auf und genoss eine Pfeife.

"Magst Du rĂŒber kommen auf eine Pfeife und ein bisschen reden?“, bot la Caille an.

Mancini nickte knapp, schnipste seine Rauchstange ins Meer, zog sich die Schuhe aus und kletterte rĂŒber auf die Aquila. Davet beobachtete ihn dabei besorgt und atmete erleichtert auf, als Vano auf das Achterdeck der Aquila sprang.

Beide drĂŒckten sich fest zur BegrĂŒĂŸung, ehe sie sich gemeinsam an die Reling der Aquila stellten und Davet mit Vano seine Pfeife teilte.

„Willkommen an Bord der Aquila“, begrĂŒĂŸte er Silvano glĂŒcklich.
„Danke fĂŒr den charmanten Empfang“, schmunzelte Vano gut gelaunt und erwiderte die Umarmung.

„Schönes Schiff und ausgefallene Mannschaft“, schmunzelte Vano.
„Das Kompliment gebe ich zurĂŒck. Wie lange hast Du Deine Madame schon?“, fragte Davet und musterte Vano genauestens.

„In diesem Jahr genau 10 Jahre und Du Deine? Brigg oder Brigantine, sprich Schonerbrigg? Sieht eher nach Letzterem aus, dann ist Deine Madame nicht leicht zu steuern. Folglich wĂ€re Deine Aquila eine Mischling aus Brigg und Schoner und könnte durch ihre Rahsegel Wind von hinten besser ausnutzen als ein Schoner. Und Deine Aquila könnte durch ihre Schratsegel höher am Wind segeln als meine Choucas. Du mĂŒsstest besser schrĂ€g gegen den Wind segeln können als wir. Wie schnell ist sie?“, fragte Vano neugierig.

„Gut erkannt, ist auch so. Gegen Deine Madame ist meine ein Zwerg, aber ich liebe sie von ganzem Herzen. Ich habe sie als Wrack gefunden und jeden lausigen Cent in ihre Reparatur gesteckt. Als sie wieder zu Wasser gelassen werden konnte, habe ich lange genug mit ihr Geld verdient um die Ausstattung anzupassen. Hör zu Vano, sobald wir die Echsen erledigt haben, kannst Du sie gerne mal auf eine Probefahrt testen. Was sagst Du dazu? Wie viel Knoten macht Deine?“, fragte Davet gut gelaunt.

„Verrate ich nicht. Du verleihst Deine Frau?“, lachte Vano leise.
„An meinen Mann, da sehe ich kein großes Problem“, gibbelte Davet.

„Sag sowas nicht, wie Du weißt, bin ich verheiratet und er bedeutet mir gewaltig viel. Ich meine die Form von Entschuldigung macht zwar eine Menge Spaß, aber der Ärger den ich vorher dafĂŒr mit Boldi habe ganz gewiss nicht. Also lass es bitte“, antwortete Mancini ernst.

„Ich weiß, verheiratet waren wir auch einst. Vano?“, hakte Davet nach.
„Was denn?“, gab Silvano zurĂŒck.

„HĂ€tte ich gewusst, dass Du noch lebst, hĂ€tte ich nach Dir gesucht, anstatt 14 Jahre zu trauern. Aber das was ich sah, ließ keine Fragen offen Kleiner und ich war selbst fast tot. Ich mache Dir keinen Vorwurf, dass Du Dir einen anderen Mann gesucht hast. Ich gönne es Euch, aber ich hĂ€tte es uns beiden auch gegönnt“, sagte la Caille.

„Was Du mir gerade erlĂ€utert hast, musst Du nicht extra erwĂ€hnen Davet, das weiß ich. Wir beide dachten das Gleiche und wir beide taten das Gleiche – den anderen rĂ€chen. Du musst Dich nicht erklĂ€ren, Du bist hier.

Wegen Boldiszar, da habe ich Dir einiges zu erklĂ€ren und zwar habe ich mir keinen anderen Mann gesucht, sondern ich habe Boldiszar nach einer Ewigkeit wiedergefunden. Und zwar ohne dass ich wusste, dass wir uns kannten. Ich war am Hof und wollte meinen ĂŒblichen Bericht abgeben, da sah ich ihn und zack – Blitzeinschlag und das war es. Wir kamen uns nĂ€her und wir kamen zusammen.

Boldi war Leibeigener, sprich Gardist am Hof. Ich bat den Duc darum ihn kaufen zu dĂŒrfen, er lehnte ab. Der Grund den uns spĂ€ter Prince Ciel offenbarte war, Boldi genau wie ich waren Kinder der Agenten der Autarkie.

Unsere VĂ€ter waren scheinbar VerrĂ€ter, sie wurden von den Himmelsaugen getötet. Als sie gefallen waren, wurde auch der Rest der Angehörigen der Agenten ausgelöscht, mit Ausnahme der Kinder. Das haben wir Boldiszars Vater Berzan zu verdanken. Man ließ uns Kinder am Leben, aber man bereinigte unsere Gedanken, das heißt sie löschten unsere Erinnerungen an unsere Kindheit aus. Und in diesem Zustand wurden wir auf verschiedene Kinderheime verteilt.

Ich habe Dich nie belogen, bis vor wenigen Monaten war mir meine Vergangenheit selbst nicht bekannt. Meine Erinnerung begann immer in diesem Kinderheim, wo mich die beiden Personen abgaben und nie wieder kehrten.

Die zwei hielt ich fĂŒr meine Eltern und dachte sie wĂŒrden mich irgendwann wieder abholen. Dabei fĂŒhlte sich dort alles falsch an. Absolut alles, sogar mein Name, dort war nichts echt. Entweder war es eine LĂŒge oder es war nicht zu greifen
“, erklĂ€rte Vano und nahm einen Zug aus der Pfeife, wĂ€hrend ihm Davet einen Arm um die Schulter legte und Silvano sich an ihn anlehnte.

„Das weiß ich doch Vano. Mach Dir keine Gedanken, erzĂ€hl weiter“, bat Davet innig.

„Kurzer Schwenk, ich hatte Dir doch damals von Kabir erzĂ€hlt, dem Jungen, mit dem ich befreundet war? Die See hat ihn mir vor langer Zeit wiedergegeben, er diente Jahre auf meinem Schiff als Schiffsarzt ohne mir zu sagen wer er ist.

Erst als er mit Prince Ciel zusammenkam, hat er mir erzĂ€hlt, wer er tatsĂ€chlich ist. 203 war ein verrĂŒcktes Jahr, voller guter Wendungen. Boldi wieder bekommen, Kabir wieder bekommen, sogar Dich wieder bekommen. Und wenn ich es hinbekomme, bekomme ich auch Santo wieder, oder er das erste Mal mich wirklich als seinen Sohn“, grinste Vano verlegen.

„Ich stimme Dir absolut zu Kleiner. Was hat den Sinneswandel bezĂŒglich Santo ausgelöst? Ich habe Dir so oft gesagt, wie er zu Dir steht. Deine Angst in allen Ehren und ich weiß, wovor Du Angst hattest, aber sie war nicht nötig. So wie er mit Dir umging, war klar wie er zu Dir steht. Vano er hat alles fĂŒr Dich getan, tut er wahrscheinlich noch. Santo hat Dich richtig lieb, ehrlich. Du hast ihn manchmal mit Deiner Art gewaltig vor den Kopf gestoßen.

Aber selbst das hat er Dir nie krumm genommen, er hat begriffen warum Du so bist wie Du bist. Weh tut sowas trotzdem. Sogar zu mir war er stets gut, als wÀre ich sein Sohn. Man was habe ich ihn gemocht, ich wollte mich sogar bei Santo melden, nach meiner Rettung und Genesung.

Aber da war ich dann der Feigling. Was hÀtte ich Deinem Vater sagen sollen? Ich habe tatenlos zugesehen wie sie Vano abschlachteten?

Ich habe mich nicht getraut ihm unter die Augen zu treten. Ich dachte mir, besser er hĂ€lt uns beide fĂŒr tot. Wenn Du nichts dagegen hast, wĂŒrde ich mich gerne bei ihm melden, ich vermisse ihn. ErzĂ€hl erst mal weiter und dann erzĂ€hl mir wie es Deinem alten Herrn so geht“, bat Davet und nahm ebenfalls einen Zug aus der Pfeife.

„Wir sind beide manchmal ganz schön blöde“, grinste Mancini und nahm auch noch einen Zug.
„Drum passten wir so gut zusammen, wir zwei KnalltĂŒten“, kicherte Davet.

„Du warst immer sein Sohn Davet. Als ich mein Auge verloren hatte und es mir dermaßen dreckig ging, dass ich wirklich nicht mehr leben wollte, hat er mir Dein Bild ins Schlafzimmer gestellt. Santo hat mir gesagt, was Du von dem Hungern gehalten hĂ€ttest und die Jungs meiner Mannschaft haben mir Foufou angeschleppt.

Unsere kleine geliebte pechschwarze NervensÀge, ich habe die ganze Zeit Rotz und Wasser geheult, aber als ich ihn im Arm hatte war alles irgendwie gut. Du kannst Santo jederzeit besuchen, da musst Du mich nicht fragen.

Also weiter geht es mit meiner ErzÀhlung.

Scheinbare RĂ€delsfĂŒhrer des Verrates waren Berzan Bovier und Mercer Desnoyer, Mercer war von beiden der Kopf und somit der Kopf des gesamten Verrates der Agenten. Berzan war der Vater von Boldiszar und seinem Bruder Bellamy
 Mercer, nun Mercer war mein Vater. Beide waren beste Freunde und unsere Familien kannten sich schon sehr lange.

Das heißt Boldi und ich kannten uns schon als Kinder Davet.

Er hatte vorher keinen anderen Mann, Boldi lebte nie in einer Partnerschaft. Ebenso habe ich nach Dir keinen anderen Partner mehr gehabt. Das hat nie funktioniert, ich hatte keinen Blick mehr dafĂŒr und ganz ehrlich, ich wollte auch keinen Blick dafĂŒr haben. Was wir hatten, dem konnte keiner das Wasser reichen.

Und ich habe Dich vermisst, jede einzelne Stunde in den verdammten 14 Jahren Davet.

Bis zu diesem Jahr, wo ich Boldi kennenlernte.
Genauer gesagt am 18.08.203 haben wir uns kennengelernt und ab dem 19.08.203 sind wir fest zusammen.

Ab dem Tag war ich wieder lebendig Davet, denn nachdem Du gegangen warst existierte ich nur noch, um meinen Racheschwur zu erfĂŒllen. Beim ersten Versuch habe ich versagt, ich habe zwar Deinen Mörder gestellt, aber das was ich geschworen hatte, konnte ich nicht erreichen. Also musste ein neuer und wesentlich effektiverer Plan her. Und genau darum kamen wir erneut hierher, um die Rache zu vollenden.

Rene und James habe ich um Hilfe gebeten, weil ich die Aufgabe alleine nicht bewĂ€ltigen kann. Aber mit der Hilfe der beiden, sieht die Sache völlig anders aus. Und mit Dir an unserer Seite, dĂŒrfte der Vollzug unserer Rache kein Problem mehr sein.

Als die tatsÀchlichen VerrÀter entlarvt wurden, hat uns ein Himmelsauge namens Jules unsere alten Kindheitserinnerungen gezeigt. Jedenfalls einen Teil davon. Ich sah meine Eltern und die Eltern von Boldi und Belly.

Wir waren am Strand, hatten einen richtig schönen Tag und Boldi und ich haben zusammen gespielt. Wir waren in der Erinnerung circa vier Jahre alt. Das alles haben sie uns kaputt gemacht Davet, denn in den Erinnerungen haben wir auch gesehen, wie man unsere MĂŒtter holte.

Parcival tötete meine Mutter, ich habe versucht ihr beizustehen und habe dabei seinen Vogel umgebracht.

Als Parcival meine wehrlose Mutter erschlagen hatte, wollte er auch mich erschlagen, aus Wut ĂŒber den Verlust seines Vogels! In dem Moment wo ich dachte, dass er mich erschlĂ€gt, fing jemand sein Schwert ab. Weißt Du wer mich beschĂŒtzt hat?“, fragte Vano leise.

„Nein wer?“, fragte Davet und strich Vano eine HaarstrĂ€hne hinters Ohr.

„Santo. Seit dem ich das weiß, empfinde ich anders“, gestand Vano.
„VerstĂ€ndlich. Aber mal ehrlich unter uns beiden, selbst wenn Santo das nicht getan hĂ€tte, hat er Dich stets behĂŒtet. Niemand adoptiert ein Kind und erkennt es vollumfĂ€nglich an, wenn er es nicht gerne hat. Du warst da ein klein wenig betriebsblind Vano.

Du hast das nicht böse gemeint und das weiß auch Santo. Du warst immer in Lauerstellung, was passiert als NĂ€chstes. Dir ist aber doch nie etwas Schreckliches durch Santo wiederfahren. Ich habe Dir von meinem Alten erzĂ€hlt, der war eine Schreckgestalt. Falls das Arschloch noch lebt, halt Dich von ihm fern. Ich sage das nur, weil ich Deine RumschnĂŒffelei kenne“, grinste Davet.

„Er ist tot“, sage Mancini schlicht.
„Du hast ihn gefunden und erledigt?“, fragte Davet blass, „Du weißt was ich Dir verboten hatte. Wie konntest Du Dich dermaßen in Gefahr bringen?“

„Langsam Wuschel, die Ehre gebĂŒhrt nicht mir. Dein Vater war ein betrogener BetrĂŒger, ein verratener VerrĂ€ter. Seine Geliebte hat ihm das Licht ausgeknipst“, grinste Silvano, was auch Davet grinsen ließ.

„Wie passend fĂŒr ihn
 betrogener BetrĂŒger und verratener VerrĂ€ter passt wirklich gut. Aber ganz ehrlich? Mir reicht die Gewissheit dass er weg ist. Das ist eine gewaltige Erleichterung fĂŒr mich. Ich werde ihm niemals versehentlich ĂŒber den Weg laufen
“, freute sich Davet.

„Ja, dafĂŒr sind ihm meine Eltern und Boldis Eltern ĂŒber den Weg gelaufen Davet.
Dein Vater, Parcival und die alte Duchesse waren die drei VerrÀter.
Sie haben die Ermordung des Ducs geplant.

Die Agenten der Autarkie haben genau das herausbekommen und wollten nur ihre Aufgabe erledigen und zwar den Duc beschĂŒtzen. Sie wurden in Misskredit gebracht und letztendlich sind sie gefallen, weil sie zu viel wussten. Die Himmelsaugen brachten sie zur Strecke, allen voran Quennel der meinen Vater beeinflusste sich gegen seine eigenen Leute zu wenden und dafĂŒr durchsiebt wurde“, erlĂ€uterte Vano.

„Quennel“, sagte Davet besorgt.
„Richtig Dein Vater – Quennel. Man kannte ihn als Himmelsauge unter dem Namen Quennel Perreault, aber sein wahrer Name war Corentin Giorigo la Caille. Sein Bruder, Dein Onkel hieß Enrico Timeo la Caille und Du heißt mit vollem Namen Davet Salvatore la Caille. Du siehst, ich erzĂ€hle keinen Unsinn.

Der Name Deiner Mutter samt Titel war – Duchesse Francoise Esme de Souvagne, geborene de Cheverette.

Die alte Duchesse hatte mit Deinem Vater ein VerhÀltnis und Du bist daraus entstanden Davet.
Damit bist Du der Halbbruder unseres Duc Maximilien Rivenet de Souvagne.
Zudem der Halbonkel von Prince Ciel de Souvagne.
Jenem Mann der den ganzen Verrat aufgedeckt hat“, flĂŒsterte Silvano.

„Ja und der Sohn des Mörders Deiner Eltern, sowie der von Boldi! Mein Alter vernichtet wirklich alles was anderen oder mir je etwas bedeutete, sogar noch nach seinem Tod!“, knurrte Davet wutentbrannt.

„Schau mich an!“, befahl Vano genauso grimmig und Davet gehorchte etwas zögerlich.

„Hör gut zu – DU BIST NICHT DEIN VATER! Du bist völlig anders! Unterschiedlicher können zwei Menschen gar nichts sein Davet!

Glaub mir dass, ich kann es beurteilen! Du kommst vermutlich nach der Seite Deiner Mutter, was Ihr an liebevoller Art fehlte, hast Du genau wie Prince Ciel doppelt und dreifach. Du bleibst fĂŒr mich immer, der der Du bist und warst.

Du hast genauso unter Quennel gelitten wie wir, wir sind Opfer des gleichen TĂ€ters. Das einzige was Du von Deinem Vater hast, sind die Haare. Also dass lĂ€sst sich nicht bestreiten“, schmunzelte Vano liebevoll.

Er kÀmmte Davet mit den Fingern die Haare aus dem Gesicht.

„Glaub mir ich wĂŒrde auch niemals sein wollen wie er – nie“, antwortete la Caille.
Davet schloss die Augen und drĂŒckte Vano fest an sich. Er genoss die WĂ€rme und den Geruch von Macini und streichelte ihn ganz behutsam.

„Du liebst ihn und Du hast Dir einen guten Mann ausgesucht“, stellte Davet fest und gab Vano frei.
„Absolut, ich liebe Boldi von ganzem Herzen. Ich liebe Euch beide ĂŒber alles, jeden auf seine Art. Aber Du warst tot und er ist mein Ehemann. Einen erstklassigen Ehemann Davet. Als er erfahren hat, dass Du noch lebst, wollte er sofort nach Dir suchen“, gestand Mancini.

„Er wollte das und nicht Du?“, fragte Davet baff.
„So ist es, frag nicht wieso. Ich wollte und musste die Info erst mal sacken lassen. Boldi wollte sofort aufbrechen und Dich suchen“, erklĂ€rte Vano.

„Das freut mich zu hören, er wollte nach mir suchen... das hat was. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, Du hast echt einen guten Kerl als Ehemann", sagte Davet gut gelaunt.
„Weißt Du, weiß ich, weiß jeder der Boldi kennt, das ist kein Geheimnis“, antwortete Vano grinsend und nahm noch einen Zug aus der Pfeife.

„Ich möchte gerne Prince Ciel kennenlernen, aber wie tritt man an einen Princen heran?“, fragte Davet und streichelte Vano ĂŒber den RĂŒcken.
„Prince Ciel wird an Dich herantreten, er möchte Dich genauso kennenlernen. Er mag nicht so aussehen, aber er ist hĂ€rter und taffer als so manch alter Veteran. Er hat einem uralten Lich die Stirn geboten und wĂ€re beinahe gestorben.

Also tĂ€usche Dich nicht in seinem Aussehen, wobei Du kannst Leute gut einschĂ€tzen. Ihr werdet Euch mögen, Ihr seid Euch sehr Ă€hnlich. Ihr beide wollt dass es Euren Lieben gut geht, Ciel kĂ€mpft genauso dafĂŒr fĂŒr Du. Und gleich was andere ĂŒber ihn als Partner unken, er macht Francois also Kabir verdammt glĂŒcklich. Vielleicht wusste seine Ex Frau einfach nicht was sie an ihm hatte. Aber das soll uns gleichgĂŒltig sein, denn dadurch hat Fran ihn abbekommen und das war sicher kein Zufall“, sagte Vano.

„An ZufĂ€lle glaube ich ebenso wenig wie Du. Boldi gibt uns eine gemeinsame Chance. Wir hatten ein sehr gutes GesprĂ€ch, ich mag ihn. Ich hoffe von Herzen es klappt zwischen uns Dreien“, sagte Davet freundlich.
„Versuch macht kluch...“, grinste Vano.

„Begleite mich in meine KajĂŒte Vano. Was sollen wir die ganze Zeit draußen herumstehen? Drinnen ist es viel gemĂŒtlicher und wĂ€rmer, lass uns reingehen“, bat Davet und legte seinem Gast einen Arm um die Schulter um ihn entsprechend zu fĂŒhren.
„Davet die KapitĂ€nskajĂŒte ist hinten rechts oder mittig, da ist sie immer“, lachte Vano leise.

„Vielleicht suche ich ja nur einen Vorwand um zu fummeln“, gab la Caille leise zurĂŒck.
„Eigentlich wĂ€re meine Antwort, dazu brauchst Du keinen Vorwand. Aber seit dem 19.08.203 stehen die Dinge anders. Und vor ungefĂ€hr Sagen umwogene fĂŒnf Sekunden wolltest Du noch brav bleiben“, antwortete Vano und strich Davet einmal ĂŒber das Kreuz.

Sie betraten gemeinsam die KajĂŒte, allerdings ließ Davet Silvano den Vortritt. Mancini schaute sich neugierig in der erstaunlich hellen Kabine um, wĂ€hrend la Caille hinter ihm die TĂŒr schloss. Die KapitĂ€nskajĂŒte der Aquila stand von der GrĂ¶ĂŸe her seiner auf der Choucas in nichts nach. Aber damit endete auch schon ein Großteil der Ähnlichkeit.

SelbstverstĂ€ndlich hatte Davet ebenso einen Kartentisch und einen Schreibtisch als Arbeitstische in seiner KajĂŒte stehen aber die Ausstattung des ganzen Raumes war purer Luxus. Vano schritt bedĂ€chtig durch den Raum, nahm jedes noch so kleine Detail in Augenschein und ließ seine Fingerspitzen ĂŒber die MöbelstĂŒcke gleiten.

Mancini schaute sich die ausgebreiteten Karten auf dem Kartentisch an, verpasste aus Spaß der Weltkugel einen Schwung und schaute sich dann die Markierungen darauf an. Er ging die BĂŒcherregale durch, lass die RĂŒcken der einzelnen BĂŒcher und nahm sogar die verschiedenen Wechsel-Haken von la Caille zur Hand.

Einige davon waren Allzweckwerkzeuge, andere messerscharfe Mordinstrumente, ein anderes wiederum so etwas wie ein Kneifer. Behutsam legte er die Haken zurĂŒck und untersuchte verblĂŒfft den FlĂŒgel der ebenfalls in der KajĂŒte stand.

Davets KajĂŒte hatte ebenfalls einiges an Deko zu bieten, aber ein Großteil der Deko hatte mehr als reinen dekorativen Zweck.

Bei den Exponaten handelte es sich um verschiedene Globen, die teilweise ihre Welt, den Himmel und besonders hervorgehoben die Meere darstellten. Vano betrachtete die kleinen Himmelsgloben, ehe er sich die Erdgloben anschaute.

Sogar eine ArmillarsphĂ€re besaß Davet, ein globenverwandtes Instrument, dass trotz seiner Kugelgestalt keinen Globus war, sondern der Messung von Koordinaten am Himmel diente oder der Darstellung der Bewegung der Himmelskörper.

Vano konnte Davets Vorliebe fĂŒr Globen nachvollziehen. Der große Vorteil gegenĂŒber einer Karte lag darin, dass der Globus gleichzeitig form-, flĂ€chen-, winkel- und lĂ€ngengetreu war. Diese Eigenschaften konnte keine Karte gleichzeitig erfĂŒllen, da sich logischerweise die FlĂ€che einer Kugel nicht auf einer ebenen FlĂ€che darstellen und abrollen ließ.

Ein weiterer Vorteil der Globen war die Anschaulichkeit bei lĂ€ngerer Schiffsrouten. Aus diesem Grund besaß auch jeder KapitĂ€n einen oder sogar mehrere. Meist besaß man zwei, einen Himmels- und einen Erdglobus. Der Himmelsglobus hatten dann den entscheidenden Vorteil gegenĂŒber Karten, der schnellen und sicheren Nutzbarkeit als AnalogrechengerĂ€t, insbesondere wenn man einen Erdglobus mit demselben Durchmesser besaß.

Aber Globen verfĂŒgten nicht nur ĂŒber Vorteile, sie besaßen auch Nachteile. Einige Nachteile des Globus gegenĂŒber der Karte waren umstĂ€ndliche Lagerung und Transport, ferner der höherer Preis, der kleinerer Maßstab und die schlichtweg unmögliche Betrachtung der gesamten OberflĂ€che auf einen Blick.

Besonders bewunderte Vano einen kleinen Taschenglobus. Der Globus selbst stellte einen Erdglobus dar, wÀhrend seine kugelrunde Aufbewahrungskiste den Himmel darstellte.

Davet blieb an der TĂŒr stehen, lehnte sich mit dem RĂŒcken bequem dagegen und verfolgte erfreut das Schauspiel mit vor der Brust verschrĂ€nkten Armen. La Caille genoss die Nestbesichtigung durch Silvano und hoffte auf dessen Zufriedenheit.

„Nobel Deine KajĂŒte und wirklich wundervolle Globen“, lobte Vano die Einrichtung von Davet, als er seine Besichtigung abgeschlossen hatte.
„Den Taschenglobus schenke ich Dir. Er ist nicht das teuerste StĂŒck meiner Sammlung, aber Du erkennst seinen wahren Wert mein kleiner Salzbuckel“, antwortete Davet, schritt auf Vano zu und nahm ihn in den Arm.

„Er ist Originell. Zudem transportabel und Himmels- und Erdglobus in einem. Äußerst praktisch zur Navigation. Dankeschön“, freute sich Silvano.
„Zur Navigation in den Weltmeeren Vano, nicht im Planschbecken der Azursee. Es wĂŒrde mich freuen, wenn Du ihn zur Navigation nutzt. Du könntest die Aquila mit ihm navigieren. Oder mir mit der Choucas in die Skallische See folgen“, bot Davet grinsend an.

„Langsam“, lachte Vano leise.
„Der Hinweis ist unnötig Mancini, ich weiß noch immer ganz genau wie Du es magst“, raunte ihm Davet ins Ohr.

„Nicht - sei lieb“, bat Vano schmunzelnd.

„UnabhĂ€ngig von Deinem Ehemann, wĂŒrdest Du mich noch wollen nach all der Zeit? Also wenn Du nicht verheiratet wĂ€rst? Ich möchte das wissen. Sag mir das bitte“, verlangte Davet aufgewĂŒhlt.
„Es geht nicht darum was ich will, sondern was ich darf. Was ich will - ich will meinen Ehemann behalten. Zu Deiner Frage Davet, natĂŒrlich will ich Dich. Aber ohne Boldis Zustimmung gibt es nichts, also mach es mir nicht schwerer als es schon ist. Du weißt was ich fĂŒr Dich empfinde“, gab Vano ernst zurĂŒck.

Davet nickte liebevoll, kĂŒsste Vano auf die Stirn und ließ ihn los.

„Du hast all meine Sachen aufgehoben, das hat mich maßlos gefreut. Ich hatte leider nichts von Dir, bis auf meinen kleinen KalenderanhĂ€nger, den Du mir geschenkt hattest. Mein Kleinod, ich trage ihn immer noch. Dass ich ihn noch besitze, zeigt wie schwer anstĂ€ndig alle auf der Mouette waren. Sie hielten mich fĂŒr tot, nĂ€hten mich in Segeltuch ein und schickten mich ĂŒber Bord. Aber sie ließen mir meinen GlĂŒcksbringer und mein Messer. Ich liebe Dich Vano“, sagte Davet schlicht.

Ewiger-Taschenkalender als AnhÀnger aus Messing
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Silvano umarmte Davet und drĂŒckte ihn liebevoll an sich.

„Man bestiehlt keine Maaten Davet. Den kleinen Kalender den ich Dir aus Bariere mitgebracht habe“, sagte Vano gerĂŒhrt und zog das SchmuckstĂŒck an seiner Kette unter Davets Hemd hervor. Silvano betrachtete den Kalender in seiner Hand, der noch die KörperwĂ€rme von Davet gespeichert hatte.
„Er war alles was ich von Dir noch hatte“, lĂ€chelte Davet, nahm Vano den Kalender aus der Hand und stopfte ihn wieder unter sein Hemd.

„Da hatte ich es besser als Du, denn mir hat Rene Deine Sachen ausgehĂ€ndigt. Wir sollten die Rumknuddelei lassen, das wird zu gefĂ€hrlich“, sagte Vano und gab Davet frei.
„Stimmt, das sollten wir, dann musst Du allerdings auch damit aufhören. Trotzdem haben wir uns vermisst, das steht außer Frage“, antwortete Davet und kĂŒsste Silvano liebevoll.

„Ich habe ein Hausboot gekauft fĂŒr Boldi und mich, sie heißt Caretta. Ein Ledwicker Hausboot, es hat drei Schlafzimmer und drei BĂ€der“, schmunzelte Silvano.
„Aha. Wann hast Du es gekauft und zu welcher Zeit hast Du gewusst, dass ich noch lebe? Setzen wir uns“, bat Davet und beide machten es sich am großen Kartentisch bei einer Flasche Rum gemĂŒtlich.

„Zu dem Zeitpunkt habe ich nicht gewusst, dass Du noch lebst Davet. Aber ich plane Dich immer mit ein, denn fĂŒr mich warst Du immer noch da. Die beiden Zusatzzimmer sind in meinen Gedanken fĂŒr Dich reserviert. Real kann sie Boldi fĂŒr alles nutzen. Mich gibt es nicht ohne Boldi und ohne Dich, gleich in welcher Form ihr an meiner Seite seid – oder ob ĂŒberhaupt“, antwortete Vano und schenkte ihnen beiden ein.

„Ein hochanstĂ€ndiger, knallharter und hĂŒbscher Kerl mit extremblauen Augen Dein Ehemann. Auf Boldi“, sagte Davet und erhob sein Glas.
„Absolut, dass ist er. Auf Boldi“, pflichtete Vano bei und beide leerten ihr Glas auf Ex.

Vanos Blick fiel auf Davets Bett. Er schaute la Caille ins Gesicht und nickte zur Koje.

„Was? Ich deute nichts in Dein Nicken, sprich Dich aus Vano“, schmunzelte Davet und schenkte ihnen beiden nach.
„Du hast mit keinem die Koje geteilt, dass Bett ist eine klare Ansage fĂŒr jeden der hier reinkommt“, flĂŒsterte Vano ernst.

Davet zog grinsend eine Augenbraue hoch und trank genĂŒsslich seinen Rum.

„Antworte mir doch“, bat Mancini und nippte am Rum.
„Du hast Dir die Antwort doch schon selbst gegeben Kleiner. Hören wir auf umeinander herum zu streichen wie zwei Katzen, wir beide wissen wie wir zueinander stehen. Lass uns ein bisschen plaudern, na komm Vano. Die Choucas also. Sie ist 10 Jahre unter Deinem Kommando und Du wirst so manchen Einsatz mit ihr gerissen haben. Hat es Dich je gereizt, auf große Fahrt zu gehen oder warst Du immer mit der Azursee zufrieden?“, fragte Davet.

„Die große Fahrt ist pure Verlockung. Ich habe in Ledwick eine Dschunke geordert, ein gewaltiges Schiff Davet. Ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen, sie wird fĂŒr uns Gewinne einfahren. Sie wird auf den Namen Tordalk getauft, hat 60 Kabinen und die KapitĂ€nskajĂŒte ist riesig. Das Hausboot werden wir als Dingi mitnehmen. Ob ich ewig beim MilitĂ€r dienen kann, wage ich mal zu bezweifeln. Irgendwann ist man zu alt. Aber ohne die See kann ich nicht leben und mit einem eigenen Schiff als GeschĂ€ft, muss ich das auch nicht. Du bist jederzeit gerne gesehen auf der Tordalk“, sagte Vano gut gelaunt.
„Solltest Du komplett umsatteln, werde ich Dich als Geleitschutz begleiten. Ich passe besser auf Dich da draußen auf mit dem Riesenkahn. Manche der Dschunken sind gewaltige Kolosse, aber bedenke eines Vano, die werden völlig anderes gesegelt, als das was Du gelernt hast. ZuzĂŒglich die Dir unbekannten GewĂ€sser. Das sind zwei Herausforderungen auf einmal. Du hĂ€ttest Dir vielleicht einen 100Meter-Glattdecker anschaffen sollen. Damit wĂ€rst Du so richtig glĂŒcklich Baby“, lachte Davet was auch Vano losprusten ließ.

„Klingt als hĂ€ttest Du ebenfalls PlĂ€ne“, grinste Vano zufrieden.
„Einen Plan und Du kannst ihn sogar einsehen. Ich plane mein Großschiff mit allem Zipp und Zapp. Mein Kartenmaterial werde ich Dir vervielfĂ€ltigen lassen, samt Einzeichnungen, Randnotizen und so weiter. Kleine Starthilfe fĂŒr Dein Unternehmen Vano, ansonsten sag mir was Du benötigst, ich schaue ob ich es parat habe oder auftreiben kann“, antwortete Davet, kramte den angekĂŒndigten Plan aus seinen Unterlagen und lehnte sich in seinem Stuhl zurĂŒck.

Link-Schiffsplan:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... gning2.png

„Danke, Du hast was bei mir gut. Du taxierst mich die ganze Zeit
“, warf Silvano ein, nahm noch einen Schluck und schaute sich dann den Plan in aller Ruhe an.
„Du mich auch. Das ist völlig normal, wir haben uns eine Ewigkeit nicht gesehen und wir beide haben auch nicht gedacht, dass wir uns in diesem GewĂ€sser noch einmal wiedersehen. Ich habe Dich vermisst, wie sehr kann ich nicht in Worte fassen. Und nun sitzt Du seelenruhig auf der anderen Seite meines Kartentisches, trinkst Rum und plauderst mit mir. Ich wĂŒrde Dich am liebsten kneifen, ob Du real bist“, lachte Davet.

„Wieso willst Du mich kneifen? Da kneift man sich selbst Calli“, prustete Mancini.
„Ja aber mal ehrlich, das ist ganz schön unangenehm“, gibbelte Davet, was auch Vano loswiehern ließ.

„Geht mir genauso, was uns beide betrifft. Ich hatte Boldi im Arm und weiß ihn sicher und wohlbehalten. Du hast Dich verdrĂŒckt und pennst irgendwo da draußen auf einem fremden Schiff und ich habe Angst Dich erneut zu verlieren. Also falls Du irgendwann das Piratenleben aufgeben möchtest, ich stell Dich ein als Offizier“, bot Vano an.
„Mich verdrĂŒckt? Ich habe nur kurz nach dem Rechten gesehen auf meiner Lady und mir eine Pfeife gegönnt Vano. Das wĂ€re umgekehrt ebenso möglich, heuere mit Boldi bei mir an. Der Verdienst ist meist ausgezeichnet“, hielt Davet grinsend dagegen.

„Ich heuere Dich mit der Aquila als Geleitschutz fĂŒr die Tordalk an“, sagte Mancini und ließ sich gemĂŒtlich im Stuhl herunterrutschen.

„Als Du damals das erste Mal die Mouette betreten hast, habe ich gewusst Dich oder keinen Vano“, schmunzelte Davet wehmĂŒtig.
„Das habe ich gemerkt. Mir erging es nicht anders als Dir, ich betrat die Mouette, sah Dich und habe gedacht was fĂŒr ein Kerl mit was fĂŒr einer MĂ€hne. Du warst sofort zur Stelle und bist mir nicht mehr von der Seite gewichen. Du hast mir wirklich alles erklĂ€rt.

Die ersten Tage einem neuen Maat das Schiff vorzustellen, ist normal. Aber aus einigen Tagen wurden Wochen und ich habe jede Minute mit Dir genossen. Man ich war dermaßen verschossen in Dich Davet, ich wollte Dich so gerne als Freund haben, aber ich habe mich nicht getraut etwas zu sagen.

Ich dachte mir, Du möchtest auch, sag es ihm endlich. Aber sobald ich meinen Mut zusammen genommen hatte, dachte ich mir – was wenn Du Dich irrst und er Dich einfach nur als Kumpel mag? Dann mache ich mit dem GestĂ€ndnis vielleicht alles kaputt.

Hingen wir zusammen ab oder haben zusammen gearbeitet, habe ich mir vorstellt wie Du Dich anfĂŒhlst. Wie das wĂ€re wohl wĂ€re, wenn wir beide es tun. Wenn Du es mit mir tust.
Wie fĂŒhlen sich Deine HĂ€nde auf mir an, oder Dein Atem?
Oder Du
 in mir


Das habe ich mich so oft gefragt und zeitgleich hatte ich Angst dass Du mich ablehnen wĂŒrdest. Und dann hast Du mich gefragt, ob ich mit Dir zusammen sein möchte
 nachdem Du mir die Nase mit einer Weinflasche gebrochen hast“, lachte Vano.

„Das mit der Weinflasche tut mir heute noch leid, das war kein Absicht. Dieses verfluchte Scheißding“, grinste Davet schief.
„Dieses verfluchte Scheißding
 hat uns zusammengebracht, sie hat uns dazu gebracht den Mund aufzumachen und ich habe es noch!“, gab Vano zurĂŒck.

„Nicht Dein ernst!“, antwortete la Caille.
„Doch absolut, ich zeige sie Dir morgen. Lass uns zurĂŒck in den Bugraum der Choucas gehen“, sagte Silvano.
„Abgemacht, gehen wir. Die Flasche hat zudem dafĂŒr gesorgt, dass Du ĂŒber Nacht bei mir geblieben bist“, erklĂ€rte Davet.

„Damals“, antwortete Vano mit einem Blinzeln.
„Damals“, bestĂ€tigte Davet mit einem Zwinkern.

Francois Grimard
Zweitcharakter
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Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:35

Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#12

Beitrag von Francois Grimard » Sa 10. Nov 2018, 22:35

Das böse Erwachen

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wachte auf, da er der LĂ€nge nach einen heftigen Schlag gegen die Seite bekam. VerĂ€rgert schlug er die Augen auf und sah poliertes Holz. Er stellte er fest, dass es ein Fußboden war, der ihm den Stoß verpasst hatte. Er war offensichtlich aus dem Bett gefallen. Wo war eigentlich Ferrau, wenn er mit seinem kuschligen Leib eine natĂŒrliche Barriere gegen die Bettkante bilden sollte? Ciel kam auf die FĂŒĂŸe und versuchte, sich zu orientieren.

Francois Grimard
Zwei starke HĂ€nde packten ihn unter den Achseln und hoben ihn auf die Beine. Einen Moment schwankte Ciel noch, dann sah er in die grĂŒnen Augen von Fran. Francois schaute seinen Mann besorgt an und hielt ihn fast schmerzhaft fest. Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben, ehe er sich zu ihm herab beugte und ihn liebevoll kĂŒsste. "Kannst Du alleine stehen?", fragte er nach. Er wĂŒrde Ciel erst loslassen, wenn dieser sicher stand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte mehrfach und sah die moosgrĂŒnen Augen seiner Liebsten. »Nein, kann ich nicht«, antwortete er und ließ sich in ihre Arme sinken, um sie zu kĂŒssen. »Was war denn loß, ich kann mich gar nicht daran erinnern, zu Bett gegangen zu sein«, wunderte er sich. »Sollte ich gar zu viel getrunken haben?«, fragte er nun höchst besorgt.

Francois Grimard
"Nein Du hast nicht zuviel getrunken Schatz, aber Conni. Falls Du ihn erdrosselt irgendwo auf Deck findest, mit seinem eigenen Pyjama, dann war ich das. Aber psssst, kein Wort darĂŒber. Ich glaube er hat Dich betĂ€ubt. FĂŒhlst Du Dich... rundum wohl?", fragte Fran vorsichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich fĂŒhle mich irgendwie ... leicht«, fand Ciel. »Eigentlich gut! Conni hat mich vergiftet?« Ein erboster Ausdruck flog ĂŒber Ciels Gesicht. »Was habe ich ihm den getan?!«, rief er. »Ich wollte nichts als Urlaub machen! Das ist ein Angriff auf die Krone! Ich werde seine sofortige Hinrichtung verlangen!«

Francois Grimard
Fran nahm Ciel fest in die Arme und streichelte ihn liebevoll. "Oh nein, er hat Dich alles andere als vergiftet Ciel, er hat Dich betĂ€ubt. Somnophilia - sagt Dir das etwas? Verniedlicht sagt man zu dieser Neigung oder besser gesagt zu dieser Philie - Schlafende Schönheit Syndrom. Das trifft es aber nicht ganz. Unter ihnen gibt es Personen, die gerne Mitmenschen beim Schlafen beobachten und daraus ihre Erregung ziehen. Das ist nicht weiter tragisch fĂŒr den Beobachteten. Höchstens verstörend, wenn man aufwacht und jemand starrt einen an voller Erregung. Dann gibt es jene, die nicht nur schauen, sondern tatsĂ€chliche sexuelle Handlungen an der schlafenden Person vornehmen. Conni ist ist eine Person, die Befriedigung dabei erfĂ€hrt, wenn er andere Menschen berĂŒhrt die schlafen. Da die meisten Menschen bei derartigen BerĂŒhrungen natĂŒrlich wach werden, hilft er ihnen beim Einschlafen und dabei schlafend zu bleiben. SchlĂ€fst Du, betrachtet er Dich oder wird mit Dir intim. Deshalb meine Frage, fĂŒhlst Du Dich normal, oder fĂŒhlst Du Dich wund?", hakte Francois nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was bei Ainuwar, er kann nicht ... er kann unmöglich ...« Ciel wĂŒhlte am Badschrank rum und förderte einen Badspiegel zutage. Er zog die Hose herunter, legte den Spiegel auf den Boden und hockte sich darĂŒber. Er schaute sich an. »Ich weiß es nicht«, rief er aufgebracht und ĂŒberlegte, ob er sich ĂŒberhaupt schon jemals im Leben seinen Hintern angeschaut hatte.

Francois Grimard
"Er kann - was die BefĂ€higung angeht, nicht jedoch was die Erlaubnis betrifft. Er kann es, er macht es und er macht es sehr gut. So gut, dass ich ihn bei kleineren Eingriffen genau dafĂŒr um Hilfe bitte. Er schadet niemandem dabei, solange es rein bei der BetĂ€ubung bleibt. NatĂŒrlich kann er auch anders reagieren, wenn es ein Auftrag verlangt. Aber was sein PrivatvergnĂŒgen angeht, da schickt er jene Personen die ihm gefallen ins Land der TrĂ€ume und je nach Laune, Verlangen oder derzeitigem Spieltrieb, schaut er nur, streichelt Dich und genießt Dich mit den HĂ€nden oder er vollzieht den Akt so lange bis er die Lust verloren hat. Dann geht er und Du weißt nicht was geschehen ist oder mit wem. Er könnte demzufolge zig Kinder haben, da er keinen Unterschied macht. Gefallen macht schön, er kann heute Dich schlummern schicken, morgen drei Frauen. Sie wĂŒssten nicht wer der Vater ist, er weiß nicht ob er Vater ist. Und ich vermute es interessiert ihn auch nicht sonderlich. Allerdings kann man das natĂŒrlich normalerweise eingrenzen auf die Zeit wo wir an Land sind, im Hafen, in einer Bar, Taverne und so weiter. Er betĂ€ubt ja nicht die Matrosen. Steh bitte auf, das sieht grauenvoll aus wie Du dort hockst. Ich weiß wie ein zu stark penetrierter Anus aussieht, ich bin Heiler - vergessen? Beug Dich weit nach vorne, ich untersuche Dich", sagte Fran liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zu stark? Ich will ĂŒberhaupt nicht penetriert worden sein, bei Ainuwar, dafĂŒr ist mein GesĂ€ĂŸ nicht da!« Er dachte kurz an Ferrau, entschied sich dann aber, es bei seinem zornigen Ausruf bewenden zu lassen. Er stand auf, schwankte kurz und stĂŒtzte sich auf seiner Schlafkoje ab. »Und ich hab den Kerl noch nett gefunden!«, wetterte er.

Francois Grimard
"Oh er Dich auch, er gibt niemandem seine Spitznamen von Mon Cher, Mon Cherie, Mon Amour und wie er seine "SchĂ€tzchen" so betitelt, sprich seine Freunde. Er scheint Dich sehr zu mögen. Vielleicht ein klein wenig zu viel, fĂŒr meinen Geschmack", erklĂ€rte Fran wĂ€hrend er sich einen Handschuh ĂŒberstreifte und Ciels Rosette innen wie außen grĂŒndlich abtastete. "Nun Du bist nicht eingerissen und ich finde auch keine Spermareste. Vermutlich, also mit hoher Wahrscheinlichkeit hat er Dich nicht Penis penetriert. Höchstens gefingert, was mir auch nicht zusagt", erklĂ€rte Fran und zog seinen Finger aus Ciels Hintern.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich muss mit Silvano reden«, Ă€rgerte sich Ciel. »Oder noch besser - mit Bellamy! Wobei«, sein Gesicht nahm einen betrĂŒbten Ausdruck an, »er hat Urlaub. Bring mich zu Silvano!«

Francois Grimard
Francois zog sich den Handschuh aus, indem er ihn ĂŒber links abzog. "Ich glaube er ist im Bug mit den anderen, er hat seinen alten Freund wiedergetroffen. Und so wie ich gehört habe, hat Boldi ihn sogar aufgenommen. Auf einem Schiff bleibt nichts lange geheim, schlimmer als Hof-Flur-Funk. Na komm mein Lieber, halt Dich schön an mir fest, nicht dass Du stĂŒrzt. Dein Freund schlĂ€ft auch sehr bedenklich lang, nicht das Conni ihn ebenfalls schlummern schickte. Möglich wĂ€re es. Wir könnten auch Conni selbst fragen", sagte Fran und fĂŒhrte Ciel behutsam nach draußen. Auf Deck hielt er ihm kurz die Augen zu und nahm die Hand dann langsam weg. "Blinzele, dann trĂ€nen Deine Auge nicht. Der Helligkeitsunterschied verursacht nach BetĂ€ubungen oft Übelkeit und Erbrechen", erklĂ€rte Fran freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich will ihn nicht fragen, ich will das sie ihn kielholen fĂŒr die SchĂ€ndung meiner Person!«, rief Ciel aufgebracht. Obwohl er herumwackelte beim Gehen, ließ er sich nicht helfen, sondern zog sich wieder an und eierte in den Bug des Schiffes. Das kurze StĂŒck ĂŒber Deck brachte seine Augen zum TrĂ€nen. WĂŒtend drosch er gegen die TĂŒr des Bugraumes.

Francois Grimard
Fran schnappte sich Ciels Hand und hielt sie fest. "Was soll das denn? Willst Du Dir die Hand brechen? Hör auf damit", bat der Heiler, klopfte und trat gemeinsam mit Ciel ein. Er hakte ihn unter und schaute sich im Bug um. "KĂ€ptn auf ein Wort, Ciel hat ein Problem", bat Fran. Er musterte Teku, Kaz, Boldi, Vano und Davet. Die anderen ĂŒberflog er kurz mit seinem Blick, bis dieser an Kazrars Bein hĂ€ngenblieb. Als Heiler hatte er fĂŒr so etwas einen Blick.

Silvano de Mancini
Silvano schĂ€lte sich vorsichtig aus Boldis Umarmung, kĂŒsste seinen Mann und knuffte Davet, ehe er aufstand und nach draußen deutete. "Ich bin gleich wieder da", sagte er freundlich. "Folgt mir", bat er Fran und Ciel. Draußen auf Deck wartete Silvano und schaute Ciel und Fran abwartend an. "Worum geht es?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Aus der Diagnose meiner heilkundigen wie liebreizenden Gemahlin ging hervor, dass Costantino mich mit einem BetĂ€ubungsmittel vergiftet hat. Ich verlange, dass du als KapitĂ€n fĂŒr eine Verurteilung sorgst!«

Silvano de Mancini
"Aha und was lĂ€sst Euch darauf schließen? Entschuldige, aber Du siehst nicht gerade tot oder vergiftet aus und Conni vergiftet nicht grundlos Leute. Wieso sollte er so etwas tun?", fragte Vano ruhig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Aus LĂŒsternheit! Fran bescheinigt dir gern, dass der TĂ€ter diese Neigungen hat und mich vermutlich im schlafenden Zustand belĂ€stigte. Dass deine heilkundlichen FĂ€higkeiten ĂŒber die eines ausgebildeten Heilers hinausgehen, ist mir neu!«

Silvano de Mancini
"Mir wĂ€re das auch neu, aber ich kenne Conni und seinen Geschmack. Zudem geht er weder Maaten noch GĂ€ste an. Das möchte ich ausdrĂŒcklich klarstellen. Wurden Beweise gefunden, dass er Dich betĂ€ubte und schĂ€ndete? Ich werde keinen unschuldigen Mann Kielholen lassen, fĂŒr Vermutungen. Im Zweifel fĂŒr den Angeklagten, jeder ist solange unschuldig bis seine Schuld bewiesen wurde. Ich denke dies gilt ĂŒberall in Souvagne. Und falls nicht, auf diesem Schiff ist mein Wort Gesetz und unschuldig bleibt eine Person bei mir so lange, bis die Schuld festgestellt wurde. Stell Dir vor morgen kommt jemand und behauptet das gleiche von Dir, nur weil Du sagen wir mal eine etwas sonderliche sexuelle Neigung hast. So geht das nicht. Also habt Ihr Beweise oder nicht? Andernfalls werde ich meinem Achten nicht durch die Daggen schicken, noch Kielholen", sagte Vano ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ sich zu einem breiten Grinsen herab. "Das lĂ€sst sich einfach herausfinden, wenn du dem Urteil eines Heilers misstraust. Fran, bitte hole meinen nichtsnutzigen Schwager Remy zu uns. Und bringe bitte auch Costantino mit. "

Silvano de Mancini
"Es geht nicht darum ob ich einem Heiler misstraue, ich traue Fran. Aber es geht um Beweise. Wieso sollte Conni Dich betÀuben? Nenne mir einen guten Grund. Er hat Euch sogar die Eheringe spendiert, macht das ein Mann der Dich dann vergewaltigen möchte? Wohl kaum", sagte Vano gelassen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Fran." Ciel nickte seiner Holdesten auffordernd zu.

Silvano de Mancini
"Fran bleib hier, das ist ein Befehl. Ich erwarte eine Antwort Ciel. Hast Du Beweise?", fragte Vano ernst.

Francois Grimard
"Ich muss bleiben Ciel", flĂŒsterte Fran und musterte Vano mit nicht zu deutendem Blick. "KĂ€ptn, wir sind hier privat und baten um Hilfe. Ich stehe gerade zwischen Dir und meinem Mann", warf Fran ein und zeigte die offenen HandflĂ€chen.

Silvano de Mancini
"Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun Fran. Ihr habt mich als KapitĂ€n gebeten und Conni ist einer meiner MĂ€nner. Ich wĂŒrde das gleiche in Bezug auf Dich oder Ciel verlangen. Zudem ist Dein Mann Gast auf diesem Schiff und Du bist Mannschaftsmitglied. Also stehst Du nicht zwischen ihm und mir, sondern dort wo Du hingehörst, an meine Seite. Du passt nur auf Ciel an Bord auf. An Land könnt Ihr es halten wie Ihr wollt, an Land ist Ciel weisungsbefugt, er ist ein Prince. Aber auch Princen sollten nicht grundlos Leute beschuldigen ohne Beweise. Vielleicht hast Du einfach zu tief ins Glas geschaut Ciel. Entspann Dich etwas. Und Du Fran solltest vielleicht Deinen Amtschwur der Schweigepflicht etwas genauer nehmen. Es ist vielleicht nicht ratsam so leicht zu erschreckende Personen wie Ciel scheinbar eine ist, mit den Eigenarten einiger Deiner Patienten vertraut zu machen. Da könntest Du auch jedem erzĂ€hlen, wer hier HĂ€moriden hat. Unterlass es und behalte private Informationen fĂŒr Dich, das erwarte ich. Sonst noch etwas?", fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Beweise wollte ich gerade erbringen. Aber gut. Ich weiß mich zu benehmen und die Hierarchie einzuhalten.« Er drehte sich weg und stolzierte mit in die Luft gereckter Nase davon.

Silvano de Mancini
Vano warf Fran einen warnenden Blick zu, schĂŒttelte leicht den Kopf und verschwand wieder im Bugraum. Er gesellte sich wieder zu Boldi und Davet. "Da bin ich wieder, ich musste gerade Ciel davon ĂŒberzeugen, dass Conni ihn nicht betĂ€ubt hat. Der Mann hat eine blĂŒhende Fantasie, dass sage ich Dir", erklĂ€rte Silvano und kĂŒsste Boldi, als er es sich wieder in seinem Arm gemĂŒtlich machte.

Francois Grimard
Fran blieb wie angenagelt stehen und schaute Silvano hinterher, ehe er sich langsam zu Ciel umdrehte und ihm hinterher ging. "Warte", bat er und folgte seinem Mann. "Warte Schatz, lauf nicht so schnell", bat Francois erneut und hielt Ciel an der Schulter fest. Er schaute auf seinen Mann herab und hielt ihn fest. "Er war es...", flĂŒsterte Fran.

Ciel Felicien de Souvagne
»NatĂŒrlich war er es«, giftete Ciel kaum hörbar. »Du bist Heiler und kennst den Kerl, wenn ich deinem Wort nicht vertrauen könnte, wem dann?« Dann schaute er sich um und riss die Augen auf. »Wo sind wir hier vor Anker gegangen? Was fĂŒr eine schöne Insel! Palmen!«, rief er begeistert. »Wir sollten einen Spaziergang unternehmen!« Dann wurde sein Blick wieder garstig. »Geh in deine Stube.«

Francois Grimard
"Das ist Farisin und wir können keinen Spaziergang unternehmen, da wir uns im Kriegszustand befinden. Der Erstschlag gegen die Farisin ist gefĂŒhrt. Ihr Rat der 12 ist tot. Morgen beginnt die Großoffensive gegen die Bevölkerung, MilitĂ€r wie Zivil. Endziel ist die völlige Vernichtung dieser Rasse, ihre Auslöschung. Das ist bereits GeneralstabsmĂ€ĂŸig geplant, dafĂŒr die Waffen, der Kalk, die Bomben. KapitĂ€n Mancini spielt nicht, er setzt Waffen ein, die sogar feuerfesten Wesen das Fleisch von den Knochen schĂ€lt. Er wird die Insel bereinigen - vollstĂ€ndig. DafĂŒr dass diese Echsen unschuldige Souvagner töteten. Das ist die Antwort darauf, gemeinsam mit Rene und James. Ergo - nein, kein Spaziergang an pulverweißen SandstrĂ€nden in nĂ€chtlichen Mondschein beschienenen Lagunen. Nach der Reinigung gerne. Vorher werden uns die Echsen die Kehlen durchschneiden, wenn sie uns einzeln erwischen. Die weißen DĂ€monen, dass sind wir fĂŒr sie. Weil der Angriff stets so erfolgt. Mit Kalk und bleich geschminkten Gesichtern, Todesfratzen Ă€hnlich. Vanos Kriegsbemalung", flĂŒsterte Fran und zog Ciel von der Reling weg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurden einen Augenblick die Knie weich, ehe er sich wieder fing. »Wir sprachen von einer Forschungsreise!«, flĂŒsterte er entsetzt. Plötzliches Begreifen ließ alle Farbe aus seinem Gesicht weichen. Die BetĂ€ubung ... die Anlandung in Feindesgebiet ... man hatte ihn ruhig gestellt. Und Silvano steckte bis zu den Ohren in diesem Komplott. Angst schnĂŒrte Ciels Kehle zu. »Geh zu Remy. Er wird dich mit dem Cockatrice nach Beaufort fliegen. Maurice muss hierbleiben. Bring dich und unser Kind in Sicherheit. Ich komme so schnell wie möglich nach.« Ciel kĂŒsste Fran und streichelte kurz ĂŒber ihren Bauch. Er schenkte ihr einen langen Blick. »Ich liebe dich«, flĂŒsterte er. Dann verzog er sich in seine KajĂŒte um den Rat eines jemandes einzuholen, der sich mit Intrigen auskannte. Er schloss die TĂŒr ab. Vor Linhards Koje kniete er sich hin und streichelte Linhards Kopf, um ihn zu wecken. »Hallo, Lieblingsschwager«, gurrte er in sein Ohr.

Francois Grimard
Fran wartete ab bis Ciel gegangen war, dann ging er zurĂŒck in seine KajĂŒte. Er verstand die Sorge seines Mannes und er teilte sie. Aber er war der einzige Heiler hier an Bord und morgen wĂŒrden ihn seine Leute dringender brauchen als jemals zuvor. Kein Krieg, keine Schlacht ohne Verletzte. Wie konnte er da da Schiff verlassen? Er konnte es nicht. Jeder Mann hier an Bord, war ein Teil von ihm. Viele davon mehr als nur bloße Maaten, sogar Freunde und Familie. Er konnte nicht gehen, nicht jetzt, nicht zu dieser schweren Stunde. Der Blick von Vano war die Antwort auf alles gewesen. Schweig, Conni befolgte nur meinen Befehl. Warum sie hier waren, wen sie rĂ€chten, verstand Fran. Aber er befĂŒrchtete die Rache war mittlerweile bei Vano zum SelbstlĂ€ufer geworden. Denn sie war alles wofĂŒr er noch gelebt hatte, wofĂŒr er existierte, weil ihm seiner Meinung nach sonst nichts geblieben war. Allerdings standen die Dinge nun anders. Er hatte zurĂŒck ins Leben gefunden dank Boldiszar und hatte sogar Davet zurĂŒck. Sie brachten den Tod, wĂ€hrend der Überbringer zurĂŒck ins Leben fand... und er selbst eines unter dem Herzen trug. Fran legte eine Hand auf seinen Bauch und schluckte. "Ich passe auf, versprochen", flĂŒsterte er kaum hörbar.

Linhard von Hohenfelde
Lin schĂ€lte sich aus dem Bett und musterte Ciel gĂ€hnend. Er konnte sich nicht erinnern, wann er jemals so tief, fest und scheinbar auch lang geschlafen hatte. "Hallo Ciel", gĂ€hnte er, bis sein Kiefer knackte. Irritiert strich er sich ĂŒber seinen Dreitagebart. "Man wie lang habe ich geschlafen? Mein Kopf fĂŒhlt sich an wie ein schwebender Ballon", erklĂ€rte Lin und kratzte sich ausgiebig. Er rieb sich die Augen und schaute Ciel an. "Du siehst fertig aus. ErzĂ€hl mir was los ist", bat Linhard und trank einen Schluck Wasser dass neben sein Bett stand. Seine Augen wurden wieder schwer.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm ihm schnell das Glas aus der Hand und stellte es auf seinen Nachttisch. Dass Linhard sich dabei nasskleckerte, war egal. Vermutlich hatte er sich nach den drei Tagen ohnehin die Hosen beschmutzt. Aber darum konnte sich sein Leibdiener kĂŒmmern - da fiel Ciel auf, dass Linhard gar keinen dabei hatte. Ciel musste sich zusammenreißen, nicht einfach vor lauter Verzweiflung laut zu schreien. Er wĂŒrde das Wasser untersuchen lassen, um herauszufinden, welches Gift sich darin befand. Er packte Linhard und gab ihm eine schallende Ohrfeige, um zu schauen, ob er dadurch wieder wach wĂŒrde.

Linhard von Hohenfelde
Linhard hob die Hand und versuchte Ciel abzuwehren. "Was machst Du denn?", fragte er zerknirscht, ehe so langsam etwas wie Erkenntnis und danach mörderische Wut in seine Augen sickerte. "Das Wasser... dieser pinke Clown hat mir Wasser gebracht als Service! Und ich habe es getrunken! Und mir in die Hose geschissen glaube ich. Na wunderbar. ErzĂ€hl das bloß keinem. Ich brauche meinen Koffer schnell, gib ihn mir", bat Lin keuchend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wuchtete Linhard seinen Koffer herĂŒber. »Nicht nur dir ist das passiert, mich hat er genau so vergiftet. Soll ich dir bei irgendwas helfen?«, fragte er besorgt. »Oder Ferrau holen?«

Linhard von Hohenfelde
Lin schĂŒttelte den Kopf, kramte in seinem Koffer und beförderte ein Paket zu Tage in dem mehrere Phiolen eingesteckt waren. Er zerbrach eine und schĂŒttete sich den Inhalt in den Mund. Einen Augenblick spĂ€ter rollte er sich unter KrĂ€mpfen im Bett zusammen und wimmerte durch zusammengebissene ZĂ€hne vor Schmerz und fing hemmungslos an zu schwitzen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bei den Göttern«, keuchte Ciel entsetzt. »Soll ich Benito holen? Was ist nur los?« Besorgt legte er die Hand auf Linhard, um seine Vitalfunktionen magisch zu erspĂŒren.

Linhard von Hohenfelde
"En...ent...gif...tung.... gl...eich vor..bei...", antwortete Lin mit klappernden ZĂ€hnen. Es dauerte noch geschlagene, sich endlos anfĂŒhlende 10 Minuten, ehe sich Linhard wieder beruhigt hatte. Er war klatschnass geschwitzt, aber hellwach. Langsam richtete er sich auf, zog sich aus und wusch sich so gut es ging sauber. "Das Zeug haut einem alles Gift aus den Poren, manchmal die letzte Möglichkeit bei uns zu ĂŒberleben. Wichtig bei einer Familie wie meiner, sonst verhungert man, wenn man gar nichts isst", sagte Lin wĂ€hrend er sich sĂ€uberte und frische Kleidung anzog. "Wer war das und weshalb?", fragte er wĂŒtend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, dass es Linhard wieder gut ging. Er streichelte ihn beruhigend. »Costantino, vermutlich auf den Befehl von Silvano. Wir sind hier mit den Schiffen an einem Ort, an dem wir nicht sein sollten zwischen zwei nicht genehmigten Schlachten, bei denen souvagnischen Blut vergossen wird. Wir beide wurden vermutlich ausgeschaltet, damit wir nicht dazwischenfunken. Du kennst dich mit solchen Spielchen aus. Bitte sag mir, was wir nun tun mĂŒssen!« Er drĂŒckte Linhard. Er hatte sich in seinem Leben schon mit allem Möglichen auseinandersetzen mĂŒssen, doch noch nie hatte er vollkommen wehrlos in solch einem Spinnennetz gehangen. Er wollte aber auch nicht einfach gehen, sondern wieder Ordnung in die Marine bringen! »Ich habe Angst«, gestand er ganz leise. »Es ist das Blut der Agenten der Autarkie.«

Linhard von Hohenfelde
Lin drĂŒckte Ciel beschĂŒtzend an sich. "Manches Verhalten singt tief im Blut. Aber manches Verhalten was auf den ersten Blick grausam oder böse erscheint ist einfach nur Schmerz Ciel. Das weiß keine Familie so gut wie meine. Sie geben es weiter, da sie gelitten haben, sollen andere leiden. Oder sie rĂ€chen den Verlust von irgendwem. Manchmal rĂ€chen sie sogar den eigenen, denn sie töten ihre Peiniger und dann sich selbst, weil sie mit sich und der Welt nicht mehr klarkommen. So gesehen bin ich froh, dass mein Onkel den Weg nicht wĂ€hlte. Er hĂ€tte Grund dazu, hat Silvano zu so etwas Grund? Wenn man ihn sich anschaut, ja. Woher hat er die Narbe? Reden wir mit ihm? Vielleicht hat er samt der Marine einen Grund dazu. Falls nicht, halten wir ihn auf fĂŒr uns alle, einschließlich ihm", erklĂ€rte Lin und nahm Ciels Hand. "Ein Ring? Wann hast Du geheiratet?", fragte er baff.

Ciel Felicien de Souvagne
»Als du geschlafen hattest«, stöhnte Ciel. »Wir mĂŒssen diesen Sumpf des Verrats ausrotten! Was glaubst du, was der Kerl mit uns macht, wenn er herausfindet, dass wir ihm auf der Spur sind? Er hat uns bereits vergiften lassen, das sollte uns eine Warnung sein. Das nĂ€chste Mal werden wir nicht nach drei Tagen aufwachen, sondern ĂŒberhaupt nicht mehr.«

Linhard von Hohenfelde
"Das wagt er sich nicht nach der Rehabilitierung seiner Eltern. Gehen wir zu ihm. Reden wir mit ihm als Krone, dann wird er antworten mĂŒssen. Und nebenbei, wir haben unsere HĂŒhner hier und ein Schiff ist nicht schneller als ein Drachenhuhn. Wenn er uns töten will, muss er uns erstmal dingfest machen und dann Ciel, werden wir um unsere Haut kĂ€mpfen. Aber vorher reden wir und wenn er meint uns verraten oder töten zu wollen, dann wird er begreifen, dass unsere Familie nicht umsonst den Ruf trĂ€gt, den sie trĂ€gt. Komm", sagte Linhard. Er schnappte sich Ciel, fragte sich nach Silvano durch und betrat den Bugraum. Er musterte die Anwesenden, einschließlich Archibald und wandte sich an Vano. "Folg uns wir mĂŒssen reden. Draußen, sofort", erklĂ€rte Lin und ging nach draußen ohne eine Antwort abzuwarten.

Silvano de Mancini
Silvano musterte Boldi und stupste ihn an, ehe er Linhard und Ciel nach draußen folgte. "Ciel wir hatten gerade das VergnĂŒgen, was ist nun noch?", fragte Vano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde hinterhergeschleift. Im Gegensatz zu Linhard hatte er kein Gegengift genommen und konnte sich nicht dagegen wehren. Nun stand er erneut dem Mann gegenĂŒber, den er eigentlich auf andere Weise hatte wiedersehen wollen - nachdem das Problem auf die Weise der Familie Hohenfelde in Angriff genommen war. Ciel wackelten vor SchwĂ€che und Anspannung noch die Knie, aber er blickte böse. »Von VergnĂŒgen kann wohl kaum die Rede sein - Agentensohn!«, zischte er feindselig.

Linhard von Hohenfelde
"Wie oft wir das VergnĂŒgen haben, liegt bei uns. Wir sind die Krone, das Schiff ist Souvagne, Du bist einer unserer KapitĂ€ne, somit einer unserer Soldaten. Unser Krieger, verstehst Du? Also zum Thema. Wir liegen vor Farisin und ein Kampf steht bevor. Damit wir nicht stören, bekamen wir die Dröhnung. Abstreiten zwecklos. Nachdem ich vom Wasser trank, wurde ich wieder mĂŒde. Ein Gegengift half und das kann nur helfen, wenn was in den Adern kreist. Also was ist das fĂŒr ein Einsatz und wer hat ihn genehmigt und warum?", fragte Lin.

Silvano de Mancini
Silvano verschrĂ€nkte die Arme vor der Brust. "Ja ein Agentensohn, der war ich immer, der werde ich auch immer bleiben. FĂŒr Euch jedenfalls, nicht wahr? Korrekt, mein Schiff ist Souvagnisches Hoheitsgebiet. Ich rĂ€che meine gefallenen Maaten, Souvagner die dafĂŒr ermordet wurden, weil sie eine Karte zeichnen wollten. Ich rĂ€che jeden einzelnen von ihnen, ich rĂ€che meinen Mann, ich rĂ€che mich selbst und ich beschĂŒtzte mit der Auslöschung dieser Bedrohung jeden Souvagner, der diese GewĂ€sser bereist. Wer mir das Recht dazu gab? Der Duc. Ich bin Marineoffizier - Status KapitĂ€n eines Kriegsschiffs. Spricht mir irgendwer das Recht ab, unser Land und unsere Leute zu beschĂŒtzen?", fragte Vano. "Um dieses Recht durchzusetzen und Euch nicht zwischen die Fronten zu bringen wurdet Ihr betĂ€ubt. Damit weder Euch noch uns was passiert. WĂ€rt Ihr einer Bitte gefolgt? Ja? Nein? Ich habe es nicht drauf ankommen lassen. Ich gab den Befehl dazu, meinen Offizier trifft keine Schuld", gestand Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, der wirst du bleiben und wie man sieht zu recht!« Ciel musste sich sehr zusammenreißen. »Souvagner beschĂŒtzt man nicht in fremder Herren LĂ€nder - sondern vor der eigenen HaustĂŒr! In Souvagne! Denn sonst mag es sein, dass man die Brut zu einem Rachefeldzug herausfordert und ihre Flotte dann genau dort hat - vor der HaustĂŒr! Das, was du hier tust, ist nicht die Grenzsicherung, mit der du betraut wurdest, sondern ein kriegerischer Auslandseinsatz! Wegen einem einzigen Mann sind wie viele deiner MĂ€nner bereits gefallen? Wie viele, Silvano?«

Silvano de Mancini
"Wegen ihm? Du meinst wegen der Karte. Zuerst kamen wir in Frieden, sie griffen uns an, töteten uns grundlos. Das soll ich einfach so beiseite schieben? WofĂŒr habe ich ĂŒberlebt, wenn nicht dafĂŒr denen die Quittung zu prĂ€sentieren? Als ich es das erst mal tat und auf Rachefeldzug ging, starben 49 Maaten. Sie starben dafĂŒr um die alten Maaten der Mouette, einschließlich meines Mannes zu rĂ€chen. Und morgen bringen wir das zuende. Wir rĂ€chen die Toten der Mouette, wir rĂ€chen die 49 Maaten des ersten Rachefeldzuges und wir rĂ€chen jeden Mann der Morgen fĂ€llt. Du kannst mich danach gerne vor ein Kriegsgericht stellen und öffentlich hinrichten lassen. Aber das morgen, dass wird stattfinden", beharrte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wird es nicht!", wandte Ciel ein. "Diese Flotte wird Kurs auf Chevrette nehmen! Und zwar sofort!"

Silvano de Mancini
"Nein, dass wird sie nicht. Du kannst ĂŒbermorgen hinfahren wohin Du möchtest, aber das was ich begonnen habe, fĂŒhre ich zuende. Ob Du es verstehst oder nicht, ich tue es fĂŒr die Gefallenen, fĂŒr Souvagne und ich tat es auch fĂŒr meinen Mann. Nun fĂŒr meine MĂ€nner. Wenn ich gehe, dann in der Gewissheit, dass es diese Kreaturen nicht mehr gibt. Wir können uns friedlich einigen, oder ich lasse Euch festsetzen, sucht es Euch aus", antwortete Mancini mĂŒde.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es wird kein weiteres souvagnisches Blut wegen deiner krankhaften Rachefantasien vergossen werden!«, empörte sich Ciel. »Du hast einen eindeutigen Befehl, du hast dich an meine Anweisungen bezĂŒglich des Kurses zu halten und wenn du diesem nicht nachkommst, betrachte ich es als Befehlsverweigerung.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard drĂŒckte Ciel den Mund aufs Ohr. "Ist so ein Rachefeldzug legitim? Ich meine darf er das? In gewisser Weise kann ich ihn verstehen, wir sind auch sehr rachsĂŒchtig", warf Lin ein.

Silvano de Mancini
Silvano musterte Ciel. "Weißt Du ein wahrer VerrĂ€ter hĂ€tte Dir einfach die Kehle durchgeschnitten und Deine Leiche der See ĂŒbergeben. Das ich keiner bin, siehst Du vielleicht spĂ€ter rĂŒckblickend daran, dass Du noch lebst. Um uns beide genau jenen Ärger zu ersparen, habe ich Euch betĂ€uben lassen. Ich habe Deine Befehl zur Kenntnis genommen und verweigere ihn bewusst. Weder meine Offiziere, noch meine Mannschaft trifft eine Schuld. Die Schuld, wie auch die Entscheidung der Kriegshandlung liegt allein bei mir. Nach der Schlacht kannst Du mich ohne jede Gegenwehr dafĂŒr zur Rechenschaft ziehen. So schließt sich dann der Kreis. Ich werde Quennel von Dir grĂŒĂŸen auf der anderen Seite, aber ich werde tun was getan werden muss. Schimpft mich VerrĂ€ter, verachtet mich, tilgt meinen Namen aus der Geschichte - es ist mir gleich. Das tat Dein Freund Quennel bereits, als er meine Mutter vor meinen Augen tötete, als er meinen Vater tötete. Damit wurde mir doch schon alles genommen. Eltern, Erinnerung, Mann, Freunde, Familie, der lapische Rest dieses Kadavers gehört Dir ĂŒbermorgen", sagte Vano kalt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dein Kadaver gehört mir bereits heute! Du gehörst der Krone, wie jeder andere hier! GrĂŒĂŸe Quennel, wenn dich das glĂŒcklich macht. Ich werde derweil BoldiszĂ r von dir grĂŒĂŸen und schauen, inwieweit er damit zu tun hat. Linhard, wir gehen. Ich habe diesem ... dieser Person nichts mehr zu sagen.«

Silvano de Mancini
"Lass Boldiszar aus dem Spiel, er hat nichts damit zu tun. Die Sache steht bereits seit 193, also was soll er damit zu tun haben?", fragte Vano wĂŒtend.

Ciel Felicien de Souvagne
»Genau das werde ich herausfinden, so wie alles andere. Wozu gibt es die Himmelsaugen - um die Agenten und deren Nachfahren zu ĂŒberwachen! Und zwei Himmelsaugen haben wir ja glĂŒcklicherweise an Bord. Ich werde sie jedes einzelne Mannschaftsmitglied auslesen lassen, inklusive BoldiszĂ r und dann wird sich zeigen, wen welches Schicksal erwartet.«

Silvano de Mancini
"Solange Du nur mir drohst, ist mir das gleich. Aber lass die Finger von meinem Mann. Er hat Euch ein Leben lang treu gedient, er hat sich fĂŒr Euch den Arsch aufgerissen, damit Ihr in Ruhe leben könnt. Und er kam aus dem tiefen Dreck und ihm wurde ebenso alles genommen, sogar das Gesicht geraubt. Er und seine Einheit waren Deine Lieblingseinheit, wohl nicht ohne Grund. Halt ihn da raus, Du solltest wissen wer er ist. Ich habe gesagt, dass ich die Strafe auf mich nehme. Und ich werde sie akzeptieren, dass heißt, falls ich nicht in der Schlacht falle. Aber wenn Du meinen Mann bedrohst, zwingst Du mich zu ganz anderen Mitteln. Mittel die ich gegen Dich nicht anwenden möchte, dass betone ich", sagte Vano mit einer Mischung aus Wut und Verzweiflung.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich drohe gar niemanden, ich zeige nur die notwendigen Konsequenzen auf«, knurrte Ciel böse. »Lass. Die Schiffe. Umkehren. Jetzt.«

Silvano de Mancini
Vano musterte ihn ernst. "Das kann ich nicht", sagte er dann erstaunlich sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
"Doch", sagte Ciel. "Du musst einfach nur den Befehl geben."

Silvano de Mancini
"Du verlangst, dass ich meinen Schwur breche und auf die Gefallenen spucke. Wie soll ich das können? Jaques hat ĂŒbermorgen den Befehl ĂŒber die Choucas, er wird Dich nach Hause bringen. Wohlbehalten, unversehrt, mein Wort drauf", antwortete Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
"Jetzt", wiederholte Ciel. "Du spuckst nicht auf die Gefallenen - du spuckst auf die Lebenden, Silvano."

Silvano de Mancini
"Ich habe schon dreimal den Befehl verweigert, dass reicht doch oder etwa nicht? Ich spucke nicht auf die Lebenden ich beschĂŒtze sie. Das solltest Du gemerkt haben. Der Rat der Farisin ist bereits tot, also was soll es noch?", fragte Mancini.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und wie viele Souvagner sind es ebenfalls seit gestern? Wir sind hier fertig!" Ciel packte Linhard am Ärmel und zog ihn weg.

Silvano de Mancini
Vano blickte Ciel hinterher. `14 sind esÂŽ, antwortete er gedanklich, ehe er zurĂŒck in den Bugraum ging und sich neben Boldi legte. "Hör zu, sobald die Schlacht morgen geschlagen ist, wirst Du mit Davet auf dessem Schiff abreisen in Ordnung? Ciel weiß es und ich bekomme meinen Kopf nicht aus der Schlinge gezogen ohne ihn zu meucheln. Aber gleich was er von mir hĂ€lt, ich werde niemanden der Krone angreifen oder töten. Lass ihn von mir denken was er will, dass tun sie eh. Drauf geschissen, sieh zu dass Du wegkommst, kehre nicht mit zur Choucas zurĂŒck. Wenn es Dir möglich ist, sieh zu dass Du nach Ledwick kommst, oder Davet fĂ€hrt Dich bitte hin. Du hast ein Hausboot und eine Dschunke. Die Papiere sind in meiner Seemannskiste. Bevor wir aufbrechen, steck die Papiere ein oder bring sie nachher an Bord der Aquila Boldi. Du hast ein Zuhause, Du hast ein Auskommen und Du hast Davet - alles wird gut", sagte Vano und kĂŒsste seinen Mann liebevoll, wĂ€hrend Davet Vano anstarrte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard ließ sich von Ciel mitzerren und folgte ihm auf dem Fuße. "Er ist kein mieser Kerl, dass ist Dir klar oder? Was möchtest Du tun? Wir könnten mit den DrachenhĂŒhnern abreisen. Er könnte uns dingfest machen mit seinen Leuten, aber wir könnten auch ihn dingfest setzen, wenn wir James und Rene auf unserer Seite haben, wird er die FlĂŒgel strecken. Was meinst Du Ciel? Ich denke nicht, dass er uns schaden will, ehrlich nicht", sagte Lin und hielt Ciel schĂŒtzend fest.

Ciel Felicien de Souvagne
»Linhard«, sprach Ciel und drĂŒckte sich an ihn. »Es geht nicht um uns, nicht um dich oder mich. Es geht hier darum das Leben von diesen Souvagnern zu schĂŒtzen. Schau sie dir an, wie sie alle ihren Arbeiten nachgehen, scherzen, sich auf zu Hause freuen und auf ihre Familien. Und nun wisse, dass nur ein Teil von ihnen wieder heimkehren wird. Wie viele MĂŒtter haben gestern ihre Söhne verloren, wie viele Frauen und MĂ€nner ihren lieben Gatten? Wie viele Kinder ihren Vater? Manchmal sind Tode nicht zu vermeiden, um ein Land zu schĂŒtzen. Aber diese Tode hier sind absolut unnötig. Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich das ignoriere und einfach nach Hause fliege! Das ist nicht dein Ernst. Das kann einfach nicht dein Ernst sein!«

Linhard von Hohenfelde
"Das verlange ich doch auch gar nicht, ich fragte Dich was Du tun möchtest. Du hast genauso Recht wie er, dass ist hier das Problem. Er will eine Bedrohung beseitigen durch einen gnadenlosen Kampf. Nun so hielt es auch unsere Familie. Du möchtest genau jene beschĂŒtzen, die kĂ€mpfen wĂŒrde. Er doch auch, dass begreift er nur nicht. Du möchtest seine Leute beschĂŒtzen. Jene die er auch beschĂŒtzt! Das ist zum Haare raufen, wenn ich ich welche hĂ€tte. Aber damit mit dem Agent hat ihn getroffen, dass hat man gesehen. Er ist geĂŒbt eine Maske zu tragen, aber das hat sie durchbrochen, dass tat ihm weh. Du kannst morgen frĂŒh nochmal mit ihm reden, oder wir reden mit Rene und James, damit Jaques das Kommando ĂŒbernimmt. Auf das was er getan hat steht die Todesstrafe oder?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich mĂŒsste nachschlagen, normalweise befasst mein Vater sich mit so was. Es hĂ€ngt von vielen Faktoren ab, wie die Strafe bemessen ist. Er schĂŒtzt die seinen, indem er andere sinnlos umbringt. Wenn er in den Farisin eine derartige Gefahr sieht, hĂ€tte er damit an uns herantreten mĂŒssen. Wir werden mit jemand ganz anderem reden. Mit Costantino.«

Linhard von Hohenfelde
"In Ordnung, dann reden wir mit dem. Der weiß vielleicht mehr, als Offizier steht er ihm nah. Ich meinte nur. Auf der anderen Seite noch ist nichts geschehen, noch könntet Ihr beiden Euch versöhnen. Drum. Ja damit hast Du auch Recht, wenn sie so eine Gefahr sind, hĂ€tte er das melden mĂŒssen und nicht auf eigene Faust handeln sollen. Dann wĂ€re es eine offizielle Aktion, oder sowas. Wo ist der seine Kabine? Also von Costantino", fragte Lin freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich weiß es. Ich habe beobachtet, wo hier wer rein und raus geht. Ansonsten findet man die Offiziere gut anhand ihrer LautstĂ€rke." Er drĂŒckte Linhard noch einmal an sich und gab dann den Weg zu dem Mann vor, der sie beide vergiftet hatte.

Linhard von Hohenfelde
"Stimmt die brĂŒllen lauter als jeder BrĂŒllaffe", stimmte Lin zu und folgte Ciel in die KajĂŒte des achten Offiziers.

Costantino Marchesi
Costantino lag entspannt in seiner Koje, aber als die beiden seine KajĂŒte betraten rollte er sich auf die Beine und taxierte sie mit argwöhnischem Blick. Nichts von dem sonst so witzigen, charmanten, geckenhaften Offizier war ĂŒbrig. Lin wusste wer ihm da gegenĂŒberstand, oder besser gesagt - was. Conni schien einen Moment abzuwĂ€gen, ehe er sich minimal entspannte und ein freundliches Gesicht aufsetzte. "Mon Chou... Du hier, was kann ich fĂŒr Dich tun?", fragte er freundschaftlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war der Stimmungswandel nicht entgangen. Er setzte sich trotzdem zu Costantino aufs Bett. »Bonjour. Du verzeihst, meine Beine sind noch ziemlich wackelig.« Er musterte ihn aufmerksam und seine Furcht und Wut wurde von einer anderen Emotion ĂŒberlagert - brennender Neugier. Den meisten Menschen war es unangenehm, wenn Ciel sie mit derart unverhohlenem Interesse taxierte. »Ich wĂŒrde gern mit dem anderen Conni reden, mon chou«, bat er.

Costantino Marchesi
"Mon Cher, dass hast Du lieb gesagt. Reden wir in Ruhe und Freundschaft", antwortete Conni und setzte sich nĂ€her zu Ciel. Er legte ihm einen Arm um die Schulter und schaute ihn ebenfalls genau an. "Es war zu Eurem Schutz, dass sollt Ihr wissen. Frage was immer Du fragen möchtest, mon Cher ich antworte, gleich was es ist und danach klĂ€re ich Euch ĂŒber unsere Mission auf. Seid nicht wĂŒtend, seid meine GĂ€ste", sagte er, stand auf und schenkte ihnen allen Rum ein. Er nahm sich selbst ein Glas und trank zuerst davon. "Als Beweis", grinste er und setzte sich wieder neben Ciel. "Sprechen wir unter Freunden", bat er.

Costantino Marchesi
Zweitcharakter
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#13

Beitrag von Costantino Marchesi » Sa 10. Nov 2018, 22:36

Das böse Erwachen
Fortsetzung


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste sich eingestehen, dass ihm angenehm war, dass Costantino so vertraulich mit ihm umging. Möglich, dass das die Absicht dahinter war und keine wirkliche Freundlichkeit dahintersteckte. Das Ă€nderte allerdings nichts an Ciels Empfinden, ließ ihn nur aufmerksamer werden. Dem Prince gingen viele Fragen durch den Kopf, aber er beschloss, nicht gleich Conni die Armbrust auf die Brust zu setzen, bevor er zu den harmlosen Fragen kann, wie er es sonst meistens tat, sondern diesmal mit den unverfĂ€nglicheren Fragen zu beginnen. »Wie war es, mich beim Schlafen zu beobachten?«, wollte er wissen.

Costantino Marchesi
"Was möchtest Du hören Mon Chou? Du siehst sehr appart aus im Schlaf, aber ich habe Dich nur angeschaut, da ich weiß wem Du gehört. Nur geguckt. Hattest Du Angst ich wĂŒrde Dir etwas zu Leide tun? Nun ich tue dabei niemandem etwas zu Leide, sondern verwöhne sie. Aber sie erinnern sich nicht und sie stören mich nicht", antwortete Conni. Er setzte sich etwas gemĂŒtlicher hin, aber so dass er Linhard ebenfalls im Auge behielt. "Du weißt davon, dann weißt Du sicher auch warum es dazu kam. Bist Du mir sehr böse?", fragte Costantino fĂŒrsorglich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Wahrheit möchte ich hören«, antwortete Ciel. »Ob ich verwöhnt wurde oder grob behandelt wurde, hĂ€tte kaum einen Unterschied gemacht, da ich gern selbst entscheiden möchte, wen ich berĂŒhre.« Plötzlich bekam Ciel heiße Ohren, da ihm bewusst wurde, dass er selbst kaum besser war, nur dass er keine Körperteile in seine Opfer schob. Er dachte an Alexandre, der wiederholt Opfer seines eigenen SchĂŒlers wurde, sich hatte betrachten, anfassen und zeichnen lassen mĂŒssen. Ciel hatte Costantino sogar um Hilfe gebeten, als er Silvanos Augenhöhle in Ruhe mit den Fingern untersuchen wollte. »Jedenfalls möchte ich, dass du mich kĂŒnftig fragst, bevor du mich im Schlaf beobachtest und mich nicht mehr gegen meinen Willen schlafen schickst oder einen anderen der GĂ€ste! Warum hast du das ĂŒberhaupt getan?«

Costantino Marchesi
"Die Wahrheit, schön dass sich jemand dafĂŒr interessiert. Selten, wahrlich selten Mon Dieu. Du fast Dich weich an, zart oui? Du hast schöne Haut. Ich habe Dein Gesicht gestreichelt und Dich so hingelegt, dass Du nicht auf Dein Anlitz rollst und erstickst. Die erste Zeit habe ich gewacht und Dich betrachte Mon Chou, beides in einem. Ich habe Dich schlafen geschickt, da Silvano mich darum bat. Du solltest seine Rache nicht verhindern und Dir durfte nichts geschehen. Die einfachste Lösung fĂŒr all dass, ein herrliches Nickerchen", grinste Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du weißt, dass das als Angriff auf die Krone gewertet werden kann?«, fragte Ciel. »Ach, was sage ich, es IST ein Angriff auf die Krone! Ich hĂ€tte zudem eine Allergie haben können auf dein Gift! Ich habe gerade mit Silvano gesprochen bezĂŒglich seines Wunsches nach Rache, den ich ihm verbot. Ich ordnete an, sofort die Flotte wenden zu lassen und Kurs auf die Reederei Chevrette zu nehmen. Was er mir prĂ€sentierte, war eine Befehlsverweigerung, die weder durch Appellieren an seine Vernunft noch durch NachdrĂŒcklichkeit aufzuweichen war. Was sagst du dazu?«

Costantino Marchesi
Conni schlug beide Beine untereinander und schaute Ciel lange und ernst an. "Mon Cher, Du hast Recht aber ich habe Dir nicht schaden wollen. Du bist der Mann von einem meiner besten Freunde und ich hĂ€tte Dich nicht gefĂ€hrdet. Allergie, ja das wĂ€re möglich gewesen. Aber dann hĂ€tte ich sofort Fran zur Hilfe geholt. Ich fand die Idee nicht schlecht, dass Du die Mission einfach verschlĂ€fst. Was ich dazu sagen kann ist, dass Vano nur fĂŒr den Moment der Rache gelebt hat. Damals 193, wo er seiner Meinung nach versagte und auch fast verstorben wĂ€re. Dabei verlor er sein Auge und mit dem Auge auch den Blick auf die RealitĂ€t, wie mir scheint. Jedenfalls was seine Verbissenheit anbelangt. Er schwor seinem Mann Rache, dass er Blutrache ĂŒben wĂŒrde. Dass mag pathetisch klingen, ĂŒberzogen, aber dazu musst Du Vano verstehen oui? Er beschreibt es so - manchmal ist ein anderer Mensch Dein Zuhause. Das war sein Mann, so wie es jetzt Boldiszar ist. Als sein Mann starb, verlor er den Sinn seines Lebens. Jedenfalls dachte er das. Er betrachtet die Welt durch Scheuklappen, wie durch sein Teleskop. Das Ziel fest im Blick, das Drumherum wird ausgeblendet. Sein Ziel war es, seinen Mann zu rĂ€chen und ihm dann zu folgen. Er existierte nur noch dafĂŒr. Diese Aufgabe hielt ihn verbissen am Leben. Und in diesem Kampf, den er eigentlich gar nicht gewinnen wollte, herrschte ein Zwiespalt. Überleben um Davet zu rĂ€chen. Nicht ĂŒberleben wollen da Davet fehlt. Sein Körper und sein Geist kĂ€mpften um zu ĂŒberleben und er aß nichts mehr Mon Cher. Fran hat ihn zwangsernĂ€hrt, bis er ĂŒber den Berg war, sonst wĂ€re er schlicht verhungert. Er isst und erbricht sich, er kann das nicht steuern. Er hat viele GrĂŒnde zu leben, aber der Blick durch das Teleskop zeigt ihm nur das eine Ziel das er anvisisiert Mon Cher. Er sieht nicht seine Eltern, sie lieben ihn. Er hat Freunde, die lieben ihn. Er hat sein Schiff, er hat die See, er hat einen guten Beruf, er ist sonst gesund. NatĂŒrlich hat er von den KĂ€mpfen auch Verletzungen aber die sind verheilt und manchen kaum Ärger, bis auf sein Auge. Und dann kam Boldi und er legte das Teleskop beiseite. Er schaute sich die Welt an und fand sie schön. Manchmal Mon Cher, ist er wie ein kleines Kind. Er kann in eine PfĂŒtze schauen und beobachtet die FadenwĂŒrmer und er findet etwas Schönes an ihnen. Oder er sieht einen Strandkrebs und schaut ihm zu und findet ihn schön. Er ist ein Schöngeist. Er findet in jedem Lebewesen Schönheit, nur in sich nicht. Sein Gesicht verbirgt er hinter Schminke. Ich unterstreiche mein wundervolles Aussehen damit, er versteckt sich dahinter. Boldiszar war der Mann, der ihm das Teleskop abnahm und ihm das Licht der Welt zurĂŒckbrachte. FĂŒr einen Moment. Denn je nĂ€her der Termin rĂŒckte, wo er seinen Mann rĂ€chen musste, je besorgter wurde er um Boldiszar. Nun war sein Ziel ein neues. Davet rĂ€chen und Boldiszar abzusichern. Das hat er lĂ€ngst getan. Boldiszar besitzt ein Hausboot Mon Cher, eine Dschunke und ein Konto. FĂŒr den Fall das er die Schlacht nicht ĂŒbersteht, damit Boldi niemals zurĂŒck muss in die Dunkelheit. Er wandert immer so nah am Tod Mon Chou, dabei will er nur eines, leben. Du hast keine Macht ĂŒber Silvano Mon Chou, es gibt nur zwei MĂ€nner die Macht ĂŒber ihn haben. Nicht auf diesem Schiff, nicht in Souvagne auf der ganzen Welt. Beide sind im Bugraum und der mĂ€chtigere von beiden trĂ€gt seinen Ring und Boldi ihn ganz tief im Herzen. Wenn Du an seine Vernunft appelieren willst, rede mit der Vernunft - sie heißt Boldi. Vano sieht nicht, was er nicht sehen kann kleiner Prinz", erklĂ€rte Conni sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann gehört er in ein Sanatorium«, antwortete Ciel. »Und das meine ich nicht böse, sondern ernst. Wenn er seine Fantasie nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden kann und andere MĂ€nner dafĂŒr in den Tod schickt und zur Befehlsverweigerung anstachelt, gibt es nur zwei Optionen: Block oder die schĂŒtzenden Mauern eines Sanatoriums, wo er weder sich noch anderen schaden kann. Die MĂ€nner, die fĂŒr seinen Wahn sterben, tragen an Davets vermeintlichem Tod genau so wenig schuld wie am Verlust von Silvanos Auge. Ich werde nicht mit BoldiszĂ r reden, ich bin niemand, der um Gehorsam bettelt. Ich versuche es lange auf vernĂŒnftigem Wege, doch wenn kein Weg ĂŒber den Verstand fĂŒhrt, werde ich das Gesetz sprechen lassen. Silvano ist zu seinem und zum Schutze seiner Mannschaft mit sofortiger Wirkung festzusetzen. Das Kommando ĂŒber die Choucas ĂŒbernimmt Jacques.«

Costantino Marchesi
"Vielleicht muss er das wirklich Mon Cher, er kann nicht mit Davets Tod umgehen. FĂŒr ihn ist oder war er immer noch lebendig. Und obwohl er fort war, war er immer dabei. Er fragt nach seiner Meinung und die war stets richtig. Dass der Mann wirklich noch lebt, dass konnte niemand wissen. Silvano zu unterstellen, er schickt Leute bewusst in den Tod, ist unfair. So muss ich es sagen. Er möchte alle seine Leute beschĂŒtzen, aber er ist sehr rigoros darin geworden. Vor allem nachdem er das erste mal versagt hat. Mon Cher, das sagt er! Nicht ich. Er hat nicht versagt, er hat den Mörder seines Mannes getötet. Aber es war nicht genug, denn die Gefahr war noch da. Deshalb sind wir hier. Er möchte keinen seiner Leute verlieren Mon Cher. Er rĂ€chte sogar die 49 Maaten, die bei der ersten Rachefahrt starben. Er gedenkt ihrer, aber er sieht es als seine Pflicht uns vor diesen Kreaturen zu verteidigen. Und der sicherste Weg ist, sie existieren nicht mehr. Das er vielleicht in Behandlung sollte, was seine Ängste angeht stimmt. Aber das hĂ€tte Santo sofort tun mĂŒssen, nachdem Vano nach Hause kam und sein halbes Gesicht nur noch eine blutige Wunde war, schwĂ€rend von Wundbrand. Er war wahnsinnig vor Schmerzen, körperlich wie geistig. Körperlich die grauenvolle Wunde Mon Chou und geistig, die Wunde von Davets Verlust und sein Wahn - völlig versagt zu haben. Wieder einmal. Wieso wieder einmal, fragte ich ihn in einem lichten Moment. Er hatte ihn nicht retten können. Wie sollte er das denn können? Ein Mann allein? Nein Du musst nicht um Gehorsam betteln, Du bist sein Herr, unser aller Herr. Prince der Krone, ein Mitglied der Krone. Aber Mon Cher, Du bist auch ein weitsichtiger Mann um zu verstehen, was mit ihm los ist. Darum hast Du auch ein Sanatorium vorgeschlagen anstatt den Block oui? Ob ich ihn dingfest machen kann, wird sich zeigen. Er wird sich nicht kampflos geschlagen geben, er wird seine Aufgabe erfĂŒllen wollen. Ich muss mit den anderen Offizieren reden, wenn sie mitziehen wird er sich fĂŒgen mĂŒssen", erklĂ€rte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Rache hat noch nie vergangenes Unrecht wieder gut gemacht, mon chou«, sagte Ciel traurig. »Sie vermag nur noch mehr Leid zu bringen und das Rad der Vergeltung dreht sich weiter und weiter, bis wir irgendwann nicht mehr in der Lage sind, es aufzuhalten. Ob Silvano es gut meinte oder nicht spielt keine Rolle, es kommt auf das Selbe hinaus: Befehlsverweigerung, Fahnenflucht, der sinnlose Tod ungezĂ€hlter Souvagner. Ich nehme an, er vertraut dir. Warum schickst du ihn nicht schlafen, anstatt ihm gegenĂŒberzutreten?«

Costantino Marchesi
"Weil er mich zu gut kennt, ich kann ihn vermutlich nicht tĂ€uschen oder nicht lange genug. Wo soll ich ihn festsetzen in seiner KajĂŒte oder in der Zelle? Ihn eingesperrt zu sehen, geht mir nahe und so ĂŒber ihn zu reden auch. Er ist mein Freund und er war immer gut zu uns. Ich weiß was er tat und dennoch fĂŒhle ich mich als verrate ich ihn. Ich werde mein Bestes geben, aber er ist im Bug nicht bei der Mannschaft, er ist unter GĂ€sten, sehr gefĂ€hrlichen GĂ€sten Mon Chou", erklĂ€rte Conni. Er stand mit einer geschmeidigen, fast tĂ€nzerischen Bewegung auf und durchsuchte seinen kleinen Koffer. Er nahm eine Spritze zur Hand und zog darin eine seltsam violette FlĂŒssigkeit auf. "Sie wird ihn schlafen schicken, ich hoffe schnell genug. Das ist das StĂ€rkste was ich habe", erklĂ€rte Conni und verbarg die Spritze in seinem weiten PuffĂ€rmel. "Sobald er wach ist, wirst Du was mit ihm tun?", fragte Costantino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ihn noch einmal zum GesprÀch bitten, damit du Gelegenheit findest, ihn zu betÀuben, schlage ich vor«, antwortete Ciel. »Ich kann verstehen, dass es dich schmerzt, doch dies ist zu seinem Schutz, denn wenn ich nicht allein mit einem störrischen KapitÀn fertig werde, wird mein Vater mir mit entsprechenden Einheiten zu Hilfe eilen und jeden einzelnen von euch an Ort und Stelle richten.«

Costantino Marchesi
"Wir sind Eure Leute, wir tun Dinge die manche nicht gut heißen, aber wir tun sie fĂŒr Euch und taten sie fĂŒr Euch. Denkt daran, bevor Ihr uns in den Tod schickt. Nun dann gehen wir zu ihm. Wir mĂŒssen ihn an Deck bitten, dort unten wird er geschĂŒtzt sein", erklĂ€rte Conni und schaute Ciel kurz ins Gesicht. "Gehen wir", sagte er dann und gab den Weg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Souvagner sinnlos und gegen den ausdrĂŒcklichen Willen der Krone in den Tod zu schicken ist sicher nichts, das ihr fĂŒr uns tatet. Das tatet ihr fĂŒr Silvanos Eigensucht, einen sehr hĂ€ssliche Charakterzug.« MĂŒrrisch, aber mit neutraler Miene folgte Ciel Costantiono.

Costantino Marchesi
"FĂŒr andere sterben zu wollen, kann man bezeichnen wie man mag Mon Chou, aber nicht als Eigensucht. Er ist... war unser KapitĂ€n. WĂ€re er ein schlechter Mann gewesen, wĂ€re ihm niemand gefolgt, ich habe es Dir erklĂ€rt", sagte Conni und klopfte ehe er erneut den Bugraum betrat. Er stupste Ciel vorsichtig mit dem Ellenbogen an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel begriff nicht, was Costantino mit dem Stupser ausdrĂŒcken wollte. Er hoffte, dass das nicht irgendein Geheimzeichen fĂŒr Silvano war. Die Beißer im Bugraum verhielten sich verstörend zahm am heutigen Tag. Sie lagen entspannt in dem Nest aus Segeltuch, was inzwischen so gewaltige Ausmaße angenommen hatte, dass Ciel sich fragte, ob es ĂŒberhaupt noch genug Ersatzsegeltuch gab. Sie lagen eng beieinander und kuschelten. Ciel betrachtete Tekuro und Patrice, die schlĂ€frig vor sich hinblinzelten und vermutlich nur darauf warteten, dass er endlich wieder ging. Das brachte Ciel auf einen Gedanken. »Silvano, ich habe ĂŒber alles nachgedacht. Ich möchte noch einmal mit dir im Guten sprechen. Bitte begleite mich hinaus. Kazrar, du auch.«

Silvano de Mancini
Silvano rollte sich auf die FĂŒĂŸe und kĂŒsste Boldiszar erneut. "Bis gleich Schatz", flĂŒsterte er und knuffte Davet, so wie er sich zuvor auch verabschiedet hatte. Silvano drĂŒckte sich an Ciel und Conni vorbei und betrat das Deck. "Im Guten, in Ordnung. Reden wir im Guten", gab Vano von dort zurĂŒck und schaute einmal sein Schiff zum Bug und dann zum Heck entlang runter, ehe er auf Ciel, Conni und Kazrar wartete.

Kazrar
Kazrar musterte den Prince aus ganz schmalen Augen, tippte seinen Sohn an, nickte Archibald zu und folgte dann Silvano nach draußen. Dort wartete er ebenfalls und schaute sich misstrauisch um. Conni folgte den beiden und blieb ein klein wenig abseits stehen, um notfalls handeln zu können. "Ich warte ebenfalls. WorĂŒber sollen wir verhandeln?", fragte Kaz verunsichert.

Ciel Felicien de Souvagne
»Silvano und Conni, geht schon einmal vor, ich komme gleich nach.« Ciel wartete, bis die beiden sich entfernt hatten dann nickte er in Richtung von Kazrars Bein. »Verletzt oder lahm?«

Kazrar
"Verletzt und auf dem Wege der Heilung, was möchtet Ihr von uns?", fragte Kaz lauernd.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du bist der AnfĂŒhrer der Beißer, habe ich den Eindruck. Gehe ich Recht in dieser Annahme? Lass mich die Wunde einmal sehen. Wenn ein Krieger hinkt, darf man davon ausgehen, dass die Schmerzen nicht unerheblich sind.«

Kazrar
"Nein es ist alles in bester Ordnung, vielen Dank. Ich benötige Eure Hilfe nicht, wir haben selbst einen sehr fachkundigen Heiler in unseren Reihen. Also worum gehts?", fragte Kaz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Deine Entscheidung. Ich möchte euch ein Angebot machen. Ihr alle seid hervorragende KĂ€mpfer. Tekuro und Patrice haben lange Jahre in meiner Einheit der Leibwache gedient. Du kennst diese Einheit, UnitĂš B hat euch gejagt.« Ciel erklĂ€rte es vereinfacht, es ging um das Prinzip. »BoldiszĂ r klammere ich gerade bewusst aus. Diese Einheit musste ich leider an Land zurĂŒcklassen, wie du weißt. Euch habe ich seither ignoriert und euren Aufenthalt in diesem StĂŒck souvagnischem Hoheitsgebiet geduldet trotz anderslautender Befehle. Ich beginne zu bereuen, UnitĂš B nicht an meiner Seite zu haben. Darum wollte ich fragen, ob wir uns nicht auf eine vorĂŒbergehende Zusammenarbeit einigen können.«

Kazrar
Kaz musterte Ciel erstaunt und nickte dann knapp. "Wenn Ihr es ehrlich meint, ja. Was genau habt Ihr Euch unter dem Angebot vorgestellt? Eure Leibgarde? Ihr wisst, dass mein Sohn ein hervorragender KĂ€mpfer ist. Also was schwebt Euch vor? Ich wurde von einem Hund gebissen und Patti hat die Wunde versorgt. Solltet Ihr wirklich an einer Zusammenarbeit interessiert sein, dann nehme ich Euer Angebot der Wunderversorgung an. Ich hatte etwas anderes befĂŒrchtet, damit habe ich nicht gerechnet. Also lasst Euer Angebot hören", sagte Kaz umgĂ€nglich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Kazrar ernst an. »Ich bin kein LĂŒgner. Dass ich zu meinem Wort stehe, werden Tekuro und Patrice dir bestĂ€tigen. Mein Befehl lautet, euch alle gefangen zu nehmen, außer Archibald, der sobald als möglich zu töten ist. Wenn ihr bereit seid, mir bei einem großen Problem beizustehen, werde ich euch entkommen lassen und euch auch niemanden hinterherschicken. Zeig mir dein Bein«, bat Ciel.

Kazrar
"Das ist ein Wort. Moment, es war wie gesagt ein Biss", erklĂ€rte Kazrar und krempelte sein Hosenbein nach oben. Die Wunde sah noch schlimm aus, aber war nicht mehr rot und entzĂŒndet, Dank Pattis guter Vorarbeit und Wundversorgung.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bitte kurz die Augen schließen«, sprach Ciel. Trotzdem hockte er sich so, dass Kazrar nicht sah, was er da unten tat. Kazrar spĂŒrte eine angenehme WĂ€rme, die sich von der Wunde in seinem ganzen Körper ausbreitete. Als Ciel sich wieder aufrecht hinstellte, war die Wunde vollstĂ€ndig geschlossen. Nur eine rosa Narbe erinnerte noch daran, was mit dem Bein geschehen war.

Kazrar
Kaz schloss zuerst die Augen und als er sie wieder öffnete, war die Wunde nur noch eine Erinnerung. Was immer Ciel getan hatte, es fĂŒhlte sich angenehm an, fast wie eine liebevolle Umarmung. Probeweise bewegte er das Bein, ehe er Ciel in die Augen blickte. "Danke, das ist besser als ich ĂŒberhaupt zu hoffen wagte", freute sich Kaz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Lebenden zu schĂŒtzen ist meine Aufgabe«, sprach Ciel freundlich. »Was immer du in der Vergangenheit getan hast, auch du bist ein Lebender und ich wĂŒnsche dir nichts Schlechtes, so lange ich niemand Unschuldigen vor dir schĂŒtzen muss. Die Wunde wird dir keine Probleme mehr machen. Werdet ihr mich unterstĂŒtzen?«

Kazrar
"Ja das werden wir, aber Archibald und mein Sohn sind Vampire, sie können Dir nur nachts beistehen. Nun einst lebte ich und Dank des Geschenk des Ältesten lebe ich wieder. Und nur so kann ich an der Seite meines Sohnes sein. Was soll ich fĂŒr Dich tun?", fragte Kaz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Silvano de Mancini verweigert sich meinen Befehlen. Ich versuche noch einmal, gemeinsam mit Costantino ihn zu ĂŒberzeugen, doch ich kann weder sicher sein, ob Conni mich unterstĂŒtzen wird, noch ob wir erfolgreich werden, sollte er es tatsĂ€chlich tun. Im ungĂŒnstigsten Falle habe ich die komplette Mannschaft gegen mich. Die werdet ihr auch nicht aufhalten können, aber in diesem Falle wĂ€re mir eine gemeinsame Flucht mit euch lieber, da erfolgversprechender, als wenn ich allein fliehen mĂŒsste, was mir wohl kaum gelingen dĂŒrfte. Außer mir mĂŒssten noch die Princen Linhard und Remy in Sicherheit gebracht werden, letzterer samt seinem Leibdiener Maurice und auf jeden Fall mein eigener Leibdiener Ferrau! Bellamy wĂŒrde ich ebenso gern mitnehmen, aber ich glaube nicht, dass er seinen Bruder hier zurĂŒcklassen wird. Traust du euch das zu?«

Kazrar
"Ja, dafĂŒr mĂŒsst Ihr mir vertrauen. Eine Hand wĂ€scht die andere. Ich muss Euch nur sicher von dem Schiff bringen, dann seid Ihr in Sicherheit und ich werde Euch beschĂŒtzen. Mit Conni habt Ihr einen guten VerbĂŒndeten, der erste Offizier wĂ€re auch nicht schlecht. Redet mit dem Mann, wir stehen Euch bei fĂŒr unsere Freiheit. Besonders wichtig ist mir die Freiheit meines Sohnes und seiner Frau Nori", sagte Kaz und machte eine Geste, dass Ciel Silvano folgen sollte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich werde sehen, was ich fĂŒr euch tun kann«, versprach Ciel. »BoldiszĂ r, Bellamy und Davet sind bitte nicht ĂŒber unsere Vereinbarung einzuweihen. Ich werde euch vertrauen. Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient, lautet einer der GrundsĂ€tze meines Vaters. Hier ist die Eure.« Er folgte Silvano und Costantino und schaute, wo sich diese befanden.

Kazrar
Kazrar nickte und folgte Ciel in einigem Abstand, falls die beiden anderen Herren oder zumindest der KapitĂ€n handgreiflich werden sollte. Er sah zwar nicht danach aus, aber Verzweiflung ließ Menschen einiges tun.

Silvano de Mancini
"Aller guten Dinge sind drei Prince, also auf ein weiteres GesprĂ€ch. Was möchtet Ihr diesmal von mir? Immer noch das Gleiche wie zuvor? Oder geht es um die BetĂ€ubung durch Conni, die ich anordnen ließ?", fragte Silvano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Um die BetĂ€ubung geht es nicht, ĂŒber diese habe ich mich bereits mit Costantino besprochen. Wir sind vorhin im Unguten auseinandergegangen und ich möchte ein letztes Mal versuchen, eine gewaltfreie Lösung zu finden. Sollte es zu keiner Einigung kommen und sich auch die Mannschaft nicht als kooperativ erweisen, wird dies fĂŒr keinen von euch ein gutes Ende nehmen«, sprach Ciel ruhig, aber nachdrĂŒcklich. »Denk noch einmal nach. Du hast dir ein Leben mit BoldiszĂ r aufgebaut und deinen vermeintlich toten Partner wieder. Willst du dies alles hinschmeißen und sie mit dir gemeinsam in den Tod reißen?«

Silvano de Mancini
"Nein das möchte ich auf keinen Fall, es soll Boldi, Davet und auch der Mannschaft kein Leid geschehen. Sie können nichts fĂŒr meine Entscheidung. Ebensowenig Rene und James, ich habe sie im Unklaren gelassen, verschont sie bitte. Also was verlangt Ihr, dass meine Familie und meine Leute leben dĂŒrfen? Was wĂŒnscht Ihr?", fragte Vano umgĂ€nglich und er sah dabei ziemlich mĂŒde aus.

Ciel Felicien de Souvagne
»Lasst die Schiffe umkehren. Wenn du Firasani wirklich fĂŒr eine so große Gefahr fĂŒr Souvagne hĂ€ltst und es dir nicht nur um deine persönliche Rache geht, sprich mit meinem Vater. Sollte er dir darin zustimmen, werden nicht nur drei Schiffe vor dieser KĂŒste liegen, das kann ich dir versichern.«

Silvano de Mancini
Silvano kaute beim Nachdenken auf der Unterlippe und rieb sich mit einer Hand ĂŒbers Gesicht. Als er das kalte Metall des Eherings kurz auf seinem Gesicht fĂŒhlte, betrachtete er das SchmuckstĂŒck fĂŒr einen Augenblick, ehe er beide HĂ€nde auf dem RĂŒcken verschrĂ€nkte. Er nickte knapp. "Gut... in Ordnung, kehren wir um. Gebt mir Euer Wort, dass Ihr mit Eurem Vater sprecht oder Davet dazu anhört. Immerhin ist er Euer Halbonkel. Eventuell ĂŒberzeugt dies Euren Vater. Sollte dem so sein,tut was getan werden muss", sagte Vano mit nicht zu deutendem Ton.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich gebe dir mein Wort«, versprach Ciel.

Silvano de Mancini
"In Ordnung, dann kehren wir um nach Cheverette oder Beaufort. Wohin wollt Ihr? Es ist Eure Wahl, ich lasse Euren Wunschhafen anlaufen", antwortete Silvano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Chevrette«, antwortete Ciel. Den Chevrettes traute er eher ĂŒber den Weg, als wenn Silvano im Hafen auf seinem eigenen Lehen einlaufen wĂŒrde. Hinzu kam, dass in Mancini noch der Lich herumgeisterte und er nicht wollte, dass die Beißer auf ihn stießen.

Silvano de Mancini
"Gut Cheverette. Kann ich vorher noch mit meinem Mann sprechen, bevor wir abreisen?", hakte Vano nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein. Ich wĂŒnsche, dass du zuerst den Befehl gibst. Sobald die Schiffe ihre Fahrt nach Hause angetreten haben, magst du mit ihm sprechen.«

Silvano de Mancini
Vano nickte. "ANKER AUF! Klarmachen zur Abreise, Kurs setzen auf Cheverette", bellte er als Befehl in einer LautstĂ€rke dass Kaz vor ihm mit den Augen blinzelte um seine klingenden Ohren auszugleichen. "ANKER AUFGEHIEVT", kam der Ruf vom Bug nach einiger Zeit zurĂŒck. "Kurs wird auf Cheverette gesetzt, volle Segel", rief der Steuermann zur BestĂ€tigung, wĂ€hrend die Matrosen kletterten was das Zeug hielt und sich die Segel einige Augenblicke spĂ€ter knatternd entfalteten und den Wind einfingen. Die Choucas setzte sich langsam in Bewegung und wurde immer schneller, wĂ€hrend sie beidrehte. "Befehl ausgefĂŒhrt", sagte Vano schlicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel verbarg seine Erleichterung. Es war doch besser, seinem Vater drei fĂŒr Souvagne schon verlorene Schiffsbesatzungen noch einmal heimzubringen, als ihn darum zu bitten, ihm zur Hilfe zu eilen und die Schiffe mit Mann und Maus zu versenken. In einem Tag wĂŒrden sie wieder in der Heimat sein und in zweien zu Hause. Es war ein grĂ€sslicher Urlaub gewesen. »Costantino, auf ein persönliches Wort?«, fragte er, da er das GefĂŒhl hatte, dass er sich mit dem merkwĂŒrdigen Mann noch Stunden hĂ€tte unterhalten können. »Oh und Kazrar. Überlegt euch in der Zwischenzeit, wo ihr abgesetzt werden wollt.«

Silvano de Mancini
"Sekunde, darf ich wegtreten Eure Hoheit?", fragte Silvano ruhig. "Ich denke, ich werde nicht mehr benötigt...", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja«, antwortete Ciel.

Silvano de Mancini
"Danke", sagte Silvano und ging zurĂŒck in den Bugraum. Dort hastete er neben Boldi und zerrte ihn in eine sitzende Position. "Schatz kannst Du schwimmen? Wenn ja wie gut?", fragte Vano ernst, "wir mĂŒssen uns sputen, dann schaffen wir es noch. Sag".

Costantino Marchesi
"Aber sicher, gehen wir ein StĂŒck zur Seite Mon Cher", bat Conni und zog Ciel ein StĂŒck mit sich, so dass sie sich ungestört unterhalten konnte. "WorĂŒber möchtet Ihr mit mir sprechen? Soll ich die Beißer betĂ€uben?", fragte er leise und grinste.

Davet la Caille
Davet setzte sich ebenfalls auf, besorgt musterte er Boldi und Vano. "Du hast laut genug gebrĂŒllt, dass wir hören wohin die Reise geht. Vano, ich bin noch an Bord. Du hĂ€ttest mich wenigstens von Bord gehen lassen können, verfluchte Scheiße. Gut was bin ich von Beruf? Wenn einer fragt GemĂŒsehĂ€ndler? Die Aquila kann Cheverette nicht anlaufen. Nun abwarten, von Cheverette aus muss es einen anderen Weg zurĂŒck auf rakshanisches Gebiet geben", grĂŒbelte Davet.

BoldiszĂ r
»Wieso jetzt Chevrette«, wunderte sich Boldiszàr. »Und wo ist Bellamy! Ist der nicht noch bei seinem Rakshaner? Ich kann schwimmen, aber grauenhaft. Grad so, dass ich nicht ersaufe.«

Davet la Caille
"Richtig. Der Prince hat angeordnet dass der Angriff abgebrochen wird. Entweder ich breche den Angriff ab, oder er lĂ€sst VerstĂ€rkung rufen und Euch, also Euch alle - Dich, Davet, die Mannschaften - hinrichten. Ich habe nicht vor Euch sterben zu lassen, aber ich kann Ciel auch nicht töten. Ergo, wir mĂŒssen die MĂŒcke machen. Wir schwimmen zurĂŒck bis Farisin, vereinen uns mit den Maaten des BrĂŒckenkopfes und schlachten im Alleingang die Farsin ab. Also auf gehts, ich halt Dich ĂŒber Wasser, hab keine Angst. Du musst Dich nur festhalten weil wir schwimmen nachts. Ist nicht toll, aber hat den Vorteil dass wir nicht von den Bullenhaien zerrissen werden. Die machen auch gerade heia", grinste Vano, kĂŒsste Boldi und knuffte Davet. "Los MĂ€nner, auf gehts", flĂŒsterte er und schlĂŒpfte aus dem Bugraum und schlenderte Richtung Bug. Pro Forma schaute er durchs Teleskop als gĂ€be es etwas zu sehen.

BoldiszĂ r
»Nein«, sagte BoldiszĂ r, riss Silvano das Teleskop weg und und starrte seinen Mann an. »Ich hab was gegen heroischen Selbstmord. Das gilt auch fĂŒr dein Leben. Mach irgendwas Sinnvolles! Geh arbeiten!«

Davet la Caille
"Er hat Recht, hör auf mit dem Unsinn Vano. Bei Nacht ĂŒber Bord springen, brennt Dir der Helm? Du kannst nicht mal so genug sehen. Vermute ich jedenfalls. Wir sollten in Deine KajĂŒte gehen und ĂŒberlegen, wie Du KapitĂ€n bleibst. Immerhin bist Du es noch. Könnte anders aussehen, nach einer Flucht. Es könnte auch anders aussehen im Hafen. Tara wird sich um Deine MĂ€nner kĂŒmmern und Rene sicher auch", erklĂ€rte Davet und legte Boldi eine Hand auf die Schulter. "Wir passen auf hm?", sagte er freundlich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Er braucht den Arsch voll«, verkĂŒndete Tekuro ungefragt im Vorbeigehen, der umherstrich und nach Kazrar suchte.

Silvano de Mancini
Vano atmete einmal durch und nahm Boldi und Davet in den Arm. "Ich wollte Euch retten, aber Ihr habt Recht. Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Und da bin ich wohl auch gerade. Kommt mit, Boldi ich möchte Dir noch die Unterlagen geben. Danach kĂŒmmere ich mich um... gar nichts. Der Steuermann hat das Steuer inne und Jaques kann die Schicht ĂŒbernehmen", antwortete Vano und kĂŒsste Boldi.

BoldiszĂ r
»Den Arsch voll?«, murmelte BoldiszĂ r verwundert. »Wie voll? Der soll mal Asameisch mit mir reden, tausend Mal hab ich`s ihm gesagt: Kein Wischiwaschi!«, regte er sich auf. »Ein einziger klarer Satz mit unmissverstĂ€ndlichem Vokabular! Kriegt der Kerl nicht hin.« Seine blauen Augen schwenkten wie zwei Bordskorpione auf Drehsockeln von Robere zurĂŒck auf Silvano. »Dir geht`s eindeutig zu gut!« Er packte ihn am Kragen und beförderte ihn in seine KajĂŒte. Er wartete, bis auch Davet eingetreten war und verschloss die TĂŒr. Dann verschluckte er den SchlĂŒssel. »So!«

Davet la Caille
Davet grinste von einem Ohr zum anderen und kraulte Foufou der seinen alten Herrn schnĂŒffelnd begrĂŒĂŸte. "Bullrichsalz machts möglich, nach jedem Brand die Feuerwehr, bei Magenbrand muss Bullrich her", zitierte la Caille und bezog mit Boldi Schulterschluss. "Damit wĂ€re die Sache vorerst geklĂ€rt, beruhige Dich, trinkt Dir einen Rum und komm runter Vano. WĂŒtend denkt es sich schlecht", gab Davet zu bedenken.

Silvano de Mancini
Vano versuchte etwas verzweifelt Boldi an den Handgelenken zu packen, aber da hatte ihn sein Mann auch schon in die KajĂŒte geschliffen, abgesperrt und den SchlĂŒssel verschluckt. Vano starrte ihn verdattert an und schaute noch perplexer als Davet mit ihm Schulterschluss vollzog. Er setzte an etwas zu sagen, machte den Mund aber wieder zu, setzte sich auf einen der StĂŒhle und fing hemmlungslos an zu heulen.

BoldiszĂ r
»Na, das wurde auch Zeit.« BoldiszĂ r nahm Silvano und verfrachtete ihn in die RiesenhĂ€ngematte. Er blickte Davet an und klopfte auf die eine Seite, dann kletterte er auf die andere, so dass Silvano in der Mitte liegen wĂŒrde. »So ist gut, lass es raus«; murmelte er und nahm seinen Mann in die Arme. »War ganz schön viel, hm?« Der SchlĂŒssel bante sich gerade unsagbar kalt und eckig den Weg durch seine Speiseröhre.

Silvano de Mancini
Vano wischte sich ĂŒber das Gesicht und drĂŒckte sich an Boldi. "Es tut mir leid, spuck den SchlĂŒssel aus, ich bleibe. Ich weiß nicht warum ich mich manchmal so an Dinge festbeiße. Also Prince Ciel sagte, dass man mehr als nur drei Schiffe schicken wird, wenn die Farisin eine derartige Gefahr sind. Er gab mir das Versprechen, mit seinem Vater zu reden. Davet könnte ihre GefĂ€hrlichkeit bestĂ€tigen und dann könnten sie zurĂŒckkehren. Ich bekomm einfach nie etwas zuende gebacken... sei es drum, ich bin mĂŒde", stöhnte Vano.

BoldiszĂ r
BoldiszĂ r fing an zu wĂŒrgen, wie ein Kauz, der ein unsagbar festsitzendes Gewölle hervorbringen muss. Kurz darauf war der SchlĂŒssel wieder da, wenn auch sehr schleimig. BoldiszĂ r stopfte ihn unter seinen Hodensack, so dass Silvano nicht so ohne weiteres herankam. »Wie wĂ€re es, wenn du einfach eine Runde heulst und dann schlĂ€fst«, schlug BoldiszĂ r vor.

Davet la Caille
Davet legte sich wie von Boldi angeboten auf die andere Seite, so dass Vano in der Mitte von ihnen beiden lag. "Du richtest Dich und andere mit Deiner Art zu Grunde Vano. Lass einfach mal los und halt Dich an Boldi fest. Wer es eilig hat, sollte langsam gehen. Alte Weisheit, Du stolperst ĂŒber Deinen eigenen Eifer. Und wie Boldi sagt, wenn Du weinen musst, dann weine doch. Wir verraten Dich nicht", sagte Davet und musterte das Versteck von Boldi. "Interessantes Versteck", grinste er breit und machte es sich gemĂŒtlich.

BoldiszĂ r
»Wenn Vano den SchlĂŒssel von dort klauen will, muss er mir wehtun«, grinste er und öffnete auf der gesunden Seite seines Mundes einen Spalt, so dass man seine braunen ZĂ€hne sah. »Sag mal, Davet, wo ist Bell eigentlich? Ist der jetzt im Bugraum oder ist der bei seinem Schokohintern auf deinem Schiff?« Er nahm Silvano in den Arm, kraulte Davet kurz, damit der sah, dass BoldiszĂ r keine BerĂŒhrungsĂ€ngste hatte, wenn sie sich aus Versehen berĂŒhrten und streichelte dann Silvano. »Wieso heulst du ĂŒberhaupt? Weil der Prince Nein gesagt hat zu deiner Idee?«

Davet la Caille
"Er wird Dir nicht wehtun, er heult vor Wut und aus Angst um uns. Das er uns in Gefahr gebracht hat und seine Aufgabe nicht erledigen konnte. Aber dass kann unsere kleine Heulsuse Dir ja selbst sagen", schmunzelte Davet und legte seinen Arm ĂŒber Vano und Boldi.

Silvano de Mancini
Vano schmiegte sich der LĂ€nge nach an Boldi und legte ein Hand auf Davets Arm. "Bell war noch in der Höhle, als wir gingen. Er ist nicht auf Davets Schiff. Ich muss machmal flennen, wenn die Anspannung nachlĂ€sst. Wenn ich vorher so wie im Kampfrausch war und ich das erledigt haben muss. Komm ich runter, kommen mir die TrĂ€nen, kann ich nicht Ă€ndern. Zudem hatte ich wirklich Angst um Euch, ich dachte wenn ich nicht einlenke wird er Euch dafĂŒr bezahlen lassen. Das Ziel in allen Ehren, aber das ist es mir nicht wert. Dann versage ich lieber als dass er Euch fĂŒr meine Fehler bestraft und tötet. Das geht nicht und ich habe Angst, dass er es trotzdem tut, da ich mich ihm mehrfach widersetzt habe. Dass er Euch dafĂŒr aufknĂŒpfen lĂ€sst. All das ging mir durch den Kopf und da musste ich heulen. Das ist mir manchmal selbst peinlich, aber sonst sieht es ja keiner, nur Foufou und der hat mich noch nie verraten", erklĂ€rte Vano und kĂŒsste Boldi auf die breite Brust. "Ich kann einfach nur abwarten und das Beste hoffen, mehr bleibt mir nicht ĂŒbrig", flĂŒsterte Vano. Foufou stand vor der HĂ€ngematte und spĂ€hte sie erwartungsvoll an.

BoldiszĂ r
»Geh, kĂŒmmer dich um Roderich, den faulen Fettsack«, befahl BoldiszĂ r dem Pudel. Der tat genau das Gleiche, wie sein eigener Hund, wenn er ihm Kommandos gab - er schaute ihn an und wedelte, anstatt das Kommando zu befolgen. BoldiszĂ r gab es auf und legte sich bequemer hin. »Was legst du dich auch mit dem Prince an, war doch abzusehen, dass das Ärger gibt«, murrte BoldiszĂ r. »Jetzt ist mein Bruder auf der Insel bei den wĂŒtenden Lederhandtaschen und hat nur einen rakshanischen Piraten zur Gesellschaft dabei!«

Silvano de Mancini
"Boldi? Ich liebe Dich. Ja beim Princen habe ich mir eine blutige Nase geholt. Er ist doch nicht allein, er hat doch einen BrĂŒckkopf bei sich. Also es sind noch 50 Maaten vor Ort, die die Kammer der Zwölf sichern. Sie warten auf unsere RĂŒckkehr am Morgen und wir werden nicht zurĂŒckkehren, dass ist das Fatale. Ich hoffe sie können die Stellung lange halten. Ich hoffe Rene oder James sackt sie ein, ebenso Bellamy und sein SchokohĂ€ppchen. Es wĂ€re so schön gewesen, es hat nicht sollen sein. Dreimal ist genug, ich streich die Fahnen samt Segel. Das heißt ich gebe es auf", sagte Vano und mummelte sich tief zwischen Boldi und Davet ein. "HĂ€tte nie gedacht mal so zu liegen", flĂŒsterte Vano glĂŒcklich.

BoldiszĂ r
»Du musst es nicht aufgeben. Du kannst das Problem auch einfach in die HÀnde der Krone geben und mit dem alten Max reden. Wenn er erfÀhrt, dass unsere Leute da noch hocken, wird er nicht zögern. Du musst ihm nur klar machen, wie gefÀhrlich die Farisin sind, dass sie das Land bedrohen. Und Davet als sein Halbbruder hat vielleicht ein Stein im Brett«, versuchte Boldiszar seinen Mann zu trösten.

Silvano de Mancini
"Das ist eine sehr gute Idee Boldi, dass könnte funktionieren. Wenn Davet mit Ciel redet und dann mit dem Duc, könnte er sie nicht nur kennenlernen, sondern schildern was er mit den Farisin erlebte. Persönlich und wir alle. Auch Rene könnten sie befragen. Vielleicht wendet sich so das Blatt noch einmal. Nimm den SchlĂŒssel aus Deinem Schritt Boldi ich will mich an Dich drĂŒcken. Nicht dass ich Dir die Klöten klemme", bat Vano und strich Davet die Haare aus dem Gesicht. "Rede bitte mit Ciel und Max in Ordnung?", warf Mancini ein.

BoldiszĂ r
»Der SchlĂŒssel liegt dort gut, inzwischen ist er angewĂ€rmt.« BoldiszĂ r rĂŒckte sich bequem zurecht. »Du hĂ€ttest einfach mal vernĂŒnftig mit Ciel reden sollen, anstatt zu streiten. Oder gleich mit dem Duc, du warst doch schon bei ihm. Die von der Krone sind auch nicht alle blöde.« Er grunzte zufrieden und kein bisschen beunruhigt und schloss die Augen.

Davet la Caille
Davet streckte sich auch lang aus, schlĂŒpfte mit seinem gesunden Arm aus der Jacke und legte sie ĂŒber den Haken, so dass sich keiner verletzen konnte. "Ich werde mit ihnen reden. Ja manchmal ist gar nicht so schlecht ĂŒber etwas zu diskutieren. Vielleicht lĂ€sst sich Prince Ciel noch umstimmen, auch was Deine Vergehen angeht. Ich gebe mein Bestes fĂŒr uns. Schlaft schön", sagte er liebevoll.

Silvano de Mancini
Vano schaute zu Bolidszar auf, sein Ehemann war völlig tiefenentspannt. Sein Blick wanderte rĂŒber zu Davet und dieser hatte sich genauso hingelegt, absolut locker und gemĂŒtlich. Vano legte sich den Arm von Boldiszar um den Hals und drĂŒckte ihm seinen Hintern in den Schritt. "Ja ich hĂ€tte wirklich mit ihm reden sollen. Er hat sich mehrfach um mich bemĂŒht und war gewillt eine friedliche Lösung zu finden. Ich war einfach zu stur. Oh er ist alles andere als dumm, ich werde morgen frĂŒh nocheinmal mit ihm reden, falls er es zulĂ€sst. Schlaft schön meine Lieben", sagte Vano etwas beruhigter.

BoldiszĂ r
»Nacht«, brummte auch BoldiszĂ r und legte sein Bein ĂŒber die Beine von Silvano. Er kĂŒsste ihm den Nacken und blieb dann so liegen. Nur wenige Minuten spĂ€ter schnarchte er schon.

Silvano de Mancini
Silvano genoss die Enge und WĂ€rme zwischen Boldi und Davet. Er hielt genĂŒsslich still als Boldi ihm auf den Nacken kĂŒsste und mit seinen Beinen zudeckte. Mancini war noch einen Moment wach und lauschte das das gleichmĂ€ĂŸige Schnarchen von Boldi und Davet im Duett. Seinen Hintern tief in Boldis Schritt gedrĂŒckt und mit dessen gewaltigem Arm um den Hals, schlief er mit Davets Haaren im Gesicht ein.

Costantino Marchesi
Zweitcharakter
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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#14

Beitrag von Costantino Marchesi » Sa 10. Nov 2018, 22:37

Costantino und Ciel


Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wĂŒrde mich nach all dem Ärger gern bei einem persönlichen GesprĂ€ch mit dir entspannen«, sagte Ciel und drĂ€ngte Costantino beim Gehen in Richtung von dessen KajĂŒte. Wo Linhard abgeblieben war, war ihm schleierhaft.

Costantino Marchesi
Costantino schaute kurz seinem KapitĂ€n zu, ehe er sich wieder Ciel widmete. "Nur zu Mon Cher, gehen wir in meine KajĂŒte. Es war ein grauenvoller Tag und ich bin froh, dass Vano eingelenkt hat", erklĂ€rte Conni und hoffte, dass Vano keinen Unsinn plante. Wobei, dafĂŒr kannte er ihn zu gut und er stand ziemlich nah am KlĂŒverbaum. Als sie die KajĂŒte betraten, lag Linhard in Connis Bett und schnarchte sabbernd vor sich hin. "Ich glaube er hatte etwas viel von meinem Schlummifix. Er ist ein hĂŒbscher Mann, Euer Schwager", schmunzelte Conni und schaute Lin ins Gesicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich an Linhards Kopfende, legte sich seinen Kopf auf die Beine und streichelte seine kurzen Haarstoppeln. »HĂŒbsch nicht sonderlich, aber er ist mir ein guter Freund und mir in jedem Fall lieber als mein anderer Schwager.« Ciel rĂŒmpfte angewidert die Nase, als er an Remy den Rammler dachte. »Nun sind wir unter uns. Ich möchte dich unter vier Augen gern fragen, was deine Maskerade soll, mon Chou?«

Costantino Marchesi
Costantino schob Lin behutsam an die Bordwand und setzte sich aufs Bett. "Meine Maskerade ist Tarnung und Wohlbefinden. Ich schmĂŒcke mich mit Schminke, meine Maske ist mein Art mich zu geben. Wer fĂŒrchtet schon den bunten Gecken, der gerne bequeme Pyjamas trĂ€gt, ParfĂŒm liebt und den schönen Dingen des Lebens nicht abgeneigt ist? Man hĂ€lt mich fĂŒr harmlos, bestenfalls fĂŒr unterhaltsam oder vielleicht ein klein wenig mehr? Charmanter als charmant? Eine graue Maus ist ebenso eine Tarnung wie ein bunter Pfau. Wer erwartet das dieser Vogel tödliche Sporen trĂ€gt Mon Chou? Aber dies ist genauso meine Aufgabe wie die des Achten", erklĂ€rte Conni und streichelte Ciel ĂŒber die Wange. "Du musst mich nicht fĂŒrchten, Du hast nur die andere Seite gesehen, da ich dachte Ihr greift mich an Mon Amour".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam rosige Wangen. »An Land könnte ich die Maskerade ja verstehen ... aber warum hier an Bord? Mitten unter deinen Leuten? ErklÀre es mir. Deine charmante Art beherrschst du. Ich falle darauf herein.«

Costantino Marchesi
"Wieso denn an Land Mon Cher? Die Maskerade gilt ĂŒberall und ich habe mehr Aufgaben als Du glaubst. Nun Du hast mich ohne Maske gesehen, dann spreche ich auch ohne Tarnung Mon Amour. Es sind stets zwei, die die Agenten im Auge behalten. Ein Himmelsauge und ein Schatten", erkĂ€rte Conni schmunzelnd. "Hast Du Jaques fĂŒr den Schatten gehalten?", fragte Conni leichthin und schaute Ciel tief in die Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was denn fĂŒr ein Schatten?«, fragte Ciel verwundert. »Ich wusste bislang nichts davon. Uns wurde anonyme UnterstĂŒtzung zugesichert im Kampf gegen den Lich. Gehörst du dazu?« Plötzlich war er hocherfreut. »Bist du die ersehnte VerstĂ€rkung?«

Costantino Marchesi
"Schatten sind jene die im Hintergrund ĂŒber Euch wachen oder andere beaufsichtigen wo dies nötig ist und meine Aufgabe ist Silvano. Da er keinen Hochverrat beginn, ließ ich ihn handeln wie ihm beliebte. Vielleicht sollte man sich nicht mit seiner Aufgabe anfreunden, aber ich tat es und ich tat es mit allen hier. Und es hat weder mir noch meiner Arbeit geschadet, ich habe so eine Menge gelernt. Ich war schon vor Dir hier Mon Chou. Aber hĂ€tte man Dich bedroht, nun ich kann auch sehr schnell fĂŒr immer schlafen schicken. Du weißt Dinge ĂŒber Deinen Mann, die ich nicht wusste. Aber ich weiß etwas ĂŒber Fran, dass Du nicht weißt. Du kennst ihn als Francois Grimard, ich kenne ich als Agentensohn Lomeo Gernot. Allerdings war ich aufgrund von Vano hier und habe Deinen Mann mitbeobachtet. Warum bewarb er sich hier? Zwei Agentensöhne? Aber Fran ist wirklich nur ein Heiler, er weiß es nicht einmal selbst wer er ist. Seine Erinnerung beginnt im Heim. Aber mehr sagt er darĂŒber nicht", erklĂ€rte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was fĂŒr Schatten? Ich wusste bislang nur von jenen, die meine Familie im Palast schĂŒtzen, ohne dass jemand von ihnen weiß. Noch ein Agentensohn, ich fasse es nicht«, keuchte Ciel. »Wer ist das Himmelsauge, der die beiden beobachten? Und wer ist das Himmelsauge, welches BoldiszĂ r und Bellamy beobachtet hat?« Er dachte nach. »Und wer ist ihr Schatten? Doch nicht Tekuro!«

Costantino Marchesi
"Genau jene Schatten Mon Chou, wir sind da wo Ihr uns benötigt. Dass muss nicht immer in Deiner NĂ€he sein. Das Himmelsauge das Boldiszar und Bellamy im Auge behielt war Parcival persönlich, so sagen es meine Kontakte. Das Himmelsauge der Choucas ist eines Tages spurlos verschwunden, an dem Tag als Boldiszar die Choucas betrat. Da war es weg. Nun eingesteckt hatte er es nicht, wer weiß. Tekuro? Nein Tekuro ist kein Schatten, aber ein sehr fĂ€higer Mann der ein Schatten hĂ€tte sein können. Er war auf der Liste, wurde aber nie geworben. Weil er Katzen isst", grinste Costantino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weil er ... Katzen isst? Ich bitte dich, er ist ein Viertel-Arashi, wurde mir gesagt. Da ist es nur natĂŒrlich, dass er ein kulinarisches Interesse an Katzen und Hunden hegt. Das allein kann doch nicht der Grund gewesen sein. Haben Bellamy und BoldiszĂ r nun keinen mehr, der sie im Auge behĂ€lt? Gar niemanden mehr? Wer ist dein Auftraggeber, ich werde mich an diesen wenden.«

Costantino Marchesi
Bei der Aussage von Ciel musste Conni lachen. "Mon Dieu das war ein Scherz, ein Witz, eine Posse. NatĂŒrlich war das nicht der Grund, er ist zu explosiv. Wenn er sich von der Leine lĂ€sst Mon Chou, dann gibt es fĂŒr Robere kein halten mehr und das geht als Schatten nicht. Selbst in grĂ¶ĂŸter Wut solltest Du etwas Ruhe bewahren können. Du wirst niemals mit unserem Auftraggeber sprechen Mon Amour, Du bist nicht der Duc, er spricht mit unserem Oberhaupt wenn es sein muss. Wir sind ĂŒberall. Der GĂ€rtner der grĂŒĂŸend die Hand hebt, wenn Du in den Hof einreitest, die Frau die die Schmutzteller in die KĂŒche bringt, die Magd die bittend vor dem Thronsaal wartet, der Page von einem Adligen der im Hofe steht, die Blumenfrau die die Gebinde fĂŒr die Tische eindeckt, jeder von ihnen kann ein Schatten sein. Jederzeit sofort zur Stelle und bereit Euer Leben mit dem seinen zu verteidigen. Aber wie Schatten nunmal so sind, man findet sie selten und nur sehr starkes Licht lĂ€sst sie in Erscheinung treten. Also so dass Du sie erkennst. Muss sich ein Schatten zu erkennengeben, muss die Bedrohung sehr direkt und offensiv sein. Du reitest in den Hof ein Mann greift Dich an und der GĂ€rtner schleudert ihm einen Dolch in die Kehle... dann war das kein GĂ€rtner. Er war ein Schatten, der seit Jahren oder Jahrzehnten tarnend gĂ€rtnerte. Verstehst Du es nun?", erklĂ€rte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das verstehe ich, aber ich verstehe nicht, warum man zwei Agentensöhne vollkommen unbeaufsichtigt herumlaufen lĂ€sst! Ich werde diesbezĂŒglich mit meinem Vater reden, so geht das nicht. Und das, was Silvano plante, grenzte sehr wohl an Landesverrat, oder wie wĂŒrdest du es nennen, die souvagnische Flotte zur Verwirklichung persönlicher Rachefantasien zu zweckentfremden? Was hĂ€tte geschehen mĂŒssen, ehe du, auf welche Art auch immer, einschreitest? Und offen gesagt scheint mir, dass die an ihm sehr viel mehr gelegen ist als an deinem Auftrag, mich zu schĂŒtzen.«

Costantino Marchesi
"Das siehst Du flasch Mon Cher, denn Du warst bis vor kurzem nicht mein Auftrag und gar nicht hier. Mein Auftrag war Silvano zu beobachten. Die Mouette wurde von den Echsen ohne Vorwarnung angegriffen, also sah ich einen Vergeltungsschlag als legitim hat Ciel. HĂ€tte er sich gegen Euch persönlich gewandt, oder jemanden angegriffen, der niemals einem Souvagner schadete, dann hĂ€tte ich eingegriffen. Ich habe Dich nicht geschĂŒtzt? Nun wĂ€hrend andere kĂ€mpften, hast Du friedlich im Bett gelegen und geschlafen wie ein Baby. NatĂŒrlich war dies Vanos Befehl, aber er deckte sich mit meiner Aufgabe, wenn eine Krone anwesend ist. Du warst mit Lin in Sicherheit Mon Cher", erklĂ€rte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Der Meinung bin ich absolut nicht, ich entscheide selbst, ob ich mich in eine Gefahr zu begeben gedenke oder nicht, ich brauche keine Amme! Es wirkt nach wie vor nicht so, als wĂŒsstest du so recht, was du tust«, Ă€rgerte sich Ciel, der seine Neugier obendrein nur zum Teil befriedigt sah. Er stand auf und wuchtete sich seinen schweren Klops von Schwager auf den RĂŒcken. »Öffne die TĂŒr.«

Costantino Marchesi
"Mon Chou bleib hier, leg ihn wieder ab. Damit hast Du Recht, aber fĂŒr den Wenn-Fall Mon Cher, sind wir da um Dir zu helfen. Ich weiß was ich tue, auch wenn es Dir vielleicht nicht so erscheinen mag. Bleib hier ĂŒber Nacht, sei mein Gast. Wir wollten doch plaudern, dann lass uns dies auch tun. Du bist vergrĂ€tzt, dass musst Du nicht sein", sagte Conni und legte Linhard zurĂŒck ins Bett. "Leg Dich dazu", bat er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Es kam zu einem Tauziehen, mit Prince Linhard als Tau in der Mitte, dass Costantino schließlich gewann, weil er sehr viel rĂŒcksichtsloser vorging und Ciel angst hatte, Lin zu verletzen. »Du willst meinen Schwager nur beim Schlafen begaffen«, beschwerte Ciel sich, aber folgte dann der Aufforderung, sich neben Linhard zu legen. Er legte sich jedoch auf die Seite, die Costantino zugewandt war, damit dieser Linhard in Ruhe ließ. »Ja, es erscheint mir, als wĂŒrdest du sehr viel Unfug treiben und gewaltig herumstĂŒmpern in so einem wichtigen Posten«, antwortete Ciel. »Das glaube ich so lange, bis du mich vom Gegenteil ĂŒberzeugt hast.«

Costantino Marchesi
Conni quetschte sich dazu, so dass er mit Ciel fast Nase an Nase lag. "Das beweise ich Dir gerne Mon Chou, damit Du Dich sicher fĂŒhlst. Ab und an treibe ich mal einen Schabernack, Du aber ebenso Mon Amour, dass weiß ich. Schlaf jetzt ich behĂŒte Dich und keine Sorge, meine HĂ€nde bleiben brav bei mir. Und wenn ich Dich vom Gegenteil ĂŒberzeugt habe, gehen wir einmal gemeinsam in eine Hafentaverne", schmunzelte Conni und strich Ciel die Augen zu. "Schlaf", flĂŒsterte er.

Ciel Felicien de Souvagne
"Mein Schabernack mĂŒndet aber nicht in Beschlaf. Nur in harmloses Betrachten. Gelegentliches taktiles Betrachten, zugegeben, Silvanos Augenhöhle war ja auch zu verlockend, aber das nur selten." Ciel war ziemlich nervös. Zum Einen, weil er nicht wusste, ob er Costantino vertrauen konnte, zum anderen aber auch, weil Linhard der LĂ€nge nach seinen RĂŒcken berĂŒhrte. Nun legte sich auch noch Costantino dazu. »Das gibt`s doch nicht«, murmelte Ciel. »Ich lass mich hier tatsĂ€chlich drauf ein, nur weil du charmant lĂ€chelst und mon Chou sagst. Ich bin offenbar sehr einfach gestrickt. Pro forma erteile ich dir hiermit die Erlaubnis, mich heute beim Schlafen zu betrachten. Du tust es ja ohnehin. Frohes Wachen. Und bitte keine weiteren bösen Überraschungen, wenn ich erneut aufwache.« Er kuschelte sich rĂŒcklings an Linhard, der sich gerade nicht wehren konnte, und zog sich dessen Arm ĂŒber die Flanke. Dann gehorchte er Costantino und schlief langsam ein.

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Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#15

Beitrag von Kazrar » Sa 10. Nov 2018, 22:38

Heimfahrt


Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro suchte seinen Vater, bis er ihn gefunden hatte und schob ihn dann zurĂŒck in den Bugraum, als wĂ€re Kazrar eine Zivilperson, die er als Gardist gerade beschĂŒtzte und die völlig unfĂ€hig war, auf sich selbst achtzugeben. Danach verrammelte Tekuro die TĂŒr und wachte. Jetzt, wo er keinen Schlaf mehr benötigte, konnte er das noch besser. Die Choucas nahm wieder Kurs aufs offene Meer, so viel hatte er mitbekommen und er war in Sorge. Bellamy war noch nicht zurĂŒckgekehrt. Als sie einige Stunden gesegelt waren, weckte Tekuro Kazrar, indem er mit der Nase ĂŒber dessen Wange strich. »Was wollte der Prince?«, fragte er besorgt.

Kazrar
Kazrar rieb sich die Augen und schaute seinen Sohn ganz genau an. Wie er dieses Gesicht liebt! Er hatte es von klein auf gesehen und nun sah er es jetzt. Von einem Baby mit einer Stupsnase zu diesem Gesicht hĂ€tte er auch gerne alle anderen Wandlungen im Laufe der Zeit erlebt, aber dies war ihm verwehrt gewesen. Kaz strich seinem Sohn ĂŒber den Kopf und kĂŒsste ihn auf die Stirn, ehe er zum sprechen ansetzte. "Du wirst es kaum glauben, aber Prince Ciel hat uns ein BĂŒndnis angeboten. Er fĂŒrchtet scheinbar die Mannschaft und den KapitĂ€n. Er bat uns um Schutz, dafĂŒr lĂ€sst er uns an einem Ort unserer Wahl hinaus und wir sind frei. Das ist ein Wort, dass ich angenommen habe. Er hat sogar meine Bisswunde geheilt, um mir seine Ehrlichkeit zu beweisen. Erstaunlich, aber warum sollten wir unser GlĂŒck in Frage stellen. Es kann nur die Macht des Ältesten sein, denn jener Mann der uns nach Arashima bringen kann ist an Bord, der Prince ist auf unserer Seite, mein Bein ist geheilt und wir fahren zurĂŒck - zum Ältesten mein Sohn! Preise ihn und danke ihm fĂŒr seine Hilfe. Seine Macht ĂŒberbrĂŒckt sogar das Meer!", sagte Kazrar stolz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Dankbar schloss Tekuro die Augen und schickte ein Gebet hinab in den Abgrund. »Wir werden ihm das Opfer bringen, was er verdient hat zum Dank«, antwortete er und kĂŒsste Kazrar auf die Wange, wo die nachgewachsenen Bartstoppeln kratzten. Er betrachtete das verheilte Bein und war glĂŒcklich. Er setzte er sich im Schneidersitz hin, damit sein Vater sich aufsetzen oder aufstehen konnte, wenn er wollte und streichelte Patrice, der die Wunde versorgt hatte, bevor der Prince sich mit Magie darum gekĂŒmmert hatte. »Wir sollten ... den Ältesten einsammeln. Und ihn den PiratenkapitĂ€n besetzen lassen.«

Kazrar
"Du vergisst, dass der Älteste einen magischen Körper benötigt. Eine Person die ĂŒber Magie gebietet, so wie diese kleine Hohenfelde-Pestbeule die so schnell zu Fuß war. So jemand benötigen wir, der PiratenkapitĂ€n ist kein Magier mein Sohn und der Mann gebietet nicht ĂŒber Magie. Ich weiß nicht was passiert, wenn der Älteste ihn besetzt. Vielleicht kommt er hinein und nicht mehr hinaus. Dann könnten wir den Mann nur noch töten. GleichgĂŒltig, aber wir könnten dabei dem Ältesten schaden. Ansonsten ist die Idee sehr gut", lobte Kazrar.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Dann mĂŒssen wir weiter suchen ... aber sag mal, wenn Prince Ciel nun unser VerbĂŒndeter ist, kann er nicht Mama fĂŒr uns beschwören lassen? WĂŒrdest du seinen Nekro mal fragen?«

Kazrar
"Ciel kann niemanden beschwören, wir mĂŒssen den fetten Hohenfelde fragen, den Nekromanten der hier an Bord ist. Ciel ist kein Nekromant und gebietet nicht ĂŒber die Macht von Untoten so wie der Älteste, der ĂŒber Leben, Tod und Untot Macht hat. Ciel ist freundlich, naiv bis zum Erbrechen und ein guter Magier, aber er ist nicht zu vergleichen mit unserem Herrn Tekuro. Wir fragen den Nekro. Komm", sagte Kaz freundlich und gab die FĂŒhrung. Er schaute in jede Kabine bis er Brandur gefunden hatte, dann trat er langsam ein. "Prince Ciel hat uns erlaubt, Dich um einen Gefallen zu bitten Hohenfelde. Wir möchten Arkan Catalin sprechen, jenen Mann den Deine Verwandten grundlos töteten. Beschwöre uns Arkan alter Mann", forderte Kazrar Brandur auf.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war gerade mitten in einer Inventur seines Magierkoffers. Er blickte Kazrar verĂ€rgert an und wippte mit einer Menschenfettkerze in seiner Hand. »Wenn ihr glaubt, dass ich es nicht merke, wenn ihr mir die Kerzen stehlt, muss ich euch enttĂ€uschen! Auch in dieser Inkarnation ist mein GedĂ€chtnis besser, als ich es wĂŒnsche.« VerĂ€chtlich betrachtete er die beiden Arashi. »Dein neuer Körper sieht nicht besser aus als der alte. Hat die Salami nicht mehr fest genug geklemmt oder warum erscheinst du in diesem runzeligen Aufzug?« Er selbst erfreute sich nach der Wiedererweckung nach wie vor strahlender Jugend, auch wenn er das GefĂŒhl hatte, dass ihm mehr Haare ausfielen, als es sollten.

Kazrar
Kazrar war mit einigen kurzen Schritten bei Brandur und packte ihn an der Kehle. "Wag es Dich nie wieder das Wort Salami in den Mund zu nehmen, sonst lutscht Du meine Stange gleich quer, hast Du das verstanden?", zischte Kaz drohend, seine andere Hand als geballte Faust nur Milimeter von Brandurs Gesicht entfernt.

Brandur von Hohenfelde
Brandur grinste ein sehr breites Hohenfeldegrinsen. »Ich könnte Arkan in jener Gestalt beschwören, in der er sein Leben aushauchte«, schlug er vor. »Oder ihn in die knöcherne Fickpuppe meines Sohnes sperren. Vorsicht, Kazrar. Du magst ein guter KÀmpfer sein, aber du kannst nicht in der Liga eines Magiers mitspielen. Wir sitzen am Ende immer am lÀngeren Hebel. Gerade du solltest das Wissen.«

Kazrar
"Ja wahrhaftig Ihr seid am lĂ€ngeren Hebel, den Hebel den Euch der Älteste in die Hand gedrĂŒckt hat. Ihr durftet ihm die Flöte halten und er hat Euch nach seiner Pfeife tanzen lassen wie er wollte. Wenn wir hier fertig sind Brandur, dann bist Du nichts weiter als meine persönliche Bumsmarionette die mir der Älteste zur VerfĂŒgung stellen wird. Dann sprechen wir uns erneut. Ich werde Dich als Sklaven fordern, Dich und Deinen Sohn dann lernt Linhard mal die Salami kennen, nachdem sein Vater sie warmgesessen hat!", knurrte Kaz.

Brandur von Hohenfelde
Dass sein Sohn ins Spiel gebracht wurde, ließ Brandurs Grinsen verschwinden und seinen Blick zu eiskalter Bosheit gefrieren. »Du bist nicht in der Position, Forderungen zu stellen. Was seid ihr Beißer anderes als die Ablösung, nachdem meine Familie nicht mehr als Spender von Lebensenergie taugte? Wo mein Sohn danach strebte, seine Familie aus dem Abgrund zu fĂŒhren, lieferst du ihm dein eigenes Kind ans Messer. Du fĂŒhrst Tekuro zur Schlachtbank und lĂ€sst ihn dabei noch vorangehen. Was fĂŒr ein Vater du doch bist! Der Älteste benutzt euch, so wie er einst uns benutzte. Aber so viel Verstand kann ich von einem Kinderbeißer nicht erwarten, der sein eigen Fleisch und Blut sehr wörtlich nahm, als er sein Kind das erste Mal in den Armen hielt - und es fortgab.«

Kazrar
"Du verwechselst den Unterschied zwischen Schlachtvieh wie Euch, Dich, den lieben Davard und wie sie alle heißen und heißen werden und den wahren, geliebten, GlĂ€ubigen des Ältesten. Wir dienen ihm, huldigen ihm, handeln in seinem Namen Verseuchter! Ist Dir aufgefallen dass das Schiff zurĂŒck fĂ€hrt? ZurĂŒck.... Brandur.... ZurĂŒck zum Ältesten, zurĂŒck in Euer altes Leben. Ihr werdet erneut das Joch tragen und uns auf Euren RĂŒcken, so wie es vorgesehen war", grinste Kaz diabolisch.

Brandur von Hohenfelde
»Wir werden sehen«, antwortete Brandur. »Die Zeit wird es zeigen und der Tag mag kommen, da du uns Verseuchte um Hilfe anwinselst, wenn du erkennst, das ihr keinen Deut wertvoller seid. Du vergisst, dass dein Ältester einst selbst den Namen Hohenfelde trug. Und nun lass mich los.«

Kazrar
"Das hĂ€ttest Du wohl gerne, ein Hohenfelde! So lĂ€cherlich, wie Deine Ausrede ist, bist Du am Ende Hohenfelde. Der Älteste ist ein Gott! Du bist göttlich? Na dann lass die Sonne dreimal auf gehen und schick sich auf halben Weg zurĂŒck, bevor sie aufgeht. Erwecke Tote zu wahrem Leben so wie mich. Du bist nur ein Nekro, ein Verseuchter der mit halbgaren MĂ€chten herumspielt, von denen er nicht annĂ€hernd eine Ahnung hat. Ihr wisst nicht, was Ihr da verfĂ€lscht und benutzt, Ihr versucht Euch als lĂ€pische, geistesgestörte Menschen daran göttliche Macht zu erreichen. Lass Dir was gesagt sein Höhenkoller-Hohenfelde, Du bist KEIN GOTT!", bellte Kazrar. "Das ist Blasphemie Teku!"

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro stand in extrem angespannter Haltung da. Sein Vater war physisch eindeutig im Vorteil. Es wĂŒrde ihn nur Minuten kosten, diesen verweichlichten Emporkömmling umzubringen. »Papa«, versuchte er so ruhig wie möglich zu sagen. »Sein Sohn ist Prince Linhard de Souvagne Marquis von Hohenfelde. Wenn du einen von der Krone angreifst, war es das fĂŒr uns beide.« Er sehnte sich danach, Arkan kennenzulernen, aber das wĂŒrde er nicht aussprechen vor diesem Nekromanten.

Kazrar
"Keine Sorge Sohn, Ciel ist auf unserer Seite, er hat genauso die Schnauze voll von diesen hochnĂ€sigen nekrotischen StĂŒmpern. Also was ist nun Brandur? Packst Du Deinen Zauberhut aus, oder mĂŒssen wir nachhelfen? Wir haben Dich gebeten und das obwohl Du ein Feind bist. Du kannst auch mit gebrochenen Beinen Arkan beschwören, ich warne Dich treib es nicht zu bunt Zauberer", drohte Kazrar und fragte sich wie dieser alte Knochen nur so stur sein konnte.

Brandur von Hohenfelde
Brandur erwiderte Kazrars Blick. Dann wandte er ihn zur Seite. Die Finger an seiner Kehle waren wie ein eiserner Schraubstock. Die Vorstellung, wie diese Finger den Kleinen Davard und Ansgar festhielten, um die Kinder zu quĂ€len, war grauenvoll. Er bekam eine Ahnung davon, welche Ängste diese und andere Kinder hatten durchstehen mĂŒssen. Er empfand tiefen Hass auf den Mann, der vor ihm stand und seine Kehle fast vollstĂ€ndig zurdrĂŒckte. »Ich benötige mehr Raum«, brachte er zwischen zusammengebissenen ZĂ€hnen hervor.

Kazrar
Kazrars Lippen teilten sich zu einem breiten Grinsen und er tÀtschelte Brandur die Wange. "Es geht doch, noch was eingerostet hm? Nun gut, beschwöre mir Arkan Catalin, meinen geliebten Mann. Die gute Seele", bat Kaz freundlich.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro leckte sich nervös die Lippen. Sein Herz klopfte. Zu der Aufregung, ob der Nekromant dem wirklich nachkommen wĂŒrde, kam die Angst um seinen Vater, wenn der Hohenfelde tratschte, wie mit ihm umgegangen worden war. Im Notfall wĂŒrde Tekuro an der Seite seines Vaters kĂ€mpfen bis zum Tod. Er strich ihm ĂŒbers Kreuz, aber so, dass der Magier es nicht sah.

Kazrar
Kaz wusste um die Treue und LoyalitĂ€t seines Sohnes, aber er wusste auch dass er Brandur nicht weiter quĂ€len durfte, sonst machte der alte Mann ganz dicht. Er kannte sich mit Sklavenerziehung aus. Bewusst langsam ließ er Brandur los und richtete ihm den Kragen. "So, da wir das geklĂ€rt haben, lass uns beginnen Brandy", bat Kaz freundlich.

Brandur von Hohenfelde
Brandur wischte sich angewidert den Kragen ab und begann, alles vorzubereiten. Diesmal verzichtete er auf jegliche Bannkreise und das aus gutem Grunde. Er wollte den Geist beliebig hin und her lenken können. Arkan wĂŒrde kein starker Geist sein, er war schon zu Lebzeiten von schwachem GemĂŒt gewesen und vor allem war er kein Magier. Brandur ließ sich Zeit und rĂ€umte erst einmal in Ruhe alles zurecht. Nebenbei ließ er unauffĂ€llig einen Knochenpfeil im Ärmel verschwinden. Er sparte sich das Brimborium mit dem RĂ€ucherwerk und den Kerzen. All das wĂŒrde ihn im Notfall behindern oder konnte zur Waffe fĂŒr Kazrar werden. Er besann sich rein auf seine meditativen Techniken und wĂŒhlte in den Tiefen des Nexus herum. Als er Arkans PrĂ€senz spĂŒrte, die ihn nicht weniger anwiderte als die von Kazrar, packte er grober als nötig zu und riss ihn zurĂŒck in die Physis - und zwar, wie versprochen, in jenem Zustand, zu dem er sein Leben ausgehaucht hatte. »Meine Herren - Arkan Catalin.«

Kazrar
Kazrar ging zuerst unbewusst einen Schritt auf den Geist zu, so als wollte er ihn umarmen, stockte dann aber und blieb wie angewurzelt stehen. "Arkan", sagte er in einem Ton, wie ihn Brandur vermutlich noch nie von Kaz gehört hatte. Vergessen war Brandur, ihre Feindschaft und was sie sonst noch teilte oder trennte. In diesem Moment zĂ€hlte nur Arkan fĂŒr ihn. Der Geist musterte die Umgebung völlig verwirrt bis er Kazrar anschaute und sich fragte wer der Mann ist.

Arkan
Arkan schwebte, als ihn irgendetwas packte und in weite Fernen riss. Er hatte Angst und die hatte er eigentlich selten gehabt. Meist sogar zu spĂ€t und irgendwie erschien es ihm, als wĂ€re das genau wieder der Fall. Dabei war er schon tot, schon lange tot. Und dann war er zurĂŒck auf der Welt, anders konnte er es nicht beschreiben. Drei unbekannte MĂ€nner starrten ihn an und einer nannte ihn beim Namen. Sprach seinen Namen mit soviel Schmerz und Liebe aus, dass er sich fragte mit welchem Recht und wer dieser Mann war. Einst kannte er auch einen Arashi, kannte war gut. Er hatte ihn von ganzen Herzen geliebt, aber dieser Mann war nicht Kazrar. Misstrauisch schwebte der Geist ein StĂŒck weg und schaute erneut. "Ich kenne Euch nicht, lasst mich frei", beharrte er. Und Tekuro hörte erstmals diesen seltsamen Slang, diese etwas langgezogene Sprechweise, die fĂŒr Arkan ĂŒblich war.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro gab ein schmerzlich winselndes GerĂ€usch von sich. »Kannst du uns ... bitte allein lassen, Brandur?«, bat er so höflich, wie er nur konnte. Der Hohenfelde schaute sich prĂŒfend in der KajĂŒte um, rĂ€umte einige wertvolle Habseligkeiten zusammen und verließ sie dann mit vollgepackten Armen. Vermutlich nutzte er die Gelegenheit, um petzen zu gehen. Tekuro jedoch schob diese Gedanken zur Seite und betrachtete voller Liebe den Geist, der ausgesprochen misstrauisch dreinblickte. »Mama«, quietschte er und musste sich ĂŒber die Augen wischen.

Arkan
Arkan blieb stehen und blickte die beiden so durchdringend an, als wollte er sie mit dem puren Blick sezieren. Er schwebte etwas nĂ€her und schaute sie sich noch genauer an, wenn das ĂŒberhaupt möglich war. "Tekuro?", fragte er unsicher, da er den kleinen Teku zu letzt als Baby gesehen hatte. Vor ihm stand ein gestandener Mann, der grĂ¶ĂŸer war als er zu Lebzeiten und er ĂŒberragte ihn auch als Geist. Es mussten 20 oder sogar 30 Jahre her sein, seit dem er Tekuro gesehen hatte, als er ihn auf den Arm gehalten hatte. Auch wenn er in dieser Gestalt kein Herz mehr besaß, spĂŒrte er wie sich etwas in seiner Existenz, in seiner puren Essenz vor Schmerz und GlĂŒck zusammenzog. "Baby", flĂŒsterte er und berĂŒhrte ihn mit der geisterhaften, eisigen Hand.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Eisig berĂŒhrte ihn die geisterhafte Hand, doch Tekuro kannte inzwischen die KĂ€lte der Toten. Es machte ihm keine Angst, fĂŒr ihn hatten Totengeister stets nur Gutes bedeutet. Und nun als Vampir konnte ihm ohnehin kein Geist mehr irgendetwas antun, ob bewusst oder unabsichtlich. Er nickte und rieb sein Auge. »Ja. Tekuro.« Er machte einen Schritt nach vorn und legte vorsichtig, damit er ihn nicht verwirbelte, die Arme um den Körper. Arkan war winzig gegen ihn. Tekuro schmiegte seinen Kopf an den des Geistes und ließ die unwirkliche BerĂŒhrung auf sich wirken. »Ich hab dich vermisst ... Papa hat dich auch vermisst ... er steht neben mir. Der Älteste hat ihm einen neuen Körper geschenkt. Ich hoffe, er gefĂ€llt dir. Ich hab mir viel MĂŒhe gegeben beim Aussuchen ... Mama.« Er ließ den Geist wieder los, da dieser bestimmt auch Kazrar betrachten und begrĂŒĂŸen wollte. Tekuro prĂ€gte sich derweil jeden Quadratmillimeter seines Gesichts ein und liebte jedes einzelne HÀÀrchen, jede Pore, jedes Fleckchen Haut.


Arkan
War erstaunt und erfreut ĂŒber die BerĂŒhrung, auch wenn er sie körperlich nicht mehr spĂŒren konnte. Ihr Baby, hier war es, ĂŒberragte ihn um fast zwei Köpfe und nannte ihn Mama. Geister konnten nicht weinen, aber hĂ€tte er es gekonnt, er hĂ€tte es getan. GerĂŒhrt strich er Tekuro erneut ĂŒber das Gesicht und schwebte nĂ€her zu Kazrar. "Ich hatte Dich nicht erkannt, dieser Körper sieht gut aus. Du bist wieder unter den Lebenden, der Älteste muss es sehr gut mit Dir gemeint haben japp, so ist das wohl. Und unser Baby ist so groß, er ist riesig. Wie hast Du ihn gefunden? Und wo war er? Er sieht gut aus, gesund, er ist ein hĂŒbscher Mann geworden, aber ich sehe es in seinen Augen. Hat das Feuer der Jagd, nur versteckt er es nicht", grinste Arkan und Kazrar grinste zurĂŒck.

Kazrar
"Er versteckt gar nichts, er ist was er ist mit Stolz. Archibald hielt Wort, er fand Tekuro in Souvagne. Die Schlampe hat ihn dort einfach in einem Heim abgegeben und sich nicht weiter um ihn gekĂŒmmert. Es muss der Älteste gewesen sein, der Archibald nach Souvagne lenkte, damit er Tekuro finden konnte. Denn es fĂŒgte sich alles, wie es sich fĂŒgen muss. Und bald haben wir ihn wieder an unserer Seite Cata, dann wirst auch Du wieder an unserer Seite wandeln. Dann wirst Du Tekuro erneut im Arm halten können, mit Armen aus Fleisch und Blut", sagte Kaz und umarmte ebenfalls den Geist. Jedenfalls versuchte er es, was Arkan noch breiter grinsen ließ. "Der Älteste hat uns nicht vergessen?", fragte er unglĂ€ubig.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Er wurde aus seinem Versteck gejagt, aber wir haben alles getan, um ihm ein neues zu besorgen. Und er war gĂŒtig, so gĂŒtig ... schau, ich hab ZĂ€hne!« Tekuro bleckte glĂŒcklich und stolz seine geschĂ€rften Hauer, zwischen denen die VampirzĂ€hne wie zwei krumme Dolche hervorstanden. »Archibald hat dem Ältesten seinen Körper geborgt, bis er wieder einen eigenen hatte und dann hat der Älteste mir Kazrar zurĂŒckgebracht! Kazrar ist so mutig und stark und er bringt mir alles bei. Archi ist auch hier, er ist unten im Bugraum! Papa und ich haben einen Sklaven, Papa zeigt mir, wie man ihn erzieht und wir sind schon gut vorangekommen. Wir haben zusammen gejagt und zusammen gespeist und Archibald hat mir seine Tochter zur GefĂ€hrtin gegeben. Nori. Sie erwartet mein Baby. Oh und ich hab auch schon eins! Ein Riesenbaby, Mako heißt es, zwanzig, viel zu freundlich, aber trĂ€gt die ZĂ€hne eines Hais um den Hals, den er selber erbeutet hat. Jetzt weißt du alles! Bitte, Mama, bitte erzĂ€hl mir irgedwas, damit ich dich dabei ansehen und deine Stimme hören kann!«

Arkan
"Ein eigenes großes Baby und eines in Anmarsch. ZĂ€hne hat er schon, wie die Zeit vergeht. Kinder werden so schnell erwachsen", seufzte der Geist und seine Augen glitzerten schelmisch. "Von mir gibt es nicht zu viel zu erzĂ€hlen, befĂŒrchte ich. Ich machs trotzdem", sagte der Geist und ließ sich auf seinen schimmernden Hintern plumpsen. "Vielleicht hat es Dir Kazrar schon erzĂ€hlt, aber ich wuchs in der Grube auf, dem untersten Dreck von Obenza. Ich hatte nichts und niemanden. Alles was ich hatte, war mich. Mein einziger Freund war ich. Das war nicht immer so, denn ich hatte eine Mutter. Meine drogensĂŒchtige Mutter war wie viele MĂ€dchen in der Grube, selbst noch ein halbes Kind als sie mich bekam. Ich lebte neben ihr her und hatte keinen Bezug zu dieser Frau, außer dass ich ihre Launen fĂŒrchtete. Alina war die Frau, die mir Kleidung, Nahrung und SchlĂ€ge gab. Als ich grĂ¶ĂŸer wurde, zog ich mit ihr und den anderen Ausgestoßenen umher, wenn es auf Sammeltour ging. Wer mein Vater war wusste ich nicht. Es war ein regnerischer Tag gewesen, als ein Abfallktuscher versehentlich die Entladung im mittleren Randgebiet der Grube vorgenommen hatte. Ein Festtag fĂŒr uns Ausgestoßene. In Jubelstimmung zogen wir los um uns einen Teil ihrer Beute zu sichern. Ich wĂŒhlte wie alle meiner Gang auch im Abfall und fand zu meinem Erstaunen ein altes großes KĂŒchenmesser. GlĂŒcklich starrte ich die Waffe an, als Alina mir hart mit der Faust ins Gesicht schlug und das Messer fĂŒr sich forderte. Ich ĂŒberlegte nicht lange sondern stach Alina das Messer bis zum Schaft in den Hals. Meine antrainierte Gier bewahrte mich davor die Klinge zu verlieren. Was man einmal in den HĂ€nden hatte, darf man nie wieder loslassen. Nie wieder hörst Du Tekuro? Nur so bewahrst Du Deinen Besitz. Das war das erste was ich lernte", erzĂ€hlte Arkan. "Ich riss die Klinge zurĂŒck und starrte auf die Frau hinab, welche keuchend ihre HĂ€nde auf ihre Kehle presste. Ich zerrte ihr den Umhang vom Leib und rannte mit meiner ersten Beute davon. Weg von meiner Mutter, weg von den Ausgestoßenen hinein ins Randgebiet. Und dort baute ich mir ein neues Leben auf. Falls man das Leben nennen kann. Monate streifte ich umher, schlief wo sich eine Möglichkeit ergab und aß was ich fand. Die meisten sicheren PlĂ€tze waren belegt, erkĂ€mpfen konnte ich mir keinen. Mehrfach hatte ich versucht mich einer Gang anzuschließen. Die meisten vertrieben mich. Andere hatten schon versucht mich fĂŒr das Messer umzubringen. Ich war immer wachsam. Ich kannte keinen anderen Zustand, da ich in den Augen der meisten anderen Verbannten ein leichtes Opfer war. An einem brĂŒtendheißen Tag im Hochsommer folgte ich aus Langeweile dem stinkenden Abwasserstrom und erreichte so die gewaltigen Endungen der Abflussrohre. Sie waren mit Gitter versperrt, damit niemand in die Kanalisation kletterte. Ich kletterte geschickt ĂŒber Abfallberge zu den Rohren hinauf und quetsche mich durch die Gitterabsperrung. In der Mitte des Rohrs verlief ein dĂŒnnes Rinnsal der Kloake. Ich zog ein StĂŒck tiefer im Rohr ein und machte es sich an dessen Wand bequem. Ganz in der NĂ€he der Rohre lag die Grenze zum Ersten Sektor. Ich hielt sich oft am Rand auf und bettelte Passanten um etwas Essbares an. Ich merkte schnell, dass es von Vorteil war die Leute nicht mit reinem Slang anzusprechen. Was in der Grube ein Nachteil war, wurde hier zum Vorteil. Meist ließen sich Ă€ltere Leute von mir erweichen mir etwas Essbares zu geben. Bekam ich nichts, hatte ich immer noch das Messer um nachzuhelfen. Ich kannte kein Mitleid, musste ich das Messer ziehen, zog ich es meinem Opfer ĂŒber die Kehle. Ganze zwei Jahre vergingen so, bis zu einer Regenzeit als die Rohre ĂŒberfluteten. Ich zog gezwungenermaßen in einen alten Heizungskessel um. Ich hatte ihn auf einen meiner StreifzĂŒge entdeckt. Die Öffnung war gerade schmal genug, dass ich mich hinein quetschen konnte. Dies war mein schönstes Heim. Es war eng und winzig und scheinbar ging es noch weiter, aber wohin es fĂŒhrte, habe ich nie erforscht", grinste Arkan. "Das war mein Anfang, meine Geburtsstunde und meine ersten Jahre in Obenza, der Stadt der Verbannten und Gesegneten".

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Und dann hat Papa dich gefunden«, setzte Tekuro die Geschichte gerĂŒhrt fort. »Er gab dir Essen und bald teiltet ihr Beute. Nicht eure Beute, sondern die von Archibald. Aasfresser hat Papa euch genannt, weil er nicht richtig jagen wollte. Aber warum hattest du keine ZĂ€hne, Mama? Du hast sie verdient, du hast gejagt, getötet und Beute geschlagen. Die Frau, die mich geboren hat, kannst du auch mit dem Messer aufschlitzen, wenn du wieder einen Körper hast. Wir suchen dir einen, der euch beiden gefĂ€llt, ja? Ich hab dich lieb, Mama«, sprach Tekuro glĂŒcklich.

Arkan
"Wir durften keine ZĂ€hne bekommen, denn wenn wir ZĂ€hne bekommen hĂ€tten, hĂ€tten wir Archibald verlassen mĂŒssen. Und das wollte Kazrar nicht, er konnte es nicht ertragen. Archibald erzog und und lehrte uns alles das wir alleine klarkommen wĂŒrden als Beißer. Aber wir wollten nicht allein sein, nicht ohne ihn. Er war außen vor, gehörte dennoch dazu. Er war uns nah und fern. Unser Übervater und auch manchmal unsere schlimmste Bedrohung. Aber ohne ihn zu leben, kam fĂŒr uns nicht in Betracht. So verzichteten wir auf ZĂ€hne, Ruhm und Status, aber behielten ihn. Er hat es nie begrifffen, wir spielten unser Schauspiel so gut, dass man uns wirklich fĂŒr Idioten hielt. Wir waren keine Aasfresser, wir haben selbst gejagt, gefressen und uns einen Ast gelacht, wir haben nicht geteilt. Nur mit uns", lachte Arkan.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro lachte, indem er kurz durch die Nase schnaubte. »Ihr wart JÀger und habt dem scheinbar besten JÀger eine lange Nase gezeigt. Hast du Archibald geliebt wie Papa? Und Papa dich wie Archibald? Oder anders? Ich lieb gar niemanden, nur euch und meinen Bruder und die Babys.«

Arkan
"Geliebt wie einen großen Bruder, er gehörte so fĂŒr mich dazu. Aber als Partner, nein. Mein Mann war Kazrar und nicht Archibald. Was nicht heißt, dass ich nicht abgeneigt war mitzuspielen. Aber wir waren BrĂŒder im Geiste, ohne dass er es mitbekam. Zudem war er ein guter Versorger und man musste sich nicht den Arsch abrennen fĂŒr Futter. Ich habe nur Kaz und Dich geliebt Baby", sagte Ark.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ihr wart schlau. Das mĂŒsst ihr Archibald sagen, dem geht der Hut hoch. Mich hat niemand gefĂŒttert. Aber ich meinen Bruder, damit er durchkommt und er ist durchgekommen. Jetzt fĂŒtter ich Nori und Arbo und meinen Sklaven, bald noch Tanuki. Ich mach das gern, ich fĂŒtter auch dich, wenn du nicht jagen magst und Papa. Aber ich glaub, Papa will inzwischen lieber selber jagen. Er hat dich so vermisst und ich erst!«

Arkan
"Ich jage gerne, aber ich bin auch gerne mal faul und lass mich bedienen, das gebe ich zu. Arch hat nicht viele Fehler, aber einer ist sein Stolz. Er ist ziemlich von sich eingenommen und seinen FĂ€higkeiten. Die hat er. Das streitet keiner ab. Aber andere haben auch FĂ€higkeiten. Aber wenn er so super ist, dann kann er doch fĂŒr den hungernden Arkan jagen oder? Ich meine, ihm macht das nichts aus, er hat GlĂŒck und Können und ich nicht. Man muss ihn nur an seinem Stolz packen, dann ist sowas doch gelacht. Klar bekommt man was ab, als kleiner Trottel. So einfach ist das. Streichel sein Ego und er fĂŒttert Dich. Deine Babys musst Du fĂŒttern, sonst werden sie vielleicht falsch gepolt, könnte passieren. Echt ĂŒble Sache. Dein Bruder? Du hast keinen Bruder", antwortete Arkan verwundert.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Doch«, antwortete Tekuro fest. »Er war mit mir im Heim. Unsere Eltern sind verschieden, aber wir sind im Herzen gleich. Wir haben alles geteilt, außer das Bett und Menschenbeute, weil er die nicht mag. Boldi. Er ist auch hier, wir alle sind hier. Ich werde dich in den Bugraum bringen und allen zeigen. Dann muss Mako dich kennenleren, seine Oma. Archi ist arrogant und ich hab ihn angeraunzt, weil er mal schlecht ĂŒber Papa sprach. Aber er hat mich auch gesucht und gefunden und sein Versprechen erfĂŒllt. In Obenza zeigte er mir Papas Zimmer und seine BĂŒcher und er brachte mich auch zu eurer Gruft. Ich hab die Körper wieder hergerichtet, die Hohenfeldes waren grausam zu euch, ich hab es wieder gut gemacht.«

Arkan
"Nur was sein Können betrifft und das sogar zu Recht. Aber genau das schwĂ€cht sein Können. Ansonsten ist er ein zuverlĂ€ssiger und anstĂ€ndiger Meister, wenn man sich an seine Spielregeln hĂ€lt Tekuro. Er teilte nicht nur das Fressen, sondern auch das Fickfleisch großzĂŒgig mit uns. Das macht nicht jeder. Er kann eine wahre Bestie sein und so heißt er auch. Aber er kann auch wie eine Bestie fĂŒr Dich kĂ€mpfen und Dir beistehen. Er hat eine verschrobene, ziemlich sarkastische Art. Er ist ein fieser Möpp wie man sagt, aber Du kannst ĂŒber seine Art und ollen Witze lachen, wenn sie Dich nicht betreffen. Also ein Wahlbruder, ich wĂŒrde ihn gerne kennenlernen. Er ist keiner von uns, aber dennoch aß er Menschenfleisch als Du ihn gefĂŒttert hast? Er muss nur erwachen Tekuro, weck ihn auf!", befahl Arkan.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Ich gab ihm Katzenfleisch. Das hat ihn gerettet. Er hat falschen Patti genascht und ihn nicht gemocht. Aber vielleicht auch, weil er das Original nicht so lecker findet«, grĂŒbelte Tekuro. »Jedenfalls ist er nicht aufgewacht. Wenn willst du zuerst sehen? Ich hol denjenigen her und wir gehen in den Bugraum. Scheiße, ich bin so froh, dass du da bist, Mama«, wimmerte Tekuro. "Ich fĂŒtter dich und teil meinen Sklaven mit dir, wenn du willst! Sobald du einen Körper hast!"

Arkan
"Katzenfleisch habe ich auch schon gegessen, ich habe alles gegessen was essbar ist. Sogar manche Dinge, die wohl nicht essbar waren. Dein Bruder klingt nach einem sehr fest schlafenden. Vielleicht musst Du ihm sĂŒĂŸes Fleisch geben. Man sagt man erkennt das sĂŒĂŸe Fleisch am sĂŒĂŸen Blut. Das sind die Leute, die viel von den MĂŒcken gestochen werden. Sie sollen besonders gut schmecken. Ich habe keinen Unterschied geschmeckt, mir schmeckt alles. Ich Danke Dir Baby, ich wĂŒrde auch meine Beute mit Dir teilen, sogar den letzten Bissen, dass weiß Kazrar. Deinen Sklaven, darfst Du behalten. Das ist Dein Werk, vollende es erst, dann schauen wir weiter. Und noch lieber Teku habe ich keinen Körper. Du musst den Ältesten fĂŒr mich bitten", bat Arkan. "Lass uns zum Bug gehen, ich möchte sie sehen", freute sich Catalin.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Tekuro hielt seinen Eltern die TĂŒr auf und verschwand rasch noch mal in der KajĂŒte, als sie nach draußen gegangen waren. Er deckte sich mit Menschenfettkerzen ein und fĂŒhrte sie beide in den Bugraum. »Dann mĂŒsst ihr mir helfen, sĂŒĂŸes Blut zu finden. Er selber sagt, dass er kein JĂ€ger ist. Aber ich mag das nicht glauben. Wir sind uns viel zu Ă€hnlich. Und sein körperlicher Bruder ist auch einer. Oh, das muss ich dir noch sagen! Papa, Bellamy ist jetzt mein Ohnezahn«, antwortete er stolz, wĂ€hrend sie hinabstiegen. »Ich habe ihn bekehrt. Er wĂŒnscht, dem Ältesten zu dienen und den Weg des JĂ€gers noch weiter zu gehen als bisher.«

Kazrar
Kaz blieb wie angewurzelt stehen und drĂŒckte Tekuro stolz an sich. "Du hast einen eigenen Ohne-Zahn? Einen Lehrling? Das macht mich unendlich stolz, pass gut auf ihn auf. Sie sind selten, dass wissen wir beide. Wo ist der Mann ĂŒberhaupt? Wenn sein Bruder das Blut in sich trĂ€gt, dann doch auch Boldi. Wir werden ihn einfach mal zum essen einladen, Gullasch. Und drunter mischen wir sĂŒĂŸes, junges Fleisch. Was willst Du mit den Kerzen?", fragte Kaz.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Das sind Nekro-Kerzen, riech doch mal dran.« Er hielt sie Kazrar unter die Nase. »FĂŒr euch zum Lutschen und Knabbern. Die sind aus Menschenfett!« Er bedachte nicht, dass seine Vampirnase sehr viel besser war als die eines Menschen. Er freute sich, als Kazrar ihn drĂŒckte und stolz auf ihn war und kĂŒsste ihn. »Wir heben Mama eine Kerze auf, bis er wieder einen Körper hat. Bellamy ist ... er ist ... ich glaub er ist noch ficken«, stöhnte er. »Scheiße, der war noch auf der Insel bei dem Schoko! So eine Scheiße. Den Ohnezahn am ersten Tag gleich verloren.« Er öffnete die TĂŒr und ließ seine Eltern als erstes eintreten. »Guckt mal, wer hier ist«, rief er glĂŒcklich, als er als letzter eintrat.

Kazrar
Kaz schlug sich die Hand vor die Stirn. "Wir mĂŒssen ihn zurĂŒckholen. Wobei! Moment!", sagte Kazrar, rannte zur Reling und schaute sich wie wild um. "Allein, wir sind allein! Die beiden anderen Boote sind dann noch dort. Und das blaue Boot muss auch noch dort sein. Wir benötigen einen Verseuchten, der die KapitĂ€ne der anderen drei Boote sagt, dass wir abgedĂŒst sind und sie unseren Bellamy nicht vergessen sollen! Tekuro hörst Du Deinem Vater zu? Die Kerzen heben wir auf, damit machen wir zur Feier des Tages einen schönen leckeren Kuchen oder braten was an. Sehr gut, perfekt. Das wird eine Wiedersehensfeier die sich gewaschen hat Cata", freute sich Kaz, ehe er wieder besorgt dreinblickte. "Mist verdammt wirklich. Wir hĂ€tten Belly nicht aus den Augen lassen dĂŒrfen. Unsere Sklaven rennen weg, wir verlieren unsere Lehrlinge, das ist nicht normal mit uns", stöhnte Kaz und rĂŒttelte Tekuro. "Besser aufpassen Kleiner!", keuchte er.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Prince Remy und sein Leibdiener sind Kommunikations-Verseuchte. Die können mit den Leuten von sonst wo magisch sprechen. Am besten, wir fragen den. Ich hör dir zu Papa, ich hör dir immer zu«, schmachtete Tekuro und zog Patti an den Haaren auf die FĂŒĂŸe. Der blickte den Geist wenig beeindruckt an, was Tekuro misstrauisch machte. »Mein Sklave«, stellte er vor, packe Patrice am Kinn und drehte sein Gesicht hin und her. »Er hat Papa die Eier gequetscht, ist aber ansonsten lieb.« Er drehte ihn andersherum, damit Arkan Patrices RĂŒckseite sah und drehte ihn eine halbe Runde weiter, so dass er wieder nach vorn zeigte. »Knie dich hin«, schnauzte Tekuro. Patrice gehorchte, legte die HĂ€nde in den Schoß und schaute zu Boden. »Da!«, rief Tekuro vor Stolz schier ĂŒberschĂ€umend.

Kazrar
Kazrar hielt Tekuro fest. "Er hat mein Bein versorgt, sonst wĂ€re ich erneut gestorben. Gib ihm etwas mehr Freiraum, er ist bereit Dir zu dienen. Mit etwas lockerer Leine wird er Dir sogar auf die Jagd folgen. Tue es mir mich Tekuro, denk daran, dass er es war der mein zweites Leben rettete. Selbstlos, er hatte keinen Grund dazu, denn ja er hat mir die Eier gequetscht und ihm was anderes. Dennoch half er mir Tekuo. Dann muss Remy fĂŒr uns die drei KapitĂ€ne informieren. Sie mĂŒssen uns folgen und Bellamy mitbringen", entschied Kaz.

Arkan
Catalin schaute sich Patti genau an und nickte zufrieden. "Er ist niedlich, vor allem sein FischmĂ€ulchen. Aber wenn er Kaz gerettet hat, verdient er wirklich eine Belohnung. Verseuchte, wer weiß wen die kontaktieren. Aber anders gehts wohl nicht", sagte Ark.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Nicht wahr?«, sagte Tekuro zufrieden, als Arkan Patrices FischmÀulchen lobte. »Ist ganz weich und anschmiegsam, die Schnute. Mehr Freiraum, Papa? Aber wie? Ihn auf dem Schiff rumlaufen lassen? Vor Kurzem hast du mir noch gesagt, ich soll ihn nicht so viel streicheln ... sag mir bitte ganz genau, was ich machen muss.« Tekuro sah sehr besorgt aus und man sah ihm an, dass es ihn beschÀftigte, dass er seinen Sklaven schon wieder falsch behandelte. "Auf die Jagd mitnehmen ... Patti ... na das wird witzig."

Kazrar
Kazrar drĂŒckte seinen Sohn erneut und lĂ€chelte ihn zufrieden an. "Ganz einfach, nimm ihn mit auf die Jagd. Bilde ihn aus, dass er Dich bei der Jagd unterstĂŒtzt, dass wĂ€re etwas das ihm gefĂ€llt und Dir nĂŒtzt Tekuro!", freute sich Kaz. "Manche Menschen haben Jagdhunde, wieso Du keinen Jagdsklaven? Denk doch mal nach, zwei Fliegen mit einer Klappe. Patti sage ihm, das es auch Dein Wunsch ist", forderte Kazrar ihn auf.

Patrice Vertcuis
»Ich wĂŒrde es gern versuchen, dich bei der Jagd zu begleiten, Meister. Ich weiß, dass ich kein so guter KĂ€mpfer bin und vermutlich auch keine sehr große Hilfe bei der Jagd, aber vielleicht kann ich dich trotzdem ein bisschen unterstĂŒtzen. Und ich weiß, dass du nicht gern allein bist. So wĂ€rst du nicht allein auch nicht bei der Jagd, nie. Ich bin immer bei dir.« Er wagte nicht aufzublicken. Die Aussicht auf ein Nein machte ihm Angst, aber gleichzeitig hoffte er auch, dass sein Herr ablehnen wĂŒrde und er einfach nur den Haushalt zu machen und zu lutschen brauchte, damit der Andere schlafen blieb.

Kazrar
Kazrar streichelte Patrice den Kopf. "Hörst Du? Sprich so jemand, der erneut fliehen möchte? Nein. Ich denke er benötigt mehr Auslastung, nicht nur um Dir körperlich zu dienen und Dich zu befriedigen. Er braucht auch eine Aufgabe fĂŒr seinen Kopf und Dir bei der Jagd zur Hand zu gehen, gefĂ€llt mir. Es kann so viel da draußen geschehen, ein zweiter Mann ist manchmal Gold wert Tekuro. Ich meine wir werden uns nie trennen, aber dennoch kann es die Jagd vielleicht einmal erfordern, gerade nun wo Du ein Vampir geworden bist. Da ist es vielleicht einmal lebensnotwendig, dass Patti sogar allein jagen kann um Dir Blut zu beschaffen", gab Kaz zu bedenken.

Robere Tekuro Chud-Moreau
»Er ist lieb«, staunte Tekuro. »Er ist lieb«, wiederholte er misstrauisch. »Das letzte Mal, als er so lieb war, hat er dich fast kastriert, Papa!« Er griff Patrice in die Haare und legte seinen Kopf ins Genick, um seine Mimik zu betrachten. Absolut harmlos, keinerlei Anzeichen einer LĂŒge. Trotzdem warnte ihn sein BauchgefĂŒhl. Kazrar jedoch warsehr angetan von dieser Idee und da konnte er als Sohn sich nicht quer stellen. Auch musste er zugeben, dass die Argumentation sich schlĂŒssig anhörte. Und die Aussicht,dass Patrice ihm freiwillig Gesellschaft leisten wollte und zwar immer, ließ ihm seltsam warm ums Herz werden. »Also schön. Wir versuchen es. Scheiße. Lieb bleiben, ja? Lieb bleiben.« Er nahm die Hand aus Patrices Haar, so dass sein Vater ihn weiter streicheln konnte.

Kazrar
Kazrar nickte weise. "Er weiß doch was auf dem Spiel steht. Er ist kein einfacher Sklave mehr, er hat mir geholfen und wir zeigen uns erkenntlich, vertrauen ihm, laden ihn ein StĂŒck weiter in unser Leben ein. Wenn er sich dann als unwĂŒrdig erweist oder schlimmer noch uns hintergeht, dann können wir ihn nicht mehr retten. Das weiß Patrice, er steht am Scheideweg. Freude und Dienen gemeinsam mit Dir und uns an der Seite oder er wird Dich hintergehen und wir werden ihn fressen mĂŒssen. Ich denke Patti hat gewĂ€hlt, gib ihm seine Chance. Wir alle tun das. Aber auch er weiß um die Pflichten als guter Sklave. Denn versagt er, wird er zur Beute. Anders darf es nicht sein. Aber schauen wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf gemeinsame JagdausflĂŒge, mit Arkan, Dir, Patti, Arch - einfach mit allen Beißern", sagte Kaz aufgekratzt was Arkan leise brummelig lachen ließ.

Robere Tekuro Chud-Moreau
Die Aussicht, Patrice zu fressen, weckte ein seltsames Wechselbad der GefĂŒhle in Tekuro. Auf der einen Seite machte ihn allein die Vorstellung geil, auf der anderen Seite war Patrice danach natĂŒrgemĂ€ĂŸ weg. Ein Teil von ihm, fĂŒr immer, sicher verwahrt, jedoch nicht mehr sprechend und schmusend. Und das missfiel ihm. »Patti weiß um seine Pflichten«, bestĂ€tigte er. »Und ich weiß um meine. Ich muss ihn bestrafen, wenn er Dummheiten macht. So helfe ich ihm, sich selbst zu finden. Er gehört zu mir. Du gehörst zu mir, Patti, ja? Mach mich stolz.« Patrice nickte schnell und Tekuro grinste zwischen seinen Eltern hin und her. »Mit allen Beißern«, wiederholte er glĂŒcklich.

Kazrar
"Einen richtigen familiĂ€ren Jagdausflug. Wo wir die Beute reißen, vor Ort aufbrechen, die noch warmen Organe auf die Hand essen und die Beute dann zerlegen. Wir werden eine Feuergrube graben und die FleischstĂŒcke in dem Fett von heute knusprig braun anbraten, so dass die ganze Gegend nach unserem Festmahl duftet. Wir werden schwelgen, schlemmen um das Feuer herum sitzen, bis fast der Morgen graut. Gegenseitig Geschichten zum Besten geben, alte Lieder singen und gutes Bier und Blut trinken. So werden wir es halten", versprach Kazrar. "So werden wir das machen, dass klingt schön", freute sich Arkan strahlend.

Patrice Vertcuis
Patrice freute sich, wie gut gelaunt heute alle waren. Tekuro hatte gesagt, dass er zu ihm gehörte und er ihm helfen wollte, indem er ihn bestrafte. Die Art, wie er das gesagt hatte, hörte sich fĂŒr Patrice zĂ€rtlich an. Er wĂŒrde sich wĂŒnschen, dass er öfter so zu ihm sprechen wĂŒrde. Und Kazrar war ihm beigesprungen und wollte ihn dabei haben. Patrice fragte sich, ob Kazrars Formulierung bewusst so gewĂ€hlt war, als er die Beißer aufzĂ€hlte und ihn mitten darin nannte. Er blickte zu Kazrar auf, schmiegte sich in seine Hand und sagte leise: »Danke.« Dann setzte er sich auf Tekuros Fuß und schmiegte sich mit geschlossenen Augen an sein Bein. Er stellte sich vor, dass er am Lagerfeuer von Tekuro zum Lohn fĂŒr die gute Jagd mit FleischstĂŒckchen gefĂŒttert wurde, so wie er das bei Nori gemacht hatte. Die Vorstellung gefiel ihm. Nicht nur die Beißer hatten heute einen Grund zum Feiern, sondern auch ihr Sklave war glĂŒcklich verblieben.

Jaques Philipp de Dusoulier
Chevalier
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Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:36

Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#16

Beitrag von Jaques Philipp de Dusoulier » Sa 10. Nov 2018, 22:40

Der Kosmos der Freundschaft


Die gesamte Fahrt ĂŒber hatte sich Marcello ruhig, ja geradezu still verhalten. Jaques hatte den jungen Mann beobachtet. Der Marquis stellte ruhig seine Fragen, notierte sich alles geflissentlich und stand niemandem im Weg. Er packte sogar hier und dort mit an und hatte eine der Wachen ĂŒbernommen, als sie vor Farisin lagen.

Auf der Insel hatten sie mehr gefunden, als Rache. Davet lebte und war genau zum gleichen Zeitpunkt erschienen wie Silvano. Das beide ihren Ehrentag eingehalten hatten, rĂŒhrte Jaques. Eine Familie musste zusammenhalten. Es war fast so, als hĂ€tte Silvano seinen Mann beschworen, indem er ihm seine Opfer darbrachte.

Das dies nur Einbildung war, war Jaqes bewusst. Trotzdem haftete dem Umstand etwas seltsames an. Er kannte keine Person die Davy wieder freigegeben hatte. Auf der anderen Seite, wer kannte schon dessen BeweggrĂŒnde? Er freute sich fĂŒr Vano und Davet.

Aber die Freude wÀhrte nicht lange.

Sie hatten sich nach dem Erstschlag und der Vernichtung des Rates der Zwölf der Farisin auf die Choucas zurĂŒckgezogen. Die anderen beiden Mannschaften hatten es ebenso gehalten. Davet hatte Vano und Boldiszar auf die Choucas begleitet.

Silvano hatte es mit seiner rigorosen Planung ĂŒbertrieben. Er hatte Prince Ciel und Linhard de Souvagne von Conni per BetĂ€ubung ausschalten lassen. Das der Prince nach seinem Erwachen nicht besonders amĂŒsiert ĂŒber den Vorfall war, konnte man sich an einer Hand abzĂ€hlen.

Und so kam es wie es kommen musste, der Prince verlangte eine ErklĂ€rung, die Vano abschmetterte, indem er Beweise fĂŒr Connis Tat forderte. Bis dato war die Ausrede noch gut. Als der Prince jedoch mitbekam, weshalb man ihn ausgeschaltet hatte und was auf der Insel geschah, kippte der komplette Plan.

Vanos Stimmung kippte gleich mit.

Prince Ciel forderte den sofortigen RĂŒckzug und die Einstellung der Kampfhandlungen. Und anstatt mit dem Princen zu reden und ihm logisch seine EntscheidungsgrĂŒnde vorzutragen, verweigerte Silvano jeden Gehorsam. Mancini beharrte stur darauf den Angriff fortsetzen zu wollen.

Jaques hĂ€tte seinen KĂ€ptn am liebsten gepackt und geschĂŒttelt, bis dieser Vernunft angenommen hĂ€tte. Jeder Seemann wusste, ein befolgter Befehl war Dienst, ein nicht befolgter Befehl war Meuterei!

Einen klaren Befehl von der Krone zu verweigern, grenzte nicht nur an Wahnsinn - dass war Wahnsinn!
Dreimalig einen Befehl zu verweigern, war ein sicheres Todesurteil.

Silvano fuhr damit bewusst in tödliche GewĂ€sser mit reißenden Untiefen. WofĂŒr brachte er sich derart in Gefahr? Er hĂ€tte mit dem Princen die Lage besprechen können. Ihm die Gefahr die von den Farisin ausgeht erlĂ€utern können. Prince Ciel hĂ€tte vielleicht trotzdem nicht eingelenkt, aber zugehört hĂ€tte er seinem KapitĂ€n. So wĂ€re es nicht zu einem derartigen ZerwĂŒrfnis zwischen ihnen gekommen.

So klug und besonnen Silvano sonst als KapitĂ€n war, sobald es die Farisin betraf ließ er sich von seinem abgrundtiefen Hass auf die Geschöpfe leiten.

Jaques war besorgt um seinen alten Freund. Er fĂŒrchtete um Vanos Sicherheit und um dessen Leben.
Niemand sprach ihm das Recht auf Rache ab, aber Rache war etwas dass man eiskalt servieren musste und nicht mit hitzigem GemĂŒt.

Sein Platz war genau hinter dem vom KĂ€ptn, er war der erste Offizier der Choucas und somit die Vertretung im Amt von Silvano. Er musste dessen SturschĂ€del aus der Schlinge ziehen um ihn den Arsch zu retten. Nun, dafĂŒr waren Freunde da.

Jaques konnte sich an keine Begebenheit erinnern, wo er Hilfe benötigte und Vano abgelehnt hatte. ZuverlĂ€ssigkeit, LoyalitĂ€t, Selbstlosigkeit und Treue, wundervolle Werte an die sich sein Freund hielt. Nur war er manchmal dermaßen selbstlos, dass er andere beschĂŒtzte und sich selbst vergaß.

Dusolier schnaubte wĂŒtend durch die Nase und stopfte sich eine doppelte Portion Kautabak in die Wange. Vano und seine Logik. Er wollte Boldi und Davet beschĂŒtzen, indem er sich opferte, so dass ihnen nichts geschah. Trat genau das ein, war er es der Boldi und Davet schadete, denn immerhin hatten die beiden dann seinen Verlust zu verkraften.

Jaques wollte sich nicht vorstellen, was los wÀre, sollte Vano Boldi verlieren. Er hatte erlebt, wie sein Freund um Davet trauerte. Wie ihn der Schmerz fast in den Wahnsinn trieb. Wo die Auslöschung der Farisin als einzige Möglichkeit der Wiedergutmachung zur fixen Idee wurde.

War Boldi nur annĂ€hernd so gestrickt wie Silvano, dann wĂŒrde Vano seinem Boldiszar das Herz aus der Brust reißen mit seiner Opferung. Von Davet ganz zu schweigen. Und schaute er sich Boldi an, dann wusste Jaques, dieser Mann war nicht grundlos wortkarg. Er ließ Taten sprechen und sollte jemand Vano etwas antun, dann wĂ€re dessen Ende besiegelt, ohne das der Bursche davon wusste.

Boldi und Davet wĂŒrden Vanos Opfer niemals einfach auf sich beruhen lassen.
Er ebenso wenig, wie die anderen Offiziere der Choucas und die Mannschaft stand auch ihrem KapitÀn bei.

Wozu also das alles? Zumal Ciel nicht der Feind war!
Er hatte keine Schuppen, der Bursche hatte ja nicht einmal Haare!

Sie waren Soldaten der Azursee, sie dienten der Krone. Es gab keine ehrenvollere und schönere Aufgabe. Und die Krone beschĂŒtzte sie und leitete sie an. Prince Ciel war auf ihrer Seite, nur musste Vano begreifen, dass dies nicht bedeutete, dass der Prince immer einer Meinung mit ihm sein musste. Das Gegenteil war der Fall, sie setzten die WĂŒnsche und Befehle der Krone um.

Jaques kaute etwas auf dem Kautabak herum, um etwas mehr Sud in den Mund zu bekommen. Er war zum KompasshÀuschen gegangen, hatte sich das Logbuch gegriffen und wollte seinen Schichteintrag vornehmen, als er den Eintrag von Vano las.

Die Finger von Dusolier verkrampften sich um das alte Buch, so dass einige Seiten des Pergamentpapiers einrissen. Das was dort stand, wĂŒrde seinen Freund den Kopf kosten. Ein Schuldanerkenntnis, ein Bekennerschreiben, die TatbestĂ€nde VortĂ€uschung falscher Tatsachen, Erschleichen und Zweckentfremden von MilitĂ€reigentum, widerrechtlicher Angriff, Befehlsverweigerung...

Jaques wurde beim Lesen schlecht.

Den von Silvano verfasste Passus...
Ich versichere hiermit glaubhaft, dass ich im Vollbesitz meiner geistigen KrÀfte bin und im vollen Bewusstsein die Befehle vorsÀtzlich verweigert habe um mir einen persönlichen Vorteil zu verschaffen (Rache)
... zweifelte Jaques stark an.

Er erkannte erneut den Hintergrund fĂŒr dieses GestĂ€ndnis. Damit schĂŒtzte der KapitĂ€n alle Beteiligten und warf sich selbst den Wölfen zum Fraß vor.

Aber bei den fĂŒnf Weltmeeren, wenn man etwas nicht gestehen musste, dann gestand man es nicht!
Bevor man ĂŒberhaupt etwas zu einem Vorwurf sagte, wartete man ab, ob es Zeugen gab und was diese Zeugen wussten! Solange man schwieg, war man auf der sicheren Seite!

Hatte man das persönliche BedĂŒrfnis sich dermaßen öffentlich zu erleichtern, sollte man einfach von der Reling scheißen!

Dusolier juckte es in den Fingern, die Seite aus dem Logbuch zu reißen. Aber auffĂ€lliger ging es kaum und die Seiten waren durchnummeriert.

Ein Logbuch wurde unter Verantwortung des Kommandanten von den wachhabenden Offizieren auf den Kriegsschiffen gefĂŒhrt. In das Logbuch wurde stĂŒndlich oder vierstĂŒndig alles auf die Seefahrt bezogene eingetragen. Dazu gehörten der gesteuerte Kurs, die Schiffsgeschwindigkeit, die Abtrift, die Manöver, die SegelfĂŒhrung, die Windrichtung, die WindstĂ€rke, die Witterung, die Bewölkung, der Barometer- und Thermometerstand und vieles mehr.

Eintrag fanden zudem alle besonderen Ereignisse wĂ€hrend der Wache. Ebenso die durchgefĂŒhrten seemĂ€nnischen Arbeiten, besondere WitterungsvorgĂ€nge, das Insichtkommen und Aussichtkommen von Land und Landmarken, das Anstecken der Positionslaternen, die Abgabe Notsignalen wie auch Nebelsignalen.
Ebenso werden das Einlaufen und Liegen im Hafen mit allen dazugehörigen Angaben notiert. Aufnahme ins Logbuch fanden ebenfalls Seezeremonien. Sogar Mittags wurde das Besteck eingetragen.

Und alle besonderen Vorkommnisse... dieses Farisin-Vorkommnis durfte nicht lÀnger im Logbuch stehen.
Die Seiten des Logbuches waren zwar durchnummeriert, aber sie waren nicht wasserfest.

Der erste Offizier klemmte sich das Buch unter den Arm, als ihn Marcello ansprach. Jaques war froh um die Ablenkung.

"Ahoi Marcello. Der KapitĂ€n des fremden Schiffes ist Davet la Caille, der ehemalige Partner unseres KapitĂ€ns. Beide hielten sich gegenseitig fĂŒr tot und haben sich nach 14 Jahren auf Farisin wiedergefunden. Man hielt Davet damals fĂŒr tot, nĂ€hte ihn in Segeltuch und ĂŒbergab seinem Körper der See.

Aber er war nicht tot. Wie er uns erklÀrt hat, haben ihn die Rakshaner aus dem Wasser gezogen und seine grauenvollen Verletzungen geheilt. Er lebte unter ihnen, wurde einer von ihnen und hatte genau wie Vano vor, seinen scheinbar ermordeten Partner zu rÀchen.

Er fand sogar ein Schiffswrack, dass er mit dem Rakshanern wieder flott gemacht hat. Das war das Schiff, dass Du gesehen hast. Sie heißt Aquila, wie Du schon sagtest. Ein kleiner blauer pfeilschneller Giftzwerg der fĂŒnf Meere, dass schwöre ich Dir.

Was ich gesehen habe, spricht dafĂŒr dass die Aquila eine Brigantine, sprich Schonerbrigg ist. Schönes Schiff, aber sie hat ihren eigenen Kopf und sie ist schwerer zu steuern als die Choucas. Aber die Bewaffnung von ihr ist traumhaft.

Du musst weder Davet noch die Aquila fĂŒrchten, er ist ein absolut entspannter und umgĂ€nglicher Typ. Allerdings haben wir im Moment ein anderes Problem. Wir sind auf dem Heimweg. Prince Ciel hat die Kampfhandlungen abgebrochen und den RĂŒckmarsch befohlen. Unser KapitĂ€n muss sich mit seiner Hoheit aussprechen und ich muss die NachtrĂ€ge in Ruhe vornehmen. Du kannst mich begleiten, wenn Du möchtest", erklĂ€rte Jaques und ging in die KombĂŒse. Dort ließ er ihnen beiden einen Kaffee aushĂ€ndigen und setzte sich dann daran dass Logbuch nachzutragen.

Bedauerlicherweise kippte er das Tintenfass genau ĂŒber die aufgeschlagene Seite. Und als er die Schweinerei abschwischen wollte wurde alles nur noch schlimmer. Die ganze Seite war tiefschwarz und nicht mehr zu lesen. Ein schwarzer großer Fleck, ein schwarzes Loch... das sĂ€mtlichen Unsinn verschlungen hatte. So sollte es sein.

Der Kosmos der Freundschaft.

Silvano de Mancini
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Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne

Re: Blutrote See - Kapitel 10 - Leinen los

#17

Beitrag von Silvano de Mancini » Sa 10. Nov 2018, 22:41

Heimathafen

Silvano de Mancini
Knappe 24 Stunden nach dem Befehl des RĂŒckmarschs erreichte die Choucas den Hafen von Cheverette. Es dauerte nicht lang, dann lag das Schiff schlafend mit zusammengerafften Segeln fest vertĂ€ut am Pier. Wer wollte konnte nun fĂŒr Landgang das Schiff verlassen, es gab fĂŒr die Matrosen keine Zeitvorgabe. Die Dauer des Aufenthalts schien lĂ€ngerfristig geplant zu sein. Silvano wartete gemeinsam mit Davet auf Deck um Ciel abzupassen. Er wollte noch einmal kurz mit dem Princen reden und ihm Davet vorstellen. La Caille sollte den jungen Princen von seinen Erfahrungen mit den Farisin berichten. Was Ciel dann daraus machte, wollte Mancini ihm selbst ĂŒberlassen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel jedoch schlummerte noch tief und fest in der Enge zwischen zwei Leibern, die ihn wohlig warm umgeben hatten. So lange am StĂŒck hatte er schon ewig nicht mehr geschlafen und vor allen nicht so gut. Als er aufwachte, bedauerte er dies regelrecht und schaute, was seine beiden SchlafgefĂ€hrten trieben - und ob sie ĂŒberhaupt noch da waren.

Costantino Marchesi
Als Ciel aufwachte schaute er genau in Connis Augen der ihn belustigt musterte, wÀhrend er sich die HÀnde als Kopfkissen unter den Kopf gestopft hatte. "Guten Morgen Mon Chou, gut geschlafen? Wir sind im Hafen, das Schiff wurde vertÀut, Du bist wieder Daheim", sagte Costantino freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte ihm freundlich zu. »Mehr als nur gut geschlafen, ich fĂŒhle mich blendend!« Er fasste nach hinten, um nach Linhard zu tasten.

Costantino Marchesi
"Ihm geht es gut, er schlĂ€ft noch. Was hast Du nun vor Cherrie? Möchtest Du, dass ich Deinen Befehl umsetze? Ich vermute Silvano hat sich abgeregt, so dass ich sogar mit ihm darĂŒber sprechen könnte. Ich könnte ihn bitten freiwillig das Kommando an Jaques abzugeben und mir zu folgen. Falls Du ihn inhaftieren möchtest, zwecks Verurteilung muss er vom Schiff", erklĂ€rte Conni und strich Ciel ĂŒber den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schlug betrĂŒbt die Augen nieder. »Am besten wĂ€re, er kĂ€me freiwillig mit mir zu meinem Vater. Er liegt bereits mit dem Kopf auf dem Block, er wird das wissen. Die Frage ist, ob er begreift, dass es nur schlimmer wird, wenn er sich weiterhin verweigert oder ob er ein Einsehen hat. WĂŒrde er sich gut prĂ€sentieren, bestĂŒnde immer noch die Chance, ihm eine Heilbarkeit seiner Geisteskrankheit zu attestieren. Ich denke, in einem Sanatorium wĂ€re er besser aufgehoben als auf dem Richtplatz.«

Costantino Marchesi
"Ich denke Du könntest ihm helfen, indem Du ihm helfen lĂ€sst und Dir selbst eine Krankheit zuziehst, Amnesie zum Beispiel Mon Cher. Allerdings nur dann, wenn er sich zugĂ€nglich zeigt. Alles andere wĂ€re unsinnig. Man muss auch Milde walten lassen können, Barmherzigkeit Mon Chou. Wie ich Dir erklĂ€rte, er ist nicht böse, er ist... verletzt. Wie soll ich Dir das verstĂ€ndlich machen? Stell Dir vor, alles was Dir etwas bedeutet ist eine Person und Dein Beruf. Und mit dieser Person arbeitest Du sogar. Du hattest vorher niemanden. Nur ihn und dann kommt jemand und tötet ihn. Du kannst vergeben, kannst sagen dieser eine Mörder war es, oder Du lebst fĂŒr den Tag der Rache. Letzteres tat er Ciel. Jedenfalls bis zu dem Tag, wo ein anderer Mann ihn wachrĂŒttelte, weil er einen Tisch durch seine KajĂŒte schleuderte", lachte Conni leise. "Meinst Du er wĂŒrde Boldi sonst ausbilden wollen? Er möchte dass Boldi das bekommt was er liebt, einen Job auf dem Meer. Er möchte ihm das schenken, was er liebt. Und er möchte dass sie es gemeinsam genießen können. Ich sage nicht, dass Du es einfach vergessen sollst, als wĂ€re nichts geschehen. DafĂŒr sollte er schon etwas tun, etwas dass Du gerecht findest. Etwas dass fĂŒr andere eine Hilfe ist. Und wie ich sagte, Santo hĂ€tte ihn damals in einen Tempel bringen mĂŒssen, damit sie ihm helfen. Das hat sich festgefressen in seinen Gedanken. Aber es hat sich auch wieder etwas gelöst, seit Boldi da ist. Und ich denke mit Boldi und Davet und etwas Hilfe aus dem Tempel, kann er es ganz zurĂŒck ins Leben schaffen. Dahin, woher er als Kind kam Mon Cher. Davet und Boldi folgtem dem uralten Spruch, man kann nichts in einen Hund hineinprĂŒgeln, aber so manche Untat herausstreicheln. Das taten sie beide unbewusst. Sie sind harte MĂ€nner, geradlinige und taffe MĂ€nner. Boldi vielleicht sogar noch hĂ€rter als Davet. Darum folgt er ihnen in ihren Kielwasser Mon Chou, er weiß sie irren sich nicht. Er verlĂ€sst sich da privat auf ihre FĂŒhrung, wo er selbst jeden Kurs verloren hat und fĂŒr GefĂŒhle dieser Art, gibt es keinen Kompass. Nur einen Lotsen, der den Kurs vorgibt. Und das tat Boldi am 18.08.203 Mon Amour. Also was nĂŒtzt er Dir tot? Ich sage es Dir offen, ich möchte Silvano nicht tot sehen. Er ist mein Freund und ich schĂ€tze ihn. Und hat nicht jeder Fehler? Gut diese mögen bei anderen nicht in Massenvernichtung enden, aber er tat es aus Liebe und nicht aus Hass. Macht es das besser? Ich weiß es nicht. Aber was macht denn die Tat der Farisin gut? Was gab ihnen das Recht? Was ist ihre Ausrede? Weshalb verdienen sie Schonung? Man kann es drehen und wenden wie man mag Mon Cher, aber Du bist doch der Prince von Silvano, sein Herr und nicht der Herr der Farisin. Schau wir sind alle seine Schutzbefohlenen. Und so ist er Deiner, er ist Dein Schutzbefohlener und untersteht Dir. Du hattest Mitleid mit Quennel, hast Du keines mit ihm? Einem Mann der alles verlor als Kind? Und dem das Leben danach sogar seine Liebe nahm? Er kennt kein Heimathafen Mon Chou, denn immer wenn er einen anlief, wurde dieser vernichtet. Hat er kein Gehör verdient? Wenn nicht, weshalb nicht, aber dieser tote HochverrĂ€ter? Denk darĂŒber nach Mon Chou, ich mag Dich nicht grundlos. Du bist ein Regent und kein Herrscher. Oder irre ich?", fragte Conni.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oh, komme mir nicht damit«, antwortete Ciel grantig und fegte Costantinos Hand von seinem Kopf. Er setzte sich auf. »Ich denke nicht, dass ich mir von jemandem wie dir erklĂ€ren lassen muss, wie ich mich zu verhalten habe. Das Recht dazu hat allein mein Vater und jene, die ich um ihren Rat bitte. Du gehörst nicht dazu. Wenig besser ist deine Ansicht als die deines KapitĂ€ns, denn auch du siehst nur ihn und sein Leid, nicht aber eure gefallenen Kameraden! Vielleicht habe ich Silvano das Leben gerettet, indem ich Kurs auf die Heimat anordnete und ihn als geisteskrank bezeichne, wenn dich das eurer Mannschaft schon nicht schert. BoldiszĂ r und Davet sind beide am Leben und Silvano war nicht von seiner Rache abzubringen. Er wird sich verantworten mĂŒssen und nein, ich werde keine plötzliche Amnesie bekommen!«

Costantino Marchesi
Conni nahm seine Hand weg. "Ich habe Dich nicht belehrt, ich habe Dich nur etwas gefragt. Wenn Du das nicht möchtest, ist das Dein gutes Recht. Denn Recht sprichst Du. Und mich interessieren meine gefallenen Kameraden, sag so etwas nicht. Sie fallen allerdings auch, in anderen EinsĂ€tzen Mon Cher, aber das macht keinen Tod besser oder ungeschehen. Das ist leider so. Eines ist immer gleich, eines macht uns alle gleich, ob kleiner Bettler, Dienstbote, Marquis oder sogar Duc - wir sind endlich, uns alle ereilt der Tod. Deshalb sollte man sehr vorsichtig sein, denn das Leben ist sehr wertvoll. Drum nein Mon Cher, ich wĂŒnsche niemandes Tod. Allerdings ist er manchmal erforderlich um ein anderes Leben zu schĂŒtzen. Sicher weiß ich was Du damit bezweckt hast, ihn als krank zu bezeichnen. Ich sprach fĂŒr einen Freund und ich dachte ich sprach zu einem Freund. Es war keine Aufforderung, so etwas steht mir nicht zu. Es stĂ€nde mir auch nicht zu, hĂ€ttest Du keinen Rang Mon Cher. Denn der Streit betraf Dich und das was Du vergeben magst - vergibt oder halte daran fest. Sollte ich Dich verletzt haben, tut mir dies leid. Du bist der Ehemann von Francois und Du bringst ihn zum strahlen. Er liebt Dich, er ist mein Freund, ich wĂŒrde ihm Böses tun, wĂŒrde ich Dir Böses wollen. Das möchte ich nicht. Dir soll es gut gehen, gleich als wer Du vor mir stehst... oder neben mir liegst. Ich verlasse Dich jetzt und warte auf Deck, falls ich fĂŒr Dich eine Verhaftung vornehmen soll Mon Cher. Es freut mich, dass Du wohl geruht hast. Bis gleich", sagte Conni freundlich und rollte sich vorsichtig aus dem Bett um weder Ciel noch Lin zu stören. Er streckte sich kurz, dass seine Knochen knackten, zog sich die Schuhe an und verließ ganz leise seine KajĂŒte.

Ciel Felicien de Souvagne
Biestig blickte Ciel Costantino hinterher, den er nun nicht mehr leiden konnte. Hatte er ihm mir nichts dir nichts die Freundschaft gekĂŒndigt, obgleich Ciel alles dafĂŒr tat, Silvano zu helfen und gleichzeitig die Bevölkerung vor ihm zu schĂŒtzen. Da war sogar der alte Arashi von den Beißern eine angenehmere Gesellschaft, der war höflich und tat, was er sollte. Wenn Ciel eine plötzliche Amnesie befallen sollte, dann fĂŒr ihn und dessen Familie. Er glaubte nicht daran, dass Costantino ihm wirklich helfen wĂŒrde, sollte Silvano sich widersetzen. Er rĂŒttelte Linhard.

Linhard von Hohenfelde
Linhard rieb sich mĂŒde das Gesicht, strich sich ĂŒber die Stoppelhaare und legte seinen Kopf auf Ciels Schulter ab. "Morgen", nuschelte er mit einem schiefen Grinsen und gĂ€hnte herzhaft. "Du siehst schon wieder gestresst aus, erzĂ€hl was ist los?", bat Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn ich das nĂ€chste Mal auf die Idee kommen sollte, Urlaub auf einem Kriegsschiff im Einsatz zu machen, trete mir in den Hintern. Conni verlangt Absolution fĂŒr Silvano. Weil er eine schwere Kindheit hatte. Die hatten andere auch und wurden darob nicht zu Amok fahrenden Rachegeistern, die ihren Duc verraten und samt Schiff und Mannschaft mit verbundenen Augen in den sicheren Abgrund fahren - und dabei auch noch stolz darauf sind, ein gutes Werk vollbracht zu haben!« Er kraulte Linhard, aber er war nicht recht bei der Sache. »Wir mĂŒssen Silvano bei meinem Vater vorsprechen lassen. Eigentlich gehört er vor das Kriegsgericht«, ĂŒberlegte er. »Oder eben in ein Sanatorium, doch ich bezweifle inzwischen, dass er an seiner eigenen Heilung ĂŒberhaupt Interesse hat.«

Linhard von Hohenfelde
Lin nahm Ciel fest in die Arme. "Das kannst Du nur herausfinden indem Du mit ihm redest. Absolution? Tja, wie wĂŒrdest Du einen Mann bestrafen, der zwei wehrlose MĂ€nner im Schlaf erstach, ihnen die Genitalen verstĂŒmmelte und sie enthauptete?", fragte Lin und drĂŒckte seinen Kopf gegen den von Ciel. "Antworte ehrlich, ich will Dir bei Deiner Sicht helfen. Du und Silvano, Ihr habt Euch beide verrannt. Ihr mĂŒsst miteinander reden. Und vielleicht möchte er sogar Hilfe. Aber vorher helfe ich Dir, also leg los. Wie wĂŒrdest Du diesen Mann bestrafen?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Mit dem Block«, antwortete Ciel schlicht.

Linhard von Hohenfelde
"Das wĂ€re richtig, hĂ€tte der Mann dies aus persönlichem VergnĂŒgen getan, oder zur Befriedigung niederer GelĂŒste. Was ist aber, wenn Du nun erfĂ€hrst, dass man diesen Mann seit dem er vier Jahre alt war missbrauchte? Sein Vater verlieh ihn an seinen besten Freund, der Kinder zum Fressen und Ficken gern hat. Aber dabei blieb es nicht. Dieser "Hausfreund" verlieh ihn weiter. Er verlieh ihn an eine Horde von Soldaten ĂŒber die der Vater des Jungen gebot. Der Junge hatte auch eine Mutter. Aber sie war genauso Opfer von ihrem Mann. Der Junge hatte einen Bruder und ihm erging es nicht besser. Der Junge hatte auch einen Opa. Diesen Opa bat er um Hilfe, die Antwort des Opas war, dass er ihn zurĂŒck zum Hausfreund schliff und ihm erklĂ€rte, dass er zu gehorchen habe - gleichgĂŒltig was dieser verlangte. Und dann erfĂ€hrst Du, dass sogar der Opa den kleinen Jungen besuchte. Er interessierte sich so nebenbei etwas fĂŒr Medizin. Besonders fĂŒr Krankheiten. Er wollte gerne schwerwiegende Krankheiten in allen Stadien dokumentieren. Also infizierte er den kleinen Jungen, sperrte ihn isoliert ein und ließ ihn die Krankheit ohne Hilfsmittel durchstehen. Um die Krankheit, die Schmerzen und den Zustand zu dokumentieren. Dann erfĂ€hrst Du zudem, dass der Hausfreund zwei Busenfreude hatte. Sie haben den Jungen oft gequĂ€lt, neben all der anderen Qual. Und diese beiden Busenfreunde - sind die Opfer des Mörders. Der Mörder - ist der kleine Junge. Bekommt er immer noch den Block?", fragte Linhard ruhig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Meine Antwort war vorschnell, all diese Dinge erwĂ€hntest du zuvor nicht. NatĂŒrlich wird niemand auf den Block geschickt, ohne solche UmstĂ€nde zu prĂŒfen. Dennoch hat er sich des Mordes schuldig gemacht. Ich wĂŒrde ihn ebenso in einem Sanatorium vorstellig werden lassen und mir die EinschĂ€tzung der Heiler anhören. Ignorieren kann man Selbstjustiz nicht, das endet in Anarchie, wie die Rakshaner sie lieben und leben. In einer zivilisierten Gesellschaft darf so etwas keinen Platz haben.«

Linhard von Hohenfelde
"Ganz genau, aber das ich es vorher nicht erwĂ€hnt habe, hat einen Grund. Wieso soll ich es Dir erzĂ€hlen? HĂ€ttest Du nicht den kleinen Jungen einfach fragen können, warum er tat was er tat Ciel? Schau, nehmen wir einen Mord. Eine Frau wurde ermordet. Es war ein Auftragskiller - Ihr Ehemann wollte sie loswerden. Block fĂŒr den Mörder. Nochmal eine Frau. Sie wurde ermordet. Es war ihr Ehemann. Sie war totkrank und er konnte ihre Qual nicht lĂ€nger mit ansehen - sie flehte um Erlösung und er gab unter TrĂ€nen nach. Block? Die dritte Frau - sie wurde ermordet. Es war ihr Ehemann. Er sah wie sie die Kinder quĂ€lte, bewusst verletzte um Aufmerksamkeit zu bekommen, er kannte die Wunden. Wusste auf einmal, dass all die blauen Flecken, all die Krankheiten keine ZufĂ€lle waren. Er tötete die Frau und rettete seine Kinder. Block? All die Infos die hinter dem stehen - eine Frau wurde ermorden.... weil... ja warum? Warum tut eine Person was sie tat? Das Ciel musst Du herausfinden. Wie ich herausfinden musste, dass es nicht immer nur eine Antwort gibt - Dolch oder bei Euch Block. Verstehst Du? Letztendlich kannst Du jeden jederzeit immer noch auf den Block schicken. Aber die fĂŒnf Minuten, Dir anzuhören wieso er tat was er tat, hast Du doch. Denn wenn es ein guter Grund war, ein nachvollziehbarer - hat er Hilfe verdient und nicht den Block. So möchte ich meine Scholle regieren und nicht mit dem Dolch", erklĂ€rte Lin und streichelte Ciel beruhigend.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, Linhard.« Ciel schĂŒttelte den Kopf. »So wirst du deine Scholle nicht regieren, denn auch dort herrscht souvagnisches Recht und nicht linhardsches. Du meinst es gut, aber du siehst das zu kurzfristig. Jeder von den genannten hĂ€tte die Möglichkeit, sich bei den BĂŒtteln zu melden oder bei seinem Lehnsherren vorstellig zu werden, bevor er selbst zur Waffe greift. Wenn er das nicht tut, ist ihm nicht zu helfen. Und wenn die todkranke Frau Anstand gehabt hĂ€tte, hĂ€tte sie sich selbst ein Ende gesetzt, anstatt ihrem Mann diese BĂŒrde aufzuerlegen. Selbstjustiz wird in Souvagne niemals legal werden, so lange die Souvagnes das Land behĂŒten. Dass wir so oft den Block sprechen lassen, ist keine WillkĂŒr und noch viel weniger Grausamkeit. Es dient dem Schutz derer, die sich nicht selbst schĂŒtzen können und der Wahrung der Ordnung und damit der Sicherheit und des Wohlstandes.«

Linhard von Hohenfelde
"Das kann ich auch verstehen, denn dann wĂŒrde nachher jeder einen guten Grund haben. Da hast Du Recht. Aber anstatt des Blocks wĂŒrde ich dennoch etwas Milde walten lassen. Weißt Du, manchmal ist das was einem angetan wurde so mĂ€chtig und grausam, dass Du gar nicht sprechen kannst. Du hast unsere Leichenhalle gesehen. Manchmal muss man das aussprechen erlernen. Dann wĂ€re doch die Frage, ist die Person nicht wert gerettet zu werden? Denn sie könnte viel Gutes bewirken? Oder auch um ihrer selbst Willen? Wenn diese Person nur Leid erlebte, geht sie auch so, weil sie nie lernte ĂŒber das Grauen zu reden. So kenne ich es. Wenn der Tod fĂŒr sie eine Erlösung ist, wofĂŒr hat man dann gelebt? Sollte es nicht so sein, dass das Leben das Ziel ist und lebenswert? Ich meine das bezogen auf jeden, den man so etwas antat - zum Beispiel auch Tekuro oder Boldi. Schau ihm ins Gesicht und Du siehst wie sein Leben verlief. Nicht jeder trĂ€gt das Herz auf der Zunge. Ich konnte auch lange nicht sprechen und war zerfressen vor Wut. Manchmal ist das was andere fĂŒr Bösartigkeit halten Verzweiflung oder Schmerz. Bei uns war es oft so, aber die Gebrochenen Ciel, sind auch die brutalsten und gefĂ€hrlichsten aus unserer Familie. Denn sie handeln auch sehr gefĂ€hrlich aus Angst. Das war so gewollt. Dein Vater zum Beispiel hĂ€tte Massimo hinrichten lassen können. Er großen Mist gebaut, lieber Party anstatt sein Land zu informieren. Was nĂŒtzt ihm ein toter Massimo? Nichts. Was nĂŒtzt ihm ein Massimo der verstanden hat wo sein Fehler liegt? Der sich ĂŒber die Gnade freut und sich bemĂŒht der Gnade gerecht zu werden? Sehr viel. Er nĂŒtzt nicht nur Deinem Vater, Dir oder der Krone, er nĂŒtzt auch seinem Land. Tja wo da die Grenze ist, zwischen Gnade oder doch nicht, dass kann ich Dir nicht sagen. Ich habe es nicht herausgefunden, aber es muss sie geben Ciel. Es muss doch oder nicht?", fragte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Grenze ist oft schwierig zu finden, auch fĂŒr Menschen, die Erfahrung in der Rechtssprechung haben. Der Grad zwischen konsequentem Handeln und HĂ€rte ist so schmal wie der zwischen GĂŒte und Ignoranz. Und ich sage dir auch offen, dass niemand von uns sicher behaupten kann, immer die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Drum will ein Todesurteil gut geprĂŒft sein. Eine mögliche Lösung fĂŒr FĂ€lle, die sich scheinbar genau innerhalb des Grades bewegen, ist die Verbannung oder fĂŒr Adlige das Exil. Denkbar ist auch das VerbĂŒĂŸen einer Freiheitsstrafe in Verbindung mit Strafarbeit, damit die Gefangenschaft den Staat und damit den steuerzahlenden Souvagner nicht unnötig Geld kostet.«

Linhard von Hohenfelde
"Ja, es gibt mehr zwischen Block und Freispruch, dass sollten wir alle nicht vergessen. Aber nichts destotrotz musst Du mit ihm reden. FĂŒr Dich selbst Ciel, ich begleite Dich und stehe Dir bei und werde Dich unterstĂŒtzen. Wollen wir?", bot Lin an und setzte sich auf.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mit Silvano?«, murrte Ciel. »Von Wollen kann keine Rede sein. Ich will Urlaub, das ist alles. MĂŒssen trifft es besser.« Er stand auf und zog Linhard an der Hand auf die FĂŒĂŸe.

Linhard von Hohenfelde
"Wollen damit Du es hinter Dir hast, dann ist mĂŒssen nicht mehr ganz so schlimm. Jedenfalls habe ich das mit unliebsamen Aufgaben frĂŒher so gemacht. Den Urlaub wirst Du bekommen, versprochen", antwortete Lin und drĂŒckte Ciel fest an sich, ehe er ihn wieder freigab und aufstand. "Auf in den Kampf, Ciel", sagte Lin und zog ihn mit sich nach draußen. Silvano und ein ihm unbekannter Mann warteten an Deck und unterhielten sich leise. "Da ist er mit wem auch immer", flĂŒsterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wunderte sich ĂŒber den Mann, der bei Silvano stand. Von hinten schien er nur aus braunen Locken zu bestehen. Ein solcher Mann hĂ€tte ihm an Bord doch auffallen mĂŒssen! Es sei denn natĂŒrlich, er trug eine PerĂŒcke, die er zuvor nicht getragen hatte. Ciel stellte sich zu den beiden und schaute sich den Mann an, um herauszufinden, wer das war. Er kam ihm bekannt vor, aber er konnte sich nicht erinnern, wer das sein sollte, bis ihm einfiel, wo er diese GesichtszĂŒge schon einmal gesehen hatte. »Quennel!«, rief er erfreut.

Davet la Caille
Davet drehte sich zu Ciel um und schaute sich den Princen genau an. Das war also jener Prince, der seinen Freund dermaßen Ă€rgerte und mit ihm verwandt war. Eigentlich sah er ganz freundlich aus, aber nicht nur das, er sah mĂŒde aus. Erschöpft jenseits aller Vorstellungskraft. "Nicht ganz, Davet - Davet la Caille Eure MajestĂ€t. Mein Freund bat mich, mit Euch zu reden, bezĂŒglich des Vorfalls auf der Insel der Farisin", sagte Davet freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf einen sehnsĂŒchtigen Blick in Richtung der Hafenstadt, wo er das erste Mal seit langem wieder HĂ€user und Zivilisation sah. Festen Boden unter den Schuhen, normale Menschen. Sein Drachenhahn hatte sich verabschiedet und suchte sich vermutlich irgendwo etwas zu Essen und zu Trinken. Ciel konnte nur hoffen, dass er von allein wieder zurĂŒckkehrte und nicht eingefangen werden musste. Er blickte wieder zu Davet. Viel lieber wĂŒrde er mit seinem Halbonkel ĂŒber andere Dinge sprechen. »Wir sind alle per Du auf dem Schiff«, erklĂ€rte Ciel. »Gehen wir in meine KajĂŒte oder möchtest du hier sprechen?«

Davet la Caille
"Bleiben wir hier, es geht schließlich auch um Silvano, also soll er hören was wir zu sagen haben. Aber vielleicht sollten wir uns erst einmal bekannt machen. Vano erzĂ€hlte mir, dass ich mit Dir verwandt wĂ€re. Jedenfalls hat dies mein... Quennel behauptet. Falls dies wahr sein sollte, möchte ich Dich persönlich kennenlernen, falls das gestattet ist".

Ciel Felicien de Souvagne
»Es ist wahr«, bestĂ€tigte Ciel. »Du bist mein Halbonkel und ich wĂŒrde dich gern meinem Vater vorstellen, dem Duc, deinem Halbbruder. Ich denke, er wird erfreut sein, von dir zu erfahren, denn er weiß es noch nicht. Du möchtest also ĂŒber Silvano sprechen. Nun, da gibt es nicht allzu viel zu besprechen. Mein Vater muss entscheiden, was mit ihm geschieht, da er ĂŒber dich mehr oder weniger zur Familie gehört. Andernfalls hĂ€tte ich ihn nun ohne Umweg vor das Kriegsgericht gebracht.«

Davet la Caille
"VerstĂ€ndlich, aber Ihr wart beide gestern aufgebracht. Er weil er seinen Plan nicht vollenden konnte und Du weil er Dir widersprochen hat. Zu Recht, denn Befehle werden befolgt und nicht hinterfragt. Und hĂ€tte Vano sich mit sich selbst gestritten, hĂ€tte sein Offizier beim ersten nein schon das Tau geschmeckt. Aber er tat das alles fĂŒr mich. Ich war aus dem gleichen Grund anwesend, wegen ihm. Du kannst Silvano natĂŒrlich vor ein Kriegsgericht stellen, aber Boldi riet ihm, mit Dir heute noch einmal zu reden. Zudem sagte er, Vano soll Dir von den Echsen erzĂ€hlen, Dir und Deinem Vater. Ihr wĂŒrdet zuhören und es möglicherweise verstehen. Das waren Boldis Worte. Die Einladung nehme ich gerne an, einen Bruder zu haben ist nicht schlecht. Dir ist mein Beruf bekannt?", fragte Davet freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein. Welchen Beruf hast du denn?«, fragte Ciel neugierig. »Wenn mein Vater nicht anwesend ist, erzĂ€hlt er es doppelt«, versuchte Ciel, seine BeweggrĂŒnde darzulegen. »Ob er aufgebracht war oder nicht, spielt fĂŒr mich, ehrlich gesagt, ĂŒberhaupt keine Rolle. Jemand in einer solch verantwortungsvollen Position muss, wenn ihm doch einmal der Kragen platzt, Manns genug sein, das Kommando seinem ersten Offizier zu ĂŒbergeben. Oder was möchtest du bereden, Silvano?«

Davet la Caille
"Bevor ich niedergemetzelt wurde, war ich dritter Offizier auf der Mouette. Die Rakshaner retteten mein Leben und ich wurde einer von ihnen, ein Seerakshaner. Ich bin Pirat, SeerĂ€uber. Ich weiß nicht, ob Dein Vater auf meine Bekanntschaft Wert legt. Das stimmt, die erste Pflicht eines jeden Soldaten, Offiziers und so weiter ist Ruhe bewahren. Aber außergewöhnliche UmstĂ€nde, erfordern nicht nur außergewöhnliche Maßnahmen Ciel. Man handelt auch manchmal außergewöhnlich. Aber nicht immer außergewöhnlich gut, leider", warf Davet ein und tippte Vano mit dem Ellenbogen an, damit dieser sich am GesprĂ€ch beteiligte, anstatt sie alle nur stumm zu mustern.

Silvano de Mancini
"Wenn das alles keine Rolle spielt, kann ich mir den Atem schenken. Wir haben uns genug gestritten. Also wo soll ich mich einfinden, oder wie lautet das Urteil? Wieviel Zeit bleibt mir zur KlÀrung meiner Privatangelegenheiten?", fragte Vano tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
»Keine, wir begeben uns unverzĂŒglich zu meinem Vater. Du wirst uns begleiten und ich meine, dass du genĂŒgend Zeit hattest, dich um deinen privaten Kram zu kĂŒmmern. Pirat?« Ciel blickte seinen Halbonkel entsetzt an, dann mit blanker Neugier, die erneutem Entsetzen wich. »Hast du gar ... Souvagner ĂŒberfallen?«

Silvano de Mancini
"Keine? Oh... wow... gut. Darf ich mich von meinem Mann verabschieden? Das mĂŒsste ja an Zeit noch drin sein", sagte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein«, rief Ciel entrĂŒstet. »DafĂŒr gab es genug Zeit! Das kannst du vor der Urteilsvollstreckung noch einmal tun, sofern er dich dann besucht.«

Davet la Caille
Davet schĂŒttelte den Kopf und legte einen Arm um Vano. "Es war vielleicht keine so gute Idee ihn sprechen zu lassen. Wobei es auch keine gute Idee ist, ausgerechnet jetzt auf stur zu schalten. Du wolltest mit ihm reden, dann rede auch vernĂŒnftig mit ihm. Na los jetzt Mancini", bat Davet. "Nein ich habe keine Souvagner getötet, dort wo ich liege und lebe, gibt es keine Souvagner. Wir rauben meist Noraka aus und verkaufen unsere Beute in Arashima. Das was wir zum Leben benötigen rauben wir oder kaufen es dann durch den Erlös. Nur so konnten wir ĂŒberleben Ciel. Aber ich erinnere mich an mein altes Leben, das fand auf der Azursee statt. Nun bereise ich die vier andere Meere, jedenfalls wenn ich das möchte. Wir haben so unsere Lieblingsrouten. Andere Frage und eine Frage zum Frieden, dĂŒrfen Boldi und ich ihn begleiten?", fragte Davet versöhnlich.

Silvano de Mancini
"Wohl wahr, ich denke das er mich besuchen wird. Das Urteil ĂŒber mich steht bereits fest. Eine Frage am Rande, dass stand es doch schon immer oder? Nun ob Du es glaubst oder nicht, ich habe gerne gedient. Mein Schiff und meine Mannschaft waren mein Leben. Dieses wie die Mouette. Davet richte Jaques bitte aus, er hat ab sofort das Kommando und ist KapitĂ€n der Choucas. Und sag Boldi dass ich ihn liebe, ich werde ihn vermissen. Ich warte auf Euch, wie ĂŒblich und wo immer das sein mag. Gib Fou einen Kuss von mir und melde Dich bei Santo. Nimm Boldi mit, er wird sich freuen", sagte Vano schmunzelnd und drĂŒckte Davet fest. "Pass mir auf Knubbel auf, er wird ein Auge auf Dich haben. Kleiner Wortwitz", grinste Silvano und kĂ€mmte mit den Fingern Davet die Haare aus dem Gesicht, ehe er ihn losließ. "Wir können Eure Hoheit", sagte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dass es ein Urteil geben wird, stand fest ab dem Moment, als ich bemerkte, dass ich vergiftet worden war und du eine Auslesung des vermeintlichen TĂ€ters verweigertest, denn ab dato war ich darĂŒber im Bilde, dass du bis ĂŒber beide Ohren in einer Verschwörung gegen mich stecktest«, antwortete Ciel. »Wie das Urteil ausfallen wird, ist indes noch offen.« Er pfiff durch die Finger und wartete. WĂ€hrend sein Vogel in Sichtweite kam, kam es auch ein anderer Vogel - Prince Remy.

Silvano de Mancini
"Das meinte ich nicht und das wisst Ihr. Das Urteil stand doch seit dem Tag meiner Geburt fest. Oder seit der Ermordung meiner Mutter - Agentensohn. Wozu der ganze Hohn der Nobelitierung und des Nennadels? Nur um uns am Ende doch zu verurteilen? Gut darf ich fĂŒr ein Urteil plĂ€dieren, sprich eine angemessene Strafe aussprechen, die ich fĂŒr fair erachte?", bat Vano.

Remy de Remuer
»Hey, Leute«, rief Remy vergnĂŒgt dazwischen und tĂ€tschelte Silvanos Schulter, der gerade sehr mĂŒrrisch dreinschaute. »Wenn ihr wĂŒsstet, wen ich gerade in der astralen Leitung hatte! Ein liebes Himmelsauge vom Nordwall und es hatte höchst interessante Neuigkeiten.« Ciel rollte dermaßen angepisst mit den Augen, dass Remy beschloss, sich kurz zu fassen. »Der Duca di Ledvicco hockt mit einer bewaffneten Schar in Zelten am Strand, unmittelbar vor der Nordgrenze von Souvagne. Sie haben Durchreiseerlaubnis erbeten.« Remy machte auf dem Absatz kehrt und ging wieder.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Kopf fuhr wieder zu Silvano herum. »Ach«, fauchte er. »Du meinst, du hĂ€ttest nun einen Freifahrtsschein? Du glaubst, du mĂŒsstest nur den armen, sozial benachteiligten Agentensohn heraushĂ€ngen lassen und sofort springen alle bedauernd um dich herum und ĂŒberhĂ€ufen dich mit Wiedergutmachungsgeschenken? Du bist eine grauenvolle Person und ich kann nicht verstehen, warum gute MĂ€nner wie BoldiszĂ r und Davet sich an jemanden wie dich verschwenden, aber das nur am Rande.« Der Cockatrice landete. Ciel rieb sich das Kinn. »Steigt auf, schnallt euch fest. Ich muss noch etwas erledigen.« Er stapfte hinunter in den Bugraum, klopfte und trat ein. »Kazrar?«

Davet la Caille
Davet schaute etwas verdutzt, bevor er ĂŒberhaupt zum Gruß ansetzen konnte, hatte der junge Bursche auch schon wieder auf dem Absatz kehrt gemacht und war davon gestiefelt. "Hallo und Auf Wiedersehen, dass ging sehr schnell. Ist er immer so kurz angebunden? Also unser Himmelsauge damals war eine Plaudertasche, mit ihm konnte man stundenlang diskutieren. Oder ist was mit ihm nicht in Ordnung?", fragte Davet und zog Silvano ein StĂŒck nĂ€her zu sich heran. "Sei bitte friedlich. Das Du wĂŒtend bist, verstehe ich. Aber Du hattest nicht die gleichen Freiheiten wie ich. Bedenke das Kurzer, Du willst doch nicht so von Deiner Lady gehen oder? Ich werde mich um Boldi kĂŒmmern, versprochen. Ich werde ihn ausbilden, was die Seefahrt angeht. Aber mal Butter bei de Fische, wir wollen Dich nicht verlieren. Benimm Dich so, wie Du es bei Santo gelernt hast. Stell Dir vor Du hĂ€ttest einen Pfund Kleister im Gesicht. Mach, fĂŒr Boldi, fĂŒr mich, fĂŒr uns. Aber mach es", forderte Davet.

Silvano de Mancini
"Nun da sind wir einer Meinung, warum sich ausgerechnet Boldi oder Davet an mich verschwendet hat, keine Ahnung. Ich war so frei es einfach zu genießen. Ich meine gar nichts, nur Ihr habt mich mit genau damit beschimpft. Das legt so eine Vermutung doch nahe", sagte Vano bevor Ciel in den Bugraum stapfte. Er schaute Ciel kurz hinterher, schaute Davet an und kĂŒsste ihn auf die Stirn, im gleichem Moment als Vano Fersengeld geben wollte, packte Davet zu und hielt ihn fest. "Fahnenflucht auch noch?", flĂŒsterte Davet. "Hey ob ich wegen drei, vier, oder fĂŒnf Vergehen geköpft werde - Scheiß drauf. Lass mich los Calli. Na los jetzt. BOLDI!", rief Vano grinste Davet an, der gequĂ€lt die Augen zusammenkniff.

Kazrar
Kazrar trat Ciel entgegen und musterte ihn freundlich. "Ich habe meinem Sohn von unserer Abmachung erzĂ€hlt. Wie kann ich Dir helfen? Die Beißer wissen Bescheid, wir werden Dir beistehen fĂŒr unsere Freiheit", erklĂ€rte Kaz und grinste so, dass man seine scharfen ZĂ€hne sah, denn auf diese war er besonders stolz.

BoldiszĂ r
Boldi sprang so rasch vom Esstisch auf, dass sein Stuhl nach hinten wegflog und der Tisch nach vornĂŒber kippte. Er sprang darĂŒber und stĂŒrmte wie ein Stier aus der TĂŒr und quer ĂŒber das Deck. Er war dabei sehr viel schneller, als man ihm gemeinhin zutraute, da er sich im Alltag sehr bedĂ€chtig bewegte und keine Bewegung zu viel machte. Jetzt war er eine rasende Urgewalt und wenn jemand versucht hĂ€tte, sich ihm in den Weg zu stellen, wĂ€re er aus der Bahn befördert worden, ohne dass BoldiszĂ r seinen Lauf nennenswert hĂ€tte verlangsamen mĂŒssen. In Windeseile war er bei Silvano, der mit Davet rang und um Hilfe geschrien hatte. BoldiszĂ r verpasste Davet einen Hieb gegen die Kehle und hĂ€tte ihm fast noch einen Tritt in seinen Bauch verpasst, um ihn von Silvano wegzustoßen, da fiel ihm die schlimme Narbe ein. Das wĂ€re nun doch zu viel. Er lenkte den begonnenen Tritt im letzten Moment nach unten und der Fuß prallte nur gegen Davets Oberschenkel. BoldiszĂ r riss Silvano schĂŒtzend hinter sich. »Pack ihn noch einmal so an!«, brĂŒllte er.

Ciel Felicien de Souvagne
»Kazrar, du guter und zuverlĂ€ssiger Mann«, freute Ciel sich. »Wenigstens in Arashima scheint man noch Treue und Ehre zu kennen. Wir sind in Souvagne angelandet. Ich stehe zu meinem Wort so wie du zu deinem. Sag mir, was ich fĂŒr dich tun kann, um mich zu revanchieren und deine Familie in Sicherheit zu bringen.«

Silvano de Mancini
Silvano stellte sich neben Boldi und klammerte sich an ihm fest. "Wir mĂŒssen fliehen Schatz und Davet muss mit. Ciel möchte mich tot sehen. Ich habe mich aufgefĂŒhrt wie der letzte Idiot und wollte gerade fliehen, da hat er mich festgehalten. Falls wir nicht mehr dazu kommen Boldi", erklĂ€rte Vano, packte Boldiszars Kopf mit beiden HĂ€nden und kĂŒsste ihn so hart, fest und verlangend, wie er nur kĂŒssen konnte. "Ich liebe Dich", keuchte er, als er seine Lippen von Boldiszars löste.

BoldiszĂ r
»Fliehen?«, wiederholte BoldiszĂ r und wechselte einen verwirrten Blick mit Davet, den er eben noch gewaltsam von Silvano gelöst hatte. Dann raunzte er Silvano an. »Knutsch nicht rum, denk nach! Wohin? Womit denn? Zu Fuß?«

Davet la Caille
Davet taumelte keuchend einige Schritte zurĂŒck, als er auch schon einen Tritt vor den Oberschenkel kassierte. Er zĂŒckte seinen Haken nach vorne, schlug damit aber nicht zu. Er wollte damit die beiden nur auf Abstand halten und einen weiteren Angriff unterbinden. "Hörmal", hustete er und rang nach Atem. "Habe... Moment", knurrte er und hustete ab. "Ich habe Vano nur festgehalten. Damit keine Fahnenflucht dazu kommt. Er soll mit Ciel einmal fĂŒnf Minuten vernĂŒnftig reden. FĂŒnf Minuten. Warum greifst Du mich an? Ich tue ihm nichts, habe ich nie, werde ich nie. Und Du Dankeschön Vano. Ich glaube nicht, dass ich groß auf Boldi aufpassen muss. Scheint er gut selbst zu können", gab la Caille zurĂŒck und rieb sich mit der Hand den Hals. Sein Oberschenkel wĂŒrde aussehen wie nach einem Pferdetritt.

Kazrar
Kaz nickte erfreut. "Wir möchten dass Du den wuschligen davon ĂŒberzeugst uns nach Arashima mitzunehmen. Das ist meine Heimat und mein sehnlichster Wunsch. Du als Souvagner weißt, was Heimat bedeutet, wie schwer der Verlust der Heimat wiegt. Ich möchte meinem Sohn zeigen, woher seine Vorfahren stammen, wie man dort lebt und welche Schönheit unser Land zu bieten hat. Er soll es mit allen Sinnen erleben und genießen. Dir Ciel, hĂ€tte ich es auch gerne gezeigt, denn widererwartend warst Du ein VerbĂŒndeter, wo ich keinen vermutete. Du hast meine Wunde geheilt, obwohl Du unser Feind warst. Du hast Wort gehalten, Du hast mir beigestanden und somit auch meinem Clan und vor allem meinem Sohn. DafĂŒr Danke ich Dir", sagte Kaz freundschaftlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte nach. »Ich kann es versuchen, aber nicht garantieren. Ansonsten kann ich dir ein eigenes Schiff anbieten, ein kleineres, welches mit so wenigen Leuten wie ihr es seid gesegelt werden kann. Wo gedenkt ihr bis dahin zu bleiben? Ihr werdet immer noch gejagt.«

Davet la Caille
"Auf die Gefahr hin, gleich zahnlos zu lĂ€cheln, wollt Ihr wirklich fliehen? Dann seid Ihr fĂŒr den Rest des Lebens vogelfrei. Überlegt Euch das gut, noch bist Du von Stand. Ihr beide seid das. Vielleicht lĂ€sst er mit sich reden und Du bekommst eine Strafe, die sich in Grenzen hĂ€lt. Ich wĂŒrde Dich nie in Gefahr bringen, dass weißt Du. Aber sie werden Euch jagen wie reudige Tiere. Nicht mal weil sie wollen, sondern weil sie mĂŒssen. Versteht Ihr das nicht? Wenn Ihr der Krone entkommt, dann stellt Ihr sie bloß. Also werden sie Euch jagen und erlegen um jedem zu zeigen, keiner entkommt dem Urteil. Nehmt es lieber hin und vertraut auf unsere Gnade. Das sagt die Handlung. Wenn Ihr aber flieht, gibt es keine Gnade, sie mĂŒssen ein Exempel statuieren. Du hast einen Bruder Boldi, Vano Du hast Adoptiveltern. Wollt Ihr die bedroht oder verhört sehen? Flucht sollte das letzte Mittel sein. Du hast fĂŒr diese Familie gekĂ€mpft, 10 Jahre Dein Schiff in ihrem Namen und unter ihrem Banner gefĂŒhrt. Wir haben FĂŒnf Jahre vorher gemeinsam auf einem ihrer Schiffe gedient. Du Boldi hast diese Familie beschĂŒtzt. Was ist los, dass Ihr jetzt nicht einmal fĂŒnf Minuten Ruhe aufbringt um mit dem Princen zu reden? Was Leute, was?", fragte Davet. "Wenn Ihr wirklich fliehen mĂŒsst, kommt Ihr mit mir, ist das klar? Aber schmeißt doch nicht fĂŒr so ein dĂ€mliches GesprĂ€ch Eure Leben weg! Ich kenne Euch beide völlig anders. Was habt Ihr gesoffen? Dich zwar erst kurz Boldi, aber so garantiert nicht. Und Dich schon gar nicht, komm runter Vano. Verdammt, wir haben uns wie lange? Sag mal was dazu Boldi", bat Davet.

Kazrar
Kazrar dachte nach. "DarĂŒber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Können wir vorerst nicht hierbleiben? Hier fĂŒhlen wir uns wohl. Von Schifffahrt haben wir keine Ahnung Ciel, gleich mit wieviel Mann man es segeln kann, keiner von uns kann Segeln. Wir benötigen einen Mann der sich auskennt", gestand Kaz und drĂŒckte die Schulter von seinem Sohn.

BoldiszĂ r
»Aber ich sag doch das selbe«, sprach BoldiszĂ r mit einem hilflosen Schulterzucken. "Ich fragte: Wohin? Womit? Da es keinen Ort gibt, an dem wir uns verstecken könnten und wir wĂŒrden auch nicht weit kommen. Wir bleiben.« Sicherheitshalber packte er Silvano nun selbst am Arm.

Silvano de Mancini
Silvano schaute Davet ernst an und dann Boldi. Er strich seinem Mann durch die schwarzen Haare, ehe er Davet eine HaarstrĂ€hne hinters Ohr strich. "Er hat Recht. Richtig, Du hast gestern Abend das selbe gesagt Boldi, ganz genau. Ich werde mich fĂŒr mein Verhalten entschuldigen", gab Vano klein bei. "Er macht mich nur so wĂŒtend mit seiner Art", murmelte er. "Aber gut, ich ihn scheinbar auch und dabei habe ich nicht mal was gegen ihn, sondern habe ihn hierher gerne eingeladen. Das ist doch wirklich ein blödes Verhalten von uns. Ich habe Scheiße gebaut, ich steh dazu. CIEL", brĂŒllte Mancini, "Komm zurĂŒck... BITTE".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte nach. »Wenn ihr hier an Land geht, seit ihr sofort wieder Gejagte. Bleibt auf dem Schiff. Offiziell steht ihr unter Arrest auf der Choucas, wenn jemand fragt. Es steht euch jedoch frei, zu kommen und zu gehen, wie euch beliebt. Wenn ihr das Schiff verlasst, kann ich jedoch vorerst nichts fĂŒr euch tun, da ich nach Beaufort reisen muss. WĂŒrdet ihr im Bugraum bleiben, wĂ€rt ihr dort sicher, bis ich zurĂŒckkehre.«

Davet la Caille
Davet stellte sich auf die andere Seite von Silvano und nickte Boldi knapp zu, als Zeichen dass er weder Boldi selbst, noch Vano etwas tun wollte. Er stand ihnen bei und wollte die Sache friedlich klÀren. "Frieden Boldi", bat er leise und wartete auf Ciel.

BoldiszĂ r
»Frieden«, brummelte Boldiszàr und streichelte Davets maltrÀtierten Kehlkopf. »Vano hÀtte den Hieb verdient gehabt und nicht du. Kriegst eine Wiedergutmachung.«

Kazrar
Kazrar nickte zufrieden. "Das ist mehr als wir erwarten konnten, nach all dem was vorgefallen ist. Wir bleiben an Bord und wenn jemand fragt sind wir Gefangene. Sehr gut behandelte Gefangene", lachte Kaz leise und knuffte Ciel. "Dankeschön", sagte er ernst und freundlich. "Wir vergessen keinen unserer Feinde, aber wir vergessen auch keine Freundlichkeit, dass ist gewiss", sagte Kaz.

Silvano de Mancini
"Wohl wahr, kannst Du gerne nachholen. Den langen Arm hĂ€tte ich verdient Schatz", gab Vano zurĂŒck.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich ebenso wenig. Ich werde nach vollbrachtem Werk wieder hierher zurĂŒckkehren und mit dir sprechen. Jacques wird darĂŒber informiert, dass ihr DauergĂ€ste seid auf unbestimmte Zeit.« Ciel hörte, wie Silvano nach ihm brĂŒllte und schĂŒttelte verwundert den Kopf, als er wieder hinaufstieg. Er sprach jedoch nicht gleich mit Silvano, sondern erst mit dem ersten Offizier. »Jaques, die Beißer sind GĂ€ste auf der Choucas auf unbestimmte Zeit. Sie sind gut zu behandeln und dĂŒrfen frei ein und ausgehen, wie es ihnen beliebt. Ich werde nach vollbrachtem Werk zurĂŒckkehren und dich darĂŒber informieren, was mit der Choucas und ihrer Mannschaft kĂŒnftig geschieht. Sollte jemand nachfragen, sind die Beißer Gefangene und warten auf ihr Verhör.« Erst danach kehrte er zurĂŒck zu dem störrischen Silvano. »Seit ihr soweit?«

Silvano de Mancini
"Nein, denn ich möchte Dich um etwas bitten. Können wir das GesprĂ€ch von vorne anfangen? Mein Verhalten von eben tut mir aufrichtig leid und ich habe mich wie ein Idiot aufgefĂŒhrt. Warum tut nichts zur Sache, dass habe ich ja schon ausreichend dargelegt. Aber erstens bin ich kein Arschloch und zweitens nervt es mich selbst, wenn ich mich so verhalten wie ein Klabautermann auf Dope. Also hör zu Ciel. Ich habe Scheiße gebaut und das weiß ich. Was Du nicht weißt ist, dass diese Echsen tatsĂ€chlich gefĂ€hrlich sind. Meine Meinung dazu musst Du Dir nicht anhören. Höre Dir Davets Bericht an, höre Dir Renes AusfĂŒhrung an. Du hattest mir versprochen, dass meinem Mann und Davet nichts geschieht. Ich hatte Dir zugesagt umzukehren und zu kooperieren. Wir sind Zuhause und auch fĂŒr den Rest halte ich ab nun mein Wort. Wieso solltest Du Dich an Dein Wort gebunden fĂŒhlen, wenn ich wortbrĂŒchig werde? Und Du kannst letztendlich nichts fĂŒr mein Versagen. Du hattest gefragt, ob ich möchte dass andere fĂŒr mich leiden. Nicht mit diesen Worten, aber in der Bedeutung. Nein das möchte ich nicht und das wollte ich nie. Das war es schon", sagte Mancini ruhig.

Davet la Caille
Davet strich Boldi als Zeichen der Versöhnung einmal ĂŒber das Kreuz. "Schon gut, vergeben und vergessen Boldi", flĂŒsterte er und wartete dann ab, was Ciel zu der Entschuldigung sagte. "Er wird Wort halten, dass kann ich Euch versichern", fĂŒgte Davet hinzu, damit Ciel eine zweite BestĂ€tigung hatte. La Caille hoffte dass der Prince sah, dass sie sich bemĂŒhten. Boldi und er taten ihr Bestes und Vano hatte sich beruhigt. Scheinbar war ihm der Prince nicht mal unsympatisch, was den Streit umso trauriger machte, fand Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hörte erstaunt zu. Dann senkte er leicht den Kopf zum Zeichen seiner Zustimmung und seines Wohlwollens. »Ich sagte doch, sprich mit meinem Vater. Ich denke, wir werden eine Lösung fĂŒr das Farisin-Problem finden, mit der du glĂŒcklich bist. Aber nicht auf die Weise, wie du sie geplant hattest. Ich wollte dir nie etwas Böses. Ich möchte nur verhindern, dass du Unrecht tust und andere mit dir ins Verderben reißt. Ich werde bei Vater fĂŒr dich sprechen, aber du musst verstehen, dass ich nicht vergessen kann, woran sich hunderte erinnern.« Er winkte einen Matrosen herbei. »Linhard, Ferrau und Francois sollen sich auf den Cockatrice begeben. Wir fliegen ab.« Remy gedachte er, hier zu lassen. Der konnte sich selbst um seine Heimreise kĂŒmmern. »Der Cockatrice wird schwer zu schleppen haben, steigen wir auf. Wusstest du, dass ich ihn Quennel genannt habe, Davet?«

Silvano de Mancini
"Ebenso, ich wollte Dir nichts Böses und ich verstehe es. Noch etwas, bevor wir abreisen Ciel. Lass Dein Himmelsauge bitte Rene und James darĂŒber informieren, dass wir abgereist sind. SelbstverstĂ€ndlich werden sie das auch so mitbekommen haben, aber sie sollen trotzdem offiziell informiert werden. Und Du solltest auch die Mannschaft von Davet darĂŒber informieren. Sie sollten eine Ausnahmegenehmigung erhalten um hier anlanden zu dĂŒrfen. Es ist das Schiff Deines Onkels, er wird Euch nicht ausrauben. Aber er möchte sicher spĂ€ter nach Hause zurĂŒckkehren können, ohne durch den halben Azursee schwimmen zu mĂŒssen. Es sei denn ein anderes Schiff bringt ihn zu seinem. Zudem sollte dann der BrĂŒckenkopf, also die Truppe von 50 Mann die die Insel halten, abgezogen werden im taktischen RĂŒckzug. Bellamy samt einem Mann von Davet ist ebenfalls noch vor Ort, auf Farisin, in der Kuppel der Zwölf. FĂŒnfzig Mann können eine Kuppel halten, da sie nur ĂŒber schmale ZugĂ€nge verfĂŒgt. Allerdings können sie da nicht ewig. Wir sollten die Maaten dort nicht ausbluten lassen", erklĂ€rte Vano und kletterte auf den großen Drachenhahn.

Davet la Caille
Davet kletterte ebenfalls auf den Riesenvogel und er hielt gemeinsam mit Vano Boldi die Hand hin. "Nein ich habe nicht gewusst, wie Du diesen Drachenhahn genannt hast. Wieso hast Du ihn nach Corentin benannt? Glaub mir, Corentin oder Quennel wie Ihr ihn nennt, ist kein guter Namenspatron. Er war kein guter Mensch Ciel", erklÀrte Davet und knuffte Vano als Zeichen, dass er gut gehandelt hatte. Es ging doch, wenn beide wollten. "Komm rauf mit Dir Boldi", bat la Caille.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wusste nicht, wer Quennel war, als ich das erste Mal von ihm hörte. Aber da ich den Hahn von Parcival erbte, passt der Name gut, denke ich.« Ciel informierte seinen ungeliebten Schwager ĂŒber Silvanos Bitte und ebenso darĂŒber, dass er nicht gedachte, sich fĂŒr seine Heimreise verantwortlich zu fĂŒhlen. ZufĂ€llig vergaß er auch Brandur. DafĂŒr fiel ihm ein, dass Benito noch fehlte und holte ihn persönlich ab, um ihn zum Riesenvogel zu geleiten. »Setz dich dorthin, wo du dich am sichersten fĂŒhlst. Heute wird es keine ÜberschlĂ€ge und SchraubenflĂŒge geben." Er selbst pflanzte sich ganz vorn auf den Drachenhahn. »Wir starten!« Er kontrollierte noch einmal, ob alle saßen und angeschnallt waren, dann ließ er den Drachenhahn abheben. Sie hielten zunĂ€chst in Richtung Norden zu, wo er die Durchreisegenehmigung fĂŒr die erschöpften Ledvigiani erteilte sowie Tazio und dessen Leibdiener auflud. So schwer beladen hatte Quennel MĂŒhe, sich in der Luft zu halten. Als sie in Beaufort ankamen, war das Tier so erschöpoft, dass es sofort den Kopf unter den FlĂŒgel steckte und einschlief. »Da wĂ€ren wir«, verkĂŒndete Ciel.

Davet la Caille
"Parcival kannte ich noch aus meinen Kindertagen, der Kollege von Corentin. Seltsamer, stiller aber zu mir freundlicher Mann. Er kam uns nicht oft besuchen, aber einige Male. Ich erinnre mich an seinen seltsamen Schnauzer, der ihn wie ein menschliches Walross aussehen ließ. Mit dem Ding konnte er alles ausdrĂŒcken, komischerweise. Also nenne Deinen Drachenhahn ruhig Quennel, ich kannte meinen Vater bis vor kurzem nur unter Corentin", als sie in Beaufort ankamen, ließ sich Davet von dem riesigen, schlafenden Drachenhahn gleiten und schaute sich erstaunt um. Er war eine Ewigkeit nicht mehr in Souvagne und schon gar nicht in Beaufort gewesen. Er hielt Boldi und Vano die Hand hin, gleich wer sie als erstes ergreifen wĂŒrde, die beiden gehörten zu ihm. Er fĂŒhlte sich seltsam. "Heimisch und fremd, ich war ewig nicht hier. Ich hatte vergessen wie schön es hier ist. All das grĂŒn, die Pflanzen, die GĂ€rten, ich hatte es fast vergessen...", sagte er ergriffen und schien die Parkanlagen regelrecht mit den Augen aufzusaugen. "Dort wo ich sonst an Land lebte, beherrschte WĂŒste das Landschaftsbild. Das was wir hier als GĂ€rten haben, kennen Rakshaner als Oasen. Allein das Wasser in dem Springbrunnen ist mehr wert als Gold, in einer Umgebung wo Wasser Mangelware ist. Bleib drei Monate der Heimat fern, Du siehst sie mit neuen Augen. Ich war 14 Jahre weg, Tara wĂ€re platt wie eine Flunder wĂŒrde sie den Springbrunnen sehen", freute sich Davet.

BoldiszĂ r
Boldiszàr ergriff Davets Hand. Der Pirat hatte einen starken Griff, ohne dabei brutal zu sein und eine angenehm warme Hand, wie Boldiszàr nebenbei feststellte. Dann bemerkte er, dass der arme Mann ausgerechnet seine rechte Hand verloren hatte und so, wie es immer war, war er garantiert RechtshÀnder gewesen. Boldiszàr sprang hinab. Unter normalen UmstÀnden wÀre er gerutscht, um seine Knie zu schonen, doch er wollte vor Davet keine SchwÀche zeigen.

Davet la Caille
Davet hielt Boldi fest und zog ihn zu sich heran. "Wie gesagt, wegen vorhin vergeben und vergessen. Danke dass Du ihn festgehalten hast. Du weißt dass Du ihn damit nicht nur auf dem Schiff, sondern auch im Leben fest gehalten hast oder? Ich habe mich keinen Deut in Dir getĂ€uscht, Danke dafĂŒr. Die beiden haben sich grundlos hochgeschaukelt und ich habe es nur gut mit Euch gemeint. Wozu Flucht wenn man reden kann? Und das es geht, wenn man nur möchte, sieht man doch. Und auch dass hast Du ihm gestern schon gesagt. Falls Du magst und sich die Gelegenheit ergibt, sollten wir drauf anstoßen. Reine Neugier, wie hĂ€tte Deine Wiedergutmachung ausgesehen? Und nebenbei, Du bist schneller als eine Viper und kannst hĂ€rter treten als jeder Gaul. Von Deinem Schlag ganz zu schweigen. Solange wir hier sind, stehst Du mir bitte bei? Du hast mir schon einmal mit dem Hemd und dem Haken geholfen. Das wĂ€re super", bat Davet.

Silvano de Mancini
Silvano sprang ebenfalls von dem Drachenhahn und gesellte sich zu Boldi und Davet. "Dito, danke fĂŒrs Kopfwaschen Ihr beiden. Tut mir den Gefallen und besucht Santo und Leala, meine Eltern. Und drĂŒckt mir die Daumen wegen dem Duc", bat Vano und legte Boldi und Davet einen Arm um die HĂŒfte. "Ihr seid die Besten", schunzelte er und lehnte seinen Kopf an Boldis Schulter an. "Denk an das Hausboot Boldi", bat er ganz leise.

BoldiszĂ r
BoldiszĂ r war zunĂ€chst irritiert, Davet so nah auf diese Weise bei sich zu spĂŒren. Er fasste ihm vorn ins Hemd und kraulte sein braunes, zum Teil schon ergrautes Brustfell und das beruhigte ihn. Er packte ihn an den Schultern und drĂŒckte ihn. »Ich wollt dir den RĂŒcken kneten und dir dann einen Lutschen«, raunte er ihm dabei ins Ohr und grinste so breit, dass sein gesunder Mundwinkel fast am Ohr angestoßen wĂ€re. »Sicher helf ich dir mit deinem Haken und allem. Ehrensache. Wir passen beide auf Vano auf. Der hat selber nur ein Auge und hat darum Tunnelblick. Wir haben zusammen vier. Ich wusste nicht, dass du Silvano helfen wolltest, ich hörte nur, dass er um Hilfe schrie und da hab ich rot gesehen. Alte Gewohnheit von Berufs wegen. Tut mir wirklich leid.«

Silvano de Mancini
"Gute Wiedergutmachung, darf ich zusehen, wenn ich noch lebe?", fragte Vano und streichelte Boldi durch die Haare, ehe er ernst wurde. "Das mit dem Tunnelblick ist eine sehr passende und weitreichende Metapher Boldi. Das merke ich mir. Wie es in dem einen Lied heißt, Ihr wart meine Stimme als ich nicht sprechen konnte und meine Augen als ich nicht sehen konnte. Tunnelblick hm? Sobald man davon weiß, nimmt man ihn wahr, wie Scheuklappen", grĂŒbelte Vano. "Kluger Kopf Boldiszar Mancini", schmunzelte er liebevoll.

BoldiszĂ r
"Klar darfst du zuschauen. Aber meine Aufmerksamkeit gilt Davet, wenn er das ĂŒberhaupt mag. Aber eigentlich solltest du das gar nicht hören. Ich sollte weniger Rauchen, ich kann einfach nicht leise flĂŒstern."

Davet la Caille
Davet grinste Boldi ebenfalls an. "Ist nicht so, dass ich etwas gegen eine Massage hĂ€tte. Man wann hat mir das letzte Mal einer einen gelutscht? Das war vor 14 Jahren, zwei NĂ€chte bevor wir Farisin erreichten. Lange her", erzĂ€hlte Davet und man sah ihm die guten Erinnerungen an. "Sicher mag ich, aber ich bin etwas aus der Übung, dass sage ich gleich dazu. Jedenfalls was das Doppelspiel angeht, ich war seit Ewigkeiten Solist. Ich werde mich ebenso bei Dir bedanken, wenn Du magst. Quitt for quo", grinste Davet und musste leise kichern. "Das ist mit Vano immer das Gleiche Boldi. Was er nicht hören soll, hört er. Das andere nicht", gibbelte Davet.

BoldiszĂ r
»Oh, hm, ich lass dich vielleicht besser erstmal mit Vano zu zweit. Ihr habt euch sehr lange nicht gesehen. Da will ich mich nicht dazwischendrÀngeln. Wir verschieben die Wiedergutmachung auf danach, ja?«

Davet la Caille
Davet kĂŒsste Boldi auf den Mund. "Wie Du magst, es muss nichts miteinander zu tun haben. Aber wenn er zuguckt, ist er auch dabei", gab Davet mit einem Zwinkern zu bedenken. "Sprich was dagegen dass er Dich dann streichelt? Oder mich? Generell?", fragte er flĂŒsternd.

BoldiszĂ r
»Nah, ich wollt dich gern allein beschnuppern. Von Vano weiß ich ja, dass ich ihn mag und er uns. Ich will schauen, wie wir zwei uns verstehen, ohne Vano als Binde- ... Ă€h ... -glied. Wenn ihr einverstanden seid.«

Davet la Caille
Bei der Beschreibung musste Davet losprusten. "Ja die Beschreibung war gut, abgemacht dass machen wir. Vano Du bist brav und beschĂ€ftigst Dich einmal allein, Du weißt ja wie das geht. Ich meine eine friedliche BeschĂ€ftigung, Du könntest Foufou auskĂ€mmen. Gib uns die Möglichkeit, Boldi hat Recht", bat Davet.

Silvano de Mancini
"Jetzt habe ich es auch kapiert, beschnuppert Euch. Ohne das Binde-Glied. Falls möglich, mache ich mir dann einen schönen Tag und gehe mit Foufou eine Runde. Falls das möglich ist, mal schauen was sich ergibt wegen dem Urteil. Ansonsten male ich Striche an die Wand, oder Karten mit Hinweisen. Boldi klebt der SchlĂŒssel immer noch da? Sag mal", lachte Vano und kĂŒsste seinen Mann und griff ihn in den Schritt. "Bester SchlĂŒsselbund aller Zeiten", gibbelte er.

BoldiszĂ r
"Nein, oder was glaubst du, wie die TĂŒr wieder aufgegangen ist? Der steckt im Schloss." Er kĂŒsste Silvano, guckte Davet an und drĂŒckte ihm einen seiner SabberkĂŒsse auf den Bart. Wie man diesen Mann richtig kĂŒsste, musste er noch ĂŒben. MĂ€nner wie Parcival mit ihrem Oberlippenbart der auch noch die Unterlippe bedeckte, signalisierten vermutlich, dass sie ĂŒberhaupt nicht gekĂŒsst werden wollten. "Keine Angst, Vano", sagte Boldi. "Ciel ist kein schlechter Kerl, nur `ne Zicke vor dem Herrn."

Silvano de Mancini
Vano genoss den Kuss von seinem Mann. Er schaute sich das Schauspiel an wie Boldi Davet kĂŒsste. Silvano legte den Kopf schief und kĂŒsste Boldiszar seitlich auf den Mund, ehe er ihm die Zunge hinein schob und Boldis streichelte. "So um nicht ins GestrĂŒpp zu kommen. Sonst lass ich mir einen Bart wachsen zum ĂŒben. Nur Spaß, das wird eh nichts. Ich bekomme nur so ein paar Flusen, aber Du da sĂ€he das schon anders aus. Dreitagebart mal versucht? Vielleicht hat mich der SchlĂŒssel gar nicht interessiert und ich wollte meinem Mann einfach an die Eier fassen. WĂ€re möglich", sagte Vano ehe er ernst wurde und Boldi genauso musterte. "Eine Zicke war ich auch und nichts was ich mehr verabscheue. Du kennst meine Art zu streiten, ich hasse es. Mit Euch streite ich nicht und mit Ciel wollte ich es nicht. Eine Info fĂŒr Dich, ich habe mich jetzt seit zwei Monaten nicht mehr geschminkt Schatz", erklĂ€rte Vano feierlich, wĂ€hrend Davet sich von der anderen Seite gegen Boldi lehnte.

Davet la Caille
"So passt das auch, mach es wie es sich fĂŒr Dich gut anfĂŒhlt Boldi. Aber ein Dreitagebart wĂŒrde Dir stehen. Lasst uns den Princen folgen. Je ehr wir mit dem Duc geredet haben, je ehr ist die Sache geklĂ€rt. Und ich denke der Prince steht Dir wirklich bei. Möglicherweise anders als Du denkst, aber hör Dir das auch in Ruhe an. Wir kennen Dich doch, Du streitest nicht. Ihr habt Euch gegenseitig verletzt, dass war das Problem, Ihr habt zu gut getroffen. Einfache Regel, wo Du weißt was treffen wird - nicht benutzen. Kommt", bat Davet und hielt nach Ciel Ausschau.

BoldiszĂ r
»Da hast du gut gemacht, deinem Auge geht`s besser und du siehst so eh viel schöner aus.« BoldiszĂ r genoss den Zungenkuss. »Ich versuchs`das nĂ€chste Mal so. Aber Davet hat Recht. Wir mĂŒssen erstmal mit Ciel mitgehen, der guckt schon ungeduldig. Dreitagebart hatte ich schon oft, da ich mich nicht gern rasiere. Meist hab ich nen Eintagebart - einen Tag rasieren, einen nicht. Aber wenn es euch gefĂ€llt, lass ich ihn mal drei Tage stehen und ihr könnt gucken oder euch anstoppeln lassen.«

Ciel Felicien de Souvagne
»Willkommen zu Hause, Onkel Davet«, sagte Ciel, als die drei fertig waren mit ihrem Zeremon. Er freute sich darauf, Davet mit seiner Familie bekannt zu machen. »Ich habe einen Piraten in der Sippschaft, nicht zu fassen«, lachte er und drĂŒckte ihn glĂŒcklich.
Er sorgte anschließend dafĂŒr, dass der Duca und sein Leibdiener mit Speis und Trank, mit einem heißen Bad und mit einer fachkundigen Körperpflege durch die besten Diener versorgt wurden, die der Palast aufzubieten hatte - von den persönlichen Dienern seiner Familie natĂŒrlich abgesehen. So musste der Duca di Ledvicco sich nicht schĂ€men, dem Duc de Souvagne abgekĂ€mpft unter die Augen zu treten und konnte sich noch ein wenig ausruhen, denn die beiden wĂŒrden auch miteinander sprechen wollen.
»Benito, du hast vorerst frei. Ruh dich aus oder unternehme irgendetwas, je nachdem, was dir beliebt. Ich werde dir Bescheid geben, ob du deine Arbeit vor Ort wieder antreten kannst oder ob ich dich noch einmal unterwegs brauche. Danke fĂŒr alles.«
Dann kĂŒsste er Fran. »Auch du seist willkommen zu Hause, meine sĂŒĂŸe Tini« schmachtete er und liebkoste sie. »Ferrau wird dich in unsere GemĂ€cher bringen. Ruh dich aus, ich komm nach der Besprechung zu euch.«
Dann erhielt auch Ferrau eine ĂŒberaus zĂ€rtliche Liebkosung und Ciel strich ihm fummelnd ĂŒber den Schritt, ehe er ihn mit einem unauffĂ€lligen Klaps auf den Po Francois hinterherschickte. Ihm fiel auf, dass er gerade in Stimmung fĂŒr mehr war. Doch sein Privatleben musste noch warten.
»Kommt«, sprach Ciel freundlich zu Silvano, Davet und Boldi, als alles organisiert war. »Ich bringe euch zu meinem Vater. Und du, Linhard, komm ruhig mit. FĂŒr dich ist es wichtig zu hören, wie ĂŒber solche Dinge gesprochen und entschieden wird.«

Davet la Caille
Davet umarmte Ciel und drĂŒckte ihn fest an sich. Er freute sich einen Verwandten im Arm zu haben, der es dermaßen gut mit ihm meinte. Zeitgleich bedauerte er, Ciel nicht von klein auf gekannt zu haben. Er fĂŒhlte sich, als hĂ€tte er eine Menge verpasst. Aber was nicht gewesen war, konnten sie nachholen. Bei einem guten Schluck oder einem krĂ€ftigen Kaffee konnten sie sich einen Schwank aus ihrer Jugend erzĂ€hlen, auch wenn seine eigene schon einige Jahre her war. Davet beobachtete wie Ciel sich um alle bemĂŒhte. Das war sein wahres Gesicht, das Gesicht wenn er einfach glĂŒcklich und mit sich im Reinen war. Die Zicke, das war reine Abwehrhaltung. Davet wartete bis Ciel Fran und Ferrau verabschiedet hatte. Bis der Heiler gut gelaunt ging und sich auf einen geruhsamen Tag freute und bis sich Linhard ihnen angeschlossen hatte. "Wir haben viel nachzuholen Ciel, ich hĂ€tte Dich gerne aufwachsen sehen und ich hĂ€tte gerne ehr gewusst, dass ich Familie habe, nicht nur meinen Onkel oder Corentin. Meine Familie ist und war Vano, Santo, Laela und nun auch Boldi, Du und eine ganze Horde voller Rakshaner. Allen voran Tara meine Schwester. Du wirst sie kennenlernen. Ja ein Pirat und ich kann Dir so manche Geschichte erzĂ€hlen. Ebenso bin ich auf Deine gespannt. Danke fĂŒr Deine Art mich willkommen zu heißen, das bedeutet mir sehr viel Neffe. Ich habe einen kleinen Schiffsjungen namens Bevis, ich glaube der wĂŒrde gut zu Dir passen. Liebes Gesicht und es faustdick hinter den Ohren", sagte Davet und ging mit Ciel gemeinsam ihrem Zuhause entgegen.

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