Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kabir [Souvagner/Sentir]

Die Bevölkerung von Souvagne im Jahr 1077 nach der Asche.
Die Bevölkerung Souvagnes im Jahr 1077 nach der Asche.
Kabir

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Kabir [Souvagner/Sentir]

#1

Beitrag von Kabir » So 16. Jun 2019, 21:01

Kurzinfo Kabir


Name: Kabir
Zugehörigkeit: Orden der Sentir (Sentir)
Volk: Souvagner
Biologie: Souvagner, GMO Sentir, fertil (mit allen Völkern kompatibel)
Geburtsort: Beaufort, Souvagne
Alter: 22 Jahre
Größe: 179 cm
Gewicht: 70 kg
Haarfarbe: keine Haare
Hautfarbe: weiß-grau
Augenfarbe: grau
Statur: trainiert
Chip: PUCE1055 Bio-Chip
Intel-Feed des Chip: ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR
Sprachen: Asameisch
Glaube: Ainuwar
Besondere Merkmale: Sentir/Psioniker
Psionische Machtstufe/Psionische Klasse: 3 trois


Waffen:
1 Pulsarwaffe
1 Vollautomatik
1 Nahkampfmesser


Aussehen
"Am Anfang wusste Mitch nicht, wie er mit einer Person umgehen sollte, die über so eine gewaltige Fähigkeit verfügte. Sentir, Psioniker, Telepath, Gedankenschinder, Blitzbirne… wie immer man uns auch nennt, die Bezeichnung wird mit Furcht ausgesprochen.

Das war, was er über uns wusste.
Mitch hatte sich zudem erkundigt.
Wir selbst nennen uns Sentir - abgeleitet von fühlen.

Ein Sentir besitzt verschiedene psychische Fähigkeiten, Sentir steht zeitgleich für die Gabe, Dinge rein durch die Macht der Gedanken zu bewegen. Zudem beherrschen wir Telepathie - die Fähigkeit, mit anderen Lebewesen durch die Macht des Geistes zu kommunizieren. Oder eben Gedanken zu lesen und jederzeit zu wissen, was in den Köpfen der anderen vorgeht.

Das hat in unserem Fall überhaupt nichts mit Magie, sondern mit Gedankenwellen zu tun, mit denen wir "fühlen".

Ein Magier braucht Magie, ein Sentir braucht Konzentration und ist tödlicher als jede Waffe die Mitch bekannt ist.

Zudem war es ihm unheimlich, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes Gedanken lesen konnte. Was Mitch am Anfang noch unheimlich war, stellte sich sehr bald als extremer Vorteil heraus. Zudem war ich wohl ganz anders, als sich Mitch einen Sentir vorgestellt hatte.

Gut fragt man Leute jeglicher Bevölkerung beschreiben diese Sentir oder Telepathen wie folgt - große, blasse, glatzköpfige Kerle mit starrendem Blick sowie tödlichen Gedanken.

Das trifft insoweit nicht auf mich zu, da ich Brillenträger bin.
Tatsächlich sind wir auch nicht blass, sondern eher grau als weiß.
Und so befremdlich es für manche erscheinen mag, es gibt auch weibliche Sentir".
~ Kabir (Grasschlangen)


Kabir Link:
https://i.pinimg.com/originals/17/f7/80 ... a3114d.jpg


****


Sentir Klassifikation:

17 dix-sept
16 seize

Sentir:
15 quinze
14 quatorze
13 treize
12 douze
11 onze
10 dix
9 neuf
8 huit
7 sept
6 six
5 cinq
4 quatre
3 trois
2 deux
1 un


Stufe dix-sep
Diese Individuen sind praktisch psionisch völlig inaktiv. Diese Individuen sind völlig immun gegenüber jedweder psionischen Wirkung, die keinen direkten und massiven Angriff hochstufiger Sentir darstellen.

Das bedeutet, ich kann keinen dix-sep über die Macht meiner Gedanken beeinflussen, ihre Gedankenwellen entziehen sich unserem Zugriff. Ebenfalls entzieht sich ihrer Seele magischen Zugriffen, den Magiern wie auch den Sentir sind die dix-sep als Stumpfe oder Lichtlose bekannt.

Allerdings ist es mir durchaus möglich, in mit der Macht meiner Gedanken körperlich Schaden zuzufügen, oder über Außeneinwirkung (Wurf eines extrem schweren Gegenstands) den Lichtlosen zu töten.


Stufe seize
Dies ist die Standardeinstufung für normale Souvagner oder Menschen.
Keine psionische Aktivität.
Du der das hier liest bis aller Wahrscheinlichkeit nach ein seize.


Jetzt fangen die Sentir an.

Stufen quinze bis douze
Ab der Klassifikation quinze ist eine psionische Aktivität festzustellen, ab hier spricht man von einem Sentir.
Bis zur Einstufung quatorze ist die Gabe meist sehr schwach, und die Personen wissen zumeist gar nichts von ihren Kräften.

Diese Individuen werden oft gar nicht bei den Suchen gefunden, da sich ihre Kräfte nur unter großem emotionalem Stress offenbaren. In der Praxis werden meist nur Individuen ab Stufe quatorze gefunden. Die Kräfte äußern sich, wenn überhaupt, meist in Form von Visionen oder Vorahnungen.

Beispiel, gleich kommt der Täter durch die Tür… ist aber keine Vorahnung. Die Person hat den Täter nur schon mit den eigenen Gedanken „gesehen“ ohne das zu wissen oder zuordnen zu können. Es war die Macht der Gedanken, keine Vision.


Nächsten Stufen onze bis neuf
Diese und die folgenden Stufen bedeuten eine deutliche Manifestierung psionischer Aktivitäten, und ihre Kraft steigt exponentiell zur Einstufung. Ab Stufe neuf ist ein sofortiger Eingriff eines Sentir-Eingreif-Duos erforderlich. Ziel Sicherung/Festnahme zur Untersuchung mit möglichem späteren Training, bei Verweigerung der Kooperation und zwangsfolgender Aufwertung sofortige Exekution.


Nächsten Stufen huit bis cinq
In den v.g. Stufen kann man ohne weiteres von überaus mächtigen Sentirn sprechen.
Verglichen mit der Vielzahl an Sentirn denen sich unser Orden bedient erreichen nur wenige diese Stufen, und meist dann auch nur durch jahrelanges Training, nach Augmentation.


Nächsten und letzten Stufen heißen quatre, trois, deux, un
un ist die Endstufe.


Die oberen vier Stufen bedeuten Stufen einer psionischen Meisterschaft, die so einmal unter 1 Milliarde Menschen auftritt. Nur nach passender gebürtiger Voraussetzung, nach Augmentation und exzessivem Training ist ein Erreichen dieser Stufe möglich.

Du brauchst aber die passende Grundbasis.
Ab Stufe deux ist die Gefahr immens noch, dass das Individuum ohne Absicherung mental instabil - sprich wahnsinnig wird. Das heißt sie werden aufgrund der immensen Flut von Sinneseindrücken wahnsinnig, die sie über ihren Geist wahrnehmen. Ungefiltert strömt alles auf sie ein, leider ist auch ein trainierter Geist nur in der Lage eine gewisse Menge an Informationen aufzunehmen ohne Schaden zu erleiden.


****


Schiff:

Belette
Typ:
Panzerschiff

Besonderheit:
Mentale Steuerung über Bio-Chip

Länge:
220 m
Status:
unregistriertes Panzerschiff

Bewaffnung:
6 Bombardement-Geschütze/Massebeschleunigerwaffen
Massebeschleunigerwaffen basieren auf der Beschleunigung eines Geschosses auf eine extrem hohe Geschwindigkeit. Dies wird mit Hilfe von elektromagnetischen Kraftfeldern bewerkstelligt. Die so beschleunigten Geschosse besitzen eine hohe Reichweite und Durchschlagskraft, die es ihnen ermöglicht viele Panzerungen problemlos zu durchschlagen. Dieses Waffensystem kann auch als Torpedowerfer eingesetzt werden.


****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#2

Beitrag von Kabir » Mo 8. Jul 2019, 00:00

Charbogen-Ergänzung:

- 26.06.204 n.d.A. Kabirs Einsatzfehler und die grundlose Hinrichtung von Timion Harruck fliegt auf
(Ein Brief aus der Vergangenheit, Kapitel Wohnungsauflösung)

Link:
viewtopic.php?f=133&t=2297#p17169


...Oliver Vallis de Souvagne
Nachdem Zaccaria den Raum verlassen hatte, wobei ein Haufen Sand auf seinem Sitz zurückblieb, musterte Oliver seinen Mann. »Jetzt bin ich gespannt. Hast du die Crux gefunden?«

Pierre Agramant de Souvagne
"Ja habe ich. Francis wurde mitgeteilt, dass sich Harruck Ghul angeschlossen hat und sich trotz mehrerer Gespräche uneinsichtig zeigte und nicht zur Umkehr bewegen ließ. Das steht in dem geschriebenen Bericht.

In den Courantaufzeichnungen ist folgendes zu finden:
....„Ich weiß, Du hast völlig Recht Gillian. Ihr habt alle völlig Recht. Ich will heute Nacht noch mal da rausgehen, weitere Informationen sammeln und mit unserer Mission fortfahren“, teilte ich den Grasschlangen mit.
„Dafür macht man so eine Runde Kabir. Eine Idee weckt die nächste kleine Blitzbirne. Ich sehe auch keinen Grund, warum wir uns in das alles reinziehen lassen sollten. Die Frage ist nur, wirst Du Harruck darüber informieren?“, fragte mich Vas.
„Eigentlich hab ich da keine andere Wahl, er hat hier das Sagen. Er wollte dass ich das Ordensoberhaupt anrufe und unsere Mission hinauszögere. Ich weiß ja nicht wie Ihr das seht Leute, aber ich würde lieber unseren Auftrag reißen und dann so schnell wie möglich wieder von hier verschwinden“, erklärte ich meinem Team.
„Dann lüg ihn doch einfach an“, lachte Sophie, was auch die anderen loslachen ließ...

Harruck wurde wie folgt von Kabir informiert:
...Harruck an und erzählte, dass ich nichts für ihn tun könne. Das Ordensoberhaupt ist bei seiner Entscheidung geblieben, meine Mission ist unverändert....

Kabir hat Harruck und Francis gegeneinander ausgespielt um den Job zu verkürzen. Das konnte Harruck nicht wissen und Francis ebenso wenig. Harruck konnte Kabir nicht auslesen. Francis könnte es, aber er bekam nur einen Bericht per Courant, also keine Auslesung möglich.

Ein Gesprächsauszug zwischen Harruck und Kabir:
....„Was ich hier sehe ist, dass Du einen Wohlfahrts-Distrikt eröffnest. Das funktioniert so lange, bis Euch das Geld anderer Leute ausgeht. Ich bin nicht bereit, Dich dabei zu unterstützen. Souvagne ist nicht bereit Nicht-Souvagner sprich Inhumanoid zu unterstützen!“, Kabir.
„Das werde ich melden. Ich werde mich mit Deinem zuständigen Senioragenten in Verbindung setzten, ich gehe ganz bis nach oben. Hier steht zu viel auf dem Spiel. Hier ist kein Platz für Dein Spieltrieb mit Zerstörungsdrang! Du wirst meine Arbeit nicht sabotieren, Du wirst sie unterstützen. Du wirst Dich schneller fügen als Du glaubst! Für wen hältst Du Dich“, - Harruck.
„Schon in Ordnung Timi, mein Senior freut sich sicher über Deinen Anruf“, - Kabir.

UND es kommt noch dicker, der Code Rouge war weder von Francis noch von mir, Kabir hatte von seinem Oberhaupt eine klare Order.

Auszug:
...„Herr, ich erbitte einen Code Rouge für Timion. Er hat meine Männer wissentlich gefährdet. Erteilen Sie mir Eliminierungs-Erlaubnis?“.
„Nein! Sie werden keinen Code Rouge erhalten. Als ich sagte, tun Sie alles was nötig ist, meinte ich gegen die Goblins oder Söldner. Sie sollen sich nicht gegen Ihre Kollegen richten! Haben Sie auch nur eine Vorstellung davon, was es uns kostet, einen Agenten Ihrer Art zu finden, aufzuwerten und auszubilden? Arbeiten Sie gefälligst im Team“.
„Herr bezüglich Timion glaube ich, dass er nicht mehr im selben Team spielt wie wir“.
„Ich weiß, dass Sie dieses Gefühl haben, aber Sie müssen etwas begreifen. Ich habe Ihnen einen Befehl erteilt. Ich kann Sie natürlich nicht daran hintern, Agent Timion den Kopf abzureißen. Sollten Sie sich meinem direkten Befehl widersetzen, muss ich Sie maßregeln lassen. Schlimmstenfalls wären Sie nicht mehr tragbar. Wir verstehen uns? Ich bin Ihr Herr, Sie sind mein Unteran und Timion gehört ebenso unserem Orden an“.
„Verstanden“.
„Hören Sie zu Agent Poison. Sie hoffen dort auf Infos zu stoßen, die Sie zu Erwan Vovasse und seinen Hintermännern führen werden. Vielleicht liegen Sie auf Obenza völlig falsch“.
„Herr?“.
„Poison, unsere Situation ist kompliziert und Harrucks Mission verkompliziert die Angelegenheit vor Ort noch mehr. Allerdings könnten Sie daraus einen Vorteil ziehen. Machen Sie sich seine Mission zu Nutze. Sorgen Sie doch dafür, dass Timions Truppe beschäftigt ist, während Sie Ihren Informanten zur Strecke bringen. Nutzen Sie diese Gut-Freund-Mission als Tarnung. Harrucks Bemühungen die Einheimischen für uns zu gewinnen, wird den Goblin beschäftigen“.
„Ja Herr“.
„Poison, klären Sie das mit Timion auf friedliche Weise, ich weiß dass Sie das können. Ich verlasse mich auf Sie“, sagte das Oberhaupt und beendete die Verbindung.

Harruck und das Oberhaupt wurden gegeneinander ausgespielt, Berichte wurden gefälscht und Kabir genehmigte sich selbst den Code Rouge. Der Junge hatte Recht", erklärte Pierre. "Der Informationsfluss muss besser Hand in Hand laufen, die einzige Schwachstelle war der einzelne Agent. Sie werden nicht mehr alleine operieren. Harruck ist jedenfalls unschuldig gerichtet worden, er hat ein Projekt verteidigt, er hatte seine Arbeit verteidigt, seine Ermittlungsarbeit und nebenbei hat er versucht am Leben zu bleiben", stöhnte Pierre.

Oliver Vallis de Souvagne
»Harter Tobak.« Oliver lehnte sich an und streichelte gedankenverloren den Arm seines Mannes. »Dann war nicht Timion Harruck der Verräter, sondern Kabir. Kabir, der uns durch den Taudis begleitet hat und in dessen Händen dein Leben gelegen hat! Kaum zu fassen, wozu Uneingeweihte alles fähig sind, sogar, wenn sie einem Orden angehören. Harruck starb also aus dem einzigen Grund, weil es Kabir zu lange dauerte? Ist es wirklich möglich, dass er nur um ein paar Tage oder Wochen zu gewinnen, einen Kollegen, einen Souvagner, umgebracht hat? Oder steckt noch mehr dahinter?« Er blickte Audric betrübt an. »Wenigstens können wir Bruder Vaden nun mitteilen, dass sein Mann ehrenvoll starb. Ob ihn das darüber hinweg tröstet, dass er unschuldig hingerichtet wurde ... wer überbringt ihm die Botschaft? Jemand sollte es ihm persönlich sagen, nicht mittels Schreiben oder Courant.«

Audric:
Audric nickte. "Wir sollten es gemeinsam tun, Du bist Teil der Krone und der zweitmächtigste Mann im Staat Oliver. Und es beweist uns einmal mehr, Vaden hat sich so wenig in seinem Gefährten geirrt wie Du. Diese ganze Sache klingt mir fast nach einem Kind, dem man eine Aufgabe gegeben hat die ihm weit über den Kopf wuchs. Also hat er sie auf seine Art erledigt und jeder weiß - Kinder können sehr grausam sein, deshalb muss man sie früh in die richtigen Bahnen lenken. Das alles entschuldigt natürlich nicht seine Taten, denn der Verlust seines Mannes ist für Vaden nun in Stein gemeißelt. Das Urteil allein zu sein lautet lebenslänglich. Die Strafe die Kabir erhalten sollte, muss dem angemessen sein aber auch unseren Orden wiederspiegeln. Darf ich Zaccaria zurückholen?", bat Audric.

Pierre Agramant de Souvagne
Pierre nickte zustimmend. "Ja hole ihn zurück. So ist es Oli, Kabir der uns durch den Taudis begleitete, ebenso haben die Grasschlangen von dem Zoff der beiden gewusst. Von den Berichten können sie nichts gewusst haben, aber vom Streit schon. Und diese Sophie ist mit ein Ausschlaggeber. Ob er Harruck wirklich nur aus Faulheit tötete, oder noch einen anderen Grund hatte, kann ich Dir nicht sagen. Ich kann nur auf alle möglichen Aufzeichnungen zugreifen und diese als Gesamtbild zusammenfügen. Einen Grund für die Tat, bis auf die Eile samt Lustlosigkeit erkenne ich nicht", antwortete Pierre und kraulte Oliver den Nacken...


****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#3

Beitrag von Kabir » Mo 8. Jul 2019, 00:08

Charbogen-Ergänzug:


- 05.07.204 n.d.A. Entfernung des Puce-1055-Neuralchips
- Verkauf seines Schiffes Belette
(Ein Brief aus der Vergangenheit, Kapitel Neues Leben)

Link:
viewtopic.php?f=133&t=2297&start=10#p17208


Neues Leben

Dass sie ihn jagen würden, war klar. Es ging nicht um ihn als Person, dass ging es nie. Wer er war, interessierte niemanden. Es zählte nur was er war und da war die erste Information die stets fiel - immens teuer. Die zweite war Psioniker.

Sentir, Psioniker, Telepath, Blitzbirne es gab zig Beschreibungen für sie, auch wenn die wenigsten an ihre Existenz glaubten. Aber es gab sie. Jene die auf natürlichem Wege mit der Gabe geboren wurden, die Wilden. Und jene die im Labor gezogen wurden, die Labbies.

Letztere waren Hochleistungswesen, ähnlich den Tuteurs oder Souvrakasiern, allerdings mit ganz anderen Fähigkeiten. Der Ursprung der Labbies waren die Wilden, die man vor einer Ewigkeit wie so manche andere Gruppe in den Genlaboren optimiert hatte.

Dank der Macht ihrer Gedanken, konnte sie ihre Umwelt und andere Personen beeinflussen. Dazu nutzten sie ihre Gedankenwellen, entweder derart stark konzentriert und gebündelt, um sie wie tatsächliche Tentakel einsetzen zu können. Ebenso nutzten sie ihre Gedanken zur Abtastung der Umgebung, so dass in ihrem Kopf ein schwarz weiß schattiertes Bild entstand, der Wahrnehmung einer Fledermaus nicht unähnlich.

Und sie konnten Gedanken lesen.
Manche mussten Gedanken lesen, da ihre Gabe extrem stark war.

Eine Person die Stimmen hörte, war für einen Sentir nicht krank oder gar irre, es war möglicherweise ein wilder Artgenosse.

All das war er, ein Sentir, ein Labbie, ein Endstufler.
Er war noch mehr, er war Souvagner, er war mit einem Puce-Neuralchip ausgestattet und er war zum Abschuss freigegeben. Er war nur einen Hinrichtungs-Hack davon entfernt, aus dem Leben zu scheiden.

Sein "Glück" war der Rachewunsch des Ehemannes seines einstigen Opfers. Er wollte ihn nicht einfach gerichtet wissen. Nein so waren Bluthexer nicht. Er wollte ihn für den Frevel bluten lassen, ihn opfern für ein anderes Leben.

Geblutet hatte er sein Leben lang.
Gelebt hatte er noch keinen einzigen Tag.

Genau das würde sich heute ändern. Er wusste nicht wie viel Zeit ihm blieb. Minuten, Stunden, Tage, Wochen?

Er hatte keine Ahnung wohin er gehen sollte. Er kannte nur eine einzige Person, die ihn mochte - Lana. Allerdings war er in Obenza und das war ein guter Anfang. Hier gab es alles, wenn der Preis stimmte. Kabir hatte seinen alten Vogel die Belette verkauft. Der Preis war unverschämt niedrig gewesen, aber er benötigte das Geld und der Verkäufer spürte dies.

Es war der 12. Cyberdoc-Laden den sich Kabir anschaute. Er sah zumindest nicht aus wie eine Fleischabfallverwertung. Optimistisch und mit ganz fest zugekniffenen Augen konnte man den Laden sogar als sauber bezeichnen.
Die Preistafel versprach Behandlungen im Rahmen des Erschwinglichen. Ein stechender Geruch umwehte der Eingang. Kabir hoffte, es handelte sich um Desinfektionsmittel, anstatt um Pisse.

Er atmete einmal tief durch, bereute es sofort, da ihm nun der Gestank als Geschmack auf der Zunge klebte und betrat den Laden.

"Aber Hallo, was haben wir denn da? Einen Kunden! Was darf's denn sein Mäuschen?", fragte ein uralt wirkender Kerl mit Zigarre im Mund und rasselndem Atem.
"Eine Neuralchip-Entfernung. Keine OP, Deaktivierung. Ist das möglich und falls ja, was kostet das?", fragte Kabir nervös.

"Kommt auf den Chip an. Stärke, Sicherung. Was hast Du denn Feines in der Birne, dass Dich stört? Wackelkontakt, Narbenbildung, Neuralausfälle? Erzähl es mir", grinste der Alte mit stählernen Zähnen.
"Einen Puce 1055, ich will meine Identität loswerden Opa. Also was kostet mich das?", fragte Kab.

"Das Leben, wenn Du jedem so einen Schiss erzählst Junge! Es gibt Leute die würden Dir Deinen grauen Schädel für den Puce aufsägen, ohne Betäubungsmittel. Er ist mehr wert als Du. Jedenfalls für die. Du bist beim freien Joe. Hab mir vor hundert Jahren selbst den Schöpfercode rausspritzen lassen Schätzchen. Aber ein alter Mann muss leben. 40.000 Taler und ich schmoren ihn Dir durch ohne Gefahr für Dich. Nachbehandlung inbegriffen", grinste Joe sein Haifischgrinsen.

"40.000 Taler?", keuchte Kabir.
"Ganz genau Spitzohr, kannst in Raten abstottern. Jede Woche nen 10.000er und bisschen was an Arbeit. Siehst aus, als könntest Du mit Waffen umgehen", bot Joe an.

"Abgemacht, 40.000 nach der Entfernung", verlangte Kabir.
"Davor Maus, nicht dass Du den Arsch zu machst und ich guck finanziell in die Röhre. Joe arbeitet nur gegen Vorkasse", keuchte er lachend.

"Gut, abgemacht. Kannst Du mich sofort behandeln? Ich muss den Chip jetzt loswerden. Sofort, am besten gleich", bat Kabir und reichte dem schmierigen Doc die Taler.
"Klar geht das, ist keiner vor Dir dran. Oder siehst Du hier wen? Die Kohle stimmt", sagte Joe und steckte das Geld ein.

Der alte Kerl führte Kabir in einen kleinen Behandlungsraum. Der Stuhl war mit einer Patina überzogen, von der Kabir nicht wissen wollte was es war. Joe pflanzte ihn auf den Stuhl und fixierte ihn. Bevor Kabir fragen konnte was als nächstes geschah, bekam er schon ein Spritze gesetzt, die ihn jeder Körperspannung beraubte.

Hilflos wie ein kleines Kätzchen hing er in den Halterungen, während Joe einen Roboter-Behandlungsarm von der Decke zog. Er scannte Kabirs Schädel und pfiff durch die messerscharfen Metallzähne.

Der Doc fixierte Kabirs Schädel und strich einmal drüber.

"Geht los, entspannt Dich", lachte Joe.
'Entspannter geht kaum', antwortete Kab mental.
Keine zwei Sekunden später traf ihn ein grauenvoller, elektrischer Schlag. Er schrie, oder glaubte zu schreien. Vielleicht brüllte er auch nur mental. Es fühlte sich an, als würde Joe ihm ein Loch in den Schädel brennen und ihm dabei zeitgleich die Augäpfel kochen. Der Schmerz erreichte ein Intensität die sogar für Kabir neu war. Und beileibe er hatte tausende Behandlungen und Schmerzen überstanden.

Dann war es schlagartig vorbei. Kab dachte, dass es ihn aus dem Leben gerissen hätte. Aber nein, vor seinem Antlitz manifestierte sich die Fratze von Joe, während er versuchte die Tränen wegzublinzeln und scharf zu sehen.

"Da bist Du ja wieder. Kannst ganz schön was einstecken. Der Chip ist deaktiviert, tot Mäuschen. Als ewige Erinnerung in Deinem kleinen grauen Köpfchen. Teste es", bat Joe und verpasste Kabir eine weitere Spritze.

Kabir versuchte auf seinen Puce und das Interkom zuzugreifen und dort war... NICHTS!

Keine Fehlermeldung, keine Info, keine Übertragung und kein Courant. Nichts was mehr in seinem Hirn durchschmoren konnte und ihm den Verstand rösten würde.

Das erste Mal in seinem Leben war er frei.
Und wie üblich... allein.


****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#4

Beitrag von Kabir » Mo 8. Jul 2019, 00:11

Charbogen-Ergänzung:


- 07.07.204 n.d.A. Kabir sucht Schutz bei Lana Setardio
Distrikt-T, Kapitel 02 - Hilfe der einzigen Vertrauten - Fortsetzung
- Kabir sucht Schutz bei Lana
- Er überreicht Ihr eine Disruptorpistole zu ihrem Schutz
- Kab zeigt Lana seine Weltsicht/Wahrnehmung
- Geständnis der gegenseitigen Gefühle, Offenbarung ihrer Liebe und Zuneigung
- Erster Sex gemeinsamer Sex von Lana und Kabir, Kabirs allererster Sex
(Ein Brief aus der Vergangenheit, Kapitel Hilfe der einzigen Vertrauten)

Link:
viewtopic.php?f=133&t=2297&start=10#p17213
viewtopic.php?f=133&t=2297&start=10#p17221


**


07.08.204 n.d.A. Lanas und Kabirs Kind
Kapitel 06 - Verhör in Souvagne
- Kabir erfährt von Oliver das er Vater wird
- Lana bestätigt, dass sie beide ein Kind erwarten

Link:
viewtopic.php?f=209&t=2369#p17388


Oliver Vallis de Souvagne
»Nekromantie«, warnte Oliver. »Lana Setardio, Sie werden sofort umkehren, da Sie ein Kind unter Ihrem Herzen tragen«, befahl Oliver, der das winzige Wesen in ihrem Leib längst entdeckt hatte. Ihm war es gleichgültig, dass die Frau die Hand vor ihren Mund schlug und Kabir mit riesigen Augen anstarrte. Ihre Gefühlswelt war nicht von Belang, hier ging es um den Schutz eines hilflosen Lebens in souvagnischer Obhut. Lana drückte Kabir fest, der in seinem Rollstuhl saß, dann kehrte sie um.

Zaccaria
Zaccaria grinste Kabir an. »Glückwunsch! Hoffentlich erbt es nicht deine graue Haut.«

Kabir:
Starrte zuerst Lana total perplex an, dann Oliver und zum Schluss Zac. "Danke... Zac. Soll sie nicht lieber bei uns bleiben? Immerhin ist sie da am sichersten, ich würde sie beschützen. Sie macht keinen Ärger, oder kaum, so gut wie kaum, fast nie", erklärte Kab. Darius blinzelte in Zeitlupe. "Also immer", kam sein trockener Kommentar. "Du solltest öfter mit Deiner Frau reden", schmunzelte Vaden. "Ja", bestätigte Kabir und wandte sich an Lana. `Lana zuerst, ich freue mich. Punkt zwei hast Du Deinen Disruptor dabei um zur Not Feinde einzuäschern? Punkt Drei ich liebe Dich´, übermittelte er ihr per Gedanken.

Lana Setardio
›Ich liebe dich auch, Kabir‹, schluchzte sie mental. ›Ja, ich habe den Disruptor in der Handtasche, da du mir sagtest, ich solle ihn immer bei mir tragen.‹



****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#5

Beitrag von Kabir » Mo 8. Jul 2019, 00:12

Charbogen-Ergänzung:


Der Orden der Sentir

Der Orden der Sentir wurde im Jahre 750 nach der Asche gegründet, lange bevor die genetische Mauer erschaffen wurde. Seinerzeit regierte Duc Nolan Thierry de Souvagne und rief in den Orden ins Leben.

Sentir steht für die Gabe, Dinge rein durch die Macht der Gedanken zu bewegen. Zudem beherrschen wir Telepathie - die Fähigkeit, mit anderen Lebewesen durch die Macht des Geistes zu kommunizieren.

Oder eben Gedanken zu lesen und jederzeit zu wissen, was in den Köpfen der anderen vorgeht. Das hat in Falle der Sentir überhaupt nichts mit Magie, sondern mit Gedankenwellen zu tun, mit denen die Sentir "fühlen". Ein Magier braucht Magie, ein Sentir braucht Konzentration und ist tödlicher als jede Waffe.

Fragt man Leute jeglicher Bevölkerung beschreiben diese Sentir, Psioniker oder Telepathen wie folgt - große, blasse, glatzköpfige Kerle mit starrendem Blick sowie tödlichen Gedanken.

Tatsächlich sind Sentir nicht blass, sondern eher grau als weiß. Und so befremdlich es für manche erscheinen mag, es gibt auch weibliche Sentir.

Schon immer hat es Personen gegeben, denen nachgesagt wurde, dass sie wie durch Geisterhand Dinge bewegen konnten oder in der Lage waren Gedanken zu lesen. Meist ging man von einer magischen Veranlagung aus. Stellte sich heraus, dass die Person nicht über Magie verfügte, hielt man sie entweder für verrückt oder für einen Scharlatan. Selbstverständlich gab es immer wieder im Laufe der Geschichte Schwindler und auch Verrückte, ebenso Kranke die jene Symptome zeigten.

Aber es gab noch eine Gruppe - Sentir.
Eine Macht die über Jahrhunderte verborgen blieb und erst im Jahre 700 nach der Asche erforscht wurde.

Almanen bleiben meist unter sich, besonders Souvagner. Sehr selten kam es zu Mischehen und daraus resultierenden Mischlingen. Die Gabe der Sentir ist äußerst selten und mächtige Psioniker sind noch seltener.

Hierbei stellte man jedoch fest, dass Mischlinge zwischen Almanen und Tieflingen öfter mit der Gabe der Sentir gesegnet sind, als reine Almanen. Ferner waren diese Mischlinge von Grund auf mächtiger in der Gabe, als ein reiner Almane oder reine graue Tieflinge. Der Mix hat es gemacht.

Als man im Jahre 750 n.d.A. den Orden er Sentir ins Leben rief, begann man zeitgleich damit, die Gabe noch genauer zur erforschen. Zudem führte man vielversprechende Sentir zusammen, in der Hoffnung dass sich die Gabe in den so gezeugten Kindern noch weiter steigern würde. Dies war durchaus der Fall, brachte aber auch einige Nachteile mit sich.

Zwanzig Jahre später war man dazu übergegangen, die Sentir genauso zu vermehren, wie Souvrakasier und Tuteurs - sie wurden GMOs, genetisch modifizierte Organismen. Mischwesen aus Souvagnern und grauen Tieflingen. Denn nur die grauen Tieflinge waren es, die die Gabe der Psioniker in sich trugen und diese derart machtvoll weitervererbten, besonders wenn es sich um eine Almanen-Tiefling-Kreuzung handelte. Zudem hatte man die Sentir genetisch so verändert, dass das Maximum aus ihrer Gabe herausgeholt wurde.

Im Gegensatz zu den Souvrakasiern und Tuteurs sind Sentir fruchtbar. Man hat versucht diesen Umstand zu ändern, um eine Absicherung zu schaffen. Jene Sentir, die steril geschaffen worden waren, blieben stets unter ihrer eigentlichen psionischen Leistung zurück. Sie entwickelte sich nicht weiter, sie blieb auch unter den Erwartungen. So nahm man Abstand von dieser Sicherung.

Jene Sentir die man heute unter Labbies oder Labor-Sentir kennt, sind somit einst vor langer Zeit aus Mischlingen zwischen Souvagnern und grauen Tieflingen hervorgegangen. Zig Jahrhunderte, Selektionen und genetische Modifikationen später, sind sie dass, was man heute unter einem Sentir kennt.

Optische Merkmale sind heute noch die graue Haut und die spitzen Ohren, welche an ihre Tieflingsvorfahren erinnern.


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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#6

Beitrag von Kabir » Mo 8. Jul 2019, 00:13

Charbogen-Ergänzung:


Der Orden der Sentir
Wahrnehmung

"Du missverstehst da etwas Lana, ich möchte keine Zärtlichkeit üben oder von Dir lernen. Das klingt, als wäre es für eine andere später bestimmt. Es geht hier um uns beide, nur Du und ich. Du beschützt mich nicht grundlos und ich schleppe Dir nicht grundlos einen Disruptor ins Haus. Sind wir ehrlich", schmunzelte Kab und warf seine Brille auf die Couch.

"Darius geht nicht spazieren Lana, er läuft rum, wenn er einen Auftrag hat. Und da ich sein Welpe war, wird er mich suchen. Davon gehe ich aus. Aber Du hast da einen Terraformer draußen stehen und es wird die ganze Nacht regnen. Jeden Tag von Abends 22 Uhr bis 06 Uhr früh wird Darius so blind sein wie ich und mich hier nicht finden können. Der Rest der Zeit tja. Ich könnte mich im Wasserwerk verstecken", grinste Kabir, ehe er wieder ernst wurde und seine Stirn gegen die von Lana drückte.

`Eine Demonstration meiner Fähigkeiten, ich zeig einfach von allem was. Ich zeige Dir ein bisschen von meiner Welt´, übermittelte Kabir. Langsam streckte Kab den Arm aus und streichelte mit der Hand vorsichtig über Lanas Arm, vom Ellenbogen bis zum Handgelenk. Lana empfand was Kab dabei empfand durch ihre Verbindung. Es fühlte sich entgegen ihrer Vermutung zart an, und da war auch ein ganz leichter Reiz.

`Strom?´, dachte Lana. Sie bekam keine direkte Antwort, sondern nur ein bestätigendes Gefühl. Es konnte auch gar nicht anders sein. Selbst im Menschen flossen minimal zahllose schwache elektrische Ströme. Eingearbeitet wie ein exquisiter Stoff. Aber dieses Phänomen bezog sich gar nicht allein auf sie, stellte sie erstaunt fest. Die einzelnen Fäden, aus denen sich der Stoff zusammensetzte, breiteten sich in der Luft aus wie ein Spinnennetz.

In dem Moment als sie das fühlte, begriff sie vollkommen, warum sich Kabir manchmal so selbstsicher aufführte. Sie selbst spürte jede Ecke, jeden Winkel dieses Raumes. Normalerweise erzeugte der tote Winkel Angst und Unsicherheit. Ein Mensch verließ sich auf seinen Blick. Wenn sie etwas mit ihren Augen nicht wahrnahm, war dies schon sie bedrohlich. Kabir hingegen nahm durch seine erweiterten Gedanken alles wahr.

Er sandte Gedankenwellen aus und fühlte die Luft, und alles was diese Luft berührte spürte er ebenso. Auch wenn er nicht hinsah, wusste er ganz genau, was sich wo in welcher Form befand. Und zwar wegen der zahllosen unsichtbaren Fäden, die er selbst aussandte.

Alle Fäden die er aussandte, waren sofort mit den Maschinen im Zimmer verbunden. Nein, korrigierte Kab, sie hatten sich direkt darum gewickelt. Die Gedankenfäden wanden sich um das Bett, die Lampen und den Thermostat. Kab wartete einen Moment bis Lana alles genau betrachtet hatte, dann drangen die Fäden in die Geräte ein. Kab strich Lana zärtlich über die Wange und drehte ihren Kopf Richtung Lampe.

Er zeigte ihr den dünnen unzertrennlichen Faden, und gemeinsam mit verbundenen Gedanken zupfte er daran. Der ganze Raum wurde stockdunkel. Alle Lampen waren ausgeschaltet. Aber der Strom war nicht abgeschaltet, Kab hatte nur mit einem Gedanken alle Schalter ausgeschaltet. Lana bewegte sich nicht. In der Dunkelheit konnte sie die Fäden, die sie umgaben noch viel deutlicher wahrnehmen.

Die Gedanken wurden weniger abgelenkt als bei Licht. Sie spürte Kabirs Belustigung über so einen simplen Vorgang. Kab zupfte noch einmal und die Lichter gingen wieder an.

`Eine Übung aus Kindertagen. Ein Gedanke eine Handlung. Heute sieht es so aus. Schau´, übermittelte Kabir lautlos.

Er ließ den einen Faden los und strich über einen Faden nach dem anderen, die Fäden bereiteten sich in zahllose Richtungen aus. Wie ein Kaleidoskop. Der kleinste seiner Gedanken verursachte Tausende von Veränderungen. Er änderte die Temperatur der Klimaanlage, die Anzeige auf dem Thermostat, schaltete den Holo ein und sofort auf stumm. Allein mit seinem Bewusstsein konnte er alle elektronischen Geräte im Raum kontrollieren ohne sie zu berühren.

`Gedanken sind Strom´, erklärte er freundlich.

Die Welt von Kab sah für Lana aus wie ein merkwürdiger Traum. Doch Kab selbst war Ursprung dieses wahnsinnigen Phänomens. Ein Traum oder Alptraum aus dem es kein Erwachen mehr gab. Die Existenz von Kabir und seinen Fähigkeiten kam Lana wie Wahnsinn vor.

`Als man mich gechipt und auf diese Fähigkeiten gedrillt hatte, hatte man aus mir ein ganz anderes Wesen erschaffen. Von allen Dingen die mir einfielen, bekam ich eines - Macht und blieb trotzdem völlig machtlos. Der Preis waren Schmerzen, enorme Schmerzen. Die meisten von uns sterben bei der Chipung´, erklärte er sachte in ihren Gedanken.

Das Nächste was Lana fühlte, war Kabirs Mund auf ihrem. Die Hände des Sentir krochen über ihren Körper. Es waren kalte Hände die sie irgendwie innerlich zum Kochen brachten. Diese langen, glatten Finger tasteten sich in ihre Unterwäsche, krochen tiefer und kraulten sie sanft. Kabir schwieg, er sagte keinen Ton, aber seine veränderte Atmung ließ Lana wissen woran sie war.

Er drückte sich an sie, strich probeweise über Lanas Oberschenkel. Die Rückkopplung zeigte ihm, dass Lana Vergnügen dabei empfand. Kab isolierte seine Sinneswahrnehmung und konzentrierte sein Bewusstsein ausschließlich auf Lana, bis die beiden in einer Art geistigem Kokon eingehüllt waren. Die restliche Welt, sich nur noch außerhalb einer dünnen Membran abzuspielen schien, die durch ein Gedankengitternetz gebildet wurde.

~ Kabir (Hilfe der einzigen Vertrauten, Fortsetzung 07.07.204 n.d.A.)


****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#7

Beitrag von Kabir » So 14. Jul 2019, 13:49

Charbogen-Ergänzung:


- Kauf eines Titan-Transportzuges mit 3 Anhängern (Wohneinheit, Brunnenbohrer, Wassertank)


Titan

Bei dem Titan handelt es sich um ein Militärfahrzeug, dass zum Truppentransport und auch zur Versorgung verwandt wurde. Titan-Truppenfahrzeuge sind extrem schwer gepanzert und haben ein hohes Eigengewicht.

Sie gelten als schwer zu steuern, was sich durch die Anzahl der Anhänger noch erhöhen kann. Der Transporter lässt sich auch in unwegsameren Gelände noch problemlos fahren, da das Fahrzeug über ausreichend Kraft verfügt und die gewaltigen Räder einzeln auf gehangen sind.

Geschaffen wurden diese Fahrzeuge für den Einsatz in der Wüste.


Bilder Titan:
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... npromo.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_1.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_2.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_3.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_4.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_5.jpg


Anhänger Wohneinheit:
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... npromo.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_1.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_4.jpg


Anhänger Frischwasser:
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_2.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_5.jpg

Anhänger Brunnenbohrer:
https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_3.jpg

https://www.daz3d.com/media/catalog/pro ... opup_6.jpg



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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#8

Beitrag von Kabir » So 28. Jul 2019, 16:57

Charbogen-Ergänzung:


Verletzungen nach dem Kampf gegen Sentir-Agentin Aurore:
Schwarz und weiß, Endkampf - Episode 24 Der Preis der Freiheit

Verletzungen:
- Streifschüsse am gesamten Körper

- Schüsse/Durchschüsse Arm und Schulter

- linker Oberschenkel Sehnen und Muskeln zerrissen
Schüsse/Durchschüsse der Wunde
Muskelverstärker zerstört
offene Fraktur

- rechter Arm über Ellenbogen verloren

- Brustkorb durchschossen


****

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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#9

Beitrag von Kabir » Mi 28. Aug 2019, 23:02

Charbogen-Ergänzung:


Leben als Komponente der aschgrauen Sonne/Leben im Orden der Sentir
Distrikt-T, Kapitel 06, Verhör in Souvagne, Fortsetzung
- Leben von Kabir als Kind
- Leben von Kabir als Komponente der aschgrauen Sonne

Link:
viewtopic.php?f=209&t=2369#p17386


Leben als Kind:
...Natürlich bin ich ein Mörder. Seit dem 8 Jahre alt bin, morde ich für Euch. Damit Ihr beruhigt schlaft und wisst, dass jeder der sich Euch in den Weg stellen würde stirbt. Jeder... sogar jene meines Ordens. Aber fangen wir von vorne an. Basis-Data - Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR

Mentale Herkunft:
Bis zum jetzigen Zeitpunkt lebte das Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR in einem stabilen, Umfeld von fünf Brüdern. Entgegenwirken zwecks Negierung von labilem Mentalzustand wird empfohlen.

Subjekt-Forschung:
Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR zeigte ein hohes Maß an Intelligenz, körperliche Belastbarkeit und einem eisernen Willen. Weiterleitung an Forschungseinrichtung der Neural-Chip-Augmentierungen eingeleitet.
Negierung der Herkunftserziehung eingeleitet.

Eintrag:
Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR aufgenommen, mit sofortiger Vorbereitung auf die spätere Zielausrichtung. Subjekt für Augmentierung geeignet, keine medizinischen Interferenzen festgestellt, Freigabestatus für Chipung – 7 Jahre.
Toleranzgrenze bis 1 Jahr, variabel auf oder abwärts.

Greifschwanz.
Greifschwanz des Subjekts funktioniert wie eine dritte Hand. Gegenstände greifen, festhalten oder auch Klettern scheinen dem Subjekt damit wesentlich leichter zu fallen. Wie es das Subjekt schafft, hinter seinem Rücken seinen Greifschwanz so gezielt einzusetzen, ist bis dato ungeklärt. Der Greifschwanz ist mit unzähligen Tast- und Wärmesinneszellen besetzte und zum unteren Ende hin abgeflacht zum besseren Zugreifen.
Für Einsatzzwecke nutzlos, mögliche optische Irritation für spätere Einsätze.
Bei Chipung Entfernung des Greifschwanzes.

Zusatzeintrag beruhend auf Empfehlung von Unterabteilung MH und DMF:
Um das Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR von Anfang an auf seine Aufgabe vorzubereiten, wird es auf einem extrem sozial-niedrigen Status erzogen.

Idealer Kandidat für die Agenten-Abteilung, Psioniker der Trois-Stufe äußerst selten. Subjekt wird dem Abhärte-Training der Inneren Sentir eigenen Forschungseinrichtung übergeben.

Chipung/Initialisierung vorgesehen i.A.v. 7 Jahren.
Das bin ich - die Laborratte.

Wir werden ausgebildet, in einer Art Bootcamp. Wir leben in gesicherten Käfigen, wenn wir nichts zu tun haben oder keine Behandlungen bekommen. Gesichertes Schlafen genannt.

Wir sind dort eingekerkert, werdet gedrillt und werdet medizinisch behandelt, bis man uns chippen kann. Einige kommen direkt in ein Camp und bleiben dort bis sie gechipt wurden und einem Leitwolf anvertraut werden können. So sieht gesichertes Schlafen aus. Natürlich zu einer Zeit wo wir noch schlafen können.

https://66.media.tumblr.com/tumblr_m9vi ... 1_1280.jpg

Du siehst das Mädchen von der Hinterwand-Kamera. Die viereckige Klappe ist der Zugang. Der Boden ist eine weiche Matratze. Oben das Licht, Du kannst es nicht an- oder ausschalten. Links bisschen Unterhaltung, auf die Du zugreifen kannst, darüber kommen aber auch Infos. Ist auch Zeug drinnen, das Deine Werte überwacht. Diese Käfige sind komplett abgeschirmt. Darin bist Du stumpf, blind. Ganz ohne Gabe. Das ist gesichertes Schlafen.

Das Mädchen liegt von links nach rechts, aber normal würde man sich der Länge nach hinlegen. Sie hat das aber extra gemacht, dass man sie während des Schlafens nicht am Kopf oder den Schultern aus dem Käfig ziehen kann.

So liegst Du nämlich verkeilt und merkst sofort auch ohne Gabe, wenn Dich da einer rauszerren will. Dann stemmt man die Hände und Füße gegen die Käfigwand und kann wenn man Glück hat, verhindern dass sie einen holen.

Und sie ziehen einen da raus, um einen zu untersuchen, Medikamente oder andere Behandlungen zu verabreichen, Versuche mit Dir zu machen. Dann können sie einen fixieren, ohne dass man sich groß gewehrt hat.

Jeder von Euch kennt das Wort schlaftrunken. So fühlen wir uns auch, man ist nicht voll da. Wenn ein Psi nicht voll da ist, ist er noch nicht kampffähig. Drum warten sie bis man schläft und dann angeln sie Dich da raus für unangenehme Dinge.

Und ehe jemand fragt, ich hab nicht nur darin geschlafen, DAS war mein Quartier.
Mein Käfig, nicht mein Bett.
Die Sanitäranlagen wie Dusche, Klo sind draußen. Wenn Du wirklich mitten in der Nacht musst, kannst Du klingeln dann nimmt man Dich raus und Du kannst auf Toilette gehen. Normalerweise bekommst Du eine halbe Stunde vor Einschluss Info, dann weißt Du ja ob Du nochmal auf Klo musst. Du machst Dich Bett fertig und dann ist Einschluss bis zum Morgen. Rausklingeln für „Bedürfnisse“ wird bestraft aufgrund Disziplinlosigkeit, es sei denn Du bist krank.

Wenn Du frisch gechipt bist, natürlich nicht. Da liegst Du auf der Medstation oder schlimmer auf der Neuro-Station.

Danach liegst Du noch einige Zeit flach, dann hast Du aber Katheder und so gelegt und Infusionsschläuche in den Armen. Damit das möglich ist, sind da neben der Türklappe so zwei kleine Klappen, die sind dann auf. Durch die führen die eingesetzten Schläuche nach draußen, so kannst Du auch geschwächt im Käfig liegen und keinen Unfug machen.



***


Leben von Kabir als Komponente der aschgrauen Sonne
...Thema die Laborratte. Als ich die Augen aufschlug und nichts weiter als eine leere, graue Masse vor mir sah, da war es mir sofort klar, so ein Wesen wie Ainuwar gab es nicht. Weder ihn, noch das Reich dass man angeblich betrat.

Das Nichts, war das Einzige, was einen erwartete wenn alles vorbei war.
Man wurde geboren mit einem Fluch und man war ein Nichts und ging man, dann war man genauso wieder Nichts.

Wie sollte es auch anders sein?
Kalte Logik.

Nach einer mir endlos erscheinenden Zeit geschah jedoch etwas mit dem Nichts. Feine Rillen, Linien und Flecken bildeten sicher heraus. Es war eine Decke, wie ich feststellen musste. Eine Zimmerdecke. Ich wollte den Kopf zur Seite neigen. Es funktionierte nicht. Irgendetwas schmiegte sich felsenfest um meinen Hals und sorgte dafür, dass ich mich nicht bewegen konnte. Das Atmen war viel schwerer als sonst. Was immer es war, ich wollte es abreißen! Dabei stellte ich fest, dass mir auch meine Arme nicht gehorchten.

Irgendwas war falsch, es war so wie es überhaupt nicht sein sollte. Ich blickte soweit nach unten, wie es mir möglich war. Ich sah den Rest meines Körpers. Seltsamerweise schien ich zu sitzen. Meine Arme konnte ich nicht sehen, in meinem Bauch steckten Schläuche die für mich keinen Sinn ergaben. Bis zu meinen Oberschenkeln konnte ich gucken, aber auch meine Beine schienen angewinkelt zu sein. Als ich auch noch den seltsamen Metallrahmen sah, wusste ich wieder wohin sie mich gebracht hatten.

Neuro-Station.

Ich versuchte nach jemanden zu schreien, aber meine Kehle war wie ausgedörrt und irgendwas steckte darin fest. Mein Hals brannte wie Feuer als ich versuchte zu sprechen, dabei verschluckte ich mich an meinem eigenen Speichel. Ich hustete. Das Brennen war mittlerweile unerträglich, aber niemand kam.

Wieder neigte ich den Kopf zu Seite, versuchte die Zähne aufeinander zu beißen, was mir nicht gelang, denn etwas steckte in meinem Mund. So gut es ging verrenkte ich mich in dieser seltsamen Halterung und bekam eine Glasscheibe ins Visier. Dahinter war ein Apparat angebracht.

Was immer das war, ich hatte so ein Ding noch nie gesehen. Es sah aus wie ein kleines Kontrollpult. Die Anzeigen selbst konnte ich nicht ablesen, aber ich sah seinen leichten Schimmer. Es musste einen Monitor haben.

Verrückt!
Hier musste jeder verrückt sein!

Wie sollte ich dieses Pult benutzen, wenn ich festgebunden war und man das Ding hinter ein Glas gestopft hatte? Wo waren die Schwestern oder die Ärzte? Normalerweise gab es immer Schwestern in der Nähe, wenn man operiert worden war. Und ich war oft operiert worden.

Aber dieses Pult war unerreichbar fern. Ich versuchte zu sehen, was vor mir war, da mein Kopf im Nacken lag. Eine riesige Wand aus dunklen Monitoren. Was immer das für ein Ding war, ich wusste es nicht. Vielleicht waren es Überwachungsgeräte um meine Vitaldaten zu überwachen?

Ich seufzte und schloss die Augen.
Es kam niemand.
Wer sollte auch kommen?

Weiche Schritte, wie von einer Person die barfuß ging, drangen an mein Ohr. Fast lautlos, aber ich hörte sie. Erneut schlug ich die Augen auf und konnte nicht zuordnen was ich dort sah. Eine Person stand ganz in meiner Nähe. Der Mann war fast nackt, nur mit einem grotesken Helm bekleidet.

Der Helm war vorne langgezogen wie der Lauf eines Gewehres und ragte dem Kerl soweit ins Gesicht, dass man nur seinen Mund sah. Der Mund des Mannes stand offen, als wäre er schwachsinnig oder müsste durch ihn atmen.

Der Rest seines Kopfes war unter dem Helm verborgen. Der Mann hatte die Arme angezogen und bewegte sich mit den ruckartigen Bewegungen eines Vogels. Durch den langen Helm wurde der Eindruck noch verstärkt. In grotesk zuckenden Bewegungen näherte er sich mir und blieb dann ohne erkennbaren Grund stehen.

Als er so nah bei mir stand, begriff ich auf einmal, dass dieses Ding gar kein Helm war! Es war irgendeine grauenvolle kybernetische Aufwertung die ihn fast den ganzen Schädel ersetzt hatte. Die seltsame Aufwertung zog sich seinen Rücken entlang herunter.

Er legte den Kopf schief und gab seltsame klackende Laute von sich. Sie waren leise an mich gerichtet, fast so als wollte er mich trösten oder beruhigen.

Dabei ruckte sein Kopf hin und her, als versuchte er mich genau zu erkennen. Plötzlich blieb er stocksteif stehen. Für einige Sekunden verharrte er so, ehe er erneut seine Arme anzog und fast lautlos davonschlich. In der Ferne hörte ich ihn erneut diese klackenden Laute rufen und sie wurden beantwortet!

Das Wesen halb Mensch – halb Helm war weg, was immer es gewollt hatte, ich konnte ihm nicht helfen. Ich selber war beschissener dran als er. Er konnte wenigstens noch laufen.
Erneut schloss ich die Augen.

Prompt hatte ich diesen hellen Ring vor meinem geistigen Auge. Erschrocken blickte ich auf. Eine Schwester leuchtete mit einer Taschenlampe nach mir. Neben ihr standen zwei dieser Helm-Wesen und musterten mich permanent indem sie ihre Köpfe schieflegten und mit leisen Klack-Geräuschen zu mir sprachen.

`Es soll schlafen´, vernahm ich ihre Gedanken.

Sie wollten mich tatsächlich beruhigen.

„Können Sie mir bitte was zu trinken geben?“, bettelte ich die Schwester an.

Sie antwortete mir nicht. Stattdessen entglitten ihre Gesichtszüge. Ganz so, als hätte ich sie beleidigt oder angespuckt.

„Warden 28 hat für seinen Bereich eine Wachphase gemeldet. Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR ist erwacht!“, sprach sie in ein Gerät und näherte sich mir.

Sie ging einige Schritte auf mich zu und blieb dann stehen. Dies war scheinbar ein Zeichen für die Helm-Wesen, denn sie schlichen in ihrer seltsamen Körperhaltung davon.

„Ja ich bin wach und durstig! Es ist gegen die Regeln uns hungern oder dursten zu lassen! Warum machen Sie das mit mir? Ich war höflich und habe gebeten! Warum helfen Sie mir nicht? Was stimmt mit mir nicht?“, fragte ich sie panisch.

Entgeistert musterte sie mich flüchtig, danach glitt ihr Blick an meiner rechten Seite vorbei. Erneut biss ich die Zähne zusammen und dabei auf dieses Ding in meinem Mund. Aber dieses Mal ließ sich das Ding, dass meinen Hals fixierte, nicht zu, dass ich das sehen konnte was die Schwester sah. Plötzlich stürmte sie panisch davon.

Wie lange ich wartete, wusste ich nicht. Mein Zeitgefühl war mir verloren gegangen. Es hätten Minuten, Stunden oder auch Tage sein können. Immer wenn ich etwas die Augen öffnete, sah ich mindestens eines der Helmwesen geduckt durch den dunklen Raum streifen.

Irgendwann glitt die Tür am Ende des Zimmers auf und vier Männer in weißen Kitteln und zwei Schwestern kamen herein.

„ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR“, sagte der Arzt.
„Was lief nun schon wieder schief?“, fragte ich missmutig.

„Wie geht es ihm?“, fragte der Arzt.
Die Weißkittel unterhielten sich, ehe mich wieder der erste Arzt anschaute.

„Hm, das ist eine suboptionale Antwort“, sagte er und leuchtete mich ebenfalls mit einer Taschenlampe an.

„Verstehst Du mich?“, fragte mich der Weißkittel.
„Ich benötige einen Rapport über das Subjekt“, sagte der Oberarzt.

„Moment“, sagte Arzt Dings-Da und blätterte in seinen Akten.

„Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR, Ausfall des Chip nach Initialisierung. Bei Einlieferung im schlechten, instabilen Zustand. Behoben.

Hirn-Stamm-Schnittstelle exzellenter Zustand.
Rückenschnittstellen ebenfalls ausgezeichnet verheilt.
Schwanzamputation verheilt.

Subjekt vor zwei Monaten ins Speichernetzwerk eingefügt. Ab dato dürfte es die Wachphase nicht mehr erreicht haben. 80 – 96 prozentige neurale-geistige Nutzleistung. Mir ist unerklärlich, wie es Wachphase erreichen konnte“, sagte der Arzt.

`Du verdienst das Nichtsein Du Schwein!´, knurrte ich.

„…ist vollumfänglich angeschlossen. Vollfixiert, geschlossener Ernährungskreislauf, Subjekt wurde intubiert und wird maschinell beatmet. Es erfolgte…“, plapperte der Arzt weiter.

„Das Subjekt wird unruhig. Wenn er nicht aufhört zu sabbern, verabreichen Sie Nimarux. Fortfahren“, sagte der Oberarzt.
"Wir verabreichen 5ml Nimarux", sagte einer der Ärzte.

„Chip wieder einsatzbereit?“, hakte der Oberarzt nach.
„Direkte operative Entlastung und Behebung der Störung. Frakturen der Beine und Arme ebenfalls vollständig ausgeheilt“, sagte der Arzt neben mir.

`Bruch? Wieso waren meine Arme gebrochen? Ich hab mir die nicht gebrochen! Das weiß ich! Also ich meine es zu wissen! Egal, die waren vorher in Ordnung. Was war los mit mir?´, schrie ich sie an, aber sie ignorierten mich weiter.

`Ich will Antworten, was ist mit mir passiert? Ich schwöre, wenn ich loskomme dann klatsche ich Euch gegen die Wand!´, brüllte ich mental.

DAS schienen sie gehört zu haben.

„Nimarux, weitere 5ml sofort!“, befahl der Chefarzt.

Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie einer der Ärzte aus dem Raum rannte und mit irgendeiner Ampulle wiederkam, dessen Inhalt er auf eine Spritze aufzog. Er reichte sie dem Oberarzt, der irgendwas am Kontrollpult betätigte so dass sich die Glaskugel öffnete.

Erst da erkannte ich, dass ich in dem Glas war, nicht das Kontrollpult. Schnurstracks ging der Arzt auf mich zu.

`Geh weg! Ich will das nicht!´, kreischte ich panisch und versuchte mich mit aller Macht zu bewegen. Vergeblich.

Statt mir die Nadel in irgendeine Körperregion zu rammen, fummelte er in der Nähe meines Halses herum. Beim Nichts was machte der Irre da? Hatte ich da irgendeinen Schlauch hängen? Was für Dreckszeug spritzte er da rein? Sobald sich meine Gedanken geklärt haben, sobald sie fokussiert sind, wirst Du Dich umgucken, wenn dann bist Du tot...

Auf einmal wollte ich mich gar nicht mehr aufregen und hatte das Gefühl den tiefsten Seelenfrieden zu erfahren, den ich jemals hatte. Ich hörte die Ärzte weiterhin reden, hatte aber das Gefühl, als würden ihre Stimmen in ganz anderen Sphären schweben.

Sie redeten lange miteinander, es störte mich nicht mehr. Der Informationsaustausch war vielleicht sogar wichtig, es ging ja um mich. Der Oberarzt befühlte etwas an meinem Hinterkopf, die Glaskuppel senkte sich wieder und er gab etwas ins Kontrollpanel ein.

Irgendwie trugen mich ihre Stimmen in einen seltsamen Schlaf und ich begann zu träumen. Ein schwarzer, endloser Traum in denen Milliarden leuchtender Zahlen tanzten.

Als ich wieder erwachte hörte ich die Stimme einer Frau.
Mein Herz schlug augenblicklich schneller.

„Mach den Mund auf, na komm los. Du willst doch sauber werden“, sagte sie freundlich und ich gehorchte.

Die Frau werkelte in meinem Mund herum. Scheinbar machte sie mich sauber. Saugte was ab, putzte meine Zähne, was auch immer sie tat – sie war freundlich zu mir.

Keine Ahnung wie lange sie an mir werkelte, irgendwann wischte sie meinen Mund mit einem feuchten Lappen ab, der nach Desinfektionsmitteln roch.

Fast liebevoll drückte sie meinen Mund zu und nahm meine Hand. Sie drückte sie auf ein kleines Stofftier.

„Fühl mal. Das ist weich. So fühlt sich weich an“, erklärte sie und ich schaute mir das Tierchen genau an.

„Was machen die da nur mit Euch hm? Du bleibst noch fünf Minuten hier, dann musst Du zurück. Es geht nicht anders… es…“, stockte sie. Vorsichtig zückte sie erneut ein Tuch und tupfte meinen Mund ab.

„Wann werde ich abgeholt?“, presste ich aus meiner ausgedörrten Kehle hervor.

Sie drückte mir fest ihre Hand auf den Mund, ihre andere Hand strich über meinen Schädel und packte etwas, dass an meinem Hinterkopf befestigt war. Sie tat so, als wolle sie irgendwas überprüfen, dabei kam ihr Mund ganz nah an mein Ohr.

„Sprich nicht, niemand darf wissen wenn Du wach bist. Wissen sie es, töten sie Dich. Was immer ein Kind verbrochen haben kann, nichts rechtfertigt das“, flüsterte sie so leise, dass ich sie kaum hören konnte.

Irgendwer hatte es gehört, ich sah sie nie wieder.

Schwach starrte ich mit tränennassem Gesicht zu meiner Peinigerin auf. Ich war an den Untersuchungsstuhl gekettet. Ich besaß nichts, hatte nichts, nichts an das ich mich klammern konnte außer meiner Gedanken und meiner Fantasie. Und selbst die hatte ich nur zeitweise, in seltenen wachen Augenblicken. Sonst war ich gefangen in einer Art Halbschlaf. So genau konnte ich mich nie an den Zustand erinnern. Mir blieben nur schemenhafte Erinnerungsbruchstücke.

Nicht mal der scheußliche kratzende, grüne Kittel war meiner. Alles gehörte dieser Anstalt, einschließlich ich selbst. Wach. Einer der Pfleger stand vor der Glasscheibe. Ich musterte ihn und er musterte mich zurück. Sorge sah ich in seinem Gesicht. Ich versuchte ihm etwas zu sagen, aber irgendwas blockierte meinen Mund und steckte tief in meinem Hals.
Der Mann tippte etwas in das Controll-Panel das links neben meinem seltsamen Quartier aus Glas angebracht war. Beruhigend sprach er zu mir, sagte dass ich gleich wieder einschlafen würde und dann wäre alles wieder gut. Ich sollte mir keine Sorgen machen, wir wären aufgewertet zu etwas Großen.

Mehr hatte er nicht gesagt oder ich nicht mehr mitbekommen, denn die Welt versank wieder in diesem diffusen Dämmerlicht.

Aufgewertet, dieses Wort ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ein anderes Mal hatte ich gehört wie Leute von einem Ort sprachen. Sie standen ganz dicht bei mir, jedenfalls hatte ich das Gefühl. Vielleicht sprachen sie vor meinem Quartier miteinander. Dieser Ort, er hatte keine Nummer und er hatte auch keine Bezeichnung wie "Schädelspalterraum".

Ich betrachtete meinen linken Arm mit wachsender Bestürzung. Vom Handrücken bis zum Ellbogen war die Haut mit unterschiedlichen dunklen Flecken bedeckt. Weiter konnte ich nicht gucken, denn ich war so fixiert, dass ich bewegungsunfähig war.

Ich konzentrierte mich auf meinen Kern, das hatte ich mir selbst beigebracht. Die Fähigkeit erlaubte mir ein klein wenig Kontrolle über meine vegetativen Körperfunktionen.

Ich schob meine Angst beiseite, drängte mein Ich in den Hintergrund und fokussierte meine Wahrnehmung ganz auf meine unmittelbare Umgebung.

Mit einem Mal erkannte ich reizvolle Details, wo eben noch fades, medizinisches Einerlei war. Nuancen von Farben und Formen, abstrakte Zeichnungen und Muster auf dem medizinischen Bestecken.

Aus Erfahrung wusste ich, dass ich in diesem Zustand geistiger Entrückung achtgeben musste, nicht völlig in meine Fantasiewelt abzudriften und den Bezug zur Realität zu verlieren. Im Extremfall würde ich tage- oder wochenlang in dieser Welt verschwunden sein. Zurück holten mich die Weißkittel immer, nur um mich in ihr trostloses Grau zu stopfen in dem Milliarden von Zahlen tanzten. Diese Welt ergab einfach keinen Sinn...

Ich ließ also Vorsicht walten, als ich den grimmigen Blick der Ärztin über dem Mundschutz sah. Ich versuchte eine Balance zwischen Trance und Aufmerksamkeit zu wahren.

„Wann werde ich abgeholt?“, fragte ich vorsichtig.
Die Ärztin schaute mich geradezu missbilligend an.

„Nicht schon wieder!", schnauzte sie wütend und leuchtete mir mit einer winzigen Lampe in die Augen, ehe sie sich ihr Com schnappte.

" ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR hat erneut Wachphase erreicht. Über Elektro-Impuls ruhigstellen, Behandlung fortsetzen und wieder in die Blase einsetzen?", fragte sie irgendeine andere Person.

Sie hörte kurz zu und ich wusste nicht was ich sagen sollte.

"Wachphase? Wieso wach? Habe ich sonst geschlafen?", fragte ich sie leise.
"So ungefähr. Du bist hier zur Grunduntersuchung. Halt still, lass mich meine Arbeit machen und danach kommst Du wieder in Deine Blase. In ein paar Minuten holt man Dich wieder ab!“, forderte die Ärztin, während sie mir irgendein Zeug spritzte.

Die Ärztin musterte mich mit düsterem Blick. Sprechen durften wir nur, wenn wir gefragt wurde, daran erinnerte ich mich. Aber ab und an ließen sich Weißkittel herab mit mir zu reden und so erfuhr ich Neuigkeiten.

Was ich der Frau getan hatte wusste ich nicht, aber ich schwieg und senkte den Blick, da ich die Strafe kannte. Allerdings nur für einen winzigen Augenblick, denn jemand hämmerte an die stählerne Sicherheitstür. Keine Sekunde später flog die Tür mit einer ohrenbetäubenden Krachen auf. Die Ärztin drehte sich geschockt zu der Gefahrenquelle um.

„Subjekt ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR wurde bereits letzten Monat freigegeben, was macht es hier?

Die Störanfälligkeit von Einheit ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR ist zu hoch. Laut letztem Auszug hat ACTIVATION_ADP_SENTIR_0043PSI_17: 4956A_5121:KABIR auch während des Anschlusses im Zirkel die Dämmerphase verlassen und Wachphase erreicht.

Das Subjekt ist gechipt, der Chip ist intakt.
Eine Ausschreibung wurde vorgenommen, ein Interessent hat sich gemeldet.
Wir nehmen es unverzüglich mit.

Kappen Sie die Verbindung des Subjekts samt Zuleitungen zum Quantenrechner“, sagte eine tiefe, männliche Stimme.

Ich spürte wie mir die Frau den Schädel in den Nacken riss, indem sie an etwas zog, dass mit meinem Schädel verbunden war.

Schmerzen, so heftig, dass mir kurz schwarz vor Augen wurde und Magensäure die in meinem Hals brannte. Entfernt nahm ich ein Klicken wahr und ein Kabel mit einer seltsamen Verbindung fiel neben mir schwer zu Boden. Am liebsten hätte ich meinen Hinterkopf abgetastet, aber ich konnte mich nicht rühren.

Der Bursche wollte mich mitnehmen. Weg von hier. Weg von den Ärzten. Ich verstand kaum was er gesagt hatte, aber ich verstand, dass er mich dort rausholen wollte.

Mein Herz schlug vor Aufregung bis zum Hals, als eine gigantische Gestalt in das Untersuchungszimmer trat. Groß war er, bleich und alt. Eine Gruppe folgte ihm. Drei Männer die genauso riesig waren wie er, aber wesentlich breiter und zwei Frauen.

Ich zerrte weder an meinen Fesseln, noch konnte ich mich bewegen. Ich starrte die Fremdlinge einfach nur an.
Solche Kleidung hatte ich noch nie gesehen. Der alte Kerl trug noch seltsamere Kleidung als seine Begleiter, es sah aus wie eine gepanzerte Robe. Er schritt auf mich zu und umrundete den Stuhl vorsichtig.

"Hallo, wir überführen Dich in die Sicherungsverwahrung. Dort wirst Du beschnuppert", erklärte er und löste meine Fesseln.
"Du wirst keinen Unfug machen, dann kommen wir den Weg über bestens miteinander aus. Deine Akte trägt keinen Vermerk einer besonderen Gefahrenstufe, Du darfst also frostfrei reisen. Mach keinen Unsinn klar?", fragte der Koloss und ich nickte.

„Kannst Du auch sprechen? Wie viel Nimarux haben Sie ihm gegeben?", fragte er.

„Ja, aber es ist verboten unaufgefordert zu sprechen“, antwortete ich, in der Hoffnung durch Gehorsam wirklich mitgenommen zu werden. Ich war ein Knirps, ich hatte keine Ahnung was mir wirklich bevor stand.

Eine der Frauen ging rüber zu den Messapparaturen und las die Daten von mir aus, während der Kerl mir einen Overall reichte und mich auf die Beine zog. Es dauerte eine Weile, bis ich Halt fand und stehen konnte. Irgendwie wollten meine Beine nicht gehorchen.

"Er bekommt täglich 7ml, bei Wachphase wurde er auf 10ml hochgesetzt um seine Gabe zu unterdrücken", erklärte die Ärztin.

Der Gigant zog fragend eine Augenbraue hoch und die Ärztin schien zu schrumpfen.

"Langsam. Du bist einige Zeit nicht gelaufen, Du musst Dich dran gewöhnen", sagte der alte Mann und hielt mich fest bis ich einigermaßen Halt gefunden hatte.

Eine andere Frau lief zu dem Untersuchungsstuhl rüber und winkte mir zu mitzukommen. Zögerlich ging ich langsam zu ihr rüber und blickte etwas verunsichert, da diese eine Frau immer noch den Bericht las.

Ich hoffte inständig, dass der Bericht nicht so oft nutzlos enthielt, wie sie es selbst in meinem Leben gehört hatte. Ich hatte Angst, sie würden mich zurücklassen. Unbeholfen wischte ich mir etwas das Gesicht sauber.

„Mach ruhig, wenn Du möchtest“, forderte mich der Hüne auf, ohne mich anzusehen.
„Was?“, fragte ich nach.

„Dein Gesicht abtasten“, antwortete er freundlich.

"Ich komme mit?", fragte ich hoffnungsvoll.
„Natürlich tust Du das. Wir fliegen gleich ab, dann bekommst Du eine Behandlung. Nicht schlimm, Du musst nur einen Helm aufsetzen. Danach wirst Du Dich an all das hier nicht mehr erinnern. Glaub mir, dass ist besser so“, sagte der Kerl und machte sich direkt auf den Weg.

"Ob sich das lohnt? Guck ihn Dir an. Nur Haut und Knochen, er kann kaum stehen, geschweige laufen. Was haben die hier mit ihm gemacht?", flüsterte die eine Frau.
"Gehe ich Recht in der Annahme, dass Deine Frage rhetorischer Natur war und keine Anzweiflung Kian?", fragte der alte Mann ruhig und die Frau nickte knapp mit blassem Gesicht.

"Schön, das freut mich. Er wird ihn nehmen, davon gehe ich aus", sagte der alte Mann gelassen und verließ mit festem Schritt das Labor.

Ich folgte der Truppe auf dem Fuße. Mehr taumelnd als laufend folgte ich den anderen. Im Schiff angekommen setzte ich den Helm auf. So wie man es mir befahl.

Der Hüne starrte mich an, las irgendetwas und sagte mir dass ich den Zirkel vergessen sollte. Das wäre ausreichend. Alles zu vergessen, wäre kein Geschenk. Er klappte das Visier von dem riesigen Ding runter und ich schlief ein.
Ich habe es nicht vergessen.

Ein kleiner Auszug aus unserer Welt, aus meiner Welt dem Orden der Sentir", sagte Kabir.


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Kabir

Die fleißige Feder in Bronze
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Re: Kabir [Souvagner/Sentir]

#10

Beitrag von Kabir » Do 29. Aug 2019, 16:10

Charbogen-Ergänzung:


Die aschgraue Sonne
- 29.08.1078 Bericht von Thabit über die aschgraue Sonne
Link:
viewtopic.php?f=201&t=2398&p=17463#p17463



Die aschgraue Sonne


Thabit:
"Thema die aschgraue Sonne. Die aschgraue Sonne ist ein Quantenrechner, ein Mehrzweckgerät, allen voran ist sie aber eines - eine Endschlagwaffe mit chirurgischer Präzision oder völliger Vernichtung.


Die aschgraue Sonne
Der Aufbau der Sonne ist zylindrisch. Das heißt das Gerät selbst steht in der Mitte der Anlage. Die Sonne also der Zylinder steht auf einer gewaltigen, runden Plattform, in deren Boden runde Löcher eingelassen sind. Darin befinden sich die Tank, für jene Objekte, die aufgebraucht werden zum Beispiel bei der Herstellung von flüssigem Wissen.

Ein weiterer größerer Kreis umschließt den ersten und die Sonne. Auf diesem Kreis stehen die 12 Kugeln, die wie Sonnenstrahlen von der Sonne abzweigen. In jeder dieser Kugel ist ein Psioniker der Entstufe angeschlossen. Mehr als 14 Psioniker können nicht an die Sonne angeschlossen werden, die Macht der Gedankenwellen wäre nicht mehr zu kontrollieren. Es käme zum mentalen Supergau. Deshalb werden nur 12 Psioniker angeschlossen um zur Not die aschgraue Sonne beziehungsweise den Angriff abbrechen zu können.

Dies ist die eigentliche Waffe.


Endschlagwaffe
Im Einsatzfall der Waffe, aktiviert man die Sonne über ihr Haupteingabeterminal. Die Sonne greift vollautomatisch auf die Fähigkeiten der an ihr angeschlossenen Sentir zu. Sie sind die organischen Komponenten, jene die die Munition der Waffe herstellen.

Die Sonne bündelt die Gamma-Gedanken-Wellen der 12 Psioniker zu einem Gedankenstrahl, etwas das die Psioniker ohne Maschine nicht könnten. Im Gegensatz zu Magiern zum Beispiel. Das Ziel wird anvisiert - eine Person, eine Personengruppe und dann per gebündeltem Gedankenschlag von 12 Endstuflern vernichtet. Die gewaltige Gamma-Gedanken-Welle zerfetz den Geist ihrer Opfer. Sie sterben sofort. Weiter entfernte werden wahnsinnig ohne je wieder zu Verstand kommen zu können.
Die Hirne der Verstand der Getroffenen knallt quasi durch, da Gamma Wellen die höchste Aktivität haben.

Das ist die erste Variante. Geistige sprich mentale vollständige Vernichtung.

Da Psioniker ihren Geist auch physisch einsetzen können, kann die Endschlagwaffe ebenso das Ziel körperlich vollständig vernichten. Das heißt, die Sonne kann die gebündelten Gedanken der Psioniker so steuern, dass die Zielperson/en körperlich angegriffen werden. Unter anderem per Mentalschlag erschlagen, zerfetzt und vieles mehr, wozu ein Psioniker allein auch in der Lage wäre, nur in viel größerem Ausmaß.

Die Sonne könnte mit dieser Macht ebenso ein unbelebtes Objekt, wie ein Haus, eine Mauer, einen Turm etc. angreifen.

Die wichtigste Angriffsvariante und der immense Vorteil der Sonne ist es, dass ein psionischer Angriff nicht von einem Magier geblockt werden kann. Wer also die die Hauptzielgruppe der aschgrauen Sonne darstellen sollte ist klar, eine Gruppe von übermächtigen Magiern. Vermutet werden als Hauptgruppe hier die Bluthexer und die Himmelsaugen.


Zwischeninfo Gammawellen
Zwischeninfo - normale Gammawellen - Gamma > 38 Hz geistige Höchstleistung, für Zusammensetzung von Wahrnehmungen wichtiges Beispiel: Hochkonzentriertes Arbeiten.

Gamma-Gehirnwellen sind ein Frequenzmuster normaler Hirnaktivität, die zwischen 25 und 100 Hz, bei den meisten Menschen um die 40 Hz gemessen werden.

Gammawellen waren im Prinzip so lange unbekannt, bis die digitalen EEG (Elektroenzephalographie)-Aufnahmegeräte entwickelt wurden, weil die analoge Elektroenzephalographie keine Gehirnwellen mit einer derart hohen Frequenz messen konnte (die Höchstgrenze liegt bei 25 Hz).

Die Neurowissenschaftler begannen die hervorragenden Eigenschaften des Gehirns zu entdecken, wenn es die Gamma-Frequenz produzierte.

Gamma-Gehirnwellen sind die schnellste Frequenz mit der kleinsten Amplitude. Sie hängen mit den „Segensgefühlen“ zusammen, von denen erfahrene Meditierende, wie Mönche und Nonnen, berichten, sowie mit höchster Konzentration und extrem hohen Ebenen kognitiver Leistungen.

Die Neurowissenschaftler glaubten, dass Gammawellen in der Lage sind, Informationen von allen Teilen des Gehirns zu verknüpfen – die Gammawelle entsteht im Thalamus (Zwischenhirn) und bewegt sich 40-mal pro Sekunde vom hinteren Teil des Gehirns nach vorn und wieder zurück. Das gesamte Gehirn wird deshalb von der Gammawelle beeinflusst.

Durch dieses rasche „Darüberstreichen“ bewirkt der Gamma-Wellenzustand höchste geistige und körperliche Leistungen.

Gamma ist der Gehirnwellenzustand, in dem Personen „in der Zone“ sind, das heißt, Personen haben das Gefühl, dass sie alles tun können. Jeder Mensch hat Gamma-Gehirnwellenaktivitäten, doch die produzierte Anzahl von Gammawellen ist unterschiedlich.

Eine niedrige Gamma-Gehirnwellenaktivität wird mit Lernschwierigkeiten in Verbindung gebracht, mit einem schwachen Gedächtnis und mit einer beeinträchtigten geistigen Leistungskraft.

Ein Psioniker hat eine derart gesteigerte Produktion von Gammawellen, dass er damit Zugriff auf physische Welt hat. Er kann mit seinen Gedanken Dinge ergreifen, sogar seine Gedankenwellen in andere Gehirne schicken, Informationen auslesen, Informationen übermitteln.


Übermittlung
Hier kommt die zweite Variante der Sonne ins Spiel, die Sonne als Übertragungsmöglichkeit in weite Ferne für Nichtmagier. Auch dazu ist die aschgraue Sonne in der Lage. Über die Eingabe ins Hauptterminal wählt man einen oder je nach Entfernung alle der 12 Psioniker aus, wählt das Ziel aus und lässt ihm eine mentale Botschaft zukommen. Hierbei überbrückt die Macht der Masse der Psioniker in gebündelter Form, schlicht die Entfernung der zu übermittelnden Botschaft.

Nun folgt die dritte Hauptvariante der aschgrauen Sonne.


Flüssiges Wissen
Probanden oder auch Informanten wird Wissen entzogen. Die Methodik beruht auf einer automatisierten Auswertung der physischen Korrelate von Gehirnaktivitäten - Elektroenzephalografie und ist daher, anders als die klassische Telepathie. Sprich es ist eine maschinelle Methode, keine Psionische.

Das entnommene Wissen wird zwischengespeichert und den 12 Psionikern mental zugeführt. Hierzu werden nun die Deltawellen der Gehirne genutzt.

Deltawellen dominieren das traumlose Schlaf-Stadium IV. In diesem Stadium brauchte eine Person am längsten, um aufzuwachen und wieder zurück ins Bewusstsein zu finden. In der Regel tritt dieses Stadium etwa nach der Hälfte des Schlafzyklus ein, vier, fünf Stunden nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden.

Diese Phase wird durch die Zugabe besonderer Medikamente und Drogen bei den 12 Psionikern Dauerzustand. Weshalb, werde ich gleich erläutern. Die eingespeisten und an die Psioniker übermittelten Wissensdaten, übermitteln diese nun durch Betätigung ihres persönlichen Terminals, an eine der Verbrauchspersonen im inneren Sonnenkreis.

Der Psioniker übermittelt, vermutlich ohne selbst davon etwas mitzubekommen, das Wissen zwangsweise in das Hirn. Beispiele Psioniker Blase 7 - Übermittlung an Schacht 332 - Wissensübermittlung. In diesem Fall übermittelt der Psioniker der in Blase 7 angeschlossen ist, das ihm gerade maschinell übermittelte Wissen an die Verbrauchsperson die in Schacht/Tank 332 festgesetzt ist.

Ist die Wissensübermittlung abgeschlossen und hat sich der Psioniker wieder mental zurückgezogen und ist in Ruhemodus gegangen, wird der Verbrauchsperson ein Aufbereitungsmittel, die Vorstufe des flüssigen Wissens injiziert. Danach wird der Schädel aufgebohrt, das Hirn wird über die weitere Zugabe einer Droge verflüssigt und abgesaugt.

Durch eine spezielle Aufbereitung werden die einzelnen Bestandteile voneinander getrennt, also organische Hirnreste von der Flüssigkeit die das Wissen enthält. Unter Hinzugabe von Nimarux wird sogar ein Bestandteil der Seele der Verbrauchsperson in dem Wissen verankert.

Das flüssige Wissen wird in besonderen Phiolen aufbewahrt. Meist in jenen, die sich in der Hand auflösen. Durch die Körperwärme schmilzt die Phiole und das Wissen wird über die Haut absorbiert. Ebenso gibt es Phiolen, die das Wissen und das Seelenfragment verwahren, jene die nicht schmelzen. Hier muss das flüssige Wissen getrunken werden.


Ruhephase
Die 12 Psioniker der Sonne befinden sich ohne Kampf- oder Übermittlungseinsatz permanent in der Deltawellen-Phase um Informationen aufzunehmen, oder um schlichtweg in einem ausreichend gesicherten Zustand verwahrt zu werden.

Sie schlafen traumlos, denn würden sie träumend schlafen, könnten ihre Gedanken möglicherweise Handlungen ausführen. Deshalb werden sie auf diese Art gesichert. Sie werden stumm geschaltet und in der Ruhephase für andere Dinge wie das flüssige Wissen genutzt.

Ende der Informationen zur aschgrauen Sonne".


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