Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

800 Jahre Papaquälen

Die Schatten und die Beißer leben 1077 in dem unterirdischen Reich Carnac.
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Kazrar
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800 Jahre Papaquälen

#1

Beitrag von Kazrar » Sa 18. Mai 2019, 02:20

800 Jahre Papaquälen


Tekuro Chud
Seit Tekuro seine Zähne verloren hatte, hasste er den Namen seines zu Hauses. Das weiße Gestein, aus dem die Festung bestand und die Eigenbezeichnung ihrer Bewohner als Beißer hatten ihr den Spottnamen Festung Zahnstein eingebracht. Egal, welche Alternativen Tekuro erfand, diesen Titel wurde die Anlage nicht mehr los. Wenn er ehrlich war, musste er zugeben, dass die Form des nach oben ragenden und mit dem Höhlenfelsen verwachsene Form des Bauwerks an eine kariöse Zahnruine erinnerte. Eine Festung zu bauen, war eine Kunst und keiner der Beißer hatte je die nötige Kenntnis gehabt. So wurde hier angebaut und wenn sich etwas neigte, wurde von der anderen Seite dagegengebaut, um die Wand zu stützen. Im Laufe der Jahrhunderte war Zahnstein gewachsen, krumm und schief, aber sie stand und erfüllte ihren Zweck. Mit bunt bemalten Rahmen um die Türen und Fenster hatte ein künstlerisch begabter Beißer ein regelrechtes Kunstwerk daraus gemacht und wer es nicht besser wusste, konnte meinen, dass die Form der Festung Absicht war, was Tekuro auch stur und fest behauptete. Sie war sein zu Hause und bot den wichtigsten Familienmitgliedern innerhalb von Trutznest den sichersten nur denkbaren Platz. Eine der Personen, die darin lebte, war Kazrar, zu dem Tekuro nun unterwegs war.
Mehr als achthundert Jahre waren vergangen, seit Tekuro seinen Vater kennengelernt hatte. 874 waren es, wenn Tekuro sich die Mühe machte, nachzurechnen, doch was machten ein paar Jahre mehr oder weniger in einem Leben, das für die Ewigkeit bestimmt war? Kaum ein Zimmer war hier abgeschlossen, die meisten ließen ihre Türen sperrangelweit offen stehen und die Familie marschierte ein und aus. Tekuro kratzte an der Tür, um sich bemerkbar zu machen. Alternativ hätte er mit der Hand durch das Klangspiel fahren können, was vor der Tür baumelte, aber er wollte kratzen.

Kazrar
Kazrar hatte es sich in seinem Zimmer gemütlich gemacht. Seit einer Ewigkeit lebten sie in Carnac, genauer gesagt in Trutzburg. Ihre Welt hatte keine äußeren Witterungseinflüsse, die Temperatur war gleichmäßig war, die Höhle die ihre Stadt beherbergte war von einer eigentümlichen Schönheit und all das wurde von einem unterirdischen See gekrönt. Das Wasser das einst die Zwerge vernichtet hatte und den Vampiren der Schatten dieses Refugium geschenkt hatte. Ihr oberster Herr Milothir, ein uralter Vampir war besonders stolz darauf. Kazrar konnte es ihm nicht verdenken, denn ihre Welt war wunderschön. So wie Carnac Milothir gehörte, gehörte Trutzburg seinem Sohn Tekuro. Das Land der Schatten war ähnlich aufgebaut wie das der Almanen. Ein Oberster Herr, der die Ländereien an seine Getreuen zur Verwaltung überreichte. Tekuro war somit so etwas wie ein Marquis, nur dass sie keine Leibeigenen im üblichen Sinne hatten, sondern Vieh - Sklaven. Kazrar lebte gerne in Trutzburg, sie hatten sich hier ihre eigene kleine Welt geformt und darüber war er sehr froh. Vor einer Ewigkeit hatten sie damit auf dem Rübenhof angefangen und nun war dies ihr Zuhause. Arkan neben ihm war eingeschlafen, er selbst gönnte sich noch einen warmen Bluttee, als es an seiner Tür kratzte. Das konnte nur einer sein - Tekuro. Und wenn er kratzte und nicht einfach hineinstürmte, hatte er entweder ein Problem oder er wurde ein Problem. Kazrar quälte sich hoch und öffnete die Tür. Erwartungsgemäß stand sein Lieblingsbaby vor der Tür und schaute als könnte er kein Wässerchen trüben. Kaz wusste es besser und war stolz darauf. Er schenkte Tekuro ein Grinsen und wartete ab, nur um ihn ein klein wenig zu necken. "Was möchtest Du bei Mama und Papa?", fragte Kaz mit einem Zwinkern und nahm einen Schluck von seinem Tee.

Tekuro Chud
»Reden«, schnurrte Tekuro und kaum hatte Kazrar die Tasse wieder von den Lippen genommen, bekam er einen Schmatzer und sein Sohn spazierte in das Schlafzimmer von Kazrar und Arkan. Wie ein Vierjähriger legte er sich der Länge nach in die Mitte. Die Gründe waren einfach. Geborgenheit und eine lebende Sperre zu bilden, damit die Eltern sich nicht einander widmen konnten, sondern gezwungen waren, ihren Spross zu beachten. »Mama«, sprach er zärtlich und schenkte auch Arkan seinen Begrüßungkuss, ehe er ihm die Rückseite zudrehte, damit Kazrar auf der anderen Seite mit ihm reden musste. Er wartete, dass sein Vater sich dazulegte.

Kazrar
Arkan gab ein undeffinierbares Grummeln von sich, schmatzte und schlief weiter, während Kazrar schmunzelnd Tekuro dabei beobachtete, wie er es sich gemütlich machte. "Lass Arkan schlafen, er ist müde", sagte Kaz freundlich und legte sich auf die andere Seite neben Tekuro und schaute seinem Sohn in die Augen. "Sohn wie kann ich Dir helfen? Was ist los? Du hast doch nichts angestellt oder? Erzähl es mir, aber bitte wecke Arkan nicht, er ist gerade endlich eingeschlafen. Möchtest Du einen Schluck vom Blutwein? Eine herausragende Erfindung. Ich habe gehört wir haben Gäste? Ist das wahr, das der alte Boldiszar eingetroffen ist? Du weißt, Du kannst mir nichts verheimlichen. Sprich mein Sohn", bat Kaz und schlürfte entgegen seiner vorherigen Aussage Arkan nicht zu wecken, seinen Wein. Arkan starrte über die Schulter und rollte sich dann wieder grummelnd zusammen.

Tekuro Chud
»Ja, Boldi ist zurück«, sprachTekuro freudig. »Leider nicht mit einem normalen Körper, er ist weder Mensch noch Vampir. Seine Gestalt ist eine gänzlich andere. Ein beseeltes Schiff, ein Biomechanoid der Meere mit einer eigenen Besatzung. Und Mantione ist sein Kapitän. Weißt du, wer Mantione ist? Der Klon von Silvano, verjüngt und intakt, mit beiden Augen im Schädel. Ich bin so glücklich, Papa. So glücklich! Ich habe Boldiszàr angeleckt und er mich. Tanukibaby hat ihm mit der Schwarzen Garde die Seepocken von der stählernen Haut gekratzt.«

Kazrar
"Dann werde ich ihn nachher begrüßen gehen. Boldiszar und Silvano sind zurück, ich hätte mit vielem gerechnet, damit aber nicht. Sei vorsichtig Tekuro, Du kennst die Rachsucht des Blonden. Hast Du ihm den Kompass gezeigt? Er soll wissen, dass Du ihn noch hast. Zeige ihm die Kammer der Erinnerung. Nun warum bist Du hier? Du kommst doch nicht nur zum Kuscheln oder? Falls doch, freut mich das. Falls nicht, musst Du mir sagen was Du möchtest, sonst kann ich Dir nicht helfen. Wobei eines muss ich Dir noch sagen, dass wir die Höhle bezogen haben, in der es den unterirdischen See gibt und Boldi genau darüber auftaucht, kann kein Zufall sein. Es muss der Wille des Ältesten gewesen sein, der uns wieder zusammengeführt hat. Wie mich und Arkan, so gab er Dir Boldiszar zurück, das zweite Mal im Leben Tekuro. Du solltest Dich dankbar zeigen", sagte Kaz und küsste seinen Sohn auf die Stirn, so dass er dort einen roten Kussmund aus Blut kleben hatte.

Tekuro Chud
Tekuro ließ den Lippenabdruck wo er war und machte es sich noch gemütlicher. »Vor allem, an welchem Tag! Heut ist Bolditag, der Tag, als ich wollte, dass er zu uns in die Schatten tritt! Und da offenbart er sich als Unsterblicher? Papa, ich stimme dir zu. Das alles kann kein Zufall sein. Ich muss dem Ältesten einen Sklaven opfern, ach was, hundert Sklaven, tausend! Meinen Boldi hat er zurückgebracht und sogar samt seinem Leibsklaven, den er stets mit mir teilte. Er wird auch diesen teilen, ganz gleich, was der Typ mit den Kiemen dazu sagt. Der Fisch hat nix zu melden. Bevor ich dir verrate, warum ich hier bin, musst du mir sagen, was Diddy macht, ich habe ihn einige Tage nicht gesehen. Und warum Mama wieder murrt und knurrt. Ach ja und dass ich den Kompass noch habe, hab ich Silvano gesagt und Tanuki war mit ihm in der Kammer der Erinnerung.«

Kazrar
Kazrar nickte andächtig. "Er ist also trotz allem am Ende unsterblich geworden, so wie Du es Dir gewünscht hast. Nur auf andere Art Tekuro. Der Älteste hat nicht zugelassen, dass Ihr getrennt werdet, auch wenn Boldi dafür erst sterben musste um bei Dir zu bleiben um die Jahrhunderte zu überdauern. Dein Bote der Unsterblichkeit war letztendlich Silvano. Dein Biss brachte ihm nicht sofort das ewige Leben, denn er lehnte dieses wertvolle Geschenk ab. Es war an Vano ihm dieses Geschenk für Dich zu überbringen, so das er in die Unsterblichkeit eingeht und seinem Bruder folgen kann. Gleich wie lange diese Fahrt auch immer dauern würde, er ist heute hier. An dem Tag wo wir seiner gedenken und ihn in Ehren halten. Der Kreis hat sich erneut geschlossen, die Schlange der Unendlichkeit biss sich selbst um das Schicksal zu runden. Vano gehörte immer zu Boldiszar, wie auch ihre Vorväter zusammen gehörten Tekuro. Du kannst Boldi nicht ohne ihn bekommen und er kann Boldi ohne Dich nicht halten. Ihr gehört alles zum selben Kreis, zum unendlichen Rad, Ihr seid Seelen die schon immer zusammengehörten. Und alle Seelen die zusammengehören, finden stets wieder zusammen, in der Wiedergeburt, im Nexus, oder in der Ewigkeit, gleich wo - so sagen es die Weisheiten der Alten. Du weißt dass Boldi Dich liebt und Du liebst ihn ebenso. Seine Liebe gilt seinem Mann und Du hast ihm gezeigt, dass Du seinen Mann ebenso ehrst und ihn gut behandelst. Natürlich wird er Vano erneut mit Dir teilen. Du solltest mit ihm das Wiedersehen in der heiligen Kammer der Erinnerung feiern. Dort solltest Du ihn nehmen und zeichnen. Diesen neuen Körper einweihen, damit er weiß, er kann immer an Deiner Seite liegen. Hier ist stets Platz für sie und auch Dein Bett ist für ihn vorgewärmt. Bellamy und Pattrice werden nichts dagegen sagen, ich denke sie verstehen, dass Du nach all der Zeit ihn willkommen heißen willst. Wobei Du es vielleicht so tun solltest, dass Boldi Euch im Blick hat, so wie damals im Bugraum, vor einer halben Ewigkeit. Nimm ihn zu Ehren dieses besonders Tages, zeig ihm dass Du immer noch den passenden Schlüssel für sein Schloss hast. Er gehört zur Familie, er gehört zu Dir, daran kann niemand etwas ändern, nicht einmal er selbst. Sonst hätte der Älteste ihn nicht erwählt, dass er Dein Handlanger wird und ihn nicht hierher geführt an diesem Tage mein Sohn. Arkan ist nur von der Jagd müde und etwas grummelig, wenn man ihn stört. Sei Deiner Mutter nicht böse. Ich kann Dir nicht sagen wo Didi abgeblieben ist, ich meine er treibt sich mit Tenuki herum", sagte Kaz freundlich.

Tekuro Chud
»Silvano war dazu da, mir meinen Boldi zurückzubringen und er wird erneut die Freuden zu spüren bekommen, die der Stachel ihm einst brachte. Gerade heute ist das wichtig, wo Boldi ihn doch nicht mehr stacheln kann. Ich weiß gar nicht, ob sein neuer Körper so was könnte, wenn da ein zweiter Leviathan wäre. Diddy hat sich nicht abgemeldet. Das heißt, er ist noch in Trutznest.« Er grabschte nach hinten und zerrte die Decke über Arkan, so dass dieser wieder aufwachte. »Schlecht gelaunt von der Jagd, wie merkwürdig. Aber nun kann ich dir ja sagen, warum ich hier bin.« Er sah seinen Vater sehr ernst an. »Wo ist der Schielende Johann? Mir kam zu Ohren, dass er immer noch da wäre. Durch eine zuverlässige Quelle! Leugnen zwecklos. Alsoooo?«, fragte er. »Wo versteckst du ihn?«

Kazrar
"Sohn Du musst Dich verhört haben was Johann angeht. Das Didi sich nicht abmeldet ist komisch. Nein die Jagd von Mama war nicht erfolgreich, darum ist er etwas zerknirscht. Ich vermute dass sich ein Schiff das lebt an einem anderen reiben kann. Aber wie beim Ältesten sieht er denn aus? Ich meine wie die Choucas wohl kaum, wie ist er sonst hierher gekommen? Du wirst Boldi die Freude des Augenschmauses geben. Heute mag Vano vielleicht noch ablehnen, ein alter Frust Tekuro, er musste Boldi zu Grabe tragen und ihn erwecken. Denk daran wie er Dich mit der Lanze verletzte und ebenso Deinen Mann. Ein alter Groll schwelte in ihm. Aber er tötete Dich nicht, ich denke weil er es nicht konnte. Erinnere Dich an die Zeit im Rübenhof, wo Ihr das erste mal gespielt habt, wie er Deinen Namen stöhnte, wie er nach Deinem Stachel bettelte und wie er vor Glück und Geilheit unter Dir jammerte und seinen Hintern willigen Hintern tief in Deinen Schritt presste. Er wird sich genauso daran erinnern und daran wie gut ihm das getan hat. Wie befriedigen es war, von Dir durchgenommen zu werden, wie es kein anderer kann. Nicht umsonst hat Dir Boldi seinen Mann anvertraut um ihn richtig durchzustacheln. Boldi wusste, dass er nicht so standhaft ist wie Du und er wusste, er kann sich dabei auf Dich verlassen. Du würdest seinen Mann nicht beschädigen oder verletzten. Und das hast Du auch nicht, ich habe heute noch sein Stöhnen im Ohr, wie er Deinen Namen keuchte. Eine andere Nummer hast Du mir stets vorenthalten, dabei hätte ich sie gerne gesehen. Aber er hat Dich genauso gemocht und er hat gerne für Dich den Hintern gehoben, auch er wusste Deinen stahlharten Stachel zu schätzen, seine Majestät. Stachele Vano für ihn mit und lass mich zuschauen, wie Du Boldiszar damit aufs herzlichste begrüßt", lächelte Kaz und mummelte sich ein.

Tekuro Chud
»Papaaa«, tadelte Tekuro. »Ich bin zu alt, um mich ablenken zu lassen, achthundert Jahre zu alt, denk dir neue Tricks aus, um mich zu bescheißen. Ich werde den verjüngten Silvano erneut nach meinem Stachel winseln lassen und du wirst mir verraten, warum du Johann all die Jahre aufgehoben hast, den hässlichen kleinen Johann mit dem Silberblick! Komischerweise wusstest du sofort, von wem ich spreche.«

Kazrar
"Weil ich nur einen einzigen Johann kenne. Das Du mir immer etwas unterstellen musst, sobald Du schlechte Laune hast, ist schon erstaunlich. Wieviele Johanns kennst Du denn Tekuro Chud? Na? Da bin ich jetzt aber mal gespannt und was heißt hier ich hätte ihn aufgehoben? Er ist doch mein Sklave, den Du mir geschenkt hast. Geschenke von seinen Kindern hebt man auf, Bilder, Blumen, Steine und auch Sklaven. Und heute ist Bolditag und nicht Johanntag mein lieber Sohn", sagte Kaz und hoffte damit durchzukommen. Was er allerdings bezweifelte.

Tekuro Chud
»Wir haben allein im aktuellen Bestand mindestens sieben dieses Namens! Sklaven sind Verbrauchsmaterial, das wäre wie wenn du einen Kuchen, den ich dir vor fast einem Jahrtausend gebacken habe, aufgehoben hättest. Hast du aber nicht, oder hast du auch ein geheimes Verlies voller Kuchen? Du belügst deinen eigenen Sohn!«

Kazrar
"Doch ich habe sie alle noch, nur sind sie geschimmelt und da musste ich sie entsorgen. Was kann ich dafür, wenn Du Kuchen backst, die schimmeln? Da siehst Du mal, dass Du überhaupt nicht an Deinen Vater denkst. Das mit den Johanns hast Du Dir doch gerade ausgedacht, Du Naseweiß", lachte Kaz und küsste Tekuro. "Könnte sein, weil ich ihn.... mag", schlug Kazrar vorsichtig vor. "Er war schon immer ein guter und sehr fleißiger Sklave. Ich hatte keine Lust einen neuen auszubilden, war Johann gewöhnt und so dachte ich, Mensch Kazar - ich duze mich ja, behalte doch den guten Johann und so kam es auch", sagte Kaz und trank schnell noch einen Schluck Wein, ehe er sich durch ein falschen Grinsen noch mehr in die Scheiße reiten konnte.

Tekuro Chud
»Und weil er so unersetzlich fleißig ist, hast du ihn heimlich, hinter meinem Rücken, gebissen und ihn dann versteckt. Damit niemand sieht, wie wichtig dir das Geschenk deines Sohnes ist, was du seit Jahrhunderten aufhebst. Hab ich meinen Ezio je versteckt? Wobei ist Johann überhaupt fleißig, Haushalt kann er ja nicht machen, wenn er immer verborgen bleibne muss.«

Kazrar
Kaz schaute seinen Sohn strafend an. "Jetzt kommst Du mir auch noch mit Logik! Seid wann bist Du Büttel? Verdammt Du warst ja Büttel, sogar Gardist. Nun er war bis dato immer fleißig, hat sich den Biss verdient und ich wollte nicht auf ihn verzichten. Weil er ein guter Mann ist und ich weil er ein ganz besonderes Geschenk war. Sag mal was willst Du eigentlich hören?", fragte Kaz verwirrt.

Tekuro Chud
Tekuro guckte seinen Vater aus seinen dunklen schmalen Augen erst fordernd, dann nachdenklich an. »Die Wahrheit. Beschwindelst du grad mich oder dich selbst? Oder traust du dich nicht, was zu sagen, weil Mama murrig ist? Jetzt weiß ich, warum er murrt.«

Kazrar
"So dann verrat es mir weiser Tekuro Chud, Meister über allen Wissens. Was enthalte ich Dir denn vor oder meinem geliebten Arkan, der mir niemals so die Waffe auf die Brust setzen würde wie mein geliebter Sohn. Mein Herz blutet bei diesen bösartigen Unterstellungen Tekuro, willst Du das?", fragte Kaz und schaute ihn mit großen traurigen Augen an.

Tekuro Chud
Kazrar befolgte Tekuros Rat und probierte prompt eine neue Masche aus, die Tekuro obendrein ziemlich an die Nieren ging. Er fühlte sich genötig, Kazrar zu trösten und streichelte dessen Arm. »Erinnerst du mich daran, was du mir damals bei Patti geraten hast, bei meinem süßen Karpfenmäulchen? Du hast gesehen, dass ich den Kerl geliebt hab. Und ich seh dass du den Johann für mehr als nur seinen Fleiß magst. Aber wenn dem so ist, dann sollte er nicht da allein im Dunkeln dümpeln. Komm, wir holen ihn aus dem Verlies heraus. Ich hoffe, er durfte wenigstens ab und zu herumlaufen und steckte nicht die letzten Jahrhunderte nur da drin.«

Kazrar
Kaz umarmte seinen Sohn liebevoll und drückte ihn an sich. "Tekuro, es ist für uns beide schwer zuzugeben, jemanden zu mögen der nicht perfekt ist. Gerade in einer Welt die nach Perfektion schreit und wo wir so maßlos überhäuft wurden mit unserem guten Aussehen, unseren Kampfkünsten, unserer Jagdtechnik und unserem Glauben, da fällt es schwer zuzugeben, dass man selbst - so vollkommen und wundervoll man auch ist, auf etwas Unperfektes sein Auge geworfen hat. Ja er durfte hinaus, heimlich. Gehen wir ihn abholen komm mein Sohn", sagte Kaz liebevoll und stand gemeinsam mit Tekuro auf.

Tekuro Chud
»Oh Papa«, stöhnte Tekuro. »Da verheimlichst du mir das fast neunhundert Jahre, weil es dir peinlich ist! Ist es mir peinlich, Ezio zu lieben oder Johnny für den besten Sklaven seit Ezio zu halten?« Er ließ seinen Vater den Weg vorgeben, da er nicht wusste, wo genau der arme Johann versteckt wurde.

Kazrar
"Ja es war mir immer peinlich Tekuro. Ich achte so auf mich, mein Äußeres, sogar meine Haare waren mir immer heilig. Wir predigen Macht, Kraft, Stärke, Schönheit und all diese Dinge und dann begehre und liebe ich einen schielenden, schwachen, Sklaven. Wie passt das zusammen? Ich kann es mir selbst nicht erklären, aber mein Gefühl war einfach da. Vielleicht ist es auch um ihn zu beschützen, weil er nicht perfekt ist, weil er anders ist, so ganz anders als das was ich mir immer eingeredet habe. Ist Arkan perfekt? Nein, aber gerade das hat mich angesprochen und ich wollte ihn retten, bei mir behalten und so ging es mir mit Johann auch", sagte Kazrar und führte seinen Sohn hinab in den Keller und dort in einen Bereich, der genau wie eine Wohnung eingerichtet war. Der Raum war mit Lampen beleuchtet, Bücher gab es im Übermaß und scheinbar hatte Johann lesen gelernt. Zudem gab es auch ander Unterhaltsungselektronik. Ein Bett, eine Sitzecke, einfach rundum war der Raum um sich wohlzufühlen. Johann saß in einem großen Sessel und schaute beide gut gelaunt an. "Hallo", grüßte er freundlich und setzte seine Brille ab.

Tekuro Chud
»Natürlich ist Mama perfekt, was redest du für einen Scheiß! Was gefällt dir an ihm nicht, er ist klein und blond, genau so, wie du es dir immer gewünscht hast. Nach den Kriterien hast du sogar Johann ausgesucht!« Tekuro war beruhigt, dass Johann wenigstens nicht in einem Verlies lebte, sondern es hier unten sehr wohnlich hatte. Kazrar hatte ihm sogar eine Brille spendiert. Tekuro ging zu ihm, nicht forsch, sondern mit einem Ausdruck der Freundlichkeit, wobei das bei ihm nichts heißen musste. Er hatte auch schön Leute getötet und gefressen, weil er sie mochte. Aber das war früher gewesen, heute war er fast immer Herr seiner Sinne, wobei er den hemmungslosen Rausch manchmal vermisste. Er legte die krallenbewerten Hände auf Johanns Schultern, drückte sie sanft und küsste ihn auf die Stirn. »Kazrar ist gekommen, um dich in der Familie willkommen zu heißen. Er möchte dir sagen, dass er dich von Herzen liebt und nicht mehr möchte, dass du hier unten allein versteckt wohnst. Niemand wird dir etwas tun. Du kannst lesen, wie ich sehe. Und mit der Brille siehst du richtig schick aus.«

Kazrar
Kazrar nickte zustimmend. "Er hat Recht Johann, begleite uns nach oben. Wir werden all Deine Sachen in Dein neues Quartier bringen, wo Du fortan bei uns leben wirst", sagte Kaz glücklich. Vor allem freute ihn, das Teku verstand, was er nicht so leicht über die Lippen brachte. Er der sonst für alles Worte fand, fand sie nicht wenn sie am wichtigsten waren. Johann klappte sein Buch zu, legte es zur Seite und umarmte Tekuro und Kaz so feste er konnte. "Ich Danke Euch, ich weiß nicht was ich sagen soll", schniefte er glücklich. Kaz streichelte ihm beruhigend den Rücken und küsste seinen Sohn auf die Schläfe.

Tekuro Chud
»Sag einfach gar nichts und freu dich. Dass du lieb sein musst, brauch ich dir ja nicht zu sagen.« Er umarmte Johann zurück. »War lange überfällig. Du bist ein Vampir, nehme ich an und kein Ghul oder Lich? Wie hast du dich hier unten ernährt?«

Kazrar
Johann: Johann zeigte auf Kazrar. "Der Meister brachte mir Blut, damit ich genügend Nahrung habe. Ich wurde ernährt, ich habe nie gehungert. Das wisst Ihr doch, ich benehme mich immer gut und folgsam Herr. Nein ich bin kein Ghul oder Lich, ich kann keine Magie wirken. Schaut", sagte Johann und zeigte seine spitzen Zähne.

Tekuro Chud
Tekuro sah sich die Zähne an und nickte anerkennend. »Dann kennst du die Freuden der Jagd nicht! Du wirst einen von uns oder einen Trupp begleiten und lernen, was es heißt, selbst Beute zu schlagen. Am liebsten würde ich dir dazu Patti und Ezi aufs Auge drücken, die hängen dauernd zusammen rum und sind lieb, da würdest du gut dazu passen. Aber vermutlich will Papa selbst dabei sein, wenn du das erste mal die Zähne in leckeres Fleisch schlägst und das köstliche Blut in deine durstige Kehle sprudelt.«

Kazrar
Johann: Johann schaute etwas verzweifelt. "Ich kann aber nicht jagen Herr, ich weiß nicht wie das geht und ich bin nicht schnell. Muss ich in die Stadt der Bettler umziehen, wenn ich nicht jagen kann?", fragte Johann niedergeschlagen.

Kazrar
Kazar schüttelte den Kopf. "Jeder Vampir kann die Jagd erlernen, auch Du Johann. Wir nehmen Ezi und Patti mit, Du wirst ihrem Beispiel einfach folgen. Irgendwann hast Du den Bogen raus, mach Dir keine Sorgen. Umziehen musst Du nur zu uns nach oben, nicht in die Stadt der Bettler. Aber dort würden sie Dir zur Not genauso helfen wie wir Dir", beruhigte Kaz seinen Sklaven.

Tekuro Chud
Patti und Ezi sind lieb und man mag es nicht glauben, aber sie sind gute Jäger. Sehr zielorientiert. Bisschen wenig verspielt ist Patti für meinen Geschmack, mir wäre das zu langweilig, aber effektiv ist es immerhin. Andererseits hat er auch keine Zähne, er ist kein Vampir, vielleicht liegt es daran. Herrlich warm ist sein Fleisch, wenn er unter mir liegt und ich seine Freuden genieße. Vor Clan Scherbensonne brauchst du dich nicht zu fürchten, das ist einfach ein Ort für bedürftige Vampire, keine Strafanstalt. Hier bei uns Beißern sind alle abgesichert, weil wir alle vom selben Blut sind oder Leute, die unser Wohlwollen erlangten. Hier hungert niemand, aber es gibt auch Clans, da ist das ein Problem. Schau.« Er riss den Rachen auf und zeigte seine künstlichen Zähne. »Ohne diese Prothesen, ohne Bellamy, der mich nährte, hätte ich Unterschlupf gefunden bei den Bettelvampiren. Demütigend für einen großen Jäger wie mich, aber doch besser als abzukratzen.«

Kazrar
"Eben es ist ein Clan, der sich des friedlichen Zusammenlebens verschrieben hat. Dort lebt man von Blutspenden. Freiwillige geben dort ihr Blut ab, damit die Vampirbrüder und Schwestern leben können. Sie rauben nicht und sie töten nicht. Es hat aber nichts mit einem Gefängnis zu tun. Bellamy ist ein guter Ehemann, immer hilfsbereit, besorgt und liebevoll. Und er ist ein erstklassiger Jäger, dass war er schon immer, genau wie Du mein Sohn. Du hast einst seinen Bruder Boldi durchgefüttert und verhindert, dass er verhungert. Und Bellamy hat verhindert, dass Du verhungerst. Auch hier schließt sich erneut der Kreis. Die Halle der Erinnerung ist eine Halle der Hoffnung geworden Tekuro", sagte Kaz glücklich.

Tekuro Chud
»Er hat nicht nur verhindert, dass ich verhungere. Weißt du, wie er das gemacht hat? Um das Blut verwerten zu können, benötigen wir die Enzyme unseres Vampirgifts. Diese zersetzen es in Bestandteile, die wir verwerten können. Heißt, ohne Zähne wäre ich verhungert, hätte es mir niemand vorverdaut. Bellamy fütterte mich von Mund zu Mund, wie ich damals Boldiszàr. So hat sich auch dieser Kreis vollständig geschlossen! Die Halle der Erinnerung habe ich absichtlich als Ort der Interaktion mit den Toten konzipiert. Kein Friedhof wo alle nur schweigen und stumm ihre Tränen vergießen. Dort darf man laut seinen Schmerz hinausschreien oder in Gedenken an die verstorbenen wssen, trinken oder vögeln. Auch lachen ist dort erlaubt, alles ist da erlaubt, was nicht die Ehre der Toten beschmutzt. Komm, Johann. Du warst lange genug allein.«

Kazrar
Kazrar streichelte Tekuro liebevoll. "So schließt sich der Kreis wahrhaftig völlig. Drei Brüder im Bunde, zusammengehalten durch die Macht der Liebe und den Willen zu überleben, im Kreis standet Ihr Euch bei, jeder half dem anderen, gleich wer hungerte er wurde versorgt, nie wurde der Kreis durchbrochen aber stets wurde der Kreis erweitert. Und auch als Du in Deiner finstersten Zeit Deinen Bruder Boldi betrauert hast, war er schon auf dem Weg zurück zu Dir, auch hier wurde der Kreis nicht durchbrochen, er wurde zusammengehalten von Silvano, der es irgendwie schaffte Boldiszar zu halten. Ihr beide habt das Gleiche versucht und im Grunde gemeinsam geschafft, ohne es zu wissen oder es zu planen. Wer Eure Hände und Gedanken führte ist klar, der Älteste. Eine Freundschaft die so tief ist, die so weit hinab reicht bis in den Abgrund und tiefer, darf nicht zerstört werden. Und erneut bewahrheitet sich eine alte Weisheit - die Bande der Freundschaft werden auch durch den Tod nicht durchtrennt. Eure Band sind stärker als jeder Stahl und fester geknüpft, als das mächtigste Tau, denn es besteht aus Seelen und Liebe. Merke Dir das mein Sohn, feiere diesen Tag und lass ihn neu in die Geschichte unserer Welt eingehen. Der Tag an dem der verlorene Bruder in neuer Gestalt zurückkehrte", sagte Kaz während Johann gerührt nickte.

Tekuro Chud
Tekuro nickte. "Eine Freundschaft so tief, dass sie hinabreicht bis in den Abgrund, eine schöne Metapher. Ich mag es, wenn du so redest, Papa." Er ging vorneweg, damit die beiden Turteltäubchen heimlich Händchen halten konnten, wenn sie wollten. Gedanklich bedankte er sich bei seinem Halbbruder Diddy, der ihm den Tipp gegeben hatte.

Kazrar
Kazrar und Johann folgten Tekuro auf dem Fuße. "Tekuro ich sage nur die Wahrheit, anders ist es nie gewesen. Die finstersten Zeiten haben Euch zusammengeschmiedet, schwarzer Stahl Tekuro, dass seid Ihr. Nichts was diese Bande zerstören könnte, sie wurden in den Feuern des Abgrund geschmiedet und in der See des Blutes gehärtet, was kann solche Bande brechen? Nichts weltliches, es ist der pure Segen des Ältesten der auf Euch ruht. Mit liebenden Kohleaugen schaut er auf Euch herab, jene die ihm stets Opfer darbrachten. Du allen voran mein Sohn, ebenso Bellamy, Boldi auf seine Art und auch Silvano der es nicht zugeben mag. Wer ist sein Davy denn anderes als der Älteste der sich auf der hohen See zeigt? Ich wüsste nicht, wer es sonst sein sollte. Er ist ein Beißer wie wir, nur ein Beißer erkennt den Geschmack des siedenden Fettes, das aus seinem Menschenleib geschöpf wurde. Und er aß es mit genuss um Dir danach aus der Hand zu fressen. Du wusstest welchen Köder dieser Raubfisch schluckt und Du hast ihn gesattelt und geritten. Wie Du sie alle geritten hast. Du kannst die Beute lesen und ebenso die Beißer Tekuro, Deine Sicht ist die des Ältesten, er gab Dir eine mächtige Gabe und einen harten Stachel", sagte Kaz stolz.

Tekuro Chud
»Der Segen des Ältesten ist mit uns. Ich sollte Mantione zum Essen einladen«, sprach Tekuro mit einem unwahrscheinlich breiten Grinsen. »Mal sehen, wie er darauf anspringt. Du solltest seinen Ledwicker anschauen. Mal sehen, ob dir an ihm was auffällt, wenn du ihn siehst. Und ich meine nicht seine Kiemen.«

Kazrar
Kazrar grinste seinen Sohn an. "Was soll mir an ihm auffallen? Hat er irgendetwas das mich warnen sollte oder verführen könnte?", fragte Kaz und führte Johann zu Ezi und Patti. "Bitte nehmt Euch meines Johann an, ich hole ihn später ab. Tekuro muss mir dringend Boldi zeigen, ich muss ihn persönlich willkommen heißen. Ja lad ihn zum Essen ein. Vielleicht muss der junge Vano sein Erwachen erneut erleben. Seine Zähne in wahres Fleisch schlagen, das Fett der Beute wie hauchzarten Schmelz auf der Zunge zergehen spüren und dann den wahren Geschmack begreifen, der soviel mehr ist als nur Essen oder Genuss. Lade ihn ein Tekuro und zeige ihm allein durch Deine Fähigkeiten, wo sein Herz also seine Familie steht, wo sie lebt, wie sie lebt und was wir alles sind. All das wird er mit dem ersten wahren Bissen... wissen", lächelte Kaz liebevoll.

Tekuro Chud
»Lieb spielen«, befahl Tekuro durch die sich schließende Tür, bevor sie ins Schloss platzte. Die beiden wussten ja noch nicht, dass Johann nun zur Familie gehörte. »Ich sag noch nichts zu Umberto, dem Umbi, dem Berti. Du sollst unvoreingenommen sein. Schau ihn dir einfach an.« Er strich seinem Vater durch die Spitzen seines langen Haares und gemeinsam kehrten sie zu Boldiszàr zurück, dessen neuer Leib noch immer in der Bucht ruhte.

Kazrar
Kazrar blieb vor Boldiszar stehen und musterte das Geschöpf. Er wusste nicht was er erwartet hatte, bei einem Schiff hatte er immer noch die halb romantisch verklärte gute alte Choucas vor Augen. Ein alte Segelschiff, das man heutzutage überhaupt nicht mehr gebrauchte. Aber es war das erste Schiff, das er betreten hatte und demzufolge war sie für ihn der Inbegriff der Schiffe. Das so ein Schiff nicht tauchen und zu ihnen vordringen konnte, hätte ihm bewusst sein müssen. Nun ruhte hier Boldi. Gewaltig war sein Leib, riesig und gar nicht aus Stahl, sondern seine Hülle war weich. Darunter mochte sich Stahl verbergen, aber sie war mit einer Haut überzogen die entfernt an die riesigen friedlichen Haie erinnerte die Vano auf seiner Reise stets gegrüßt hatte. Nur war dieser "Hai" hundertmal so groß, wenn nicht noch größer. Aber die Form war ähnlich, das Muster ebenso, dafür verfügte Boldiszar über mehr Flossen und wie es den Anschein hatte auch über Dornen an seinem Schwanzfortsatz. Wie sprach man so ein Wesen an? Kazrar hatte keine Vorstellung davon, also trat er vorsichtig vor dieses Schiff. "Hallo und willkommen zurück im Herzen Deiner Familie Boldiszar. Du bist ganz schön gewachsen", schmunzelte Kazrar und streichelte den Giganten, wobei er sich fragte, wei man in dieses Schiff hineingelangte. Aber das war nicht die einzige Frage, ihm geisterte so einiges durch den Kopf herum.

Boldiszàr
»Meine Familie ist gewachsen, sie ist groß und weit verzweigt. Hallo, mein Herzenspapa«, schnarrte Boldiszàrs elektrischer Bass. Langsam hob sich die breite Schnauze noch weiter aus dem Wasser, stupste mit erstaunlicher Sanftheit gegen Kazrars Brust und rieb sacht hin und her. Wie winzig er war, dabei war Boldiszàr als Mensch kaum größer gewesen. Die breite nasse Zunge schob sich heraus und stupste gegen ihn. Sie war voller Sand.

Kazrar
"Hallo Sohn, schön dass Du zurückgekehrt bist. Ich hoffe wir sehen Dich hier öfter, so oft wie möglich. Du hast keine Vorstellung davon wie sehr wir Dich alle vermisst haben. Vano wird es Dir sagen können, er war in der Halle der Erinnerung. Der Kreis hat sich geschlossen und Du bist wieder in unserer Mitte, auch wenn Du uns die Flosse reichst, anstatt die Hand. Willkommen daheim Boldi, willkommen im Kreis Deiner Familie. Jeder Deiner Familie ist auch ein Teil von uns, dass ist selbstverständlich", sagte Kaz glücklich und streichelte den Riesen.

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