Beiträge von Edwin Everfurth

    Nicht nur Tekuro war froh und erleichtert über Garlyns Entscheidung, sondern Miles ging es ganz genauso. Auch Theodor schien sich über die Entscheidung des Hynen zu freuen. Eddy grinste von einem Ohr zum anderen, weshalb er sich freute war klar - Garlyn hatte eine Familie gefunden, wo er vorher allein durchs Leben ziehen musste. Er erhoffte sich für seinen Schatz, dass er in der Familie all dass finden würde, was er bis dato schmerzlich vermisst hatte. Edwin legte Garlyn einen Arm um die Hüfte, sagte aber nichts weiter. Er hatte kein Stimmrecht, er war schlicht die Begleitung von Meqdarhan und die seelische Unterstützung.


    Das was Dorian und Richard auf die Beine gestellt hatten, hätte er den beiden Bücherwürmern gar nicht zugetraut. Umso erstaunter und glücklicher war er über den Ausgang. Und es bewies erneut, stille Wasser waren tief.

    "Absolut, zuerst die Sippe und alles weitere klären wir später in Ruhe Garlyn. Wir haben dabei so viel zu bedenken, dafür müssen wir uns die passende Zeit nehmen. Die gleiche Zeit und Aufmerksamkeit verdient die neue Sippe. Die neue Sippe wäre zudem auch ein Schritt, den wir in unseren Überlegungen berücksichtigen sollten und zwar ein sehr guter. Ab zurück in die Strandbar oder sollte ich sagen zurück in die Höhle der Schlangen?", schmunzelte Eddy und strich Garlyn mit stählernen Fingern durch die Haare. Er spürte die Geste nicht mehr, aber er fühlte die Bedeutung und Garlyn ebenso.


    Eddy ergriff die Hand von seinem Schatz und gemeinsam kehrten sie in die Winterbar zurück.

    Eddy folgte Garlyn nach draußen und ließ sich nur allzu gerne in die Arme schließen und von seinem Schatz halten. Er wartete einen winzigen Moment, ehe er Garlyn ebenfalls fest an sich drückte und sich dabei an seinen Hünen presste.


    "Deine Bedenken sind richtig Garlyn und ich werde auch nichts beschönigen. Aber wie immer antworte ich Dir ehrlich. Schock-Konstabler bin zur Zeit nur ich und Du noch nicht. Du möchtest einer werden. Genauso gut könnten wir intern bei der Sicherheit arbeiten, also direkt in der Lanze. Miles würde Dir das niemals verwehren. Ob ich mein altes Leben so ohne Weiteres aufgeben könnte? Ich weiß es nicht. Aber die Souvagner hatten mir genau das aufgezwungen und ich war froh, dass ich es gepackt habe. Es ist das eine einem Feind im Gefecht ins Auge zu blicken und die Fähigkeiten entscheiden darüber wer das Schlachtfeld lebend verlässt. Es ist aber eine ganz andere Sache festgeschnallt auf einem Stuhl zu sitzen und Ärzten machtlos ausgeliefert zu sein.


    Sie haben mich nicht mal gehasst Garlyn, es war wesentlich schlimmer, ich war ihnen völlig gleichgültig. Sie sahen in mir nicht mal mehr einen Menschen oder ein Lebewesen. Sie sahen in mir ein Gerät dass Informationen gespeichert hat, an die sie herankommen wollten. Wenn man es dazu aufschrauben muss, dann tun sie es. Und Garlyn sie taten es. Die einzige Sorge galt der Sicherheit uns Extrahierung der Daten. Das Drumherum war ihnen gleich. Ich war dieses Drumherum um mein Interkom Garlyn.


    Und in all dem Grauen dass ich manchmal vor Augen sehe, sehe ich nicht einmal diese Ärzte, sondern ich sehe ihn - den Bluthexer der alles auslöschte was für mich jemals Familie gewesen ist. Familie Garlyn.


    Du bist seid jeher Soldat. Du hast für so viele Seiten gekämpft, dass Du sie vermutlich schon gar nicht mehr zählen kannst.

    Aber für eine einzige Seite hast Du nie gekämpft, für Dich selbst Schatz.


    Also bevor Du all das ablehnst, frage Dich ganz tief im Herzen ob Du Dir eine eigene Familie und ein Kind wünscht. Beantwortest Du das mit ja, finden wir einen Weg es möglich zu machen und ihm einen Platz in unserem Leben zu schaffen. Das Kind muss sich nicht uns anpassen Garlyn, sondern wir dem Kind, sollten wir uns dazu entschließen.


    Das ist eine gewaltige Entscheidung, dass weiß ich. Wir müssen sie nicht heute treffen und schon gar nicht hier. Zuhause in unserem kleinen Nest, gemütlich im Bett liegend wo wir vor uns hinträumen oder motzen können, da sollten wir drüber sprechen und dann entscheiden. Ganz ehrlich? Stelle ich mir vor ein Kind mit Dir zu haben, dann macht mir das gewaltig Angst, zeitgleich empfinde ich eine Freude die ich nicht beschreiben kann. Stelle ich mir vor die Konstabler für immer zu verlassen, macht mir das ebenfalls Angst. Aber wäre mein Leben wirklich so anders? Oder gäbe es eine gute, realisierbare Alternative in der Lanze und bei Valerian? Das müsste ich mit Miles besprechen.


    Kurzum wäge das für und wider ab Schatz, falls Du Dir noch nicht sicher bist. Solltest Du absolut keine Kinder wollen und Dir wünschen weiterhin ein Ghul zu sein, dann ist das Dein gutes Recht. Aber schlaf zumindest eine Nacht drüber und denk in einer stillen, gemütlichen Stunde darüber nach. In meinen Augen ist dieses Angebot zu gewaltig, um es einfach vom Tisch zu wischen. Bedenke das bitte", bat Eddy und küsste Garlyn voller Liebe.

    Edwins Hand schloss sich fest um die von Garlyn und genauso fest erwiderte er den Kuss. Seine Ansicht war jedoch eine völlig andere, eine lebensbejahende Antwort.


    "Tekuro und Horatio haben Recht, was Deine Familie angeht. Du benötigst dazu heutzutage keine Frau mehr. Alles was Du benötigst ist lebendiges Blut, das Blut eines Lebenden. Du könntest mit einer Blutspende hunderte Kinder zeugen lassen. Falls Valerian Dir dabei helfen möchte. Wobei er Dir und Miles helfen würde. Du könntest allein Kinder haben. Garlyn, Du könntest auf dem Weg sogar Kinder mit mir haben!


    Falls Du keinen Tank wünscht, wünsche Dir eine Sklavin. Dafür musst Du Dich auch mit keiner Frau einlassen. Du lässt Dich mit mir ein und zwar mit Gummi. Dann hast Du was Du benötigst.


    Wann wurde Kazrar das Geschenk unterbreitet? Der Mann war doch schon einmal in der Lanze. Wie alt ist er? Falls Du ab dato weiter alters wie gewöhnlich, zeuge Kinder und lass Dich dann von Tekuro beißen. Das wäre mein Vorschlag, aber wirf eine eigene Familie nicht weg. Ich wäre dafür dass wir beide es gemeinsam versuchen, falls Du Dich damit anfreunden kannst", schlug Eddy vor.

    Eddy strich mit dem Finger über Garlyns Bauch und malte die nicht vorhandene Narbe nach.


    "Kann man einen Schatten leiden lassen und kann man ihn einsperren? Ich meine vielleicht sollten wir das Miststück aufheben, bis uns etwas Gutes für ihn eingefallen ist. So wäre er haps einfach verschwunden. Das klingt mir nicht nach einer Bestrafung Garlyn. Es muss doch Mittel und Wege geben, auch einem Schatten etwas anzutun. Und bis dato müssten wir ihn in ein Gefäß stopfen", schlug Eddy vor.

    Edwin fühlte sich bei der Erklärung so, als säße er wieder in Souvagne auf diesem Stuhl des Abgrunds, während man in seinen Gedanken herumstocherte.


    "Und dieses gelbe Schwein lebt noch? Nein Davard, Du wirst ihn nicht holen. Du holst ihn bitte einfach nur her. Das ist ausreichend, gemeinsam werden Garlyn und ich ihm erklären, was wir von ihm halten. Er wird das gleiche Schicksal erleiden. Wir werden ihn voller Medikamente pumpen, etwas dass dieses Miststück wachhält. Dann weiden wir ihn aus und strangulieren ihn mit seinen eigenen Gedärmen und zwar bei vollem Bewusstsein", knurrte Eddy und ergriff Garlyns Hand so fest, als wäre dies Jozo den er erwürgen wollte.

    Willkommen 1080 n.d.A. - Garlyn und Eddy



    Eddy saß auf der Couch und schaute den anderen gut gelaunt beim Tanzen zu, als ihm jemand eine Hand vor die Nase hielt.


    "Darf ich bitten?", grinste Garlyn ihn an.
    "Aber hallo, schick... um nicht zu sagen bombig. Du siehst einfach umwerfend aus", freute sich Eddy.


    Er umrundete einmal Meqdarhan und blieb ganz nah vor ihm stehen. Zärtlich streichelte er ihn einmal unter dem Kinn, ehe er Garlyn die Krawatte richtete und das Hemd wieder ordentlich darüber faltete. Garlyn strich die Krawatte über Eddys Brust glatt und kraulte ihm den Bauch lang runter.


    "Du siehst scharf aus", flüsterte Garlyn grinsend.
    "Der Anzug hat ein Vermögen gekostet, 3.000 Taler Schatz, die Schuhe haben 500 Taler gekostet, das Hemd auch, die Krawatte kam 250 Taler - ist reine Seide", flüsterte Edwin Garlyn ins Ohr.


    "Aber sie ist nicht rot", flüsterte Garlyn kichernd.
    "Blau oder schwarze Krawatten passen zu diesem Anzug. Ich dachte mir, wenn ich mich schon lecker für Dich verpacke, damit Du mich nachher aus den Klamotten schälen darfst, muss Dir auch die Krawatte gefallen. Krawatten gehören zu den Accessories, so heißen solche kleinen Dinge habe ich gestern gelernt", raunte Eddy Garlyn ins Ohr und küsste dann drauf.


    "Oha, woher weiß mein kleiner Liebling sowas?", schnurrte Garlyn zurück und umarmte Eddy zum Tanzen.
    "Theodor hat mich als Modeberater aufgeklärt. Ich wollte eigentlich was Leckeres für drunter kaufen. Aber er sagte, wenn man sich heiß verpackt, dann ganz. Das erste heiße ist der Anzug. Drunter ist zweite Garnitur, dass siehst Du erst, wenn ich Dich überzeugt hab. Meine Aufmachung muss Dich umhauen, sonst guckst Du Dir die zweite Garnitur vielleicht gar nicht an", flüsterte Eddy seinem Schatz zu und drückte Garlyn beim Tanzen an sich.


    "Dein Modeberater weiß viel aber nicht alles. Du hast keine zweite Garnitur nötig", antwortete Garlyn und schmiegte sich beim Tanzen an Edwin.
    "Stimmt, aber sowas muss er nicht wissen. Reicht wenn ich das weiß", lachte Eddy leise.


    "Heißt Du trägst nichts drunter?", grinste Garlyn megabreit.
    "Genau", flüsterte Edwin zurück.


    "Heiß", antwortete Garlyn leise und küsste Eddy liebevoll mit Zunge.
    "Das nenne ich heiß. Wieso wollte ich mir Dessous kaufen, wenn Dich ein Anzug so geil macht?", lachte Eddy und küsste Garlyn hemmungslos mit.


    "Woher soll ich das wissen? Der Anzug steht Dir erstklassig, aber schälen werde ich Dich trotzdem", antwortete Garlyn glücklich und kuschelte sich an Edwin.
    "Dafür der Aufwand Garlyn. Ich wollte mit Dir richtig schön Neujahr feiern. Lecker Essen, tolle Klamotten, Du und ich zusammen, geiler Sex. Ich hab uns ein bisschen was gekauft für nachher. Ein kleines Spielzeug und Creme. Heute führst Du zuerst, dann ich mein Großer", gurrte Eddy in Garlyns Ohr.


    Garlyn schaute Eddy genau in die Augen, ehe er seinen Schatz beim Tanzen um den Hals umarmte und sich wieder feste anschmiegte. Eddy umarmte Garlyn einfach um die Hüfte und tanzte so mit ihm weiter.


    "Du bist richtig glücklich", freute sich Eddy.
    "Ja bin ich, genau wie Du", antwortete Garlyn und strich Eddy über den Nacken.


    "Direkt zu uns, oder vorher ein Glas Bowle? Darfst Du Bowle trinken?", hakte Eddy nach.

    "Ein Glas ohne Früchte und wir beide halbe-halbe?", fragte Garlyn.


    "Klar. Und danach schlüpfen wir in was Bequemes - unser Bett", grinste Eddy was Garlyn loslachen ließ.



    ****

    Eddy genoss die liebevolle Geste. Er blinzelte seinen Schatz innig an und setzte sich neben ihn. Wenn Garlyn bleiben wollte, dann bleiben sie und er blieb sehr gerne an dessen Seite. Er schickte Anton eine Nachricht, dass er sich bitte während der gesamten Abwesenheit von Val, Miles, Theo und ihm um Jeremy kümmern sollte. Der Junge wirkte zwar alt genug, sich zur Not selbst einige Stunden zu versorgen. Aber dass er tatsächlich nicht alt genug war, merkte man ihm an.


    "Es ist nie zu spät etwas dazu zu lernen Garlyn. Anton kümmert sich um Jerry und ich mich um Dich. Ich bleibe an Deiner Seite", antwortete Eddy und machte es sich auf dem Stuhl gemütlich.

    Die ankommenden Gäste wurden von Anwesenden genauso freundlich begrüßt, wie sie gegrüßt wurden. Es war eine lockere, friedliche Stimmung, dennoch waren sich alle bewusst, das es gleich um ein sehr ernstes Thema gehen würde. Denn sie alle wussten, die Familie trat nicht grundlos in so einer Konstellation zusammen. Jedenfalls war dies üblicherweise nicht der Fall. Würde das fruchten was Dorian und Richard planten, sah dies ganz anders aus. Und wie es schien, konnten Treffen auch entspannt ablaufen.


    Bellamy hatte sich gerade gesetzt, als Edwin Everfurth die Strandbar betrat. Valerian und Miles musterten ihn besorgt, aber hob sofort beruhigend die Hände.


    "Was ist los?", hakte Valerian nach.

    "Es ist alles in bester Ordnung, Anton ist bei Jeremy. Er guckt einen Holofilm und ist glücklich. Ich bin hier wegen Garlyn, ihm geht es nicht gut", teilte Eddy Valerian leise mit.


    "In Ordnung klärt dass, falls es nicht anders geht, bring ihn nach Hause. Miles ist vor Ort, falls es um die Häuser geht. Garlyn muss sich darüber keine Gedanken machen. Ansonsten spreche ich für die Füchse mit", antwortete Val, so dass es auch Garlyn und Miles mitbekamen.


    Eddy hockte sich neben Garlyn und schaute zu ihm auf.

    "Möchtest Du nach Hause oder soll ich bei Dir bleiben?", fragte Eddy und tätschelte behutsam Garlyns Hand. Er hätte ihn gerne zur Begrüßung geküsst, aber dafür war hier nicht der richtige Rahmen.

    Edwin sah auf linken Seite seines HUDs, dass er eine Nachricht auf seinem Interkom erhalten hatte. Heute war es ruhig in der Lanze. In den unteren Etagen lief das tägliche Leben in Büros, Einkaufsstraßen, dem Zoo und der Klinik. Er hingegen schob Dienst auf der 111. Etage und sorgte dafür, dass Jeremy sicher und behütet war. An seiner Seite war Anton, der sich als ruhiger und stets vertrauensvoller Mitarbeiter erwiesen hatte. Zudem konnte man sich mit ihm ganz gut unterhalten, was den Dienst oft angenehm verkürzte.


    Heute war das nicht nötig, der Dienst war so angenehm wie selten. Sie saßen zu dritt vor dem Holo und schauten sich einen Film an. Dabei ließen sie es sich bei heißen Hexern und Limonade gut gehen.


    Eddy öffnete die Nachricht von Garlyn.

    Eddy, mein Katerchen ... ich hab Probleme. Verwandtschaft meines verstorbenen Herrn, du weißt schon. Probleme mit mir selbst. Sag mir was Liebes, hol mich zurück. Ich lieb dich und wünschte, du wärst an meiner Seite. Garlyn.


    Eddy schickte umgehend eine Antwort.

    `Ich liebe Dich auch mein Rotschopf, ich verstehe und hole Dich ab. Keine Sorge ich bin gleich bei Dir´.


    Edwin erklärte kurz Anton, dass er seinen Mann abholen musste, da dieser Probleme hatte und bat ihn für knapp eine Stunde allein Jeremy zu hüten. Im Anschluss machte sich Eddy sofort auf den Weg.

    27.11.1079 - Charbogenergänzung:

    - Eddy berichtet Garlyn davon, wie sein Ziehvater im Dienst umgekommen ist



    Notfallplan Naridien, Kapitel 58 - Das Nest auf der 109. Etage


    Eddy küsste Garlyn erneut auf den Bauch und streichelte ihm den Schritt.

    "Ein Bankraub kostete meinen Vater das Leben. Zwar gibt es kaum noch Bargeld in Form von Münze und Papier, aber es gibt Talercards, die es ersetzt haben. Und so manche dieser Cards ist mehr wert, als Du Dir vorstellen kannst. Es sind Geldscheine von heute. Niemand in Naridien, der uralten Handelsnation wollte sich rein auf digitales Geld verlassen. Sie möchten es physisch in der Hand halten können. Und bei einem völligen Systemabsturz ist auch die Card noch da, genau wie die bare Münze.


    Damals wurde die Dafalee-Bank überfallen. Die Hauptzentralbank, daran hat sich bis heute niemand gewagt, oder die Bank von Eibenbergs. Jedenfalls kamen die Bankräuber rein, erbeuteten eine stattliche Summe von fast 2 Millionen Naridische Taler und dann nahm das Unglück seinen Lauf. Hinaus kamen sie nicht mehr, einer der Angestellten hatte Alarm ausgelöst und die Büttel waren schneller dort, als es den Räubern lieb war.

    Das ganze lief aus dem Ruder, an eine Deeskalation war nicht mehr zu denken und die Bankräuber wollten sich unter zur Hilfenahme von Geiseln den Weg freischießen. Sie schafften es aus der Bank, schafften es bis zum Fluchtwagen. Aber da war die Reise zu Ende. Es kam zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf die Räuber allesamt erschossen wurden. Allerdings sind auch zwei Büttel im Kugelhagel gefallen, einer davon war mein Vater Reinhold Everfurth. Der andere war sein Partner Erich Hut.

    Wenn Du möchtest, können wir versuchen den Grund Deiner Aushändigung an Wenzel herauszufinden. 

    So wie Du ihn beschreibst, war er Dir mehr Vater als Meister Garlyn. Die Idee mit dem kleinen Schrein und dem ersten Schluck Kaffee gefällt mir sehr gut. Schließen wir Wenzel in das Ritual mit ein", antwortete Eddy mit wehmütigem Lächeln.




    ****


    Eddy küsste Garlyn erneut auf den Bauch und streichelte ihm den Schritt.


    "Ein Bankraub kostete meinen Vater das Leben. Zwar gibt es kaum noch Bargeld in Form von Münze und Papier, aber es gibt Talercards, die es ersetzt haben. Und so manche dieser Cards ist mehr wert, als Du Dir vorstellen kannst. Es sind Geldscheine von heute. Niemand in Naridien, der uralten Handelsnation wollte sich rein auf digitales Geld verlassen. Sie möchten es physisch in der Hand halten können. Und bei einem völligen Systemabsturz ist auch die Card noch da, genau wie die bare Münze.


    Damals wurde die Dafalee-Bank überfallen. Die Hauptzentralbank, daran hat sich bis heute niemand gewagt, oder die Bank von Eibenbergs. Jedenfalls kamen die Bankräuber rein, erbeuteten eine stattliche Summe von fast 2 Millionen Naridische Taler und dann nahm das Unglück seinen Lauf. Hinaus kamen sie nicht mehr, einer der Angestellten hatte Alarm ausgelöst und die Büttel waren schneller dort, als es den Räubern lieb war. 


    Das ganze lief aus dem Ruder, an eine Deeskalation war nicht mehr zu denken und die Bankräuber wollten sich unter zur Hilfenahme von Geiseln den Weg freischießen. Sie schafften es aus der Bank, schafften es bis zum Fluchtwagen. Aber da war die Reise zu Ende. Es kam zu einem Schusswechsel, in dessen Verlauf die Räuber allesamt erschossen wurden. Allerdings sind auch zwei Büttel im Kugelhagel gefallen, einer davon war mein Vater Reinhold Everfurth. Der andere war sein Partner Erich Hut. 


    Wenn Du möchtest, können wir versuchen den Grund Deiner Aushändigung an Wenzel herauszufinden. 

    So wie Du ihn beschreibst, war er Dir mehr Vater als Meister Garlyn. Die Idee mit dem kleinen Schrein und dem ersten Schluck Kaffee gefällt mir sehr gut. Schließen wir Wenzel in das Ritual mit ein", antwortete Eddy mit wehmütigem Lächeln.

    26.11.1079 - Charbogenergänzung:


    - Eddy berichtet Garlyn von seiner Herkunft

    - Ehemals Bonzenbaby aus der Grube

    - Seine erste Erinnerung setzt mit circa fünf Jahren ein

    - Eingefangen bei der jährlichen Reinigung der Grube von der Naridischen Sicherheit

    - Rückgeführt in die Gesellschaft

    - Aufgenommen von Büttel Reinhold Everfurth

    - Verlor seinen Vater, dieser fiel im Dienst

    - Der Vorgesetzte von Edwin schlug diesen für den Dienst als Schock-Konstabler vor



    Notfallplan Naridien, Kapitel 58, Das Nest auf der 109. Etage


    Eddy ließ behutsam von Garlyn ab und schmiegte sich an seinen Bauch um den Worten zu lauschen. Ab und an küsste er seinen Rotschopf, damit Garlyn wusste, er nahm ihm keines der Worte krumm. Zudem wollte Edwin nicht ganz aufhören, Garlyn zu liebkosen. 

    "Dass bist also Du. Danke dafür Garlyn. Nein ich verstehe keines Deiner Worte falsch. Fangen wir einmal damit an, denn ab dato betrifft es uns beide. Dass Du Deinen alten Meister noch liebst, kann ich nachvollziehen. Aber dies ist eine andere Liebe als zu einem Partner. Es gibt nichts, was ich Wenzel neiden müsste.

    Schau meine alten Konstabler Kollegen habe ich geliebt. Sie waren meine Familie, mein Verbund von Brüdern und Vertrauten. Die Liebe zu ihnen war stark, sie war mein Zuhause und ich fühlte mich in ihrer Mitte wohl und geborgen. Sie waren mein Nest, gleich wo wir uns befunden haben. Miles gehörte dazu, aber auf eine andere Art. Er war im Grunde der Jungspund der Truppe, der er vom Alter her nicht gewesen ist. Aber als Cyborg, als Konstabler war er jünger als wir. Die Kerntruppe von uns, war stets zusammen. Natürlich gab es auch Einzelaufgaben, wo nur einer von uns wichtige Informationen an bestimmte Empfänger persönlich überbrachte. Miles war nach einer Weile flügge geworden und kehrte in sein eigenes Nest zurück. Dennoch hatte er für uns immer einen besonderen Stellenwert. Er war der fünfte Mann eines Quartetts.

    Conny - Conroy Ayschkofen, Morty - Morten Oeynting und Ez - Ezra Heydenbüren, dass waren meine Brüder, meine Familie, mein Zuhause. Ihnen musst Du ebenfalls nichts neiden, denn das was wir teilen, habe ich mit keinem von ihnen geteilt. Und auch ich achte und ehre meinen Chef, meinen Richter, den ich im Zweifelsfall mit meinem Leben verteidigen werde.

    Du wurdest als freier Mann geboren und bist als Faustpfand in den Besitz von Wenzel gelangt.

    Was beim Abgrund hat Dein Vater Wenzel geschuldet, dass er sein Kind fortgegeben hat um diese Schuld zu begleichen? Wie alt bist Du gewesen, als Du zu Wenzel gebracht worden bist Garlyn? So wie Du von dem Mann sprichst, war er hart und gerecht. Einem Mann dem man sich fügen kann.


    Du sagst, Dir war das alles unbekannt und es war ein Gemisch aus Lüge und Wahrheit. Was weißt Du? Was ist Dir bekannt? Vielleicht haben wir eines Tages die Möglichkeit, die Fäden der Lügen zu entwirren, so dass Du die Wahrheit über Dich selbst erfährst. Damit auch Du ein kleines Stück mehr weißt, wer Du bist. Seine Wurzeln zu kennen Garlyn, festigt einen selbst. Ein Baum hat seine Wurzeln, gleich ob er von ihnen weiß oder nicht. Aber das Wissen um sie, das Wissen um seine eigene Kraft und Standfestigkeit lässt Dich dem Leben anders trotzen.

    Das Du heute noch Wenzel derart dienen würdest, zeugt von einer immens tiefen Treue und Loyalität. Der Mann muss sehr gut zu Dir gewesen sein, trotz allem. Eine Schwäche von der man weiß, ist keine mehr. Du kannst sie umgehen und vor allen Dingen kannst Du damit umgehen. Du musst Val davon berichten.

    Es ist nichts falsch daran gerne zu dienen. Was meinst Du wirst Du als Konstabler tun? Nichts anderes Garlyn, Du dienst Deinem Richter, damit dem Rat, dem Gesetz und Naridien. Dennoch ist das Wort Deines Richters Dein Gesetz. Wir werden hier und in der Konstabler Klinik leben. Jede Truppe hat ein Quartier in der Klinik und im Turm ihres Richters. Das ist bei unserem Valerian so und ebenso bei Richter Korpuuk.

    Möglicherweise ist es kein Angelhaken der Dich an Wenzel fesselt, sondern schlicht die Tatsache, dass dieser Mann für Dich da war. In einer Welt wo man nicht gesehen wird, wo man unsichtbar ist, ist ein Blick der einem gilt etwas ganz besonderes.

    Kennst Du die Grube?

    Sagen Dir die Bonzenbabys etwas?

    Das war ich in einem anderen Leben Garlyn. Ein kleiner verdreckter, verlauster Junge der nichts hatte als das was er auf dem Leib trug.

    Einmal im Jahr wird die Grube durchpflügt, gereinigt. Einheiten von der Naridischen Sicherheit durchstreifen sie. Manche Kinder werden gesichert und mitgenommen. Manche, nun bleiben für immer mit dem Gesicht nach unten im Dreck liegen. Für einige ist es das Schlimmste was ihnen geschehen kann, eingefangen zu werden. Für mich war es meine Rettung. Ich hatte nichts und ich war nichts. Bis zu jenem Tag. Wie alle anderen wachte ich in einer Zelle auf, zwecks Rückführung. Die Rückführung bedeutet, dass man Dir das Leben in der Zivilisation wieder beibringen möchte. Oder zum ersten Mal. So hart es klingt, aber gerade weil jene Kinder keinen störenden Hintergrund haben, sind sie bei gewissen Spezialeinheiten beliebt.


    Ich sah die Rückführung nicht als Zumutung oder gar als Folter wie viele andere, sondern als das was sie war - eine Chance. Die Chance darauf, ein Leben zu führen dass den Namen verdiente. Ein Leben in Sicherheit und Wärme, mit regelmäßiger Nahrung und Kleidung. Alles was ich dafür tun musste, war gehorchen und lernen. Manch einer weigerte, sich kämpfte um etwas das er scheinbar verloren hatte. Dabei hatte niemand in der Grube jemals etwas besessen Garlyn. Die Grube besitzt Dich.


    Mir war es gleich, in meinem Leben hat es immer nur mich gegeben. Mein erster Gedanke an den ich mich bewusst zurück erinnere, ist wie ich auf dem Rücken liege, in einen verwaschen-grauen Himmel starre und es strömend auf mich herabregnet. Das ist mein erster Gedanke. Meine Geburt in dieser Welt. Wie alt ich damals war? Möglicherweise fünf Jahre. So alt würde ich mich heute schätzen, anhand der Spiegelbilder in den dreckigen, öligen Pfützen aus denen ich trank.


    Was also sollte ich vermissen? Und weshalb sollte ich Personen bekämpfen, die mich kleideten und fütterten? Die mich bildeten und ausbildeten? Ich kämpfte für sie und für mich Garlyn und so war meine Rückführung ein Erfolg.

    Ich kam zu einem Büttel, der sich bereit erklärt hatte einen der Rückgeführten aufzunehmen.

    Reinhold Everfurth war sein Name. Er wurde mein Vater. Und wie es mit Vätern und Söhnen so ist, beschloss ich in seine Fußstapfen zu treten. Jahre später war es soweit Garlyn, ich war ein junger Büttel und hatte meine Karriere noch vor mir.

    Meinen Dienst versah ich gut und gerne, aber doch hatte immer etwas gefehlt. Dann verlor ich meinen Vater. Der Dienst eines Büttel ist nicht ungefährlich Garlyn. Er kann Dich alles kosten, die Nerven, die Gesundheit und sogar das Leben. Zufall oder Schicksal, als ich am Boden war, flatterte das Angebot der Schock-Konstabler bei mir ins Haus. Ein Angebot dass ich nicht ablehnen konnte.

    Der Weg dahin, er war weit und schmerzhaft. Aber wir vier sind ihn gemeinsam gegangen. Vier die von Anfang an eine verschworene Gemeinschaft gebildet haben.

    Mal einige kleine Einblicke in die Welt der Schock Konstabler.

    Zu Anfang waren wir viele. Aber je härter und  extremer die Aufwertungen wurden, umso mehr Probanden verstarben. Keiner wusste genau wie viel Aufwertung jeder einzelne Bewerber vertragen würde. Versuch und Fehler würde man wohl sagen. Irgendwann befürchtete ich mehr Zeit im Tank und auf dem OP-Tisch zu verbringen als sonst wo.

    Einer meiner Tage des Zweifels in dieser Zeit.Wir saßen wieder um den großen weißen Konferenztisch in dem großen weißen Raum, in dem alle wichtigen Angelegenheiten des Projektes Schock-Konstabler besprochen wurden. Wir saßen da und fürchten uns wie niemals zuvor.  Fürchten dass das noch nicht das Ende war, das es weitergehen würde mit uns und dass es auch für uns kein Entkommen oder Ende geben würde. Es niemals vorbei sein würde mit Schmerzen, OPs, Tanks, Behandlungen und Heilungen. Ein endloser Marathon der medizinischer und kybernetischer Aufwertungen und Grausamkeiten. Es war entsetzlich. Sowas ist schlimmer als Krieg und es war der schlimmste Tag in unserem Leben.

    Gerade als es so aussah, als hätten wir die riskantesten Operationen und Genspleisungen hinter uns und als hätten es wenigstens die, die noch am Leben waren geschafft ist Kamerad Heimbrock durch eine Fehlfunktion seiner Systeme gestorben.

    Wieder einmal saßen uns ein General, ein Schreibtischkrieger und ein Arzt gegenüber die alle guckten als begriffen sie gar nicht, worum es eigentlich ging. Er erklärte uns, dass die Fehlfunktion nicht erklärbar sei, als ob uns das beruhigt hätte. Ludwig sprach für uns alle, die gesamten Probanden die Konstabler werden wollten und auf dem Weg dahin waren. Wenn er überzeugt war, Recht zu haben, schloss er keine Kompromisse. Das mochte ich besonders an ihm. 

    Also fing Ludwig an unseren Standpunkt darzulegen. Der Arzt setzte zum wiederholten Mal seine halbgaren Unschuldsbeteuerungen dagegen, dass sogar ich langsam wütend wurde. Ludwig reagierte erst zurückhaltend, doch der Arzt machte den Fehler zu widersprechen. Ganz böser Fehler. Er versuchte Halbgott in Weiß zu spielen – gegen einen von uns… nunja lächerlich.  Daraufhin nahm ihn Ludwig auseinander. Nie vorher und nie mehr danach habe ich miterlebt, wie jemand derart gepflegt geradezu chirurgisch daherkommend förmlich in seine Bestandteile zerlegt wurde.

    Als Ludwig mit ihm fertig war, war alles Blut dass der Mann wohl besaß auf alle vier Wände verteilt. Vor unseren Augen starb der Mann zuerst seinen beruflichen  und dann nach Widerspruch seinen körperlichen Tod.


    Der General sagte nichts.

    Der Sesselfurzer sagte nichts.

    Der Arzt… sagte nichts. Hätte mich auch gewundert.

    Eine seltsame Stille war es, die dort schlagartig herrschte. Der Sesselfurzer griff nach seinem Köfferchen und beförderte Tonnen von Unterlagen auf den Tisch.  Plötzlich fing er an zu erklären, dass unter diesen Umständen selbstverständlich zusätzliche Mittel bewilligt werden, um die Probleme zu untersuchen und zu beseitigen um eine Wiederholung des Geschehenen für alle Zeiten und unter allen denkbaren Umständen auszuschließen.

    Zusätzliche Mittel in erheblichem Umfang meine Herren – für Sie.


    Was das hieß? Neue Konstrukteure, neue Behandlungen, neue Schmerzen, neue Ärzte, alles wieder von NULL aufbauen vermutlich. Also alles erlernte mit den neuen Fähigkeiten. Wo nötig, wurde das System abgeändert, durch ergänzende Maßnahmen meist Neueinspleisungen sicherer gemacht.

    Systemausfälle gab es danach nicht mehr…

    Ludwig sahen wir nie wieder...


    Wir alle waren Freiwillige. Jeder von uns hatte sich selbst dazu bereiterklärt. Es war eine Ehre, ein Privileg ein Schock-Konstabler zu werden.

    Ich wurde von meinem damaligen Vorgesetzten der Büttelei für die Schock-Konstalber aufgrund besonderer Zuverlässigkeit und Treue vorgeschlagen und ich nahm nur zu gerne an. Naiv – aber wer ist das nicht in jungen Jahren? Aber an jenem besagten Tag, fragte ich mich, ob ich je verstanden hatte, was die anderen dazu angetrieben hatte. Was sie an diesen Ort gebracht hatte und ihnen dieses Schicksal beschert hatte. 

    Ich fragte mich, ob ich je verstanden hatte, was mich selber angetrieben hatte – wirklich, meine ich. 


    Kurze Zeit später war es geschafft. Wir waren was wir sein sollten. Jeder ein Prätorianer Naridiens, des Rates der Zehn. Als vereinte Truppe eingesetzt sollten wir die Fähigkeit aufbringen einer Armee die Stirn zu bieten. Als Quartett unseren Richter gegen jeden Feind zu verteidigen.


    Positiv gedacht sind wir die geheime Soldaten-Elite der  Naridischen Gesellschaft.

    Negativ gedacht waren wir kostenlose Versuchskaninichen der Regierung.

    Mein Lieblingsmoment – mein erster Sprung mit neuer Kraft.

    Ich erinnere mich noch an meinen ersten kraftverstärkten Sprung. Nein erinnern ist ein zu schwaches Wort dafür. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich vielmehr einen Moment vor Augen, der wie ein leuchtendes, in unirdisches Farben strahlendes

    Bild in meine Erinnerung gebrannt ist, als immer währende Gegenwart,  als ein Augenblick, der niemals vorüberzugehen scheint.

    Es gab eine Turnhalle, die ringsum dick gepolstert war – Decken, Wände, Boden, alles halt. Wie eine riesige dunkelblaue Gummizelle. Ich stand auf dem rot markierten Absprungpunkt und visierte, den Anweisungen des Trainers folgend, das Ziel an – einen sechs Fuß hohen Stapel Matratzen, aufgebaut in etwas vierzig Fuß Entfernung. Es handelte sich um spezielle Matratzen, wie man sie für gefährliche Vorführungen verwendet. Ich solle mir keine Gedanken darüber machen, ob das überhaupt zu schaffen sei, hatte der Trainer gesagt, ich solle nur visieren und springen.

    Der tatsächliche Sprungverlauf würde von speziellen Kameras aufgezeichnet werden und wichtige Hinweise für das Feintraining liefern. Nur das war der Sinn und Zweck der Übung… angeblich. Ich ging also, den Blick auf das Ziel geheftet, gehorsam in die Knie, führte die Arme nach hinten, holte aus und… springe.

    In dem Augenblick, in dem ich abhebe, scheinen die Gesetze der Schwerkraft, in deren unnachgiebigen Griff ich mein Leben lang gelebt habe, aufgehoben zu sein. Ich springe nicht, ich fliege, werde angetrieben von einer unfassbaren Kraft, erfüllt von süchtig machender Leichtigkeit. In diesem einen Augenblick scheint es, als seinen mir keine Grenzen mehr gesetzt. Als wäre man ein halbmechanischer Gott – jemand der nicht denselben Regeln unterworfen ist wie sterbliche Menschen. Als sei es in meine Wahl, auf dem anvisierten Ziel zu landen oder aber das Dach der Halle zu durchstoßen.

    Natürlich lande ich dann doch auf dem Matratzenstaple, sogar ziemlich schief.Natürlich war es doch nur ein Sprung gewesen.

    Doch dieser erste Moment… dieser eine Augenblick… Mir scheint manchmal, dass ich in diesem einen Sekundenbruchteil mein ganzes Leben dargebracht, meine Vergangenheit und meine Zukunft zugleich geopfert habe.

    Danach war ich so müde, ausgelaugt, erschöpft und extrem glücklich, dass ich im Quartier ins Bett gefallen bin und über hundert Stunden geschlafen habe.

    Ich träume davon bis auf den heutigen Tag, so sehr liebe ich diesen besonderen Moment.

    Meinen Moment wo ich wirklich als Konstabler geboren wurde.


    Hunger.

    Hunger ist mein ständiger Begleiter. Frage dazu einmal Miles. Oft zittere ich vor Hunger, einer meiner Nachteile wenn ich in im Kampfmodus war. Jede Faser meines überbeanspruchten Körpers schreit dann nach Nahrung, giert nach Nährstoffen und lechzt danach, aufgefüllt zu werden was ich im Einsatz verbraucht habe.

    Die ersten Monate musste ich immer wieder kotzen, durch die Medikamente die wir gegen die Abstoßreaktionen einnehmen müssen. Stets zur gleichen Zeit, als hinge Dein Leben davon ab. Denn genauso ist es.

    Damals oder die Grube, wo ich Dir das erzählte kommt es mir so vor als rede ich über jemand anderen. Im Grunde tue ich das auch.Gefühlt ist das alles ist Jahrhunderte her… und es fühlt sich an, als wäre es einem anderen passiert. Heute sitze ich hier, fresse Unmengen an Futter oder Nahrungsergänzungspräparate und habe den Großteil der Schmerzen vergessen.

    Nur manchmal, in einer stillen Stunde, dann sind sie wieder da. Drum wähle weise, meine Welt wird erkauft mit immensen Schmerzen und Entbehrungen. Der Preis der winkt, war es für mich trotz allem wert. Ich liebe Dich Garlyn",
    erklärte Eddy seinem Schatz liebevoll.




    ****

    Eddy ließ behutsam von Garlyn ab und schmiegte sich an seinen Bauch um den Worten zu lauschen. Ab und an küsste er seinen Rotschopf, damit Garlyn wusste, er nahm ihm keines der Worte krumm. Zudem wollte Edwin nicht ganz aufhören, Garlyn zu liebkosen. 


    "Dass bist also Du. Danke dafür Garlyn. Nein ich verstehe keines Deiner Worte falsch. Fangen wir einmal damit an, denn ab dato betrifft es uns beide. Dass Du Deinen alten Meister noch liebst, kann ich nachvollziehen. Aber dies ist eine andere Liebe als zu einem Partner. Es gibt nichts, was ich Wenzel neiden müsste.


    Schau meine alten Konstabler Kollegen habe ich geliebt. Sie waren meine Familie, mein Verbund von Brüdern und Vertrauten. Die Liebe zu ihnen war stark, sie war mein Zuhause und ich fühlte mich in ihrer Mitte wohl und geborgen. Sie waren mein Nest, gleich wo wir uns befunden haben. Miles gehörte dazu, aber auf eine andere Art. Er war im Grunde der Jungspund der Truppe, der er vom Alter her nicht gewesen ist. Aber als Cyborg, als Konstabler war er jünger als wir. Die Kerntruppe von uns, war stets zusammen. Natürlich gab es auch Einzelaufgaben, wo nur einer von uns wichtige Informationen an bestimmte Empfänger persönlich überbrachte. Miles war nach einer Weile flügge geworden und kehrte in sein eigenes Nest zurück. Dennoch hatte er für uns immer einen besonderen Stellenwert. Er war der fünfte Mann eines Quartetts.

    Conny - Conroy Ayschkofen, Morty - Morten Oeynting und Ez - Ezra Heydenbüren, dass waren meine Brüder, meine Familie, mein Zuhause. Ihnen musst Du ebenfalls nichts neiden, denn das was wir teilen, habe ich mit keinem von ihnen geteilt. Und auch ich achte und ehre meinen Chef, meinen Richter, den ich im Zweifelsfall mit meinem Leben verteidigen werde.


    Du wurdest als freier Mann geboren und bist als Faustpfand in den Besitz von Wenzel gelangt.

    Was beim Abgrund hat Dein Vater Wenzel geschuldet, dass er sein Kind fortgegeben hat um diese Schuld zu begleichen? Wie alt bist Du gewesen, als Du zu Wenzel gebracht worden bist Garlyn? So wie Du von dem Mann sprichst, war er hart und gerecht. Einem Mann dem man sich fügen kann.


    Du sagst, Dir war das alles unbekannt und es war ein Gemisch aus Lüge und Wahrheit. Was weißt Du? Was ist Dir bekannt? Vielleicht haben wir eines Tages die Möglichkeit, die Fäden der Lügen zu entwirren, so dass Du die Wahrheit über Dich selbst erfährst. Damit auch Du ein kleines Stück mehr weißt, wer Du bist. Seine Wurzeln zu kennen Garlyn, festigt einen selbst. Ein Baum hat seine Wurzeln, gleich ob er von ihnen weiß oder nicht. Aber das Wissen um sie, das Wissen um seine eigene Kraft und Standfestigkeit lässt Dich dem Leben anders trotzen.


    Das Du heute noch Wenzel derart dienen würdest, zeugt von einer immens tiefen Treue und Loyalität. Der Mann muss sehr gut zu Dir gewesen sein, trotz allem. Eine Schwäche von der man weiß, ist keine mehr. Du kannst sie umgehen und vor allen Dingen kannst Du damit umgehen. Du musst Val davon berichten.


    Es ist nichts falsch daran gerne zu dienen. Was meinst Du wirst Du als Konstabler tun? Nichts anderes Garlyn, Du dienst Deinem Richter, damit dem Rat, dem Gesetz und Naridien. Dennoch ist das Wort Deines Richters Dein Gesetz. Wir werden hier und in der Konstabler Klinik leben. Jede Truppe hat ein Quartier in der Klinik und im Turm ihres Richters. Das ist bei unserem Valerian so und ebenso bei Richter Korpuuk.


    Möglicherweise ist es kein Angelhaken der Dich an Wenzel fesselt, sondern schlicht die Tatsache, dass dieser Mann für Dich da war. In einer Welt wo man nicht gesehen wird, wo man unsichtbar ist, ist ein Blick der einem gilt etwas ganz besonderes.


    Kennst Du die Grube?

    Sagen Dir die Bonzenbabys etwas?


    Das war ich in einem anderen Leben Garlyn. Ein kleiner verdreckter, verlauster Junge der nichts hatte als das was er auf dem Leib trug.


    Einmal im Jahr wird die Grube durchpflügt, gereinigt. Einheiten von der Naridischen Sicherheit durchstreifen sie. Manche Kinder werden gesichert und mitgenommen. Manche, nun bleiben für immer mit dem Gesicht nach unten im Dreck liegen. Für einige ist es das Schlimmste was ihnen geschehen kann, eingefangen zu werden. Für mich war es meine Rettung. Ich hatte nichts und ich war nichts. Bis zu jenem Tag. Wie alle anderen wachte ich in einer Zelle auf, zwecks Rückführung. Die Rückführung bedeutet, dass man Dir das Leben in der Zivilisation wieder beibringen möchte. Oder zum ersten Mal. So hart es klingt, aber gerade weil jene Kinder keinen störenden Hintergrund haben, sind sie bei gewissen Spezialeinheiten beliebt.


    Ich sah die Rückführung nicht als Zumutung oder gar als Folter wie viele andere, sondern als das was sie war - eine Chance. Die Chance darauf, ein Leben zu führen dass den Namen verdiente. Ein Leben in Sicherheit und Wärme, mit regelmäßiger Nahrung und Kleidung. Alles was ich dafür tun musste, war gehorchen und lernen. Manch einer weigerte, sich kämpfte um etwas das er scheinbar verloren hatte. Dabei hatte niemand in der Grube jemals etwas besessen Garlyn. Die Grube besitzt Dich.


    Mir war es gleich, in meinem Leben hat es immer nur mich gegeben. Mein erster Gedanke an den ich mich bewusst zurück erinnere, ist wie ich auf dem Rücken liege, in einen verwaschen-grauen Himmel starre und es strömend auf mich herabregnet. Das ist mein erster Gedanke. Meine Geburt in dieser Welt. Wie alt ich damals war? Möglicherweise fünf Jahre. So alt würde ich mich heute schätzen, anhand der Spiegelbilder in den dreckigen, öligen Pfützen aus denen ich trank.


    Was also sollte ich vermissen? Und weshalb sollte ich Personen bekämpfen, die mich kleideten und fütterten? Die mich bildeten und ausbildeten? Ich kämpfte für sie und für mich Garlyn und so war meine Rückführung ein Erfolg.


    Ich kam zu einem Büttel, der sich bereit erklärt hatte einen der Rückgeführten aufzunehmen.

    Reinhold Everfurth war sein Name. Er wurde mein Vater. Und wie es mit Vätern und Söhnen so ist, beschloss ich in seine Fußstapfen zu treten. Jahre später war es soweit Garlyn, ich war ein junger Büttel und hatte meine Karriere noch vor mir.


    Meinen Dienst versah ich gut und gerne, aber doch hatte immer etwas gefehlt. Dann verlor ich meinen Vater. Der Dienst eines Büttel ist nicht ungefährlich Garlyn. Er kann Dich alles kosten, die Nerven, die Gesundheit und sogar das Leben. Zufall oder Schicksal, als ich am Boden war, flatterte das Angebot der Schock-Konstabler bei mir ins Haus. Ein Angebot dass ich nicht ablehnen konnte.


    Der Weg dahin, er war weit und schmerzhaft. Aber wir vier sind ihn gemeinsam gegangen. Vier die von Anfang an eine verschworene Gemeinschaft gebildet haben.


    Mal einige kleine Einblicke in die Welt der Schock Konstabler.


    Zu Anfang waren wir viele. Aber je härter und  extremer die Aufwertungen wurden, umso mehr Probanden verstarben. Keiner wusste genau wie viel Aufwertung jeder einzelne Bewerber vertragen würde. Versuch und Fehler würde man wohl sagen. Irgendwann befürchtete ich mehr Zeit im Tank und auf dem OP-Tisch zu verbringen als sonst wo.


    Einer meiner Tage des Zweifels in dieser Zeit.Wir saßen wieder um den großen weißen Konferenztisch in dem großen weißen Raum, in dem alle wichtigen Angelegenheiten des Projektes Schock-Konstabler besprochen wurden. Wir saßen da und fürchten uns wie niemals zuvor.  Fürchten dass das noch nicht das Ende war, das es weitergehen würde mit uns und dass es auch für uns kein Entkommen oder Ende geben würde. Es niemals vorbei sein würde mit Schmerzen, OPs, Tanks, Behandlungen und Heilungen. Ein endloser Marathon der medizinischer und kybernetischer Aufwertungen und Grausamkeiten. Es war entsetzlich. Sowas ist schlimmer als Krieg und es war der schlimmste Tag in unserem Leben.


    Gerade als es so aussah, als hätten wir die riskantesten Operationen und Genspleisungen hinter uns und als hätten es
    wenigstens die, die noch am Leben waren geschafft ist Kamerad Heimbrock durch eine Fehlfunktion seiner Systeme gestorben.


    Wieder einmal saßen uns ein General, ein Schreibtischkrieger und ein Arzt gegenüber die alle guckten als begriffen
    sie gar nicht, worum es eigentlich ging. Er erklärte uns, dass die Fehlfunktion nicht erklärbar sei, als ob uns das beruhigt hätte. Ludwig sprach für uns alle, die gesamten Probanden die Konstabler werden wollten und auf dem Weg dahin waren. Wenn er überzeugt war, Recht zu haben, schloss er keine Kompromisse. Das mochte ich besonders an ihm. 


    Also fing Ludwig an unseren Standpunkt darzulegen. Der Arzt setzte zum wiederholten Mal seine halbgaren Unschuldsbeteuerungen dagegen, dass sogar ich langsam wütend wurde.


    Ludwig reagierte erst zurückhaltend, doch der Arzt machte den Fehler zu widersprechen. Ganz böser Fehler. Er versuchte
    Halbgott in Weiß zu spielen – gegen einen von uns… nunja lächerlich.  Daraufhin nahm ihn Ludwig auseinander. Nie
    vorher und nie mehr danach habe ich miterlebt, wie jemand derart gepflegt geradezu chirurgisch daherkommend förmlich in seine Bestandteile zerlegt wurde.


    Als Ludwig mit ihm fertig war, war alles Blut dass der Mann wohl besaß auf alle vier Wände verteilt. Vor unseren Augen starb der Mann zuerst seinen beruflichen  und dann nach Widerspruch seinen körperlichen Tod.


    Der General sagte nichts.

    Der Sesselfurzer sagte nichts.

    Der Arzt… sagte nichts. Hätte mich auch gewundert.


    Eine seltsame Stille war es, die dort schlagartig herrschte. Der Sesselfurzer griff nach seinem Köfferchen und beförderte Tonnen von Unterlagen auf den Tisch.  Plötzlich fing er an zu erklären, dass unter diesen Umständen selbstverständlich zusätzliche Mittel bewilligt werden, um die Probleme zu untersuchen und zu beseitigen um eine Wiederholung des Geschehenen für alle Zeiten und unter allen denkbaren Umständen auszuschließen.


    Zusätzliche Mittel in erheblichem Umfang meine Herren – für Sie. 


    Was das hieß? Neue Konstrukteure, neue Behandlungen, neue Schmerzen, neue Ärzte, alles wieder von NULL aufbauen
    vermutlich. Also alles erlernte mit den neuen Fähigkeiten. Wo nötig, wurde das System abgeändert, durch ergänzende Maßnahmen meist Neueinspleisungen sicherer gemacht.


    Systemausfälle gab es danach nicht mehr…

    Ludwig sahen wir nie wieder...


    Wir alle waren Freiwillige. Jeder von uns hatte sich selbst dazu bereiterklärt. Es war eine Ehre, ein Privileg ein Schock-Konstabler zu werden.


    Ich wurde von meinem damaligen Vorgesetzten der Büttelei für die Schock-Konstalber aufgrund besonderer Zuverlässigkeit und Treue vorgeschlagen und ich nahm nur zu gerne an. Naiv – aber wer ist das nicht in jungen Jahren? Aber an jenem besagten Tag, fragte ich mich, ob ich je verstanden hatte, was die anderen dazu angetrieben hatte. Was sie an diesen Ort gebracht hatte und ihnen dieses Schicksal beschert hatte. 

    Ich fragte mich, ob ich je verstanden hatte, was mich selber angetrieben hatte – wirklich, meine ich. 

    Kurze Zeit später war es geschafft. Wir waren was wir sein sollten. Jeder ein Prätorianer Naridiens, des Rates der Zehn. Als vereinte Truppe eingesetzt sollten wir die Fähigkeit aufbringen einer Armee die Stirn zu bieten. Als Quartett unseren Richter gegen jeden Feind zu verteidigen.

    Positiv gedacht sind wir die geheime Soldaten-Elite der  Naridischen Gesellschaft.

    Negativ gedacht waren wir kostenlose Versuchskaninichen der Regierung.


    Mein Lieblingsmoment – mein erster Sprung mit neuer Kraft.

    Ich erinnere mich noch an meinen ersten kraftverstärkten Sprung. Nein erinnern ist ein zu schwaches Wort dafür. Wenn ich daran zurückdenke, habe ich vielmehr einen Moment vor Augen, der wie ein leuchtendes, in unirdisches Farben strahlendes
    Bild in meine Erinnerung gebrannt ist, als immer währende Gegenwart,  als ein Augenblick, der niemals vorüberzugehen scheint.


    Es gab eine Turnhalle, die ringsum dick gepolstert war – Decken, Wände, Boden, alles halt. Wie eine riesige dunkelblaue
    Gummizelle. Ich stand auf dem rot markierten Absprungpunkt und visierte, den Anweisungen des Trainers folgend, das Ziel an – einen sechs Fuß hohen Stapel Matratzen, aufgebaut in etwas vierzig Fuß Entfernung. Es handelte sich um spezielle Matratzen, wie man sie für gefährliche Vorführungen verwendet. Ich solle mir keine Gedanken darüber machen, ob das überhaupt zu schaffen sei, hatte der Trainer gesagt, ich solle nur visieren und springen.


    Der tatsächliche Sprungverlauf würde von speziellen Kameras aufgezeichnet werden und wichtige Hinweise für das Feintraining liefern. Nur das war der Sinn und Zweck der Übung… angeblich. Ich ging also, den Blick auf das Ziel geheftet, gehorsam in die Knie, führte die Arme nach hinten, holte aus und… springe.


    In dem Augenblick, in dem ich abhebe, scheinen die Gesetze der Schwerkraft, in deren unnachgiebigen Griff ich mein Leben lang gelebt habe, aufgehoben zu sein. Ich springe nicht, ich fliege, werde angetrieben von einer unfassbaren Kraft, erfüllt von süchtig machender Leichtigkeit. In diesem einen Augenblick scheint es, als seinen mir keine Grenzen mehr gesetzt. Als wäre man ein halbmechanischer Gott – jemand der nicht denselben Regeln unterworfen ist wie sterbliche Menschen. Als sei es in meine Wahl, auf dem anvisierten Ziel zu landen oder aber das Dach der Halle zu durchstoßen.


    Natürlich lande ich dann doch auf dem Matratzenstaple, sogar ziemlich schief.Natürlich war es doch nur ein Sprung gewesen.

    Doch dieser erste Moment… dieser eine Augenblick… Mir scheint manchmal, dass ich in diesem einen Sekundenbruchteil mein ganzes Leben dargebracht, meine Vergangenheit und meine Zukunft zugleich geopfert habe.


    Danach war ich so müde, ausgelaugt, erschöpft und extrem glücklich, dass ich im Quartier ins Bett gefallen bin und über hundert Stunden geschlafen habe.


    Ich träume davon bis auf den heutigen Tag, so sehr liebe ich diesen besonderen Moment.

    Meinen Moment wo ich wirklich als Konstabler geboren wurde.


    Hunger.

    Hunger ist mein ständiger Begleiter. Frage dazu einmal Miles. Oft zittere ich vor Hunger, einer meiner Nachteile wenn ich in im Kampfmodus war. Jede Faser meines überbeanspruchten Körpers schreit dann nach Nahrung, giert nach Nährstoffen und lechzt danach, aufgefüllt zu werden was ich im Einsatz verbraucht habe.


    Die ersten Monate musste ich immer wieder kotzen, durch die Medikamente die wir gegen die Abstoßreaktionen einnehmen müssen. Stets zur gleichen Zeit, als hinge Dein Leben davon ab. Denn genauso ist es.


    Damals oder die Grube, wo ich Dir das erzählte kommt es mir so vor als rede ich über jemand anderen. Im Grunde tue ich
    das auch.Gefühlt ist das alles ist Jahrhunderte her… und es fühlt sich an, als wäre es einem anderen passiert. Heute sitze ich hier, fresse Unmengen an Futter oder Nahrungsergänzungspräparate und habe den Großteil der Schmerzen vergessen.


    Nur manchmal, in einer stillen Stunde, dann sind sie wieder da. Drum wähle weise, meine Welt wird erkauft mit immensen Schmerzen und Entbehrungen. Der Preis der winkt, war es für mich trotz allem wert. Ich liebe Dich Garlyn", erklärte Eddy seinem Schatz liebevoll.

    Eddy hielt Garlyn fest umschlungen und küsste ihm die Kehle herab bis auf die breite Brust.


    "Du hast keine Ahnung, wie viel mir diese Worte bedeuten. Wir gehören zusammen Garlyn und gleich was geschieht, daran wird sich nichts ändern. Falls Du Dich umentscheidest, falls Du den Test zigfach vergeigst und selbst wenn Dich mittendrin die Lust auf all den Drill verlässt, ich verlasse Dich nicht. Du bist nun ein Teil von mir und das bleibt so. Wir finden Weg wie Du in so einem Fall trotzdem in der Lanze bleiben kannst.


    Ich sage Dir das alles, damit Du Dich frei entscheiden kannst. Keine Beschönigungen, aber auch kein Schlechtreden Garlyn. Es gibt mehr Möglichkeiten als denkst in der Himmelslanze. Für mich gab es nur diese, denn das ist meine Bestimmung. Der Konstabler Weg ist mein Weg und er führte mich zum Rat, zum Richter Drei - Val, er führte mich zu meiner Familie, in den Abgrund, zu Tekuro und Dir und aus den Abgrund zurück. 


    Gleich was Du wählst mein Rotschopf, mich gibt es nur als Konstabler, dass musst Du wissen und akzeptieren. Deine Wahl akzeptiere ich voll und ganz. Also falls Du Dich doch nach allem umentscheiden solltest, hab keine Angst es zu sagen. Sprich mit mir und wir überlegen uns etwas. Das wird an uns nicht kratzen, ich liebe Dich sogar wenn Du als Bote hier anfängst", grinste Eddy zu Garlyn hoch und wanderte selbst tiefer.


    Eddy kuschelte sein Gesicht an Garlyns Bauch.

    "Das zwischen uns fühlt sich an, als käme ich nach Hause. Sag mir bei uns wer Du wirklich bist. Keinen Namen, sondern das was Dich ausmacht. Das was Dich formte, dass was aus Garlyn Garlyn machte. Ich werde den Anfang machen und Dir sagen wer ich bin, was ich bin, warum ich es bin. Ich will Dich nackt sehen und ich will dass Du mich nackt siehst Garlyn. Du sollst mich sehen, mich", die Worte konnte Garlyn nur undeutlich verstehen, dennoch vernahm er sie.


    Eddy hatte das Gefühl, dass Garlyns Offenbarung ihm die Erlaubnis gab, sich zu erklären vielleicht sogar zu rechtfertigen für das was aus ihm geworden war. Und vor allem wie und warum er es geworden war. Seine wenigen Worte trieben schmerzliche Erinnerungen zurück in seine Gedanken, er hauchte sie mit zärtlichen Küssen auf Garlyns rotpelzigen Bauch aus seinem Geist fort.


    Edwin rutschte noch ein Stück tiefer und knetete Garlyn die runden, strammen Backen genüsslich. Leise und lustvoll stöhnte Eddy, während er seinen Mann erkundete. Seine stählernen Hände schoben sich nach vorne in Garlyns Schritt und kraulten ihn sanft. Die Erinnerung sagte Eddy, dass die roten Haare von Garlyn seine Finger gekitzelt hätten, könnte er in ihnen noch etwas fühlen. Er fuhr mit den Fingern durch die roten Locken. Der mächtige Schaft von Garlyn begann unter der Berühung von Eddys forschenden Fingern zu zucken.


    Eddy rutschte tiefer und grinste, während sich der Schwanz von Garlyn weiter aufrichtete. Er zog seinen Kerl näher zu sich heran und dessen Schwanz in seinen Mund. Das war wirklich ein Apparat und füllte seinen Mund aus. Leise stöhnend wiegte er sich beim Lutschen hin und her, da er sich selbst nicht streicheln konnte, er hatte beide Hände und den Mund voll zu tun.

    Eddy war Garlyn so nahe, wie sie sich noch nicht gewesen waren. Sie hatten sich ihre Gefühle gestanden. Für Eddy war klar, dass sie ein Paar bleiben würden, gleich welche Entscheidung Garlyn noch treffen würde. Edwin fühlte sich sicher und geborgen, etwas das er nur von seiner Einheit kannte. Ansonsten war er es, der anderen das Gefühl der Sicherheit und des Schutzes schenkte. Heute war er es, der es von Garlyn geschenkt bekommen hatte, mit noch etwas weit Wichtigerem.


    Edwin bemerkte die Blicke und rollte sich etwas mit Garlyn herum, so dass die anderen auf ihren Rücken starrten. Er selbst war nicht prüde, aber das hier, gehörte Garlyn und ihm allein und er wollte jede Sekunde auskosten. Eddy schmiegte sich an die gewaltige Brust von Garlyn und entspannte sich. Seit einer gefühlten Ewigkeit konnte er abschalten und einfach nur er selbst sein. Innig küsste er Garlyn von unten auf die Kehle.


    "Ich liebe Dich", sagte er schlicht. Drei Worte, in denen alles lag.

    Edwin schaute Garlyn in die Augen, sein Blick war ernst, aber nicht unfreundlich. Einen Augenblick später wischte er Garlyn eine imaginäre, lockere Haarsträhne nach hinten. Ein schlichter Vorwand um ihn erneut zärtlich zu berühren.


    "Mächtige Worte Garlyn, ich liebe Dich auch. Es gibt keinen Grund Angst zu haben. Wir gehören zusammen, teilen uns ein Zuhause und noch wesentlich mehr. Du warst für mich stark, als ich dermaßen schwach war, dass ich mich selbst schon aufgegeben hatte. Im finstersten Abgrund, wo ich meine Leute und fast mein Leben verloren hatte fand ich Dich. Und trotz des ganzen Leids war da auf einmal Hoffnung. Und etwas später Liebe. Was immer Du tust Garlyn, bleib. Du gehörst an meine Seite und ich an Deine", antwortete Eddy und küsste Garlyn fest auf den Mund.


    Edwin rutsche so nah wie der konnte zu Garlyn auf und deckte sie beide mit einer dicken, flauschigen Decke zu.

    "Entspann Dich und schlaf, ich halte Dich und bleibe wach bis Du eingeschlafen bist", sagte er und erneut stahl sich ein Lächeln auf Eddys Gesicht.


    Garlyn war angekommen und er damit auch. Es würde gut werden, zwar nicht leicht, aber gut. Das wusste er.

    Die Geste sich nicht auf ihm abzulegen, ließ Eddy lächeln. Er lächelte nicht oft, dafür grinste oder schmunzelte er. Aber die kleine, liebevolle Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht und ein warmes Gefühl ins Herz. Garlyn konnte purer Zucker sein und gerade war er es. Der Rotschopf lächelte ebenfalls auf ihn herab, doch dann fror sein Gesicht langsam ein und ein melancholischer Ausdruck machte sich darauf breit. Sanft streichelte Garlyn ihm über die Haare und als dieser die Hand zurückzog, ergriff Eddy sie, hielt sie fest und küsste auf die Handfläche.


    "Warum auf einmal so wehmütig Garlyn? Was ist los? Traurig wegen der Vergangenheit? Angst vor der Zukunft? Du kannst mit mir reden. Du warst immer für mich da, ich halte es ebenso. Also was schmerzt Dich?", fragte Eddy und zog Garlyn zu sich herab. Zeitgleich drehte er sich zur Seite, so dass sie beide auf der Seite lagen und sich in die Augen schauten.

    "Wir passen wunderbar zusammen, das unterschreibe ich", stimmte Edwin zu und machte sich seinerseits daran einige Decken zusammen zu sammeln. Er breitete die übereinander aus, so dass sie eine weiche und gemütliche Unterlage hatten.


    Als Garlyn mit den Kissen zurückkam, nahm Eddy sie ihm ab und baute ihnen daraus ein Kuschelnest, in dass sie sich hineinschmeigen konnten. Eddy war so frei sich zuerst hinein zu legen und mit dem Hintern keine Kuhle zu schaffen. Sobald er richtig lag, breitete er die Arme aus, um Garlyn einzuladen. Eine der Decken hatte er aufgehoben, damit sie sich zudecken konnten.


    Ob Garlyn noch fror, wusste Eddy nicht, aber das wohlige Gefühl würde Garlyn zu schätzen wissen.

    "Komm her zu mir", forderte Eddy gut gelaunt.

    Eddy schmiegte sich fester an Garlyn, er genoss das Gefühl der Stärke, die sein Schatz ausstrahlte.


    "Ich habe doch mein eigenes, rothaariges Biest. Ich gucke mir nur die heiße Vorführung an", raunte Eddy zurück und kraulte Garlyn dabei den Rücken. Wie gerne hätte er mit Patti und Theodor gleichgezogen, natürlich nicht in der harten Art der Ausführung. Sanft küsste er Garlyn auf die Schulter und lehnte wieder seinen Kopf gegen den von seinem Mann.


    "Er sieht auch nicht ungefährlich aus. Vor allem hat er einen Ton am Kopf. Warum hat Dorian ihn entführt? Das muss eine schwere Aufgabe gewesen sein", gibbelte Eddy. Die Vorstellung den Sack Flöhe namen Patti den ganzen Tag zu hüten, stellte er sich verdammt schwer vor.


    "Wollen wir uns hier eine Kisseninsel bauen, damit wir uns vor dem Kamin langlegen können? Hast Du Lust?", fragte Eddy und schaute sich nach Decken und Kissen um. Die Auswahl war gigantisch.