Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Antworten
Pierre Agramant de Souvagne
Duc 1077
Beiträge: 37
Registriert: Do 3. Jan 2019, 19:24

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Do 3. Jan 2019, 20:05

Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise


Duc Pierre Agramant de Souvagne stand auf den höchsten Zinnen des Wolkentempels des Himmelsgebirges - Montagne Dreux Gifford de Souvagne und schaute von seiner Position aus direkt auf Obenza. Der Wind riss den Rauch seiner Rauchstange fort und spielte mit den weiß-blonden Haaren des mächtigsten Mannes Souvagnes.

Neben ihm stand der Mann, dessen Sohn dieses Gebirge vor einer Ewigkeit für Souvagne erobert hatte, Maximilien Rivenet de Souvagne. Der Blick von Maximilien folgte dem des Duc.

Obenza von jeher "Die vertikale Stadt", nirgendwo auf Asamura waren sich Himmel und Abgrund so nahe wie in dieser Stadt. Die einen lebten in unvorstellbarem Luxus, die anderen fristeten ihr Leben in unterirdischen Müllhalden, in denen sogar Tageslicht Mangelware war.

Pierre wusste es aus erster Hand, er hatte einst als junger Mann versucht den Taudis zu erforschen.

Sein Blick fiel für einen Moment auf die gewaltige Meeresschutzmauer, die Souvagne im Dhunischen Ozean schützte und an der sich heute die stürmische See brach.

Im Jahre 204 wurde der Grundstein für das See-Schutz-System gelegt. Im Jahre 469 wurde die See-Mauer durch Dekret von Duc Xarles Bartlett de Souvagne erweitert. Seit jeher wurde die Schutzsysteme des Landes ausgebaut und erweitert.

Die Absicherung der Hafenanlagen des Souvagnisches-See-Schutz-System, waren früher in Friedenszeiten offen, wurden aber selbstverständlich bei Angriffen von der Seeseite, Hochwasser oder Sturmfluten binnen kürzester Zeit geschlossen. Auch starker Wasserdruck konnte dem Souvagnischen-See-Schutz-System, wegen seiner stabilen und massiven Bauform nichts anhaben.

Pierre zog gedankenverloren an seiner Rauchstange, er konnte sich an keine Zeit seines Lebens erinnern, wo die gewaltigen Tore offen gestanden hätten.

"Wir werden mit einer Forschungsgruppe aus den besten Spezialisten den Taudis 42 ergründen", erklärte Pierre heiser. Wie immer wenn er verbal sprach, mussten sich seine Stimmbänder erst eine Weile an die ungewohnte Tätigkeit gewöhnen.

Maximilien musterte Pierre, die Verwandtschaft beider Männer war unverkennbar, auch wenn zwischen ihnen Äonen von Generationen lagen. Pierre erwiderte den Blick, seines Vorfahren. Mechanisch schwarz-gelbe Augen schauten in natürliche blaue.

"Weshalb möchtest Du den Taudis erkunden? Obenza ist einer der gefährlichsten Orte der Welt, vermutlich der gefährlichste Ort neben Skille. Ein Pfuhl aus Grausamkeit, Mord, Blut und Gier. Was erhoffst Du Dir im Abgrund zu finden?", fragte Maximilien offen.
"Antworten...", gab Pierre zurück.

"Jene Antworten wirst Du dort nicht finden", erklärte Maximilien und sein Blick wurde milde.
"Außergewöhnliche Antworten findet man nur an außergewöhnlichen Orten. Zudem werden wir den Taudis kartographieren und ihre Bewohner erforschen. Wir müssen wissen wer und was dort lebt. Möglicherweise können wir etwas von den Forschungsergebnissen für uns verwenden. Privat möchte ich nachsehen, ob es die Separe noch gibt", antwortete Pierre.

"Die Separe oder Dot Pierre?", fragte Max leise mit einem Schmunzeln.
"Beides", schmunzelte der Duc zurück.

"Dot würde in seiner Sprache sagen - Stray, es kommt spät", sagte Max freundlich.

"Stray würde antworten... es kommt spät, da es manchmal ein egoistischer Mistkerl ist. Während Ihr hier jeden Tag um Euer Überleben kämpft, lebte ich in meinem Elfenbeinturm und träumte manchmal davon bei Euch auf der Müllhalde zu leben. Aber es kommt vorbei...", antwortete Pierre.

Der Duc drehte sich um, drückte Max Schulter und verließ die Zinnen des Wolkentempels um in den Abgrund hinab zu steigen.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Zweitcharakter
Beiträge: 6
Registriert: Mi 19. Dez 2018, 18:58
Volk: Souvagner 1077

Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#2

Beitrag von Cyrano Fulgence de Souvagne » Mo 7. Jan 2019, 07:31

Das Licht des Displays war die einzige Beleuchtung in dem ansonsten dunklen Raum. Es ließ Cyranos Gesicht leuchten wie einen Geist, ein Eindruck, der durch seine blasse Haut und sein kurzes weißes Haar noch unterstrichen wurde. Am anderen Ende der Liegewiese, die fast zwanzig Quadratmeter groß war, schnarchte Oliver leise vor sich hin. Der Bluthexer trug noch seine rote Robe und seine Stiefel, er war kurz nach seiner Ankunft eingeschlafen, obwohl sie eigentlich noch ein paar Filme hatten schauen wollen. Zumindest hatte Oliver das behauptet, aber vermutlich schob er wieder schlechte Laune und wollte sich nur ablenken lassen, damit er schlafen konnte. Offenbar war Cyranos Gegenwart einschläfernd genug.

Cyranos Leibdiener Florimond kam mit einem Tablett herein. „Nichtmodifiziertes Essen, ganz wie Ihr gewünscht habt“, flüsterte er, um Oliver nicht zu wecken und stellte das Tablett zu seinem Herrn auf das Polster. Das Material war schmutzabweisend, so dass der Sauberfix leichtes Spiel hatte, egal, was man darauf verkleckerte.

„Danke, Flori. Das war es dann für heute, gute Nacht.“

„Gute Nacht, Herr.“ Florimond wollte gerade gehen, als sein Blick auf Olivers Füße fielen. Sein Pflichtbewusstsein ließ es nicht zu, die Stiefel auf der Liegewiese zu dulden und er zog sie dem Bluthexer von den Füßen, um sie ordentlich in das Schuhregal zu räumen, ehe er in seiner Kammer verschwand.

Oliver räkelte sich. „Jetzt bin ich wieder wach, danke, Flori“, murmelte er vor sich hin. Dann kroch er neben Cyrano und betrachtete erst das Display und dann das Essen. „Das Fleisch sieht komisch aus“, fand er.

Cyrano sah nicht auf von seinem digitalen Katalog. „Weil das echtes Fleisch ist, gewachsenes, keines aus dem Labor.“

„Wie, gewachsen?“, fragte Oliver skeptisch. „Aus einem toten Tier herausschnitten?“

Cyrano nickte.

„Das ist barbarisch“, urteilte Oliver.

„Ich will es mal probieren. Früher haben sie nur so was gegessen und es ging ihnen gut. Besser als uns heute, möchte ich meinen. Zumindest, was die Gesundheit anbelangt. Und bevor du fragst, die grünen Stückchen darauf, das sind Kräuter. So hat man zu alten Zeiten gewürzt, anstelle von Aromen.“

Cyrano spießte ein Stück Fleisch mit der Gabel auf und schob sie sich in den Mund. Oliver beobachtete es in einer Mischung aus Faszination und Ekel, ehe er selbst ein Stück probierte und es ganz langsam kaute.

„Man kann es notfalls essen“, fand er. „Aber ich bleibe doch lieber bei Formfleisch. Ich meine, das Fleisch hier, das hat mal gelebt. Es diente als Muskel einem atmenden und leidensfähigen Geschöpf. Wir sind keine Grob-Nobs, es gibt bessere und humanere Alternativen. Du weißt außerdem nicht, was wirklich alles drin ist, ohne es jedes Mal umständlich zu analysieren. Wenn es hingegen aus dem Labor kommt, ist die Zusammensetzung der Nährstoffe optimal und man muss nicht fürchten, dass es Parasiten hat. Auch musste dafür kein Tier getötet werden.“

„Dafür, dass du im Einsatz nicht gerade zimperlich sein sollst, hörst du dich gerade ziemlich weinerlich an. Früher ging es auch und wenn du mal in unserem Stammbuch schaust, wirst du sehen, dass die Lebenserwartung unserer Familie zu Zeiten, als man noch echtes Fleisch und echte Pflanzen aß, nicht geringer war als heute. Wenn man meinen Vater betrachtet, war sie früher sogar höher. Das betrifft alle Souvagner, nicht nur meine Familie, das kann man anhand der Tempelbücher und der Einträge im Familienregister überprüfen. Es gibt eindeutige Statistiken, die untermauern, dass die Leute früher genau so alt wurden wie wir heute, auch ohne den ganzen Schnickschnack. Ich will es mal eine Weile testen.“

Oliver zuckte mit den Schultern. „Wie du meinst.“ Er gähnte und machte es sich wieder bequem, um weiterzuschlafen.

„Keinen Film?“, hakte Cyrano nach.

„Zu müde.“

„Das weißt du doch nicht erst, seit du hier bist. Warum bist du wirklich gekommen? Ärger zu Hause?“

Oliver schnaubte und drehte sich zu ihm herum. „Pierre ist komisch in letzter Zeit“, erzählte er mürrisch. „Irgendwas ist mit ihm. Er ist kurz angebunden, wenn ich mit ihm reden will und guckt seltsam. Du weißt, dass das von mir keine Spinnerei ist, weil ich ein gutes Gespür dafür habe, wenn etwas nicht mit den Leuten stimmt. Ich habe mir seinen Verlauf im Courant angeschaut. Mein Interkom ist nicht das Beste, aber dafür reicht es und ganz blöde bin ich ja auch nicht. Er denkt wieder an Obenza. Beziehungsweise an das, was er darunter gefunden hat.“

„Dreck?“, lachte Cyrano.

„Kann man so nennen, ja“, knurrte Oliver. Sie alle kannten die Geschichte, als Pierre nach Taudis 42 gereist war und wie er für Wochen unter den Separes im Abgrund gelebt hatte. Auch wussten sie alle, wer Dot war und was sie beide verbunden hatte. „Du solltest mich ablenken“, beschwerte sich Oliver. „Nicht noch mit der Nase drauf stoßen.“

„Dann komm her, ich schaue mir gerade die neuesten Aufwertungen an, nur um mir bestätigen zu lassen, dass ich den ganzen Mist nicht haben will. Komm, wir lästern, es gibt wirklich schräges Zeug.“

Oliver rutschte noch näher heran und sie starrten gemeinsam auf das Display.

Oliver Vallis de Souvagne
Prince
Beiträge: 9
Registriert: Sa 12. Jan 2019, 18:24
Volk: Souvagner 1077
Steckbrief: Link

Der Abflug der fliegenden Festung

#3

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:49

Pierre Agramant de Souvagne
Oliver erreichte gemeinsam mit Pierre den hoheitlichen Hangar, sie konnten selbstverständlich ohne Fragen passieren. Sie wurden von Vas in Empfang genommen. Der Mann schaute aufs Hud von seinem Interkom und führte sie weiter zum übermittelten Stellplatz. Kaum dort um die Ecke gebogen, standen sie einem gewaltigen, schwarzen Schiff gegenüber. Dieses Stahlmonstrum war schlichtweg mit keinem Schiff zu vergleichen was man vorab gesehen hatte. Schon von außen sah man dem Schiff an, dass es eine fliegende Festung war. Es strahlte etwas Bedrohliches aus, durch seine scharfkantige Form und die enorme Panzerung. Ein Monstrum aus Stahl für eine Souvanger aus Fleisch und Blut – oder fast. Es war das neue, private Schiff von Duc Pierre Agramant de Souvagne. Äußerst zufrieden betrachtete er seine neuste Errungenschaft. Seine Begleiter waren ebenso fasziniert. Eine hoch gewachsene, durchtrainierte, Frau mit langen dunklen Haaren schritt auf die Gruppe zu. Sie bewegte sich mit der Geschmeidigkeit einer Raubkatze. Pierre erkannte die fließenden wohlgesetzten Bewegungen. Sie war eine ausgebildete Assassine der SouvSec. Diese Frau wünschte man sich nicht als Gegner und schon gar nicht als Feind. Es war Khalay. Die rechte Hand, Wächterin sowie Gefährtin von seinem Junior.
Pierre beobachtete sie mit Raubvogelblick. Vas stellte sich einen Schritt näher neben Pierre. Khalay entging der Schritt von Vas nicht, sie quittierte ihn mit einem leichten Schmunzeln. Kurz vor der Gruppe und direkt vor Pierre blieb sie stehen und schenkte ihm ein entwaffnendes, strahlendes Lächeln, wobei ihre grünen Augen verschmitzt aufblitzten. „Eure Majestät, Ihr neues Schiff die Tortue“, sagte sie freundlich und überreichte ihm die Unterlagen sowie das Schiffscom. Luca betrachtete das Schiff des Duc von ihrer Position aus. Auch sie hatte schon etliche Groß-, Schlacht- sowie Flaggschiffe für die Flotten gesehen. Jedes davon einzigartig und wunderschön in seinem Aussehen oder der Form. Die Tortue stand denen in nichts nach, so dass Luca nachvollziehen konnte, was es Pierre bedeuten musste. Die Ordensschwester tippte kaum merklich an die Panzerung und grinste. „Das Schiff ist genau auf Ihre Wünsche abgestimmt Majestät. Aber das ist noch nicht alles. Jetzt der Clou“, sagte Khalay nahm von Pierre das Schiffscom und aktivierte es. Mit einem hydraulischen Zischen kam Leben in das Schiff. Seitlich über die Pilotenkanzel schoben sich gewaltige Panzerplatten und versiegelten diese. Längst über den Schiffsrücken fuhr zeitgleich ein gezackter Sicherheitskamm aus und mündete in einen messerscharfen Rammsporn. „Bei voller Schildleistung und geschlossener Panzerung kann dieses Schiff locker jedes Schiff rammen oder durch handelsüblichen Schrott hindurch fliegen ohne Schaden zu nehmen. Dies wurde in zahlreichen Testflügen erfolgreich erprobt. Eure fliegende Festung“, sagte Khalay lächelnd und legte Pierre das Com in die Hand. „Zudem wartet Zulik Charuza von SouvBioGen Societe in dem Schiff jeden Ihrer Begleiter medizinisch versorgen zu können. Dies war mit Ordensschwester Luca vereinbart“, fügte sie an. „Wunderbar. Ich danke Ihnen Khalay. Es ist mir immer wieder eine Freude“, sagte Pierre schmunzelnd. „Folgt mir. Auf ins Cockpit, Oli an meine Seite“, sagte Pierre freundlich und verschwand an Bord des Schiffes.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver stand etwas abseits, wo er sich mit Cyrano über seine neueste Errungenschaft unterhielt - eine Barrinetta-Bâton, ein Multifunktionskampfstab der neuesten Generation, der allerlei Schnickschnack enthielt. Cyrano hatte ihm diesen angedreht und versuchte, ihm die Funktionsweise zu erläutern. Als Pierre ihn rief, unterbrach Oliver sein Gespräch und folgte dem Duc ins Innere des Monstrums, dass er ein Schiff nannte. Für den Bluthexer, der wenig Bezug zu den Errungenschaften der Technik hatte, sah es aus wie ein fliegender Getto-Wohnblock. Er folgte seinem Mann durch das Innenleben.
„Gedenkst du zu erklären, wozu wir so einen fliegenden Panzer brauchen und warum dein Neffe mich mit einer Barrinetta auszustatten versucht?“, fragte Oliver und hakte sich mit den Fingern in Pierres Gürtel ein, um sich nicht in der unübersichtlichen Enge des Schiffskörpers zu verirren. Misstrauisch blickte er sich zu allen Seiten um. Überall blinkten irgendwelche Signalleuchten, deren Bedeutung nur ersichtlich war, wenn man eingeweiht wurde in die Steuerung der Tortue - oder Zugriff auf den gesicherten Kanal im Courant besaß. Zumindest vermutete Oliver das, denn er kam nicht rein.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre legte seinem Mann einen Arm um die Hüfte. Er führte Oliver vorbei an sämtlichen Räumen und Schleusen, hinein ins Cockpit. Dort ließ er sich in den Sessel sinken. Gillan nahm sofort vorne auf dem Pilotensitz Platz, Vas und Kabir setzten sich daneben. Maximilien machte es sich mit Mitch ebenfalls in zweiter Reihe gemütlich. „Abflug – vorerst Taudis 42. Bei Zwischeninfos wird der Kurs angepasst“, befahl Pierre. „Ja Hoheit“, bestätigte Gillian. Gil verschloss die Tortue und hob mit dem Schiff ab. Er beschleunigte erneut auf Höchstgeschwindigkeit und schoss Richtung Obenza davon. Pierre lehnte sich an seinen Mann. „Zu Deinen Fragen Oli, wir besuchen einen gefährlichen Ort, wir leben in einer gefährlichen Welt, Souvagner sind dafür bekannt die besten Festungen und Mauern zu bauen. Wieso sollten wir keine fliegende Festung besitzen Schatz? Ich kann mir denken, dass Du nicht gerade begeister von meinem Ziel bist. Aber es geht nicht nur um die Rettung der Separe, es geht um wesentlich mehr. Die Wildlinge und andere Lebensformen, scheinbare Abfallprodukte einiger Gentechfirmen, wir sollten ergründen was es dort gibt. Und ob uns irgendetwas davon nützen könnte. Korrekt ausgedrückt, gibt es im größten Abfall etwas, dass derart abgehärtet ist, dass es den Fortbestand unserer Art sichert? Danach suche ich, den Quellcode des Lebens, wenn Du so möchtest“, schmunzelte Pierre und küsste Oli.

Oliver Vallis de Souvagne
„Ich hab`s gewusst“, wetterte Oliver und drehte den Kopf zur linken Seite, wo sich der Neffe von Pierre gerade festschnallte. „Cyrano, was hab ich gesagt? Es ist die Stimme des Abgrunds, die ihn ruft, der Hall des Verderbens, der Dreck aller Gossen von Obenza, der wie in einem Trichter nach unten fließt, um sich auf der untersten Ebene zu sammeln. Zum Glück hab ich eine Kaffeemaschine dabei“, ätzte er und drehte den Kopf wieder nach rechts. „Es ist mein Schicksal, immer recht zu haben“, sprach er düster. „Wie viel Mann sind wir auf dieser ... Expedition?“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre legte seinen Mann einen Arm um die Schulter. „Selbstverständlich hast Du immer Recht, deshalb bist Du mein Mann. Du weißt, dass ich die richtigen Entscheidungen treffen werde und Du liebst mich, so wie ich Dich. Nun ich kann es nicht abstreiten, einen gewissen Reiz hat dieser Abgrund. Vielleicht etwas zuviel, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Vor uns ist niemand freiwillig in diesen Abgrund gestiegen. Und wir werden die ersten sein die hinabsteigen, alles karteographieren und dokumentieren. Du bist für unsere Sicherheit zuständig Oli, es ist nicht grundlos ein Doc an Bord. Sieh doch nicht alles gleich so schwarz. Zur Truppe gehören Du, Maximilien, Cyrano, Michelle de la Cantillion, Mitchell, Vas, Kabir, Luca, Gillian unser Pilot und Alicia. Möchtest Du das Schiff mit mir erkunden?“, bot Pierre an.

Oliver Vallis de Souvagne
Pro forma brummelte Oliver etwas Unverständliches. Er war zwar der Mann des Ducs, doch er konnte diesen nicht öffentlich kritisieren. Das war ein Tabu, selbst für ihn. Gab es etwas zu sagen, musste dies im privaten Rahmen geklärt werden oder das Gewetter musste allgemein gehalten werden. „Ja, zeig mir die Kiste. Ich würde gern wissen, wo die Toiletten sind, falls ich kotzen muss.“ Er öffnete seinen Gurt und erhob sich. Seine Barrinetta drückte er derweil Cyrano in die Hand, der sogleich damit begann, die Werkseinstellungen an Olivers Bedürfnisse anzupassen, die er recht gut einschätzen konnte. „Worauf wartest du, Pips“, murrte Oliver. „Geh vor, ich folge dir. Das schaffe ich auch ohne diesen Gehstock.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schenkte Oliver ein kopfschüttelndes Lächeln und gab die Führung. Als sich die Cockpitschleuse hinter ihnen schloss nahm Pierre ihn fest in die Arme. „So muffelig? Komm ich zeige Dir unsere Wohneinheit. Dieses Schiff hat alles was wir benötigen. Wohneinheit, Waffen, Aufenthaltsraum. Es ist unsere Basis da unten. Und falls Du brechen musst, bringe ich Dich auf die Heilerstation, damit Du untersucht wirst. Ich könnte Dich allerdings auch abtasten Oli, ich weiß ja wo was zu finden ist“, lachte Pierre leise und gab ihm einen Klaps auf den Po. Pierre umfasste Olivers Handgelenk und zog ihn hinter sich her. Schätzungsweise ganz am Ende des Schiffes, jedenfalls vermittelte ihm das sein Gefühl, schob Pierre Oliver in seine Wohneinheit. Schlicht und schön, war die Ausstattung. Ein großes Bett, eine kleine Wascheinheit, ein Schreibtisch, eigentlich war alles dort, sogar ein Schrank. Alles hatte die Eleganz eines Panzers, einer Waffe, tödliche Technik in Klavierlackoptik - so wie es Pierre liebte. Er packte Oliver um die Hüfte und schleuderte ihn ins Bett. „Mach es Dir gemütlich mein Hübscher“, bat er liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver landete unsanft in der Matratze, wo er sich sogleich zusammenrollte und wieder aufsetzte, und zwar in einer Körperhaltung, die jedes Ankuscheln zu einer ungemütlichen Konfrontation mit Knien oder Ellbogen verdammen würde. „Natürlich bin ich mufflig“, raunzte der Bluthexer. „Ich weiß genau, was du da unten wirklich willst, völlig egal, welchen wissenschaftlichen Mantel du drumherum aufgebaut hast, um die Reise zu rechtfertigen.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre blieb mit verschränkten Armen vor der Tür stehen. Für einen Sekundenbruchteil war sein Blick weltabgewandt. Der Grund dafür erklärte sich einen Atemzug später, die Quartiertür schloss sich mit hydaulischem Zischen und die Anzeigetafel neben der Tür schaltete von grün auf rot. So unscheinbar diese Geste auch war, sie war keinesfalls als Drohung gedacht, zeigte sie inwieweit Pierre eins mit der Technik dieses Schiffes war. Wie sehr er überhaupt eins mit sämtlicher souvagnischer Technik war, wie so viele andere Landleute ebenfalls. Der Duc musterte Oli, ehe er seine Haltung aufgab und ihm die offenen Handflächen zeigte, als Zeichen dass er nicht streiten wollten. Dabei sah Oliver, die verschlossene Mündung der Hand Canon Aufwertung. „Reiß mir doch nicht gleich den Kopf ab. Was spricht dagegen, dass ich nach Dot schaue?“, sagte Pierre umgänglich und schlenderte aufs Bett zu.

Oliver Vallis de Souvagne
„Würde es nur bei Schauen bleiben, nichts“, murrte Oliver. „Schlimm genug, dass diese vier Weiber dich dauernd in Anspruch nehmen, da muss nicht noch ein weiterer Kerl hinzukommen. Und wieso habe ich keinen Zugriff auf das Schiff? Ich wollte vorhin meinen Gurt anlegen, das musste ich manuell machen, weil es mich nicht reingelassen hat.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre setzte sich aufs Bett und streichelte Oliver über den Arm. „Du bist ziemlich niedlich wenn Du wütend bist. Nun Dot wird niemals ein Teil unserer Familie sein können, dass weißt Du so gut wie ich. Du bist Teil der Krone, Du hast Zugriff auf das Schiff Schatz“, sagte Pierre und streckte sich der Länge nach auf dem Rücken aus. Er schaute zu Oli rüber und hielt ihm die Hand hin. „Na komm, sei lieb, rede mit mir. Ich rede sogar extra für Dich verbal wie ein Inhumanoid. Nur für Dich. Das war böse. Gut Tacheless, ich hasse es wenn Du böse auf mich bist, ich befehle Dir Dich anzukuscheln“, sagte Pierre und versuchte ernst zu bleiben.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver knurrte leise, gab seine abweisende Körperhaltung auf und strich die Kapuze zurück, so dass Pierre seinen kahlen, mit schwarzen Tätowierungen verzierten Kopf sah. Er schloss Pierre in seine Arme und küsste ihn, dann kuschelte er sich bei ihm ein. „Du darfst mir die Glatze kraulen. Ich bin nicht gern böse, aber manchmal machst du es mir schwer, es nicht zu sein. Selbst wenn Dot kein Teil der Familie ist, so tut es trotzdem weh, sich auszumalen, wie du dich mit ihm vergnügst.“ Olivers Augen bewegten sich in alle Richtungen, als er den Raum betrachtete und versuchte, sein Interkom mit dem der Tortue zu verbinden. „Ich habe immer noch keinen Zugriff auf das Schiff. Es hasst mich. Und warum hast du diese komische Frau nicht mit erwähnt, die dich am Anfang zugelabert hat, als ich dich nach dem Team fragte?“, wollte er misstrauisch wissen. „Du hast mich bei dir, damit ich dich beschütze. Das tue ich seit jeher, das ist meine Natur. Euch Zweigeschlechtliche zu beschützen ist die Lebensaufgabe eines jeden Bluthexers. Aber ich habe manchmal das Gefühl, dass mein Schutz dir lästig ist und du absichtlich testest, wie weit meine schützende Hand reicht.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre rollte sich auf die Seite und entgegen seiner albernen, flappsigen Art von eben schaute er Oliver sehr ernst und nachdenklich an. Liebevoll kraulte er ihm den Kopf und streichelte ihm die Glatze. „Die Frau begleitet uns nicht Oliver. Khalay ist die Leibwächterin und Gefährtin von Auri, sie gehört an seine Seite. Das Du eifersüchtig bist, das schmeichelt mir zutiefst. Du kennst meine sonderbaren Vorlieben, aber ich bin keine 16 Jahre mehr Oli. Zwar bist Du nicht der Duc, aber der Ehemann vom Duc. Deine Meinung und Dein Wohlbefinden liegt mir am Herzen. Natürlich spielt die Erfahrung von damals in meine Entscheidung mit hinein die Separe retten zu wollen, allen voran Dot. Wem soll ich etwas vormachen? Aber der Rest Oliver ist genauso wahr. Ich kämpfe gegen einen unsichtbaren Feind, als Duc habe ich die Verantwortung für mein Volk. Das beinhaltet nicht nur, für den größtmöglichen Schutz zu sorgen, ebensowenig nützt allein der beste Lebensstandard etwas. Wir... nun ich wage es nicht einmal zu denken...“, erklärte Pierre und deaktivierte sein Interkom und Biochip, ehe er Oliver wieder rein mit seinem souvagnischen Verstand anschaute. „Ich fürchte um mein Volk, die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen ist immens hoch. Wir haben die beste medizinische Versorgung die je in diesem Land existierte, die Tech ist die Beste auf dem neusten Stand, die Genetik erhob uns zu einer eigenen Spezies. Der Preis Oliver... der Preis ist Säuglingssterblichkeit, Krankheiten die wir nicht ergründen können, genetische Anomalien die wir nicht ergründen können, Wucherungen die nicht aufzuhalten sind. Und jetzt frage ich Dich, wie kann ein Geschöpf wie ein Separe in all dem Dreck, Unrat, Strahlungsmüll überleben und hat keine einzige Krankheit? Wie? Die Hygiene ist laut Basisdata Minus 500 Einheit. Minus 500! Bei uns ist jede Lebensmittelfabrik so steril dass Du eine Hirnop durchführen kannst. Wieso sind sie nicht krank, wir schon? DAS Oliver muss ich herausfinden. Aber ich verlasse mich nicht auf unsere Entdeckungen, ich habe vor die Fortpflanzung und den Sex voneinander abzukoppeln. Das heißt, Sexualität dient nur noch dem zwischensouvagnischen Sozialverhalten. Neugeborene sollten in Tanks ausgetragen werden. Allein aufgrund der Effektivität. Eine Frau kann ein Kind in 9 Monaten austragen. All ihre Eizellen genommen pro Tank und wir hätten wieviele Kinder? Zudem steht das S2-Organ noch aus um die Kybernetik komplett ohne Hilfsmittel zu ernähren. Maximilien meinte dazu, anstatt uns weiter zu spezialisieren, sollten wir innehalten und umkehren. Ich achte ihn, aber wie stellt er sich dass vor? Zurück auf den Baum? Du siehst, manchmal ist hinter meinen dämlichen, albernen oder sarkastischen Art etwas sehr Tiefes dass ich damit einfach überspiele. Lache wenn es zum weinen nicht reicht Oli. Wir suchen im Müll den Schatz des Lebens“, antwortete Pierre. Er schwieg einen Moment und rutschte näher auf. „Dein Schutz und Deine Nähe bedeuten mir unendlich viel. Er ist mir nicht lästig, aber ich teste manchmal meine Grenzen bei Dir aus. Kleines Machtspielchen, so zwischen Eheleuten. Das ist nur blöde Neckerei Oli. Ich dachte Du weißt das, wenn ich Dir damit wehgetan habe entschuldige bitte“, sagte Pierre und küsste Oli liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wie das Machtspielchen ausgehen muss, weißt du, Pips“, murrte Oliver. „Es ist ein Spiel, bei dem ich immer der Verlierer bin. Das ist der Preis, wenn man mit dem Duc verheiratet ist.“ Er streichelte Pierres Haar aus seinem Gesicht, aus dem ihn synthetische Augen anschauten, unnatürlich gelbe Iriden auf schwarzen Augäpfeln. „Als wir uns das erste Mal sahen, waren deine Augen noch deine eigenen. Sie waren so blau wie der Himmel auf alten Gemälden. Die Zeit schreitet voran, doch wie sehr du auch dagegen ankämpfst, du kannst sie nicht aufhalten. Egal, wie viele sogenannte Aufwertungen du dir einsetzen lässt, du wirst älter und deine Zeit schwindet, so wie die deines Volkes. Das macht dir Angst, nicht wahr?“ Oliver küsste Pierres Wange, seinen Mundwinkel, seine Lippen. „Die Separe sind keine Souvagner und vermutlich auch keine Menschen, Pierre. Ich denke, es sind Tau’Dissian. Sie sind keine Verlorenen, die es in die Grube verschlug. Es sind Abgründige, die schon immer da lebten. Dort unten findest du vielleicht Antworten, doch nicht die auf deine Fragen. Die Separe leben wie Tiere, sie gehören nicht gerettet, denn der Taudis ist ihr natürlicher Lebensraum. Es ist, wie einen Wattwurm aus dem Schlamm zu ziehen und auf einen sterilen Fliesenboden zu legen. Was meinst du, wie lange er es da macht? Die Antwort liegt in den Laboren und die geeigneten Gene findest du nicht in den Zellen von Dot. Wo stamme ich her? Hat mich eine Frau geboren? Wohl kaum.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schloss die Augen, als wollte er Oliver den Anblick der HighTech ersparen. „Nun wie sage ich immer, es ist nicht wichtig was wir sind, sondern werden könnten. Aber so langsam habe ich die Befürchtung mir gehen die Ideen aus. Dabei haben ich hunderte Eisen im Feuer. Aufwertungen, Tech, Genetik, Implantologie, Embryonenforschung. So langsam glaube ich gleich welche Form der Körpersicherung und Erhaltung ich wähle, es führt alles in die Sackgasse. Vielleicht sollten wir das Fleisch nicht als gegeben hinnehmen, vielleicht sollten wir versuchen die Seelensubstanz zu isolieren und diese in Tech verpflanzen oder in künstlich gezogenes Syntfleisch. Aber gleich was wir wählen Oliver, eine Maschine verschleisst, und Organic altert. Ob Du nun aus Fleisch und Blut bist also organisches Leben oder aus Tech, also synthetisches Leben, alle Zeit ist begrenzt. Nur der Geist ist ewig und ob das ein Fakt ist kann ich nicht ermessen, ich müsste mich dazu ins Haupthive einloggen um auf sämtliche Basisdaten aller Ducs vor mir zuzugreifen, aber das ist etwas dass ich nicht gerne spüre. Es ist ein Wissensstrom den Du nur gefiltert erträgst, sonst fühlst Du Dich als reißen Dich die Jahrhunderte an Wissen weg. Was bist noch Du? Was ist Deine Erinnerung? Was ist Dein Gefühl - WIR... wir... wird aufeinmal zu einer grauenvollen Realität, also stellst Du Dir selbst eine Auszeit, wo sich die Leitung zum Hive selbst kappt. Darin verloren zu gehen, ist leicht, unendliches Wissen. Du liest hier, siehst dort, spürst dies, verstehst jenes und denkst nur dass noch schnell und Du wirst Tage später wach und fragst Dich warum Du unrasiert bist, schaltest das Crono ein und siehst... Stunden? Du hast Tagelang geschaut! Verlockung, Versuchung, der Abgrund Oli ist nicht der Taudis, der Abgrund ist nur 5 Freigabestufen weit entfernt. Grauenvoll schön die Hallen des unendlichen Wissens, zugänglich nur für den Duc... so muss die Vollkommenheit aussehen. Schönheit die Dich den Verstand kosten kann. Dich hat keine Frau geboren, Du wurdest in Perfektion erschaffen“, sagte Pierre ernst.

Oliver Vallis de Souvagne
„Danke für das Kompliment. Ich empfange es stellvertretend für alle Bluthexer. Wir haben die Fortpflanzung schon vor fast 200 Jahren erfolgreich von der Sexualität entkoppelt und vor 65 Jahren das System zur Reproduktion perfektioniert. Seither läuft es stabil. Wir brauchen keine Frauen mehr, keine Eizellen, wir brauchen nicht einmal mehr Sperma. Es genügt die edelste aller Körpersubstanzen, die Lebensessenz schlechthin, das Blut. Die Endstufe wird sein, dass wir keine Sexualität mehr besitzen, im Idealfall nicht einmal mehr Genitalien. Wir werden geschlechtslos sein wie Ainuwar. Die Souvagner hingegen haben sich genau in die gegenteilige Richtung entwickelt, ihr alle seit genetisch zweigeschlechtlich. Und das war euer großer Fehler, ihr habt das Übel noch verschlimmert. Einige meines Ordens bereiten sich bereits auf die Zeit vor ... in der es euch nicht mehr geben wird. In der wir es sind, welche das letzte Bollwerk bilden.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre öffnete die Augen wieder und zog gleichzeitig fragend eine Augenbraue hoch. „Noch habe ich nicht versagt Oliver und das Letzte was ich werde ist versagen! Versagen war noch nie eine Option für einen de Souvagne. Und wenn ich dafür den Abgrund einmal persönlich umgraben muss, ich werde es tun. Und wenn ich den letzten Grob-Nob-Opa unter einem Wüstenfelsen hervorziehen und verhören muss, ich werde es tun. Zum Schutz und Erhalt aller Souvagner Oli. ALLER, nicht nur Euch. Fehler? Nun es mag Fehler gegeben haben, kein Mensch ist frei von Fehlern, Souvagner auch nicht. Aber in der Anmaßung liegt auch oft ein Kern Weisheit. Was wird vermutet, wenn wir aussterben? Was wird geschehen, wenn Ihr das letzte Bollwerk seid?“, hakte Pierre nach und musterte ihn besorgt.

Oliver Vallis de Souvagne
„Es wird der Punkt erreicht werden, da kein Souvagner mehr reproduziert werden kann, weder auf natürlichem Wege noch in vitro. Das wird auch das Ende deiner Linie sein. Wenn der letzte Duc stirbt, dann beginnt ein neues Zeitalter. Eine zweite Ära des Chaos und aus allen Abgründen werden die Wesen des Rakshor kriechen, ihre Chance witternd. So wie es momentan aussieht, vermuten wir, dass es Carnac, worauf sich die Prophezeiung bezieht. Andere sehen die Hauptstreitmacht von dem Ort ausgehend, den du aufzusuchen gedenkst - Obenza. Doch von wo auch immer unsere Feinde nahen, der Kampf wird schrecklich. Die Souvagner werden diesen Krieg verlieren und er wird in ihrer vollständigen Vernichtung enden. Doch die letzten von euch werden die Zugänge versiegeln, welche in die Bunkertempel der Bluthexer führen, da wir jene sind, auf denen alle Hoffnungen ruhen. Und dann beginnt das Zeitalter des Blutes.“ Er streichelte die Wange seines Mannes. „Darum bin ich der Meinung, du solltest nicht im Taudis nach der Lösung suchen, sondern hier.“ Er ergriff Pierres Hand und führte sie auf sein Herz. Dann küsste er seinen Mann so leidenschaftlich, wie schon lange nicht mehr und legte seinerseits die Hand auf Pierres Herz. „Pierre ... ich bitte dich aus dem Grund meines Herzens, bitte gewähre mir dein Blut. Lass das Schiff umkehren. Versuchen wir es auf meine Weise, dein Volk und dein Erbe zu retten.“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre erwiderte den Kuss von Oliver mit gleicher Leidenschaft und Liebe. Er fasste ihn ins Genick und zog ihn noch näher zu sich heran. Mit milder Miene hörte er sich an, was sein Mann zu sagen hatte. Ein Zenario dass er sich nicht ausmalen wollte, aber das durchaus geschehen konnte. Wie jeder de Souvagne war sein erster Gedanke die Sicherheit drastisch zu erhöhen und damit zeitgleich die Waffengewalt. Er überlegte, ob er irgendeinen Waffenzweig vernachlässigt haben könnte. `Schusswaffen, Strahlungswaffen, Chemiewaffen, Biowaffen, EMP-Waffen, Antimaterie-Waffen... die Krone der Waffentechnischen Schöpfung, Magische Waffen´. Die Aufzählung beruhigte seinen Nerven, mit solchen kleinen Gedankenspielen rief er sich selbst stets zur Ordnung. „Erste Pflicht, Ruhe bewahren“, antwortete er Oliver, aber die Antwort galt auch ihm selbst. Pierre setzte sich auf und schaute Oliver in die Augen, ehe er das Gesicht seines Mannes in beide Hände nahm. Die Antwort war so intim wie die Frage. „Von Herzen gerne gewähre ich Dir mein Blut. Ein Kind, wir beide? Ein Kleines“, antwortete er ergriffen. Der Kuss der folgte war fest und verlangend. „Nimm es mir hier ab und lagere es ein. Wir versuchen es auf beiden Wegen. Seite an Seite, so wie wir immer kämpfen, versprich es mir. Carnac oder Obenza. Noch seit ihr männlich, zeig es mir“, grinste Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
„So typisch“, antwortete Oliver schmunzelnd. „Ich bitte um dein Blut und du gewährst mir deinen Schwanz.“ Er küsste ihn ein weiteres Mal. „Ja, ein Kleines, von uns beiden. Ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist oder ob wir genetisch schon zu weit voneinander entfernt sind. Aber wenn wir beide es nicht versuchen, wer dann? Mein Orden wird das Blut des Ducs mit der allergrößten Sorgfalt behandeln. Ich liebe dich mehr als jeden anderen Menschen, Pips. Im Gegensatz zu euch Souvagnern sind Bluthexer monogam. Für mich gibt es nur dich. Meine Liebe ist die Größte, die du je finden wirst, was dich vielleicht schmeichelt, womöglich manchmal zu erdrücken droht, doch für mich bedeutest du alles. Die Vorstellung, dass all deine Mühen vergebens sein sollen, schmerzt mich so sehr wie dich, denn dein Leid ist mein Leid. Wenn es nach mir geht, wird es kein Zeitalter des Blutes geben, auch wenn es einige meines Ordens geben, die sich regelrecht darauf zu freuen scheinen, dass ihr die Bühne räumt. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit dir glücklich zu sein. Ein gemeinsames Kind wäre die Krone all meiner Träume. Wenn du mir das Zubehör reichst, so nehme ich uns beiden Blut ab.“

Pierre Agramant de Souvagne
„Ich habe Dir was ganz anderes angeboten als meinen Schwanz Du Schelm“, antwortete Pierre und nahm Oli fest in die Arme. „Wie Du zu mir stehst weiß ich und es gibt keine Person bei der ich mich geliebter, sicherer und geborgener fühle als bei Dir. Niemanden Oli, deshalb weiß ich Dein Geschenk zu schätzen. Weshalb manche sich manche eine Zerstörung herbei sehnen, ist manigfaltig. Die einen denken an ein reinigendes Feuer, aus der Asche entsteht neues Leben wie damals vor Äonen. Manche meinen es ist ein großer Kreislauf, Werden und Vergehen. Vielleicht stimmt beides, vielleicht nichts, aber es hat immer einen Duc gegeben, vor mir und nach mir. Wir sind ewig, gleich wie unsere Form aussehen mag. Und wenn der Duc ein Bluthexer ist im Jahr 1500, nun dann sei dem so. Sie werden wissen wie man uns kompatibel macht, sie müssen ja nicht 50 zu 50 des Genomaustauschs vornehmen, aber Spleissen ist nicht mein Steckenpferd, das überlasse ich den Fachmännern. Ich bot Dir an, Dich zu bedienen Oli. Du bist mein Mann. Unser Kleiner würde alle Möglichkeiten in sich vereinen. Wie einst der Sohn von Maximilien neben einer meiner Ausprägung stand, Ciel und Francois, so stehen wir nebeneinander. Wieso sollte es nicht funktionieren? Habe ich Dir heute schon gesagt dass ich Dich liebe, oder wie hübsch Du bist?“, fragte er verlegen.

Oliver Vallis de Souvagne
„Du hast gesagt, noch wären wir männlich. Das kann ich dir kraft meiner Anatomie beweisen oder, wenn dir das lieber ist, mit einer Sequenzierung meines Genoms. Dann kannst du dich an meiner durch und durch männlichen Nukleotidfolge ergötzen.“ Oliver grinste und auf seinem bleichen Gesicht zeigte sich ein rosiger Schimmer und ein Ausdruck der Verlegenheit. „Verzeihung, noch bin ich nicht frei von geschlechtlicher Gedankenstruktur.“ Er zog Pierres Hand in seinen Schritt und drückte ihm seine Erregung in die Finger.

Oliver Vallis de Souvagne
Prince
Beiträge: 9
Registriert: Sa 12. Jan 2019, 18:24
Volk: Souvagner 1077
Steckbrief: Link

Wer ist hier der Mann?

#4

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:55


Oliver Vallis de Souvagne
Prince
Beiträge: 9
Registriert: Sa 12. Jan 2019, 18:24
Volk: Souvagner 1077
Steckbrief: Link

Die wohlverdienten Leiden des Kybernetikers

#5

Beitrag von Oliver Vallis de Souvagne » So 13. Jan 2019, 11:56

Pierre Agramant de Souvagne
„Oli? Ich habe einmal Scheiße gebaut und fremdgefickt... allerdings habe ich bei dem Fremdfick an Dich gedacht und Du hast es mir gegeben. Ich hatte es nötig und ich hatte so einen Hunger auf Dich. Ich war ein Idiot, ich werde nirgendwo mehr hingehen“, flüsterte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver, gerade eben noch rundum zufrieden mit sich und seinem Werk, dachte, Pierre würde ihm mit einer P8 mitten ins Gesicht ballern. „Bist du bescheuert?“, brüllte er ihn an. „Wer war die Sau? Wann?!“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zuckte zurück und rollte sich zusammen. „Bei der Voruntersuchung zur Handcanon hat mir Armand Roux, mein Kybernetiker einen weggesteckt. Ich war bescheuert ja, ich hatte nicht mal Interesse an ihm! Bei der Nummer dachte ich an Dich, ich war so spitzt auf Dich und er stand zur Verfügung. Er kommt nicht annähernd an Dich heran. Ich hab Fleischwurst gegessen, anstatt Steak Zuhause und dabei vom Steak geträumt. Das war am 07.01. Oli“, gestand Pierre gewaltig kleinlaut.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wo ist er“, donnerte Oliver außer sich und zog seine Hosen über. „WO?!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Zuhause im Palast in der Heilstube Oli. Er hat mir die Waffe implantiert, er arbeitet dort, er ist mein Leibkybernetiker“, erklärte Pierre und streichelte Oli beruhigend.

Oliver Vallis de Souvagne
„Wenn ich mit ihm fertig bin, ist er das nicht mehr! Mach die Tür auf.“ Oliver zog seine Robe über und starrte die Tür an.

Pierre Agramant de Souvagne
„Nein bitte, geh nicht so. Ich habe kein Recht Dich darum zu bitten, aber ich bitte Dich trotzdem. Beruhige Dich erst, dann lasse ich Dich gehen. Ich werde mir einen neuen Kybernetiker suchen sobald wir nach Hause kommen“, antwortete Pierre und folgte Oli zur Tür. Er umarmte ihn von hinten und presste sich an ihn. „Olli“, murmelte er bettelnd.

Oliver Vallis de Souvagne
„Nichts da. Der Kerl wird das bekommen, was er verdient! Das hätte er sich vorher überlegen müssen. Was erwartet der, dass ich es ignoriere oder mich bei ihm für die abgenommene Arbeit auch noch bedanke?! Öffne die Tür!“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hielt Oliver weiter fest und küsste ihn auf den Hals. „Nein dass erwartet er nicht, aber ich hab mich gebückt. Das Recht das zu ahnden hast Du, auch mir gegenüber. Ich räume es Dir ein. Ich hab das zu lapidar gesehen Oli, ich hab Dich gebraucht und den Ersatz genommen“, stöhnte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
„Na also, du sagst es selbst. Ich nehme das Recht in Anspruch. Lass mich raus!“ Er starrte weiterhin hasserfüllt die Tür an und versuchte, mit seinem störrischen Interkom Kontakt zum Schiff aufzunehmen, um sie eigenhändig zu öffnen. Endlich zischte die Hydraulik und die Tür glitt zur Seite. Oliver marschierte hindurch, mit dem nackten Pierre, der an ihm hing, schnurstraks auf den Pilotensitz zu.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre ließ seinen Mann los und starrte ihn total baff an. Selten überraschten ihn Personen und sein eigener Mann überraschte ihn gleich zweimal an einem Tag und zwar mit knüppelharter Härter. Pierre dachte an einen Cocktail in dem ausgestochene Augäpfel schwammen. Die Vorstellung jagte ihm eine Gänsehaut über den Rücken und ließ sein Rohr brav hängen, ansonsten hätte ihn das Verhalten erneut angestachelt. „Oliver Vallis de Souvagne! Warte!“, befahl er.

Oliver Vallis de Souvagne
„Am Arsch lecken“, grollte Oliver, ohne sich umzudrehen, riss im Vorbeigehen Cyrano seine Barrinetta aus den Händen und blaffte Gillian an: „Sofort umkehren, Kurs auf den Palast. Keine Diskussion!“

Pierre Agramant de Souvagne
Gillian schaute Pierre an und dieser nickte zur Bestätigung. „Befehl umsetzen“, antwortete Pierre. Mitch und Maximilien wechselten erstaunte Blicke, schauten dann aber lieber wieder in ihr Datenpad. Gillian drehte bei und flog mit der Tortue umgehend zum Palast zurück. „Der Kurs ist auf den Palast gesetzt Hoheit“, sagte Gil. Pierre legte Oliver eine Hand auf die Schulter. „Beruhige Dich bitte in Deinem Interesse Oli“, bat Pierre, der seinen Mann noch nie so stinksauer und wütend erlebte. Er musste gestehen, so sah Oliver verdammt heiß aus. Erneut musste er an den Augencocktail denken.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver war so aufgebracht, dass er sich nicht hinsetzen konnte. Er blieb den ganzen Flug über stehen. „Du wirst mich dann zu diesem Knochenklempner führen“, grollte er. „Ansonsten kannst du deine bescheuerte Expedition allein durchführen!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Das mache ich Oli, Du musst mir nicht drohen. Wir gehen gemeinsam in den Abgrund“, erklärte Pierre und strich ihm über die Glatze. „Gilt die Frage noch?“, murmelte Pierre kaum hörbar.

Oliver Vallis de Souvagne
Olivers Augen wanderten einen Moment in Pierres Richtung und dann wieder nach vorn. „Was glaubst du denn, ja“, knurrte er, als der Palast in Sicht kam. „Landen“, schnauzte er Gillian an.

Pierre Agramant de Souvagne
Gillian landete das Schiff so sanft wie möglich und entriegelte sofort die Luke, damit Oliver aussteigen konnte. „Sollen wir im Schiff warten Majestät?“, fragte Gill und versuchte zu ignorieren, dass sein Duc nackt im Cockpit stand. „Ja wir fliegen danach wieder umgehend ab“, bestätigte Pierre und strich Oliver über den Nacken. „Möchtest Du das Blut Deinen Brüdern geben? Dann nehme ich mir etwas ab“, bot Pierre an.

Oliver Vallis de Souvagne
„Nein, ich will diesen Wichser sprechen!“ Mit der Barrinetta in der Hand marschierte er los, jeder Schritt war ein gedanklicher Tritt ins Gemächt des Kybernetikers. „Zeig mir den Weg!“

Pierre Agramant de Souvagne
„Jetzt sofort? Ich bin nackt“, fiel nun Pierre selbst auf, „ich ziehe mich zuerst an. Warte“.

Oliver Vallis de Souvagne
Ohne anzuhalten marschierte Oliver weiter. „Wo geht`s zur Kybernetik“, schrie er einen Höfling an, so dass dieser vor Angst halb in die Knie ging, als er ihm den Weg erklärte. Ohne auf Pierre zu warten, setzte Oliver seinen Weg fort.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre folgte seinem Mann sofort auf dem Fuße und hakte ihn unter. „Folge mir“, bat Pierre und gab den Weg zur Heilstube vor. Pierre trat ohne zu zögern ein und Armand Roux schaute auf. „Wie kann ich Euch helfen Hoheit und wieso seit Ihr nackt?“, fragte der Kybernetiker verwirrt. Pierre legte nur den Kopf schief und machte eine nicht zu deutende Geste, ehe er zur Seite trat.

Oliver Vallis de Souvagne
Ohne ein Wort richtete Oliver seinen Stab auf den Unhold. Es krachte, gab einen gleißenden Lichtblitz und als man wieder etwas sehen konnte, sah man, wie Armand rückwärts in einen Schrank bretterte, mit einer Wucht, dass das synthetische Möbel hinter ihm zu einer Ziehharmonika zusammengefaltet wurde. Ein Alarm ging los. Oliver schritt auf Armand zu und richtete erneut die Barrinetta auf sein Gesicht.

Armand
Der Kybernetik schälte sich stöhend und zittrig aus dem zerstörten Schrank und hielt mitten in der Bewegung inne, als Oliver den Stab auf sein Gesicht richtete. „Bitte“, war alles was er sagte und hob langsam die maschinellen Arme. Sein Blick wanderte kurz zu Pierre, aber dieser würde schweigen, dass sah Armand dem Duc an. Hier hatte gerade Oliver das Sagen. Armand schaute dem Bluthexer ins Gesicht und wartete ab.

Oliver Vallis de Souvagne
Als Armand die Hände hob senkte Oliver den Stab - und richtete ihn auf den Schritt des Mannes. „Hast du ihn markiert?“, donnerte er. „Habe ich gerade in deiner Wichse herumgerührt?“

Armand
Armand schüttelte ganz langsam den Kopf. Er hätte gerne, aber er hatte es nicht. „Nein wir haben ein Gummi benutzt, ich habe ihn nicht gezeichnet. Ich meine ich habe den Duc nicht... also ich bin nicht... also ich bin schon in ihm gekommen. Aber ich hatte ein Gummi drüber“, stammelte er wo der Abgrundstab auf seine Juwelen gerichtet war.

Oliver Vallis de Souvagne
„Hast du Kinder?“, wollte Oliver scheinbar ohne Zusammenhang wissen.

Armand
Der Arzt schüttelte erneut langsam den Kopf. „Bitte, nicht dass. Lass mir meine... Eier. Ich habe nichts getan was Euer Mann nicht wollte. Ich habe mich nicht an ihm vergangen sonst wäre ich doch meinen Kopf los. Es war von uns beiden freiwillig Prince, er war willig“, versuchte Armand zu erklären.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver lachte kurz. „Jeder weiß, mit wem seine Majestät verheiratet ist. Und das derjenige keinen Spaß versteht.“ Die Barrinetta fing an, hörbar zu vibrieren, als Oliver sie über sein Interkom auflud. „Hättest dir eher überlegen müssen, ob du Kinder willst. Du fickst keine verheirateten Leute mehr. Viel Freude mit deinem Rührei!“ Die Barrinetta zischte, gab ein gurgelndes Geräusch von sich und ein Strahl frisch gebrühter Kaffee ergoss sich auf Armands Hose. „Verdammt nicht jetzt!“ Oliver schrie seinen Stab an, fuchtelte, schüttelte ihn, worauf hin dieser einen Fahrplan der Luftfähre ausdruckte. In seiner Wut zog er ihn dem Kybernetiker wie einen Knüppel über den Schädel und prügelte so lange auf den Mann ein, bis er sich nicht mehr bewegte.

Armand
Für einen Moment sah Oliver in dem Gesicht des Mannes nur noch Augen, als er ihm die Klöten mit frischgebrühtem und herrlich duftenden Kaffee verbrühte. Um aufzuschreien hatte der Mann aber kaum noch Zeit, denn gerade als sich seiner Kehle ein Schrei entlockte bekam er mit dem Stab mehrfach einen Scheitel gezogen und er wurde in die Finsternis katapultiert.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre starrte Oliver an und stellte sich so dicht neben ihn, dass sie sich berührten. „Was hast Du heute gegessen, geraucht oder angestellt? Du bist so... anders“, gurrte Pierre beeindruckt.

Oliver Vallis de Souvagne
Als der Übeltäter mit nach Kaffee riechender Hose und blutigem Haar in den Trümmern des Schrankes lag, grunzte Oliver zufrieden. Er legte die Hand auf Pierres Hinterteil und griff hinein. „Ich habe Tierfleisch gegessen. Gewachsenes, keines aus dem Labor. Cyrano hat es mir gegeben und Kräuter waren da auch drauf. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich schon die ganze Zeit geahnt habe, woher der Wind weht, als wir so ohne Vorabinformation vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, dass wir jetzt abreisen. Der Blödmann da wird sich künftig weiterhin um deine Kybernetik kümmern. Bei dem bin ich mir sicher, dass der dich kein zweites Mal dumm anmacht. Und was Dot betrifft ... eine falsche Bewegung von dem, und ich puste ihm ebenfalls die Eier weg. Verstanden?“

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver ernst in die Augen. „Absolut verstanden, kein Bücken für andere, keinen wegstecken außerhalb der Familie. Nun was das Fleisch angeht, so wurde behauptet, wer viel Fleisch isst, hat eine höhere Aggression. Hintergrund ist das... Blut des Tieres. Du nimmst es auf als Raubtier und genau das Raubsüchtige in unserer Natur wird damit gefüttert oder geweckt. Drum war es bei manchen alten Kulturen verboten Blut zu verzehren, oder blutiges Fleisch zu essen. Bei einigen wiederum war genau dass verbreitet um als Krieger, Jäger und so weiter zu gelten. Vor allem das Blut und Fleisch der Feinde. Scheint was dran zu sein, dass es einen Mann besonders formt“, grübelte Pierre und küsste Oli. „Gleich meiner vielen Fehler Oli, ich liebe Dich. Iss öfter mal ein Stück Fleisch, aber pass auf dass es nicht kontaminiert ist Schatz“, schmunzelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver griff unter Pierres Kinn und erwiderte den Kuss. „Ich liebe dich auch. Und ich finde es heiß, wenn du nackt und durchgefickt hinter mir her dackelst. Lass uns zum Orden gehen und unser Blut abgeben. Wenn alles gut ist, können wir in einigen Wochen unser Baby in seinem Tank besuchen. Normalerweise haben Außenstehende keinen Zutritt, aber bei dir machen sie vielleicht eine Ausnahme, wenn du darum ersuchst.“ Er gab seinem Mann einen kräftigen Klatsch auf den Hintern, ballerte mit der anderen Hand mit der Barrinetta die Tür weg, da er keine Lust hatte, sich mit ihr herumzuärgern und bot Pierre den Arm an, um ihn zu den Bluthexern zu führen.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre wurde knallrot, grinste verlegen und hakte sich bei seinem Mann ein. „Ich würde mich so über das Würmchen freuen. Gehen wir Baby, ich folge Dir überall hin“, sagte er gut gelaunt und küsste Oliver.

Oliver Vallis de Souvagne
„Es wird phänotypisch ein Junge, so viel kann ich dir schon mal verraten. Aber was es genetisch wird, ob Souvagner oder Bluthexer, ob beides zugleich oder etwas ganz anderes, das kann ich dir nicht sagen. Und wenn wir unser Blut abgegeben haben, können wir guten Gewissens in den Taudis reisen. Nur wegen der Barrinetta muss ich noch mal mit Cyrano reden. Dass die mitten im Gefecht Kaffee kocht, ist sicher nicht im Sinne des Erfinders und in meinem erst Recht nicht.“ Oliver führte den nackten und besudelten Pierre durch den Palast, hinab in den Bunkertempel der Bluthexer, um das Ritual des Lebens durchzuführen. Wenn alles gut lief, nahm heute ein neues Leben seinen Anfang und wenn es noch besser lief, brachte dieses Kind Hoffnung für die Zukunft von Souvagne.

Benutzeravatar
Maximilien Rivenet de Souvagne

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
Duc
Beiträge: 314
Registriert: So 8. Okt 2017, 15:04
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#6

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 27. Jan 2019, 03:16

<< Boleks letzter Einsatz - Wie Bolek im Vernichtungstrakt landete

Einkaufsbummel in der SouvSecSoc


Cyrano Fulgence de Souvagne
Es kam, wie es kommen musste - als Oliver und Pierre zum Schiff zurückkehrten, damit sie nach Obenza fliegen konnten, traf die aktuelle Wettervorhersage ein. Tiefhängende Wolken und Orkanböen machten den Abflug momentan nicht empfehlenswert. Während Oliver sich einem Wutanfall hingab, wandte Cyrano sich Maximilien zu und tippte ihn an der Schulter an. »Lust auf einen kleinen Einkaufsbummel, während wir auf besseres Wetter warten?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musste nicht lange überlegen und nickte erfreut. Es war sein Land und doch nicht mehr seine Welt. Alles hatte er von Grund neu auf kennenzulernen, selbst die Souvagner waren nicht mehr das, was sie zu seinem Zeitalter gewesen waren. Von der Mentalität her waren sie gleich, stur, kämpferisch, verbissen und nicht bereit eine Handbreit Boden dem Feind zu überlassen, aber der Rest hatte sich nicht nur optisch verändert. Die Mauer war das, wovon Max zu seinen Regentschaftszeiten geträumt hätte. Nun fast, denn wie sie heute aussah, davon hatte er damals nicht zu träumen gewagt, solche Technologien lagen ihnen nicht vor. Selbst der Himmel wurde abgeschirmt durch ein Kraftfeld. Vor einer Ewigkeit hatte sein sein einst gefragt - Adler oder Schildkröte. Schaute er gen Himmel und sah gegen das Licht die die matten, wabenförmigen Raster des Dome aufblitzen, dann war die Antwort eindeutig. Und Pierres Schiff trug sogar den passenden Name - Schildkröte. Allerdings war das keine verängstigt lebende kleine Schildkröte, die sich rein auf den Schutz ihres Panzers verließ und betete, dass sie in Ruhe und Frieden Salat weiden durfte. Dies hier war das Endprodukt einer High-Tech Schnappschildkröte, die zubiss und sich dann in ihren Panzer verzog. Falls das nach dem Biss überhaupt noch möglich war. Sie ständig im Dunstkreis von Pierre zu befinden bedeutete zeitgleich auch, nicht das kennenlernen zu können, was man als Normalsouvagner in 1077 erlebte. Max freute sich darauf die Straßen samt dem alltäglichen Leben zu sehen und er freute sich auf die Geschäfte. Alltägliche Dinge waren es oft, die etwas fassbar, ja greifbar machten. Selbst wenn es so etwas Urbares wie Essen betraf. Sie aßen hier Synthfleisch - geschmacklich gut aber irgendwas fehlte. Vermutlich hatten sie noch nie einen Taschenkrebs gesotten in Kräuterbutter mit frischem Brot und Rotwein kredenst bekommen. Nun man konnte nicht alles haben, Ultimative Sicherheit oder Genuss? Die Frage war dann leicht zu beantworten. Und wer wusste schon wie die Taschenkrebse heute aussahen? Vermutlich musste man die mit einem Panzer schlachten, dachte Max grinsend und knuffte Cyrano. "Nichts lieber als dass, wo gehen wir hin?", fragte er gut gelaunt, während sich Mitch sofort zu den beiden gesellte.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano wartete, bis Mitch zu ihnen aufgeschlossen hatte, damit der nicht zu rennen brauchte. Was Prince Oliver an Kotzbrockigkeit aufzubieten hatte, glich Prince Cyrano durch Freundlichkeit wieder aus. Jedoch konnte auch er sich durchsetzen, wie alle seiner Familie, nur dauerte es lange, ihn dazu zu bringen, seine andere Seite zu zeigen. »Ich zeige dir, wo wir Mitch gekauft haben. Ich denke, ich kaufe mir auch einen. Was sagst du dazu, Mitch?«

Mitch:
"Die Entscheidung einen Leibwächter zu erstehen kann niemals falsch sein. Wieso solltet Ihr nicht Euer Leben in die Hand eines anderen Souvagners legen? Wir sind schließlich für Treue über den Tod hinaus bekannt. Kann man das auch von jedem Koch behaupten? Man kann in allen Personen etwas potentiell gefährliches finden Eure Hoheit, aber unsere Gefährlichkeit richtet sich gegen die Feinde Souvagnes generell und gegen die Feinde unserer Schutzpersonen speziell. Ihr versteht was ich Euch sagen möchte. Es kommt nur drauf an, was Ihr mit einem allein vorhabt. Normalerweise agieren wir in Fünfer-Teams, also entweder sucht Ihr einen Leibwächter und Leibdiener, oder Ihr habt gute Nerven Hoheit", grinste Mitch freundlich.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Gute Nerven?«, wunderte sich Cyrano, während sie sich zu Fuß in Richtung der SouvSecSoc bewegten. Es gab für alles Transportmittel, aber in dieser Hinsicht mochte Cyrano es mitunter altmodisch. »Seid ihr allein so anstrengend oder nicht effizient genug?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Anhänglich trifft es da eher, ineffizient war Mitch noch nie, egal wobei. Sogar dabei jemanden auf die Nerven zu gehen ist er sehr effizient. Auf der anderen Seite bin ich es nicht anders gewöhnt als rund um die Uhr jemanden um mich zu haben und wäre er nicht so "nervig" wäre ich verdammt einsam. Das wird er gemeint haben. Das ist wie wenn Du Dir Papageie anschaffst. Einer kümmert sich um Dich und Du Dich um ihn und zwei kümmern sich um sich selbst und gucken mal nach Dir. So ähnlich kann man das wohl sagen. Ein vielleicht hinkender Vergleich. Vergleiche es mit damals, wenn Du einen Leibdiener hast, der sich ausschließlich Dir widmet, ist das wie eine Beziehung - es ist eine Beziehung. Du bist quasi der Mittelpunkt seines Lebens. Hast Du einen Leibdiener, der Frau und Kinder hat, meinst Du, Du bekommst die gleiche Aufmerksamkeit? Nein, das ist schlichtweg unmöglich. Ich hatte damals mit Fabien absolutes Glück, er hat weder Frau noch Kinder gewollt. Er hatte einst eine Partnerschaft mit einem anderen Leibdiener, aber dieser beendete die Beziehung. Er wusste vermutlich besser als Fabien, wie dieser für mich empfand. Und Mitch und ich sind ebenso ständig zusammen. Also suche Dir entweder jemanden der es nicht so nah mag, oder nimm Dir zwei mit. Keine Ahnung wie das hier funktioniert, Mitch bekam ich von Pierre. Er teilte ihn mir zu und sagte, dass wäre mein Leibdiener und Leibwächter und damit war er das auch", schmunzelte Max, was Mitch grinsen ließ.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ich habe einen Leibdiener aus Fleisch und Blut, wie in den guten alten Zeiten«, erklärte Cyrano stolz. »Meinen Florimond. Er ist nur nicht dabei, da er auf solchen Einsätzen nichts verloren hat. Ich finde das angenehmer, als nur mit einer Maschine zu plaudern. Letzteres hat zwar auch seine Vorzüge, aber Florimond habe ich von meinem Vater geerbt. Wer wäre ich, den guten Flori zu verstoßen? Dass ihr so anhänglich seid, war mir bis dato unbekannt. Ihr, was heißt überhaupt ›ihr‹. Habt ›ihr‹ einen besonderen Namen? Es gibt ja viele Sorten von BioMod. Ich denke, ich werde wohl zwei benötigen, sonst könnte Florimond sich verdrängt fühlen. Warum seid ihr so anhänglich?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Gemeinsam mit unzähligen seinen Brüdern hatte er zusammen gelebt. Einige waren Adult, andere waren Kleinkinder, dazwischen gab es zig Varianten. Kleinkinder und Jugendliche waren sie allerdings nur geistig, bis sie herangereift waren. Körperlich waren sie alle erwachsene Männer, genau wie er selbst. Einige waren zu nichts zu gebrauchen und abgeschrieben worden. Diese vegetierten in winzigen Zellen vor sich hin. Wozu sie auch immer verwahrt wurden war ihm unbekannt. Oder wozu sie nutzlos waren. Andere waren so hochgefährlich, dass selbst die Pfleger sich ihnen nur in Gruppen näherten und nur unter strengster Sicherung und Sicherheitsmaßnahmen zu den Behandlungen begleiteten. Zu jenen Wesen gehörte er. Wenn er seine Zelle verließ, dann nur in schwersten Ketten und unter dem Fanfarenklang der knisternden Elektroschocker, falls er Widerstand leisten sollte. Seine Kerkerwächter stanken nach Angst, so stanken sie immer. Was er von der ersten Stunde seines Lebens an wusste war, dass man nicht nutzlos sein durfte, dass man seinen Wert beweisen musste – den Wert am Leben gehalten zu werden. Und wert zu leben waren in diesem Haus nur jene, die ihre Gefährlichkeit unter Beweis stellten. Das hatte er unzählige Male getan. Er hatte sich nicht nur Respekt verdient, er hatte sich die Angst so mancher Ärzte verdient. Aber Angst war nicht dass, was er in den Augen sehen wollte. Er suchte nach seinem Herrn, nach jenem, dem er gehorchen wollte, jenen den er beschützen musste. Er war wie seine Brüder und seine Brüder waren wie er. Sie waren gleich und doch so verschieden. Sie lebten in einer abgeschotteten Welt, zu der andere bis auf bestimmtes Personal keinen Zugang hatten. Sie lebten in Gruppen und wurden in Gruppen ausgebildet. Für ihn galt das ungeschriebene Gesetz, dass jene seiner Art auch so aussahen wie seine Art, minimale Abweichungen eingeschlossen. Ihnen brachte er Zuneigung entgegen, er ging niemals einen seiner Brüder an. Fremde mit fremden Gesichtern waren ihm unheimlich. Sie lernten früh wie ein Souvagner aussah, was nicht nach Souvagner aussah, war ein Feind. Und eines Tages waren erneut neue, fremde Gesichter erschienen. Sie quälten nicht, sie drillten nicht, sie suchten sich sechs von ihnen aus. Ihn zuerst, wieso wusste er nicht. Sie wurden gesichert, eingesperrt und verfrachtet. Ab diesem Tag lebten er und seine fünf Brüder ein anderes Leben. Sie waren Leibwächter, sie waren die persönlichen Soldaten eines Chevalier. Das Leben war gut, vielleicht war er zu gut. Jedenfalls hatte er seine Brüder zu verlassen und wurde der Spezialeinheit "Die Grasschlangen" zugeteilt. Einer seltsamen Truppe, wo jeder völlig anders war, verschiedener konnten Personen nicht sein und dennoch wurden sie seine Geschwister. Mitch überlegte was er auf die Frage antworten sollte, ohne dass es dumm oder infantil klang.

"In der SouvSec hatte ich meine fünf Brüder gehabt. Man knuffte sich, man maß seine Kräfte, man tröstete sich. Man berührte sich irgendwie ständig, sich zu berühren war normal und zeigte Nähe. Du brauchst Vertrauen, jeder von uns benötigt das. Die Ärzte nannten diese Form von Zusammenhocken "Kontaktliegen". Aber egal wie die Ärzte es nannten, diese bewusste Nähe war etwas, dass uns Kraft und Sicherheit gab. Wir hatten stets eine innere Verbindung, wir mussten nicht nacheinander schauen. Wir spürten irgendwie wenn ein Bruder uns brauchte. Meist schliefen wir zu zweit oder auch zu dritt. Und genau das vermisst Du und sucht es bei einem Herrn. Bei mir und Max war es von Anfang an genauso gewesen. Aber zwischen uns beiden war es mehr. Wir benötigen keine Kontrolle übereinander, wir sind eine Einheit. Du meinst die Bezeichnung? Manche sagen GMOs, manche sagen BioMods, andere sagen Chimären. Aber der Fachbegriff Tuteur - Wächter. Wir leben, damit Ihr überlebt", antwortete Mitchell freundlich.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Dann wirst du mich bei der Auwahl beraten?«, fragte Cyrano freundlich, nachdem Mitchell geendet hatte. »Am besten ist es, wenn ich zwei erwerbe, die sich miteinander verstehen. Es grenzt ja an Quälerei, einen Tuteur allein zu halten, nach deiner Beschreibung.« Er wies nach vorn. »Dort ist es schon.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Das SouvSec Hauptquartier stand ganz in der Nähe des Hauptquartiers der Himmelsaugen in Beaufort. Das Gebäude auf das sie blicken war neben dem Turm der Himmelsaugen das höchste in der Hauptstadt Souvagnes und beherbergt eine Menge Büros, Trainingseinrichtungen, medizinische Räume, Labore und vieles mehr, was die Agenten und Nicht-Agenten für ihre tägliche Arbeit benötigten. Die Sicherheitsbestimmungen waren enorm, wie man bereits am Vorplatz sah, aber Cyrano und Maximilien gehörten der Krone an und waren somit nicht nur berechtigt die SouvSec zu betreten, sie waren mehr als das, sie waren die Herrn über diese Institution. Es gab nur wenige Personen, die noch über ihnen standen und jene waren ebenfalls Teil der Krone.

Die strenge Sicherheit erlaubte es nur Personen mit passendem Interkom-Code hinein und wieder hinaus zu gelangen. Besucher wurden in das anliegende Gästegebäude geführt, wo sie von einigen der Agenten in Empfang genommen wurden. Welche Mittel der Souvagnischen Sicherheit zur Verfügung standen, zeigte sich schon allein am Gebäude selbst. Souvagner hatten eine Vorliebe für Bollwerke und dieses Konstrukt war ein Gebäude aus Stahlfließbeton, wie jedes Gebäude der SouvSec. Die Struktur war klar und kantig, sie war scharf geschnitten und bot dennoch keine direkte Angriffsfläche.

Das gesamte Gebäude sah aus, als konnte man darin den Weltuntergang überleben und würde drinnen nicht einmal ein Rumpeln hören. Die SouvSec verfügte über weit gefächerte Mittel, die sogar den auswärtigen Agenten zur Verfügung gestellt wurden. Jene Ressourcen beschränkrten sich nicht nur auf Geld, sondern alle Einsatzmittel wie Fahrzeuge, Ausrüstung, Informationen und Fachpersonal, Ärzte, Wissenschaftler oder Techniker. Jedem Agenten war es möglich über den persönlichen Zugang via BioChip im Hauptcomputer Ressourcen anzufordern und es hieß, dass diese auch dann innerhalb der nächsten 12 - 24 Stunden geliefert wurden, wenn man sich im Abgrund befand. Mythos oder Tatsache, jeder Souvagner genoss die Sicherheit den die SouvSec bot, während jeder Feind der in dieses Gebäude geschliffen wurde, sich spätestens im Vorhof vollgeschissen hatte.

Die SouvSec beschäftigt um die 2500 Agenten, jeder mit einer ganz besonderen Befähigung wie Spione, Techniker, Wissenschaftler, Mediziner, Fachpersonal in verschiedenen Bereichen, Bürokraten und Diplomaten. Sie waren überall zu finden und zementierten die Sicherheit in altbekanntes Gestein.

Der Ruf den einst die Agenten der Autarkie genossen war längst vorbei. Heute genossen die SouvSec Agenten den Ruf des Heldenhaften. Agenten die mit Pulsarwaffen und dem typischen souvagnischen Charme durch die wildesten Abenteuer stiefelten und Souvagne vor seinen Erzfeinden rettete. Immer wieder hört man genau jene Vorstellung bei jungen Souvagnern, die sich bei der SouvSec einschreiben wollen. Die SouvSec sind für sie jene Agenten, Helden und niemals tot zu kriegenden Elitesoldaten Souvagnes.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Die meiste Zeit verbringt ein SouvSec Agent in seinem Büro, über einem Haufen Papier gebeugt, um die Missionen für sich und sein Team auszuarbeiten. Große Missionen müssen vorher in monatelanger, wenn nicht jahrelanger Kleinarbeit ausgearbeitet werden und selten kommt ein Agent in den Genuss genau das zu machen, was man aus so mancher Sage kennt. So verbringt ein SouvSec Agent die meiste Zeit seines Berufes mit dem Ausarbeiten von Informationen, dem Sammeln von Hinweisen und dem Vorbereiten von größeren Missionen.

Denn Fehler können sich SouvSec Agenten nicht erlauben, Fehler bedeuten den Tod. Und auch wenn niemand bis auf die Krone und die Mitarbeiter die internen Strukturen der Organisation kannte, sah man dies alles diesem stahlgrauen, gigantischen Gebäude an.

Grau, mächtig, altgedient, bedrohlich und dennoch auch behüten, so empfing sie die Hauptzentrale der Souvagnischen Sicherheit. So wurden Cyrano und Maximilien empfangen. Die beiden Sicherheitsleute an der Tür salutierten und nahmen Haltung an, als auf ihrem Hud die Daten von Cyrano und seinen Begleitern eingespielt wurden.

"Eure Hoheit", sagten sie seltsam synchron und gaben den Weg ins Innere frei.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ist es nicht wunderschön, Max?«, hauchte Cyrano, als sie ins Innere des Bollwerks traten. Andächtig schaute er sich um. »Oh, die Beleuchtung ist neu! Ich war eine Weile nicht mehr hier. Mal sehen, wer uns in Empfang nimmt.« Während sie durch die große Haupthalle des Eingangsbereichs schritten, schaute Cyrano sich jedes Detail an, er pulte sogar mit dem Zeigefinger in den Ritzen der Wände herum, sofern er welche fand, um zu betasten, wie diese miteinander verbunden waren. »Ich bin gespannt, wie es jetzt im Inneren aussehen wird, wenn schon das Äußere sich so vielversprechend darbietet.« Er hörte auf, den Finger in alle möglichen Nischen zu stecken und stellte sich in würdevoller Haltung hin, aufmerksam um sich blickend, um anzuzeigen, dass er einen Ansprechpartner suchte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien schaute sich um und ließ das Bauwerk auf sich wirken, es war so als hätte man Sicherheit ein Stein gehauen. Wer immer es erschaffen hatte, hatte seine Aufgabe vorzüglich erledigt. "Es ist wunderschön, es verspricht dass was seine Mitarbeiter liefern, Sicherheit in Vollendung. Nun ob es die tatsächlich jemals geben kann, sei dahin gestellt. Aber allein der Versuch adelt nicht wahr? Der Baumeister der es erschaffen hat, hat sich mit seiner Leistung selbst ein Denkmal gesetzt. Wer schuf es?", fragte Maximilien, stellte sich ins Atrium und schaute hinauf zur Glaskuppel in schwindelerregender Höhe. "Edouard Sauverose der Neunte Eure Hoheit, willkommen im Hause der Sicherheit. Mein Name ist Yann, Yann Galleot und ich heiße Eure Hohheiten im Namen der SouvSec willkommen", sagte ein unnatürlich, extrem schlanker Mann, der fast schon albische Statur hatte, aber mit der Bemuskelung, die verriet, dass er für anderes geschaffen war. "Womit können wir behilflich sein?", fragte er in fast melodischem Singsang.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Lebt dieser Edouard Sauverose der Neunte noch?«, erkundigte sich Cyrano. »Ich möchte gern ein oder zwei Tuteurs für mich erwerben. Bitte führen Sie mich zu ihnen, Yann, und klären Sie mich unterwegs zu den Haltungsbedingungen auf.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Yann Galleot: Yann schenkte Cyrano ein strahlendes Lächeln, das seltsamerweise ein Mix aus totaler Schmeichelei und Drohung versprach. Es wirkte unheimlich in dem ansonsten glatten, fast zu makellosem Gesicht dieser Person. "Nein Eure Hoheit Edouard Sauverose der Neunte stellte seine Lebensfunktionen am 23.08.846 ein in den Armen seines Gefährten. Euer Wunsch ist mir Befehl, folgt mir bitte in den Sicherheitsbereich. Mein Voranschreiten ist keine Dispektierlichkeit Hoheiten, ich bin nur gehalten den Weg vorzugeben aufgrund der örtlichen Unkenntnis Eurerseits", sagte er mit einer leichten angedeuteten Verneigung. "Tuteurs zählen zu den Genetisch modifizierten Organismen, die meisten von ihnen sind zudem biologisch modifiziert, also über Naniten Material wurde ihnen bestimmte Eigenschaften in die Genetik eingespleist. Das bedeutet, dass Ihr Tuteur Sie vor fast jeder Bedrohung abschirmen kann. Erläuterung hierzu - Die Aufwertung genannt BioMods, sind Naniten-Aufwertung und eine weiter entwickelte Form der normalen kybernetischen Aufwertung. Sie arbeitet über Naniten auf molekular-biologischer Ebene. Die Bio-Modifizierung ist ein Prozess der kompletten Modifikation eines biologischen Organismus/Souvagner. Genetisch wie auch mechanisch wurde dieser Organismus/Souvagner aufgewertet. Dieser Organismus/Souvagner verfügt größtenteils über die gleichen, meist sogar noch höheren Fähigkeiten eines normalen, kybernetisch aufgewerteten Cyborgs.Die Biomodifizierung beruht auf der Verwendung von biologischen Naniten, die den Körper des Empfängers auf physischer und molekuar-bioloischer Ebene in gewünschter Form ändern. Die Naniten-Aufwertung unterscheiden sich auch in der Art der Operation und der Anwendung des Nutzers. Aktivierte Aufwertung müssen manuell vom Nutzer aktiviert werden. Die Steigerung des Engergieverbrauchs entleert wie bei einem gewöhnlichen Cyborg die Energie. Bei einem Naniten-Cyborg wird diese allerdings nicht über Aufladung aufgefrischt, sondern über Bioenergie z.B. Nahrungsaufnahme, oder Energieabsorbation von anderen Lebewesen. Passive Aufwertung benötigen überhaupt keine Bio-Energie zur Funktion, zudem ist ihre Funktion ständig vorhanden und kann jederzeit vom Nutzer verwendet werden. Für die Nutzung einer Spy-Drone die mit dem Naniten-Cyborg verbunden ist, benötigt der Nutzer in diesem Fall Bio-Energie, wenn die Drone besondere Aufgaben erfüllen soll. Soweit leicht verständlich nicht wahr? Sehr schön", sagte Yann freundlich und lächelte Cyrano über die Schulter hinweg an, während er huldvoller voranschritt als Max und Cyrano je hätten nachahmen können. Vor einer gewaltigen Panzertür blieb Yann stehen, legte seine Hand aufs Terminal, wartete einen Moment bis sich die Tür zischend öffnete. Sie betraten einen stählernen Raum. Die Tür hinter ihnen schloss sich und für einen Augenblick waren sie in einem Kubus aus Stahl eingesperrt. Yann lächelte aufmunternd. "Keine Sorge Hoheiten, wir befinden uns momentan in der Sicherheits-Ausbrennschleuse. Dies ist erforderlich damit niemand in den Sicherheitsbereich eindringt. Unbefugte Eindringlinge enden meist hier. Die Kammer wird mit Hochtemperatur ausgebrannt und die Asche abgesaugt, man kann sich also nicht mit Keimen oder dergleichen infizieren. Sehr schön", sagte Yann und wartete, bis die andere Seite entriegelte und machte eine kurze einladende Geste, ehe er erneut die Führung übernahm. "Euren Tuteur müsst Ihr selbstverständlich aufgrund seiner Physionomie hochkalorienreich ernähren, Eiweiss und Zucker sind lebensnotwendig. Ähnlich einem Hochleistungssportler benötigen sie sehr viel Kalorien. Ebenso solltet Ihr auf ausreichend Beschäftigung achten. Könnt Ihr keine persönliche Auslastung garantieren, so solltet Ihr ein Kontingent von fünf bis sechs Tuteurs erwerben, zumindest aber ein Duo", sagte Yann und blieb vor einer weiteren Stahltür stehen, auf der nicht zu deutende Zeichen angebracht waren. Wie eine der uralten Lehrerinnen stand er vor der Tür, die dünnen Finger über seinem Datapad verschränk. "Hoheiten, die Sicherheitszone der Tuteurs, willkommen", lächelte Yann. Erneut legte er die Hand auf das Terminal neben der Tür und diese fuhr zischend zur Seite. Max warf kurz einen Blick auf die Tür, die in der Wand verschwand, sie maß mindestens 50 cm. Yann gab die Führung bis er an der Rezeption angekommen war. Dort saß eine Reihe von medizinischem Personal, während sich Yann geräuschvoll räusperte. Als sie Cyrano samt Begleitung entdeckten standen sie auf und verbeugten sich. "Die Hoheiten wünschen einen Tuteurs zu erwerben. Ich gebe Euch vertrauensvoll in die Hände von Dr. med. gen. Noe Foussaye und verabschiede mich in aller Form", erklärte Yann. Der GMO verneigte sich respektvoll und verließ sie nun rückwärts mit den gleichen würdevollen Schritten. Kaum das Cyrano sich umwandte wurde ihm auch schon kräftig die Hand geschüttelt. "Eine vortreffliche Wahl Hoheiten, folgen sie mir", sagte der Genetiker und gab nun seinerseits den Weg vor. "Es ist uns eine Ehre Euch hier persönlich willkommen heißen zu dürfen". Der Gang war lang und schmal und nach einer Zeit hatte man sämtliches Zeitgefühl verloren. Dann endlich kamen sie in einen Bereich, wo der Gang an einer Seite mit gewaltigen Zellen flankiert war. Jeweils riesige Räume, die man nur zum Teil einblicken konnte. In jenen Räumen lebten stets 5 - 6 der Tuteurs. Einige saßen gemeinsam und spielten Karten, andere schliefen, wiederum andere schienen noch Backfische zu sein und alberten herum. Einer sprang sogar an die Scheibe und streckte Cyrano und Max die Zunge heraus.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano guckte kurz verunsichert, als ihm fast die Finger gequetscht wurden und fand, dass ein Leibwächter zur Abwehr unerwartet herzlicher Begrüßungen gar nicht so schlecht wäre. Er sagte jedoch nichts, die Leute freuten sich vielleicht einfach, ihm voll stolz ihre Arbeit zeigen zu können. Yann verschwand so schnell, wie er gekommen war. Cyrano folgte Noe und blieb an jeder einzelnen Räumlichkeit stehen, um hineinzuschauen, wobei er auch versuchte, hinter die nicht einsehbaren Abschnitte zu schauen. »Hinter den Wänden befinden sich die Toiletten oder warum hat man dort keine Einsicht?«, erkundigte er sich, als einer der Tuteurs an die Scheibe sprang, so dass Cyrano zusammenzuckte. Der Kerl streckte ihm die Zunge raus. Cyrano fing sich wieder und schaute sich ihn an.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max legte ihm die Hand auf die Schulter und grinste. "Das ist nur ein Backfisch, aber glaub mir, den möchtest Du nicht mit nach Hause nehmen. Das wäre mehr Stress als Dir lieb sein dürfte. Wobei so mancher Stress den man mit Backfischen hat, das Schönste sein kann, was einem so passiert. Nur in dem Moment, wo man ihn hat, ist er das nicht. Im Nachhinein betrachtet, vermisst man ihn und seine Kleinen", antwortete Max und nickte Richtung Glasscheibe. Noe Foussaye nickte zustimmend. "Er wäre auch noch nicht reif genug um manche Gefahren zu erkennen Hoheit. Hinter den Wänden befinden sich wie Ihr richtig vermutet die Sanitäreinrichtungen und auch die Räume zum Einnehmen der Mahlzeiten. Dabei sind sie lieber ungestört. So schnell wie der Bursche aufgetaucht war, war er auch wieder verschwunden. "Möchtet Ihr ihn sprechen? Sie haben manchmal seltsame Scherze drauf, stört Euch nicht daran, ein Angriff oder etwas Böses, sähe völlig anders aus. Das war nur Schabernack", grinste der Arzt.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Er sieht putzig aus«, fand Cyrano. »Ja, ich möchte ihn sprechen, um einen Eindruck von ihnen zu bekommen, wenn sie noch Backfische sind. Er soll mich begleiten, während ich mich hier umschaue. Wie alt ist der Kleine? Und wie soll die tägliche Auslastung denn Aussehen das man ein ganzes ...« Er räusperte sich. »... Rudel benötigt?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Unterhaltung, Sport, Traning, Ihr könnt ihn auch einfach überall mit hin nehmen. Ihn allerdings noch nicht, ich lasse ihn nach vorne bringen. Folgt mir", bat Noe. Einen Augenblick später wurde der Bursche nach draußen gebracht, der Cyrano die Zunge herausgestreckt hatte. Zwei Wächter hatten ihn dabei in eine Art Sicherheitsgeschirr gelegt. Es bestand aus einem Kragen und einem Gürtel. Zwischen Kragen, Armen, Handgelenken und dem Gürtel war eine Verbundkette angebracht, so dass der Bursche niemanden schlagen konnte. Man hatte ihn damit sozusagen wahrhaftig an der Kehle. Noe machte eine einladende Geste, während die beiden Wächter absolut neutral schauten.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»So etwas«, wunderte sich Cyrano und schaute sich an, wie der sogenannte Backfisch gesichert war. »Wie alt ist er?« Probehalber streckte er die Hand nach dessen Kopf aus um zu schauen, wie er reagierte und versuchte, sein Haar zu tätscheln.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Noe zückte sein eigenes Datapad und schaute auf die Einträge. "12 Tage ist er alt Hoheit, sein Name ist Alfie und er ist noch nicht sehr weit in seinem Training, wie Ihr sehen könnt", sagte der Arzt und hielt Cyrano das Pad hin, falls er es lesen wollte. Max nahm es ihm ab und schaute drauf. Alfie ließ sich problemlos anfassen und verkniff sich ein Kichern, während Cyrano ihn berührte.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Oh er ist drollig«, fand Cyrano und streichelte ihm den Kopf. »Alfie darf uns begleiten und ich werde ihn mir vormerken, wenn er noch zu klein ist. Machen Sie ein paar Empfehlungen. Mitch, du schaust auch mit, ja? Du kennst dich, denke ich, von uns allen am besten aus.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Mitchell musterte Cyrano und überlegte ob er etwas sagen sollte, entschied sich aber dann doch dafür. Immerhin gehörte er Max und zur Not würde er etwas dazu sagen, hoffte Mitch. "Falls er Euch gefällt lasst ihn hier und trennt ihn nicht von seinen Leuten. Es sei denn Ihr habt Interesse an ihm. In Ketten zu laufen ist nicht angenehm, glaubt es mir. Lasst Sie Euch doch einmal zum Spaß umlegen, Ihr werdet ja wieder befreit. Wenn er Euch begleiten soll, vertraut ihm soweit, dass er ohne Ketten gehen darf. Die Wächter sind hier, ich bin hier, also was soll Euch geschehen Hoheit und er ist nicht dazu da um Euch anzugreifen. Ihr müsst ihn nicht fürchten", sagte Mitch ruhig, da er nicht respektlos klingen wollte. Max schaute von Cyrano zu Mitch und nickte zustimmend. "Überlege es Dir, aber auch mich macht er auch keinen gefährlichen Eindruck. Du bist hier um einen zu adoptieren, da sollte Vertrauen die Grundbasis sein und wenn Du ihn später abholen möchtest, fang jetzt damit an", warf Max ein.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano guckte entsetzt. "Ich habe nie gewollt, dass er in Ketten geht, ich dachte, dies sei notwendig! Machen Sie Alfie bitte los", sprach er und klang dabei aufrichtig geschockt.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Noe gab den beiden Wächtern ein Zeichen und sie befreiten ihn von dem Geschirr, so dass er schon weit weniger bedrohlich wirkte. Er sah er aus wie ein zu groß geratener Jugendlicher der nicht so recht wusste, was die Leute vor ihm wollten, außer vermutlich im Gang spazieren gehen. Noe machte eine einladende Geste ihm weiter zu folgen, während Mitch das Geschirr aufhob und es Cyrano in die Hand drückte. Cyrano war kein Schwächling, ganz im Gegenteil, er wirkte durchtrainiert bis in den letzten Muskel, aber kaum das Mitch losließ musste er für Sekunden um sein Gleichgewicht kämpfen um nicht vorüber zu kippen, so schwer war das Geschirr. Mitch nahm es ihm wieder ab und legte es neben die Einheit, auch wenn man ihm ansah, dass er es am liebsten den Flur entlang gepfeffert hätte. "Gehen wir", sagte er schlicht. Wen er damit meinte ließ er offen, aber scheinbar fühlte sich sofort Alfie angesprochen und folgte ihm. Max wartete auf Cyrano und folgte den beiden und schaute sich die anderen GMOs an, während er auf das Kreuz von Mitch und Alfie starrte. Mit kaum merklichen Nicken deutete er Cyrano an, wie die beiden nebeneinander aussahen. Mitch blieb vor einer Kammer stehen und klopfte gegen die Scheibe. Der Kollege kam ihm verdammt bekannt vor.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Alfie sah winzig aus gegen Mitchell, obgleich Cyrano selbst gegen Alfie zierlich wirkte. Cyrano ärgerte sich über das schwere Geschirr. Während er wartete, dass der GMO hinter der Scheibe, an die Mitch geklopft hatte, nach vorn kam, wandte er sich an Noe. »Wenn diese Geschirre Ihrer Meinung nach notwendig sind, warum sind sie dann so enorm schwer? Es gibt kohlenstoffverstärkte Kunstfasern und andere Dinge, die genau so stabil sein sollten aber einen Bruchteil wiegen. Zudem, wie soll Alfie lernen, was man von ihm erwartet, wenn man es ihm in Ketten beibringt? Er machte nicht den Eindruck, als würde er wie ein Irrer loswüten, kaum dass er aus dem Raum kam. Vielleicht etwas übermütig, aber er sah nicht aus, als würde er mir oder sonst jemandem hier die Knochen brechen wollen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Noe wandte sich an Cyrano. "Da habt Ihr völlig Recht Eure Hoheit, allerdings passieren die meisten Unfälle nicht, weil ein Wärter oder Pfleger angegriffen wird, sondern aus Übermut oder wie immer man solche Scherze nennen mag. Sollte ich Euch im Übermut boxen, wäre das vermutlich nicht der Rede wert. Falls Ihr das überhaupt bemerken würdet. Sollte Alfie dies aus Spaß tun, würde ich Euch an der Rezeption abholen können, denn den Weg würdet Ihr nehmen. Das Geschirr ist so bewusst so schwer, damit sie damit nicht rennen können. Sollten wir es leichter machen, müssten sie auch eine Verbundkette an den Füßen tragen. Es sind Souvagner Eure Hoheit, sie sind klug, sie sind stur, sie sind neugierig und schon so mancher hat im Schweinsgalopp versucht hinter die Schleuse zu kommen nur um zu gucken, was dort ist. Solltet Ihr dann sein Geschirr festhalten, dürft Ihr den Galopp miterleben. Natürlich fragen sie auch und manchen zeigen wir einfach was hinter der Schleuse ist. Manche machen sich allerdings auch einen Spaß daraus. Versteht es so, Intelligenz die ungenutzt brachliegt, sucht sich immer einen Weg und meist verwenden die Tuteur ihn für solche Dinge. Die seltensten von ihnen sind wütend oder bösartig. Wütend würde vielleicht nicht einmal das Geschirr viel bewirken, dafür gibt es den Code. Denn in Wut könnte Euch ein Tuteur immerhin noch treten. Es dient unserem Schutz und sie tragen es nur die erste Zeit, auch wenn sie sich ein Leben lang daran erinnern, einst gesichert gewesen zu sein. Das ist der Preis der Macht Hoheit. Ah dort sitzt ein besonderes Exemplar, er ist eigentlich dafür vorgesehen ausgesondert zu werden. Scheinbar leidet er unter TVC. TVC/TDS-Syndrom
Tuez votre créateur/TVC, Töte Deinen Schöpfer/TDS - stand für ein Syndrom, dass viele künstliche Geschöpfe befiehl, die für nichts weiter als einen bestimmten Zweck geschaffen wurden. Sie richteten sich gegen ihre Schöpfer. Auch Cyborg befiel dieses Syndrom, sogar häufiger als sich manch einer eingestehen wollte. Zwar waren Borg keine direkt künstlich geschaffenen Wesen, sie waren meist von Geburt aus ganz normale Menschen, aber irgendwann ließen sie diese Menschlichkeit hinter sich.
Die einen taten dies freiwillig, aus welchen Gründen auch immer, andere wiederum wurden gegen ihren Willen aufgewertet und ihrer Erinnerung beraubt. Wieder andere taten es aus einer Überzeugung heraus und auf einigen Welten war Kybernetik sogar so etwas wie eine Religion. Sie verhieß Mut, Opferbereitschaft und Schmerz. Borg wurden auf Grund dieser bereits erbrachten Leistung überhaupt ein Borg geworden zu sein, verehrt. Möchtet Ihr ihn sprechen?", fragte der Genetiker.

Bolek Bovier
Der Tuteur, der in dieser Zelle seiner Vernichtung harrte, hatte sich nicht in die hinterste Ecke zurückgezogen, wie man es sonst vielleicht erwarten würde - er saß ganz vorn, eingerollt und schaute nun nach oben zu Mitchell. Als er ihn erkannte, stellte er sich an die Scheibe und presste beide Hände flach dagegen. »Mitch«, sagte er. »Haben sie dir erlaubt, dich zu verabschieden?«

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano trat ein wenig zur Seite und nickte Mitch zu, dass er mit ihm sprechen durfte. Er selbst ging zu Noe. »Ihre Beweggründe hören sich nachvollziehbar an, aber vielleicht lässt sich das eine oder andere optimieren. Ich werde Rücksprache halten und mich noch einmal bei Ihnen deswegen melden.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Mitch musterte Bolek und schüttelte ganz langsam den Kopf. "Ich wusste gar nicht, dass Du hier bist. Wieso bist Du wieder hier? Was hat das alles zu bedeuten Bolle? Seine Hoheit möchte sich ebenfalls einen von uns anschaffen, darum sind wir hier. Der Doc sagt Du hast TVC? Dass kann doch gar nicht sein, wen hast Du angegriffen? Oder hast Du wen entkommen lassen? Was war los? Du siehst fertig aus, aber gut, wenn ich mir vorstellen würde ich warte auf meine Einäscherung, sähe ich auch nicht aus wie das blühende Leben. Wer weiß warum wir uns nochmal begegneten, aber was auch immer uns zusammengeführt hat Bruder, pass auf Dich auf. Wenn nicht hier, dann da drüben. Noch lebst Du, willst Du was los werden, soll ich wem was ausrichten?", fragte Mitch und hatte für einen Augenblick die Gruppe völlig vergessen. Der Arzt hörte Cyrano aufmerksam zu und nickte erfreut. "Vergesserungsvorschläge von außerhalb sind manchmal wichtiger als Ihr vermutet. Frischer Wind sozusagen", sagte Noe und deutete auf Mitch und Bolek.

Bolek Bovier
»Ich habe einen Fehler begangen ... wir sollten in Obenza ein Labor ausheben. Der kleine Ethan und Adri sind draufgegangen. Es gab mehrere Explosionen und der Rest wurde voneinander getrennt. Ich habe einen der Föten, die wir vernichten sollten, nach Souvagne reingeschmuggelt ... Befehlsverweigerung, daher Verdacht auf TVC. Ich hab es nicht über mich gebracht, es zu Ende zu bringen, nachdem niemand mehr da war, um mir genau das zu befehlen. Felix heißt der Fötus. Wenn es irgendwie in deiner Macht steht, dann rette ihn. Er muss irgendwo hier sein, sie hatten ihn in Quarantäne gelegt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Mitchell rieb sich die Stirn und schaute Bollek wie vom Donner gerührt an. "Was war denn mit diesem Fötus? Und wie soll ich mich um einen Fötus kümmern? Ich habe von sowas keine Ahnung. Das klingt alles gewaltig grauenvoll und falsch, was war denn mit diesem Felix dass Du ihn nicht töten konntest? Ich kann fragen was mit ihm ist, oder Maximilien bitten. Ist er vielleicht krank oder verseucht, dass er in Quarantäne muss? Bolle Du machst Sachen. Obenza, ich meine wo Du mit einem Bein schon in der Friteuse stehst, kann ich Dir genauso gut sagen, dass wir ebenfalls dahin wollen. Taudis 42 - der Abgrund. Wir suchen Separe... oder das was man dafür hält. Glücklich bin ich darüber nicht, wie soll man die Sicherheit an einem Ort gewähren, der schon bei Sonnenschein in den obersten Etagen tödlicher ist als eine Müllpresse? Und wir wollen nach ganz unten, noch unter den Moloch, noch unter all das Kriminelle Pack noch darunter wo die Separe leben, noch eine Etage tiefer. Falls es nur eine ist. Was hast Du dort gesehen?", fragte Mitch besorgt.

Bolek Bovier
»Kadaverfressende, entfernt menschenähnliche Kreaturen. Missglückte Föten, von den mittleren Etagen runtergeworfen in den Taudis, von denen sie sich ernährten. Wir waren in Taudis 2, also geht es da noch weiter hinunter. Taudis 42? Na dann, viel Spaß. Ich konnte den Fötus nicht töten, weil er an mich rührte. Ich mochte ihn, so falsch es sich anhört, er war so winzig, wie ein NormSouv ... jene, die wir unser leben lang schützen. Er sah aus wie einer von ihnen. Und er lag neben jenen aus dem gestohlenen Material. Neben unseresgleichen, nur mit dem falschen Chip im Kopf. Obenza ist ein widerliches Dreckloch, Mitch, macht euch auf alles gefasst und damit meine ich alles. Gebt gut auf euch und eure Schützlinge acht. Warum er nun in Quarantäne ist, musst du die Docs fragen, ich habe die Erklärung nicht verstanden. Aber er ist klein und liebenswert, stell dir einen jungen NormSouv vor wie beispielsweise Cyrano. Nur noch kleiner! So was muss man doch beschützen, oder?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Mitch hockte sich im Schneidersitz vor die Scheibe und dachte darüber nach, was er gerade hörte. Der Abgrund, 2. Etage - Missgeburten, Totgeburten, menschlicher Abfall - bitte aussteigen. Abgrund 3. Etage Damenunterwäsche, Abgrund 42. Etage - war schön Sie gekannt zu haben, erfreut dass wir Sie hier herunterfahren durften. Verabschieden Sie sich von der Welt, es war sicher entspannend oben gelebt zu haben. Die Türen schließen sich... Merken Sie sich den Anblick von der Beleuchtung, es ist das letzte Mal in Ihrem Leben dass Sie Licht sehen und saubere Luft atmen. Ascenseurs Crash dankt Ihnen für das nicht gerechtfertigen Vertrauen - Au revoir.... Mitch kratzte sich sein stoppeliges Kinn und zuckte mit den gewaltigen Schultern. "40 Stockwerke tiefer als das was Du erlebst hast und der Duc höchstpersönlich wird dorthin reisen, ich weiß nicht wie wir ihn beschützen sollen, aber vermutlich so wie wir ihn vor allem anderen auch beschützen. Wir haben einen Sentir in unseren Reihen, den Göttern sei Dank. Ich weiß nicht aber wenn er aus gestohlenem Material bestand, wurde er doch nach Hause geholt oder? Vielleicht kann man den Chip und die Nanos entfernen? Ist das möglich?", fragte Mitchell nervös, während sich Max neben ihn stellte und Bollek betrachtete. "Max - Bollek, Bollek - Prince Maximilien Rivenet de Souvagne ehemaliger Duc vor über 800 Jahren", stellte Mitch sie einander vor.

Bolek Bovier
»Ergebene Grüße Hoheit«, grüßte Bolek und vereigte sich. Dann nutzte er die Chance, diese vielleicht letzte Chance. »Felix besteht nicht aus unserem Material, aber ein Teil der anderen Föten. Bernard meinte, Carnac sei sein Auftraggeber. Das schien ihm auszureichen, um den Kleinen wie Gift zu separieren. Wichtig für Euch ist zu wissen, Felix hat keinen Chip oder seiner ist kaputt. Er kann nicht reden und ist mir dauernd an die Nippel gegangen. Das Wichtigste aber ist, er weiß nicht, was er ist und wer ihn in Auftrag gegeben hat! Er ist ein unbeschriebenes Blatt, ihr könnt alles aus ihm formen, was ihr wollt. Gebt ihm eine Chance. Sicher wird er euch einst nützen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nickte knapp und hörte sich den Bericht von Bollek an. "Carnac ist das unterirdische Land der Vampire. Felix könnte demzufolge genau das sein, ein Vampir. Was uns zu weiteren Spekulationen veranlassen muss - wie hoch ist die tatsächliche Bevölkerungsdichte in Carnac? Felix kann genau das für uns herausfinden, sobald er reif dafür ist. Carnac entstand einst aus dem alten Land der Zwerge. Früher um genau zu sein vor 873 Jahren im Jahr 204 wurde das Reich der Zwerge vernichtet. Maßgeblich hierfür war ihr Vernichtungsschlag gegen Alkena und die daraus resultierende Rache des Chaos. Als die Zwerge bemerkten, dass sie den entfesselten Kräften alleine nicht standhalten können - wie auch, es waren ja Zwerge und keine Souvagner - riefen sie nach Hilfe. Zur damaligen Zeit bestand noch das Kaisho-Abkommen. Ein Länderbündnis zwischen den almanischen Herzogtümern Ehveros, Hohe Mark, Ledwick und Souvagne wie dem Goblin Königreich Evalon. Das Kaisho-Abkommen eilte den Zwergen zur Hilfe, marschierte dabei durch unser Land, stahl unsere Schiffe. Das veranlasste mich als damaliger Duc mich sofort von einem solchen Abkommen zu lösen, die Grenzen zu schließen, den Kriegszustand auszurufen und die Mauer zu bauen. Jedenfalls griff das Chaos weiterhin an und die Zwerge verkrochen sich in ihren Bauten, während die Almanen für ein Fremdvolk starben, denen sich nichts wert waren. Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco war es, der den Zwergen Rache schwor und sie gemeinsam mit uns ausführte. Ab dem Tag Sirio war Niewar Geschichte. Natürlich gab es hier und da noch vereinzelte Zwerge, aber schon bald war der letzte von ihnen verschwunden. Ich denke die Welt hat sie nicht vermisst. Jedenfalls zogen seinerzeit die Schatten in die alten Städte und bauten dort ihr eigenes Reich auf. Und so entstand Carnac die Land der Schatten, die Heimat der Vampire. Kleine Geschichtsstunde. Ich werde mich nach Felix erkundigen und sollte er gesund sein, wird ihm nichts geschehen", sagte Max freundlich und stützte sich auf Mitchs Schulter ab.

Bolek Bovier
»Danke, Hoheit«, antwortete Bolek glücklich. »Felix ist ein gutes Kerlchen, was auch immer er sein sollte. Er wäre sogar ein guter Vampir, da bin ich sicher. Nutzt sein Potenzial, Ihr werdet es nicht bereuen. Vielleicht kann Carnac heute auf die gleiche Weise besiegt werden wie damals Niewar und Felix wird Euch dabei helfen, wenn Ihr ihn lasst.« Er wandte sich Mitchell zu und legte erneut eine Hand an die Scheibe. »Viel Erfolg im Taudis. Danke und lebwohl. Nun macht es mir nichts mehr aus, zu gehen.« Er setzte sich wieder in seine Ecke, schloss die Augen und sah zufrieden aus.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max gab Cyrano ein Zeichen, dass er sich zu ihnen gesellen sollte. "Bollek, hast Du je einen Deiner Brüder gekannt, die unter TVC gelitten haben? Falls ja, wie hat sich das geäußert? Nun außer vermutlich dass er seinen Herrn am liebsten den Hals umgedreht hätte. Du machst mir nicht den Eindruck, als hättest Du vor irgendwen zu töten. Du hast ja nicht einmal Felix getötet, falls es das Gegenteil eines Tötungssyndroms gibt, scheinst Du mir ehr darunter zu leiden. Wenn man bei Mitleid von einem Krankheitssyndrom sprechen kann. Mitleid an falscher Stelle ist keine Krankheit, aber eine nicht zu unterschätzende Schwäche. Also wie steht es um Dich? Ich möchte eine persönliche Erklärung hören, weshalb Du Felix verschont hast und was Du empfunden hast, als die anderen hingerichtet wurden. Sprich offen, zu verlieren hast Du nichts. Zu gewinnen sehr wohl. Cyrano komm bitte her", bat Max.

Bolek Bovier
Der andere Prince, der sich gerade eben die Hände von einem ganz jungen BioMod angeschaut hatte, der ihn begleitete, gesellte sich nun zu ihnen, um sich wie Maximilien anzuhören, was er zu sagen hatte. »Die Föten zu töten, war unangenehm«, erklärte Bolek. »Das ist etwas anderes, als einen Soldaten zu eliminieren oder einen Kriminellen. Was haben sie denn getan? Was können sie für ihren Auftraggeber? Ich habe mich schuldig gefühlt, Herr. Und als Felix als letzter übrig war, hatte ich gehofft, er würde einfach von allein sterben, als er aus seiner Fruchthülle fiel. Doch er starb nicht. Und als ich ihn dann doch eigenhändig töten wollte, ging es einfach nicht. Dann fiel mir ein, dass die Informationen auf seinem Chip vielleicht nützen könnten, ehe ich feststellte, dass seiner vermutlich kaputt ist. Aber auch dann konnte ich ihn dort nicht in den Trümmern liegen lassen oder ihn eliminieren. Ich hatte das Gefühl ... das, was wir angerichtet haben, wieder gutmachen zu müssen, indem ich ihn schütze. Ich weiß, dass es falsch ist ... Befehlsverweigerung. Aber in diesem Moment hatte ich keine Befehle. Da war niemand mehr, der mir welche gab und so folgte ich meinem Herzen, um nicht nachdenken zu müssen. Ich tat das, was ich in dem Moment für das Richtige hielt. Ich habe zum Glück nie einen Kameraden mit TVC erleben müssen, Hoheit, aber die anderen berichten davon. Das ist purer Hass, Hoheit. Ich empfinde keine solchen. Nur ... Reue. Es waren Babys, Hoheit, Babys.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien dachte über die Worte von Bolek nach und schaute ihn dabei ungerührt an, so wie er es immer tat. Seinem Gesicht war dabei nicht zu entnehmen was er dachte, aber so traf er stets all seine Entscheidungen, er versuchte alles zu berücksichtigen im freiem Ermessen eines Duc, also übergeordnet jeder weltlichen Macht, denn einst war er die Macht Souvagnes an sich. Und so war sein Verstand nicht nur ein analytisch, sondern auch wohlwollend, solange kein Verrat oder noch schlimmere Verbrechen vorlagen. "Du sprichst von Befehlsverweigerung und erläuterst mir, es war niemand mehr anwesend, der einen Befehl hätte erteilen können. Folglich kannst Du gar keinen Befehl verweigert haben. Wer hat Dir etwas befohlen? Niemand Bolek, folglich ist der Tatbestand der Befehlsverweigerung auch nicht gegeben. Der letzte ranghöchste Mann führt den Befehl, der letzte Mann warst Du - Du warst allein und hast entschieden aus dem Neugeborenen Felix Deine Schutzperson zu machen. Das ist kein Verbrechen. Dafür wurdest Du geboren. Ich kann mir keinen Jagdhund anschaffen und mich beschweren, das er jagt. Ich kann ebenso keine Lebenswächter in die Welt setzen und mich beschweren, dass sie Wache halten. Man sagt Kinder sind unschuldig, Ihre Seelen sind unbeschrieben wie frischer Schnee. Dem ist auch so. Aber wir alle wissen ebenso, dass nicht alles erlernt ist, sondern dass viele Teile unserer Persönlichkeit schon mit der Geburt feststehen. Siehe vererbtes Wissen oder Handlungen. Wie oft ertappt sich eine Person und denkt, das mache ich genau wie Vater, Opa, Oma, Tante... woher? Es ist ins Blut geschrieben. Das mag manche Personen ängstigen, vor allem jene die den Menschen für etwas besonderes halten und ganz besonders den freien Willen. Aber letztendlich gehören wir alle der Natur an, gleich wie weit wir uns davon entfernt haben mögen durch eigenen Antrieb. Wir alle essen und atmen. Und wir alle erhalten eine Grundausstattung unserer Vorfahren mit auf dem Weg. Auch Ihr, nur nicht durch Zeugung, sondern wie auch immer Ihr geschaffen werdet. Ihr habt so gesehen auch Eltern. Und Deine Vorfahren, Deine Ahnen schrieben Dir ins Blut unschuldige, wehrlose Personen zu schützen. Genau das hast Du getan. Ich sehe keine Schuld, ich sehe Deine Aufgabe als erfüllt an. Der Mann ist zu entlassen", befahl Maximilien Noe.

Bolek Bovier
Bolek glaubte erst, nicht richtig gehört zu haben. Fassungslos starrte er Maximilien an und Mitchell dann stellte er sich vor das Schott und wartete ungeduldig. Cyrano sah Noe ernst an.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Sie haben den Prince gehört. Walten Sie Ihres Amtes. Und machen Sie mir die beiden BioMods fertig für den Verkauf, ich nehme sie beide mit. Mitchell, genügen die beiden? Oder benötigen sie weitere Gesellschaft? Brauchen wir noch etwas für die zwei, was wir nicht zu Hause haben?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Mitchell war genauso verdattert wie Bolek, Cyrano und der Arzt. Noe nickte knapp und ging kurz nach vorne an die Rezeption um die Entlassung von Bolek in die Wege zu leiten. "Der Doc scheint etwas verwirrt, vielleicht sollte er einen Kollegen konsultieren?", flüsterte Max und schmunzelte, was Mitch breit grinsen ließ. "Wenn Du wüsstest", flüsterte Mitch zurück und stand auf. "Ihr benötigt eine Unterkunft, Kleidung, im Grunde dass was Ihr für zwei Söhne kaufen würdet. Eine Erstausstattung und wenn beide Euch beschützen sollen, wovon ich ausgehe, dann benötigen beide Gear und natürlich Waffen. Ohne Waffen ist das wesentlich schwerer. Sie können sich eine Unterkunft teilen, dass ist kein Problem, fragt sie ruhig", sagte Mitch und streichelte mit einem Finger dankbar Maximiliens Hand.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Zwei reichen? Kann man sie einfach so von ihren Kameraden trennen?«, fragte Cyrano Mitchelle besorgt. »Eine Unterkunft und dergleichen wird sich finden lassen. Kannst du mir einen Tuteur empfehlen, der sich um die beiden kümmern kann, wenn ich einmal keine Zeit habe? Und was machen wir nun mit Felix? Pierre!« Cyrano kontaktierte seinen Onkel via Interkom. »Pierre! Wir haben hier einen neugeborenen Klon von Carnac, ohne Chip, so wie es aussieht. Womöglich ein Vampir. Der Doc hier hält sich recht bedeckt mit seinen Informationen, vielleicht kannst du ihm mal Beine machen. Kann man einen Vampir in souvagnischem Umfeld halten?«

Pierre Agramant de Souvagne
`Hallo erstmal...´, grüßte Pierre freundlich und hörte sich dann an, was Cyrano zu berichten hatte. `Zu Deiner Frage, warte eine Sekunde, ich lese den Courant aus´, erklärte Pierre und tat genau das. `Da bin ich wieder. Folgendes, ein Vampir kann natürlich unter normalen Personen leben, seiner Natur entsprechend. Er benötigt Blut, Menschen oder Albenblut und sie vertragen kein Sonnenlicht, sonst zerfällt er zu Staub oder Asche. Jedenfalls löst er sich in seine Bestandteile auf. Laut Daten die ich gezogen habe wurde er bei einem Einsatz geborgen, wurde als Felix in die SouvSecZen verbracht und fristet nun dort sein untotes Dasein. Biochip negiert, andere Chips wurden nicht gefunden, Interkom nicht vorhanden. Und falls dem so wäre, hat der gute Doc vergessen Euch auf etwas hinzuweisen. Die Entfernung eines Neuralchips ist möglich! Es funktioniert über Sonden die man in die entsprechenden Hirnregionen schiebt, genau wie die Interkoms. Klingt für Nicht-Kybernetiker vielleicht ekelhaft, aber die Sonden sind feiner als ein menschliches Haar. Und auf Nano-Basis sind diese Fäden feiner, als Ihr es Euch vorstellen könnt. Ein Vergleich, jeder kennt die DNS, weiß wie sie aufgebaut ist. Mal ein Bild auf Eure Coms wie groß ein Nanit oder ein Nano im Vergleich zu einem Gen ist. Ein Paar dieser Zapfen ist ein Chromosom. Ein Zapfen allein ist ein Gen. In dem hellblauen Schaukasten der winzige blaue Kasten markiert ein Nano. Der Punkt darin ist der Nanit. Rechts oben wird einer markiert und links unten. Chromosome, Gene. Wenn man ein Gen als Beispiel nimmt, ist es der winzigste Baustein unseres Lebens. Ein Nanit, ist um ein vielfaches winziger und kann sich wenn nötig zu hunderten in einem einzigen Gen niederlassen. So fein sind diese Gespinnstfäden, die sich vom Implantat aus dann im Hirn verbreiten und um die Nervenfasern legen. Nanotechnologie. Wenn das Implantat noch kein Wachstum über die Nanos impliziert hat, kann man den Chip entfernen. Einfach ist es nicht. Aber auch keine schwierige Aufgabe – es ist "nur" Fummelskram. Zur Frage die Du eben gestellt hast, der Tuteur der sich um Bolek und Alfi kümmern kann, ist Mitchell. Er ist vor Ort und hat sicher nichts dagegen, im Gegenteil. Soweit sein Medscan via Biochip mir gerade zeigt, freut er sich. Vermutlich weil Bolek nicht in die Verbrennung wandert weil... aha Max ihn gerade rehabilitiert hat. Und zwar weil... ja kann so stehen bleiben. Nicht wundern, ich rede mit Dir und lese zeitgleich den Courant aus, sowie die Datenbank der SouvSec bezüglich Deiner beiden Wunschkandidaten. Deine Tuteurs benötigen ein einges Zimmer, oder eine Wohneinheit. Eben das was ein normaler Souvagner benötigt, Bett, Bad, Schränke und so weiter. Ich werde über Sicherheitscode 1 die Entlassung per Direktdekret veranlassen. Pass auf Dich auf und viel Spaß mit Deinen Wächtern... Adieu´, übermittelte Pierre und beendete die Übertragung. Bildübermittlung Nanitengröße im Vergleich zur DNS: https://www.imagebanana.com/s/1315/kId2g4uz.html

Pierre Agramant de Souvagne
Noe ließ Bolek frei, sprich die Sicherheitstür seiner Zelle öffnete sich und er konnte sie verlassen. Der Genetiker händigte ihm seine Entlassungspapiere aus und sah dabei fast so bleich aus wie sein Kittel. Scheinbar wollte er noch etwas dazu sagen, klappte aber seinen Mund wieder zu und reichte Bolek noch eine hauchdünne Card, ehe er sich an Cyrano wandte. "Beide Tuteur sind bereit Euch zu Begleiten Eure Hoheit, Felix wird gerade für die Abreise eingefroren. Ich hoffe Ihr wart mit unserer Arbeit zufrieden", sagte Noe.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ah sehr schön«, freute sich Cyrano, lächelte Mitchell an und freute sich dann weiter über seine neuen Errungenschaften, während er beobachtete, wie Bolek aus der Tür trat. »Ja, zufrieden, bis auf die Sache mit den schweren Geschirren, aber dem werde ich mich bald widmen. Geben Sie mir irgendwas für Alfie mit, seine Kuscheldecke oder was auch immer so jemand als Bezugsobjekt hat, so dass er sich schnell einlebt. Warum sehen Sie eigentlich so bleich aus, Noe? Liegt Ihnen noch etwas auf dem Herzen?«

Pierre Agramant de Souvagne
Noe schüttelte den Kopf und lächelte Cyrano etwas gequält an. "Nein Eure Hoheit, seine Majestät Duc Pierre Agramant de Souvagne war nur etwas ungehalten über mein Arbeitstempo, wofür ich mich in aller Form und Höflichkeit bei ihm entschuldigt habe. Deshalb meine Frage, ob Ihr mit meiner Arbeit zufrieden wart. Eine Kuscheldecke? So etwas haben wir nicht, aber er kann seine Schlafkleidung mitnehmen, die wird auch gerne im Freizeitbereich getragen, da sie sehr bequem ist. Ich werde seine persönlichen Sachen zusammenpacken lassen. Umgehend versteht sich", lächelte er entwaffnend und tat genau das.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano wartete mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck darauf, dass man seinen beiden Tuteurs ihr Gepäck brachte und war gespannt auf den tiefgekühlten Vampir. »Alfie kann ohne Geschirr reisen?«, fragte er Mitchell zur Sicherheit. »Irgendjemand muss außerdem unsere Tiefkühlfracht tragen.«

Pierre Agramant de Souvagne
Alfie: "Ich kann ohne Geschirr reisen. Wieso bekommen wir Vampir am Stiel?", fragte er gut gelaunt, was Max losprusten ließ vor Lachen, auch Mitch musste sich das Lachen verkneifen. "Das ist ein echter Vampir, keine Eissorte", grinste Mitch und schaute Cyrano hilfesuchend an.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano zuckte gut gelaunt die Schultern. »Vermutlich aus dem selben Grund, aus dem man Alfie ins Geschirr legen wollte? Nehmen wir ihn so mit, wie er ist. Bolek ist schließlich mit ihm in Obenza auch allein fertig geworden. Freust du dich, Alfie?«

Pierre Agramant de Souvagne
Alfie überlegte eine ganze Weile und nickte dann. Er hatte schließlich noch nie einen Vampir gesehen, eigentlich hatte er noch gar nichts gesehen. Alles was er von der Welt draußen kannte, hatte er durch Filme kennengelernt und vieles davon ergab für ihn noch keinen Sinn. Ob er sich freute? Ja, aber es war auch etwas Angst dabei und er fragte sich, was er da draußen alles zu tun hatte. Beschützen sollte er seinen Herrn, war Cyrano sein Herr? Durfte man das fragen? Noch während Alfie in Gedanken war, erhielten sie die Information von Noe, dass Felix reisebereit war und abgeholt werden konnte. "Folgen Sie mir bitte", bat er höflich und führte die Gruppe aus dem Sicherheitskomplex seiner Abteilung hinab in die Kryo, wo man gerade die letzten Vorbereitungen für die Reise von Felix traf. "Eingefroren und Reisefertig", sagte Noe. Er suchte kurz sein Datapad, dass ihm Max zurückreichte. Verwirrt schaute Noe darauf und deutete Richtung Ausgang. "Die persönlichen Sachen von Alfie und Bolek sind in einigen Minuten am Empfang. Ich darf mich verabschieden?", fragte Noe. "Aber ja, gehen Sie", sagte Max wohlwollend.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Mitch und Bolek werden dir helfen, dich zu orientieren. Du wohnst bei Bolek und mir, ihr zwei erhaltet ein gemeinsames Quartier. Mitchell wird dir aber wohl öfters begegnen.« Er musterte stirnrunzelnd die riesige Kryobox. »Bolek, Mitchell, bitte bringt unsere Fracht nach vorn. Alfie kann das Gepäck tragen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm die Sachen und deutete Alfie und den anderen an, dass sie die Box schleppen sollten. "Fass bei der Box mit an, dass Ding sieht schwer aus", befahl Max und schmunzelte Cyrano an. "Du bist Ciel ähnlicher als Du Dir vorstellen kannst. Das meine ich als Kompliment, auch wenn andere das Gegenteil in meiner Zeit behauptet hätten. Er war auch immer recht vorschnell, aber er meinte es stets gut, so wie Du. Ich hoffe wir bekommen Felix durch, ansonsten müssen wir uns überlegen wie wir an Blut kommen. Vielleicht sammeln wir im Taudis welches?", schlug Max vor, während Mitch, Alfie und Bolle die Kiste mit Felix nach draußen wuchteten.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano nahm nun seinerseits Maximilien eine der Taschen ab. Er legte ihm kurz den freien Arm um die Schultern und zog ihn an seine Seite, ehe er ihn wieder freigab. »Vielleicht lassen wir ihn im Taudis einfach frei nach Blut suchen. Syntblut müssten wir ansonsten auch in der Küche haben. Es gibt Syntfleisch, warum dann nicht auch Syntblut? Doch, ich bin sicher, das kann man herstellen.« Im Gehen beobachtete er, wie die drei BioMods die Tiefkühltruhe mit dem gefrorenen Vampir schleppten. Bolek sah überglücklich aus und das wiederum erfreute Cyranos Herz. »Jeden Tag eine gute Tat, so sagt man doch. Für Felix einzustehen, das war Boleks. Boleks Leben zu retten, das war deine. Mitchell hat mich fachkundig beraten. Und entsprechend habe ich dank euch dreien meine ersten beiden eigenen Tuteurs erwerben können, samt vampirischem Anhang. Danke, Max, danke Mitch und danke, Bolek. Und danke Alfie, dass du einfach Alfie bist«, freute Cyrano sich und konnte kaum erwarten, das Oliver zu erzählen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Erworben? Dir ist wohl entgangen, dass wir ganz ohne eine Rechnung hier herausspaziert sind oder?", grinste Max und drückte Cyrano ebenfalls kurz an sich. "Na wenn da mal nicht Dein Onkel die Finger im Spiel hatte", schmunzelte Maximilien gut gelaunt. Er ließ sich die Worte von Cyrano durch den Kopf gehen. Wie wahr, er war Ciel wirklich ähnlicher, als so mancher dachte. Und wo er so über seinen Sohn nachdachte, vermisste er ihn. Was auch immer er ausgeheckt hatte, oder wie sie sich gestritten hatten, sie hatten sich geliebt. Und im Nachhinein war es im Rückblick ein schönes Leben gewesen. Max schmerzte der Verlust seiner Kinder, aber 800 Jahre waren eine lange Zeit und dass es ihn heute noch gab, war wohl er ein Paradoxon als die Regel. In jedem seiner Nachfahren konnte er etwas seiner Kinder entdecken, vermutlich war es seinem Vater ebenso ergangen. Nur hatte er nicht so eine weite Spanne zu überblicken. Cyrano war eindeutig Ciel in seinen Ansichten, so wie Pierre in manchen Dingen Verrill gewaltig ähnlich war. Und wer wusste nach wem Bolek kam, so dass er Felix gerettet hatte? Blut war dicker als Wasser, gleich ob es im Labor entstand oder aus Adern stammte, irgendwann war es einmal in Adern geflossen und es trug die Erinnerungen in sich, davon war Max felsenfest überzeugt. Er strich Cyrano über die Wange und folgte den drei Kanten die quasi den Weg freimachten. "Danke ist ein Wort, dass man viel zu selten gebraucht, ebenso Danke für den schönen Tag", sagte Max und schickte ein Gebet an seine Söhne, wo immer sie jetzt waren. `Und Euch Danke, wo immer Ihr jetzt seid - Ihr wart gute Söhne, jeder einzelne von Euch´.
[ externes Bild ]

"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

Bolek Bovier
Zweitcharakter
Beiträge: 5
Registriert: Mo 28. Jan 2019, 16:12
Volk: GMO - Souvagner 1077
Steckbrief: Bolek

Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#7

Beitrag von Bolek Bovier » Di 29. Jan 2019, 00:24

Drei Stinker und eine Hosenschlange


Cyrano Fulgence de Souvagne
Während Bolek, Mitch und Alfie sich mit der Kryobox abmühten, ließ sich Cyrano von den Mitarbeitern der SouvSec Societe mit Kaffee und leichten Knabbereien versorgen. Er war bester Laune, plauderte noch ein wenig mit den Mitarbeitern und trank seinen Kaffee im Stehen, während alle anderen auf ihn warten mussten. Er hielt seine Knabberbox der Reihe nach jedem hin, um deine Begleiter milde zu stimmen, während er am Strohhalm sog.

Mitch
»Wo ist der Rest der Stinker Truppe? Sie wären doch ideale Begleiter für uns in den Taudis. Sie waren schon einmal dort und haben überlebt. Damit würde die Zahl einschließlich des Duc auf vier steigen, die sich unten im Abgrund auskennen. Soweit man davon sprechen kann sich auf einer Müllhalde auszukennen. Also, wollen wir sie suchen und mitnehmen? Es würde das Team stärken«, schlug Mitchell vor und ließ die Kryobox sinken, da sie beim rumstehen den Kasten ja nicht in der Hand halten mussten. »Noch sind wir hier, also?«, fragte er hoffnungsvoll.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano zuckte mit den Schultern und schlürfte geräuschvoll den Rest seines Kaffees. »Du bist der Tuteur, ich verlasse mich auf deine Einschätzung. Wenn du sagst, wir brauchen noch mehr von euch, dann nehmen wir sie mit. Aber Stinker ist eine harte Bezeichnung, oder ist das BioMod-Humor? Bolek, beantworte bitte Mitchells Frage.«

Mitch
»Aber sie heißen doch so, das war keine Beleidigung, dass ist der Name ihrer Einsatztruppe. Ja vertraut uns, besser wir haben drei Mann zuviel dabei als einen zu wenig. Wir wissen nicht was dort unten auf uns lauert und was immer es ist, allein will dem Getier sicher keiner gegenüberstehen, nicht mal einer von uns«, warnte Mitch.

Bolek Bovier
»Es ist, wie Mitch es sagt. Stinker ist der Name unserer Truppe. Wir tragen im Einsatz alle den Namen irgendeines besonders heftig stinkenden Viechs. Dafür darf man sich bei Yoyo bedanken, auch bekannt als Zibet. Mich kennt man im Einsatz als Skunk und der dritte im Bunde ist Iltis. Wir waren bis vorhin noch fünf. Verblieben sind drei. Die zwei, die gefallen sind, sind gute Männer gewesen, doch das allein genügt in Obenza nicht. Oft ist es schieres Glück, wenn einer überlebt oder einfach Pech, dass man es nicht schafft. Gute Vorbereitung kann helfen, das Glück ein wenig zu unseren Gunsten zu neigen, doch vieles spielt sich unterbewusst ab. Man spürt, irgendetwas ist nicht in Ordnung - dann sollte man in Obenza tunlichst auf dieses Gefühl hören. Mit Alfie und Mitch wären wir wieder fünf, was eine gute Zahl ist. Yoyo und Enzo dürften sich in unserem privaten Bereich aufhalten. Nach so einem Einsatz hat man in der Regel wenig Lust, irgendwo unterwegs zu sein, man isst was, macht sich sauber und kriecht ins Bett. Soll ich sie herholen?«

Mitch
Mitchell nickte zustimmend, einerseits um Boleks Erklärung zu bestätigen und andererseits, damit dieser die Kollegen abholte. »Ich begleite Dich, wenn Du möchtest. Der Ort klingt nicht gerade vertrauenserweckend. Wir sollten die bestmögliche Bewaffnung einstecken. Besser wir schleppen eine Waffe umsonst mit, als dass wir uns im Gefecht die Waffe wünschen und sie liegt sicher und warm auf dem Nachttisch. Da nützt sie uns wenig. Also? Rücken wir ab und holen »die Stinker«?«, grinste Mitch, den die Vorstellung gefiel mit einer Truppe unterwegs zu sein, die aus Brüdern bestand.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ich bin einverstanden. Ab mit euch, Max und ich warten hier.« Er setzte sich gemütlich auf die Kryobox und wühlte mit den Fingern in den Knabbereien herum, um die leckersten Stücken herauszupicken.

Bolek Bovier
»Na dann.« Bolek nickte in die Richtung in die sie gehen mussten und stapfte los. »Die zwei sind in Ordnung, nur Yoyo - also Zibet - ist im Einsatz manchmal unangenehm. Der hat ein ›kleines‹ Problem mit seinem Testosteronhaushalt, da ist irgendwas schiefgelaufen.« Er grinste gequält. »Na ja, klein ... Er war bei uns fürs Grobe zuständig. Enzo, unser Iltis, ist ein recht solider Hacker, technische Anlagen auszuschnüffeln oder zu zerstören, das ist seine Welt. Adrien war richtig gut darin, aber er weilt ja leider nicht mehr unter uns. Ich war so was wie der Allrounder, ich habe alles gemacht, wofür ich gebraucht wurde, keine Spezialisierung. Meine Spezialisierung ist, dass ich keine habe und darum vielleicht nicht ganz so gut in manchen Dingen, aber dafür recht flexibel bin. Wie sieht es bei dir aus?«

Mitch
Mitch lief neben Bolek her und warf seinem Bruder einen Blick zu, den Bolek nicht deuten konnte. Mitch versuchte zu verstehen, wie Bolek so locker mit der Sache umging. Nun einerseits hätte er vor Wut schreien können, was ihm nichts genutzt hätte. Dann hätte man ihn vermutlich erst Recht für verrückt gehalten und ihm letztendlich vielleicht sogar eine Kugel verpasst. Auf der anderen Seite konnte er sich hier drinnen auch nicht freuen wie ein Kind, das war das gleiche Spiel in grün, auch dann würden sie ihm akuten Schwachsinn unterstellen, kein Tuteur verhielt sich so, jedenfalls nicht wenn Zeugen dabei waren. »Ich werde es mir merken und ihn nach seinem winzigen Problem fragen. Nun man könnte sagen ich war so etwas wie ein Aufklärer, als Erster in die Situation rein, als Letzter raus. Personenschutz selbst in Situationen und an Orten, wo Du froh bist, selbst mit heiler Haut davon zu kommen. Und wenn es ein Auftrag ist, ist das manchmal schwierig. Man soll Abstand zu seinem Objekt wahren, es ist eine Aufgabe kein Herr. Aber je mehr man mit einer Person durchmacht, je schwieriger wird es sie aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Ob das nur uns so geht, weiß ich nicht. Ich vermute allerdings nicht. Denn man entwickelt für die Schutzperson so etwas wie einen Beschützerinstinkt und die beschützte Person schaut zu einem auf. Nicht weil sie einen anhimmelt, sondern weil man ihren Arsch aus metertiefer Scheiße gezogen hat und sie lebend rausgehauen hat. Sowas war meine Aufgabe. Wegen dem kleinen Problem, schau unsere Statur an, schau unsere Größe an und rechne mal in Relation. Entweder hätten sie uns völlig neutral schaffen können, als eine Art Neutrum - oder sie beließen es dabei, was wir sind nur passen zu unserer Form. Du darfst eines nicht vergessen, auch dass kann eine mächtige Waffe sein. Aber sie zu benutzen erfordert schon ein gewaltiges Umdenken. Ich benutze mein Ding lieber um jemanden zu zeigen wie sehr ich ihn mag. Und verboten ist das schließlich nicht, wie gesagt, wäre es verboten die Nudel zu nutzen, hätten wir keine Nudeln. Ich war zuerst meinem eigenen Team zugeteilt und später als Unterstützung dem Team der Grasschlangen. Vas ist dort der Teamleiter, ein ganz anständiger Kerl, von der Statur her könnte man meinen einer von uns mit Zwergenwuchs«, lachte Mitch und folgte Bolek die weiß verkleideten Gänge entlang hinab. Auf der rechten Seite erschien ein großes Fenster, ganz so wie man auch Fenster bei einer Wohnung erwarten würde. Nur zeigte dieses Fenster nicht in einen Hof oder auf eine Landschaft, es zeigte hinaus in den Flur der SouvSec. Mitchell lief ein Stück weiter, bis sie endlich an der Tür angelangt waren. Die Wohneinheiten waren alle gleich aufgebaut, groß suchen oder sich orientieren musste Mitch sich nicht. Er klopfte, öffnete per Tastfeld die Tür, die in der Seitenwand verschwand und betrat die Wohnung. »Stinker?«, rief er mit unterdrücktem Lachen. Er stand in der Küche und schaute sich um was es leckeres gab. Zur rechten Hand war der Aufenthaltsraum, daran im Anschluss befanden sich die sechs Etagenbetten. Die einzigen Etagenbetten die ihr Gewicht tatsächlich tragen konnten. Neben den Betten war die Toilette. Mitch hockte sich auf einen Platz der Sitzecke. Wenn es etwas gab, dass er liebte, waren es gemütliche Sitzecken. Vermutlich aus seinen alten »Kindertagen« wo er dort gemeinsam mit seinen Besten Karten und dergleichen gespielt hatte. Mitch trommelte mit den Fingern auf den Tisch und wartete auf Bolek.

https://cdnb.artstation.com/p/assets/im ... 1469363773
https://cdna.artstation.com/p/assets/im ... 1469363778
https://cdna.artstation.com/p/assets/im ... 1469363790
https://cdna.artstation.com/p/assets/im ... 1469363787
https://cdnb.artstation.com/p/assets/im ... 1469363803


Bolek Bovier
Bolek nahm sich aus Gewohnheit etwas zu trinken, er trank direkt aus der Packung. Kokos-Geschmack. Er warf Mitch ebenfalls eine zu, die noch nicht angefangen war und schaute bei den Betten nach, wo Yoyo und Enzo gerade munter wurden. »Euer Typ wird verlangt.« Damit ließ er sie in Ruhe und setzte sich mit seiner Packung zu Mitchell. »Bisher habe ich noch keine Erfahrung im Personenschutz in dem Sinne. Ich war mit den Stinkern als Soldat im Einsatz. Man hat uns dorthin geschickt, wo gewöhnliche Soldaten nicht mehr weiterkamen. Man könnte sagen, wir haben die Drecksarbeit erledigt, aber das haben wir nicht - für uns waren jene Aufgaben gedacht, an denen ein NormSouv sich die Zähne ausbiss. Jene, bei denen das Risiko, zu sterben, zu hoch war, als dass es vertretbar wäre. Wir sind leichter zu ersetzen als jemand, der geboren wird, eine Kindheit durchlebt und 20 Jahre braucht, ehe man ihn für irgendetwas sinnvoll verwenden kann. Man kann davon halten, was man will, ich nehme es einfach als gegeben hin. Dich scheint es nicht kalt zu lassen, diese Räume wiederzusehen.« Bolek nahm einen Schluck und sah Mitchell über seine Packung hinweg aufmerksam an. In dem Moment gesellte sich Yoyo zu ihnen, ein blasser Glatzkopf mit einem sehr breiten Grinsen. Er hatte sich fix etwas übergezogen und gab erst Bolek, dann Mitchell die Hand. »Moien«, grüßte er und wirkte bestens gelaunt, obgleich sein Kopf einige frische Schrammen hatte und er vor wenigen Stunden zwei Kameraden verloren hatte.

Mitch
»Weil Du es von der falschen Seite siehst, jedenfalls momentan Bolek. Wir sind leichter zu ersetzen als jemand der 20 Jahre aufgezogen wurde. Dass ist korrekt, aber das heißt nicht, dass Du oder ich weniger wert wären. Ganz im Gegenteil, jeder in Souvagne hat seinen festgeschriebenen Platz. Unser Platz ist genau jener, den Du gerade beschrieben hast, dort wo der normale Souvagner versagt, dorthin marschieren wir und drehen die Sache zu unseren Gunsten. Uns macht nicht wertvoll, dass wir entbehrlich sind Bolek - letztendlich sind alle entbehrlich und der Posten kann neu besetzte werden. Auch der Duc ist nicht Tausende von Jahre alt, sondern immer ein neuer Mann in diesem Amt. Ein Nachfolger, der in die Fußstapfen seiner Vorfahren tritt, bestens darauf vorbereitet, dafür geschaffen sozusagen. Genau wie Du oder wie ich. Wir haben unsere Jobs nicht, weil man auf uns so leicht verzichten könnte, sondern weil wir über Fähigkeiten verfügen, die andere nicht besitzen. Aus diesem Grund schicken sie uns nicht nur, sie müssen uns schicken. Sie mussten uns schaffen um Leute wie uns schicken zu können. Und dass es in einem Volk auch jene geben muss, die es verteidigen ist selbstverständlich Bolek. Das ist sogar bei Bienen so. Da kommt auch keine angeschwirrt und fragt eine Wespe »Du möchtest Du das bei einem Tropfen Honig ausdiskutierten?«. Der Feind wird eleminiert, weil er den ganzen Schwarm bedroht. Und jene die das tun, dass sind wir Bolek. Und ja, ich fühle mich hier in der Wohneinheit wohl. Ist Dir je hier etwas Schlechtes passiert? Mir nicht, ich war mit meinen Brüdern zusammen, wir haben gelernt und abends gelacht. Wir hatten eine gute Zeit. Ich denke andere erinnern sich dafür an ihre Kinderzimmer«, antwortete Mitch Bolek, ehe er Yoyo die Hand schüttelte. Er sah mitgenommen aus, aber Mitch hatte seine Narben im Gesicht auch nicht vom Blockflötenunterricht. Bei dem Gedanken musste er breit grinsen. »Und alles frisch? Wir benötigen Eure Hilfe im Taudis«, erklärte er und wartete auf irgendeine Reaktion.

Younes Morland
»Da kommen wir gerade her«, lachte Yoyo. »Kennt ihr zwei euch, oder wie kommst du auf uns? Und wie habt ihr es geschafft, Bolles Hals zu retten? Ich hatte nicht damit gerechnet, dich noch einmal zu sehen, Dicker. Das war mein Kokos, aber lass es dir schmecken.«

Mitch
»Nun er hat so ein trauriges Gesicht gemacht, dass Max ihn mitnehmen musste und hier ist er. Also Bolek nicht Max. Er hat uns erzählt, dass Ihr im Taudis wart und der Duc möchte ebenfalls dorthin reisen, er sucht etwas. Irgendetwas was mit den Separe zu tun hat und da Ihr schon dort wart und wir hin müssen, dachte ich es wäre nützlich Euch als Fremdenführer dabeizuhaben. Bist Du der Kerl mit dem Schlangenproblem?«, fragte Mitch grinsend und trank seinen Kokosdrink.

Younes Morland
»Ja, Mann, Bolle muss auch alles breittratschen. Aber die Schlange schläft jetzt, ist müde, also alles gut.« Aus Geselligkeit nahm er sich einen Proteinriegel, öffnete die Verpackung mit den Zähnen und wollte ihn sich schmecken lassen, verzog aber das Gesicht. »Mag jemand Maracuja?« Er hielt den angebissenen Riegel fragend hoch. »Der Taudis ist nicht witzig, habt ihr Atemschutzgeräte und Kletterausrüstung? Ohne wird`s nichts.«

Mitch
Mitch nahm Yo den Maracujariegel ab und ließ ihn sich schmecken. »Ich denke wir haben sowas an Bord, das Schiff vom Duc hat alles an Bord, es sah jedenfalls so aus. Und was ist das Problem mit Deiner schlafenden Schlange? Bolek hat es nur angedeutet, er sagte Du hast Hormonstörungen. Das klingt als wärst Du eine Frau in den Wechseljahren. Also was ist los? Beiß- oder Ladehemmungen?«, grinste Mitch und knuffte Yoyo als Zeichen dass er nur scherzte.

Younes Morland
Yoyos Grinsen verzog sich und sah nun ziemlich gequält aus. »Das Ausmaß ist das Problem. Jeder Schritt erinnert einen daran. Und wenn du dauernd an die Existenz von deinem Schwanz erinnert wirst, wirst du auch dran erinnert, dass man den benutzen kann. Das Scheißteil ist omnipräsent.«

Mitch
Mitch zog fragend eine Augenbraue hoch, da er eigentlich vom Gegenteil ausgegangen war und sich dachte, dass Bolek ihn auf den Arm nehmen wollte. »Verstehe, ich hatte das völlig falsch aufgefasst und dachte Du wärst unglücklich über eine zu kleine Bestückung. Dann nehme ich alles zurück. Wobei Du Dir vielleicht die richtige Herrin oder den richtigen Herrn aussuchen solltest«, grinste Mitch und knuffte Bolek. »Wie kam es dazu? Hat einer experimentiert, oder bis Du als Neugeborener in die Wachstumsbeschleuniger gefallen mit der Nudel voran? Wie kam das? Das muss doch einen Grund haben. Wem seid Ihr zur Zeit zugeteilt, oder seid Ihr generell verfügbar?«, hakte Mitch nach.

Younes Morland
Yoyo zuckte mit den breiten Schultern. »Sie haben gepfuscht. Falsche Hormondosis zur falschen Zeit. Ob das Absicht war, weiß ich nicht, offiziell war es ein Fehler. War nicht so schlimm, dass man mich hätte aussortieren müssen, aber lästig genug ist es. Das heißt, für mich weniger, meist leiden eher die anderen.« Er feixte. »Wir gehören den La Granges. Aber ich denke nicht, dass die ein Problem damit haben, uns auszuborgen, hängt natürlich davon ab, an wen. Was meinst du damit, ich soll mir die richtige Herrin suchen? Wie soll ich das machen.«

Mitch
»Oh ich denke die La Granges haben kein Problem damit, ihrem Duc auszuhelfen. Du sollst Dir jemanden suchen der Deine Qualitäten zu schätzen weiß, wenn Du die Möglichkeit hast. Gibt Leute die stehen auf alles mögliche, wieso auch nicht darauf? Ich meine, wenn du Glück hast, wirst Du Deinen Herrn oder Deine Herrin ja nicht nur nach draußen begleiten. Oder warst Du immer nur Soldat? Ich meine nie einer Person zugeteilt?«, fragte Mitch neugierig.

Younes Morland
»Ach, wir gehen für den Duc in den Taudis?«, fragte Yoyo neugierig. »Und was sollen wir da unten? Gibt`s dafür eine Prämie oder Sonderurlaub oder so was? Ich war nie einer Person zugewiesen, keiner von uns war das. Wir haben allein unser Ding gemacht.« Er feixte. »Unser Ding! Wie soll ich mir eine passende Herrin oder einen Herrn denn suchen, soll ich ein Rundschreiben machen oder was.«

Mitch
»So ähnlich, nur ohne Gekritzel. Sobald Du jemanden als Wächter zugeteilt bist, was passieren kann da unten, schau ob er oder sie Dir gefällt und dann zeig Dich von Deiner besten Seite. Anders machen es die Normalos auch nicht. Und wenn es passt, bist Du ab dato Leibwächter oder sowas, ich bin der Leibwächter und Leibdiener von Max. Ja wir gehen für den Duc in den Taudis und wir suchen die Separe. Warum auch immer, aber wir müssen vorsichtig sein, alles andere wäre mörderisch. Wir werden von einem Sentir, einer Saint-Verrill, den Grasschlangen, meinem Herrn Max, Cyrano und einem Bluthexer begleitet. Also unsere Truppe ist gut gemischt, wir müssten gute Chancen haben. Oder was würdest Du empfehlen? Du warst unten, Ihr wart da unten in dem Abfallsumpf. Also was benötigt man außer Atemschutz und Saugnäpfe?«, fragte Mitch.

Younes Morland
Yoyo kratzte sich nachdenklich im Schritt. »Alles, was man fürs Klettern noch braucht, Gurte, Karabiner, Seile, Spitzhacken. Wer keine entsprechende Aufwertung hat, braucht außerdem ein Nachtsichtgerät, weil es da unten zappenduster ist. Zur Orientierung entweder gesicherte Sender, aber da besteht immer das Risiko, gefunden zu werden, oder ein gutes altes altmodisches Seil. Es gibt einen Pfadfinderalgorithmus für die Leute mit Interkom zur autonatischen Wegberechnung, aber der funktioniert nur, wenn er die Umgebung kennt. Separet haben wir auch gesehen, könnten aber auch Ghule gewesen sein oder einfach Penner. Für mich fällt das alles unter Grubenkriecher. Du hast dir also einen Max geangelt und der kümmert sich nun um deine Schlange?«, feixte Yoyo.

Mitch
»Ja vermutlich bringt er mich sogar um, aber Ihr schweigt. Nicht ein Max, den Max - den Burschen, nachdem der Hauptkern, das HIVE benannt wurde in Anlehnung wegen der Abkürzung. Kurzum den Duc vor... 800 Jahren? Das Fischstäbchen, jenen Souvagner, der eingefroren war. Also Prince Maximilien Rivenet de Souvagne, dessen Leibdiener bin ich und ich kann mich nicht beklagen. Er sich hoffentlich auch nicht. Er ist ganz umgänglich, nur kennt er noch nicht viel von unserer Welt. Er hielt Rakshaner für harmlos. Rakshaner! Braune Typen die ständig mit Knochen herumfuchteln. Seine Beschreibung. Als er sie dann sah, hat er gewusst, dass manche vermutlich doch braun sind, aber mehr mit Schnellfeuergewehren rumwackeln anstatt mit Knochen. Keine Ahnung wie die damals aussahen, wie sie heute aussehen hat er gelernt. Drum muss man auf ihn doppelt aufpassen. Er ist wie ein Fremdling aber er ist einer von uns, einer der alten Art, einer der Ersten. Und er ist ziemlich süß. Aber das habe ich nie gesagt«, lachte Mitch.

Bolek Bovier
»Ist das geheim, Mitch? Wenn ja, warum? Max ist in Ordnung«, bestätigte Bolek. »Er hat mir den Arsch gerettet. Warum, weiß ich nicht, er hat alles so hingedreht, dass es sich logisch anhört und auf einmal war ich frei. Vermutlich wollte er Mitch eine Freude machen. Es kann also nur von Vorteil sein, sich auch mal von seiner guten Seite zu zeigen.« Er knuffte Younes, trank seine Packung leer und stand auf. »Der Taudis wartet. Ich seh mal nach Enzo.«

Mitch
»Geheim? Ich weiß es nicht, ich habe nie gefragt. Aber ich habe es Euch im Vertrauen erzählt. Das hatte nichts mit mir zu tun Bolek, auch wenn mir das schmeicheln würde. Das hatte mit Dir und ihm zu tun. Er ist so, er ist ähnlich wie unser Duc. Max denkt in solchen Dingen meist weit, so weit, dass ich nicht weiß was er berücksichtigt. Und manchmal wo ich grübele was er alles berücksichtigt, da hat er gar nichts weiter gedacht, außer einem Souvagner etwas Gutes zu tun, aus dem Grund da er ein Souvagner ist und er seine Hilfe benötigt. Das habt Ihr beiden unter Euch ausgemacht. Und viel hat bewirkt, dass Du nicht gelogen hast. Du hast Dich nicht herausgeredet, nichts beschönigt oder verschwiegen. Im Gegenteil, Du hast Dich schlechter dargestellt als Du überhaupt warst. All das wertet er, bist Du schuldig, lässt er Dich verrotten. Bis Du unschuldig steht er Dir bei. Ob ich dabei bin ist ihm in solchen Fällen gleich. Eben der Taudis wartet, hol Deinen Kollegen und lasst uns zurück zur Gruppe gehen. Die Abreise steht kurz bevor«, sagte Mitch und musterte Yo von oben bis unten, ehe er erneut grinste.

Younes Morland
Während Bolek nebenan mit Enzo redete, stellte Yoyo sich hin und befreite seine legendäre Hosenschlange. Dazu musste er einige Male nachgreifen, um sie ganz aus seinen Klamotten herauszuziehen. Als sie hinab hing, zeigte sie sich als eine unwahrscheinlich lange, dicke, fleischige Wurst. Dann griff er darunter und holte zwei Eier hervor, die das Ausmaß von Mangos hatten.

Mitch
Mitchell starrte Younes in den Schritt und zwar sehr lange, bis ihm auffiel, wie lange er starrte. Er kämpfte darum Younes in die Augen zu schauen beim Sprechen, was ihm einigermaßen gelang. »Gut ich nehme zurück was ich dachte, auch wenn Du davon keine Ahnung hast. Das ist der größte Schwanz, den ich je gesehen habe und Du weißt so gut wie ich, wir haben einiges gesehen und kaum einer von uns ist klein. Aber gerade fühle ich mich... winzig. Hätte nie gedacht DAS mal zu sagen. Mit dem Prügel kannst Du jemanden gewaltig glücklich machen, oder umlegen. Das steht fest, in Stein gemeißelt oder gestoßen«.

Younes Morland
Yoyo ließ ihn in Ruhe fertig gucken, ehe er sich daran machte, alles wieder zu verstauen und nun sah Mitch, wie mühselig und umständlich das war. Einfach mal schnell die Hose zumachen war nicht, es musste alles sortiert und zurechtgerückt werden und auch danach ging die Hose kaum zu. »Glücklich mach ich damit wohl niemanden«, antwortete er grinsend. »Bisher hat sich noch keiner darüber gefreut, die Hosenschlange im Einsatz zu erleben.«

Mitch
»Kommt drauf an wie Du sie einsetzt, wie eine Dampfwalze oder bewusst. Der Rest ist Übungsache des Emfpängers und worauf der abfährt. Vielleicht solltest Du bei dem Ding wirklich besser eine Robe tragen. Da kannst Du die Schlange einfach frei hängen lassen«, schlug Mitch vor.

Younes Morland
»Wenn die rumschlackert, ist das auch nicht angenehm, dann setz ich mich drauf oder die Eier werden wund. Ist eine ziemliche Nerverei, aber dafür hat man immer was zu reden.« Er gluckste. Bolek kam gerade wieder, mit Enzo im Schlepptau. Bolek zog die Brauen hoch, als er das Gesprächsthema realisierte, da er die Hosenschlange nicht mochte, sagte aber nichts dazu. Enzo sah ziemlich zerknautsch aus, er rang sich ein Grinsen ab und schlug Mitch zur Begrüßung mit der flachen Hand gegen die Schulter.

Mitch
»Dann trag eine Unterhose aus Spandex unter der Robe oder einen Euterhalter mit einer Schale, wenn es sowas gibt«, sagte Mitch nachdenklich und entschied, dass er gerade viel zu genau über den Schwanz von Younes nachdachte. Er knuffte Enzo zurück und deutete Richtung Tür. »Hat Dich Bolek informiert wohin es geht? Wir müssen in den Taudis und wir benötigen Euch, lasst uns gehen«, sagte Mitchell. Er schnappte sich noch eine Getränkedose von der Küchenzeile und ging schon mal vor auf den Flur. Sicherer war das, aber dass Kokosgetränk gefiel ihm ganz und gar nicht von der Farbe. Der Geschmack lenkte ihn jedenfalls ab und er musste gleich mal dringend mit Max reden, fand er.

Enzo Chaterde
»Robe und Spandex ist gar keine schlechte Idee«, fand Enzo. »Wir müssen eh noch unsere Ausrüstung abholen, frag doch mal, ob die was passendes haben. Nur fällt dann die Show weg, die du uns jedes Mal lieferst.« Trotz seines zerknautschen Zustands rang er sich ein Grinsen ab. Er war froh, dass sie einen Auftrag zur Ablenkung erhielten. »Bolle hat mich über alles informiert. Geh schon mal vor, Mitch, wir kommen dann mitsamt der Ausrüstung nach.«

Mitch
»Ja klar, kein Ding, bin schon weg«, antwortete Mitchell und schlenderte zurück Richtung Gruppe. Dabei ließ er sich erstaunlich viel Zeit, dachte an alles und vermied jeden Gedanken an Schlangenförmige Gegenstände, Körperteile, wie auch Obst- und Gemüsesorten. Als er endlich wieder in der Lobby war, schaute er von Cyrano zu Max und wieder zurück, ehe er es sich ebenfalls auf der Kryobox bequem machte. Die Box fühlte sich alles andere als nach Kryo an, er hätte sich genauso gut mit dem nackten Hintern auf eine Herdplatte setzen können. Er kratzte sich den Nacken und starrte Richtung Ausgang, während sich Max neben ihn hockte.

Bolek Bovier
Kurz darauf trafen die drei Stinker ein, in voller Montur. Jeder von ihnen buckelte obendrein einen gigantischen Rucksack mit Ausrüstungsgegenständen, die sie erst unterwegs anlegen würden, wie die Gurte und die Seile. Tatsächlich trug Yoyo nun eine Art Rock. »Hoheit, die Stinker stehen zu Eurer Verfügung. Neben mir sind Enzo Chaterde und Younes ›Yoyo‹ Morland, im Einsatz bekannt als Iltis und Zibet. Mein Name ist Bolek Bovier, der Skunk. Zu Euren Diensten. Wir können«, informierte Bolek.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte die Gruppe und nickte zufrieden. »Bestens, wir brechen umgehend auf. Welche Ausrüstungsgegenstände Ihr dabei habt, werdet Ihr an Vas dem Truppleiter weitergeben, damit dieser uns entsprechend eindecken kann. Es sieht nicht so aus, als wäre der Besuch dort unten ein Spaziergang. Wir sollten uns auf alle Eventualitäten vorbereiten. Cyrano«, übergab Max das Wort an seinen entfernten Verwandten der ihn so an Ciel erinnerte, während er Mitch kurz einen Knuff gab.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano trat vor und betrachtete seine neuen Streiter. »Prince Cyrano Fulgence de Souvagne, ab sofort euer Herr«, stellte er sich vor. »Und Prince Maximilien Rivenet de Souvagne, Duc einer vergangenen Epoche, aufgetaucht und reanimiert, um erneut an unserer Seite über Souvagne zu wachen. Alfie hier ist euer neues Küken, er ist erst 12 Tage alt. Seine Ausbildung obliegt Bolek. In der Kryobox ruht der tiefgekühlte Vampir Felix, den wir ebenfalls mitnehmen. Die restliche Truppe wird euch in der Tortue bekannt gemacht. Auf geht´s.« Er warf seinen leeren Kaffeebecher in eine Abfallluke und gab den Weg zum Hangar vor.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Meine Herrn, Ihr habt den Prince gehört«, schmunzelte Max und folgte Cyrano auf dem Fuße. Mitchell schaute Yo an und nickte minimal in Max Richtung, während Alfie die Kryobox hochwuchtete.

Younes Morland
Yoyo prüfte Maximiliens Statur, als dieser sich umgedreht hatte, um neben Cyrano zu gehen. Er schenkte Mitch ein Grinsen und ließ die Augenbrauen hüpfen. Bolek hechtete derweil Alfie zur Hilfe, der sich im Alleingang mit der Kryobox abmühen wollte.

Mitch
Mitch grinste freundlich zurück und sprang von der Kryobox. Er musste über Alfie gut gelaunt den Kopf schütteln, packte bei der Box mit an und folgte mit den anderen den beiden Princen. Yo verstand ihn, jedenfalls kam es Mitch so vor. Sie würden gut auf ihre Herren acht geben fand Mitchell und mit einmal hatte der Kokosgeschmack sogar was ziemlich Aufregendes.

Bolek Bovier
Zweitcharakter
Beiträge: 5
Registriert: Mo 28. Jan 2019, 16:12
Volk: GMO - Souvagner 1077
Steckbrief: Bolek

Re: Abreise in den Abgrund - Taudis 42 - Kapitel 01 -- Die Abreise

#8

Beitrag von Bolek Bovier » Mi 30. Jan 2019, 07:52

Erneut an Bord der Schildkröte


Alfie
Alfie hatte keine Ahnung wohin sie gingen, aber das musste den jungen Tuteur auch nicht stören, er folgte einfach Mitch, der seinerseits wiederum Maximilien folgte. Und so wie es aussah folgte dieser Cyrano damit war die Hirarchie für Alfie klar. Er schaute sich nach den anderen um, aber jeder folgte gehorsam den beiden Blondschöpfen. Alfie fand die Haarfarbe schön, vor allem da er selbst blond war. Die SouvSec zu verlassen verursachte ihm etwas Bauchschmerzen. Er war neugierig und aufgeregt zugleich. Vorher hatte er nie den freien Himmel gesehen, alles was er kannte waren Räume, an die wieder andere Räume angrenzten. Er hatte nicht gewusst wie er sich die Gegend draußen vorzustellen hatte. Aber das was er sah gefiel ihm, vor allem die Gerüche. Sie waren mitten in Beaufort und es roch überall verführerisch nach etwas zu Essen. Am liebsten wäre Alfie einmal stromern gegangen und hätte sich alles aus nächster Nähe angsehen, aber leider war das unmöglich, denn er hatte keine Erlaubnis. Dennoch schaute er sich um und schaute kurz zurück über die Schulter. Die SouvSec sah von außen so aus wie sie - gewaltig und kantig. Er mochte das Gebäude. Alfie tippte Bolek an, so dass die Box gefährlich schwankte. »Erzähl mal was über draußen, was riecht hier so nach Futter?«, fragte er den älteren Tuteur.

Bolek Bovier
»Vorsicht«, mahnte Bolek und rang um sein Gleichgewicht, was nicht so einfach war mit einer derart schweren Box, wenn man von einer Kante wie Alfie ›angetippt‹ wurde. Ein NormSouv wäre von der Berührung wahrscheinlich an die nächste Wand geklatscht worden. »Als ersten Unterricht kriegst du Raufen verordnet, damit du deine Kraft zu dosieren lernst. Am besten durch die Bank weg einmal mit jedem von uns und dann, vorsichtig, mit einem NormSouv. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie zerbrechlich sie sind im Vergleich zu uns. Was hier so gut nach Futter duftet - das ist Futter. Es sind die Fressbuden, die es hier überall gibt. Für jeden guten oder schlechten Geschmack ist was dabei und für jeden großen oder kleinen Geldbeutel. Hunger?«

Alfie
Alfie grinste Bolek an. »Machen wir, testen wir aus wer der Stärkere ist. Ja wir schleppen hier die ganze Zeit die Kiste und zu essen bekommen wir nichts. Also was zu essen wäre super. Vielleicht Fleisch oder Nudeln. Beides geht auch, ich soll mit einem Protectee raufen? Das ist eigentlich verboten, weil sie leicht verletzlich sind. Ihr Knochen sind weich oder sowas hat unser Ausbilder gesagt. Weich sehen sie eigentlich nicht aus. Aber sie sind schreckhaft, ich hab es getestet«, lachte Alfie als er an Cyranos Gesicht dachte nur weil er gegen die Scheibe geklopft hatte. »Aber er war nett fand ich. Er hat auf das Geschirr verzichtet, wer macht das? Ich glaube wenn wir Zuhause sind, lege ich mich eine Stunde hin«, grübelte Alfie. Ihm schien völlig gleich, was sie eventuell noch zu tun hatten.

Bolek Bovier
»Wir gehen nicht nach Hause, wir gehen an Bord der Tortue«, erinnerte Bolek. »Wir sind auf dem Weg in den Taudis, geradewegs hinab in den Abgrund. Du kannst höchstens versuchen, während des Fluges noch ein Stündchen zu schlafen. Normalerweise ist das keine Mission für einen gerade mal 12 Tage jungen Tuteur.« Er hielt inne und hoffte, Cyrano und Maximilien hatten nichts von davon gehört. Es schien nicht der Fall zu sein, sie stapften unbeirrt plaudernd vorneweg. »Du sollst ja auch nicht mit einem von den beiden raufen, sondern mit einem anderen NormSouv. Vielleicht lässt Vas sich breitschlagen oder ein anderer aus der Truppe? Mitch, du kennst die Nasen am besten. Wäre da einer als Übungsobjekt für Alfie geeignet, nachdem der sich an uns die Hörner abgestoßen hat? Essen gibt es an Bord, keine Sorge. Aber ob das Nudeln oder Fleisch sein werden, wage ich zu bezweifeln. Zumindest nicht für uns.«

Alfie
Alfie schaute Bolek verwirrt an. »Wieso soll ich keine Nudeln essen? Seit wann ist dass denn verboten? Ich meinte auch nicht die beiden, sondern irgendwen. Wird sich zeigen, wer den Mumm hat«, grinste Alfien und überlegte ob er schlafen oder lieber den Flug beobachten wollte. »Sind wir bald da? Die Kiste nervt mich so langsam«, murrte er, was Mitchell losprusten ließ.

Mitch
Mitch überlegte gut gelaunt und entschied dass Vas eine gute Wahl war. »Also Vas ist eine gute Wahl, er ist nicht sonderlich zerbrechlich. Es ginge auch Kabir oder Gilian, aber bei Kabir wäre ich vorsichtig. Er ist ein Sentir also ein Psi, lass es bei ihm lieber sein. Mit Cyrano solltest Du schon irgendwann mal behutsam Deine Kräfte messen um sie ihm gegenüber einschätzen zu können. Ich kann Max auch nicht an der Schulter greifen und zurückreißen, ich muss ihn anders anfassen. Sonst wäre ich ungewollt die größte Gefahr für ihn. Drum wäre es gar nicht verkehrt, mal mit Cyrano einen Kräftevergleich durchzuführen, natürlich so dass ihm nichts passiert. Da wird er sicher nichts gegen haben. Oder halt ihn einfach mal vorsichtig fest und er soll sich versuchen zu befreien. Wenn er nicht mehr möchte, lass ihn sofort los. Das ist kein Spaß. Aber so lernst Du einzuschätzen, wieviel Kraft oder besser gesagt wie wenig sie im Vergleich zu Dir haben. Aber sie gleichen es auf andere Art aus«, erklärte Mitch.

Bolek Bovier
»Es kommt darauf an, was die für uns an Bord haben, Alfie. Meist sind das nur Riegel und Flüssignahrung. Für unsere Herren sieht das Angebot natürlich anders aus. Aber vielleicht gibt es ja Riegel mit Tomatenaroma, dann ist das fast wie Nudeln mit Tomatensoße.« Er nickte auf Mitchs Erklärung hin und war froh, dass dieser ihm ein wenig bei Alfie half. »Cyrano scheint neugierig zu sein, sicher wird es ihn auch interessieren, zu erfahren, was du kannst. Schlag es ihm einfach bei Gelegenheit vor. Aber vorher tobst du dich an uns aus.« Er zwinkerte ihm zu. »Mitch, erklär unserem Alfie doch mal bitte, wie die NormSouvs ihre fehlende Kraft ausgleichen. Ich kenne mich mit ihnen nicht so gut aus, ich hatte bislang wenig mit ihnen zu tun.«

Mitch
»Nun bestenfalls werden sie ein Verhalten nur mit einem Kommentar maßregeln, oder mit einem Kommentar über das Interkom. Das kann mal passieren, wie wenn Du jemanden sagst »pass doch auf«. Aber es sollte nie soweit kommen, dass sich Cyrano vor Dir fürchtet. Dazu gehört eben auch, wenn Du ihn festhältst und er sagt lass mich los - ihn auch tatsächlich sofort los zu lassen. Natürlich nicht gerade wenn er über einer Klippe hängt, dann lass ihn los sobald er festen Boden unter den Füßen hat. Alles andere wäre ungesund für ihn und somit auch für Dich. Aber in jeder normalen Situation musst Du Dir einfach merken, dass er sich weder vor Dir fürchten soll, noch dass er an Dir zweifeln darf. Jemanden einfach festzuhalten oder zu schubsen, oder umzuwerfen demonstriert Kraft, Übermacht. Also wird er im Zweifelsfall versuchen sich zu verteidigen und dass kann er im Notfall nur auf eine Art - Schöpfercode. Er kann Dich nicht körperlich niederringen, aber er kann den Code aufrufen und dann bist Du von einer Sekunde auf die andere gefällt, wie ein umgehackter Baum. Das ist kein Spaß, auch wenn es sich lustig anhört. Jedem wurde der Code schon mal aus Demonstrationszwecke aufgerufen und den meisten reicht auch genau diese eine Demonstration. Mir hat sie gereicht. Aber Du hast sie noch nicht erlebt, Du bist zu jung. Der Schöpfercode ist ein Schutzsystem, dass in das Genom des jeweiligen BioMod (biologisch modifizierte/r Organismus/Person) eingespeist ist. Dieser Code schützt eine bestimmte Personengruppe im Notfall vor dem BioMod. Wird der Code vorgelesen würde und das dazugehörige Codewort ausgesprochen, wird der BioMod unschädlich gemacht. Sein Unterbewusstsein hört es und reagiert darauf. Es ist ein Teil der Person. Der BioMod selbst kann nichts dagegen tun. BioMods tragen diesen Code entweder auf dem rechten Oberarm oder auf dem Unterarm. So kann man sie schneller über den Code unschädlich machen. Wenn eine berechtigte Person mit so einem Wesen agiert, der BioMod diese Person aber angreift, kann diese auf den Oberarm gucken und den Code samt das Passwort rezitieren. Die meisten Führer von BioMods kennen allerdings deren Codes samt dazugehöriger Passwörter auswendig. Dennoch kann der Code und das Passwort in der Panik des Angriffs vergessen werden. Dies dient als letzte Sicherheit. Den Code vorgetragen bedeutet für den BioMod - gehört, kapiert, gedacht und der Code wird ausgelöst. Der Code funktioniert ganz ähnlich wie ein Kill-Switch. Nur wird der BioMod nicht daran sterben, sondern einen Anfall erleiden mit Krämpfen bis hin zur Ohnmacht. Das heißt der BioMod ist danach kampfunfähig und auch gesichert. Er kann niemandem schaden, aber auch ihm wurde nicht geschadet. Er stirbt nicht daran und hat keine Folgeschäden.
Aber er wird daraus lernen. Greif niemals Deinen Herrn an. Allerdings trägt nicht jede aufgewertete Person diesen Code. Sondern nur jene die unter dem Syndrom:Tuez votre créateur/TVC, Töte Deinen Schöpfer/TDSleiden können und hochgefährlich sind. Dies sind meist Prototypen von irgendwelchen Experimenten oder extrem hochaufgewertete Personen, denen kaum mit herkömmlichen Mitteln beizukommen ist, ohne sie töten zu müssen. Schöpfercode – der Name ist Programm. Und zu solchen Personen die man in Raserei nicht mehr aufhalten könnte gehören auch wir. Wer von den Normalos würde sich den 200 Kilo von Bolek in den Weg stellen? Er ist zudem ausgebildet im Kampf und im Nahkampf, also es ist nicht die Statur oder die Reflexe allein. Drum verinnerliche einfach geht es Deinem Herrn gut, geht es Dir gut. So geht es jedem Leibeigenen übrigens auch«, erläuterte Mitch.

Bolek Bovier
»Danke für die Erläuterung, Mitch«, sprach Bolek. »Nicht nur in Alfies Namen, für mich ist das auch gut zu wissen.« Sie hatten das Schiff erreicht. Wie eine Flugvariante des Gebäudes der SouvSec Societe sah es aus, dunkel, massiv, klotzig und riesengroß. Es war kaum vorstellbar, dass dieses Bollwerk dazu fähig war, sich in die Lüfte zu erheben. Die Luke stand offen und ein Mann in roter Robe vertrat sich draußen die Beine. Mit skeptischem Blick musterte er die fünf Tuteurs und das, was sie trugen. Fairerweise musste man eingestehen, dass die Kryobox Ähnlichkeiten mit einem Sarg hatte.

Mitch
Mitch hob grüßend die Hand. »Das ist Oliver der Ehemann des Duc, also des Herrn über unser Land, über jeden von uns. Er ist ein Bluthexer und er kann Vampire riechen. Drum vorsichtig«, flüsterte Mitchell den anderen zu.

Alfie
Alfie tat es Mitch gleich und grüßte den Bluthexer ebenso. Er fand dass er ganz freundlich aussah mit seinen Streifen. Sie betraten gemeinsam das Schiff und stellten die Kryobox in der Med-Station ab. Alfie schaute sich dort in Ruhe um, gähnte und machte es sich auf einer der Liegen bequem. »Es sieht sehr karg aus, findet Ihr nicht?«, fragte er enttäuscht.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Na, Oli, wo hast du denn deinen Göttergatten gelassen?«, fragte Cyrano, während er den Tuteurs ein Handzeichen gab, wo sie die Kryobox abzustellen hatten. »Bitte das Auftauen einleiten, der Proband muss einsatzbereit sein, wenn wir Obenza erreicht haben. Ich wünsche keine unnötigen Verzögerungen.« Dafür, dass er selbst gerade noch einen gemütlichen Einkaufsbummel unternommen hatte, drängelte er nun ziemlich, aber das war das Privileg eines Prince. Oliver war ihm hinterhergekommen und starrte die Kryobox an. So lange der Vampir tiefgekühlt war, war er für den Bluthexer aufgrund des mangelnden Blutflusses nicht zu spüren. Cyrano legte also einen Arm um Oliver und schob ihn mit sanfter Gewalt wieder nach draußen und drehte ihn in Richtung der BioMods. »Meine neuen Errungenschaften«, erklärte er stolz. »Vier Stinker. Drei Große und ein Kleiner.«

Alfie
Alfie gesellte sich zu Oli und knuffte ihn gut gelaunt. »Ich bin Alfie, dass ist Bolek, das Mitch und die anderen beiden Namen habe ich vergessen. Du bist also ein Bluthexer. Was genau ist Deine Aufgabe? Du wirst uns in den Abgrund begleiten habe ich gehört. Eine Frage, was gibt es hier zu essen? Ich hätte was Hunger«, erklärte Alfie freundlich, dabei stand er sehr dicht vor Oli und schaute ihn sich genau an.

Oliver Vallis de Souvagne • Gestern, 20:48
Oliver starrte den Fleischklops, der sich vor ihm aufbaute, unfreundlich an. Dazu musste er den Kopf in den Nacken legen, was ihn ärgerte. »Meine Aufgabe ist es, untotes Gesocks aufzuspüren und zu eliminieren. Und die Mitglieder der Truppe zusammenzuflicken, wenn kein Mediziner euch mehr helfen kann. Und was ist deine Aufgabe?«, fragte er misstrauisch ob so viel unverdienter Freundlichkeit.

Alfie
Alfie zuckte die gewaltigen Schultern. »Tja Oli«, sagte er vertrauensvoll und legte ihm einen Arm um die Schulter, »das hat mir noch keiner gesagt. Aber Dank Cyrano muss ich kein Geschirr mehr tragen. Ich helfe wo ich kann. Wenn Du Hilfe beim Zusammenflicken brauchst, ich helfe Dir. Untote klingt unschön, damit die ganz tot sind, kann ich auch helfen. Du musst mir nur eine Waffe geben. Was kannst Du entbehren? Sei unbesorgt, wir alle passen auf Dich auf. Warum bist Du gestreift?«, fragte Alfie neugierig.

Oliver Vallis de Souvagne
Olivers Augen drohten, zwischen den schwarz tätowierten Augenlidern herauszufallen, als der BioMod seinen gewaltigen Arm um ihn legte. Eine falsche Bewegung und Olivers Rückgrat wäre Geschichte. Also hielt er ganz still. »Cyrano«, sprach er mit einem falschen Lächeln. »Was bei Ainuwars vereitertem Bauchnabel hast du hier angeschleppt, um mich zu geißeln? War die Barrinetta mit all ihren Fehlfunktionen dir nicht Geißel genug?«

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Alfie ist noch ein Baby«, erklärte Cyrano freundlich. »12 Tage ist der Kleine jung. Ist er nicht allerliebst? Ich konnte nicht an ihm vorbeigehen, er hat mich mit seinem Charme gleich um seinen Finger gewickelt, als er an die Scheibe sprang und mir die Zunge raustreckte. Alfie, bitte lass Oli los, er fühlt sich etwas unwohl.«

Alfie
Alfie strich Oli beruhigend über den Kopf. »Was ist eine Barrinetta? Klingt sehr lecker. Oli fühlst Du Dich unwohl?«, fragte Alfie mit traurigem Gesicht. »Was ist los? Rede doch drüber«, bot er an.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver wurde die Kapuze vom Kopf gestreichelt und dann die Glatze mit einer riesigen Pranke getätschelt. »Ich fühle mich unwohl«, sprach er mühsam beherrscht, »weil du mich betatschst! Was eine Barrinetta ist, würde ich dir gern demonstrieren, aber niemand hier hat Lust, anschließend die Sauerei wegzuputzen. Und jetzt lass! Mich! Los!«

Alfie
Alfie ließ Oliver vorsichtig los und schaute ihn abwartend an. Warum der kleine Mann so komisch reagierte, verstand er nicht. Er hatte nicht nur die Farbe der kleinen Kätzchen die im Hof gespielt haben, er hatte auch scheinbar die gleichen Krallen. Kuhkatzen hatte Jean sie genannt, er hielt Oli kurz die Hand vors Gesicht, so hatte es Jean auch mit den Katzen getan, ehe er ihn mit einen Finger streichelte und dann die Hände hinter dem Rücken verschränkte. »Magst Du es jetzt zeigen?«, fragte Alfie aufmunternd. Vermutlich war Oli zerknirscht, weil niemand seine Fähigkeiten bewundern wollte.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver fuhr herum, kaum dass Alfie ihn freigegeben hatte, und brüllte Cyrano an. »Geißel der Finsternis, die du mir auf den Hals gehetzt wurdest und dich mein Freund schimpfst! Was bei allen Ebenen des Abgrunds habe ich dir eigentlich getan?! Ich wage nicht zu fragen, was sich in dem Sarg befindet, vermutlich die Gebeine meines Blutpaten - Ainuwar habe ihn selig - oder irgendeines Heiligen meines Ordens, die nun durchgeschüttelt werden mir zum Hohn.«

Alfie
»Nein kein blutiger Pate, nur ein Vampir am Stiel. Ganz ruhig, was bist Du denn so nervös? Und welche Geisel? Was redet er denn da? Bolek der Kleine verhält sich ziemlich komisch, ist das normal?«, fragte Alfie misstrauisch und berührte Oli mit einem Finger. »Hör auf Cyrano anzuschreien Du«, warnte er.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano hob beschwichtigend die Hände. »Alfie ist noch ein Backfisch. Fertig ausgebildet wird er ein hervorragender Tuteur. Je jünger man sie an sich bindet, umso enger das Band, umso effektiver der Wachschutz. Nicht wahr, Mitch?«

Bolek Bovier
Bolek legte nun seinerseits den Arm um Alfies Schultern und zog ihn sanft, aber bestimmt, auf Abstand zu Oliver. »Das ist Prince Oliver, mein vormaliger Besitzer ... bis Prince Cyrano seinen Anspruch auf mich und die anderen Stinker zur Geltung brachte.« Er hatte gerade das Gefühl, dass diese Information nicht dazu beitragen würde, die Situation zu entspannen. »Jedenfalls ist Oliver der Mann vom Duc«, warnte Bolek. »Den solltest du nicht anfassen ohne zwingende Notwendigkeit.«

Alfie
»Oh. Nun ich wollte freundlich zu ihm sein und mit ihm reden. Ich wusste nicht, dass er so nervös ist. Ich fasse ihn nicht wieder an, versprochen. Ich weiß wer der Duc ist, jeder weiß das«, sagte Alfie leise und gewichtig.

Bolek Bovier
»Na siehst du«, brummte Bolek, zog einen Proteinriegel mit Karamellgeschmack aus der Hose, öffnete die Verpackung mit den Zähnen und reichte ihn Alfie, damit der was zu tun hatte und sich beruhigte. »Du bist groß, imposant und hast sehr viel Kraft. Das macht manchen NormSouvs Angst, auch wenn du es gut meinst.«

Mitch
Mitch nickte zustimmend. »Ja das wird er, da habt Ihr Recht. Er war nur neugierig, seid unbesorgt Prince Oliver. Alfie würde Euch nicht schaden, er ist nur etwas unbeholfen, aber nicht bösartig oder dergleichen. Er ist wie ein Baby, nur riesengroß, schon ausgewachsen und mobil. Stell Euch vor Cyrano hätte ein Kind und das flitzt bereits herum. So ungefähr ist das, mit dem Unterschied das er einiges an Wissen bereits vorzuweisen hat und einiges schon kann, was kein Baby sonst kann. Eine 45er durchladen zum Beispiel«, grinste Mitch.

Oliver Vallis de Souvagne
»Soll mich das jetzt beruhigen, Mitch?«, ächzte Oliver. »Und was war das eben - Vampir am Stiel? Das war hoffentlich ein Scherz?!«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre gesellte sich dazu und schaute in die Runde. Er musterte kurz Cyrano, dann seinen Mann und die Gruppe von Tuteur, die sich freundlich unterhielten. Pierre legte nun seinerseits Oliver einen Arm um die Schulter, während Mitch sich zum Gruß knapp verneigte und Aflie mit ihm gleichzog. Er hatte den Duc zwar noch nie real in seinem jungen Leben gesehen, trotzdem erkannte er ihn. Jeder Tuteur erkannte den Mann der über sie alle wachte. Pierre schmunzelte seine Truppe kurz an, ehe er Oliver zur Seite zog. »Das war kein Scherz. Es ist ein Vampir an Bord und zwar in der Kryobox. Eigentlich wollte ich es Dir erst später sagen, aber das ist ein geborgener Vampir aus einem obenzeraner Versuchslabor. Er wurde widererwartend gerettet, geborgen kann man sagen. Hergestellt wurde er ähnlich unseren GMOs, er ist laut Basisdata der Aufzeichnungen weder gechipt, noch verfügt er über ein Interkom oder dergleichen. Weshalb die Vampire ihresgleichen in Auftrag geben, fertigen oder gar Individuen klonen lassen, entzieht sich noch unserer Kenntnis. Aber Felix - so heißt der Vampir, könnte genau hierfür unser Schlüssel sein. Er konnte sie infiltrieren«, erläuterte Pierre und hielt Oliver am Handgelenk fest.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hob die freie Hand in einer hilflosen Geste ohnmächtiger Wut, schluckt jeden böswilligen Kommentar herunter und sagte schlussendlich: »Wie Ihr wünscht, Majestät. Ich gehe davon aus, dass genügend freiwillige Blutspender hier an Bord sind. Mein eigenes Blut ist glücklicherweise für Vampire ungenießbar.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver ernst an, schritt ganz nah auf ihn zu und strich ihm den Kragen seiner Robe glatt. »Seine Majestät wünscht sich ein offenes Wort Prince Oliver Vallis de Souvagne. Noch ist der Vampir tiefgefroren, noch benötigt er gar kein Blut. Aber jenes Wesen dort in der Kryrobox Oliver, hat noch nie Blut getrunken. Es weiß nicht einmal um seine eigene Natur, es ist noch nicht einmal richtig geboren. Was meinst Du? Können wir ihn dahingehend nutzen oder nicht? Wenn die Vampire sich auch auf diese Art vermehren, sollten wir wissen seit wann dies geschieht. Und wieviele Vampire es tatsächlich gibt findest Du nicht auch?«, fragte Pierre und legte seine Hände in Olivers Nacken, dabei massierte er ihn sanft.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ließ seinen Kopf nach vorn sinken und lehnte seine Stirn gegen die von Pierre, während der ihm die Nackenmuskulatur sanft knetete. »Wir sollten all dies in Erfahrung bringen, ja. Vielleicht sind Carnac die Opfer ausgegangen? Schwer vorstellbar, die Wüste ist voll davon. Dass sie sich an den Grob-Nobs bedienen, wenn sie kein gutes souvagnisches Blut erbeuten können, ist bekannt. Ihr seid sicher, dass dieser Tiefkühlvampir keine Aufwertungen oder genetischen Modifizierungen hat? So lange sie satt sind, können sich Vampire wie Menschen benehmen. Doch wehe, sie plagt der Hunger, dann werden es unkontrollierbare Tiere. Das ist die Gefahr. Wir könnten ihm die Fangzähne ziehen und die Giftdrüsen entfernen, dann wäre er zwar immer noch gefährlich, könnte aber niemanden von uns mehr in einen Vampir verwandeln. So kastriert man Vampire.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre massierte Oliver etwas fester mit den Fingerspitzen, so dass sich dieser richtig entspannen konnte. »Das weiß ich noch nicht Oli, dass werden wir herausfinden. Wir werden ihn von Kopf bis Fuß auf die Beine stellen und untersuchen. Wenn Du es für erforderlich hältst, werden wir ihn... kastrieren. Ein Wort das einem nicht leicht über die Lippen geht«, antwortete Pierre und küsste Oliver liebevoll.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich halte es für erforderlich, ihn an Ort und Stelle einzuäschern«, knurrte Oliver, doch das Knurren richtete sich nicht gegen Pierre, sondern gegen die Kreatur, die momentan aufgetaut wurde. Er konnte spüren, wie ihr Kreislauf langsam in Gang kam. »Wir willst du ihn ernähren?«

Pierre Agramant de Souvagne
»Mit Syntblut, welches man auch für Blutspenden verwendet. Das war mein erster Gedanke Oli. Nun ich verstehe Deine Sorge, würdest Du anders reagieren würde ich mich sorgen. Einäschern werden wir ihn nicht, aber ihm die Zähne ziehen halte ich für eine gute Alternative. Das behindert ihn ja nicht beim Trinken. Du sorgst Dich. Was spürst Du in Bezug auf den Vampir Oli?«, fragte Pierre und drückte seinen Mann an sich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Dass er erwacht ... und er hat Angst. Zu recht. Und vermutlich auch Hunger. Haben wir Syntblut an Bord? Vorher macht es keinen Sinn, mit ihm arbeiten zu wollen.«

Pierre Agramant de Souvagne
»Ja das haben wir, genau hier auf der Med-Station. Das ist wohl wahr, wer hört zu wenn er hungrig ist. Das gleiche Problem hat Baby-Alfie. Wir sollten alle etwas essen. Wir könnten einen Happen vertragen«, schmunzelte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich will nichts essen, mir ist nicht danach«, stellte Oliver klar. »Ich werde aber mitkommen und mir den Vampir einmal ansehen. Baby-Alfie, das war nicht witzig. Ob er es nun lieb meint oder nicht, er hätte mir alle Knochen brechen können«, japste Oliver und rieb sich an seinem Mann, um zu spüren, dass alles noch an ihm heil war.

Pierre Agramant de Souvagne
»Ich bin da und zur Not halte ich ihn auf, ich habe eine Möglichkeit mehr als alle anderen, dass weißt Du. Iss eine Kleinigkeit mir zu Liebe. Denk an Deine Gesundheit. Schau Dir den Vampir in aller Ruhe an, ich bleibe mit vor Ort, also im Raum. Alfie wird es lernen Oli. Schieb ihn einfach zur Seite, oder mache ihm eine klare Ansage. Wenn Du Dich ärgerst, wundert er sich nur. An Cyrano ist eine Mutter verloren gegangen. Na komm«, sagte Pierre und führte Oliver zurück zur Kryobox. »Fast völlig aufgetaut«, erklärte Pierre und strich über Olis Handgelenk.

Oliver Vallis de Souvagne
Während Oliver die Pumpe ging, betrachtete er das Geschöpf. Felix regte sich träge, seine Kerntemperatur war noch unter einem Bereich, wo er herumspazieren konnte, wie die Anzeigen verrieten. Oliver untersuchte den Vampir am ganzen Körper und ließ sich dann die Informationen aus dem geschützten Bereich des Courant übertragen, welcher sensible Daten beinhaltete und nur für wenige Befugte zugänglich war. »Männliches Individuum vom alten Typus, heißt, XY-Genom. Typisch für Carnac mit deutlichem Arashi-Einschlag. Keine Erbkrankheiten. Anatomisch unauffällig, bis auf die Zähne. Keine Aufwertungen, kein Chip, kein Interkom, nichts.« Oliver schaute sich den jungen Vampir an. »Was die mit einem wie ihm wollen, bleibt wohl vorerst ein Rätsel.« Bolek gesellte sich zu ihnen und beugte sich besorgt über die Kryobox. Als Felix ihn sah, begann er Nuckelbewegungen zu machen und seine Unterlippe einzusaugen.

Pierre Agramant de Souvagne
»Da hat Dich einer zum Fressen gerne Bolek, oder als Mutter auserkoren. Was man mit einem wie ihm möchte? Nun er wäre zum einen einfach eine Bereicherung für das gesamte Volk. Jeder einzelne Vampir stärkt das Volk der Vampire zahlenmäßig. Und was er noch nicht an Aufwertungen hat, kann noch werden. Bedenkt nur die Ghule die Rakshaner. Wozu sie ihn tatsächlich benötigen, dass werden wir noch herausfinden. Oder sogar er selbst«, antwortete Pierre und schaute sich das Wesen genau an. »XY einer der Ersten wie man Euch nennt, quasi sie wie Maximilien vom Typus her. Wer weiß was wir dort unten finden, dass ähnlich ist wie Du nur ohne diesen Blutdurst«, sagte Pierre und starrte das Wesen vor sich mit starrem Blick an. In Wahrheit schaute er nicht über normale Sichtmodi, sondern ließ einen Med-Scan laufen. Pierre schloss nach Abschluss halb die Augen und suchte über seinen Biochip nach einem versteckten Datenträger, alles was er hätte hacken können suchte er, er fand nichts. Der Duc blinzelte und richtete sich wieder auf. »Das Wesen hat weder ein Interkom, noch ist ihm ein anderer Neuralchip eingesetzt worden. Es verfügt über kein Interkom oder eine gleichwertige Aufwertung. Ferner verfügt es über keine Cyberkrieganlage, nichts... bis auf den Umstand dass es eine untote Kreatur ist, ist es fast pur, sprich natürlich. Zudem vom alten Typus. Zwar verfügt es über keine Aufwertungsanomalien, aber seine Existenz muss eine Begründung haben«, wandte er sich an Oli.

Oliver Vallis de Souvagne
»Zulik, mach ihm eine Portion Syntblut fertig. In einer beißfesten Nuckelflasche, körperwarm. Sorgt dafür, dass er immer eine volle Flasche mit sich herumtragen kann. Macht sie irgendwie an ihm fest. Dann kann er dran nuckeln und beißen, sobald ihm danach ist. Wir finden schon noch heraus, wozu sie den kleinen Scheißer-Beißer in Auftrag gegeben haben«, knurrte Oliver.

Zulik
Zulik nickte und kam umgehend dem Befehl nach. Das Syntblut entnahm er aus der Kühlbox und wärmte es kurz auf, ehe er es in eine entsprechende Falsche goss. Dazu nutzte Zulik eine Infusionsflasche. Hart und weich zugleich konnte dort der Vampir seine Zähne hineinschlagen und sich ernähren. Der Arzt öffnete die Box und drückte Felix die Blutflasche in die Hand, während er ihm ein Plastikarmbändchen umlegte und daran die Blutflasche befestigte. »Das dürfte halten Eure Hoheit«, sagte er zufrieden.

Oliver Vallis de Souvagne
Felix tastete ein paar Mal mit seinen Lippen, ehe er herausgefunden hatte, wie man die Flasche benutzte, dann trank er gierig, schmatzend und sabbernd. Er verschluckte sich und musste brechen. Bolek hob ihn aus der Kryobox, setzte sich mit ihm in die Sitzecke und hielt ihn in einer halbaufrechten Position fest. So ging es besser. Felix war von oben bis unten mit Blut und Magensäure bekleckert. Nachdem er die Hälfte der Flasche gelehrt hatte, ließ er sie fallen und würgte erneut, bis Bolek ihm auf den Rücken klopfte und Felix feucht rülpste. Danach war er zufrieden, rollte sich ein und spielte mit seinen Fingern. Oliver runzelte die Stirn. »Freiwillige vor, den Schmutzfink zu waschen. Lustig wird es, wenn er anfängt auszuscheiden. Entweder wir verpassen ihm einen Chip, damit er sich normal benimmt, oder wir haben die nächsten Jahre ein Riesenbaby an der Backe, was noch schlimmer ist als Alfie.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver grinsend an, während Alfie Oliver aus schmalen Augen musterte und sich dann zu Cyrano trollte. »Ich werde ihn unter die Dusche stellen, dann ist er schnell wieder sauber, seid unbesorgt«, sagte Zulik freundlich und machte eine einladende Geste Richtung Bolek.

Bolek Bovier
Bolek hob seinen kleinen Schützling auf. Für ihn fühlte sich der Vampir winzig und federleicht an. Widerstandslos ließ Felix es mit sich machen und der BioMod setzte ihn in der Dusche ab. »Wollt ihr ihm wirklich die Zähne ziehen?«, fragte er. »Wird er das gut vertragen?«

Zulik
»Noch wird ihm nichts gezogen, jetzt wird er geduscht«, erklärte der Arzt und verschloss die Ultraschalldusche. Das Gerät riegelte ab, die Tür verschloss sich und einen Moment später fühlte sich Felix als wurde er durch Mark und Bein durchgeschüttelt. Dann war es auch schon vorbei, die Abluft wurde abgesaugt und er war wieder sauber. Die Tür öffnete sich und gab den Blick auf einen gereinigten Felix preis. »Er scheint Euch zu vertrauen. Bleibt hier mit ihm«, bot der Arzt an.

Bolek Bovier
»Hier bleiben? Darf er denn nicht mit rüber zu den anderen?« Bolek hob den wie am Spieß schreienden Felix wieder hoch, der sich sogleich panisch an ihm festkrallte.

Pierre Agramant de Souvagne
Zulik schaute zu Oliver herüber, der über den Vampir die Befehlsgewalt zu haben schien. Pierre wandte sich ebenso an seinen Mann. »Was meinst Du? Kann man ihn dermaßen händeln, dass er bei uns drüben bleiben kann oder ist er ein Sicherheitsrisiko? Dann geht er in die Verwahrung, aus dem einfachen Grund damit er uns alle nicht gefährdet. Er mag das nicht aus Böswilligkeit tun, aber Blutsaugen ist seine Natur«, erklärte Pierre.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Moooment«, rief Cyrano. »Noch ist das mein Vampir. Ich habe ihn rechtmäßig erworben zusammen mit den Stinkern. Ich höre mir Olis Rat gerne an, aber die letzte Entscheidung liegt doch wohl bei mir. Auf mich macht Felix keinen unkontrollierbaren Eindruck, er ist noch mehr Baby als Alfie. Wenn wir Alfie zugestehen, ohne Geschirr einherzuwandeln, warum dann nicht Felix? Nur wegen des Chips sollten wir uns wirklich Gedanken machen, sonst wird er uns unverhältnismäßig viel Arbeit machen und uns keine Hilfe sein in der Infiltration von Carnac. Ich verfüge, dass Felix sich, so lange er für niemanden eine Gefahr darstellt und sich fügsam verhält, frei bewegen darf.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre verschränkte die Arme vor der Brust und grinste Cyrano breit an. »Und das verfügst Du in meinem Schiff, in meinem Land, über meinen Befehl hinweg? Interessant...«, schnurrte Pierre.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Du hast keinen Befehl ausgesprochen, sondern eine Frage«, gab Cyrano zu bedenken.

Pierre Agramant de Souvagne
»Die sich an meinen Mann richtete, in meinem Schiff, in meinem Land...«, lachte Pierre.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Ich glaube, wir sind schon außerhalb des Landes«, lachte Cyrano. »Oli mag keine Vampire, du solltest jemanden fragen mit einer objektiveren Sicht. Aber schön, wenn du ihn unbedingt weggesperrt haben willst, dann sag mir, wohin. Und was machen wir nun wegen dem Chip?«

Pierre Agramant de Souvagne
»Solange Du mir Deine Entscheidung bezüglich Deines Vampirs erläutern kannst, darf er sich in Deiner Kabine frei bewegen. Wir sind nicht mal gestartet mein lieber Cyrano Flugi«, gab Pierre zu bedenken und verkniff sich ein Lachen.

Cyrano Fulgence de Souvagne
Cyrano bekam rosige Wangen und grinste. »Erwischt. Man kann es ja mal versuchen. Meine Entscheidung basiert auf der Annahme, dass ein jeder Neugeborener unschuldig ist. Warum also sollte man ihn wie einen Verbrecher behandeln? Dies wird ihn am Ende zu genau einem solchen machen. Jeder hat eine Chance verdient, auch ein Vampir. Sofern er nie gezeigt bekommt, dass man jemanden aussaugen kann - vielleicht wird er niemals wissen, dass genau das seine Natur ist? Vielleicht wird er sich auf ewig mit Syntblut aus der Flasche zufriedengeben, ohne je auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, seine Fangzähne einzusetzen? Wir werden dies nie erfahren, wenn wir diese Gelegenheit nicht nutzen, es herauszufinden. Ist der Jagdtrieb eines Vampirs angeboren? Oder ist er nicht vielmehr erworben durch Erziehung und die früher bestehende Notwendigkeit zur Jagd bis zur Erfindung des Syntbluts?«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre dachte einen Moment darüber nach, diesmal ohne Flapps, sondern absolut ernsthaft. »Wohl wahr Cyrano, jedes Neugeborene ist unschuldig, aber nicht jedes Neugeborene gehört in souvagnische Obhut oder verdient souvangnischen Schutz. Allerdings ist Felix hier, er wurde bereits ernährt und er hat sich einem der unseren angeschlossen. Was immer dieses kleine große Wesen umtreibt, kann nicht durch und durch schlecht sein, denn ansonsten würde es keine Zuneigung empfinden können. Wenn er nie gezeigt bekommt, wie man jemanden aussaugt, wenn man ihm nie vermittelt wer oder was er ist, könnte er völlig frei aufwachsen als eine Person die Spezialnahrung trinkt. Das wäre für Felix die Befreiung, mit der Einschränkung das er Sonnenlicht meiden muss. Vollkommene Freiheit allerdings würde Felix erlangen, wenn man ihm frei und werteneutral seine eigene Natur näherbringt und er beide Lebensarten kennenlernt. Die souvagnische und die vampirische. Entscheidet er sich aus freien Stücken für die nicht vampirische Lebensform, dann Cyrano ist er wirklich frei. Frei im Geist, denn er entschied sich frei und frewillig. Und in jener Entscheidung offenbart sich dann auch, ob das Beißen angeboren ist. Der Instinkt zur Jagd schlummert sogar noch in unserem Genom und wir sind weit von unseren aller ersten Vorfahren entfernt. Ich erlaube Dir den Versuch, nimm Dich seiner an. Wir werden ihn mit einem gesonderten Chip ausstatten, einen der nur Zugriff auf das Gruppencourant gewährt - unsere Gruppe. Sollte er Unfug im Flow treiben, werde ich ihn isolieren. Der Chip ist dort, wird für ihn aber bis auf weiteres keine Relevanz haben. Für mich bedeutet dies, ich weiß jederzeit bescheid wo sich unser Felix befindet, was er gerade unternimmt oder nicht und es ist die letzte mögliche Sicherheit. Greift er einen der unseren an, werde ich auf den Chip zugreifen und ihn eleminieren. Der Chip wird sich durch sein Gehirn brennen, sobald dieser verglüht. Wie jeder Chip für den das Todesurteil gefällt wurde. Verhält er sich konform, soll er sein Leben leben Cyrano. Deine Chance, seine Chance - macht was draus«, entschied Pierre, was Max wohlwollend schmunzeln ließ.

Cyrano Fulgence de Souvagne
»Du hast den Gedanken, den ich hegte, noch weiter geführt und er gefällt mir. Danke, Pierre. Felix soll beide Lebensweisen kennenlernen und wir werden sehen, welchen Weg er wählen wird. Wir werden von ihm viel über Vampire lernen, was auch Olivers Orden zugutekommt - selbst wenn das Experiment scheitern sollte. Dann haben wir gelernt, dass kein noch so guter Wille aus einem Vampir ein Mitglied einer lebenden Gesellschaft machen kann. Ich hoffe aber, dies wird nicht die Lektion sein, die Felix uns beibringt. Bolek wird bei Felix bleiben, während Zulik ihm den Chip einsetzt.« Cyrano lächelte glücklich, während Bolek den klammernden Vampir zurück in den medizinischen Trakt trug. Cyrano setzte sich derweil zu dem anderen Baby und bestellte für seine Tuteurs eine große Portion Nudeln mit Fleisch.

Antworten

Zurück zu „Abreise in den Abgrund - Taudis 42“