Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
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Pierre Agramant de Souvagne
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Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Do 3. Jan 2019, 20:05

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise


Duc Pierre Agramant de Souvagne stand auf den höchsten Zinnen des Wolkentempels des Himmelsgebirges - Montagne Dreux Gifford de Souvagne und schaute von seiner Position aus direkt auf Obenza. Der Wind riss den Rauch seiner Rauchstange fort und spielte mit den weiß-blonden Haaren des mächtigsten Mannes Souvagnes.

Neben ihm stand der Mann, dessen Sohn dieses Gebirge vor einer Ewigkeit für Souvagne erobert hatte, Maximilien Rivenet de Souvagne. Der Blick von Maximilien folgte dem des Duc.

Obenza von jeher "Die vertikale Stadt", nirgendwo auf Asamura waren sich Himmel und Abgrund so nahe wie in dieser Stadt. Die einen lebten in unvorstellbarem Luxus, die anderen fristeten ihr Leben in unterirdischen Müllhalden, in denen sogar Tageslicht Mangelware war.

Pierre wusste es aus erster Hand, er hatte einst als junger Mann versucht den Taudis zu erforschen.

Sein Blick fiel für einen Moment auf die gewaltige Meeresschutzmauer, die Souvagne im Dhunischen Ozean schützte und an der sich heute die stürmische See brach.

Im Jahre 204 wurde der Grundstein für das See-Schutz-System gelegt. Im Jahre 469 wurde die See-Mauer durch Dekret von Duc Xarles Bartlett de Souvagne erweitert. Seit jeher wurde die Schutzsysteme des Landes ausgebaut und erweitert.

Die Absicherung der Hafenanlagen des Souvagnisches-See-Schutz-System, waren früher in Friedenszeiten offen, wurden aber selbstverständlich bei Angriffen von der Seeseite, Hochwasser oder Sturmfluten binnen kürzester Zeit geschlossen. Auch starker Wasserdruck konnte dem Souvagnischen-See-Schutz-System, wegen seiner stabilen und massiven Bauform nichts anhaben.

Pierre zog gedankenverloren an seiner Rauchstange, er konnte sich an keine Zeit seines Lebens erinnern, wo die gewaltigen Tore offen gestanden hätten.

"Wir werden mit einer Forschungsgruppe aus den besten Spezialisten den Taudis 42 ergründen", erklärte Pierre heiser. Wie immer wenn er verbal sprach, mussten sich seine Stimmbänder erst eine Weile an die ungewohnte Tätigkeit gewöhnen.

Maximilien musterte Pierre, die Verwandtschaft beider Männer war unverkennbar, auch wenn zwischen ihnen Äonen von Generationen lagen. Pierre erwiderte den Blick, seines Vorfahren. Mechanisch schwarz-gelbe Augen schauten in natürliche blaue.

"Weshalb möchtest Du den Taudis erkunden? Obenza ist einer der gefährlichsten Orte der Welt, vermutlich der gefährlichste Ort neben Skille. Ein Pfuhl aus Grausamkeit, Mord, Blut und Gier. Was erhoffst Du Dir im Abgrund zu finden?", fragte Maximilien offen.
"Antworten...", gab Pierre zurück.

"Jene Antworten wirst Du dort nicht finden", erklärte Maximilien und sein Blick wurde milde.
"Außergewöhnliche Antworten findet man nur an außergewöhnlichen Orten. Zudem werden wir den Taudis kartographieren und ihre Bewohner erforschen. Wir müssen wissen wer und was dort lebt. Möglicherweise können wir etwas von den Forschungsergebnissen für uns verwenden. Privat möchte ich nachsehen, ob es die Separe noch gibt", antwortete Pierre.

"Die Separe oder Dot Pierre?", fragte Max leise mit einem Schmunzeln.
"Beides", schmunzelte der Duc zurück.

"Dot würde in seiner Sprache sagen - Stray, es kommt spät", sagte Max freundlich.

"Stray würde antworten... es kommt spät, da es manchmal ein egoistischer Mistkerl ist. Während Ihr hier jeden Tag um Euer Überleben kämpft, lebte ich in meinem Elfenbeinturm und träumte manchmal davon bei Euch auf der Müllhalde zu leben. Aber es kommt vorbei...", antwortete Pierre.

Der Duc drehte sich um, drückte Max Schulter und verließ die Zinnen des Wolkentempels um in den Abgrund hinab zu steigen.

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Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#2

Beitrag von Cyrano Fulgence de Souvagne » Mo 7. Jan 2019, 07:31

Das Licht des Displays war die einzige Beleuchtung in dem ansonsten dunklen Raum. Es ließ Cyranos Gesicht leuchten wie einen Geist, ein Eindruck, der durch seine blasse Haut und sein kurzes weißes Haar noch unterstrichen wurde. Am anderen Ende der Liegewiese, die fast zwanzig Quadratmeter groß war, schnarchte Oliver leise vor sich hin. Der Bluthexer trug noch seine rote Robe und seine Stiefel, er war kurz nach seiner Ankunft eingeschlafen, obwohl sie eigentlich noch ein paar Filme hatten schauen wollen. Zumindest hatte Oliver das behauptet, aber vermutlich schob er wieder schlechte Laune und wollte sich nur ablenken lassen, damit er schlafen konnte. Offenbar war Cyranos Gegenwart einschläfernd genug.

Cyranos Leibdiener Florimond kam mit einem Tablett herein. „Nichtmodifiziertes Essen, ganz wie Ihr gewünscht habt“, flüsterte er, um Oliver nicht zu wecken und stellte das Tablett zu seinem Herrn auf das Polster. Das Material war schmutzabweisend, so dass der Sauberfix leichtes Spiel hatte, egal, was man darauf verkleckerte.

„Danke, Flori. Das war es dann für heute, gute Nacht.“

„Gute Nacht, Herr.“ Florimond wollte gerade gehen, als sein Blick auf Olivers Füße fielen. Sein Pflichtbewusstsein ließ es nicht zu, die Stiefel auf der Liegewiese zu dulden und er zog sie dem Bluthexer von den Füßen, um sie ordentlich in das Schuhregal zu räumen, ehe er in seiner Kammer verschwand.

Oliver räkelte sich. „Jetzt bin ich wieder wach, danke, Flori“, murmelte er vor sich hin. Dann kroch er neben Cyrano und betrachtete erst das Display und dann das Essen. „Das Fleisch sieht komisch aus“, fand er.

Cyrano sah nicht auf von seinem digitalen Katalog. „Weil das echtes Fleisch ist, gewachsenes, keines aus dem Labor.“

„Wie, gewachsen?“, fragte Oliver skeptisch. „Aus einem toten Tier herausschnitten?“

Cyrano nickte.

„Das ist barbarisch“, urteilte Oliver.

„Ich will es mal probieren. Früher haben sie nur so was gegessen und es ging ihnen gut. Besser als uns heute, möchte ich meinen. Zumindest, was die Gesundheit anbelangt. Und bevor du fragst, die grünen Stückchen darauf, das sind Kräuter. So hat man zu alten Zeiten gewürzt, anstelle von Aromen.“

Cyrano spießte ein Stück Fleisch mit der Gabel auf und schob sie sich in den Mund. Oliver beobachtete es in einer Mischung aus Faszination und Ekel, ehe er selbst ein Stück probierte und es ganz langsam kaute.

„Man kann es notfalls essen“, fand er. „Aber ich bleibe doch lieber bei Formfleisch. Ich meine, das Fleisch hier, das hat mal gelebt. Es diente als Muskel einem atmenden und leidensfähigen Geschöpf. Wir sind keine Grob-Nobs, es gibt bessere und humanere Alternativen. Du weißt außerdem nicht, was wirklich alles drin ist, ohne es jedes Mal umständlich zu analysieren. Wenn es hingegen aus dem Labor kommt, ist die Zusammensetzung der Nährstoffe optimal und man muss nicht fürchten, dass es Parasiten hat. Auch musste dafür kein Tier getötet werden.“

„Dafür, dass du im Einsatz nicht gerade zimperlich sein sollst, hörst du dich gerade ziemlich weinerlich an. Früher ging es auch und wenn du mal in unserem Stammbuch schaust, wirst du sehen, dass die Lebenserwartung unserer Familie zu Zeiten, als man noch echtes Fleisch und echte Pflanzen aß, nicht geringer war als heute. Wenn man meinen Vater betrachtet, war sie früher sogar höher. Das betrifft alle Souvagner, nicht nur meine Familie, das kann man anhand der Tempelbücher und der Einträge im Familienregister überprüfen. Es gibt eindeutige Statistiken, die untermauern, dass die Leute früher genau so alt wurden wie wir heute, auch ohne den ganzen Schnickschnack. Ich will es mal eine Weile testen.“

Oliver zuckte mit den Schultern. „Wie du meinst.“ Er gähnte und machte es sich wieder bequem, um weiterzuschlafen.

„Keinen Film?“, hakte Cyrano nach.

„Zu müde.“

„Das weißt du doch nicht erst, seit du hier bist. Warum bist du wirklich gekommen? Ärger zu Hause?“

Oliver schnaubte und drehte sich zu ihm herum. „Pierre ist komisch in letzter Zeit“, erzählte er mürrisch. „Irgendwas ist mit ihm. Er ist kurz angebunden, wenn ich mit ihm reden will und guckt seltsam. Du weißt, dass das von mir keine Spinnerei ist, weil ich ein gutes Gespür dafür habe, wenn etwas nicht mit den Leuten stimmt. Ich habe mir seinen Verlauf im Courant angeschaut. Mein Interkom ist nicht das Beste, aber dafür reicht es und ganz blöde bin ich ja auch nicht. Er denkt wieder an Obenza. Beziehungsweise an das, was er darunter gefunden hat.“

„Dreck?“, lachte Cyrano.

„Kann man so nennen, ja“, knurrte Oliver. Sie alle kannten die Geschichte, als Pierre nach Taudis 42 gereist war und wie er für Wochen unter den Separes im Abgrund gelebt hatte. Auch wussten sie alle, wer Dot war und was sie beide verbunden hatte. „Du solltest mich ablenken“, beschwerte sich Oliver. „Nicht noch mit der Nase drauf stoßen.“

„Dann komm her, ich schaue mir gerade die neuesten Aufwertungen an, nur um mir bestätigen zu lassen, dass ich den ganzen Mist nicht haben will. Komm, wir lästern, es gibt wirklich schräges Zeug.“

Oliver rutschte noch näher heran und sie starrten gemeinsam auf das Display.

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Der Abflug der fliegenden Festung

#3

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:49

Pierre Agramant de Souvagne
Oliver erreichte gemeinsam mit Pierre den hoheitlichen Hangar, sie konnten selbstverständlich ohne Fragen passieren. Sie wurden von Vas in Empfang genommen. Der Mann schaute aufs Hud von seinem Interkom und führte sie weiter zum übermittelten Stellplatz. Kaum dort um die Ecke gebogen, standen sie einem gewaltigen, schwarzen Schiff gegenüber. Dieses Stahlmonstrum war schlichtweg mit keinem Schiff zu vergleichen was man vorab gesehen hatte. Schon von außen sah man dem Schiff an, dass es eine fliegende Festung war. Es strahlte etwas Bedrohliches aus, durch seine scharfkantige Form und die enorme Panzerung. Ein Monstrum aus Stahl für eine Souvanger aus Fleisch und Blut – oder fast. Es war das neue, private Schiff von Duc Pierre Agramant de Souvagne. Äußerst zufrieden betrachtete er seine neuste Errungenschaft. Seine Begleiter waren ebenso fasziniert. Eine hoch gewachsene, durchtrainierte, Frau mit langen dunklen Haaren schritt auf die Gruppe zu. Sie bewegte sich mit der Geschmeidigkeit einer Raubkatze. Pierre erkannte die fließenden wohlgesetzten Bewegungen. Sie war eine ausgebildete Assassine der SouvSec. Diese Frau wünschte man sich nicht als Gegner und schon gar nicht als Feind. Es war Khalay. Die rechte Hand, Wächterin sowie Gefährtin von seinem Junior.
Pierre beobachtete sie mit Raubvogelblick. Vas stellte sich einen Schritt näher neben Pierre. Khalay entging der Schritt von Vas nicht, sie quittierte ihn mit einem leichten Schmunzeln. Kurz vor der Gruppe und direkt vor Pierre blieb sie stehen und schenkte ihm ein entwaffnendes, strahlendes Lächeln, wobei ihre grünen Augen verschmitzt aufblitzten. „Eure Majestät, Ihr neues Schiff die Tortue“, sagte sie freundlich und überreichte ihm die Unterlagen sowie das Schiffscom. Luca betrachtete das Schiff des Duc von ihrer Position aus. Auch sie hatte schon etliche Groß-, Schlacht- sowie Flaggschiffe für die Flotten gesehen. Jedes davon einzigartig und wunderschön in seinem Aussehen oder der Form. Die Tortue stand denen in nichts nach, so dass Luca nachvollziehen konnte, was es Pierre bedeuten musste. Die Ordensschwester tippte kaum merklich an die Panzerung und grinste. „Das Schiff ist genau auf Ihre Wünsche abgestimmt Majestät. Aber das ist noch nicht alles. Jetzt der Clou“, sagte Khalay nahm von Pierre das Schiffscom und aktivierte es. Mit einem hydraulischen Zischen kam Leben in das Schiff. Seitlich über die Pilotenkanzel schoben sich gewaltige Panzerplatten und versiegelten diese. Längst über den Schiffsrücken fuhr zeitgleich ein gezackter Sicherheitskamm aus und mündete in einen messerscharfen Rammsporn. „Bei voller Schildleistung und geschlossener Panzerung kann dieses Schiff locker jedes Schiff rammen oder durch handelsüblichen Schrott hindurch fliegen ohne Schaden zu nehmen. Dies wurde in zahlreichen Testflügen erfolgreich erprobt. Eure fliegende Festung“, sagte Khalay lächelnd und legte Pierre das Com in die Hand. „Zudem wartet Zulik Charuza von SouvBioGen Societe in dem Schiff jeden Ihrer Begleiter medizinisch versorgen zu können. Dies war mit Ordensschwester Luca vereinbart“, fügte sie an. „Wunderbar. Ich danke Ihnen Khalay. Es ist mir immer wieder eine Freude“, sagte Pierre schmunzelnd. „Folgt mir. Auf ins Cockpit, Oli an meine Seite“, sagte Pierre freundlich und verschwand an Bord des Schiffes.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver stand etwas abseits, wo er sich mit Cyrano über seine neueste Errungenschaft unterhielt - eine Barrinetta-Bâton, ein Multifunktionskampfstab der neuesten Generation, der allerlei Schnickschnack enthielt. Cyrano hatte ihm diesen angedreht und versuchte, ihm die Funktionsweise zu erläutern. Als Pierre ihn rief, unterbrach Oliver sein Gespräch und folgte dem Duc ins Innere des Monstrums, dass er ein Schiff nannte. Für den Bluthexer, der wenig Bezug zu den Errungenschaften der Technik hatte, sah es aus wie ein fliegender Getto-Wohnblock. Er folgte seinem Mann durch das Innenleben.
„Gedenkst du zu erklären, wozu wir so einen fliegenden Panzer brauchen und warum dein Neffe mich mit einer Barrinetta auszustatten versucht?“, fragte Oliver und hakte sich mit den Fingern in Pierres Gürtel ein, um sich nicht in der unübersichtlichen Enge des Schiffskörpers zu verirren. Misstrauisch blickte er sich zu allen Seiten um. Überall blinkten irgendwelche Signalleuchten, deren Bedeutung nur ersichtlich war, wenn man eingeweiht wurde in die Steuerung der Tortue - oder Zugriff auf den gesicherten Kanal im Courant besaß. Zumindest vermutete Oliver das, denn er kam nicht rein.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre legte seinem Mann einen Arm um die Hüfte. Er führte Oliver vorbei an sämtlichen Räumen und Schleusen, hinein ins Cockpit. Dort ließ er sich in den Sessel sinken. Gillan nahm sofort vorne auf dem Pilotensitz Platz, Vas und Kabir setzten sich daneben. Maximilien machte es sich mit Mitch ebenfalls in zweiter Reihe gemütlich. „Abflug – vorerst Taudis 42. Bei Zwischeninfos wird der Kurs angepasst“, befahl Pierre. „Ja Hoheit“, bestätigte Gillian. Gil verschloss die Tortue und hob mit dem Schiff ab. Er beschleunigte erneut auf Höchstgeschwindigkeit und schoss Richtung Obenza davon. Pierre lehnte sich an seinen Mann. „Zu Deinen Fragen Oli, wir besuchen einen gefährlichen Ort, wir leben in einer gefährlichen Welt, Souvagner sind dafür bekannt die besten Festungen und Mauern zu bauen. Wieso sollten wir keine fliegende Festung besitzen Schatz? Ich kann mir denken, dass Du nicht gerade begeister von meinem Ziel bist. Aber es geht nicht nur um die Rettung der Separe, es geht um wesentlich mehr. Die Wildlinge und andere Lebensformen, scheinbare Abfallprodukte einiger Gentechfirmen, wir sollten ergründen was es dort gibt. Und ob uns irgendetwas davon nützen könnte. Korrekt ausgedrückt, gibt es im größten Abfall etwas, dass derart abgehärtet ist, dass es den Fortbestand unserer Art sichert? Danach suche ich, den Quellcode des Lebens, wenn Du so möchtest“, schmunzelte Pierre und küsste Oli.

Oliver Vallis de Souvagne
„Ich hab`s gewusst“, wetterte Oliver und drehte den Kopf zur linken Seite, wo sich der Neffe von Pierre gerade festschnallte. „Cyrano, was hab ich gesagt? Es ist die Stimme des Abgrunds, die ihn ruft, der Hall des Verderbens, der Dreck aller Gossen von Obenza, der wie in einem Trichter nach unten fließt, um sich auf der untersten Ebene zu sammeln. Zum Glück hab ich eine Kaffeemaschine dabei“, ätzte er und drehte den Kopf wieder nach rechts. „Es ist mein Schicksal, immer recht zu haben“, sprach er düster. „Wie viel Mann sind wir auf dieser ... Expedition?“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre legte seinen Mann einen Arm um die Schulter. „Selbstverständlich hast Du immer Recht, deshalb bist Du mein Mann. Du weißt, dass ich die richtigen Entscheidungen treffen werde und Du liebst mich, so wie ich Dich. Nun ich kann es nicht abstreiten, einen gewissen Reiz hat dieser Abgrund. Vielleicht etwas zuviel, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Vor uns ist niemand freiwillig in diesen Abgrund gestiegen. Und wir werden die ersten sein die hinabsteigen, alles karteographieren und dokumentieren. Du bist für unsere Sicherheit zuständig Oli, es ist nicht grundlos ein Doc an Bord. Sieh doch nicht alles gleich so schwarz. Zur Truppe gehören Du, Maximilien, Cyrano, Michelle de la Cantillion, Mitchell, Vas, Kabir, Luca, Gillian unser Pilot und Alicia. Möchtest Du das Schiff mit mir erkunden?“, bot Pierre an.

Oliver Vallis de Souvagne
Pro forma brummelte Oliver etwas Unverständliches. Er war zwar der Mann des Ducs, doch er konnte diesen nicht öffentlich kritisieren. Das war ein Tabu, selbst für ihn. Gab es etwas zu sagen, musste dies im privaten Rahmen geklärt werden oder das Gewetter musste allgemein gehalten werden. „Ja, zeig mir die Kiste. Ich würde gern wissen, wo die Toiletten sind, falls ich kotzen muss.“ Er öffnete seinen Gurt und erhob sich. Seine Barrinetta drückte er derweil Cyrano in die Hand, der sogleich damit begann, die Werkseinstellungen an Olivers Bedürfnisse anzupassen, die er recht gut einschätzen konnte. „Worauf wartest du, Pips“, murrte Oliver. „Geh vor, ich folge dir. Das schaffe ich auch ohne diesen Gehstock.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schenkte Oliver ein kopfschüttelndes Lächeln und gab die Führung. Als sich die Cockpitschleuse hinter ihnen schloss nahm Pierre ihn fest in die Arme. „So muffelig? Komm ich zeige Dir unsere Wohneinheit. Dieses Schiff hat alles was wir benötigen. Wohneinheit, Waffen, Aufenthaltsraum. Es ist unsere Basis da unten. Und falls Du brechen musst, bringe ich Dich auf die Heilerstation, damit Du untersucht wirst. Ich könnte Dich allerdings auch abtasten Oli, ich weiß ja wo was zu finden ist“, lachte Pierre leise und gab ihm einen Klaps auf den Po. Pierre umfasste Olivers Handgelenk und zog ihn hinter sich her. Schätzungsweise ganz am Ende des Schiffes, jedenfalls vermittelte ihm das sein Gefühl, schob Pierre Oliver in seine Wohneinheit. Schlicht und schön, war die Ausstattung. Ein großes Bett, eine kleine Wascheinheit, ein Schreibtisch, eigentlich war alles dort, sogar ein Schrank. Alles hatte die Eleganz eines Panzers, einer Waffe, tödliche Technik in Klavierlackoptik - so wie es Pierre liebte. Er packte Oliver um die Hüfte und schleuderte ihn ins Bett. „Mach es Dir gemütlich mein Hübscher“, bat er liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver landete unsanft in der Matratze, wo er sich sogleich zusammenrollte und wieder aufsetzte, und zwar in einer Körperhaltung, die jedes Ankuscheln zu einer ungemütlichen Konfrontation mit Knien oder Ellbogen verdammen würde. „Natürlich bin ich mufflig“, raunzte der Bluthexer. „Ich weiß genau, was du da unten wirklich willst, völlig egal, welchen wissenschaftlichen Mantel du drumherum aufgebaut hast, um die Reise zu rechtfertigen.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre blieb mit verschränkten Armen vor der Tür stehen. Für einen Sekundenbruchteil war sein Blick weltabgewandt. Der Grund dafür erklärte sich einen Atemzug später, die Quartiertür schloss sich mit hydaulischem Zischen und die Anzeigetafel neben der Tür schaltete von grün auf rot. So unscheinbar diese Geste auch war, sie war keinesfalls als Drohung gedacht, zeigte sie inwieweit Pierre eins mit der Technik dieses Schiffes war. Wie sehr er überhaupt eins mit sämtlicher souvagnischer Technik war, wie so viele andere Landleute ebenfalls. Der Duc musterte Oli, ehe er seine Haltung aufgab und ihm die offenen Handflächen zeigte, als Zeichen dass er nicht streiten wollten. Dabei sah Oliver, die verschlossene Mündung der Hand Canon Aufwertung. „Reiß mir doch nicht gleich den Kopf ab. Was spricht dagegen, dass ich nach Dot schaue?“, sagte Pierre umgänglich und schlenderte aufs Bett zu.

Oliver Vallis de Souvagne
„Würde es nur bei Schauen bleiben, nichts“, murrte Oliver. „Schlimm genug, dass diese vier Weiber dich dauernd in Anspruch nehmen, da muss nicht noch ein weiterer Kerl hinzukommen. Und wieso habe ich keinen Zugriff auf das Schiff? Ich wollte vorhin meinen Gurt anlegen, das musste ich manuell machen, weil es mich nicht reingelassen hat.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre setzte sich aufs Bett und streichelte Oliver über den Arm. „Du bist ziemlich niedlich wenn Du wütend bist. Nun Dot wird niemals ein Teil unserer Familie sein können, dass weißt Du so gut wie ich. Du bist Teil der Krone, Du hast Zugriff auf das Schiff Schatz“, sagte Pierre und streckte sich der Länge nach auf dem Rücken aus. Er schaute zu Oli rüber und hielt ihm die Hand hin. „Na komm, sei lieb, rede mit mir. Ich rede sogar extra für Dich verbal wie ein Inhumanoid. Nur für Dich. Das war böse. Gut Tacheless, ich hasse es wenn Du böse auf mich bist, ich befehle Dir Dich anzukuscheln“, sagte Pierre und versuchte ernst zu bleiben.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver knurrte leise, gab seine abweisende Körperhaltung auf und strich die Kapuze zurück, so dass Pierre seinen kahlen, mit schwarzen Tätowierungen verzierten Kopf sah. Er schloss Pierre in seine Arme und küsste ihn, dann kuschelte er sich bei ihm ein. „Du darfst mir die Glatze kraulen. Ich bin nicht gern böse, aber manchmal machst du es mir schwer, es nicht zu sein. Selbst wenn Dot kein Teil der Familie ist, so tut es trotzdem weh, sich auszumalen, wie du dich mit ihm vergnügst.“ Olivers Augen bewegten sich in alle Richtungen, als er den Raum betrachtete und versuchte, sein Interkom mit dem der Tortue zu verbinden. „Ich habe immer noch keinen Zugriff auf das Schiff. Es hasst mich. Und warum hast du diese komische Frau nicht mit erwähnt, die dich am Anfang zugelabert hat, als ich dich nach dem Team fragte?“, wollte er misstrauisch wissen. „Du hast mich bei dir, damit ich dich beschütze. Das tue ich seit jeher, das ist meine Natur. Euch Zweigeschlechtliche zu beschützen ist die Lebensaufgabe eines jeden Bluthexers. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Schutz dir lästig ist und du absichtlich testest, wie weit meine schützende Hand reicht.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre rollte sich auf die Seite und entgegen seiner albernen, flappsigen Art von eben schaute er Oliver sehr ernst und nachdenklich an. Liebevoll kraulte er ihm den Kopf und streichelte ihm die Glatze. „Die Frau begleitet uns nicht Oliver. Khalay ist die Leibwächterin und Gefährtin von Auri, sie gehört an seine Seite. Das Du eifersüchtig bist, das schmeichelt mir zutiefst. Du kennst meine sonderbaren Vorlieben, aber ich bin keine 16 Jahre mehr Oli. Zwar bist Du nicht der Duc, aber der Ehemann vom Duc. Deine Meinung und Dein Wohlbefinden liegt mir am Herzen. Natürlich spielt die Erfahrung von damals in meine Entscheidung mit hinein die Separe retten zu wollen, allen voran Dot. Wem soll ich etwas vormachen? Aber der Rest Oliver ist genauso wahr. Ich kämpfe gegen einen unsichtbaren Feind, als Duc habe ich die Verantwortung für mein Volk. Das beinhaltet nicht nur, für den größtmöglichen Schutz zu sorgen, ebensowenig nützt allein der beste Lebensstandard etwas. Wir... nun ich wage es nicht einmal zu denken...“, erklärte Pierre und deaktivierte sein Interkom und Biochip, ehe er Oliver wieder rein mit seinem souvagnischen Verstand anschaute. „Ich fürchte um mein Volk, die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen ist immens hoch. Wir haben die beste medizinische Versorgung die je in diesem Land existierte, die Tech ist die Beste auf dem neusten Stand, die Genetik erhob uns zu einer eigenen Spezies. Der Preis Oliver... der Preis ist Säuglingssterblichkeit, Krankheiten die wir nicht ergründen können, genetische Anomalien die wir nicht ergründen können, Wucherungen die nicht aufzuhalten sind. Und jetzt frage ich Dich, wie kann ein Geschöpf wie ein Separe in all dem Dreck, Unrat, Strahlungsmüll überleben und hat keine einzige Krankheit? Wie? Die Hygiene ist laut Basisdata Minus 500 Einheit. Minus 500! Bei uns ist jede Lebensmittelfabrik so steril dass Du eine Hirnop durchführen kannst. Wieso sind sie nicht krank, wir schon? DAS Oliver muss ich herausfinden. Aber ich verlasse mich nicht auf unsere Entdeckungen, ich habe vor die Fortpflanzung und den Sex voneinander abzukoppeln. Das heißt, Sexualität dient nur noch dem zwischensouvagnischen Sozialverhalten. Neugeborene sollten in Tanks ausgetragen werden. Allein aufgrund der Effektivität. Eine Frau kann ein Kind in 9 Monaten austragen. All ihre Eizellen genommen pro Tank und wir hätten wieviele Kinder? Zudem steht das S2-Organ noch aus um die Kybernetik komplett ohne Hilfsmittel zu ernähren. Maximilien meinte dazu, anstatt uns weiter zu spezialisieren, sollten wir innehalten und umkehren. Ich achte ihn, aber wie stellt er sich dass vor? Zurück auf den Baum? Du siehst, manchmal ist hinter meinen dämlichen, albernen oder sarkastischen Art etwas sehr Tiefes dass ich damit einfach überspiele. Lache wenn es zum weinen nicht reicht Oli. Wir suchen im Müll den Schatz des Lebens“, antwortete Pierre. Er schwieg einen Moment und rutschte näher auf. „Dein Schutz und Deine Nähe bedeuten mir unendlich viel. Er ist mir nicht lästig, aber ich teste manchmal meine Grenzen bei Dir aus. Kleines Machtspielchen, so zwischen Eheleuten. Das ist nur blöde Neckerei Oli. Ich dachte Du weißt das, wenn ich Dir damit wehgetan habe entschuldige bitte“, sagte Pierre und küsste Oli liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wie das Machtspielchen ausgehen muss, weißt du, Pips“, murrte Oliver. „Es ist ein Spiel, bei dem ich immer der Verlierer bin. Das ist der Preis, wenn man mit dem Duc verheiratet ist.“ Er streichelte Pierres Haar aus seinem Gesicht, aus dem ihn synthetische Augen anschauten, unnatürlich gelbe Iriden auf schwarzen Augäpfeln. „Als wir uns das erste Mal sahen, waren deine Augen noch deine eigenen. Sie waren so blau wie der Himmel auf alten Gemälden. Die Zeit schreitet voran, doch wie sehr du auch dagegen ankämpfst, du kannst sie nicht aufhalten. Egal, wie viele sogenannte Aufwertungen du dir einsetzen lässt, du wirst älter und deine Zeit schwindet, so wie die deines Volkes. Das macht dir Angst, nicht wahr?“ Oliver küsste Pierres Wange, seinen Mundwinkel, seine Lippen. „Die Separe sind keine Souvagner und vermutlich auch keine Menschen, Pierre. Ich denke, es sind Tau’Dissian. Sie sind keine Verlorenen, die es in die Grube verschlug. Es sind Abgründige, die schon immer da lebten. Dort unten findest du vielleicht Antworten, doch nicht die auf deine Fragen. Die Separe leben wie Tiere, sie gehören nicht gerettet, denn der Taudis ist ihr natürlicher Lebensraum. Es ist, wie einen Wattwurm aus dem Schlamm zu ziehen und auf einen sterilen Fliesenboden zu legen. Was meinst du, wie lange er es da macht? Die Antwort liegt in den Laboren und die geeigneten Gene findest du nicht in den Zellen von Dot. Wo stamme ich her? Hat mich eine Frau geboren? Wohl kaum.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schloss die Augen, als wollte er Oliver den Anblick der HighTech ersparen. „Nun wie sage ich immer, es ist nicht wichtig was wir sind, sondern werden könnten. Aber so langsam habe ich die Befürchtung mir gehen die Ideen aus. Dabei haben ich hunderte Eisen im Feuer. Aufwertungen, Tech, Genetik, Implantologie, Embryonenforschung. So langsam glaube ich gleich welche Form der Körpersicherung und Erhaltung ich wähle, es führt alles in die Sackgasse. Vielleicht sollten wir das Fleisch nicht als gegeben hinnehmen, vielleicht sollten wir versuchen die Seelensubstanz zu isolieren und diese in Tech verpflanzen oder in künstlich gezogenes Syntfleisch. Aber gleich was wir wählen Oliver, eine Maschine verschleisst, und Organic altert. Ob Du nun aus Fleisch und Blut bist also organisches Leben oder aus Tech, also synthetisches Leben, alle Zeit ist begrenzt. Nur der Geist ist ewig und ob das ein Fakt ist kann ich nicht ermessen, ich müsste mich dazu ins Haupthive einloggen um auf sämtliche Basisdaten aller Ducs vor mir zuzugreifen, aber das ist etwas dass ich nicht gerne spüre. Es ist ein Wissensstrom den Du nur gefiltert erträgst, sonst fühlst Du Dich als reißen Dich die Jahrhunderte an Wissen weg. Was bist noch Du? Was ist Deine Erinnerung? Was ist Dein Gefühl - WIR... wir... wird aufeinmal zu einer grauenvollen Realität, also stellst Du Dir selbst eine Auszeit, wo sich die Leitung zum Hive selbst kappt. Darin verloren zu gehen, ist leicht, unendliches Wissen. Du liest hier, siehst dort, spürst dies, verstehst jenes und denkst nur dass noch schnell und Du wirst Tage später wach und fragst Dich warum Du unrasiert bist, schaltest das Crono ein und siehst... Stunden? Du hast Tagelang geschaut! Verlockung, Versuchung, der Abgrund Oli ist nicht der Taudis, der Abgrund ist nur 5 Freigabestufen weit entfernt. Grauenvoll schön die Hallen des unendlichen Wissens, zugänglich nur für den Duc... so muss die Vollkommenheit aussehen. Schönheit die Dich den Verstand kosten kann. Dich hat keine Frau geboren, Du wurdest in Perfektion erschaffen“, sagte Pierre ernst.

Oliver Vallis de Souvagne
„Danke für das Kompliment. Ich empfange es stellvertretend für alle Bluthexer. Wir haben die Fortpflanzung schon vor fast 200 Jahren erfolgreich von der Sexualität entkoppelt und vor 65 Jahren das System zur Reproduktion perfektioniert. Seither läuft es stabil. Wir brauchen keine Frauen mehr, keine Eizellen, wir brauchen nicht einmal mehr Sperma. Es genügt die edelste aller Körpersubstanzen, die Lebensessenz schlechthin, das Blut. Die Endstufe wird sein, dass wir keine Sexualität mehr besitzen, im Idealfall nicht einmal mehr Genitalien. Wir werden geschlechtslos sein wie Ainuwar. Die Souvagner hingegen haben sich genau in die gegenteilige Richtung entwickelt, ihr alle seit genetisch zweigeschlechtlich. Und das war euer großer Fehler, ihr habt das Übel noch verschlimmert. Einige meines Ordens bereiten sich bereits auf die Zeit vor ... in der es euch nicht mehr geben wird. In der wir es sind, welche das letzte Bollwerk bilden.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre öffnete die Augen wieder und zog gleichzeitig fragend eine Augenbraue hoch. „Noch habe ich nicht versagt Oliver und das Letzte was ich werde ist versagen! Versagen war noch nie eine Option für einen de Souvagne. Und wenn ich dafür den Abgrund einmal persönlich umgraben muss, ich werde es tun. Und wenn ich den letzten Grob-Nob-Opa unter einem Wüstenfelsen hervorziehen und verhören muss, ich werde es tun. Zum Schutz und Erhalt aller Souvagner Oli. ALLER, nicht nur Euch. Fehler? Nun es mag Fehler gegeben haben, kein Mensch ist frei von Fehlern, Souvagner auch nicht. Aber in der Anmaßung liegt auch oft ein Kern Weisheit. Was wird vermutet, wenn wir aussterben? Was wird geschehen, wenn Ihr das letzte Bollwerk seid?“, hakte Pierre nach und musterte ihn besorgt.

Oliver Vallis de Souvagne
„Es wird der Punkt erreicht werden, da kein Souvagner mehr reproduziert werden kann, weder auf natürlichem Wege noch in vitro. Das wird auch das Ende deiner Linie sein. Wenn der letzte Duc stirbt, dann beginnt ein neues Zeitalter. Eine zweite Ära des Chaos und aus allen Abgründen werden die Wesen des Rakshor kriechen, ihre Chance witternd. So wie es momentan aussieht, vermuten wir, dass es Carnac, worauf sich die Prophezeiung bezieht. Andere sehen die Hauptstreitmacht von dem Ort ausgehend, den du aufzusuchen gedenkst - Obenza. Doch von wo auch immer unsere Feinde nahen, der Kampf wird schrecklich. Die Souvagner werden diesen Krieg verlieren und er wird in ihrer vollständigen Vernichtung enden. Doch die letzten von euch werden die Zugänge versiegeln, welche in die Bunkertempel der Bluthexer führen, da wir jene sind, auf denen alle Hoffnungen ruhen. Und dann beginnt das Zeitalter des Blutes.“ Er streichelte die Wange seines Mannes. „Darum bin ich der Meinung, du solltest nicht im Taudis nach der Lösung suchen, sondern hier.“ Er ergriff Pierres Hand und führte sie auf sein Herz. Dann küsste er seinen Mann so leidenschaftlich, wie schon lange nicht mehr und legte seinerseits die Hand auf Pierres Herz. „Pierre ... ich bitte dich aus dem Grund meines Herzens, bitte gewähre mir dein Blut. Lass das Schiff umkehren. Versuchen wir es auf meine Weise, dein Volk und dein Erbe zu retten.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre erwiderte den Kuss von Oliver mit gleicher Leidenschaft und Liebe. Er fasste ihn ins Genick und zog ihn noch näher zu sich heran. Mit milder Miene hörte er sich an, was sein Mann zu sagen hatte. Ein Zenario dass er sich nicht ausmalen wollte, aber das durchaus geschehen konnte. Wie jeder de Souvagne war sein erster Gedanke die Sicherheit drastisch zu erhöhen und damit zeitgleich die Waffengewalt. Er überlegte, ob er irgendeinen Waffenzweig vernachlässigt haben könnte. `Schusswaffen, Strahlungswaffen, Chemiewaffen, Biowaffen, EMP-Waffen, Antimaterie-Waffen... die Krone der Waffentechnischen Schöpfung, Magische Waffen´. Die Aufzählung beruhigte seinen Nerven, mit solchen kleinen Gedankenspielen rief er sich selbst stets zur Ordnung. „Erste Pflicht, Ruhe bewahren“, antwortete er Oliver, aber die Antwort galt auch ihm selbst. Pierre setzte sich auf und schaute Oliver in die Augen, ehe er das Gesicht seines Mannes in beide Hände nahm. Die Antwort war so intim wie die Frage. „Von Herzen gerne gewähre ich Dir mein Blut. Ein Kind, wir beide? Ein Kleines“, antwortete er ergriffen. Der Kuss der folgte war fest und verlangend. „Nimm es mir hier ab und lagere es ein. Wir versuchen es auf beiden Wegen. Seite an Seite, so wie wir immer kämpfen, versprich es mir. Carnac oder Obenza. Noch seit ihr männlich, zeig es mir“, grinste Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
„So typisch“, antwortete Oliver schmunzelnd. „Ich bitte um dein Blut und du gewährst mir deinen Schwanz.“ Er küsste ihn ein weiteres Mal. „Ja, ein Kleines, von uns beiden. Ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist oder ob wir genetisch schon zu weit voneinander entfernt sind. Aber wenn wir beide es nicht versuchen, wer dann? Mein Orden wird das Blut des Ducs mit der allergrößten Sorgfalt behandeln. Ich liebe dich mehr als jeden anderen Menschen, Pips. Im Gegensatz zu euch Souvagnern sind Bluthexer monogam. Für mich gibt es nur dich. Meine Liebe ist die Größte, die du je finden wirst, was dich vielleicht schmeichelt, womöglich manchmal zu erdrücken droht, doch für mich bedeutest du alles. Die Vorstellung, dass all deine Mühen vergebens sein sollen, schmerzt mich so sehr wie dich, denn dein Leid ist mein Leid. Wenn es nach mir geht, wird es kein Zeitalter des Blutes geben, auch wenn es einige meines Ordens geben, die sich regelrecht darauf zu freuen scheinen, dass ihr die Bühne räumt. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit dir glücklich zu sein. Ein gemeinsames Kind wäre die Krone all meiner Träume. Wenn du mir das Zubehör reichst, so nehme ich uns beiden Blut ab.“

Pierre Agramant de Souvagne
„Ich habe Dir was ganz anderes angeboten als meinen Schwanz Du Schelm“, antwortete Pierre und nahm Oli fest in die Arme. „Wie Du zu mir stehst weiß ich und es gibt keine Person bei der ich mich geliebter, sicherer und geborgener fühle als bei Dir. Niemanden Oli, deshalb weiß ich Dein Geschenk zu schätzen. Weshalb manche sich manche eine Zerstörung herbei sehnen, ist manigfaltig. Die einen denken an ein reinigendes Feuer, aus der Asche entsteht neues Leben wie damals vor Äonen. Manche meinen es ist ein großer Kreislauf, Werden und Vergehen. Vielleicht stimmt beides, vielleicht nichts, aber es hat immer einen Duc gegeben, vor mir und nach mir. Wir sind ewig, gleich wie unsere Form aussehen mag. Und wenn der Duc ein Bluthexer ist im Jahr 1500, nun dann sei dem so. Sie werden wissen wie man uns kompatibel macht, sie müssen ja nicht 50 zu 50 des Genomaustauschs vornehmen, aber Spleissen ist nicht mein Steckenpferd, das überlasse ich den Fachmännern. Ich bot Dir an, Dich zu bedienen Oli. Du bist mein Mann. Unser Kleiner würde alle Möglichkeiten in sich vereinen. Wie einst der Sohn von Maximilien neben einer meiner Ausprägung stand, Ciel und Francois, so stehen wir nebeneinander. Wieso sollte es nicht funktionieren? Habe ich Dir heute schon gesagt dass ich Dich liebe, oder wie hübsch Du bist?“, fragte er verlegen.

Oliver Vallis de Souvagne
„Du hast gesagt, noch wären wir männlich. Das kann ich dir kraft meiner Anatomie beweisen oder, wenn dir das lieber ist, mit einer Sequenzierung meines Genoms. Dann kannst du dich an meiner durch und durch männlichen Nukleotidfolge ergötzen.“ Oliver grinste und auf seinem bleichen Gesicht zeigte sich ein rosiger Schimmer und ein Ausdruck der Verlegenheit. „Verzeihung, noch bin ich nicht frei von geschlechtlicher Gedankenstruktur.“ Er zog Pierres Hand in seinen Schritt und drückte ihm seine Erregung in die Finger.

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Wer ist hier der Mann?

#4

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:55


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Die wohlverdienten Leiden des Kybernetikers

#5

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:56

Pierre Agramant de Souvagne
„Oli? Ich habe einmal Scheiße gebaut und fremdgefickt... allerdings habe ich bei dem Fremdfick an Dich gedacht und Du hast es mir gegeben. Ich hatte es nötig und ich hatte so einen Hunger auf Dich. Ich war ein Idiot, ich werde nirgendwo mehr hingehen“, flüsterte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver, gerade eben noch rundum zufrieden mit sich und seinem Werk, dachte, Pierre würde ihm mit einer P8 mitten ins Gesicht ballern. „Bist du bescheuert?“, brüllte er ihn an. „Wer war die Sau? Wann?!“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zuckte zurück und rollte sich zusammen. „Bei der Voruntersuchung zur Handcanon hat mir Armand Roux, mein Kybernetiker einen weggesteckt. Ich war bescheuert ja, ich hatte nicht mal Interesse an ihm! Bei der Nummer dachte ich an Dich, ich war so spitzt auf Dich und er stand zur Verfügung. Er kommt nicht annähernd an Dich heran. Ich hab Fleischwurst gegessen, anstatt Steak Zuhause und dabei vom Steak geträumt. Das war am 07.01. Oli“, gestand Pierre gewaltig kleinlaut.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wo ist er“, donnerte Oliver außer sich und zog seine Hosen über. „WO?!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Zuhause im Palast in der Heilstube Oli. Er hat mir die Waffe implantiert, er arbeitet dort, er ist mein Leibkybernetiker“, erklärte Pierre und streichelte Oli beruhigend.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wenn ich mit ihm fertig bin, ist er das nicht mehr! Mach die Tür auf.“ Oliver zog seine Robe über und starrte die Tür an.

Pierre Agramant de Souvagne
„Nein bitte, geh nicht so. Ich habe kein Recht Dich darum zu bitten, aber ich bitte Dich trotzdem. Beruhige Dich erst, dann lasse ich Dich gehen. Ich werde mir einen neuen Kybernetiker suchen sobald wir nach Hause kommen“, antwortete Pierre und folgte Oli zur Tür. Er umarmte ihn von hinten und presste sich an ihn. „Olli“, murmelte er bettelnd.

Oliver Vallis de Souvagne
„Nichts da. Der Kerl wird das bekommen, was er verdient! Das hätte er sich vorher überlegen müssen. Was erwartet der, dass ich es ignoriere oder mich bei ihm für die abgenommene Arbeit auch noch bedanke?! Öffne die Tür!“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hielt Oliver weiter fest und küsste ihn auf den Hals. „Nein dass erwartet er nicht, aber ich hab mich gebückt. Das Recht das zu ahnden hast Du, auch mir gegenüber. Ich räume es Dir ein. Ich hab das zu lapidar gesehen Oli, ich hab Dich gebraucht und den Ersatz genommen“, stöhnte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
„Na also, du sagst es selbst. Ich nehme das Recht in Anspruch. Lass mich raus!“ Er starrte weiterhin hasserfüllt die Tür an und versuchte, mit seinem störrischen Interkom Kontakt zum Schiff aufzunehmen, um sie eigenhändig zu öffnen. Endlich zischte die Hydraulik und die Tür glitt zur Seite. Oliver marschierte hindurch, mit dem nackten Pierre, der an ihm hing, schnurstraks auf den Pilotensitz zu.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre ließ seinen Mann los und starrte ihn total baff an. Selten überraschten ihn Personen und sein eigener Mann überraschte ihn gleich zweimal an einem Tag und zwar mit knüppelharter Härter. Pierre dachte an einen Cocktail in dem ausgestochene Augäpfel schwammen. Die Vorstellung jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken und ließ sein Rohr brav hängen, ansonsten hätte ihn das Verhalten erneut angestachelt. „Oliver Vallis de Souvagne! Warte!“, befahl er.

Oliver Vallis de Souvagne
„Am Arsch lecken“, grollte Oliver, ohne sich umzudrehen, riss im Vorbeigehen Cyrano seine Barrinetta aus den Händen und blaffte Gillian an: „Sofort umkehren, Kurs auf den Palast. Keine Diskussion!“

Pierre Agramant de Souvagne
Gillian schaute Pierre an und dieser nickte zur Bestätigung. „Befehl umsetzen“, antwortete Pierre. Mitch und Maximilien wechselten erstaunte Blicke, schauten dann aber lieber wieder in ihr Datenpad. Gillian drehte bei und flog mit der Tortue umgehend zum Palast zurück. „Der Kurs ist auf den Palast gesetzt Hoheit“, sagte Gil. Pierre legte Oliver eine Hand auf die Schulter. „Beruhige Dich bitte in Deinem Interesse Oli“, bat Pierre, der seinen Mann noch nie so stinksauer und wütend erlebte. Er musste gestehen, so sah Oliver verdammt heiß aus. Erneut musste er an den Augencocktail denken.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver war so aufgebracht, dass er sich nicht hinsetzen konnte. Er blieb den ganzen Flug über stehen. „Du wirst mich dann zu diesem Knochenklempner führen“, grollte er. „Ansonsten kannst du deine bescheuerte Expedition allein durchführen!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Das mache ich Oli, Du musst mir nicht drohen. Wir gehen gemeinsam in den Abgrund“, erklärte Pierre und strich ihm über die Glatze. „Gilt die Frage noch?“, murmelte Pierre kaum hörbar.

Oliver Vallis de Souvagne
Olivers Augen wanderten einen Moment in Pierres Richtung und dann wieder nach vorn. „Was glaubst du denn, ja“, knurrte er, als der Palast in Sicht kam. „Landen“, schnauzte er Gillian an.

Pierre Agramant de Souvagne
Gillian landete das Schiff so sanft wie möglich und entriegelte sofort die Luke, damit Oliver aussteigen konnte. „Sollen wir im Schiff warten Majestät?“, fragte Gill und versuchte zu ignorieren, dass sein Duc nackt im Cockpit stand. „Ja wir fliegen danach wieder umgehend ab“, bestätigte Pierre und strich Oliver über den Nacken. „Möchtest Du das Blut Deinen Brüdern geben? Dann nehme ich mir etwas ab“, bot Pierre an.

Oliver Vallis de Souvagne
„Nein, ich will diesen Wichser sprechen!“ Mit der Barrinetta in der Hand marschierte er los, jeder Schritt war ein gedanklicher Tritt ins Gemächt des Kybernetikers. „Zeig mir den Weg!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Jetzt sofort? Ich bin nackt“, fiel nun Pierre selbst auf, „ich ziehe mich zuerst an. Warte“.

Oliver Vallis de Souvagne
Ohne anzuhalten marschierte Oliver weiter. „Wo geht`s zur Kybernetik“, schrie er einen Höfling an, so dass dieser vor Angst halb in die Knie ging, als er ihm den Weg erklärte. Ohne auf Pierre zu warten, setzte Oliver seinen Weg fort.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte seinem Mann sofort auf dem Fuße und hakte ihn unter. „Folge mir“, bat Pierre und gab den Weg zur Heilstube vor. Pierre trat ohne zu zögern ein und Armand Roux schaute auf. „Wie kann ich Euch helfen Hoheit und wieso seit Ihr nackt?“, fragte der Kybernetiker verwirrt. Pierre legte nur den Kopf schief und machte eine nicht zu deutende Geste, ehe er zur Seite trat.

Oliver Vallis de Souvagne
Ohne ein Wort richtete Oliver seinen Stab auf den Unhold. Es krachte, gab einen gleißenden Lichtblitz und als man wieder etwas sehen konnte, sah man, wie Armand rückwärts in einen Schrank bretterte, mit einer Wucht, dass das synthetische Möbel hinter ihm zu einer Ziehharmonika zusammengefaltet wurde. Ein Alarm ging los. Oliver schritt auf Armand zu und richtete erneut die Barrinetta auf sein Gesicht.

Armand
Der Kybernetik schälte sich stöhend und zittrig aus dem zerstörten Schrank und hielt mitten in der Bewegung inne, als Oliver den Stab auf sein Gesicht richtete. „Bitte“, war alles was er sagte und hob langsam die maschinellen Arme. Sein Blick wanderte kurz zu Pierre, aber dieser würde schweigen, dass sah Armand dem Duc an. Hier hatte gerade Oliver das Sagen. Armand schaute dem Bluthexer ins Gesicht und wartete ab.

Oliver Vallis de Souvagne
Als Armand die Hände hob senkte Oliver den Stab - und richtete ihn auf den Schritt des Mannes. „Hast du ihn markiert?“, donnerte er. „Habe ich gerade in deiner Wichse herumgerührt?“

Armand
Armand schüttelte ganz langsam den Kopf. Er hätte gerne, aber er hatte es nicht. „Nein wir haben ein Gummi benutzt, ich habe ihn nicht gezeichnet. Ich meine ich habe den Duc nicht... also ich bin nicht... also ich bin schon in ihm gekommen. Aber ich hatte ein Gummi drüber“, stammelte er wo der Abgrundstab auf seine Juwelen gerichtet war.

Oliver Vallis de Souvagne
„Hast du Kinder?“, wollte Oliver scheinbar ohne Zusammenhang wissen.

Armand
Der Arzt schüttelte erneut langsam den Kopf. „Bitte, nicht dass. Lass mir meine... Eier. Ich habe nichts getan was Euer Mann nicht wollte. Ich habe mich nicht an ihm vergangen sonst wäre ich doch meinen Kopf los. Es war von uns beiden freiwillig Prince, er war willig“, versuchte Armand zu erklären.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver lachte kurz. „Jeder weiß, mit wem seine Majestät verheiratet ist. Und das derjenige keinen Spaß versteht.“ Die Barrinetta fing an, hörbar zu vibrieren, als Oliver sie über sein Interkom auflud. „Hättest dir eher überlegen müssen, ob du Kinder willst. Du fickst keine verheirateten Leute mehr. Viel Freude mit deinem Rührei!“ Die Barrinetta zischte, gab ein gurgelndes Geräusch von sich und ein Strahl frisch gebrühter Kaffee ergoss sich auf Armands Hose. „Verdammt nicht jetzt!“ Oliver schrie seinen Stab an, fuchtelte, schüttelte ihn, worauf hin dieser einen Fahrplan der Luftfähre ausdruckte. In seiner Wut zog er ihn dem Kybernetiker wie einen Knüppel über den Schädel und prügelte so lange auf den Mann ein, bis er sich nicht mehr bewegte.

Armand
Für einen Moment sah Oliver in dem Gesicht des Mannes nur noch Augen, als er ihm die Klöten mit frischgebrühtem und herrlich duftenden Kaffee verbrühte. Um aufzuschreien hatte der Mann aber kaum noch Zeit, denn gerade als sich seiner Kehle ein Schrei entlockte bekam er mit dem Stab mehrfach einen Scheitel gezogen und er wurde in die Finsternis katapultiert.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre starrte Oliver an und stellte sich so dicht neben ihn, dass sie sich berührten. „Was hast Du heute gegessen, geraucht oder angestellt? Du bist so... anders“, gurrte Pierre beeindruckt.

Oliver Vallis de Souvagne
Als der Übeltäter mit nach Kaffee riechender Hose und blutigem Haar in den Trümmern des Schrankes lag, grunzte Oliver zufrieden. Er legte die Hand auf Pierres Hinterteil und griff hinein. „Ich habe Tierfleisch gegessen. Gewachsenes, keines aus dem Labor. Cyrano hat es mir gegeben und Kräuter waren da auch drauf. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich schon die ganze Zeit geahnt habe, woher der Wind weht, als wir so ohne Vorabinformation vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, dass wir jetzt abreisen. Der Blödmann da wird sich künftig weiterhin um deine Kybernetik kümmern. Bei dem bin ich mir sicher, dass der dich kein zweites Mal dumm anmacht. Und was Dot betrifft ... eine falsche Bewegung von dem, und ich puste ihm ebenfalls die Eier weg. Verstanden?“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver ernst in die Augen. „Absolut verstanden, kein Bücken für andere, keinen wegstecken außerhalb der Familie. Nun was das Fleisch angeht, so wurde behauptet, wer viel Fleisch isst, hat eine höhere Aggression. Hintergrund ist das... Blut des Tieres. Du nimmst es auf als Raubtier und genau das Raubsüchtige in unserer Natur wird damit gefüttert oder geweckt. Drum war es bei manchen alten Kulturen verboten Blut zu verzehren, oder blutiges Fleisch zu essen. Bei einigen wiederum war genau dass verbreitet um als Krieger, Jäger und so weiter zu gelten. Vor allem das Blut und Fleisch der Feinde. Scheint was dran zu sein, dass es einen Mann besonders formt“, grübelte Pierre und küsste Oli. „Gleich meiner vielen Fehler Oli, ich liebe Dich. Iss öfter mal ein Stück Fleisch, aber pass auf dass es nicht kontaminiert ist Schatz“, schmunzelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver griff unter Pierres Kinn und erwiderte den Kuss. „Ich liebe dich auch. Und ich finde es heiß, wenn du nackt und durchgefickt hinter mir her dackelst. Lass uns zum Orden gehen und unser Blut abgeben. Wenn alles gut ist, können wir in einigen Wochen unser Baby in seinem Tank besuchen. Normalerweise haben Außenstehende keinen Zutritt, aber bei dir machen sie vielleicht eine Ausnahme, wenn du darum ersuchst.“ Er gab seinem Mann einen kräftigen Klatsch auf den Hintern, ballerte mit der anderen Hand mit der Barrinetta die Tür weg, da er keine Lust hatte, sich mit ihr herumzuärgern und bot Pierre den Arm an, um ihn zu den Bluthexern zu führen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre wurde knallrot, grinste verlegen und hakte sich bei seinem Mann ein. „Ich würde mich so über das Würmchen freuen. Gehen wir Baby, ich folge Dir überall hin“, sagte er gut gelaunt und küsste Oliver.

Oliver Vallis de Souvagne
„Es wird phänotypisch ein Junge, so viel kann ich dir schon mal verraten. Aber was es genetisch wird, ob Souvagner oder Bluthexer, ob beides zugleich oder etwas ganz anderes, das kann ich dir nicht sagen. Und wenn wir unser Blut abgegeben haben, können wir guten Gewissens in den Taudis reisen. Nur wegen der Barrinetta muss ich noch mal mit Cyrano reden. Dass die mitten im Gefecht Kaffee kocht, ist sicher nicht im Sinne des Erfinders und in meinem erst Recht nicht.“ Oliver führte den nackten und besudelten Pierre durch den Palast, hinab in den Bunkertempel der Bluthexer, um das Ritual des Lebens durchzuführen. Wenn alles gut lief, nahm heute ein neues Leben seinen Anfang und wenn es noch besser lief, brachte dieses Kind Hoffnung für die Zukunft von Souvagne.

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