Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Hoheitliche Sturheit

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Hoheitliche Sturheit

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 5. Nov 2018, 22:16

Hoheitliche Sturheit

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien rieb sich ├╝ber das Gesicht. Sein Sohn bereitete ihm auch dann noch den gr├Â├čten ├ärger, wenn er sich meilenweit entfernt auf dem Meer befand. Wenigstens hatte Remy den Anstand gehabt, ihn vor Ciels Vorhaben zu warnen. Das machte die Sache nat├╝rlich nicht leichter, denn auch damit hatte ihm sein Sohn unbewusst die Armbrust auf die Brust gesetzt. Selten war er in einer derart ausweglosen Situation gewesen. Max konnte nur zwischen Pest und Cholera w├Ąhlen. Entweder er gestand seinen Frauen, seine Seitenspr├╝nge mit Fabien und beendete damit selbst seine Beziehungen oder er wartete auf die Heimkehr seines Sohnes und Ciel w├╝rde dies f├╝r ihn ├╝bernehmen.

Gleichg├╝ltig welche Wahl er traf, das Endergebnis war das gleiche.
Seine Ehen hatten nur noch auf dem Papier Bestand.

Der Mann war in Souvagne das unumst├Â├čliche Familienoberhaupt. Er f├╝hrte die Familie und innerhalb seiner Familie war sein Wort Gesetz. Er konnte seinen Frauen Befehle erteilen, er konnte sich mehrere Ehefrauen oder Ehepartner nehmen, er konnte seine Ehefrauen sogar versto├čen. Aber eines konnte kein Mann dieser Welt, einer Frau befehlen ihn zu m├Âgen oder gar zu lieben. Entweder ergab sich dies von allein, oder die Ehe war eine Zweckgemeinschaft, die bestenfalls von Respekt oder Freundschaft getragen wurde.

Weshalb Ciel derma├čen Freude daran hatte, ihm das Leben schwer zu machen, wusste Maximilien nicht. Und so langsam hatte er auch keine Lust mehr dazu, dies st├Ąndig zu hinterfragen. Er war sicher nicht der beste Vater gewesen, aber er war zumindest einer. Er hatte seine Kinder stets gut behandelt, ihnen alles erm├Âglicht was sie sich w├╝nschten und nie gegen sie die Hand erhoben. Er hatte sie stets besch├╝tzt, notfalls sogar mit seinem eigenen Leben und dem Schwert. Und er hatte Ciel vollumf├Ąnglich anerkannt.
Er hatte seinen S├Âhnen all die Liebe gegeben, die er gerne von seinem Vater gehabt h├Ątte.

Aber das war scheinbar nicht genug.

Leider war sein eigener Vater fr├╝h verstorben. Daf├╝r hatte seine Mutter mit ihren beiden Liebhabern gesorgt. Die 17 Jahre die ihm Etienne ein Vater gewesen war, waren sch├Âne Jahre gewesen. Die Familie der de Souvagnes hatte im Grunde keine M├╝tter. Jedenfalls nicht im ├╝blichen Sinne. Der Duc hatte eine Hauptfrau und mehrere Nebenfrauen. Diese gebaren ihm seine S├Âhne und gemeinsam mit Ammen zog der Duc seine Kinder auf. Die Frauen, jedenfalls die Erstfrau also die Duchesse, war meist Mittel zum Zweck. Es galt die Blutlinie fortzuf├╝hren.

Ciel unterstellte ihm etwas ├ähnliches bezogen auf seine Mutter Minette, da er von dem Vergn├╝gen mit Fabien erfahren hatte. Nun welcher Sohn h├Ârte schon gerne, dass sein Vater das Bett mit anderen teilte. Allerdings galt Ciels Eifersucht seltsamerweise weder der Duchesse Nathalie, noch seiner Beifrau Josette. Maximilien h├Ątte die Wut sogar nachvollziehen k├Ânnen, h├Ątte sein Sohn nach seinen eigenen Ma├čst├Ąben gelebt. Aber dies tat er nicht. Ciel hatte Olivie mit Nathan geteilt und nun teilte er Francois mit Ferrau. Das was ihm einmalig zur Last gelegt wurde, eine Liaison mit seinem Leibdiener hatte Ciel tats├Ąchlich zweimal gelebt und lebte es immer noch aus.

Nun der Umstand behob nat├╝rlich nicht sein Problem. Denn im Gegensatz zu Ciels Partnern wussten seine Ehefrauen nichts von den Intimit├Ąten.

Handelte er jetzt nicht, hatte ihn sein Sohn stets in der Hand. Und das dieser nicht gerade zimperlich mit ihm umging, hatte er schon mehrfach bewiesen. Allen voran seinerzeit mit seinen Selbstverst├╝mmelungsfantasien gepaart mit einem kargen, keuschen M├Ânchsleben. Diese Ideen hatten sich ganz schnell verfl├╝chtigt, als Ciel feststellte, dass ein armes Leben ohne Leibdiener und Kleidung stattfinden konnte.

Ein Spruch den Max noch nie im Leben beherzigt hatte hie├č, Angriff war die Beste Verteidigung.
Heute w├╝rde er das erste Mal in seinem Leben nach diesem Grundsatz handeln.

Er w├╝rde seinem Sohn und seinen Ehefrauen zuvorkommen.
Er w├╝rde ihnen gestehen was vorgefallen war und er w├╝rde im Anschluss daran genau das tun, was von seinen Frauen zu erwarten war ÔÇô er w├╝rde sich von ihnen lossagen.

Maximilien f├╝hlte sich wie ein Verr├Ąter.

Erst vor kurzem hatte er sich mit Nathalie ausgesprochen. Max wollte nicht, dass seine Frau zu einem Abklatsch seiner verbitterten Mutter wurde. Dass sie kein Liebespaar waren, war ihnen beiden bewusst. Dennoch sprach nichts gegen ein freundschaftliches Verh├Ąltnis, indem sie gut miteinander umgingen. Und er hatte sich wirklich um genau jenes Verh├Ąltnis zu Nathalie bem├╝ht. Minette hatte er aus einem anderen Grund geheiratet, er liebte diese Frau. Ebenso lag ihm Josette am Herzen, auch wenn er sich nicht auf die gleiche Weise liebte wie Minette.

Am liebsten h├Ątte Maximilien seine Ehefrauen zu sich zitiert und in seinen Privatgem├Ąchern empfangen. Fabien dabei wie ├╝blich an seiner Seite. Aber jene Dinge die ihm im privaten Umfeld Sicherheit gaben, waren heute tabu. Seine Frauen w├╝rden das v├Âllig falsch verstehen und dies zu Recht. Er musste sich auf unbekanntes Terrain wagen und etwas tun, was er sonst niemals tat ÔÇô ein Gest├Ąndnis ablegen und sich rechtfertigen.

Maximilien hatte seine drei Ehefrauen in den Salon bitten lassen. Er schaute auf die Uhr, die drei mussten schon dort sein. Er selbst hatte nicht im Salon gewartet, denn dies war keine Audienz wo sie bei ihm vorstellig wurden.

Mit einem ziemlich flauen Gef├╝hl im Magen marschierte Maximilien zum Salon und betrat diesen. Wie erwartete sa├čen seine drei Frauen abwartend nebeneinander. Maximilien neigte leicht zum Gru├č das Haupt und nahm gegen├╝ber von seinen Frauen Platz.

ÔÇ×Nathalie, Minette, Josette ÔÇô ich habe Euch zu einer pers├Ânlichen Aussprache hierher gebeten. Diese Aussprache f├Ąllt mir nicht leicht. Ich habe Euch ├╝ber einen Umstand aufzukl├Ąren, da dies ansonsten eine andere Person ├╝bernimmt.

H├Ârt Euch bitte kommentarlos an was ich zu sagen habe.
Ich werde mit Euch nicht ├╝ber das Gesagte diskutieren, sondern danach gehen.

Meine Konsequenz aus der Angelegenheit ist, dass ich unsere Verbindung hiermit l├Âse, das geht nicht gegen Euch, wie Ihr gleich feststellen werdet, ich greife Eurer Entscheidung vorneweg.

Welche zus├Ątzlichen Konsequenzen Ihr daraus zieht, ├╝berlasse ich Euch.

Ihr k├Ânnt am Hofe bleiben, wenn Ihr dies w├╝nscht.
Ihr k├Ânnt auf eines unserer anderen Anwesen fortziehen, sollte dies Eure Wahl sein.
Ihr k├Ânnt selbstverst├Ąndlich auch eine rechtliche Annullierung unserer Ehe verlangen, in dem Fall w├╝rdet Ihr allerdings Euren Stand samt Titel und der damit verbundenen Privilegien verlieren.

Die Entscheidung liegt bei Euch, wie Ihr die Trennung w├╝nscht.
Ich werde keine von Euch versto├čen, ebenso wenig werde ich eine Ehe aufheben lassen.
Euch trifft keine Schuld, sie liegt rein bei mir, ferner ist dies eine reine private Angelegenheit und kein Staatsakt.

Nun ich rede nicht l├Ąnger drum herum.
Ich habe Euch drei betrogen.

Ich war mit meinem Leibdiener Fabien intim.
Wir beide haben dreimal das Bett geteilt, kurzum wir hatten Sex.

Das erste Mal in Ehveros, als wir in einer Taverne ├╝bernachteten.
Das zweite Mal in Ehveros, in der Burg von Felipe in meinem G├Ąstezimmer.
Das dritte Mal hier Zuhause bei mir in meinem Gemach zu meinem Geburtstag.

Das erste Mal in Ehveros hat sich nach einem Ausflug der zu einer Sauftour wurde schlichtweg so ergeben. Wir haben in der Taverne ├╝bernachtet und als ich am Morgen aufgewacht bin, lag er sehr nah hinter mir. Fabien war z├Ąrtlich zu mir und ich ging darauf ein und bot mich ihm an. Der Grund war Neugier und Lust, daran gibt es nichts zu besch├Ânigen, es ging also von mir aus. Das zweite Mal in Ehveros in unserem G├Ąstezimmer ging von Fabien aus und ich bin darauf eingegangen. Wir lagen im Bett haben uns ├╝ber die Politik in Ehveros unterhalten und uns gegenseitig gew├Ąrmt. Dabei ist er mir n├Ąher gekommen und hat mir durch die Blume den Beischlaf angeboten. Ich habe das Angebot angenommen. Das dritte Mal in meinem privaten Quartier zu meinem Geburtstag ging von mir aus.

Unsere Intimit├Ąt war im gegenseitigem Einvernehmen und wir sind respektvoll und liebevoll miteinander umgegangen. Fabien hat mich nicht dazu erpresst und ich habe ihn nicht dazu gen├Âtigt. Ebenso hat er mich auch nicht zu diesem Gest├Ąndnis veranlasst, sondern das war Ciel.

Er hat darauf bestanden, dass ich Dich aufkl├Ąre Minette oder er h├Ątte es an meiner Stelle getan, da er nicht wollte dass ich seine Mutter weiter bel├╝ge. Aus dem Grund habe ich Euch alle in Kenntnis gesetzt.

Danke f├╝r die gemeinsamen Jahre, Euer Erscheinen und f├╝r Euer Ohr. AdieuÔÇť, sagte Maximilien, dem das Gest├Ąndnis sichtlich schwer gefallen war.

Der Duc stand auf, deutete eine knappe Verbeugung an und verlie├č ohne jeden weiteren Kommentar den Raum.

Der Tag war f├╝r Max gelaufen, seinen Frauen erging es vermutlich nicht besser jetzt wo sie sich neu orientieren mussten. Falls eine von ihnen beschlie├čen sollte, den Hof umgehend zu verlassen, wollte er ihr nicht im Wege stehen. Immerhin war dies anzunehmen. Vermutlich waren alle drei ausgezogen, sobald er zur├╝ckkehrte.

Maximilien holte seine beiden Hunde Kuno und Juno aus seinem Gemach, ging in den Stall und lie├č Alcanterra satteln. Er streichelte den schwarzen Hengst, schwang sich in den Sattel und ritt vom Hof. Er hatte kein festes Ziel, er w├╝rde sich einen einsamen Platz suchen um den Kopf freizubekommen. Irgendwo w├╝rde er schon f├╝r eine Nacht oder zwei unterkommen. Land und Platz hatte er genug, wenn er von allem so viel h├Ątte wie vom Land.

Minette de Thibodeau
Nachdem Maximilien seine Lossagung verk├╝ndet hatte und mit erhobener Nase aus dem Salon marschiert war, blieben seine drei Frauen mit entsetzten Gesichtern auf ihren St├╝hlen sitzen. W├Ąhrend Nathalie in nachdenkliches Schweigen verfiel, wie es der Duchesse geziemte, plapperte Josi entsetzt drauf los. Minette jedoch erhob sich, raffte ihr Kleid und folgte ihrem Mann auf dem Fu├če. Sie sah ihn gerade um die Ecke biegen und musste rennen, da er so z├╝gig einherschritt. Mit ihren unbequemen Schuhen brachte sie nur ein Trippeln zustande und bald war er ganz aus ihrer Sicht verschwunden. Minette keuchte. Sie hatte die vierzig schon hinter sich gelassen und war k├Ârperliche Anstrengungen nicht gewohnt. Sie konnte sich aber denken, wohin Maximilien unterwegs war, denn er trug Reitstiefel.
┬╗Herrin┬ź, rief Thekla, die sie einholte. Die Zofe mit der Hakennase war sehr viel sportlicher als ihre Herrin. Sie hob deren Rock, weit genug, als dass Minette nicht auf den Saum trat, aber nicht so weit, dass man ihre Unterbekleidung sehen w├╝rde. Auf der Palasttreppe blieb Minette keuchend stehen. Maximilien ritt davon, gefolgt von zwei seiner Hunde. Minette war zum Weinen zumute. In ihrem Mann erkannte sie ihren gemeinsamen Sohn wieder, der kaum weniger heftig reagierte, wenn er aufgew├╝hlt war. Da sie ihren Sohn kannte, wusste sie auch das Verhalten ihres Mannes zu deuten - er war keineswegs in eiskaltem Zorn gegangen, wie er es ihnen vorgespielt hatte. Was ihn forttrieb, war die blanke Verzweiflung.
┬╗Thekla, mein Pferd! Ich reite allein.┬ź
Minette zog sich ihre Schuhe aus, damit sie schneller war und tapste auf weichen Sohlen die Palasttreppe hinunter. Thekla eilte derweil zum Stall und kehrte bald darauf mit der Grauschimmelstute zur├╝ck, die Minette so liebte. Nuage war ein ruhiges und freundliches Tier, dass sich ├╝ber den Ausritt freute. Hastig lie├č Minette sich auf ihren R├╝cken helfen und folgte im Damensitz ihrem Mann. Thekla blieb mit gestresstem Gesichtsausdruck zur├╝ck und ihre Stirn schlug eine Reihe von Falten.
Minette trieb Nuage schneller an als sonst, um Maximilien einzuholen. Endlich sah sie seinen R├╝cken und darunter das Hinterteil des schwarzen Rosses mit dem wei├čen Schweif, der gem├Ąchlich hin und her schwang.
┬╗Max┬ź, rief Minette und ihre Stimme versagte. Sie h├╝stelte und rief ein weiteres Mal piepsig: ┬╗Max!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien z├╝gelte Alcanterra und schaute sich ├╝ber die Schulter um - Minette. Am liebsten h├Ątte er sie scharf zu Recht gewiesen, was ihr einfiel ihm zu folgen, aber wenn er ehrlich war, freute er sich dar├╝ber. Und er sah auch keinen Grund, sie anzugiften. Immerhin hatte er seine Frauen betrogen und sie nicht im Trio ihn. Er wendete sein Pferd und ritt ihr langsam entgegen. "Min", antwortete Max, als sein Pferd neben ihrem zum Stehen kam. Er musterte seine Frau mit einer Mischung aus Verzweiflung, Wut und sehr viel Trotz.

Minette de Thibodeau
Minette blieb entspannt. Es war schlie├člich nicht das erste Mal, dass Maximilien bockte. Nach so vielen Jahren Ehe kannte sie seine Launen. Wie heftig der Sturm auch toben mochte - bisher war er ├╝ber Minette stets hinweggefegt, ohne ihr auch nur ein Haar zu kr├╝mmen. Weder hatte er die Hand erhoben, noch sie beschimpft, wie er das auch sehr gut konnte, noch seine weltliche Macht als Waffe gegen sie eingesetzt. Und dass er ihr entgegen ritt, war ein gutes Zeichen, auch wenn sein sch├Ânes Antlitz gerade einem schroffen Felsen glich. Minette trieb ihre Stute so dicht neben die Flanke von Alcanterra, dass ihr nackter Fu├č das hei├če Fell ber├╝hrte. Dann umarmte sie Maximilien fest.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nahm sie fest in die Arme und dr├╝ckte sein Gesicht in ihre Haare. "Das ist unfair", fl├╝sterte er liebevoll und k├╝sste sie auf den Hals. "Meine Wut richtet sich nicht gegen Euch, sondern gegen Ciel und vor allem mich. Du kennst mich besser als mir lieb ist. Wie oft habe ich das schon gesagt? Aber das was ich da vorhin, also vor einigen Minuten gesagt habe stimmt", fl├╝sterte er ihr ins Ohr.

Minette de Thibodeau
┬╗Pschhhhhht┬ź, machte Minette leise und hielt Maximilien erst einmal eine Weile im Arm, damit er sich beruhigte. Als sie das Gef├╝hl hatte, dass er nicht gleich wieder die Nase in die Luft recken und davonreiten w├╝rde, gab sie ihn frei. ┬╗Sei deinem Sohn nicht b├Âse. Er meinte es nur gut. Wenn Menschen sich bel├╝gen oder anderweitig Unrecht tun, schmerzt ihn das und er m├Âchte es beheben. Was bedeutet,dass du dich von uns lossagst? Sind wir nun getrennt?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien strich seiner Frau mit einer Hand liebevoll durch die Haare und brachte sie wieder in Ordnung. "Nein Min, nat├╝rlich nicht. Genauer gesagt, nicht wenn Ihr das nicht wollt. Mal von vorne. Das was ich Euch gestand stimmt und ich habe es gestanden, da Ciel genau das von mir verlangte. Damit gestehe ich Dir meine Feigheit, ist ja auch so. Ich wollte es Dir nicht sagen, da ich Dich nicht verlieren wollte. Ebensowenig wollte ich Fabien verlieren. H├Ątte ich es nicht gestanden, w├Ąre ich erpressbar. Ciel h├Ątte das ausnutzen k├Ânnen, Ihr ebenso. Also habe ich die selbsterf├╝llende Prophezeihung erf├╝llt. Ehe er mich an die Wand nagelt oder Du, Nat oder Josy, habe ich die Katze aus dem Sack gelassen um nicht mehr erpressbar zu sein. Ich m├Âchte nicht das Ihr geht. Ich m├Âchte nicht das DU gehst. Aber ich habe den Mist gebaut und ob Du bleibst, liegt bei Dir nicht bei mir. Und falls Du es durch Ciel schon wusstest, ich habe keine Aff├Ąre, wir haben einige Male miteinander Sex gehabt, aber wir haben keine Beziehung. Was immer wir haben, ich kann genausowenig auf Dich verzichten wie auf ihn", gestand Max.

Minette de Thibodeau
┬╗Warum solltest du auf Fabien verzichten m├╝ssen?┬ź, fragte Minette verwirrt. ┬╗Er ist doch ein lieber und anst├Ąndiger Mann. Ich bin froh, wenn ihr euch so gut versteht.┬ź Sie streichelte Maximiliens Gesicht mit der R├╝ckseite ihrer Finger. ┬╗Wie sollte Ciel diese Information denn ausnutzen? Er ist manchmal temperamentvoll, aber er ist ein guter Sohn.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte seine Frau verwirrt. "Ja aber das habe ich Dir doch gerade erkl├Ąrt Min. Indem er es ist Dir sagt und Du Dich dann trennst. Damit das nicht passiert, w├╝rde ich wohl einlenken, was immer er fordert. Um den zu entgehen, Flucht nach vorne samt Gest├Ąndnis. Ja Fabien ist ein anst├Ąndiger Kerl, meistens jedenfalls, nicht immer. Aber ich ja auch nicht. Ich w├╝rde sagen es tut mir leid, aber dass kann ich Dir nicht sagen Min. Denn es tut mir nicht leid. So bescheiden sich das f├╝r Dich anh├Âren mag, er war gut zu mir, wir hatten Spa├č und in Ehveros ging es beim zweiten Mal gar nicht mal um den Sex, sondern um die N├Ąhe. Wir h├Ątten dort gemeinsam wohnen sollen. Oder ehrlicherweise h├Ątten wir ├╝berhaupt nicht nach Ehveros reisen sollen. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint Min. Zu behaupten wir h├Ątten dort nichts erreicht, w├Ąre gelogen. Siehe Alkena, die Hohe Mark und so weiter. Aber das eine ist der Duc und das andere war Max. Und Max hat sich nunmal einen Tag in einer Taverne die Kante gegeben und einen Abend drauf nochmal gefeiert. Sag was dazu, von mir aus ranz mich an, aber rede", bat er umg├Ąnglich.

Minette de Thibodeau
┬╗Was m├Âchtest du denn h├Âren?┬ź, fragte Minette freundlich. ┬╗Wie kommst du denn darauf, dass ich dich verlasse? Jetzt ├╝bertreibst du aber wirklich.┬ź Sie lachte leise. ┬╗W├╝rdest du mich denn verlassen, wenn ich mit Thekla kuscheln w├╝rde? Ich kenne Fabien und ich sch├Ątze ihn sehr. Ich bin weder ihm noch dir b├Âse, falls du das f├╝rchtest. Verrate mir, welche Forderung unser Sohn deiner Meinung nach stellen w├╝rde? Du bist ja v├Âllig durch den Wind. Meinst du, er m├Âchte dir etwas B├Âses?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Solange Du es nicht mit Nat kuschelst, sind wir d'accord Min. Nein daf├╝r w├╝rde ich Dich nicht verlassen, vielleicht w├╝rde es mich interessieren zuzugucken oder mitzuspielen. Aber verlassen w├╝rde ich Dich daf├╝r nicht. Erstens weil ich Dich liebe, zweitens weil wir uns eh kaum sehen. Leider. Was sollte diese Ausgeburt des Abgrunds sonst vor haben? Nur weil ihm die Haare ausgefallen sind, muss er das nicht bei mir provozieren. Notfalls, dass schw├Âre ich Dir, w├╝rde ich mir die teuerste Perr├╝cke aller Zeiten fertigen lassen nur damit er sieht wo der Frosch die Locken hat. Von mir aus, aus Goldf├Ąden. Keine Ahnung was den st├Ąndig bei├čt, dass er mich immer angreift. Und ich dachte Verrill w├Ąre schwierig. Der ist dagegen v├Âllig harmlos, er greift nur Fremde an", murrte Max.

Minette de Thibodeau
┬╗Oh, Max!┬ź, tadelte Minette milde, die sehr an ihrem einzigen Kind hing. ┬╗Bitte redet nicht so ├╝bereinander in der Familie. Ciel sieht so aus, weil er fast gestorben w├Ąre. Er ist noch immer krank, drum bin ich froh, dass er nun endlich einmal Urlaub macht und die frische Seeluft genie├čt. Ciel hat es sicher nur wieder gut gemeint, ich bin sicher, dass er dir nichts B├Âses wollte. Er wollte nicht, dass dieses Geheimnis zwischen uns steht. Nun tut es das nicht mehr und es ist alles wieder gut.┬ź Sie k├╝sste ihren Mann liebevoll.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien erwiderte liebevoll den Kuss. "Einerseits hast Du ja Recht, aber andererseits hat er sich nicht in unsere Beziehung zu mischen. Ich wei├č weshalb er so aussieht und ich wei├č, dass ich mit meiner Behauptung ziemlich ungerecht bin. Aber ich bin stinksauer auf ihn, da darf ich auch mal ungerecht werden. Wo wir von ungerecht sprechen, dieses hirnlose Himmelsauge das Patrice einfangen sollte, kann sich warm anziehen. Mit seiner Unf├Ąhigkeit hat er den Hof und den ganzen Staatsapparat wie auch den Orden blo├čgestellt. Ich denke mir eine passende Strafe f├╝r den Versager aus. Das nur am Rande - Memo an mich sozusagen. Ehrlich, ich kann mich nur ├Ąrgern. Ich sollte mir auch einen Stab halten wie Linhard. Wenn mir was nicht passt - Schema F. Ciel wird in seinem Urlaub irgendwem anders das Leben zum Abgrund machen. Ich hoffe er wird seekrank", grinste Max. "Dann sperrt er seinen frechen Schnabel nur zum Kotzen auf. Er hat geheiratet wusstest Du das? Heimlich still und leise, damit wir nicht eingeladen werden m├╝ssen. Auf hoher See hat er seinen Mann geheiratet", sagte Max und musste seinen triumphierenden Blick niederk├Ąmpfen.

Minette de Thibodeau
┬╗Wenn du streiten m├Âchtest, musst du das mit jemand anderem tun┬ź, erwiderte Minette. ┬╗Komm, wir reiten nach Hause. Ich habe keine Schuhe und keinen Mantel, mir ist etwas frisch. Lass die Himmelsaugen doch einfach nach Patrice suchen┬ź, schlug Minette vor. ┬╗Ihre Greifv├Âgel sollten ihn aufsp├╝ren. Ich habe Patrice auf dem Flur warten sehen, er wirkte sehr ersch├Âpft. Weit kann er nicht gekommen sein. Was m├Âchtest du mit dem Himmelsauge machen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Hast Recht S├╝├če, ich m├Âchte mich nicht mit Dir streiten. Ich bin w├╝tend auf unseren Sohn. Und auf mich, da ich mich selbst in die Situation gebracht habe. Frieden Min, reiten wir nach Hause. Vermutlich hast Du sogar Recht, dass er mit seiner Art nur Gutes tun wollte. Nur kommt das nicht immer so r├╝ber. Ich habe leider keinen Mantel bei, sonst h├Ątte ich Dir meinen ├╝berlassen. Keine Ahnung was ich mit dem Himmelsauge anstellen werde, aber eine Strafe hat er sich redlich verdient. Das heute zu entscheiden, w├Ąre allerdings unfair dem Mann gegen├╝ber, denn heute sieht die Strafe garantiert anders aus, also morgen. Patrice sollte inhaftiert werden, da er krank ist. Ich wollte ihn in einen geschlossenen Tempel einweisen lassen, damit man ihm hilft", erkl├Ąrte Max, w├Ąhrend er gemeinsam mit Minette zur├╝ck Richtung Palast ritt.

Minette de Thibodeau
┬╗Pastrice sah auch sehr geschafft aus┬ź, sagte Minette bedauernd. ┬╗Hoffentlich erholt er sich wieder, er hat stets seine Arbeit gemacht und ist nie unangenehm aufgefallen.┬ź Minettes F├╝├če f├╝hlten sich an wie Eiskl├Âtze. Aber das war es ihr wert gewesen. Sie war froh, dass Maximilien einsichtig war und nicht weiter streiten wollte. Insgeheim freute sie sich, dass Ciel wieder unter der Haube war. Sie wendete ihr Pferd und lie├č es auf die andere Seite von Maximilien gehen, damit sie wieder nah beieinander waren. Langsam ritten sie nebeneinander zur├╝ck zum Palast.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute seine Frau an und zuckte mit den Schultern. Er war froh, dass sie ihm hinterher geritten war. "Danke dass Du mir gefolgt bist Min. Jemand hat mir den Vorschlag gemacht, dass wir nicht allein leben m├╝ssten. Sprich wenn wir nicht wollten. Was h├Ąltst Du von dem Thema, dass wir zusammenziehen? Auf Probe wollte ich es einmal mit einer WG aus verschiedenen Leuten versuchen. Aber es spricht auch nichts dagegen, dass wir beide es versuchen. So richtig meine ich. Wir w├╝rden nicht nur unter einem Dach zusammenleben, so wie jetzt. Nun immerhin hat unser Dach 8 Kilometer zu bieten. Aber ich meine in einer gemeinsamen Wohnung. Wir k├Ânnten trotzdem jeder ein Zimmer haben oder einen Bereich, der nur der unsere ist. Falls man sich mal zur├╝ckziehen m├Âchte. Das war die Grund├╝berlegung. Wozu ist man verheiratet und wozu bin ich Duc, wenn ich nicht mal mit der Frau zusammenleben darf, die ich liebe? Da n├╝tzt im Grunde alle Macht der Welt nichts, wenn man trotzdem einsam ist. ├ťberleg es Dir einfach Min", bot Max an.

Minette de Thibodeau
Minette griff zu ihm hin├╝ber und umschloss seine Hand mit ihren zarten Fingern. ┬╗Die Idee h├Ârt sich wundervoll an! Wir k├Ânnten auch unsere Gem├Ącher direkt nebeneinander legen lassen mit einem gemeinsamen Wohn- und einem gemeinsamen Schlafzimmer. Dahinter hat aber jeder seine eigene K├╝che, sein eigenes Badezimmer und so weiter. Dann k├Ânnten wir beide unserem gewohnten Ablauf folgen, h├Ątten aber mehr voneinander. Vorher solltest du es aber mit der WG auf Probe versuchen.┬ź Minette blinzelte ihm zu. Da er von ÔÇ║verschiedenen LeutenÔÇ╣ gesprochen hatte, ging sie davon aus, dass er sich auf den Spa├č freute, den man in einer lustigen Gesellschaft genie├čen konnte und sie war der Meinung, dass Maximilien ein wenig Erholung genau so n├Âtig hatte wie sein Sohn. Sie lie├č seine Hand wieder los, da dies beim Reiten unbequem war, strahlte aber ├╝ber das ganze Gesicht, als sie zusammen wieder nach Hause ritten.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Abgemacht, so machen wir es", stimmte Maximilien seiner Frau zu. So w├╝tend wie er weggeritten war, so gl├╝cklich ritt er gemeinsam mit ihr Heim.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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