Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Choucas 1077 - Boldi

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Choucas 1077 - Boldi

#1

Beitrag von Mantione de Mancini » Mi 23. Jan 2019, 21:55

Choucas 1077 - Boldi


Name: Choucas
Seele: Boldiszar Boucher
Art: lebendes Schiff
Gesamtlänge: 200 Meter, Nase bis Schwanzspitze
Gewicht: 30.000 Tonnen

Aktueller Kapitän:
Mantione Jean de Mancini


Aussehen:

Schiff:
https://vignette.wikia.nocookie.net/sta ... 1206171038

Cockpit:
https://images-wixmp-ed30a86b8c4ca88777 ... 85be24.jpg


Bewaffnung/Ausstattung:
Natürliche Plasmakanone – Maul


Beschreibung:

Die Choucas ist ein gewaltiges, schnittiges und dennoch schwer gepanzertes Schiff. Ihre Farbe ist in verschiedenen, braunen Erdtönen gehalten. Der Schiffskörper hat einen runden Rücken, das Heck endete in einer mächtigen Flosse mit gewaltigen Stacheln und die Nase des Schiffes läuft rund zu. Die Form ist mit einem gewaltigen Fisch oder Wal zu vergleichen.

Besonders beeindruckend ist das Maul der Choucas. Ein Maul dass flüssiges Gestein spucken kann, um jedes feindliche Schiff zu pulverisieren.

Je nach Befinden und Gemütszustand kann Choucas die knöchernen Dornen aufrichten, in neutraler Position oder angelegt halten.

Die Choucas besitzt eine Abschussvorrichtung, deren Munition aus glühenden heißen Gesteinsbrocken, allgemein bekannt als Plasma, besteht. Das Schiff spuckt also förmlich kochendes Gestein auf ein feindliches Schiff. Es gibt kaum eine Hülle, durch die sich das Plasma nicht brennen/schmelzen kann.

Um Plasma herzustellen muss die Choucas Gestein „essen“ um dieses später als Munition für die Plasmakanone verwenden zu können. Um schnell an Gestein zu kommen, weidet sie den Meeresboden ab und saugt die benötigte Menge an Sand auf, die sie zur Munitionsherstellung verwendet.

In einem speziellen Organ ähnlich einem Schmelzofen-Magen wird das Gestein dann verflüssig und zu Plasma umgewandelt. Zur Verteidigung "spuckt" dieses Schiff also wie ein Souvagner.

Choucas ist organischer Natur und bildet mit ihrem Schöpfer/Kapitän eine Einheit. Die Erschaffung dieser Schiffe ist ein kompliziertes Verfahren und wurde von Äonen von Jahren von Thaumaturgen, speziellen Nekromanten durchgeführt.

Ein Schiffsgrundgerüst das die Funktion eines Skeletts übernimmt, wurde mit zusätzlichen Antriebsaggregaten hergestellt und mit einer Schicht aus gereiften Syntfleisch, Knochen und Panzerung überzogen. Das Syntfleisch wurde aus der Spende des Besitzers/Schöpfers gezogen und reifte in speziellen Behältern heran, bevor es auf das Schiff implantiert/gepflanzt wurde.

Daraus entstand ein Schiff.

Nach Zugabe der Spenderseele verfügte das Schiff auch über die komplexen Eigenschaften von Fühlen und Denken. Es geht eine unzertrennbare Beziehung mit dem Besitzer/Kapitän ein.

Gemeinsam mit dem Schiff muss jeder Kapitän der sich das erste Mal mit dem lebenden Schiff vereinigt, die Schmerzen des Ersten Schöpfers und des heranreifenden Schiffes erleiden. So entsteht eine tiefe Verbindung und der Kapitän bekommt ein Gespür für die zu tragende Verantwortung.

Das Schiff passt sich seinem Schöpfer individuell an. Die Geschwindigkeitswünsche des Kaptiäns werden ohne Angeben eines Befehls ausgeführt. Die Kommunikation erfolgt mental, per Verbundkabel oder verbal.

Ferner kann das Schiff aus den vorgenannten Gründen nicht verkauft werden, es könnte sein, dass es die Trennung nicht überlebt und vor Kummer verstirbt. Es kann nur an einen neuen Besitzer der mit dem alten Besitzer blutsverwandt ist, weitergegeben werden.

Kapitän und Schiff sind lebenslang miteinander verbunden.

Ist der neue Kapitän den Bund mit dem Schiff eingegangen, kann er sich ebenfalls nicht für einen längeren Zeitraum von seinem Schiff trennen ohne Schaden zu nehmen oder schlimmstenfalls daran zu versterben. Die Trennung von Schiff und Kapitän, die Stille im Kopf, bewirkt eine Art Depression. Der Kapitän wird immer antriebsloser, da ihm ein lebenwichtiger Bestandteil fehlt - das Schiff. In der Endphase der Trennung würde der Kapitän nur noch lethargisch herumliegen, verwahrlosen und keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Schiff und Kapitän können nur im Verbund existieren.


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Besatzung

#3

Beitrag von Mantione de Mancini » Fr 15. Mär 2019, 23:57

Besatzung:


Schiff:
Boldiszar lebendes Schiff, Biomechanoid, Leviathan


Kapitän:

Mantione Jean de Mancini
Mantione 02
Mantione 03


***


Mannschaft:

Giorigo la Caille Genetiker

Agostino Fiessin Biologe, Geologe

Hyde Brassac Heilmagier, Heiler, Medicus, Arzt

Umberto Cantichi, 1. Offizier

Cosimo Girovaschi, 2. Offizier

Bernardo Fiorallino, 3. Offizier


***


Bewohner:

Camille Nosailly, Sprecherin der Crew
Murielle la Caille, Tochter von Giorgio la Caille



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Der Keim des Käptn

#4

Beitrag von Mantione de Mancini » So 17. Mär 2019, 01:43

Der Keim des Käptn


Alt war er geworden, grau aber nicht gebeugt. Seine besten Tage lagen schon weit hinter ihm. Wieder einmal war es die Rache, die ihm am Leben erhielt. Sie war zu seinem Lebensinhalt geworden.

Rache um jeden Preis!

Fest umklammert hielt er ein Schmuckstück in seiner Hand, so unerbittlich umklammert, dass es sich in seine Handfläche grub.

Er war schon immer ein rast- und ruheloser Geist gewesen und so war es ihm auch gelungen uraltes Wissen aufzuspüren. Er hatte kaum eine Ahnung davon, was es war. Aber eines wusste, er, damit würde er seinen Mann retten.

Möglicherweise nicht auf die Art, wie es sich sein Schatz erhoffen würde, aber jene Existenz, die die alten Schriften versprachen, waren für ihn mehr Verheißung als Abschreckung.

Die Lösung war ein Schiff.
Ein Schiff war immer die Lösung, dass wusste Silvano.

Die Schriften besagten - dass ein Schiffsgrundgerüst die Funktion eines Skeletts übernahm. Jenes musste mit zusätzlichen Antriebsaggregaten hergestellt werden und mit einer Schicht aus gereiften Syntfleisch, Knochen und Panzerung überzogen werden. Das Syntfleisch wurde aus der Spende des Schöpfers gezogen und reifte in speziellen Behältern heran, bevor es auf das Schiff implantiert beziehungsweise gepflanzt wurde.

Nun das Gerüst hatte er gefunden. Einige dieser seltsamen gewaltigen Metallskelette lagen an einem Ort, der sein Verständnis überstieg. Es war eine Tempelruine, das vermutete er, denn alles hatte den Anschein angebetet worden zu ein. Domartige Gewölbe, die Skelette die wie Relikte aus einer anderen Welt erschienen.

Vano hatte das gewählt, was seinem Lieblingswesen am nächsten kam, dem Walhai.
Die Wahl war vor langer Zeit getroffen worden und er war den Anweisungen der Schriften gefolgt. Was immer er dort tat, er wusste es nicht, aber er tat es dennoch.

Den Rest erledigten Maschinen die in einem seltsamen Singsang zueinander sprachen. Heute waren sie verstummt. Das Wesen dass sie geschaffen hatten, lag wie ein bleicher, toter Riesenfisch vor ihm.
Silvano berührte die Nase des Giganten mit seiner alten, faltigen Hand.

Leben kam in den Koloss, an der Seite wo man die Kiemen vermuten würde, öffnete sich ein kreisrundes, riesiges Loch. Ohne zu zögern stieg er hinein. Sanftes Leuchten leitete ihn, während die Dunkelheit hinter ihm wieder zusammenschlug. Es war ihm gleich, hier gab es nichts, was er zu fürchten hatte.

Licht.
Ein matter gelber Schein, der an Bernstein erinnerte.

Vano drückte mit Behutsamkeit und Liebe den Muschelanhänger in die zähe Masse, den er in der Hand gehalten hatte. Kaum das der Anhänger darin verschwunden war, härtete sie außen etwas aus und der bernsteinfarbene Kern wurde von gewaltigen Stahlarmen in eine Halterung gehoben.

Zeitgleich stieg ein zweiter Kern, eine ovale Kammer, genau vor dem ersten aus den Tiefen des Schiffes empor. Mit einem sanften Zischen öffnete sich die Kammer. Vano wusste was er zu tun hatte. Er entledigte sich aller Kleidung und stieg in die Kammer hinein.

Das Leben hatte ihm nie etwas geschenkt.
Aber mit seinem Leben würde er das größte Geschenk unterbreiten.

Die Kammer schloss sich, verriegelte und wurde zurück in die Tiefen des Schiffes gezogen. Für einen winzigen Moment konnte er sehen, wie der Kern über ihn zu strahlen begann. Sein Blick verschwamm durch die Flüssigkeit, aber er hielt ihn fest auf den Kern gerichtet, der nun sanft pulsierte.

Das Schiff erwachte zum Leben, während seines in der Flüssigkeit verlosch.

Als die Luke sich über der Brutkammer schloss, erwachte Boldiszar Seele in ihrer neuen Gestalt. Er spürte Vano und er fühlte zeitgleich dessen Verlust. Ein stummer Schrei entrang sich ihm, den niemand hören konnte.

Doch sein Schrei verhallte nicht ungehört.

Tief in der Kapitänskapsel, in der Flüssigkeit die einst sein Ehemann gewesen war, regte sich der Keim des neuen Lebens - ihr Kind, sein Käptn.


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Die Zeit der Dunkelheit

#5

Beitrag von Mantione de Mancini » So 17. Mär 2019, 20:41

Die Zeit der Dunkelheit
- Camille Nosailly, Sprecherin der Crew


Die Zeit der Dunkelheit, ist eine Zeit der Stille, der Einkehr und des Wartens. Sie ist eine Zeit, in welcher der große Biomechanoid tief in die unendliche See hinab taucht, um an seinen gegangenen Käptn zu gedenken und zeitgleich auf den neuen zu warten. Eine Zeit der Trauer und der Vorfreude, eine Zeit des Verlustes und der Hoffnung.

Jeder Käptn lebt einen Zyklus lang in völliger Symbiose mit dem Schiff, dem Biomechanoiden.
Er entstand aus seinem Vorfahren und wird der Vorfahre für den nächsten Käptn werden.

Denn jeder Käptn ist der Same, der Grundstock, des nächsten seiner Art.
Irgendwann, wenn der Ruf ihn ereilt und er weiß, dass sich sein Zyklus dem Ende nähert, steigt er in die Kapsel die ihn einst vor langer Zeit gebar. Dort wird er vergehen und mit seinem Vergehen, seiner letzten Spende, wird sein Nachfolger geschaffen. Seine Zellen, seine DNS sind die Grundlagen für sein Kind. So war es seit Anbeginn des Biomechanoiden und so wird es immer sein - Generation folgt auf Generation.

Das Schiff, der Biomechanoid, erlebt ihr Werden und Vergehen, ihre Zeugung und ihr letztes Opfer. Er ist der Anfang und das Ende und die Wiedergeburt, er ist alles.

Das erklärt Dir auch, weshalb Du nie einen Käptn mit seinen Kindern siehst. Er wird sein Kind niemals sehen, denn er zeugt es durch sein Opfer.

Sie werden als Erwachsene geboren, sie entsteigen der Brutkapsel und alles Wissen, über das sie verfügen erhalten sie vom Schiff. Das Schiff und der Käptn sind eins. Das Schiff ist unsere Heimat, unser Beschützer, es versorgt uns mit allem was wir benötigen. Der Käptn ist der Mittler zwischen uns und dem Schiff.

Es ist ein ewiger Kreislauf, ein ewiger Verbund.
Ein Käptn stirbt nie so ganz, er ist ewig wie das Schiff und dennoch ist er nach jedem Zyklus eine andere Person.

Die Zeit der Dunkelheit ist jene, in der wir auf die Ankunft des neuen Käptn warten. Zuvor zieht sich der alte Käptn zurück, das Schiff taucht ab und alle Funktionen fahren auf Notbetrieb herunter. Was dann geschieht, habe ich Dir erklärt. Das Schiff überwacht nach dem Opfer des alten Käptns den neuen Keim solange er reift. In dieser schweren Zeit ist es allein und führungslos. Es wird in die Tiefsee hinab tauchen und ruhen. Seine ewige Wanderschaft wird in dieser Zeit unterbrochen.

Ein Vergleich der Oberwelt ist die Raupe die zum Schmetterling wird, sie verflüssigt sich ebenfalls während der Metamorphose.

Irgendwann endet auch die Zeit der Dunkelheit. Das Schiff öffnet die Tür des verbotenen Bereichs und der neue Käptn tritt vor seine Crew. Dann beginnt die Zeit des Aufstiegs, eine Zeit der Freude und der Feier. Das Schiff nimmt seine Wanderung wieder auf und ein neuer Lebenszyklus beginnt - der Zyklus des neuen Käptn.


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Käptn

#6

Beitrag von Mantione de Mancini » So 17. Mär 2019, 22:41

Käptn:

1. Silvano Giovanni de Mancini -236 n.d.A. (72 Jahre)
2. Luciano - 236-311 n.d.A. (75 Jahre)
3. Umberto - 311-391 n.d.A. (80 Jahre)
4. Salvatore - 391-431 n.d.A. (40 Jahre)
5. Medoro - 431-511 n.d.A. (80 Jahre)
6. Tranquillino - 511-557 n.d.A. (46 Jahre)
7. Giovanni - 557- 645 n.d.A. (88 Jahre)
8. Innocenzo - 645-735 n.d.A. (90 Jahre)
9. Delfino - 735-820 n.d.A. (85 Jahre)
10. Fiorenzo - 820-900 n.d.A. (89 Jahre)
11. Arduino - 900-989 n.d.A. (89 Jahre)
12. Medardo - 989-1077 n.d.A. (88 Jahre)
13. Mantione Jean - 1077 aktueller Käptn


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Re: Choucas 1077 - Boldi

#7

Beitrag von Mantione de Mancini » Mo 13. Mai 2019, 22:47

Der Tod der Choucas
(Kriegsbrigg)


Manti zog seine Beine überkreuzt vor die Brust, so wie es Silvano früher getan hatte um sich einzumummeln. `Die Choucas war ein glückliches Schiff, so nennt man Schiffe auf denen sich die Mannschaft versteht und Hand in Hand arbeitet. Auf ihr gab es kein Unglück.

Als sie vom Stapel lief, kam sie in meine Hand und dort blieb sie bis zum letzten Tag. Sie starb kurz nach Dir. Ich musste sie selbst zur Ruhe betten, denn es durfte mich nichts mehr an diese Welt binden. Er - Tekuro, er hatte die letzten Taue geschlachtet, die mich mit der Welt verbanden, als er Dich aus dem Leben und damit von meiner Seite riss.

Ich habe Dir geschworen, dass ich auf Dich aufpassen würde. Und ich schwor Dir, dass ich Dich absichern würde. Alles was ich wollte, alles was ich je gesucht habe, hatte ich in Deinen Armen und auf der Choucas gefunden. Solange sie noch lebte, konnte ich Dir nicht folgen. Ich jagte ihn und ich suchte eine Lösung für Dich. Sie war alt und die Lösung war die eines Ledvicco - ein Schiff.

Ein Schiff ist immer die Lösung.

Die alten Schriften sprachen von einem Preis, damit Du wieder leben konntest, musste ich sterben. Ich weiß nicht wofür diese Wesen einst geschaffen wurde, ich weiß nur, dass es immer einen Seelenspender geben musste. Ansonsten wäre dieser Körper, Dein Körper eine seelenlose, lebende Hülle. Unbeseeltes Fleisch.

Ich konnte nicht gehen, solange ich noch eine Verpflichtung hatte und das war die Choucas. Also fuhr ich mit ihr hinaus und schickte die anderen fort. Sie sollten sie verlassen, das war mein letzter Befehl an Bord. Ich sprengte einen Loch in ihren Rumpf. Es gibt nichts Schlimmeres für einen Käptn, als seinem eigenen Schiff beim Sterben zuzuschauen.

Aber ich musste es tun, für sie, für mich und für Dich. Sie war von ihrem ersten bis zu ihrem letzten Tag in meiner Hand. Kein anderer hat sie kommandiert, außer in meiner Vertretung. Und so sank sie hinab auf den Grund, während ich zurück an die Oberfläche schwamm. Befreit und dennoch gebunden an meinen Schwur, Dich zu retten und zu rächen.

Gerächt habe ich Dich, aber Tekuro und Bellamy sind nicht gestorben. Es wurde unwichtig, denn ich wurde schwach und müde. Ich musste mich aufsparen, ich durfte nicht bei der Rache sterben. Damit wäre alles verloren gewesen. Also ließ ich die Rache fahren und konzentrierte mich auf die alten Schriften, die Hallen der Metallskelette und ich tat, was die Schriften verlangten.

Zum Schluss, als Du geboren warst, stieg ich ihn den Tank. Ich weiß dass er geflutet wurde und ich wusste das es das Letzte war, was ich sehen würde. Also schaute ich nach oben zu Dir. Dorthin, wo ich den Seelenkoppler hineingegeben hatte, der Deine Seele in sich trug.

Ich spürte wie ich mich auflöste und das letzte was ich sah war wie Dein Kern anfing zu leben, Du warst zurück... ich konnte gehen. So starb die Choucas und so starb Silvano´, antwortete Manti und drückte einen Kuss auf den Kern.


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Der Leviathan erwacht

#8

Beitrag von Boldiszàr » Mo 13. Mai 2019, 23:44

›Als ich erwachte, war ich zutiefst verunsichert. Ich verstand nicht, wo ich war, was ich war und warum ich war. Ich wusste nur, dass ich offenbar nicht tot war. Dann spürte ich diesen eisernen Leib, in dem meine Seele sich ausbreitete wie Strom, der die Maschine zum Leben erweckt. Die Maschinen röhrten, Kolben pumpten, Öl floss wie schwarzes Blut durch meine Leitungen. In meiner stählernen Brust spürte ich etwas ähnliches wie mein Herz, tiefe Liebe spürte ich dort, als mein Kern aufleuchtete wie eine Sonne in der Schwärze meiner Seele. Der Leviathan erwachte. Stärker als je zuvor, größer, scheinbar unbesiegbar. In meinem künstlichen Herzen spürte ich Silvano, nicht nur die Erinnerung an ihn, sondern leibhaftig meinen Mann. Er lächelte und während ich zum Leben erwachte, hauchte er seines aus.‹

Eine Welle der Qual rollte durch den massigen Leib, von der Nase bis zu den Flossenspitzen und alle Lichter erloschen. Umberto dachte daran, das rote Notlicht manuell zu aktivieren, so dass die Mannschaft nicht gänzlich in Dunkelheit weilen musste.

›Ich wünschte mir, weinen zu können, doch ich hatte keine Tränendrüsen mehr. Ich lebte, aber mein Mann war soeben von mir gegangen. Ich warf meinen riesigen Körper herum, ungeschickt und grob, versuchte fortzuschwimmen, dem Schmerz davon, doch er war tief in mir drin. Aber da war noch etwas anderes. Während ich meinem Leid freien Lauf ließ, spürte ich, dass in mir ein Kind heranwuchs. In mir, einem gestandenen Kerl. Ich war auf einmal schwanger. Wie auch immer Silvano das angestellt hatte, aber in meinem Kern wuchs unser gemeinsames Kind heran. Nun wusste ich, dass ich mich nicht einfach gehen lassen konnte. Ich musste für das Kleine sorgen. Aber wie sollte ich das tun, ich war nur ein Schiff. So kehrte ich heim nach Riva Verde, wo unser Hausboot vor Anker lag.
›Davet‹, rief ich mit einer Stimme, die durchweg künstlich klang, ein elektrisches Schnarren, ganz anders, als meine alte Raucherstimme. Es dauerte, unser Davet war schon sehr alt. Doch er kam und als ich ihm alles erzählt hatte, nickt er. Ohne eine weitere Frage ging er einfach an Bord. Er half mir, eine Mannschaft auszusuchen, die auf das Kind aufpassen würde. Es wurde zu Davets letzter Lebensaufgabe. Während Silvano das Kind gezeugt hatte und ich es austrug, sorgte er dafür, dass es eine Zukunft hatte. Und das hatte es. Er, Luciano, mein erster Kapitän. Nein, mein zweiter, denn Silvano war der Erste gewesen.‹

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Re: Choucas 1077 - Boldi

#9

Beitrag von Mantione de Mancini » Do 16. Mai 2019, 23:52

Charbogenergänzung:


Das Leben an Bord des lebenden Schiffes Boldiszar
Der Ozean ruft, Gefährten
Link:
viewtopic.php?f=175&p=16902#p16902

Betankung und Bewaffnung
...Mantione schaute auf ihre Füße und dann auf die Stiefel, die sie zurückgelassen hatten. Sein Ausdruck wurde milde und er zeigte die offenen Handflächen zur Begrüßung. "Er isst Sand, einerseits um ihn zu Plasma einzukochen und dieses als Waffe zu benutzen, also als Geschoss und andererseits um es in Brennstoff zu verwandeln.

Werden und Vergehen an Bord
...Manti hörte Tenuki aufmerksam zu und nickte. "Ja ich weiß dass hier die Toten nicht ruhen. Vano kann dort nicht ruhen, sonst gäbe es mich nicht und Davet starb seinerzeit an Bord von Boldiszar. Boldi hingegen wurde von Vano noch einmal verbrannt, so dass er seine Asche der See übergeben konnte und zwar genau dort, wo sie gemeinsam abends gerne auf den Dhunischen geschaut haben. Die Toten von uns gehen in den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen über. Stirbt ein Marian, wird seine Hülle in einen der Nährverwertungstanks gelegt. Sein Körper wird dann bewusst in seine Bestandteile aufgelöst. Er wird nicht geklont oder dergleichen, sondern seine Nährstoffe dienen unseren Pflanzen die uns Sauerstoff und Nahrung schenken als Grundbasis. Die Nährstoffe werden ansonsten mit der Aufnahme von Sedimenten geliefert, aber wenn jemand von den Marians geht, geht er ebenfalls in diesen Kreislauf über. Es ist sein letztes Geschenk an das Schiff und seine Besatzung. Der Käptn hingegen vergeht und wird stets wiedergeboren in der Kammer der Keim-Kammer. Die Mannschaft vermehrt sich entweder natürlich, oder sie klonen sich, aber das tun sie bevor sie verstorben sind. Also Tote an sich klonen wir nicht. Auch der Käptn wird nicht als Leiche geklont, er steigt in die Keim-Kammer wenn er es für nötig hält, wenn er sich schwach fühlt und meint, jetzt ist seine Zeit gekommen, er muss einen neuen Keim erschaffen, einen neuen Käptn. Dann steigt er bewusst in die Keim-Kammer, opfert sein Leben um das neue zu schaffen. So läuft das bei uns. Mir gefällt die Art wie Ihr die Toten ehrt. Wir sollten eine Wand mit Namensschildern bei uns in einem der Räume anbringen. Einen Gedenkraum auf unsere Art. Was meinst Du Umberto?", fragte Mantione und schaute sich all die anderen Namen und deren Opfergaben an. Alles was hier lag wurde mit Liebe und Sorgfalt ausgesucht. Die anderen Namen schaute Mantione auch nur an und berührte sie nicht, da ihm dies nicht zustand.


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