Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Royaler Nachwuchs - - 02.07.203 n.d.A.

Die einstige naridische Adelsfamilie von Hohenfelde beschloss, die blutige Vergangenheit hinter sich zu lassen und in Souvagne einen Neuanfang zu wagen. Mit von der Partie sind die verbĂŒndeten und verwandten Familien von Wigberg und von Eibenberg.
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Gregoire Verrill de Souvagne
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Royaler Nachwuchs - - 02.07.203 n.d.A.

#1

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Mi 4. Jul 2018, 13:36

Royaler Nachwuchs - - 02.07.203 n.d.A.

Verrill schaute Ciel noch einen Moment nach. Es schmerzte Gregoire Ciel so zu sehen. Er hatte sich ohne Zweifel um Olivie bemĂŒht, aber Ciel konnte seinen GefĂŒhlen nur sehr schlecht Ausdruck verleihen. Jedenfalls nicht auf die ĂŒbliche Art und Weise, denn er war eine rational, logisch veranlagte Person und kein GefĂŒhlsmensch. Das hieß selbstverstĂ€ndlich nicht, dass Ciel keine tiefen GefĂŒhle hatte. Im Gegenteil, Verrill wusste es besser. Ciel fĂŒhlte sogar tiefer als so mancher Romantiker, aber seine GefĂŒhle waren fest in seinem Inneren verschlossen. Sie waren in seiner Seele, wie in seinem Herzen versiegelt und nicht mal er selbst bekam die Siegel zu dieser TĂŒr auf. Möglicherweise gerade er selbst nicht, da er die Siegel erschaffen hatte. Was er benötige war SchĂŒtzenhilfe oder besser gesagt einen TĂŒröffner oder SchlĂŒsselmeister.

Ciel zeigte seine Liebe so wie ihm dies möglich war, durch Sorge, FĂŒrsorge, Schutz und durch Eifersucht. Und indem er sich Hilfe holte, wo er selbst nicht weiterkam. Er hatte Ferrau beauftragt, ihm in Sachen Olivie beizustehen. Und das hatte der Leibdiener getan. Er hatte die Geschenke fĂŒr Olivie organisiert, er hatte die Dekoration besorgt und die GemĂ€cher geschmĂŒckt, er hatte sogar mit Dreux und ihm trotz seiner Angst zusammengearbeitet um Olivie eine wunderschöne Hochzeitstorte zu schenken und fĂŒr sie Rosen vom Himmel regnen zu lassen. ZĂ€hlte dies alles nichts?

Ein Mann der seiner Frau Rosen schenkte, hatte diese schließlich auch nicht selbst gepflanzt, großgezogen und geschnitten, sondern er ging zu einem BlumenhĂ€ndler und kaufte sie dort. Nichts anderes hatte Ciel getan, als er Ferrau mit den Geschenken beauftragt hatte. Das verstand Olivie scheinbar nicht.

Und was bitte war an Ciel langweilig? Wo war er weniger ein Streiter fĂŒr Souvagne als Remy?

Ciel hatte ihr Land gesichert, er hatte die Grenzsicherung beauftragt und Jahre zuvor hatte er Auge in Auge den Rakshanern gegenĂŒber gestanden und die wehrlosen Bauern gegen die Bestien aus der WĂŒste verteidigt. Gemeinsam mit Jules und Massimo war er losgezogen und hatte fĂŒr Recht und Ordnung gesorgt. Wie alt war er da gewesen, als er das erste Mal ein Schwert gefĂŒhrt hatte und den Tod so vieler Leute mit angesehen hatte? Selbst hatte er dort stets in Gefahr geschwebt, gleichgĂŒltig wie gut seine BeschĂŒtzer waren, denn diese waren auch nicht unsterblich.

Also was unterschied Ciels Taten von Remys?
Einzig und allein der Umstand, dass Ciel sie fĂŒr sich behielt und Remy mit seinen Taten prahlte.

Wie Reklame trug er seine vollbrachten Leistungen vor sich her, wie ein Schreier auf dem Jahrmarkt bot er sich und seine FĂ€higkeiten an. Ein GebrĂ€u aus Worten, wie diese auf den MĂ€rkten verhökerten Liebeselexiere. Man konnte sich damit sonst was einfangen, Verdauungsprobleme eingeschlossen. Nur hatte hier Ciel die Verdauungsprobleme bekommen, anstatt Olivie. Denn wenn einem von der eigenen Frau Hörner aufgesetzt wurden, war dies natĂŒrlich schwer zu verdauen. Möglicherweise waren dies aber alles nur Ausreden von Olivie, um sich nicht eingestehen zu mĂŒssen, sich in Remy verguckt zu haben.

Verrill selbst hatte ebenfalls Probleme, aber damit GefĂŒhle zuzugeben oder zu zeigen niemals. Im Gegenteil, meist brachen sie aus ihm heraus , wie aus einem Vulkan und leider legte er dann genau das gleiche Temperament an den Tag. Im Nachhinein taten ihm seine Worte und Taten oft leid. Seine Reue war ehrlich und auch seine Entschuldigungen waren ernst gemeint, auch wenn ihm dies keiner glaubte. Seine Gelöbnisse zur Besserung wollte er umsetzen, er schaffte es nur nicht. Denn irgendwann hielt ihn erneut die Wut in den Klauen. Er musste lernen sich zusammenzureißen, die Ruhe zu bewahren und sich nicht von seinen GefĂŒhlen ĂŒbermannen zu lassen. Jedenfalls nicht von seiner Wut, alle anderen GefĂŒhle durften ihn ruhig mit sich reißen. Dies war ab heute seine Pflicht, fĂŒr das WĂŒrmchen.

Verrill hatte es unterbewusst irgendwie geahnt. Die Übelkeit, die Gereiztheit, irgendetwas hatte ganz und gar nicht gestimmt und das lag nicht nur an dem Streit zwischen ihm, Ciel und Linhard.

Sie hatten sich versöhnt und Lin hatte ihm verziehen. Eigentlich fing die Übelkeit etwas spĂ€ter nach dem Streit an und er hatte es fĂŒr die Nachwirkungen des Streits gehalten. Verrill liebte Linhard von ganzem Herzen, ihn zu verlieren konnte und wollte er sich nicht vorstellen. Linhard hatte ihm beteuert, dass es ihm ebenso ging. Er hatte ihm einen entsprechenden Spruch in ihren Liebesroman geschrieben.

Vergeben Verrill.
Ich liebe Dich mehr, als Du mich jemals Àrgern könntest.
Aber sei so gut und stelle die Aussage nicht auf die Probe.

Kuss Lin.

Das war Linhards Botschaft gewesen. Verrill hatte sich mehrfach lesen mĂŒssen, erstens da er durch die TrĂ€nen kaum etwas sah und zweitens da sie ihm alles bedeutete. Und es war nicht nur bei Worten geblieben, Linhard hatte ihm eindeutig gezeigt, wie sehr er ihn liebte und begehrte. Er war in letzter Zeit sehr „fleißig“ gewesen. Allein schon bei dem Gedanken daran, wie sie sich geliebt hatten, musste Verrill breit grinsen. Lin konnte genauso hungrig sein, wie er selbst und dass gefiel ihm. Eigentlich gefiel ihm alles an dem verrĂŒckten Kerl.

Gregoire ging zurĂŒck in seine GemĂ€cher, schreib etwas in ihr gemeinsames Buch und ging dann zurĂŒck zu seinem Vater, Dreux und Linhard. Als Verrill den privaten Besprechungsraum von Maximilien betreten hatte, blieb er einfach in der Mitte stehen und rang nach Worten. Gerade als Max etwas Beruhigendes sagen wollte, schĂŒttelte Greg vehement den Kopf und bat mit einem nonverbalen Handzeichen um Ruhe. Er atmete tief durch und reichte Linhard das Buch.

„FĂŒr Dich Linny, damit hĂ€ltst Du als erster die Information in HĂ€nden. Lin, Paps, Dreux
 ich bin schwanger“, verkĂŒndete Verrill.

Linhard sprang wie von der Tarantel gestochen auf, umarmte Greg und deckte Verrill mit KĂŒssen ein. Dreux und Max tauschten kurz grinsend Blicke, ehe die beiden Verrill und Lin ebenfalls drĂŒckten.

„Alles Gute fĂŒr Maus, wir passen auf Dich auf und sind fĂŒr Dich da Verrill. Sei vorsichtig und geh zu Benito. Ich weiß, dass möchtest Du nicht hören, aber geh trotzdem mit Deinem Mann hin“, bat Maximilien.
„Auch von mir herzlichen GlĂŒckwunsch Kurzer“, freute sich Dreux.

„Dankeschön. Versprochen, Danke Papa“, grinste Verrill verlegen und versuchte sich von den dreien zu befreien, was nicht gelang.
„HĂ€tte Ciel mir das nicht einfacher sagen können, als Du hast Kreislauf-Arterien-Irgendwas? Meine GĂŒte, da macht er einem Panik“, grinste Max.

„Im Panik verbreiten ist Ciel super, schafft er bei mir auch stĂ€ndig. Und er bringt mich gut auf die Palme, falls das noch keiner gemerkt hat. Spaß beiseite. Lin wir mĂŒssen mit einem Geistmagier reden, wir mĂŒssen was klĂ€ren lassen“, flĂŒsterte Verrill.

„Wolfram ist hier vor Ort, ansonsten reisen wir zu meinem Onkel Dave oder mein Bruder Wolfi. Oder kann ein Nekromant helfen? Mein Paps ist erstklassig!“, gab Lin zurĂŒck.
„Du könntest Dich auch an Jules oder Maurice wenden“, schlug Max vor.

„Nein, kein Nekromant kann mir dabei helfen, ich benötige einen Geistmagier. Maurice auf keinen Fall, der erzĂ€hlt dass gleich brĂŒhwarm seinem Bruder Melville. Wir gehen zu Jules oder Wolfram“, antwortete Verrill.

„Pass bloß auf Verrill auf Lin“, sagte Dreux und knuffte Lin.
„Das versuche ich die ganze Zeit, der Job ist schwieriger als Du denkst“, gab Lin zurĂŒck, was die vier loslachen ließ.

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