Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel X - Eine souvagnische Gausswaffe in der Hand eines Ledvigianos

Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Eine Gruppe von Abenteurern steigt in den Abgrund hinab um ihm seine dunklen Geheimnisse zu entreißen.
Antworten
Benutzeravatar
Pierre Agramant de Souvagne
Duc 1077
Beiträge: 74
Registriert: Do 3. Jan 2019, 19:24

Kapitel X - Eine souvagnische Gausswaffe in der Hand eines Ledvigianos

#1

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Fr 31. Mai 2019, 02:39

Eine souvagnische Gausswaffe in der Hand eines Ledvigianos


Boldiszàr hatte mit Engelszungen auf Tekuro eingeredet, ehe dieser ihn und die Marians ziehen ließ. Der Abschied war herzzerreißend. Obendrein stellte sich heraus, dass die Beißer auf Tekuros Befehl inzwischen den Zufluss zur Azursee gesprengt und verschüttet hatten. Das erklärte das Durcheinander am Tag, als Mantione das erste Mal das Abtauchen befohlen hatte. Wütend musste Boldiszàr mit seiner Plasmakanone nun alles freiräumen, was mehrere Tage dauerte, ehe er endlich passieren konnte. Ein gegen ihn winzig anmutendes Tauchschiff begleitete ihn bis zur Azursee, ehe es zum Abschied grüßte und wieder in dem schwarzen unterseeischen Höhlenkomplex verschwand. Boldiszàr tauchte erleichtert auf und ließ den Wind an seine Haut. Auf den Inseln kreischten die Möwen und die Wellen brachen sich rauschend an den Felsen. Boldiszàr ließ all das hinter sich und wandte sich nach Südwesten. Er schwamm den ganzen Großen Kanal durch Almanien an der Wasseroberfläche und auch im Dhunischen Ozean angelangt ließ er sich im Licht treiben. Nun rasteten sie in der Nähe der Laguna Azzurra, der Blauen Lagune, in der früher Monleone gelegen hatte. Umberto hatte darum gebeten.

Umberto Cantichi
Gerade eben tauchte der gebürtige Ledvigiano wieder auf und kletterte auf Boldiszàrs Nase, wo er sich langgestreckte, um seiner Bräunung in der Abendsonne nachzuhelfen. Mantione leistete ihm dabei Gesellschaft. »Es ist ein Unding«, erklärte Umberto, »dass dieses Kulturerbe der Ledvigiani so enden musste. Ein Jahrtausend war dies unsere Hauptstadt, das kulturelle und wirtschaftliche Herz unseres Landes und dann das.« In dem Moment erinnerte er sich an die Gausswaffe, die er von einem der Souvrakasier, welche die alte Stadt besetzt hielten, erbeutet hatte ...

Kurz darauf ging ein Funkspruch bei Duc Pierre Agramant de Souvagne ein.

»Hier spricht Umberto Cantichi, erster Offizier der Choucas Boldiszàr! Ich erbitte ein persönliches Gespräch mit seiner Hoheit Duc Pierre Agramant de Souvagne. Ich bin in Besitz einer souvagnischen Gausswaffe, die nicht hier an Bord ist. Ich wiederhole, ich bin im Besitz einer souvagnischen Gausswaffe, die sich im Moment an einem geheimen Ort befindet.«

SouvSec:
"Ihr Funkspruch ist eingegangen und wird überprüft. Gedulden Sie sich einen Moment", kam die Antwort. Umberto hörte an einer seltsamen Tonfolge, das scheinbar versucht wurde ihr Signal zu orten und auch andere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Einen Augenblick später hatte er wieder die SouvSec in der Leitung. "Seine Majestät ist bereit das Gespräch anzunehmen, wir verbinden!", sagte der Offizier und stellte Umberto durch.

Pierre Agramant de Souvagne
Es dauerte länger als einen Augenblick, da sich Pierre mit Max verband bevor er antwortete. Umberto hörte nichts mehr, kein statisches Rauschen, keine Nebentöne, keine Modulationen, die Leitung war so geräuschleer, so sauber, dass es unheimlich wirkte. `Ihr habt um eine nonverbale Audienz bei uns ersucht. Wie uns zugetragen wurde, handelt es sich um einen Fall der Nationalen Sicherheit Souvagnes - Euer Name und Begehr´, antwortete Pierre in die Leitung.

Umberto Cantichi
Umberto war aufgeregt, doch Angst verspürte er keine. Er war kein Feigling, er fand die Situation gerade ausgesprochen spannend. »Umberto Cantichi, erster Offizier der Choucas Boldiszàr! Ich grüße Euch, Hoheit und informiere Euch darüber, dass ich im Besitz einer souvagnischen Gausswaffe vom Typ P8 bin. Sie befindet sich an einem sicheren Ort außerhalb meiner und Eurer unmittelbaren Reichweite. Um eine nonverbale Audienz habe ich nicht ersucht, sondern um ein Gespräch. In Naridien hat ein Freund Interesse an dieser Waffe angemeldet und ist bereit, einen guten Preis dafür zu zahlen.«

Pierre Agramnt de Souvagne
Pierre hatte schon so manches schräge Gespräch erlebt und auch wenn er es höchstens vor seinem Ehemann zugab, mit so manchem Fremdländer zu sprechen war hochinteressant und erweiterte den Horizont. Ein altes Sprichwort hieß schließlich, kenne Deinen Feind. Der Mann war ein Seesoldat, ein Besatzungsmitglied der Choucas Boldi. Das Schiff sagte ihm nichts, aber MAX spielte ihm die Informationen der alten Choucas ein, samt deren Besatzung. `Nun ob Ihr darum gebeten habt oder nicht ist irrelevant Offizier Cantichi, so habt Ihr Euer Gespräch. Eine Gausswaffe in Eurem Besitz, nicht in Eurer oder unserer Reichweite. Das ist eine immense Behauptung, ebenso die Behauptung oder sagen wir Drohnung diese nach Naridien zu veräußern. Ihr wisst, sollte Eure Behauptung den Tatsachen entsprechen, dass dies einen Krieg auslösen könnte? Aber bevor wir entscheiden uns einen Erstschlag zu führen zur präventiven Verteidigung gegen Naridien, möchten wir Euch einige Fragen stellen. Weshalb trägt Euer Schiff einen Souvagnischen Namen? Ihr werdet in keinem der Marineregister geführt. Allerdings ist uns der Name Choucas bekannt, einst eine Brigg vor langer Zeit. Ebenso ist uns der Name Boldiszar bekannt, ein ehemaliger Leibgardist an unserem Hofe. Er hatte die Unite B unter seinem Kommando. Wenn dies eine versteckte Botschaft sein soll, entschlüsselt Sie. Unsere Person mag in der Intelligenz so machen Menschen übertreffen, aber unser Steckenpferd ist die Genetik, Nanotechnologie und andere Technische Errungenschaften wie Antimaterie... von Bingo und Kreuzworträtsel halten wir nichts. Auch wenn Ihr uns vielleicht damit erheitern wolltet. Klärt uns darüber auf. Nächste und sehr simple Frage, was verlangt Ihr für die Rückgabe der Waffe?", fragte Pierre freundlich.

Umberto Cantichi
Gut gelaunt wandte Umberto sich seinem Kapitän zu, der neben ihm im Cockpit an der Funkanlage saß. »Wir haben echt den Duc in der Leitung, das ist heftig! Was für eine Piepsstimme, ich wette das ist ein totaler Zwerg. Lust, ihn mal leibhaftig zu sehen? Wir haben die P8, vielleicht bequemt er seinen royalen Hintern, wenn wir ihn lieb fragen. Was wollen wir eigentlich alles haben, wenn er uns schon mal so freundlich fragt? Brauchen wir neue Bauteile für Boldi, ein externes Tauchschiff, eine Luxusyacht?«

Mantione de Mancini
Mantione grinste seinen Mann an. "Wir benötigen so einiges, also zuerst wäre eine volle Aufstockung der Vorräte wichtig. Aufstockung sämtlicher Medikament. Frischwasser und Wasserreinigungstabletten, sowas haben Souvagner. Dann stets freie Passage durch souvagnische Gewässer. Sozusagen neutralen Status für Boldi, damit sie uns nicht angreifen. Und ganz wichtig, was Du möchtest ist der Abzug der Souvrakasier aus Ledwick. Du möchtest Euer Land zurück. Sie haben es nicht einmal erobert oder annektiert, diese menschlichen Orcas halten es einfach besetzt. Sie tun nichts, sie sind einfach da und töten jeden, der sich dem Land nähert. Aber benenne ihm die Forderungen persönlich. Wer weiß wie er aussieht, keine Ahnung, schauen wir ihn uns an. Beordere ihn auf neutrales Gebiet, dass ist sicherer Umbi", bat Mantione.

Umberto Cantichi
Umberto nickte. »Vorschlag. Während ich mit dem Duc funke, bitte Cosimo, die Daten der letzten Inventur in eine Forderungsliste zu verwandeln und ergänze händisch, was wir alles brauchen. Ich kümmere mich derweil um die Verhandlung.«

Mantione de Mancini
Manti nickte. "Gute Idee Schatz, ich gehe zu allen und lass sie eine Bedarfsliste erstellen. Sobald Du losziehst, ist alles fertig. Ich beeil mich", freute sich Mantione. Er drückte Umberto fest, dann eilte er schnell los, damit er umgehend die Listen fertigen lassen konnte.

Umberto Cantichi
In bester Stimmung schaltete Umberto wieder das Funkgerät ein. »Was wir für die Rückgabe der Waffe verlangen, erkläre ich gern in einem persönlichen Gespräch, das heißt, von Angesicht zu Angesicht. Als Treffpunkt schlage ich neutrales Territorium vor. Da ich gebürtiger Ledvigiano bin, habe ich Interesse daran, dass die Souvracasi, die den Festlandbereich meines Volkes besetzt halten, wieder von dort verschwinden. Souvagne und Ledvico führen keinen Krieg, wir waren früher sogar Verbündete und diese hochaggressive und verräterische Einheit hat nichts dort verloren. Die Details besprechen wir während des Treffens. Schlagt einen neutralen Ort vor.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hörte sich die Forderung von Offizier Cantichi an. Das die Souvrakasier immer noch in Ledwick stationiert waren, war ein Fakt den ihn MAX aufs HUD überspielte. Pierre musste sich eingestehen, dass er darüber gar nicht nachgedacht hatte. Weder positiv noch negativ hatte er über den Verbleib der Ledwicker nachgedacht. Sein Wissenstand war, sie waren geflohen. Wovor oder vor wem, soweit hatte er die Information gar nicht zurückverfolgt. Und zu allem Überfluss war auch noch Aleron de Souvagne Veranlasser dieses Unglücks gewesen. Er hatte seinerzeit eine Einheit Souvrakasier verschenkt, mit diesem grausamen und brutalen Nebeneffekt. Nun ein gigantischer Wissenspeicher nutzte nichts, wenn man das Wissen nicht abrief. `Unsere Völker waren stets almanische Brüder und durch die Verbindung der Kronen von Souvagne und Ledwick sogar auch wesentlich mehr. Unsere Linien haben sich mehrfach gekreuzt. Unsere Völker waren Freunde, Familie und Verbündete. Wir überlassen Euch die Wahl des neutralen Gebiets und sichern Euch zu, die Souvrakasier umgehend nach Aushändigung der P8 abzuziehen. Das heißt wir ziehen die Truppen dort mit sofortiger Wirkung aus Euer Heimat ab Offizier Cantichi. Wir bedauern den Umstand, den Ihr durch eine Fehlentscheidung eines der Unseren erleiden musstest aufrichtig´, antwortete Pierre.

Umberto Cantichi
Umberto nahm das Bedauern erleichtert zur Kenntnis. Wenn der Mann es ehrlich meinte, war das die beste Grundlage und vielleicht hätte es nicht einmal die Gausswaffe gebraucht, wenn schon eher jemand auf die Idee gekommen wäre, es schlichtweg einmal mit einem Gespräch zu suchen. So hatten sich beide Seiten vermutlich ihren Teil gedacht und ihre Schlüsse gezogen, zum Schaden Ledvicos und der Schande Souvagnes und vor allem zum Bruch zwischen zwei almanischen Völkern, die jahrhundertelang in Freundschaft gelebt hatten. »Ich weiß leider nicht, was man korrekt auf den Ausdruck von Bedauern antwortet, aber lasst Euch gesagt sein, dass es mich rührt, dass Euch das Leid der Ledvigiani nicht egal ist, das Euer Vorfahre da angerichtet hat. Ich denke, dass ist eine gute Verhandlungsgrundlage. Am besten, Ihr sagt das irgendwann auch noch mal dem Duca di Ledvico. Ich schlage die Insel Ustica vor. Sie liegt auf den Koordinaten 38° 43′ N, 13° 11′ O. Ich kann zeitnah dort sein, wie lange benötigt Ihr?«

Pierre Agramant de Souvagne Heute, 22:38
`Ihr müsst nichts auf unser Bedauern erwidern Offizier Cantichi und es freut uns, dass Ihr uns glaubt. Wir haben keinen Grund Bedauern zu heucheln, seid dessen versichert es ist aufrichtig gemeint. Wir werden den Duca darüber informieren, sobald die Truppen abgezogen sind. Wir sind in einer Stunde am genannten Treffpunkt. Zum Zeichen unseres Wohlwollens, werden wir lediglich von drei Personen begleitet, unserem Ehemann Oliver, unserem Leibwächter Ryan Brethome und unserem Leibdiener. Falls Ihr es wünscht, bringt ebenfalls drei Personen mit. Wir reisen mit dem Flugschiff an. Wir sehen uns in einer Stunde auf der Insel Ustica, gehabt Euch wohl´, antwortete Pierre und beendete die Verbindung. Er rief seinen Ehemann, den Coutilier seiner Leibgarde und seinen Leibdiener zu sich, damit sie umgehend mit dem Schiff zur Insel aufbrechen konnten.

Umberto Cantichi
Umberto schaltete die Funkanlage aus. »Manti?« Er schaute, wo der Kapitän sich gerade herumtrieb. »Ich treff mich mit dem Duc auf Ustica. Er hat drei Begleiter dabei, ansonsten kommt er allein. Er bot mir an, ebenfalls jemanden mitzubringen, aber so wichtig bin ich nicht. Ich werde allein gehen. Gib mir nur die Liste unserer Forderungen und ein Cellulare mit, damit ich mit dir Rücksprache halten kann, wenn ich nicht weiter weiß.«

Mantione de Mancini
Manti blieb stehen und zupfte gerade la Caille die letzte Liste aus den Fingern. "Ich bin schon unterwegs!", flötete er einfach in den Raum, da er wusste, dass die Übertragung via Comanlage bei Umberto ankommen würde. Er sortierte die Listen und eilte zurück zum Cockpit. "Da bin ich schon. Also hier sind die Listen Umbi. Einmal die Bedarfsliste der Lebensmittel und Vorräte, die Liste der Medikamente und einzelnen Stoffe, die Liste für die Pflanzenzucht und Dünger, die Liste für Die Waffen und Munition, die Liste für die technischen Komponenten für Genetik und so weiter und die Wunschliste der Crew, was jeder gerne hätte unter anderem sind da auch Sachen des täglichen Bedarfs drauf. Die beiden anderen Forderungen nenne zuerst, Freiheit für Ledwick, Freie Fahrt für Boldi", bat Manti und drückte Umberto die Listen in die Hand. "Du sprichst heute für zwei Völker Umberto Cantichi, ich bin stolz auf Dich. Unsere besten Wünsche sind mit Dir Erster, die ganze Mannschaft steht hinter Dir. Man sagt man kann niemanden zwingen einen zuzuhören, Du hast es sogar bei dem Duc der Souvagner geschafft. Pass auf Dich auf, wir bleiben in Deiner Nähe um Dir notfalls beistehen zu können. Du gehst zwar allein, aber wir sind bei Dir Schatz", sagte Mantione und drückte ihn fest.

»Danke«, sprach Umberto, zutiefst gerührt, weil er ›Schatz‹ genannt worden war. Er gab Mantione einen Abschiedskuss auf den Mund und spazierte in einer Gangart in seine Kajüte, die seine Hochstimmung auch ohne erklärende Worte bestens zum Ausdruck brachte. Dort zog er seine Stoffkleider aus und legte den Kampfneoprenanzug an. Obwohl er sonst freundliche Farben bevorzugte, trug er heute Schwarz. Im Meer war diese Farbe am unauffälligsten.

http://img1.wikia.nocookie.net/__cb2010 ... g_suit.jpg

Er fürchtete, in seiner weiten Strandhose und dem freizügigen Oberteil würde ihn niemand ernst nehmen oder am Ende fühlte der Duc sich noch veralbert. Um die Hüfte legte Umberto den Gürtel mit den Bleigewichten und eine kleine Druckluftflasche, die nicht für seine Atmung bestimmt war - als Ledvigiano besaß er dankenswerterweise Kiemen - sondern für die durchstichsichere Tarierweste. An den Oberschenkeln saß die Standardausrüstung, unter anderem sein Tauchermesser, der Tiefenmesser und der mechanische Kompass sowie das GPS. Er war genau so gekleidet, wie er seinem Rang als Kampftaucher entsprechend zu seiner Zeit in Ledwick gekleidet gewesen war, bevor er zu den Marians gekommen und Offizier geworden war. Die Begleiter des Ducs waren auch bewaffnet, darum würde sich niemand daran stören. Er nahm nicht mehr mit, als üblich gewesen wäre, aber auch nicht weniger. Nur das schwere Gerät entfiel, was sollte er damit, er musste keine Torpedos entschärfen oder irgendwelche unerwünschten Metallteile durchtrennen.
Umberto packte die Liste mit den Forerdungen und sein Cellulare - die ledwicker Entsprechung des souvagnischen Handcoms - in die wasserdichten Taschen und stieg in die Schleuse, die sich hinter ihm schloss und mit Wasser füllte, während er die Flossen anlegte, ehe sie ihn in den Ozean entließ.
Umberto tauchte ohne Brille und Lungenautomat. Daran konnte man einen Ledvigiano sofort von anderen Tauchern unterscheiden, abgesehen von der größeren Tiefe, in der sie sich oft aufhielten. Dies hing damit zusammen, dass der Sauerstoff, der über das Gasgemisch in der Druckluftflasche aufgenommen wurde, ab einer Wassertiefe von 66 m toxisch wurde, was ein weiteres Tiefergehen zu technischen Herausforderungen werden ließ. Für das Gerätetauchen lag der Rekord bei etwas über 320 m Tiefe, für Ledvigiani war dies noch keine nennenswerte Tiefe. Für sie war der Wasserdruck eine der entscheidenden Grenzen und der wurde erst ab 500 m Tiefe unangenehm. Aus der Schwärze unter ihm tauchte langsam der Grund der ansteigenden Insel auf, dem er folgte und bald konnte er an Land gehen. Im flachen Wasser zog er die Flossen aus und watete den Rest bequem. Da er nicht die schweren Druckluftflaschen tragen musste, konnte er sehr viel eleganter aus dem Wasser steigen als die Taucher anderer Völker. Er setzte sich auf einen sonnigen Stein und wartete.

Pierre Agramant de Souvagne
Umberto hatte nicht lange zu warten. Ein großes Flugschiff näherte sich den Koordinaten. Wem dieses Schiff gehörte, konnte er sich denken. Die Tortue war ein schwarzer Stahlkoloss und sah so tödlich aus, wie sie für Feinde werden konnte. Dass Schiff drehte bei und landete, während die grollenden Triebwerke herunterfuhren stieg eine Truppe von vier Personen aus, drei Souvanger und ein Droide wie Umberto erkannte.

https://i.imgur.com/u8siC7e.jpg
http://3.bp.blogspot.com/-R6bmky0GjRM/U ... COLORS.jpg
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... -daz3d.jpg
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... -daz3d.jpg

Die Truppe hielt auf Umberto zu, aber sie machten einen entspannten, friedfertigen Eindruck. Wer der Duc war, konnte sich Umberto denken, da dieser flankiert von zwei Männern lief, während ihm der Droide folgte. Vor Umberto blieben sie stehen. "Grüße Offizier Cantichi nehmen wir an? Wir haben eine Verabredung", grüßte Pierre Umberto freundlich.

Umberto Cantichi
Das Luftschiff pustete ihn beim Landen fast von seinem Stein. Als die Neuankömmlinge ihn freundlich grüßten, nickte Umberto. »Grüße zurück. Haben wir. Da sind noch ein paar freie Steine, sie sind schön angewärmt von der Sonne. Oder Ihr bleibt stehen, aber ich bevorzuge es, zu sitzen.« Er merkte, dass er seinen Gesichtsschutz noch trug, den er nun samt Haube abzog, so dass die Männer und der Droide seinen Kopf anschauen konnten. Er zog einen Kamm aus einer der Taschen und kämmte sich schnell noch die Haare glatt nach hinten, ehe er den Kamm wieder wegsteckte. »Was Eure vorherige Frage betrifft, unser lebendes Schiff Boldiszàr wird von der Seele eben jenes Coutilier Boldiszàr Bovier beseelt, von dem Ihr in Euren Aufzeichnungen gelesen habt. Kapitän ist der Nachfahre seines Mannes Silvano Mancini, der zu Lebzeiten Kapitän der Choucas war. Darum heißt unser lebendes Schiff Choucas Boldiszàr, oder auch liebevoll Choucas-Boldi.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre setzte sich im Schneidersitz in den Sand und schmunzelte bei der Erläuterung. "Dann sind Euer Schiff und Euer Kapitän Souvagner. Ein biomechanoides Schiff, interessant. Die Seele dieses Schiffes sollte dann einen unserer rückgeholten Verwandten sogar persönlich kennen, Maximilien Rivenet de Souvagne. Wir wären interessiert daran, den Biomechanoiden einmal sehen zu dürfen. Vorab haben wir aber dringendere Regularien zu treffen. Zur Eröffnung der Verhandlung, Ihr habt aufgeführt eine Gausswaffe zu besitzen. Genauer gesagt eine Gausswaffe des Typs P8. Wie seid Ihr in den Besitz dieser Waffe gelangt? Und welche Forderungen habt Ihr bezüglich des Austausches? Den Abzug des Souvrakasier Regiments sicherten wir Euch bereits zu. Der Abzug wird von uns sofort befohlen, sobald wir die Waffe in Händen halten. Wir gehen davon aus, dass die Waffe unbeschädigt und gesichert ist. Sollte die Waffe manipuliert worden sein, müssen wir davon ausgehen, dass sie zur Industriespionage demontiert wurde. Dies würde die Verhandlungsbasis stark beeinträchtigen. Aber wir wollen Euch bis dato nichts unterstellen, sondern gehen vorsorglich von Eurer Ehrlichkeit aus. Ihr hättet die Waffe auch veräußern können ohne uns zu informieren. Erzählt", bat Pierre.

Umberto Cantichi
»Die Waffe habe ich einem Souvracasio abgenommen, der es sich auf dem verrottenden hölzernen Skelett unserer alten Hauptstadt bequem gemacht hat. Unfreundlich war der Kerl! Hat mich glatt durch die Planken gerissen, mit einer Hand. Das gab Schrammen und Splitter. Er hat eine Beule kassiert, danach gab er die P8 freiwillig her. Vielleicht singt er seither etwas schief, wer weiß, ich habe ihn nicht wieder gesehen. Ob die Waffe noch gesichert ist oder ob der Souvracasio sie nicht am Ende selber vorher auseinandergebaut hat, weiß ich nicht. Ich habe sie nicht aufgeschraubt, sondern sie nur hier und da als Meinungsverstärker benutzt. Was macht die Waffe so besonders, dass sowohl die Naridier als auch ihr solches Interesse an ihr hegt? Zu den Forderungen gehören neben einer langen Liste an Gegenständen des täglichen Bedarfs auch Neutralitätsstatus für Boldiszàr samt Besatzung und der endgültige Abzug der schwarz-weißen Pest aus den Ruinen von Monleone. Was machen die Kerle dort überhaupt, außer ihren Gesangsverein zu pflegen?«

Pierre Agramant de Souvagne
"Wir werden nachforschen welcher Souvrakasier seine P8 verlor und dies nicht umgehend gemeldet hat. Wie er heute sing ist irrelevant, sobald er klar identifiziert wurde, singt er nie wieder. Was die Gausswaffe so besonders macht? Konventionelle, durch Treibladungen angetriebene Waffen sind in ihrer maximalen Mündungsgeschwindigkeit begrenzt. Die maximal erreichbare Geschwindigkeit eines konventionell beschleunigten Geschosses ist gleich der Ausdehnungsgeschwindigkeit des beim Verbrennen der Treibladung entstehenden Treibgases. Ein Gaussgewehr kann dagegen die für alle Projektilwaffen geltenden aerodynamischen Grenzen des Projektils erreichen. Die Flugbahn eines Geschosses wird durch ein Magnetfeld im Mündungsbereich wesentlich feiner ausgerichtet, als das durch Richten und Traversieren eines traditionellen Laufes möglich ist. So sind schnellstmögliche Schussfolgen möglich, bei denen die Flugbahn des vorhergehenden Geschosses ausgewertet wird und das nächste Geschoss im Feinstbereich nachgeführt wird. Kurzum die Waffe trifft immer. Tatsächlich ist die mit beiden Methoden erreichbare Austrittsgeschwindigkeit enorm hoch von mehrere km pro Sekunde, entsprechend groß ist die kinetische Energie des Projektils und die daraus resultierende Penetrations¬leistung. Ein Gaussgewehr durchschlägt alles, gleich was es ist. Man muss nur die Größe der Waffe anpassen notfalls. Die Waffen sind weitaus leiser als herkömmliche Feuerwaffen und erzeugten keine die Stellung verratende Rauchschwaden. Da nur eine oder wenige Treibladungen gespeichert werden, entfallen die mit der Lagerung von Munition entstehenden Risiken weitgehend. Zusätzlich ist eine Gausswaffe bei uns eine Unheilswaffe. Ein etwas infantile Bezeichnung für eine so wundervolle Erfindung. Das heißt im Grunde ist eine Gausswaffe nicht allein eine Magnetwaffe, sondern bei uns handelt es sich um eine Kombination aus Magnet- und Antimateriewaffe. Je nach Einstellung des Schussmodus, erschießt man eine Person oder atomarisiert sie. DAS ist eine P8. Zu dem Souvrakasiern, durch Basisdata über die Stationierung jener Einheit. Duc Aleron de Souvagne schenkte seinerzeit dem amtierenden Duca di Ledvicco eine Einheit Souvrakasier als Ehrengeschenk, damit diese ihn beschützen würden. Leider ging das Geschenk nach hinten los und sie löschten Ledwick aus. Aleron tat daraufhin ersteinmal nichts, denn er erfuhr nicht sofort etwas von diesem Umstand. Und über die Jahrhunderte ist genau jener Umstand in Vergessenheit geraten zu unserer Schande. Souvrakasier sind äußerst treue und loyale Wesen. Sie waren stationiert, sie waren dort wohin man sie beordert hatte. Da sie bis zum heutigen Tage keinen anders lautenden Befehl erhalten haben, hielten und halten sie die Stellung. Sie warten auf den Tag des neuen Befehls. Und folglicherweise hat das Hauptquartier sie auch weiterhin mit Nachschub jeglicher Art versorgt. Deshalb sind sie noch vor Ort und bestens ausgerüstet. Überreicht mir die Listen Offizier Cantichi", antwortete Pierre freundlich.

Umberto Cantichi
»Hättet Ihr das mal gleich gesagt, dann hätte ich dem Kerl nicht nur eine Beule verpasst, sondern den Schädel zerschmettert. Ich war viel zu nett, weil ich mir dachte, dass er ja nichts dafür kann, was seine Vorfahren irgendwann einmal angerichtet haben. Er sah jung aus und war wohl kaum dabei gewesen. Wie dumm von mir. Na ja. Was geschieht mit ihm, wie richtet man bei Euch Verbrecher hin?« Umberto kramte in seiner anderen Tasche und überreichte Pierre den dicken fetten Stapel an Listen, den Mantione hatte anfertigen lassen.

Pierre Agramant de Souvagne
"Hinrichtungs- oder Suizidhack, Block, Erschießen, Kopf abschlagen. Oder je nach Art des Verbrechens mit der selben Methode. Einen Brandstifter würde ich somit öffentlich verbrennen lassen", sagte Pierre und nahm die Listen entgegen. Er las sie sich in aller Seelenruhe durch und reichte sie dann an Oliver weiter. "Bis auf die Waffen werden wir Euch mit allem versorgen. Es wäre der Sicherheit unseres Volkes abträglich, Fremdlingen Souvagnische Waffen auszuhändigen. Kein aufrichtiger Souvagner soll in die Mündung einer Souvagnischen Waffe blicken. Nun hättet Ihr jenen Souvrakasier ermordet, hätten wir ein Problem. Denn jeder Souvrakasier ist auch Souvagner. Was immer sich der Mann hat zu schulden kommen lassen, wird durch uns gesühnt, nicht durch Fremdländer. Wobei wir hier eine besonders sagen wir einmal vertrackte Situation haben. Ihr hättet Euer Land beschützt, das wir ohne es zu wollen erobert haben. Wir haben niemals darauf Anspruch erhoben Offizier Cantichi, wieso sollten wir dies auch? Für uns waren die Ledwicker einst Brüder. Dass dieses Geschenk einen derartigen Efekt haben würde, damit hat Aleron nicht gerechnet. Er ließ zu unserem Bedauern die Natur der Souvrakasier außer Acht. Wie sollen wir Euch werten? Laut Input Basisdata wärt Ihr als Souvagner zu werten, jedenfalls Euer Kapitän und das Schiff. Wie ist die Bezeichnung Eurer Mannschaft? Unter welcher Flagge fahrt Ihr? Oder fahrt Ihr unter keiner Flagge? Das freie Geleit kann ich Euch zusichern, als neutrales Schiff. Als Souvagnisches Schiff steht es Euch zu. Wir sehen keinen Grund Euch eine freie Durchfahrt zu verwehren. Ihr benötigt ziemliche viele Medikamente, ist dies provisorisch oder sind auf Eurem Schiff einige Personen erkrankt? Wenn wir einen Frieden aushandeln, müsst Ihr nicht zwangsläufig Medikamente horten. Auch Medikamente unterliegen dem Verfall. Wir hoffen das wisst Ihr. Ein gut gemeinter Rat, Ihr erhaltet selbstverständlich die geforderten Medikamente, aber Ihr könntet ebenso Nachschub erhalten. Im Tausch bei einem Friedensbündnis", bot Pierre an. "Also wie verbleiben wir?", schob er nach.

Umberto Cantichi
»Ich selbst war Ledvigiano, nun bin ich Marian. Wir alle sind Marians und was wir zuvor einst waren, spielt kaum noch eine Rolle. Zu sagen, es würde gar keine mehr spielen, wäre gelogen. Unsere Flagge ist das alte Wappen von Boldiszàrs Familie, schwarz mit vier blauen Augen, die in einer Blume angeordnet sind.« Dass der Duc an seiner Liste herummoserte, gefiel Umberto hingegen weniger. »Wisst Ihr, ich finde es ja schön, dass Ihr die Souvracasi abziehen wollt, aber die Bedingungen für die Aushändigung der Gausswaffe stehen da Schwarz auf Weiß. Ich kann sie auch behalten, ich muss sie nicht unbedingt abgeben, sie ist praktisch. Die Leute werden sehr kooperativ, wenn ich sie hierhin und dorthin richte.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Marian, also eine Person die ihr Leben dem Meer verschrieben hat. Das Wappen von Boldiszar Bouvier ist uns bekannt. Natürlich könntet Ihr die P8 auch behalten. Die Leute werden so kooperativ, da sie nicht wissen, ob Ihr sie abfeuern könnt oder nicht. Aber bedenkt eines Offizier Cantichi. Wir können uns hier einigen und wir beide haben einen immensen Vorteil davon. Wir beide können aber auch uneins unserer Wege ziehen. Davon haben wir beide nur Nachteile. Ihr weil Ihr ab jenem Tag als Staatsfeinde Souvagnes verfolgt werden würdet. Und wir, da wir nicht wissen, was Ihr mit der P8 getan habt. Ist dem nicht so? Gut treffen wir uns in der Mitte, Ihr erhaltet von uns Waffen, aber keine spezifischen mit SouvTech", antwortete Pierre.

Umberto Cantichi
Hilflos schaute Umberto den Duc an. Natürlich wollte er eine Einigung. Aber sie waren Piraten, sie lebten von dem, was sie erbeuten und ergaunern konnten und Mantione hatte diese Listen nicht ohne Grund angefertigt. »Gebt mir einige Minuten Bedenkzeit«, bat er und marschierte außer Hörweite. Dort wählte er mit seinem Cellulare Mantione an. »Manti! Der Kerl will keine Waffen mit SouvTech rausrücken. Und wenn wir nicht kooperieren sind wir ab sofort Staatsfeinde und werden gejagt. Geht`s dem noch gut?! Ich hätte das scheiß Ding gleich an die Naridier verscherbeln sollen«, machte er seiner Anspannung Luft.

Mantione de Mancini
"Umberto Du musst ganz ruhig bleiben! Atme tief durch und entspanne Dich. Souvagner sind stur, sehr stur, extrem stur. Der Erste wusste es und hatte seine liebe Not mit dem damaligen Duc Maximilien und dessen rotfrechen Sturkopf-Sohn Ciel. Dieser Mann ist nicht nur ein Souvagner, er ist ein Souvagne! Also einer der Krone, einer nach dem das Land benannt ist, er ist die Leibhaftige Sturheit in Person. Also musst Du ihm irgendwie beikommen, dass er seinen Gedankenpanzer ablegt und Dir zuhören will. Er will keine Souvagnische Technik herausrücken. In Ordnung. Was möchte er denn dann herausrücken? Alles andere? Und zum Vertrauensbeweis, wir haben die P8 nie benutzt. Naja wir hätten, haben es aber nicht. Und wenn er wirklich die Truppen abzieht und uns als Verbündete möchte, dann sind wir keine Feinde. Er kann auch etwas im Gegensatz von uns erhalten. Außer die P8 meine ich. Aber vorher soll er die Bedingungen für die P8 erfüllen. Er soll sich nicht so stur stellen. Wir haben schon SouvTech! Also ohne Dich hätte er es nicht mal gewusst. Ist er wirklich so hutzelig klein? Wie sieht er aus?", fragte Manti neugierig.

Umberto Cantichi
Umberto atmete tief durch. »Danke ... Schatz. Ich versuche es noch mal.« Er legte auf und kehrte zurück, um erneut auf seinem Stein platzzunehmen. »Erstens, wir sollten uns nicht gegenseitig drohen. Ich nicht und Ihr auch nicht. Wenn ich die Waffe an die Naridier verkaufen wöllte, hätte ich es schon getan. Darunter würden letztlich vielleicht eines Tages auch die Ledvigiani leiden. Ich bin keiner mehr von ihnen, aber das würde mich schmerzen. Und Ihr solltet mich nicht als Staatsfeind betrachten, wenn wir keine Einigung erzielen. Denn ich kam nicht als Feind hierher und nichts würde sich ändern, was also sollte uns zu Feinden machen? Ich hätte die Waffe auch ohne Euer Wissen einfach verkaufen können. Oder gebrauchen, um die Souvrakasier eigenhändig wegzupusten. Wenn Ihr keine SouvTech herausrücken wollt, macht uns ein faires Gegenangebot. Die Souvrakasier sollten so oder so abrücken, unabhängig von der P8, da sie unrechtmäßig das Land besetzt halten. Trotzdem wären wir bereit, auch etwas zurückzugeben im Tausch gegen die geforderten Waffen.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre wartete ab, bis sich Cantichi wieder gesetzt hatte. Das was er erzählte entsprach den Tatsachen. Sie beide waren nicht hierher gekommen um sich zu bedrohen. Cantichi hätte ihn nicht informieren müssen. Er selbst hätte nicht kommen müssen. Aber sie beide waren hier, das hieß doch etwas. Pierre nickte und zeigte kurz seine offenen Handflächen. "Damit habt Ihr Recht, wir beide haben uns hier eingefunden, um miteinander zu verhandeln und nicht um uns zu drohen oder uns zu erpressen. Als Zeichen unseres Wohlwollens ziehen wir mit sofortiger Wirkung die Souvrakasier aus Ledwick ab. Betrachtet den Befehl aus umgesetzt. Uns liegt nichts daran Euch oder Eurem ehemaligen Volk zu schaden. Und wir hoffen Euch liegt ebensowenig daran uns zu schaden. Euer Hinweis, dass Ihr die Waffe hättet veräußern können ohne unser Wissen ist korrekt. Ein faires Gegenangebot wären Waffen die keine Souvagnische Spezifizierung haben. Das heißt sie sind von der Qualität hervorragend, aber unterliegen nicht dem Sonderstatus, dass sie nur von der Krone, dem Adel oder dem Schutzdienstlern getragen werden dürfen. Diese Waffen sind genauso tödlich, ebenfalls extrem zuverlässig, aber stellen nicht die Sicherheit eines Landes auf den Kopf sollte man sie verlieren. Wir könnten ebenso Medizintechnik anbieten, Heiltanks oder ähnliches. Aber wir liefern Euch keine Unheilswaffen, weder Gauss- noch Antimateriewaffen und auch keine Technologie für Endschlagwaffen. Das dürfte klar sein. Wir selbst setzen letztere nur in aller letzter Konsequenz ein. Und hoffen wir dass der Tag niemals kommen wird, wo wir sie einsetzen müssen. Uns gegenseitig zu Feinden zu erklären, würde uns nichts bringen. Es wären damit lediglich die Rachgelüste befriedigt, aber dafür sollten Soldaten nicht sterben. Wie steht es mit der Technik um den Leviathan?", fragte Pierre ziemlich interessiert.

Umberto Cantichi
Umberto konnte es kaum fassen. Die schwarz-weißen Todesboten wurden abgezogen, Ledwicks Festlandbereich war wieder frei. Die Ruinen der alten Hauptstadt wurden nicht länger geschändet von den Schuhsohlen jener, die ohne Liebe darüber trampelten. »Mit den Waffen, die Ihr bietet, bin ich einverstanden. Heiltanks wären auch gut ... als Piraten haben wir regelmäßig die ein oder andere Verletzung zu verzeichnen. Die Technologie der Leviathane stammt vom Meeresgrund. Unser Kapitän könnte darüber genaueres sagen, aber ich weiß nicht, ob er es möchte. Nein, schaden möchten Wir Euch nicht, warum auch. Nur den einen oder anderen Seefahrer hat es erwischt, wenn sein Schiff einen verlockend dicken Bauch durch die Wellen schob.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre zückte sein Handcom und hielt es Umberto unter die Nase. "Wie wir sagten, der Abrückbefehl wurde erteilt und er wird umgesetzt. Nur dass Ihr die Bestätigung dessen seht. Gut halten wir fest. Ihr händigt uns die P8 aus. Im Gegenzug erhaltet Ihr die Waren auf den Listen, abzüglich der SouvTech-Waffen. Ihr erhaltet als Austausch normale, hochwertige und neuwertige Waffen. Zuzüglich dreier Heiltanks. Damit diese Tanks funktionieren, müssen vorher die DNS-Profile der Patienten gespeichert werden. Wir werden Euch eine passende Erklärung mit den Tanks liefern. Das Euer Kapitän darüber nichts sagen möchte, ist verständlich, er behält seine Marian-Besonderheiten genauso gerne, wie wir unsere Souvagnischen. Forschungsergebnisse oder Karten bezüglich der Meere wären ebenso interessant wie verzeichnete Rohstoffvorkommen. Oder bietet etwas an, woran wir gerade nicht denken. Was macht Euch aus, was könnt Ihr anbieten, was sonst niemand zu bieten hätte? Überfallt wen Ihr wollt Cantichi, solange wir es nicht sind, interessiert uns dies nicht. Frage, was habt Ihr für eigene Medikamente? Habt Ihr etwas in Bezug auf Wucherungen oder ähnliches zu bieten? Oder andere Behandlungsmethoden? Man spekulierte darüber, ob es solche Stoffe in Tieren oder Pflanzen der Meere gab. Und wir würden den Leviathan gerne einmal sehen, wenn es Recht ist. Wir schwören es Euch, er bleibt unversehrt, wir wollen ihn nur einmal sehen", sagte Pierre.

Umberto Cantichi
»Was macht uns besonders«, grübelte Umberto. »Nun, mich macht gar nichts besonders. Unseren Kapitän hingegen die unzerstörbare Bindung an den Leviathan. Was nicht so romantisch ist, wie es klingt, wenn sie beide streiten, ist das der Abgrund. Gegen Wucherungen?« Umberto überlegte. Dann zückte er seinerseits sein Cellulare. »Schatz! Der Duc möchte unser Schiff gern sehen. Und er fragt, was wir für Medikamente haben, ob wir etwas gegen Wucherungen besitzen.«

Mantione de Mancini
"Wir generell? Nicht, der Käptn des Schiffes schon. Der Zehnte Fiorenzo, seine Zeit waren die Jahre 820-900 n.d.A. wertete uns mit der Genetischen Besonderheit der Haie auf. Seit dieser Zeit sind unsere Frontzähne messerscharf, alle Zähne wachsen permanent nach. Wir können lange tauchen, unserer Haut macht ein längeres Bad nichts aus und wir sind frei von Krebs und solchen Erkankungen. Haie, Rochen und Chimären bekommen keinen Krebs. Sie sind immun dagegen. Das wissen die Meeresbiologen schon länger. Doch warum die Knorpelfische von dem Leiden verschont bleiben, war bislang vielen ein Rätsel. Der Genetiker des Zehnten, ein la Caille wie sollte es anders sein, fand es heraus. Eine Genmutation schützt die Tiere vor Tumoren. Eine einzigartige Mutation in Genen, die das Immunsystem von Haien und anderen Knorpelfischen wie Rochen steuern, lässt Wunden außergewöhnlich rasch heilen. Diese schließen sich bereits nach wenigen Stunden, indem eine neue Zellschicht darüber wächst. Das ist schneller als bei jedem Säugetier. Diese Genveränderung verhindert auch die Entstehung von Tumoren. Keine Wucherung bei Wundheilung also. Bei seiner Studie, die an Weißen und Hammerhaien vorgenommen wurde, stieß er auf zwei Gene, die an diesem Prozess beteiligt sind. Beide besitzen Gegenstücke im menschlichen Erbgut, die mit einer ganzen Reihe von Krebsarten in Verbindung gebracht werden. Bei Überaktivität können sie zur Entstehung von Tumoren beitragen. Eines davon namens Bag1 enthält die Information für ein Protein, das den Programmierten Zelltod unterbindet. Dieses zelluläre Selbstmordprogramm soll beschädigte Zellen zerstören und so verhindern, dass sie Krankheiten verursachen oder sich zu Krebszellen entwickeln. Deren Merkmal ist, dass sie dem Zelltod entgehen und so ungehemmt weiter wuchern können. In Knorpelfischen sind diese Gene jedoch modifiziert. Damit haben sie die Funktion verändert, so dass sie den Zelltod nicht mehr verhindern und damit Krebs auslösen, sondern Zellen bestimmungs-gemäß in den Tod schicken. Das Immunsystem von Haien ist schlachterprobt und über hunderte Millionen von Jahren alt. Sie sind nicht umsonst die heiligen Geister der See. Er kann etwas von meinem Blut haben, wenn er dafür etwas von gleichen Wert liefert", antwortete Manti freundlich.

Umberto Cantichi
Umberto machte große Augen und nickte. Ohne das Cellulare auszuschalten, senkte er es, so dass Mantione mithören konnte. »Wir können Euch Blut aushändigen, das eine Genmodifikation aufweist. Diese macht ihren Träger frei von Krebserkrankungen. Es ist ein immens wertvoller Besitz, der Schlüssel zur Heilung von hunderttausend Leuten pro Jahr, wenn man ihn zu benutzen weiß und die nötigen Technologien vorzuweisen hat. Ich kann nicht garantieren, dass es kompatibel mit souvagnischem Erbgut ist. Aber wir würden Euch eine Probe des besagten Blutes aushändigen, wenn Ihr etwas von gleichem Wert liefert.«

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre starrte Umberto fassungslos an und griff nach der Hand seines Mannes. Er war bleich wie ein Laken und musste erst einmal durchatmen. Hätte er das Schiff angreifen und zerstören lassen um die P8 zu beseitigen, hätte er die einmalige Chance auf Heilung für sein Volk, seine Nachfahren und sich verspielt. "Wir haben solche Technik und wir liefern etwas Gleichwertiges. Ihr habt vermutlich keine Ahnung wie wertvoll dieses Angebot für uns ist. Wir werden uns etwas Entsprechendes für dieses Entgegenkommen überlegen. Eines ist Euch gewiss, jederzeit unser Schutz, Eure freie Passage und Vorräte, gleich wie diese aussehen mögen, Lebensmittel, Medikamente oder täglicher Bedarf. Ob diese Spende tatsächlich mit uns kompatibel ist, wird sich erweisen. Ansonsten werden wir versuchen sie nutzbar zu machen. Eure Worte waren weise Ledvico-Marian, verhandeln nützt uns beiden wesentlich mehr als jede Drohung. Solltet Ihr mir diese Blutprobe geben und mir schwören die P8 niemals aus der Hand zu geben, werde ich diese Waffe auf Euer DNS-Profil eichen lassen und sie Euch überreichen. Für den Rest der Verhandlung bezüglich der Spende, bespreche ich mich mit meinem Mann. Die Spende muss in dem Maße ausfallen, dass unsere Genetiker damit arbeiten können. Wir werden uns mehr als nur erkenntlich zeigen", erklärte Pierre dankbar und erhob sich. Er legte kurz Umberto eine Hand auf die Schulter und zog sich dann mit Oliver zurück. Es war eine gestohlene Waffe und der Mut eines Mannes namens Cantichi der die Rettung für so viele Bedeutungen konnte. Pierre drückte die Hand von Oli, sein Mann wusste was diese Spende bedeutete, für sie alle und sogar für ihren entstehenden Sohn. In der Finsternis Ledwicks, auf einem uralten Schlachtfeld der Ungerechtigkeit war die Sonne der Hoffnung aufgegangen, als sich zwei Brüdervölker wieder vereinigten.

Benutzeravatar
Pierre Agramant de Souvagne
Duc 1077
Beiträge: 74
Registriert: Do 3. Jan 2019, 19:24

Re: Eine souvagnische Gausswaffe in der Hand eines Ledvigianos

#2

Beitrag von Pierre Agramant de Souvagne » Sa 15. Jun 2019, 01:01

Morgendämmerung für Souvagne in Ledwick


Pierre Agramant de Souvagne
Pierre hatte es sich abseits mit Oliver im weichen, weißen Sand von Ledwick gemütlich gemacht. Gedankenverloren schaute er hinaus auf den Dhunik, während er die feinen Körner durch seine Finger rieseln ließ. Sie beide saßen Seite an Seite aneinander gelehnt und hingen ihren Gedanken und Gefühlen nach. Eigentlich hatte Pierre nur pro Forma Umberto nach einem Heilmittel für Wucherungen gefragt. Pierre hatte nicht mit einem Heilmittel gerechnete, aber mit einem neuen Denkansatz. Die Marians kannten den Ozean wie kein anderer, auf ihren endlosen Streifzügen durch die See entdeckten sie vieles, was den Festlandbewohnern verschlossen blieb. Pierre hatte auf einen Hinweis gehofft, erhalten hatte er die Lösung für all ihre Probleme, wenn sie das Geschenk anpassen konnten. Dass sie das schaffen würden, stand außer Frage. Ihre Genetiker waren gut, vielleicht sogar zu gut. Was hatte der Kapitän des Schiffes gesagt? Es lag an der Zellteilung. Sie hatten mit ihrer Forschung dem Abgrund die Tür geöffnet. `Zellaktivatoren Oliver, da liegt unser Problem. Gene die die Zellen aktivieren, sich öfter als 52 mal zu teilen. 52 Mal kann sich eine Zelle regenerieren, bevor sie abstirbt. Ab dato beginnt die Alterung, der Verfall des Menschen. Somit ist die höchstmögliche Lebensdauer des Menschen auf 120 Jahre genetisch beschränkt. Wir haben über Zellaktivatoren diese Grenze aufgehoben. Die Zellteilung regeneriert sich stetig und stellt nicht die Wiederherstellung nach 52 Teilungen ein. Im Labor schenkte die erste Anpassung eine fast doppelte Lebensspanne von 200 Jahren. Umgerechnet anhand der Proben. Wir hoben die Grenze 52 auf um Langlebigkeit zu erlangen. 200 bis 300 Lebensjahre bei voller Gesundheit war das Ziel. Mit Aufhebung der Grenze 52 erreichten wir keine Langlebigkeit, wir verkürzten unsere Lebensspanne drastisch auf unter 50 Jahre. Zeitgleich suchten uns dafür die Wucherungen heim. Ihr wolltet doch, dass die Zellen beständig wachsen, nun tun sie es. Sei vorsichtig mit dem was Du Dir wünscht, es könnte sein es geht in Erfüllung. Ich habe den Fehler nie bei Grenze 52 gesehen, bis der kleine Fischkopf erläuterte, wieso Haie immun sind. Wir hätten niemals die Grenze 52 aufheben sollen. Der Preis für den Versuch Unsterblichkeit zu erlangen, war der Tod. Niemand betrügt Ainuwar, nicht wahr? Es gibt Dinge die sollten wirklich unangetastet bleiben. Damit hatte Aleron recht. Wenn uns Umberto und Mantione die Daten zur Verfügung stellen würden zuzüglich des Blutes, könnten wir unseren Fehler korrigieren. Wir könnten es rückgängig machen. Unter großem Riskio für die jetzigen Betroffenen unter geringem Risiko für die kommende Generation. Das Problem war direkt vor unserer Nase und wir haben es nicht gesehen. Max sagte, dass man manchmal umkehren muss. Er hatte ebenso Recht wie Aleron oder Du Oli. Unsterblichkeit wie die der Turmorzellen... was bekamen wir? Tumorzellen. Sobald die Daten erfasst und angepasst sind und eine Behandlung möglich ist, werde ich mich behandeln lassen Oli. Du siehst vieles nur schwarz oder weiß. Ich wollte ebenfalls schwarz sehen und unsere P8 samt der Bedrohung vernichten. Zum Glück sah ich grau, ansonsten hätte ich unsere Rettung vernichtet. Das einzige was mir ein Trost ist im Moment, ich hätte nicht von der möglichen Rettung gewusst. Ich sollte öfter die Zwischentöne sehen. Ainuwar hat uns geführt Oli. Er hat uns die Grenzen unseres Handelns aufgezeigt, aber er lieferte auch die Lösung. Zwei Brüdervölker haben sich versöhnt und so erfuhren wir von der Heilmöglichkeit. Wenn das kein Zeichen ist. Sag was dazu mein schlauer Kopf. Das Meer ist wunderschön, ist Dir das mal aufgefallen? Und Sand fühlt sich ziemlich angenehm in der Hand an. Vielleicht ist es auch nur eine Einbildung, dass ich alles überdeutlich wahrnehme, selbst die Luft hier riecht anders. Sie riecht nach Hoffnung´, übermittelte Pierre seinem Ehemann über Interkom.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver musste aufgrund seiner extrem weißen Haut das Sonnenlicht unter der roten Robe genießen. Er fragte sich, wie es sich anfühlen mochte, ein Sonnenbad genießen zu können, für ihn bedeutete es nur Schmerz. Suchend nach der Antwort waren seine Augen während der Verhandlungen über das braungebrannte Gesicht des Marians geglitten, der einst ein Ledvigiano gewesen war und wohl täglich ausgiebig im Licht badete, doch ein Beobachten allein hatte keine Antwort geliefert. So wenig, wie auf das Problem mit der P8. ›Reden ist der Schlüssel, Pierre. Dafür muss man nicht seine Sicht aufweichen, nur ein klein wenig das Herz öffnen, um seinem Feind zuzuhören, bevor man ihn tötet. Die Marians aber sind nicht unsere Feinde. Zumindest nicht die Marians der Choucas Boldiszàr.‹ Mit seinen blassblauen Augen beobachtete er die Lichtspiele auf den türkisblauen Wellen, während sein Gesicht im Schatten der Kapuze lag. ›Wir müssen zu akzeptieren lernen, dass es nicht die Aufgabe der Sterblichen ist, Unsterblichkeit zu erlangen, denn diese gebührt Ainuwar allein. Jene, die es versuchen, werden zu Karikaturen ihres einstigen Ichs. Als Vampire müssen sie sich in Dunkelheit verbergen und werden zur größten Gefahr für all jene, die sie einstmals liebten. Als Ghule kriechen sie auf allen Vieren, nach menschlichem Aas witternd wie Hyänen. Und als Souvagner, der die Zellteilung ins Unermessliche zu strecken trachtete, wird man von den eigenen Zellen zerfressen. Der Tod ist eine Gabe, Pierre, kein Fluch. Denn wie würden wir die uns gegebene Zeit nutzen, wäre sie unermesslich und daher ein jeder Tag bedeutungslos? Überhaupt nicht, wir würden uns in Müßiggang verlieren und das Geschenk des Lebens nicht begreifen. Auf welche Weise möchtest du die Möglichkeit zu Heilung nutzen? Gentherapie? Wenn ja, so denke an die Erfahrung, welche die ersten genetisch modifizierten Bluthexer gesammelt haben und bete, dass du sie nicht wiederholen musst. Blutkrebs ist eine furchtbare Nebenwirkung und selbst der kleinste Fehler in diese Richtung wäre dein Tod.‹ Oliver drehte den Kopf und sah Pierre voll Trauer an. ›Hoffnung mache ich mir dann, wenn es dir wieder gut geht.‹

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre rutschte noch ein Stück näher, obwohl das kaum möglich war. Er zog Oliver in seine Arme und legte seinen Kopf auf Olis Schädel ab. `Das hast Du sehr gut beschrieben, so ist es auch. Jede scheinbare Unsterblichkeit, hat einen derart gewaltigen Preis, dass man sich fragt kann man ihn bezahlen? Vampire, Ghule, Souvagner. Eine Aufzählung mit einem üblen Beigeschmack. Wir bekämpfen die Rakshaner, sie sind Ghule. Einst geschaffen um die Rakshaner im Kampf zu unterstützen. Geschaffen mit Nekromantie, die widerum von uns in geschaffen wurde als Endwaffe. Und so schufen die Rakshaner mit unserer Waffe Ghule um die Welt zu erobern. Am Ende kippte die Zahl und ihr Volk wurde selbst zu einem Volk der Ghule. Heute ist ein Rakshaner Ghul, ein menschlicher Rakshaner ist ein Grob Nob. Wir verdammten die Rakshaner, sehen sie als Feinde, da sie Untote sind und mit einer Macht spielen die ihnen nicht zusteht. Wir haben den gleichen Weg gewählt und wir schufen die Waffe, die sie heute noch führen. Hüter des Atoms, Hüter des Gaus, Hüter des Pulsar, Hüter des Laser... es gibt unzählige Hüterorden für unsere Endschlagwaffen aber es gibt keine Hüter der Nekromatie. Dabei war sie die erste Ultima Ratio - die Endlösung. Und als ich eine der Endlösungen nicht benutzte, bekam ich die Lösung für uns serviert. Einfach so, weil wir geredet haben. Ja wie Du sagst, bevor man die Waffen sprechen lässt aus Vorsicht, sollte man das Herz sprechen lassen. Und wie Du schon richtig sagst Oliver Vallis de Souvagne, wir sind keine Feinde. Eigentlich waren wir das nie, drum bin ich froh und gerührt wie es gelaufen ist. Ich weiß wie gefährlich die Behandlung sein kann Oli, aber ich muss es versuchen. Paradox, man muss uns die Zellalterung zurückgeben, damit der Verfall aufhört. Lange Rede, kurzer Sinn ich freue mich einfach unendlich, dass die ganze Sache so gelaufen ist. Den Saint Umberto Tag hat sich Umbi mehr als verdient. Er hat unser Volk gerettet, das werde ich ihm niemals vergessen. Wirst Du mich bei der Behandlung begleiten und mir beistehen?´, fragte Pierre und schaute in Olis Kapuze um ihn zärtlich zu küssen. "Sag, stehst Du mir bei?", raunte Pierre ihm zu.

Oliver Vallis de Souvagne
»Immer, Pierre. Ganz gleich, was oder wer sich dir in den Weg stellt oder mit welcher Dunkelheit du dich messen musst - ich bin an deiner Seite.« Oliver zog seinen Mann an der Kleidung in seine Arme und küsste ihn, ehe er seinen Kopf auf Pierres blondes Haar bettete und sie gemeinsam über die Weiten des Dhunik blicken. »Einen echten Rakshaner habe ich noch nie gesehen, weder in menschlicher Gestalt noch als Ghul. Ich kann nur aus den alten Aufzeichnungen berichten und aus dem, was ich so aufgeschnappt habe. Zwei unserer Männer sind in diesem Augenblick dabei, sie zu infiltrieren in der vertrauten Gestalt der Grob-Nobs. Die beiden haben sich als sehr zuverlässig erwiesen, sagt man, wenngleich ich noch nie persönlich das Vergnügen hatte. Wenn wir verstehen, wie weit die Nekromantie in Rakshanistan entwickelt wurde, werden wir vielleicht auch uns selbst verstehen. Ich habe nicht umsonst diese Aufzählung gewählt, Pips. Die Rakshaner sind ein hässlicher Zerrspiegel dessen, was wir sind - sie zeigen, was auch wir werden können, wenn wir ihre Fehler wiederholen. Doch manches Dunkel hüllt sich in ein Gewand aus falschem, blendendem Licht und macht es schwer, seine wahre Natur zu erkennen. Wann ist es so weit, Pips?« In Olivers tiefer, rauer Stimme schwang große Besorgnis.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schmuste seinen Kopf an den von Oliver und dachte gründlich über dessen Worte nach. Er nickte zur Bestätigung und streichelte dabei seinem Mann zärtlich über den Rücken. "Das hast Du sehr gut beschrieben Oli. Wir sollten nicht wegschauen, sondern bewusst hinschauen um nicht so zu enden. Die Mauer wird uns vor ihnen beschützen, dass tat sie immer. Wie ein Rakshaner aussieht? Wie früher die Tamjid, so sahen sie einst aus. Dunkelhäutige Menschen Oli, so wie die Grob-Nobs heute. Wobei sie schmächtiger aussehen als ihre Vorfahren. Die Ghule waren früher einfach wiederbelebte Leichen, heute sind das Leichen-High-Tech-Kolosse. Jedenfalls wenn wir von den Kampfeinheiten reden. Die Tuteurs der Rakshaner, aber die wahren Bosse, die kennt niemand. Vielleicht ändern dass die zwei und wir können die Gefahr beseitigen. Dunkelheit in Licht gewandet, eine schöne Metapher. Klingt poetisch Oli, das gefällt mir", antwortete Pierre und drückte Oliver an sich. "Dito Schatz, was immer geschieht ich stehe Dir bei. Und ich freue mich auf unser Kind, Du kannst Dir nicht vorstellen wie sehr. Die Forschung und das Blut werden wir umgehend abgeben, nun keine Ahnung. Vielleicht in ein paar Wochen. Sobald es soweit ist, sage ich Dir bescheid und klammere mich an Dich", grinste Pierre, aber man sah ihm an, dass er sich damit selbst Mut machen wollte. Pierre legte sich seitlich in den Sand und zog Oliver mit sich. "Was möchtest Du als erstes mit unserem Kind unternehmen? Worauf hast Du Lust? Ich wollte ihm ein Kinderzimmer einrichten und ihm einen kleinen Lerndroiden kaufen. Irgendetwas total Niedliches. Immer wenn ich so über den Kleinen nachdenke, stelle ich mir vor was wir mit ihm unternehmen", schmunzelte Pierre und streckte sich lang aus.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ließ sich von Pierre in den Sand ziehen, der sich ganz warm anfühlte von der Sonne. Er drehte sich auf die Seite und zog die Kapuze tiefer ins Gesicht. »Stört dich die Sonne nicht, Pips? Oder hast du irgendeine Aufwertung, die dich immun gegen UV-Licht macht? Ich kann damit leider nicht dienen, drum sieh es mir nach, wenn ich mich unter der Robe verstecke.« Er legte die Hand auf seinen Mann und streichelte ihm die sandbeschmutzte Seite. So schmutzig hatte der Duc selten ausgesehen, doch Oliver war froh, dass Pierre gerade absolut glücklich zu sein schien. »Ich bin sehr gespannt auf die Daten der beiden Männer. Noch gespannter bin ich darauf, was die Genetiker zu der Blutprobe sagen werden. In ein paar Wochen allerdings wird sie verdorben sein, sie muss schnellstmöglich zur Aufbereitung und Analyse ins Labor. Pips, das ist wichtig, warum soll sie denn noch wochenlang in deiner Manteltasche vergären? Ich möchte unserem Sohn das Kämpfen beibringen. Wir haben Felix, er soll sich nützlich machen als Übungspuppe für einen angehenden Bluthexer. Wenn Felix sich in Zukunft bewährt, sollte er als lebende Trophäe an der Seite unseres Sohnes wandeln, um jedem zu zeigen, welche Macht die Krone hat und dass wir auch Vampire nicht fürchten.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Oli, das Blut soll nicht Wochen in meiner Manteltasche gären, wir geben es sofort Zuhause ab, sobald wir es haben. Wochen warte ich, bis ich die Behandlung durchführen lasse. Ich werde Henri Brassac bitten sich der Sache anzunehmen. Mit einer unserer besten Genetiker. Ciel das Kämpfen lernen? Ich bin absolut dafür, ich werde ihn ebenso unterrichten wie auch mein Schwertmeister. Er wird sich auf viele Wege zu verteidigen wissen. Ich habe keine Aufwertung die mich vor der Sonne schützt Oli. Ich würde gerne schwimmen gehen, sollen wir? Das heißt, falls Du das aufgrund Deiner Haut kannst", schlug Pierre vor.

Oliver Vallis de Souvagne
»Schwimmen?« Oliver sah sich misstrauisch um. Er besaß eine züchtige Baderobe, aber die hatte er natürlich nicht dabei. »Den Sonnenbrand werde ich überleben, wenn du mich danach mit kühlem Quark einschmierst. Wo sind die anderen?«

Pierre Agramant de Souvagne
"Mit Quark klingt verdammt lecker, mache ich. Ich befreie Dich auch wieder davon. Sie sind beim Schiff, da hinten. Wir sind ungestört, wir können aber auch an Land bleiben. Ich möchte nicht, dass Du verbrennst. Ich schmiere Dich auch gerne einfach mal so mit Quark ein. Weißt Du was, wir werden Ciel auch eine kleine Waffe kaufen. Du magst doch gerne Museen oder? Dann könntest Du am Wochenende mit unserem Kleinen Museumstouren machen. So hast Du Spaß und er lernt noch was", freute sich Pierre und kraulte Oliver die Flanke.

Oliver Vallis de Souvagne
Als die Sprache auf die Museen kam, kniff Oliver die Augen zusammen und musterte seinen Mann. »Gut, dass du mich daran erinnerst. In Obenza wartet noch ein Museum auf einen Totalabriss.« Er entledigte sich der Robe und faltete sie zu einem roten Päckchen, das er in den Sand legte. Nackt, wie er einst der Schöpfermaschine entstiegen war, damals noch weiß und ohne die schwarzen Tätowierungen, die seinen gesamten Körper zierten, half er seinem Mann ebenfalls beim Auskleiden. Über den Sand schritt Oliver ins Wasser und die Wellen brachen sich in weißem Schaum an seinen Knöcheln. »Dies ist mein erstes Bad im Dhunischen Ozean«, sprach Oliver so feierlich und in so erhabener Pose, dass es nicht verwundert hätte, würde das Meer sich nun vor ihm teilen, ehe er bis zum Bauch in das warme Wasser schritt.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre schaute Oliver nach und konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Erstens bei Olis Gesichtsausdruck und zweitens, weil er ihn unheimlich scharf fand. Pierre gesellte sich zu seinem Mann und streckte einen Zeh ins Wasser. "Gar nicht sooo kalt", sagte er freundlich und gab Oli einen Kuss. Pierre umfasste das Handgelenk von Oliver und schritt mit ihm bis zur Brust ins Wasser. "Ich liebe Dich Oli, unser erstes Bad im Dhunik und vielleicht wenn der Duca uns erhört nicht das letzte", sagte Pierre und verschränkte fest seine Finger mit denen von Oliver.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver verzog zweifelnd eine kahle Braue. »Und ich dachte, du würdest Ainuwar sagen, die Formulierung dürfte dem Duca gefallen.« Er ließ sich in die Fluten treiben und schwamm, ohne den Griff ihrer Finger zu lösen. Im Schwimmen drehte er sich herum und lächelte Pierre glücklich an. »Ich liebe dich aus, Pips. Du hast gesagt, die Luft würde hier nach Hoffnung riechen. Wenn dem so ist, sollten wir sie aus vollen Zügen genießen, bevor wir zurück nach Hause kehren.«

Pierre Agramant de Souvagne
"Ich muss den Duca um Pardon bitten und Wiedergutmachung leisten. Aleron wird den Duca ebenfalls um Pardon bitten. Wir wollten ihnen nicht ihr Land stehlen, also geben wir es auch mit Demut zurück. Es war unser Fehler, dazu müssen wir stehen und das werden wir. Ja sie riecht nach uralten Dingen, die nicht vergessen werden sollten. Das hast Du schön gesagt Oli, ich bin froh dass ich Dich habe und ich weiß, Du bist auch froh dass ich Dich hab", grinste Pierre und trieb im Meer der Hoffnung Seite an Seite mit seinem Mann.

Antworten

Zurück zu „Abreise in den Abgrund - Taudis 42“