Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kurze Pause von den Verhandlungen

Ehveros war das wohlhabendste Großherzogtum, hat aber im Krieg gegen das Chaos viele Truppen verloren. Nach dem Tod der einzigen Kronerbin Ricarda von Ehveros steht dem Land eine unruhige Zeit bevor. Ihr greiser Vater, Großherzog Felipe, wird den Thron nicht mehr lange halten können.
Ehveros war das wohlhabendste Großherzogtum, hat aber im Krieg gegen das Chaos viele Truppen verloren. Nach dem Tod der einzigen Kronerbin Ricarda von Ehveros steht dem Land eine unruhige Zeit bevor. Ihr greiser Vater, Großherzog Felipe, wird den Thron nicht mehr lange halten können.
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Nathan

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Kurze Pause von den Verhandlungen

#1

Beitrag von Nathan » Fr 2. Mär 2018, 22:02

<< Was zuvor geschah

Nathan
Die Verhandlungen zogen sich über Stunden. Nicht nur die verhandelnden Staatsoberhäupter, auch ihre Dienerschaft erschöpfte sich daran. Es war wie ein endloser Tanz, bei dem es galt, die Waage zu halten zwischen Führungsanspruch und dem Bemühen, dem anderen dabei nicht auf die Füße zu treten. Ciel schickte Nathan schließlich hinaus, als er merkte, dass sein Leibdiener unkonzentriert wurde, damit er eine Pause machte. Ferrau sorgte derweil für die Vertretung. Nathan begab sich an die frische Luft und spazierte ein wenig im Schlossgarten herum, um den Kopf auszulüften.

Fabien Lacomb
Maximilien gab Fabien ein Zeichen, dass dieser Nathan folgen sollte. Im Moment war es an Tarkan seine Forderungen zu stellen und die Verhandlung würde noch lange genug dauern. Per Fingerzeig schickte der Duc seinen Leibdiener auf eine Pause. Zudem war es sicherer zu zweit. Einer allein wurde schnell in die Zange der freundlichen Aushorchung genommen. Fabien nickte knapp und folgte Nathan nach draußen. »Wohin des Weges?«, fragte Fab freundlich.

Nathan
Nathan zuckte zusammen, als Fabien ihn ansprach. »Oh, ich vertrete mir nur die Füße«, erwiderte er und bereute schon jetzt die Gesprächspause, die diese Antwort nach sich ziehen würde. Er überlegte, was er sagen konnte, um das Gespräch in Gang zu halten, aber ihm fiel nichts ein. Er hatte das Gefühl, alles, was er sagen wollte, würde dumm klingen und Fabien eher verjagen als bei ihm halten. Also betrachtete er stattdessen die kahle Parkanlage. Es war eiskalt, aber wenigstens schien die Sonne und es lag kein Schnee, auch wenn die Erde gefroren war. Ein paar Schneeglöckchen blühten schon unter den Hecken.

Fabien Lacomb
Fabien gesellte sich zu Nathan und schaute sich um. »Dito, ich ebenso. Unsere Herren werden da drinnen wohl noch eine ganze Weile sprechen Nat. Die Aussage von Felipe war doch irgendwie... niedlich«, kicherte Fabien hinter vorgehaltener Hand.

Nathan
»Niedlich?«, fragte Nathan verwirrt und fragte sich, was man an dem gerissenen alten Fuchs niedlich finden konnte. Er betrachtete Fabien hoffentlich so, dass dieser es nicht merkte, von der Seite, weil er es befremdlich fand, wie dieser beim Kichern die Hand vor den Mund hielt. Nathan fand es amüsant, dass dieser Schrank von einem Mann wie ein Mädchen kicherte und lächelte etwas. Schließlich riss er sich zusammen und fragte: »Findest du den wirklich niedlich?« Er fand die Vorstellung irgendwie schräg. Andererseits war es für ihn generell befremdlich, irgendjemanden niedlich zu finden.

Ricarda von Ehveros
Ricarda schritt in dem Innehof umher sie hatte sich eine kurze Pause genommen und da ihr Vater die Verhandlungen führte war es ohnehin, nicht notwendig das sie die ganze Zeit dabei war.

Fabien Lacomb
Fabien machte eine wegwerfende Handbewegung. »Pscht sonst sind wir indiskret, natürlich fand ich es niedlich, sonst hätte ich es nicht gesagt. Guck nicht so geschockt. Er behauptete doch allen ernstes nicht gierig zu sein... oh der Arme alte Fuchs hat einen gierigen Eindruck gemacht. Niemals wäre einer von uns darauf gekommen. Ihm Gier zu unterstellen, wo er es doch war, der Roderich am Nasenring durch die Arena geführt hat wie einen Ochsen zur Schlachtbank. Nur musste Roderich nicht einmal geführt werden, wobei trägen Bären nicht aus Nasenringe? Wer weiß wo Roderich seinen Ring hängen hatte... soll es ja geben«, flüstere Fabien grinsend und nickte Richtung Ricarda.

Nathan
»So was kannst du doch nicht sagen«, keuchte Nathan entsetzt. In dem Moment nahte auch noch die Prinzessin. Nathan zupfte Fabien am Ärmel, um abzubiegen und auszuweichen, doch Ricarda war flott zu Fuß und es gab keine Chance, zu entrinnen, bevor es unhöflich aussah. Also verneigte Nathan sich mit der Hand auf dem Rücken vor ihr. »Eure Hoheit.«

Fabien Lacomb
Fabien tat es Nathan gleich, setzte sein höflichstes Lächeln auf und verneigte sich formvollendet. »Eure Majestät«, grüßte er ehrerbietig und hoffte das Ricarda weiterging, damit er mit Nathan etwas lästern konnte.

Ricarda von Ehveros
Ricarda sah rausgeputzt aus wie es Hof und Menschen von ihr erwarteten doch es war an sich garnicht ihre natürliche Art. Sie schaute die beiden an und nickte verlegen, sie wusste nicht so recht was sie sagen sollte. »Ganz schön zäh diese Verhandlungen, findet ihr nicht?« brachte sie heraus und gab sich alle Mühe nicht nervös zu klingen.

Fabien Lacomb
»Ganz wie Ihr meint Prinzessin. Was hat Euch dazu veranlasst den Verhandlungen den Rücken zu kehren? Wenn diese Frage erlaubt ist Hoheit«, antwortete Fabien höflich.

Nathan Heute
Die Prinzessin setzte zu einem Plausch an und Nathan bekam wacklige Beine. Egal, was er sagen würde, er würde stammeln, er wusste es ganz genau, ihm würden die Worte im Hals stecken bleiben und er würde sich und noch viel schlimmer, seinen Herrn, blamieren! In dem Moment ergriff Fabien das Wort und rettete ihn vor dem Zwang, antworten zu müssen. Erleichtert atmete Nathan seinen angehaltenen Atem wieder aus.

Ricarda von Ehveros
»Ich ähm nun ja mein Vater lenkt die Geschicke in seiner Regenschaft und ich meine sollte, es soweit kommen« sprach sie recht sicher. »Zudem muss ich sagen das ich froh bin, das dieser Krieg ein Ende fand und wir uns in Zeiten des Friedens wichtigeren Dingen annehmen können« auf ihren letzten Satz war sie besonders stolz und lächelte leicht.

Fabien Lacomb
»Gewiss Eure Majestät, ich denke allen Beteiligten ergeht es so. Wollen wir hoffen, dass alle gewillt sind über ihre Schatten zu springen, damit Euer Wunsch, der sich mit den unseren deckt in Erfüllung geht. Wann wird Euch Euer Vater die Krone überreichen? Ich hoffe Ihr feiert dieses Ereignis mit den geladenen Gästen würdig?«, fragte Fabien.

Nathan
Nathan setzte einen höflichen und, so gut er konnte, entspannten Gesichtsausdruck auf. Allerdings musste er sich für diesen entspannten Ausdruck innerlich extrem anstrengen und zusammenreißen, so dass seine Ohren, wie sie es so gern taten, rot wurden. Er hoffte, man würde es auf die Kälte schieben. Er nickte etwas auf die Worte von Ricarda hin, während Fabien antwortete.

Ricarda von Ehveros
»Ich gedenke das direkt nach den Verhandlungen zu feiern sofern, diese gut für alle ausgehen das war es ja was mein Vater will somit wärt ihr ebenso zugegen« sprach sie freundlich und schaute in den klaren Sternenhimmel. Die Zeit in dem sie in diesem Korsett steckte, wurden ihr zur Geduldsprobe. »Nun ich hoffe die Herscher kommen bald zu einem Ergebnis« sprach sie nochmals aus und atmete tief ein.

Nathan
»Ja«, sagte Nathan das einzige Wort, bei dem er sich nicht verhaspelt hätte, um nicht die ganze Zeit zu schweigen.

Fabien Lacomb
»Wenn es nach unserem Durchlauchigstem Duc geht, hätte es nie einen Krieg gegeben, dies kann Euch Nathan bestätigen. Aber leider werden all jene oft verkannt, die sich für den Frieden aussprechen Prinzessin. Ich hoffe Ihr wagt dennoch dafür einzustehen. Wir alle hoffen das Eure Regentschaft etwas nunja sagen wir einmal Erfrischendes mit sich bringt«, schmunzelte Fabien.

Ricarda von Ehveros
Sie verstand die Anspielung und lächelte ebenso verschmitzt. »Nun ich gedenke in meiner Regenschaft den Frieden mit allen, umliegenden Länder anzugehen sofern das machbar ist« sie schaute nochmal hoch zum Turm und fuhr fort »ich werde die Küstenregionen sichern, da wir dort immer überfallen werden, ansonsten habe ich vor den Norden zu er....« sie schwieg das war ein Traum von ihr den sie noch niemals ausgesprochen hatte. Schnell wechselte sie das Thema und schaute Nathan an »ist alles in Ordnung?«.

Nathan
Nathan konnte nicht verhindern, dass ihm für einen Moment die Knie wegsackten. »Ja«, quietschte er stimmlos, räusperte sich und wiederholte noch einmal verständlich: »Ja, Hoheit, ich bin nur etwas müde.«

Fabien Lacomb
»Er...obern oder Er...forschen Hoheit? Solltet Ihr an Forschung interessiert sein, so müsst Ihr gegenüber meinem Herrn nicht schweigen. In Boufort steht die Akademie der freien Künst, bedenkt dies. Mit Nathan ist alles in Ordnung, habt Dank für Eure royale Sorge. Aber er ist ein klein wenig schüchtern, versteht Ihr?«, lächelte Fabien.

Ricarda von Ehveros
Die Ehrlichkeit beider Männer war eine Abwechslung die äußerst erfrischend war, ansonsten hatte man oft viel mit Lügner und Intrigen zu tun. »Ich hätte nicht übel Lust den Norden zu erforschen, es wäre sogar möglich mit den Zwergen und dem Duc ja sogar Tsaagan ein gemeinsames Projekt anzugehen, vielleicht mit einem Luftschiff? Da reist man vielleicht etwas sicher in diesen Tagen«. Ihre Neugier war geweckt »was wisst ihr über den Norden?« fragte sie gerade heraus.

Fabien Lacomb
»Ich persönlich nur das was man den Büchern entnehmen kann Majestät. Ich bin Souvagner und den Göttern sei dank persönlich an den Duc gebunden. Normalerweise halte ich mich auf, wo mein Herr zu verweilen pflegt. Aber da er mich in die Pause entließ bin ich hier. Ebenso verhält es sich mit Fabien. Was möchtet Ihr denn über den Norden wissen? Frostalben sollen dort leben und mandeläugige Menschen«, erklärte Fabien.

Nathan
Nathan wusste eine ganze Menge, aufgrund von Ciels außerordentlichem Interesse für die Länder außerhalb von Souvagne, doch er war nie und nimmer in der Lage, einer fremden Autoritätsperson so einen langen Vortrag zu halten! Also überließ er weiterhin Fabien das Wort und begnügte sich damit, zu versuchen, möglichst wenig gestresst zu wirken.

Fabien Lacomb
»Nun erlaubt Ihr auch einige private Fragen Hoheit? Würdet Ihr einem Domestiken gestatten seine Neugier Euch betreffend zu befriedigen?«, fragte Fabien Ricarda.

Ricarda von Ehveros
»Mandeläugige Menschen?« fragte Ricarda leicht verwirrt, sie überlegte kurz. »Alles was ich weiß ist das dort oben ein Land liegt das noch nie von Geschöpfen aus unserer Region erforscht wurde, es ist quasi unentdeckt!« sie schaute erneut zu dem anderen Mann und fragte sich wieso er nichts von sich gab. »Ähm verzeiht einen was?« sie war etwas beschämt und hoffte nicht plump herüber zu kommen.

Nathan
Das konnte doch nicht Fabiens Ernst sein! Nathan wurde einen Moment schwindlig und er strauchelte, ehe er sich wieder fing. Er warf ihm einen Blick von der Seite zu der besagte: Tu es nicht, Fabs! Du gehst in dein Verderben! Die Prinzessin schien Nathan mit ihren Blicken bereits aufzuspießen! Er wurde kreideweiß.

Fabien Lacomb
»Einem Domestiken, einem Untertanen - einem Leibeigenen. Würdet Ihr erlauben, dass ich Euch als ein Leibeigener eine private Frage stelle? Nun laut den Büchern wohnen im Norden die Arashi und man sagt es wären Menschen von unvergleichlicher Schönheit mit dunklen Haaren und Mandelaugen. Ob das der Wahrheit entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen, ich sah noch nie so einen Menschen«, gestand Fabien.

Ricarda von Ehveros
»Bitte nur zu stellt mir die Frage« sprach sie gerade heraus und ließ ihren Blick von Nathan ab, der offenbar um Fassung rang nicht umzukippen. »Das Volk hört sich sehr interessant an, der Norden ist verdammt weit weg, überlegt es euch doch mal was das für ein unglaublicher Erfolg wäre dorthin zu reisen!«.

Fabien Lacomb
»Nun falls meine Frage zu ungebührlich sein sollte ignoriert Sie einfach Eure Majestät. Man munkelt vielerlei bezogen auf Eure Person, dessen seid Ihr Euch sicher bewusst. Etwas habt Ihr schon verraten, sprich dass Ihr dem Frieden und der Forschung zugetan seid. Aber wie steht es um Euren König? Habt Ihr bereits jemanden an Eurer Seite wenn ich so schamlos fragen darf, oder erwägt Ihr eventuell eine Hochzeit über Landesgrenzen hinaus? Dies würde mich brennend interessieren. Nun es wäre wohl eine große Herausforderung so weit zu reisen. Und es wäre eine logistische Meisterleistung bis in den hohen Norden zu gelangen, dies steht eindeutig fest. Aber es wäre auch eine sehr lange und beschwerliche Reise, vermute ich«, erklärte Fabien.

Ricarda von Ehveros
Diese Frage wurde ihr oft gestellt und ihr Vater hatte oft vergeblich versucht sie zu vermitteln, sie hatte schlicht und einfach kein Interesse zu heiraten jetzt zumindestens noch nicht. Bei dem Gedanken fühlte sie sich immer wie eine Zuchtstute und mit dem Gedanken konnte sie noch nie recht warm werden, ihre Fassade bröckelte kurz ehe sie antwortete. »Nun ich bin offen für viele Anwerber doch ich bin in der günstigen Position selber wählen zu dürfen, ebenso bin ich nun ja ich, ich wähle selbst wen und wann«. Sie hoffte somit die Frage beantwortet zu haben, auf die Lage das es eine lange Reise werden würde antwortete sie »nun aber das wäre es auf jeden Fall wert, auch wenn ich niemals diese Reise antreten könnte«.

Nathan
Nathan betrachtete das erste Mal richtig die Prinzessin. Sie war in ihren Gedanken Ciel gar nicht unähnlich. Beide schienen es leid zu sein, dass man sie verheiraten wollte. Er nickte verständnisvoll.

Fabien Lacomb
»Grämt Euch nicht, die Frage war rein meiner Neugier geschuldet. Verzeiht mir bitte. Nunja Ihr seid wahrlich in einer glücklichen Position, wenn Ihr so frei wählen dürft. Dieses Glück ist nicht jedem beschieden Hoheit. Genießt es, es sei Euch gegönnt. Nun Ihr persönlich mögt die Reise nicht antreten können, aber Ihr könnt Gesandte entsenden. Oder einen Vertreter im Amt benennen. Euren Vater, Euren Hofmarschall, eine Amtsperson des Vertrauens. Dann folglich könntet Ihr diese Reise antreten. Allerdings müsste Eure Sicherheits gewährleistet werden. Mein Herr wäre sicher ebenso bereit Abgesandte auf Eure Forschungsreise zu entsenden, wo wie ich den Duc de Souvagne kenne. Ich selbst könnte eine derartige Reise auch nie antreten. Oder generell eine Reise gleichgültig wohin, aber mich stört dies auch nicht. Manche Leute plagt das Fernweh, manche plagt das Heimweh. Meine Heimat ist mein Herr. Ihr seid noch jung Hoheit und Ihr seid von höchstem Stand. Euch darf ruhig das Fernweh plagen«, sagte Fabien freundlich.

Ricarda von Ehveros
»Ich werde hier sein müssen damit das Volk endlich wieder jemanden hat, zu dem es aufsehen kann ich werde Gesandte entsenden ich habe da auch eine Person im Auge wenn ich ehrlich bin«. »Ich werde nun wieder hinein gehen gehabt euch wohl, das Gespräch was äußerst interessant vielen dank« sie nickte zum Schluss und ging hinein.

Fabien Lacomb
»Eure Hoheit«, verabschiedete Fabien Ricarda von Ehveros und verneigte sich.

Staub und Licht (ü18) >>

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#2

Beitrag von Nathan » Do 12. Apr 2018, 18:28

Die Verhandlungen währten länger als erwartet. So war es nicht verwunderlich, dass zwischen Souvagne und Ehveros auch ein reger Briefverkehr herrschte. Einer der Briefe war an Fabien Lacomb adressiert. Ein Bote überbrachte ihn zum schnellstmöglichen Zeitpunkt, denn er hatte ein gutes Trinkgeld dafür erhalten.
[brief]Hallo Fabs,

wir sind alle gut zu Hause angekommen. Das heißt, fast alle. Du und dein Herr und eure Freunde, ihr fehlt ja noch, aber dass Domi weg ist finde ich gar nicht so schlimm. Ciel Prince Ciel redet nicht mehr mit mir, er hat mich sogar verschenkt. Ich gehöre jetzt dem jungen Duc. Dieses eine Himmelsauge, der schlimme Maurice, der in meinem Kopf rumgewühlt hat, hat alles kaputt gemacht.

Der Dienst bei Duc Dreaux ist aber viel weniger schlimm, als Ferrau immer behauptet hat. Mein neuer Herr ist ganz freundlich und umsichtig und viel klüger als ich. Und er hat schöne Augenbrauen, die zupfe ich ihm immer zurecht. Die von Prince Ciel durfte ich nie zupfen. Prince Ciel hat an meiner Stelle Ferrau behalten. Ferrau hat nun meinen Platz, wohnt in meiner Kammer und macht meine ganze Arbeit. Daran zu denken macht mich schon ein bisschen traurig. Ferrau ist aber ansonsten ganz nett, auch wenn er manchmal schwindelt und dauernd bummelt.

Vielleicht hast du es schon gehört, aber die Prinzen Gregoire und Ciel heiraten! Aber die heiraten sich nicht gegenseitig, sondern jeder wen anderes. Ich glaube, das macht Ciel mit Absicht. Früher wollte er nämlich nie heiraten.

Ich habe noch mal versucht, mit Robere zu reden, weil das das letzte Mal so komisch auseinander gegangen ist. Robere war der eine von den Gardisten, die wir im Verlies getroffen haben. Aber irgendetwas mache ich falsch! Wir wollten Kaffee trinken und reden, aber dann kam plötzlich Edo und hat Robby den Arm gebrochen! Dabei ist er sonst immer so freundlich. Ich verstehe das nicht. Ich werde Robere besuchen und ihn fragen, wie es ihm geht und ihm was mitbringen, damit er nicht mehr böse auf mich ist.

Ich vermisse meinen alten Herrn und ich vermisse dich, Fabs. Ich denke oft an dich. Ich habe auf dem Markt so eine kleine geschnitzte Figur beim Spielzeugmacher gekauft, weil die aussieht wie du. Die wohnt jetzt auf meinem Nachttisch. Ich habe das Püppchen Minifabs genannt. Er hat auch kleine Puppenmöbel, damit es ihm gut geht.

Entschuldigung, dass ich so viel geschrieben habe. Hoffentlich nervt dich das nicht. Aber ich weiß nicht, mit wem ich sonst reden soll. Khawa ist weg und Prince Ciel mag mich nicht mehr. Ferrau geht mir aus dem Weg, Zerbino irgendwie auch. Robere darf nicht mit mir reden, weil Edo ihm sonst den Arm bricht, aber Edo nimmt sich selber auch keine Zeit für mich.

Hoffentlich bist du bald wieder zu Hause.
Du fehlst mir.

Dein Nathan

P.S. Ich habe Chirag wieder getroffen, meinen ganz, ganz alten Herrn! Chevalier de Dupont, der jetzt nur noch ein Dupont ist! Das war vielleicht unheimlich, die alte Gewitterwolke. Und er scheint einen seiner Arme in Naridien verloren zu haben.

Jetzt aber wirklich bis bald!

Dein Nathan (noch mal)[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#3

Beitrag von Fabien Lacomb » Fr 13. Apr 2018, 08:12

Fabien freute sich sehr über den Brief von Nathan. Besonders über das besagte Püppchen war er gerührt. Er vermisste Nathan ebenso, wie ihn dieser schmerzlich vermisste. Folglich machte er sich sofort ans Werk einen Antwortbrief zu verfassen.

***



[brief]Hallo Natty,

das Wichtigste zuerst – ich liebe Dich auch.

Es freut mich, dass Du wohlbehalten Zuhause angekommen bist. Ich wünschte auch wir wären endlich zurück in der Heimat. So schön Ehveros auch sein mag, nichts ist vergleichbar mit Souvagne.

Was ich Dir raten soll bezüglich Deines neuen Herrn, weiß ich nicht Nat. Ich hoffe, dass Ihr beiden Euch gut versteht und ein gutes Duo bilden werdet. Ich hätte nicht gedacht, dass Dich Dein Herr so einfach verschenkt. Er verschenkte Dich zwar an seinen Bruder, Du bist also noch am Hofe – aber die Reaktion erscheint mir sehr streng. Geradezu unerbittlich.

Was hat dieses Himmelsauge denn über Dich gesagt?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einen Grund zur Beschwerde über Dich hatte.
Du arbeitest gut und gewissenhaft!

Nun wer bin ich die Entscheidungen eines der Prinzen in Frage zu stellen, dies maße ich mir nicht an. Aber Du hat mein vollstes Mitleid, ich hoffe bei Deinem neuen Herrn fühlst Du Dich wohl.

Deine Worte lassen jedenfalls darauf schließen, was mich für Dich sehr freut.
Nun Ferrau ist für vieles bekannt, Fleiß gehört nicht dazu. Er scheint gerne während der Dienstzeit herumzutrödeln. Schau Dir das bloß nicht ab, jetzt wo Du dem neuen Duc dienst.

Für mich ist es seltsam, sich eine andere Person als Duc vorzustellen. Der Duc ist für mich Maximilien.
Aber ein Land benötigt eine Regierung und ich denke Dein Herr wird seine Aufgabe so gewissenhaft wahrnehmen wie Du die Deine Nathan.

Leider legte Dein alter Herr für einen Prinzen sehr wenig Wert auf sein Äußeres.
Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass er niemals Thronfolger werden wird.

Dein neuer Herr hingegen muss als gesamte Person, als vollkommene Erscheinung während einer Audienz Souvagne vertreten. Folglich muss auch seine Optik, sprich seine Ausstrahlung erhaben sein.

Ferner ist es immer erfreulich, wenn ein guter Herr die Pflege seines Leibdieners zu schätzen weiß und der Körperpflege und dem Schönen zugetan ist. Ansonsten wäre Deine Arbeit recht langweilig und eintönig.

Dein neuer Herr ist von den drei Prinzen optisch der schönste Mann. Er legt sehr viel Wert auf sein Äußeres, was ich sehr positiv empfinde. Du wirst sicher viel Freude mit ihm haben. Zudem hat er wunderschönes, langes Haar. Ich wäre froh, wenn Maximilien sich die Haare derart lang wachsen lassen würde.

Nun zu Dir persönlich mein lieber Natty.

Bitte und ich wiederhole es einmal in groß – BITTE triff Dich nicht mit diesem Robere.
Er wird Dich auffressen und wegspucken, kurzum er wird sich von Dir nehmen was er möchte und danach keinen Gedanken mehr an Dich verschwenden.

Nat gleichgültig wie sehr Du Dich nach Nähe und Zuneigung sehnst, DASS ist eindeutig die falsche Adresse. Du tanzt am Rande des Abgrunds. Ich flehe Dich an Nathan, bitte mach das nicht, ich mache mir die größten Sorgen um Dich!

Edo wird Robere nicht grundlos den Arm gebrochen haben.
Und nicht grundlos hat diese Truppe der Leibgarde den Ruf, dass man sich in deren Nähe besser nicht bücken sollte.

Also auch wenn Du es nicht verstehst Nathan, höre auf mich und halte Dich von Robere samt seiner Truppe fern. Sobald ich wieder Zuhause bin, werde ich Dir alles in Ruhe erklären, aber Du musst mir hier vertrauen und Dich von ihnen zu Deinem eigenen Schutz fernhalten.

Natty Schätzchen, ich vermisse Dich ebenfalls mehr als Du Dir vorstellen kannst und auch ich denke sehr oft an Dich. Ich vermisse unsere schöne Zeit und zeitgleich mache ich mir die ganze Zeit Sorgen um Dich.
Du bist zu lieb für diese Welt, bitte sei vorsichtig und pass gut auf Dich auf.

Mit Zerbino müsstest Du einen guten Kontakt pflegen können. Er hat zwar stets wie wir alle viel zu tun, aber in einer freien Stunde konnte ich oft mit ihm ganz nett plaudern. Ansonsten iss doch einmal in der Dienstbotenküche. Nur Mut Natty, da ergeben sich immer ganz lustige, zwanglos Gespräche. Besonders wenn die Wäscherinnen anwesend sind, hast Du immer etwas zu Lachen. Falls bei Deinem Besuch meine Mutter Noelle treffen solltest, grüß sie ganz lieb von mir. Sie ist eine der Wäscherinnen am Hof.

Du bist niedlich, dass mit der Figur ist süß.
Ich hoffe dass ich bald wieder bei Dir bin, dann gucke ich mir mein Mini Abbild gerne mal an und wir beide machen es uns gemütlich.

Du musst Dich nicht entschuldigen, dass Du so viel geschrieben hast.
Ich habe mich sehr über Deinen Brief gefreut.

Ich hätte ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass die Prinzen heiraten!
Und schon gar nicht, dass Ciel jemals unter die Haube kommt. Das wird Maximilien freuen Nathan.

Ich werde schnellstmöglich Maximilien davon berichten und ich glaube bei der Info sehen wir uns sicher bald wieder!

Die alte Gewitterwolke ist in Souvagne?
Das ist kaum zu glauben, der Mann hat Nerven!

Auch davon werde ich Max erzählen. Ich denke er wird Dir sehr dankbar für Deine Informationen sein.

Hoffentlich bis bald Natty

Dein Fabs[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#4

Beitrag von Nathan » So 15. Apr 2018, 16:30

<< Krankenbesuch

Nathan riss sich sehr zusammen auf dem Weg zurück in seine Kammer. Dort angekommen, machte er schnell die Tür hinter sich zu und dann brach er in Tränen aus. Er versuchte, lautlos zu weinen, damit Dreaux nichts davon mitbekam, falls er jetzt zurückkehrte. Er war gerade mit Amtsgeschäften zugange, wo er niemanden dabei haben wollte und hatte Nathan beauftragt, sich anderweitig zu beschäftigen. Nachdem er die Stube aufgeräumt hatte, war Nathan also losgezogen, um kurz bei Robere vorbeizuschauen und sich nach dessen Befinden zu erkundigen. Nun ging es ihm selber hundeelend. Er brauchte fünf Minuten Pause, um sich zu sammeln, ehe er sich wieder an die Arbeit machen würde. Er warf sich auf sein Bett, um in sein Kissen zu weinen, da merkte er, dass es unter ihm raschelte. Er hatte sich auf einen Brief gelegt. Er öffnete ihn und obwohl er die Handschrift noch nie gesehen hatte, erkannte er anhand der Anrede sofort Fabien. Nie war ein Brief mehr zur rechten Zeit gekommen, nie hatte Nathan sich mehr über ein Stück Papier in seinen Händen gefreut. Er wusch rasch Gesicht und Hände, damit er den Brief nicht beschmutzte, ehe er es sich auf seinem Bett gemütlich machte und ihn las. Beim Lesen kamen ihm gleich noch mal die Tränen, allerdings vor Freude. Er presste den Brief an sich und kuschelte eine Weile damit, bis er sich ganz wieder beruhigt hatte, was ein paar Minuten dauerte. Dann verfasste er rasch eine Antwort, ehe er wieder an die Arbeit gehen würde.

[brief]Hallo Fabsi!

Danke für Deine lieben Worte, du kannst dir nicht vorstellen, wie ich mich über deinen Brief gefreut habe. Nie kam ein Brief zu einem besseren Zeitpunkt und nie enthielt er eine schönere Botschaft. Ich glaube, ich liebe dich auch Fabsi. Sonst würde ich dich wohl nicht so sehr vermissen und so oft an dich denken. Glaube ich. Ich bin immer noch ein bisschen durcheinander von den letzten Tagen und Wochen. Es ist so viel passiert.

Ich finde auch, dass Prince Ciel sehr streng gehandelt hat, als er mich verschenkte. Er hatte mir versprochen, es niemals zu tun und nun tat er es doch ... aber ich hatte auch ein Versprechen gebrochen. Ich denke, das war die Strafe. Wenn es eine Person gibt, die ich genau so vermisse wie dich, dann ist es mein alter Herr. Das Himmelsauge hatte herausgefunden, was wir gemacht haben und es Prince Ciel verraten, der gemeine Maurice war das. Er hat mir wehgetan, weil ich nicht wollte, dass er das sieht. Aber das erzähle ich dir alles lieber persönlich.

Mein neuer Herr hat wirklich extrem lange Haare, ich weiß manchmal gar nicht, wo ich die hinlegen soll, wenn ich mich um ihn kümmere. Ich würde gern mal mit Frisuren bei ihm herumprobieren, aber er trägt sie immer gleich - entweder offen oder als einfacher Pferdeschwanz. Ich versuche, sie ihm noch länger zu züchten, als Ferrau es geschafft hat. Das ist jetzt meine Beschäftigung.

In die Dienstbotenküche traue ich mich nicht alleine, da sind immer so viele Leute. Ich esse lieber allein in meiner Kammer. Ich werde mal versuchen, ob Zerbino mit mir reden mag, wenn du das so sagst.

Was Robere betrifft, kam dein Brief einen Tag zu spät. Ich habe ihn besucht und ihm eine kleine Aufmerksamkeit mitgebracht, die er nicht mal angeschaut hat. Dann wollte er mit mir in ein Hinterzimmer gehen, worüber ich mich freute, weil ich dachte, dass wir dort ungestört reden können oder vielleicht auch ein wenig kuscheln, aber er hatte es leider sehr eilig, weil er im Dienst war. Ich habe sogar ein bisschen am Po geblutet. Ich hätte nicht während seiner Arbeitszeit zu ihm gehen und mich auch nicht so ungeschickt anstellen sollen. Ich hoffe, er ist nicht so enttäuscht.

Wie lange dauern die Verhandlungen denn noch? Ich fühl mich so alleine, Fabs. Ich muss immer an dich denken, besonders abends vor dem Einschlafen. Tags beim Arbeiten geht es, da ist man abgelenkt, aber abends vor dem Einschlafen ist es schlimm. Mein neuer Herr ist immer müde und schläft sofort ein, er schläft viel mehr als Prince Ciel. In der Zeit, wo wir früher Karten spielten oder redeten, lieg ich allein in meiner Kammer und weiß nicht, was ich machen soll so ganz alleine. Ich hab hier überhaupt niemanden mehr.

Du fehlst, so, Fabs ...

Bis hoffentlich ganz bald

Nathan[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#5

Beitrag von Fabien Lacomb » So 15. Apr 2018, 21:34

Fabien freute sich sehr über den Brief von Nathan. Zuerst musste er breit und glücklich grinsen, bei manchen Passagen auch Schmunzeln, bei anderen Abschnitten wusste er nicht was er seinem Freund tröstendes schreiben sollte.

Und dann kam genau jene Stelle, die Fabien gefürchtet hatte. Zeilen von denen er hoffte sie niemals lesen zu müssen. Und dennoch las er sie nun und es fühlte sich an, als wären sie mit Nathans Blut geschrieben worden.

Fabien widerstand dem Drang Nathans Brief mit aller Gewalt zusammenzuknüllen, denn eigentlich hätte er dies am liebsten mit dem Hals von Robere getan. Die Chance die er gegen diesen Gardisten hatte, konnte sich Fabien an einer Hand abzählen. Welche Chance hätte also Nathan gehabt, hätte er sich gegen ihn gewehrt? Klare Antwort - keine.

Er hatte diesem Widerling sogar ein kleines Geschenk mitgebracht. Fabien schüttelte fassungslos den Kopf und wischte sich die Tränen weg. So naiv konnte wirklich nur Nathan sein. Und dann suchte Natty auch noch die Schuld bei sich. Das war der Gipfel des Unerträglichen und es schnürte Fabien regelrecht die Kehle zu.

Antworten... ja er musste Nathan ganz dringend antworten. Aber vorher hatte er noch etwas anderes zu tun. Fabien nahm Nathans Briefe, atmete einmal tief durch und ging zu Maximilien.

"Max? Hättest Du für mich bitte einen Moment Zeit?", bat er leise.
"Selbstverständlich", antwortete Maximilien freundlich und schaute von seinen Unterlagen auf. Er stockte, als er seinem Leibdiener ins Gesicht schaute.

Wortlos reichte ihm Fabien die Briefe von Nathan. Max nahm sie entgegen und las sie in aller Ruhe durch, sein Gesicht zeigte dabei kaum Regung. Als er sie durchgelesen hatte, reichte Maximlien die Briefe kommentarlos an Fabien zurück. Beide schwiegen eine Weile und musterten sich schweigend.

"Jemand hat einer Person die mir sehr viel bedeutet, enorm wehgetan...", flüsterte Fabien und brach damit als erster das Schweigen.
"Ja...", bestätigte Max.

"Stehst Du ihm bei?", fragte Fabien leise.
"Natürlich...", antwortete Maximilien.

Fabien schaute Max in die Augen, eigentlich war dieses Verhalten ungebührlich, aber dass was er ihm sagen wollte - ihm sagen musste, dafür musste er ihm in die Augen schauen.

"Du weißt was ich für Dich empfinde, daran hat sich nichts geändert. Aber ich habe keinerlei Anrecht auf Dich. Das mit Nathan...", versuchte Fabien zu erklären.
"Wann wolltest Du es mir sagen?", hakte der Duc nach.

"Zuhause", gestand Fabien betreten.
Maximilien musterte ihn noch einen Moment ehe er knapp nickte.

"Darf ich mich bitte erklären?", fragte Fabien nervös.
Max neigte um einen Millimeter den Kopf, ein nonverbales Ja.

"Du bedeutest mir alles, Du bist mein Leben. Daran gibt es nichts zu rütteln und das stand nie zur Debatte. Ich hatte nicht geplant mich zu verlieben, es ist einfach passiert Max. Und ich bin unheimlich gerne mit Nathan zusammen, er bedeutet mir enorm viel. Du und er - wäre es möglich, wärt Ihr beide mein.

Ich hatte Angst, dass wir uns hier in der Fremde streiten, dass Du nicht mehr mit mir sprechen würdest, oder nur noch das Nötigste. Darum hatte ich beschlossen, Dir erst Zuhause davon zu erzählen, wenn Du gut gelaunt bist und mir nicht sofort den Kopf abreißt.

Schrei mich an, sage mir die Meinung ins Gesicht, stauch mich zurecht - aber bitte zeig mir nicht die eiskalte Schulter und schweig mich nicht an. Weder ertrage ich das, noch kann ich damit Deine Sicherheit garantieren. Schau, wenn ich Dir etwas sagen möchte, kann es auch was Lebensnotwendiges sein und nicht nur ein Plausch. Ich könnte nicht ertragen, wenn Dir etwas durch mich zustößt. Es ist schon grauenvoll genug, das hier über Nathan lesen zu müssen. Darum bitte, sofern Du mir böse bist, höre mir wenigstens weiterhin zu und rede mit mir",
erklärte Fabien.

"Das mich diese Mitteilung ungerührt lässt, wäre eine Lüge. Ich weiß nicht, was mich gerade mehr verletzt. Dass Du mir so wenig vertraust und mir so etwas verschweigst oder das Du ihn liebst. Auf der anderen Seite gönne ich Euch beiden genau das - Liebe.

Zwar bin ich nicht Dein Eigentum im üblichen Sinne, dennoch gehöre ich auf gewisse Weise zu Dir wie Du zu mir. Du bist die Person mit der ich alles teile. Du bist die Person die mehr als jeder andere über mich weiß und wir stehen uns extrem nahe. Du bedeutest mir ebenfalls sehr viel. Du sorgst Dich sogar noch im Streit um mich...",
antwortete Maximilien nachdenklich.

"Du sagtest wir stehen uns extrem nahe Maximilien", warf Fabien hoffnungsvoll ein.
"Richtig, dass sagte ich. So ist es und so bleibt es auch. Hältst Du mich für so kleinkariert? Nun vielleicht bin ich das sogar ein klein wenig.... das gebe ich zu. Selbstverständlich bleibt es wie es ist Fabien. Wütend waren wir beide schon aufeinander. Fabs...

Lass es einen Moment gut sein, die Nachricht muss ich sacken lassen. Wir reden später darüber. Zu Deinem Problem, sobald wir Zuhause sind werde ich mich um den besagten Gardisten kümmern. Und natürlich um Bellamy",
antwortete Maximilien ernst.

"Ich mache es wieder gut - versprochen. Max Danke für Deine Hilfe und bitte verzeih mir", bat Fabien.
"Was soll ich Dir denn verzeihen, dass Du Dich verliebt hast? Verzieh Dich und antworte Deinem Freund", schmunzelte Max kopfschüttelnd.

Fabien hätte Maximilien am liebsten umarmt, aber das verkniff er sich tunlichst. Sobald sich sein Herr beruhigt hatte, würde er erneut mit ihm sprechen, oder ihn dann bei passender Gelegenheit noch einmal sagen wie wichtig er ihm war und ihn dann umarmen als Zeichen seiner Zuneigung. Momentan war Max zu aufgewühlt und zu wütend, auch wenn er dies nicht so nach außen trug.


***



[brief]Hallo Natty,

sehr gerne, ich habe mich ebenso über Deine lieben Worte gefreut. Sie gehen mir zu Herzen. Zu Herzen ging mir allerdings auch, wass Dir passiert ist. Leider kam meine Warnung bei Dir zu spät an. Nat ich beschwöre Dich, Du hast gar nichts falsch gemacht. Der Gardist hat Dich missbraucht.

Du warst so freundlich und erkundigst Dich nach ihm, bringst dem Kerl auch noch ein Geschenk mit und zum Dank schändet er Dich in einer Kammer und Du fragst Dich was Du falsch gemacht haben kannst? Nichts! Nun bis auf die Tatsache Dich überhaupt mit diesem Widerling einzulassen. Nathan, noch einmal - bitte halte Dich von diesen Leuten fern! Du möchtest nicht mit einer aufgeschnittenen Kehle in der Gosse landen.

Wenn Du mich tatsächlich so sehr vermisst, dann bitte höre doch auch auf mich. Ich schreibe Dir dies nur aus reiner Sorge um Dich! Ich möchte Dich nicht ärgern oder maßregeln, ich möchte dass es Dir gut geht.

Ja es ist viel passiert und sobald ich endlich wieder Zuhause bin, holen wir die versäumte Zeit nach Natty - großes Ehrenwort. Ich habe Maximilien davon in Kenntnis gesetzt, dass seine Söhne heiraten. Sobald uns der genaue Termin bekannt ist, wird Max einige Einladungen schreiben und wir reisen ab.

Das er nicht die Hochzeit seiner eigenen Kinder verpassen wird, ist wohl selbstverständlich!
Bei der Kleiderwahl habe ich sogar an diesem Tag freie Hand. Ich kann Dir gar nicht sagen wie stolz ich bin.

Hoffentlich wirst Du Dich mit Deinem neuen Herrn genauso gut verstehen, wie mit dem alten. Die Zeit die Du mit Deinem alten Herrn verbracht hast, ist natürlich extrem lang. Aber jeden Tag den Du im Dienste des Kronprinzen verbringst, bist Du dem Umstand mit Dreux einen Schritt näher.

Und solange Ihr Euch beide dermaßen gut versteht, wie ich es Deinen Zeilen entnehmen kann, wirst Du sicher nicht mehr den Herrn wechseln. Eventuell solltest Du dem Kronprinzen einige neue Frisuren vorschlagen. Manchmal ist es reine Unkenntnis oder die Gewohnheit, sprich der Trott der einen an alten Dingen festhalten lässt. Frage ihn doch einfach mal danach. Soweit mir bekannt ist, ist er immer offen für neue Ideen.

Wie gesagt, falls Du Angst hast allein in die Dienstbotenküche zu gehen, gehe gemeinsam mit Zerbino oder warte bis die Wäscherinnen vor Ort sind. Dann kannst Du meine Grüße ausrichten und hast direkt eine Gesprächspartnerin und zwar meine Ma. Und vor ihr musst Du wirklich keine Angst haben.

Ich denke auch sehr oft an Dich, vor allen in einer stillen Stunde, sobald ich hier nichts zu tun habe.
Natty wir sind bald wieder Zuhause und ich schwöre Dir, dann wird alles wieder gut!
Ich bringe Dir was Schönes mit! Das habe ich auf dem Markt extra für Dich gekauft, ich hoffe es gefällt Dir.

Bis bald Natty

Dein Fabs - fühl Dich gedrückt[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#6

Beitrag von Nathan » Mo 16. Apr 2018, 09:05

[brief]Hallo Fabs,

dann seid ihr ja bald wieder zu Hause, die Hochzeit ist ja schon in zwei Wochen! Ich freu mich so! Und auf das Geschenk - auch wenn das schönste Geschenk Du selber bist. Ich vermisse dich immer noch, aber jetzt freu ich mich auch auf deine Heimkehr.

Maximilien wird sicher schick aussehen, wenn du ihn schön machst für die Hochzeit. Du kannst so was immer gut. Wegen dem Aussehen von Duc Dreaux rede ich noch mal mit den Leibdienern, damit die vier Eheleute wirklich am schönsten aussehen an dem Tag und sie und Dreaux alle farblich zueinander passen. Den Prinzen steht Hellblau sehr gut und dem Duc auch, genau wie ihrem Vater. Ich finde, sie sollten alle Hellblau tragen, aber mal schauen, was die anderen sich überlegt haben.

Da fällt mir auf ... ich frage besser jemanden um Hilfe bei der Farbwahl, sonst zieh ich dem Duc vielleicht aus Versehen Rosa an, wegen meiner Farbenblindheit, weißt du? Ich habe ganz viele rosa Nachthemden, weil ich immer dachte, die sind weiß und niemand es mir gesagt hat. Ich sehe da keinen Unterschied. Aber vielleicht würde der Duc sich da auch von selber melden. Ich würde wirklich gern mal wissen, wie all die Farben aussehen, die ich nicht sehen kann. Besonders Pink und Rosa würde ich gern mal sehen, weil die so einen komischen Ruf haben. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass eine Farbe so aussehen kann, dass alle darüber lachen, wenn man sie anzieht.

Ich hab mich noch nicht getraut, Zerbino anzusprechen ob er mit mir in die Dienstbotenküche gehen mag oder Deine Mama. Und alleine mag ich nicht dahin oder zu den Wäscherinnen. Ich weiß einfach nicht, was ich dann sagen soll. Ich glaube, ich warte einfach, bis Du wieder da bist.

Ich würde gern deinen Rat wegen Robere befolgen, aber die Leibgardisten sind ja hier überall, weil sie auf meinen Herrn achtgeben. Außerdem weiß ich ja nicht, welche von denen alle zu Robere gehören oder welcher von ihnen er selber ist, wenn die alle ihren Helm aufhaben. Die sehen alle gleich aus in Rüstung, groß und gefährlich. Wie lauter Bellamys. Und selbst wenn ich Robere durch Zufall erkenne - was mache ich, wenn er gerade Wachdienst vor unserer Tür hat? Ich kann ihm also gar nicht aus dem Weg gehen, obwohl ich es gerade gern würde, weil ich schon ein bisschen traurig darüber bin, dass er das Geschenk nicht angeschaut hat. Ich habe mir solche Mühe gegeben, es auszusuchen.

Irgendwas mache ich falsch, alle Menschen vergraule ich irgendwann, sogar die Gardisten, wo ich dachte, die müssen doch Einiges aushalten können. Ich muss ein schrecklicher Mensch sein. Ich hab dich so lieb Fabs, bitte geh nicht auch noch weg!

Ich möchte irgendwann noch mal mit Robere über alles reden. Aber ich warte damit, bis du da bist, versprochen! Dann musst du dir keine Sorgen machen.

Oh, ein was Gutes kann ich dir berichten zum Abschluss! Ciel Prince Ciel hat mich das erste Mal seit er mich verschenkt hat wieder zurückgegrüßt! Nur ganz kurz und nicht gerade übersprundelnf übersprudelnd, aber er hat gegrüßt!

Es drückt dich zurück
Nathan[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#7

Beitrag von Fabien Lacomb » Mo 16. Apr 2018, 10:39

[brief]Hallo Natty,

die Hochzeit ist in zwei Wochen? Dann vermute ich den 01.05.203, ein sehr schönes Datum für eine Hochzeit. Bis dahin müssten wir garantiert wieder Zuhause sein, dass hoffe ich stark.

Danke für die Blumen, Dein Geschenk bekommst Du trotzdem. Ich vermisse Dich ebenso, aber nun ist dies keine endlose Ewigkeit mehr, sondern die Abreise aus Ehveros steht kurz bevor.

Maximilien hat sich sehr über die Nachricht gefreut, dass seine Söhne heiraten. Bewusst habe ich zuerst nicht gesagt wer. Er hatte Dreux und Greg vermutet, aber als er hörte das Prinz Ciel heiratet, war er ganz schön baff.

Wobei, sollte Dreux heiraten mein lieber Natty, dann wird er royal-blau tragen und es wird eine Woche lang Staatsfreude ausgerufen, es heiratet nicht irgendwer sondern der Kronprinz. Oder sogar der Duc, warten wir ab was geschieht, sobald wir zurück in der Heimat sind!

Das wir uns untereinander bezüglich der Kleider- und Farbwahl anlässlich der Hochzeit abstimmen sollten, ist eine sehr gute Idee. Eine geschlossene Gemeinschaft sollte auch optisch direkt als solche zu erkennen sein. Eventuell könnte man auch auf die Stoffe achten. Nicht das eine Person mattes blau trägt, während die andere einen schimmernden Stoff wählt. Dass würde sich trotz aller farblichen Akzeptanz dennoch beißen. Meiner Meinung nach jedenfalls.

Ja Natty, das wollte ich Dir auch vorschlagen, besser Du fragst jemanden – am allerbesten mich, denn ich habe Spaß dran. Dein Hellblau ist leider Pink und wir können die Großherzogliche Familie nicht komplett in Pink zur Hochzeit erscheinen lassen. Ich meine gut – würden wir, dann wäre es am gleichen Tag vermutlich der Hingucker schlechthin und einen Tag darauf würden die Adligen den Schneidern die Stuben einrennen, da der Hof nun Pink trägt.

Und wer möchte sich da ausschließen, wenn nun Pink en Vogue ist?

Der Hof macht die Mode, so war es schon immer und Maximilien mag dunkle Farben. Zur Hochzeit habe ich wie üblich freie Hand, wie er mir versicherte.

Belustigend sind weder Rosa noch Pink, doch meist werden die Farben von Frauen getragen. Ein Altrose kombiniert mit grau oder silbern hingegen kann auch von einem Mann getragen werden. Ich würde dennoch zu einer anderen Farbe raten. Manche Menschen sind auch unbelehrbar und tragen Gelb.

Das Du Dich nicht getraut hast Zerbino oder meine Mutter anzusprechen, ist nicht weiter schlimm. Wie Du anfangs im Brief schon korrekt aufgeführt hast, es sind nur noch zwei Wochen Nat! Die bekommen wir auch noch um. Wobei es sind nicht mal zwei Wochen! In zwei Wochen ist schon die Hochzeit, da werden wir Zuhause sein.

Sobald ich da bin, werden wir gemeinsam mal mit Zerbino einen Plausch halten und ich werde Dich meiner Mutter vorstellen. Bei Bedarf kannst Du dann mit meiner Ma oder Zerbino reden, da Du die beiden dann schon kennst.

Wegen Robere – mache Dir da keine Gedanken. Du sollst Dich bitte nur privat von ihm fernhalten. Gehe ihn weder dienstlich noch privat besuchen.

Nun es ist nicht schlimm, dass Robere Dein Geschenk missachtet hat, von mir wird er nämlich auch eines bekommen. Lassen wir uns überraschen Nathan, ob ihm das besser gefällt. Wir werden sehen.

Tja genau darin liegt das Problem, Du kannst sie nicht unterscheiden, also meide sie einfach alle. Solange die Gardisten vor der Tür stehen und normal ihren Dienst versehen und Dich niemand angeht, gehst Du bitte ebenfalls Deiner Arbeit nach.

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr es mich freut zu hören, dass Du meinen Rat befolgst.

Zum Punkt Du wärst ein schrecklicher Mensch. Unterstellst Du mir schlechten Geschmack? Du bist kein schlechter Mensch Natty, Du bist eine der liebsten und freundlichsten Personen die ich kenne. Falsch gemacht hast Du überhaupt nichts. Das einzige was falsch gewesen ist, waren Deine Erwartungen in diesen Robere.

Ich gehe nicht weg Nat, ich komme wieder.
Versprochen und geschworen.

Mache Dir keine Gedanken wegen Robere. Es ist eine sehr gute Idee noch einmal mit ihm zu reden, sobald ich wieder da bin. Alleine wirst Du dies bitte auf keinen Fall versuchen.

Das hört sich doch ganz vielversprechend an, was Du über Prince Ciel zu berichten hast. Vielleicht ist sein erster Ärger verraucht und nun nähert er sich Dir wieder an. Ich hoffe es sehr für Dich, da Du ihn so sehr vermisst. Eine Aussprache mit ihm wäre ebenfalls nötig, meiner Auffassung nach. Nur leider ist das nicht so leicht zu bewerkstelligen, falls seine Hoheit nicht möchte, können wir ihn nicht dazu bewegen. Mehr als bitten ist leider nicht möglich.

Warte ab, was sich zukünftig mit ihm ergibt. Sollte er weiterhin so freundlich und zugänglich bleiben, bitte ihn um eine persönliche Aussprache. Vielleicht fragst Du Deinen Herrn, ob er dem Gespräch beiwohnen würde. So wärst Du nicht mit Ciel allein und es käme kein unbehagliches Schweigen auf.

Aber bevor man den zweiten Schritt plant, warte den ersten Schritt ab.

So mein lieber Natty, ich warte hier mittlerweile nur noch auf den Abrückbefehl von Maximilien und dann sind wir auch schon unterwegs in Richtung Souvagne. Drück mir die Daumen mein Lieber, dass heute oder spätestens morgen unsere Abreise stattfindet.

Ich freue mich auf Dich.

Ganz liebe Grüße

Dein Fabs[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#8

Beitrag von Nathan » Di 17. Apr 2018, 09:44

[brief]Hallo Fabs,

ja, am 01.05.203 ist Hochzeitstermin! Hat man euch darüber noch nicht informiert? Massimo ist doch bei euch, ihr solltet ihn mal bitten, zu Maurice oder Remy oder einen von den anderen Geistmagiern Kontakt aufzunehmen. Ich würde euch aber Remy empfehlen, der ist viel freundlicher und tut einem nicht so weh.

Dass dein Herr sich so über die Hochzeit seiner Söhne freut, freut mich auch! Ich glaube, dass jeder hier baff war, dass ausgerechnet Prince Ciel heiraten will und ich glaube immer noch, dass da was faul ist. Aber Maximilien wird auch über Prince Gregoires Wahl staunen. Ich verrate aber noch nichts. Zu mir war die Wahl des Prince jedenfalls freundlich, hat versucht mich zu beruhigen, weil ich mich ganz schön erschrocken hatte.

Jetzt ist mir in der Bibliothek nämlich auch noch ein Geist begegnet. Der hat mir im Namen des Abgrundes befohlen, ihm zu gehorchen! Ich hatte solche Angst! Zum Glück war Gregoire zur Stelle und hat mir geholfen. Danach war der Geist friedlich, aber er spukt immer noch in unserer Bibliothek! Er hat jetzt einen anderen Diener zugewiesen bekommen, den er terrorisieren darf. Ich hoffe, mein Herr will nicht so viel lesen, bis das Verbot der Necr Nekromantie in Kraft tritt.

Wegen der Kleidung werde ich auf dich warten. Aber was hast du denn gegen Gelb? Bei meinen alten Herren, den Duponts, war immer Grau und Schwarz angesagt. Höchstens mal Hellgrau oder eine andere triste Farbe. Und an dem einen Tag, zum Sommerfest, trug eine Herrin plötzlich ein wunderschönes gelbes Kleid! Dazu die offenen schwarzen Haare und gelbe Blüten darin, sie sah atemberaubend aus. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass sie aus einer anderen Familie eingeheiratet war, es war die Mutter von Chirag. Natürlich haben die Duponts sich sofort alle zusammen über sie lustig gemacht, bis sie sich umziehen ging und in einem schwarzen Beerdigungskleid zur Feier zurückkehrte, inklusive Schleier, um ihre Tränen zu verbergen. Wahrscheinlich hat sie sich selbst beerdigt. Nun sah sie aus wie eine wahre Dupont und ihr Mann hat sie plötzlich ganz verliebt angeschaut. Ich habe ihr ein paar gelbe Blumen in einem Blumenkasten gepflanzt und auf ihr Fensterbrett gestellt. Von unten konnte man die Blumen nicht sehen, das war unser kleines Geheimnis. Sie hat sich sehr darüber gefreut. Abgesehen von Blau (vermutlich Pink) ist Gelb jedenfalls meine Lieblingsfarbe und ich finde, gerade Frauen mit dunklen Haaren können es sehr gut tragen.

Danke, dass du mir Mut zusprichst. Ich finde es lieb von dir, dass du Robere auch ein Geschenk machen willst, vielleicht hast du mehr Talent dafür, das Richtige für ihn auszusuchen. Aber bitte sei nicht so traurig, falls er es wieder nicht haben will. Ich werde mich über mein Geschenk von dir jedenfalls freuen, schon allein, weil du an mich gedacht hast.

Natürlich unterstelle ich dir keinen schlechten Geschmack, aber ich dachte, ich dachte du möchtest vielleicht nur höflich zu mir sein.

Ich hab dich lieb und freue mich auf deine Heimkehr. Soll ich für dich und Maximilien was Bestimmtes zu Essen vorbereiten lassen, damit ihr euch gleich wieder wohl fühlt? Vielleicht mit den Söhnen zusammen? Ihr solltet nur eine Stunde vor eurer Ankunft dann noch mal mit einem Geistmagier Bescheid geben lassen, damit ich alles schön anrichten kann.

Bis hoffentlich ganz bald.

Es drückt dich

Nathan[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#9

Beitrag von Fabien Lacomb » Di 17. Apr 2018, 20:14

[brief]Hallo Natty,

nein uns hat man noch nicht informiert. Alles was wir über die Hochzeit wissen, wissen wir von Dir.
Vermutlich hielt es keiner für nötig uns zu informieren. Oder es wurde schlichtweg vergessen. Vermuten wir besser Letzteres, vielleicht haben sie auch alle viel zu viel zu tun um noch an uns zu denken. Alte Regel - aus den Augen, aus dem Sinn Nat. Das gilt für uns beide nicht, aber für den Rest der Welt leider schon.

Den Comte Massimo de la Cantillion werde ich bitten, mit einem der Himmelsaugen Kontakt aufzunehmen. Vermutlich ist Maurice de la Cantillion zu ihm etwas umgänglicher, immerhin sind die beiden Brüder. Soweit mir bekannt ist, hat Remy auch von sich aus zu Maximilien Kontakt aufgenommen. Es könnte nicht schaden, wenn Massimo zu mehreren Magiern Kontakt aufnimmt. Ich werde ihn bitten, sich Zuhause einmal umzuhören. Ich werde die Information jedenfalls umgehend an Maximilien weitergeben.

Der 01.05.203 ist ein sehr schönes Datum.

Tja Natty, wer weiß was wirklich die Beweggründe für die Hochzeiten sind?
Unsere Herren leben ein weitaus komplizierteres Leben als sich die meisten vorstellen können. Eine Heirat hat wesentlich mehr zu bedeuten, als das sich zwei Personen lieben. Meist hat sie in Adelskreisen überhaupt nichts mit Gefühl zu tun.

Es sei denn wir betrachten es auf weitläufige Art und Weise. Die Liebe zu dem eigenen Land, der eigenen Scholle und dergleichen. Aufgrund dessen vermählen sich dann zwei Adlige um den Erhalt ihrer Linie und ihres Standes zu wahren. Aber die beiden Personen, die heiraten kennen sich meist kaum oder nur vom Sehen. So ist oft. Und meist wird auch nicht einmal persönlich um die Braut geworben, dafür gibt es Werber und Hochzeiter.

Manche Dinge haben halt eine gewisse Eigendynamik entwickelt, werteneutral erläutert. Denn eine Ehe die aus Liebe geschlossen wurde, kann genauso scheitern und mit zwei Menschen enden die einander hassen.

Von meiner Seite aus kann ich Dir nur sagen, dass Maximilien bis jetzt nichts Konkretes für seine Söhne geplant hatte. Das meiste waren Gedankenspiele, bezüglich einer möglichen Eheschließung. Er hatte mit dem Gedanken gespielt, dass Dreux eventuell Ricarda von Ehveros heiraten könnte.

Dies würde nicht nur den Frieden in Almanien sichern, es wäre auch ein Gewinn für beide Länder.
Aber den Gedanken hat er verworfen. Du warst selbst anwesend Nathan, als uns Ricarda persönlich erläuterte, dass sie keine Heiratsabsichten hegt und falls sie sich doch umentscheiden sollte, dass sie ihre Wahl alleine trifft.

Dies teilte ich selbstverständlich auch Maximilien so mit, dass er die von ihm angestrebte Verbindung zwischen Dreux und Ricarda abhaken muss.

Dreux wird eine andere Frau finden Natty, da bin ich mir sicher. Dein Herr ist wie man so schön sagt, eine äußerst gute Partie, der Kronprinz von Souvagne und zudem sieht auch sehr gut aus. Die Frau die ihn heiratet, hat einen klugen, gebildeten, gepflegten und wohlerzogenen Ehemann an ihrer Seite.

Wen einst Ricarda heiraten wird, wird sich zeigen. Etwas neugierig bin ich schon, denn ein klein wenig Tratsch ist immer interessant. Ich persönlich finde in das Herrschaftshaus de Souvagne einzuheiraten, wäre ein Gewinn für Ricarda gewesen. Denn laut ihrer eigenen Aussage möchte sie Friedenszeiten in Ehveros einleiten. Welches großherzogliche Haus versteht sich besser darauf sein Land zu verteidigen und den Frieden zu wahren als Souvagne? Ich denke zudem, dass sie kaum ein freundlicheres Herrschaftshaus findet.

Aber vielleicht bevorzugt sie die Liebesheirat. Um den Rat von Maximilien oder Dreux kann sich auch so ersuchen.

Wieso wird denn Maximilien über Prince Gregoires Wahl staunen?
Du machst mich neugierig Natty.

Es freut mich zu hören, dass Gregoires Wahl freundlich zu Dir war. Über einen Geist hätte ich mich auch erschrocken. Vielleicht sollte man die Bewohner des Palastes warnen, so lange der Geist anwesend ist. Stell Dir nur vor eine der Hofdamen erschreckt sich oder einer der Bediensteten, während der Arbeit. Einerseits eine lustige Vorstellung, andererseits weniger lustig wenn es einen selbst trifft.

Wir werden die Kleidung gemeinsam aussuchen, mache Dir da keine Gedanken Nathan. Gemeinsam bekommen wir das hin. Manchen Frauen mag Gelb durchaus stehen, aber ich habe noch keinen Mann getroffen, der in Gelb tatsächlich gut ausgesehen hätte. Die Geste von Dir der Dupont-Dame gelbe Blumen zu pflanzen finde ich rührend. Du hast ein gutes Herz Nathan, für mache viel zu gut Nat.

Oh Robere wird sich ganz sicher über das Geschenk freuen Natty. Und es kommt noch besser, nicht ich werde es ihm überreichen, sondern Maximilien! Aber verrate bloß nichts, sonst ist die ganze Überraschung im Eimer!

Natty ich möchte höflich sein, aber deshalb beschönige ich nichts und ich lüge Dich auch nicht an. Vielleicht verschweige ich manchmal etwas, aber Dir ins Gesicht zu lügen, ist nicht meine Art. Das solltest Du schon gemerkt haben. Du bist im Moment sehr durcheinander und verletzt. Und Du bist leider sehr einsam, aber nicht mehr lange und wir sind wieder vereint.

Du bist ein Schatz Nat, dass mit dem Essen ist eine bezaubernde Idee!
Maximiliens Lieblingsessen wäre ein Traum. Seeigel in Weißweinsoße mit bunten Nudeln.
Schön wäre es, wenn er gemeinsam mit seinen Söhnen und seinen Ehefrauen speisen könnte.

Ich werde Massimo bitten, Dich behutsam kurz vor unserer Ankunft zu kontaktieren.

Ja hoffentlich bis ganz bald mein Kleiner.

*Schmatzer* Fabs[/brief]

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Re: Kurze Pause von den Verhandlungen

#10

Beitrag von Nathan » Mi 18. Apr 2018, 09:17

[brief]Hallo Fabs,

du schreibst immer so viele klug Dinge ... wenn du wieder hier bist, werde ich dir lange zuhören. Ich mag deine Stimme. Falls ich da nicht so viel sage, bin ich aufgeregt. Ich fang dann immer an mich zu verhaspeln und will mich nicht blamieren, darum sage ich dann meistens nichts oder nur ganz wenig.

Ich frage mich gerade, ob Ciel seine Hochzeit noch mal überdenken würde, wenn er wüsste, dass sein Papa gar keine Pläne hatte, um ihn zu verheiraten. Ob man Ciel das sagen sollte? Am Ende wird er wieder wütend, wenn man ihm das verschweigt!

Dass das Leben von unseren Herren kompliziert ist, finde ich auch, ich verstehe viel davon nicht. Und Dreaux ist abends sehr erschöpft. Ich bin ein bisschen besorgt, weil er sich übernimmt, glaube ich. Wenn das so weitergeht, wird er anfangen, dieses Dhanga zu nehmen. Ich mag Dhanga nicht, man sollte es verbieten. Bisher habe ich das bei ihm nicht beobachten können, vielleicht tut er es noch nicht oder er nimmt es heimlich. Ich fühle mich schlecht, weil ich es nicht schaffe, dass er sich von alleine beruhigt. Er sagt zwar, meine Anwesenheit würde ihn beruhigen, aber er wirkt kein bisschen ruhig. Hast du eine Idee, wie ich ihm helfen kann? Ich möchte nicht, dass er krank wird oder Drogen nimmt. Er ist doch jetzt mein Herr und da fühle ich mich verantwortlich.

Momentan sollte Dreaux nicht über seine Hochzeit nachdenken, finde ich. Es ist alles durcheinander. Und er muss es wieder sortieren, weil er jetzt der Duc ist. Ich glaube, sich damit jetzt auch noch zu befassen, wäre endgültig zu viel für ihn. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass er nicht Ricarda geheiratet hat, dann wären wir so weit weg von euch nach Ehveros gezogen. Weg von dir. Dann wäre ich endgültig allein gewesen. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage oder schreibe, aber ich vermisse sogar Khawa. Ich hoffe, dass er bald wieder kommt. Der kann sogar lieb sein, wenn er möchte und man nicht Chevalier Jules de Mireault heißt. Den hat er irgendwie gefressen. Ich glaube, weil der Chevalier dabei war, als man Khawa gefangennahm. Darum überschüttet er ihn immer mit Mokka.

Ich kann nicht verraten, warum dein Herr über die Wahl der Eheleute staunen wird, sonst ist die ganze Überraschung weg! Zumindest war ich ganz schön überrascht. Oh und Ciels Lehrer war sauer. Ich bin ihm kurz im Korridor begegnet. Er hat nichts gesagt dazu, aber ich habe es ihm angesehen.

Ich werde Robere nichts verraten! Er hat zwei Mal versucht, mich anzusprechen, aber ich habe so getan, als ob ich ihn nicht gehört habe und bin schnell abgebogen. Ich glaube, ich habe auch ein bisschen Fieber von dem Stress mit ihm. Ich fühle mich nicht so gut, aber vielleicht liegt es auch daran, dass ich die letzten beiden Nächte kaum geschlafen habe. Wenn du wieder da bist, wird es besser.

Euer Essen werde ich vorbereiten lassen und die ganze Familie einladen. Also nicht die ganze, aber alle, die im Palast wohnen.

Über deinen Schmatzer hab ich mich gefreut, ich habe jetzt bestimmt einen roten Kopf. Aber rot sehe ich ja nicht. Ich fühle es nur, wenn mein Kopf ganz heiß wird, dass er dann rot sein muss.

Hab dich sehr lieb und geb dir auch einen Schmatz

Nathan[/brief]

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