Sechsunddreißigster
Eintrag
Unser spezielles System in der Formation Spur der
Tränen hat uns wieder!
Wir
haben umgehend die beiden Beiboote ausgeschleust und fliegen den
einzigen Körper von Interesse an: Den Gasriesen, in dessen
Atmosphäre wir die Struktur fanden.
Für
ein kurzes Unterfangen wie dieses reichen unsere Vorräte schon noch
aus.
Auch
wollen wir die Tanks möglichst füllen. Wir verfügen nach wie vor
über kaum Barschaft, logischer Weise. Besser ist es da, etwas
mitzuführen, was man verkaufen könnte.
Vielleicht
können wir etwas Kraftstoff versilbern, wenn wir unbedingt Vorräte
kaufen müssen.
Die
Struktur wiederzuentdecken, das ist ein enormes Unterfangen und gut
acht terranische Standardtage mag es uns nicht gelingen. Ich mache
mir langsam Sorgen ob unserer Verbrauchszahlen.
Dann
findet man jedoch uns!
Gewisse
Lichsignalisierungen leiten uns auf dem Weg in die tieferen Schichten
des Gasriesen hinein.
Die
Hülle unseres Schiffes kracht und knackt doch in zugegebener Maßen
irrationalen Draufgängertum steigen wir weiter hinab. Hinaus
schaffen wir es alleine auf keinen Fall wieder. Man hilft uns, man
stellt wieder her, was beschädigt wurde oder wir sterben hier alle
und das sehr bald.
Bemerkenswerter
Weise bleibt die Crew sehr ruhig.
Zu
einem gewissen Teil mag das alles tatsächlich einem Trotz oder purer
Gleichgültigkeit geschuldet sein:
Wir
wollten nicht mehr hier her und doch befinden wir uns nun, fast am
Ende unserer erfolgreichen Expedition, in genau einer solchen alles
gefährdenden Situation wieder.
Uns
wird schmerzhaft bewusst, daß das weitere Entziffern oder gar
Anwendung dieser fremdartigen Sprache zu keinem Zeitpunkt eine echte
Priorität darstellte und so können wir kaum etwas von dem
verstehen, was uns da an Kommunikation erreicht.
Doch
hindert uns die Verlegenheit nicht daran, freudig unser eigenes
Unvermögen lauthals hinauszuposaunen.
Bis
zu einem bestimmten Punkt...
An
diesem empfangen wir ein einziges Wort: STOP
Unsere
beschädigten Triebwerke geben ihr Bestes, den weiteren Fall in den
gnadenlosen Schlund dieses Quell an Gravitation zu bremsen. Doch es
ist und bleibt bescheiden.
Allerdings
sind die Wesen schnell heran und uns bleibt neben dem Filmen nur das
Öffnen unseres leeren Hangars. Vielleicht... nutzen sie diesen Weg
der Kommunikation ja wirklich?
Durch
uns unbekannte Kräfte werden kupferrote Bauteile aus einer
Wolkenformation getragen, in welcher wohl der Komplex momentan
schwebt.
Stück
für Stück werden diese an den alten Antrieben statt nun montiert.
Unser ganzes Schiff gleicht dem Zentrum eines Schwarms von...
technologisch hochgerüsteten Tintenfischen, die greller und wilder
gar nicht schillern können.
Nach
einiger Zeit scheinen die Arbeiten abgeschlossen, auch unsere
beschädigte Hülle wurde massiv verstärkt, so wie es scheint. Wie
dies alles möglich war? Was überhaupt passiert ist?
Auf
jeden Fall haben sie all unsere entwendeten Werkzeuge und
Technologien in den Hangar zurück gebracht. Und offensichtlich eine
ganze Reihe von Ersatzteilen mit geliefert.
Wir
nutzen die wenigen Möglichkeiten unsere Dankbarkeit zu zeigen.
Zurück erhalten wir etwas, daß wir wie folgt entziffern:
Seit
langem hat uns niemand mehr gebraucht. Diese Abwechslung war
willkommen. Wir werden weiterhin hier sein.
Mit
diesem neuen Rätsel und einem Schiff, daß sich deutlich
leistungsfähiger präsentiert, ziehen wir weiter.