Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
Der SĂŒdwesten
Evalon ist ein fruchtbares Bergland. Die technikverliebten goblinischen StĂ€dte stehen im Gegensatz zu den sagenumwobenen RuinenstĂ€dten, die aus den WĂ€ldern ragen. Das warme Meer und die vielen Inseln bieten einen Schauplatz fĂŒr Piraten, Korallentaucher und Abenteurer.
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Seweryn
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Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#1

Beitrag von Seweryn » Mo 17. Apr 2017, 19:41

Seweryn atmete schwer aus. Die Trennung von der Gruppe, mit der er zuletzt umhergezogen war, hatte ihm doch mehr zugesetzt als zuerst vermutet. Doch wenigstens hatte er etwas mitgenommen: Informationen. Bei Jeelen und seinen Leuten konnte er nachfragen, was es mit dieser mysteriösen Albin auf sich hatte. Sie schien eine Art Botin zu sein, die immer unterwegs war und dabei unter anderem verschiedenste Kurierdienste anbot. Viel wussten sie zwar nicht darĂŒber, aber die Schriftrolle, die ihm die Albin ĂŒberlassen hatte, war anscheinend von einem "echten" Absender.
Galant schwang sich der Almane auf sein Pferd Moldi. Es war irgendwie ungewohnt nicht das kleine EnergiebĂŒndel Lysa bei sich zu haben. Seweryn trieb das Pferd an und so hatten die beiden die Stadt bald hinter sich gelassen. Auf der Schriftrolle in seiner GĂŒrteltasche standen mehrere Worte, fein sĂ€uberlich untereinander geschrieben. Das erste war der Name einer Ortschaft, die Seweryn bereits kannte. Es war ein kleines Dorf, bestehend aus mehreren FachwerkhĂ€usern. Seine Reise verlief ereignislos und wenige Tage spĂ€ter kam er in dem kleinen Dorf an. Der WĂ€chter, ein fetter Kerl, der kaum in seine RĂŒstung passte, musterte den Almanen, der ihm freundlich zunickte. <Der soll hier fĂŒr die Sicherheit zustĂ€ndig sein? Das ist echt ein Witz.>, stellte Seweryn fest und fand sich kurze Zeit spĂ€ter auf einem kleinen Marktplatz wieder. In der Mitte stand ein schöner Springbrunnen, in dessen Becken mehrere Kinder spielten. Seweryn stieg von seinem Pferd und winkte eins der Kinder zu sich. "Willst du dir eine MĂŒnze verdienen?", fragte er den kleinen Jungen mit den braunen Locken, dieser nickte eifrig. "Pass auf.", Seweryn kniete sich ab, sodass er mit dem Kind auf Augenhöhe war. "Das hier ist Moldi. Bring ihn zu einem Gasthaus mit dem Namen...". Er kramte die Schriftrolle hervor, entzifferte das zweite Wort. "Zum Bogner. Weisst du, wo das ist?". Der Junge bestĂ€tigte. "Ich komme spĂ€ter nach. Du bekommst die HĂ€lfte jetzt und die andere HĂ€lfte wenn ich eintreffe und Moldi in gutem Zustand ist. Jetzt ab mit dir!". Mit diesen Worten schnippte der Almane dem Kind eine KupfermĂŒnze zu. Der Junge schnappte die MĂŒnze aus der Luft und ĂŒbernahm die ZĂŒgel. Moldi beĂ€ugte den Kurzen einen Moment, folgte ihm dann aber brav. "Also gut.", brummte Seweryn. "Dann bin ich jetzt wohl in Kaltenwalde.". Er sah sich um. Seit seinem letzten Besuch vor einer gefĂŒhlten Ewigkeit hatte sich fast nichts verĂ€ndert. Selbst der Trunkenbold am Rande des Marktplatztes war noch der gleiche, wenn auch etwas Ă€lter. Seweryn glaubte sogar, dass ihm der Mann einmal knapp zunickte. <Trotzdem erst einmal umsehen.>, beschloss der Almane und zurrte seinen Schwertgurt enger. Langsam schritt er durch die Straßen. Einige Bewohner warfen ihm argwöhnische Blicke zu, andere grĂŒĂŸten. Schließlich traf Seweryn einen weiteren WĂ€chter, der sich in seiner grob zusammengezimmerten RĂŒstung gelangweilt auf einen Speer stĂŒtzte. "Guter Mann, könnt ihr mir vielleicht eine Auskunft geben?", begann Seweryn das GesprĂ€ch und beschrieb die Albin, die ihm vor ein paar Tagen die Schriftrolle ĂŒbergeben hatte. Der WĂ€chter ĂŒberlegte kurz, pulte sich etwas zwischen den ZĂ€hnen hervor und schnippte es weg. Schließlich bestĂ€tigte er Seweryns Frage. TatsĂ€chlich hatte er auf einem seiner RundgĂ€nge eine Frau gesehen, auf die genau diese Beschreibung passte. Angeblich sei sie auch in dem Gasthaus "Zum Bogner" gewesen. <So weit so gut.>, dachte Seweryn und wĂŒnschte dem Wachmann noch eine ruhige Schicht, was dieser nur mit einem knappen Nicken bestĂ€tigte. <An der ganzen Sache ist also doch mehr dran.>. Schließlich machte sich der Almane auf den Weg zu dem kleinen Gasthaus und fand kurze Zeit spĂ€ter auch Moldi und den Jungen vor. "Na, hat er gut auf dich aufgepasst?", fragte Seweryn sein Pferd und streichelte es. "Gute Arbeit, kleiner.", meinte Seweryn und ĂŒbergab dem Jungen den Rest seines Lohns. Dieser bedankte sich fröhlich und verschwand. "Ich hör mich hier mal etwas um. Dir gehts hier ja anscheinend echt gut, hm?". Moldi schnaubte bestĂ€tigend.

Als Seweryn den Schankraum betrat wurde es plötzlich still. Alle Augen schienen auf ihn gerichtet zu sein. Seweryn sah sich um. Langsam wandten sich die GĂ€ste wieder ihren TĂ€tigkeiten und GetrĂ€nken zu und er ging hinĂŒber zum Tresen. "GrĂŒĂŸe. Ich nehme ein DunkelbrĂ€u.". Der Wirt nickte und stellte Seweryn wenige Augenblicke spĂ€ter ein dunkles Bier mit wunderbarer Schaumkrone hin. Seweryn bezahlte und trank. "Auf ein Wort.", raunte er dem Wirt schließlich zu und winkte ihn nĂ€her an sich heran. "Kennt ihr eine Person Namens Rudgart?". Der Wirt bestĂ€tigte und nickte in Richtung eines Tisches in der Ecke. Seweryn folgte dem Nicken und erkannte einen alten Mann. Er trug eine vom Kampf gezeichnete RĂŒstung, hatte eine Narbe ĂŒber dem linken Auge und ein verbeulter Helm lag auf dem Tisch. "Was auch immer der gute Mann als nĂ€chstes trinkt, stell es mir in Rechnung.". So machte sich Seweryn auf den Weg zu dem Tisch. <Dann wollen wir doch mal sehen, was du mir erzĂ€hlen kannst.>. Er vergewisserte sich noch einmal, dass er die Schriftrolle noch bei sich trug und erreichte den alten Mann. "Ich bin...". "Seweryn. Ich weiß. Ich habe bereits auf euch gewartet.", unterbrach ihn der alte Mann mit kratziger Stimme. Seweryn war etwas erstaunt, setzte sich dann aber. "Mir wurde bereits zugetragen, dass ihr bald hier aufschlagen werdet. Besser gesagt...wurde ich bezahlt um hier auf euch zu warten.". Seweryn stutzte. Wer war der Kerl eigentlich genau? Und vor allem...wer bezahlte ihn...fĂŒr was genau?

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#2

Beitrag von Seweryn » Mo 1. Mai 2017, 20:56

"Wer seid ihr genau?", platzte es aus Seweryn heraus. "Und wer hat euch bezahlt?". Der alte Mann seufzte und verdrehte dabei die Augen. "Immer das gleiche mit euch Jungspunden. Ihr stellt am Anfang einfach die falschen Fragen.". Mit einem knappen Kopfnicken nahm er das GetrĂ€nk entgegen, was ihm eine Schankmaid hinstellte. "Setzt euch doch erst mal, Seweryn.". Seweryn setzte sich und drĂŒckte nervös seine HĂ€nde aneinander. "Zu mir gibt es wenig zu sagen. Man sieht, ich bin nicht gerade ein ungeschriebenes Blatt. Ich habe viele KĂ€mpfe hinter mir, aber so einen Kampf wie deinen...", er fixierte Seweryn und machte eine kurze Pause. "So einen Kampf habe ich bisher nicht kĂ€mpfen mĂŒssen.". Seweryn wollte etwas sagen, zwang sich jedoch zur Ruhe und hielt somit den Mund. <Was weiss der Kerl wohl noch alles ĂŒber mich?> "Meine Knochen werden alt und meine Arme schwer. Ich verdiene mein Geld mit Wachschichten, ich habe ein Auge auf den Laden hier und habe dabei Kontakt zu den unterschiedlichsten Leuten. Aber die Albin letztens, die habe ich vorher noch nie hier im Ort gesehen.". Seweryns Gesich hellte auf. <Eine Albin?>. Als die Beschreibung des alten Ritters auch noch auf die Person passte, die er vor einigen Tagen gesehen hatte war sich Seweryn sicher, dass sowohl an ihr als auch an der Echtheit der Schriftrolle kaum Zweifel bestehen konnten. "Was hat sie gesagt?", fragte Seweryn und merkte, wie seine HĂ€nde schwitzig wurden. "Sie sagte, ihr wĂŒrdet frĂŒher oder spĂ€ter kommen und mich ansprechen. Woher sie wusste, dass ich immer hier bin, keine Ahnung. Ich soll jedenfalls ausrichten, dass am nĂ€chsten Treffpunkt auf der Liste jemand auf Euch warten wird. Allerdings nicht stĂ€ndig. RegelmĂ€ĂŸig am ersten Tag der Woche, bei Einbruch der Nacht. Was auch immer das bedeuten soll.". Seweryn drĂŒckte seine HĂ€nde nun flach auf die Tischplatte. Er atmete tief durch. <Das wars?>. "Warum auf diese Weise?", fragte Seweryn den Veteranen. Dieser verzog das Gesicht und kratzte sich am Kinn. "Ich habe zwar keine Ahnung was bei dir da los ist, besser gesagt wie es soweit kommen konnte, Jungchen, aber ich vermute mal, dass jemand will, dass du ihn oder sie findest. So wie es aussieht hast du ein paar markante Punkte, an denen du weitere Informationen bekommst. Dadurch soll wohl verhindert werden, dass andere diese Person zuerst finden oder so?". Seweryns Gedanken klĂ€rten sich auf, als hĂ€tten sich gerade ein paar Wolken verzogen. <NatĂŒrlich!> Das ganze machte zwar Sinn, aber war das so leicht zu durchschauen? Und was, wenn jemand falsches dahinter kommt? Wieso dieses Versteckspiel?
"Das wars. Mehr soll ich nicht ausrichten.", brummte der alte Mann und lehnte sich mit seinem Glas auf der Bank zurĂŒck. Seweryn nickte, erst zögerlich, dann deutlich. "Ich verstehe.", gab er vor und erhob sich. "Ich danke Euch. Ich muss noch ein paar Besorgungen machen, damit ich es rechtzeitig zum nĂ€chsten Treffpunkt schaffe.", murmelte er und trank den Rest aus seinem Krug. "Auf bald.", sagte er und ging zur TĂŒr. "Jungchen!". Seweryn drehte sich noch einmal um und sah, wie der Veteran ihm zuprostete. "Viel GlĂŒck bei deinem Kampf. Lass dich davon nicht innerlich zerreissen und behalt nen klaren Kopf.".

Niemand bemerkte den einsamen Reiter, der mitten in der Nacht in Richtung Norden davonritt. Fast niemand. Zwei Gestalten standen auf einem HĂŒgel nahe des Dorfes und sahen den Reiter in der Ferne verschwinden. "Meinst du er schafft es?", fragte der alte Mann. "Er wird es schaffen.", antwortete die Albin.

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#3

Beitrag von Seweryn » Di 20. Jun 2017, 22:33

Seweryn donnerte auf Moldi den Weg entlang. Bald hatte er tatsĂ€chlich sein nĂ€chstes Ziel erreicht. Sogar ĂŒberpĂŒnktlich.
In der Ferne konnte Seweryn bereits einen dumpfen Licht schein ausmachen. Er schien von einer kleinen Laterne zu kommen, die jemand an einer Weggabelung abgestellt hatte. Gestalten huschten dort umher. Zwar hatte Seweryn nur einen Namen auf dem Pergament entziffern können, doch könnte genau diese Person unter ihnen sein.
Er bremste Moldi etwas aus und die beiden nĂ€herten sich langsam der Gruppe. "Wer geht da?!", rief eine der Personen. Seweryn stoppte Moldi. "Mein Name ist Seweryn.", antwortete der Almane. Einen Moment lang passierte nichts, die Gestalten schienen zu tuscheln. "Seid ihr allein?" kam als nĂ€chste Frage. Seweryn richtete sich im Sattel auf. "Seid ihr der, den ich suche?", gab er zurĂŒck und nahm nun etwas wachsamer die Umgebung in Augenschein. "Kann schon sein.", kam zurĂŒck. "Kommt nĂ€her, langsam.". Seweryn ĂŒberlegte. Eine innere Stimme warnte ihn vor ĂŒberstĂŒrztem Handeln. "Ihr seid nicht der, den ich suche.", sagte Seweryn mit fester Stimme. "Gebt den Weg frei, ich habe keine Zeit mich mit Euch zu beschĂ€ftigen.". Seweryn wollte Moldi gerade wieder antreiben, da hörte er eine kratzige Stimme hinter sich. "Ich an deiner Stelle wĂŒrde mich jetzt nicht rĂŒhren.". <Verdammt.>. Seweryn warf einen Blick ĂŒber die Schulter. Ein Kerl mit einer Armbrust hatte auf ihn angelegt. "Was seid ihr? Wegelagerer?". VerĂ€chtlich spie er aus. <Auch das noch.>. "Absteigen!", kam die Anweisung von dem ArmbrustschĂŒtzen. Seweryn tat wie ihm geheißen und hob, nachdem er von Moldi abgestiegen war, die HĂ€nde. "Ihr macht einen Fehler.", knurrte er. Der ArmbrustschĂŒtze nĂ€herte sich, ebenso wie seine Freunde von der Weggabelung. Einer riss an den ZĂŒgeln und zog den lautstark protestierenden Modli von Seweryn weg. Seweryn machte instinktiv einen Schritt nach vorne, doch spĂŒrte dann eine Hand auf seiner Schulter. <Dieser verdammte SchĂŒtze.>. Ohne zu ĂŒberlegen hĂ€mmerte Seweryn dem Kerl seinen Ellenbogen ins Gesicht. Jaulen schrie der Kerl auf und die Armbrust entglitt seinen Fingern. Der Bolzen löste sich und verschwand in einem GebĂŒsch am Wegesrand. Dann ging alles sehr schnell. Seweryn schlug um sich, wollte nach seinem Schwert greifen. Plötzlich spĂŒrte er einen Aufprall an seinem Kopf. Vor den Augen des Almanen tanzten weiße Sterne umher und er verlor das Gleichgewicht. Das letzte, an das sich Seweryn erinnerte, war die Spitze eines Stiefels, die erstaunlich schnell nĂ€her kam...

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Re: Oh Schwesterherz, mein Schwesterherz

#4

Beitrag von Seweryn » Fr 8. Sep 2017, 23:36

*öffnet langsam die Augen* Ouf...mein Kopf... *langsam klÀrt sich der
Blick* Was ist.... *versucht sich zu erheben, was bei dem Regen gar nicht
so einfach ist* Grrml... *tastet nach seinem Schwert, findet es nicht,
versucht eine Übersicht von der Situation zu kriegen* Was ist passiert?
*murmelt und erkennt, dass um ihn herum weitere Personen im Dreck liegen.
Alles dreht sich noch etwas*

Rinelda Gismara von Horvath
Rin beugte sich ĂŒber den am Boden liegenden Almanen. Er sah ganz schön mitgenommen aus. Die Naridiern sĂ€uberte ihren Degen an einem der niedergemachten Feinde. Rin verstaute ihren Degen und half dem mitgenommenen Burschen auf. "Du wurdest angegriffen und wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen um Dir beizustehen. Das ist Morasa und ich bin Rinelda. Wir wurden hergeschickt um den Bruder einer gewissen Person zu suchen und die Beschreibung passt auf Dich mein Freund. Du kannst von GlĂŒck sagen, dass wir des Weges kamen.

Morasa
Morasa half Rin dabei den Mann hochzuhelfen. Er schaute den Menschen genau an. Rin hatte Recht, es war der Gesuchte. Zum GlĂŒck war er mit Rin rechtzeitig gekommen, wie sie gesagt hatte. Sonst wĂ€re der Almane jetzt tot. Morasa lauschte nach allen Richtungen, ob er noch andere Feinde wahrnehmen konnte. Seine Albenohren waren scharf. "Banditen haben dich ĂŒberfallen und wir haben dein Leben gerettet. Bist du in Ordnung soweit? Versuch mal alleine zu stehen. Wir meinen zwar dass du es bist, aber wir mĂŒssen sicher gehen. Bist du Seweryn?."

Seweryn
Seweryns Gedanken ĂŒberschlugen sich. Was war jetzt alles passiert? Er ordnete das Gekröse in seinem Kopf, ihm wurde beim Aufstehen geholfen. Wackelig stand er da, hielt sich den dröhnenden Kopf. Ein paar Sekunden vergingen, dann war er wieder einigermaßen da. "Ja...", begann er leise. "Ja ich bin Seweryn.". Er schaute die beiden Retter an und begrĂŒĂŸte sie freundlich. "Ich verdanke euch also mein Leben. Ich dachte schon, mein Weg wĂ€re hier zuende. DafĂŒr schulde ich euch etwas...". Dort vorne lag sein Schwert in einer PfĂŒtze, Seweryn ging langsam und etwas torkelnd hinĂŒber, hob es auf, sĂ€uberte es und verstaute die Klinge. "Ihr...", er sah sich um "Ihr habt die Kerle also kalt gemacht? Wahrscheinlich besser so, wer weiss, was sie noch alles hĂ€tten anstellen können...oder was sie bereits alles taten.". Er spuckte auf den Boden. "Einen Moment...". Er hatte Moldi erspĂ€ht, den die Banditen an einem nahegelegenen Baum festgemacht hatten. Er nĂ€herte sich dem unruhig dastehenden Tier, beruhigte es und kam mit dem Pferd zurĂŒck zu seinen beiden Rettern. "Hat sie euch geschickt?", fragte er einfach ins Blaue hinein, wĂ€hrend er seine AusrĂŒstung auf VollstĂ€ndigkeit prĂŒfte.

Rinelda Gismara von Horvath
Rin musterte Sew wie er langsam zu sich kam und wieder Herr ĂŒber seine Sinne wurde. Das Pack musste ihm ganz schön ĂŒbel mitgespielt haben. Denn der Mann wirkte durchaus gestanden und kampfgestĂ€hlt. Nun man konnte es ihm nicht verdenken, sich allein einer Übermacht gegenĂŒber zu sehen und dann hatten sie vermutlich noch die Überraschung auf ihrer Seite. Als der Almane in Blaue hinein fragte, nickte Rin bestĂ€tigend. "Das ist korrekt. Eure Schwester schickt uns. Sie hat Morasa wie auch mich fĂŒr diese Aufgabe angeworben. So haben wir uns kennengelernt - sprich der Waldalb und ich. Eure Schwester sucht Euch", bestĂ€tigte Rinelda Seweryn.

Morasa
Der Waldalb verfolgte das GesprÀch der Menschen. "Sie spricht die Wahrheit, deine Schwester hat uns angeheuert um dich zu suchen. Ich bin als JÀger und Spurenleser eingestellt und Rin als Klinge. So haben wir uns kennengelernt. Deine Schwester scheint sich um dich zu sorgen. Wir sollen dich begleiten, dass ist unser Auftrag. Wir sollten gleich weitergehen." Morasa klemmte sich seine Haare hinter die Ohren. Der Waldalb untersuchte die toten Banditen auf Geld und brauchbare Sachen die sie dabei hatten und steckte die Sachen ein. Die Toten brauchten es nicht mehr, sie bestimmt schon. Danach wartete er aufbruchbereit.

Seweryn
Also hatte Seweryn nun doch seinen nĂ€chsten Wegpunkt erreicht. Seine AusrĂŒstung war auch nach kurzer Zeit wieder komplett. "Dann auf.", bestĂ€tigte der Almane und langsam setzte sich die kleine Gruppe in Bewegung. "Ich hĂ€tte nicht gedacht, dass mich auf meiner Reise jemand ein StĂŒck weit begleiten wĂŒrde.", gab er zu. "Aber anscheinend hatte da jemand ein HĂ€ndchen fĂŒr gute Planung. Die Gegend hier ist wohl nicht ganz so...angenehm.". Dann konnte Seweryn nicht anders. "Wo habt ihr sie gesehen? Meine Schwester meine ich. Wie geht es ihr, ist sie in Ordnung?".

Rinelda Gismara von Horvath
Rin hörte Sew aufmerksam zu. "Persönlich sind wir Deiner Schwester nicht begegnet. Es war eine Anheuerung ĂŒber einen Mittelsmann oder besser gesagt ĂŒber eine Mittelsfrau. Aber auch diese blieb im Schatten verborgen. Was sich im Hintergrund abspielt kann ich Dir nicht sagen. Eventuell mĂŒssen diese Mittelsfrau und Deine Schwester geheim agieren. Um sich selbst oder vielleicht auch Dich nicht zu gefĂ€hrden. Aber das ist fĂŒr uns unerheblich. Wir haben alle Informationen an die Hand bekommen, die wir benötigt haben um Dich zu finden. Und Morasa ist ein ausgezeichneter Spurenleser. Wir sind nicht zufĂ€llig ĂŒber Deine FĂ€hrte gestolpert. Hast Du ein konkretes, nĂ€chstes Ziel?", hakte Rin nach.

Morasa
Morasa wartete ab, damit Seweryn ihm das Ziel nannte. "Wie Rin sagt, haben wir deine Schwester nicht getroffen Seweryn. Wir wurden in eine Taverne angeheuert um dich zu finden und zu deiner Schwester zu bringen. Oder ein StĂŒck weiter, damit du sie bald treffen kannst. Welches WegstĂŒck hat uns vorher niemand gesagt. Drum musst du das jetzt tun. Wir versuchen dich zu beschĂŒtzten. Sollte dich erneut was angreifen, werde ich es mit Pfeile spicken. Wo musst du hin? Und was ist dein Ziel? Dann fĂŒhre ich uns auf den besten Weg dahin. So schnell und sicher wie ich kann."

Seweryn
Die ganze Sache schien soweit logisch. Seweryn konnte nicht anders, als seinen WeggefĂ€hrten zu trauen. Er war etwas enttĂ€uscht, hatte er sich doch ein paar Informationen ĂŒber seine Schwester Finja erhofft...leider blieben sie weiterhin aus. Er kramte schließlich ein Pergament aus der Satteltasche des Pferdes hervor. Der Almane achtete darauf, dass das Pergament so trocken wie nur eben möglich blieb und fand das nĂ€chste Ziel. "Schwarzeichenfels.", sagte er. "Davon habe ich noch nie etwas gehört...". Fragend sah er Rinelda und Morasa an. "Dort soll ich einen gewissen "Lucernus" treffen. Ebenfalls nie gehört.". Einen Moment lang schien Seweryn etwas mutlos, hatte er doch noch die ein oder andere Station vor sich. Wohin um alles in der Welt hatte es Finja nur verschlagen?

Rinelda Gismara von Horvath
Rin schaute mit auf das Pergament und zuckte dann die Achseln. "Möglicherweise ist dies ein sehr kleiner Ort. Lass den Kopf nicht hĂ€ngen, es gibt so kleine Örtchen da stehen nicht mal drei HĂ€user und das grĂ¶ĂŸte was man im Dorf findet ist das Ortsschild. Lucernus... was genau soll dieser Lucernus von Beruf sein? Das könnte unser nĂ€chster Anhaltspunkt werden, denn dann könnten wir uns in einem Gasthaus oder einer Taverne nach dem Mann erkunden. Der Name jedenfalls lĂ€sst auf einen Adligen schließen, gleichgĂŒltig welches Standes oder einem gehobenem BĂŒrger. Er könnte also eine bekannte Persönlichkeit sein, ein gebildeter Mann oder auch ein besonderes GeschĂ€ft fĂŒhren. Hoffen wir mal fĂŒr Dich, dass es kein Pfandleiher ist und Du noch Schulden auslösen musst. Wie gesagt, es ist kein schlichter Name, der Mann könnte einigen Leuten ein Begriff sein", erklĂ€rte Rinelda.

Morasa
Morasa schaute zum Himmel hoch. Es regnete und die Menschen wurden nass. Sie waren nicht wie er die Natur gewöhnt und abgehĂ€rtet. Zuerst musste er sie aus den Regen rausfĂŒhren ins trockene. Ein Gasthaus wĂ€re gut. "Wir sollten euch vor dem Regen schĂŒtzen und ein Gasthaus aufsuchen. So nĂŒtzt die Weiterreise nichts, wenn ihr krank werdet und du bist schon angeschlagen durch den Überfall. Eine weitere Nacht von deiner Schwester getrennt zu sein schadet dir nicht. Sie wird das verstehen. Wichtig ist, dass du im trockenen ĂŒbernachtest. Ich fĂŒhre euch zu einem kleinen Gasthaus." Der Waldalb schaute sich um und entschied sich fĂŒr eine Richtung. Er gab seinen Begleitern ein Zeichen, dass sie ihm folgen sollten und lief im leichten Laufschritt los. Es war kein Spaziergang.


Seweryn
Seweryn nickte nur stumm. Auf einen Tag kam es wirklich nicht mehr an und die Entscheidung zu rasten war vernĂŒnftig. Bei dem Gedanken aus diesem Regen rauszukommen erhob sich Seweryns Laune. Ein warmes Feuer wĂ€re wirklich nicht zu verachten. Noch bevor jemand etwas sagen konnte spurtete Morasa los, Seweryn folgte mit Moldi im Schlepptau. Eigentlich hĂ€tte ihm das hohe Schritttempo nichts ausgemacht, jedoch fĂŒhlte er sich alles andere als frisch. Seweryn wollte sich nichts anmerken lassen und hielt tapfer durch, biss die ZĂ€hne zusammen. So bahnte sich die kleine Gruppe ihren Weg durch das Unwetter, natĂŒrlich musste der Regen stĂ€rker werden. "Verdammt noch mal.", fluchte Seweryn und wischte sich abermals die nassen Haare aus dem Gesicht. Er hatte es aufgegeben die Kaputze seines Reisemantels zu benutzen, dank der Wegelagerer und seinem Aufenthalt auf dem Boden war er eh bis auf die Knochen nass. Dann endlich meinte der Almane in der Ferne einen schwachen Lichtschein ausmachen zu können. Nicht mehr weit...endlich.

Rinelda Gismara von Horvath
Rin konnte Morasa verstehen er hatte vor das schlechte Wetter so schnell wie möglich hinter sich zu lassen und sie in eine warme Gaststube zu bringen. Ihm selbst schien das Wetter nichts auszumachen. Nun es schien zu stimmen, was man ĂŒber Waldalben hörte. Sie waren ein Teil der Natur. Und scheinbar war auch fĂŒr Morasa der Regen ein Teil davon. Rinelda liebte zwar das Wasser, allerdings nur das der hohen See und nicht jenes dass einen bis auf die Knochen durchweichte in kleinen prasselnden Einheiten. Eine Welle war etwas anderes als dieser Regen. Die Nacht in einer warmen Stube zu verbringen war eine verlockende aussicht auf die sich die Almanin freute. Mo lief voran und legte ein gutes Tempo an den Tag. In der Ferne sahen sie bereits ein Licht. Rin deutete darauf, falls es jemand ĂŒbersehen haben sollte. Wovon sie allerdings nicht ausging. Es war ein Hoffnungsschimmer an diesem regenverhangenen Tag - und zwar im wahrstens Sinne des Wortes. "Da vorne wartet ein Gasthaus auf uns", munterte sie ihre Begleiter auf.

Morasa
Morasa warf einen Blick ĂŒber seine Schulter ob ihn die anderen beiden folgen konnten. Er musste aufpassen, dass sie mitkamen und dass sie schnell genug waren. Es war nicht mehr so weit und bald waren sie am Gasthaus angelangt. Mo wartete an der TĂŒr auf Rinelda und Seweryn. Sonst hielt er auch einen Moment an der TĂŒr inne, da er sich auf den LĂ€rm vorbereitete. In seinen Ohren klang der LĂ€rm lauter. Was die Menschen ohne Probleme ertrugen, war fĂŒr ihn schon sehr laut. Er wartete bis sie zu ihm aufgeschlossen hatten, dann betrat der Waldalb das Gasthaus. Es war klein, laut und es roch nach guten Essen. Ein Feuer brannte im Kamin und die meisten Besucher hatten sich davor geklemmt. Sie wollten genau wie sie die NĂ€sse aus den Klamotten und die KĂ€lte aus den Knochen los werden. Morasa ging zur Theke und wartete dort auf die beiden. Er wusste nicht ob sie lieber was warmes trinken wollten wie er selber. "Was nehmt ihr zu trinken?."

Seweryn
Nachdem Seweryn sein Pferd sicher untergebracht hatte fand er sich kurze Zeit spĂ€ter im Schankraum des kleinen, heruntergekommenen Gasthauses wieder. Einige Besucher waren dort und ein allgemeines Brummen durch die GesprĂ€che war zu vernehmen. Seweryn sah sich um. Einige hockten am Kamin, in der Ecke saßen zwei Soldaten, wahrscheinlich auf ein Feierabendbier. Niemand schien ihn zu beachten, was Seweryn dann doch eher begrĂŒĂŸte. So stapfte er tropfend zum Tresen, streifte unterwegs seinen durchgeweichten Umhang ab. "Egal.", sagte er gleichgĂŒltig. "Hauptsache es wĂ€rmt. Tee? Habt ihr Tee oder was anderes heißes da?", fragte Seweryn den Wirt, der tatsĂ€chlich einen Kessel von einem kleinen Kochfeuer holte. Schon bald hatte der Almane einen sanft dampfenden Krug vor sich stehen und bezahlte den Mann. "Geht auf mich.", sagte er knapp und deutete auf seine Begleiter. Der Wirt verstand und setzte die GetrĂ€nke der Gruppe auf Seweryns Rechnung. "Ist ja wohl das Mindeste.", sagte er und wartete mit dem Trinken, bis jeder etwas hatte. Zwar hatte Rinelda noch nicht bestellt, doch Seweryn war schon gedanklich wieder etwas weiter. Daher fragte er Morasa "Sag, kennst du den Ort? Schwarzeichenfels meine ich? Oder den Weg dorthin?". Dann machte Seweryn Platz, sodass Rinelda bestellen konnte. Dabei sah er sich kurz noch einmal um. Möglicherweise wusste ja jemand der hier anwesenden etwas ĂŒber das Reiseziel der Gruppe.

Rinelda Gismara von Horvath
Rinelda bestellte sich ebenfalls einen Tee. FĂŒr ein kĂŒhles Bier war es eindeutig zu kalt und schuttelig. Wobei einen heißen Grog hĂ€tte sie auch trinken können, aber danach stand ihr nicht der Sinn. Sie wartete bis sie ihr GetrĂ€nk hatte und schaute Morasa abwartend an, da die Frage an ihn gerichtet war. "Sagt Dir der Name etwas Mo?", fragte die Almanin wĂ€hrend sie ihren Tee schlĂŒrfte.

Morasa
Morasa schĂŒttelte den Kopf. "Nein ich kenne den Ort nicht. Ich habe davon gehört, aber selber war ich noch nicht da. Uns kann da alles erwarten. Ich könnte dich hinfĂŒhren, nach allem was ich weiss, aber genaue Infos kann ich dir nicht ĂŒber den Ort geben. Möglicherweise kennt hier jemand den Ort genauer. Vielleicht sollten wir den Wirt fragen, oder uns unter die GĂ€ste mischen. Ansonsten mĂŒssen wir es am kommenden Tag einfach auf gut GlĂŒck versuchen. Was immer dich da erwartet, vielleicht ist es ein Hinweis. Ich kann nur raten, aber das hilft dir nichts."

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