Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

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Seweryn

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#1

Beitrag von Seweryn » Mo 17. Apr 2017, 19:41

Seweryn atmete schwer aus. Die Trennung von der Gruppe, mit der er zuletzt umhergezogen war, hatte ihm doch mehr zugesetzt als zuerst vermutet. Doch wenigstens hatte er etwas mitgenommen: Informationen. Bei Jeelen und seinen Leuten konnte er nachfragen, was es mit dieser mysteriösen Albin auf sich hatte. Sie schien eine Art Botin zu sein, die immer unterwegs war und dabei unter anderem verschiedenste Kurierdienste anbot. Viel wussten sie zwar nicht darüber, aber die Schriftrolle, die ihm die Albin überlassen hatte, war anscheinend von einem "echten" Absender.
Galant schwang sich der Almane auf sein Pferd Moldi. Es war irgendwie ungewohnt nicht das kleine Energiebündel Lysa bei sich zu haben. Seweryn trieb das Pferd an und so hatten die beiden die Stadt bald hinter sich gelassen. Auf der Schriftrolle in seiner Gürteltasche standen mehrere Worte, fein säuberlich untereinander geschrieben. Das erste war der Name einer Ortschaft, die Seweryn bereits kannte. Es war ein kleines Dorf, bestehend aus mehreren Fachwerkhäusern. Seine Reise verlief ereignislos und wenige Tage später kam er in dem kleinen Dorf an. Der Wächter, ein fetter Kerl, der kaum in seine Rüstung passte, musterte den Almanen, der ihm freundlich zunickte. <Der soll hier für die Sicherheit zuständig sein? Das ist echt ein Witz.>, stellte Seweryn fest und fand sich kurze Zeit später auf einem kleinen Marktplatz wieder. In der Mitte stand ein schöner Springbrunnen, in dessen Becken mehrere Kinder spielten. Seweryn stieg von seinem Pferd und winkte eins der Kinder zu sich. "Willst du dir eine Münze verdienen?", fragte er den kleinen Jungen mit den braunen Locken, dieser nickte eifrig. "Pass auf.", Seweryn kniete sich ab, sodass er mit dem Kind auf Augenhöhe war. "Das hier ist Moldi. Bring ihn zu einem Gasthaus mit dem Namen...". Er kramte die Schriftrolle hervor, entzifferte das zweite Wort. "Zum Bogner. Weisst du, wo das ist?". Der Junge bestätigte. "Ich komme später nach. Du bekommst die Hälfte jetzt und die andere Hälfte wenn ich eintreffe und Moldi in gutem Zustand ist. Jetzt ab mit dir!". Mit diesen Worten schnippte der Almane dem Kind eine Kupfermünze zu. Der Junge schnappte die Münze aus der Luft und übernahm die Zügel. Moldi beäugte den Kurzen einen Moment, folgte ihm dann aber brav. "Also gut.", brummte Seweryn. "Dann bin ich jetzt wohl in Kaltenwalde.". Er sah sich um. Seit seinem letzten Besuch vor einer gefühlten Ewigkeit hatte sich fast nichts verändert. Selbst der Trunkenbold am Rande des Marktplatztes war noch der gleiche, wenn auch etwas älter. Seweryn glaubte sogar, dass ihm der Mann einmal knapp zunickte. <Trotzdem erst einmal umsehen.>, beschloss der Almane und zurrte seinen Schwertgurt enger. Langsam schritt er durch die Straßen. Einige Bewohner warfen ihm argwöhnische Blicke zu, andere grüßten. Schließlich traf Seweryn einen weiteren Wächter, der sich in seiner grob zusammengezimmerten Rüstung gelangweilt auf einen Speer stützte. "Guter Mann, könnt ihr mir vielleicht eine Auskunft geben?", begann Seweryn das Gespräch und beschrieb die Albin, die ihm vor ein paar Tagen die Schriftrolle übergeben hatte. Der Wächter überlegte kurz, pulte sich etwas zwischen den Zähnen hervor und schnippte es weg. Schließlich bestätigte er Seweryns Frage. Tatsächlich hatte er auf einem seiner Rundgänge eine Frau gesehen, auf die genau diese Beschreibung passte. Angeblich sei sie auch in dem Gasthaus "Zum Bogner" gewesen. <So weit so gut.>, dachte Seweryn und wünschte dem Wachmann noch eine ruhige Schicht, was dieser nur mit einem knappen Nicken bestätigte. <An der ganzen Sache ist also doch mehr dran.>. Schließlich machte sich der Almane auf den Weg zu dem kleinen Gasthaus und fand kurze Zeit später auch Moldi und den Jungen vor. "Na, hat er gut auf dich aufgepasst?", fragte Seweryn sein Pferd und streichelte es. "Gute Arbeit, kleiner.", meinte Seweryn und übergab dem Jungen den Rest seines Lohns. Dieser bedankte sich fröhlich und verschwand. "Ich hör mich hier mal etwas um. Dir gehts hier ja anscheinend echt gut, hm?". Moldi schnaubte bestätigend.

Als Seweryn den Schankraum betrat wurde es plötzlich still. Alle Augen schienen auf ihn gerichtet zu sein. Seweryn sah sich um. Langsam wandten sich die Gäste wieder ihren Tätigkeiten und Getränken zu und er ging hinüber zum Tresen. "Grüße. Ich nehme ein Dunkelbräu.". Der Wirt nickte und stellte Seweryn wenige Augenblicke später ein dunkles Bier mit wunderbarer Schaumkrone hin. Seweryn bezahlte und trank. "Auf ein Wort.", raunte er dem Wirt schließlich zu und winkte ihn näher an sich heran. "Kennt ihr eine Person Namens Rudgart?". Der Wirt bestätigte und nickte in Richtung eines Tisches in der Ecke. Seweryn folgte dem Nicken und erkannte einen alten Mann. Er trug eine vom Kampf gezeichnete Rüstung, hatte eine Narbe über dem linken Auge und ein verbeulter Helm lag auf dem Tisch. "Was auch immer der gute Mann als nächstes trinkt, stell es mir in Rechnung.". So machte sich Seweryn auf den Weg zu dem Tisch. <Dann wollen wir doch mal sehen, was du mir erzählen kannst.>. Er vergewisserte sich noch einmal, dass er die Schriftrolle noch bei sich trug und erreichte den alten Mann. "Ich bin...". "Seweryn. Ich weiß. Ich habe bereits auf euch gewartet.", unterbrach ihn der alte Mann mit kratziger Stimme. Seweryn war etwas erstaunt, setzte sich dann aber. "Mir wurde bereits zugetragen, dass ihr bald hier aufschlagen werdet. Besser gesagt...wurde ich bezahlt um hier auf euch zu warten.". Seweryn stutzte. Wer war der Kerl eigentlich genau? Und vor allem...wer bezahlte ihn...für was genau?

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#2

Beitrag von Seweryn » Mo 1. Mai 2017, 20:56

"Wer seid ihr genau?", platzte es aus Seweryn heraus. "Und wer hat euch bezahlt?". Der alte Mann seufzte und verdrehte dabei die Augen. "Immer das gleiche mit euch Jungspunden. Ihr stellt am Anfang einfach die falschen Fragen.". Mit einem knappen Kopfnicken nahm er das Getränk entgegen, was ihm eine Schankmaid hinstellte. "Setzt euch doch erst mal, Seweryn.". Seweryn setzte sich und drückte nervös seine Hände aneinander. "Zu mir gibt es wenig zu sagen. Man sieht, ich bin nicht gerade ein ungeschriebenes Blatt. Ich habe viele Kämpfe hinter mir, aber so einen Kampf wie deinen...", er fixierte Seweryn und machte eine kurze Pause. "So einen Kampf habe ich bisher nicht kämpfen müssen.". Seweryn wollte etwas sagen, zwang sich jedoch zur Ruhe und hielt somit den Mund. <Was weiss der Kerl wohl noch alles über mich?> "Meine Knochen werden alt und meine Arme schwer. Ich verdiene mein Geld mit Wachschichten, ich habe ein Auge auf den Laden hier und habe dabei Kontakt zu den unterschiedlichsten Leuten. Aber die Albin letztens, die habe ich vorher noch nie hier im Ort gesehen.". Seweryns Gesich hellte auf. <Eine Albin?>. Als die Beschreibung des alten Ritters auch noch auf die Person passte, die er vor einigen Tagen gesehen hatte war sich Seweryn sicher, dass sowohl an ihr als auch an der Echtheit der Schriftrolle kaum Zweifel bestehen konnten. "Was hat sie gesagt?", fragte Seweryn und merkte, wie seine Hände schwitzig wurden. "Sie sagte, ihr würdet früher oder später kommen und mich ansprechen. Woher sie wusste, dass ich immer hier bin, keine Ahnung. Ich soll jedenfalls ausrichten, dass am nächsten Treffpunkt auf der Liste jemand auf Euch warten wird. Allerdings nicht ständig. Regelmäßig am ersten Tag der Woche, bei Einbruch der Nacht. Was auch immer das bedeuten soll.". Seweryn drückte seine Hände nun flach auf die Tischplatte. Er atmete tief durch. <Das wars?>. "Warum auf diese Weise?", fragte Seweryn den Veteranen. Dieser verzog das Gesicht und kratzte sich am Kinn. "Ich habe zwar keine Ahnung was bei dir da los ist, besser gesagt wie es soweit kommen konnte, Jungchen, aber ich vermute mal, dass jemand will, dass du ihn oder sie findest. So wie es aussieht hast du ein paar markante Punkte, an denen du weitere Informationen bekommst. Dadurch soll wohl verhindert werden, dass andere diese Person zuerst finden oder so?". Seweryns Gedanken klärten sich auf, als hätten sich gerade ein paar Wolken verzogen. <Natürlich!> Das ganze machte zwar Sinn, aber war das so leicht zu durchschauen? Und was, wenn jemand falsches dahinter kommt? Wieso dieses Versteckspiel?
"Das wars. Mehr soll ich nicht ausrichten.", brummte der alte Mann und lehnte sich mit seinem Glas auf der Bank zurück. Seweryn nickte, erst zögerlich, dann deutlich. "Ich verstehe.", gab er vor und erhob sich. "Ich danke Euch. Ich muss noch ein paar Besorgungen machen, damit ich es rechtzeitig zum nächsten Treffpunkt schaffe.", murmelte er und trank den Rest aus seinem Krug. "Auf bald.", sagte er und ging zur Tür. "Jungchen!". Seweryn drehte sich noch einmal um und sah, wie der Veteran ihm zuprostete. "Viel Glück bei deinem Kampf. Lass dich davon nicht innerlich zerreissen und behalt nen klaren Kopf.".

Niemand bemerkte den einsamen Reiter, der mitten in der Nacht in Richtung Norden davonritt. Fast niemand. Zwei Gestalten standen auf einem Hügel nahe des Dorfes und sahen den Reiter in der Ferne verschwinden. "Meinst du er schafft es?", fragte der alte Mann. "Er wird es schaffen.", antwortete die Albin.

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#3

Beitrag von Seweryn » Di 20. Jun 2017, 22:33

Seweryn donnerte auf Moldi den Weg entlang. Bald hatte er tatsächlich sein nächstes Ziel erreicht. Sogar überpünktlich.
In der Ferne konnte Seweryn bereits einen dumpfen Licht schein ausmachen. Er schien von einer kleinen Laterne zu kommen, die jemand an einer Weggabelung abgestellt hatte. Gestalten huschten dort umher. Zwar hatte Seweryn nur einen Namen auf dem Pergament entziffern können, doch könnte genau diese Person unter ihnen sein.
Er bremste Moldi etwas aus und die beiden näherten sich langsam der Gruppe. "Wer geht da?!", rief eine der Personen. Seweryn stoppte Moldi. "Mein Name ist Seweryn.", antwortete der Almane. Einen Moment lang passierte nichts, die Gestalten schienen zu tuscheln. "Seid ihr allein?" kam als nächste Frage. Seweryn richtete sich im Sattel auf. "Seid ihr der, den ich suche?", gab er zurück und nahm nun etwas wachsamer die Umgebung in Augenschein. "Kann schon sein.", kam zurück. "Kommt näher, langsam.". Seweryn überlegte. Eine innere Stimme warnte ihn vor überstürztem Handeln. "Ihr seid nicht der, den ich suche.", sagte Seweryn mit fester Stimme. "Gebt den Weg frei, ich habe keine Zeit mich mit Euch zu beschäftigen.". Seweryn wollte Moldi gerade wieder antreiben, da hörte er eine kratzige Stimme hinter sich. "Ich an deiner Stelle würde mich jetzt nicht rühren.". <Verdammt.>. Seweryn warf einen Blick über die Schulter. Ein Kerl mit einer Armbrust hatte auf ihn angelegt. "Was seid ihr? Wegelagerer?". Verächtlich spie er aus. <Auch das noch.>. "Absteigen!", kam die Anweisung von dem Armbrustschützen. Seweryn tat wie ihm geheißen und hob, nachdem er von Moldi abgestiegen war, die Hände. "Ihr macht einen Fehler.", knurrte er. Der Armbrustschütze näherte sich, ebenso wie seine Freunde von der Weggabelung. Einer riss an den Zügeln und zog den lautstark protestierenden Modli von Seweryn weg. Seweryn machte instinktiv einen Schritt nach vorne, doch spürte dann eine Hand auf seiner Schulter. <Dieser verdammte Schütze.>. Ohne zu überlegen hämmerte Seweryn dem Kerl seinen Ellenbogen ins Gesicht. Jaulen schrie der Kerl auf und die Armbrust entglitt seinen Fingern. Der Bolzen löste sich und verschwand in einem Gebüsch am Wegesrand. Dann ging alles sehr schnell. Seweryn schlug um sich, wollte nach seinem Schwert greifen. Plötzlich spürte er einen Aufprall an seinem Kopf. Vor den Augen des Almanen tanzten weiße Sterne umher und er verlor das Gleichgewicht. Das letzte, an das sich Seweryn erinnerte, war die Spitze eines Stiefels, die erstaunlich schnell näher kam...

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#4

Beitrag von Seweryn » Fr 8. Sep 2017, 23:36

*öffnet langsam die Augen* Ouf...mein Kopf... *langsam klärt sich der
Blick* Was ist.... *versucht sich zu erheben, was bei dem Regen gar nicht
so einfach ist* Grrml... *tastet nach seinem Schwert, findet es nicht,
versucht eine Übersicht von der Situation zu kriegen* Was ist passiert?
*murmelt und erkennt, dass um ihn herum weitere Personen im Dreck liegen.
Alles dreht sich noch etwas*

Rinelda Gismara von Horvath
Rin beugte sich über den am Boden liegenden Almanen. Er sah ganz schön mitgenommen aus. Die Naridiern säuberte ihren Degen an einem der niedergemachten Feinde. Rin verstaute ihren Degen und half dem mitgenommenen Burschen auf. "Du wurdest angegriffen und wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen um Dir beizustehen. Das ist Morasa und ich bin Rinelda. Wir wurden hergeschickt um den Bruder einer gewissen Person zu suchen und die Beschreibung passt auf Dich mein Freund. Du kannst von Glück sagen, dass wir des Weges kamen.

Morasa
Morasa half Rin dabei den Mann hochzuhelfen. Er schaute den Menschen genau an. Rin hatte Recht, es war der Gesuchte. Zum Glück war er mit Rin rechtzeitig gekommen, wie sie gesagt hatte. Sonst wäre der Almane jetzt tot. Morasa lauschte nach allen Richtungen, ob er noch andere Feinde wahrnehmen konnte. Seine Albenohren waren scharf. "Banditen haben dich überfallen und wir haben dein Leben gerettet. Bist du in Ordnung soweit? Versuch mal alleine zu stehen. Wir meinen zwar dass du es bist, aber wir müssen sicher gehen. Bist du Seweryn?."

Seweryn
Seweryns Gedanken überschlugen sich. Was war jetzt alles passiert? Er ordnete das Gekröse in seinem Kopf, ihm wurde beim Aufstehen geholfen. Wackelig stand er da, hielt sich den dröhnenden Kopf. Ein paar Sekunden vergingen, dann war er wieder einigermaßen da. "Ja...", begann er leise. "Ja ich bin Seweryn.". Er schaute die beiden Retter an und begrüßte sie freundlich. "Ich verdanke euch also mein Leben. Ich dachte schon, mein Weg wäre hier zuende. Dafür schulde ich euch etwas...". Dort vorne lag sein Schwert in einer Pfütze, Seweryn ging langsam und etwas torkelnd hinüber, hob es auf, säuberte es und verstaute die Klinge. "Ihr...", er sah sich um "Ihr habt die Kerle also kalt gemacht? Wahrscheinlich besser so, wer weiss, was sie noch alles hätten anstellen können...oder was sie bereits alles taten.". Er spuckte auf den Boden. "Einen Moment...". Er hatte Moldi erspäht, den die Banditen an einem nahegelegenen Baum festgemacht hatten. Er näherte sich dem unruhig dastehenden Tier, beruhigte es und kam mit dem Pferd zurück zu seinen beiden Rettern. "Hat sie euch geschickt?", fragte er einfach ins Blaue hinein, während er seine Ausrüstung auf Vollständigkeit prüfte.

Rinelda Gismara von Horvath
Rin musterte Sew wie er langsam zu sich kam und wieder Herr über seine Sinne wurde. Das Pack musste ihm ganz schön übel mitgespielt haben. Denn der Mann wirkte durchaus gestanden und kampfgestählt. Nun man konnte es ihm nicht verdenken, sich allein einer Übermacht gegenüber zu sehen und dann hatten sie vermutlich noch die Überraschung auf ihrer Seite. Als der Almane in Blaue hinein fragte, nickte Rin bestätigend. "Das ist korrekt. Eure Schwester schickt uns. Sie hat Morasa wie auch mich für diese Aufgabe angeworben. So haben wir uns kennengelernt - sprich der Waldalb und ich. Eure Schwester sucht Euch", bestätigte Rinelda Seweryn.

Morasa
Der Waldalb verfolgte das Gespräch der Menschen. "Sie spricht die Wahrheit, deine Schwester hat uns angeheuert um dich zu suchen. Ich bin als Jäger und Spurenleser eingestellt und Rin als Klinge. So haben wir uns kennengelernt. Deine Schwester scheint sich um dich zu sorgen. Wir sollen dich begleiten, dass ist unser Auftrag. Wir sollten gleich weitergehen." Morasa klemmte sich seine Haare hinter die Ohren. Der Waldalb untersuchte die toten Banditen auf Geld und brauchbare Sachen die sie dabei hatten und steckte die Sachen ein. Die Toten brauchten es nicht mehr, sie bestimmt schon. Danach wartete er aufbruchbereit.

Seweryn
Also hatte Seweryn nun doch seinen nächsten Wegpunkt erreicht. Seine Ausrüstung war auch nach kurzer Zeit wieder komplett. "Dann auf.", bestätigte der Almane und langsam setzte sich die kleine Gruppe in Bewegung. "Ich hätte nicht gedacht, dass mich auf meiner Reise jemand ein Stück weit begleiten würde.", gab er zu. "Aber anscheinend hatte da jemand ein Händchen für gute Planung. Die Gegend hier ist wohl nicht ganz so...angenehm.". Dann konnte Seweryn nicht anders. "Wo habt ihr sie gesehen? Meine Schwester meine ich. Wie geht es ihr, ist sie in Ordnung?".

Rinelda Gismara von Horvath
Rin hörte Sew aufmerksam zu. "Persönlich sind wir Deiner Schwester nicht begegnet. Es war eine Anheuerung über einen Mittelsmann oder besser gesagt über eine Mittelsfrau. Aber auch diese blieb im Schatten verborgen. Was sich im Hintergrund abspielt kann ich Dir nicht sagen. Eventuell müssen diese Mittelsfrau und Deine Schwester geheim agieren. Um sich selbst oder vielleicht auch Dich nicht zu gefährden. Aber das ist für uns unerheblich. Wir haben alle Informationen an die Hand bekommen, die wir benötigt haben um Dich zu finden. Und Morasa ist ein ausgezeichneter Spurenleser. Wir sind nicht zufällig über Deine Fährte gestolpert. Hast Du ein konkretes, nächstes Ziel?", hakte Rin nach.

Morasa
Morasa wartete ab, damit Seweryn ihm das Ziel nannte. "Wie Rin sagt, haben wir deine Schwester nicht getroffen Seweryn. Wir wurden in eine Taverne angeheuert um dich zu finden und zu deiner Schwester zu bringen. Oder ein Stück weiter, damit du sie bald treffen kannst. Welches Wegstück hat uns vorher niemand gesagt. Drum musst du das jetzt tun. Wir versuchen dich zu beschützten. Sollte dich erneut was angreifen, werde ich es mit Pfeile spicken. Wo musst du hin? Und was ist dein Ziel? Dann führe ich uns auf den besten Weg dahin. So schnell und sicher wie ich kann."

Seweryn
Die ganze Sache schien soweit logisch. Seweryn konnte nicht anders, als seinen Weggefährten zu trauen. Er war etwas enttäuscht, hatte er sich doch ein paar Informationen über seine Schwester Finja erhofft...leider blieben sie weiterhin aus. Er kramte schließlich ein Pergament aus der Satteltasche des Pferdes hervor. Der Almane achtete darauf, dass das Pergament so trocken wie nur eben möglich blieb und fand das nächste Ziel. "Schwarzeichenfels.", sagte er. "Davon habe ich noch nie etwas gehört...". Fragend sah er Rinelda und Morasa an. "Dort soll ich einen gewissen "Lucernus" treffen. Ebenfalls nie gehört.". Einen Moment lang schien Seweryn etwas mutlos, hatte er doch noch die ein oder andere Station vor sich. Wohin um alles in der Welt hatte es Finja nur verschlagen?

Rinelda Gismara von Horvath
Rin schaute mit auf das Pergament und zuckte dann die Achseln. "Möglicherweise ist dies ein sehr kleiner Ort. Lass den Kopf nicht hängen, es gibt so kleine Örtchen da stehen nicht mal drei Häuser und das größte was man im Dorf findet ist das Ortsschild. Lucernus... was genau soll dieser Lucernus von Beruf sein? Das könnte unser nächster Anhaltspunkt werden, denn dann könnten wir uns in einem Gasthaus oder einer Taverne nach dem Mann erkunden. Der Name jedenfalls lässt auf einen Adligen schließen, gleichgültig welches Standes oder einem gehobenem Bürger. Er könnte also eine bekannte Persönlichkeit sein, ein gebildeter Mann oder auch ein besonderes Geschäft führen. Hoffen wir mal für Dich, dass es kein Pfandleiher ist und Du noch Schulden auslösen musst. Wie gesagt, es ist kein schlichter Name, der Mann könnte einigen Leuten ein Begriff sein", erklärte Rinelda.

Morasa
Morasa schaute zum Himmel hoch. Es regnete und die Menschen wurden nass. Sie waren nicht wie er die Natur gewöhnt und abgehärtet. Zuerst musste er sie aus den Regen rausführen ins trockene. Ein Gasthaus wäre gut. "Wir sollten euch vor dem Regen schützen und ein Gasthaus aufsuchen. So nützt die Weiterreise nichts, wenn ihr krank werdet und du bist schon angeschlagen durch den Überfall. Eine weitere Nacht von deiner Schwester getrennt zu sein schadet dir nicht. Sie wird das verstehen. Wichtig ist, dass du im trockenen übernachtest. Ich führe euch zu einem kleinen Gasthaus." Der Waldalb schaute sich um und entschied sich für eine Richtung. Er gab seinen Begleitern ein Zeichen, dass sie ihm folgen sollten und lief im leichten Laufschritt los. Es war kein Spaziergang.


Seweryn
Seweryn nickte nur stumm. Auf einen Tag kam es wirklich nicht mehr an und die Entscheidung zu rasten war vernünftig. Bei dem Gedanken aus diesem Regen rauszukommen erhob sich Seweryns Laune. Ein warmes Feuer wäre wirklich nicht zu verachten. Noch bevor jemand etwas sagen konnte spurtete Morasa los, Seweryn folgte mit Moldi im Schlepptau. Eigentlich hätte ihm das hohe Schritttempo nichts ausgemacht, jedoch fühlte er sich alles andere als frisch. Seweryn wollte sich nichts anmerken lassen und hielt tapfer durch, biss die Zähne zusammen. So bahnte sich die kleine Gruppe ihren Weg durch das Unwetter, natürlich musste der Regen stärker werden. "Verdammt noch mal.", fluchte Seweryn und wischte sich abermals die nassen Haare aus dem Gesicht. Er hatte es aufgegeben die Kaputze seines Reisemantels zu benutzen, dank der Wegelagerer und seinem Aufenthalt auf dem Boden war er eh bis auf die Knochen nass. Dann endlich meinte der Almane in der Ferne einen schwachen Lichtschein ausmachen zu können. Nicht mehr weit...endlich.

Rinelda Gismara von Horvath
Rin konnte Morasa verstehen er hatte vor das schlechte Wetter so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und sie in eine warme Gaststube zu bringen. Ihm selbst schien das Wetter nichts auszumachen. Nun es schien zu stimmen, was man über Waldalben hörte. Sie waren ein Teil der Natur. Und scheinbar war auch für Morasa der Regen ein Teil davon. Rinelda liebte zwar das Wasser, allerdings nur das der hohen See und nicht jenes dass einen bis auf die Knochen durchweichte in kleinen prasselnden Einheiten. Eine Welle war etwas anderes als dieser Regen. Die Nacht in einer warmen Stube zu verbringen war eine verlockende aussicht auf die sich die Almanin freute. Mo lief voran und legte ein gutes Tempo an den Tag. In der Ferne sahen sie bereits ein Licht. Rin deutete darauf, falls es jemand übersehen haben sollte. Wovon sie allerdings nicht ausging. Es war ein Hoffnungsschimmer an diesem regenverhangenen Tag - und zwar im wahrstens Sinne des Wortes. "Da vorne wartet ein Gasthaus auf uns", munterte sie ihre Begleiter auf.

Morasa
Morasa warf einen Blick über seine Schulter ob ihn die anderen beiden folgen konnten. Er musste aufpassen, dass sie mitkamen und dass sie schnell genug waren. Es war nicht mehr so weit und bald waren sie am Gasthaus angelangt. Mo wartete an der Tür auf Rinelda und Seweryn. Sonst hielt er auch einen Moment an der Tür inne, da er sich auf den Lärm vorbereitete. In seinen Ohren klang der Lärm lauter. Was die Menschen ohne Probleme ertrugen, war für ihn schon sehr laut. Er wartete bis sie zu ihm aufgeschlossen hatten, dann betrat der Waldalb das Gasthaus. Es war klein, laut und es roch nach guten Essen. Ein Feuer brannte im Kamin und die meisten Besucher hatten sich davor geklemmt. Sie wollten genau wie sie die Nässe aus den Klamotten und die Kälte aus den Knochen los werden. Morasa ging zur Theke und wartete dort auf die beiden. Er wusste nicht ob sie lieber was warmes trinken wollten wie er selber. "Was nehmt ihr zu trinken?."

Seweryn
Nachdem Seweryn sein Pferd sicher untergebracht hatte fand er sich kurze Zeit später im Schankraum des kleinen, heruntergekommenen Gasthauses wieder. Einige Besucher waren dort und ein allgemeines Brummen durch die Gespräche war zu vernehmen. Seweryn sah sich um. Einige hockten am Kamin, in der Ecke saßen zwei Soldaten, wahrscheinlich auf ein Feierabendbier. Niemand schien ihn zu beachten, was Seweryn dann doch eher begrüßte. So stapfte er tropfend zum Tresen, streifte unterwegs seinen durchgeweichten Umhang ab. "Egal.", sagte er gleichgültig. "Hauptsache es wärmt. Tee? Habt ihr Tee oder was anderes heißes da?", fragte Seweryn den Wirt, der tatsächlich einen Kessel von einem kleinen Kochfeuer holte. Schon bald hatte der Almane einen sanft dampfenden Krug vor sich stehen und bezahlte den Mann. "Geht auf mich.", sagte er knapp und deutete auf seine Begleiter. Der Wirt verstand und setzte die Getränke der Gruppe auf Seweryns Rechnung. "Ist ja wohl das Mindeste.", sagte er und wartete mit dem Trinken, bis jeder etwas hatte. Zwar hatte Rinelda noch nicht bestellt, doch Seweryn war schon gedanklich wieder etwas weiter. Daher fragte er Morasa "Sag, kennst du den Ort? Schwarzeichenfels meine ich? Oder den Weg dorthin?". Dann machte Seweryn Platz, sodass Rinelda bestellen konnte. Dabei sah er sich kurz noch einmal um. Möglicherweise wusste ja jemand der hier anwesenden etwas über das Reiseziel der Gruppe.

Rinelda Gismara von Horvath
Rinelda bestellte sich ebenfalls einen Tee. Für ein kühles Bier war es eindeutig zu kalt und schuttelig. Wobei einen heißen Grog hätte sie auch trinken können, aber danach stand ihr nicht der Sinn. Sie wartete bis sie ihr Getränk hatte und schaute Morasa abwartend an, da die Frage an ihn gerichtet war. "Sagt Dir der Name etwas Mo?", fragte die Almanin während sie ihren Tee schlürfte.

Morasa
Morasa schüttelte den Kopf. "Nein ich kenne den Ort nicht. Ich habe davon gehört, aber selber war ich noch nicht da. Uns kann da alles erwarten. Ich könnte dich hinführen, nach allem was ich weiss, aber genaue Infos kann ich dir nicht über den Ort geben. Möglicherweise kennt hier jemand den Ort genauer. Vielleicht sollten wir den Wirt fragen, oder uns unter die Gäste mischen. Ansonsten müssen wir es am kommenden Tag einfach auf gut Glück versuchen. Was immer dich da erwartet, vielleicht ist es ein Hinweis. Ich kann nur raten, aber das hilft dir nichts."

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