Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Der Schrei des Adlers

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Dreux Gifford de Souvagne
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Der Schrei des Adlers

#1

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Fr 23. Nov 2018, 16:32

Der Schrei des Adlers


Dreux Gifford de Souvagne
Der Archi-Duc, Dreux Gifford de Souvagne, hatte die Familie zusammenrufen lassen. Er hatte wichtiges mit ihnen zu besprechen. Seine erste, gro├če Amtshandlung, die ihnen ganz neue Perspektiven er├Âffnen w├╝rde. Sie alle waren gekommen. Der Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, sein Bruder Gregoire ebenso sein Bruder Ciel und ebenso auch sein Onkel Davet, sein Schwager Linhard wie auch Remy. Dreux wartete bis sich alle gesetzt hatten und schaute dann gewichtig in die Runde. "Hallo. Wir haben uns heute hier zusammengefunden, da es um etwas sehr wichtiges f├╝r unser Land geht. Innovation und Expansion. Unser Ziel ist Sub Souvagne! Die unterirdische Stadt, eine Scholle, ein Lehen unter der Erde. Mehr Innovation kann ein Land kaum bieten. Und wir erreichen mit dem Bau dieser Stadt sogar mehrere Dinge. Das erste ist, wir errichten Sub-Souvagne selbst. Durch den Abraum, das abgetragene Gestein erhalten wir Arbeitsmaterial f├╝r die Mauer unseres Landes. Aber eines wurde mir vor Augen gef├╝hrt, als unsere Schiffe vor Farisin lagen. Als Ciel von einer Forschungsreise tr├Ąumte - wir haben nur Binnensee als Gew├Ąsser. Er ist v├Âllig von der gro├čen See abgeschnitten. Schauen wir einmal westlich. Westlich neben Souvagne liegt Heymst├Ątt der Bergwychtl und jede Menge brachliegendes Waldland in dem die Waldalben hausen. Weiter westlich an der K├╝ste k├Ânnten unsere Schiffe im Dhunischen Ozean vor Anker liegen. Mein Plan zur Expansion sieht folgendes vor. Wir erobern Heymst├Ątt und wir erobern den n├Ârdlichen Bereich der Waldalben. So dass wir auf der Vollfl├Ąche Grand Souvagne ausrufen. Unser Vorteil wir h├Ątten einen gro├čen Wald. Das Holz k├Ânnen wir zum Bau von Sub-Souvagne dringend gebrauchen. Wir h├Ątten Zugang zum gro├čen Meer, ein immenser Handelsvorteil. Selbstverst├Ąndlich w├╝rde ich auch hier hinter den Hafenanlagen die Mauer weiter bauen. Und unsere H├Ąfen w├╝rde ich zu Bollwerken ausbauen. Sollte Naridien auf unsere H├Ąfen gucken, wird es auf die modernste und durchschlagkr├Ąftigste Bewaffnung schauen, die sich ein Naridier vorstellen kann. Bleiben wir bei den H├Ąfen. ├ťber den Goldwasser und dann ├╝ber Land, auf Baumst├Ąmmen werden wir einige Kriegsschiffe zur Sicherung an unsere neue K├╝ste bef├Ârdern. Stellt Euch nur die M├Âglichkeiten vor, die uns dieser Abschnitt bietet. Und das was die Alben brach liegen lassen. Nun zu Hymst├Ątt. Ein Gebirge in dem Wychtl leben. Ich habe vor dieses Gebirge Souvagne anzueignen. Dort wird eine Tempelstadt der Himmelsaugen entstehen. Stadt, Ausbildungsst├Ątte, Volieren der gro├čen und kleinen V├Âgel wie auch Drachenh├╝hner, Prachtadler und so weiter. Idealer Ausgangspunkt um neben der Duc Varden Honore unser Land zu ├╝berwachen per Luft. In der Mitte dieser St├Ątte wird der Wolkentempel thronen. Ehrerbietung an Ainuwar selbst, thront dieser Tempel wie der Name schon sagt, hoch ├╝ber den Wolken. Eine ideale St├Ątte f├╝r unsere Himmelsaugen und unseren Gott. Zu Farisin, ich verstehe die Bedenken, aber Silvano de Mancini hatte die Insel bereits halb in der Hand. Ich w├Ąre daf├╝r, dass wir dem Mann erlauben die Fr├╝chte seiner Arbeit zu pfl├╝cken. Es gesundet sich leichter, nach getaner Arbeit, anstatt davor. Hier mein Plan. Ich bitte um Eure Meinung", sagte Dreux freundlich.

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Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh, nun fall mir noch bei Farisin in den R├╝cken┬ź, antwortete Ciel und schenkte Dreaux einen sehr ernsten Blick. ┬╗Ich habe mir zu lange den Kopf dar├╝ber zerbrochen und zu viele Stunden mit allen m├Âglichen Leuten gesprochen, um mir jetzt von dir in die Suppe spucken zu lassen. Silvano ist krank und wird den Tempel besuchen, bis er vollends gesundet ist. Ganz sicher werde ich ihm vorher keine so gro├če Macht mehr in die Hand geben! Bis dahin mag Farisin warten oder ein anderer in Vertretung die Insel in einem Feuerwerk aus Schwarzpulver und Vulkanasche aufgehen lassen.┬ź Ciel pochte beim Sprechen energisch mit der R├╝ckseite seiner ihm von Francois geschenkten gr├╝nen Schreibfeder auf dem Papier herum. ┬╗Was deinen anderen Plan anbelangt, so stimme ich deinen Gedanken zu den Vorz├╝gen zu. Eines jedoch untersch├Ątzt du str├Ąflich - die Seemacht der Naridier. Du kannst ja unseren neuen Freund Tazio dazu mal befragen, er ├Ąrgert sich schon sein Leben lang mit Naridiern und Norkara herum. Und dass die Ledvigiani sich nicht auf Seegefechte verstehen w├╝rden, kann man ihnen wahrlich nicht vorwerfen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte seinen Bruder an. "Wir haben mehr als nur einen Kapit├Ąn und mehr als nur einen Admiral Ciel. Das ist wohl wahr. Zu den anderen Punkten, Danke f├╝r die Blumen. Richtig, Seegefechte darin sind die Naridier gro├č. Aber wer sagt denn, dass wir sie auf See bek├Ąmpfen m├╝ssen? Stell Dir folgendes vor, Du greifst mit einem sehr guten Schlachtross einen anderen Ritter auf Schlachtross an. Das ist ein Seegefecht Naridier gegen Ledwick. Jetzt reitest Du in die Schlacht mit Deinem Ross gegen eine Trutzburg. Was dann? Wie gut stehen Deine Chancen f├╝r Deine Schiffe noch? Ich m├Âchte dort eine befestigte Wehranlage bauen lassen. Sollten sie versuchen anzulanden, dann werden sie von unseren Bollwerken empfangen samt den dazugeh├Ârigen Gesch├╝tzen. Und von unserer Flotte. Das habe ich vor. Ausbau einer befestigten Anlage. Marinefestungen Ciel, dass war mein Plan. Was Silvano betrifft, wenn er krank ist, soll er genesen. Du hast f├╝r ihn gesprochen, wir haben uns angeschlossen. Somit liegt sein weiteres Schicksal in Deiner Hand, was seinen Werdegang angeht. Sein Urteil wurde gesprochen, dass steht fest. Also streichen wir das vorerst", sagte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sprach nicht von Streichen, sondern von Warten, wenn es Silvano geg├Ânnt sein soll, das Werk zu vollenden. Wobei sich die Frage stellt, als wie akut wir die Gefahr durch die Farisin bewerten. Was meinst du dazu, Davet? K├Ânnen die Farisin noch warten? Zu deinen Gedanken, was die Trutzburg zur See anbelangt, werde ich mich gleich ├Ąu├čern, Dreaux.┬ź

Davet la Caille
"Dazu habe ich eine ganz pers├Ânliche Meinung, da sie mich ausgeweidet haben. Jedenfalls einer von ihnen. Zum Sachverhalt. Unser Auftrag Forschungsarbeit, Kartenausarbeitung. Wir schrieben das Jahr 189. Genauer Logbucheintrag 12.02.189 n.d.A. wir lagen mit der Mouette vor Farisin und kateographierten die Insel. Wassertiefe, Riffe, Untiefen, Nebeninseln, alles was zu einer guten Seekarte geh├Ârt. Wir lagen am Abend des selben Tages vor Anker, Wachen waren abgestellt, die Nacht brach herein. Keiner von uns sah oder h├Ârte die Gefahr kommen. Sie waren schlagartig auf der Mouette und griffen ohne Vorwarnung an. Zur Klarstellung, die Farisin enterten damit unser Schiff. Sie fragten nicht wer wir sind, nicht was wir wollen und keiner von ihnen teilte uns mit, abzur├╝cken. Sie kamen um zu t├Âten und das taten sie auch. Sehr viele gute M├Ąnner starben. Wir waren keine St├╝mper, wir sind ausgebildete Seesoldaten, jedenfalls der normale Matrose. Der Rest von uns erfahrene Marine-Offiziere. Zwei von uns starben als die Echsen an Bord gingen. Zu mehreren gingen sie mit Waffen, Klauen und Z├Ąhnen auf einen der Offiziere los. Ebenso auf Silvano und auch auf mich. Einige Feinde konnte ich abwehren, aber einer durchbrach meine Deckung und schlitzte mich von der Brust bis fast zur Scham auf, so dass meine Ged├Ąrme aus meinem Bauch quollen. Das war mein Ende. Jedenfalls dachte ich das. Als ich sterben auf dem Deck der Mouette lag, sah ich wie Silvano sich weiterhin gegen eine der Echsen verteidigen musste. Er war gut, aber er war nicht gut genug. Als Mensch hat man keine vergleichbare Kraft. Die Echse packte ihn von hinten um den Hals und knallte ihn mehrfach aufs Deck. Derma├čen fest, dass ich seine Knochen brechen h├Ârte. Er lie├č seine Waffe trotzdem nicht los und schaffte es, der Echse seinen Degen in die Seite zu rammen. Er schien sie extrem verwundet zu haben, denn daf├╝r schlug sie ihn noch brachialer auf die Planken und es war vorbei. So wie er in ihren Krallen hing und das Blut aus seinem Gesicht lief, dachte ich er ist so tot wie ich. Und dann schmiss sie ihn ├╝ber die Schulter hinweg in die n├Ąchtliche Azursee. Um mich herum k├Ąmpfende, schreiende und sterbende M├Ąnner und dann wurde es schwarz. Das ist es, was ich Dir berichten kann, von meiner ersten Begegnung mit den Farisin. Sie sind angriffslustig, st├Ąrker als ein Mensch, aber nicht unbezwingbar. Sie stellen keine Gefahr dar, wenn Du die Insel zu einem Sperrgebiet erkl├Ąren l├Ąsst. Aber f├╝r jede Person, gleich welcher Art, Rasse oder auch welchem Volk sind sie eine unkontrollierbare, meist t├Âdliche Bedrohung. Silvano hat sie bereits einmal dezimiert, wie ich erfahren habe. Dem Mannverlust von 49 Mannschaftsmitgliedern standen damals ├╝ber 2.000 Farisin gegen├╝ber. Also wenn jemand Erfahrung hat, ihnen beizukommen, dann Mancini. In jener S├Ąuberungs- und Racheaktion im Jahre 193 verlor er besagte 49 Mann, sein Auge und fast sein Leben. Das Silvano krank ist, ist eine Tatsache die ich nicht leugnen kann. Aber es liegt nicht nur an den Farisin, dass muss ich dazu sagen. Er ist krankhaft einsam. Und einsam beschreibt seinen Zustand nicht im Geringsten wie er sich f├╝hlt, wenn er sich verloren f├╝hlt. Er gibt sich dann v├Âlllig auf. Und das muss er ├╝berwinden, denn versagt er dort vor Ort, wird er sich zu Tode hungern. In dem Falle w├Ąre ich daf├╝r, einem anderen Kapit├Ąn als Admiral die Leitung ├╝ber den Angriff zu ├╝bertragen. Vano kann ihm beratend zur Seite stehen. Aber er muss gesund sein", erkl├Ąrte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss kurz die Augen bei der bildhaften Beschreibung, wie Davet und Silvano zugerichtet worden waren. Er kannte den Krieg und alte Bilder kamen wieder hoch, an die er nicht mehr denken wollte. Also ├Âffnete er die Augen wieder. ┬╗Dann sollen sie warten, finde ich. Auch unter uns Almanen gibt es widerliche Bestien, ich denke nur an Derya Littnaux. Der Schlag sollte vergolten werden, aber wenn sie uns nicht akut bedrohen, sollten wir warten, bis wir so weit sind. Das bedeutet, alles in Ruhe vorzubereiten, w├Ąhrend Silvano gesundet und uns zun├Ąchst anderen Projekten zu widmen. Was meint ihr dazu?┬ź Er blickte fragend in die Runde. Dann richtete er die Augen auf Dreaux. ┬╗Meinst du, die Naridier warten in aller Ruhe, bis wir mit unserer Festung so weit sind?┬ź, fragte er ernst. ┬╗Sie schie├čen uns zur├╝ck in die ├ära des Chaos, sobald sie sehen, dass wir dort einen Stein auf den anderen zu setzen beginnen und eine Werft ausheben. Wir brauchen Unterst├╝tzung dort unten, sonst fassen wir da keinen Fu├č.┬ź

Davet la Caille
"Genau dass solltest Du ihm mal in einer stillen Stunde sagen, sprich dass wir warten bis er gesund ist. Damit er seinen Job erledigen kann. Das w├╝rde ihm helfen und ihm vermutlich sehr viel bedeuten. Auch wenn er das nicht sofort sieht. Die Naridier k├Ânnten uns angreifen, m├╝ssen es aber nicht. Verb├╝ndete schaden nie. An wen hast Du gedacht? Wen f├╝rchten die Naridier?", fragte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗F├╝rchten? Nur die Norkara, nehme ich an. Ledwick hat ihnen inzwischen nicht mehr viel entgegenzuwerfen. Etwas anderes w├Ąren die vereinten Flotten von Ledwick, Ehveros und Souvagne┬ź, dachte Ciel laut nach. ┬╗Die Naridier sind keine Verb├╝ndeten der Almanen. Sie lagen bis vor wenigen Monaten mit drei almanischen Gro├čherzogt├╝mern im Krieg!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wie Dreux anmerkte ist das Urteil gesprochen. Das hei├čt meine Lieben, gleich was auf Farisin geschieht, es wird nach Silvanos Genesung geschehen, wenn es durch ihn geschehen soll. Ansonsten machen wir uns selbst nicht nur unglaubw├╝rdig, sondern wir nehmen dem Mann auch jede Chance. Eine Chance die wir ihm selbst zu geben bereit waren. Dann w├Ąre er besser auf dem Block geendet, als zu verhungern. Wobei verhungern wird er nicht. Du bist anerkannt Davet, er ist Dein Verlobter. Und so lange Du die Verlobung nicht l├Âst, geh├Ârt er damit zur Familie. Er ist nur nicht angeheiratet. Das hei├čt, sollte er Hungern, wird er auch gegen seinen Willen behandelt. Das aber nur am Rand, denn wie mir zugetragen wurde, war er im Tempel und hat sogar gut mitgearbeitet. Er scheint es selbst zu wollen. Thema Eroberung. Zwischen Naridien und uns lag das Gebiet der Waldalben immer noch als Pufferzone. W├╝rden die Naridier angreifen, w├╝rden wir die Schlacht gegen sie im Lande der Waldalben austragen, nicht in der Heimat. Geh├Ârt uns das Land, dann k├Ąmpfen wir im eigenen Wohnzimmer. Ein guter Einwand Ciel, ein neues B├╝ndnis, ein zuverl├Ąssiges B├╝ndnis muss her. Alkena ist zuverl├Ąssig und liegt auf der Seite wo es Naridien weh tun k├Ânnte. Aber Alkena ist klein. Sie m├╝ssten Nadelstiche setzen, einen Partisanenkrieg f├╝hren. Ledwick ist gebeutelt. Zuerst der ewige Krieg gegen Naridien, dann der uns├Ągliche Krieg der Zwerge gegen die Rakshaner und dann hatte der Duca den Feind selbst im Haus, der sich den Thron angeeignet hat unter fadenscheinigen Gr├╝nden. Ich selbst habe auf den Friedensverhandlungen dazu aufgerufen, den Thronfolger zu suchen. Nun ich bin nicht Duc von Ledwick, aber einem wahren Getreuen sollte daran gelegen sein, seinen Herrn zu finden. Und ob weisungsbefugt oder nicht, einen derartigen Rat h├Ątte kein guter Untertan ungeh├Ârt verstreichen lassen. Wie mir zugetragen wurde, hat der Duca, sprich Tazio aber Fr├╝hjahrsputz gehalten und das im Herbst. Es war notwendig. Die Nestbeschmutzer wurden in die W├╝ste gejagt. Mein Mitleid gilt den Rakshanern, die sich nun mit den Burschen herumplagen m├╝ssen. Ich schlage vor, dass wir Ledwick ein B├╝ndnis anbieten. Ehveros wurde schon einige Male ein B├╝ndnis angeboten, aberes erfolgte keine Reaktion. Ich vermute die junge Dame hat kein Interesse an einer tats├Ąchlichen Regierung, da es Regierungsarbeit hei├čt, kann man sich denken, das es auch Arbeit macht. Flitzebogenschie├čen, in Lederkleidung herumlaufen, Frauen sch├Âne Augen machen und den armen Duponts einen Hafen schmackhaft machen, der kaum weniger zugig ist als ihre alte Ruine - also regieren geht tats├Ąchlich anders. Also erster Vorschlag, zuerst werden wir Tazio ein B├╝ndnis vorschlagen. F├╝r wie zuverl├Ąssig haltet Ihr Alkena, die Zwerge oder gar Ehveros? Ich f├╝r meinen Teil w├╝rde Ehveros aus den Verhandlungen heraushalten. Mit einer Antwort ist nicht zu rechnen. Bevor ich also ├╝ber den Vorschlag von Dreux entscheide, m├Âchte ich weitere Meinungen h├Âren. Denn irgendwann, Ihr wisst es selbst, trefft Ihr sie selbst", sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ein B├╝ndnis mit den Zwergen - ausgeschlossen. Kulturell und ideologisch zu weit entfernt. Wie das B├╝ndnis mit den Zwergen endete, durften die Ledvigiani am eigenen Leib erfahren. Kaum stand der Feind vor den Toren, haben sie sich ins Erdreich verkrochen und die Deckel verschlossen. Nicht nur einfach zugemacht, sondern mit Runenmagie versiegelt! Den Blick der Ledvigiani, Ehveroser und Markler h├Ątte ich in dem Moment gern gesehen. Ledwick als B├╝ndnispartner halte ich f├╝r eine lohnende Alternative gegen├╝ber Fremdv├Âlkern. Alkena wird nicht viel beitragen k├Ânnen, ihr Land liegt darnieder in seinem Elend nach dem Angriff durch die Zwerge. Von ihnen Hilfe zu erfragen grenzt an Unversch├Ąmtheit. Ehveros ... sollten wir am besten einfach ignorieren.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Damit hast Du v├Âllig Recht Ciel. Wie Vater oder auch ich bereits sagte. Die Zwerge lebten stets autarkt, unabh├Ąngig von allen anderen V├Âlkern. Sie wollten einfach in Ruhe gelassen werden und keinen Kontakt. Das kann man akzeptieren, jeder lebt in Frieden nebeneinander. Aber der Grundgedanke alleine zu leben autark zu sein, endete just da, als die Zwerge bemerkten, dass sie der ├ťbermacht der Rakshaner nicht standhalten konnten. Auf einmal t├Ânte es aus Zwergenkelchen in die Welt - helft uns! Seid nicht so stur und denkt nur an Euch! Komisch, bei ihnen hat das Jahrhunderte lang gut geklappt und sie waren sogar noch stolz drauf. Im guten Glauben zog Ledwick los. Um sich zu profilieren zogen andere los. Aber wie ich Tazio bereits einmal in der Bibliothek erl├Ąuterte, w├Ąren die Rakshaner doch nicht m├╝hseelig nach den Zwergenkrieg ├╝ber die Berge geklettert, weil sie noch zuviel ├╝bersch├╝ssige Energie hatten. Sie w├Ąren einfach immer weiter gerade aus gelaufen und h├Ątten irgendwann in Naridien gestanden. Und dabei h├Ątten wir ihnen doch alle sehr viel Gl├╝ck gew├╝nscht. Also, weshalb waren die anderen des Kaishos wirklich vor Ort? Sie waren dort, weil sie auf das Flehen und Flennen der Zwerge hereingefallen sind, ebenso auf die Versprechungen, dass man damit Gutes tut und die Rakshaner von der Weltherrschaft abh├Ąlt. Und hier muss ich dringend einhaken! Onkel Davet kann es uns allen best├Ątigen. Hoffe ich. Tazio sagte mir, genau dass was auch Ciel gerade sagte. Als die Gefahr am schlimmsten tobte, da knallten die Zwerge ihren eigenen Rettern die T├╝r vor der Nase zu! Und jene die angeblich die schlimmste Bedrohung sind, gaben ihnen Unterschlupf, Essen, Medzin. Wer war nur der Feind? Wer ist der Feind? Jene die um Rettung flehten und sie ├╝ber die Klinge springen lie├čen? Oder der vermeintliche Feind, der statt die Tore zu schlie├čen die Arme ├Âffnet und sie verpflegt? Ich glaube so langsam nicht mehr an die Rakshaner-sind-alles-Schuld-Theorie", warf Greg ein. "Alkena w├╝rde ich nicht um gro├če Gefallen bitten, vielleicht um Wissen, oder einzelne Personen die uns beistehen k├Ânnen mit Fachwissen. Eine Armee k├Ânnen sie nicht entsenden und dass sollen sie auch nicht. Ehveros w├╝rde ich auch vergessen. Die Frau wird sich selbst ins Aus spielen. Wie alt ist sie ├╝berhaupt? Zwanzig, Drei├čig? Lass sie mal auf die Vierzig zugehen und noch keinen Nachkommen gezeugt haben, die Thronfolge wird dann sicher ganz schnell greifen. Wenn sich die Berater und anderen Adligen den Unsinn lange genug anschauen. Streicht man sie und geht davon aus, dass Felipe kinderlos war, dann findet sich immer noch ein n├Ąchster m├Ąnnlicher Verwandter um zig Ecken der den Thron besteigen wird. Notfalls hilft er mit der Kinderlosigkeit von Felipe nach. Ich sage es Euch", schmunzelte Greg. "Ah und Paps ich m├Âchte einen Prachtadler f├╝r Tazio erbitten als Geschenk von Hof zu Hof. Er hat kein anst├Ąndiges Reittier und das w├Ąre eine sehr noble Geste von uns", bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ein Prachtadler w├Ąre ein geeignetes Geschenk, um Verhandlungen mit Ledwick einzuleiten - denn dann gingen sie schneller und unkomplizierter vonstatten. Der Mann k├Ânnte bequem an- und abreisen. Was die Rakshaner betrifft, bin ich der Meinung, dass sie ein ambivalentes Volk sind. Weder darf man sie verdammen, denn sie sind im Privaten sehr herzlich, ja, warmherzig, noch darf man sich aufgrund ihrer Gastfreundschaft dar├╝ber hinwegt├Ąuschen lassen, womit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und mit welcher R├╝cksichtslosigkeit sie dabei vorgehen. Wenn ihr Fragen zu diesem Volk habt, kann ich euch Khawa als Ansprechpartner ans Herz legen - oder den Rakshaner, den Bellamy im Schlepptau mitgebracht hat. Wobei ... vergesst den letzten Vorschlag. Apropos Bellamy. Meine Bei├čer ben├Âtigen einen Unterschlupf au├čerhalb des Palasts. Alexandre hat mich fast erw├╝rgt, als ich ihm sagte, dass der Vampir zu mir geh├Ârt und meinem Schutz unterliegt. Ich hatte es ganz vergessen, Alexandre zu warnen und er kam im Morgenmantel durch die G├Ąnge gest├╝rmt, um Tekuro die Seele aus dem Leib zu rei├čen. Das ist gerade noch einmal gut gegangen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Seine Seele? Vielleicht h├Ątte er ihm auch was anderes ausgerissen, der Mann ist zu allem f├Ąhig. Er hat so ein Funkeln in den Augen. Ich werde Tazio einen Adler schenken, dass freut mich, dass Ihr es genauso seht. Ein bisschen Aufmunterung und wenn wir in Handel mit ihnen treten k├Ânnten, geht es dort auch wirtschaftlich wieder aufw├Ąrts", sagte Verrill und notierte sich gleich was er vorhatte.

Dreux Gifford de Souvagne
"Das Funkeln in anderer Leute Augen in Deiner N├Ąhe liebe Verrill, ist der sich darin spiegelnde gl├╝hende Sch├╝rhaken. Da funkeln alle Augen. Aber die Idee mit dem Geschenk ist sehr gut. Ich bin ebenfalls daf├╝r mit Ledwick in den Bund zu treten und Alkena kann uns wirklich mit einem Abgesandten unterst├╝tzten. Wie mit dem Kapit├Ąn der Luftschiffe. Sowas", schlug Dreux vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Alexandre ist ein anst├Ąndiger und wundervoller Mensch", verteidigte Ciel seinen Lehrer. "Ich w├╝nsche keine L├Ąstereien ├╝ber ihn."

Davet la Caille
"Was die Unterbringung Deiner Bei├čer angeht, da kann ich Dir weiterhelfen. Ich habe einen kleinen Hof. Wie ich erfahren habe ist mein Onkel nicht mehr. Ehe der Hof verkommt, k├Ânnen ihn die Bei├čer nutzen. Sie m├╝ssen ihn daf├╝r nur in Stand halten. Mehr nicht. Er ist au├čerhalb von Beaufort nicht weit von hier. Wo wir von Reittieren sprechen, ich ben├Âtige ebenfalls drei. Pferde, Laufv├Âgel oder Flugtier das w├Ąre mir gleich. Um noch einmal auf Vano zur├╝ckzukommen, er l├Ąuft zu Fu├č ungef├Ąhr eine Stunde und gleichg├╝ltig wie wichtig einem etwas ist, bei der Latscherei hat man schnell mal die Schnauze voll. Deshalb m├Âchte ich ein Reittier f├╝r ihn. Er selbst m├Âchte garantiert auch eines. Er m├╝sste aber Boldi f├╝r Geld fragen. Und wenn wir ihm und Boldi ein Tier schenken, dann zeigt dass, das wir daran Interesse haben dass Vano gesund wird und dass es klappt. Auch wegen der Vergangenheit der Agenten. Und ehe einer fragt, nat├╝rlich ist die Bitte nicht uneigenn├╝tzig. Ich liebe den Mann, drum bitte ich um drei Reittiere", bat Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Drei Reittiere gegen den Hof? Einverstanden.┬ź Ciel l├Ąchelte. ┬╗Wenn es Silvano bei der Gesundung hilft, umso besser. Ich muss Benito fragen, wie es mit seinen Fortschritten aussieht.┬ź

Davet la Caille
"Danke, falls Du m├Âchtest f├╝hre ich die Bei├čer hin und mache sie mit allem vertraut. Ganz ehrlich, ich ben├Âtige den Hof nicht und ich werde auch keine Gelegenheit haben ihn zu f├╝hren. Selbst wenn Ihr mich nicht so herzlich in Eurer Mitte aufgenommen h├Ąttet. Ich habe ihn nicht grundlos verlassen und habe eigentlich nur wenige, gute Erinnerung daran. Mehr schmerzliche, aber wenn er den Bei├čern ein Zuhause sein kann, dann sollen sie ihn haben. Ich denke dort werden sie sich wohlf├╝hlen. Eigentlich neutral betrachtet ist es eine sch├Âne Ecke, ich hoffe er gef├Ąllt ihnen. Silvano geht nicht mehr zu Benito, er geht stets in den Tempel und dort wird er behandelt Ciel. Er schreibt auch Bericht, so wie er es soll. Wir hatten vor zu seinen Eltern zu ziehen. Er m├Âchte sich mit seinem Vater aussprechen, steht lange aus. Aussprache in Form von - ich mag Dich und zeige es Dir. Also nichts schlimmes. Sag mir einfach bescheid, sobald ich die Bei├čer zum Hof f├╝hren soll. Wieviel dort zu tun ist, kann ich Dir nicht sagen, das Haus jedenfalls erf├╝llt seinen Zweck. Was die Rakshaner angeht, da machen die meisten den gleichen Fehler wie bei anderen V├Âlkern. Ihr messt diese Leute mit Eurem Ma├č. Das Urteil eines wahren Rakshaners ├╝ber uns, w├Ąre auch nicht schmeichelhaft, weil wir eben nicht rauben, wo sich die M├Âglichkeit bietet. Sie haben nur diese M├Âglichkeit. Jedenfalls die meisten. Das was ihnen an pers├Ânlichem Besitz fehlt, machen sie mit Herzlichkeit wett. Ein Beispiel, dann k├Ânnt Ihr Euch wieder den Alben widmen. Als sie mich gerettet haben, hatte ich nach der Rettung noch den ewigen Kalender, ein Anh├Ąnger an einer Kette und mein Messer. Sie h├Ątten mich bestehlen k├Ânnen. Sie taten es nicht. In einer Welt wo es kaum etwas zu essen gibt, h├Ątten sie mich zerhacken und an ihre Hy├Ąnen verf├╝ttern k├Ânnen. Sie taten es nicht, sie f├╝tterten mich durch. Weshalb? Ich war krank, mehr tot als lebendig und v├Âllig nutzlos in dem Zustand. Aber Tara meine Rakshanische Schwester erkl├Ąrte es mir so, wenn man jemanden findet ist man f├╝r ihn verantwortlich. Und ich w├Ąre nicht umsonst angeschwemmt worden, ich w├Ąre einer von ihnen. Ambar mein erster Offizier und Bruder sagt das Gleiche. Und so unkonventionell auch manche Fahrt mit ihnen sein mag, eines kommt nie auf - schlechte Laune, Neid, Hass. Selten so eine ausgeglichene Mannschaft gesehen wie meine. Auch das ist die Wahrheit ├╝ber Rakshaner. Keiner von ihnen schlug jemals den Schiffsjungen. Keinen von ihnen musste ich je ermahnen. Sie tun es nicht, er geh├Ârt dazu, ist klein und zu sch├╝tzen. Wieso k├Ânnen sie das? Sollten wir mal dr├╝ber nachdenken. Es ist nicht alles schlecht was von ihnen kommt, ganz sicher nicht", sagte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sherkal war ausgeglichen?┬ź Ciel zog die Augenbrauen hoch. ┬╗Dann machen Khawa und Bellamy etwas bei ihm falsch. Du solltest sie unterweisen, wie mit dem Mann umzugehen ist. Die Bei├čer kannst du ruhig schon in ihr neues zu Hause f├╝hren, sobald wir hier fertig sind, damit Alexandre sich wieder beruhigt. So. Wie verbleiben wir nun in Bezug auf die Wychtl? Wer l├Ądt Tazio zu den Verhandlungen ein?┬ź

Davet la Caille
"Einfach nicht alles so ernst nehmen was er erz├Ąhlt. Das ist die beste Methode. Du kannst Dich ├Ąrgern, oder dr├╝ber schmunzeln. Was kostet mehr nerven? Er ist ganz witzig, so musst Du es sehen, er nervt doch nur die anderen. Ich werde die Bei├čer nachher direkt hinf├╝hren, ich hoffe sie haben Lust dazu", sagte Davet.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich werde Tazio anschreiben wegen dem B├╝ndnis, ach was nein. Ich werde ihm pers├Ânlich unser Geschenk vorbei bringen. Lin begleitet mich und kann mich wieder nach Hause fliegen. Dann ├╝berreiche ich ihm unser Geschenk pers├Ânlich, sprehe mit ihm pers├Ânlich alles ab und schaue mir sein Land an. So kann ich berichten was er ben├Âtigt, wo er Hilfe braucht", schlug Greg vor, was Dreux und Max grinsen lie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste nicht, er machte schmale Augen und klopfte mit seiner Schreibfeder. "Wei├č Lin schon von seinem Gl├╝ck?"

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill setzte sich neben Ciel und streichelte ihn ├╝ber die Wange. "Sein nicht so biestig zu mir, Du mit Deinen drei Ehem├Ąnnern hm? Na komm, Du wolltest mit Lin doch nicht nur H├Ąndchen halten. Du hast Ferrau, Fran, Alex und manchmal mich. Sei nicht eifers├╝chtig. Du musst Tazio kennenlernen, er ist ganz anders als Du ihn Dir vorstellst. Er ist ruhig, still, er ist... beruhigend. Aber keine Schlaftablette, verstehe mich nicht falsch. Ich glaube er ist auch ganz sch├Ân verloren, so wie es Paps einst war. Er ist ebenso allein, er tr├Ągt alles auf seinen Schultern und hat niemand den er um Rat fragen kann Ciel. Und ja ich mag ihn, er hat was. Das hei├čt doch nicht, dass er mich derma├čen mag. Jedenfalls, falls Lin es nicht wusste, jetzt wei├č er es", sagte Greg und knuffte Ciel und dann Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob die Brauen, lie├č seinen Blick langsam zu Linhard wandern und wieder zur├╝ck zu Verrill. Er zuckte mit den Schultern. "Gut, bitte. Euer Bier. Vielleicht er├Âffnet es ja f├╝r die Zukunft interessante M├Âglichkeiten. Wann reist ihr ab?", erkundigte er sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Die Frage ist, m├Âchtet Ihr die Wychtl beseitigen und die Waldalben? Dann w├Ąre es logisch das Wychtlgebirge einzunehmen und von dort aus eine Luftoffensive zu starten. Wohin mit den Alben? Ins Meer? Dann m├╝sste wir auf breiter Front von Osten nach Westen ziehen und sie dorthin vertreiben. Oder wir treiben sie nach Norden, zu ihren anderen Verwandten und schlie├čen die Grenze direkt bei den Zwergen und ziehen dort eine Mauer hoch. Die Mauer die wir begonnen haben bleibt und wird weiter gebaut. Erweitern wir, ziehen wir dort einen weiteren Ring, sprich die Hauptmauer teilt sich. Also was ist Euer Plan? Selbstverst├Ąndlich w├Ąre ein Land dieser Gr├Â├če von Nutzen, allein schon das Gebirge. Die Frage ist sollen wir uns der Pufferzone berauben? Oder sollen wir expandieren, ausbauen und uns komplett absichern. Mit Ledwick werden wir so oder so ein B├╝ndnis eingehen. Das hat sich der Duca verdient", sagte Max.

Linhard von Hohenfelde
Linhard verpasste Verrill einen Knuff zur├╝ck. "Ich werde ihn mir anschauen, aber mehr kann ich noch gar nicht versprechen. Das stand vorher schon mal im Raum, dass er eventuell eine Frau dazu heiraten m├Âchte, oder einen Mann. Von daher war ich vorgewarnt. Nur dass es ein Duc ist, das sagte er nicht. Kleiner Scherz. Wann wir abreisen, keine Ahnung. Aber lange werden wir nicht fort sein. Mach Dir keine Sorgen Ciel. Wir werden unseren Hausurlaub durchziehen und wir werden die Forschungsreise bekommen", versprach Lin grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Forschungsreise, der Urlaub┬ź, st├Âhnte Ciel leidend. ┬╗Der verdammte Urlaub, den Silvano uns verdarb!┬ź Ihm fiel etwas ein. ┬╗Costantino ist noch immer im Verlies.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Dann soll er ihn wieder gut machen und gleich mit urlauben! Mit pers├Ânlichem Priester, Entspannung, gutes Essen und was zum Urlaub dazugeh├Ârt. Das ist dann f├╝r ihn wie Kur. Und wir haben auch was wir wollen. Es gibt doch nicht nur Kriegsschiffe. Verrill hat ein Forschungsschiff, damit fahren wir. Und Davet begleitet uns dann zum Schutz. Stell Dir das doch vor", freute sich Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Forschungsreise mit dem Tempelschiff im Konvoi", tr├Ąumte Ciel. "Eine gute Idee. ├ťberlassen wir Dreaux die Bergwychtl und Waldalben und machen es uns gem├╝tlich. Was diese beiden V├Âlker anbelangt, niemand braucht w├╝tende Nachbarn, die obendrein weder almanisch noch menschlich sind. Von daher k├Ânnt ihr euch meine Meinung, was mit ihnen geschehen sollte, zusammenreimen. Treiben wir sie nach Naridien, schenken wir den Naridiern ein riesengro├čes kostenloses S├Âldnerheer mit sehr kampfesw├╝tigen Streitern."

Davet la Caille
"Ein ausgezeichneter Einwand Ciel und strategisch einwandfrei. Entweder m├╝ssen sie ├╝ber die Klinge springen, oder sie werden im Meer ersaufen. Wir k├Ânnen sie nicht den Naridiern schicken. Ein Tempelschiff? Wenn das so verr├╝ckt ist, wie es klingt, klingt es nach Spa├č und einer Menge Gebete. Auf hoher See und vor Gericht ist man bekanntlich in Gottes Hand Kleiner. Da schaden einige Priester nicht, m├Âchte man meinen. Aber das Gegenteil ist der Fall, die meisten glauben Pfaffen an Bord bringen Ungl├╝ck. Wie w├Ąre es mit M├Ânche?", schlug Davet vor.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich schlie├če mich meinem Bruder an. Wie das klingt... sch├Ân", freute sich Max. "Lass uns an Deinen Gedanken ganz teilhaben und keine falsche Scheu. Was genau w├╝rdest Du mit den Wychtl und Alben tun? Und w├╝rdest Du es tun? Antworte bitte Ciel", sagte Maximilien freundlich wie neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
"Priester bringen kein Ungl├╝ck, wer erz├Ąhlt so etwas", wetterte Ciel. "Woher kommen diese h├Ąretischen Reden? Den Klabautermann zu verehren ist l├Ącherlich genug, aber gute Gottesm├Ąnner als ungl├╝ckbringend zu bezeichnen, kommt der H├Ąresie sehr nahe! Das Tempelschiff wird ausgestattet sein wie ein Tempel an Land, mit M├Ânchen, Priestern und gar einem Hohepriester! Wenn es uns sicher ├╝ber das Meer geleitet und wieder den Hafen passiert, werdet ihr sehen, wie albern eure Vorstellungen sind."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ignoiere mich ruhig Ciel, Danke Du Pflaume", lachte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Entschuldige, aber ich kann es nicht h├Âren, wie man auf See von unseren Geistlichen spricht. Jene M├Ąnner ├╝brigens, welche soeben Silvano kurieren, Onkel Davet", sagte er spitz. "Was die ├╝berz├Ąhligen Fremdv├Âlker anbelangt, halte ich das Meer f├╝r die humanste L├Âsung. Man sagt, ertrinken sei schmerzlos."

Davet la Caille
"Darum Kleiner hei├čt es auch Aberglaube und nicht Glaube. Ich kann Dir nur sagen dass es so ist, weshalb, wei├č keiner mehr. Das hat sich verloren. Frauen und Pfaffen an Bord bringen Ungl├╝ck. Bei einer Frau kann man sich denken warum. Stell Dir ein Schiff mit 200 M├Ąnnern vor, die Monate auf See waren und in nichts anderes gestochen haben, als in die See. Oder sich selbst geholfen haben. Dann kommt eine Frau an Bord. Jeder guckt. Solange Du auf den Planken stehst, geht es noch. Oben im Mast, fatal. Kurzum eine Frau lenkt ausgehungerte M├Ąnner ab. Das ist der Grund warum sie scheinbar Ungl├╝ck bringen. Scheinbar. Denn auf jedem Passagierschiff d├╝rfen Frauen mitfahren und m├╝ssen nicht hinterher schwimmen. Soweit mir bekannt ist. Und auch auf jedem normalen Reedereischiff ist es ├╝blich, dass manche Angeheuerten ihre Frauen mitnehmen. Der Koch hat seine Frau dabei, ist oft so. Es betrifft also eigentlich ehr Kriegsschiffe. Meine Mannschaft auf der Auqila ist durchgemischt und so entstand das Gaff-Problem nicht. Ich sehe es doch selbst v├Âllig anders Ciel. Ich habe Frauen an Bord, Magier, einen Arashi - wobei man sagt Schlitzaugen vergiften alle. Er ist unser Koch, alle leben noch. Ich habe sogar einen Norkara an Bord und und und. Das ist eben einfach dummes Zeug bis man das Gegenteil bewiesen bekommen hat. Schau, viele auf hoher See lernen irgendwann einmal die Lebensgefahr kennen. Da kann viel passieren. Im gro├čen Gew├Ąsser noch mehr als auf der Azursee. Und gleich wie gro├č und m├Ąchtig Dein Schiff ist, die See lehrt Dich eines, dass Ding ist im Orkan eine Nussschale. Und gleich was Dir passiert, Du gibst wem die Schuld. Was kann es gewesen sein wenn nicht Du? Der Pfaffe der komisch guckt, die Frau nach der sich andere die H├Ąlse verdrehten. Man versucht damit zu erkl├Ąren, was nicht zu erkl├Ąren war. Das ist es. Oder glaubst Du ehrlich, wenn man einem Hai die Flosse abschneidet und sie an den Mast nagelt, Dein Schiff wird schneller? Woher denn? Wurde es umgebaut? Nein. Tun aber einige weil sie meinen, dass wirkt. Sie glauben so feste daran wie Du an Ainuwar Ciel, weil es ihnen Sicherheit gibt, Kraft und ├ťberlebenwillen. Das ist ihnen genauso ernst wie Dir Dein Glaube. Sie machen damit Deinen nicht schlecht", erkl├Ąrte Davet freundlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Harte und gleichzeitig weise Worte Ciel. Danke f├╝r die ehrliche Antwort. Ertrinken soll schmerzlos sein? Gut, davon habe ich nie geh├Ârt. Aber ich h├Ârte dass Verbrennen der grausamste Tod sein soll. Was man nachvollziehen kann. Wenn Du Dir das Tempelschiff w├╝nscht, wirst Du eines bekommen. Du kannst auch eines der Handelsschiffe bekommen, sie haben mehrere Decks und haben mehr Stauraum. Dort w├Ąre alles gut unterzubringen", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie w├Ąre es, wenn sie die Schuld da suchen w├╝rden, wo sie auch liegt - bei der ungeb├Ąndigten Natur? Kein noch so tiefgl├Ąubiger Priester w├╝rde auf die Idee kommen, die Schuld einem albernen Fantasiewesen in die Schuhe zu schieben. Deine Seem├Ąnner sollten sich an Ainuwar wenden, Davet┬ź, fand Ciel. Er guckte seinen Vater an. ┬╗Das Tempelschiff w├Ąre eine gro├čartige Sache┬ź, sagte er vertr├Ąumt. ┬╗Also wird Dreaux sich um die Angelegenheit k├╝mmern? Das Ertr├Ąnken der Feinde schont nicht nur deren Schmerzempfinden, sondern auch das Seelenheil unserer Soldaten. Einen Feind in hunderten Schritten Entfernung ertrinken zu sehen ist etwas anderes, als ihn in St├╝cke zu Hauen, besonders im Falle von Zivilisten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Du bekommst das Schiff und darfst es Dir gemeinsam mit Davets Hilfe aussuchen. Die Schiffe die der Krone geh├Âren, also auch die Handelsschiffe, schau sie Dir an. Sag mir welches Dir gef├Ąllt und es geh├Ârt Dir pers├Ânlich. Wir lassen es dann mit Eilauftrag von den Cheverettes umbauen. Um auf die unb├Ąndige Natur einzuhaken, ich glaube genau das ist der Grund Ciel. Du gibst Dir und auch den Seem├Ąnnern die Antwort. Da wo das Wissen fehlt, da wo der wahre Glaube nicht greift, ersetzt der Aberglaube das Fehlende. Manche Naturph├Ąnom├Ąne k├Ânnen wir ganz leicht erkl├Ąren, da wir diese Bildung genossen haben. Ein Seemann nicht Ciel. Jene k├Ânnen meist nicht einmal lesen oder schreiben. Und wo Du wei├čt, oh das ist Gewitterleuchten, weil die Luft sich abk├╝hlt, sagen sie sich, dass ist bestimmt dieses oder jenes Wesen. Ihrer Unwissenheit geben sie eine Form um keine Angst vor dem Unbekannten zu haben. Die Angst ist die gr├Â├čte", erkl├Ąrte Max. "Es spr├Ąche nichts gegen eine allgemein zug├Ąngliche Akademie des Wissens, die so etwas erl├Ąutert. Was sagst Du?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Papa┬ź, freute Ciel sich. ┬╗Ich werde mich gemeinsam mit Davet umschauen. Eine allgemein zug├Ąngliche Akademie?┬ź Er ├╝berlegte eine Weile. ┬╗Es erscheint mir eine sinnvolle Sache zu sein, auch wenn vermutlich nicht viele dieses Angebot annehmen w├╝rden. Aber jene wenigen, denen w├Ąre sehr geholfen. Das sind vermutlich dann die Personen, die man auch in den ├Âffentlichen Bibliotheken findet. Ich werde die Akademie der Flamme des Wissens frei zug├Ąnglich und ohne eine Studiengeb├╝hr gestalten. Sie soll das Pilotprojekt sein und gleichzeitig der Erhebung empirischer Daten dienen, wie gut das Angebot angenommen wird und was verbessert werden kann.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Eine Idee die mir gef├Ąllt. Jeder der die Schule besuchen m├Âchte, soll dazu die M├Âglichkeit haben. Bildung ist keine Last, sondern bildet die Person und damit auch den Wert dieser Person. F├╝r sich, f├╝r uns, den Lehnsherrn und unser Volk. Das m├╝ssen wir ins Auge fassen. Ich stehe zu meinem Wort, sucht Euch was Gutes und lasst es so umbauen, dass es Deinen Anforderungen gen├╝gt. Denke daran, dass Du gen├╝gend Stauraum f├╝r Deine Aufzeichnungen ben├Âtigst. Daf├╝r ist ein Forschungsschiff da. Und sollte Dreux sein Vorhaben realisieren, bedenke ab wo Du losf├Ąhrst und was Du alles aufzuzeichnen hast Ciel. Eine gewaltige Menge Kleiner", sagte Max. Ihm selbst schien die Idee zu gefallen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde an alles denken und mit Marcello de Chevrette reden, er ist ein ruhiger und sehr umsichtiger Mensch, er hat w├Ąhrend der Fahrt mit der Choucas gewissenhaft alles notiert, was es zu notieren galt, auch wenn die Offiziere den armen Mann str├Ąflich ignoriert haben. Ich werde mit einem erfahrenen Kapit├Ąn den Kurs ausarbeiten, vielleicht mit dir, Davet?┬ź

Davet la Caille
"Gerne ich bin dabei. In den 14 Jahren bin ich in allen der f├╝nf Meere gefahren und ich habe zig Seekarten. Ich werde es Dir genauso beibringen wie Boldi, von der Pieke auf. Du wirst alles lernen und Du wirst sehen wieviel Spa├č es macht. Ein Schiffseigner ben├Âtigt immer einen guten Kapit├Ąn. Du bestimmst wohin die Reise geht. Der Kapit├Ąn bestimmt wie es geschieht, so dass weder Schiff noch Mannschaft in Gefahr geraten. Dar├╝ber m├╝ssen sich die beiden im klaren sein, wenn beide an Bord sind. Bei Gespr├Ąchsbedarf immer nur unter vier Augen Ciel. Eine der Grundregeln. Nie die Autorit├Ąt des anderen untergraben. Nach au├čen hin immer als eine Einheit auftreten, dass gilt auch f├╝r Eigener und Offiziere und K├Ąptn und Offiziere. Wir besorgen Dir eigene Instrumente f├╝r die Fahrt. Es w├Ąre m├Âglich, dass Du nicht nur ein paar Monate unterwegs bist, sondern vielleicht ein Jahr, zwei Jahre, ist Dir das bewusst? Du solltest also auch Deine M├Ąnner einpacken nicht nur Deine Notizb├╝cher", schmunzelte Davet.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, ich werde Tini und Ferrau einpacken, genau wie Alex. Die Bei├čer werden mich ebenso begleiten wie Unit├Ę B. Benito muss ich auch mitnehmen. Linhard, wie sieht es mit dir aus?", fragte Ciel und versuchte, gleichm├╝tig zu klingen.

Linhard von Hohenfelde
Linhard zog gespielt eine Augenbraue hoch. "Du wei├čt so gut wie ich, dass ich dabei bin. Wir brauchen aber ein Schiff, wo ich Aquila unterbringen kann. Sie muss uns begleiten. Sie ist lieb und n├╝tzlich. F├╝r Landausfl├╝ge und so weiter und sie besch├╝tzt mich. Ich bin dabei Ciel", freute sich Lin und knuffte ihn gut gelaunt. "Bekomme ich eine Kabine ohne Conni? Ich meine Dank dieses Mannes habe ich mich vollgeschissen. Der hat Nerven. Wo ist der ├╝berhaupt?", fragte Lin und grinste.

Ciel Felicien de Souvagne
"Im Knast." Ciel grinste zur├╝ck und rutschte ein St├╝ck zu Linhard hin├╝ber. "Quennel muss auch mit, f├╝r Erkundungsfl├╝ge, da bin ich mit dir einer Meinung. Du erh├Ąltst diesmal eine Kabine, die sicher ist vor dieser und ├Ąhnlichen Gestalten."

Linhard von Hohenfelde
"Ach was, das war ein Witz. Der Typ war total schr├Ąg, ich muss aber sagen, ich war wirklich ausgeschlafen. Quennel kommt mit, dann fliegen wir im Duo ├╝ber Dein Schiff. Ich bin gespannt was Du aussuchst. Die Choucas hat mir gefallen, aber Max hat Recht. Du brauchst etwas, wo wir richtig viel unterbringen k├Ânnen. Auch f├╝r Zeichnungen, ich m├Âchte versuchen alles festzuhalten und ich m├Âchte von jedem Ort ein spezielles Andenken mitnehmen. Das ich sp├Ąter Zuhause ausstellen kann f├╝r meine Lieben", freut sich Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So machen wir das. Und Dreaux kann sich derweil mit dem S├╝dwesten herumschlagen. Was ist mit Verrill? Willst du sie ein Jahr lang mit Tazio allein lassen?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin klappte den Mund auf und dann wieder zu. "Eigentlich m├Âchte ich sie gar nicht allein lassen. Aber wir alle ben├Âtigen mal Erholung und wenn ich Aquila dabei habe kann ich auch mal zur├╝ck, oder nicht? Ich m├Âchte noch so vieles sehen, ich kam noch nicht weit rum. Drum m├Âchte ich Andenken sammeln. Und ich komme doch zur├╝ck", sagte Lin und kraulte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete am├╝siert das Auf- und Zuklappen des Mundes von Linhard. "Gut, sammel du Andenken. Willst du sonst noch jemanden mitnehmen? Aus deiner Familie vielleicht?"

Linhard von Hohenfelde
"Aber nat├╝rlich, Paps Brandur muss mit. Er kann ohne mich nicht leben und ich nicht ohne ihn. Er muss alles magisch untersuchen. Er wird unser Gl├╝cksbringer sein. Meinen Bruder w├╝rde ich auch gerne mitnehmen, er k├Ânnte uns n├╝tzlich sein. Vielleicht hat er Lust?", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Anwolf? Er war ein lieber Kerl, nehmen wir ihn mit. Und nat├╝rlich Jules und Khawa. Schlie├člich ben├Âtigen wir ein Himmelsauge." Gekonnt ignorierte er Remy, der seinerseits die Tischdecke interessant fand.

Linhard von Hohenfelde
"Ja und Remy und Gaetano, er war Tekuro eine echte Hilfe auf der Choucas. Gaetano hat ├╝berall Ausschau gehalten. Wenn mein Bruder mitkommt, muss eine Perle Marcella mit. Sie redet wie ein Wasserfall und h├Ąlt jeden f├╝r einen M├Ârder. Aber sonst ist sie in Ordnung", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Remy wird hier im Palast gebraucht", behauptete Ciel und sah seinen Vater an. "Marcella ist nat├╝rlich willkommen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max strich seinem Sohn liebevoll ├╝ber den Kopf. "Richtig Ciel. Jeder hat seinen Platz, Du aber auch Remy. Nat├╝rlich wird Remy hier ben├Âtigt, er wird mein pers├Ânlicher Ansprechpartner sein, wenn Ihr etwas ├╝ber Euer Himmelsauge ├╝bermitteln lasst. Mag er sein wie er will, als Himmelsauge war er stets zuverl├Ąssig und mir ein Freund in Ehveros. Ihr beide auf einem Schiff, dass geht nicht gut. Und das Schiff soll ein Geschenk an Dich sein, um Dir eine Freude zu machen. Zwei Jahre Dauer├Ąrger ist alles andere als eine Freude. Zudem haben Remy und ich noch etwas vor, was die Wohnung anbelangt. Aber das ist unwichtig", schmunzelte Max.

Remy de Remuer
Remy stupste Maximilien mental an und der Duc f├╝hlte seine Dankbarkeit f├╝r die F├╝rsprache. "Au├čerdem braucht mich meine Frau", antwortete er laut und schenkte Ciel ein unwahrscheinlich breites Grinsen. "Mach dir keine Gedanken, ich halt hier den Laden am Laufen. Wenn du wiederkommst, ist alles noch genau so sch├Ân wie vorher, au├čer, dass wir ein paar graue Haare und Falten mehr haben!"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Er allein nicht ich, daf├╝r wird Fabien sorgen, dass ich Falten frei bleibe. Das ist sein Job", lachte Max. "Auch wenn Du ihn manchmal auf eine harte Probe stellst, heute war es ein sehr sch├Ânes Familiengespr├Ąch und ich f├╝hle mich rundum wohl".

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann sind wir uns ja alle einig", stellte Ciel verbl├╝fft fest und konnte es kaum glauben. Er erhob sich. "Danke f├╝r das aufschlussreiche wie interessante Gespr├Ąch. Ihr entschuldigt, Costantino wartet. Davet, bitte bring meine Bei├čer in ihr neues Nest. Oh und Papa, dich ben├Âtige ich dann noch einmal f├╝r ein Gespr├Ąch unter vier Augen." Er l├Ąchelte, strich im Gehen Linhard ├╝ber die Schultern und verschwand.

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Re: Der Schrei des Adlers

#2

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Fr 23. Nov 2018, 16:36

Der Schrei des Adlers


Himmelsgebirge und Wolkentempel

So lautlos wie sich der Gigant der L├╝fte in der finsteren mondlosen Nacht fortbewegte, so lautlos waren die Truppen zusammengezogen worden.

Der Bauch des schwebenden Unget├╝ms war mit d├╝nnen Stahlpatten gesichert worden um ihn vor Besch├Ądigung zu sch├╝tzen. In seinem langen Tragekorb hingegen, legte ein Gro├čteil der Krieger ihre steinerne H├╝lle ab und lockerte die Schwingen. Ihre menschlichen Kameraden waren bereits auf Posten. Die Bordbewaffnung war einsatzbereit, ebenso die Handfeuerwaffen und so warteten sie auf den ersten Feindkontakt.

Der gewaltige Zylinder schob sich seinem Ziel unaufh├Ârlich n├Ąher.

Die ersten Bergausl├Ąufer kamen in Sicht. Steile, schroffe Felsw├Ąnde taten sich vor ihnen auf. Die Himmelsaugen waren im st├Ąndigen Kontakt mit ihren Eulen, wie auch mit ihren Kameraden. Was sie sahen gaben sie an den Kapit├Ąn der Duc Varden Honore weiter.

Der Kapit├Ąn Thomkin Tarranar instruierte daraufhin entsprechend seine Leute. In dieser H├Âhe w├╝rde sie niemand h├Âren, dennoch sollte der Schlag den ├ťberraschungsmoment nicht verfehlen. Aus diesem Grund verhielten sich alle so leise wie m├Âglich.

Das gigantische Luftschiff stieg h├Âher, folgte der Linie der Felsw├Ąnde um das Bergmassiv zu passieren.

"Kapit├Ąn, wir befinden uns im direkten Anflug auf Heymst├Ątt", vermeldete eines der Himmelsaugen.
Tarranar nickte knapp.

"Bereit machen zum Ausklinken der Lasten! Drachenhuhnreiter und Gargoyles bereit zum Abflug. Auf mein Kommando!", befahl der feuerrote Tiefling. ├äu├čerlich war er die Ruhe in Person, nur seine Schwanzspitze zuckte leicht hin und her.

Der Gigant schob sich geradezu tr├Ąge ├╝ber Heymst├Ątt. Kapit├Ąn Tarranar hatte nur ein einziges Wort f├╝r die Bergwychtl ├╝brig...

"FEUER!"

Die letzte Nacht der Bergwychtl wurde zum helllichten Tag, als die Duc Varden Honore ihre Tod bringende Laste ausklinkte. Wie das erste Licht des Morgens erhellte sich der Himmel ├╝ber Heymst├Ątt.

Doch es war nicht der Morgen der am Horizont ├╝ber Heymst├Ątt aufzog, sondern der Tod.

Eine gef├╝hlte Ewigkeit sp├Ąter ├╝berzog der goldige Schimmer des Sonnenaufgangs die Berggipfel. Die Besatzung der Duc Varden Honore blickte auf das herab, was einst Heymst├Ątt gewesen war. Rauchende Ruinen, gespickt mit dampfenden Leichen.

Das was die "Solution Finale Sale" verschont hatte, wurde von den messerscharfen Krallen und Schn├Ąbel in den n├Ąchtlichen Himmel gerissen und zerschmetterte auf den einst heimatlichen Felsen.

Die Duc Varden Honore drehte bei und lie├č ihre Ankern fallen.

Ein goldener Prachtadler landete in der Mitte von Heymst├Ątt und grub seine Klauen in den steinernen Boden. Sein Reiter l├╝ftete das Visier, bleich wie ein Geist mit ellenlangen Haaren die im Wind wehten schaute er sich um. Ein leichtes Kr├Ąuseln umspielte seine Lippen.

"Hiermit verk├╝nden wir die Eroberung des Himmelsgebirges - Montagne Dreux Gifford de Souvagne!
Sitz der Tempelstadt samt des Wolkentempels! F├╝r Souvagne!", verk├╝ndete der Reiter und rammte seine Lanze mit dem Banner Souvagnes in den schroffen Felsen.

Die Worte des Archi-Duc gingen im tosenden Beifall seiner Streitmacht und dem markersch├╝tternden Kampfschrei des imposanten Prachtadlers unter.

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Re: Der Schrei des Adlers

#3

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » So 25. Nov 2018, 23:05

Expansion gen K├╝ste

Expansion - das Zauberwort an das Dreux die ganze Zeit dachte. Heymst├Ątt war gefallen, das Wychtlreich war nun ein Teil Souvagnes und das erste Mal seit dem Anbeginn der Zeit verf├╝gte sein Land ├╝ber eine K├╝ste am Dhunischen Ozean.

Die f├╝nf Weltmeere Asamuras standen ihnen damit offen. Eines davon, die Azursee, war ein Binnengew├Ąsser und genauso in sich geschlossen wie Souvagne selbst. Der Zugang zu den vier anderen Meeren ├╝ber den Dhunischen Ozean er├Âffnete ihnen ganz andere M├Âglichkeiten. Nicht nur in der Schifffahrt, sondern auch in der Forschung und Entdeckung.

Aber das war nicht alles, was Dreux erreichen wollte.

Souvagne expandierte auch unterirdisch. Eines ihrer innovativsten Projekte war Sub-Souvagne. Eine unterirdische Stadt, die im Extremfall zur Rettung tausender Souvagner dienen w├╝rde und zeitgleich neuen Lebensraum schuf. Sollte alles nach Plan verlaufen, dann vielleicht sogar auf mehreren Ebenen. Sie alle waren stolz auf dieses Bauvorhaben, aber sie ben├Âtigten Holz.

Sein goldener Prachtadler Doro trat von einem Fu├č auf den anderen und spreizte kurz die m├Ąchtigen Schwingen um sich zu lockern. Die H├Âhe des Himmelsgebirges war ein wundervoller Ort f├╝r die Himmelsaugen und die Wolkenstadt. Dreux hatte die Sicherung des Gebirges und der K├╝ste angeordnet.

Der Archi-Duc schaute nach unten, dort gab es Holz soweit das Auge reichte. Dieses Land war Wildnis, sie wurde von niemandem genutzt. Waldalben trieben sich nomadisch darin herum und lebten dort genauso wie jedes andere Wild. Dreux wurde es an Souvagne angliedern und dort neue Schollen errichten. Sie w├╝rden das Holz ernten, Ackerbau und Viehzucht betreiben, D├Ârfer, St├Ądte und Burgen errichten. Das Land w├╝rde unter seiner Hand aufbl├╝hen.

Dreux streichelte das m├Ąchtige wie prachtvolle Tier auf dem er sa├č. Wenn der Krieg der Zwerg ein Gutes mit sich gebracht hatte, dann Vorsorge seines Vaters. Die Generalmobilmachung war noch nicht aufgehoben. Die Souvagnischen Truppen waren in Alarmbereitschaft, jederzeit bereit zuzuschlagen.

Der Archi-Duc schaute von seiner erh├Âhten Position zur├╝ck auf sein Land. Die schwer befestigten Wehranlagen, waren weiter ausgebaut worden. Man sah, dass es den Souvagnern mit ihrem Schutz ernst war. Sie bauten nicht einfach eine Mauer, sie bauten eine gewaltige Festung um ihre Lieben, ihre Landsleute und ihre Heimat darin gut und sicher zu verwahren.

Die Mauer samt Wehranlage w├╝rde nach seiner Expansion einen neuen Verlauf nehmen. Dreux hob die Hand und gab seinen Himmelsaugen das Zeichen.

Mehrere Falken schraubten sich in luftige H├Âhen und ├╝berflogen das Gebiet und gingen auf Sp├Ąhflug, w├Ąhrend zeitgleich die Heer-Himmelsaugen in Souvagne den Marschbefehl ihres Archi-Duc durch ihre Kollegen vom Himmelsgebirge erhielten.

Im Norden Souvagnes setzte sich ein Heer aus Grivois in Richtung Westen in Bewegung und sicherte mit einem Treck die Grenze zu den Zwergen hin ab. Schritt f├╝r Schritt bezogen sie Stellung und bewachten den neuen Grund und Boden Souvagnes. Ziel war die K├╝ste hinter Syriel.

Zeitgleich setzte sich ein Tross aus Beaufort in Bewegung, dem sich immer mehr Soldaten aus den angrenzenden Ortschaften anschlossen. Das Heer bestand aus Fu├čsoldaten, Berittener hoch zu Ross und auf flinken, wie auch wendigen Laufv├Âgeln. Zur gleichen Zeit machte sich ein Heer aus L┬┤Heureux auf den Weg und zog gen Norden, den Kameraden aus Grivois entgegen. Je breiter das Land wurde, je weiter f├Ącherte das Heer aus.

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Re: Der Schrei des Adlers

#4

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Di 27. Nov 2018, 21:19

Flugstaffel

Der Waldboden erzitterte unter den Schritten tausender F├╝├če. Majest├Ątisch und furchteinfl├Â├čend schritten die gewaltigen Laufv├Âgel voran. Ein Hauch einer uralten Wildheit verbreitend, die so kaum noch auf der Welt zu finden war. Zweibeinige, gefiederte messerscharfe Augen, Schn├Ąbel und Klauen die den Weg f├╝r die Nachr├╝ckenden vorbereiteten. Die Waldalben waren gut beraten, sich aus der Reichweite dieser Raubtiere zu halten.

In zweiter Reihe folgten die Kavallerie zu Pferde. M├Ąchtige Streitr├Âsser, die ihren Namen alle Ehre machten. Genau wie ihre Reiter waren sie imstande, sich ├Ąu├čert wild ihrer Haut zu erwehren.

Versetzt zur Vorderreihe k├Ąmmten sie gemeinsam den Wald durch, gefolgt von den Fu├čsoldaten schob sich die Heeres-Walze wie eine atmende, lebende Souvagnische Mauer langsam und unaufh├Ârlich auf die K├╝ste zu.

Dabei trieben sie die Waldalben vor sich her.

Aber nicht nur der Boden erzitterte, der ganze Wald war durch das Heer in Bewegung. Die Luft war erf├╝llt von einer nie dagewesenen Anzahl von Greifv├Âgeln, die gefiederten Augen der Himmelsaugen.

Die Waldalben hatten schnellstm├Âglich einen Widerstand organisiert und eine kleine Streitmacht von 700 Alben versuchte das Heer aufzuhalten. Pfeile kamen aus den B├Ąumen angeschwirrt, trafen Mann und Tier und so mancher ging zu Boden. Aber der Erfolg der Alben war nur von kurzer Dauer, denn die scharfen Augen der Raubv├Âgel waren ├╝berall und meldeten ihren Herren sofort mental, wenn sie Alben in den B├Ąumen sichteten.

Das Heer antwortete auf die Pfeile mit Salven aus den Repetierarmbr├╝sten und feuerte genau in jene Richtung, die die Himmelsaugen vorgaben.

Die Himmelsaugen neben dem Archi-Duc hielten ihren Herrn stets ├╝ber das Geschehen des Heeres auf dem Laufenden. Die Berichte ├╝ber das Geschehen vor Ort wurden zwischen den Himmelsaugen blitzartig auf mentalem Weg ausgetauscht. Sie waren wie ein gro├čer Organismus ein Verstand, der aus vielen kleinen Einzelkomponenten bestand. Und so handelten die Himmelsaugen auch im Kampfverband, ├Ąhnlich wie ein Bienenschwarm koordinierten sie ihre Handlungen um sich und ihre Untergebenen perfekt aufeinander abzustimmen.

Dreux erteilte den Einsatzbefehl f├╝r die beiden Luftschiffe, sowie der Flugstaffeln bestehend aus Drachenh├╝hnern und Prachtadlern.

Die Flugstaffel der Flugreittiere startete entlang der Grenze und erhob sich mit ihren Reitern und ihrer au├čergew├Âhnlichen Fracht hoch in die L├╝fte und folgte dem Heer um dieses zu ├╝berfliegen.

Die beiden Luftschiffe starteten ebenfalls. Einer der langen Zylinder setzte sich von L┬┤Heureux aus in Bewegung, der andere machte sich aus Grivois auf den Weg. Auch sie zogen wie gewaltige Rauchstangen in luftiger H├Âhe ├╝ber das Souvagnische Heer hinweg.

Auf der H├Âhe von Syriel und Lysira drehten beide Luftschiffe bei und kreuzten den Weg des Heeres. Langsam ├╝ber den W├Ąldern schwebend klinkten sie ihre alchemistische Fracht aus. Es wirkte als wollten die beiden Zylinder einen Waldbrand mit einer Art Puder l├Âschen.

Das was sie l├Âschten beziehungsweise aufl├Âsten war die Tarnung der Waldalben. Dort wo der Puder auf die B├Ąume traf, verloren diese schlagartig die Bl├Ątter. Die Flugstaffel bestehend aus Drachenh├╝hnern und Prachtadlern warfen die gleiche Fracht des alchemistischen Puders ab, allerdings gezielt auf hohe, dichte B├Ąume. Dabei hielten sie genau auf die K├╝ste zu.

Die Bodentruppen erh├Âhten nun ihre Geschwindigkeit w├Ąhrend der Wald St├╝ck f├╝r St├╝ck in gewaltigen Teilen entlaubt wurde. Den Alben wie allen anderen Waldbewohnern wurde so systematisch die Deckung geraubt.

Wie eine Brandwunde zog sich die Entlaubung von Souvagne ausbreitend Richtung K├╝ste. W├Ąhrend die ersten gewaltigen Drachenh├╝hner und Prachtadler an der K├╝ste landeten und diese sicherten, drehte ein Teil der Flugstaffel bei und unterst├╝tzte das Heer aus der Luft.

Waldalben die nun von den kleinen Greifv├Âgeln der Himmelsaugen ersp├Ąht wurden, hatten nicht nur das Bodenheer auf den Fersen, sondern der Tod kam auch von oben. Wer nicht Acht gab, wurde von gewaltigen Klauen aus den B├Ąume und in den Tod gerissen.

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Re: Der Schrei des Adlers

#5

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Sa 1. Dez 2018, 14:41

Grenzsicherung und -befestigung


Der Archi-Duc war sehr zufrieden wie ihre Expansion voranschritt. Auch wenn andere Nationen Innovationen scheuten, Souvagne z├Ąhlte nicht dazu. Selbstverst├Ąndlich hielten auch Souvagner den alten Traditionen die Treue. Vielleicht sogar mehr noch als andere, vor allem was das Miteinander anging.

Sie sch├Ątzen das Altbew├Ąhrte, waren aber nicht scheu auch Neuerungen zuzulassen, gerade dann, wenn ihr Volk eindeutig davon profitierte. Das die Forschung in keinem Bereich reglementiert wurde, schuf die Grundlage f├╝r derartige Innovationen.

Ohne diese Forschung w├Ąren sie nicht im Besitz von alchemistischen Entlaubungsmitteln und anderen Giften, die so manche vielleicht f├╝r unn├Âtige oder gef├Ąhrliche Spielereien hielten. Aber wie jedes Werkzeug kam es auch hierbei auf den sachgerechten Gebrauch an.

Und Dreux wusste sehr gut, wozu man Entlaubungsmittel einsetzen konnte. Wo das Gr├╝n die einzige Deckung des Feindes war, leitete man den Spontan-Herbst ein. Zumal es tats├Ąchlich Herbst war und sie somit nur einen Bruchteil des Entlaubungsmittels einsetzen mussten, als das im Sommer der Fall gewesen w├Ąre.

Der junge Archi-Duc schaute auf die Karte und nickte seinen Beratern zufrieden zu. Sie hatten ein Quartier in der ehemaligen Stadt Heymst├Ątt bezogen, welche von den kleinen Kadavern des Brand-Schmelz-Pulvers gereinigt worden war.

Nun hie├č die Stadt Wolkenstadt und es wurden bereits erste Schritte unternommen, sie in eine Gro├čanlage samt Tempel f├╝r die Himmelsaugen umzubauen. Das komplette Himmelsgebirge w├╝rde ein gewaltiger St├╝tzpunkt der Himmelsaugen werden und Dreux war sehr stolz darauf.

Das Himmelsauge Chandler Parrot stand neben seinem Herrn und erwartete neue Befehle, die er an die Kollegen ins Gesamtbewusstsein weitergeben konnte. Chandler schaute genau wie Amber seine Rohrweihe ebenfalls auf die Karte.

"Neuste Informationen?", fragte Dreux.

"Eure Hoheit, die Grenzsicherung und Grenzbefestigung hat erfolgreich begonnen. Zuerst wurde die Grenze zu den Zwergen gesichert. Westlich von Souvagne bis hinab zu dhunischen Ozean. Die Truppen sch├╝tzen ihre Kameraden, die mit dem F├Ąllen der B├Ąume und dem Hochziehen des dortigen Grenzwalls begonnen haben.

Desweiteren hat unsere Streitmacht im S├╝den zeitgleich damit begonnen, das Nadel├Âhr zu Ehveros gesondert und besonders zu sichern. Zweck dass die Waldalben nicht in unser Nachbarland einfallen.

In der zweiten Welle der Grenzsicherung und -befestigung haben unsere Flugstreitkr├Ąfte damit begonnen Mini-Kontingente von f├╝nf Mann an die K├╝ste zu fliegen und dort zur Grenzsicherung und Befestigung abzusetzen. Die Arbeiten wurden unverz├╝glich aufgenommen.

Nach Beendigung der Entlaubungsfl├╝ge haben sich ebenfalls die zwei Luftschiffe an dem K├╝stentransport beteiligt. Die K├╝stenregion wird ebenfalls gerade gesichert. Auch hierzu werden die B├Ąume der direkten Umgebung genutzt Herr", erkl├Ąrte das Himmelsauge.

"Sehr gut. Danke f├╝r den ausf├╝hrlichen Rapport. Weitere Anmerkungen eventuell?", fragte der Archi-Duc.

"Die K├╝stenregion am Fu├če unseres Himmelsberges wird ebenfalls gesichert Herr. Ich schlage vor, dass wir von der Azursee Schlangenv├Âgel importieren. Man kann diese kleinen, flugunf├Ąhigen V├Âgel genau wie Kormorane darauf abrichten auf Fischfang zu gehen. F├╝r den Eigenbedarf unserer Tempelanlage w├Ąre das eine gute Investition. Zudem geh├Âren Himmelsaugen und V├Âgel einfach zusammen. Das St├╝ck K├╝ste vor unserer Haust├╝re d├╝rfen wir auch Lebensmitteltechnisch nicht brach liegen lassen", schlug Chandler vor.

"Die vorhandenen Ressourcen derart zu nutzen gef├Ąllt uns. Setzt Eure Idee um", stimmte Dreux zu.


****


Schlangenvogel:
http://www.dododex.com/media/creature/hesperornis.png

https://images.fineartamerica.com/image ... kridge.jpg

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Re: Der Schrei des Adlers

#6

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Mi 5. Dez 2018, 00:31

Schifffahrt

Provisorische Lager waren im Himmelsgebirges - Montagne Dreux Gifford de Souvagne errichtet worden. Der Ausbau ging z├╝gig und gut voran, die alte Stadt Heymstett wurde zudem v├Âllig umgebaut, das Fundament in die neu entstehenden Geb├Ąude intregiert.

Das Himmelsgebirge w├╝rde schon bald den Wolkentempel beherrbergen und ein gewaltiger St├╝tzpunkt f├╝r die Himmelsaugen werden. Dreux war stolz auf dass, was er bis jetzt erreicht hatte. Er wusste nicht, wann sein Vater plante ihm den Thron zu ├╝bergeben, aber er war Mitregent als Archi-Duc und es erf├╝llte ihn mit besonderem Stolz, wieviel Freiheiten ihm sein Vater bereits jetzt gew├Ąhrte.

Einerseits hatte er sich stets vor der Verantwortung wie auch der B├╝rde des Amtes gef├╝rchtet. Aber nun wo er gemeinsam mit seinem Vater Seite an Seite herrschte f├╝hlte sich Dreux Gifford de Souvagne unheimlich wohl. St├╝ck f├╝r St├╝ck f├╝gte er sich in das Amt des Duc, eines Tages w├╝rde er mit Stolz und wehem Herzen die Krone von seinem Vater ├╝berreicht bekommen.

Dreux trat auf den Balkon des kleines Wychtlhauses und schaute auf Windzerkl├╝ftete Felsen. Die klare Bergluft war angenehm frisch und k├╝hl. Mit forschen Schritten ging er zur├╝ck an die Arbeit. Chandler Parrot erwartete seinen Herrn bereits.

Der Archi-Duc trat an die gro├če Karte.

"Wir befehlen, dass eine Einheit Kriegsschiffe aus Souvagne abkommandiert werden. ├ťber Cantillion werden die Schiff ein St├╝ck landeinw├Ąrts ├╝ber Land transportiert bis hin zum Goldwasser. Durch den Goldwasser werden sie gezogen bis zur Einm├╝ndung des Draken. Von dort aus geht es auf k├╝rzestem Weg direkt in dortige Bucht. Also ab Einfahrt in den Draken halten sich die Schiffe westw├Ąrts, bis sie erneut ein St├╝ck ├╝ber Land transportiert werden m├╝ssen um dann endlich in den Dhunischen Ozean eingelassen werden zu k├Ânnen. Die Schiffe halten sich dann gen S├╝den um unsere neue K├╝ste zu sichern. Gebt dies umgehend als Marschbefehl f├╝r die Kriegsschiffe weiter.

Desweiteren ben├Âtige ich einen Kontakt zum Duca von Ledwick. Ich beabsichtige hier direkt vor Ort Kriegs- und Handelsschiffe f├╝r unsere neue K├╝ste zu erwerben. Ferner ben├Âtige ich Kontakt zu meinem Bruder Ciel um zu wissen wie der Stand vor Ort ist. Hat er sich gemeinsam mit Onkel Davet bereits mit den Freibeutern in Verbindung gesetzt? Kl├Ąrt das ab", befahl der Archi-Duc.


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Re: Der Schrei des Adlers

#7

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » So 9. Dez 2018, 01:23

Das Himmelsauge Chandler Parrot fertigte umgehend ein Schreiben und band dies seiner Rohrweihe Amber ans Bein. Er instruierte seinen Raubvogel, der sich umgehend mit einem Schrei in die L├╝fte erhob und auf den Weg machte.

Die Rohrweihe ├╝berflog das Himmelsgebirge, nutzte die Aufwinde und lie├č sich in die H├Âhe gleiten, dann folgte sie dem Lauf des Draken. Sie ├╝berflog sanfte H├╝gel und T├Ąler und kleine Waldgebiete. Amber folgte stetig dem Fluss bis sie nach Stunden endlich die ersten Sumpfausl├Ąufer erreichte. Sie befand sich nun in Ledwick.

Ihre Fl├╝gel trugen das stolze Tier weiter, hinab zur K├╝ste folg die Weihe, immer weiter bis zur Stadt Monleone. Auch hier konnte sich der Raubvogel noch nicht ausruhen, denn sie hatte eine Botschaft zu ├╝berbringen.

Die scharfen Augen des Raubvogels suchten den Palast, dort landete das stolze Gesch├Âpf und machte mit schrillen Rufen auf sich aufmerksam.

Ein geflissentlicher Diener kam herbei geeilt und reichte dem Gesch├Âpf ein Kissen, auf das es hinaufklettern konnte. So nahm der Mann die Weihe sicher hoch, auf deren Brust das Wappen Souvagnes prangte.

Er trug das Tier bis vor den Thronsaal, dort informiert er einen der diensthabenden Gardisten. Dieser lie├č seinerseits den Leibdiener wie auch W├Ąchter des Duca Vianello Leonardo informieren.

Der Leibdiener erschien einige Minuten sp├Ąter, nahm das Tier auf dem Kissen an sich und brachte es ohne Umwege zu seinem Herren.

"Eure Majest├Ąt eine pers├Ânliche Botschaft aus Souvagne f├╝r Euch wie mir scheint. Ein Raubvogel der ein Geschirr samt dem Wappen der Souvagne, wie auch eine versiegelte Botschaft am Bein tr├Ągt, ist im Hof aufgegriffen worden. Ich habe das Tier bei mir", erkl├Ąrte Vianello und setzte das Tier vor dem Duca auf dem Tisch ab.

Amber streckte dem Duca ihr Bein mit der Botschaft hin und stie├č einen leisen, aufmunternden Schrei aus.

Als der Duca die Botschaft an sich genommen und entrollt hatte, konnte er Folgendes lesen:



Eure Majest├Ąt
Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco,

unsere Hoheit, Archi-Duc Dreux Gifford de Souvagne, bittet Euch h├Âflich um ein Treffen.
Unserer Hoheit ist sehr daran gelegen, direkt bei Euch vor Ort Kriegs- wie auch Handelsschiffe k├Ąuflich f├╝r die neue K├╝ste Souvagnes zu erwerben.

Wie Eure Majest├Ąt vermutlich schon aufgefallen sein d├╝rfte, hat Souvagne in den verwilderten Raum gen Westen expandiert. Das erste Mal in der Geschichte verf├╝gt Souvagne damit ├╝ber eine K├╝ste am Dhunischen Ozean.

Es w├Ąre uns eine Ehre und besondere Freude, wenn Ihr Euch alsbald mit uns in Verbindung setzten w├╝rdet.
Unsere Hoheit m├Âchte schnellstm├Âglich mit Euch in Handels- und auch in Beratungsbeziehung treten. Hierzu nutzt gerne meine treue und zuverl├Ąssige Rohrweihe Amber.

├ťber eine positive Antwort Euererseits w├╝rden wir uns sehr freuen.


Mit ergebensten Gr├╝├čen
Himmelsauge Chandler Parrot

Im Auftrage seiner Hoheit
Archi-Duc Dreux Gifford de Souvagne

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Re: Der Schrei des Adlers

#8

Beitrag von Tazio Ferdinando di Ledvicco » So 9. Dez 2018, 18:31

Alsbald erhielt Dreaux die Antwort aus Ledwick. Die Rohrweihe erschien in einem hervorragenden Pflegezustand. Jemand, der sich mit edlen Greifv├Âgeln auskannte, hatte Schnabel und Krallen versorgt, sie mit frischer Leber gef├╝ttert und das Gefieder mit einem leichten Pflege├Âl gereinigt. Sie streckte Dreaux ihr Beinchen hin, an welchem sich die Rolle mit dem Antwortschreiben befand.
Eure Majest├Ąt
Archi-Duc Dreaux Gifford de Souvagne

Wir, Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco, werden dem Vorschlag eines Treffens entsprechen. Momentan weilt Euer Bruder, seine Hoheit Prince Gregoire Verrill de Souvagne samt Ehemann Prince Linhard Xavier de Souvagne, Marquis von Hohenfelde, zu Gast in unserem Palast in Monleone.

So Ihr die M├Âglichkeit habt, laden wir Euch ein, uns hier vor Ort Gesellschaft zu leisten und Euch ein paar Tage von den Strapazen zu erholen. Ihr k├Ânnt zu jedem beliebigen Zeitpunkt hier eintreffen, Ihr seid stets willkommen.

Sollte Eure Anwesenheit vor Ort unentbehrlich sein, werden wir uns zu Euch begeben. Dank des gro├čz├╝gigen wie n├╝tzlichen Geschenks der souvagnischen Krone, unseres wundervollen Prachtadlers Schneeflocke, sind wir nun in den L├╝ften mobil und k├Ânnten Euch kurzfristig besuchen kommen. Bitte schlagt hierzu bitte eine Zeit und einen Ort vor. Sofern Ihr nicht mehr von uns h├Ârt, werden wir p├╝nktlich erscheinen.

Monleone, 09.12.203
Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco

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Re: Der Schrei des Adlers

#9

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Di 11. Dez 2018, 22:46

Kaum das Amber die Rohrweihe zum Himmelsgebirge zur├╝ckgekehrt war und Dreux die Nachricht von Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco gelesen hatte, machte sich der junge Archi-Duc mit seinem goldenen Prachtadler auf den Weg nach Ledwick.

Das gewaltige Tier nahm fast den gleichen Weg wie vorher die Rohrweihe, nur ├╝berfolg Dreux nicht Ehveros, sondern blieb im Luftraum von Souvagne. Dreux folgte mit Doro dem Prachtadler dem Verlauf des Draken bis nach Udinese. Dort flog er die Grenze entlang und ├╝berquerte in Wolfsfels die Grenze nach Ledwick.

Doro hielt direkt auf Monleone zu.

Dreux genoss den Ritt auf seinem stolzen Tier. Er konnte seinen Schwager Linhard gut verstehen und die Liebe zu dessen Drachenhuhn nachvollziehen. Solche Gesch├Âpfe waren nicht nur majest├Ątisch, sie waren auch praktisch. Daran bestand kein Zweifel.

Der Wind zersauste dem Archi-Duc w├Ąhrend des Fluges die Haare, die Luft hoch oben war frisch und angenehm k├╝hl. Sie kl├Ąrte seine Gedanken, brachten ihn rein ins Hier und Jetzt. Dann kam nach einigen Stunden Flug Monelone in Sicht. Unter ihnen strich die Fluss- und Sumpflandschaft dahin, w├Ąhrend der Prachtadler langsam aber sicher im Sinkflug hinabglitt.

Dann war es soweit.

Der goldene Prachtadler des Archi-Duc von Souvagne landete im Hof des Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco. Die Diener schauten ehrf├╝hrchtig auf das gewaltige, goldene Tier. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich auf dessen g├╝ldenen Gefieder und strahlten mit den langen Haaren von Dreux um die Wette.

Vogel und Reiter wirken gemeinsam wie aus einer anderen Sph├Ąre und schienen regelrecht von innen heraus zu leuchten, durch das sich brechende Licht auf Haar und Gefieder.

Ein Diener eilte sofort zu den Gem├Ąchern des Gro├čherzogs von Ledwick. Vianello, der treue und zuverl├Ąssige Leibdiener des Duca ├Âffnete, h├Ârte sich die Botschaft an und eilte nun seinerseits zu seinem Herrn.

"Eure Majest├Ąt, soeben ist seine Hoheit Archi-Duc Dreux Gifford de Souvagne unten im Hof mit seinem Prachtadler eingetroffen", sagte Vianello freundlich ergeben.

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