Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Die Auslesung von Benito

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Benito
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Die Auslesung von Benito

#1

Beitrag von Benito » So 23. Sep 2018, 17:32

Die Auslesung von Benito


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č Linhard und Verrill Zeit, sich voneinander zu verabschieden und lie├č sie allein. Er hatte ohnehin noch etwas vor und begab sich zur Heilstube von Benito. Er klopfte an und trat ein. ┬╗Sie schon wieder?┬ź, fragte er verwundert, als er den Leibgardisten Etienne entdeckte, der gerade in eine Schublade schaute. Hastig verschloss er sie wieder, gr├╝├čte ihn und nahm Aufstellung vor dem Empfangstresen, als w├╝rde er dort der Ankunft von Benito harren. Ciel sch├╝ttelte den Kopf und stellte sich dazu, um ebenfalls darauf zu warten, dass der Heiler sich nach vorn bequemte.

Benito
Benito hatte die T├╝rglocke geh├Ârt und ging wie ├╝blich nach vorne. Am liebsten h├Ątte er auf dem Absatz wieder umgedreht. Allerdings nicht wegen Etienne, ├╝ber ihn freute sich Ben sehr, sondern wegen Ciel. Sie waren nicht gerade aus Freunde auseinander gegangen und so wie der junge Prince guckte, frage sich Ben, wie lange er noch seinen Kopf auf den Schultern hatte. "Ich gr├╝├če Euch Hoheit, womit kann ich Euch helfen?", fragte er respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Damit, dass Sie mich begleiten┬ź, sprach Ciel neutral, w├Ąhrend er Benito aufmerksam musterte. ┬╗Folgen Sie mir zu Davard. Jules ist leider nicht vor Ort, aber der Marquis wird ihn w├╝rdig vertreten, dessen bin ich sicher.┬ź

Benito
Benito warf Etienne einen hilfesuchenden Blick zu und h├Ąndigte ihm den Schl├╝ssel f├╝r die Heilstube aus. Sei so gut und schlie├če hinter mir ab, oder warte hier. Wie Du m├Âchtest. Ich hoffe ich bin bald wieder zur├╝ck", sagte Benito. Aber es klang so, als w├╝sste er dies selbst nicht so genau. Er dr├╝ckte Etienne den Schl├╝ssel in die Hand und folgte dem Princen. "Was m├Âchtet Ihr von Marquis von Hohenfelde?", fragte Ben obwohl ihm bewusst war, was der Prince vorhatte.

Etienne de Sonzier
┬╗Ich komm besser mit┬ź, knurrte Etienne, w├Ąhrend seine Finger beim Umfassen des Schl├╝ssels ├╝ber die von dem Heiler strichen. ┬╗Ich nehme an, es geht um keine Kleinigkeit, wenn Davard von Hohenfelde ins Spiel kommt. Der alte Kauz k├Ânnte ├ärger machen.┬ź Sein wahres Anliegen sah anders aus - er wollte bei Benito sein und ihm beistehen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Meinetwegen, wenn Sie es f├╝r n├Âtig erachten ... ich werde Ihnen nicht vorschreiben, wie Sie Ihren Dienst zu verrichten haben; daf├╝r sind Boldisz├ár und Massimo zust├Ąndig. Und Sie┬ź, sprach Ciel zu Benito, ┬╗werde ich auslesen lassen.┬ź Der Prince ging vor, gefolgt von Benito, w├Ąhrend Etienne wie angewiesen die T├╝r abschloss. Er gab einem Dienstboten Bescheid, Davard nach unten zu schicken und f├╝hrte die beiden in den Verh├Ârraum. ┬╗Setzen Sie sich┬ź, befahl er Benito.

Benito
Benito setzte sich auf den Verh├Ârstuhl und musterte Ciel eindringlich. "Erachtet Ihr dies f├╝r n├Âtig?", fragte er etwas verunsichert. "Wir k├Ânnten auch so ├╝ber die Thematik reden, ohne das Euer Magier in meinen Gedanken lesen muss Herr", sagte der Heiler.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das ist n├Âtig┬ź, stellte Ciel unmissverst├Ąndlich fest. ┬╗Ich m├Âchte Ihre Gef├╝hle sp├╝ren und genau sehen, was sie da getrieben haben. Bis Davard hier eingetroffen ist, k├Ânnen Sie mir berichten, warum Etienne so oft krank ist und ob er ├╝berhaupt noch diensttauglich ist.┬ź

Benito
Benito nickte geflissentlich. "Etienne ist gesund und diensttauglich, er kam nur so oft zu mir, nun da wir miteinander gesprochen haben. Er interessiert sich f├╝r Medizin und wir beide sind mehr als nur Freunde, versteht Ihr? Ihr m├╝sst nicht um seine Gesundheit besorgt sein. Ich verstehe Eure Sorge, aber Ihr wisst wozu ein Hohenfelde in der Lage ist?", fragte Ben zerknirscht.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das wei├č ich - ich bin mit einem verwandt┬ź, antwortete Ciel freundlich. ┬╗Ich wei├č aber auch, dass Davard ein sehr korrekter Mensch ist, zumindest habe ich ihn bisher nicht anders erlebt. Er wird Sie nur so viel ├Ąrgern, wie ich ihn darum bitte. Sie und Etienne sind ein Paar?┬ź Er guckte zwischen ihnen hin und her und versuchte, zu verstehen, was man als junger Gardist an einem Lustgreis mit Halbglatze reizvoll finden k├Ânnte.

Benito
Benito guckte etwas pikiert. "Ihr seid mit ihnen allen verwandt Herr, genauso wie sie mit Euch. Aber sei es drum, ich kann mich eh nicht dagegen verwehren. Dann seht Ihr, dass ich es nicht b├Âse gemeint habe", erkl├Ąrte Ben und verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust, als k├Ânnte ihn das besch├╝tzen.

Davard von Hohenfelde
Es klopfte kurz, dann betrat Dave den Raum. Er verneigte sich vor Ciel und gr├╝├čte die anderen beiden Anwesenden mit knappem Nicken. "Ihr habt nach mir schicken lassen, Eure Majest├Ąt?", sagte Dave freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kniff die Augen zusammen, als Benito ihn belehrte, aber bevor er etwas erwidern konnte, trat der Geistmagier ein. ┬╗Schlie├čen Sie die T├╝r. Es geht um die Auslesung von Benito, da mein Bruder Gregoire sich ├╝ber eine Untersuchung beschwert hat. Dieser Beschwerde m├Âchte ich auf den Grund gehen und dabei mitlesen. Bitte seien Sie so freundlich und denken Sie an Ihre Schweigepflicht. Mein Bruder sch├Ątzt es nicht, wenn seine pers├Ânlichen Belange breitgetragen werden.┬ź Ciel sagte dies in einem Tonfall, der eine unmissverst├Ąndliche Warnung enthielt, denn Davard w├╝rde nun erfahren, welche Besonderheit dem Mann seines Neffen innewohnte.

Davard von Hohenfelde
Dave verschloss die T├╝r und nickte zur Best├Ątigung. "Mein Schweigen ist Euch und jedem Eurer Familie gewissen Herr. Ich werde mich zuerst mit Euch und dann mit Benito verbinden", erkl├Ąrte Dave und setzte sich dem Heilmagier gegen├╝ber. Zuerst konzentrierte er sich einen Moment, dann schaute er Ciel in die Augen um den mentalen Kontakt mit ihm herzustellen. Als Ciel sp├╝rte dass Dave ihn quasi magisch bei der Hand nahm, starrte dieser Benito in die Augen und drang in den Geist des alten Heiler eins. Zuerst sp├╝rte Ciel so etwas wie Unbehagen, so als ob der Heiler sich wehren wollte, aber es war nur die erste Schutzreaktion, die jeder Geist und Verstand aufrief, wenn ein fremder Gedanke im eigenen Hirn auftauchte. `Was genau w├╝nscht Ihr zu lesen? Wonach suche ich?┬┤, fragte Dave freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Benito hat meinem Bruder Gregoire den Urogenitaltrakt auf eine Weise untersucht, die diesem sehr unangenehm war. Benito hat auf Nachfrage behauptet, nur der ├Ąrztlichen Sorgfalt nachgekommen zu sein. Ich m├Âchte, da mir mein Bruder sehr am Herzen liegt, erfahren, was genau Benito zu diesen wiederholt stattfindenden Untersuchungen getan hat - und was er dabei empfand. Gregoires Einverst├Ąndnis dazu liegt mir vor und das von Benito ben├Âtige ich nicht.ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
`Ich verstehe┬┤, antwortete Dave und schob Benitos Bewusstsein einfach mental zur Seite, so dass er nur noch Zuschauer in seinem eigenen Geist war. Da weder das Einverst├Ąndnis, noch die Meinung von Benito gefragt war, musste er sie bei der Auslesung auch nicht st├Âren. Ciel sp├╝rte wie sich die Seelenf├Ąden von Dave fester um seine eigene Seele schlangen, ehe er damit anfing im Geist von Benito zu st├Âbern, wie in einem Lexikon. Sie zogen vorbei an Erinnerungen mit denen sie nichts anfangen k├Ânnten, da der Verstand von Benito dabei ├╝ber medizinische Dinge nachdachte. Dave hielt einfach Ausschau nach Gregoire. Die j├╝ngsten Erinnerungen lagen nicht weit zur├╝ck, denn Benito hatte erfahren, dass Gregoire schwanger war. Dave stutzte, aber die Erinnerung erkl├Ąrte auch gleich wieso. Benito freute sich dar├╝ber, dass Verrills K├Ârper auf diese weise damit bewies, dass er tats├Ąchlich einwandfrei funktionierte. Auch wenn eine Schwangerschaft hochgradig gef├Ąhrlich f├╝r ihn war. Benito hatte gehofft, dass er Verrill die Schwangerschaft ├╝ber begleiten und jede Ver├Ąnderung und jeden Zustand von ihm notieren konnte um seine Aufzeichnungen ├╝ber diese seltene Form eines Hermaphroditen aufzeichnen zu k├Ânnen. Und selbstverst├Ąndlich hatte er nicht vor, dieses Wesen zu verlieren. Besonders bereitete ihm der extrem schlanke K├Ârperbau von Verrill Sorgen, wie das Bindegewebe, dass keiner Frau glich. Benito konnte nicht sagen ob es ein Mix aus m├Ąnnlichem und weiblichen Bindegewebe war, so dass Verrill einen Schwangerschaftsbauch ausbilden konnte, oder ob das Kind wie in einem viel zu engen Beh├Ąlter eingeschn├╝rt fr├╝h auf die Welt geholt werden musste. All dies wollte der Heiler gerne dokumentieren. Aber Verrill hatte sich ihm w├Ąhrend dieser Untersuchung verweigert und sich nicht von ihm anfassen lassen. Dave hielt dort inne, damit Ciel die Erinnerung auf sich wirken lassen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sog alle Informationen in sich auf, auch die scheinbar belanglosen Gedankenfetzen, die immer mal wieder vorbeischwirrten, da er selbst als Bluthexer ebenso ein medizinisches Grundwissen besa├č und mehr daraus deuten konnte als Davard. Bislang war hier nichts zu finden, was ihm Sorge bereiten sollte. Aber noch kratzen Sie an der Oberfl├Ąche. ÔÇ║WeiterÔÇ╣, bat Ciel.

Davard von Hohenfelde
Er sp├╝rte Daves Zustimmung und der Magier bohrte tiefer, viel tiefer. Verrill war j├╝nger, vielleicht 15 oder 16 Jahre alt und er war auf einem Behandlungsstuhl festgeschnallt. Man sah ihm an, dass er Schmerzen hatte, aber die Erinnerung zeigte erst nur sein schmerzverzerrtes und dennoch etwas weggetretenes Gesicht. Der Heiler musste ihm etwas verabreich haben. Worauf dann der Blick fiel war klar - auf sein Geschlecht. Der Heiler hatte f├╝r Dave seltsames Besteck zwischen Verrills Beine versenkt und hantierte in Tiefen herum, dass Ciel die Ersch├╝tterung des Geistes von Dave sp├╝rte. Der Magier schaute sich genau wie Ciel Verrill an. Er konnte in Verrills Natur nichts Widernat├╝rliches entdecken, es war alles harmonisch miteinander verbunden. Da h├Ątte er auch eine Schnecke im Garten verurteilen m├╝ssen. Nein Verrill war anders, aber nicht abnorm. Aber der Benito schien diese Andersartigkeit weder als Norm noch Abnorm zu sehen, denn er untersuchte, schaute, und notierte alles fein s├Ąuberlich, w├Ąhrend Verrill mit weit gespreizten Beinen und ge├Âffneter Scham vor ihm lag. Der Heiler lie├č von seinen Unterlagen ab und beide sahen wie Verrill K├Ârper zusammen zuckte, aber Heiler Gewebeproben aus ihr entnahm. Es dauerte ziemlich lange, bis er mit der Prozendur fertig war. Er zog das Besteck aus seinem "Forschungsobjekt" nur um neues einzuf├╝hren, um sich erneut einen noch besseren Einblick in die K├Ârpertiefen verschaffen zu k├Ânnen.

Ciel Felicien de Souvagne
Davard sp├╝rte einen Stich von Ciels Geist, als dieser in Wut entflammte. ÔÇ║Gregoire w├Ąre wohl kaum derart sediert, w├╝rde er freiwillig so dort sitzenÔÇ╣, wetterte er. ÔÇ║Was sind das f├╝r Proben? Und ich will wissen, ob es rein wissenschaftlicher Voyeurismus ist oder ob ein weiteres niederes Trachten namens Lust damit einhergeht!ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
Dave lie├č die Gef├╝hle der Erinnerung zu, nicht rein die bildlichen Fakten. Lust steckte nicht dahinter, Benito empfand keine Lust. Er begehrte Verrill nicht, f├╝r ihn was Verrill ein v├Âllig fremdartiges und absolut faszinierendes Wesen, von dem er beschlossen hatte die komplette Natur zu erfassen, zu vermessen und schriftlich festzuhalten. Mit dieser Arbeit wollte in die Geschichte der Heiler eingehen. Dies war sein Verm├Ąchtnis, dass er der Welt hinterlassen wollte. Eine komplette Arbeit ├╝ber einen perfekten Vitabolismus zuz├╝glich Aufzeichnungen, Proben, Modelle und nach dem Ableben den eisgek├╝hlten Leichnahm, oder zur Not in Alkohol eingelegt um ihn f├╝r die Nachwelt zu konservieren. Der Benito der Erinnerung beendete seine innere Rundschau, sterilisierte seine H├Ąnde und tastete Verrill innerlich wie ├Ąu├čerlich ab, ehe er alles verma├č und fein s├Ąuberlich in eine Tabelle eintrug. Die dicke der Krankenakte beziehungsweise der Aufzeichnungen lie├č darauf schlie├čen, wie oft er Verrill bis dato schon untersucht hatte. Und selbst diese Untersuchung war mittlerweile 10 Jahre alt. So lange lag diese Erinnerung zur├╝ck. Alles was Ciel sp├╝rte war die Neugier eines Forschers, der zur Not sogar bereit war, sein Objekt zu sezieren.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Die ProbenÔÇ╣, bat Ciel. Er war erleichtert, dass der widerliche alte Greis nicht auch noch l├╝stern gewesen war, dennoch war er noch immer im h├Âchsten Ma├če besorgt. ÔÇ║Was sind das f├╝r Proben? Fragen Sie Benito mental, wenn Sie solche medizinischen Detailerinnerungen nicht auslesen k├Ânnen.ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
`Ja mache ich Moment bitte┬┤, bat Dave und zwang Benito mental auf Ciels Fragen zu antworten. `Zellproben von seinem Muttermund, seiner Schleimhaut, Eizellen, alles um es haargenau zu untersuchen unter dem Glas und es in Eis und Alkohol zu verwahren. Falls es irgendwann erneut ein Lebewesen wie ihn geben sollte. Und nat├╝rlich was wichtig ist, um meine wissenschaftlichen Forschungen und Thesen mit Beweisen f├╝r die Nachwelt zu untermauern. Verstehen Sie das nicht? Er ist so etwas wie ein Gem├Ąlde der Natur. Ein Kunstwerk dass es nur alle hundert Jahre gibt, wenn ├╝berhaupt. Wie k├Ânnte man so etwas auf dem Dachboden verstauben lassen? Man fertig Expertisen dar├╝ber und stellt es aus, so etwas geh├Ârt in die Geschichte und ausgestellt, damit jeder Mediziner davon profitieren und lernen kann. Man hat so viel von ihm zu lernen. Wussten Sie, dass alle Menschen im Genitale offen sind? Die Narbe die Sie als Mann in dem Bereich tragen, ist genau die Narbe die sich als S├Ąugling im Mutterleib schlie├čt. Bei der Frau bildet sich daraus das weibliche Genital. Und bei Verrill bildete sich beides. Geschlossen wo es geschlossen sein muss, die ├ľffnung dort wo sie ben├Âtigt wird, in absoluter Harmonie. Also was ist richtig, was falsch oder bestand schon immer das dritte Geschlecht? So etwas muss erforscht werden┬┤, antwortete Benito bevor ihn Dave zum Schweigen brachte. `Reicht Euch die Antwort Herr?┬┤, fragte Dave mit unterdr├╝ckter Wut.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Sie haben potenzielle Prinzen und Prinzessinnen entnommen, BenitoÔÇ╣, w├╝tete Ciel gedanklich. ÔÇ║Meine ungeborenen Neffen und Nichten! Noch pers├Ânlichere Proben kann man nicht entnehmen. Ausstellen? Wissen Sie was - SIE werden ausgestellt werden am Pranger! Mit genau solch einem Werkzeug versehen, welches Ihren Allerwertesten f├╝r die ├ľffentlichkeit spreizt! Beim Ausma├č der Spreizung wird unser verehrter Scharfrichter sich an das Ma├č halten, welches Sie bei Ihren Untersuchungen vorgaben. Davard, bitte finden Sie heraus, ob Benito weitere Menschen derart unethisch untersuchte!ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
Dave durchsuchte die Erinnerungen von Benito und fand noch weiter zur├╝ckliegend einen scheinbar kleinen Jungen, der nicht ganz so ausgepr├Ągt war wie Verrill, aber der auf ├Ąhnliche Weise untersucht worden war. Man sah ihn noch einige Male in der Erinnerung des Heilers vorkommen, manchmal sogar zeitgleich mit Verrill in einer ganz ├Ąhnlichen Position zum direkten Vergleich. Aber Jahre sp├Ąter sah man den kleinen Jungen nicht mehr.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Wer ist dieses Kind?ÔÇ╣, wollte Ciel wissen. ÔÇ║Warum ist es aus den Erinnerungen verschwunden?ÔÇ╣ Davard sp├╝rte Ciels h├Âchste Besorgnis, als er sich vorstellte, wie der kleine Mensch von Benito im Namen der Wissenschaft geopfert und seziert wurde.

Davard von Hohenfelde
Dave teilte die Sorge und durchst├Âberte die Erinnerungen des Heilers. Aber es war keine Erinnerung an einen Mord, eine fahrl├Ąssige T├Âtung oder eine Sezierung zu finden. Im Gegenteil, der Heiler schien diesen kleinen Jungen vermisst zu haben, der scheinbar f├╝r ihn ohne Grund seinen wichtigen Behandlungen fern blieb. Voisine, war sein Name - Kabir Voisine. Wo der kleine Kerl abgeblieben war, wusste Benito nicht und das ├Ąrgerte ihn sehr.

Ciel Felicien de Souvagne
Kabir! Ciel kannte diesen Jungen aus der Erinnerung von Silvano. Kabir hatte im selben Heim gelebt. Wie es ihm heute ging, nachdem er von Benito derart behandelt worden war und anschlie├čend seine Kindheit im Heim verbringen durfte, w├╝rde Ciel gern erfahren. Vielleicht sollte er in diesem Kinderheim nachfragen, wohin Kabir sein Weg gef├╝hrt hatte. Ciel war froh, dass es ÔÇ║nurÔÇ╣ zwei Opfer von Benitos Forscherdrang gab. ÔÇ║Bitte pr├╝fen Sie noch, ob Benito auch an Etienne irgendetwas erforscht oder was die beiden wirklich verbindet. Sicher ist sicherÔÇ╣, bat Ciel besorgt, da er Etienne, wie die anderen Leibgardisten von dessen Einheit, seit Jahren kannte und sch├Ątzte.

Davard von Hohenfelde
Dave las die Erinnerungen von Benito bez├╝glich der Beziehung von Etienne und dem Heiler aus. Diese Erinnerungen waren frisch, die Gef├╝hle verworren, eine Mischung aus Gl├╝ck und Unglauben und Begierde. Das Gef├╝hl f├╝r Etienne war echt. Und noch etwas schwang mit, die Freude ├╝ber das Interesse an seinem Beruf.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Ich wusste nicht, dass Etienne sich f├╝r Heilkunde interessiertÔÇ╣, meinte Ciel anerkennend. Er war, was das Verh├Ąltnis von Benito zu seinem Leibgardisten anbelangte, zufrieden mit dem, was Davard ihm gezeigt hatte. ÔÇ║Davard, w├╝rden Sie noch in anderen Bereichen nachforschen oder sch├Ątzen Sie es so ein, dass wir hier fertig sind?ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
`Wir sind nicht fertig. Euer Vater hat Euch ohne federlesen mit aller Brutalit├Ąt besch├╝tzt, so einen Vater h├Ątte ich mir gew├╝nscht. Warum hat Euer Vater Euren Bruder... also sagt man das ├╝berhaupt so? Also Greg ├╝berhaupt immer wieder zu Benito geschickt? Was hat der Mann ihm erz├Ąhlt? Und ab wann fing das an? Wo beginnen die Aufzeichnungen? Wo kann ich mir denken, aber ich muss das wissen. Ihr kennt Kabir, wir sollten da gleich dr├╝ber reden, falls Ihr m├Âgt┬┤, antwortete Dave und durchsuchte die Erinnerungen von Benito. Er war dabei gewesen, das die Duchesse Nathalie Gregoire entbunden hatte. Direkt nach der Geburt hatte er das kleine W├╝rmchen zum erstenmal untersucht, gr├╝ndlicher als es n├Âtig gewesen w├Ąre. Aber nicht auf diese drastische Art wie Jahre sp├Ąter. Er hatte es den Eltern zu erl├Ąutern, was mit ihrem Sohn nicht stimmte - er hatte Perfektion zu erkl├Ąren, die in einer Welt wie dieser keinen Platz fand. Au├čer bei ihm im Labor, wie Benito fand. Er erkl├Ąrte ihnen, dass man die Entwicklung von Verrill ├╝berwachen musste, damit es nicht zu sp├Ąteren Missbildungen kam. Und ob sich beide Auspr├Ągungen gleich entwickelten. Dass man eventuell sein weibliches Genital f├╝r den Verkehr anpassen musste, vielleicht war dieses auch nur optisch und nicht funktionsf├Ąhig, so dass man es verschlie├čen konnte und sollte. All dies w├Ąre zu ├╝berwachen zu ├╝berpr├╝fen, damit sich das kleine Wesen normal entwickelte. Welche Eltern h├Ątten ihm nicht geglaubt, nach dem was sie sahen. Ciel sah, dass weder Nathalie noch Max Abscheu empfanden. Die Duchesse hielt das kleine W├╝rmchen fest im Arm, die freie Hand klammerte sich an Max. Maximilien schien von der Vorstellung genauso wenig begeistert zu sein, wie seine Frau, aber je l├Ąnger Benito redete und erkl├Ąrte, je logischer erschien es den beiden, oder besser gesagt je n├Âtiger. Als Benito die Eltern verlie├č, war die letzte Erinnerung eine weinende Nathalie, die gar nicht so kalt her├╝berkam wie man sie sonst erlebte und ein Maximilien der das W├╝rmchen auf seinem Schoss hatte und zeitgleich seine Frau tr├Âstete.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Der Kerl hat meinem Vater und Verrills Mutter eingeredet, dass mein Geschwisterchen krank sei!ÔÇ╣, w├╝tete Ciel. ÔÇ║Eine Missgeburt! Hat er das auch Verrill eingeredet? Bringen Sie das unbedingt in Erfahrung! Wer hat Verrill gesagt, sie sei ein Monster? Sie sprach immer davon, aber bislang glaubte ich, dies sei ihr eigenes Gedankengut! Gerade eben habe ich daran h├Âchste Zweifel!ÔÇ╣ W├╝tend blickte Ciel in Richtung des Heilers. ÔÇ║Kabir ist ein Kind, das ich ├╝ber eine Auslesung kennenlernte. Es stammt aus dem selben Heim wie mein Freund, der junge Chevalier de Mancini. Ich w├╝rde Kabir gern aufsuchen. Zum einen, um ihn kennenzulernen, zum anderen, da Silvano ihn vermisst. Und wom├Âglich war auch Kabir ein Agentensohn, wenn er in dieser Zeit pl├Âtzlich zum Waisen wurde. Verrill m├╝sste es wissen, zumindest aber mein Vater ... wenn Kabir und Verrill gleichzeitig hier untersucht worden sind, m├╝ssen die Eltern bei Hofe bekannt sein.ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
Dave durchsuchte die Gedanken von Benito und Ciel hatte zu seinem Leidwesen Recht. Benito hatte die Eltern davon ├╝berzeugt, dass man mehr noch als bei einer Frau bei Verrill auf die Vorsorge achten musste. Und diese musste in aller Fr├╝he beginnen, da er nicht nur etwas Besonderes war, sondern da sich laut Benitos Aussage auch keine Prognose dar├╝ber treffen lie├č, wie sich der kleine Wurm entwicklen w├╝rde. Bestenfalls so wie er geboren wurde, schlimmstenfalls so, dass ein Eingreifen n├Âtig war, falls man ├╝berhaupt eingreifen konnte und nicht der ganze K├Ârper in der Reifung total verr├╝ckt spielte und deformierte. Die einzige M├Âglichkeit dies schnell und sicher genug zu erknennen war st├Ąndige Kontrolle um jede noch so kleine Ver├Ąnderung sofort zu bemerken. Und das was er den Eltern erkl├Ąrt hatte, das erkl├Ąrte er auch Verrill, seit dem sie bereit war ihn zu verstehen. Sie h├Ârte dies seit dem sie vier Jahre alt war. Sie war krank, weil sie anders war und man musste sie genau im Auge behalten, damit sie nicht v├Âllig deformiert aufwuchs, oder sich so entwickelte. Ciel sah dabei in die gro├čen hellblauen Augen seines "Bruder" w├Ąhrend Benito ihm das erkl├Ąrte, ihm erkl├Ąuterte wie sich vielleicht seine Knochen verformten oder seine Brust als Erwachsener, wenn man nicht aufpasste. Und er sah, was sonst kaum einer sah, wie sich Verrills Kinderaugen mit Tr├Ąnen der Angst f├╝llten. Er wollte kein Monster werden, aber von werden sprach hier keiner... er war eines, dem man es nur noch nicht ansah. Und dies sollte laut Benito so bleiben.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Es wird wohl nicht bei einer rektalen Innenschau am Pranger bleibenÔÇ╣, meinte Ciel kalt. Davard sp├╝rte die tiefe Trauer und ohnm├Ąchtige Wut, die der Prince empfand, aber auch die tiefe Liebe zu seinem Geschwisterchen. ÔÇ║So etwas kann nicht wieder gut gemacht werden. Keine Entschuldigung, keine Entsch├Ądigung kann je Verrills Selbstwertgef├╝hl wieder herstellen. BenitoÔÇ╣, wandte Ciel sich nun direkt an den Heiler, ÔÇ║was meinen Sie? Wie sollte ich Sie bestrafen, hm?ÔÇ╣ Er musterte den alten Mann angewidert und attestierte Etienne gedanklich einen sauschlechten Geschmack. Aber wahrscheinlich wusste der gar nichts davon, wenn Benito seine ├Ąrztliche Schweigepflicht eingehalten hatte. ÔÇ║Wei├č Etienne eigentlich, was Sie f├╝r ein Widerling sind?ÔÇ╣

Davard von Hohenfelde
Dave lie├č Benito bewusst antworten und gab ihn etwas frei. `Sie missverstehen immer noch. Sie unterteilen die Wissenschaft in gut und b├Âse, fremdl├Ąndisch und souvagnisch, in Recht und Unrecht. Wissenschaft ist Forschung! Forschung ist Neugier und diese ist an keine dieser Ketten gebunden! Wo w├Ąren wir ohne die Neugier? Was w├Ąre erfunden worden? Was w├Ąre erforscht worden, wenn sich jeder von solchen Dingen aufhalten lassen w├╝rde? Verstehen Sie es nicht? Verrill mag einige unangenehme Minuten erlebt haben, aber ihr Nachlass f├╝r die Welt wird immens sein. Sie sind kein Mythos, ich habe es damit bewiesen, ich habe bewiesen dass die Suche mancher Menschen nicht n├Âtig w├Ąre, wenn wir alle von der Perfektion dieses Wesens w├Ąren. Und dass sie sich v├Âllig normal entwickeln. Eine nicht, aber ich denke sie fallen aus dem Raster. Die Natur erschafft st├Ąndig neue Modelle, testet aus, versucht sich neu. Stellen Sie sich doch Verrill einfach als n├Ąchsten Schritt der Menschheit vor. Hat dieses Modell Erfolg wird es bleiben, wenn nicht stirbt es aus. Aber es muss gesichert werden, alle Information dar├╝ber. Was glaubt Ihr ist Magie anders, als der Versuch der Natur den Verstand des Menschen auf eine andere Ebene zu heben? Das was normale Menschen mit den H├Ąnden tun m├╝ssen, tun Magier mit Gedanken. Wir sind doch keine einfachen Menschen wie die Normalsterblichen. Ebenso ist Verrill etwas v├Âllig Neues und zugleich uraltes, etwas dass man von den anderen selektieren muss etwas...┬┤, erkl├Ąrte Benito als der Sch├Ądel von Ciel in Schmerzen fast barst. F├╝r einen Sekundenbruchteil dachte er Benito hatte ihn angegriffen aber Dave hatte dem Heiler mit aller Gewalt die Faust in die Fresse gegraben und hielt sich nun selbst keuchend den Sch├Ądel da sie noch verbunden waren.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte irritiert, w├Ąhrend er sich wieder sammelte. Er schaute, ob Benito ├╝berhaupt noch bei Bewusstsein war und wie ├╝bel ihn der Schlag erwischt hatte.

Etienne de Sonzier
Etienne war ├Ąu├čerlich nichts anzumerken, daf├╝r war er zu diszipliniert. Innerlich jedoch schrie alles in ihm danach, den Magier von Hohenfelde an Ort und Stelle in St├╝cke zu rei├čen. Er fragte sich, was geschehen war. Benito hatte zwar einen schr├Ągen Humor, war jedoch ein zuverl├Ąssiger und gr├╝ndlicher Heiler, der sogar die Familie des Ducs medizinisch versorgte. Warum ging man nun mit ihm um wie mit einem Kriminellen? Etienne verstand es nicht und tiefer Hass erf├╝llte ihn, aber auch Verzweiflung. Er und Benito hatten sich gerade erst gefunden und nun sollte es derart enden? Sollte Benito der Block erwarten?

Davard von Hohenfelde
Dave sch├╝ttelte langsam den Sch├Ądel, da er sich fast selbst ausgeknockt hatte. Er musterte Ciel und stupste entschuldigend dessen Seele. Er umarmte sie kurz und ein w├Ąrmendes Gef├╝hl umfloss Ciels Inneres, ehe Dave ihn behutsam loslie├č. Benito seinerseits rieb sich den schmerzenden Kiefer und starrte Dave mit einer Mischung aus Unglauben und Angst an.

Benito
Benito streckte die Hand nach Etienne aus. "Sie verstehen es falsch, ich wollte ihm nicht schaden. Ich habe es gut gemeint, ich habe ihm kein Leid zugef├╝gt. Ihr versteht es falsch, Ihr denkt an Eure Familie. Ihr k├Ânnt mich nicht mit Eurem Abgrundpfuhl vergleichen. Oder denkt Ihr mein Bruder w├╝sste nicht, was bei Euch geschah? Ist Euch nicht bewusst, dass all dies h├Ątte wirklich geschehen k├Ânnen? Wenn sich eines schneller als etwas anderes entwickelt? Dass es zu Missbildungen h├Ątte kommen k├Ânnen? Habt Ihr einmal Missbildungen gesehen, die die Natur M├╝ttern zumutet? Allein eine Hasenscharte? Wisst Ihr was das wirklich ist?", fragte Benito und hielt sich den Kiefer.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Habe ich Ihnen einen entsprechenden Befehl gegeben, Davard?┬ź, fauchte Ciel und versuchte, die innerliche Umarmung abzusch├╝tteln. ┬╗Und unterlassen Sie die mentale Vertraulichkeit. Vielleicht h├Ątte ich doch lieber Maurice um die Auslesung bitten sollen.┬ź Er packte Benito mit der Hand an der Kleidung und schaute ihn sich an. ┬╗So was w├Ąre die Aufgabe von Dominique und nicht Ihre, Marquis!┬ź Er musterte den Heiler, um das Ausma├č der Verletzung zu untersuchen. ┬╗Wir hatten neulich einen Gast mit Hasenscharte im Palast. Robere hatte ihn mitgebracht. Was darf ich ihm von Ihnen ausrichten, was sein Freund ist? Sprechen Sie zu Ende. Was ist so etwas Ihrer Meinung nach wirklich?┬ź Ciel betrachtete Benito intensiv.

Benito
Benito schaute Ciel an. "Es ist nicht nur ein Riss in der Lippe, sondern auch der Kiefer und auch oft ist das Gaumendach betroffen, also auf. Das hei├čt, dass man dies bei den Kleinkindern verschlie├čen muss, damit sie als Erwachsene keine Probleme bekommen. Stellt Euch vor, Nahrung w├╝rde die Barriere Eures Gaumens einfach passieren k├Ânnen und w├Ąre im Nasenraum. Das meinte ich. Ist das Unrecht so einem Kind diese Gesundheitsgefahr zu nehmen und das im Auge zu behalten? Ich denke nicht und es muss behandelt werden. Wie glaubt Ihr fand man heraus, wo so ein Riss endet?", fragte Benito ruhig.

Davard von Hohenfelde
Dave lie├č Ciel mental los. "Ganz sicher h├Ąttet Ihr das tun sollen, ich teile Eure Auffassung vollumf├Ąnglich, sprich Maurice sollte ihn zuk├╝nftig auslesen oder wer auch immer", sagte Dave und musterte Benito. Bis zu einem gewissen Grad hatte der Heiler Recht, aber die Gef├╝hlsk├Ąlte mit der er meinte etwas erforschen zu m├╝ssen, erinnerte Dave an Alastair. Er trennte sich mental von Ciel, wer oder was Alastair war, ging Ciel nichts an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie haben Gregoire seelische und k├Ârperliche Gewalt angetan, genau wie dem anderen Jungen. Zudem haben sie Gregoires Eltern bewusst manipuliert - meinen Vater, den Duc! Ich wiederhole meine Fragen. Welche Strafe halten Sie f├╝r angemessen? Und wei├č Etienne, was f├╝r ein wandelnder Abschaum Sie sind?┬ź

Benito
Benito sch├╝ttelte vehement den Kopf. "Ich habe ihn untersucht, dass ist etwas anderes. Habe ich ihn aus Spa├č geq├Ąult? Habe ich ihn gefoltert? Habe ich irgendeine Form von Lust empfunden, wenn er litt? Nein! Und das lasse ich mir auch nicht unterstellen. Vielleicht war ich zu neugierig. Aber ich wollte ihm niemals schaden. Und genau die jetzigen Fragen Herr, sind sie nicht berechtigt? Kann dieser Bauch sich genug dehnen f├╝r ein Kind? Kann die H├╝fte ein Kind halten? Noch wichtiger kann sie ein Kind passieren lassen? Falls nicht, werden beide bei der Geburt sterben, wenn sich das niemand fragt und niemand bereit ist eine andere L├Âsung zu finden, wie zum Beispiel ein Kaiserschnitt, versteht Ihr denn nicht?", fragte Benito verzweifelt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch das verstehe ich. Berechtigen diese Fragen Sie dazu, meinen Bruder ohne das Wissen seiner Eltern derma├čen zu misshandeln und in seiner W├╝rde zu verletzen? Berechtigen sie Sie dazu, ihm Angst zu machen, anstatt Mut zuzusprechen? Dazu, den Duc zu bel├╝gen? Dazu, die Antwort auf meine Fragen zu verweigern? Dazu, ihre ├Ąrztliche Schweigepflicht zu brechen und hochsensible Familieninterna in Anwesenheit eines Gardisten auszusprechen, den ich nun zum Schweigen bringen muss?┬ź

Benito
Benito musterte Ciel grimmig. "Ich habe fragen gestellt, Sie reden doch die ganze Zeit ohne Punkt und Komma wo ich nur helfen will stellen Sie alles in Frage, ziehen meinen Arbeit in den Schmutz. Die ganze Forschung. Gut, ich beweise es Ihnen. Sie glauben mir ja immer noch kein Wort. Ich habe niemandem Angst gemacht, wie oft denn noch Herr. Ich habe Ihren Vater, seine Frau und jeden anderen einfach gewarnt. Wenn Sie eine Verletzung haben, w├╝rde ich Sie auch vor einer Entz├╝ndung warnen, nicht um Ihnen Angst zu machen, sondern um Sie zur Vorsicht aufzurufen. Aber sie wollen mich ja falsch verstehen, darum haben Sie auch diesen R├╝pel angeschleppt. Ich habe immer alles f├╝r Ihre Familie getan. Immer Herr und warum glaubt Ihr mir nicht? M├Âglicherweise habe ich meine Warnung oft wiederholt, aber welche Mutter sagt nicht, geh nicht mit Fremden mit, bis es ein Mantra wird. Warum? Sie will das Beste f├╝r ihren Spross und und ich wollte dies f├╝r meinen Patienten. Und wieso sollte Etienne zum Schweigen gebracht werden? Er hat nichts damit zu tun. Und er ist Leibgardist des Duc. Er ist ebenso zu besonderer Verschwiegenheit verpflichtet. Hat er keinen Diensteid geleistet? Wenn Ihr mich hasst, nur zu, wenn Ihr mich missversteht, in Ordung. Aber bitte lasst Etienne aus dem Spiel, er hat weder eine Untersuchung geleitet, noch wei├č er ├╝berhaupt was untersucht wurde", flehte Benito.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Jetzt ist es aber genug┬ź, keifte Ciel. ┬╗Etienne, erteilen Sie dem unversch├Ąmten Heiler einen Denkzettel.┬ź

Etienne de Sonzier
Mit sichtlichem Widerstreben kam Etienne heran und verpasste Benito einen Schlag ins Gesicht. Er schlug schw├Ącher zu, als er es in anderen F├Ąllen getan h├Ątte, dennoch konnte er nicht g├Ąnzlich bluffen und der Hieb riss Benitos Kopf herum. ÔÇ║Tut mir leidÔÇ╣, sagte Etiennes Gesicht.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Jetzt beantworten Sie mir endlich meine beiden Fragen und quatschen nicht weiter herum┬ź, verlangte Ciel. ┬╗Sonst wird der n├Ąchste Hieb Sie mental treffen.┬ź Er nickte kurz in Richtung von Davard.

Benito
Benito rieb sich die Wange und blinzelte Etienne zu. Er musste den Befehlen gehorchen genau wie er. Er war seinem Partner nicht b├Âse, aber Ciel umso mehr, da er Etienne dazu missbrauchte. Benito nickte geknickt. "Ich habe die Fragen vergessen, wiederholen Sie sie bitte und ich beantworte sie", sagte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Welche Strafe halten Sie f├╝r angemessen? Und wei├č Etienne, was f├╝r ein wandelnder Abschaum Sie sind?┬ź, wiederholte Ciel und betrachtete mit Genugtuung Benitos anschwellende Wange.

Benito
"Ich wurde ausreichend bestraft und ich bin kein Abschaum, folglich kann Etienne auch nicht von mir als Abschaum wissen. Ich glaube ich habe mehr Leben gerettet als jemandem auf die Robe getreten. Und nebenbei bemerkt, dass die Entwicklung so gut verlief, freute auch mich. Oder meint Ihr ich h├Ątte ihm B├Âses gew├╝nscht? Ihr k├Ânnt alles nachlesen, alles. Und Ihr k├Ânnt gerne mal die Exponate sehen die in der Medizinischen Fakult├Ąt stehen, wenn die Natur es mit Missbildungen sehr grausam meint", sagte Benito mit ├ťberzeugung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte Benito. ┬╗Sie wurden genug bestraft? So, meinen Sie? Wir haben doch noch gar nicht damit begonnen, wir sind noch beim Verh├Âr. Wir werden sehen, was Gregoire dazu sagt. Etienne, gehen Sie meinen Bruder holen.┬ź Der Gardist verneigte sich mit angespanntem Gesicht und machte sich auf den Weg, um Gregoire in den Verh├Ârraum zu bitten. Ciel nutzte die Zeit, um ein wenig mit Davard zu plaudern. ┬╗Ihre Familie ist doch kreativ┬ź, sagte er im Kaffeekr├Ąnzchentonfall. ┬╗Machen Sie einen Vorschlag zu Benitos Bestrafung.┬ź Ihm ging es weniger darum, dass er tats├Ąchlich Inspiration erhalten wollte, sondern mehr darum, Benito Angst zu machen f├╝r all die Angst, die Verrill hatte durchstehen m├╝ssen. Hoffentlich hatte Davard gerade einen besonders schlechten Tag.

Davard von Hohenfelde
"Eine Bestrafung? Spendiert dem Heiler doch eine Party. Jeder der ├Ąhnlich veranlagt ist wie Unite B oder einfach nur neugierig darf unseren lieben Doc einmal die Aufwartung machen, sprich mal auf einen Besuch reinschauen. Immerhin hat er auch grundlos in jemanden anderem herumgebohrt. Vielleicht ist die Erfahrung heilsam, ich kenne so einige Personen f├╝r die diese Erfahrung sehr heilsam w├Ąre und er ist eine davon. Ansonsten gibt es in Obenza einen Ork, der sehr gut best├╝ckt ist, ein Lustknabe. Wobei Knabe schon lustig ist, der Kerl ist ein Schrank. Vielleicht sollte er dem guten Doc von hinten auf den Zahn f├╝hlen. Es gibt so einige Dinge die man tun k├Ânnte, das w├Ąren die ersten die mir einfallen. Oder wir schenken ihm eine Salami von richtig sch├Ânem Durchmesser. Die bekommt er rekal verabreicht bis zum Morgengrauen d├╝rfte er dann auch sch├Ân fickbar gedehnt sein und zwar so, dass ein Walrossbulle reinpasst. Darum ging es doch bei dieser einen Behandlung oder? Falls nicht, egal er ist dann bereit alles aufzunehmen, glaubt mir. Selbst einem alten Arashi hat das die Augen rund gezogen, bevor er den Arsch zumachte stemmten wir den f├╝r immer auf", l├Ąchelte Dave.

Gregoire Verrill de Souvagne
Es klopfte kurz und Gregoire betrat den Raum. Er schaute sich kurz um, musterte Ciel und Dave, starrte Benito an und dachte nach. "Ich gehe wieder, ich habe keine Lust auf ihn", murmelte Greg nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
Entz├╝ckt lauschte Ciel den Ausf├╝hrungen von Davard. Er war zwar alles andere als sadistisch, doch er freute sich, dass Benito all dies zu h├Âren bekam und nickte zustimmend, als Davard von der Salami sprach. In dem Moment brachte Etienne Gregoire herein. Etienne stellte sich mit m├╝rrischem Gesicht wieder in Position und gab sich M├╝he, unbeteiligt zu wirken. Ciel beachtete ihn nicht. Seine Aufmerksamkeit galt seinem Geschwisterchen. ┬╗Verrill┬ź, gr├╝├čte er und umarmte ihn liebevoll, bevor er sich verdr├╝cken konnte. ┬╗Ich habe den Kerl auslesen lassen. Ich wei├č nun von allem, was er dir angetan hat. Er meint, er ben├Âtigt keine Bestrafung. Davard ist da anderer Meinung. Und was meinst du dazu?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire versank in der Umarmung von Ciel und atmete erleichtert auf. Danach musterte er Benito, sein Gesicht war eine Maske, die gleiche Maske musste er auf dem Thron getragen haben. "Einerseits w├╝nsche ich ihm einmal die Angst die ich durchlebte. Andererseits ist er ein guter Heiler. Soll ich ihn auf den Block schicken, f├╝r mein Leid? Das w├Ąre egoistisch nicht wahr, er k├Ânnte andere retten. Die Strafe muss angemessen sein. Ich k├Ânnte mir sowas was f├╝r Gemeinheiten ausdenken, wie ihm einen gl├╝henden Sch├╝rhaken ins Arschloch zu rammen, aber was befriedigt das au├čer meine Rachegel├╝ste? Ist damit wem geholfen? Macht das was ungeschehen? Nein. Ich finde er soll bestraft werden indem er etwas N├╝tzliches tut, etwas wo er leidet, aber es anderen hilft. Zum Beispiel k├Ânnte er die Alten und Kinder in den Heimen kostenlos versorgen ein Jahr. Egal was sie haben. Und ich m├Âchte nicht, dass er mich jemals wieder anfasst. Niemals wieder, nie", fl├╝sterte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist keine Strafe┬ź, fand Ciel. ┬╗Er wird dich nie wieder anfassen, diese Auflage wurde ihm bereits erteilt. Er hat dich k├Ârperlich und seelisch derart misshandelt, dass du f├╝r den Rest deines Lebens davon gezeichnet bist. Und er hat deine Eltern belogen. Nein, auf den Block sollte er nicht, da stimme ich dir zu, in Anbetracht der vielen Jahrzehnten an guter Arbeit. Aber nur mit Strafarbeit sollte er auch nicht davonkommen. Strafe muss auch eine abschreckende Wirkung haben und was w├╝rde ein solch mildes Urteil bewirken, au├čer, dass weitere ├╝bereifrige Heiler ihre Forschung unbeeindruckt fortsetzen?┬ź Ciel ├╝berlegte. Dann fiel ihm etwas anderes ein. Seine Augenbrauen vollf├╝hrten eine Abfolge von wirren Bewegungen. ┬╗Alexandre war bei Ihnen in Behandlung, nicht wahr? Sagen Sie Etienne, wo die Akte zu finden ist, ich will sie einsehen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg zuckte mit den Schultern. "Ich kann das nicht entscheiden Ciel. Das was mein Gef├╝hl sagt, ist extrem und t├Âdlich. Das was mein Verstand sagt ist viel zu mild. Darum ist es besser, wenn ein anderes es entscheidet. Ginge es nur nach mir, was ich f├╝hle, dann w├╝rde ich mit ihm einmal das gleiche machen und St├╝cken aus seinem Innersten abkneifen und Metall in ihn hineinstecken an Orte wo sowas nicht hingeh├Ârt. Ihr habt gedacht ich l├╝ge oder?", fragte Verrill tonlos.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Ich wollte gern beide Seiten h├Âren und das wahre Ausma├č erfahren. Und das habe ich, es ist erschreckend und ich bin gerade sehr w├╝tend. Ich werde bez├╝glich der Bestrafung Vater um Rat bitten. Es muss einen angemessenen Mittelweg geben. Benito, ich warte auf die Akte┬ź, dr├Ąngelte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Meine Akte?", fragte Verrill. "Ich will das er sie ins Feuer wirft, sie soll verbrannt werden, er soll sie vernichten", beharrte Gregoire, w├Ąhrend Benito blass wie ein Laken wurde.

Davard von Hohenfelde
"Das scheint dem Doc nicht zu gefallen, es sei denn er hat irgendwie spontan einen Infekt er halten oder sowas. Jedenfalls ist er ganz sch├Ân blass um die Nase", schmunzelte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die von Alexandre┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Die Akte zu vernichten w├Ąre doch eine sch├Âne Strafe, wie es mir scheint┬ź, sinnierte er. ┬╗Einfach alles verbrennen. Vor seinen Augen, die ganze jahrzehntelange Arbeit, Blatt um Blatt, Probe um Probe.┬ź

Benito
"Herr bitte verlangt die Akte nicht. Ihr k├Ânnt Sie einsehen, Ihr k├Ânnt sie behalten, aber bitte vernichtet sie nicht", bat Benito. "Und sicher wird man blass wenn einem so etwas bevorsteht. Ja und Ihr w├╝rdet damit vielleicht die einzige Chance vernichten, die ein Kind in der Zukunft hat. Bestraft mich pers├Ânlich, aber nicht andere. Alexandres Akte k├Ânnt Ihr haben, aber bitte vernichtet auch nicht seine Akte. Er hat genug zu leiden, ich muss ihm helfen k├Ânnen im Notfall", bat Benito ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir werden R├╝cksprache mit Dantoine halten, bei dem Verrill nun in Behandlung ist┬ź, schlug Ciel seinem Bruder vor. ┬╗Oder was meinst du, Verrill? Wenn Dantoine das OK gibt, dann ab damit in die Verbrennungsanlage. Alexandres Akte m├Âchte ich einfach nur einsehen, Benito┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Ich will wissen, ob er genau so ein Ausstellungsst├╝ck f├╝r Sie war.┬ź

Benito
Benito sch├╝ttelte den Kopf. "Nein, der Mann war schwerverletzt, dass war er und ich habe alles getan um sein Leben zu retten. Etienne hole ihm die Akte aus meinem Aktenschrank. Sie sind nach Namen sortiert bitte", bat Benito seinen Partner. "Ihr k├Ânnt die Akte von Verrill meinem Bruder geben, nur wie gesagt vernichtet nicht aus Wut auf mich wertvolles Wissen. Nur darum bitte ich Euch", erkl├Ąrte Ben.

Etienne de Sonzier
Etienne verneigte sich abermals, um zu verschwinden. Er holte die Akte jedoch nicht pers├Ânlich, sondern schickte den erstbesten Dienstboten, der ihm ├╝ber den Weg lief. Er war schlie├člich Leibgardist und kein Diener. Au├čerdem wollte er so schnell wie m├Âglich wieder bei Benito sein, um zu sehen, was sie mit ihm anstellen w├╝rden. Er machte sich gro├če Sorgen, als er wieder eintrat. Kurz darauf kam ein Dienstbote, klopfte und reichte die Akte herein, die Etienne an Ciel weiterreichte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg legte Ciel einen Arm um die H├╝fte. "Ich vertraue Dan, er ist ein guter Heiler und er war immer vorsichtig und umsichtig. Er hat mich nie anders untersucht. Nur so wie es sein musste. Also so hat es sich angef├╝hlt. Er hat nach dem Baby geschaut, indem er seine Hand auf meinen Bauch legte und seine Magie nutzte, er hatte seine Finger nicht in mir oder etwas anderes. In seiner N├Ąhe f├╝hle ich mich sicher und besch├╝tzt. Ich habe keine Angst vor ihm. Ich verstehe nicht, warum Ben das getan hat. Ich habe ihm nichts getan. Und wenn er anderen helfen wollte, ist das kein Grund mir zu schaden. Ich wei├č nicht was ich denken soll Ciel. Aber ich bin total gl├╝cklich und stolz dass Du mein Bruder bist und das Du mir glaubst. Lin hat mir auch geglaubt und gesagt ich muss nicht zum Heiler, wenn ich nicht m├Âchte. Er wird mir einen anderen Heiler suchen", antwortete Greg und legte Ciels Hand auf seinen Bauch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel f├╝hlte mit der freien Hand liebevoll nach Verrills Babybauch. Er kontrollierte beil├Ąufig, ob mit dem Blutfluss alles in Ordnung war und das war es. Dem Baby ging es gut, genau wie Verrill. ┬╗Wenn du Dantoine vertraust, warum soll Linhard dir dann einen anderen Heiler suchen? Ob die Akte vernichtet wird oder nicht, entscheidest in letzter Instanz du. Dein K├Ârper, deine Akte.┬ź Er k├╝sste Verrill liebevoll auf die Wange. Dann schlug er Alexandres Akte auf und schaute, ob es darin Zeichnungen gab.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg k├╝sste Ciel zuerst liebevoll auf die Stirn und dann auf den Mund. "Ciel, Dantoine ist der Heiler, den Lin ausgesucht hat. Dan hat vorher f├╝r Ansgar gearbeitet und Lin hat ihn an den Hof geholt. Er ist jetzt mein Heiler und passt gemeinsam mit Gaston auf mich auf. Und im Moment die beiden Duponts. Ich mag die Burschen. Nun ich werde meine Akte selbst durchlesen und sie dann Dan geben und ihn um eine Bewertung bitten", antwortete Verrill und schaute mit in die Akte von Alexandre. Dort las man alles, was mit Alexandere gemacht werden musste und wie grauenvoll seine Verletzungen gewesen waren. Gregs Griff um Ciels H├╝fte wurde st├Ąrker. "Das war sie nicht wahr? Die Monsterbraut der Bei├čer. Wenn ich mir das ansehe, dann wird mir anders", fl├╝sterte Verrill traurig. "Es tut mir leid, dass ich so frech zu ihm wahr", sagte Greg und wischte sich ├╝ber die Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das war Derya┬ź, antwortete Ciel und strich z├Ąrtlich ├╝ber die Akte. ┬╗Die Tochter des Archibald von Dornburg, dem Nathan nun dient. Sie hat Alexandre zu dem gemacht, der er heute ist.┬ź Er bl├Ątterte die Akte durch, aber je weiter er bl├Ątterte, umso entt├Ąuschter war er. Benito schien keine Zeichnungen angefertigt zu haben. ┬╗Alexandre muss dir nicht leidtun. Er ist auf andere Weise vollkommen. Wobei er das selbst leider nicht so sieht, genau so wenig wie du deine eigene Vollkommenheit erkennst und das ist das einzige, wo ich mit Benito einer Meinung bin. Es freut mich, dass du dich wohl f├╝hlst mit Dantoine. Etienne, geh die Akte meines Bruders holen, und zwar vollst├Ąndig. Benito, ich habe in deinen Gedanken gesehen, wie umfangreich sie ist. Ich werde bemerken, wenn etwas fehlt┬ź, sagte er drohend. Dann wandte er sich wieder an Verrill. ┬╗Kabir. Kennst du ihn noch?┬ź

Etienne de Sonzier
Unwahrscheinlich unwillig kam Etienne dem Befehl nach, informierte auf dem Gang einen Diener und lie├č sich von diesem die extrem dicke und schwere Akte des Prince Gregoire bringen. Er reichte sie dem Prince mit beiden H├Ąnden. "Bitte, Herr."

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg sch├╝rzte die Lippen bei dem Namen. "Derya, lebt sie noch? Sie ist zu t├Âten, der Befehl stand. Oder wurde sie noch nicht aufgesp├╝rt? Ja Kab, Kabir er war auch ├Âfter da. Als ich klein war habe ich mit ihm gespielt. Er war so jung wie ich, vielleicht was j├╝nger? Seine Vornamen waren Kabir Arbettini und weiter wei├č ich nicht. Das wei├č ich daher, weil andere mich mal Greg mal Verrill nennen und ich sagte ich habe zwei Vornamen. Die hatte er auch. Eines Tages war er einfach weg, er kam nicht wieder und ich beneidete ihn darum. Was wirklich geschah wei├č ich nat├╝rlich nicht, woher auch Ciel? Ich war ein kleines Kind. Aber ich habe mir immer gedacht, dass seine Eltern endlich geh├Ârt h├Ątten und er nicht mehr kommen brauchte. Und nein, ich halte mich nicht f├╝r ein Monster, jedenfalls nicht immer, dass wei├čt Du. Meist bin ich gl├╝cklich, mit mir im Reinen und v├Âllig zufrieden. Solange ich in meiner Welt bin. Aber ich glaube mittlerweile dass Du Recht hast und die Welt da drau├čen nicht ann├Ąhernd so bedrohlich ist, wie man mir wei├č machen wollte. Jedenfalls nicht bedrohlicher als f├╝r andere. Und ich habe gelernt mich zu verteidigen. Manches ist zu tief in einem, um es ganz los zu werden. Ich wei├č Du h├Ârst seinen Namen nicht gerne, aber Lin ist mir eine gro├če Hilfe", sagte Greg und nahm die schwere Akte entgegen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zu meinem Bedauern lebt Derya noch, ja. Archibald und seine Bei├čer konnten wir aufsp├╝ren, doch sie ist nicht bei ihm im Gefolge. Wir sind dran. Mit Lin verbindet mich kein Zwist mehr. Wir haben uns angefreundet und werden gemeinsam Urlaub machen, erinnerst du dich? Dein Freund aus Kindheitstagen hei├čt Kabir Arbettini Voisine. Er lebte hernach in einem Kinderheim und ich wei├č auch in welchem. Silvano kannte ihn auch. W├╝rdest du ihn gern wiedersehen?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Sicher w├╝rde ich gerne wissen was aus ihm geworden ist. Wieso lebte er in einem Kinderheim? Dumme Frage, nat├╝rlich weil seinen Eltern etwas zugesto├čen ist, aber was? Wei├čt Du das? Nun dann wird Derya eben sp├Ąter ins Gras bei├čen, Hauptsache die Frau bei├čt ins Gras. Sie darf nicht entwischen, denk dran, nicht nur Alex war ihr Opfer, sie hatte ein Haus voller Leichen, M├Ąnner die sie abschlachtete und teilweise verspeiste. Andere vegetierten noch Tage vor sich hin. Dreux hat Alex versprochen, dass sie hier hingerichtet wird Ciel und das wird sie auch, vertrau uns", bat Greg. "Ja ich wei├č dass Ihr zusammen in Urlaub fahren werdet und ich g├Ânne es Euch. Ich werde in der Zeit Melville besuchen und vielleicht bringe ich Dir was Sch├Ânes mit".

Davard von Hohenfelde
"Wir sind ihr auf der Spur, leider ist sie nicht mehr im Zirkel gewesen. Sprich sie ist dort weder aufgetaucht, noch hat sie ihn verlassen. Sie zieht durch Obenza wie eine einsame J├Ągerin, wenn Ihr Vater nicht in der N├Ąhe ist. Aber sobald wir sie haben, bringen wir sie her. Es ist nur eine Frage der Zeit. Haben wir sie gefunden, ist sie so gut wie eingesackt", sagte Dave mit absoluter ├ťberzeugung. Ihm war es genauso wichtig Derya dingfest zu machen.

Benito
Trotz der f├╝r ihn harten Situation schenkte Ben Etienne ein kurzes L├Ącheln. Er wusste nicht, wie es mit ihm weitergehen w├╝rde, aber die kurze Zeit die er mit Etti hatte, machte ihn gl├╝cklich. Das sollte der Gardist wissen. "Werde ich sterben Herr?", fragte Ben offen heraus.

Etienne de Sonzier
Etienne versuchte, zur├╝ckzul├Ącheln, aber sein Mund wurde nur ein schiefer, schmerzverzerrter Strich. Am liebsten w├╝rde er auf den Prince und seine Dienste bei ihm pfeifen, ihm und vor allem Davard, der Benito geschlagen hatte, eine reinhauen und dann mit dem Heiler verduften. Irgendwohin, sich vielleicht Robby anschlie├čen, der sich auch d├╝nne gemacht hatte. Etienne f├╝hlte sich gr├Ąsslich bei Benitos Frage.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č, dass sie nicht entwischen darf, ich wei├č nur momentan nicht, wie ich sie aufsp├╝ren soll┬ź, erwiderte Ciel etwas verzweifelt. ┬╗Ich hoffe, ├╝ber ihren Vater. Gut, dass Sie ebenso dran sind, Davard. Bitte halten Sie mich ├╝ber alles auf dem Laufenden, was Derya und die anderen Menschenfresser betrifft. Melville wird gut auf dich achtgeben, Verrill.┬ź Benito mischte sich unvermittelt in das Gespr├Ąch ein. Ciel betrachtete ihn. Eigentlich hatte er den alten Kauz immer gemocht, aber sein Vergehen gegen├╝ber einem Mitglied der Krone - Ciels Geschwisterchen! - durfte nicht unges├╝hnt bleiben. ┬╗Nein, Benito. Sterben werden Sie nicht. Aber Sie werden eine angemessene Strafe erhalten. In Anbetracht Ihrer guten Arbeit in anderen Bereichen werde ich bis dahin von einer Inhaftierung absehen. Sie bleiben auf freiem Fu├č, bis ├╝ber Ihr Schicksal entschieden wurde. Ein Fluchtversuch w├╝rde das Strafma├č versch├Ąrfen.┬ź Er blickte zu Verrill. ┬╗Etienne wei├č es. Soll er zum Schweigen gebracht werden oder ihm das Hirn p├╝riert werden?┬ź Etienne wurde grau im Gesicht.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire trat ganz nah vor Etienne und schaute dem Gardisten in die Augen. "Was wei├čt Du? Wer oder was ich bin hm? Ich m├Âchte mich nicht l├Ąnger verstecken, l├╝gen und heucheln aus Angst. Ich bin doch nichts Schlechtes, ich bin einfach ich, sowie Etienne eben Etienne ist bin ich Verrill. Dann wei├č er es eben, er w├╝rde dennoch mein Leben verteidigen und das meines Kindes oder?", fragte Verrill hoffnungsvoll ohne Etiennes Blick loszulassen.

Etienne de Sonzier
┬╗Sicher, Herr. Ich habe einen Eid geleistet und diesen halte ich. Ich habe einen Haufen Leute kennengelernt im Leben, die nicht gerade Normalos sind, einer davon war mein Ausbilder. Aber bitte seht Benito nun eurerseits nicht als Monster an, denn das ist er nicht. Er ist ein sehr gr├╝ndlicher Heiler, der das Beste will f├╝r seine Patienten. Er hat mich sogar dann noch untersucht, als er l├Ąngst bemerkt hatte, dass ich nicht so krank bin, wie ich vorgebe zu sein und nur andauernd bei ihm war, um bei ihm sein zu k├Ânnen. Auch dann kam er seiner Sorgfaltspflicht nach. Er ist kein b├Âser Mensch und hat hunderten das Leben gerettet!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich Danke Dir f├╝r die Worte, ob Du es glaubst oder nicht, sie tun mir gut. Mein Bruder liebt mich, deshalb besch├╝tzt er mich mit allen Mitteln. So wie ich ihn besch├╝tzen w├╝rde. Warum hat Benito es Deiner Meinung nach getan? Meine Meinung ist klar, seine ist das Gegenteil, die meines Bruder ist klar. Wie sieht Deine aus? Du liebst ihn richtig? Ich glaube auch nicht, dass er ein b├Âser Mensch ist Etienne, genau dass macht die Sache so kompliziert. W├Ąre er einfach b├Âse, w├╝sste man was zu tun ist. Aber was ist er?", fragte Greg Etienne. "Nein ich m├Âchte nicht das Etienne das Hirn p├╝riert wird, f├╝r eine Verheimlichung Ciel. Damit w├╝rde er bestraft f├╝r meine Angst die mir Benito eingejagt hat. Das ist nicht fair. Weder meine Angst, noch daf├╝r einen anderen zu bestrafen. Die Angst soll enden. Also bestrafen wir Etienne nicht. Ich warte auf Dein Gesetz Ciel, darau freue ich mich", erkl├Ąrte Greg.

Etienne de Sonzier
┬╗Ich muss dazu sagen, dass ich ├╝ber die Akte bis heute nichts wusste. Daher kann ich nur mutma├čen. Benito hat es meiner Meinung nach getan, weil er ein Perfektionist ist. Er will unbedingt herausfinden, was mit einem Patienten los ist und er l├Ąsst nicht locker, bis er es wei├č. Es gibt einfache F├Ąlle, wie einen Schnupfen und Herausforderungen. Euer Fall ist eine solche Herausforderung. Es gibt dazu vermutlich bisher keine B├╝cher und Aufzeichnungen - also m├Âchte Benito welche anlegen. Damit es sie k├╝nftig gibt. Ja, ich liebe Benito.┬ź Schmachtend betrachtete er den alten Heiler, der wie ein H├Ąufchen Elend auf dem Verh├Ârstuhl seines Schicksals harrte. ┬╗Und ich w├Ąre froh gewesen, wenn er mich mit einer derartigen Sorgfalt untersucht h├Ątte, wie euch. Ich m├Âchte Euer leid nicht verh├Âhnen, das sind einfach meine Gef├╝hle. Ich habe mich bei ihm immer geborgen und in guten H├Ąnden gef├╝hlt. Aber ich bin leider zu langweilig und keine Sonderakte wert und musste daher bisschen kreativ werden.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wir k├Ânnen ja gerne tauschen, wobei... nein. Dann w├╝rde ich mein W├╝rmli mitabgeben und die H├Ąlfte von mir. Ist nicht jeder auf seine Art einzigartig? Ben├Âtigt es dazu eine Akte? Es freut mich f├╝r Dich dass Du ihn liebst und sogar f├╝r den alten Benito, auch wenn er Dich vermutlich gar nicht verdient hat. Deine Erkl├Ąrung klingt f├╝r mich sogar schl├╝ssig, weil ich Deine Erl├Ąuterung ohne Groll und Angst vernehme. So wie Du Benito besch├╝tzen m├Âchtest, m├Âchte das auch mein Bruder. Schutz liegt Euch im Blut und ich sehe Deine Wut. Aber Du konntest meine Angst nicht sehen, dann w├╝rdest Du es verstehen Etienne. Was trotzdem Deine Liebe zu Deinem Mann nicht schm├Ąlert. Auch mein Mann ist kein unbeschriebenes Blatt und es gibt bestimmt einige die mit dem Finger auf ihn zeigen k├Ânnen, dennoch liebe ich ihn. Nein Dir wird nicht das Hirn p├╝riert, Du hast gut f├╝r Deinen Mann gesprochen. Ich hoffe er wei├č was er an Dir hat", sagte Verrill und lehnte sich an Ciel an.

Davard von Hohenfelde
Dave wartete ab, ehe er sich an Ciel wandte. "Wir halten Euch auf dem Laufenden Herr, sobald Derya hier ist, bekommt Ihr bescheid. Ihr, Euer Bruder, Euer Vater und selbstverst├Ąndlich auch Alex", versicherte Dave. Er schaute von Etienne zu Greg, beide hatten auf ihre Art Recht, dass musste er ihnen zugestehen und vielleicht hatte der alte Heiler wirklich aus den Beweggr├╝nden gehandelt. Dennoch hinterlie├č das alles einen sehr faden Beigeschmack auf Daves Zunge. Er fragte sich ebenso, ob Benito diesen aufrichtigen Mann verdient hatte. Falls nicht, vielleicht war er genau dass was Benito ben├Âtigte um irgendwann zu erkennen, was er eigentlich getan hatte dachte sich Dave.

Etienne de Sonzier
┬╗Danke, Herr ... nein, ich kenne Eure Angst nicht, ich kann nur von meiner Warte ausgehen. Ich mochte seine Untersuchungen immer. Es tut mir leid f├╝r Euch, dass ihr sie anders erleben musstet. Alles, worum ich bitte, ist, dass Ihr ein wenig daran denkt, was ich gerade sagte, wenn Ihr ├╝ber Benitos Urteil sprecht. Danke, dass Ihr mich angeh├Ârt habt, Herr.┬ź Etienne bezog wieder Stellung.

Benito
"Ich Danke Euch f├╝r Eure Gnade was Etienne angeht, er hat nicht gelogen. Er hat es in seinen Worten schlicht und ergreifend treffend formuliert was ich wollte, ebenso was ich nicht wollte. Und ja, wir lieben uns. Mehr m├Âchte ich nicht hinzuf├╝gen", sagte Ben leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gut, Davard. Bitte lassen Sie diese Aufgabe nicht schleifen. Dann sind wir ansonsten hier f├╝r heute fertig┬ź, stellte Ciel fest. ┬╗Benito, Sie k├Ânnen wieder an die Arbeit gehen, bis ├╝ber Ihr Schicksal entschieden worden ist. Verschwinden Sie in Ihre Heilstube. Und nehmen Sie Etienne mit, der stand ja vorhin in der Wartereihe. Vermutlich ist er schon wieder vom Training verletzt.┬ź Ciel funkelte Etienne belustigt an, den er bisher f├╝r einen absoluten Jammerlappen gehalten hatte.

Benito
"Ich danke Euch Herr", sagte Benito. Er stand auf und sah zu, dass er schleunigst gemeinsam mit Etienne in seine Heilstube verschwand.

Etienne de Sonzier
Etienne folgte Benito auf dem Fu├če. So gern er sich von dem Heiler verarzten lie├č - heute war es Benito, der eine Zuwendung n├Âtig hatte. Und diese w├╝rde er von Etienne erhalten. Er nahm ihn beim Arm und zog ihn in eine andere Richtung. Er f├╝hrte ihn nicht zur Heilstube, sondern zu sich nach Hause. Benito mochte nicht immer nur der ├Ąrztlichen Sorgfalt nachgekommen sein, doch auch Etienne hatte Dreck am Stecken und das w├Ârtlich. Was Benito mit anderen tat oder trieb, k├╝mmerte ihn nicht. Zu ihm war er immer gut gewesen und nun w├╝rde Etienne gut zu ihm sein. Er brachte den angeschlagenen Heiler hinein. Hinter ihnen verriegelte er die T├╝r, um sich ungest├Ârt Benitos Wohlergehen zu widmen.

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