Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

Nach dem gewaltsamen Tod von Timion Harruck beanspruchen zwei Parteien sein Erbe für sich: Auf der einen Seite Dr. Lana Setardio, die sich humanistischen Zielen verschrieben hat und von dem abtrünnigen Sentir Kabir unterstützt wird. Auf der andern Seite die Schachtsoldaten um Zaccaria samt Timions Familie.
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Vaden Guilette
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15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#1

Beitrag von Vaden Guilette » Di 3. Sep 2019, 00:01

Olis Inqisition


Vaden
Vaden hoffte, dass sich Yvon und die anderen ordentlich um Timi kümmern würden. Eigentlich war sein Sohn zuverlässig, aber Ronny und Zac waren in Partylaune und das färbte schnell ab. Vaden konnte es ihnen nicht verdenken, aber sein Geduldsfaden war durch die letzten Erlebnisse und die Übermüdung extrem dünn. Tim hatte es schon zu spüren bekommen und er war der Letzte, der es spüren sollte. Er rief sich innerlich zur Ordnung auf, atmete durch und straffte die Schultern. Er musste seinen Geist klären und sich auf das Wesentliche fokussieren. Vaden schaute zurück zum Schacht und dem Wasserwerk und stupste seinen Sohn mental an. Doch Yvon würde auf seinen Vater aufpassen. Er hatte ihm sogar einen Tintenfisch gebastelt. Andere hätten das für eine kindische Aktion gehalten, aber sie verstanden auch nicht, was der Tintenfisch Timion bedeutete. Vaden zog Sophie hinter sich her und schaute sich nach Kabir um. Der Sentir wartete am Shuttle und schien seinen eigenen Gedanken nachzuhängen oder war schlichtweg genauso müde wie er selbst. Von der Seite sah der Bursche aus wie frisch vom Galgen geschnitten. Vaden hatte das Gefühl, dass er von mal zu mal weniger wurde. Statt der Flasche Alk, hätte er sich lieber etwas zu essen gönnen sollen. Vaden öffnete das Shuttle, warf Sophie hinein und wartete bis Kabir Platz genommen hatte. Einen Augenblick später fuhren die Triebwerke hoch und er schoss Richtung Souvagne davon. Stunden später klopfte es erneut an der Tür. Was die beiden Tuteurs wohl dachten, grinste sich Vaden ins Fäustchen, da er Sophie immer noch wie eine Lumpenpuppe hinter sich herschliff. Der Mann steckte den Kopf ins Gemach und kündigte sie an. Vaden schob ihn zur Seite und ging hinein. "Bruder?", fragte er ins Gemach, während Kabir ihm folgte, dabei aber aufpasste nicht auf Sophie zu latschen.

Oliver Vallis de Souvagne
»Komm rein, Bruder«, bat Oliver und wies auf einen freien Platz. Er saß noch immer mit Ziggi beim Gespräch. Neugierig schaute Oliver den Körper an, den Vaden hinter sich her schliff. Irgendwer hatte ganze Arbeit geleistet, das Gesicht war ein einziger blutiger Mansch und der Rest bewegte sich nicht mehr. Oliver prüfte magisch, ob Sophie überhaupt noch lebte.

Vaden
Vaden nickte dankbar und setzte sich dazu. Sophie zog er vor den Couchtisch. Sie lebte, so gerade noch. Ob das Vadens Werk oder dem Zufall geschuldet war, konnte man nicht sagen. Aber Vaden sah nicht so aus, als hätte er großes Interesse daran gehabt, jene Frau zu schützen oder zu schonen. Kabir betrat ebenfalls den Raum, verneigte sich knapp und musterte für Sekunden den anderen Sentir. Ziggi wollte etwas zur Begrüßung sagen, aber er fühlte sich nach dem Blick als wäre er vor eine mentale Mauer geprallt. Das fing schon gut an. Also beschränkte er sich darauf, den Neuzugang einfach übers anschauen einzuschätzen. Anfang Zwanzig und vom Kampf ziemlich gezeichnet. Nicht mal halb so alt wie er, Ziggi warf Oliver einen freundlichen Blick zu. Sophie lag dort wie zum Schlachten freigegeben. Was sich in ihren Gedanken verbarg war wichtig, aber sie wurde mitgeschliffen als spielte alles keine Rolle. Ziggi hätte gerne etwas dazu gesagt, aber er schwieg. Ihm stand es nicht zu Olivers Ordensbruder zu kritisieren. Wo Kritik endete, wusste er und scheinbar der Kollege auch.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver wartete, bis Vaden es sich bequem gemacht hatte. »Schön, dass du da bist, Vaden. Ziggi und ich haben uns gerade über die Aschgraue Sonne unterhalten. Ich brachte meine Ansicht zum Ausdruck, man müsse die genaue Funktionsweise entschlüsseln, um diese Apparatur für das Wohl von Souvagne nutzbar zu machen. Dafür benötigen wir Sophie. Wenn du Appetit hast, bedien dich.« Erst danach widmete er sich Kabir, sehr viel ernster. »Auch für Sie gilt natürlich, dass Sie sich bedienen können. Eine Rekonstruktion der Gedanken von Sophie ist also nur über Darius möglich, sagen Sie? Bis dieser hier ist, ist sie für uns nutzlos? In der Wartezeit könnten wir uns den beiden Gefangenen widmen.«

Vaden:
Vaden musterte Ziggi und schmunzelte ihn freundlich an. "Der Bruder meines verstorbenen Ehemannes, ich grüße Dich. Ich bin so frei und sage einfach Du. Tim hat stets nur gut von Dir gesprochen. Irgendwie hatte ich eine andere Vorstellung vor Dir, aber das Du nach 40 Jahren kein Kind mehr bist, hätte mir auch auffallen dürfen. In seinen Erzählungen warst Du es jedenfalls und so hatte ich bei Ziggi immer einen kleinen grauen Sentir vor Augen und keinen erwachsenen Mann meines Alters", sagte Vaden freundlich zur Begrüßung was Ziggi ebenso schmunzeln ließ. "Es freut mich ebenso Deine Bekanntschaft zu machen. Das er nur gut von mir erzählt hat, ist schön, aber entspricht wohl nicht ganz den Tatsachen. Aber darüber können wir ein anders Mal reden, wenn Du möchtest. Du ist völlig in Ordnung. Wir waren sie seine Hoheit schon sagt, bei dem Thema der aschgrauen Sonne und wie man sie möglicherweise mit Freiwilligen ans Laufen bekommt. Sprich so, dass dort niemand gefangen ist, oder wenn Du Selbstaufopferung", erklärte Ziggi, was Kabir nur ein abfälliges Schnauben entlockte.

Oliver Vallis de Souvagne
»Selbstaufopferung im Sinne einer Ehre, sein leibliches Wohl zu Opfern für unser geliebtes Land«, sprach Oliver. »Natürlich ist der Edelmut, der dafür notwendig ist, erst nach einer entsprechenden Ausbildung zu begreifen, weshalb die Sonne in die Hände unseres Ordens gehört. Eine andere Möglichkeit wäre, sie mit Kriminellen zu befüllen, die so die Möglichkeit hätten, ihre Akten zu bereinigen, ganz ähnlich einer Strafkompanie.« Er wies auf Sophie. »Nützt sie uns ohne Darius etwas, Kabir? Sonst gehen wir zunächst zur SouvSec.«

Kabir:
"Ihr wollt sie rekonstruieren. Wenn jemand weiß wie es geht, dann geht es auch ohne Darius. Ansonsten weiß es vermutlich Darius. Er war ein Leitwolf, er sollte das wissen. Wie steht es mit Eurem Gast? Möglicherweise weiß er es. Selbstaufopferung um in die Neurostation zu kommen? Wart Ihr schon mal da? Ich könnte Euch eine ähnliche Behandlung anbieten und Ihr sagt mir dann, wie hoch die Selbstaufopferung wäre", murrte Kabir, während Vaden ihn warnend und missbilligend anstarrte.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver hielt es für unter seiner Würde, darauf zu antworten und erhob sich. »Ziggi kann keine Rekonstruktion durchführen, aber im Gegensatz zu Ihnen erklärte er mir, dass diese Möglichkeit überhaupt besteht! Ganz ohne Nachfragen im Übrigen. Sind sie betrunken? Sie sehen so aus und riechen auch so. Ich frage mich gerade, was Sie uns hier überhaupt nützen sollen in diesem Zustand.«

Kabir:
"Vermutlich weil Sie mit ihm gesprochen haben? Mit mir haben Sie nicht gesprochen, wie soll ich Sie dann auf etwas aufmerksam machen? Und Vaden suchte Sophie, ob Sie sie ebenfalls gesucht haben weiß ich nicht. Nein nur angeschickert, weil ich etwas getrunken habe. Zudem geht es mir wieder besser. Sie haben doch gesagt ich soll herkommen, eben am Com noch. Ich kann wieder gehen, wenn es nicht passt, so ist das ja nicht. Mein Bedürfnis hier zu sein, hält sich echt in Grenzen bei den Infos", erklärte Kabir und hoffte er konnte einfach wieder verschwinden.

Oliver Vallis de Souvagne
»Nein, Sie bleiben hier. Sie waren innerhalb der Sonne und können Ihre eigenen Erfahrungen mit einfließen lassen.« Oliver erhob sich. »Auf zur SouvSec.« Er freute sich darauf, den Erinnerer Yann wieder zu treffen. Auch fand er, dass ihm ein eigener Leibwächter gut zu Gesicht stünde, damit er nicht immer auf Pierres Truppe zurückgreifen musste. Wobei er gerade Vaden an seiner Seite hatte, besser ging es nicht. »Und nehmt Sophie mit.« Während sie gingen, versuchte er, Darius zu kontaktieren.

Vaden:
Vaden hob Sophie hoch und warf sie sich über die Schulter. "Es ist nur eine Diskussion Kabir, es ist kein Anschluss an irgendwas. Versuch Dich zu beruhigen, damit tust Du Dir und uns einen Gefallen. Glaub mir, Oliver hat andere Hobbys als Dir das Leben zum Abgrund zu machen. Betrachtet an der Einwohnerzahl bist Du ein geringer Anteil der Bevölkerung oder? Zudem wenn Oliver Freizeit hat, muss er ein bestimmtes Gebäude vernichten, dass sich dem standhaft widersetzt. In der SouvSec werden wir vielleicht noch andere Möglichkeiten haben", warf Vaden ein und legte Oliver eine Hand auf die Schulter.

Ziggi:
"Ich könnte Dir übermitteln worum es ging und nebenbei, trink nicht. Du weißt was passieren könnte, solltest Du die Kontrolle verlieren. Mal angeschickert, geschenkt, aber überschreite die Grenze nicht. Und hör auf Dich so aufzuführen wie ein bockiges Kind, Du schießt uns damit allen ins Knie. Würdest Du nicht mauern, würde ich Dir die Infos übermitteln, die wir vorab besprochen haben!", sagte Ziggi besonnen.

Kabir:
Kab nickte knapp und folgte Oliver, Vaden und Ziggi. "Meine Erfahrungen kennen Sie bereits und mehr möchte ich nicht machen. Also wenn die Frage im Raum steht ob ich Freiwilliger bin, nein bin ich nicht. Unter keinen Umständen", antwortete Kabir höflich und wandte sich dann an Ziggi. "Einem Bruder vertrauen? Guter Witz", grinste er freudlos und ging weiter.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver fand es betrüblich zu sehen, wie die beiden Sentir einander beharkten. »Sehen Sie, das meinte ich. Darum gehört der Orden in die Hände eines Bluthexers. Genau genommen würde eigentlich alles in de Hände der Bluthexer gehören, damit alles in Ordnung kommt, was heute krankt. Vielleicht in Zukunft, falls mein Sohn es wird, der den Thron von Souvagne besteigt. Unserem Land würde man damit einen ebenso großen Gefallen erweisen wie ganz Asamura.« Er versuchte erneut, Darius zu erreichen, während sich dem Aeromobil näherten, mit dem Vaden angereist war. »Wir fahren«, bestimmte er, da er keine Lust hatte, die paar hundert Meter zu gehen.

Kabir:
"Zur Selbstgeißelung gehören wohl keine Fußmärsche was?", warf Kabir ein und grinste über beide Ohren. Während Ziggi den Drang unterdrückte sich die Hand vor die Stirn zu hämmern.

Vaden:
"Nein, aber Du kannst gerne vorne weg gehen, dann zeige ich Dir, wie die Geißelung in dem Fall funktionieren würde. Hat Zac Dir nicht was gesagt? Du hast doch wohl nicht am Klebstoff geschnüffelt oder von den Drogen genommen! Reiß Dich zusammen!", befahl Vaden und drückte Kabir Sophie in den verbliebenen Arm. "Hier, dann hast Du was zu tun", knurrte er.

Oliver Vallis de Souvagne
»Sie haben das Prinzip der Selbstgeißelung wie zu Erwarten nicht verstanden«, sprach Oli so weise wie substanzlos. Mit Kabir über dieses sensible Thema zu diskutieren, wären Perlen vor die Säue gewesen. Im Aeor stank es Sophie sei dank bestialisch. Die Fahrt dauerte vielleicht eine Minute, Einparken eingeschlossen. Der Weg war wirklich nicht weit, aber Oliver verabscheute es, sich mehr als nötig zu bewegen. Er betrachtete sich eher als Mann der geistigen Tugenden, von den Freuden der Zweisamkeit mit seinem Mann abgesehen. Wo der sich rumtrieb, war ihm schleierhaft, aber im Moment würde Pierre wohl auch nicht helfen können. Am Ende richtete er die beiden Verräter nur gleich wieder hin, bevor sie verhört werden konnten. Guter Dinge gab Oliver den Weg in die SouvSec vor.

Kabir:
Schwieg zu dem Thema. Was sollte er auch noch dazu sagen? Man konnte gut über andere urteilen, wenn man die gleichen Probleme nicht durchlitten hatte. Ebenso gut konnte man sagen, man sollte den Schmerz willkommen heißen. Er fragte sich, inwieweit Oliver den Schmerz hätte willkommen heißen können, wenn man ihn zeitgleich dabei wie ein Stück Fleisch oder Abfall behandelte. Und das, obwohl sie abgeblich für diesen Orden so wichtig waren. Er hatte ihnen allen erzählt, woran er sich erinnern konnte, aber entweder hatten sie genauso zugehört wie die Ärzte oder sie hatten das gleiche Interesse - Null. Eine der wichtigsten Zahlen. Null und eins, mehr gab es nicht. Das war ein Fakt, die Sonne hatte nie gelogen. Es gab nur Einsen die alles hatten und der Rest waren Nullen, die nichts wert waren. Kabir hätte die Minuten gezählt, bis er wieder Zuhause war, aber er hasste Zahlen und zählen und alles was mit ihnen zu tun hatte. So sehr er diesen Ziggi auch hasste, allein für seine pure Existenz - er hatte Recht. Alles was er mit seiner Zickerei erreichen würde, wäre zu seinem eigenen Nachteil. Im Grunde hätte er gar nicht anreisen müssen. Er gehörte laut Information des Duc Lana. Also war er kein Souvagner mehr, sondern was auch immer. Aber er war hier und zwar freiwillig. Also hatte er sich auch so zu verhalten. Je mehr er sich sträubte, je länger dauerte es und je unbeliebter machte er sich. Er hätte auch gerne Vaden in den Hintern getreten, aber der Mann meinte es vermutlich nur gut. Wie Lana sagte, er hatte sie und das Baby gerettet und sogar ihn. Allein dafür sollte er seinen Mund halten. Und je mehr er Oliver verärgerte, je wahrscheinlicher war es, das Lana das Ganze ausbaden musste. Er beschloss sich aus der Sache rauszuhalten und seinen Groll abzulegen.

Vaden:
"Niemand der nicht aus dem Orden ist oder ihm anderweitig anhängt, versteht die Selbstgeißelung Oliver, dass ist völlig richtig. Die Orden liegen alle in Deiner Hand, auch der Orden der Bluthexer. Es steht Dir offen, allen ein Miteinander beizubringen. Etwas das nicht nur dem Orden der Sentir gut tun würde. Ihm allerdings besonders. Tim hatte deshalb eine besondere Verbindung zu uns, da er unseren Zusammenhalt und den Umgang untereinander liebte. Ich bin gespannt ob uns Dein redseeliger Freund wieder empfängt. Und da ist er auch schon", schmunzelte Vaden, während Yann auf sie zuschritt.

Yann:
Der Erinnerer blieb vor Oliver und seiner Gruppe stehen und verneigte sich tief. "Es freut mich, dass Ihr uns erneut mit Eurer Anwesenheit beehrt. Wie können wir Euch helfen Hoheit?", fragte Yann hilfsbereit und lächelte ihn an.

Oliver Vallis de Souvagne
»Guten Tag, Yann.« Dem Erinnerer wurde die unermessliche Ehre zuteil, dass Oliver ihm ein schmales Lächeln schenkte, obgleich er kein Bluthexer war. Oliver möchte den nervösen Kerl, schon allein darum, weil er ausgesprochen höflich war, gut zuarbeitete und ein Mann des Verstandes war - vielleicht mehr, als für ihn selbst angenehm war, aber darum ging es nicht. Niemand hatte ein Recht auf ein Leben ohne Leid. Warum auch? Ohne Leid keine Notwendigkeit zum Wachstum. »Wir möchten Dylan Trebaux und Ilyes Emebusse besuchen.«

Yann:
"Sehr gerne. Dylan Trebaux, 48 Jahre, geboren in Bruchot, Genetiker, der 3. Sohn seiner Eltern, Vater Ethan Trebaux ist Arzt im örtlichen Krankenhaus in Bruchot, Mutter Clara Trebaux geborene Goneuve ist dort Krankenschwester. Ilyes Emebusse, 53 Jahre, geboren in Udinese, Genetiker, der einzige Sohn seiner Eltern, Vater Esteban Emebusse ist Moderator im örtlichen Courant-Radio in Udinese, Mutter Colette Emebusse geborene Collieu ist Hausfrau. Laut den Unterlagen ist sie leicht schwermütig und hütet deshalb wohl ehr das Haus. Beide wurden mit den anderen Genetikern und Fachärzten des Orden der Sentir verhaftet. Sie sitzen im Hochsicherheitstrakt der SouvSec ein, zu der Ihr natürlich Zugang habt Eure Hoheit. Beide Personen schwiegen sich bis jetzt zu ihren Anschuldigungen aus. Die Anschuldigung unterbreitete kein Geringerer als Euer Ehemann, seine Majestät der Duc. Die Anklage lautet Hochverrat. Das mögliche Urteil lautet Block. Wobei ich mir sicher bin, dass ein Block nicht herbeigeschafft wird, sondern dass man auf eine effektivere Tötungsvariante zurückgreifen wird. Vielleicht eine unblutige? Oder eine sehr blutige, wenn man den Abschreckungsmoment ausnutzen möchte. Euer Mann wird eine weise Entscheidung treffen. Leider ist Vasudurio Santurini aka Vas doch verstorben. Habt Ihr davon gehört? Euer Ehemann wird darüber bestimmt betrübt sein, wo er ihn verschonte und dann verstarb er doch wie zum Trotz", erklärte Yann während er sie durch die Gänge und Flure der SouvSec führte. Ziggi und Kabir blinzelten fast synchron, bei dem was Yann von sich gab. Vaden unterdrückte ein Grinsen.

Oliver Vallis de Souvagne
»Mein Mann macht keine Fehler«, sagte Oliver nur. »Auf die beiden Genetiker bin ich gespannt. Also sind nicht nur sie verhaftet worden, sondern der ganze Ärztestab - aber sämtliche Wigbergs wurden eliminiert.« Oliver stöhnte gedanklich. Hoffentlich lieferten die beiden brauchbare Informationen. »Welchen Sender moderiert der Vater von Embusse?«

Yann:
Man sah dem Erinnerer an, dass er sich sehr freute, dass Oliver nachfragte. "Oh er moderiert den Sender Chanson Embusse, der Sender hat sich genau auf jene Musik spezialisiert. Zwischendurch wird das Programm für kleine Durchsagen wie Nachrichten oder Einspieler unterbrochen. Manche Chansons werden im Nachhinein bewertet oder es werden auch Veranstaltungen rund um das Thema vorgestellt. Es wurden nicht alle Wigbergs getötet Eure Hoheit, ein Wigberg fehlte, als man die Einwohnerliste durchging. Folglich hat diese Person überlebt. Und rechnen wir die Wigbergs aus Naridien dazu, so haben auch diese überlebt Hoheit. Sie haben ganz gewiss ihrem Verwandten Unterschlupf gewährt. Wie wir aber von einem weitläufigen, sehr vertrauensvollen Verwandten hörten, ist wohl auch einer der Hohenfeldes verschwunden. Möglicherweise hat das Verschwinden des Wigbergs damit zu tun, oder beides geschah zeitgleich. Was der Informant aber nicht glaubt. Er hat mit dem Sohn des verschollenen Hohenfelde gesprochen. Zudem wäre ihm aufgefallen, dass der Hund des Hohenfelde, genauer gesagt Hilarius Wilbur von Hohenfelde, 45 Jahre, geboren in Hohenfelde also ebenda, verschwunden wäre. Und dies wäre ein Indiz dafür, dass der Mann längerfristig fort wäre. Der Kontakt sagte, Hilarius Wilbur von Hohenfelde würde ehr seinen Sohn als seinen Hund zurücklassen. Zudem hätte die Observation ergeben, dass auch der Sohn sich auffällig verhielt. Nicht so, als wüsste er nicht wo der Vater wäre. Er schien völlig sorglos zu sein. Der Kontakt geht nicht davon aus, das Korbinian von Hohenfelde, 18 Jahre alt, geboren in Hohenfelde - ebenda, seinen Vater ermordet hat und deshalb so tiefenentspannt ist. Er geht davon aus, dass der Junge informiert ist und hat ihm mehrfach auf den Zahn gefühlt. Das heißt, er hat versucht herauszufinden, was dieser weiß. Magie hat er noch nicht angewandt, wird aber der nächste Schritt sein, wie er versicherte. Auch das V-Aero von Hilarius Wilbur von Hohenfelde ist verschwunden. Laut Angaben der Registrierungseinheit des Dome hat es am Sonntag den 18.08.1078 um 05:36 Uhr den Dom verlassen. Es befindet sich also im Ausland, hinter der Mauer Eure Hoheit. Agenten in Naridien wurden darauf angesetzt, die Wigbergs dort zu finden, ebenso die Hohenfeldes. Shohiro war das erste Ziel, aber dort ist das Aero nicht aufgetaucht. Bis jetzt hat man es nicht im Umkreis der Hauptwohnsitze der Wigbergs, Eibenbergs oder Hohenfeldes gesichtet. An einen Zufall glaubt der Kontakt trotzdem nicht. Eine magische Kontaktaufnahme durch ihn wurde von Hilarius Wilbur von Hohenfelde vereitelt. Der Kontakt kann leider nicht sagen, ob sich der Mann mitschuldig gemacht hat, oder nur wieder einigen speziellen Geschäften nachgeht. Oder gar dem persönlichen sehr suspekten körperlichen Vergnügen. Was in diesem Falle wohl auch möglich wäre. Ich habe mich gefragt, wozu man dazu einen Hund mitnimmt. Aber das sind nur meine Fragen und ich hatte reichlich. So da wären wir. Hochsicherheitszellentrakt", sagte Yann und deutete wie ein Showmaster auf die gesicherte Panzertür. Sie wurden gescannt und die schweren Türen gewährten ihnen Einlass. Einige Tuteurs traten ihnen entgegen verneigten sich und führten sie zu den beiden Genetikern. "Die anderen können momentan noch nicht sprechen", sagte einer der Hünen, der fast so breit war, wie ihre ganze Gruppe.

Oliver Vallis de Souvagne
In der Flut der Informationen versuchte Oliver, den Überblick zu behalten. »Ein Wigberg fehlt und ein Hohenfelde ist urplötzlich verschwunden? Das muss nichts heißen bei diesen Familien, kann aber«, murrte er. »Na, ich will nicht vorschnell urteilen, wenn dieser Hohenfelde gern fragwürdigen Vergnügungen nachgeht. Er könnte genau so gut in Obenza sein. Warum können die anderen Genetiker noch nicht sprechen, was soll das heißen?« Er begrüßte die Tuteurs mit einem kurzen Nicken und hoffte, dass kein Alfie darunter war. Dann schaute er neugierig ins Innere des Zellentrakts, so weit das von außen einsehbar war. »Aufschließen.«

Tuteur:
Der gewaltige Kerl entsicherte die Zelle per Handscan und deutete hinein. "Da wir sie befragt haben. Es wurde uns aufgetragen sie zum Sprechen zu bringen. Aber sie weigerten sich standhaft und so haben wir andere Register gezogen. Deshalb erholen sie sich gerade. Die Himmelsaugen haben sich für morgen Nachmittag angekündigt um die Burschen auszulesen", sagte der Mann und schaute Oliver auf den Hintern, als dieser vorbeiging.

Yann:
"Oh ja, das ist wahr! Die Himmelsaugen haben sich für morgen, den 03.09.1078, um 15:00 Uhr angekündigt. Eine sehr glatte Zeit finde ich, aber so etwas freut mich. Magistral Jean de Sochette gefallen am 07.08.1078, liegt immer noch schwer auf ihren Gemütern. Man kann es verstehen, es war ihr geliebtes Oberhaupt. Morgen wird Chevalier Quentin Delasneau die Befragung der Zugeschwollenen vornehmen. Ich bin aufs Äußerste gespannt! Aber widmen wir uns nun den beiden Delinkenten, die noch Zähne haben", sagte Yann freundlich und schenkte allen ein Lächeln.

Oliver Vallis de Souvagne
Als Oliver den neugierigen Blick des Tuteurs bemerkte, flüchtete er schnell in die Zelle. Zwei Genetiker erschienen ihm harmloser als ein Tuteur in Spielstimmung. Er schaute, wen er vor sich hatte und fragte sich, ob den anderen tatsächlich sämtliche Zähne herausgeprügelt worden warne.

Yann:
Yann gesellte sich dazu und deutete auf den Mann. "Dylan Trebaux, 48 Jahre, geboren in Bruchot, Genetiker, der 3. Sohn seiner Eltern, Vater Ethan Trebaux ist Arzt im örtlichen Krankenhaus in Bruchot, Mutter Clara Trebaux geborene Goneuve ist dort Krankenschwester. Wie bereits erwähnt. Eure Hoheit was halten Sie von Stimulie?", fragte der Erinnerer, was den Tuteur vor der Tür grinsen ließ. "Ich meine wir könnten Ihnen - sprich den Delinquenten ein Wahrheitsserum verabreichen. Oder ihre beiden werten Sentir könnten sie einfach auslesen. Das wäre doch machbar, wenn die Herren sich dazu bereit erklären würden, nicht wahr? Sie sollten uns direkt an ihrem Wissen teilhaben lassen? Wer ist die tote Frau?", fragte Yann.
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Urheber: Baptiste Lafontaine from Bordeaux, France, Quelle: Hitman @ Paris Games Week 2012,
Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hitman_Paris_Games_Week_2012.jpg?uselang=de

Kabir
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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#2

Beitrag von Kabir » Mi 4. Sep 2019, 00:01

Die Genetiker


»Diese Frau«, sprach Oliver gewichtig, »ist Sophie, Mörderin des Timion Harruck. Sie ist nicht tot, zumindest war sie es vor wenigen Minuten noch nicht. Wir vermuten, dass sie eine Schlüsselrolle in dem Fall spielte, aber ihr Gedächtnis wurde offensichtlich gelöscht. Gestern versuchte ich, Darius zu erreichen, mehrfach, aber es war mir nicht möglich.« Er wandte sich an Kabir. »Machen Sie sich nützlich. Während wir hier reden, beordern sie Darius hierher! Und Sie, mein lieber Yann« - er meinte die Anrede ernst - »verabreichen unseren beiden Genetikern bitte je eine Dosis Navu Lea. Von welcher Stimulie sprechen sie denn? Dem Herrn vor der Tür scheint sie zu gefallen.«

Yann:
"Ich sprach ebenso von einer Wahrheitsdroge, was Jerome mit seinem Lächeln meinte, weiß ich nicht. Das müssten wir ihn selbst fragen. Aber normalerweise gehen sie ohne Drogen vor, damit sich die Person selbst entscheiden kann die Wahrheit zu sprechen. Diese Ärzte hingegen sind verstockt oder sollte ich sagen zugeknöpft? Vermutlich haben sie Angst, dass sie bei Verrat von ganz anderer Stelle ermordet werden. Nun man ist doch nirgendwo so sicher wie in einer Hochsicherheitszelle oder Hoheit? Ich werde Ihnen umgehend etwas Zungenlockerer besorgen", sagte Yann und verschwand wieder hinaus auf den Flur. Vaden, Ziggi und Kab schauten ihm nach.

Kabir:
Kab zückte sein Com und versuchte Darius zu erreichen. Da das keinen Erfolg hatte, stecke er es wieder ein und versuchte es auf "natürlichem Weg". Er konzentrierte sich auf seinen alten Leitwolf und rief ihn. `Darius, Prince Oliver möchte Dich sprechen - Du gehst zum Glück nicht ans Com. Bist Du da?´, fragte er mental. Tot war Darius jedenfalls nicht, denn er spürte dessen Gegenwart. `Ich bin da, aber mein Com existiert nicht mehr, das Scheißding ist mir ins Klo gefallen. Kann nur mir passieren. Was möchte er genau Kab?´, fragte Darius Retour. `Er...´, setzte Kabir an und schwieg. `Sieh zu dass Du so weit wie möglich wegkommst. Frag nicht wieso ich Dich warne, zisch einfach ab. Sie wollen die Sonne wieder in Betrieb nehmen und dazu benötigen sie Endstufler. Du bist einer Darius und ich Trottel bin leider hier. Also rette Deinen Arsch. Zeig Dich erkenntlich indem Du Obenza weiträumig meidest´, übermittelte Kabir. `Sie wollen was? Weshalb? Sie schalten dieses Gerät ab um es selbst zu nutzen?´, hakte Darius nach. `Genau so ist es und ich bin vermutlich das erste Opfer. Naja die Neugier war der Katze tot, ich bin die Katze. Gleich was ich sage, es ist bedeutungslos und dieser Vollpfosten Ziggi ist noch der Meinung vom Folterprincen´, übermittelte Kab Retour. `Ziggi? Das ist doch einer von uns! Nun sie heben also die Waffe auf, die Francis fallen ließ...´, antwortete Darius verstimmt. `Es gibt kein uns Darius, jeder sieht zu wo er bleibt. Und Ziggi ist genauso ein Verräterschwein wie jeder andere. Sieh es als Dankeschön für die Zeit nach der Kugel´, gab Kab zurück. `Ich könnte mit Oliver reden´, bot Darius an. `Du könntest auch anders Deine Zeit verschwenden, mit Flucht zum Beispiel. Sie werden Dich eh finden, früher oder später... später wäre allerdings günstiger´, warf Kab ein und wandte sich dann an Oliver. "Keine Ahnung, er geht nicht ran".

Oliver Vallis de Souvagne
»Dann versuchen Sie es mit Ihrer Gabe, beim Abgrund! Warum habe ich nicht Ziggi darum gebeten?« Er ärgerte sich über sich selbst. Er vertrieb sich die Wartezeit auf Darius und Yann damit, sich die demolierten Genetiker anzusehen.

Kabir:
"Ist mir auch unerklärlich Hoheit, eine sehr gute Idee. Ziggi kann sich auch mal nütlich machen", antwortete Kabir und schenkte dem Kollegen ein Grinsen. `Nimm Kontakt auf und ich leg Dich um´, übermittelte Kabir Ziggi.

Ziggi:
`Was beim Abgrund soll das? Es geht darum Sophie auszulesen und den Fall aufzuklären! Wir wissen weder was sie vorhatten, noch wer sie sind. Und wir wissen nicht, was es mit der Sonne auf sich hat. Dazu benötigen wir Darius! Und droh mir nicht´, antwortete Ziggi kalt. `Deine Bewerbung als erster Hirnspender ist mir bekannt Du hohle Fritte... ich habe darauf keine Lust! Nicht erneut, ein falsches Wort und die kratzen Dich hier von der Wand!´, drohte Kabir. Ziggi zog die Augen schmal, wobei er mit seinem verbliebenen Kabir anstarrte, Kab starrte ohne zu blinzeln zurück. "Ich erreiche ihn nicht Hoheit", presste Ziggi hervor.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schnaufte resigniert. Wie es aussah, hatte Darius die Gelegenheit genutzt, sich aus dem Staub zu machen. Dieses Verhalten war typisch für Ungläubige. »Welchen anderen Endstufler gibt es noch?«, fragte Oliver. »Es wird ja wohl nicht nur sie beide gegeben haben.« Er löste sich von seinen Betrachtungen und durchwühlte das Archiv von MAX.

Yann:
Die Tür ging auf und Yann schwebte herein, so wie er immer lief, leichtfüßig wie ein Tänzer. In der Hand hielt er einen winzigen Koffer. "Nevu Lea - Navu Lea oder auch Zungenlockerer ist eine Droge die auf kristalliner Basis beruht und bei dem Goblins des Kaisho Abkommens zu Militärzwecken Anwendung findet. Sie ist keine Konsumdroge, sondern ein Wahrheitsserum, um Personen zum Reden zu bringen, weshalb sie vor allem bei Kriegsverbrechern, Spionen und Landesfeindes zum Einsatz kommt. Der Zungenlockerer hat ein relativ geringes Gesundheitsrisiko. Kaum jemand ist je daran verstorben, es waren um genau zu sein bis jetzt 3 Personen und zwar Nina Raustache, Ciprianus von Aycherecken, Ruggiero Minaletti. 5 ml sollten fürs erste reichen. 5 ml auf 80 kg Körpermasse", sagte Yann, legte den Koffer ab und zog eine Spritze auf und reichte sie Oliver. "Bitteschön".

Kabir:
"Natürlich gab es mehr Endstufler als mich, es gab meines Wissens nach 5 aktive Endstufler mit mir. Ergo Darius un, Aurora un, Nicolo deux, Hardi deux, Apogati trois, mich trois und natürlich die Zwölf in der Sonne. Aber die waren keine aktiven Agenten, auch wenn sie aktiver waren als ihnen lieb war. MAX bestätigte wenige Sekunden später die Aussage von Kabir und ergänzte, dass Aurora, Nicolo, Hardi und Apogati tot waren.

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Dylan Trebaux

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Ilyes Emebusse

Oliver Vallis de Souvagne
"Danke, Yann, wie immer saubere Arbeit ohne Genörgel und ohne fadenscheinige Ausreden. Da die anderen Endstufler leider nicht mehr sind, müssen wir wohl auf eine Rekonstruktion verzichten. Ein Jammer, dass in Notzeiten die guten Männer sterben und nur der ersetzlichere Anteil überlebt. Ich stimme meinen Brüdern zu, die sich oft genug über Ainuwars Scherze ärgern, der uns die Arbeit zur Korrektur seines stümperhaften Machwerks namens Schöpfung überlässt." Oliver nahm die Spritze zur Hand. Er bemerkte das anhaltende Blickduell zwischen den beiden Sentir. »Legen Sie Ihre Aversion für später beiseite, nun ist der Moment der Wahrheit gekommen«, rief er dramatisch und hielt die Spritze wie einen geheiligten Ritualgegenstand. Vergnügt schaute er zwischen den beiden Genetikern hin und her. Einem inneren Impuls heraus folgend, war Dylan der Erste, der vom Duc-Gemahl die Spritze mit dem Zungenlockerer verabreicht bekam.

Ziggi:
Entriss Yann die zweite Spritze, hämmerte sie Kabir in den verbliebenen Arm und drückte ihm den Zungenlockerer in den Körper. Eine Sekunde später machte er einige Schritte zurück und zog seinen Schutzschild hoch. Oliver hatte ihn zwar ermahnt, aber er wusste wie seine Chancen standen, falls Kabir jetzt durchdrehte.

Yann:
"Gerne", flötete dieser gerade noch, als man ihm die zweite Spritze entriss und Ziggi diese seinem Kollegen in den Körper jagte. Yann wich zu Vaden zurück, als er Kabirs Blick folgte. Der Sentir starrte wie vom Donner gerührt auf die Spritze und starrte dann Ziggi an. Yann war klug genug zu wissen, dass ein Sentir nicht die Augen zu schmalen Schlitzen zusammenzog, wenn er angreifen wollte. Er starrte und das tat Kabir. Vaden schlang Kabir einen Arm um den Hals, die andere Hand legte er ihm über die Augen. Ob das was half wusste er nicht, aber die meisten beruhigten sich dabei. "Ruhig jetzt, ganz ruhig, wenn Du hier wen angreifst bist Du der nächste tote Endstufler", flüsterte Vaden beruhigend. Er erinnerte sich ganz genau daran, was im Club geschehen war. Es nützte nichts Kabir zu drohen, bevor die Tuteurs schossen, waren sie ein Tapetenmuster. Kab nickte ganz langsam und Vaden spürte, dass er seine angespannte Haltung aufgab. Soweit so gut. Vaden musterte Oliver, der dem Genetiker ebenfalls seine Dosis verpasst hatte. Die Wahrheit schien hier auf alle eine bedrohliche Wirkung zu haben. Nun auf ihn auch, wenn er an Timi dachte der Zuhause vor sich hin heilte. Vaden zog Kab die Spritze aus dem Arm.

Dylan:
Während dessen fing Dylan an wie ein Affe zu schwitzen und starrte Oliver entgeisterst an. "Wunderbar, fragt Eure Fragen und dann legt uns um. Sie werden eh kommen und uns holen", zischte der Arzt.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver stand noch immer da, die leere Spritze in der Hand und guckte etwas doof aus der roten Wäsche. Das alles war für seinen Geschmack viel zu schnell gegangen. Wobei er Ziggis Schachzug clever fand, auch wenn er sie fast alle damit umgebracht hätte. Während Vaden sich um den aufgebrachten Kabir kümmerte, widmete Oliver sich dem auserkorenen Genetiker. »Wie ist Ihr wahrer Name und was war Ihre Aufgabe? Und wer sind 'sie' und warum wollen 'sie' Sie holen?«, verlangte er zu wissen.

Dylan:
Dylan Trebaux, ich hasse Sie dafür. Sie sollen im Abgrund schmoren! Sie? Francis naridische Leute. Wir hatten alle Freiheiten, solange wir dem System treu waren und das waren wir. Haben Sie eine Vorstellung davon, was wir alles erforscht haben? So manches Neuralimplantat gäbe es ohne unsere Arbeit gar nicht. Aber sobald seine Leute mitbekommen, wer hier gesungen hat, wird man uns aufknüpfen. Es gibt keinen Ort, an dem wir uns verstecken könnten. Er hat mit ganz anderen Mächten paktiert, jene für die Raum und Zeit keine Bedeutung spielt. Meine Aufgabe war es, die Sentir innerhalb der Sonne zu überwachen, also ihren Gesundheitszustand. Ferner war ich dafür mitverantwortlich, sie anpassungstechnisch zu operieren, wenn sie einer der Sonnenstrahlen wurden. Meine Aufgabe war dahingehend die Neuralschnittstelle und die Rückenmarkschnittstellen, für die Grundversorgung und die damit gelegten Zugänge, dafür waren andere Ärzte zuständig. Allerdings wurde alles in einer OP realisiert, da sie danach auf ihren Stühlen heilten. Dort herrschte eine rundum Versorgung und Überwachung", erklärte Dylan.

Oliver Vallis de Souvagne
»Der Abgrund würde mich freiwillig wieder ausspucken. Sie sind also Neurochirurg. Interessant. Sie, also die naridischen Wigbergs. Wussten Sie, dass sich hinter dem freundlichen Francis der naridische Lich Osmund von Wigberg verbarg?«

Dylan:
"Ja das wusste ich, aber das spielte keine Rolle. Denn es ging nicht um Magie, im Gegenteil, es ging darum eine Waffe zu schaffen der keine Magie gewachsen war und das haben wir", sagte der Arzt stolz.

Oliver Vallis de Souvagne
»Und welche Waffe wäre das?«, hakte Oliver nach.

Dylan:
"Die aschgraue Sonne, sie ist eine Gamma-Gedanken-Bombe, wenn man alle Zwölf Sentir entsprechend instruiert und ihnen ein Ziel gibt. Dann wird ihre psionische Macht, Dank der Maschine gebündelt und sie richtet den Gedankenendschlag auf eine einzelne Person oder eine ganze Gruppe aus. Es gibt keine Abwehr, kein Entkommen, kein Ort der weit genug entfernt weg wäre auf dieser Welt", sagte der Arzt mit Genugtuung in der Stimme. Der Rest der Gruppe musterte den Arzt, als wäre er von einer anderen Welt, einschließlich der Tuteurs.

Oliver Vallis de Souvagne
»Gut, dass die Sentir momentan nicht in ihren Kugeln liegen«, sprach Oliver gelassen. Er war zutiefst schockiert, aber momentan war die Waffe nicht scharf. »Wer war das Ziel dieser Waffe und wie hätte sich ein Angriff ausgewirkt? Und warum beim Abgrund freuen Sie sich über ein Instrument der Massenvernichtung?«

Dylan:
"Weil wir es geschaffen haben, vor Eurer Nase und Ihr habt es sogar noch finanziert. Meine Erklärung klingt so schlicht, aber habt Ihr eine Vorstellung davon, was nötig ist um die Gedanken nur eines einzelnen Sentir in bestimmte Bahnen zu lenken? Habt Ihr eine Vorstellung davon, welche Rechenleistung erforderlich ist um dem nachzukommen? Und habt Ihr eine Vorstellung davon, wie präzise unsere Operationen sein mussten um nicht das zu zerstören, was für uns und unsere Sonne am wichtigsten war, ihre Gehirne? Die Sonne kann problemlos die Gedanken einer normalen Person auslesen. Technische Telepathie und das ist möglich, da wir die Sentir studiert haben. Ihre Hirnfunktionen, natürlich nicht an Endstuflern. Aber die Sonne kann als reiner Rechner niemals die Ausgangsleistung eines Sentir erreichen, nicht mal eines Neuner. Also haben wir das getan, was jeder logische Schöpfer tun würde, wir kombinierten beide. Natur und Technik in Symbiose. Und schon dienten die Hirne der Sentir der Fähigkeit der Sonne. Sie agierten im Bund. Die Sonne gab ihnen das, was sie nicht konnten, nämlich den Verbund. Sie können ihre Kraft nicht vereinen und so verfielfachen. Die Sonne gab ihnen die Möglichkeit. Die Sonne hingegen kann nicht solche Gamma-Wellen erzeugen, sie kann sie lesen, aber erneugen auf Millionenfacher Leistung ist schier unmöglich. Das leisten die 12 Psioniker. Mit der Sonne kann man je nach Nutzung entweder Daten in unglaubliche Ferne auf nicht magischem Weg übermitteln, oder man kann einen Endschlag auslösen. Man kann eine Person an jedem beliebigen Ort dieser Welt töten. Seine Gedanken werden zerfetzt, sie verbrennen im Grunde, da das was ihm in sein Hirn geschickt wird von diesem gar nicht verarbeitet werden kann. Es knallt durch. Man stirbt binnen Sekundenbruchteil. Falls man das Ziel nur schädigen will, wird es unwiderruflich wahnsinnig, es gibt keine Heilung. Das wäre die geistige Variante. Man kann die Sentir aber auch körperlich angreifen lassen. Dann würde die gleiche Person am anderen Ende der Welt zerquetscht, zerrissen, eben alles was mit Telepathie möglich ist. Das Ziel waren die Himmelsaugen und die Bluthexer", antwortete Dylan.

Oliver Vallis de Souvagne
»So«, fauchte Oliver giftig und klang dabei wie eine Kobra. Ganz ähnlich stand er auch vor den beiden Genetikern aufgebaut. »Waren wir das also. Warum, Dylan? Ich will wissen, warum Sie uns so hassen! Und warum Ihre heißgeliebte Sonne nicht aktiv wurde.« Er grinste böse. »War sie kaputt?«

Dylan:
Dylan grinste Oliver breit an. "Wer sagt, dass sie nicht aktiv wurde? Wie kommt Ihr auf so einen Unfug? Sie war über 40 Jahre aktiv - 40 Jahre effektiver Probelauf. Wenn eine Rache über 800 Jahre geplant wird, dann hat man auch noch einige Jahre Zeit. Wir haben gewartet, wir wollten nicht, dass auch nur einer von Euch entkommt. Es wäre ein ultimativer Endschlag gewesen. Tag X, am Lichtfest im Jahr 1080 wären bei Euch allen die Lichter ausgegangen. Jedes Himmelsauge, jeder Bluthexer wäre in der gleichen Sekunde tot zusammengebrochen. Das war das Ziel, Euer Termin mit uns stand schon fest, 01.01.1080. Hassen? Wir haben Euch nicht gehasst, wir haben unsere Arbeit geliebt. Aber Osmund hat Euch bis auf die letzte Körperfaser gehasst und verachtet. Ihr habt seine Familie oft und lange genug geschadet und er hätte Euch mit einem einzigen Knopfdruck in den Abgrund gepustet. Ohne Wiederkehr, kein Oberhaupt, dass nur einen von Euch oder sich selbst hätte retten können. All Eure Macht, all Euer Können, all Euer selbstsüchtiges Gehabe, was wäre es wert? Zwölf Hirne in der Hand eines Mannes und Ihr hättet nicht den Hauch einer Chance gehabt. Er dort, Kabir, er war einer der Sonne vor 15 Jahren. Er wird sich nicht erinnern, aber er war Teil von etwas Höherem, etwas gewaltig Mächtigem. Übrigens Beeinflussung funktioniert auch auf diese Ferne. Nun auf den Geschmack gekommen was? Eure Weltherrschaft kann beginnen, schließt sie wieder an und unterwerft der Welt Euren Doktrin Bluthexer. Aber vergesst nie, dass wir es waren, der Euch die Welt mit unserer Erfindung zu Füßen legte und schenkte", sagte Dylan.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wissen Sie was? Sie haben Recht. Die Sonne ist zu machtvoll, um sie einfach zu Altmetall zu verarbeiten. Wir werden sie modifizieren und uns selbst nutzbar machen. Sie werden dabei helfen, indem Sie jede verwertbare Information ausplaudern. Unser Erinnerer Yann vergisst nichts. Wenn Sie nur für Ihre Arbeit lebten, ein Söldner der Wissenschaft, der keinen Herrn, keine Loyalität erkennt, dann können Sie auch für uns arbeiten. In Ketten. Eine weitere Frage. Wer und was war Sophie?«

Dylan:
"Sophie? Sie war ein Handlanger, wenn jemand einen Richtungsweis benötigte. Es kam vor, dass manche aktiven Agenten von der Spur abwichen. Einige die untragbar wurden, weil sie eigenen nicht duldbaren Gedanken nachgingen, andere weil sie sich verzettelten, andere weil sie nicht weiter wussten. Also schickten wir Hinweise in Form von angepassten Personen. Das heißt sie behielten nur das Wissen, das nötig war. Und wir fügten das Wissen hinzu, dass wir für wichtig erachteten. Man kann schlecht eine Person schicken um einen Sentir in die richtige Richtung zu lenken, die sich erinnert genau jenen Befehl erhalten zu haben. Der Sentir würde es lesen. Also wurden die Personen vollständig gelöscht und das Persönlichkeitsprofil eingespielt, was wir für passend hielten, mit passender Info. Sie erzählen was wir ihnen zu erzählen geben. Es gibt keine Sophie. Gestern Sophie, vorgestern Louise, vorvorgestern Marie und so weiter. Sie ist nichts weiter als ein Gefäß für eine Vita und eine Aufgabe. Und kehrt sie zurück wird auch das wieder gelöscht. Sie ist nur ein organischer Notizzettel, der seine Aufgabe selbst erfüllt. Sicher würde ich Ihnen helfen die Sonne wieder anzuschließen. Dafür müssen Sie mir nicht einmal drohen. Die Sonne ist meine Aufgabe. Ob ich Sie für Osmund töte, oder die Wigbergs für Sie, ist mir persönlich gleich. Ich diene der Sonne", sagte Dylan freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ein Handlanger, der einen unserer Agenten tötete«, polterte Oliver und trat nach der schwerverletzten Frau. »Sie weiß also nichts, kann nichts und ist vollkommen unnütz?«, hakte er nach. »Achthundert Jahre Rache, Osmund war sehr geduldig, das muss man ihm lassen. Geduldig und gründlich, aber nicht gründlich genug. Gibt es Zweigstellen der Sonne, Filialen, wie auch immer man es nennen will, weitere Labore oder Hauptquartiere?«

Dylan:
"Nein es gibt keine zweite Sonne, aber es gab Zulieferer aus dem Ausland für unsere Medikamente. Wir benötigen dafür einige organische Grundstoffe wie Zirbeldrüsen. Die Labore stehen in Obenza und dafür werden Sie auch im Abgrund schmoren", erklärte Dylan wütend.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wo in Obenza«, fragte Oliver ungerührt.

Dylan:
"Ebene 39 in den dortigen Zulieferer Laboren, dort kann man alles ordern, alles was man benötigt. Entweder wird es in Schalen gezüchtet, oder in Tanks. Vom einzelnen Organ, bis hin zum kompletten Organismus den man alles entnehmen kann. Dafür werden Sie verrotten", knurrte der Arzt.

Kabir:
"Und die Waffe wollt Ihr wieder benutzen? Gleich was das für andere heißt? Wozu dann die Suche nach den Laboren? Fragt doch einfach nach der Com-Nummer für die nächsten Bestellungen. Möglicherweise gibt es Mengenrabatt", warf Kabir angewidert ein.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich möchte die Funktionsweise ergründen, ist das so schwer zu verstehen? Ziggi erklärte mir, Sie alle seien hochintelligent, aber vermutlich sind Sie die unrühmliche Ausnahme. Die Com-Nummer und den Namen des Labors hätte ich gern, Dylan, ebenso den Namen des zuständigen Ansprechpartners.«

Kabir:
"Ja das bin ich, sollte nicht verwundern, wenn mir zig Leute im Hirn herumgeschnippelt haben, seit meiner Geburt. Dank Eurer tatkräftigen finanziellen Unterstützung wie man gerade erfahren hat. Möchtet Ihr wissen wie sich sowas anfühlt?", bot Kabir gehässig an und Ziggi schüttelte den Kopf. "Hör auf, das ist kein Angriff auf Dich persönlich. Man kann nur etwas bekämpfen, was man kennt und sie müssen die Sonne verstehen. Sag ihm, was Du getan hast", forderte Ziggi Kabir auf. "Ich habe Ziggi mit dem Tod gedroht, falls er Darius kontaktiert", sagte Kab und zeigte Ziggi den Mittelfinger.

Oliver Vallis de Souvagne
»Sie sind eine Schande, Kabir«, sprach Oliver mit Grabesstimme. »Dass Sie überhaupt noch in den Spiegel schauen können. Weiß Lana, was Sie für ein Lügner sind? Jetzt kontaktieren Sie gefälligst Darius! Sie werden das machen, Kabir! Und wenn Sie schon mal unter Navu Lea stehen, dürfen Sie jedem Einzelnen in diesem Raum ehrlich sagen, was sie von ihm halten.«

Kabir:
"Das ist einfach, Ihr seid mir alle scheißegal, aber die Info ist nicht neu. Ich kann gar nicht ausdrücken wie gleich Ihr mir seid. Ihr Oliver, Du Vaden, Ziggi, Yann, die Tuteur - Ihr seid bedeutungslos für mich. Auch wenn Ihr den Arsch zu macht, geht morgen die Sonne wieder auf. Ich meine die echte Sonne, Ihr lasst ja lieber die graue Sonne wieder aufgehen. So scheißegal wie ich jedem bin, so scheißegal seid Ihr mir und ich wünsche Euch nur einen Tag meines Lebens aus meiner Kindheit. Aber das wird so wenig passieren, wie dass sich für uns was ändert. Was soll mir passieren? Lande ich auf dem Block? Bitte, kein Problem. Lande ich wieder in der Sonne? Wahrscheinlich, ist genauso mein Tod. Die Frage ist, wozu schafft Ihr Personen die Ihr bestialisch hinrichten lasst? Perverses Schmerzvergnügen was? Lana? Haltet Lana da raus. Sicher weiß sie was ich bin, dass was Ihr aus mir gemacht habt. Ich bin doch genau das was jeder wollte, am Reizbrett entworfen. Ein designtes Arschloch. Bis auf die Ärzte, die hasse ich. Ich habe Darius bereits kontaktiert und ihm gesagt er soll fliehen, weil Ihr ihn in die Sonne stopfen wollt", antwortete Kabir mit nicht zu deutendem Ton.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver blinzelte kurz. Eigentlich hatte er einen Anlass gesucht, seinen Zorn zu nähren, doch nun wurde er ruhig. »Ich hatte nicht vor, Sie oder Darius in die Sonne zu setzen. Ein designtes Arschloch sagen Sie, gut, das ist Ihre Selbsteinschätzung und die Teile ich. Dennoch wollte ich nichts weiter von Ihnen, als dass Sie mir helfen, die Funktionsweise der Sonne zu verstehen und den Fall Timion Harruck zu lösen, damit der Mann in Frieden ruhen kann. Haben Sie denn kein schlechtes Gewissen gegenüber Timion? Würden Sie nicht einmal kooperieren, um das vergangene Unrecht wieder gut zu machen?«

Dylan:
"Das Labor heißt Sisapur und die Comnummer weiß ich nicht auswendig, sie steht in den Geschäftsunterlagen im Büro. Uns hassen? Das ist unsinnig, immerhin haben wir Dich geschaffen mit all Deinen Fähigkeiten. Kein Büttel, Agent oder Soldat ist ein Arschloch, aber man kann auch im Dienst nicht freundlich sein", warf Dylan ein.

Kabir:
"Ich war hier um zu kooperieren und nicht um mich zu streiten. Aber Sie haben mir weder damals noch heute zugehört. Alles was ich über die Sonne weiß, habe ich Ihnen gesagt. Hat es Sie interessiert? Nein. Wozu auch, meine Informationen haben keinen Nutzen. Sie haben nicht mal für mich einen Nutzen, außer mir hinterher zu laufen. Ich habe für Timion getan was ich konnte. Er benötigt meine Hilfe nicht. Wie die Sonne funktioniert oder aufgebaut ist, weiß ich nicht. Ich bin kein Techniker, ich war nur ein Rad im Getriebe. Ich nehme meine Anschuldigung und meinen Ton zurück, es tut mir leid. Ich bin davon ausgegangen, dass wir zurück in die Sonne sollen. Jedenfalls ich, Darius war nie Teil der Sonne. Also was wollen Sie wissen?", fragte Kab freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich möchte eine Rekonstruktion von Sophies Gedankenwelt. Kontaktieren Sie Darius, er möge hierherkommen, es geschieht ihm nichts. Ich hätte mir früher denken können, dass es viel verlangt ist von einem ehemaligen Sonnensentir, sich mit der Maschine auseinanderzusetzen, die ihn quälte. Wenn Sie Darius herbeordert haben, dürfen Sie nach Hause zurückkehren. Ich werde mich an Ziggi halten, was meine Fragen zur Sonne anbelangt.«

Kabir:
"Wir hätten beide auf den Tisch packen sollen, was wir denken oder befürchten. Dann hätten wir uns nicht angegiftet. Wie gesagt, es tut mir leid. Ich hätte auch nachfragen können. Ich werde bleiben, da ich eh auf Vaden warten muss. Falls er mich noch mit zurücknimmt, nach meiner Aussage. Dann hätte ich auch Ziggi nicht bedrohen müssen. Immerhin war er Timions Kumpel. Ich rufe Darius her, der Doc müsste es ebenso können. Sprich wenn er Sophies Gedanken löschte, hat er sie vorher eingespeist. Also muss das Profil ja noch irgendwo gespeichert sein. Aber das ist vermutlich in der Sonne. Was ist aus den Zwölf geworden?", fragte Kabir. `Darius, was ich Dir vorhin sagte, war ein Missverständnis. Komm her und rede mit Oliver. Er möchte die Sonne verstehen, aber uns nicht darin anschließen. Jedenfalls versichert er das´, übermittelte Kab. `Ich verstehe, ich rede selbst mit ihm. So wie ich es vorhin sagte. Wo bist Du? Alles klar, ich bin gleich da´, antwortete Darius, nachdem er Kab ausgelesen hatte. "Er ist gleich da, sein Com ist ihm ins Klo gefallen, drum keine Antwort", erklärte Kabir.

Vaden:
"Es ist zwar bedauerlich zu hören wie Du über andere denkst, aber wohl nicht verwunderlich. Vor allem dann nicht, wenn man bedenkt, das dafür alles getan wurde. Ich hoffe für Dich, dass sich das ändert und das Lana und Zac das irgendwie hinbekommen oder Lanas Bruder. So kannst Du nicht durch die Welt laufen Kabir, Du kannst fragen wen Du möchtest, dass ist ein Krankheitsbild. Aber darüber rede mit Deiner Frau oder ihrem Bruder. Ich nehme Dich mit zurück, allein schon damit Zac wen zum streiten hat", schmunzelte Vaden.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver musste schmunzeln. »Inversion, Kabir. Wenn du in Zaccaria siehst, was er dich lehren kann, könnte eure Feindschaft sehr fruchtbar sein. Das selbe gilt natürlich umgekehrt auch für Zaccaria. Ihr beide habt euch gegenseitig viel zu lehren. Und ich versuche nun, die gedanklichen und technischen Lehren aus der Begegnung mit unserem Feind zu ziehen. Yann, bitte organisieren Sie noch eine Portion Navu Lea. Während wir auf Darius warten, wird uns Ilyes die Zeit versüßen.«

Yann:
"Ziggi hat die zweite Portion benutzt. Ich werde eine neue aufziehen. Auch mir tut es leid, dass ein Streit entstand. Vielleicht hätte ich ihn mit meinem Wissen verhindern können. Streit entsteht meist durch Missverständnisse oder Mangel an Informationen. Das ist mir schon häufig aufgefallen. Darum werde ich versuchen, mehr Informationen mit Euch zu teilen", sagte Yann und öffnete erneut den winzigen Koffer. Er zog eine neue Spritze des Zungenlockerers auf und reichte sie an Oliver weiter. "Ich könnte Kabir erläutern und was er leidet unter was jeder leidet, der so wie die Sentir aufwuchs. Allerdings weiß ich nicht, ob ihm das Recht wäre. Eine Vertrauensperson wäre dort angebrachter, ich könnte diese informieren. Falls er eine Vertrauensperson hat", schlug Yann vor.

Kabir:
"Ich bin nicht krank, ich bin... isoliert. So würde ich es beschreiben. Zudem bin ich nicht das Thema und ich möchte es auch gar nicht werden. Dabei kam nie was Gutes raus. Lass einfach gut sein", bat Kabir freundlich. "Zac hat seine eigene Weltsicht und ich meine. So unterschiedlich ist sie gar nicht. Ob wir Freunde sind, kann ich nicht beurteilen. Mal Kampfgefährten, mal für fünf Minuten Kumpel. Aber sonst? Wird sich zeigen", antwortete Kab Oliver.

Oliver Vallis de Souvagne
»Kumpel für fünf Minuten ist ein guter Anfang für jemanden, der sich gerade eben noch als Arschloch titulierte, dem jeder egal ist«, fand Oliver und nahm die Spritze entgegen. Er schenkte Ilyes ein fast schon freundliches Lächeln, als er sie ihm in den Arm stach.

Yann:
Yann nickte zustimmend. Er beschloss alle nachher trotzdem zu informieren und lächelte.

Kabir
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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#3

Beitrag von Kabir » Mi 4. Sep 2019, 12:06

Informationen


„Meine Versprechen halte ich. Hier die Information oder besser gesagt die Diagnose. Die Diagnose lautet Hospitalismus. Hospitalismus, auch Deprivationssyndrom genannt ist eine Krankheit oder besser gesagt es sind die negativen psychischen und körperlichen Begleitfolgen eines Krankenhausaufenthalts, Heimaufenthalts, einer Inhaftierung oder einer ähnlichen Unterbringung, wozu man die Aufzucht und Unterbringung im Orden werten kann. Zu den Ursachen gehören lieblose Behandlung und mangelhafte Versorgung von Babys und Kindern, in der Psychiatrie Symptome wegen Heimaufenthalt, Folter oder Isolationshaft. Der Ausdruck Deprivationssyndrom bezieht sich auf den Entzug von Reizen und Zuwendung.

Je nach Ursache und Schweregrad spricht man beim Hospitalismus auch von psychischem Hospitalismus oder von infektiösem Hospitalismus. Ist die Vernachlässigung hauptsächlich seelischer also emotionaler Art, spricht man von psychischem Hospitalismus.

Besteht die Vernachlässigung im Vorenthalten der Pflege und Fürsorge oder ist die seelische oder psychische Deprivation so schwerwiegend, dass sie sich sowohl seelisch als auch körperlich manifestiert, spricht man von infektiösem Hospitalismus.

Eine klare Trennung kann nur grob erfolgen, denn die Übergänge sind fließend. Zudem sind stets die persönlichen Umstände zu berücksichtigen. Es wird davon ausgegangen, dass eine schwere seelische Deprivation auch körperliche Folgen nach sich zieht und umgekehrt bei schwerer pflegerischer Vernachlässigung auch psychische Symptome auftreten.

Psychischer Hospitalismus wurde nachgewiesen, durch Hospitalschädigungen bei Säuglingen und Kindern in Kliniken mit einer Muttertrennung. Er äußert sich durch Entwicklungsstörungen bei längerem Krankenhaus- oder Heimaufenthalt infolge unpersönlicher Betreuung und mangelhafter persönlicher Zuwendung. Man führt hier Mangel an Reizen und Mangel an Zuwendung auf. Durch die Einweisung in ein Heim, die lieblose Betreuung zu Hause, die Trennung der Eltern oder Kindesmisshandlung also Folter kommt es oft zu einer ängstlich-widerstrebenden oder einer ängstlich-vermeidenden Bindung des Kindes an die Erzieher. Das Urvertrauen der Kinder wird frühzeitig wieder zerstört. Demzufolge kommt psychischer Hospitalismus häufig in entsprechenden Einrichtungen wie Kinderheimen, Krankenhäusern oder eben dem Orden der Sentir vor.

In Langzeitstudien wurde die Entwicklungsbedingungen von Kindern und ihre Folgen in verschiedenen Örtlichkeiten wie Heime, Kindergärten, Internate, Familie bis weit ins Erwachsenenalter untersucht. Versuchte mit jungen Affen und einer Mutter-Attrappe aus Drahtgeflecht als Milchspender und einer zweiten mit Stoffbezug als Kuscheltier haben ergeben, dass Kuscheln und körperliche Nähe einen sehr hohen Stellenwert beim Aufwachsen haben. Affen, die ohne Spielgefährten heranwuchsen, wirkten später oft ängstlicher als ihre Artgenossen, die mit Gleichaltrigen herangewachsen waren. Völlig isoliert aufgezogene Tiere waren später derartig verhaltensgestört, dass sie oft zur Aufzucht eigener Jungen nicht mehr fähig waren.

In einem Tierversuchen hat man Küken isoliert in verschiedenen Käfigen gehalten und beobachtet. Nach einiger Zeit saßen sie in einer Ecke des Käfigs und starrten die Wand an. Bei Pferden im Stall kann man beobachten, dass sie sich hin und her wiegen, wenn sie über längere Zeit sich selbst überlassen und ohne äußere Reize sind. Zootiere neigen zu motorischer Unruhe wie dem an der Wand hin und her laufen. So ist bei Bären zu beobachten, die in der Natur viel Bewegung brauchen und im Zoo stark eingeschränkt sind, dass diese den Kopf wie in Trance stark hin und her wiegen.

Ähnliche Erscheinungen kommen auch bei Erwachsenen in Armenheimen, Altenheimen, Psychiatrien und Krankenhäusern vor, wenn sie lieblos betreut werden und von der übrigen Allgemeinheit abgeschnitten sind.

Hospitalismus kommt überall dort vor, wo Personen zu wenig oder negative emotionale Beziehungen erhalten. Das kann bei Personalmangel in Alten-, Pflege- und Kinderheimen, in Krankenhäusern der Fall sein. Es ist auch in Familien anzutreffen, in denen die Eltern mit der Pflege der Kinder überfordert sind oder diese aus irgendwelchen Gründen ablehnen und sie deshalb schwerer physischer und psychischer Vernachlässigung oder Misshandlung ausgesetzt sind. Oder wie hier in diesem Orden, sogar bewusst herbeigeführt wurde.

Hospitalismus fördernd ist außerdem das Fehlen optischer sowie akustischer Stimulation. Wenn Kinder in Waisenhäusern ausschließlich im Gitterbett gehalten werden und keine Möglichkeit haben, sich selbstständig und frei in der Umgebung zu bewegen und mit anderen Kindern zu spielen. Dazu zählt ebenso die Verwahrung in winzigen Boxen, des Sentir-Ordens, die als Quartier- und Schlafstätte dienen.

Je nach individueller Situation des von Vernachlässigung Betroffenen kommen nicht alle Symptome vor oder sind je nach Ursache eher körperlicher oder eher seelischer Natur.

Folgende Symptome aufgrund von Vernachlässigung können auftreten:

Erhöhte Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeit der Säuglinge und Kinder, vermehrtes Auftreten von Infektionskrankheiten

Störungen des Appetits - Appetitverminderung oder übermäßige Esslust, Essen wird gesammelt und irgendwo eingelagert

Motorische Verlangsamung, ungenügende Reaktionsfähigkeit

Passive Grundstimmung, Teilnahmslosigkeit bis zur Apathie

Kontaktstörungen und Wahrnehmungsstörungen, die dem Autismus stark ähneln können

Erzwingen von Aufmerksamkeit, stehlen, lügen

Resignation, mangelnder Genesungswille

Schnelle Ermüdbarkeit

Geringe, fehlende Frustrationstoleranz -Neigung zu Wutanfällen, Aggressionen und Reizbarkeit

Mangelnde soziale Integration oder gar keine Sozialisation, Neigung zu asozialem Verhalten, Vereinsamung

Verstärktes Daumenlutschen

Körperliche Retardierung -zum Beispiel Kleinwuchs oder Abmagerung durch mangelhafte Ernährung, Marasmus, schlechte Zähne

Ungepflegtes Äußeres, verschmutzte und zerlumpte Kleidung, mangelnde Körperhygiene

Intellektuelle und emotionale Retardierung, die das Ausmaß einer geistigen Behinderung annehmen kann Pseudodebilität

Angstzustände, ängstlich-vermeidendes Verhalten

Störungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit

Lernstörungen, späte Sprachentwicklung

Leistungsschwäche

Depressionen und Weinerlichkeit, depressive Grundstimmung

Geringes Selbstwertgefühl

Mangelhaftes Gefühl von Geborgenheit und wenig Urvertrauen

Verantwortungslosigkeit gegenüber sich selbst und den Mitmenschen

Mangelnde Kritikfähigkeit, gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Kränkungen

Monotone Bewegungen, ständig gleiche Fragestellungen

Regression, Abbau kognitiver Fähigkeiten, erworbene Fähigkeiten gehen wieder verloren, ein Zurückgreifen auf frühere Verhaltensweisen, dies häufig bei Menschen in Altersheimen oder Krankenhäusern

Mögliche Entwicklung einer reaktiven Bindungsstörung, einer Anpassungsstörung oder Selbstverletzende-Persönlichkeitsstörung als Folge der Resignation- bei Kindern aufgrund sehr langen Heimaufenthalts und extremer Deprivation sowie Fehlen von Nestwärme

Motorische Unruhe und Stereotypien wie Kopfwackeln, Schunkeln bis zur Selbstverletzung zum Beispiel Anschlagen mit dem Kopf an die Wand, ständiges Umhergehen -eine Untersuchung hat ergeben, dass die ständige Jaktation Personen abstumpft und sie in eine Art von Trance versetzt

Die Folgen von psychischem Hospitalismus sind erst auf den zweiten Blick zu erkennen, können jedoch gravierender und langfristiger sein als beim körperlichen Hospitalismus. Mögliche Folgen sind psycho-affektive Störungen, also Verzögerungen und Veränderungen im Antrieb, in der Wahrnehmung und im Fühlen und Denken sowie emotionale Stumpfheit. Die Kinder können verzögern und oder entwickeln später möglicherweise eine Bindungsstörung, eine Selbstverletzende-Persönlichkeitsstörung oder eine Anpassungsstörung. Langzeitpatienten in Krankenhäusern, Altenheimen und Anstalten können regredieren und beispielsweise von einer Depression betroffen sein.

Der wichtigste Punkt ist die Behandlung und Prognose. Die Symptome von Hospitalismus sind je nach Schweregrad der körperlichen und psychischen Symptome behandelbar durch frühzeitige Therapien, wobei Hospitalismus eine psychische und eine physische Therapie gleichermaßen erforderlich macht.

Die Symptome gehen bei Besserung der äußeren Umstände, zum Beispiel durch intensive Zuwendung und oder den Wechsel in eine liebevolle und fürsorgliche Umgebung, deutlich zurück und verschwinden mit der Zeit.

Hat sich aufgrund der seelischen Deprivation keine andere Störung wie eine reaktive Bindungsstörung entwickelt, verschwinden die Symptome mit Besserung der Lebensumstände sowie geduldiger und liebevoller Zuwendung.

Je früher die Person aus der Situation der Vernachlässigung herauskommt, umso besser sind die Aussichten auf schnelles und völliges Verschwinden der Symptome.

Bei schwerer erfahrener seelischer Deprivation kann eine längerfristige intensive psychotherapeutische Behandlung erforderlich werden. Doch auch hier sind die Vorhersagen gut, wenn die Person so schnell wie möglich aus der Situation der Vernachlässigung heraus und in eine liebevolle und fürsorgliche Umgebung kommt.

Du bist aus der Situation heraus, jedoch hast Du das noch nicht ganz begriffen oder verinnerlicht. Es wird keine Rückkehr in die Schlafboxen oder den alten Orden geben, denn er existiert nicht mehr. Und auch die Zuneigung zu Deiner Freundin zeigt, wie Du wirklich fühlst und denkst. Nur kannst Du das aus den vorgenannten Problemen nicht umsetzen. Du warst zu lange in dieser „Tretmühle“ um dort alleine wieder herauszukommen. Sie wird Dir dabei helfen und Dir zur Seite stehen. Nicht nur Du, jeder Deiner Art, das heißt genauso Ziggi oder damals Timion, waren der Behandlung zu lange ausgesetzt. Mit jedem von Euch wurde so umgegangen. Seit 328 Jahren, währt dieses Unrecht. Um Euch überhaupt ein normales Leben zu ermöglichen, müsst Ihr dementsprechend in Behandlung. Dann könnt Ihr die Nähe leben, die Olivers Orden vorlebt. Mehr noch, Ihr könntet ein Teil dieses Orden werden. Ein besonderer Teil, ein Ordenszweig für sich, wenn Oliver Euch diese Ehre und Gnade erweist. Das war Timions Wunsch, damit wäre sein Vermächtnis geehrt“, erklärte Yann hilfsbereit.

Kabir blinzelte und musterte den Erinnerer.
"Danke... für die sehr ausführliche Information", lächelte er etwas verzweifelt.
"Bitte, aber das war die Kurzfassung", entgegnete Yann freundlich.

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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#4

Beitrag von Vaden Guilette » Mi 4. Sep 2019, 23:57

Fortsetzung des Verhörs


Mit dem Daumen drückte Oliver den Kolben der Spritze langsam hinein. Das Navu Lea fand seinen Weg in die Blutbahn des zweiten Genetikers. »So«, sprach Oliver zufrieden. »Ich hoffe, Sie sind etwas höflicher als Ihr Kollege. Name und Aufgabe bei der Aschgrauen Sonne?«

Emebusse:
"Ilyes Emebusse, ich war der Vorgesetzte von Dylan. Wir waren die behandelnden Ärzte vor Ort. So ein Projekt kann nicht in der Hand eines Arztes liegen und einer muss die Aufgaben, wozu auch die OPs gehören, koordinieren. Das war meine Aufgabe. Was genau haben Sie mit der Sonne vor? Zudem wurden bei der Wiedereingliederung die Schnittstellen nicht aus dem Hirn entfernt, sondern nur die Zugänge. Stellen Sie sich vor, dass sie an einem Haus die Steckdosen entfernen. Der Stromkreislauf und die eventuellen Maschinen sind noch da. Alles kann man nicht mehr entfernen, was man in einen Körper eingepflanzt hat. Es wäre also theoretisch durchaus machbar, jeden Ex-Sonnen-Sentir wieder anzuschließen. Alles was gelegt werden muss, ist ein neuer Zugang", erklärte Ilyes Emebusse.

Oliver Vallis de Souvagne
»Noch habe ich gar nichts vor. Es sind Überlegungen, die zur Analyse führen - Analysen, die zu weiterer Überlegung führen. Wir Bluthexer stehen der wissenschaftlichen Schöpferkunst der Genetik mehr als nur offen gegenüber - sie ist, was unseren Orden am Leben erhält. Jeder von uns wird von Genetikern gezeugt und ins Leben gehoben. Das Gleiche gilt für die Sentir. Sie sind momentan dort, wo wir Bluthexer noch vor einigen hundert Jahren waren - die besten sind genetisch modifiziert, der Rest besitzt eine natürliche Gabe. Und ich gehe davon aus, dass sie dem selben Weg folgen werden, weg von dem Missbrauch des Geschlechtsakt zu Fortpflanzungszwecken, hin zu reineren und besseren Souvagnern. Erst recht unter der Obhut meines Ordens. Damit die Sentir diesem Weg folgen können, benötigen wir Männer wie Sie beide, die sich damit auskennen, wie das Genom der Sentir aufgebaut ist.« Er wandte sich an Yann. »Wo sind die Sonnensentir jetzt?«

Emebusse:
"Ich wäre jederzeit bereit dazu meinen Beitrag zu leisten, aber nicht jeder von uns wird Ihnen dienen wollen. Einige dienten Francis persönlich, andere dienten der Sonne und sahen darin ihren Lebenszweck, andere wieder sahen ihre Aufgabe in der Optimierung der Sentir, die nächsten in deren Erhalt und deren Pflege und all das ging Hand in Hand. Ausgehend von einer natürlichen Gabe die bei Almanen und grauen Tieflingen vorkam und auch immer noch natürlich vorkommt. Unser Orden hat vor Jahrhunderten damit begonnen, die besten Exemplare zu kreuzen. Aber damals war das noch keine Genetik im üblichen Sinne, sondern Seleketion, Zucht. Was ebenso der erste Schritt von Genetik ist, denn die besten Gene sollen weitergegeben werden. Am effektivsten und mächtigsten von den Fähigkeiten her, haben sich die Mischlinge herausgestellt. Sie waren zudem auch gesünder, geistig stabiler. Später ist der Orden dazu übergeganen, besonders begabte Personen im Labor zu kreuzen und wiederum einige Zeit später ist der Orden dazu übergegangen nur noch das Genom der Personen zu mischen, so dass wir das Non-Plus-Ultra aus der Fähigkeit herausholen konnten. Es gab einen Rückschlag, als man versuchte die Sentir infertil zu stellen, damit es keine natürliche Vermehrung gibt. Rein aus Sicherheitsgründen. Allerdings ist die Gabe wie auch immer mit an die Fertilität gekoppelt. Soweit wir auch in der Genetik sind, manche Überkreuzungen und Auswirkungen sind bis einschließlich heute unbekannt. Das dürfte Ihnen als Albino ebenso bekannt sein. Deshalb ging der Orden einen Schritt zurück um einen vorwärts zu kommen, er schuf die Sentir wie sie vor der Infertilität waren, sie waren also wieder fertil, fortpflanzungsfähig. In der Natur ist es oft so, dass Hybride nicht mehr mit anderen kompatibel sind. Als wollte die Natur einen Riegel vor diese Artübergreifende Vermehrung schieben. Wir hingegen haben diesen Riegel zuerst selbst vorgeschoben, damit sie nicht untereinander Kinder zeugten. Was unweigerlich zu emotionalen, ungewollten Bindungen geführt hätte. Später jedoch haben wir den Riegel komplett entfernt, so dass diese Hybriden mit jedem anderen Volk kompatibel sind. Weshalb auch immer, es hat die Macht ihrer Fähigkeiten erhöht und so ist es bis zum heutigen Tag geblieben. Ihre beiden Begleiter könnten also mit einem Souvagner ebenso ein Kind zeugen, wie mit einer Albe, einer Almanin oder einer Tieflingsfrau. Der Weg der Genetischen Fortpflanzung ist der Weg der Effektivität und Ästhetik. Jeder Körper der über ein volles Potential verfügt und lebensfähig geschaffen wird, ist schön. Unabhängig landläufiger Meinungen. Manche mögen Sie für gruselig aussehend halten, andere für schön. Es liegt im Auge des Betrachters, was er bewertet. Und so schufen wir auf unserem Gebiet Perfektion. Jedes Einzelwesen für sich, jeder Sentir der im Orden geschaffen wurde ist auf einer Art einzigartig und dennoch gleich. Und gleichgültig wie seine Fähigkeiten sind, es ist das Maximum dessen, zu was diese Person unter besten Voraussetzungen im Stande war", erklärte Ilyes.

Yann:
"Die Zwölf Sonnen-Sentir befinden sich im Hochsicherheitstrakt der Stufe 0, das ist die höchste Stufe die es gibt. Dort würde auch infektiöses, unbekanntes Material oder auch gleichrangige Lebewesen untergebracht. Lebewesen, für die es sonst keine Sicherung gibt. Sie stehen alle unter Nimarux, das ist eine Droge zur Unterdrückung der psionischer Gabe. Zudem sind die Zellentrakte in ein Wasserbecker eingelassen, zwecks Sicherung.

Die Zwölf bestehen aus:
1. Gika, trois, 32 Jahre, Anschluss 20 Jahre.
2. Telod, trois, 16 Jahre, Anschluss 4 Jahre.
3. Xoloma, deux, 23 Jahre, Anschluss 3 Jahre.
4. Cefuco, un, 37 Jahre, Anschluss 30 Jahre.
5. Mexij, deux, 8 Jahre, Anschluss 1 Jahr.
6. Danoye, trois, 25 Jahre, Anschluss 15 Jahre.
7. Moyam, deux, 27 Jahre, Anschluss 7 Jahre.
8. Nonu, trois, 25 Jahre, Anschluss 12 Jahre.
9. Bizah, deux, 33 Jahre, Anschluss 23 Jahre.
10. Varegi, trois, 20 Jahre, Anschluss 8 Jahre.
11. Sobudar, un, 35 Jahre, Anschluss 28 Jahre.
12. Dutin, trois, 44 Jahre, Anschluss 35 Jahre.

Sie alle sind hier vor Ort und wie ich gerade erläutert gesichert. Natürlich sind sie einzeln untergebracht. Allerdings glaube ich nicht, dass sie eine Gefahr dargestellt hätten. Sie sind damit beschäftigt, zurück in die Realität zu finden", erklärte Yann freundlich.

Oliver Vallis de Souvagne
»Zurück in die Realität - unter Nimarux?«, grübelte Oliver. »Das Kind sollte schnellstmöglich entlassen werden, sobald sichergestellt wurde, dass es niemanden gefährdet, auch nicht sich selbst. Ich muss mit meinem Mann reden, wie mit den Übrigen in nächster Zeit zu verfahren ist.« Er wandte sich wieder den beiden Genetikern zu. »Eine Frage rein aus Interesse. Gibt es eine Möglichkeit, die psionische Gabe eines Sentir dauerhaft zu deaktivieren? Ihren Ausführungen zum Thema Fertilität kann ich folgen, Ilyes Embusse. Jedoch genügt es auch, einen Orden fortpflanzungsfähiger männlicher Individuen zu hegen. Dann schließen sich physiologische Reproduktionsvorgänge von selber aus. Eine Idee wäre zudem eine chirurgische Sterilisation der erwachsenen Individuen, wenn eine genetische Kastration nicht fruchtet.«

Emebusse:
"Sicher, dass mag bei jedem anderen Orden funktionieren, bei unserem ebenso. Wir hätten auch rein zeugungsfähige Männer erschaffen können, ohne weibliches Gegenstück. Allerdings hegen sie nach der passenden sozialen Negierung keinerlei Interesse aneinander. Meist misstrauen sie sich, was gewollt ist. Häufiger jedoch missachten und hassen sie sich. Sie arbeiten nur dann zusammen, wenn man es ihnen ausdrücklich befiehlt. Dennoch sind sie dazu nicht geschaffen. Sollten sie in einem Team arbeiten, dann besser nicht mit einem Artgenossen. Einer von beiden wird ins Gras beißen, früher oder später, aus dem einfachen Grund, weil jeder der beiden Sentir ständig Verrat wittert. Wer zuerst die Nerven verliert, tötet zuerst und überlebt. So einfach ist die Regel. Aber so wurden sie geschaffen, vertraue niemandem, nicht einmal Dir selbst. Was Ihr Plappermaul dort erläuterte stimmt. Allerdings werden sie bewusst liebevoll aufgezogen, damit sie nicht krank werden und eine geistige Fehlentwicklung erleiden. Erst wenn ihre geistigen Fähigkeiten voll ausgereift sind, sprich was die Gabe angeht, das ist um die 7 - 10 Jahre, zerschlägt man die Bande zu den Geschwistern um sie dann auf ihre tatsächliche Aufgabe und ihr zukünftiges Leben zu eichen. Dies geschieht über Verrat, nicht von den Brüdern, sondern von den Pflegern. Andernfalls wäre es möglich, dass sie sich zusammenschließen. Und glauben Sie mir, fünf Blitzbirnen die beschlossen haben im Team gegen einen Pfleger zu agieren, möchten sie nicht in Aktion erleben. Natürlich kann man einen Psioniker lahmlegen, verpassen Sie ihm einen Kopfschuss. Wo kein Gedanke mehr ist, ist auch keine Gammawelle. Wobei Obacht, kurz vor dem Tod, oder dem Eintritt in den Tod sind die Gedankenwellen am stärksten. Er wird sie mit auf die andere Seite reißen, wenn er es kann. Allerdings, wenn er Sentir überleben soll, kann dieser auch einer Hirnop unterzogen werden, so dass er von seiner Gabe abgeschnitten wird. Ob er das überleben wird, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir haben sie stets dahingehend operiert und aufgewertet um die Gabe zu fördern und zu erweitern, nicht um sie einzuschränken oder gar zu vernichten. Ihr Plappermaul meint, dass die Personen aus der permanenten Traumlos-Schlafsituation zurück in den Wachzustand finden sollen. Sie werden, wenn sie denn wach sind, sich die ganze Zeit wie schlaftrunken fühlen. Also vor sich hindämmern", erklärte der Arzt.

Oliver Vallis de Souvagne
»Hm«, machte Oliver und strich sein bartloses Kinn. »Sie wollten sie trotz der Vermeidung von sozialen Bindungen infertil halten. Das wäre mit wenigen Schnitten an den richtigen Stellen möglich gewesen, sie haben es aber nicht getan, also war ihnen die Infertilität nicht wichtig genug, nehme ich an. Eine hirnchirurgische Hemmung der Gabe wäre eine Idee, um Endstufler, die ihre Gabe nicht zu kontrollieren vermögen und dies auch nicht lernen, dennoch gesellschaftstauglich zu machen. Messing scheint ja nicht zu helfen und man kann sie schlecht dauerhaft in einer Badewanne voll Wasser herumkarren.« Er wandte sich an Ziggi. »Wie lange benötigt Darius noch auf dem Weg hierher? Wenn er noch eine Weile braucht, hole ich zunächst meinen Mann herzu.«

Ziggi:
"Ich könnte nachfragen", erklärte der Sentir freundlich, ehe er Oliver anschaute, wie zur Frage, fühlen Sie das auch? Sie alle fühlten wie sich die Luft scheinbar veränderte. Es fühlte sich schlagartig an, als käme ein Gewitter auf sie zu. Die Haare an den Armen und im Nacken richteten sich auf. Man konnte die Bedrohung die plötzlich in der Luft lag, geradezu schmecken. Einen Augenblick später gesellte sich Darius zu ihnen. Das Gefühl als der Hüne von einem Mann zu ihnen trat war, als erzeugte er ein elektrisches Verdrängungsfeld um sich herum. Dabei sah der Gigant absolut tiefenentspannt aus. Über welche Macht Darius verfügte, sollte er auf sein volles Potential im Kampf zurückgreifen, konnte man sich anhand des Gefühls das von ihm ausstrahlte vorstellen... oder vielleicht auch nicht. Darius schaute nicht in die Runde, sondern für einen Sekundenbruchteil fühlte sich die Gruppe, als wäre sie durchs Sonar gejagt worden. "Grüße! Hoheit, Kabby, Rest!", sagte er mit seiner tiefen Stimme.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver war froh, dass er keine Haare hatte, die ihm zu Berge stehen konnten. Er musste sich einen Moment sammeln, ehe er gefasst zu Darius sprechen können. »Grüße, Darius«, sprach er zu ihm und musterte den Mann. Ihm ging die Erinnerung durch den Kopf, wie sie alle wie vom Rakshor gebissen in dieses Loch gesprungen waren und Darius hatte ihren Tod als Spiegelei mit einem bloßen Gedanken verhindert - aber erst, nachdem Oliver ihn darum gebeten hatte. Oliver wies auf die schwerverletzte Sophie, die noch immer unbeachtet auf dem Boden in ihrem Blute lag. »Bitte rekonstruieren Sie Ihre Gedanken.«

Darius:
Der Hüne nickte knapp und beugte sich mit einer Geschwindigkeit die man ihm aufgrund seiner Statur gar nicht zugetraut hätte zu der Frau hinab. Darius Bratpfannen große Pranke schloss sich um dem Kopf von Sophie und hob sie auf Augenhöhe hoch. Dabei hielt er die Frau so, als hätte sie kein Eigengewicht. Die Gruppe stand so dicht um Darius, dass sie spürten wie er Energie sammelte. Sobald Darius das tat, lag stets ein Gefühl in der Luft als ob ein Unwetter nahte. Sie spürten wie er seine geistige Macht in einem Maß bündelte und auf eine Kraft verstärkte, die sie nie zuvor bei einer Person erlebt hatten. Sie wurde so gewaltig und mächtig, dass einige Angst hatte, er würde die Kontrolle über sich verlieren. Als es sich anfühlte, als würde jede Faser ihrer Körper durch seine pure Nähe zerrissen, gab er der Energie ein Ziel... Sophie. Die Frau schlug die zermatschten Augen auf. Sie starrte wild umher, ihre Augen rollten wie irre in den Augenhöhlen und sie keuchte, als hätte sie einen Dauerlauf hinter sich. Vaden stupste Oliver mental rückversichernd an. Der Gigant war ihm unheimlich und keiner von ihnen war Geistmagier. Die beiden anderen Sentir würden sich vermutlich nicht gegen Darius stellen, falls bei diesem die Stimmung kippte. Vermutlich waren sie dann genauso Kanonenfutter, wie sie alle hier im Raum. Warum man die Sentir sicherte, wenn diese nicht im Einsatz waren, wurde Vaden schlagartig klar. Aber wenn man ihnen als Person nicht vertraute, wie sollte man sonst mit ihnen umgehen? Entweder mussten beide Seiten lernen sich zu vertrauen, oder man musste sie von der Gabe trennen und keine mehr von ihnen erschaffen. Darius Mundwinkel zuckte für eine Sekunde belustigt, ehe er Oliver musterte. "Befragt sie, sie hat ihre volle Erinnerung zurück, aber beeilt Euch sie brennt aus!", sagte Darius so tonlos, als hätte er Oliver den Preis von einer Tüte Bonbons genannt.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver stupste Vaden zurück. Seine Gedanken waren ganz ähnlicher Natur, weshalb er nicht wollte, dass die Sonnensentir, ob unschuldig oder nicht, aus dem Hochsicherheitstrakt entlassen wurden, von dem Kind abgesehen - wenn es ungefährlich gemacht werden konnte. Zumindest war das einer seiner Gründe. Darius war extrem, bereits Kabir war kaum zu ertragen, wenn er seine Gabe zum Einsatz brachte. »Danke, Darius«, sprach Oliver, dann wandte er sich der Frau zu. »Weibliche Person, genannt Sophie, wer bist du, wem dienst du und was ist deine Aufgabe?«

Sophie:
"Mein Name war Melissa Crodette, ich war... bin 26 Jahre alt. Ich diene Osmund von Wigberg als seine persönliche Gehilfin. Ich überbringe Botschaften und trage das ausgewählte Wissen in mir. Osmund ist mein Herr. Man muss die Phiole in die Hand nehmen, dann erhält man seine Instruktionen.... das sind Befehle. Vorher muss man den Helm aufsetzen, dann wird man gesäubert. Aber jetzt ist alles wieder da... alles was ich war... bin... sein werde? Nein... ich muss die nächste Phiole finden, sie sollte im Club sein... sie war aber nicht dort. Oder ich war im falschen Club", sagte sie mit brüchiger Stimme. Ihr zerschmetterter Mund mit den ausgeschlagenen Zähnen schien nicht mehr zum Sprechen geeignet. "Aha, hochinteressant. Wo ist die Scheiß Phiole dann? Wie hieß der Club Du Arschkrampe?", fauchte Kabir. Sophie blinzelte... ehe sie wieder ihren zerstörten Mund öffnete. "Obenza, Ebene 37, Distrikt - Hola-Mola, Partymeile für Junkies, Club Neurotoxin.... dort sollte die Phiole auf mich warten.... neues hatte sich ergeben... ich sollte wohin.... die Wigbergs warten...", sagte sie, während ihr Blut aus den Augen, der Nase und den Mundwinkeln lief. "Wir waren im richtigen Club, gibt es noch einen Club Neurotoxin? Dass kann ja nicht hinkommen, denn zwei Clubs an der gleichen Adresse... Scheiße", sagte Kabir und gab Fersengeld. Darius schaute ihm kurz hinterher. "Möchtet Ihr noch etwas von Sophie wissen?", fragte er Oliver ruhig.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver blickte erstaunt Kabir hinterher. »Gehen Sie die Phiole holen«, brüllte er ihm hinterher. »Das ist wichtig!« Dann packte er Ziggi an den Schultern. »Pol der Vernunft! Gehen Sie mit ihm, sorgen Sie dafür, dass er nicht wieder irgendwelchen Unfug anstellt. Und wenn es Probleme gibt oder Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie mich!« Er hoffte das würde gut gehen. »Nein, ich habe keine Fragen mehr an Sophie. Vaden? Wenn nicht, gebührt dir die Exekution der Mörderin.«

Ziggi:
"Ich bin auf dem Weg, verlassen Sie sich auf mich!", sagte der Sentir und rannte seinem Kollegen hinterher und er war erstaunlich schnell. Darius händigte Vaden die junge Frau aus. "Der Club im Club, gute Tarnung", pflichtete Darius bei.

Vaden:
Vaden nahm Sophie an sich, die ihn mit großen Kuhaugen anstarrte. "Ich kenne Dich nicht...", sagte die Frau irritiert. "Das macht nichts, Du kanntest meinen Mann, oder eine Deiner Persona kannte meinen Mann und Du hast ihn getötet. Oliver gibt es wen, er unsere Hilfe benötigt? Das Kind zum Beispiel? Ich könnte seine Wunden heilen mit diesem Blut. Aber wir haben nicht viel Zeit", sagte Vaden und hielt Sophie fest, ihren Körper und ihre Seele.

Yann:
"Nummer 5 Mexij, deux, 8 Jahre, Anschluss 1 Jahr. Ich werde ihn sofort herholen lassen, habe ich Ihre Zustimmung Hoheit?", bat Yann, "ich benötige Ihre Zustimmung, Ihren Befehl. Ohne Order der Krone werden sie nicht herausgegeben".

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver ging einen Moment in sich und dachte nach. »Unter der Voraussetzung, dass der Sentir gut betäubt ist. Notfalls gehen Sie auf Nummer sicher, Yann, meinem Ordensbruder soll nichts geschehen. Können Sie seine Sicherheit gewährleisten, dann überprüfen Sie, welcher Sentir am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie alle sind wertvoll und wenn das Kind nur leicht verletzt oder gesund ist, wäre der Blutaltar Vergeudung. Sind alle im ähnlichen Zustand, so geht das Kind vor. Entscheiden Sie, Yann.«

Yann:
Yann nickte und flitzte davon, während Vaden Oliver dankbar angrinste. "Sie soll einmal in ihrem erbärmlichen Leben etwas Gutes tun Oliver. So wird nichts verschwendet, es wäre Unrecht, sie einfach zu richten, wo vielleicht eine andere Seele auf Rettung wartet", sagte Vaden dankbar.

Kabir:
Einen Augenblick später kam Kabir zurückgetrabt und grinste über beide Ohren. "Wir haben die Phiole. Was ist Sie Euch wert Hoheit?", lächelte Kabir freundlich, während Ziggi nach ihm den Raum betrat.

Oliver Vallis de Souvagne
»Sie hatten sie die ganze Zeit bei sich?«, fragte Oliver ungläubig. Hilflos schaute er Ziggi an. Bei Kabir hatte er jedes Mal das Gefühl, mit einem Irren zu sprechen. Sein Blick wanderte weiter zu Vaden, sein Anker in dieser Welt voller Merkwürdigkeiten, wenn Audric nicht da war, um Normalität zu verströmen. Dann schaute er wieder zu Kabir. »Es gibt nichts, womit ich dir dein Dasein erträglicher machen kann und das meine ich diesmal nicht böse. Ich weiß nicht, was ich dir anbieten könnte, du brauchst nichts Materielles. Was also willst du haben im Austausch für die Sicherheit unseres Landes und die endgültige Vernichtung deiner Peiniger? Geld, so wie sie alle? Andere wären an deiner Stelle dankbar, anstatt dass sie sich für erwiesene Hilfe auch noch bezahlen ließen, aber das kann ich wohl nicht voraussetzen. Der Einzige, der das sonst noch hinbekommen würde, wäre Bruder Fulcaire.«

Kabir:
Kab wunk ab. "Ich habe die Phiole nicht bei mir, ich wusste bis gerade eben weder etwas von der Phiole, noch wo sie sein könnte. Bis Sophie den Mund aufmachte, der Club, der gleiche Club? Der Club im Club, das Hinterzimmer. Sagen wir mal so, ich habe gewisse Vertraute in Obenza und ich habe einige davon genau dorthin geschickt. Die Phiole is also so gut wie in unserer Hand. Was ich möchte? Hilfe, Ihr wart nicht da als wir Euch am meisten gebraucht hätten. Ihr seid doch für alle Souvagner da, nicht wahr? Also auch für mich. Ich tausche die Phiole samt all meiner Fähigkeiten und Loyalität, gegen Eure Hilfe. Und Ihr könnt mir sehr wohl helfen, eine Bein-OP wäre das erste und ein künstlicher Arm das zweite. Und etwas dass das behebt, was Yann da vorhin in einem Monolog erklärte. Eine Medizin dagegen, oder irgendetwas. Ich benötige kein Geld, ich benötige mindestens zwei OPs, Nachbehandlungen und Medikamente zur Behandlung von dem Hospitalismus. Falls ich das habe. Ich stehe immer noch unter der Wahrheitsdroge. Ich kann mich auch mit Euch verbinden und Ihr seht, dass ich nicht lüge. Alles was ich möchte im Austausch ist Hilfe", erklärte Kab ruhig.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver schwieg eine Weile. Es geschah etwas, das einem vollkommenen Mann nur selten passierte - er schämte sich für sein vorschnelles Urteil. »Sie werden eine medizinische Versorgung bekommen«, versprach Oliver. »Alles, was geheilt werden kann, wird geheilt, die körperlichen Blessuren und, wenn möglich, auch die Ihrer Seele. Hospitalsmus lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln, diese können nur die Begleitsymptome lindern. Was Sie benötigen, ist ein Umfeld, in dem sie zur Ruhe kommen können. Sie waren Agent, aber auch lange Zeit isoliert. Sie reagieren empfindlicher auf Umweltreize als der Durschnitt, sie führen zu Stress. Gönnen sie sich einen eintönigen, ja langweiligen Urlaub in einem kargen Zimmer. Lassen Sie sich nicht von Ihrer Frau zu Aktivitäten überreden, sondern erklären Sie Ihr, dass sie Ruhe benötigen. Und dann, wenn Sie sich geerdet haben. Gehen Sie selbst jene Schritte, für die sie sich bereit fühlen.«

Kabir:
Kab nickte knapp und dankbar. "Danke, es klappt mit uns, wenn wir miteinander reden. Er bringt die Phiole hierher und er benötigt ebenso Ihre Hilfe. Er war einst ein Wildfang wie Timion und ich habe ihn gerettet. Nur heilen kann ich ihn natürlich nicht. Sobald er hier ist, gehört die Phiole Ihnen und das was ich versprach natürlich auch. Ein Leben für ein Leben, oder für ein Volk", sagte Kab freundlich.

Yann:
Yann kehrte zurück mit einem großten Tuteur, der eine kleine ausgemergelte Frau trug. Nummer 12 - Dutin, trois, 44 Jahre, Anschluss 35 Jahre. Sie ist sehr schlecht zu Recht und ich habe sie ausgewählt, da ihr Zustand der schlechteste ist. Verzeiht, dass ich so lange brauchte, ich benötigte jemand der sie trägt!", entschuldigte sich Yann, extrem kurz für seine Verhältnisse.

Vaden:
Vaden nahm dem Tuteur die dünne Frau ab, legte sie neben Sophie und waltete seines Amtes. Ohne zu zögern, schnitt er Sophie die Kehle durch. Gemeinsam mit Blut und Magie, wie dem unendlichen Willen Dutin im Namen Timions zu heilen, gelang ihm genau das. Erneut wirkte er die lebenserhaltende Magie, für die sein Orden so berühmt war. Auch wenn er sich selbst dabei fühlte, als wäre er es, der völlig ausblutete. Drei Heilungen, drei in so kurzer Zeit und das war seine vierte. Er war am Ende seiner Kräfte. Und dann noch die Pflege und die ständige Wacht daheim. Er heilte Dutin mit seinen letzten Kräften, ehe er über der Frau zusammenbrach.

Oliver Vallis de Souvagne
»Schaffen sie die Sentir wieder in die Sicherheitsverwahrung«, befahl Oliver dem Tutueur und schob im gleichen Atemzug alle zur Seite mit einer Kraft, die man dem vollkommen untrainierten Mann kaum zutrauen mochte. Es war der Wille dahinter, der sich Bahn brach, der unbedingte Wille, Vaden zu helfen. Er legte ihn sofort gerade auf den Rücken und überprüfte auf magischem Wege seine Vitalfunktionen. Egal war der Leichnam neben ihm, egal die gerettete Sentir. Für ihn zählte nur noch sein Ordensbruder. »Vaden?«, fragte er, die Hand auf seinem Herzen liegend, während seine Magie Vadens Körper durchfloss.

Yann:
Yann wies die Tuteurs an, nicht im Weg zu stehen. Einer von ihnen hob die kleine Sentir hoch und trug sie davon. "Sie da, Sie sind doch Arzt! Helfen Sie dem Mann oder tragen Sie die Konsequenzen! Kabir und Ziggi, passt bitte auf, dass der Kerl keinen Unfug macht", sagte Yann und hockte sich neben Oliver. Er hielt Vadens Kopf fest, der kaum noch atmete.

Emebusse:
Der Arzt trat vorsichtig aus der Zelle, da diese immer noch offen war unter den harten Augen der Sentir, die ihn wie zwei Wachhunde musterten. Eine falsche Bewegung und er wäre Geschichte, dessen war er sich bewusst. Er kniete sich neben Oliver und untersuchte Vaden fachmännisch. "Sein Kreislauf ist instabil und er ist an Erschöpfung und Übermüdung zusammengebrochen. Wir müssen seinen Kreislauf stabilisieren. Können Sie das auf magischem Wege, oder soll ich ihm sofort medizinisch helfen? Dann benötige ich einen Notfallkoffer", sagte Emebusse. Ziggi schaute sich um und riss einen der Notfallkoffer per Telekinese von der Wand und händigte ihm den Doc aus. "Hier!", sagte er knapp. "Danke", kam die knappe Antwort, denn der Arzt ging bereits den Inhalt durch. Er zog eine Spritze auf und spritzte Vaden ein kreislaufstabilisierendes Mittel. "So das dürfte ihn fürs erste stabilisieren. Sie müssen jetzt ran Hoheit, sie haben jetzt etwas Luft", sagte Emebusse erleichtert, als Vaden wieder etwas Farbe bekam. Kab nickte Ziggi anerkennend zu, dieser schmunzelte zurück.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver war froh, dass er seine magischen Kräfte schonen konnte. Hier gab es keinen Anlass für ein Blutopfer, aber er half Vadens Kreislauf, sich wieder in einem normalen Maß einzutakten. Als Vaden stabilisiert war, wies er auf Darius. »Sie beherrschen Telekinese. Lassen Sie ihn in mein Quartier schweben, langsam, ich möchte nebenhergehen.« Er wandte sich an die Tuteurs. »Die beiden Genetiker sind wieder wegzuschließen, ihnen soll kein Haar gekrümmt werden, sie sicherten uns Kooperation zu. Und sie beide benehmen sich, machen Sie dem Wachpersonal keinen Ärger! Die übrigen Mediziner sollen ebenfalls nicht weiter verschleißen werden mit tuteurschen Befragungsmethoden, auch für Sie haben wir womöglich Verwendung. Kabir, Sie dürfen nach Hause zurückkehren oder sich im Krankenhaus melden, es liegt bei Ihnen. Danke für Ihre Hilfe und gute Besserung. Bitte denken Sie an die Phiole. Sie beide, Darius und Ziggi, würde ich gern noch hier behalten. Wenn wir Vaden in mein Quartier gebracht haben, erhalten Sie eine Gästesuit.«

Darius:
"Ich werde ihn einfach tragen, dann haben Sie ihn direkt nah bei sich", erklärte der Hüne. Er hob Vaden vorsichtig hoch und trug ihn wie ein kleines Baby. "Geh ins Krankenhaus Kab, ins Beauforter dort bist Du gut aufgehoben", erklärte Darius. Ziggi folgte Oliver, Darius und Vaden, während die Tuteurs die Ärzte wieder einschlossen und die Zellen sicherten. Der Befehl von Oliver war eindeutig und dem kamen sie selbstverständlich nach. Yann wartete ab, wohin Kabir sich wenden wollte. Kab folgte ebenso Oliver, also tat es Yann auch. "Ich werde hier auf die Phiole warten, da ich als Treffpunkt den Eingang der SouvSec angegeben habe. Wobei ich kann sie auch in den Palast liefern lassen. Sekunde", erklärte Kabir und schrieb Aidan eine Nachricht. "Die Phiole wird zum Palast gebracht", erklärte Kab Oliver und folgte gemeinsam mit Yann der Truppe. Yann nickte erfreut, es gefiel ihm wie sich alles zum Guten gewendet hatte. Seine Information hatte doch ein klein wenig geholfen.
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Urheber: Baptiste Lafontaine from Bordeaux, France, Quelle: Hitman @ Paris Games Week 2012,
Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hitman_Paris_Games_Week_2012.jpg?uselang=de

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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#5

Beitrag von Vaden Guilette » Fr 6. Sep 2019, 00:02

Des Heilens Müde


Vaden lag auf dem Sofa, in eine Decke eingewickelt und mit Getränken und Knabbereien versorgt. Sein Oberkörper war erhöht gebettet mit einem dicken Kissen, so dass er bequem essen oder trinken konnte. Oliver saß in seinem Sessel an Vadens Kopfende, um bei ihm zu sein.
Vor lauter Sorge war sogar Fulcaire angerückt, wobei Oliver den Verdacht hegte, dass er einfach Gesellschaft suchte. Er hatte ihn hineingelassen, ihm sein Krankengeschenk vorbeibringen lassen - einen Taschengeißler, der aussah wie eine Kaktusfrucht. Nun saß Fulcaire ebenfalls in eine Decke eingewickelt mit am Tisch und schaute besorgter drein als der Rest zusammen. Er schaute drein, als säßen sie an Vadens Sterbebett. »Einen Kakao vielleicht?«, fragte er. »Oder eine warme Biersuppe?«
Oliver hingegen ging zunächst nach oben, um Pierre zu holen. Er wollte, dass sein Mann dabei war, wenn sie über die Zukunft sprachen. »Pips?«, fragte er vorsichtig in das Zimmer seines Mannes hinein.

Vaden Guilette
Vaden schmunzelte über den Taschengeißler, Fully war eine Marke für sich, aber er war ein herzensguter Kerl. Leider mit einem großen Hang zum Chaos. Und als hätte die Natur so richtig ihren Spaß dran gehabt, hatte er zwei linke Hände und Füße. Dennoch war er da, wenn man ihn brauchte und das war etwas, das zählte. Zudem mochte Yvon den Burschen, da blieb ihm schon gar nichts anderes übrig, als ihn ebenfalls zu mögen. "Ein Kakao wäre super, aber bloß kein Bier. Ein Proteinriegel wäre super, der Geschmack ist mir gleich, ich mag jede Sorte. Hat es die Kleine geschafft? Du hättest sie sehen sollen Fully, sie sah so winzig und verhärmt aus. Aber wie sollte sie sonst aussehen nach einer Folter, die sich für sie wie die Unendlichkeit angefühlt haben musste? Es muss einen anderen Weg geben. Wir haben sie doch nicht umsonst gerettet. Wie sagte mein Paps immer? Man kann nichts in einen Hund hineinprügeln, aber fast jedes Unrecht hinausstreicheln, dass gilt auch für Souvagner. Und das stimmt Fully. Wir müssen ihre Seelen heilen. Der Orden hat in meinen Augen nicht den Tod verdient, damit meine ich die einzelnen Mitglieder. Die Sentir. Mein Mann war ebenfalls einer und er hat ganz sicher nicht dem Tod verdient. In seinem Namen muss ich dass schaffen. Wie Yann sagte, sie sollten Teil von unserem Orden werden oder ein Zweig, ein Zu-Orden, einer der zu arbeitet. Ach Du weißt was ich meine. Wenn ich wieder nach Obenza reise, kommst Du mit. Yvon wollte mit Dir reden, worüber hat er nicht gesagt, nur das es um Leihbücher ging", sagte Vaden müde und wälzte sich auf die Seite. "Die nächste Rettung übernimmt mal ein anderer oder einer hält mich auf", bat er und drückte sein Gesicht in die Decke.

Pierre:
Als Oliver das Zimmer betrat musterte ihn Pierre total verschlafen. Seine Haare standen in alle Richtungen ab und er sah total verknittert aus. "Oli. Was ist los?", fragte er gähnend und kämmte mit den Fingern seine Haare zusammen. "Heute war mein freier Tag und ich habe den ganzen Tag verschlafen", schmunzelte Pierre und legte sich wieder hin.

Oliver Vallis de Souvagne
»Wir haben derweil Sophie dingfest gemacht, ihre Gedanken rekonstruiert und zwei Genetiker verhört. Vaden ist zusammengebrochen. Er liegt unten auf dem Sofa, ich habe ihn in dicke Decken eingewickelt. Er hat einen Blutaltar durchgeführt, der ihn extrem erschöpft hat. Man muss ja bedenken, dass er kurz zuvor Kabir und Lana das Leben rettete. Man muss ihn ausbremsen. Sein Mann fehlt ihm als regulierendes Element, er benötigt Freunde, die ihn in angemessene Bahnen leiten. Die Bude ist voller Besuch, darunter zwei Sentir. Ich habe den Gedanken geäußert, die Sonne für unser Land nutzbar zu machen. Osmunds Genetiker sind bereit, uns zu helfen, zumindest die beiden, die wir befragten.«

Fulcaire
Fulcaire verschwand in der Küche, wo Florimond gerade hantierte. Er ließ sich von ihm alles zeigen und kehrte kurz darauf mit einem Tablett zurück. Darauf prangten eine Kanne heißen Kakao, Becher für jeden, eine riesen Schüssel frisch geschlagener Sahne und ein Berg von Proteinriegeln unterschiedlicher Geschmacksrichtungen. Vorsichtig balancierte Fulcaire alles ins Wohnzimmer und stellte das Tablett auf den Tisch. »Guten Appetit«, verkündete er.

Pierre:
Pierre klopfte aufs Bett, damit sich Oliver zu ihm setzte. "Gegen Besuch habe ich nichts. Wer sind die beiden Sentir? Vaden will hoffentlich nicht auf diese Weise seinem Mann folgen, Selbstaufopferung bis zur Selbstaufgabe. Wir werden auf ihn aufpassen Oli. Er ist Dein Kumpel und ich mag den Mann. Er gehört an Deine Seite, er sollte Dich unterstützen. Ordenstechnisch wäre er dafür geeignet und Audric ist privat Deine Stütze. Nun unsere Stütze, so muss es schon richtig lauten. Was hat das Verhör der Genetiker und von Sophie ergeben? Die Sonne wieder nutzbar machen. Was haben sie über die Sonne gesagt? Neue Erkenntnisse? Was ist mit dem flüssigen Wissen? Ging es darum, war die Sonne der Hauptpunkt, oder das Wissen? Was sagten die Docs? Die Zwölf Sentir die an die Sonne angeschlossen waren, habe ich in den Hochsicherheitsbereich der Kontaminationsstufe 0 bringen lassen, sprich den Bereich für hochinfektiöses Gewebe. Dort herrschen Sondersicherheitsmaßnahmen. Uns ist zwar bekannt, wie man sie ruhigstellt, was die Gabe angeht, aber so ganz sicher war ich mir da nicht. Da hielt ich Panzerstahl und Beton zuzüglich Sicherheitsanlagen die zur Not eingreifen für erforderlich. Nur falls Du sie suchst, sie sind in der SouvSec. Das die Genetiker bereit sind zu helfen ist erstaunlich. Entweder wollen sie ihren Hals retten, es ist eine Falle oder sie sind dem Projekt treu und nicht Osmund. Was es auch ist, wir werden das Angebot nutzen. Erzähl mir von Deinen Gedanken zur Nutzung der Sonne und was Du herausgefunden hast Schatz", bat Pierre.

Vaden Guilette
Vaden setzte sich auf und lächelte Fulcaire dankbar an. "Das nenne ich tafeln", freute er sich. Vaden nahm sich einen Becher Kakao und gab großzügig Sahne hinein, während er sich einen Riegel auspackte und herunterschlang. "Du hast was bei mir gut Fully. Wie geht es Dir privat? Etwas besser? Sonst müssen wir mal reden, wenn Du möchtest. Du hast das Glück zum greifen nahe, Du musst auch zupacken", erklärte Vaden und nahm sich noch einen Riegel. "Sonst rede mit Yvon, falls Du mit meinem Kurzen lieber reden möchtest. Ihr seid ja ein Ei", grinste Vaden.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver zog die Schuhe aus und kroch neben Pierre. »Wir haben lange gesprochen. Die beiden Sentir sind Kabir und Ziggi, der wohl früher ein Freund von Timion war. Ich kann das verstehen, er ist eine angenehme Person. Da fällt mir ein, ich habe einen Sentir unterschlagen, drei sind von der Partie - der dritte Mann ist Darius. Er verhält sich so ruhig, da kann man ihn schon vergessen, auch wenn er aussieht wie ein Tuteur. Die Sonne war mehr als nur Apparat zum Übertragen großer Wissensmengen auf die Entfernung - technische Telepathie - sie war auch eine Endschlagwaffe. Ziel waren die Bluthexer und die Himmelsaugen, uns hätte es die Hirne durchgebrannt am Lichtfest 1080. Dann wäre dein Oli Geschichte gewesen, genau wie unser Sohn, unser Mannie, unsere Freunde! Generell ist die Sonne jedenfalls eine nützliche Sache, nur war sie in den völlig falschen Händen. Ich denke, den Genetikern geht es um ihre Forschung. Wer ihnen die Laboratorien zur Verfügung stellt, ist ihnen gleich.«

Fulcaire
Da Vaden wieder munter war, quetschte Fulcaire sich hinter ihm auf das Sofa und schob die Beine mit unter seine Decke. So in der Art sahen vermutlich Bluthexer-Pyjamapartys aus. »Yv ist ein klasse Kerl, wir sind jetzt Freunde. Drum die Bücher, aber über die muss ich wirklich mit ihm reden, du hast sie schließlich nicht gelesen. Und du bist sein Vater, warum sollte ich also nicht mit dir reden wollen? Du bist doch voll in Ordnung! Du hattest wegen der kleinen Frau gefragt, aber ich habe absolut keine Ahnung, wen du meinst! Man muss Folter von fachkundiger Geißelung abgrenzen, das eine ist heilsam, das andere destruktiv.« Er nickte weise. »Mir geht es gut, aber ich hab keine Ahnung, was ich mit Nethlee anstellen soll. Der ist andauernd mit allem zufrieden! Ich aber nicht!«

Pierre:
Pierre zog Oliver an sich und schaute ihm tief in die Augen. Sie waren sich so nah, dass Oliver sah, wie Pierre den Sichtmodus wechselte. "Eine Endschlagwaffe gegen die Bluthexer? Und mit diesen Männern willst Du zusammenarbeiten? Sie haben weder den Orden, noch die Krone gewarnt. Sie schufen eine Endschlagwaffe gegen mein Volk Oliver, das ist Hochverrat. Es war schon Hochverrat von Osmund, was er dort getrieben hat. Bis dato hielt ich ihn für einen Perversling, der Freude daran hat, seine Untergebenen zu quälen. Sie waren ihm schutzlos ausgeliefert und einige verarbeitete er zu flüssigem Wissen. Andere nutzte er wie Sklaven als Soldaten, Auftragsmörder und was weiß ich nicht alles. Und all das ist unter meinem Radar durch, worüber ich mich immer noch gewaltig ärgere. Alles was schon da ist, wird kaum hinterfragt. Es war ja immer da, so war es immer. Falsch. Ich habe angefangen Max alles überprüfen zu lassen, alle Vereine, Orden und so weiter. Traditionen können einen auch das Genick brechen. Ziggi klingt nach einem umgänglichen Mann, so wie Du von ihm sprichst. Der Ton macht bei Dir immer die Musik. Darius ebenso, wobei täusche Dich nicht in Personen, die auch mit der Statur eines Tuteur eine graue Maus sind. Das ist die beste Tarnung, man vergisst ihn, man sieht ihn und nimmt ihn nicht wahr. Was hast Du mit der Sonne an sich vor? Da sie eine Endschlagwaffe ist muss sie von Hütern gesichert und gepflegt werden. Die Hüter der aschgrauen Sonne... ich würde sagen in Anbetracht der Tatsache was ablief, sollte dies kein separater Hüterorden werden, wie die Hüter des Atoms, sondern auch die Sonne sollte Dir obliegen. Du solltest den Daumen darauf haben. Ihr wart das Ziel, unsere Familie war das Ziel, unser persönlicher Orden, also muss dieses Gerät in Hand der Bluthexer verbleiben. Was genau hast Du vor? Teile Deine Ideen mit mir", forderte Pierre ihn auf und küsste ihn sanft auf den Mund.

Oliver Vallis de Souvagne
Oliver genoss den Kuss sehr. Wenn sie keine Gäste hätten, würde er nun seinen Mann noch auf ganz andere Weise begrüßen. So sparte er es sich für das gemeinsame Zubettgehen am Abend. »Ich möchte eine Blutrote Sonne daraus machen«, sprach Oliver. »Wie du es auch vorschlägst eine Waffe in der Obhut der Bluthexer. Sie ist in der Lage, Magier zu vernichten, niemand kann sich ihr entziehen, da sie durch Psionik funktioniert. Was Stumpfe anbetrachtet, weiß ich das nicht, aber womöglich bilden sie da eine Ausnahme. Allerdings, wie viele Stumpfe gibt es schon? Sie sind eine vernachlässigbare Größe und die Waffe würde beispielsweise auch jedem Lich das Hirn durchschmoren.« Er kuschelte sich bei Pierre ein. »Die Genetiker kennen sich am besten damit aus, wie die Sonne funktioniert. Sie wirkten kooperativ, außer der Eine, der mich andauernd in den Abgrund wünschte, aber letztlich sicherte auch er uns Zuarbeit zu. Dass du MAX alle Vereinigungen überprüfen lässt, ist eine gute Sache, ein Frühjahrsputz. Den sollten wir regelmäßig durchführen.«

Vaden Guilette
Vaden grinste Fully an und aß noch einen Riegel und schlürfte Kakao. "Ja so sieht Yvon Dich auch, na wenn Ihr beiden Leseratten was zu besprechen habt, macht das. Danke für das Kompliment, ich bemühe mich ein guter Bruder und Vater zu sein. Aber das ist nicht immer einfach, vor allem dann nicht, wenn man ziemlich viel um die Ohren hat und mit den Nerven am Ende ist. Folter und Geißelung ist nicht zu vergleichen, absolut korrekt. Diese Frau war eine Ewigkeit Bestandteil einer Maschine Fully, ihre Muskeln alles war zurückgebildet, sie sah aus wie ein Gerippe. Als ich sie berührte, empfand ich pures Mitleid mit ihr. Sie war für mich nicht mal eine Frau, sie war ein armes Geschöpf, dessen man seiner Existenz beraubt hat. Sie hatte nichts, gar nichts Fully. Nicht mal Träume oder Hoffnungen. Kann man jemanden mehr nehmen? Alles was der Orden von ihr wollte war ihr Gehirn und dessen Fähigkeiten. Ich sollte im Moment nicht weiter drüber nachdenken. Wo ich die Frau sah, sah ich Timion dort liegen. Ausgemergelt, abgemagert, ein Schatten seiner selbst, nur damit jemand eine Waffe in Händen hält, für die es keine Gegenwaffe gibt. Und weshalb? Wegen einem jahrhunderte alten Groll, von dem heute keiner mehr weiß. Fully, Menschen sind seltsam, ich sag es Dir. Ich werde die Leute nie verstehen, was sie zu so etwas antreibt. Um ein altes Unrecht zu rächen, schuf Osmund ein gewaltiges neues. Was hat er erreicht, außer sich und andere in den Tod zu reißen? Unendliches Leid über 300 Jahre für unschuldige Wesen. Personen geschaffen in Hass und Wut, zur Vollendung seiner Rache. Er wollte die Bluthexer auslöschen Fully, uns alle. Dich, mein Baby, Oli, das Oberhaupt... jeden. Und dazu missbrauchte er die Zwölf. Er hätte uns alle vernichtet, unsere Welt wäre binnen eines Gedanken im Nichts versunken. Ein gebündelter, tödlicher Gedanke von zwölf Leuten Fully, stell Dir das vor. Und alles was wir lieben, wofür wir stehen, es wäre fort gewesen", stöhnte Vaden und rieb sich den Kopf.

Pierre:
"Damit hätten wir eine Waffe in der Hand, gegen die selbst ein Lich machtlos ist. Und wer hat sie uns in die Hand gedrückt? Ein Lich, ein fast poetisches Paradoxon. Möglicherweise ist diese Waffe sogar gegen Älteste anwendbar. Die Sonne gehört Dir Oliver, Dir und Deinem Orden. Wobei wir beide sind eh eins. Wie genau stellst Du Dir vor, sie in Betrieb zu nehmen? Das alte System war nichts, was wir gutheißen können. Jeder GMO hat ein Recht auf ein Leben, er ist Souvagner. Du bist einer, ich bin im Grunde auch einer, jeder Souvagner ist ganz genau betrachtet einer. Wir haben unser Genom bewusst verändert. Und nichts anderes ist ein GMO. Also hast Du eine Idee, wie wir die Sonne auf andere Weise in Betrieb bekommen? Außer dass wir die Zwölf wieder anschließen? Wobei das natürlich auch möglich wäre", sagte Pierre und dachte angestrengt nach, während er Oliver liebevoll im Arm hielt und ihn streichelte.

Oliver Vallis de Souvagne
»Ich habe darüber nachgedacht, Schatz«, sprach Oliver und schmiegte sich in die Arme seines Mannes. »Ein GMO wurde zu einem bestimmten Zweck geschaffen, jeder von uns. Und kein GMO, kein Mensch und kein Souvagner hat ein Recht auf ein Leben ohne Leid. Niemand hat das, es ist elementarer Bestandteil unseres Seins, der Motor, dank dem wir wachsen. Eine Existenz bar jeglicher Qualen würde in Langeweile und Passivität münden. Die Sentir sind dazu da, uns zu dienen und nein, man kann die Sonne meines Wissens nach nicht ohne sie betreiben. Entsprechend müssen die Sentir von kleinauf erzogen werden. Sie dürfen den Schmerz nicht fürchten, sondern müssen ihn glücklich willkommen heißen, damit sie die Ehre zu würdigen wissen, Souvagne zu dienen und voll Dankbarkeit in die Kuppeln steigen. Ein weiterer Gedanke war, sie mit kriminellen Endstuflern zu füllen, aber dazu gibt es schlichtweg zu wenige. Darum denke ich, dass es der bessere und einfachere, aber auch effizientere Weg wäre, die Zwölf im Dienste der Sonne zu belassen und für Ersatz zu sorgen für die Zeit, da sie ihr nicht mehr dienen können. Der Älteste, ja, er wäre mein erstes Ziel. Dieser seelenfressende schwarze Nebel, der unseren Sohn bedrohte!«

Fulcaire
Fulcaire kicherte und borgte sich Vadens Taschengeißler, um ihn einmal auszuprobieren. Er drückte ihn sich gegen die Wange, unter das Kinn und schloss dann kraftvoll die Finger darum. »Ich habe den härtesten ausgesucht, den es gab, die gibt es auch noch in weich«, erklärte er. »Dass dir die dünne Frau so leid tat, das kann ich verstehen. Besonders in der jetzigen Situation, da du den mumifizierten Leichnam deines Mannes sehen musstest, der genau so dünn war! Dagegen kommt man sich selbst doch regelrecht fett vor, oder?« Er grinste traurig. Der Scherz war nicht komisch, weder für Vaden noch für Fulcaire selbst. »Es tut mir sehr leid für dich«, sagte er leise. »Kein Wunder, dass du so fertig bist. Wie geht es dir jetzt? Und wie hat der Kleine es verkraftet? Das mit der Sonne kann man sich kaum ausmalen, hoffentlich wird diese Todesmaschine bald geschrottet!«

Pierre:
"Schutz, Förderung, Hingabe, Loyalität und Verpflichtung das Leben aller Souvagner zu schützen, zu beschirmen und die Lebensqualität aller Souvagner zu sichern. Das ist meine Schwur Oliver. Ein Anrecht auf ein Leben ohne Leid, gibt es freilich nicht. Aber eine Verpflichtung meinerseits als Duc, jedes Unbill von meinem Volk fernzuhalten. Bewusst jemanden in eine lebenslange Folter zu stoßen, widerspricht dem was der Duc repräsentiert, was er darstellt, was er denkt und fühlt. Da mag Max etwas anders denken, als Aleron, oder ich. Jeder hat seine spezielle Auffassung davon, aber der Grundtenor ist gleich, wir sind Souvagne, wir schützen Souvagne. Deshalb gefällt es mir ganz und gar nicht, die Zwölf zurück in die Sonne zu stopfen, dann hätten wir den Orden einfach nur übernehmen müssen. Was wir damit tun würden. Alles würde beim Alten bleiben. Oder wie Ryan sagen würde, die Scheiße bleibt die gleiche nur die Fliegen haben neue Namen. Wir wären die Fliegen - Osmund ist tot, es befiehlt nun Pierre und Oli. Aber die Ärzte tun heute das, was sie gestern auch taten. Einen Unterschied macht es für die Sentir nicht. Sie werden weiterhin gezüchtet, verstümmelt, misshandelt. Es spricht nichts dagegen, die Sonne mit Freiwilligen zu füllen, oder jenen die darauf vorbereitet werden. Jene die wie in den alten Legenden der Leviathane ihr Leben geben. Nur geben sie es nicht auf, sie überleben. Sie werden Teil einer Maschine. Das ist für mich kein Problem, Du weißt wie ich zu Technik stehe. Für mich ist ein Problem wie sie ein Teil dessen werden. Eine Maschine soll den Vorsätzen der Robotik folgen, kein Roboter darf einen Menschen verletzen. Meine Kybernetik ist da um mich zu schützen - nun eigentlich. Was passiert, wenn man übertreibt habe ich begriffen und am eigenen Leib erfahren. Wir sollten es also nicht mit der Sonne und ihrer Macht übertreiben Oliver. Stell Dir vor es wären 24 Sentir ausgebildet. Schicht A und Schicht B. Sie sind die Strahlen der Sonne, sie sind so etwas wie bei Euch die Behüter. Werden sie benötigt, steigen sie in die Kugeln oder was auch immer und schließen sich an. Einer übernimmt das Kontrollpult. Dazu müssen sie sich vertrauen und dazu müssen sie ansonsten gut behandelt werden. Sie sollten nicht dauerhaft dort befestigt sein, nicht grundverankert. Die Operationen und alles was dazugehört, wäre dann wie bei vielen Orden Ritus. Etwas das zum Orden gehört und die Hohen Zwölf sind jene die gerade ein Teil der Sonne sind. Die Zwölf Strahlen sollten geehrt werden, geachtet für ihre Leistung und ihr Opfer. Sie gehen eine Symbiose mit einer Maschine ein, für uns. Dazu muss man keine Qualen empfinden. Ich gehe vermutlich eine ganz ähnliche Symbiose mit MAX ein. Oft, sehr oft, aber ich bin nicht fest an ihn installiert oder? Das ist mir wichtig. Sie sollen nicht einfach Speichersticks sein, sondern sie sind es die die Sonne zum strahlen bringen. Sie liefern die Munition, die die Sonne benötigt. So sollte man sie behandeln und nicht wie Schlachtvieh. Deine Gedanken dazu Oli", bat Pierre und massierte Oliver den Schädel.

Oliver Vallis de Souvagne
»Meine Gedanken sind die, dass du Schmerzen mit Folter gleichsetzt. Das ist ein fataler Irrglaube, da du die positiven Aspekte noch nie am eigenen Leib erfahren hast. Das wird sich ändern, wenn wir gemeinsam die erste Paargeißelung durchleben, Liebling«, sprach Oliver sanft. »Die Sentir werden nicht gefoltert, sonst wäre auch die Ausbildung der Tuteurs Folter, weil sie sich dabei anstrengen und Schmerzen empfinden - jeden Tag. Körperliches Training, um so auszusehen wie ein Tuteur und solche Leistungen zu erbringen, ist auch Folter. Man braucht die Sentir nicht aus lauter Mitleid zu verhätscheln, das sind, mit einer Ausnahme, erwachsene Leute, Pierre. Sie wurden nur falsch erzogen. Was, wenn sich keine Freiwilligen finden lassen? Oder keine 24 Endstufler? Nicht jeder Endstufler ist so gelassen wie Darius, die meisten dürften sich eher benehmen wie Kabir. Und durch Messing sind sie nicht zu bändigen. Was also sollte man mit ihnen in der Freizeit tun? Es hatte einen guten Grund, warum sie dort dauerhaft angeschlossen waren. Dahinter steckt kein böser Wille, Pips, ich bin nicht böse. Aber ich sehe nicht ein, warum die Sentir zuvorkommender behandelt werden sollen als Bluthexer, Tuteurs und so weiter.«

Vaden Guilette
Vaden knuffte Fully und drückte ihn an sich. "Weich ist für Ungläubige, wir nehmen die harten Taschengeißler. Wie es mir geht? Fully, ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts mehr. Müde, abgespannt, besorgt, alles um den Kleinen. Dann das Wiedersehen mit Tim. Er war so nah, allein seine Stimme wieder zu hören, war heftig. Weißt Du mit der Zeit verblasst das Bild von einer Person. Natürlich weißt Du noch wie sie aussah, Du erinnerst Dich und würdest sie jederzeit wieder erkennen. Aber versuch Dich mal ganz nah an sie zu erinnern. So als stände man Nase an Nase beisammen. So nah bekommt man das nicht hin. Das Bild verblasst immer mehr. Und das was man in dem Nebel der Erinnerung verliert, ersetzt man durch eigene Vorstellung. Irgendwann ist es nicht mehr die Person, die sie wirklich war. Aber die Stimme, sie bleibt immer gleich. Ich hätte die Stimme unter tausenden erkannt. Yvon ist ein Teil von ihm und mir, ich passe vermutlich dermaßen auf ihn auf und klammere so, weil ich nicht das bisschen Timi verlieren möchte. Zudem ist Yvon auch Yvon, dass ist mir bewusst und dafür liebe ich meinen Kleinen. Manchmal gehe ich ihm sicher auf den Keks. Sicher muss er seine Erfahrungen machen, er ist erwachsen und irgendwann wird er Papa verlassen. Der Lauf der Welt. Und wenn ich ihn nicht laufen lasse, wird er wegrennen. Ronny ist kein schlechter Kerl, er hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Und vielleicht können wir drei es zusammen leichter schultern. Die beiden als Ehepaar und ich als helfender Dritter, der Vater oder vielleicht mal Opa. Ich hoffe jedenfalls das ich mal Opa werde. Aber Tim vermisse ich gewaltig. Er ist nicht mehr das was er mal war, da hast Du Recht, wenn man ihn ansieht. Du musst Deinen Mann nicht nur herumführen und ihm die Welt hier draußen zeigen Fully. Du musst ihm einmal deutlich sagen, was Du Dir wünscht und dann fang vorsichtig damit an. Streichele ihn und sag ihm dabei, dass Du gerne Sex mit ihm hättest. Jetzt, Du sehnst Dich nach ihm. Dann wirst Du sehen, ob er drauf eingeht", grinste Vaden.

Fulcaire
»Was, jetzt?«, fragte Fulcaire ängstlich. Er zog sein korallenrotes Handcom aus der Robentasche und schaute kritisch darauf. »Also gut! Dies ist nichts anderes als eine seelische Geißelung.« Er atmete tief durch und wählte Nethlees Nummer, dabei zitterte seine Hand.
›Ja?‹, fragte es freundlich am anderen Ende der Leitung.
»Ich kann das nicht!«, schrie Fulcaire sein Handcom an. Er drückte es schnell Vaden in die Hand, rollte sich ein und versteckte sein Gesicht hinter den Fingern.
›Fully?‹, fragte es besorgt aus dem Lautsprecher. ›Geht es dir gut?‹
Ohne aufzusehen schüttelte Fulcaire den Kopf und hielt seine vernarbten Ohren zu.

Pierre:
"Ich verstehe Dein Argument und ich gebe Dir zum Teil Recht. Denn ich sagte nicht, dass sie zuvorkommender, oder anders als die Tuteurs behandelt werden sollen. Im Gegenteil, sie wie die Tuteurs zu behandeln, wäre doch genau der richtige Schritt. Ausbildung ist Schwerstarbeit. Für die Tuteurs, die Souvrakasier und für die Sentir ebenso. Aber und jetzt kommt das wichtige aber... die Tuteurs leben in einer Gruppe, die Souvrakasier leben in einer Gruppe. Gibt es da ähnliche Probleme? Nein. Oder kaum. Denn so eine Gruppe, die man auch als Familie bezeichnen kann, ist ebenso selbstregulierend. Zieht man die Sentir also wie Tuteurs auf, sprich man zerstört ihren frühen Zusammenhalt nicht, wird diese Gruppe von fünf Personen sehr effektiv und zudem umgänglich sein. Der Großteil der dortigen Kotzbrocken sind Angstbeißer Oli. Angst vor einer Bestrafung, die wir uns nicht vorstellen können. Würde jemand in einer Tuteurgruppe sich so daneben benehmen, siehe mal Alfie, dann sagen ihm die alten Hasen schon bescheid und er kuscht. Kabir in einer ähnlichen Gruppe hätte nicht nur Personen gehabt, die ihn mögen und die er mag, sondern auch jene die ihn anleiten und sagen so geht das. Und so geht das gar nicht! Das ist der wichtige Unterschied. Bei den Souvrakasiern ist es noch weiter gefasst, da kommen auch neue Mitglieder in die Familie hinzu und jeder wird aufgenommen. Willkommen in der Mitte. Der Backfisch Scion ebenso und hat sich zu fügen. Meinst Du er könnte dort so ausrasten? Nein, kann er nicht. Meinst Du er würde das überhaupt? Nein, da er den Schutz der Gruppe fühlt. Rückhalt Oli, jemanden haben der für Dich da ist, ist eine gewaltige Macht. Du hast gesehen wie Lana mit Kabir umgehen konnte. Wie glaubst Du könntest Du oder jeder andere mit Darius, Ziggi oder sonst wem umgehen, wenn Du ihm nur was Zuneigung schenkst? Oder Timion und Vaden, sie sehnen sich danach und fürchten es, da man sie flasch eichte. Da muss man ansetzen, ansonsten hast Du Recht. Sie waren durch die Droge Nimarux zu bändigen. Sprich wenn einer absolut neben der Spur ist, sollte er damit behandelt werden. Auch gegen seinen Willen zum Schutz aller. Ansonsten hast Du Recht, wie üblich", grinste Pierre.

Vaden Guilette
Vaden nahm das Com vorsichtig entgegen und legte Fully eine Hand auf die Schulter. "Ja Fully und nun Vaden hier Bruder. Höre mir zu. Fully liebt Dich von ganzen Herzen, aber er ist mit seinem Rat am Ende und auch mit seinen Kräften. Du bist glücklich und zufrieden und nichts mehr wünscht sich Fulcaire für Dich. Aber es gibt mehr hinter der Schleuse Nethlee. Fully sehnt sich nach Liebe, Sex und Zärtlichkeit mit Dir. Er möchte sich mit Dir vereinen, endlich eins werden. Dich auf die Weise anfassen, wie man seinen Ehemann anfassen darf. Das wollte er Dir sagen, aber er brachte es nicht über sich Bruder", sagte Vaden sanft.

Fulcaire
»Ah, er hat es gesagt«, jammerte Fulcaire leise. Sein Kopf war hinter seinen Fingern pink geworden. Das sah sehr ungesund aus. Das Com schwieg eine Weile. Nethlee war offenbar überrumpelt. Oder er überlegte, wie er den Korb verpackte.
›So was kann er mir ruhig sagen‹, hörte er Nethlees unverändert freundliche Stimme. Vermutlich konnte Nethlee nicht einmal schreien oder wütend werden. ›Nicht nur in der Welt-vor-der-Schleuse gibt es Sex, wir haben auch hinter der Schleuse Liebespaare. Ich weiß, was Sex ist, aber ich dachte, es ist zu früh für Fulcaire, weil er jedes Mal anfängt zu zittern, wenn wir nah beieinander liegen. Es gibt ja auch rein geistig verbundene Paare, auch das hätte ich akzeptiert, ich liebe ihn doch um seiner selbst willen.‹

Oliver Vallis de Souvagne
»Du weißt doch gar nicht, ob die Sentir alle Angstbeißer sind«, gab Oliver zu bedenken. »Ich finde, du solltest dir ein eigenes Bild von ihnen machen und von der Maschine. Auch solltest du mit Ilyes und Dylan sprechen, den beiden Genetikern, die sie betreut haben. Du bist mir zu schnell mit deinen Ideen und Urteilen, Pips. Man kann einen Sentir nicht mit einem Tuteur oder Souvrakasier vergleichen, schon allein darum nicht, weil sie genetisch keine Souvagner sind!«

Vaden Guilette
"Nethlee er zittert, weil er übererregt ist. Kurzum er ist dermaßen geil, dass er vor Erregung zittert. Und wenn Du ihn dann auflaufen lässt hat er Schmerzen. Komm schon, Du bist männlich, Du weißt wie es sich anfühlt, wenn der Sack spannt. Und das ist alles andere als ein angenehmens Gefühl. Die Erlösung der Selbstlösung ist keine Option, wenn man den geliebten Ehemann im Arm hält. Da möchte man die Erfahrung mit ihm machen. Du sollst natürlich nicht mit Fully Sex haben, damit ihm die Glocken nicht schmerzen. Du sollst mit ihm Sex haben, da er sich nach Dir sehnt, dass es sogar körperlich schmerzt. Es ist nicht zu früh, es ist schon reichlich spät Nethlee. Das klingt vielleicht abgedroschen, aber glaub mir, er braucht Dich geistig und körperlich. Reine geistige Liebe ist möglich, aber sie ist doch etwas anderes. Ich hatte eine geistige und körperliche Beziehung und sie war wunderbar. Versucht es, tastet Euch heran und stellt keine Sterotypen auf. Das muss man so und jenes so machen. Wie geht das? Das gibt es nicht. Legt Euch nebeneinander. Was möchtest Du? Was willst Du fühlen und erfahren? Mache es mit Deinem Mann und wenn die Welt es für komisch, albern oder keinen Sex hält - völlig gleich. Gehe so mit ihm um, lass ihn ebenso mit Dir umgehen. Bewerte nichts nach anderer Leute Maßstäbe. Es gibt nur eine Wertung, fühlt es sich gut an? Dann ist es richtig, denn die Person die Dir das Gefühl schenkt, ist die richtige. Verstehst Du?", erklärte Vaden.

Pierre:
"Ja ich bin immer schnell, dass weißt Du. Manchmal sogar zu schnell. Ich schloss von Kabir und seinen Berichten bezüglich seiner Kindheit und jenen von Timion auf alle. Warum sollten nur die beiden isoliert worden sein? Das ist unlogisch. Warum sind sie keine Souvagner? Sie wurden auf unserem Grund und Boden geschaffen und ich meinte auch mit Souvagnischem Genom, gemischt mit Tieflingen. Ich werde mir ein eigenes Bild der Maschine machen und der Ärzte, gemeinsam mit Dir an meiner Seite Oli. Warum sind sie für Dich keine Souvagner? Erläutere mir das", antwortete Pierre und kuschelte sich an Oliver an.

Nethlee
»Ja, ich verstehe, Bruder. Dass du so schöne Erfahrungen mit deinem Mann machen durftest, freut mich für dich. Das würde ich mir auch wünschen, Herz, Geist und Körper in Harmonie vereint. Ich habe völlig verkannt, wie es Fulcaire gehen muss, wir hätten miteinander darüber sprechen sollen, aber ich glaube, wir beide haben uns ein bisschen geschämt und wollten vor dem anderen nicht als lüstern dastehen. Natürlich kenne ich den Schmerz unerfüllter Sinnesfreuden, aber ein Bluthexer kann mit Schmerzen gut umgehen, daraus lernen oder ihn ignorieren. Aber dass Fulcaire bereits darunter leidet, das wusste ich nicht. Danke für deine einfühlsame Erklärung. Genau so werden wir es versuchen, Bruder.«

Oliver Vallis de Souvagne
»Sentir sind mit allen Völkern genetisch kompatibel. Sie haben keine genetische Mauer! Genügt das nicht als Beweis, dass sie keine Souvagner sind? Sie können mit Fremdlingen« - Oliver spie das Wort regelrecht aus - »verpaart werden! Das kann kein Tuteur, kein Souvrakasier und erst recht keine Souvagner von meinem edlen Geblüt!«

Vaden Guilette
Vaden tippte Fully gut gelaunt an. "Sicher können wir mit Schmerzen umgehen, aber mit diesen Schmerzen muss man anders umgehen. Lüsternheit auf den eigenen Mann ist ein Zeichen von tiefer Liebe Nethlee, das zeigt, dass Du ihn begehrst. Das ist ein sehr wichtiges Zeichen, Du liebst seinen Geist und seinen Körper. Manchmal benötigt man Sex, manchmal eine ganz liebevolle Umarmung und nichts weiter als mit den Köpfen aneinander gelehnt einzuschlafen. Finde es mit Fully heraus und ich wünsche Euch das gleiche Glück und die selbe Zufriedenheit von ganzem Herzen Nethlee", sagte Vaden freundlich.

Pierre: "Du hast Recht, sie können sich ungehindert mit jedem Volk vermehren. Sie haben keinen Schutzmechanismus was die Vermehrung angeht wie die Tuteurs oder Souvrakasier. Und wir können es ebensowenig. Das müssen wir abklären lassen. Siehe Lana, als Beispiel", grübelte Pierre und rollte sich auf den Rücken.

Fulcaire
Fulcaire rollte sich wieder aus. Er war noch immer pink, aber er grinste verschwitzt. Er angelte sich das Handcom zurück. »Danke, Vaden«, flüsterte er und presste sich das Com ans Ohr. »Ich bin`s, Schnucki«, grüßte er und rutschte der Länge nach zwischen Vaden und die Sofalehne, wo er voll Sehnsucht, aber glücklich mit seinem Verlobten telefonierte.
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Urheber: Baptiste Lafontaine from Bordeaux, France, Quelle: Hitman @ Paris Games Week 2012,
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Kabir
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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#6

Beitrag von Kabir » Fr 6. Sep 2019, 08:04

Phiole


Kabir sass mit den anderen im Wohnzimmer und fühlte sich völlig fehl am Platz. Vaden und Fulcaire klärten gerade dessen Beziehung, während Vaden einen Riegel nach dem anderen ass.

Kab hätte selbst gerne zugegriffen, da die Riegel garantiert nicht mit irgendwelchen Drogen oder Giften präpariert waren. Aber er verkniff es sich. Vermutlich hätte das nur unnötigen Ärger gegeben. Essen konnte er immer noch die kommenden Tage. Und bei Lana hatte er zwei Stück Kuchen gegessen.

Als er an Lana dachte, fiel ihm ein, dass er gar nicht ins Krankenhaus gehen konnte. Für das Bein schon, die OP würde nicht lange dauern und er konnte sie Zuhause auskurrieren. Aber das mit dem Arm konnte er vergessen. Erstens hatte er kein passendes Implantat mehr im Kopf um es zu steuern. Und zweitens würden beide OPs Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem die Genesung nach der Hirn OP, dafür hatte er jetzt keine Zeit.

Zumal vielleicht vorher der alte Puce-Chip entfernt werden musste. Er hatte ihn deaktivieren lassen, kurzum er war zerstört, aber noch da. Die Arm-OP hing an mehr, als nur dem künstlichen Arm.

Möglicherweise war er ohne die OP besser dran, wer wusste schon, wie er das verkraften würde. Und sich wieder im Schädel rumschneiden lassen? Allein der Gedanke daran verursachte ihm ein mulmiges Gefühl. Er würde sich das Bein operieren lassen. Das war es und sich einige Medikamente für den Psychoscheiss aufschreiben lassen.

Er konnte nicht wochen- oder monatelang im Bett liegen und Lana samt dem Küken schutzlos zurücklassen.

Und er traute Oliver nicht. Nun er traute niemandem, bis auf Lana. Oliver hatte zugesagt ihm zu helfen. Er hatte versprochen, dass er nicht zurück in die Sonne musste. Aber der Ducgemahl hatte auch gesagt, dass er die Sonne wieder aktivieren wollte. Er wollte diese Maschine samt ihrer Funktion behalten. Das was der Doc gesagt hat, ließ ihm regelrecht das Wasser im Mund zusammen laufen. Ob Oliver es ernst meinte, konnte er auch noch nach einem Jahr beweisen, wenn das Kleine geboren war. Falls er sich dann nicht schon längst an seine Einschränkung gewöhnt hatte.

Gerade noch in seinen Gedanken versunken rief ihn Aidan. Er stand vor dem Palast und hatte die Phiole dabei. Kab war erleichtert und besorgt zugleich wegen Aidan. Noch war alles im Umbruch was den Orden anging. Es war ihre Chance zu gehen. Einen Schnitt unter all das zu machen.

Kab tippte Ziggi an und nickte Richtung Tür. Der andere Sentir musterte ihn kurz, folgte Kabir aber nach draußen.

'Was ist los?' , hakte Ziggi nonverbal nach.
'Der Kollege mit der Phiole ist da. Ich möchte sie Dir überreichen, damit Du sie Oliver gibst. Ich werde ins direkt ins Krankenhaus gehen. Bei Dir ist sie gut verwahrt', antwortete Kab mental.

Sie liefen eine Weile und vor dem Tor stand wie verabredet Aidan. Er schaute misstrauisch von Kab zu Ziggi.

"Boss", grüßte er Kabir knapp.
"Das ist Ziggi, er wird dem Ducgemahl das Päckchen überbringen. Wir beide reisen weiter in die Stadt", erklärte Kab und hielt die Hand auf.

Aidan drückte ihm die eingepackte Phiole hinein. Weder ihm, noch Ziggi war es entgangen, dass Kab bewusst den Namen von Aidan nicht erwähnt hatte. Kabir wickelte kurz die Phiole ein Stückchen aus, dann überreichte er sie Ziggi.

"Für Oliver persönlich, wir sehen uns", sagte Kabir und machte sich umgehend mit Aidan auf den Weg.

Ziggi schaute beiden nach und fragte sich, ob es immer so laufen würde. Für die Souvagner waren sie abnorme Tieflinge. Für die Tieflinge waren sie verdrehte Souvagner. Nicht mal unter ihres Gleichen akzeptierten sie sich, denn füreinander waren sie Todfeinde.

So musste es nicht laufen, dass war einst Timions Traum und dieser Traum lebte noch. Ziggi ging zurück um die Phiole Oliver zu übergeben.

Aidan wartete, bis sie ausser Hörweite waren.

"Ein Duo sucht nach Dir, sie stellen in den Gossen Fragen nach einem Sentir. Versteckt, aber doch offensichtlich genug. Die Souvagner werden es nicht sein, Du warst hier, sie hätten Dich gehabt Kab. Entweder hat wer mit Dir eine Rechnung offen oder der Sentir sucht Hilfe", flüsterte Aidan.
"Das Schnüfflerduo sind Sentir?", fragte Kabir erstaunt.

"Nein nur einer von ihnen, klein und mausgrau sucht er nach einem Kollegen. Begleitet wird er von einem großen Kerl mit schwarzen Haaren und einen riesigen struppigen Tier, einem Hund vermutlich", antwortete Aidan und führte Kabir zum Shuttle.
"Lass uns direkt der Sache nachgehen, ich will wissen, wer uns da auf den Fersen ist und warum", gab Kabir zurück.

Das Shuttle hob wenige Minuten später ab und schoss Richtung Obenza davon. Es galt einem neugierigen Sentir auf den Zahn zu fühlen.

Kabir
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Re: 15 Kapitel 15 - Olis Inqisition

#7

Beitrag von Kabir » Sa 7. Sep 2019, 01:38

Keine Ruhe für Kabir


Timion ging es so gut, wie es einem als Ghul nur gehen konnte. Von den Zwillingen wurde er regelrecht gemästet mit Fleisch und Wasser. Kaum hatte er einen Teller leergefressen, wurde ihm die nächste Köstlichkeit vor die Nase geschoben. In seinem Trinkwasser war zudem stets ein Schluck Hochprozentiger, damit es ihm ein wenig besser ging. Für Unterhaltung sorgte die Rakmusik aus dem kleinen transportablen Lautsprecher, den man an das Handcom anschließen konnte, so dass Timion obendrein Tag und Nacht beschallt wurde. Soka redete zudem ununterbrochen, rauchte und machte das Zimmer so unordentlich, dass Zaccaria, der Ordnung liebte, kaum hinsehen konnte. Dazwischen turnten auch noch Yvon und Ronny herum und machten alles nur noch chaotischer. Zaccaria ging vor die Tür, der Lärm war unerträglich. Er zückte sein Handcom, um zu sehen, wo sie alle blieben. Zunächst wollte er Vaden anrufen, entschied sich dann aber, einem Impuls folgend, doch für Kabir. Er wählte den Kontakt und lauschte gespannt dem Piepton.

Kabir
Kab dachte darüber nach, welcher Sentir wohl mit ihm eine Rechnung offen haben konnte. Er kam zu dem Schluss, jemand der einen Streit mit ihm überlebt hatte. Viele waren es nicht, genau genommen fiel ihm kein einziger Kollege ein, der einen ernsten Streit überlebt hatte. Und mit jenen die ihm ans Leder konnten, wie Darius stritt er erst gar nicht. Jedenfalls versuchte er es. Aurora war etwas anderes gewesen und er hatte sie nur besiegt, weil er sie fast überzeugt hatte. Überzeugt von Timions Traum und ihrer Realität. Aber bevor sie ein Duo hätten werden können, hatte er sie getötet. Sie beide hatten sich getötet und Ziggi hatte er genau das angedroht, was er eigentlich zukünftig verhindern wollte. Kab musterte kurz Aidan der das Shuttle flog. Aidan den Ex-Büttel hatte er gerettet, um ihn ein ganz ähnliches Schicksal zu ersparen. Eigentlich hätte ihn Aidan nicht geschert. Aber er hatte sich und Tim etwas versprochen, er hätte heute zugehört. Er hörte zu, er hörte was Aidans Leitwolf sagte und er streckte ihn nieder. Und nun war Aidan an seiner Seite, wie ein 40 Jähriges Riesenbaby dem er alles beibringen musste. Er war ein Souvagner, wie Tim und irgendwie versuchte er ihm zu vertrauen. Aidan hingegen vertraute ihm, warum auch immer. Vielleicht aus Dankbarkeit, möglicherweise aus Hoffnung. Kab hoffte er konnte dem gerecht werden. Das was er zu Ziggi gesagt hatte, hätte nicht sein müssen. Gerade nicht zu dem Kumpel von Tim. Aber Ziggi war schon zu lange im Trott um zu erkennen, welche Gefahren sich dort erneut am Souvagnischen Himmel für sie zusammenbrauten. Nun Ziggi war Ziggi und Aidan war Aidan. Er konnte nicht die Welt retten, er musste zwischendurch auch mal was trinken oder Wasser abschlagen. Sein Com klingelte und Kab ging ran. "Zac", sagte er freundlich und er freute sich wirklich ihn zu hören. Auch wenn Zac lästig war wie Kacke am Schuh, er war zuverlässig und nervtötend. Genau das konnte er gerade gebrauchen.

Zaccaria
»Kab«, grüßte Zaccaria zurück. »Wollte mal horchen, wo ihr bleibt. Die Nobbys stellen die Bude auf den Kopf und weder Yv noch Ronny halten es für erforderlich, sie zu bremsen. Es sieht hier aus wie Sau und ich kann keinen Chaosrak oder O-Beg mehr hören! Irgendwer Erwachsenes soll sich hier mal drum kümmern, ich dreh hier noch durch!«

Kabir:
"Also Aidan oder Lana. Lana hat keine Zeit, sie ist schwanger sie muss sich schonen. Wir sind gleich da, müssen aber nochmal los. Scheinbar schnüffelt wer in unseren Angelegenheiten herum. Ein Kollege, wir hören keinen O-Beg, Du kannst uns also begleiten, wenn Du Bock auf ein bisschen Action hast", sagte Kab gut gelaunt, während Aidan die Augen schmal zog.

Zaccaria
»Ich bin dabei«, rief Zaccaria gut gelaunt. »Holt ihr mich ab? Ich bring Proviant mit.« Die Proviantmasche stimmte in der Regel jeden milde. Er hatte noch nie erlebt, dass eine Bitte um ein Treffen ausgeschlagen wurde, wenn er sich erbot, Alk oder etwas zu Essen mitzubringen. Zudem hatte er nicht vergessen, dass er Aidan noch eine Entschuldigung schuldete.

Kabir:
"Ja sicher holen wir Dich ab. Zu dritt ist es sicherer als zu zweit. Warum wirst Du gleich erfahren. Proviant klingt super, ich erzähle Dir gleich was los war. Du müsstest uns schon sehen", sagte Kab, während Aidan schon tiefer ging. Das Shuttle landete ganz in der Nähe des Schachts. Aidan und Kab warteten auf Zac. "Er bringt was zu Essen mit hat er versprochen", grinste Kab. "Dann wird er das hoffentlich auch tun, ich hätte auch dran denken können. Aber ich bin direkt aufgebrochen und habe die Phiole besorgt", antwortete Aidan und grinste Kabir an. "Was ist in der Phiole?", fragte Kabir kichernd. "Energiedrink", prustete Aidan. "Böser Aidan", lachte Kab gut gelaunt. "Die Suppe ist hier drin", flüsterte Aidan und zückte einen kleinen silbernen Flachmann. Kabir tastete den Flachmann mental ab. "Ja was das Wissen wohl besagt? Heb es auf, wir brauchen es vielleicht noch. Verwenden werden wir es nicht, vorerst jedenfalls nicht. Irgendwie wird die ganze Welt zum Orden, jeder bescheißt jeden", warf Kab ein und legte die Füße auf dem Amaturenbrett ab. "Kriecht Zac auf den Brustwarzen her oder warum braucht der so lange?", fragte Aidan verwundert, was Kabir loswiehern ließ vor Lachen.

Zaccaria
Zaccaria indes hatte ein wenig länger gebraucht, da er sich noch von den anderen verabschieden musste. Da zwei davon Grob-Nobs waren, dauerte das entsprechend lange. Anschließend packte er noch Essen und Getränke in seinen Rucksack, ehe er endlich aufbrechen konnte. Als er den Schacht hinaufstieg, wartete zu seiner Überraschung schon das Shuttle neben dem Eingang. Er hatte damit gerechnet, noch in Ruhe eine rauchen zu können, aber so war es besser. Er riss die Tür der Rückbank auf, warf den Rucksack hinein und machte es sich bequem. Er grüßte sowohl Kabir als auch Aidan mit Handschlag. »Wir haben Pizza und Hirn zur Auswahl. An Alk gibt`s Ayrash, das ist irgendwas Rakshanisches und Selbstgebrannten. Für dich hab ich dann noch was, Aidan. Aber das gebe ich dir unter vier Augen.« Er schnallte sich und auch den Rucksack an. »Wir können! Wohin geht es überhaupt?«

Aidan:
Aidan warf einen Blick auf die Rückbank und grinste erfreut. "Für mich persönlich? Danke, womit hab ich das verdient? Wir müssen nach Obenza rein, die unteren Distrikte. Darf er wissen worum es geht Boss?", hakte Aidan nach und startete das Shuttle. Sanft hob es ab und sie schossen Richtung Obenza davon.

Kabir:
"Er darf, ich kläre ihn auf. Ich war die ganze Zeit über in Souvagne, da mich der Ducgemahl rufen ließ. Warum weiß ich nicht so genau, er hatte bereits einen anderen Sentir vor Ort - Ziggi. Du hast mitbekommen, als ich gerufen wurde. Jedenfalls ging es eigentlich um Vaden und Sophie. Wir haben herausbekommen wer sie war, eine Handlangerin von Osmund von Wigberg. Jenen Typen den Du in der Sonne angeschossen hattest. Im Club Neurotoxin hat sie eine Phiole flüssigen Wissens gesucht aber nicht gefunden. Sie sagte gibt es da noch einen Club? Und da ist mir der Club im Club eingefallen, sprich das Hinterzimmer. Also habe ich direkt Aidan losgeschickt die Phiole zu besorgen. Während dessen befragte Oliver zwei Ärzte aus unserem Orden. Sie standen unter dem Zungenlockerer und ich stehe auch noch drunter. Sie sagten die Wahrheit, wenn auch recht unglücklich. Die Sonne war nicht nur ein Herstellungsgerät für Flüssigwissen, sondern es ist eine Endschlagwaffe. Es gibt keine Abwehr gegen sie. Kein Magier kann sich vor ihr schützen und genau das was Osmunds Plan. Er wollte die Bluthexer und die Himmelsaugen auslöschen und zwar am... 1080 irgendwann. Damit wären sie alle binnen eines Gedankens gestorben. Oliver, Vaden, jeder Bluthexer ob groß oder klein. Sogar jene in den Tanks. Alle wären vernichtet worden. Wir wussten also nun was die Sonne war und erfuhren auch wer Sophie ist. Aber anstatt zu überlegen, wie man die Sonne für immer demontieren kann, überlegt Oliver, wie er sie nutzen kann. Ich verhandelte als ich sagte, dass ich die Phiole in unserer Hand habe. Alles was ich wollte war Hilfe. Er sagte sie mir zu, für mein Bein, für meinen Arm und soll ich Dir was sagen? Ich hätte ihm gerne geglaubt. Nur einmal im Leben jemanden gegenüber zu stehen, der mich nicht anlügt. Ich hätte ihn auslesen können, ich tat es aber nicht. Er gehört zur Krone, lange antrainiert, man liest sie nicht aus. Jedenfalls hätte ich ihm vertrauen müssen. Ich bot die Phiole, mein Wissen und meine Loyalität gegen seine Hilfe. Er sicherte mir die Behandlungen zu. Aber was nützen die Behandlungen, wenn die nächsten wieder in die Abgrundmaschine gestopft werden? Gut könnte mir gleich sein. Heute ist es mir aber nicht mehr gleich. Und solange die Sonne existiert, besteht auch die Möglichkeit dass ich wieder da rein muss. Wobei ich bin eigentlich doch kein Souvagner mehr, ich gehöre Lana. Wird aber auch keinen interessieren, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollen. Zudem gingen die Behandlungen nicht, ich muss auf Lana aufpassen. Da kann ich nicht krank mit dem Arsch im Bett liegen für Monate, wegen den OPs. Aidan brachte mir die Phiole, ich gab sie Ziggi, damit er sie Oli gibt. Dann flogen wir ab. Aidan erzählte mir, dass zwei Personen mit einem Hund nach mir suchen. Ein Sentir und ein Mann mit langen schwarzen Haaren. Sie horchen sich bei den Dealern und so um. Sprich sie sind in den Gossen, entweder eine offene Rechnung oder ein Flüchtling, wer weiß", sagte Kab und deutete auf die Verpflegung. "Kann ich was davon haben? Und bei Dir? Wie sieht Tim aus? Geht es ihm gut? Du siehst fertig aus, Vaden ist zusammengebrochen und kollabiert", sagte Kab.

Zaccaria
Zaccaria schnallte den Rucksack ab. Das gesamte unförmige Ding folg nach vorn zu Kabir. »In der Pappe sind Pizzareste und in der Brotdose Gehirnwürfel. Irgendwo ist auch eine Gabel. Bedien dich, nur das in der Alufolie lass in Ruhe, das ist für Aidan.« Er schaute rüber zu Kabirs Begleiter. »Ich sag dir dann später, wofür das ist. Ist nichts Böses, Kabir, das musst du mir ausnahmsweise glauben.« Zaccaria grinste mit einem Mundwinkel. »Timion sieht besser aus, viel besser! Die zwei Nobbys sind mega ätzend, aber sie verstehen was von Ghulen. Sie verhindern, dass er schläft, indem sie Krach machen, damit er nicht aufhört zu essen und zu trinken. Inzwischen kann er allein den Nachttopf benutzen, was auch bitter nötig ist bei dem, was sie alles in ihn reinstopfen. Yvon hat bestimmt allein in den letzten Stunden fünf Mal das Ding ausgeleert. Timion sieht wieder richtig saftig aus, er ist nicht mehr braun, sondern rosig. Ein Jammer, dass Vaden zusammengeklappt ist, hat aber den Vorteil, dass er seinen Mann wieder richtig frisch vorfinden wird. Du wirst also gejagt und ich habe die MP zu Hause gelassen. Na prima. Aber wenn du gejagt wirst, warum kommst du deinen Häschern entgegen? Ist das nicht irgendwie sinnentstellend? Zu Prince Oli habe ich meine eigene Meinung. Zu allererst muss man festhalten, er ist der Erste, der mir zugehört hat! Er und Audric! Bedenke, dass sein Mann ihm fast blind vertraut. Was Oli sagt, wird gemacht. Nur dank Oli lebt Timion, nur dank ihm wurde letztlich auch Osmund abgeballert. Vergiss das nicht. Meinst du wirklich, dass er dich zurück in die Sonne stecken will? Und was war nun in der Phiole drin?«

Aidan:
Aidan hob seinen Flachmann. "Das war in der Phiole drin, jetzt haben die dort Taudis 969 drin, der Energy-Drink der besonderen Klasse. Schmeckt nach Champus-Erdbeer-mit Schleimer Zuschuss. Ich dachte wenn es ein Royal runtergurgelt, soll er nichts zu meckern haben", lachte Aidan, was auch Kab grinsen ließ.

Kabir:
"Freut mich zu hören, da habe ich mich ja nicht umsonst gemolken. Nein das ist logisch Zac, wenn Dich jemand verfolgt, dreh den Spieß um. Die meisten rechnen mit allem, aber damit nicht. Lass Dich ein Stück verfolgen, flieh in eine dunkle Gasse und bereite ihm einen tödlichen Empfang. Aber ich will die Schnüffler nicht töten, ich will mit ihnen reden. Sind sie feindlich gesinnt, töte ich sie, allein schon wegen Lana und der Kurzen. Und sind sie friedlich, bleibe ich das auch", sagte Kab und nahm sich die Pizzareste. "Das stimmt, was Glaubenssachen angeht, verlässt sich der Duc absolut auf seinen Ehemann. Olivers Wort ist Gesetz. Sie ziehen fast immer an einem Strang, das war auch im Taudis so. Wobei Oliver da einmal ausgerastet ist und seinen Mann sogar zusammengestaucht hat. Du hast Recht, Oliver hat Dir zugehört und mein Leben damit schon einmal in den Abgrund getreten. Nur weil ich die Wahrheit nicht so genau nahm. Aber Francis was? Ob er mich zurück in die Sonne stecken will, weiß ich nicht mit Sicherheit. Aber ich möchte es nicht herausfinden. Am liebsten würde ich mir einen Flecken suchen, wo mich keiner packen kann. Aber das geht nicht wegen Lana und der Kleinen. Irgendwie muss ich das so hinbekommen. Im schlimmsten Fall hoffe ich dass sie sie verschonen, falls sie mich holen wollen", antwortete Kab Zac und reichte ihm den Rucksack zurück. "Warum scheißt Timion soviel? Was stimmt mit ihm nicht?"

Zaccaria
»Wer viel isst, der scheißt auch viel, das ist ein Naturgesetz, Kab«, lachte Zaccaria. »Wer viel isst und nicht scheißt, bei dem läuft was schief. Oli hat dein Leben nicht in den Abgrund getreten, das hast du sehr schön selbst hingekriegt. Aber du bist immer noch da, mit einem Arm weniger, aber was soll`s. Notfalls wedelst du eben mit der anderen Hand. Warum kannst du nicht in Kleinsouvagne bleiben? Wenn das nicht geht, dann zieht doch zu den Grob-Nobs in die Wüste, ich habe gehört, das soll da ganz gemütlich sein, wenn man auf Wellblechhütten steht. Oder gleich Obenza? Der Sentir, der dich jagt, gehört garantiert zu Francis aka Osmund. Warum sonst sollte er dich suchen? Aber wie wollt ihr die zwei finden, ich meine, Obenza ist nicht gerade klein.«

Kabir:
"Ich muss nicht mit der Hand wedeln. Auch wenn das die meisten tun, sprich die Bewegung mit dem Körper vollziehen, die sie gedanklichen ausführen wollen. Eine Wurfgeste zum Beispiel wenn sie etwas werfen wollen. Im Grunde könnte man auch stocksteif stehen bleiben. Das Gefuchtel ist nur mentale Unterstützung, sozusagen eine Eselbrücke für die eigene Konzentration. Wie wenn Du zum Zählen die Finger benutzen würdest, dass ist das gleiche Spiel. Tja einen Arm weniger und noch zig andere Probleme. Ich kann hier bleiben, aber dann wäre Lana in Gefahr, wenn sie mich jagen. Sie ist allerdings auch in Gefahr, sollte ich woanders leben. Dann würde man sich als Köder einfangen und mir vor die Nase halten, nicht wahr? Komm her oder ihr geschieht was. Kommen Dir die Gedanken bekannt vor? Ich habe gar nichts hingekriegt, wenn ich ehrlich bin. Außer ein einziges Mal, als ich meine Schützlinge vor Aurora beschützt habe. Der Rest, tja. Den habe ich mir weder ausgesucht, noch drum gebeten. Ich hab nur versucht zu überleben, dass ist alles. Wie ich ihn finde? Nun ich folge seiner Spur, entweder jedem Dealer oder jemand der ihn berührte. Ich versuche seine Fährte aufzunehmen. Nutzt er seine Gabe habe ich ihn direkt, was er allerdings auch wissen dürfte. Wir klappern also die Dealer zuerst ab, dann sehen wir weiter. Naja aber das einer so viel scheißt ist mir neu. Gut ich habe auch schon Leute Unmengen kotzen sehen, was mich dann doch erstaunte. Und selbst? Was wird nun aus Dir wo Vaden wieder in Souvagne ist, Yvon und Ronny ein Ehepaar und die Grob-Nobs Timion auf Vordermann bringen? Was ist jetzt Dein Lebensinhalt Zac? Außer mir bei der Jagd helfen und mich mit Futter zu versorgen", grinste Kab.

Zaccaria
»Mein Lebensinhalt - ich habe keinen mehr. Ich bringe noch alles vernünftig zu Ende. Timions Genesung betreuen und danach winke ich ihm und Ronny samt Yvon hinterher. Ich glaube kaum, dass sie im Schacht bleiben wollen. Nicht jeder steht auf Bunkeranlagen. Bislang hatte ich die Schachtsoldaten auf Tag T vorbereitet, den Sturm von Kleinsouvagne. Lana und Konsorten rausfegen. Der Plan wurde verworfen. Das Hüten des Leichnams - obsolet, wenn der Leichnam herumspaziert. Ich kann jetzt die Spacken noch betreuen, die weiter durch die Gänge kriechen, ich hab da noch paar Kumpels außer Ronny, aber es ist nicht mehr das Gleiche. Für ein friedliches, zurückgezogenes Leben in aller Bescheidenheit bin ich nicht gemacht, Kab. Ich denke, ich werde mich einer Söldnertruppe anschließen, dann habe ich wenigstens was Sinnvolles zu tun. Oder ich gehe zum naridischen Militär, die suchen immer Leute, mal schauen.« Dann musste er wieder grinsen. »Mit Wedeln, Kab, meinte ich, dass du dir jetzt mit der anderen Hand einen von der Palme wedeln musst. Ich wusste gar nicht, dass ihr Sentir das ganz ohne Hände macht, aber eigentlich ist das logisch, wenn ich es mir recht bedenke.«

Aidan:
Aidan musste über das Gesicht losprusten vor Lachen, das Kabir zog. "Ich denke er meinte was anderes mit wedeln als Du gerade", lachte sich Aidan schlapp.

Kabir:
"Ich meinte absolut was anderes. Nun theoretisch könnte ich mir mental wie physisch einen von der Palme wedeln, aber das ist nicht nötig. Wenn ich geil werden will, muss ich mich nur meinem Kampfgefühl hingeben. Gut dafür muss dann einer ins Gras beißen, aber irgendwas ist ja immer. Ansonsten wurde ich nur zweimal geil und das verdanke ich Lana. Du willst Dich also umbringen? Dafür musst Du doch nicht bis Naridien fahren Zac. Du könntest Dir allerdings auch eine neue Aufgabe suchen. Ich habe auch keine mehr, ist ein Angebot, nimm es an oder lass es sein. Ich denke Ronny bleibt Dein Kumpel und Yvon auch. Die haben nur gerade mit sich zu tun. So ist das bei den meisten. Jedenfalls all jene die ich ausgelesen habe, weil mich interessierte, warum sie so zusammenkleben. Sie lieben sich. Das sagt man so leicht, sie lieben sich... klingt einfach, schlicht. Aber dabei ist es meist ein gewaltig tiefes Gefühl. Das tiefste an reiner Liebe ohne dass Wedeln ist, die Liebe von Mutter zu Kind oder Vater zu Kind. Ich habe sie ausgelesen, wenn ich sie sah. Wie sie sich anschauten und ich mich fragte, warum es so ist. Sie vertrauen sich vollkommen. Ich hoffe unsere Kurze wird Lana auch so vertrauen. Timion wird immer Deine Hilfe benötigen, irgendwann ist er zwar wieder fit und sieht normal aus, aber er sollte schon wissen, wem er das zu verdanken hat. Manchmal frage ich mich das Gleiche wie Du Zac. Genau betrachtet haben wir beide keinen Platz hier auf dieser Welt. Es gibt keinen Ort wo wir sein sollten und es gibt keine Person die uns vermissen würde. Wir sind da, vermutlich ein Zufall oder eine Laune", sagte Kab während Aidan landete.

Zaccaria
»Ja, als ob man zu viel ist. Wie ein Pickel der Gesellschaft, keiner braucht einen, man ist unerwünscht, bestenfalls geduldet. Dann schafft man sich Sinn. Nein, ich will nicht sterben, Kab. Aber mir ist langweilig. Ich habe nicht überlebt und bin so weit gekommen, um dann im Schacht sinnlos zu verfaulen. Timion wird nicht ewig meine Hilfe benötigen, er hat seinen Mann und seinen Sohn, samt Schwiegersohn jetzt sogar. Sie sind eine Familie. Vaden hat mich zwar mehr oder weniger adoptiert, aber ich denke, er hat das nicht bis zu letzten Konsequenz bedacht. Er adoptierte einen erwachsenen Mann, den er nicht kennt. Wenn du tötest, dann geht dir also einer ab? Da hast du dann gestrichen die Hosen voll.« Er feixte. »Liebe, tja. In der Regel ist es wohl eher mögen und dann akzeptieren, dass sich die Wege eh wieder trennen. So ist das. Weißt du, auf wen ich neidisch bin? Du kannst raten!« Er schaute durch die Scheibe nach draußen.

Kabir:
"Nein normalerweise geht mir da keiner in der Hose ab, sondern ich fühle mich high. Higher als high, wie unter Drogen. Das Gefühl von Sex und Kampfrausch ist nicht zu vergleichen, aber beides ist Extase. Ich verstehe absolut was Du meinst. Vaden könnte es nicht zu Ende bedacht haben. Oder Du hast nicht zu Ende bedacht, dass er es vielleicht doch hat. Sprich dass er genau weiß, was er getan hat. Warum hat er mich gerettet? Er hätte froh sein sollen, dass ich mich geopfert habe. Jemanden heiß zu finden, ist etwas anderes als ihn zu lieben. Wie Du eine Mutter lieben würdest. Das wollte ich wissen, warum sie so fühlen und sich so nah sind. Ich verstand es nicht, aber ich wollte es gerne verstehen. Darum habe ich sie ausgelesen, Mütter und deren Kinder. Vorsichtig ohne ihnen zu schaden. Sie vertrauen sich und sie haben ein Band zueinander. Die Mutter trug es unter dem Herzen, das Kind vertraut ihr schon vor der Geburt. Das ist ein Band das wir nicht haben. Du hast auch keine Mutter, vielleicht fühlen wir deshalb gleich Zac. Auf wen Du neidisch bist? Timion, Dein persönlicher Held. Wobei eigentlich ist er genau dass, er hat es wenigstens versucht und am Ende hat er es geschafft. Sei ihm gegönnt und jenen die er damit aus dem Mist zieht", antwortete Kabir und stiegt aus dem Shuttle.

Zaccaria
Zaccaria angelte nach seinem Rucksack. »Neidisch darauf, ein Ghul zu sein? Nein. Ich vergöttere ihn, aber ich werde nie so sein wie er. Wir sind grundverschieden. Mein Neid gilt Marlin, Tekuro und Bellamy. Unsterblich und sich seit Jahrhunderten treu ergeben. Die haben Spaß miteinander und bei ihrer Jagd, Spaß als Beißer zu leben, wissen genau, was sie wollen und wie sie es erreichen. Sie haben ihren festen Platz, inmitten einer so liebenden Gemeinschaft, dass es schon an Kitsch grenzt. Welche Liebe du gemeint hast, ist mir schon klar. Ich sehe nicht so aus, aber ich kenne das Gefühl. Ich hatte Eltern, ich hatte eine Schwester und viele Kameraden. Und ich hatte Timion. Schon möglich, dass Vaden tatsächlich wusste, worauf er sich einlässt, aber es ist schwer vorstellbar. Er ist ein guter Kerl und ich fühle mich wohl in seiner Gegenwart. Ich denke, wir beide fühlen gleich, weil uns beiden die Kindheit geraubt wurde, Kab«, sprach Zaccaria ernst. »Ich denke, das ist es, was uns von anderen unterscheidet. Wir haben wichtige Reifephasen einfach mal übersprungen. Das konnte nicht reifen, das musste sofort funktionieren. Es hat funktioniert, aber um welchen Preis? Irgendwas ist dabei kaputtgegangen und das kann niemand mehr reparieren. Lana täuscht sich. Sie meint es gut, auch mit dir, aber auch sie kann dich nicht heilen. Das ist die große Lüge, für die sie lebt. Von welchem Angebot hast du gesprochen?« Er schulterte seinen Rucksack und schlug die Tür zu.

Kabir
"Du hast die Kindheit verloren, ich hatte keine. Ebensowenig habe ich Eltern, ich habe Spender. Das ist alles. Aber schlecht waren sie nicht, sonst wäre ich kein Endstufler. Vielleicht sollte ich mich nicht daran messen, aber das ist so drin. Denn danach wurden wir gemessen. Lana muss mich nicht retten oder heilen. Sie ist für mich da und sie ist gut zu mir, wir mögen uns und ich vertraue ihr. Du kannst Dir denken, was das für mich heißt. Mit den Vampiren hast Du Recht, sie leben das Ideal, dass alle anstreben und die wenigsten erreichen. Sie leben fast wie die Bluthexer. Sie sind eine echte Familie, sie halten zusammen, sie stehen sich bei und sie lieben sich. Darauf darf man neidisch sein. Ich gönne es ihnen, Dir, Aidan, ich gönne es jedem. Sich von allem isoliert zu fühlen, ist ein verdammt beschissenes Gefühl. Wenn Du weißt, Du bist der Einzige der für Dich da ist. Und meist bist Du noch hilflos anderen ausgeliefert. Spielball des Schicksals. Aber darüber sollten wir uns nicht den Kopf zerbrechen, sondern darüber wie wir es ändern können. Die Vergangenheit ist wie sie ist. Glücklich ist, der vergisst, was nicht zu ändern ist. Viel Wahres dran", sagte Kabir während er Zac und Aidan durch die Gassen führte. "Das Angebot von Oli? Das war mich zu heilen, Bein-OP, Arm-OP und Medikamente gegen den Hospitalismus. Sein Erinnerer Yann meinte, ich leide darunter. Die Arm-OP ist aber nicht einfach eine OP und ich habe einen neuen Arm. Das Implantat braucht einen Chip, meiner ist deaktiviert. Das hieße vermutlich, alten Chip raus, neuen Chip rein samt Arm-OP. Danach müsste ich mit dem neuen Chip und dem Arm umgehen lernen Zac. Aber ich möchte keine Schädel-OP mehr, drum werde ich versuchen mich daran zu gewöhnen. Das Angebot meinte ich, oder welches meintest Du? Ansonsten hast Du gut beschrieben was fehlt. Haltet Ausschau nach einem Grauen und einem riesigen struppigen Hund. Und einem Kerl mit schwarzen Haaren", sagte Kabir. Er dachte eine Weile nach. "Was ist mit Deinen Eltern geschehen und was fühltest Du für sie?", hakte Kab leise nach.

Zaccaria
»Als ich ungefähr vier war - man konnte mein Alter nur schätzen - wurde das Luftschiff meiner Familie von den Grob-Nobs vom Himmel geholt. Wir waren eine wohlhabende naridische Familie und wollten nach Daijian fliegen, so viel weiß ich noch. Das war unser Heimatort und wir waren in den Roten Bergen im Urlaub. Es gab dort Schnee und darauf waren meine Eltern immer ganz wild. Ein Skiurlaub, falls dir das was sagt. Die Grob-Nobs zielen immer auf die Triebwerke, damit man notlanden muss und die Insassen unverletzt bleiben. Meine Eltern wurden an Ort und Stelle erschossen. Sie erhielten keine Gelegenheit, für sich oder für uns zu sprechen, ihr Schicksal war besiegelt in dem Moment, als die Grob-Nobs uns über ihrem Gebiet sahen. Ich habe meine Eltern und meine Schwester sehr geliebt, Kab. Wenn dir als Kind deine Eltern genommen werden, ist das die größtmögliche Katastrophe. Es gibt nichts, was schlimmer für ein Kind ist, keine Folter, keine körperlichen Schmerzen sind damit vergleichbar, weil man urplötzlich vollkommen verloren ist. Das ist der Moment, wo wir zum Spielball irgendwelcher fremden Männer wurden, die mir riesengroß vorkamen und entsetzlich stanken. Sie konnten uns nicht ausstehen, egal was wir machten, wir haben sie genervt und das haben sie uns spüren lassen. Es wäre weise, solche Erlebnisse zu vergessen, aber dafür bräuchte es die Kunst der Wigbergs. Und das ist die Frage, will man das wirklich? Will man wirklich die letzten Erinnerungen an seine Familie verlieren? Was war mit dir, Kab, hast du dir Eltern gewünscht? Oder haben sie euch das auch weggezüchtet?« Er knuffte Aidan. »Warte kurz, ich wollte dir doch noch was geben.«

Kabir:
Kab blieb stehen und lehnte sich einen Moment gegen eine Häuserwand. Er hörte Zac aufmerksam zu und fragte sich, wie er jetzt mit den beiden Gob-Nobs so unbeschwert umgehen konnte. Weil er nicht alle über einen Kamm scherte, vermutete Kab. "Daijan kenne ich dem Namen nach, aber ich war noch nie dort. Skifahren sagt mir etwas, das kenne ich aus dem Holo. Sie haben sie einfach erschossen, so wie ich hier einfach alle erschoss, nicht wahr? Weggezüchtet haben sie uns das Gefühl nicht, es ist noch da. Besser gesagt die Sehnsucht nach einer Vertrauensperson ist noch da. Oder auch nach unseren Brüdern. Vielleicht hassen wir sie deshalb so. Fünf Personen die sich etwas voneinander wünschen und sich genau das aus Angst und Misstrauen verwehren. Am Anfang ist es anders, da leben wir Marlins Leben unsere Familie sind unsere Brüder. Sobald sich die Chipung nähert, wird das Band zerschnitten. Frag Timion und Ziggi, sie mochten sich und sie mieden sich. Das ist alles was bleibt, wenn Du jemanden magst, halt Dich fern. Es tut mir leid, dass Du Deine Eltern verloren hast. Ich empfinde Leid für Dich, Mitleid. Du weißt was es heißt nach wem schreien zu wollen, aber Du sparst Dir den Atem, denn keiner wird kommen. Es ist keiner da. Wer waren die Kerle genau? Jene die Deine Eltern töteten? Weißt Du das? Meinst Du unsere Tochter wird auch so für Lana empfinden?", fragte Kabir und schloss die Augen halb um sich zu konzentrieren.

Zaccaria
»Denn keiner wird kommen«, wiederholte Zaccaria und nickte. »Weißt du, wir Schachtsoldaten hatten es in gewisser Weise besser als ihr. Zwar waren wir von Anfang an mit der ganzen Gewalt konfrontiert, die ein Krieg, ob offiziell oder nicht, so mit sich bringt, aber wir hatten einander. Oft nicht lange, aber es gab Neue, die nachgerückt sind, wenn einer fiel. Wir waren trotz allem nicht allein. Eine gewisse innere Distanz blieb dennoch, weil man wusste, dass die wenigsten alt werden und ehrlich gesagt sind auch viele Idioten dabei. Oder so Spacken wie Ronny, die man trotzdem irgendwie mag, weil sie witzig sind oder weil sie einem mal eine Kippe spendiert haben, als man sie brauchte. Dass du Mitleid empfindest, freut mich, auch wenn das niemandem hilft, einfach weil es zeigt, dass du mich verstehst. Ja, die Grob-Nobs haben genau so ohne nachzudenken getötet wie du, sie haben einfach ihr gewohntes Programm abgespielt. Wer sie waren kann ich nicht mehr sagen, die Männer tragen ja Tücher im Gesicht, sie sahen damals alle gleich für mich aus und wenn sie mal die Klamotten untereinander getauscht oder sich umgezogen haben, hab ich sie nicht wiedererkannt. Deine Tochter wird ihre Eltern von Anfang an lieben, Kab. Euch beide. Sei bei ihr, damit sie Bezug zu dir hat und nicht nur deinen Namen kennt und dein Bild. Lieben wird sie dich aber trotzdem, auch wenn sie dich nicht sieht.«

Kabir:
"Eine Gruppe die zusammenhält, kann genauso eine Familie sein. Jedenfalls versuchen wir es. Meine Tochter? Das klingt so... fremd. Ich weiß das sie das ist und ich weiß was ich für Lana und sie empfand, als ich für sie gehen wollte. Es war in Ordnung so, irgendwas sagte mir das. Etwas von dem ich nicht einmal wusste, dass es in mir schlummert. Aber wer kennt sich schon selbst zu hundert Prozent? Ich versuche beide so gut es geht zu beschützen und ich hoffe, keiner nimmt sie auf den Schirm. Auf der anderen Seite zeigen Deine Kumpel und Lana uns eines, hast Du jemanden den Du magst, sind die Personen in Gefahr. Jedenfalls bei dem was wir so tun und getan haben Zac. Weshalb sie Lumpen im Gesicht tragen, ist die Frage. Vielleicht wegen dem ganzen Sand. Du solltest versuchen herauszufinden, ob Du Onkel und Tante hast. Oder Großeltern, Verwandte generell. Ich werde versuchen bei Lana und der Kurzen zu bleiben. Und ich werde sie unterrichten, dass kann Lana nicht. Sie könnte es ihr erklären, aber nicht vormachen. Theorie ja, Praxis nein. Welchen Dealer nehmen wir zuerst? Schmutzfuß Siggi?", schlug Kab grinsend vor.

Zaccaria
»Das könnte ich machen, du hast Recht«, sinnierte Zaccaria. »Das kam bislang nicht in Frage, weil der Schacht mich brauchte. Aber andererseits, ich glaube, ich bewerbe mich einfach bei der Armee. Dort ist wenigstens wieder alles normal und nicht so ein elendes Durcheinander. Warum Nobbys sich verschleiern, könnten Isal und Soka dir erklären, vielleicht geben sie die eine vernünftige Antwort. Mir haben sie gesagt, sie würden uns sonst mit ihrer Schönheit blenden. Ich gebe dir recht, eine Person, die einem was bedeutet, macht einen angreifbar in jeder Hinsicht. Geh du schon mal zum Dealer, ich muss noch was mit Aidan besprechen.«

Kabir:
Kab nickte zustimmend. "Wir treffen uns dort in der Nähe. Und überleg Dir das gut mit dem Militär. Du hast Deine eigene Familie gerade gefunden, jetzt zu gehen wäre dumm. Nur auf den Verdacht hin, dass Vaden es anders verstanden haben könnte. Du bist ja fast so dämlich wie ich", grinste Kab und machte sich auf den Weg.

Aidan:
Aidan wartete ab bis Kab sich verzogen hatte und schaute Zac abwartend an. "Mit Euch beiden geht es, wenn Ihr die Krallen eingefahren lasst. Also was möchtest Du mir geben?", fragte Aidan neugierig.

Zaccaria
Zaccaria trat etwas näher zu Aidan, zog den Rucksack halb nach vorn und wühlte ein Päckchen hervor. »Erstmal eine Entschuldigung für neulich. Ich hab mir nichts dabei gedacht und fand dich sympathisch, drum die dumme Frage. Und dann noch ein Geschenk, damit es nicht nur Worte sind. Hier.« Er überreichte Aidan das in Alufolie eingewickeltes Geschenk, das sich leicht und hart anfühlte.

Schachtbecher
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»Ist eine Spielerei aus dem Schacht. Dort haben viele so einen. Er hält das Getränk schön warm, man hat gleich ein Gesprächsthema, wenn man den rausholt und zur Not kann man ihn schmeißen, um jemanden zu erschrecken.« Er setzte den Rucksack wieder ordentlich auf und zog die Träger straff.

Aidan:
Aidan nahm das Geschenk entgegen und wickelte es vorsichtig aus. Eine Handgranate als Tasse, die Idee war verrückt und irgendwie genial zugleich. Er drückte Zac kurz und fest, ehe er ihn wieder freigab. "Woher solltest Du es wissen? Gesessen hat es trotzdem, gerade weil es so unerwartet kam. Entschuldigung angenommen und Danke für das schöne Geschenk. Werfen werde ich es ganz sicher nicht. Nur im Notfall um zu fliehen", lachte Aidan. "Damit bin ich einer der Schachtsoldaten. Danke nochmals, lass und Kab folgen. Ich möchte selbst wissen, wer die beiden Typen sind die hier rumschnüffeln. Und wie er schon sagte, versuch es mit Vaden und seiner Familie. Kab ist oft seltsam, aber er ist kein schlechter Kerl, Du ebenso wenig. Man hat Euch zerstört und in tausend Teile zerschlagen, sieh es so. Die anderen haben das aus Euch gemacht, ob Ihr das bleiben wollt, liegt an Euch", sagte Aidan und steckte die Tasse in seine Mantelinnentasche.

Zaccaria
Zaccaria knuffte Aidan freundlich. »Dass Kabir und ich Feinde waren, lag an dem, was früher geschehen ist. Er hat es wieder gut gemacht und nun kann ich ihn als den sehen, der er hinter dem Stempel des Feindbildes ist. Eigentlich kann man mit ihm richtig gut labern. Ich glaube, ich bringe ihm öfter mal eine Pizza vorbei, der ist echt dürre obwohl er jedesmal frisst wie ein Scheunendrescher, wenn ich ihn sehe. Ich werde es versuchen, Aidan, was man mir anbot. Aber ich muss auch einen Plan B haben. Den braucht man immer.« Er folgte Kabir, der schon zum Dealer vorgegangen war.

Aidan:
"Nun er isst immer nur dann, wenn er was findet und Lana nicht auf der Tasche damit liegt. Sie braucht das Futter selbst zudem kann er sich selbst versorgen. Es sei denn sie bietet was an, er hat da eine seltsame Sicht. Aber gut wer hat die nicht? Früher haben wir auch alles geteilt im Dienst, von Kaffee bis Zigaretten, dass war für uns normal. Macht auch nicht jeder. Nun seid Ihr keine Feinde mehr, dass müsst Ihr beide bedenken Zac. Die Tasse ist jedenfalls der Bringer", grinste er.

Kabir:
"Also Siggi sagte die beiden hätten überall herumgefragt, aber auch gekauft. Sie haben also nicht Infos geschnorrt. Soweit er es beobachten konnte bewegten sie sich abwärts. Dass stimmt mit dem überein, was die Straßenratten gesehen haben. Ich habe sie ausgelesen. Wir müssen uns ebenfalls abwärts bewegen, haltet Ausschau nach einem grauen Gesicht, das nicht mir gehört", grinste Kab und gab den Weg vor. Kab führte Zac und Aidan tiefer und sie liefer weiter. Je tiefer sie kamen, je schlimmer wurde der Gestank. Kab schaute sich um und streckte seine mentalen Fühler aus. Aidan hielt es gleich und stupste Zac freundlich an.

Zaccaria
Zaccaria stupste Aidan zurück. Er mochte den Kerl, Leute wie Aidan waren oft natürliche Führungspersönlichkeiten, um die sich die anderen scharten, ob ihnen diese Position nun angenehm war oder nicht. Im Schacht hätte er schon allein wegen seines Alters als Ersatzpapa oder Ersatz-großer-Bruder herhalten müssen. »Gib mal deine Nummer«, schlug Zaccaria vor und reichte Aidan sein Handcom, damit er sie dort gleich selber einspeichern konnte. In dem Moment entdeckte er eine Straßenbar. Die Küche und alles befand sich im Inneren eines Gebäudes, der Verkauf erfolgte nach draußen. Dort lehnte eine extrem auffällige Gestalt. Nicht nur, dass der Mann grauhäutig war, er trug auch noch eine offene Lederjacke ohne Oberteil darunter - wahrscheinlich ein ätzender Angeber - und dazu einen Hut mir violetter Feder. In der Hand hielt er einen dampfenden Pappbecher und er schaute sich um, als ob er auf jemanden wartete, vermutlich auf den zweiten Mann, von dem Kabir berichtet hatte. »Da drüben«, raunte er. »An der Bar.«

Aidan:
Aidan gab Zac seine Nummer, indem er ihm einfach das Com zusteckte. Gefächert gingen sie in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf den Sentir zu. Sie gingen langsam und sahen, dass sich ein zweiter, größerer Mann dazugesellte. Neben ihm stand ein Tier, dass auf den ersten Blick wie ein schlanker Bär aussah.

Kabir:
Kab ging den beiden auf direktem Weg entgegen, Zac und Aidan bildeten die Verstärkung. Er ging langsam aber bewusst, so dass der andere ihn eindeutig sah und auch sein Vorhaben einschätzen konnte. Dorian fühlte einen Augenblick später, wie er von oben bis unten komplett abgetastet wurde. Ein Gefühl von tausend Tentakeln, einem Sturz ins Aalbecken oder einer Schlangengrube gleich, fuhr über seine Haut, so als hätte er keine Kleidung an. Einen Moment später waren die Tentakeln in ihm, sein Bauch rumorte und wölbte sich, ehe die Tentakeln in seinen Schädel eindrangen und sich zurückzogen. Kabir blieb in ungefähr drei Metern Entfernung stehen. Für ihn schnell zu überwinden, da er sich an den Zielort per Psi zerren konnte. "Du suchst einen Sentir, hier ist einer", sagte Kab ganz ruhig zu Dorian und schaute ihm ganz bewusst in die Augen.

Zaccaria
Entsetzt tastete Dorian seinen Bauch ab, der sich gerade eben noch angefühlt hatte, als hätte er lebende Aale verschluckt, die panisch in seinen Eingeweiden nach dem Ausgang suchten. »Lass das«, verlangte er. »Hast du keinen Anstand? Wer bist du überhaupt?« Etwas zittrig stellte er seinen Becher auf der Bar ab, angelte eine Kippe aus dem Aschenbecher, die nicht ihm gehörte, und sog daran, um irgendetwas zu tun, was nach alltäglicher Handlung aussah. Er hatte schon erlebt, dass eine Schlägerei geendet hatte, weil ein Unbeteiligter sich mit einer Tüte Gummibärchen dazwischen stellte, die er seelenruhig vertilgte. Gleichzeitig fragte er sich, wie Hilarius reagieren würde. Er kannte ihn noch nicht gut genug, um ihn einschätzen zu können. Unter seinem Hut hervor musterte er den Sentir, der vor ihm stand. Dürr, kahl und grau, das waren die ersten Attribute, die ihm durch den Kopf gingen. Jung, hart, halbverhungert.

Hilarius:
Dorian spürte Hilas Hand in seinem Kreuz, während sich sein Mann hinter ihn stellte. An seiner Seite stand Flocki und fixierte den fremden Mann. Er stand starr und wartete auf einen Befehl von Hila. Dieser sagte jedoch kein Wort, sondern war hochkonzentriert. Das Reden musste Dorian übernehmen, denn falls er handeln musste, entschied jeder Sekundenbruchteil davon, wer den Sieg davontragen würde. Ein Sentir war keine harmlose Beute, ein Geistmagier aber ebensowenig. Dennoch sollte Dorian spüren, dass er für ihn da war.

Kabir:
"Ich bin der, nach dem Du gefragt hast. Wieso suchst Du mich und weshalb gibst Du Dich als einer von uns aus? Im Moment unterhalten wir uns nur, also kein Grund zur Sorge. Ihr habt Euren Weg schlecht verschleiert, dass lässt zwei Schlüsse zu - Ihr wollt gefunden werden oder Ihr seid dämlich. Also was wollt Ihr von mir? Das hier ist mein Revier, da schnüffelt man nicht so einfach herum. Ich habe Dich abgetastet um zu erfahren wer und was Du bist. Fangen wir mit Dir an, wie heißt Du? Und was möchtest Du von mir?", fragte Kabir ruhig.

Dorian von Wigberg
»Und, haben dir meine Eingeweide von innen gefallen? Du hast mich unverschämt gründlich abgetastet, aber dennoch nicht das gefunden, wonach du gesucht hast, nicht wahr? Bin ich der erste Antimagier, der dir begegnet?« Sehr zufrieden sog Dorian an der Rauchstange, deren Besitzer etwas unglücklich dreinblickte, bis Dorian ihm eine Münze hinüber schob. Das Gefühl, dass ihm kein Magier und kein Psioniker auf die Weise etwas anhaben konnte, sorgte für einen Schub gewaltiger Selbstzufriedenheit. »Was glaubst du denn, warum ich mich als Sentir ausgebe und mich mit jedem bekanntmache, der über ein Netzwerk an Kontakten verfügt? Dich zu suchen, war uns zu anstrengend, wir hielten es für einfacher, dich zu uns zu rufen. Und hier bist du nun. Wir wollten gern mit dir über die Ereignisse in Souvagne sprechen. Was wir suchen, sind Informationen und du kannst sie uns geben. Ich wäre bereit, dafür das eine oder andere springen zu lassen.« Dorian war zwar pleite, aber er hoffte, Hilarius würde ihn nicht hängen lassen, falls der Sentir Geld wollte.


Kabir:
"Stumpfe, Seelenlose, die doch eine Seele haben. Ihr seid mir schon begegnet und ich weiß sogar, wie man an Euch herankommt. Dorian von Wigberg, Hilarius Wilburg von Hohenfelde und der Hund. Ja lasst uns verhandeln. Laut Angaben der Registrierungseinheit des Dome habt Ihr am Sonntag den 18.08.1078 um 05:36 Uhr den Dom verlassen. Seit dem seid Ihr im Ausland unterwegs. Du wirst in Souvagne gesucht Dorian. Gib mir etwas mehr und ich gebe Dir ein paar schöne Infos Euch betreffend", bot Kabir an.

Dorian von Wigberg
Dass er ihre Namen kannte, gefiel Dorian nicht. Er sog ein weiteres Mal an der Rauchstange und machte einen Schritt zur Seite in Richtung seines Mannes, um ihn kurz mit der Flanke zu berühren, ehe er ihm wieder den Raum gab, den er womöglich noch brauchte. Er war wütend auf diesen Sentir, der eigentlich ihm gehörte, da er der letzte lebende Verwandte des Souvagne-Zweiges war, dem auch Osmund angehörte. Dieser Rotzlöffel war sein Eigentum! Von der Sache her brauchte er ihm nur befehlen, alle Informationen auszuspucken, aber der Kerl sah nicht aus, als hätte er gute Laune. »Etwas mehr wovon?«, halte Dorian nach. »Geld? Informationen? Alles, was ich wissen möchte ist, warum. Klar, der Vorwurf des Hochverrats und so weiter. Aber die Zusammenhänge sind mir unbekannt und es kam zu einer Massenhinrichtung, bei der niemand verschont wurde, nicht einmal unsere Kinder. Warum diese extreme Vorgehensweise? Ich war nicht in dieser Sparte tätig, ich habe nicht zur Aschgrauen Sonne gehört, darum fehlt mir das Wissen.«

Kabir:
"Du hast noch nicht einen müden Cent bezahlt. Nun ein kleiner Bonus. Die Anlage die Osmund entwarf, wurde als Hochverrat gewertet. Sie verbrauchte Souvagner und gebrauchte Souvagner dafür. Und deshalb wurde Eure gesamte Familie gebrandmarkt und getötet. Es kam sogar in den Nachrichten, Euer Grundbesitz ist an den Orden der Bluthexer gefallen. "Etwas Wissen, das mir weiterhelfen könnte, davon möchte ich etwas. Du weißt wer und was wir sind, also weißt Du auch, wie man uns helfen kann. Nun ich gehe den ersten Schritt auf Dich zu und wiederhole das, was ein Plappermaul über Euch sagte... Bereit oder nicht. "Es wurden nicht alle Wigbergs getötet Eure Hoheit, ein Wigberg fehlte, als man die Einwohnerliste durchging. Folglich hat diese Person überlebt. Und rechnen wir die Wigbergs aus Naridien dazu, so haben auch diese überlebt Hoheit. Sie haben ganz gewiss ihrem Verwandten Unterschlupf gewährt. Wie wir aber von einem weitläufigen, sehr vertrauensvollen Verwandten hörten, ist wohl auch einer der Hohenfeldes verschwunden. Möglicherweise hat das Verschwinden des Wigbergs damit zu tun, oder beides geschah zeitgleich. Was der Informant aber nicht glaubt. Er hat mit dem Sohn des verschollenen Hohenfelde gesprochen. Zudem wäre ihm aufgefallen, dass der Hund des Hohenfelde, genauer gesagt Hilarius Wilbur von Hohenfelde, 45 Jahre, geboren in Hohenfelde also ebenda, verschwunden wäre. Und dies wäre ein Indiz dafür, dass der Mann längerfristig fort wäre. Der Kontakt sagte, Hilarius Wilbur von Hohenfelde würde ehr seinen Sohn als seinen Hund zurücklassen. Zudem hätte die Observation ergeben, dass auch der Sohn sich auffällig verhielt. Nicht so, als wüsste er nicht wo der Vater wäre. Er schien völlig sorglos zu sein. Der Kontakt geht nicht davon aus, das Korbinian von Hohenfelde, 18 Jahre alt, geboren in Hohenfelde - ebenda, seinen Vater ermordet hat und deshalb so tiefenentspannt ist. Er geht davon aus, dass der Junge informiert ist und hat ihm mehrfach auf den Zahn gefühlt. Das heißt, er hat versucht herauszufinden, was dieser weiß. Magie hat er noch nicht angewandt, wird aber der nächste Schritt sein, wie er versicherte. Auch das V-Aero von Hilarius Wilbur von Hohenfelde ist verschwunden. Laut Angaben der Registrierungseinheit des Dome hat es am Sonntag den 18.08.1078 um 05:36 Uhr den Dom verlassen. Es befindet sich also im Ausland, hinter der Mauer Eure Hoheit. Agenten in Naridien wurden darauf angesetzt, die Wigbergs dort zu finden, ebenso die Hohenfeldes. Shohiro war das erste Ziel, aber dort ist das Aero nicht aufgetaucht. Bis jetzt hat man es nicht im Umkreis der Hauptwohnsitze der Wigbergs, Eibenbergs oder Hohenfeldes gesichtet. An einen Zufall glaubt der Kontakt trotzdem nicht. Eine magische Kontaktaufnahme durch ihn wurde von Hilarius Wilbur von Hohenfelde vereitelt. Der Kontakt kann leider nicht sagen, ob sich der Mann mitschuldig gemacht hat, oder nur wieder einigen speziellen Geschäften nachgeht. Oder gar dem persönlichen sehr suspekten körperlichen Vergnügen. Was in diesem Falle wohl auch möglich wäre".... das waren die Infos, sie wissen mehr über Euch, als Euch lieb sein wird. Ihr solltet die Füße still halten. Hast Du Fragen hierzu? Falls nicht, ich habe Fragen. Welches Unrecht wollte Osmund rächen? Und weshalb schuf man uns in dieser ausgeprägten Form? Ist jemals ein Mischlingskind geboren worden? Also ausgetragen von einer Mutter? Falls ja, wie hat sie das überstanden? Gab es Komplikationen? Was wisst Ihr über das Wissen? Wo steht Euer Genlabor?", hakte Kab freundlich nach.

Dorian von Wigberg
»Wenn du vor Ort in bar bezahlt werden möchtest, musst du meinen Mann fragen. Alternativ musst du dich noch gedulden, ich bin blank. Zudem bin ich kein Wigberg, ich war zur Zeit der Säuberung längst glücklich mit Hilarius liiert. Ich bin ein Hohenfelde, aber seine Majestät nahm das scheinbar nicht so genau. Sollten jetzt auch die Hohenfeldes eine Säuberung befürchten, weil in den Adern von ihnen auch etwas Wigbergblut fließt?«, regte Dorian sich auf und fuchtelte mit der Hand, welche die qualmende Rauchstange hielt. »Das Unrecht, welches Osmund rächen wollte, trug sich im Jahr 204 nach der Asche zu, als man eine unserer Sicherheitslinien aushob, der es gelungen war, sehr tiefe Wurzeln zu schlagen. Die Linie war nicht umfangreich, sie umfasste zu diesem Zeitpunkt nur wenige Personen, aber diese saßen fest wie Raubmilben in ihrer Position. Ich spreche vom Orden des Stählernen Lotos, der in der Hand meiner Familie lag. Niemand wusste, dass das Oberhaupt ein Wigberg war, Vendelin von Wigberg. Dass man ihm all seine übereinanderliegenden Tarnidentitäten vor versammelter Mannschaft Schicht um Schicht herunterriss, hat er als enorme Demütigung empfunden. Aber er hatte immerhin das Glück, nicht auf den Block geschickt zu werden. Warum auch immer, verdient war das nicht. Über die Genlabore weiß ich nichts, ich hoffte, du könntest mir mehr darüber verraten.«

Kabir:
"Ich kann Dir eine ganze Menge verraten, aber das Wissen wäre für mich wichtig gewesen. Du packst auf den Tisch was Du weißt und ich ebenso. Ich hege nicht den Wunsch, Dich zu stellen oder zu verhaften. Ich bin friedlich hier. Die Optionen waren klar, entweder ein Feind mit offener Rechnung, oder einer meiner Art der Hilfe braucht. Du bist weder noch, aber dennoch sind wir verbunden. Das ist gewaltig lange her und er hätte noch zwei weitere Jahre gewartet, bevor er die Sonne genutzt hätte. Er hätte die Bluthexer ausgelöscht, ist Dir das bewusst? Schau Dorian, Du bist noch frei, möchtest das bleiben und willst überleben. Mir geht es genauso. Machen wir was draus", bot Kabir an.

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