Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
Das Herzland
Das gem├Ą├čigte Klima bietet beste Bedingungen, aber ist es auch wert, umk├Ąmpft zu werden. Das Herzland ist die Heimat der Urv├Âlker Asamuras, w├Ąhrend die Invasoren des Chaos sich von der Steppe aus verbreiteten und die alten Kulturen bedrohen.
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Jaro Balliv├▓r
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Die Ordnung Chronist in Bronze Die flei├čige Feder in Bronze Schl├╝sselloch

Re: Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

#41

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » So 29. Apr 2018, 17:31

Jaro Balliv├▓r
Schweigend verfolgten Jaro und Kirona die Diskussion. Er war froh, dass die Albin das Wort ergriffen hatte, nachdem die Situation zusehends merkw├╝rdiger und be├Ąngstigender geworden war. Woher sie all diesen Mut und das Gesp├╝r nahm... Die Anspannung war greifbar und Jaro ertappte sich dabei, wie er bereits abw├Ągte, vom Wagen zu springen. Wie musste er landen, um sich nicht die Kn├Âchel zu verstauchen? W├╝rde Foranir oder Morond hinterher eilen? Und Kirona? War sie schon wieder stark genug? Er schluckte schwer und sah zu ihr hin├╝ber, doch Kirona verfolgte aufmerksam das Gespr├Ąch. Dann - endlich - lenkte Sinyah ein. Es war wie ein kollektives Ausatmen. Kirona stand auf und ging zu der Mutter hin├╝ber, legte ihr den Arm auf den R├╝cken und strich dar├╝ber. Trotzdem entging ihr nicht, welch neue Wandlung die kleine Tinriel nahm, ebenso wenig Alaryahs Warnung, denn sie nickte knapp und auch Jaro sah es ein: irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
"Na, na, mein Schatz", sagte Morond wieder viel sanfter. "Mama geht es gut und niemand verl├Ąsst uns einfach, nicht wahr?" Er l├Ąchelte die drei an, doch Jaro erinnerte es eher an Z├Ąhne fletschen. "Au├čerdem sind wir schon fast da..." Sein Arm wies in Fahrtrichtung und unwillk├╝rlich folgte ihm Jaro mit den Augen, obwohl er nicht wusste, wonach er eigentlich Ausschau halten sollte. "Es ist alles gut, seht ihr?", fuhr Morond derweil unbeirrt fort. "Wir haben euch hierher gebracht, wie verspr-" Der Einschlag eines Pfeils in den Wagen unterbrach ihn. "Runter", br├╝llte Alaryah unmittelbar bevor ein zweiter Pfeil ├╝ber sie hinweg surrte, ein dritter sich neben dem ersten tief ins Holz bohrte.

Alaryah Schattenwind
Hastig tastete Alaryah nach ihren Waffen, endlich bekam sie den Umh├Ąngegurt ihres K├Âchers zu packen. Sie zog daran, doch hatte sich der Bogen irgendwo verkeilt. "Verdammt.", zischte sie und riss fester daran. Irgendetwas knackte und der verklemmte K├Âcher l├Âste sich ruckartig. Alaryah fiel nach hinten ├╝ber, der K├Âcher raste ├╝ber sie hinweg und hinterlie├č einen Schweif aus herausfallenden Pfeilen. So gut es ging rollte die Albin auf den Bauch, sah den Bogen dort am Ende des Karren liegen. Wieder flog ein Geschoss ├╝ber sie hinweg, dann zischte auch schon wieder eins aus der anderen Richtung vorbei. "Unten bleiben!", rief Alaryah ihren Gef├Ąhrten zu, die ebenfalls auf dem Boden des Karren umherkrochen. Dann robbte Alaryah in Richtung Bogen, bekam ihre Waffen endlich in die Hand. Ein Blick ├╝ber die Schulter verriet ihr, dass sowohl Morond, als auf Foranir nicht mehr auf dem Bock des Karren sa├čen. Hatte man sie niedergeschossen? Unm├Âglich, man h├Ątte Schreie h├Âren m├╝ssen. Keine Zeit daf├╝r. Alaryah wagte einen hastigen Blick ├╝ber die Bande des Karren hinweg. Gerade rechtzeitig zog sie den Kopf wieder ein, denn ein Pfeil h├Ąmmerte knapp unter der Kante in die Bande. "Kannst du etwas erkennen?!", fragte Jaro mit zitternder Stimme und zuckte bei jedem Einschlag zusammen. Seine Augen schienen feucht. "Wie viele sind es?", wollte Kirona wissen. Sinyah hatte Tinriel fest an sich gedr├╝ckt, nachdem diese von Alaryahs Scho├č gekullert war. Alaryah packte Jaro am Kragen und zog ihn ganz nah an sich heran. Sie erkannte deutlich einen Anflug von Panik in seinen Augen, begegnete ihm mit purer Entschlossenheit. "Wir werden hier nicht einfach von Pfeilen durchbohrt.", sagte sie ernst. "Wir werden aus dieser ganzen Sache rauskommen, wie auch aus den anderen davor. Ich lenke sie ab, versuch du an die Z├╝gel zu kommen. Bringt sie hier raus.". Alaryah nickte in Richtung Sinyah und Tinriel, die die beiden nun mit gro├čen Augen ansahen. "Fahrt mit dem Karren so weit fort von hier wie ihr k├Ânnt, folgt der Stra├če. Ich werde euch finden.".
Ohne auf eine Antwort zu warten rollte sich Alaryah von dem Karren hinab. Sie verschwand f├╝r wenige Sekunden aus Jaros Blickfeld und pl├Âtzlich trat Stille ein. Zu Jaros Erleichterung erhob sich Alaryah wieder, riss den Bogen hoch und der erste Pfeil l├Âste sich von der Sehne. Die Albin hatte einfach in die Richtung geschossen, aus der sie meinte den letzten Pfeil kommen gesehen zu haben. Dann raste ihr Kopf herum, erneut trafen sich ihre Blicke mit denen von Jaro. "Los doch!", rief sie und legte neu auf. Dann spurtete die kleine Albin los. Auch wenn Jaro und Kirona sie nicht sehen konnten, so h├Ârten sie deutlich die einschlagenden Pfeile und konnten somit ihre Laufrichtung erahnen. Zwischendurch zischte jedoch auch immer wieder der Bogen der Albin. Wie lange mochten die Pfeile, die sie aus dem Karren hastig aufgegriffen hatte, noch reichen? Irgendwann wurden die Einschl├Ąge an den W├Ąnden des Karrens weniger, doch nicht wirklich ungef├Ąhrlicher...

Jaro Balliv├▓r
Wie vom Donner ger├╝hrt sa├č Jaro da, wie Alaryah ihn zur├╝ck gelassen hatte. Unterdessen war Kirona auf die Beine gesprungen und ging geduckt nach vorne. Der Karren holperte und schwankte. Die Tiere waren vermutlich in Panik und es war unm├Âglich zu sagen, ob Morond und Foranir noch auf dem Bock sa├čen oder ob die Z├╝gel ohne F├╝hrung waren. "Tu was!", dr├Ąngte Jaro sich selbst. Sinyah hatte sich, die kleine Tinriel in den Armen, auf den Boden sinken lassen. Bogensehnen surrten und ein Schrei ert├Ânte - Oril sein Dank der Schrei eines Mannes... Dann kam pl├Âtzlich L├Ąrm vom vorderen Teil des Wagens. Es klang wie ein Handgemenge, doch gesprochen wurde nicht. Die Fahrt wurde unruhiger und Jaro wurde gegen die Wagenseite geworfen. Der Karren schwankte bedrohlich, dann schrie jemand, Foranir, wenn Jaro nicht irrte, und pl├Âtzlich sah er Kirona vom Karren springen. Sie war sofort aus seinem Blickfeld. "Jaro! Pass auf!", rief Sinyah. Es war gerade rechtzeitig. Der Karren schlingerte und kippte letztlich und Jaro warf sich in letzter Sekunde auf den Boden, um nicht hinausgeschleudert zu werden. Laut scheppernd schlugen das Gef├Ąhrt auf dem Boden auf und rutschte noch eine Weile. Die Hufschl├Ąge entfernten sich. Offenbar hatten die Pferde sich losgerissen. Jaro st├Âhnte auf. Er war hart mit der H├╝fte aufgekommen, doch ansonsten schien alles in Ordnung zu sein. "Sinyah? Tinriel?" rief er in die Staubwolke hinein. "Jaro?" Sinyahs Hand tastete den Boden entlang auf ihn zu. "Alles in Ordnung?", fragte sie. "Wir m├╝ssen hier weg, schnell!" Noch immer unf├Ąhig selber eine Entscheidung zu treffen, nickte Jaro nur und rappelte sich gemeinsam mit der Frau auf. Mehrere Pfeile schlugen in den gekippten Karren ein, w├Ąhrend sie geduckt in das sch├╝tzende Unterholz hetzten. Sie k├Ąmpften sich einige Meter in den Wald und blieben dann v├Âllig au├čer Atem stehen. Jaro hatte die Orientierung verloren, wo Kirona und Alaryah waren konnte er unm├Âglichlich sagen. Er hielt inne, seine Augen weiteten sich. "Wo ist Tinriel?" Sein Herz klopfte. Wie hatte Sinyah das nicht bemerken k├Ânnen?

Alaryah Schattenwind
Wieder und wieder schlugen Geschosse um sie herum ein. Alaryah rollte sich ├╝ber die Schulter ab, schoss erneut dahin, wo sie einen Sch├╝tzen meinte entdeckt zu haben. Es war keine Zeit die Sinne zu sch├Ąrfen, also musste sie sich auf ihren Instinkt und ihre Erfahrung verlassen. Dann passierte es pl├Âtzlich. Eine unfassbare Wucht riss die Albin herum und ihre linke Schulter f├╝hlte sich unnat├╝rlich warm an. Ungl├Ąubig schaute die Albin auf einen Pfeilschaft, der aus ihrem Oberarm ragte. Sie versuchte den linken Arm zu heben, doch gelang es ihr eher mittelpr├Ąchtig. Keine Zeit. Reflexartig warf sich die Albin auf zur Seite, als ein weiterer Pfeil sein Ziel verfehlte. "Das wirst du b├╝├čen!", fauchte Alaryah, lie├č Bogen und K├Âcher fallen und st├╝rmte in Richtung Unterholz. Unterwegs brach sie den Pfeilschaft ab, lie├č die Spitze jedoch stecken. Dann wurde die Albin von den ├ästen einens Geb├╝sches umarmt.

Sie wartete dort, bleib im Verborgenen. Der Karren war losgepoltert, was Alaryah zumindest etwas beruhigte. Doch war dies nur ein kurzer Moment, denn pl├Âtzlich krachte es laut gar nicht so weit entfernt. "Oh nein.", hauchte Alaryah und f├╝rchtete, dass ihre Gef├Ąhrten nun endg├╝ltig erledigt waren. Dann knackte es hinter ihr. Kaum merklich zuckte die Albin zusammen, zog leise einen Langdolch. Sie sah deutlich den Schatten, der auf das Geb├╝sch in dem sie sich verbarg herabfiel. Eine Person stand hinter ihr und brummte irgendetwas. Alaryah lie├č ihre Tarnung fallen, drehte sich um sich selbst und h├Ąmmerte den Dolch nach vorn. Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen, als sie in die leeren Augen eins anderen Alben sah. Es war ein Mann mittleren Alters, der mit Pfeil und Bogen und einem schartigen Schwert bewaffnet war. Der Mann r├Âchelte und spuckte Blut, Alaryah drehte die Klinge in seinem Hals und machte ihm ein schnelles Ende. "Alben?!", fl├╝sterte sie ungl├Ąubig und untersuchte die Leiche. Er war blass, doch seine Augen und Ohren waren unnat├╝rlich dunkel. Ein weiterer Alb griff Alaryah an. Er stach mit einem Speer nach ihr, doch konnte sie seinen Angriffen ausweichen. Alaryah bekam den Speer zu packen und lenkte ihn von sich ab, sodass der Angreifer in den Boden stach. Alaryah wusste, dass sie schon fast gewonnen hatte wenn sie nur an der Speerspitze vorbei war.

"Alaryah!". Was? Konnte das...? Alaryah war sich nicht sicher. "Alaryaaaah!!". "Tinriel.". Alaryah st├╝rmte los, ├╝berlie├č den sterbenden Speetr├Ąger seinem Schicksal. "Tinriel!", rief sie. "Alaryah hilf mir!". Die Stimme des kleinen Albenm├Ądchens war panisch. "Ich bin gleich bei dir!", gab Alaryah zur├╝ck, nun s├Ąmtliche Vorsicht fallenlassend...Dann endlich entdeckte Alaryah Tinriels Haarschopf in der N├Ąhe eines umgest├╝rzten Baumes. Ihre Blicke rasten umher. War das Kind wirklich ganz allein?

Jaro Balliv├▓r
"Wo ist Tinriel?", wiederholte Jaro und sah Sinyah eindringlich an. Fast meinte er, einen fragenden Ausdruck ├╝ber ihr Gesicht huschen zu sehen. "Eben war sie noch bei uns! Auf dem Karren!" Er konnte es nicht fassen. Wie konnte die Albin ihre eigene Tochter einfach vergessen? "Ich... ich wei├č es nicht", stammelte diese nun. Ihre Augen bewegten sich hektisch von Seite zu Seite, w├Ąhrend sie nachdachte. "Wir m├╝ssen sie suchen." Endlich fiel die Starre von Jaro ab. Nicht auszumalen, was der Kleinen alles zusto├čen konnte. "Wir m├╝ssen zur├╝ck." "Nein!" Sinyah packte Jaros Arm mit eisernem Griff. Ungl├Ąubig starrte er sie an. "Es ist deine Tochter." Verzweiflung schwang in seiner Stimme mit. "Ich sagte nein." Die Augen der Frau waren eiskalt. "Wenn wir gehen, sterben wir." "Und wenn nicht, stirbt vielleicht Tinriel!" Er w├╝rde nicht so schnell aufgeben. "Sinyah! Das muss dir doch klar sein." Mit gro├čen Augen starrte die Albin ihn an. Ihr Mund ├Âffnete sich ein St├╝ck, dann blinzelte sie mehrere Male. "Jaro?" Ihre Stimme war pl├Âtzlich leise und d├╝nn. "Was ist los?" "Was?" Fassungslos zog Jaro die Augenbrauen zusammen. "Ich sagte, wenn wir gehen, sterben wir." Die K├Ąlte war in ihre Augen zur├╝ckgekehrt. Einen Augenblick sahen sie sich einfach nur an, dann versuchte Jaro sich loszurei├čen. Erst z├Âgerlich, dann mit zunehmender Vehemenz, w├Ąhrend Sinyah ihn mit unfassbarer Kraft festhielt. "Lass mich los!", rief Jaro, der es langsam aber sicher mit der Angst zu tun bekam.

Alaryah Schattenwind
"Tinriel ich bin hier!". Das M├Ądchen reagierte nicht. Sie stand einfach nur so da, neben dem Baumstamm, mit dem R├╝cken Alaryah zugewandt. "Tinriel wir m├╝ssen hier weg. Ganz, ganz schnell.", erkl├Ąrte Alaryah nun wieder mit ged├Ąmpfter Stimme und sah sich um. Niemand schien in der N├Ąhe. Das war gut und schlecht zugleich. Zum einen war kein Feind zu sehen, jedoch fehlte auch jede Spur ihrer Gef├Ąhrten. "Tinriel, komm.", fl├╝sterte Alaryah und ging auf das M├Ądchen zu. Als die Albin das Kind ber├╝hrte drehte es sich langsam um. "Da bist du ja.", stellte Tinriel fest und langsam kippte ihr Kopf in Richtung rechter Schulter. "Wir haben gewusst, dass du uns finden wirst.". Alaryah schreckte zur├╝ck. "Tinriel...was...was zum...". Wie in Zeitlupe lie├č Tinriel ihre Puppe, die Alaryah vorher gar nicht bemerkt hatte, fallen. Dann reckte das Albenkind Alaryah langsam die Arme entgegen. "Jetzt wo du hier bist...bring uns weg von hier.". Alaryah schluckte einen Klos in ihrem Hals hinunter. "Tinriel, was ist mit dir passiert?", fragte sie leise und machte einen weiteren Schritt zur├╝ck, als das Kind mit ausgestreckten Armen auf sie zu kam. "Du musst mich zu meiner Mama zur├╝ckbringen.", sagte Tinriel und klang dabei so unschuldig und hilflos. "Tinriel bleib stehen.", mahnte Alaryah, weiterhin in R├╝ckw├Ąrtsbewegung. "Wir werden deine Familie finden und alles wird wieder gut werden.". "Du brauchst doch keine Angst vor mir zu haben.", sagte Tinriel und verzog das Gesicht. Tats├Ąchlich blieb sie stehen und wirkte traurig. "Du willst mir gar nicht helfen, oder?". "Sag doch sowas nicht!". Alaryah war sich nicht sicher, was gerade um sie herum passierte. Was war nur mit der kleinen Tinriel los?
Dann sp├╝rte Alaryah Widerstand hinter sich. Sie tastete nach hinten. Es war zu ihrem Erschrecken weder Baum noch Fels, es war eine Person! Alaryah drehte den Kopf. Ein gro├čer und breit gebauter Alb schaute auf sie mit leeren Augen hinab. Rasend schnell n├Ąherte sich eine Faust und wenige Augenblicke sp├Ąter fand sich Alaryah auf dem Boden liegend wieder. Tinriel stand direkt neben ihr und der gro├č gewachsene Alb zog einen gezackten Dolch. Wei├če Sterne tanzten hell in Alaryahs Blickfeld umher und sie war nicht in der Lage den kommenden Angriff zu sehen.

Jaro Balliv├▓r
Jaro stoppte seine Bem├╝hungen, um nach kurzer Atempause nur noch heftiger gegen ihren Griff anzuk├Ąmpfen. Mit der freien Hand schlug er ihr gegen Arm. Anfangs hatte er noch Hemmungen, doch schnell siegte die Furcht und er schlug fester und fester zu, bis Sinyah endlich loslie├č. Durch die pl├Âtzliche Befreiung st├╝rzte Jaro nach hinten und ehe er sich berappelt hatte, fand er die Frau ├╝ber sich. Ihre Gesicht war ausdruckslos, doch er wusste trotzdem genau, was sie wollte, erkannte es in diesem Augenblick. Sie w├╝rde ihn t├Âten. "Alaryah! Kirona!" Er rief so laut er konnte, bevor sich Sinyahs H├Ąnde um seinen Hals schlossen und zudr├╝ckten. Vergeblich k├Ąmpfte er gegen sie an. Sie hatte eine unglaubliche Kraft. Verzweifelt versuchte Jaro Luft zu schnappen, doch es war hoffnungslos. Das letzte, das er sehen w├╝rde, waren die kalten Augen einer Frau, die er eigentlich gemocht hatte. "Jaro?" Kironas Stimme ert├Ânte. "Jaro!" Die Frau st├╝rzte sich auf Sinyah und stie├č sie von Jaro herunter, der gierig nach Luft schnappte. M├╝hsam rappelte er sich auf die Beine. Kirona schlug Sinyah hart ins Gesicht. Ihr eigenes war blutverschmiert, wie auch der Gro├čteil ihrer Kleidung. "Du musst hier weg, Jaro", sagte sie ruhig. "Schnell." Hier sprach die Killerin zu ihm, die perfekte Waffe, doch sie war nicht sein Feind. "Wo ist Alaryah?", fragte er. "Was ist geschehen?" "Keine Zeit jetzt. Geh!" Kironas Stimme war bestimmt. Im Hintergrund sah Jaro eine Bewegung und Morond und Foranir sch├Ąlten sich aus dem Geb├╝sch. Beide waren ├╝bel zugerichtet. "Da ist sie ja!", knurrte Foranir und Kirona sprang auf die Beine. "Habt ihr noch nicht genug?" "Freu dich nicht zu fr├╝h." Ein fieses Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Jungen auf und fast im selben Moment traten drei weitere M├Ąnner hervor. Kirona straffte die Schultern und nickte, als best├Ątigte sie sich selbst einen Gedanken. "Jaro, du musst jetzt gehen. Tu was ich sage. Ich wei├č nicht, was gleich passiert" Die Beherrschtheit in ihrer Stimme erschrak Jaro. Das war keine Bitte, das war ein Befehel und was blieb ihm schon anderes ├╝brig? Nach einem letzten Blick in die Runde drehte Jaro um und rannte fort, versuchte vergeblich die Ger├Ąusche der ersten Gefechte zu ignorieren. Dann passierte pl├Âtzlich etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Die Welt verlor f├╝r einen kurzen Augenblick ihre Richtung. Es zog Jaro die F├╝├če weg und eine Druckwelle fegte ├╝ber seinen Kopf, gefolgt von einem roten Licht und einem schmerzhaften Dr├Âhnen. Reflexartig hielt er sich die Ohren zu und kniff die Augen zusammen. Er traute sich nicht, sich zu r├╝hren.

Alaryah Schattenwind
Dumpf grollend hob der Angreifer seine Waffe. Alaryah lag nur da, au├čer Stande sich zur Wehr zu setzen. "Tinriel.", hauchte sie noch und versuchte das Albenkind zu fassen zu kriegen. Wie ein toter Fisch fiel Alaryahs noch intakter Arm auf den weichen Waldboden, kraft- und nutzlos.
Dann pl├Âtzlich gab es einen Knall. Wie das H├Ąmmern aus tausenden Schmieden brandete eine Welle aus L├Ąrm durch den Wald, riss kleine ├äste und Bl├Ątter mit sich und wirbelte Erde auf. Hier und da bildete sich Glut an den Enden von ├ästen und Bl├Ąttern, doch bleib sie nicht lang und schon bald suchten viele d├╝nne Rauchschwaden ihren Weg gen Himmel. Dieser Moment war majest├Ątisch und grausam zugleich. Alaryah traute sich nicht sich zu bewegen. Entweder w├╝rde sie in die Augen eines Mannes sehen, der sie t├Âten w├╝rde oder etwas viel schlimmeres erblicken?
Es war eher ein Zwischending. Als Alaryah wieder wagte zu blinzeln sah sie immer noch den Angreifer vor sich, jedoch war da noch jemand. Langsam kl├Ąrte sich ihr Blickfeld. Eine Gestalt hatte den Alben zur├╝ckgehalten. Es rauschte einmal laut, dann waren Alaryahs Sinne wieder einigerma├čen im Normalzustand. Sie sch├╝ttelte den Kopf, als wolle sie eine Fliege vertreiben und dann erkannte sie es. Dieser Jemand hatte sie gerettet? Wer es auch war, die Person hatte sich in eine Robe gekleidet und eine Maske verbarg das Gesicht. Keuchend ging ihr Angreifer zu Boden, w├Ąhrend ein Schwall Blut seine Kehle verlie├č wie Wasser einen Springbrunnen. "Sorgt Euch nicht.", sagte eine dumpfe Stimme und lie├č von dem Alben ab. Dieser sackte nun leblos zusammen und verteilte r├Âchelnd viele Spritzer Blut auf dem sonst so gr├╝nen Waldboden. Alaryah versuchte aufzustehen, jedoch schaffte sie es nur auf alle viere. Dann sah sie Tinriel unweit von sich im Gras liegen. "Nein.", fl├╝sterte Alaryah und krabbelte in Richtung Albenkind. Dort angekommen tastete sie Tinriel ab. Tats├Ąchlich sp├╝rte Alaryah noch einen Puls. Tinriel war noch am Leben! Behutsam hob Alaryah das kleine M├Ądchen auf und stemmte sich mit letzter Kraft nach oben. Auf wackeligen Beinen stehend hob sie nun dem mit Dreck und Blut verschmierten Kopf in Richtung berobter Gestalt, ihr zerzaustes Haar wehte dabei sanft im Wind. "Ihr solltet nun besser gehen.", sagte die Person und Alaryah nickte. Stolpernd setzte sie sich in Bewegung, wollte Tinriel nur noch von diesem Ort wegbringen. Dann pl├Âtzlich blieb Alaryah stehen. "Ich...ich danke Euch f├╝r die Rettung.", sagte sie leise. Erst jetzt sp├╝rte die Albin den Schmerz, der sich in ihrer verwundeten Schulter breitmachte. Trotz allem hielt sie Tinriel sicher und fest in ihrem Arm. Sie w├╝rde sie retten. "Lauft nun.", sagte die Gestalt. "Geht zur├╝ck zu Euren Gef├Ąhrten.". "Ich h├Ątte tot sein k├Ânnen?!", sagte Alaryah und war etwas verwundert, dass ihre Rettung und der zugegeben schwache Dank so leicht abgetan wurde. "Du kannst es immer noch werden.", sagte die Gestalt. Alaryah wollte etwas erwidern, doch Tinriel ├Âffnete nun flackernd die Augen. "Geht nun, bevor doch noch alles anders wird.". Die Person hob langsam das von Blut triefende Messer, mit dem das Leben des Alben beendet worden war. Dann deutete die Gestalt mit der Klinge auf Alaryah, die sich nun endlich in Bewegung setzte. "Ich wollte dir nichts tun!", h├Ârte sie die Stimme der Person hinter sich. "Lauf zu deinen Freunden.". Die Stimme entfernte sich. "Flieg nur, V├Âgelchen, flieg!". Wie von Blitzen aus tausend Gewittern getroffen blieb Alaryah in der Dunkelheit des Waldes stehen. Sie hatte die Augen weit aufgerissen, den Mund vor Schreck aufgerissen. "Was?", hauchte sie, doch da war nichts. Ihr Herz raste und sie war kurz davor einfach zusammenzubrechen. Diese Worte. Es war, als gl├╝he ein Eisenbarren in ihren Gedanken. War es wirklich m├Âglich? "Das kann doch nicht...". Alaryah drehte sich um, fiel dabei fast hin. "Linor?", fragte sie kaum h├Ârber. Dann sp├╝rte die Albin pl├Âtzlich, dass ihr jemand an den Haaren zog. Es war Tinriel, die weiterhin von Alaryah im Arm gehalten wurde. "Alaryah.", sagte das Kind. "Ich...ich will...Wo ist Mama? Ich will zu meiner Mama!". Alaryah wusste weder ein noch aus. Sie w├Ąre am liebsten der Gestalt nachgerannt, doch konnte sie Tinriel unm├Âglich allein zur├╝cklassen. "Wo ist sie? Wo ist Mama?!", rief Tinriel und begann bitterlich zu weinen. Dicke Tr├Ąnen kullerten die Wangen des kleinen M├Ądchens hinab und Alaryah rannte los. Die Gestalt...Linor...w├╝rde sie bestimmt wiederfinden...
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Re: Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

#42

Beitrag von Alaryah Schattenwind » Mo 11. Jun 2018, 07:48

Jaro Balliv├▓r
"Jaro" Eine Stimme fand den Weg in Jaros Geist. Hatte er das Bewusstsein verloren? "Jaro" Es klingelte in seinen Ohren, ihm schwindelte und einen Augenblick lang wusste er nicht, wo er sich befand. Seine Finger tasteten auf den Boden neben ihm und da fiel es ihm wieder ein. Er war im Wald, es hatte K├Ąmpfe gegeben und dann war irgendetwas geschehen... ein lauter Knall und dann? "Jaro, wach auf." Die Stimme war nun ganz nah. Er sp├╝rte eine Hand auf seiner Brust. "Kirona?", kr├Ąchzte er. "Ja, ich bin es", erwiderte die Frau und Jaro wagte endlich die Augen zu ├Âffnen. Ihr Anblick erschreckte ihn. Ihre Kleidung hing in Fetzen, sie blutete ├╝ber dem Auge und aus einem fiesen Schnitt an ihrer Wange und ihre Haare waren stellenweise versengt. "Was", setzte er an, doch sie winkte ab. "Sp├Ąter. Wir m├╝ssen Alaryah finden. Kannst du aufstehen?" Jaro nickte. Zwar schmerzte ihn jede Sehne seines K├Ârpers, doch unglaublicherweise schien er nicht ernster verletzt. Er wusste nicht, was ihn mehr erstaunte, seine Unversehrtheit oder die k├╝hle Gefasstheit, mit der ihm Kirona begegnete. "Kirona, Vorsicht!" Voller Schreck erkannte Jaro Foranir und Morond hinter ihr, doch sie sch├╝ttelte den Kopf. "Alles gut. Sie sind nicht unser Feind. Ich erkl├Ąre es euch sp├Ąter." Trotzdem be├Ąugte Jaro die beiden Alben misstrauisch, als er sich schlussendlich auf die Beine k├Ąmpfte. Sie sahen fast noch schlimmer aus, als Kirona. "Hier entlang." Ohne zu z├Âgern ging Kirona in eine Richtung und Jaro, Foranir und Morond blieb nichts, als ihr zu folgen.

Alaryah Schattenwind
Die Z├Ąhne fest aufeinandergebissen spurtete Alaryah durch den Wald, direkt in die Richtung, in der sie ihre Gef├Ąhrten und Tinriels Familie in etwa vermutete. Tinriel weinte immer noch und es mochte Alaryah nicht gelingen das kleine M├Ądchen zu beruhigen. Wie auch? Sie konnte sich gerade nicht einmal selbst wirklich beruhigen?! Zu allem ├ťberfluss machten sich nun auch die Strapazen der letzten Ereignisse bei Alaryah bemerkbar. Erst war es ihr ein leichtes gewesen die kleine Tinriel zu tragen, doch mit jedem Schritt schien sie schwerer zu werden. Ab und an musste Alaryah sogar aufpassen, dass sie nicht nach vorn ├╝berkippte oder auch nur ins Stolpern geriet. Wieder und wieder warf sie einen Blick hinter sich, doch da war niemand, nur d├╝sterer Walt. Die Spuren der Explosion wurden nun deutlicher und Alaryah war sich sicher, dass dies nicht lange unbemerkt bleiben w├╝rde. Schon bald w├╝rde man bestimmt die ersten Waldl├Ąufer aussenden, wenn diese nicht schon unterwegs waren. Es w├╝rde einige Zeit dauern, bis sich der Wald an diese Stelle wieder komplett erholen w├╝rde. Doch daran durfte Alaryah nun nicht denken! "Rei├č dich zusammen.", mahnte sich die Albin in Gedanken und fokussierte sich wieder auf den vor ihr liegenden Weg. Da hinten! Hatte sie dort nicht gerade Sinyah gesehen? Tats├Ąchlich! "Sinyah!", rief Alaryah so laut sie konnte. Erst beim dritten Ruf trafen sich endlich ihre Blicke. Doch dann erinnerte sich Alaryah pl├Âtzlich an den Moment mit Tinriel im Wald zur├╝ck und blieb abrupt stehen. Bevor sie jedoch weiter reagieren konnte, stand Sinyah bereits vor ihr. "Tinriel! Oh, meine kleine Tinriel!". "Mamaaa!". Sinyah nahm Alaryah die kleine ab und umarmte sie so fest, als wolle sie sie nie wieder loslassen. Sinyah war ├╝bergl├╝cklich und konnte Alaryah gar nicht genug danken, dass sie ihre kleine Tochter gerettet hatte. Nun musste auch Alaryah eine kleine Tr├Ąne verdr├╝cken. "Wir sollten die anderen suchen.", meinte Alaryah schlie├člich und Sinyah nickte. Mit Tinriel auf dem Arm folgte die Albenfrau nun Alaryah, erkundigte sich immer wieder nach dem Wohlergehen der beiden. "Mir geht es gut.", brachte Alaryah wieder und wieder hervor, doch es war ihr deutlich anzusehen, dass es nicht so war. Die Albin war am Ende. Reflexartig wandte sich Alaryah pl├Âtzlich nach links und ihr Blick raste eine kleine Anh├Âhe hinauf. "Sieh doch.", sagte sie erleichtert zu Sinyah und die Anspannung fiel wieder etwas von ihr ab. "Da sind die anderen.". Tats├Ąchlich waren dort Kirona und Jaro, ebenso Morond und Foranir. Kurze Zeit sp├Ąter hatte sich die kleine Gruppe endlich wiedergefunden. W├Ąhrend Alaryah ihre Gef├Ąhrten herzlich umarmte blieb sie bei den anderen doch etwas distanzierter. "Kirona...geht es dir wirklich gut?", fragte Alaryah lieber noch einmal nach, nachdem sie Jaro durch das Haar gewuschelt hatte. Kirona nickte und rang sich ein schwaches L├Ącheln ab. "Jaro, ist mit dir auch alles in Ordnung?". Als Alaryah das Familiengl├╝ck unweit entfernt beobachtete wurde ihr Herz noch schwerer. Sie war schon oft von Zuhause weg gewesen, doch nach all den Erlebnissen...Die Albin versuchte sich abzulenken und begann die Schnittwunden ihrer Gef├Ąhrten zu heilen.

Jaro Balliv├▓r
"Mir fehlt nichts", murmelte Jaro, lie├č jedoch zu, dass Alaryah seine Blessuren versorgte. Auch Kirona lie├č sich ansehen, sog dann aber zischend Luft ein. "Alaryah... ich wei├č nicht, ob du es bemerkt hast, aber dir steckt ein Pfeil im Arm." Trotz der Umst├Ąnde mussten sie alle schmunzeln. Zugleich konnte Jaro nicht umhin, die Waldalbin zu bewundern. Sie musste h├Âllische Schmerzen leiden, doch es war ihr ein Drang, zuerst ihre Freunde zu umsorgen. Man k├Ânne hier und jetzt sowieso nichts dagegen tun. "Du hast Recht", sagte Kirona nun ernster. "Ohne richtige Arznei w├╝rde sich die Wunde furchtbar entz├╝nden. Es ist besser, der Pfeil bleibt vorerst drin. Nur nicht zu lange..." Sorgenfalten zierten ihre Stirn und Jaro teilte ihre Gef├╝hle. Sie mussten baldm├Âglichst zu einem Heiler. Alaryah winkte ab, auch wenn sie etwas blass aussah. Zuerst sagte sie, wolle sie wissen, was passiert sei. Kirona blickte kurz zu der kleinen Familie, r├Ąusperte sich und begann dann leise zu sprechen. "Ich hatte die Bef├╝rchtung schon l├Ąnger, doch ich war mir nicht sicher, wollte es vielleicht auch einfach nicht wahrhaben..." Kurz wirkte ihr Blick entr├╝ckt und als sie fortfuhr, war es nur mehr ein Fl├╝stern. "Jemand ist in ihren Geist eingedrungen." Sie nickte in Richtung des Gr├╝ppchens. "Sie wurden manipuliert. Ihr glasiger, starrer Blick, die Stimmungswechsel, die belegten Stimmen... ich h├Ątte es mir denken k├Ânnen. Aber es wurde mir erst im Gerangel mit Foranir klar. Er k├Ąmpfte nicht wie ein Junge. Er k├Ąmpfte wie ein wildes Tier... Ich war gezwungen ihnen richtig weh zu tun, um zu entkommen, doch sie verfolgten mich, lie├čen nicht locker..." Etwas Flehendes lag in Kironas Blick, als suche sie nach Vergebung, nach Best├Ątigung, dass sie richtig gehandelt hatte. Alaryah legte ihr den gesunden Arm auf die Schulter. "Schon gut." Kirona nickte, sich besinnend. "Ich fand Jaro... Sinyah war dabei ihn zu erw├╝rgen und dann tauchten die beiden wieder auf, mit Verst├Ąrkung im Schlepptau. Was dann geschah, kann ich kaum in Worte fassen. Der Stein aus der Ruine regte sich. Es war, als spr├Ąche er in meinem Geist. Wobei...", sie hielt kurz inne und suchte nach Worten. "Es waren keine Worte. Ich wusste einfach was zu tun war. Mit letzter Kraft ├╝bermannte ich Foranir und Morond, stie├č sie ins Geb├╝sch, um sie vor dem zu bewahren was dann passierte. Als ich mich umdrehte, war Sinyah fort... keine Ahnung wohin. Es war auch keine Zeit, das zu ├╝berpr├╝fen. Ich wusste, mir w├╝rde nichts geschehen und musste hoffen, dass sie und Jaro weit genug entfernt, dass Foranir und Morond gesch├╝tzt genug waren. Dann habe ich den Stein aktiviert. Fragt mich nicht wie. Alles, was ich f├╝hlte, war Hitze. Es gab einen lauten Knall und alles um mich herum wurde von einer Druckwelle ersch├╝ttert. Das war's. Ich suchte Jaro. Foranir und Morond fanden mich. Und nun sind wir hier." Sie zuckte mit den Schultern und endete. Alaryahs Gesichtsausdruck war von bitterer Erkenntnis gezeichnet. "Es ist schlimmer als bef├╝rchtet. Hier ist ein sehr m├Ąchtiger Feind am Werk. Wir m├╝ssen herausfinden, was er sucht... Weswegen eine unbedeutende Familie benutzen? Warum...", Mit einem Keuchen unterbrach sie sich. Sie hatte sich zu den anderen umdrehen wollen und dabei wohl den Schmerz in ihrem Arm erneut entfacht. Wie in Zeitlupe sah Jaro Alaryah taumeln, ehe sie bewusstlos niederging. Allein Kironas schneller Reaktion war es zu verdanken, dass sie nicht hart auf dem Boden aufschlug. Jaro wollte in die Hocke gehen, um zu helfen, als er kaltes Metall an seiner Kehle sp├╝rte. "Keine Bewegung."

Alaryah Schattenwind
Er war so schnell er konnte mit seiner Schar durch den Wald geeilt. Sie hatten sich leise fortbewegt, teilweise durch die Baumkronen, teilweise am Boden. Dann endlich waren sie auf weitere Personen gesto├čen, unweit von dem Ort entfernt, wo der f├╝rchterliche L├Ąrm zuvor hergekommen sein mochte. Deutlich konnte der Anf├╝hrer der Schar die Waldl├Ąuferin erkennen, die fast leblos in den Armen einer t├Ątowierten Frau hing. Wie angewurzelt stand eine kleine Familie unweit der Frau, ein weiterer Alb wollte sich der Waldl├Ąuferin n├Ąhern. Der Anf├╝hrer gab Handzeichen, seine Schar reagierte, kreiste die Gruppe nach und nach ein, blieb dabei im Verborgenen. Mehrere Haken schlagend n├Ąherte sich der Mann von hinten dem jungen Alben, zog dabei leise sein Schwert...

Alle schienen einen Moment lang wie versteinert. "Was war das gerade f├╝r ein Knall? Wer seid ihr?", verlangte der Alb zu wissen, der wie aus dem Nichts bei Jaro aufgetaucht war. Hier und da traten weitere Waldl├Ąufer aus ihrer Deckung hervor, jederzeit zu einem Angriff bereit. "Wir...also...". Jaro hob beschwichtigend die H├Ąnde. "Wir sind Reisende.", begann Kirona, die dem vernichtenden Blick des Soldaten gerade noch so standhalten konnte. "Jemand hat uns angegriffen!", platzte es pl├Âtzlich aus Morond heraus, der sich vor seine Familie stellte. "Seht doch dort hinten, da liegt unser Karren!". Er wedelte mit den Armen und deutete auf die Stelle. Zwei Waldl├Ąufer verschwanden wieder im Unterholz. "Die k├Ânnen immer noch hier in der N├Ąhe sein!", mischte sich nun auch Foranir ein. Der Blick des Anf├╝hrers wanderte durch die Gesichter der Anwesenden. "Was, wenn noch weitere Reisende hier auf dem Weg ├╝berfallen werden? So etwas hat es doch noch nie gegeben!". Sinyah brachte nun auch ein paar Worte hervor, war dabei erneut den Tr├Ąnen nahe. Tinriel wandte sich ab, klammerte sich noch fester an ihre Mutter. Die zwei Waldl├Ąufer kehrten zur├╝ck und einer fl├╝sterte dem Anf├╝hrer etwas zu. "Und diese Angreifer...wer waren sie? Konntet ihr jemanden oder etwas erkennen? Sind sie Schuld an...dem hier?". Er deutete auf eine Stelle, an der die Reste eines versengten Geb├╝sches traurig auf Halbmast hingen. Unsicher wechselten alle ein paar schnelle Blicke, dann fassten sich Kirona und Jaro schlie├člich ein Herz und berichteten von dem Angriff der Bogensch├╝tzen und einer Explosion. Sie bogen sich die Wahrheit etwas zurecht, doch wollten sie gerade niemandem wirklich trauen. Morond wollte etwas klarstellen, doch r├Ąusperte sich nur, als Foranir ihm einen leichten Sto├č mit dem Ellenbogen versetzte. "...und nun wissen wir nicht, in welche Richtung sie gelaufen sind.", schloss Kirona ihren Bericht ab. Die Augen des Anf├╝hrers verengten sich. Er schien ihnen nicht alles zu glauben, doch sprachen der Zustand der Gruppe, der Karren und die Pfeile B├Ąnde. Er beschloss erst einmal die Gegend weiter abzusuchen und den Weg zu sichern. "Falls es n├Âtig sein sollte, dass Ihr eure Beobachtungen und Erlebnisse erneut bezeugt, so werden wir euch finden.", versprach der Anf├╝hrer und zog das Schwert mit leisem Zischen von Jaros Hals weg. Dieser atmete erst einmal tief durch. "Nun zieht eurer Wege.". Mit knappem Nicken setzte sich der Waldl├Ąufer wieder in Bewegung. "Halt!", protestierte Kirona, die immer noch Alaryah festhielt und machte einen halbherzigen Schritt zur Seite. Sie h├Ątte sich dem Alben niemals wirklich in den Weg stellen k├Ânnen, doch blieb dieser mit vor Erstaunen hochgezogener Augenbraue stehen. "Ist euch doch noch etwas eingefallen was ich wissen sollte?", fragte er und musterte Kirona absch├Ątzend. Diese presste die Lippen aufeinander. "Ihr m├╝sst uns helfen.", brachte sie grimmig hervor. "Alaryah ist verletzt. Sie braucht Medizin. sie ist eine Waldl├Ąuferin, genau wie ihr. Sie hat uns gef├╝hrt, begleitet und besch├╝tzt. Wir k├Ânnen nichts tun, aber in euren Reihen muss doch jemand sein, der helfen kann.". Schwach keimte Verzweifelung in ihrer Stimme auf. "Nun...". Der Alb kam n├Ąher und betrachtete Alaryahs Wunde, untersuchte sie oberfl├Ąchlich. "Melrodan! Hierher!". Ein Alb mit gr├╝ner Kaputze, braunem Schal und Umh├Ąngetasche eilte heran. "Seht was ihr tun k├Ânnt, schlie├čt dann zu uns auf.". Der Soldat salutierte. "Auf bald.". brummte der Anf├╝hrer knapp in die Runde und rauschte davon, seine Schar folgte. Melrodan legte Alaryah neben dem Weg auf den weichen Waldboden, hatte inzwischen schon eine genaue Diagnose im Kopf und murmelte unverst├Ąndlich Worte vor sich hin. "Hier, das sollte helfen.", sagte er schlie├člich mit einer Stimme, die erstaunlich jung klang. Eine kleine Phiole wechselte den Besitzer. "Ich werde den Pfeil nun entfernen, stillt hiermit die Blutung und dann bindet ihr den Arm an dieser Stelle ab.". Er gab noch ein paar Anweisungen, die die Gef├Ąhrten durchaus in der Lage waren umzusetzen und verschwand dann ebenfalls. Als Kirona Alaryah den Inhalt der Phiole eingefl├Â├čt hatte kam diese langsam wieder zu sich.
Sie blickte schon bald in die erleichterten Gesichter ihrer Gef├Ąhrten und der Familie. "Wa...was ist passiert?", fragte sie leise und gemeinsam brachten sie die kleine Albin wieder auf den aktuellen Stand der Dinge. Dann waren sie sich alle einig: Sie sollten nicht weiter hier verweilen.

Jaro Balliv├▓r
Nach dem anf├Ąnglichen Schock war Jaro froh, dass die Waldl├Ąufer gekommen waren. Sie w├╝rden m├Âgliche weitere Angreifer zur Strecke bringen oder in Gewahrsam nehmen und sich des verwundeten Waldst├╝cks annehmen, vielleicht Naturmagier oder Schamanen herbei ordern. All das gab ihnen die M├Âglichkeit in Ruhe dar├╝ber nachzudenken, was zu tun sei. Eines war klar: sie mussten sich unbedingt von der Familie trennen. Aus einem Grund, den sie noch nicht sicher benennen konnten, waren sie ins Visir des Feindes geraten. Sie brachten die Alben in Gefahr, wenn sie bei ihnen blieben. Mit durchwachsenen Gef├╝hlen gingen sie auf Morond und die seinen zu, um ihnen dies mitzuteilen. Der Alb verstand sofort und nickte grimmig. "Es braucht euch nicht leid zu tun", sagte er. "Immerhin habt ihr uns letztlich das Leben gerettet." Als Jaro etwas die Schultern h├Ąngen lie├č, da er den Verdienst einzig bei seinen beiden Begleiterinnen sah, schien Sinyah dies zu bemerken. "Ihr alle." Sie l├Ąchelte. "Es tut mir furchtbar leid, dass ich dich angegriffen habe", f├╝gte sie an Jaro gewandt zu. "Ach das... es war nicht deine Schuld", sagte er unbeholfen. Tinriel schluchzte herzergreifend auf und st├╝rmte auf Alaryah zu, umklammerte ihr Bein. Es folgte ein Abschied, der so manche Tr├Ąne hervorrief. Alaryah w├╝nschte Foranir viel Erfolg bei seinen weiteren Versuchen, ein Waldl├Ąufer zu werden und versicherte ihm nochmals, dass sie ein gutes Wort einlegen w├╝rde. Der Junge entschuldigte sich hingegen bei allen dreien f├╝r sein r├╝des Verhalten zu Anfang. Schlie├člich, als es keinen ersichtlichen Grund mehr gab zu verweilen, alles gesagt und getan war, hob Morond die kleine Tinriel auf die Schulter und die junge Familie ging ihres Weges, gezeichnet und ersch├╝ttert, doch auch im Zusammenhalt gest├Ąrkt. Jaro war das Herz schwer und er sp├╝rte, dass es Kirona und vor allem Alaryah auch so erging. "Wieder zu dritt", murmelte er. "Was sollen wir nun tun? Wir k├Ânnen doch nicht einfach abhauen." "Nein, aber vorschnell handeln d├╝rfen wir auch nicht", erwiderte Alaryah. Kirona nickte zustimmend. "Wir m├╝ssen ├╝berlegen, was sie von uns wollen. Und w├Ąhrenddessen k├Ânnen wir gut schon ein paar Meilen zwischen uns und diesen Ort bringen. Lasst uns zu diesem St├╝tzpunkt gehen, Alaryah. Wir brauchen alle Ruhe, vor allem du und dein Arm. Von dort k├Ânnen wir in Sicherheit die n├Ąchsten Schritte planen."

Alaryah Schattenwind
Eine Trennung von der Familie war nur richtig. Das war auch Alaryah klar, auch wenn ihr besonders der Abschied von der kleinen Tinriel schwer fiel. Den Verlust des Karrens kaum beklagend zog die Familie weiter, es wurde noch gewunken, bis man sich schlie├člich aus den Augen verloren hatte...

Der Entschluss zu dem St├╝tzpunkt zu reisen war schnell gef├Ąllt, die weitere Reise verlief gl├╝cklicherweise ereignislos. Die drei Reisenden kamen nur langsam voran, sie waren ersch├Âpft, abgek├Ąmpft und wollten nur noch ausruhen. "Dort hinten...", meinte Alaryah sacht und hob die Hand. Kirona und Jaro sahen auf und in der Ferne erhoben sich erste Palisaden und Hecken. "Endlich...die Efeusenke.".
Zwei Soldaten kamen ihnen entgegen, trugen reich verzierte Speere mit langer, leicht gebogener Spitze. Alaryah machte den Gru├č der Waldl├Ąufer und stellte dann sich und ihre Gef├Ąhrten vor. Sie wurden in das Innere des St├╝tzpunktes geleitet und schnell hatte man ihnen ein Quartier zugeteilt. Der Hauptmann von der Efeusenke lie├č ihnen eine Einladung zukommen, aufdass sie am n├Ąchsten Tag gemeinsam speisen m├Âgen. Der Boter ├╝bergab das Schreiben Alaryah, als die drei sich gerade in ihrer Unterkunft einrichteten. Sie wechselten daraufhin noch ein paar Worte in der Sprache der Waldalben, dann verschwand der Bote wieder.
Alaryah drehte sich zu Jaro und Kirona um. "Ihr k├Ânnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf eine ruhige und sichere Nacht freue...", sagte sie, legte etwas unbeholfen aufgrund der Verletzung K├Âcher und Bogen ab und kratzte sich am Kopf. "Ich glaube wir werden schlafen wie schon lange nicht mehr.". Sie ging zu dem Bett hin├╝ber, auf welchem Teile ihres Gep├Ącks verstreut lagen. Neben einer gro├čen Waschsch├╝ssel mit klarem Wasser hatte man mehrere Handt├╝cher gelegt, von denen Alaryah eins an sich nahm. Eigentlich hatte sie ihren Gef├Ąhrten gern noch die Efeusenke genauer gezeigt, doch hatte gerade niemand wirklich ein Auge oder die Aufmerksamkeit daf├╝r. "Wisst ihr...", begann sie und starrte mit leicht leerem Blick auf das weiche Tuch in ihrer Hand. "Als ich Tinriel im Wald fand...". Sie stockte, musste einen Klos hinunterschlucken. Jaro und Kirona hatten ihre T├Ątigkeiten unterbrochen und sahen die kleine Albin nun abwartend an. "N...nichts...schon gut...". Alaryah griff das Handtuch fester, wandte den Blick ab und ihre Kiefermuskeln spannten sich. "Ich...ich bin mal...". Sie verlie├č ohne weitere Erkl├Ąrungen die Unterkunft.

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Re: Unter B├Ąumen - Nichts bleibt verborgen

#43

Beitrag von Jaro Balliv├▓r » Do 14. Jun 2018, 07:26

Jaro Balliv├▓r
Als Jaro das gem├╝tliche Quartier, die weichen Decken und sauberen Handt├╝cher sah, wurde er sich der eigenen Ersch├Âpfung erst richtig bewusst. Wie gut tat es zu sitzen! Das Wenige, das Jaro noch bei sich trug, platzierte er feins├Ąuberlich neben seiner Bettstatt, als Alaryah ein neues Gespr├Ąch zu er├Âffnen schien. Bislang hatten sie noch keine Gelegenheit gehabt, ausf├╝hrlich ├╝ber das Erlebte seit Rankenfels zu sprechen und es hatte mit Sicherheit auf jedem von ihnen Spuren hinterlassen. Wobei Spuren vermutlich untertrieben war, dachte Jaro, eher waren es Wunden, die ihnen allen als Narben bleiben w├╝rden. Was Alaryah in diesem Augenblick auf der Seele brannte, erfuhren sie jedoch nicht.
"Wo... sollen wir?", begann Jaro aber Kirona sch├╝ttelte leicht, wenn auch bestimmt den Kopf.
"Ich glaube, sie braucht einen Moment f├╝r sich."
Das konnte Jaro sich gut vorstellen, aber trotzdem keimte Frucht in ihm, dass die letzten Wochen etwas in Alaryah verletzt hatten, das sie nicht einfach so abschalten konnte. Was, wenn sie im Drang allein zu sein in den Wald hinaus ging und vielleicht nicht mehr zur├╝ck kehrte?
"Sorge dich nicht Jaro. Sie hat das Handtuch mitgenommen. Wom├Âglich nimmt sie ein Bad."
Skeptisch flog Jaros Blick zu der Waschsch├╝ssel. "Sie h├Ątte sich hier waschen k├Ânnen."
Kirona schmunzelte. "Ich vermute, sie kennt noch bessere M├Âglichkeiten. Oder sie wollte es f├╝r uns lassen und hey - wir k├Ânnen es gut gebrauchen. Du zuerst."
Ihr Blick verriet Jaro, dass sie keine Widerrede duldelte, also nickte er. Kirona stand auf und zog den Vorhang ihres Schlafbereichs zu, damit Jaro sich entkleiden konnte. Er rechnete mir kaltem Wasser, doch es hatte eine angenehme Temperatur und obwohl es klar und rein war, verstr├Âmte es einen leicht s├╝├čen, kr├Ąuterigen Duft. Nachdem der ganze Dreck abgewaschen war, entdeckte Jaro einige Kratzer und blaue Flecken auf seiner hellen Haut, aber ansonsten war er erstaunlich heil geblieben. Eingewickelt in eines der weichen Handt├╝cher ging er in seine Nische und fand dort wie durch Zauberhand ein Tablett mit duftendem Tee und etwas Brot. Welch Luxus! Bevor er sich dar├╝ber hermachte, fiel im Kirona ein und er rief sie, um ihr zu sagen, dass sie sich nun ebenfalls waschen k├Ânnte.

Alaryah Schattenwind
"Du h├Ąttest ruhig etwas sagen k├Ânnen...", mahnte sich Alaryah selbst in Gedanken, nur um sich dann direkt selbst zu widersprechen. "Nein, wir m├╝ssen uns alle erst einmal ausruhen.". Dann biss sie sich leicht auf die Unterlippe. Irgendwann w├╝rde sie mit den anderen ├╝ber ihr Treffen mit "Wom├Âglich-Linor" reden m├╝ssen. Sie konnte es vor ihren Gef├Ąhrten einfach nicht verheimlichen, vor allem nicht dann, wenn von dem Kerl auch eine Gefahr ausgehen k├Ânnte! Aber nein, nicht jetzt. Sp├Ąter. Morgen.
Wenn ihre Erinnerungen sie nicht g├Ąnzlich t├Ąuschten, dann war dies der St├╝tzpunkt, an dem die Alben eine Art Becken angelegt hatten. Dort konnte man sich waschen und entspannen, manchmal legte man hei├če Steine mit in das Wasser um es zu erw├Ąrmen. Zu Alaryahs Erleichterung war dem auch so. Bei dem Becken war niemand, au├čer einer Albin mit freundlichem Gesicht und ersten, silbernen Str├Ąhnchen in dem sonst tiefbrauenen Haar. "Kind, du siehst ja furchtbar aus.", stellte die Albin fest und kam Alaryah ein paar Schritte entgegen. "Bitte, so nimm doch Platz und ruh dich aus. Es wird dir gut tun.". Alaryah ├╝bergab stumm das Handtuch und trat dann auf das Becken mit dem leicht dampfenden Wasser zu. Es duftete wunderbar.
Wenige Augenblicke sp├Ąter schlug Alaryah unter Wasser die Augen auf. Die Ger├Ąusche der Umgebung waren dumpf, kaum h├Ârber. Die W├Ąrme das Wassers umarmte die kleine Albin, die langsam mit den Armen ruderte um nicht an die Wasseroberfl├Ąche zu treiben. Irgendwann wurde jedoch die Luft knapp, sodass sie doch auftauchen musste. Tief durchatmend, etwas prustend, wischte sich Alaryah das nasse Haar aus dem Gesicht. Jah, f├╝r einen Moment war die Welt f├╝r sie einfach in Ordnung. Dann fiel Alaryahs Blick auf ihre am Beckenrand zusammengelegte Kleidung. Aus der Ferne konnte sie deutlich den gro├čen Blutfleck auf dem ├ärmel sehen und direkt danach schien ihre Wunde zu brennen wie hei├če Glut. Sie zischte, w├Ąhrend ihre Finger nach der Verletzung tasteten. "Schon gut, Kind, schon gut.", h├Ârte Alaryah die beruhigende Stimme der Albenfrau, die am Beckenrand sa├č und eine gro├če Harfe herbeigeholt hatte. Sie begann ein Lied zu singen und schon bald f├╝hlte sich Alaryah schon wieder besser. Wenn es nach ihr ging, so k├Ânnte sie gerade ewig im Wasser bleiben...

Jaro Balliv├▓r
Das Rascheln seines Vorhangs weckte Jaro aus seinem Schlummer und er schrak so schnell hoch, dass er den Tee ├╝ber sich ergoss. Er war mit Tasse in der Hand wegged├Âst. "Oh Entschuldige", ert├Ânte Kironas Stimme. Sie hatte sich das nasse Haar zu einem Knoten zusammengebunden und trug saubere Kleidung, die Jaro noch nie zuvor an ihr gesehen hatte. Sie bemerkte seinen Blick und schob einen kleinen Stapel Stoff zu ihm hin.
"Jemand hat uns neue Kleider gebracht. Ich wei├č nicht, wie diese Alben das machen, doch es passt mir wie angegossen."
Ungeschickt versuchte Jaro aufzustehen, ohne sich dabei komplett zu entbl├Â├čen und nahm das B├╝ndel entgegen.
"Ich warte drau├čen", sagte Kirona leicht am├╝siert. "Sie haben uns auch noch mehr zu Essen gebracht und etwas von dem guten Wein, den wir auf dem Fest getrunken haben. Beeile dich, bevor ich alles austrinke."
Nun, da Kirona au├čer Sichtweite zwar, sch├Ąlte Jaro sich aus dem Handtuch und begutachtete die neuen Kleider. Der Stoff unglaublich weich. Auf der Haut war er trotzdem kaum sp├╝rbar und irgendwo her wusste Jaro, dass er bei warmer wie bei kalter Witterung ebenso seinen Zweck erf├╝llen w├╝rde. Neben einer braunen Hose und einem gr├╝nen Leinenhemd, das er an der Brust schn├╝ren konnte, hatte man ihm sogar eine Weste da gelassen. Wieder war Jaro von der selbstverst├Ąndlichen Gastfreundschaft der Waldalben verbl├╝fft. Neu eingekleidet trat er in den Gemeinschaftsraum, doch Kirona war hinaus auf die Veranda gegangen. Trotz der fortgeschrittenen Stunde zwitscherten die V├Âgel um die Wette.
"Schick", kommentierte Kirona und klopfte auf einen Hocker neben sich. Auf dem Tisch stand tats├Ąchlich ein Tablett und bei dem Geruch, den es verstr├Âmte lief Jaro das Wasser im Mund zusammen. Es gab mehr von dem weichen Brot, dazu einen duftenden Eintopf mit Wurzelgem├╝se, ger├Âstete Bohnen und Obst mit Honig f├╝r danach. Daneben stand eine ganze Karaffe des lieblichen Weines.
"Lang zu", lud Kirona ihn ein. "Wenn Alaryah nicht rechtzeitig zur├╝ck kommt, essen wir eben alles alleine." Sie grinste und prostete Jaro zu.

Alaryah Schattenwind
Das n├Ąchste Lied war verstummt, kein weiteres schien zu folgen. Langsam ├Âffnete Alaryah wieder ihre Augen, musste mehrmals blinzeln um wieder einen klaren Blick zu bekommen. Hatte sie geschlafen? Wie lange war sie im Becken geblieben? Leicht benommen und etwas verwirrt sah sich die kleine Albin um. "Du solltest langsam mal rauskommen, Kind.", meinte die Albenfrau sanft und stellte die Harfe beiseite. "Wie lange war ich...?", murmelte Alaryah und griff nach dem Handtuch, welches ihr die Frau reichte. "Lange genug, damit es dir besser geht, aber noch nicht zu lang um das Essen zu verpassen.", gab diese l├Ąchelnd zur├╝ck und half Alaryah beim Verlassen des Beckens. "Ein Satz frischer Kleidung liegt f├╝r dich bereit. Geh dann zu deinen Freunden, sie warten bestimmt schon auf dich." Alaryah nickte nur und bedankte sich leise f├╝r die Lieder und das Bad. Dann tappte sie von dannen, das gro├če Handtuch um sich gewickelt, zur├╝ck in Richtung Unterkunft. Mit jedem Schritt schienen die Lebensgeister mehr und mehr zur├╝ck in die Albin zu fahren, bald schon genoss sie das weiche Gras unter ihren F├╝├čen, die angenehme Luft und die Ger├Ąusche des Waldes. Den neuen Satz Kleidung hatte sie v├Âllig vergessen mitzunehmen, bemerkte dies jedoch erst, als sie vor der Unterkunft von einem jungen Alben eingeholt wurde, der ihr, leicht ausser Atem, ein B├╝ndel ├╝bergab.

"Ist auch noch etwas f├╝r mich ├╝brig?", erklang pl├Âtzlich eine Stimme an der Treppe. Kirona und Jaro sahen eine flauschig eingepackte Alaryah, die ein kleines B├╝ndel bei sich trug. Sie hatte wieder Farbe bekommen und ihr Gesicht war endlich nicht mehr so blass wie zuvor. "Ich ziehe mich noch kurz zuende an.", erkl├Ąrte sie und huschte an ihren Gef├Ąhrten vorbei, dabei einen frischen und angenehmen Duft hinter sich herziehend. Wenig sp├Ąter trat Alaryah dann wieder ins Freie. Sie hatte eine h├╝bsche und gut geschnittene Tunika bekommen, die neue Waldl├Ąuferuniform sowie die Stiefel blieben jedoch bei ihrem Bett. Jetzt war einfach nicht die Zeit f├╝r Uniformen und Ausr├╝stung fand Alaryah und so lie├č sie sich in ihrer neuen Freizeitkleidung bei Kirona und Jaro nieder (auch wenn es etwas ungewohnt war sie so zu sehen). W├Ąhrend Alaryah nun ihr Haar k├Ąmmte und Kirona ihr einen Kelch einschenkte, begann sie mit einer Art Entschuldigung. "Ich...nunja, ich brauchte...ich musste kurz etwas allein sein.". Alaryah schien verlegen. "Ich hoffe es geht euch gut. Ich wollte euch keine Sorgen bereiten oder dergleichen.". Die Worte kullerten einfach so aus der kleinen Albin heraus. "Aber seid unbesorgt, mir geht es jetzt schon viel besser.". Sie legte den Kamm beiseite, l├Ąchelte endlich wieder und nahm dankend den Kelch an, welcher ihr von Kirona gereicht wurde.

Jaro Balliv├▓r
Es war k├Âstlich. Mit jedem L├Âffel sp├╝rte Jaro wie Energie in seine Glieder fuhr und sein Geist weiter entspannte. Zwischenzeitlich hegte er sogar den Verdacht, man h├Ątte beruhigende Kr├Ąuter unter gemischt, doch selbst wenn dem so w├Ąre, es sollte ihm Recht sein. Ohnehin legte sp├Ątestens der Wein einen Schleier ├╝ber seine Gedanken. Eine Weile a├čen er und Kirona schweigend, genossen schlicht die Mahlzeit und die sanften Ber├╝hrungen des Windes, der hin und wieder an ihnen vorbei strich. Dann kam Alaryah zur├╝ck und trotz der eingetretenen Entspannung sp├╝rte Jaro, wie sich Erleichterung in ihm breit machte. Schnell r├╝ckten sie den dritten Hocker zurecht und f├╝llten Alaryah etwas in die bereit stehende Sch├╝ssel. Frisch gekleidet kam die Waldalbin zur├╝ck.
"Jaro hatte Furcht, du w├Ąrst uns ├╝berdr├╝ssig", feixte Kirona, woraufhin Jaro sofort err├Âtete und ihr einen b├Âsen Blick zuwarf.
"Ich hatte Angst, du w├╝rdest in den Wald hinaus gehen und dir k├Ânnte etwas zusto├čen", rechtfertigte er sich mit hei├čen Ohren.
"Jedenfalls geht es uns gut. Man hat uns alles gebracht, was wir brauchen, mehr als das", beantwortete Kirona die Frage und Jaro nickte zustimmend.
"Es tut gut, einen Augenblick zu ruhen und den Kopf auszuschalten", erg├Ąnzte er. "Alles kommt mir so unwirklich vor, seit wir Rankenfels verlassen haben. Dort dachte ich kurz, wir h├Ątten alles ├╝berstanden."

Alaryah Schattenwind
Nat├╝rlich bemerkte Alaryah die pl├Âtzliche R├Âte in Jaros Gesicht und versuchte ein Grinsen hinter vorgehaltener Hand zu verbergen. Dann zwang sie sich selbst zur puren Ernsthaftigkeit. Mit grimmigem Blick fixierte sie nun Jaro, dem sofort s├Ąmtliche Farbe wieder aus dem Gesicht wich. "Du denkst also, dass ich euch einfach zur├╝cklasse?", fragte sie trocken und legte den Kopf schief. Sie kniff die Augen etwas zusammen. "Und dann, so glaubst du, w├Ąre ich unvorsichtig genug, dass mir hier etwas passiert? Hier?!". Sie stellte laut den Kelch ab und ehe sich Jaro versah stand die Albin auch schon direkt neben ihm. "Ich habe wirklich gedacht, dass du besser von mir denkst du fieser. Kleiner. Ungehobelter...". Bei jedem der letzten Worte piekste sie Jaro in die Seite, der daraufhin zusammenzuckte und versuchte die Albin abzuwehren. Dabei konnte Alaryah ihre Maskerade kaum noch aufrecht erhalten und schon bald erklang helles Gel├Ąchter der drei Reisenden.

Wieder einmal erfreute es Alaryah, dass man ihre Gef├Ąhrten so gut aufgenommen und versorgt hatte. "Jah, den Kopf ausschalten.", wiederholte Alaryah leise Jaros Worte. "Ich glaube, dass wir noch lange nicht am Ende unserer Reise sind.", f├╝gte die Albin dann hinzu und sah wieder in die Runde. "Ich muss zugeben, dass ich manchmal wirklich Angst hatte...". Sie umklammerte nun ihre Knie und legte ihren Kopf darauf ab. "Aber mit dem Wissen, dass ihr bei mir seid, f├╝hle ich mich f├╝r die noch kommenden Situationen besser gewappnet.". Alaryah hatte schon einige Boteng├Ąngen und Patrouillen in ihrem Leben hinter sich gebracht, auch hier war es nicht immer ungef├Ąhrlich gewesen. Sie konnte zwar immer auf ihre damaligen Begleiter z├Ąhlen, jedoch war es mit Jaro und Kirona anders. Sie waren keine Soldaten, mit denen Alaryah einen Auftrag zu erledigen hatte. Sie waren kein Geleitschutz, keine Eingreiftruppe. Sie waren einfach drei Gef├Ąhrten, die zusammengef├╝hrt worden waren und von denen wahrscheinlich noch das ein oder andere abverlangt werden w├╝rde. Diese Gedanken teilte Alaryah mit den beiden, schenkte sich dabei nach und hob dann den Kelch. "Ich vermisse mein Zuhause, meine Familie, mein Pferd Sonnenstrahl...doch f├╝hlt es sich ebenso richtig an mit euch diesen Weg zu gehen.".

Jaro Balliv├▓r
Oh nein... er hatte Alaryah ver├Ąrgert! So war das doch gar nicht gemeint gewesen! Jaro setzte an, sich zu entschuldigen, doch Alaryah war schneller und richtete sich vor ihm auf. "Hey", entfuhr es ihm, doch er schaffte es weder sich zu wehren, noch sich zu rechtfertigen. Jaro begriff den Scherz erst, als Alaryah zu lachen begann, so geschockt war gewesen. Als die Tatsache dann endlich in seinem Bewusstsein angekommen war, fiel auch er in das Gel├Ąchter ein. Da hatte sie ihn aber dran gekriegt!
Er nahm einen weiteren Schluck Wein, der ihn schon wohlig umgarnte. Noch voller Erleichterung, dass Alaryah nur gescherzt hatte, folgte er fast ein wenig tr├Ąumerisch ihren Worten. Sie waren zu einer Gemeinschaft geworden, das stimmte. Sie waren Freunde.
"Was soll ich erst sagen?", meldete sich Kirona zu Wort. "Ihr habt mich gerettet. Ohne euch w├Ąre ich..." Sie stockte.
"Irgendwie bin ich trotzdem froh, all das erlebt zu haben", h├Ârte Jaro sich sagen. "Ich meine, sonst h├Ątten wir uns nie kennengelernt, oder?"
Der Zusammenhalt, der diesen Moment erf├╝llte, gab ihm Zuversicht, dass sie den Schrecken der letzten Tage ├╝berwinden konnten. Wom├Âglich lag es sogar in ihrer Hand alles zum Guten zu drehen.

Alaryah Schattenwind
In diesem Moment bleib Alaryah nichts weiter ├╝brig als einfach zu nicken. Was h├Ątte sie dem auch noch hinzuf├╝gen sollen? Sie griff wieder nach ihrem Kelch, nippte daran. Der Wein war wirklich gut. Die drei sa├čen noch eine ganze Weile beieinander, befreiende Plauderei wechselte sich mit entspannenden Schweigemomenten ab und irgendwann konnte Alaryah ihr G├Ąhnen nicht mehr unterdr├╝cken. Sie mochte zwar das Beisammensein, jedoch machte sich nun bleiernde M├╝digkeit in ihr breit. "So ihr Lieben. Ich werde nun...", flink griff sich Alaryah noch eine halbe Handvoll Waldbeeeren als Mitternachtsimbiss und erhob sich. "Oh.", hauchte sie und merkte nun deutlich die Wirkung des Weines in ihrem Kopf. Sie behielt gerade so das Gleichgewicht, w├Ąhrend Jaro Alaryah eine helfende Hand anbot. "Gute Nacht, Kirona.", verabschiedete sich Alaryah freundlich und umarmte die Frau anschlie├čend einmal fest. Dann machte sie sich, mit etwas Schlagseite, auf den Weg in das Innere der Unterkunft. Jaro begleitete Alaryah noch ein paar Meter aus Sorge, sie k├Ânnte st├╝rzen oder sich sonstwie verletzen. Am Eingang hielt Alaryah Jaro dann aber zur├╝ck. "Ich...schaff das schon.", erkl├Ąrte sie und hauchte dem skeptisch dreinblickenden Jaro recht plump einen Gute-Nacht-Kuss seitlich an den Kopf. Dann verschwand Alaryah in der Dunkelheit und lie├č ihre beiden Gef├Ąhrten zur├╝ck. Es polterte einmal laut, als die Albin die Waschsch├╝ssel von dem kleinen Beistelltisch stie├č gegen den sie gelaufen war, doch ert├Ânten direkt danach die Worte "Keine Sorge, es geht mir gut, hab nur die Sch├╝ssel hier abger├Ąumt!".
Dann fiel Alaryah endlich wieder in ein wolkenweiches Bett. Es schien, als sei sie bereits im Reich der Tr├Ąume bevor ihr K├Ârper komplett auf der Matratze lag...

Als Alaryah am n├Ąchsten Morgen erwachte und langsam und gem├╝tlich in den Tag startete, fiel ihr Blick schon fast beil├Ąufig auf die am Boden liegende Waschsch├╝ssel. "Die haben bestimmt noch lange gezaubert...", brummelte die Albin in sich hinein und dachte dar├╝ber nach, wie es wohl Jaro und Kirona gehen mochte. Schlie├člich waren die beiden l├Ąnger wach geblieben als sie!

Jaro Balliv├▓r
Es war ein Impuls und pl├Âtzlich fand Jaro sich an Alaryahs Seite wieder, um sie zu st├╝tzen. Als er sie dann aber an der Hand hielt, wusste er nicht recht, was er eigentlich tun sollte. Wie fest sollte er sie greifen? Bis wohin sollte er mitgehen? Sollte er ihr noch etwas bringen, etwas Wasser, eine weitere Decke? Mitten in diesen Gr├╝beleien, wies Alaryah ihn von alleine zur├╝ck, als sie die Schwelle zu den R├Ąumlichkeiten erreichten. Er blieb an Ort und Stelle stehen. Innen schepperte es, doch alles schien in Ordnung und schlie├člich drehte sich Jaro wieder um und erblickte das grinsende Gesicht von Kirona.
"Du bist noch nicht oft mit Frauen zusammen gewesen, oder?", fragte sie und Jaros Gesicht wurde hei├č. "Nein, tut mir leid", f├╝gte sie schnell an. "So meinte ich das nicht." Dann fehlten auch ihr die Worte und sie begann zu lachen. Auch Jaro musste grinsen, obwohl er immer noch besch├Ąmt war und hoffte, alles richtig gemacht zu haben. Er schenkte sich und Kirona nach und damit war der Krug leer. Der Wein tr├╝bte auch Jaros Geist schon ein wenig, doch er hatte sich erstaunlich schnell an das Getr├Ąnk gew├Âhnt. Von einer Ecke des Lagers drang Musik und ein Lagerfeuer warf sein Licht an die umstehenden B├Ąume.
"Was meinst du? Sollen wir da noch vorbei schauen?", fragte Kirona.
"Ich wei├č nicht... ich glaube ich bin zu m├╝de." Es fiel Jaro schwer "nein" zu sagen, aber er f├╝hlte, dass Schlaf dringend n├Âtig war.
"Nicht schlimm... ich werde mich noch ein wenig umsehen." Damit stand Kirona auf, gab Jaro ihrerseits einen Kuss auf die Stirn und lie├č ihn auf der Veranda zur├╝ck. Noch einmal atmete er tief ein, dann ging er auch zu Bett. Es war eine Offenbarung. Augenblicklich fiel er in tiefen Schlaf, h├Ârte Kirona nicht mehr zur├╝ckkommen.
~ Die gr├Â├čte Offenbarung ist die Stille ~

Laotse

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