Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

25 Kapitel 25 - Zurück zum Hort der Hochverräter

Nach dem gewaltsamen Tod von Timion Harruck beanspruchen zwei Parteien sein Erbe für sich: Auf der einen Seite Dr. Lana Setardio, die sich humanistischen Zielen verschrieben hat und von dem abtrünnigen Sentir Kabir unterstützt wird. Auf der andern Seite die Schachtsoldaten um Zaccaria samt Timions Familie.
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Kabir

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25 Kapitel 25 - Zurück zum Hort der Hochverräter

#1

Beitrag von Kabir » Mi 9. Okt 2019, 23:20

Zurück zum Hort der Hochverräter


Kabir
Kabir hielt den großen Titan noch einmal an, kletterte aufs Dach und kramte die Vorräte aus dem Kofferraum. Kab nahm sich einige Riegel, den Rest stellte er samt Tüte unter das Steuerpult und fuhr wieder los. Lana schlief neben ihm, sie war erschöpft und die Kleine in ihr war es auch. Kabir dachte angestrengt darüber nach, welche Möglichkeiten sie hatten. Die erste war, es tatsächlich in der Gruppe zu versuchen. Dem Hort der Hochverräter, dort wo sie sich alle geballt gesammelt hatten. Distrikt T war zum Anziehungspunkt für die Verlorenen geworden. Ganz so wie es sich Timion wünschte, aber war das wirklich so gut? Sie konnten bei Tekuro um Unterschlupf betteln, aber davon wäre Lana nicht begeistert. Sie konnten in die Fremde ziehen, von Naridien bis Ledwick, die Welt war groß. Aber der Arm von Oliver durch seinen Ehemann war auch sehr lang. Oder sie handelten einen Waffenstillstand mit Oliver aus. Ihr beider Leben, für das aller anderen. Dazu müssten sie nur Timion samt Vaden und Yvon, Dorian und Hilarius, Ziggi, Zico und Aidan ans Messer liefern. Allerdings hatte Oliver schon einmal bewiesen, dass man ihm nicht trauen durfte. Was wog schwerer? Und was war besser für sie beide? Das Leben in einer Gemeinschaft, der sie möglicherweise irgendwann einmal vertrauen konnten? Oder sich freizukaufen für den Preis, dass dort alle ihr Ende fanden. Dorian würde sicher ebenso als Staatsfeind gewertet werden, denn man hatte seine Familie enteignet. Das alles, die Auslieferung der ganzen Nasen konnte anerkannt werden. Oder man sagte der Sentir hatte seine Schuldigkeit getan, der Sentir durfte gehen... und zwar in den Abgrund. Naheliegend war es mit der Gruppe zu versuchen. Dorian wollte er eigentlich nicht verraten und Zac und Aidan auch nicht. Kab wusste nicht, wie er reagieren sollte. Vielleicht sollte er sich darum noch gar keine Gedanken machen und einfach schauen, wie die anderen auf ihre Rückkehr reagierten. In der Vorstellung malte man sich immer die schlimmsten Szenarien aus. Meist kam es gar nicht so schlimm, das wahre Grauen sah man nicht kommen. Nachdem er ungefähr 12 Riegel vertilgt hatte, hatte er auch keine Lust mehr auf Süßes. Der Titan quälte sich langsam durch das bergige Gelände. Seine großen Reifen setzten die Kraft gut um, dennoch musste er hier vorsichtig fahren. Es dauerte seine Zeit, bis sie die Küstenregion des Dhuniks erreicht hatten und er schneller fahren konnte. So schnell wie das Aero war der Titan trotzdem nicht. Kabir machte es sich im Sitz gemütlich, spürte kurz nach Lana und der Kleinen und steuerte Distrikt-T an. Dabei hielt er seine Sinne offen, ob er einen seiner Art spüren würde. Zico und Ziggi waren sicher unterwegs und streiften umher. Er würde es genauso halten.

Tivoli
In gar nicht weiter Entfernung tat inmitten einer Wagenburg ein rostiger Wohnwagen einen kleinen Sprung. Die Grob-Nobs schauten mäßig interessiert und setzten das Lagerleben fort. Von ihrem Gast waren sie solche Merkwürdigkeiten gewohnt. Nicht, dass sie froh über seine Anwesenheit wären, aber manche Gäste wurde man nur schwer wieder los. Die Tür flog aus den Angeln und landete fünf Meter weiter im Dreck. Zwei graue Finger schoben sich aus der Dunkelheit, um sich am Rahmen festzukrallen. Der Mann, der sein Gesicht nun hinaus ins Licht schob, war grauhäutig, hatte ein narbiges Gesicht und wirkte erschrocken. Er kletterte auf seinen Wohnwagen und blickte sich in alle Richtungen um. Unschlüssig drehte er sich nach hier und da. Seine Kleidung war hochwertiges Funktionsmaterial gewesen, aber inzwischen völlig verdreckt und an den besonders beanspruchten Stellen verschlissen. »Sentir«, wisperte er. Und dann rannte er, was seine Beine hergaben. Die Grob-Nobs schauten sich gegenseitig an und folgten mit dem Blick dem grauhäutigen Gast, der im Eiltempo in Richtung Stadt rannte. Als er außer Sichtweite war, ging ein kollektiver Jubelschrei durch die Wagenburg. Tivoli aber rannte. Er würde sich nicht den Urlaub verderben lassen!

Kabir
Das er wirklich im Nirgendwo einen Sentir finden würde, damit hatte Kabir nicht gerechnet. Er war erstaunt, aber mehr auch nicht. Ständige Wachsamkeit war die beste Lebensversicherung. `Bleib stehen, wenn ich Dir Böses wollte gäbe es bei Deiner Flucht nur einen Unterschied - Du stibst außer Atem. Also bleib stehen und trab in meine Richtung, ehe Dich noch die Falschen erwischen. Wir sind die Letzten unserer Art. Nachrichten gesehen?´, übermittelte Kab dem fremden Sentir.

Tivoli
›Wie bitte?‹, fragte Tivoli retour. Er verlangsamte seine Schritte nicht. Stattdessen versuchte er, so schnell er konnte aus dem Wahrnehmungsradius des anderen zu entkommen. Währenddessen schindete er Zeit. ›Wer ist da? Ich bin im Urlaub, Überstunden abbummeln! Es ist ausgeschlossen, dass ich vor Ablauf zweier weiterer Wochen meinen Dienst wieder antrete.‹

Kabir
Kabir stoppte den Titan und schaltete den Motor aus, bevor er die Augen schloss und sich ganz auf seinen Gesprächspartner konzentrierte. Schlagartig spürte Tivoli derartige Schmerzen, als würde ihm jemand die Eier quetschen. `Kehr um, jetzt´, hörte er Kabirs Stimme in seinem Schädel dröhnen, als würde dieser in sein Ohr schreien. `Es ist zu Deinem Besten, umkehren´.

Tivoli
Tivoli ging in die Knie, die Hände in seinen Schritt gepresst. Sein Gesprächspartner vernahm eine Tirade von Verwünschungen, ehe er Zustimmung hörte. ›Gut, ich mach`s! Aber hör auf mit dem Rühreigriff!‹ ächzend humpelte Tivoli in die gewiesene Richtung. Er brauchte nicht allzu weit zu gehen, da sah er ein gewaltiges Gefährt und dort spürte er eine gewaltige Präsenz. Das musste ein Endstufler sein, zumindest jemand, der nahe dran war. ›Wer bist du?‹, fragte er ängstlich.

Kabir
Kabir ließ Tivoli los und stieg aus dem Wagen. "Kabir und wer bist Du?", sagte er freundlich und zeigte seine offenen Handflächen. "Es ist gefährlich sich als Sentir herumzutreiben, ich meine die Wüste an sich ist es nicht. Und einen Seize wirst Du nicht fürchten müssen, allerdings jeden Souvagner. Werte Sentir nicht mehr als Souvagner. Wer bist Du, was machst Du hier und wie konntest Du der Massenvernichtung entgehen? Ich wollte Dir keine Rühreier verpassen, aber das ist der schnellste und effektivste Weg jemand am Weglaufen zu hindern. Du musst keine Angst haben, ich habe nicht vor Dir etwas zu tun", erklärte Kabir und übermittelte die Botschaft zusätzlich mental, damit Tivoli sich etwas beruhigte. Er zeigte ihm, dass er keine bösen Absichten hegte.

Tivoli
Tivoli sah man die Erleichterung an, als der Schmerz so rasch nachließ, wie er gekommen war. »Ich bin Sentir, Stufe Onze, Name Tivoli. Ich habe hier Urlaub, den habe ich mir redlich verdient.« Er musterte den hageren Kerl. »Kabir, der Trois, wenn ich mich nicht täusche?«, fragte er in sehr höflichem Ton. »Souvagner waren wir doch ohnehin nie, wir zählen ja nicht mal als Person.« Er zückte sein Handcom. »Lange nicht nachgeschaut, ich wollte hier draußen meine Ruhe haben.« Er wühlte sich durch die neuesten Nachrichten, um sich über die Massenvernichtung zu informieren, die Kabir angesprochen hatte. Ein paar Minuten las er. Dann lachte er. »Dann sind sie alle tot«, rief er gut gelaunt.

Kabir
"Ja genau, der Trois. Nein es sind nicht alle tot, einige wie Du und ich haben überlebt. Und sie haben vor, sich als Gruppe zusammenzuschließen. Ich weiß selbst nicht so Recht was ich von dem Vorhaben halten soll. Allerdings sind wir einzeln leichtere Beute. So ehrlich müssen wir schon zu uns selbst sein. Jeder für sich ist stark, mächtiger als ein Seize. Aber gleich wie mächtig und gut trainiert wir sind, wir sind allein. Als Gruppe wären wir stärker und als Gruppe mit einer passenden Führung wären wir fast sicher. Deshalb kehre ich gerade zu dem Ort zurück. Möchtest Du mich begleiten? Übrigens ein Mann namens Dorian wurde auch alles genommen, seine Familie hingerichtet. Er geht davon aus, das ein Teil unseres Genoms seiner Familie entstammt. Er ist ebenso auf der Flucht wie wir. Du Tivoli bist es auch, ohne es zu wissen. Oder kurzum Du hast den längsten Urlaub aller Zeiten. Was sagst Du?", bot Kabir freundlich an.

Tivoli
Tivolis Gesicht spiegelte tiefstes Misstrauen. Er richtete sich etwas weiter auf und wich einen Schritt zurück. »Als Gruppe. Weil das ja so ein wunderbares Gefühl ist, unter Sentir zu leben! Sucht euch einen anderen Boxsack! Ich kann dir einen empfehlen. Ein Cinq namens Meru, mit dem wirst du mehr Freude haben. Wenn du mich dafür ziehen liest, locke ich ihn her.«

Kabir
"Ich weiß wie beschissen es ist, ich habe sogar die Erinnerung an meine Brüder löschen lassen. Ich wollte nichts mehr mit ihnen zu tun haben, mich nicht mal mehr an sie erinnern. Sagt Dir Timion noch etwas der Wildfang? Er hatte ein Projekt, er wollte jedem ein Zuhause geben. Ohne Angst, ohne Argwohn, so wie er es bei den Bluthexern kennengelernt hatte. Wo er es kennenlernte, erfuhr ich später. Paradox wäre es doch. Einerseits löschten uns die Bluthexer fast aus, auf der anderen Seite würde sie durch ihre Lehren dazu beitragen, dass wir von der Isolation loskommen zurück zum Wir. Ich habe nicht vor Dich als Sandsack zu benutzen. Bevor ich mich um andere Dinge kümmern musste, hatte ich zwei Wildfänge im Schlepptau, da ich fahnenflüchtig war. Aidan und Jolyn. Ich habe auf beide aufgepasst und ich tat es in Timions Namen. Grund war, ich habe ihn getötet. Ich hätte ihn nicht töten sollen, denn all die ganze Scheiße war ein sehr kompliziertes, abgekartertes Spiel. Das tut jetzt nichts zur Sache, seine Grundidee von Klein-Souvagne war gut. Für mich damals zu gut, als das sie wahr sein könnte. Aber sie ist wahr, ich war dort, ich habe es gesehen. Du kannst meine Erinnerung lesen, ich kann Dir das Wissen auch geballt übermitteln, dann bist Du was Timion und den Distrikt angeht auf Ist-Stand. Wenn Du mich begleitest, bist Du in meiner Obhut. Keiner wird Dich benutzen, ich verspreche es", sagte Kabir und deutete auf den Titan. "Was sagst Du?", fragte er nach.

Tivoli
Eine Wahl hatte er ohnehin nicht. Wenn Kabir wollte, dass er mitkam, würde er das tun. Tivoli nickte. »Das hört sich ja alles gut an. Aber wer sind die anderen Sentir? Wie viele sind geblieben?« Als er in das Fahrzeug steigen wollte, spürte er eine Präsenz, die sein Interesse weckte. Schlafende Präsenz. Da sie jedoch auf Kabirs Beifahrersitz schlief, würde er Anspruch darauf erheben. »Ich muss wohl hinten sitzen.« Er kletterte auf den Rücksitz und wartete, bis Kabir eingestiegen war. »Ich denke, die Bluthexer sind gar nicht so übel, trotz der Gesichter, die sie immer ziehen. Hast du dich mit ihren Lehren mal befasst? Die sind gar nicht so schlecht. An Timion erinnere ich mich, natürlich. Er war etwa mein Alter. Übermittelst du mir die Erinnerungen, warum du ihn getötet hast und warum du es bereut hast? Und warum wolltest du die Erinnerungen an deine Brüder getilgt haben? Das ist gefährlich.«

Kabir
Kabir stieg nach Tivoli ein und reichte ihm die Provianttüte nach hinten. "Nein ehrlich gesagt kenne ich ihre Lehren nicht. Ich weiß nur, dass der Duc-Gemahl nun die Bluthexer führt, dass er Oberhaupt über alle souvagnischen Orden ist, dass er unseren Orden vernichten ließ. Warum? Weil Francis aka Osmund von Wigberg mit einer Apparatur genannt die Aschgraue Sonne den Orden der Bluthexer und die Himmelsaugen im Jahr 1080 mit einem Schlag töten wollte. Die Aschgraue Sonne ist eine Maschine die bis zu 12 Sentir vereint, das heißt sie können in der Gemeinschaft angreifen und ihre Macht bündeln. Das die aschgraue Sonne keine Person ist, sondern eine Maschine, war bis dato nicht bekannt. Niemandem war etwas über die Sonne bekannt. Bis Timion etwas darüber erfuhr und sie für eine Person hielt. Ich kannte die Sonne eigentlich, aber ich wusste nicht, dass es die Sonne war in der ich angeschlossen war. Ich erinnerte mich nur an seltsame Träume und ständige grauenvolle Schmerzen. Jedenfalls wurde die Sonne samt Osmund vernichtet Tivoli. Ich weiß nicht ob Du das noch mitbekommen hast. Und als Oliver der Duc-Gemahl erfuhr, was Osmund wirklich plante, tja da war die Entscheidung gefallen. Auch wenn er sagte, er überlegt noch. Er wollte die Gefahr nicht leben lassen. Am Ende wollte sogar Darius noch Osmunds Plan fortführen. Und es ist alles aufgeflogen, weil Zac ein Schachtsoldat treu an Timions Traum festhielt. Nun wäre ich nicht dermaßen auf die Schnauze gefallen, wäre das alles nicht ins Rollen gekommen. 1080 wären die Bluthexer und Himmelsaugen zum Lichtfest in Licht aufgegangen. Sie sind es nicht, dafür nun wir. Gut, schlecht, ich kann es Dir nicht sagen. Nur dass ich gerne bleiben würde. Hier die gesamten Infos, öffne Deinen Geist", bat Kabir. Eine Sekunde später kam die Gedanken- und Informationsflut und zwar so geballt und komprimiert, dass Tivoli fast in die Knie ging. Alles war vorhanden - Informationen, Wissen, Gefühle.

Tivoli
Eine Weile hörte Kabir hinter sich nichts als Stille. Was er spürte, war jedoch etwas anderes, große Angst und Erleichterung, dass all das ein Ende gefunden hatte. Er legte sich quer über die Rückbank und atmete durch. Dabei aß er aus der Provianttüte, schnell und ohne Genuss. »Wir können froh sein, dass alles aufgeflogen ist. Wir sollten Timion und Zac ein Denkmal setzen! Nun sind wir freie Sentir! Dauerurlaub. Hört sich nicht schlecht an. Aber warum willst du mich mitnehmen, wenn nicht als Boxsack? Ich sagte doch, dass ich Onze bin. Sogar manche Wildfänge sind besser als ich. An mir werdet ihr wenig Freude haben, wenn ihr nicht euren Frust an mir auslassen wollt.«

Kabir
Kabir schaute Tivoli über die Lehne an. "Möglicherweise genau darum? Um zu zeigen, dass es auch anders geht? In der Gruppe mit Aidan, Jo und Lana ging es auch anders. Warum verstehen wir uns dann nicht, wo wir uns tausend mal näher stehen? Wir sind doch so gesehen eine neue Art, eine eigene Art aus dem Labor. Betrachten wir es mal so. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr dazu jeden zu hassen und zu fürchten. Ich wäre gerne mal ich und ich würde mich auch sehr gerne persönlich kennenlernen. Wie stehts mit Dir?", grinste Kab.

Tivoli
Tivoli setzte sich wieder auf. »Das waren aber keine Labbies, Kabir«, gab er zu bedenken. »Natürlich würde es anders gehen, aber es gibt einfach zu viele Idioten in unseren Reihen. Fast jeder von uns hat einen IQ von sonst was und dennoch sind wir zu dumm, die einfachsten Schlüsse zu ziehen. Ja, wir sind eine eigene Art - wenn es uns gelingt, uns zu halten. Sonst sind wir nur eine genetische Sackgasse. Haben Frauen überlebt?« Er gab sich keine Mühe, sein Interesse zu verbergen. »Mich musst du nicht fürchten oder hassen, niemand zwingt dich. Wer du persönlich bist, das weißt du nicht? Du hast es vergessen, wie die meisten von uns. Aber manche hören ihr Ich noch in der Tiefe weinen. Ein unter Trümmern vergrabenes Kind nach einer nuklearen Katastrophe. Das ist, was sie mit uns gemacht haben.«

Kabir
"Gut beschrieben Tivo, nein ich weiß es nicht mehr. Dafür habe ich zuviel vergessen. Sie haben es mich vergessen lassen, ich habe zig Sachen vergessen wollen. Die einfachste ist nicht immer die beste Lösung. Aber gleich was es war, ich muss herausfinden wer ich jetzt bin. Als ich geflohen bin war ich frei, frei von allem Tivo. Ich konnte schlagartig tun und lassen was ich wollte. Nur was wollte ich? Ich musste lernen selbstständig zu werden. Klar kann man sagen, das waren wir doch, aber das stimmt nicht. Wir hatten klare Aufträge, das wie hat man uns überlassen. Mehr aber auch nicht, keiner von uns musste je sein eigenes Leben organisieren. In Freiheit musst Du das, dass kann stressig sein. Allerdings auch Spaß, nichts ist vorgeschrieben. Wenn die Taler reichen, isst Du was Du willst und Du schläfst wo Du willst. Und viele kleine Dinge, über die man nie nachdachte machen Spaß. Ob Frauen überlebt haben, weiß ich nicht. Ich war bei Dorian stehengeblieben, er bat darum, jeden Überlebenden mitzubringen. Er möchte uns als Familie vereinen und Timion möchte das auch. Es müssen allerdings keine Frauen überlebt haben, Du kannst Dir auch eine andere Frau suchen, sie muss kein Sentir sein. Nur so als Hinweis, aber es wäre gut zu wissen, wen es da noch gibt. Vor allem jene die im Auslandseinsatz waren, werden verschont worden sein", sagte Kabir und startete den Motor. "Hast Du eine Ahnung, warum es die meisten von uns in die Wüste zieht?", fragte Kab neugierig.

Tivoli
»Das ist eine gute Frage. Mir ist es noch nie aufgefallen, bis du mich mit der Nase darauf gestoßen hast. Vielleicht ist das ein ähnliches Ding wie die Ledwicker mit ihrem Dhunik? Dass der erste Sentir-Vorfahre einst von hier stammte?« Während sie fuhren, legte er sich wieder hin. Mittels seiner Gabe hielt er sich auf dem Sitz. Als ihm das Geruckel doch zu viel wurde, schnallte er sich im Liegen an, so dass er seine Sinne entspannen konnte. »Timions und Dorians Plan gefällt mir. Dass es auch mit Nicht-Sentir-Frauen funktioniert, weiß ich. Aber die Kinder sind dann vermutlich nicht so gut. Und damit verdammt man sie zu einem Leben am unteren Ende der Hackordnung. Die Probleme mit der Freiheit, hatte ich, ehrlich gesagt nie. Ich war froh, aus dem Klammergriff des Ordens herauszusein, wenn ich nach draußen durfte. Wie sieht deine perfekte Zukunft aus?«

Kabir
"Meine perfekte Zukunft ist, dass unsere Tochter gesund zur Welt kommt und ich keine Angst um meine Frau und unser Kind haben muss. Das man sie nicht für das jagt, was sie ist. Das ich einen Job habe der uns ernährt und der nebenbei auch noch ein bisschen Spaß macht. Eigentlich gar nicht so große Träume oder besondere Wünsche. Ansonsten das übliche, gute Waffen, gute Fahrzeuge, für den Fall, dass jemand meine Familie bedroht. Das was ich mir für mich wünschte, habe ich - meinen Greifschwanz wieder", sagte Kab glücklich. "Was ist mit Dir, was wünscht Du Dir?"

Tivoli
»Spaß«, sagte Tivoli ohne zu zögern. »Ich will nicht mehr der Boxsack von irgendwem sein müssen, ich möchte Feiern gehen, was trinken, alle Drogen ausprobieren, die der Markt hergibt und jedes Freudenhaus, bis ich irgendwann fett, besoffen und leergenudelt unter einer Nutte den Löffel abgebe«, lachte er. »Aber wenn ich noch was draufpacken dürfte, dann würd ich meinen Greifschwanz ebenso zurückhaben wollen. Und ich würde gern dem einen oder anderen mal in die Fresse hauen, ohne fürchten zu müssen, dass er danach mit mir den Boden wischt.«

Kabir
"Ja da hätte ich auch so den einen oder anderen, dem ich gerne mal den Stiefel ins Gesicht drücken würde. Jede Droge? Na einige würde ich lassen, die tun einem nicht gut. Trinken kannst Du, die haben gelogen, Dir passiert überhaupt nichts dabei. Nur anderen, wenn überhaupt. Meist wird man müde und am Morgen fühlt sich die Zunge pelzig an. Was hattest Du denn für einen Greifschwanz? Ist Dir mal aufgefallen... nein kann Dir gar nicht aufgefallen sein. Jeder in Freiheit fragt danach. Wir sind Schwanzfixiert", lachte Kab.

Tivoli
»Ich hatte einen langen schlanken. Hat sich super gemacht beim Springen und Rennen, um auszubalancieren. Greifen ging nicht ganz so gut, dazu war er zu dünn und zu steif.« Er lachte über den blöden Wortwitz. »Wem würdest du gern mit dem Stiefel eine Zahnkorrektur verpassen? Und wann sind wir da?«

Kabir
"Oliver und Pierre, ich habe ihren Sohn gerettet und sie wollten mich dafür kastrieren und zwar was die Gabe und was meine Eier angeht. Auf der anderen Seite hatte ich gehofft, einer meint es wirklich mal ehrlich. Und das was Oliver versprach klang ehrlich. Aber Du siehst, ohne Gabe kannst Du niemandem trauen. Es gibt kein Limit, lies jeden aus. Er kann es augenscheinlich noch so gut mit Dir meinen, Du weißt nie ob er nicht Deinen Tod plant. Und Oliver hat meine Frau beleidigt, er nannte sie Agrartussi. Ich würde ihm gerne mal ein paar Streifen mehr tätowieren. Meiner ist auch dünn und beweglich, bei mir ist alles dürre. Angeblich hat Zico einen Tank, er könnte Dir Deinen Schwanz zurück geben, wenn es stimmt", schlug Kabir vor. "Wir sind da", sagte Kab und deutete in der Ferne auf einen umzäunten Bereich. Er fuhr hinein und stellte den Titan ab. "Warten wir im Fahrzeug, irgendwer wird schon kommen", sagte er freundlich.

Tivoli
»Aber damit widersprichst du den Plänen, die du vorhin noch hattest«, warf Tivoli ein. »Du hast keine klare Linie, wie mir scheint.« Es klopfte bei der Fahrertür an der Scheibe und ein Glatzkopf schaute rein.

Ronny
»Da bist du ja. Ziggi hat dich vermisst.«

Kabir
"Was meinst Du mit klarer Linie oder wo widerspreche ich mir? Ist eine reine Frage, weil ich es gerade nicht sehe", sagte Kab zu Tivoli. "Hallo Ronny, Ziggi hat mich vermisst? Aha, schön zu hören... glaub ich. Das ist Tivoli, einer von uns. Er benötigt ebenfalls ein Heim und Dori wollte jeden Sentir gerettet wissen. Hier ist einer. Ach und das ist Lana, die Du schon kennst", grinste Kab, er rüttelte Lana behutsam wach und stieg aus. "Wir möchten mit allen reden, in Ruhe, wegen dem Versuch von Timion und Dorian. Ich habe überlegt und wir möchten es versuchen", sagte Kab.

Tivoli
»Du sagst, du willst es versuchen, doch dann meinst du, man kann niemandem vertrauen und muss jeden auslesen«, grübelte Tivoli. Er stieg aus und sah sich neugierig um. »Nett! Noch mehr Wüste!«

Lana Setardio
Verschlafen richtete Lana ihr Haar. »Wir sind wieder zu Hause.« Langsam stieg sie aus und henkelte sich bei ihrem Mann ein. Sie war sichtlich erschöpft.

Ronny
Ronny machte eine einladende Handbewegung. »Ihr seid willkommen. Mir nach.« Damit führte er die Truppe ins Innere des Schachts.

Kabir
Kab knuffte Tivoli mental. `Na von den Seize, sollst Du jeden auslesen, hätte ich Oliver ausgelesen, anstatt auf die Order zu hören, hätte ich viel ehr die Biege gemacht. So meinte ich das. Also jene die Du nicht kennst, gleich welchen Status, besser auslesen Tivo´, übermittelte Kab. Kabir legte Lana einen Arm um die Hüfte und stützte sie. Er küsste sie sanft auf die Schläfe und auf den Mund. "Wie Du es Dir gewünscht hast Süße. Sag mal magst Du es, wenn man in der Öffentlichkeit einander näher kommt? Sprich, dass man sieht wir sind zusammen? Meist waren wir ja neutral, nur wenn wir allein sind, waren wir uns näher. Ich hatte darüber nachgedacht, als ich Dori und Hila gesehen habe. Und ob Du Dir das auch wünscht, ich fänd es gut", flüsterte Kabir ihr zu und folgte mit Lana gut gelaunt Ronny. "Wir folgen Dir Ronny und Danke", sagte Kab, dabei sprach er für sie alle. Vielleicht war Soleil doch ein guter Name. Für sie alle brach ein neuer Morgen an und das mitten in der Nacht.

Kabir

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Re: 25 Kapitel 25 - Zurück zum Hort der Hochverräter

#2

Beitrag von Kabir » Fr 11. Okt 2019, 00:02

Wahl- oder Mental-Familie


Kabir
Kabir folgte gemeinsam mit Lana Ronny zurück in den Schacht. Die Erinnerung die dieser Ort bei ihm auslösten waren gemischt. Hier hatte er einst ein Massaker angerichtet und hier hatte er geholfen, dass Timion zurück ins Leben fand. Letztendlich waren einige hier aufgeschlagen die alles verloren hatten. Es war einst Timions Zuhause, nun war es das erneut und seine Familie war hier ebenfalls eingezogen. Die anderen Bewohner waren schon immer seine Familie gewesen, wenn man den Aussagen glauben durfte. Kab glaubte ihm, denn Tim handelte so. Ebenso war es aber auch Lanas Zuhause gewesen, das Wasserwerk war ihre Heimat und die Schule. Ob die anderen sie mochten oder nicht, spielte keine Rolle. Die Grob-Nobs waren genauso hier, wie Dorian und Hilarius zu ihnen gefunden hatten. Aber wo gehörten sie wirklich hin? Das galt es zu klären. Lana wollte nach Hause und er hatte sie nach Hause gebracht. Falls sie nicht bleiben konnten, dann würden sie wegziehen. Wohin, dass war natürlich die Frage der Fragen, aber der Titan bot ersten Ersatz, genau wie das kleine verlassene Dorf, oder so mancher vergessene Außenposten der mitten in der Wüste stand. Kabir betrat mit Lana den Gemeinschaftsraum und schaute sich auf seine Art um. Er wusste wer sich wo im Raum befand, dass war gut so. Es war ihm wichtig, er hasste unliebsame Überraschungen. "Wir haben zu reden. Es sind viele Neuankömmlinge hier, ich denke sie sind hier willkommen. Wer früher nicht willkommen war, war Lana und ich. Aidan hat sich für Euch entschieden, wie Jo sich entschieden hat oder entscheiden wird, weiß ich nicht. Ob wir bleiben können oder wollen, sollten wir verhandeln. Können wir nicht bleiben, sagt es rundheraus. Dazu sage ich, dass Lana in ihrem Zuhause wohnen möchte. Das ist sagen wir mal die Verhandlungsbasis", erklärte Kabir und deutete Lana an sich hinzusetzen.

Zaccaria
Zaccaria musterte den Besuch. Kabir war in Begleitung seiner Frau und eines weiteren Sentir, der sehr zurückhaltend wirkte. Sie hatten also noch einen Überlebenden irgendwo aufgegabelt. »Ich hätte euch drei ja gern begrüßt, aber Kabir hat schon mit seiner Rede begonnen. Euch jetzt noch zu begrüßen wäre fehl am Platz, drum fühlt euch nachträglich gegrüßt und fertig. Hier im Schacht haben wir ein Credo: Jeder ist willkommen. Natürlich gibt es ein gewisses Aber, gefolgt von einer Aufzählung der Rechte und Pflichten, doch das Credo bleibt bestehen. Timion hat es verkündet und damit ist es in Stein gemeißelt. Sogar Lana hat es übernommen. Wir alle hier in Distrikt T leben danach, seit unsere Gemeinschaft existiert. Jeder hier hat es zu akzeptieren, ganz gleich, ob es alte Feindschaften gab. Wem das nicht schmeckt, der ist hier falsch, so einfach ist das. Die Antwort lautet also: Ja, ihr könnt bleiben. Das ist nicht die Frage. Die Frage lautet: Möchtet ihr das?«

Kabir
Kabir wusste den Blick von Zac zu deuten. "Das ist Tivoli, ich habe ihn in der Wüste aufgegabelt und nach Dorians Wunsch mitgebracht. Allein da draußen zu überleben, wäre schwer. Für ihn aber auch für mich. Lana wollte hierher, ich bin gegangen. Der Grund ist folgender, ich habe hier mehr Feinde als Freunde. Gut sind wir ehrlich, ich habe überhaupt keine Freunde. Sagen wir mal Verbündete. Das heißt, sollte es je zum Disput kommen, habe ich eine Front gegen mich. Muss ich das haben? Nein, also ging ich freiwillig ohne wem etwas zu tun oder hier die Fronten mit Gewalt zu klären. Lana wollte zurück, wie ich bereits sagte. Also bin ich hier um zu verhandeln. Stimmt das Motto war, jeder ist willkommen, wenn er seinen Beitrag leistet. Aber sind wir ehrlich, dass gilt nicht für mich. Ich habe Timion getötet, ich habe ziemliche viele von Euch getötet, ich habe fast Zico getötet nun die List ist lang. Dementsprechend wäre es ein Tanz auf dem Vulkan, wer sich zuerst rächen will und einen Dolch aus der Dunkelheit kassiere ich nicht wehrlos. So sieht die Lage momentan aus", antwortete Kabir.

Zico
Zico hatte während der Gruppengespräche viel geschwiegen. Er war hier neu und sein Wort von untergeordnetem Interesse. Jetzt aber könnte es den entscheidenden Unterschied ausmachen. Er stupste Zaccaria mental an, so dass dieser in seine Richtung blickte und gab ein kurzes Handzeichen, dass er etwas zu sagen wünschte. Zaccaria nickte ihm zu und so ergriff nun auch der grauhaarige, hagere Sentir das Wort. »Ich bin bereit, einen endgültigen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen, Kabir«, sagte er. »Jemand hatte das bereits vorgeschlagen, Timion oder Ziggi, ich weiß es nicht mehr. Ich biete dir an, dass wir uns geistig verbinden, damit du die Wahrheit meiner Worte erkennst. Auch ich bin kein Unschuldslamm, niemand von uns ist das, machen wir uns nichts vor. Die einzigen Ausnahmen sind wahrscheinlich die beiden Wildfänge Timion und Aidan. Tivoli freut sich nicht, mich zu sehen. Er hatte vermutlich gehofft, ich sei der Extermination zum Opfer gefallen. Auch ich habe mindestens einen potenziellen Gegner hier. Aber die Vergangenheit darf nicht zwischen uns und einer gemeinsamen Zukunft stehen wie eine weitere Mauer.«

Kabir
Kabir warf Tivoli einen Blick zu und verstand, warum sich der Sentir über den Tod aller gefreut hatte. Er war vermutlich eine Ewigkeit der besagte Spielball gewesen. "Ein Schlussstrich mit einem passenden Beweis wäre super. Dieser Strich gilt aber für alle Anwesenden, also auch für Tivoli. Ich wäre gerne bereit dazu und stimme einer Verbindung zu", sagte Kabir freundlich. Der Gedanke hatte etwas, so konnte jeder seine eigenen Gedanken und Gefühle offen legen. Niemand würde sich hintergangen fühlen.

Tivoli
Begeisterung sah anders aus, aber Tivoli war ein Opportunist. Er wusste, dass man sich höherrangigen Sentir fügen, besser noch, mit ihnen Gutstellen musste. Dann ging es einem nicht zwangsläufig gut, aber besser, als wenn man sich mit ihnen anlegte. Jeder einzelne Labbie hier war ihm überlegen. Notfalls konnte er immer noch weglaufen. Hier hatte er zumindest erst einmal ein Dach über dem Kopf und vielleicht bekam er auch etwas zu Essen. »Ich bin auch bereit, die Vergangenheit beiseitezuschieben«, erklärte er.

Zico
Zico nickte. Er hatte von Tivoli entweder diese Antwort erwartet oder dass er sich umdrehte und rasch ging. Jemand wie er stellte keine Bedingungen oder irgendetwas in Frage. Er fügte sich oder suchte das Weite. »Ich bin auch dabei.«

Ziggi:
"Ich bin ebenfalls bereit dazu, wir haben nichts davon wenn wir uns gegenseitig zerfleischen. Dann nehmen wir denen nur die Arbeit ab. Das Letzte was sie gewollt haben, war eine Gruppe die zusammenhält. Es wäre ein Schlag für sie ins Gesicht. Es ist auch fraglich, ob wir die Letzten bleiben. Das alle anderen hingerichtet wurden, heißt nicht, dass sie keine neuen mehr erschaffen. Ich gehe davon aus, dass sie das tun werden, vermutlich mit zig Sicherungen im Körper, das selbst unser altes Leben dagegen wie Erholung wirkt. Aber das ist ein anderes Thema, heute geht es um uns. Ich bin dabei und mit der Verbindung einverstanden", sagte Ziggi und nickte Tivoli grüßend zu.

Zico
Zico registrierte, wie Tivoli zaghaft zurücknickte. Was in dem Kerl wirklich vorging, würde er erleben, wenn sie sich verbanden, wobei Zico sich den Großteil denken konnte. Tivoli war ein sehr einfach einzuschätzender Sentir, wenn man einmal hinter seine Mechanismen gestiegen war, dazu brauchte man ihn nicht einmal auslesen. »Was ist mit den beiden Wildfängen?«, erkundigte er sich. »Aidan und Timion? Auch ihr wart Teil des Ganzen. Möchtet ihr der Einung beiwohnen?«

Aidan:
Aidan hatte nicht damit gerechnet, dass er einbezogen wurde, drum warf er zuerst einmal Zaccaria einen rückversichernden Blick zu. "Da es angeboten wird, nehme ich das Angebot an. Und ich möchte eines anmerken, ich habe weder eine Seite gewählt, noch eine Seite gewechselt. Wir waren hier ein Team, Du hast uns mit Zac zusammengebracht Kabir. Du bist gegangen, nicht ich. Also kreide mir nichts an, was ich nicht getan habe. Das wir zusammengefunden haben heißt nicht, dass Du außen vor wärst. Wir sind kein Paar, Zac und ich schon. Das schmälert nicht, was Du für mich getan hast und das ist auch kein Arschtritt. Das möchte ich klarstellen. Wenn Du das so empfindest, stimmt was mit Deiner Empfindung nicht. Das ist allerdings nicht nur Dein Problem, Ihr seht fast alles als Angriff und wertet es gegen Euch. Aber manche Dinge haben mit Euch nichts zu tun und das ist so ein "Ding". Es gehört nur Zac und mir, drum werte es nicht als Kampfansage, es ist keine. Eine weitere Frage wäre, wie wird Jolyn in der Gruppe gewertet? Sie ist weder ein Labbie noch ein Wildfang, sie war frei", warf Aidan ein.

Timion:
"Ich werde mich nicht an dem Verbund beteiligen, da ich meine Gabe verloren habe. Aber wie ich zu dem Thema stehe, seht Ihr hier an Distrikt-T. Klein Souvagne wurde von mir gegründet, dass Personen ohne Hoffnung einen Ort finden können, wo es genau das gibt - Hoffnung. Wo jene Zuflucht finden, die für die Welt da draußen nichts wert sind. Die Meinung der Welt interessiert uns hier nicht, jeder hat seinen Wert für die Gruppe, für die Familie. Das kann Euch jeder meiner Leute bestätigten, von Zac angefangen, bis über mein Ehemann, Ronny, Yvon. Aber eine Vereinigung kann ich nicht beiwohnen", warf Timion ein.

Kabir
Kabir musterte Tim und nickte knapp, während er sich ein Schmunzeln verkniff. So konnte man natürlich auch umschreiben ein Ghul zu sein, die Gabe verloren, ja mit dem Tod verlor man so einiges, sogar die Gabe. Aber er war froh, dass sie Timion zurück geholt hatten. Auch wenn er davon nichts sagte, er freute sich für Vaden. Immerhin hatte dieser Lana und der Kleinen das Leben gerettet. Er hatte sogar ihm das Leben gerettet. "Was sagst Du Süße?", fragte er seine Frau leise.

Kabir
Kabir musterte Tim und nickte knapp, während er sich ein Schmunzeln verkniff. So konnte man natürlich auch umschreiben ein Ghul zu sein, die Gabe verloren, ja mit dem Tod verlor man so einiges, sogar die Gabe. Aber er war froh, dass sie Timion zurück geholt hatten. Auch wenn er davon nichts sagte, er freute sich für Vaden. Immerhin hatte dieser Lana und der Kleinen das Leben gerettet. Er hatte sogar ihm das Leben gerettet. "Was sagst Du Süße?", fragte er seine Frau leise.

Lana Setardio
Da niemand aufgestanden war, musste die schwangere Frau noch immer stehen. Sie nahm es niemandem übel. Wer hier sollte von den Mühen wissen, die es bedeutete, ein Kind unter seinem Herzen zu tragen? Davon, wie sehr es die werdende Mutter erschöpfte, auch ohne dass sie sich äußerlich anstrengte? Dafür, dass jeder hier mit Ausnahme von Yvon, Hilarius und den Grob-Nob-Zwillingen vom Schicksal gebeutelt war, hielten sie sich gut und diskutierten sehr konstruktiv. So lächelte Lana. »Ich würde mich freuen, wenn ihr einander endlich vertrauen könntet. Dass ihr es gern wollt, sehe ich euch an der Nasenspitze an. Aber aus Vorsicht bleibt ihr noch immer auf innerlicher Distanz zueinander. Was wäre wenn, das ist euer endloser Gedanke. Doch lasst auf diese Worte nicht nur die Ängste folgen, sondern auch einmal die Hoffnungen. Was wäre, wenn ihr einander wirklich vertrauen würdet? Wenn alle Sentir sich verbünden und hier ein neues zu Hause fänden, ohne die Fesseln des Ordens? Wären das nicht schöne Gedanken? Traut euch. Versucht es.«

Timion:
Timion nickte zustimmend. "Weise Worte Lana und ich sehe sie ebenso. Sollten wir das schaffen, dann haben wir gewonnen. Gleich was der Orden uns versuchte einzutrichtern. Zudem gibt es mehr, als nur über den Orden und seine Machenschaften zu gewinnen. Wir müssen für uns selbst gewinnen, ein neues Leben aufziehen. Dafür ist Distrikt-T da. Ein eigenes Leben haben wir erst dann wirklich gewonnen, wenn wir den Orden wie eine alte Haut abgestreift und ihn hinter uns gelassen haben. Wir alle, einschließlich ich, messen ihm noch viel zu viel Macht bei. Er ist gefallen, uns konnte nichts besseres geschehen. Osmund ist tot, aber seine geliebten Handlanger sind es nicht. Aber soll das jetzt noch unser Problem sein? Es kann zu unserem Problem werden, das streite ich nicht ab. Sollte es eines Tages so kommen, kümmern wir uns darum - vereint. Solange sollten wir uns auf uns selbst konzentrieren. Vereint Euch und tauscht Eure Gedanken aus. Wie gesagt, hier wird jedem ein Heim geboten, der es wirklich möchte und sich an die wenigen Regeln hält. Aber ohne Regeln funktioniert keine Gemeinschaft, auch keine Familie", sagte Timion ernst.

Zico
»Dann versuchen wir es. Ich bin bereit.« Er entspannte sich auf dem Sofa und öffnete seinen Geist. Jeder der anwesenden Sentir konnte es spüren. Er stupste niemanden an, er wartete, bereit dazu, einen Gast an seinem Inneren teilhaben zu lassen.

Ziggi:
Ziggi hockte sich auf den Boden und tat es Zico gleich indem er seinen Geist öffnete und sich selbst entspannte. `Hallo´, sagte er gut gelaunt, einfach so aus einem Impuls heraus.

Aidan:
`Ebenfalls Hallo´, übermittelte Aidan, der sich der Gruppe angeschlossen hatte. Ihm war die Sache etwas unheimlich, aber jeder erste Schritt war schwer.

Kabir
Kabir setzte sich ebenfalls auf den Boden und zog Lana dann auf seinen Schoß, damit sie endlich sitzen konnte. Er hätte das Sofa räumen können, aber dann wäre die Besprechung sofort vorbei gewesen. Er legte seinen Kopf gemütlich auf Lanas Schulter ab. `Auch von mir Hallo´.

Zico
›Hallo an alle‹, grüßte nun auch Zico. Er war offen und neugierig, aber innerlich sehr angespannt. Angst verspürte er keine, aber es war ewig her, seit er einen Sentir dermaßen an seinem Geist hatte teilhaben lassen und das war jemand gewesen, mit dem ihn mehr verbunden hatte als momentan mit jedem anderen Anwesenden. Es war ein wenig, wie vor versammelter Mannschaft die Hose herunterzulassen.

Tivoli
›Bin da‹, informierte Tivoli und die anderen konnten spüren, dass er Angst hatte. Auf der einen Seite freute er sich, dass er offenbar für voll genommen wurde. Sogar die Labbies gingen im Moment normal mit ihm um. Auf der anderen Seite fürchtete er, dass sich jeden Moment alles als ein schlechter Scherz offenbaren würde, dass man ihn durch die Luft warf und er anschließend Schwänze lutschen musste oder schlimmeres.

Aidan:
Aidan warf Tivoli einen besorgten Blick zu und übermittelte ihm beruhigende Gedanken in der Hoffnung, dass dies etwas helfen würde.

Kabir:
`Wer übernimmt die Wortführung? Wer Du Zico? Also ich bin bereit einen Schlussstrich zu ziehen und es zu versuchen. Das heißt allerdings auch, dass jeder meine Frau respektiert und anständig mit ihr umgeht. Weder werde ich dulden das sie bedroht noch beleidigt wird. Oder gar angegangen wird. Das ist meine Bedingung. Sie gilt ebenso für meine Tochter, ungeboren oder geboren´, übermittelte Kab.

Tivoli
Aidan konnte spüren, wie Tivoli sich im mental annäherte, so als würde sein Geist im Notfall von ihm abgeschirmt werden können. Dass er das nicht konnte, wusste Tivoli, aber Aidan schien Ansehen zu genießen. Vielleicht konnte er notfalls die anderen überzeugen, ihn in Ruhe zu lassen. Aidan nahm durch die zunehmende Verbindung zwischen ihnen wahr, warum Tivoli sich fürchtete: Immer wieder war er mit scheinbaren Freundschaftsangeboten konfrontiert worden, die sich ausnahmslos als ein Scherz entpuppt hatten und für ihn böse geendet waren. Manchmal zogen sie sich über mehrere Tage hin, in denen er alles tat, um seine neuen »Freunde« nicht wieder zu verlieren, was diese vollkommen ausgenutzt hatten, bis es ihnen langweilig wurde und sie das bittere Finale des Scherzes einleiteten. Vorher hatten sie Tivoli dazu gebracht, sich mit Leuten anzulegen, die absolut nicht seine Kragenweite waren, selbst üble Streiche zu spielen und es sich somit überall zu verscherzen, wo es noch möglich war. Zico war einer von denen gewesen, die mitgemacht hatten, dabei hatte er allerdings noch zu den Harmlosen gehört. Schlimmer war Meru gewesen. Tivoli war ein Sentir, dem man bereits in jungen Jahren jedes Ansehen zusammen mit seiner Würde vollständig geraubt hatte. Es gab kaum jemanden, der nicht über ihn gelacht hatte, ganz gleich ob Labbie oder Wildfang und es zog sich durch alle Stufen. All das schoss Tivoli gerade unkontrolliert durch den Kopf, so dass Aidan alles mitbekam, auch wenn Tivoli es ihm nicht gezielt zeigte.

Zico
›Wortführung? Es bedarf doch eigentlich keiner Worte. Nicht vieler. Nur des gemeinsamen Schwurs. Auch ich bin bereit, einen Schlussstrich zu ziehen und positiv in eine gemeinsame Zukunft zu blicken. Du hast mein Wort, dass ich Lana und euer gemeinsames Kind anständig behandeln werde.‹

Ziggi:
`Ich gebe mein Wort dass ich alle von uns anständig behandeln werde, dass schließt Lana ein Kabir. Ansonsten bitte meine Gedanken sind offen. Ihr spürt weder Feindseeligkeit noch Argwohn, ich spüre das bei niemandem. Damit sollte es klar sein. Das einzige was ich spüre ist die Angst von Tivoli. Sie ist verständlich, aber das gleiche gilt für Dich Tivoli, Du kannst lesen und spüren was hier wer empfindet und denkt´, bot Ziggi an und Tivo spürte, dass von Ziggi keine Bedrohung ausging. Er meinte seine Worte absolut ehrlich. Er war bereit es zu versuchen, sicher hatte er auch etwas Bedenken, aber auch die Hoffnung dass es klappen würde. Sie mussten alle nur wirklich wollen.

Aidan:
Aidan ließ Tivoli gewähren und hieß ihn an seiner Seite willkommen. Er drückte sich mental gegen ihn, so als säßen sie Schulter an Schulter. `Ich schließe mich Ziggis Worten an, ich werde jeden anständig behandeln´, übermittelte Aidan an alle und offenbarte ebenso, dass er es absolut ehrlich meinte.

Kabir
Kabir schaute in die Runde und nickte zustimmend. `Das ist fair und ich akzeptiere, ich werde ebenso jeden anständig behandeln. Versuchen wir es´, übermittelte er und die anderen spürten, dass er es genauso wie sie offen und ehrlich meinte.

Zico
Auch bei Zico konnte niemand etwas anderes spüren als den ehrlichen Versuch, es gemeinsam zu probieren. Nicht einmal Kabir. Da war noch Groll, er war durchaus noch wütend über das Geschehen, aber Kabir spürte auch, dass er nie vorgehabt hatte, sich zu rächen und es auch jetzt nicht wollte. Trotz seines Grolls spürte Zico keinen Hass gegenüber Kabir, da ihm bewusst war, dass dieser nur sich und seine Familie verteidigt hatte. Zico war zwar noch nachtragend, aber das war ein reines Gefühl, dem keinerlei Handlung folgen würde. Weder würde er Vergeltung suchen, noch würde er streiten. Er war sogar daran interessiert, sich zu versöhnen und es in Freundschaft miteinander zu versuchen, wenn die gemeinsame Zeit es in Zukunft ergab. Zudem konnte man lesen, dass Zico im Hintergrund gerade gedanklich sehr mit Ziggi beschäftigt war.

Tivoli
›Ihr habt mein Wort‹, gab auch Tivoli in die Runde. Es waren unpräzise Worte, doch die waren seiner Aufgewühltheit verschuldet. Die anderen konnten lesen, dass für sie von ihm keine Gefahr ausging, dass er jedoch unentwegt auf Lanas Brüste starrte und damit Gedankenspiele vollführte, um sich von den Gedanken an Männlichkeit abzulenken.

Kabir
Kabir zog eine Augenbraue hoch und schaute Tivoli an. `Lass die Hupen meiner Frau in Ruhe´, gibbete er in Tivolis Gedanken. `Bleib mal entspannt, hier tut Dir niemand was und ich bin auch noch da. Wenn Du Bedarf hast, musst Du Zaccaria fragen´, bekam er den guten Hinweis. Kab drückte Lana einen Kuss auf den Hals und stand auf. `Wir gehen nach oben, wir sehen uns morgen´, übermittelte er müde. Er zog Lana auf die Füße und legte ihr einen Arm um die Hüfte. "Wir haben uns geeinigt, Zico oder Ziggi berichten, wir gehen nach oben und sagen bis morgen früh", sagte Kab freundlich in die Runde und zog Lana mit sich. Sie war müde und sollte sich hinlegen. Das Wichtigste war geklärt, den Rest konnten sie morgen unter den neuen Voraussetzungen besprechen. Jetzt galt es erstmal sich zu erholen und Lana wollte sich sicher auch frischmachen nach dem Ausflug zu den Vampiren. Er führte sie zurück in ihr altes Zuhause und gab sie liebevoll frei. "Ich kann Dir leider keinen Blockkuchen anbieten, aber den Rest vom Proviant wenn Du magst. Ich dachte Du möchtest Dich frischmachen und Dich hinlegen. Du bist geschafft Süße. Mach Du zuerst, danach bin ich dran. Danke für die lieben Worte vorhin", sagte er freundlich und machte es sich auf dem Sofa bequem.

Aidan:
`Bis morgen und schlaft gut´, übermittelte Aidan gibbelnd, während die anderen von Ziggi das Grinsen spürten.

Lana Setardio
Lana ließ sich von Kabir in ihr altes zu Hause führen. Sie lächelte ihm kokett zu - und zog tatsächlich noch einen Klotz eingeschweißten Fertigsandkuchen hervor. »Unser Betthupferl. Guten Appetit, Liebling.«

Tivoli
›Ich guck bloß‹, informierte Tivoli.

Zico
Zico stupste ihn sanft an. ›Ich war nicht freundlich zu dir, aber derartiges musstest du vor mir nicht fürchten. In Zukunft noch weniger. Nimm dir ein wenig Zeit, hier anzukommen, dann beruhigst du dich schon wieder. Dann bemerkte er Ziggis Grinsen. ›Was gibt`s zu Grinsen?‹, fragte er amüsiert.

Ziggi:
`Ich weiß auch nicht warum, aber irgendwie muss ich grinsen. Vielleicht ist das Mädel noch hier, das Zac organisiert hat. Sie ist eine Schwalbe, Du kannst sie nehmen. Sie wird dafür bezahlt´, übermittelte Ziggi Tivoli.

Tivoli
›Ehrlich gesagt, würde ich lieber erstmal etwas Essen.‹

Kabir
Kabir packte den Kuchen aus und schnitt ihn in gleichmäßige Scheiben. Er legte ihn auf die Packung auf den Tisch und grinste seine Frau an. Genau in der Mitte legte er ihn auseinander und legte zwei Scheiben zusätzlich auf Lanas Portion. Immerhin hatte sie die Kleine mitzuernähren. Kabir streckte sich auf dem Sofa lang aus und schlang die Kuchenstücke herunter. Er hörte Lana im Bad zu und während er sich auf das Geräusch des Wassers konzentrierte und sich ausmalte zu ihr unter die Dusche zu steigen schlief er ein.

Ziggi:
"Eine Frage in die Runde, könnten wir etwas zu Essen haben? Wir alle stehen da ziemlich auf dem Schlauch", bat Ziggi in die Runde. Er schmunzelte Tivo an und musste sich erneut ein Grinsen verkneifen. "Ich geh mal raus eine Rauchen, bis gleich", gibbelte er.

Zaccaria
"Essen gibt es im Speisesaal, Ronny führt euch hin."

Yvon:
Yvon betrat den Gemeinschaftsraum und wäre beinahe mit Ziggi zusammengeprallt. "Langsam", grinste er den Sentir an und schlenderte dann zu Ronny und seinen Eltern rüber. "Ronny ich muss Dir draußen gleich was zeigen. Du wirst es kaum glauben. Was ist los mit Dir? Du sieht ehrlich gesagt ganz schön fiebrig aus", sagte Yvon besorgt, was Vaden losprusten ließ vor Lachen.

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