Beiträge von Theodor

    Theo nickte beipflichtend.


    "Vermeidetaktik hat mich bis jetzt noch in keinem Punkt weitergebracht, dass wird bei Patrice nicht anders sein. Ich werde mit ihm vernünftig umgehen und freundlich zu ihm sein. In Ordnung, dass ist ein Wort, es freut mich dass Du nachkommst. Ich werde umsichtig fahren, versprochen. Für Dich und für unser Kind. Du kannst Dals Rücken nicht verfehlen, es ist das riesige Gebirge, dass Naridien durchzieht und Bodefels ist ausgeschildert. Ich wohne ziemlich hoch im Gebirge hinein. Ist eine kleine, schmale Straße. Du kannst es nicht verfehlen. Auf bald. Letzte Chance einzusteigen", sagte Theodor legte den Gang ein.

    "Dein Einwand stimmt, Du bist untot und wärst im schlimmsten Fall für immer fort. Ich halte Dich nicht für einen Lügner, ich lasse Dir die Wahl. Falls Du noch zum Herrenhaus kommen möchtest, gerne. Falls nicht, ist das auch völlig in Ordnung. Entscheide sobald es Dir besser geht. Gleich wie Du Dich entscheidest, ich bin Dir nicht böse. Ich war vorhin nur etwas voreilig loszukommen, um Patti nicht an der Hacke zu haben. Wie gesagt, überlege es Dir in Ruhe Tekuro. Dann sage ich bis später", antwortete Theo innig und blinzelte Tekuro zum Abschied zu.

    "Tekuro erstens bist Du leider schon tot und zweitens hatte ich nicht vor Dich umzubringen. Lustig ist an Deiner Angst gar nichts, auch wenn ich sie nicht nachvollziehen kann. Der Wagen ist in einem technisch einwandfreien Zustand. Das Du Verantwortung zu tragen hast, ist mir bewusst. Kehre nach Hause zurück, kümmere Dich um Deine Lieben und schick mir die Taxirechnung. Deine Kleidung kannst Du auf meine Kosten reinigen lassen.


    Die Adresse lautet - Dals Rücken, Ort Bodefels, Ribbenwarth 7.


    Wir sehen uns, dort, woanders, wo auch immer. Pass auf Dich auf. Soll ich warten bis das Taxi da ist? Sonst bin ich jetzt weg", antwortete Theodor freundlich.

    Theodor schaute Tekuro verdattert hinterher.


    "Willst jetzt echt ein Taxi rufen? Nun wenn Du nicht mehr mit mir mitfahren möchtest, könntest Du Dich auch in eine Fledermaus verwandeln und so nach Hause fliegen. Deine Klamotten kannst Du bei mir lassen. Falls Du sie nicht abholen willst, lasse ich sie Dir schicken. Auch kein Problem", bot Theo an und wartete einen Moment ab.


    "Ich liebe Dich auch, ganz ruhig. Dir ist hoffentlich nichts passiert? Sonst kann sich Theo warm anziehen. Soll ich Dich abholen? Ich hatte nicht vor aufzulegen Teku", antwortete Bellamy beunruhigt.

    "Jetzt übertreibst Du aber wirklich Teku. Nun komm schon hör auf zu wimmern, dass ist unheimlich. Schau wir sind doch fast da, ich fahre auch langsam. Versprochen. Die Konserve kann auch schlecht gewesen sein, Du musst da nicht auf den Wagen schieben. Sonst wäre mir ja auch schlecht geworden, oder anderen Leuten die schon mitgefahren sind", antwortete Theo aufmunternd.


    "Ja ich bin hier Teku, keine Sorge. Wieso rast Theodor? Wohin wolltest Du denn überhaupt? Patti ist glücklich und hat sich ausgiebig entschuldigt. Ich habe die Entschuldigung angenommen und ihm gezeigt, wie willkommen er ist", sagte Belly tröstend.

    Theo fuhr rechts ran, aber dafür war es im Grunde schon zu spät. Der Wagen stoppte und blieb ihm Leerlauf stehen.


    "Naja kann passieren, vielleicht war Dein letztes Opfer schlecht. Geht es Dir was besser? Beim nächsten Anfall benutz bitte das Fenster ja? Öffnen und rausreihern. Geht es wieder?", fragte Theo und strich Teku über den Rücken.


    "Also ändern können wir hier eh nichts an der Misere, wir müssen mit der Kotze weiterfahren und den Wagen bei mir Zuhause reinigen. Sag wann ich wieder losfahren kann, ich beeile mich, dann musst Du nicht lange in dem Unrat sitzen. Du bist doch wohl nicht krank?", hakte Theodor nach und hielt Teku die Packung Rauchstangen hin.


    Irgendwie sah Tekuro etwas blass aus, blasser als sonst. Vielleicht hätten sie einen Sklaven für unterwegs mitnehmen sollen, als Wegzehrung.

    "Hier kann ich nicht anhalten, wie stellst Du Dir das vor?", antwortete Theodor mit Unschuldsblick, wobei sich Teku denken konnte, weshalb ein Anhalten oder gar Warten nicht möglich war. Weder wollte Theo Patrice noch Maximilien dabei haben, er hatte die beiden gefressen wie ein Pfund Schmierseife. Dennoch fuhr er etwas langsamer und fuhr dann rechts rüber, dabei schaute er so, als beging er gerade den größten Frevel unter dem aufgehenden Mond.

    Die Türen des Yamaki schlossen sich mit leisem, hydraulischen Zischen und wie ein Sandpanther im Sprung fuhr das Moto an. Zügig floss es regelrecht durch die Tiefgarage, ehe sie aus der Entfernung sahen, wie sich das große Ausfahrtstor der Himmelslanze öffnete. Theo hielt direkt darauf zu und einen Augenblick später wurde Teku in den Sitz gedrückt, da die Aufahrt nach oben ziemlich steil war. Der Yamaki erklomm die Höhe ohne jeglichen Geschwindigkeitsverlust.


    Das Abendrot der untergehenden Sonne Naridiens brach sich auf der schwarzen Motorhaube, als Theodor nicht abbremste um sich einzufädeln, sondern den Wagen beschleunigte. Erneut wurde Tekuro in den Sitz gepresst, diesmal aus einem anderen Grund. Wie ein schwarzer Hai schoss der GTX-R durch die Straßen Alessas, bis sie die Stadtautobahn erreicht hatten.


    Theodor lenkte das schwarze Geschoss auf die Bahn und trat das Gaspedal durch. Der in Stahl gegossene Panther machte einen regelrechten Satz und Tekuro sah, wie die Zahlen auf dem Tacho regelrecht vor seinen Augen verschommen. Bei 420 km/h pendelte sich der Tacho ein und sie schossen links an den anderen Fahrzeugen vorbei die scheinbar im Schritttempo über die Bahn krochen. Sie ließen Alessa schneller hinter sich als es sich Tekuro vorstellen konnte und fuhren auf Hauptautobahn die Naridien von Norden nach Süden durchzog. Der Wagen zog erneut an und der Tacho pendete sich bei 460 km/h ein, während die Landschaft nur so an ihnen vorbei schoss.


    "1.500 PS und ein maximales Drehmoment von 1.600, Höchstleistung 463 km/h, allerdings hat er schon 483 km/h gerissen. Das ist ein Gefühl was?", grinste Theo glücklich und kramte eine Packung Rauchstangen aus dem Handschuhfach. Mit den Zähnen angelte er sich eine Stange aus der Packung, schnappte sich den Anzünder des GTX und zündete sich die Rauchstange an.


    "Ich sagte doch, wir holen die Zeit wieder rein", schmunzelte er rauchend.


    "Hallo? Tekulino?", hörte Teku Bellamy am Com.

    Theodor räkelte sich, als Tekuro ihn streichelte und anstupste. Verschlafen schlug er ein Auge auf, gähnte und öffnete blinzelnd beide Augen. Teku schaffte es irgendwie, verschlafen genauso gut auszusehen wie hellwach. Weder war er verknautscht, noch sah er gerädert aus. Theodor gähnte erneut, kratzte sich und schaute sich um.


    "Verschlafen, nein wir haben nicht...", sagte er und sein Blick viel auf den Wecker, "19:27 Uhr?!? Wir haben sehr lange geschlafen".


    Mühsam setzte sich Theo auf und rieb sich über das Gesicht. Er lehnte sich zu Teku rüber und küsste ihn zärtlich.


    "Guten Morgen erstmal, auch wenn es schon reichlich spät ist. Betrachte es pragmatisch, alles kommt wie es kommen soll. Das heißt, wir haben so lange geschlafen, weil wir den Schlaf gebraucht haben. Zudem haben wir uns rundum wohl gefühlt. Geradezu pudelwohl Teku und so fühle ich mich immer noch. Mach Dir keine Gedanken hörst Du? Die verlorene Zeit holen wir wieder auf, wir fahren einfach schneller als üblich. Los zieh Dich an, auch wenn ich die Aufforderung gerade bereue und los geht es", grinste von Laurenloff und kam seiner eigenen Aufforderung nach.


    Mit den Fingern kämmte er sich die Haare durch, strich sich über seinen Bart und beschloss, dass er rasiert genug war. Zudem wurde es bald dunkel, wen scherte da ein Bartschatten?


    "Du lernst gleich mein zweites heißes Geschoss neben Dir kennen, auf in die Tiefgarage", freute sich Theo und schnappte sich den Autoschlüssel.


    Theodor wartete bis Tekuro in seine Klamotten geschlüpft war, dann hakte er ihn unter und verließ mit ihm gemeinsam die Wohnung. Einige Aufzugfahrten später erreichten sie die Tiefgarage. Theodor marschierte schnurstracks auf ein Moto zu, dass aussah als wäre es im Abgrund entworfen worden. Theo öffnete es mit dem Pieper und die Türen entpuppen sich als Flügeltüren die nach oben hin aufschwagen. Von Laurenloff schwang sich hinter das Steuer und einige Sekunden später erwachte der Motor mit dumpfem, bedrohlichem Grollen zum Leben.


    "Steig ein! Das ist mein Yamaki GTX-R", grinste Theo von einem Ohr zum anderen.



    Yamaki GTX-R

    https://www.minpic.de/i/blsi/9mmj1

    https://www.minpic.de/i/blsj/c4lz5

    Theodor kuschelte sich an Teku und küsste ihn auf die Brust. Mit einer Hand zerrte er den Überzug von der Couch und deckte sie damit zu.


    "Das werden wir Teku, wir werden ihm ein wundervolles Nest bauen und ich werde ihm einen Kamsor schaffen. So ist es uralter Brauch und den Brauch behalte ich bei. Unser Kind wird geboren und ihm wird direkt ein Freund mit auf den Weg geben. Er wird nie allein sein Teku. Niemals. Es ist lange her, dass jemand über meinen Schlaf gewacht hat, sehr lange", antwortete Theo und mummelte sich bei Teku ein.

    Theo umarmte Tekuro so fest, dass er fühlte wie seine Knochen knackten.


    "Ich danke Dir von ganzem Herzen. Es wird ein Kind der Liebe sein, beten wir das Val das hinbekommt. Er muss einfach, er ist ein kluger Kerl. Dafür hüten wir ihn auch, sobald Miles fort ist. Ich lasse Dich in den Pfuhl kurz bevor Du abreist. Unser Sohn wird wissen, wer seine Eltern sind, dass heißt Du wirst ihn jederzeit sehen können und selbstverständlich auch hüten dürfen. Du kannst mir kein größeres Geschenk machen, außer vielleicht noch Dich selbst", antwortete Theo heiser und blinzelte die Tränen weg.

    "Du bist ein Untoter, wir beide können kein Kind zeugen lassen. Falls doch müsste Valerian einen Weg wissen. Du und ich, dass wäre mir die liebste Wahl für ein gemeinsames Kind. Ansonsten suche einen Dir extrem nahestehenden, lebenden Verwandten heraus. Darum geht es mir bei der Frage. Kurzum mit Dir ein Kind zu zeugen, falls es machbar sein sollte.


    Du hast das mit dem Pfuhl falsch verstanden. Sobald Du hier zu Gast bist, sollst Du Dich mit mir beschäftigen. Wir beide verbringen die Zeit miteinander. Wozu benötigst Du da einen Sklaven aus dem Pfuhl der Himmelslanze? Du hast doch mich. Was Du Zuhause machst und mit wem, dass ist Deine Wahl Teku. Ich schreibe Dir nichts vor, ich verbiete Dir auch nichts. Nur unsere gemeinsame Zeit sollst Du nicht mit Sklaven vergeuden. Darum geht es mir. Und richtig, hier möchte ich Dich nicht mit Gabad teilen. Mit Deinem Mann Belly, ist das etwas ganz anderes. Du liebst ihn, Du liebst mich, da ist Gefühl und pure Lust hinter. Aber ein Nichts hat in unserem Bett nichts zu suchen. Das kannst Du Dir jederzeit reinziehen, als Zwischenmahlzeit.


    Meine Eifersucht ist niedlich? Naja wenn Du das sagst, wird es stimmen", grinste Theo gut gelaunt.


    "Also ich halte Max und Patti für extrem eifersüchtig, sonst wären wir offiziell verheiratet. Aber ich frage nur Dich nach dem Kind und die beiden klammern wir da bitte aus. Sonst sind die wieder am rumzicken, dass geht die einen feuchten an. Sag ja", lachte Theodor.

    "Wie viel uns das bedeutet", korrigierte Theo Teku liebevoll, "und ich habe die Verschmelzung noch nie mit jemand anderem geteilt, genauso wenig wie die Worte ich liebe Dich".


    Theodor schmiegte sich in die Arme von Teku und umarmte ihn ebenfalls. So lagen sie nackt auf dem weichen Sofa und hielten sich, um ihre Verschmelzung ausklingen zu lassen. Theo schloss die Augen und machte es sich an Tekus Brust gemütlich.


    "Wegen dem Pfuhl habe ich Dich belogen. Ich könnte mir den Schlüssel aushändigen lassen und Dich hineinführen. Das habe ich bewusst nicht getan, da ich eifersüchtig war. Du solltest Dir dort keinen Gespielen aussuchen und mich verschmähen. Es tut mir leid, dass ich Dich belogen habe. Wer ist Dein nächster lebender Verwandter? Würdest Du mir sein Blut aushändigen? Du weißt wofür. So wären unsere Linien gekreuzt, sollte Val zustimmen", flüsterte Theo und presste sein Gesicht an Tekus Körper.



    "Kam früher sehr oft vor, dass sich zwei Magier derart liebten. Heutige Geistmagier können es ebenso, einen Verbund mit Körper und Geist eingehen", antwortete Theo Tekuro und räkelte sich willig.


    Teku genoss das Spiel mit seiner Zunge und seinen Lippen. Der Stachel von Teku war etwas besonders. Eine heiße Schönheit, vor allem da er durch die Augen der Liebe betrachtet wurde. Dick, heiß, prall mit schwingenden Juwelen versprach er pure Lust die er schon im Mund befriedigte. Er wollte ihn und wie sehr er ihn wollte. Das war kein Akt puren Vergnügens, die war eine Vereinigung auf allen Ebenen. Ein einziges Mal würden sie absolut zusammengehören und nichts würde sie trennen. Die vor Speichel glänzende Stachelspitze leuchtete rot und verlockend.


    Tekuro pflückte ihn regelrecht ab, was Theo nur zu gern über sich ergehen ließ. Der Tausch für den Genuss mit dem Mund würde sich mehr als lohnen. Teku schälte ihn aus der Kleidung, so dass sie beide nackt auf der Couch lagen, kein Stoff der sie störte und sich zwischen sie drängte. Nur sie beide, Körper auf Körper und Seele an Seele geschmiegt.


    Teku streichelte ihn mit dem gesamten Körper, zeigte ihm wie sehr er ihn liebte und begehrte. Wie groß das eigene Verlangen von Tekuro nach ihm war. Einen Augenblick später zog sich Teku zurück und ließ seine Zunge über seine Pforte tanzen. Sanft forderte Teku mit einem Finger Einlass, der ihm gewährt wurde. Er verharrte eine Weile und massierte Theo weiter, bis dieser offen vor ihm liegenblieb.


    Behutsam und zärtlich schob sich Teku in Theos Körper.

    "Das ist gut", gurrte Theodor leise und grub die Finger in den Stoff der Couch.


    Die Stößen von Teku ließen ihn vor Lust ächzen, so sanft wurde der Stachel vermutlich selten eingesetzt. Aber Tekuro stieß ihn nicht einfach, er liebte ihn. Er bewies Theodor, dass sie beide einander gehört. Theo versuchte sich zu beherrschen, dennoch konnte er ein Zucken seiner Muskeln nicht unterdrücken. Er spürte die Hände von Teku auf seinem Körper und die Seele des Vampir umschlungen in seiner eigenen. Mochte Teku sich sonst kalt anfühlen, seine Seele war warm und wohlig.


    Theo wisperte Tekuro Dinge zu, Dinge in einer fremden Sprache die dieser nicht verstand. Dennoch fühlte er ihre Bedeutung. Worte der Zuneigung, Worte der Liebe und des Vertrauens. Theodor drückte den Kopf auf die Couch, spannte die Muskeln an und ließ die Hüfte ganz leicht kreisen. Sein eigener "magischer" Tanz, den er nur für Teku aufführte.


    Für ein paar Sekunden verlor er die Beherrschung über seine Gefühle und Teku spürte wie sie gemeinsam in etwas fielen für das er nur das Wort Glück kannte.

    Theodor ließ den Kuss von Tekuro nicht unbeantwortet, sondern küsste ihn leidenschaftlich mit. Seine Hand wanderte dabei in den Schritt von Teku und knetete ihm den Stachel. Jenen Stachel, der ihn schon so oft zur Extase getrieben hatte. Die Worte von Teku waren eine innige Schelte die er verdient hatte. Nein man ließ Freunde nicht allein und so behandelte man keine Wächter. Bruno war bereit ihn zu beschützen, gleich was dies kostete, aber er konnte ihn vor Bruno beschützen? Der Kamsor war keine Bedrohung für ihn, er würde sich niemals gegen ihn wenden. Sie beide würden sich niemals schaden, sie waren verbunden. Genau das war es, was Theo schmerzte. Ein Band aus alter Zeit, Erinnerungen und uralten Illusionen. Davor hatte hatte er sich geschützt. Doch was konnte Bruno für Theodors Schmerz? Möglicherweise trug er den gleichen Schmerz im Herzen.


    Der Kuss von Theodor wurde fester und verlangender, seine Hand stahl sich in die Hose von Teku und umfasste den harten Stachel. Zärtlich fuhren seine Finger darüber, eine nonverbale Einladung. Zeitgleich ein Sehnen nach Vergessen, sich in dem einen Moment zu verlieren und all das was er gerade Tekuro und sich selbst versprochen hatte noch einen Moment zur Seite schieben zu können. Jedenfalls für einen winzigen Augenblick Glück ohne das was im Hintergrund auf Erledigung lauerte.


    Theo drückte seinen Mund auf Tekus Ohr.


    "Wir sind immer für einander da, gleich welche Meinung andere vertreten. Hat das was mit uns zu tun? Mit dem hier und jetzt? Im Moment bist Du hier bei mir, dass ist alles was zählt. Du hast Recht was meinen Wächter anbelangt. Er fügte mir Schmerzen zu, nicht bewusst, absichtlich oder gar körperlich. Nein allein ihn zu sehen schmerzt mich Teku. Ihn zu sehen weckt alte Erinnerungen von denen ich wusste, dass ich sie nicht zulassen sollte. Aber ist dem wirklich so? Und wer sagt mir, dass Bruno nicht das Gleiche empfindet wie ich? Anstatt ihn im Namen der Lehre von mich zu weisen, hätten wir einander beistehen sollen. So wie Du es mich so oft gelehrt hast, ganz ohne ein einziges Wort. Ich schulde ihm mehr als Respekt, Dankbarkeit und Freundschaft, ich schulde ihm eine Entschuldigung Teku.


    Die Angst vor einer Lüge und sei sie noch so hilfreich oder rettend gemeint, ist verständlich. Allerdings würde ich offen mit Val sprechen. Er liebt Dich Teku, er achtet Dich und er vertraut Dir. Das selbe Vertrauen setzt Du in ihn. Du weißt Dinge von ihm, die keine andere Person außer Miles weiß. Würde er Dich in der Sache belügen, wäre es so als würdest Du ihn in Sachen Miles belügen. Das er Dich belügt, glaube ich nicht Teku. Ansonsten hätte er Dir verschwiegen, dass der Klon ebenfalls eine Seele hat.


    Was die Seele angelangt, kann ich Dir eine Antwort aus dem Fachbereich Magie geben.

    Alles was lebt ist beseelt, aber nicht alles was lebt verfügt über ein Bewusstsein.


    Zum Thema Bluthexer und Blutmagier.

    Bluthexer bluten selbst und wirken Magie für andere.

    Blutmagier wirken Magie für sich selbst und lassen andere für sich bluten.


    Den Schlüssel zum Sklavenpfuhl bekomme ich erst noch Teku, noch kann ich Dich nicht hinein lassen, aber sobald es soweit ist, werde ich Dir bescheid sagen. Versprochen", raunte Theodor Tekuro ins Ohr.


    Theo rutschte ein Stück von Teku fort und brachte etwas Abstand zwischen sie beide. Einen Augenblick später griff er nach einem von Tekuros Beinen und warf ihn der Länge nach auf das Sofa. Die Couch fühlte sich unheimlich weich und bequem an. Im gleichen Augenblick war Theodor über Teku und lächelte auf den Mann herab, dem er seine Liebe gestanden hatte. Theodors Blick war derart intensiv dabei, dass Tekuro fast glaubte, er spürte erneut den Griff nach seiner Seele. Der Hauch einer Berührung tief in seinem Innersten wurde ergänzt durch einen erneuten Griff in seinen Schritt.


    "Ich hatte Dich doch vorhin um was gebeten", gurrte Theo und zerrte Teku die Hose von der Hüfte. Er streichelte Tekuros Stachel genüsslich bevor er sich über ihn beugte und ihn in den Mund nahm. Seine Hände fuhren unter Tekus Hintern und krallten sich in dessen stramme Backen, während er den harten Stachel von Teku lutschte.


    Einen Moment ließ er von ihm ab und starrte Tekuro in die Augen. Der Vampir fühlte seine Wahrnehmung verrutschen, so als wären seine Gefühle nicht mehr seine eigenen. Er spürte Lust, orgasmisches Verlangen nach seiner Berührung, den Wunsch von seinen Pranken gehalten und von seinem Stachel gepfählt zu werden. Das Sehnen nach seinen Stößen, das Bedürfnis die eigene Lust die Teku ihm bescherte hinausstöhnen zu dürfen. Theo legte den Kopf schief, schloss die Augen und das Gefühl brach ab, während der Stachel von Tekuro fest, fast schmerzhaft gelutscht wurde.

    Theo rempelte Tekuro liebevoll mit dem Hintern an.


    "Das war ein Scherz meinerseits Teku, ich weiß dass Du Patti und Max vermissen würdest. Du kannst im Pfuhl so viele Fotos machen wie Du möchtest und ich denke nicht, dass Du Val die Sklaven abkaufen musst. Ihr seid wie gesagt Brüder, Ihr könnt doch einfach tauschen. Oder er schenkt Dir den Wunschsklaven. Val mag vieles sein Teku, aber geizig war er noch nie.


    Bruno ist keine Spinne und er ist kein GMO, er ist ein Kamsor. So nennt man jene Wächterwesen aus unserem Haus die mit Essenzmagie geschaffen werden. Wurde ein Laurenloff geboren, so schuf sein Vater einen Kamsor, auf das er ihn durchs Leben begleite und ihm Schutz, Freund und Ratgeber war. Dazu wird ein Teil des Blutes von dem frisch geborenen Kind verwandt. Die Schaffung wird mit Blut besiegelt, ein Bund wird geknüpft, ein ewiges Band, ein Kreis wird damit geschlossen.


    Nun so ist es Brauch, dass der Beschützer mit seinem Schützling geht. Auf der anderen Seite muss sagen, gehört beide stets zusammen und ich habe Bruno Zuhause gelassen. Das habe ich bewusst getan, nicht um ihn zu verletzten oder ihm zu schaden. Sondern weil mich sein Anblick schmerzt, mich an alte bessere Zeiten erinnert und das Letzte was ich wollte ist mich erinnern. Ich lüge Dich gerade an... und mich selbst auch erneut oder immer noch...


    Nun auf den Punkt gebracht, ich soll mich nach der Lehre davon lösen, oder dieses Gefühl nicht an mich heranlassen. Das versuche ich und dann rede ich mir ein, dass ich es so möchte, da es gut für mich ist. Höre ich tatsächlich nur auf das was ich empfinde, kurzum handele ich gefühlsmäßig so, wie wenn ich Magie wirkte... dann wünsche ich mir manchmal nichts sehnlicher als mich an meine Familie zu erinnern. Wie ich mit Tilo durch die Gegend zog, wie mein Paps uns Magie lehrte und wir dabei manchmal lachten wie alberne Tölpel, wie meine Mutter versuchte uns etwas Ordnung beizubringen und es stets mit einem Kuss auf unsere Stirn aufgab, wie mein Bruder Thomas uns stets ermahnte wir sollten nicht ständig so albern im Unterricht sein und dann keine zwei Sekunden später selbst losprustete keinen Deut besser als wir. An all die Erlebnisse die wir teilten, möchte ich mich erinnern. Aber nicht einfach stumm, denn dann sind sie immer noch fort. Ich würde sie gerne jemandem erzählen, der versteht... für den winzigen Moment wären sie dann wieder da, wenn auch nur in meiner Erinnerung.


    Bruno ist ein Teil der Lehre über die Leere Teku, er wurde geschaffen durch Essenzmagie. Ein Großteil davon war der Teilaspekt Blutmagie. Mein Vater Thorsten schuf ihn für mich und gemeinsam mit Bruno verbrannten wir die Kamsor von meinem Paps, Thomas und Tilo. Im Grunde verbrannten wir damit die letzten lebenden Erinnerungen an sie, denn in den Adern der Kamsor floss ein Teil des Blutes meiner Familie. So wie in Brunos Adern ein Teil von meinem Blut fließt und ein Teil meiner restlichen Essenzen zu finden ist.


    Ich kann ihn nicht anschauen ohne die anderen zu vermissen, dabei vermisse ich sogar ihn. Und er? Nun er vermisst sie sicherlich genauso, vielleicht sogar mich. Ich weiß es nicht. Ich habe ihn nie gefragt, aus Angst vor der Antwort und dem was ich damit Tür und Tor öffnen würde.


    Aber Du hast Recht, vielleicht sollte man nicht alle Tore schließen, wie man manche nicht öffnen sollte. Der Lehre den Kopf waschen? Tja... wieso nicht. Wo ich nur noch übrig bin, wäre es an mir, sie umzuformen damit man mit ihr auch leben kann. Wenn nicht für mich, dann vielleicht für mein Kind, falls ich jemals eines haben werde und für Bruno. Denn gleich wie sehr ich meine Verantwortung zur Seite schiebe oder mich herausrede, ich bin für ihn verantwortlich so wie er für mich.


    Ich werde Deinen Rat beherzigen Teku, Danke dafür.


    Nur weil eine Person ruhig ist, ist sie noch lange nicht langweilig. Dein Boldi war so wie mein Richard. Ruhig, in sich selbst ruhend, er musste niemanden etwas beweisen. Er wusste wer er war und das hat ihm ausgereicht. Seine Seele lebt nun in einem Leviathan. Das ist unvorstellbar, aber ist es sein Leben Teku? Wenn Valerian Dir sagt, dass er ihn klonen kann, dann ist das so. Val ist im Labor absolut in seinem Element. Weshalb er überhaupt Richter wurde, nun keine Ahnung. Vermutlich auch so eine Ausgeburt seines Vaters.


    Es gibt viele hervorragende Genetiker, aber Valerian ist in dem Bereich wirklich Zuhause. Für ihn ist das seine Kunst, er liebt was er tut. Würde er nur schaffen was ihm am Herzen liegt, dann sähe die Welt wohl etwas anders aus. Nun einerseits wie in unserem Zoo und andererseits vielleicht auch sehr gefährlich. Er bekommt auf dem Gebiet Dinge hin, die für andere unüberwindbare Hürden sind. Schlicht weil er absolut in diesen Bahnen denkt. Er denkt sehr fremdartig, aber das tun wir für ihn auch. Ich möchte Dir damit sagen, wenn er Dir verspricht in reiner Güte Deinen Boldi zu retten, wird er alles daran setzen genau dies zu schaffen. Gleich wie hoch für ihn die Hürden sind. Er wird eine Lösung finden, das versichere ich Dir.


    Das Du die Seele des Klons nicht entfernen möchtest ist verständlich. Ich hätte es Dir angeboten, aber ich werde es nicht tun Tekuro. Aus dem einfachen Grund, selbst wenn Du es Dir wünscht würde das für immer etwas zwischen uns zerstören. Es wäre mehr als ein Seelenraub und dieser ist schon ein Gewaltakt sondergleichen für sich.


    Die meisten machen sich das nicht wirklich bewusst, denn Seelenraub ist die vollständige Vernichtung einer Person. Sprich seiner Ur-Essenz. So als hätte es diese Seele niemals gegeben. Eine Seele kann magisch entnommen und in einen anderen Körper transferiert werden. Dies ist möglich. Also Boldi könnte umziehen. Technisch ist es ebenso möglich über Maschinen die Hexenbretter heißen. Müßig zu erwähnen, dass sie allein der Besitz unter Androhung der Todesstrafe verboten ist.


    Sie wurden einst geschaffen, um der Unsterblichkeit näher zu kommen. Die Reichen und Schönen hätten sich klonen lassen und wären in den frischen Körper gezogen. Unsterblichkeit auf andere Weise. Da mit diesen Maschinen allerdings eine zeitlang auch grausames Schindluder getrieben wurde, wurden sie fast weltweit verboten und zerstört. Heutzutage gibt es noch einige wenige Hexenbretter. Wertvolle und extrem seltene Technik. Jene die mir bekannt sind stehen in Obenza, denn dort sind sie nicht verboten. Niemand fragt danach. Valerian besitzt zumindest eines, ich habe es schon gesehen. Die Maschine sieht allerdings nicht aus wie ein Brett, sondern nimmt fast einen ganzen Raum ein mit Kontrollpult und allem. Das tatsächliche "Hexenbrett" woher die Maschine ihren Namen hat, ist die mobile Bedieneinheit die wie ein großes, flaches Com aussieht. Drum Hexenbrett, weil Du es darüber steuerst.


    Ich kann gerne mit Valerian für Dich und Boldi reden und ich nehme Dein Angebot an. Falls Du magst, kannst Du mich nach Hause begleiten. Einmaliges Angebot, falls Du keine Angst vor Spinnen hast. Wir haben einige im Keller, bisschen größer als üblich", grinste Theo und schmiegte sich an Tekuro.


    "Danke für alles", flüsterte er leise.

    Theodor setzte sich so, dass er einen Arm um Tekuros Hüfte legen konnte, während sie sich ihre privaten Bilder zeigten. Zeitgleich berührten sie sich so Flanke an Flanke, was ein sehr angenehmes Gefühl war.


    "Wo fange ich mal an. Zuerst einmal Danke für das entgegengebrachte Vertrauen. Es schmerzt mich für Dich, dass Du auf die gleiche Weise wie ich Deinen Bruder verloren hast. Nun meine Brüder wurden zwar keine Vampire, aber meine Familie starb bei einem Schiffsabsturz und sie dann bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das ich an dem Tag nicht mitgeflogen bin, lag daran dass ich kotzend im Bett lag. Kurzum ich konnte weder von vorne noch von hinten was halten, mir ging es extrem dreckig und das hat mir das Leben gerettet. Wie grausam es ist bei lebendigem Leib zu verbrennen, weiß ich aus eigener Erfahrung. Stirbt ein Familienangehöriger, so wird er den Flammen und damit der Lehre übergeben. Selbstverständlich stirbt sein Beschützer nicht ebenfalls. Aber da sie einen Blutbund eingegangen sind, wird er seinen Schützling in den Tod begleiten. Das heißt, während der Leichnam des Verstorbenen auf dem Scheiterhaufen liegt, setzt sich der Beschützer auf seinen ehemaligen Schützling und verbrennt mit ihm. Der eine ist schon tot Tekuro, der andere stirbt durch die Flammen. Manche sterben trotz aller Qual schweigend. Andere... nun Du vergisst diese Schreie niemals.


    Als ich noch jung war, wirklich ein Junge, ein Backfisch hat es einige mehr von uns gegeben. Heute gibt es nur noch mich. Ich empfinde nichts für Frauen Teku, keine Frau hat mich je gereizt. Auch wenn ich ihnen nicht feindlich gegenüber stehe wie Miles es tut, regt sich bei mir nichts. Es gibt keine Frau, bei der ich zweimal hinschauen würde. Wäre ich mit einer Frau befreundet, nehme ich sie als Neutrum war, eine geschlechtlose Person. Auf den Punkt gebracht, ich bekomme bei keiner Frau einen hoch, da reizt mich nichts. Bei Männern sieht die Sache völlig anders aus. Es bedarf allerdings auch keines persönlichen Kontakts, um eine Frau zu schwängern.


    Wie Du es handhabst, was Deine Kinder angeht finde ich schwer in Ordnung. Niemand sollte zu irgendetwas gezwungen werden. Aber selbst Personen wie wir, die der Lehre anhängen und weitgehend jegliche Normen und Zwänge ablehnen unterliegen doch unseren ganz persönlichen Zwängen. Aber wem sage ich das? Lebst Du die Normen und Regeln anderer? Nein, das tust Du nicht. Aber Du lebst nach Deinen eigenen Gesetzen Teku und das ist gut so.


    Danke für die lieben Worte bezüglich meiner Familie, es tut gut mit jemanden zu sprechen der mich versteht und der sich nicht abwendet. Möglicherweise wären auch andere dazu bereit zuzuhören, nur war ich nicht bereit zu sprechen. Aus Angst, aus Scham und aus dem Gefühl heraus, dass ich ihnen nicht soweit vertraue. Immerhin ist eine Offenbarung und ein Bruch der Dogmen nichts, was man für einen Kaffeeplausch auf den Tisch bringt.


    Bei Dir ist es etwas anderes, Du weinst heute noch um Deinen verlorenen Bruder. Ich wünschte ich hätte um meine Familie weinen können. Eines Tages werde ich das vielleicht, wer weiß. Gleich was die Dogmen sagen. Denn im Grunde wären die Lehre nach ihrer eigenen Lehre ebenso nicht zu beachten. Welches Dogma wenn es keine Dogmen geben soll? Nun das wird zu kopflastig, scheißen wir drauf", antwortete Theodor und zog Tekuro ein Stück näher zu sich heran, wobei näher kaum noch ging.


    "Valerian sieht Dich mit anderen Augen, Du bist sein Bruder. Genau deshalb hat er Dich ins Vertrauen gezogen. Weder er, Du noch ich sprechen leichtfertig über solche intimen und privaten Dinge. Man kann diesem Mann mit allen kommen, er wird sich zu wehren wissen. Er wird kämpfen, so wie er es immer getan hat. Sogar dann, wo kein Kampf notwendig war. Aber Miles ist etwas anderes, ohne Miles ist er wie ein kopfloses Huhn. Entschuldige dass ich das sage, aber es ist die Wahrheit. Es ist nicht so, dass Miles ihm alles vorgibt und Valerian setzt es um. Nein Val hat manche Ideen oder auch Pläne, von denen Miles gehofft hat, er hätte sie besser nicht geschmiedet. Val benötigt allein schon die Anwesenheit seines Mannes um sich wohl zu fühlen.


    Miles ist da, damit fühlt er sich geliebt, geborgen und sicher. Miles hat ihn vor seinem Vater beschützt so gut es ging. Das wiederum weiß ich von Miles, da Valerian offen nie schlecht über seinen Vater spricht. Höre Dir an wie Val ihn beschreibt. Höre Dir an wen Miles da beschreibt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Beschreibungen und in dem Fall glaube ich Miles. Val beschreibt dort eine Person, die er sich als Vater gewünscht hätte. Oder wie dieser Mann vielleicht einst gewesen ist, vor sehr langer Zeit.


    Drum müssen wir auf Valerian ein Auge haben, sobald Miles auf Entzug in der Klinik ist. Das ist zwar dann allein mein Job, aber ich wäre froh, wenn Du mich als sein Bester unterstützen würdest. Und was Patti angeht, dem müssen wir die Hirnstreben gerade ziehen, wie man so schön sagt. Er darf Miles nicht wieder auf die Katze ziehen, gleich wie sehr er bettelt, gleich was Miles selbst verlangt oder was Patti für das Richtige hält. Der Mann bringt sich mit dem Zeug um. Sind wir da mal ganz ehrlich. Und wie das ausgeht, wenn Miles nicht mehr da wäre, wissen wir beide. Val wird sich seine Waffe in den Schlund stopfen und den Abzug durchreißen. Oder glaubst Du, er bleibt nur eine Sekunde länger als nötig, ohne seinen Mann? Ich glaube es nicht, aber ich hoffe es inständig für Jeremy.


    Wobei das auch so eine Diskrepanz ist. Wäre Val fort, würde Miles nicht bleiben. Das hat er einst eindeutig gesagt. Ist er fort, verlangt er allerdings, dass Val bleibt und weiter lebt. Denn wofür beschützt er ihn sonst? Die beiden sind manchmal echt niedlich und im nächsten Moment zwei Vollpfosten die sich gefunden haben. Drum ich weiß schon wie das die ersten Tage laufen wird. Weder Val noch Miles werden schlafen können und jeder will den anderen anrufen. Das wäre noch erträglich, kann aber auch anders laufen. Ich hoffe Valerian nimmt sich für die Zeit nicht frei, dann tigert er durch die Lanze. Die Angestellten werden Spaß haben", lachte Theo, küsste Tekuro und betrachtete die gezeigten Bilder.


    "Pass auf, Du musst mir aber versprechen den Mund zu halten. Sobald Miles auf Entzug ist und ich die Generalschlüsselvollmacht habe, zeige ich Dir die Sklaven, abgemacht? Ich lasse Dich in den Pfuhl und Du kannst Dich umschauen. So habe ich leider selbst keinen Zugriff auf die Sklaven, denn Miles ist da der Schlüsselverwalter.


    Was das ewige Leben angeht, vielleicht hatte Boldi schlichtweg Angst davor? Oder Angst auf ewig in einem alten Körper gefangen zu sein? Du hättest ihn doch gebrechlich konserviert oder durch Deinen Biss? Wo liegt Boldi? Möchtest Du ihn aufsuchen? Bezogen auf das Kind, weiß ich Dein Angebot und Deine Hilfe zu schätzen.


    Einige hübsche Sklaven, wobei ich zu feminine Männer nicht reizvoll finde. Patti hält da gekonnt die Waage, ich vermute er wird von fast allen als anziehend empfunden - männlich wie weiblich. Du hast auch jene in den Reihen, die andere schon entsorgt hätten. Sagen wir mal die unliebsamen und scheinbar hässlichen Geschöpfe.


    Das sagt viel über Dich aus. Mein Beschützer, Bruno", sagte Theodor und zeigte Tekuro ein Bild.


    Bruno

    https://www.minpic.de/i/blmc/l7viw


    "Nun ich darf nicht Dein Ehemann sein Tekuro, Dein Mann schon. Ich könnte jetzt dreist sagen, wieso sollte ich Dich aufgeben? Zu verlieren hast nur Du etwas. Im schlimmsten Fall fühlen sich Patrice und Maximilien betrogen. Schert mich das? Sollte ich auf die beiden Rücksicht nehmen? Was habe ich mit denen zu tun? Nichts. Was gehen mich deren Gefühle an? Nichts. Werde ich also weichen? Nein. Für mich gibt es überhaupt keinen Grund auf Dich zu verzichten. Und sollten die beiden frustriert das Weite suchen, gute Reise Freunde. Dann gehörst Du mir allein... gut mit Belly", lachte Theodor.

    26.02.1080 - Charbogen-Ergänzung:

    - Theodor zeigt Tekuro seine Familie auf dem Com


    Notfallplan Naridien, Kapitel 71 - Antwort auf Antrag

    Link:

    RE: Kapitel 71 - Antwort auf Antrag



    ..."Meine Familie bestand aus meinem Vater.... Thorsten, meiner Mutter Odilia, meinem jüngeren Bruder Tilo und meinem älteren Bruder Thomas", erklärte Theo stockend und räusperte sich. Er rief ein Bild auf dem Com auf und zeigte es Tekuro.


    "Tilo sein Fund Forser, mein kleiner Bruder".

    https://www.minpic.de/i/blm1/10aimn


    "Thomas, mein großer Bruder".

    https://www.minpic.de/i/blm2/13lqx9


    "Thorsten, mein Paps".

    https://www.minpic.de/i/bk7l/it6oo


    "Von meiner Mutter gibt es keine Bilder und von meinem Vater habe ich das Gemälde abfotografiert. Auf den anderen Bildern sieht man ihm an wie fertig er war", sagte Theodor und zeigte Tekuro nacheinander die Bilder.




    ****

    Theodor nickt beruhigt und küsste Tekuro auf den Mund.


    "Du darst meine Familie sehen Tekuro, ich hoffe Du verstehst die Bedeutung dahinter. Ich spreche sonst nicht über sie, ich schaue sie nur an, wenn es für mich unerträglich wird und ich nenne sie nicht beim Namen. Das wäre so, als versuche ich sie festzuhalten, dabei sind sie längst nicht mehr hier. Man sollte die jenigen ziehen lassen, aber kann man das? Der Verlust bleibt bestehen und er wird nicht einfacher zu ertragen, indem man versucht alles hinzunehmen. Manche Dinge kann man nicht hinnehmen, sondern nur stoisch ertragen. Wobei das vielleicht am Ende auf das Gleiche hinaus läuft. Wie dem auch sei, heute breche ich ein Dogma der Lehre und ich breche es bewusst für Dich und dafür was Du mir bedeutest Teku.


    Aber vorher mal eine Frage, wie kommst Du darauf, dass ich Dich verlasse? Ich fahre nur heim und ich komme wieder. Ich muss mit dem letzten Mitglied meiner Familie sprechen, dass noch lebt. Dabei handelt es sich um meinen Beschützer, namens Bruno.


    Zum Thema Miles, da könnte ich ja fast blöde grinsen. Hast Du mal unter Miles gelegen? Generell ist er ziemlich umgänglich und ihn stresst fast nichts. Bis auf Dinge die wirklich gefährlich sind, nimmt er das Leben locker. Es macht Spaß mit ihm abzuhängen und es macht Spaß mit ihm auf der Matte. Er hält seinen Mann dahingehend oft ziemlich auf Trab. Du würdest sagen er hat großen Hunger, dass liegt allerdings an mehreren Faktoren.


    Erstens hat er Hunger, wie Du, ich oder vielleicht Patti. Dann hat er das ständige Bedürfnis, andere tatsächlich zu fühlen. Seinen Mann Val im Besonderen, andere auch. Das liegt daran, dass er mit den Händen nichts fühlt, also versucht er das auszugleichen. Der nächste Punkt ist, er wirft sich mehrfach am Tag verwirrte Katzen ein. Das ist eine Droge, die Dir ein sonniges Gemüt beschert und Dich jeden Genuss doppelt und dreifach erleben lässt. Die Katzen nimmt er zu den Schmerzmitteln und gegen seine dollen fünf Minuten, wo er meint er ist nur noch ein Klumpen Fleisch. Das bleibt unter uns, das habe ich Dir niemals gesagt in Ordnung? Du hast den Mann noch nicht nackt gesehen, aber er hat einiges verloren. Also nicht alles was ihn wie einen tollen Hengst erscheinen lässt, ist wirklich toll. Er ist ein guter und sehr lieber Mann, er liebt Val über alles und genau deshalb sieht er so aus Tekuro. Er hat sich im wahrsten Sinne des Wortes für ihn in Stücke reißen lassen. Nicht die Augen mit denen er Dich anschaut sind noch echt, sondern Kybernetik. Er leidet unter permanenten Schmerzen.


    Im März wird er auf Entzug gehen, er wird medikamentös neu eingestellt, jedenfalls was die Schmerzmittel angeht. Die Katze muss er loswerden. Seine Medikamente gegen Abstoßreaktionen wird er ein Leben lang nehmen müssen. Du siehst ihn oft schmunzeln oder auch lachen, aber wie sagte er mal? Er lacht, weil es zum heulen nicht mehr reicht.


    Ich habe ihn damals gesehen Teku, als er zerstört auf Valerian lag nach dem Bombenattentat im Büro. Davon hatte ich Dir einst erzählt, als Dorian Patti und Miles entführte. Das wird die beiden extrem verbinden.


    Das war damals so. Miles zu entführen ist nicht leicht. Aber ich weiß wie er zu Dorian stand, er sah ihn als Freund. Das muss Dorian ausgenutzt haben, sonst hätte er ihn bei einem Angriff gegrillt. Miles hat fast eine deckungsgleiche Aufwertung wie die Schock-Konstabler, die Armaufwertungen sind mit V5-Hochspannungswaffen ausgerüstet. Das heißt, er kann seine Hände unter Hochspannung setzen und jemanden damit tensen also einen Stromschlag verpassen wie mit einem Taser. Oder er kann damit auch töten.


    Zudem ist er hochgradig ausgebildet in zig Kampfsportarten, schon seit Kindertagen. Das hat er mir mal im Training erzählt. Valerians Vater ließ Val und ihn gemeinsam ausbilden. Wo man üblicherweise das Training abbricht und sagt, es geht morgen weiter, bestand Servatio darauf, dass sie weiter trainieren. Quasi so lange der Gegner noch atmet, kannst Du nicht auf Deinem Arsch sitzen bleiben. Ansonsten macht er Dir Beine. Sie wurden auch im Umgang mit allen Waffen-, Fahrzeug- und Fluggerätgattungen ausgebildet. Soweit ich weiß war Servatio ein Militaria härtester Sorte. Gib den beiden eine Waffe in die Hand und sie wissen damit umzugehen. Er hat seine Kinder bis ins Extreme gedrillt.


    Unter der Hand war der Vater wohl ein extremer Spinner, vor allem was seine Ansichten anging. Val wurde als Kind mal angeschossen und seit dem hatte sein Alter derart eine Schraube locker, dass er ihn und Miles wie seine Elitesoldaten ausbildete. Vermutlich war er zu den Soldaten geschmeidiger. Er hat sie mal in die unteren Gefilde von Obenza abgekippt. Ihr wisst wie man überlebt, findet den Weg zurück nach oben. Das haben die beiden, aber die Frage ist wie.


    Miles hat mir das erzählt, wie er fast alles erzählt. Rauchend und mit einem freundlichen Lächeln, aber in seinen Augen habe ich gesehen, dass er vor Wut am liebsten gekotzt hätte. Er war nur Milimeter davon entfernt zu explodieren, aber die Wut galt nicht mir und so kratzte er zwar am Rand lang, behielt aber die Beherrschung. Was immer dort unten geschehen ist, dass hat ihm gewaltig mitgenommen.


    Und auch so hat er einiges eingesteckt. Also in der Zeit wo ich hier arbeite, nicht nur den Unfall wo er fast umkam. Falls Du ihn je nackt siehst, er hat zig Schussverletzungen und eine Narbe über dem Bauch, wo er für Val ein Messer abgefangen hat. Der Kerl ist echt die Härte. Bei dem Detonatoranschlag auf Val, hat er Val geschützt und sich über ihn geworfen.


    Val... wir alle dachten er wäre tot.
    Aber er war nicht tot.
    Nicht ganz.


    Das Bild werde ich nie vergessen Teku. Valerian lag rücklings auf dem Boden, Miles auf ihm, um ihn abzuschirmen. Mit dem Oberkörper über dessen Gesicht, so dass Val nichts abbekommt. Die Detonation hat ihm die Arme und Beine zerfetzt. Sein Rücken war... offen, Du hast seine Rippen von oben gesehen. Seine Augen waren weg, nur noch blutige leere Höhlen, sein restliches Gesicht rot-schwarz. Er war nur noch ein blutender, zerfetzter Torso und ihm lief hellrotes Blut aus dem Mund und der Nase, dass Du wusstest seine inneren Organe waren schwer verletzt.


    Valerian kroch unter ihm hervor, durchnässt von dem Blut seines Mannes und leistete Erste Hilfe. Ich dachte er ist verrückt geworden. Guck Dir Miles an, da ist nichts mehr zu machen, wollte ich ihn anschreien. Aber ich hielt den Mund, der Blick von Val war eindeutig. Ein Wort... ein einziges falsches Wort...


    Und mitten in dem zerstörten Büro in dem die Bombe eingeschlagen hatte und wir anderen alle den Atem anhielten, versuchte Miles mit einer offenen Kehle aus der blutige Blasen austraten nach Luft zu schnappen. Ich weiß das Val schlagartig ein Com in der Hand hatte, Miles schulterte und den Sanis entgegenrannte.


    Miles kam in die Spezialsklinik in der die Schock-Konstabler aufgewertet und medizinisch betreut werden. Das ist eine Spezialeinheit Naridiens. Also Du kommst so nicht an deren Aufwertungen oder an die Mediziner. Val kam dran, frag nicht was er dafür bezahlt haben muss. Ich dachte nicht, dass ich Miles je wieder sehen würde. Aber er kämpfte, beim Ältesten, wie er kämpfte... und er überlebte.


    Die Entführung und alles was Patti und Miles zusammen erlebt haben, verbindet sie Teku. Er sieht Patti nicht nur als Freund, er beschützt ihn und glaube mir, dass heißt etwas. Miles Schutz kann manchmal sogar recht lästig werden. Du dürftest ihn verstehen, Du bist auch eine derartige Klette. Drum Du kannst Patti in seiner Obhut belassen, Du musst keine Angst haben dass ihm etwas bei Miles geschieht. Da müssten schon echt schwere Geschütze aufgefahren werden.


    Nun zu uns... mir oder besser gesagt meiner Familie", erklärte Thedor und zückte sein Com.


    "Meine Familie bestand aus meinem Vater.... Thorsten, meiner Mutter Odilia, meinem jüngeren Bruder Tilo und meinem älteren Bruder Thomas", erklärte Theo stockend und räusperte sich. Er rief ein Bild auf dem Com auf und zeigte es Tekuro.


    "Tilo sein Hund Forser, mein kleiner Bruder".

    https://www.minpic.de/i/blm1/10aimn


    "Thomas, mein großer Bruder".

    https://www.minpic.de/i/blm2/13lqx9


    "Thorsten, mein Paps".

    https://www.minpic.de/i/bk7l/it6oo


    "Von meiner Mutter gibt es keine Bilder und von meinem Vater habe ich das Gemälde abfotografiert. Auf den anderen Bildern sieht man ihm an wie fertig er war", sagte Theodor und zeigte Tekuro nacheinander die Bilder.

    Theodor dachte über Tekuros Worte nach und schüttelte leicht den Kopf.


    "Darauf kann ich Dir jetzt nicht antworten, da ich es nicht weiß. Ich habe keine Antwort für Dich. Ich muss mit einem Vertrauten darüber sprechen und zwar Zuhause. Du kennst ihn nicht, er wird Rat wissen.


    Du sagst eine Änderung ist möglich und ich soll die beiden überzeugen. Womit? Ich bin wer und was ich bin, ebenso wie Du Tekuro. Ich habe ja nicht mal die schlichteste Aufgabe hinbekommen die von mir erwartet wird. Sogar Miles hat sie hinbekommen und das sogar mit seinem Mann. Nun Valerian hat sich für ein Kind entschieden und er hat seine Entscheidung umgesetzt.


    Möglicherweise denke ich in allen Belangen in zu einseitigen Bahnen und sollte selbst neue Wege beschreiten. So neu ist der Weg allerdings nicht den Valerian beschritten hat. Im Grunde ist er uralt, siehe Nicodemus. Ein Kind geschaffen wieder der Natur mit jenen Mächten die seinem Vater Indutiomarus zur Verfügung gestanden haben. Der Wunsch ist uralt, die Umsetzung ist uralt, die Technik die Valerian genutzt hat entspricht unserer heutigen Technik und hat nichts mit Magie zu tun. Ich sollte ihn um Hilfe bitten.


    Was die Überzeugung angeht, gibt es vielleicht auch einen Weg der uralt und neu zugleich ist. Allerdings weiß ich nicht, wie Patrice und Maximilien denken oder was sie überzeugen könnte. Dazu müsste ich sie kennenlernen. Einerseits würde ich antworten, dass lohnt sich eh nicht. Das ist verschwendete Zeit, da sie mit mir nichts zu tun haben möchten. Auf der anderen Seite sind Patrice und Maximilien unerheblich dabei, denn es wäre eine Investition in uns beide. Sie sind nur Mittel zum Zweck, es reicht ihre Zustimmung um mehr muss es nicht gehen. Es könnte, es muss aber nicht. Nicht wahr? Ja so ist es.


    In einem Jahr oder zwei? Meine Güte wie weit planst Du vor? Ich habe nicht mal Futter im Kühlschrank für ein oder zwei Tage! Ich kaufe jeden Tag das ein, was ich benötige. Nun in der Sache haben wir eine andere Einstellung, wobei meine... unsere uns nicht gerade weit gebracht hat. Weder damals noch heute. Mit wir meine ich meine Familie. Möchtest Du... sie sehen? Ich habe das noch niemanden gefragt, also möchtest Du?", fragte Theodor liebevoll.