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Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

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Einige Bewohner Asamuras kommen ursprĂŒnglich aus Caltharnae, das in Asche versank. Ihr Leben vor der Überfahrt auf den neuen Kontinent wurde hier verewigt.
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Arafis
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Chronist in Bronze Die fleißige Feder in Bronze Herausragender RPG Beitrag SchlĂŒsselloch

Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#21

Beitrag von Arafis » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:19

WĂ€hrend Arafis den SchlĂ€gen des wĂŒtenden Priesters auswich, der alles andere als tierlieb zu sein schien, hörte sie plötzlich die besĂ€nftigende Stimme Selan’s. Die Wölfin verstand seine Worte nicht, denn ihr Verfolger achtete keinen Augenblick darauf und verfolgte stur den angeblichen Köter, der den Tempel zu entweihen drohte.
Als der Mann einen Moment stehen blieb, um nach Luft zu schnappen, erkannte die junge Albin in einiger Entfernung den Nekromanten stehen. Sofort machte sie kehrt und rannte winselnd zu dem Tiefling hinĂŒber.

Arafis verstand nicht, warum ein Tier keinen Tempel betreten durfte. Schliesslich waren Tiere, auch Hunde, freier von SĂŒhne als mancher Mensch. So war ihr UnverstĂ€ndnis und ihre Trauer ĂŒber die Arroganz des Priesters in ihren Augen zu lesen.

Der feinfĂŒhlige Selan begriff sofort, dass das Tier ihn als Retter erwĂ€hlt hatte und nahm sich dieser Aufgabe auch direkt an.
Was Arafis jedoch nicht erwartet hatte war, plötzlich den Boden unter den FĂŒssen zu verlieren und hochgehoben zu werden. Einen Moment zappelte sie etwas nervös, dann begriff sie jedoch, dass das nur kontraproduktiv war und der Nekromant ihr zu helfen versuchte. Also leckte sie ihm stattdessen dankbar ĂŒber die Wange.

"He Moment mal, das ist doch Urakos AnhÀnger stimmts? Bist du etwa sein neuer Hund, von dem ich gehört habe? Eigentlich siehst du mir ja eher wie ein Wolf aus mein bester. Ach nein, du warst ja eine sie, meinte Urako, Verzeihung bitte!"

Och herrjeh, sogar Selan hatte bereits von Urako‘s Schosshund erfahren
 Wie sollte sie da wieder rauskommen ohne sich zu erkennen zu geben?
Doch das war momentan nicht ihr grösstes Problem, denn der Priester kam bereits mit dem Stab fuchtelnd und wĂŒtend schimpfend auf sie zu.
Doch Selan schaffte es mit seiner ĂŒberlegten und bedachten Art, den Ă€lteren Mann zum Schweigen zu bringen, so dass dieser schliesslich leise grummelnd davonzog.

"Dem hĂ€tten wir‘s gezeigt, nicht wahr?",
sprach Selan zu der Wölfin und setzte sie langsam wieder ab.
Gleich schien er jedoch wieder in Sorge zu sein und bedeutete der geretteten Arafis, auf der Stelle zu verharren, dann hastete er auch schon geduckt davon.
Doch Arafis, welche erst gerade wieder zu ihren beiden Tieflingen zurĂŒckgefunden hatte, wollte nicht einfach so hier rumstehen, erst Recht nicht, falls hier noch weitere giftige Priester rumirrten.

Also folgte sie, ebenso geduckt, Selan ins Innere des Tempels. Überrascht blieb sie stehen und blickte sich erstaunt um. Das Gewölbe war riesig und beeindruckend. Arafis, welche sich nicht gerne in GebĂ€uden aufhielt, schaute sich sicherheitshalber nach möglichen Fluchtwegen um, doch ausser dem Tor, durch welches sie gerade geschritten war, schien es keinen weiteren Ausgang zu geben.

Wo war Selan verschwunden?, vor lauter Staunen hatte die Wölfin ihn aus den Augen verloren.
Plötzlich hörte sie eine laute Stimme durch den Raum hallen: "Dann schau mal nach wo hier deine GerĂ€usche sind, viel Spaß du Idiot."
Arafis spĂŒrte instinktiv, dass etwas nicht in Ordnung war. Schnell suchte sie Deckung im Schatten des Tempels, wo man sie nicht so gut erkennen konnte. Von dort beobachtete sie aufmerksam das weitere Geschehen.

Plötzlich verbreitete sich ein unglaublicher Gestank in dem heiligen Tempel. Arafis schĂŒttelte sich und winselte gequĂ€lt auf. Das war pure Qual fĂŒr ihre sensible Wolfsnase. Das musste wieder Selan’s Werk sein. Sie wurde von ihrem Leiden abgelenkt, als sie polternde Schritte vernahm und tatsĂ€chlich ein bekannter DĂ€mon in ihrem Blickfeld auftauchte. Als sie die Gestalt erkannte, erinnerte sie sich wieder an das Geschehen auf dem Markplatz – Orobas !
WĂŒtend knurrte Arafis und musste sich beherrschen, nicht einfach auf den Tiefling loszustĂŒrmen.

Kurz darauf roch die Wölfin jedoch etwas Neues, was sie zutiefst beunruhigte.
Die junge Albin war wie erstarrt und versuchte den Ursprung zu erkennen. Im selben Augenblick zischte Urako’s Feuerspatz hervor und umschwirrte den wĂŒtenden Tiefling. Arafis blickte unruhig dem fliegenden Spatz hinterher, sie hasste Feuer, doch von dem Flattervogel schien keine Gefahr auszugehen, vor Allem, da Orobas ihn mit einer Wasserkugel in tausend Funken zerschlug. Beruhigt amtete Arafis auf.

Doch da bahnte sich bereits die nĂ€chste Katastrophe an. Wie einen Schatten sah sie Urako an der Wand entlangschleichen. Kurz darauf hing wieder der verrĂ€terische Geruch von Rauch in der Luft. Arafis wurde unruhig und blickte sich Ă€ngstlich um. Dann sah sie, wie ein Vorhang nach dem anderen lichterloh brannte. Und sie erkannte, wie Urako den Tempel vorne zu in Flammen setzte. Sie hatte jedoch keine Zeit, sich darĂŒber Gedanken zu machen. Sie wollte nur noch weg!

Orobas war bereits verschwunden und jetzt sah Arafis Urako und Selan. Sie blickten sich offensichtlich nach einem Fluchtweg um. Überall waren Flammen, die Hitze breitete sich aus und dunkle Rauchschwaden hĂŒllten den Raum in schummriges Licht.
Alles brannte, VorhÀnge, BÀnke, Teppiche. Die Waldalbin begann zu winseln und schliesslich zitterte sie am ganzen Körper.
Plötzlich hörte sie ein Pfeifen – Urako.
Arafis riss sich zusammen, nahm ihren ganzen Mut und hechtete geduckt den beiden Tieflingen hinterher.

Ohne darauf zu achten, wo es hinfĂŒhrte, sprang sie Urako hinterher in ein dunkles Loch. Bloss weg von den Flammen, bloss weg von erstickenden Rauch, von der Hitze und dieser zerstörenden Kraft.
Kaum hĂŒllte sie die KĂŒhle und Dunkelheit ein, sank sie am ganzen Leibe zitternd wie Espenlaub zu Boden.
Auch Selan folgte ihnen durch den Geheimgang.
WĂ€hrend Arafis so zusammengekauert am Boden lag und sich zu beruhigen versuchte, dachte sie ĂŒber das gerade Geschehene nach. Die Tatsache, dass Urako Macht ĂŒber Feuer hatte, verunsicherte sie zutiefst. Zum GlĂŒck wusste der Tiefling nicht, was fĂŒr eine Angst die Flammen in ihr entfachen konnten.

Langsam wurde sie ruhig und lauschte auf die GerÀusche. Ein modriger Geruch umgab die drei GefÀhrten. In weiter Ferne meinte sie Stimmen zu vernehmen, doch die verwinkelten GÀnge verschluckten die Worte.
Jemand hatte die FalltĂŒr zugezogen, womöglich, damit der Rauch nicht auch nach unten dringen wĂŒrde. Völlige Dunkelheit umgab sie, doch das störte die Wölfin nicht allzu sehr. Der Gang erinnerte sie an eine Höhle. Schliesslich stand sie auf und begann am Boden nach der Spur der Kampfmagier zu schnĂŒffeln. Völlig vertieft folgte sie dem Geruch und entfernte sich Schritt fĂŒr Schritt von dem Eingangsbereich hinein in die dunkle SchwĂ€rze.
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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#22

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:20

Selan hielt sich stark hustend die Hand vor dem Mund, sein Brust schmerzte vor dem beissenden Rauch, den er noch vor wenigen Sekunden ein athmen musste. Seine Augen trĂ€nten und schmerzten, doch wurde es langsam besser und richtete sich langsam aus seiner gekrĂŒmmten Haltung wieder auf. Kurz schweiften seine Blicke umher, um sich zu orientieren, jedoch viel es sehr schwer, der Gang in dem sie sich befanden war nur spehrlich beleuchtet, hier und da waren fackeln angezĂŒndet worden. Ein Blick genĂŒgte um zu sehen, dass sie neu waren, somit also von Ibn Altsalat stammen mussten und dieser Gang wohl sonst nicht genutzt wurde, was man auch unscheinbar an den vielen Spinnweben bemerkte, die man immer wieder berĂŒhrte und ins Gesicht bekam.
Selan schritt vorsichtig die wenigen Stufen herauf, die sie gerade herunter gekommen waren und berĂŒhrte sie kurz mit der Hand.

"Mhhh, die EisenfalltĂŒr ist kochend heiß, damit wĂ€re wohl bewiesen, dass sich das Feuer verschlimmert hat, damit wĂ€re dieser Weg als Ausgang fĂŒr uns geschlossen Urako."

Besorgt blickte Selan sich zu Urako und setzte sĂ­ch auf ein der untersten Sufen. "Warum tuhst du so etwas? Wir wĂ€ren doch auch anders aus der Situation gekommen, du hast Brandstifterei begangen! Du hast ein Gotteshaus angezĂŒndet, was denkst du wird man mit dir machen, wenn man dies heraus bekommt oder was wird Athronos höcst persönlich sagen, wenn er mit bekommt, dass du sein Haus zerstört hast?!"

Selan stand auf, ging zu Urako herĂŒber und umarmte ihn. "Urako, du bist mein SchĂŒler und bin froh, dass es dir gut geht und uns nichts passiert ist. Aber deine unĂŒberlegten Handlungen werden uns noch mal richtig in Schwierigkeiten bringen! Hör bitte in Zukunft besser einmal auf mich, einverstanden? Ich möchte ja auch nicht schon wieder einen SchĂŒler verlieren.", flĂŒsterte Selan schon fast mĂŒtterlich Urako zu.

"Aber nun komm, wir haben noch etwas zu erledigen, wie wir uns entschuldigen und Wiedergutmachung leisten, ĂŒberlegen wir uns spĂ€ter. Komm schon, die drei haben schon genug Vorsprung."

Selan erschrag kurz, gerade als er los gehen wollte sties er mit seinem Bein sacht gegen etwas weiches. Sofort zuckte er zurĂŒck und schaute was war, denn er befĂŒrchtete schon das schlimmst. Haben die drei etwa einem Priester etwas angetahn und hier versteckt? Doch war der Schreck um sonst, "Na sag einmal, was machst du denn hier, kleine Wöflin. Schau mal wer uns gefolgt ist Urako, deine kleine Freundin, will uns wohl nicht allein lassen?", freute sich Selan und streichelte die Wölfin auf dem rĂŒcken.

"Na kommt ihr beiden wir haben genug Zeit verloren."

Durch die Freude, dass beide Freunden nichts passiert was beflĂŒgelt, schritt Selan vorran in den nur gerade Mannshohen, nur spĂ€rlich beleuchteten Gang.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#23

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:20

Urako verschwand in dem finsteren Kellerloch. Instinktiv breitete er im Fall die FlĂŒgel aus, doch er fiel nicht weit. Seine FĂŒĂŸe trafen auf kaltes Gestein und die Luft war angenehm kĂŒhl. Er atmete ein paar Mal tief durch, um den Rauch aus seinen Lungen zu bekommen. Da landete plötzlich die HĂŒndin neben ihm. Sie krĂŒmmte sich zusammen. Das hatten auch die Straßenhunde getan, wenn er in Phintias alljĂ€hrlich auf die Jagd nach ihnen gegangen war. Es bedeutete wohl so etwas wie Angst, falls Tiere dazu fĂ€hig waren.

Urako schaute, ob Selan gerade fort sah – er war gerade mit der zugeschlagenen FalltĂŒr beschĂ€ftigt – und klopfte sie sachte. Das hatte er sich von Arafis abgeschaut, die ihren Hund auf diese Weise manchmal lobte. Das Fell war weich wie das Haar einer Frau, nicht so hart und borstig wie der Pelz von Straßenkötern.
„Bist ein tapferes MĂ€dchen“, flĂŒsterte er. „Keine Angst, das Feuer kann dir hier unten nichts tun.“ Gleich darauf kam er sich dĂ€mlich vor. Das Tier verstand ihn ja doch nicht. Hoffentlich hatte Selan es nicht gehört, sonst machte er sich endgĂŒltig lĂ€cherlich. Doch sein Lehrer starrte noch immer auf den verschlossenen Ausgang.

"Mhhh, die EisenfalltĂŒr ist kochend heiß, damit wĂ€re wohl bewiesen, dass sich das Feuer verschlimmert hat, damit wĂ€re dieser Weg als Ausgang fĂŒr uns geschlossen Urako."
Urako spĂŒrte, wie sein Magen sich erneut zusammen zog bei der Vorstellung, meterdicken Stein ĂŒber sich zu haben. Er musste wĂŒrgen und erbrach sich, obwohl er gar nichts mehr im Magen hatte. Bis auf widerliche SĂ€ure kam nichts mehr heraus. Ihm wurde schwummrig und er musste sich an der Wand abstĂŒtzen.

"Warum tust du so etwas? Wir wĂ€ren doch auch anders aus der Situation gekommen, du hast Brandstifterei begangen! Du hast ein Gotteshaus angezĂŒndet, was denkst du wird man mit dir machen, wenn man dies heraus bekommt oder was wird Athronos höchst persönlich sagen, wenn er mit bekommt, dass du sein Haus zerstört hast?!"


„Danke, dass du dich so um mein Wohlbefinden sorgst“, krĂ€chzte Urako. „Mir ist hundeelend und alles, was dich interessiert, ist der kack Tempel.“

Selan stand auf, ging zu Urako herĂŒber und umarmte ihn. "Urako, du bist mein SchĂŒler und bin froh, dass es dir gut geht und uns nichts passiert ist. Aber deine unĂŒberlegten Handlungen werden uns noch mal richtig in Schwierigkeiten bringen! Hör bitte in Zukunft besser einmal auf mich, einverstanden? Ich möchte ja auch nicht schon wieder einen SchĂŒler verlieren."

„Schon gut, so war das nicht gemeint, kannst wieder garstig und abweisend zu mir sein, hörst du? Mein zermatschtes Gesicht hat dich ja auch nicht interessiert. Ach, ich vergaß, du musstest dich ja um denjenigen kĂŒmmern, der mir das angetan hat, musstest ihm GĂŒrkchen auf seine Äuglein legen, wĂ€hrend ich nicht mal einen Sitzplatz angeboten bekommen habe.“ Er strĂ€ubte sich und versuchte, so gut es ging zurĂŒck zu weichen. „Lass die Heuchelei, mir ist schon schlecht genug!“

Endlich ließ Selan ihn wieder los.

"Nun komm, wir haben noch etwas zu erledigen, wie wir uns entschuldigen und Wiedergutmachung leisten, ĂŒberlegen wir uns spĂ€ter. Komm schon, die drei haben schon genug Vorsprung."


"Entschldigen? Ich muss mich fĂŒr gar nichts entschuldigen! Wenn die Idioten hier zu dĂ€mlich sind, ordentlich zu bauen und alles beim kleinsten FĂŒnklein in Flammen aufgeht, ist das nicht mein Problem. Im Gegenteil, es geschieht ihnen ganz recht."

Da bemerkte Urako, dass die HĂŒndin begann herum zu schnĂŒffeln. Rasch nahm sie eine Spur auf und folgte ihr den Gang entlang, die Nase dicht ĂŒber dem steinernen Boden. Stolz kam in ihm auf und fegte seine schlechte Laune augenblicklich hinfort.

„Schau mal, was sie macht! Wie toll ich sie erzogen habe! Hat die stinkende FĂ€hrte vom ollen Altsalat aufgenommen, die Töle. Meine Töle, meine eigene! Jetzt brauchen wir ihr nur noch zu folgen, um dem Leichenknutscher den Arsch auf zu reißen.“

Und sie folgten ihr, Kilometer um Kilometer hinab in die Dunkelheit. Durch das Laufen kam Urakos Kreislauf wieder in Schwung und es ging ihm besser, je weiter sie kamen. Als Tiefling konnte er bei diesen LichtverhÀltnissen auch ohne Fackel hervorragend sehen.

Unbeirrt trabte die HĂŒndin vorneweg, so dass die Tieflinge manchmal MĂŒhe hatten, ihr zu folgen. Urako troff vor Schweiß. So viel, wie er in der letzten Zeit gelaufen war, war er in seinem ganzen Leben noch nicht gelaufen. Seine FlĂŒgel hingen kraftlos herab, sein Pferdeschwanz klebte klatschnass in seinem Genick. Immer wieder wischte er sich mit dem Unterarm ĂŒber die Stirn, da ihm der Schweiß in die Augen lief.

„Pause“, japste er. „Pause sage ich, blödes Viech!“
Doch die HĂŒndin lief und lief, bis sie in einer großen Halle angelangten.
Urako verzog angewidert das Gesicht. Obwohl ihm vor Erschöpfung die Beine zitterten, blieb er stehen. Die WÀnde des Raums waren bedeckt von sÀuberlich gestapelten Gebeinen. Hunderte, wenn nicht gar tausende Tote mussten hier liegen.

„Was zum Henker ist das“, murmelte er und musste ein wenig grinsen. „Hehe, zum Henker“, wiederholte er. „Hast du verstanden, Selan? Zum Henker! Hr hr hr!“

„Großmeister, herrlicher Gebieter!“

„Wer, ich?“

„Wir haben nun genĂŒgend Probanden gefunden. Ich habe ihnen erzĂ€hlt, die Familienmitglieder, mit denen sie noch einmal reden wollten, hĂ€tten mir mitgeteilt, sie seien von Handlangern der Allianz gemeuchelt worden. Nur die Blutrache könnte den Toten ihren Frieden bringen. Dreißig Probanden werden fĂŒr uns gegen den Norden kĂ€mpfen.“

Jetzt begriff Urako, dass man nicht mit ihm redete.
Die Stimmen kamen aus einer verzierten EisentĂŒr auf der anderen Seite des Saales.

„Das ist gut“, tönte eine zweite Stimme. „Weniger gut ist das, was mir ein Vöglein ĂŒber dich gezwitschert hat. Etwas ist schief gelaufen.“

„Unmöglich! Ich habe auf alles geachtet. Die Preise waren so niedrig, dass niemand lĂ€stige Fragen stellt. Nicht alle haben sich ködern lassen, aber bei so einem preisgĂŒnstigen Angebot werden sie es wohl eher auf meine mangelnde Eignung als Nekromant schieben denn auf Betrug.“

„Es geht nicht um die 
 Kundschaft. Firxas hat in deinem Zelt etwas gefunden, wurde mir zugetragen.“

„Was sollte ...“

„Zeig es ihm. Zeig ihm, wie nachlĂ€ssig er war!“

„Ja, Großmeister.“

Ibn schnappte nach Luft. „Das kann nicht ...“

„Offensichtlich doch! Jemand hat dir diesen SchĂ€delspion untergejubelt! Was bedeutet, dass dieser Jemand von unserem Treffen heute weiß! Wir werden das Treffen mit den anderen trotzdem abhalten 
 mit einer kleinen PlanĂ€nderung.“

Urako konnte hören, wie Orobas und Firxas kicherten.
Nur Ibn war offenbar ganz und gar nicht zum Lachen zumute.
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

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Arafis
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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#24

Beitrag von Arafis » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:21

Arafis hörte dem Geplapper der beiden Tieflinge schon lange nicht mehr zu, sie hatte Witterung aufgenommen und folgte dem Gang hinab in die Dunkelheit. Auch Urako’s Gekeuche und sein Rumgejapse interessierte sie nicht weiter, nur der Geruch in ihrer Nase war noch von Wichtigkeit – und so schnell wie möglich eine grosse Entfernung zwischen sich und das Feuer zu bringen!

Auch wenn der reizende Gestank nach Rauch weniger wurde und die brennende Hitze im Tempel zurĂŒckgeblieben war, wollte Arafis weg vom Ort des Geschehens.
Plötzlich blieb die Wölfin abrupt stehen, so dass einer ihrer GefĂ€hrten beinahe ĂŒber sie gestolpert wĂ€re.
Wie gebannt blickte sie in die grosse Halle, welche sich vor ihnen in die Höhe wölbte. Sie schnĂŒffelte etwas verwirrt in der Luft. Es roch abgestanden. Dann entdeckte sie die Gebeine, welche seltsame Gebilde formten. Angewidert verzog sie die Lefzen und eine komische Grimasse zeichnete sich einen Moment ganz untypisch auf dem Wolfsgesicht ab.
Sie schĂŒttelte sich, wie um das grausige Bild abzuschĂŒtteln, als sie Stimmen hörte.

„Wir haben nun genĂŒgend Probanden gefunden. Ich habe ihnen erzĂ€hlt, die Familienmitglieder, mit denen sie noch einmal reden wollten, hĂ€tten mir mitgeteilt, sie seien von Handlangern der Allianz gemeuchelt worden. Nur die Blutrache könnte den Toten ihren Frieden bringen. Dreißig Probanden werden fĂŒr uns gegen den Norden kĂ€mpfen.“

Arafis verstand nicht, worum es ging. Verwirrt blickte sie zu Selan und Urako hoch, welche gebannt lauschten. So verhielt sich die Wölfin ruhig und versuchte die Unterhaltung mit zu verfolgen.
Irgendetwas schien eine der Stimmen zu verÀrgern.

„Zeig es ihm. Zeig ihm, wie nachlĂ€ssig er war!“, fauchte die Stimme wĂŒtend.
„Das kann nicht ...“, versuchte sich der Beschuldigte zu verteidigen, und Angst schwang in seiner Stimme mit.
„Offensichtlich doch! Jemand hat dir diesen SchĂ€delspion untergejubelt! Was bedeutet, dass dieser Jemand von unserem Treffen heute weiß! Wir werden das Treffen mit den anderen trotzdem abhalten 
 mit einer kleinen PlanĂ€nderung.“

WĂ€hrend ihre GefĂ€hrten still waren und die anderen Tieflinge belauschten, hatte die junge Frau plötzlich das BedĂŒrfnis, sich der EisentĂŒr zu nĂ€hern. Auf leisen Pfoten schlich sie sich an dem Rand der Halle entlang. Neben ihr reihten sich die Gebeine hoch und ein Schauer lief ihr ĂŒber den RĂŒcken.
Als sie die TĂŒr beinahe erreicht hatte, hörte sie neben sich plötzlich ein erschrecktes Aufquietschen und nahm eine schnelle Bewegung aus den Augenwinkeln war.
Im nĂ€chsten Moment blickten sie zwei feurig rote, weit aufgerissene Augen an. Vor Schreck gab Arafis einen erschrockenen Laut von sich und sprang zurĂŒck. Dabei prallte sie gegen eines der Knochengebilde, welches laut knatterte und wankte, jedoch glĂŒcklicherweise stabil genug war.
Das kleine Wesen nutzte unterdessen die Gelegenheit und die Wölfin erblickte gerade noch einen langen, haarlosen Rattenschwanz, der in die Dunkelheit davonhuschte.

„Was war das? Los geht nachschauen! Bewegt euch!“, knurrte gleich darauf die befehlerische Stimme und im nĂ€chsten Augenblick wurde die TĂŒr weit aufgerissen. Arafis blieb wie erstarrt stehen, als das Licht einer Fackel auf ihrem Körper schimmerte.
„Na was haben wir denn da!“, lachte eine dĂ€monische Stimme. Orobas kam mit drohenden Schritten auf die Wölfin zu.

Arafis erkannte den Tiefling, als sie seine rauhe Stimme hörte und seine massige Gestalt auf sich zukommen sah. Sie fĂŒhlte sich hilflos und hoffte, dass Selan und Urako sich nicht blicken liessen, denn offensichtlich waren sie in der Minderzahl. Gleichzeitig wĂŒnschte sich die Waldalbe nichts sehnlicher, als die Augen zu öffnen und aus einem bösen Traum erwachen zu können.

Ihre Augen waren starr auf Orobas gerichtet, so dass sie viel zu spĂ€t bemerkte, wie Firxas sich von hinten an sie herangeschlichen hatte. Als sie im nĂ€chsten Moment zwei krĂ€ftige, klauenbesetze HĂ€nde an ihrem Nacken spĂŒrte und sie von dem Gewicht des Tieflings zu Boden gedrĂŒckt wurde, war es bereits zu spĂ€t.
Arafis versuchte sich zu befreien, doch Firxas hatte sie fest im Griff und schliesslich gab die junge Frau nach und blieb regungslos liegen, abwartend, was nun weiter geschehen wĂŒrde. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals und sie war ĂŒberzeugt, dass man es in der ganzen Halle hören mĂŒsste.

„Hier, nimm den Strick, kannst dem Köter das Maul zuschnĂŒren und die Beine, damit er nicht weglĂ€uft. Das gibt n leckeres Abendessen! Scheint zwar nicht allzu viel Fleisch auf den Knochen zu haben, aber was soll‘s
 Besser als diese matschige GemĂŒsebrĂŒhe! Und sobald wir das SchĂ€delproblem von unsrem Altsalat gelöst haben, gönnen wir uns das Festmahl“, grinste Orobas und tĂ€tschelte sich zufrieden seinen Bauch.
In seiner Vorfreude auf ein Abendessen schien er gar nicht zu ĂŒberlegen, wie der Wolf hierhergekommen sein könnte. Doch ob die anderen Tieflinge auch so gedankenlos wĂ€ren?
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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#25

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:22

„Offensichtlich doch! Jemand hat dir diesen SchĂ€delspion untergejubelt! Was bedeutet, dass dieser Jemand von unserem Treffen heute weiß! Wir werden das Treffen mit den anderen trotzdem abhalten 
 mit einer kleinen PlanĂ€nderung.“

Selan schluckte, als ihn einige Schweißperlen ĂŒber die Stirn liefen. Die fremden Gestalten wussten also nun, dass er im Zelt Ibns einen SchĂ€delspion versteckt hatte. GlĂŒcklicherweise wussten sie nicht wer es war, auch nicht das sie wirklich hier waren und wo sie versteckt waren, konnten sie nicht einmal erahnen. Was dieser Raum auch war, er schien ein Knotenpunkt zu sein, dutzende GĂ€nge fĂŒhrten zu ihm und wieder von ihm hinweg.

Nun war war Vorsicht angebracht, kein Laut durfte zu den Ohren jener, die sich in dieser riesigen Kuppel befanden vor dringen, waren sie doch gewarnt. Kurz huschte Selans Blick zu Urako hinĂŒber, der zum GlĂŒck mit gedacht hatte. Kein GerĂ€usch war von ihm zu hören, sowohl langsam waren alle seine Bewegungen. Er hatte instinktiv in diesem Moment richtig reagiert, was man jedoch nicht von sein Wölfin sagen konnte, denn diese schlich in diesem Moment aus dem sicheren Gang in die Kuppel und verschwand.

"Psssttt, Wölfchen komm wieder her. Bitte!", flĂŒsterte Selan der davon schleichenden Wolfsdame noch hinterher. Aber diese zuckte nicht einmal mit den Ohren. Gehört hatte sie ihn sicher, da war der Tiefling sich sicher, was aber nicht bedeutete, dass sie auf ihn hörte.

Augenblicklich sah Selan zu Urako hinĂŒber und ihre blicke kreuzen sich. Ernsthaft besorgt blickte Selan in die Augen seines SchĂŒlers, der ebenfalls fĂŒr einen Moment sprachlos zu seien schien. "Versuch deine Wölfin bitte zurĂŒck zu rufen, sie wird uns noch verraten."

Doch war es schon zu spĂ€t, in diesem Augenblick hörte er ein kurzes jaulen und schon gleich darauf, dass zusammenstĂŒrzen eines Knochenhaufens.

„Was war das? Los geht nachschauen! Bewegt euch!“

Instinktiv zuckte Selan mit dem Kopf zurĂŒck und presste sich gegen die Wand des Ganges, in dem er sich mit Urako befand. Sein Herz klopfte schnell, spĂŒrte er es doch schon bis zum Hals. Schweiß lief ihm ĂŒber die Stirn und schon zum zweiten male heute Abend merkte er, dass er fĂŒr solcherlei Abenteuer keine alt zu guten Nerven hatte. Am liebsten wĂ€re er in dem kalten, modrig nassen Steinwand hinter sich versunken.

Er hoffte nur alt zu sehr, dass man ihn und Urako nun nicht durch die Wölfin finden wĂŒrde, denn ein Kampf wĂ€re gegen diese Gestalten aussichtslos und auch der RĂŒckweg ist durch den Brand verschlossen.

„Na was haben wir denn da!“

Selans Blut schien in diesem Moment zu Eis zu erstarren, als er diesen Satz hörte. Jeden Moment wĂŒrde in seinen Gang einer der beiden Kerle eintreten können. Der Nekromant schloss kurz die Augen und ging jegliche Möglichkeit durch wie sie entkommen konnten, doch war der Tiefling das erste mal seit langer Zeit sehr ratlos. So ging ihm nur noch eines durch den Kopf. Hoffentlich bemerkte Urako nichts davon, war er doch sein SchĂŒler. Ein Meister muss immer einen kĂŒhlen Kopf bewahren und selbst bei den bremsligsten Situationen noch einen Ausweg wissen, aber hatte dies hier mit einer normalen Ausbildung zu tun?

„Hier, nimm den Strick, kannst dem Köter das Maul zuschnĂŒren und die Beine, damit er nicht weglĂ€uft. Das gibt n leckeres Abendessen! Scheint zwar nicht allzu viel Fleisch auf den Knochen zu haben, aber was soll‘s
 Besser als diese matschige GemĂŒsebrĂŒhe! Und sobald wir das SchĂ€delproblem von unsrem Altsalat gelöst haben, gönnen wir uns das Festmahl“

Selans Augenlider schossen nach oben, sein Herzschlag wurde deutlich langsamer. Ein Moment der Ruhe kehrte in ihn ein. Sie wurden noch nicht entdeckt, dafĂŒr aber leider Urakos Wölfin.

Im Moment wusste Selan jedoch nicht, wie sie die arme befreien sollten, doch war jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, jener wĂŒrde aber kommen. Abwarten heißt in diesem Moment die Devise, dann könnte auch Urakos Haustier gerettet werden.

"Schaut doch mal Meister was wir gefunden haben, sieht der nicht lecker aus?"

Angewidert, sah der in einer dunklen Kutte da stehende die beiden an. "Lecker? Wiederwertige Kreaturen, dass seit ihr! Wo hast du solches Gesindel aufgetrieben Ibn? Aber gleich und gleich gesellt sich gern oder Ibn?"

"Werd nicht frech du, sonst....", hatte er noch nicht zu Ende gesagt, als ihm der Fremde mit der rechten Hand auf die Brust fasste. Nur einen Wimpernschlag spĂ€ter schleuderte ihn ein starker Windstoß gute acht Meter nach hinten, wo er auf dem harten Boden unsanft aufschlug.

"Ibn, dass war das letzte mal! Ich sagte es dir schon einmal, erhebe nicht das Wort gegen mich oder du bereust es.", sprach der Fremde mit erregter Stimme und nÀherte sich den am Boden liegenden Ibn und umschritt ihn andÀchtig im Kreis.

"Ibn, Ibn, Ibn, du denkst wohl immer noch, dass du ein ganz großer bist oder? Dabei dachte ich, diese Flausen hĂ€tten wir dir schon ausgetrieben?! Tja, tja... Als du damals in unseren Orden eingetreten bist und dies auch nur mit Hilfe eines guten Freundes im Rat, hatten wir dir gesagt, halte dich an die Rangordnung. Dabei mĂŒsstest du es doch so langsam wissen. Die 13 großen Priester des Palion Rates stehen an der Spitze, jeder dieser hat drei persönliche Diener, die ebenfalls auch LeibwĂ€chter und Boten fĂŒr spezielle AuftrĂ€ge sind, so wie ich es einer bin. Du hingegen bist nur einer der zehn untergebenen die jeder Diener wiederum hat. Also stehst du ganz unten auf der Stufe der Wichtigkeit. Du magst zwar stark sein, auch wichtig, auch ein guter Freunde von einem Priester, was aber nicht heißt, dass du nicht ersetzbar bist, verstehst du? So dass ich mich ĂŒberhaupt herab lasse und hier her komme in dieses vor Ekel schĂ€umende etwas.... Ibn, fĂŒhle dich geehrt. Hast du dies Verstanden?"

Langsam stand Ibn wieder auf, schmerzvoll musste fĂŒr ihn dieser Zauber und die Landung gewesen sein, drĂŒckte er doch immer noch die Hand auf seine Brust. StĂŒck fĂŒr StĂŒck raffte er sich auf bis er wieder auf beiden Beinen stand, sein Gesicht gezeichnet vom Schmerz.

"Mhhhh, ja oh großer Nocro...", sprach Ibn mit einem merklich ironischem Unterton.

Sehr gut, vielleicht machst du ja doch noch Fortschritte. Aber nur vielleicht, jedoch.... das du jemanden hier her gelockt hast, ist wahrlich... Tja was ist das richtige Wort? Falsch? UnglĂŒcklich? Schwachsinnig? Vielleicht einfach nur dumm? Vielleicht bist du ja auch nur Unaufmerksam geworden oder bist du MĂŒde vom Leben, soll ich dir da vielleicht etwas weiterhelfen? Ein Wort genĂŒgt, tu mir den Gefallen, bitte! Aber nun ja, ich werde mir noch eine passende Bestrafung fĂŒr dich einfallen lassen. Alles was du erfahren solltest, werde ich erst einmal fĂŒr mich behalten. Ich werde dir alles weitere auf dem Schiff erzĂ€hlen, sobald wir auf hoher See sind.

UnglÀubig blickte Ibn Nocro an, "Auf einem Schiff, wohin und warum?"

"Es wird ein großes Treffen geben, mehr musst du im Moment nicht wissen. Kleiner Tip von mir, du solltest dir etwas warmes einpacken, wenn es nach Reikja geht. Wir treffen uns morgen Abend Punkt 17 Uhr, bei einem Schiff im Hafen. Geh einfach in die Bar "Zur betrunkenen Möwe" und frag den Wirt nach der "Eisernen Lanze im Drink", er wird dir weitere Anweisungen geben und wie du zu mir findest."

Mit weit aufgerissenem Mund und Augen blickte Selan Nocro hinterher, als er ohne ein weiteres Wort zu verlieren in einem dunkel Gang hinter sich verschwand.

Nur schrittweise zog Selan den Kopf langsam wieder in den Gang zurĂŒck und kauerte sich auf den Boden. Als hĂ€tte er ein Gespenst gesehen blickte er auf den Erdboden vor sich. Die rot gewordenen Augen zitterten in dem starken Farbgegensatz zu seiner weiß gewordenen Haut. Wie gelĂ€hmt lehnte er sich gegen die Wand und merkte dabei nicht, dass seit wenigen Minuten der kleine Rinnsal Wasser immer grĂ¶ĂŸer und tiefer wurde.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#26

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:22

Urako musste hilflos zusehen, wie seine HĂŒndin gefesselt wurde. Man schnĂŒrte ihr alle vier Beine zusammen und dann auch noch das Maul zu. Firxas schien dabei besonders viel Spaß zu haben denn er blödelte die ganze Zeit herum, wĂ€hrend Orobas lachte wie ein Vollidiot. Wie passend, er sah ja auch genau so aus.

Es fiel Urako schwer, ruhig zu bleiben. Sie vergingen sich an seiner HĂŒndin, an seinem Eigentum! Dem, was ihm gehörte! Am liebsten wĂŒrde er Firxas noch ein zweites Mal zerbeulen und Orobas den sorgfĂ€ltig gescheitelten Skalp von der RĂŒbe ziehen und seinem Kumpel die picklige Glatze. NatĂŒrlich, wĂ€hrend sie am Leben und bei vollem Bewusstsein waren, fest gebunden auf einer 


Jetzt trat auch noch die weißhaarige Eiterbeule von Altsalat in Erscheinung – und ein mysteriöser Mann in einer schwarzen Kutte, der höchst unheimlich aussah, aber eine lĂ€cherlich hohe Stimme hatte. Vielleicht war er ein Kastrat.

Er und Ibn zankten sich wegen irgendeiner Rangfolge und dann folgte ein wahrer Wasserfall von Zahlen und Hierarchien, die Urako schon nach dem zweiten Nebensatz nicht mehr verstand.

"Es wird ein großes Treffen geben, mehr musst du im Moment nicht wissen. Kleiner Tip von mir, du solltest dir etwas warmes einpacken, wenn es nach Reikja geht. Wir treffen uns morgen Abend Punkt 17 Uhr, bei einem Schiff im Hafen. Geh einfach in die Bar "Zur betrunkenen Möwe" und frag den Wirt nach der "Eisernen Lanze im Drink", er wird dir weitere Anweisungen geben und wie du zu mir findest."

Der Kuttenmann, der von Ibn Nocro genannt worden war, machte kehrt, um erneut eins mit der Dunkelheit der Katakomben zu werden. Urako blickte fragend in Richtung seines Lehrers. Der kauerte da, hellgrĂŒn wie ein Kohlrabi und mit weit aufgerissenen Augen, die im Dunkel glĂŒhten. Er sah nicht aus, als ob er wĂŒsste, was zu tun sei.

„Stehenbleiben“, befahl Urako und trat aus dem Dunkel. Sein Fuß patschte dabei in ekelhaft warmes Wasser und ihm strĂ€ubten sich sofort die Nackenhaare. Das Wasser war doch vorhin noch nicht da gewesen...? Egal, er hatte wichtigeres zu tun als sich um ein Rinnsal von Pisse zu kĂŒmmern.

Auf seinen barschen Befehl hin zuckte Firxas zusammen, der offenbar seine Stimme wieder erkannte. Der Kuttenmann vollfĂŒhrte augenblicklich eine Kehrtwendung. Vier Augenpaare starrten ihn an und plötzlich merkte er, dass er einen riesengroßen Fehler begangen hatte. Orobas hielt seine HĂŒndin unter seine Achsel geklemmt und presste sie viel zu fest an sich. Urako sah sie fĂŒr den Bruchteil einer Sekunde an, dann huschte sein Blick wieder zu Nocro.

„Die Dreizehn schicken mich.“

Die Augen der anderen schienen ihn in Flammen aufgehen lassen zu wollen, so sehr loderte der Hass in ihnen. Oder war das nur seine Aufregung? Sie starrten ihn an, als warteten sie darauf, dass er weiter sprach.

„Die dreizehn Priester des Palionrates, verdammt, ihr wisst schon! Ich soll euch sagen, dass, Ă€h, dass der Treffpunkt geĂ€ndert wurde, weil es eine undichte Stelle gab. Aus SicherheitsgrĂŒnden trefft ihr euch nicht in der Betrunkenen Möwe, sondern im Wabbligen Walross. Das neue Kennwort lautet, Ă€h, es lautet Scheißhurensohn.“

„Quatsch, du bist kein Gesandter, du bist nur ein blöder Henker. Seit Jahren schon, schließlich haben wir von Anfang an fĂŒr dich gearbeitet“, sagte Firxas und dann knackte er herausfordernd mit den FĂ€usten. „Du bist wohl scharf auf noch mehr SchlĂ€ge, wie? Aber diesmal brauchst du nicht erwarten, dass ich mich mit meinen magischen FĂ€higkeiten zurĂŒckhalte. Hier ist niemand, der dein Gequieke hören wird, du Spanferkel.“

Urako blieb vor Empörung die Luft weg.

„Spanferkel, ja?!“


Er war sonst nicht auf den Mund gefallen, aber dass sein ehemaliger Untergebener ihm jetzt Beleidigungen ins Gesicht schleuderte und nicht einmal den Hauch von Unsicherheit dabei zeigte, zerrte an der Fassade, die er gerade mĂŒhsam hochzog.

Er rĂ€usperte sich und steckte die HĂ€nde in die Hosentaschen, damit man nicht sah, dass sie zitterten. Dort fand er den pinken Stachelstein, den Arafis ihm geschenkt hatte. Die feige Trulla machte es sich bestimmt gerade in Selans Entspannungssessel bequem und fraß seine GemĂŒsevorrĂ€te weg. Er schloss die Finger um den Stein, bis die Stacheln sich in seine HandflĂ€chen bohrten. Fast augenblicklich spĂŒrte er, wie sein Herzschlag ruhiger wurde.

„Spanferkel, ach, du alter Scherzkeks!“ Er lachte gekĂŒnstelt und klopfte Firxas auf die Schulter wie einem guten Kumpel, was dieser höchst argwöhnisch zur Kenntnis nahm. Auch Orobas zog die Augenbrauen hoch und blickte fragend in Richtung von Ibn, der wiederum fragend in Richtung des Kastraten schaute. Und der schaute zu Urako, doch sein Gesicht blieb im Schatten der Kapuze verborgen. Urako beschloss, ihnen keine Zeit zum Nachdenken zu geben und redete einfach weiter, was ihm gerade einfiel.

„NatĂŒrlich arbeite ich offiziell als Henker. Das ist natĂŒrlich meine Tarnung und irgendwie muss der Kult ja auch Geld ran kriegen. So schicke Kutten wie Herr 
“ - er starrte den Kastraten an um zu schauen, ob er mit der Anrede ĂŒberhaupt richtig lag, doch der rĂŒhrte sich nicht - „... wie Herr Nocro eine trĂ€gt, mĂŒssen ja auch irgendwie bezahlt werden. Aber eigentlich ist es mir pupsegal ob ihr mir glaubt. Wenn nicht, dann ist das euer Problem, denn ihr seid es, die das Treffen dann verpassen.“

Nocro kam nĂ€her und trat unverschĂ€mt dicht an Urako heran. Sein Gesicht war die grobholzige Visage eines waschechten Poraha. Urako musste sich das Lachen verkneifen, weil die Erscheinung und die Stimme so ĂŒberhaupt nicht zueinander passten. Er hatte den Drang ihn auf seine wahrscheinlich fehlende MĂ€nnlichkeit anzusprechen und ihn nach allen Regeln der Kunst mit allerlei SchmĂ€hungen zu ĂŒberhĂ€ufen. Er mochte keine Porahas. Er mochte ĂŒberhaupt keine anderen Völker außer Tieflinge und gewöhnlich hielt er damit auch nicht hinter dem Berg.

Nocro - was sicher nur ein Tarnname war, denn so hieß kein Poraha – hatte ein Gesicht so hart, als sei es aus Stein gemeißelt. Es war sicher klĂŒger, die Klappe zu halten, auch wenn er ohne seine Lakaien hier gewesen wĂ€re.

„Wenn du wirklich von den Dreizehn gesandt wurdest, dann hast du doch sicher auch das Amulett mit, das dich als Boten ausweist“, piepste er.

„Das Amu... natĂŒrlich habe ich das Amulett dabei!“, sprach Urako im Brustton der Überzeugung und zog seinen Wutstein aus der Tasche. Er hielt ihn Nocro genau vor die grĂŒne Nase. „Da, das haben sie mir persönlich gegeben. Und ich soll dir ausrichten, wenn du Probleme machst, dann fehlt dir bald noch ein Körperteil mehr.“

Die Kampfmagier und Ibn schnappten gerĂ€uschvoll nach Luft. Volltreffer, genau ins Schwarze! Urako triumphierte innerlich. FĂŒr so was hatte er ein Talent. Zwar fĂŒr sonst nichts anderes, aber immerhin. Nocros Augen verengten sich zu funkelnden Schlitzen und er trat noch nĂ€her an ihn heran, so dass Urako seinen Kopf ins Genick legen musste, um ihm weiterhin in die Augen sehen zu können.

„Gut“, sagte Nocro unnatĂŒrlich ruhig. Und dann lĂ€chelte er. Urako lief ein Schauder ĂŒber den RĂŒcken. „Sehr gut sogar! Da du ja persönlich ausgewĂ€hlt wurdest, uns diese Nachricht zu ĂŒberbringen, ist dir ja ach bekannt, was dich nun erwartet.“

„Ja. Nein. Doch. Also ich wusste es, aber ich bin leider sehr vergesslich.“

Nocro kicherte glucksend wie eine Frau und legte den Arm um Urakos Schultern.
Dann schob er ihn unerbittlich mit sich.

„Komm. Du wirst uns auf der Reise begleiten. Du musst der senile Koch sein, den man mir versprach. Ich hatte dich zwar erst am Treffpunkt in der Hafenkneipe erwartet und nicht unbedingt einen Tiefling, aber das macht nichts, es mĂŒssen ja nicht alle Tieflinge so kulinarische Banausen sein wie die zwei hier. Es ist sehr aufmerksam von den Dreizehn, dich jetzt schon zu schicken. Wenn es etwas gibt, das ich liebe, dann ist es gutes Essen und senile Mitarbeiter! Die behalten die Details so gut fĂŒr sich. Nicht wahr, Ibn?“

Orobas und Firxas lachten lauthals. Ibn zog einen krummen Mund und schwieg. Die Kampfmagier flankierten Nocro, ein Fluchtversuch war aussichtslos. Jetzt breitete sich Furcht in dem Henkerlein aus. Er war auf einmal gar nicht mehr Vorlaut und bereute es, seine Haut fĂŒr einen blöden Hund riskiert zu haben. Er warf einen Blick nach hinten ĂŒber seine Schulter, wo Selan in der Dunkelheit hocken musste. Seine Augen waren voller Angst.
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#27

Beitrag von Arafis » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:23

Die Wölfin liess alles wohl oder ĂŒbel mit sich geschehen, bis sie schliesslich an den Beinen gefesselt und mit zugeschnĂŒrter Schnauze unsanft zu Boden gedrĂŒckt wurde.
Was habe ich bloss wieder angestellt... Und wie komme ich aus dieser dummen Situation wieder raus?
Mit Àngstlich aufgerissenen Augen starrte sie die MÀnner an, welche vor ihr standen und untereinander diskutierten.

"Es wird ein großes Treffen geben, mehr musst du im Moment nicht wissen. Kleiner Tip von mir, du solltest dir etwas Warmes einpacken, wenn es nach Reikja geht. Wir treffen uns morgen Abend Punkt 17 Uhr, bei einem Schiff im Hafen. Geh einfach in die Bar "Zur betrunkenen Möwe" und frag den Wirt nach der "Eisernen Lanze im Drink", er wird dir weitere Anweisungen geben und wie du zu mir findest."

Reikja? Arafis verstand kein Wort, trotzdem waren ihre Ohren gespitzt.
Einer der MĂ€nner wollte sich nun gerade abwenden, um in der Dunkelheit unterzutauchen, als die junge Albe Schritte hörte und gleich darauf eine bekannte Stimme: „Stehenbleiben!“

Urako? War ja klar, dass der wieder nicht abwarten konnte, sondern sich in Gefahr begeben musste. Ihm musste doch klar sein, dass er und Selan in der Minderzahl waren und keine Chance gegen diese Bande hatten.
Trotz ihrer aufblitzenden Wut war sie doch erleichtert, dass sich ihre beiden GefÀhrten offensichtlich nicht einfach aus dem Staub machten.

Doch der hellhĂ€utige Tiefling liess sich nicht beirren und begann irgendwelche MĂ€rchen aufzutischen, die sogar in Arafis’s Ohren nach LĂŒgen mieften!
Darauf sollten diese Bösewichte reinfallen?!

Aber zu ihrem Erstaunen meisterte Urako die Situation mit Bravour und verÀppelte die KapuzenmÀnner auf wundersame Art und Weise.
Doch Nocro, der wohl der AnfĂŒhrer war, liess sich nicht so leicht beirren, „Wenn du wirklich von den Dreizehn gesandt wurdest, dann hast du doch sicher auch das Amulett mit, das dich als Boten ausweist“, piepste er.

Schon wurde die Wölfin wieder unruhig, was fĂŒr ein Amulett sollte Urako aufweisen können?
Doch zu ihrem grossen Erstaunen prĂ€sentierte er Nocro doch tatsĂ€chlich ihren pinken, stacheligen Stein, dem sie im ganz am Anfang ihrer Reise geschenkt hatte. Er hatte ihn tatsĂ€chlich bis heute aufbewahrt. Die Albin freute sich darĂŒber, obwohl sie das gegenĂŒber Urako bestimmt nicht zugegeben hĂ€tte.

Urako schien den Poraha ĂŒberzeugt zu haben, doch direkt darauf bahnte sich das nĂ€chste Problem an.
„Komm. Du wirst uns auf der Reise begleiten. Du musst der senile Koch sein, den man mir versprach. Ich hatte dich zwar erst am Treffpunkt in der Hafenkneipe erwartet und nicht unbedingt einen Tiefling, aber das macht nichts, es mĂŒssen ja nicht alle Tieflinge so kulinarische Banausen sein wie die zwei hier. Es ist sehr aufmerksam von den Dreizehn, dich jetzt schon zu schicken. Wenn es etwas gibt, das ich liebe, dann ist es gutes Essen und senile Mitarbeiter! Die behalten die Details so gut fĂŒr sich. Nicht wahr, Ibn?“

Orobas und Firxas gröhlten los und Arafis lief ein Schauer ĂŒber den RĂŒcken.
Im nĂ€chsten Moment spĂŒrte sie einen festen Griff, und wurde hochgehoben. Einer der Tieflinge hatte sie sich unter seinen Arm gesteckt und sein Körpergeruch kratzte sie unangenehm in ihrer empfindlichen Nase.
Urako trottete hinter ihnen her, seine Selbstsicherheit von vorhin schien sich in Luft aufgelöst zu haben.

Arafis wusste nicht, wie sie sich aus dieser Klemme befreien könnte.
WĂ€hrend sie durch dunkle GĂ€nge gingen, die nur von einigen Fackeln beleuchtet wurden, blickte sie immer wieder Ă€ngstlich zu Urako zurĂŒck. Doch dieser war wohl gerade mit seinem eigenen Schicksal allzu beschĂ€ftigt.

Eine lange Zeit liefen sie nun schon, als die Truppe schliesslich stehen blieb. „Hier ist das Tor nach Draussen. Geht gestaffelt, es ist zu auffĂ€llig, wenn wir alle zusammen hinaustreten! Wir treffen uns im Walross“, erklang der Befehl des AnfĂŒhrers. So teilten sie sich auf. Orobas trat zusammen mit Nocro und Ibn hinaus, etwas spĂ€ter folgten Firxas mit Arafis unter dem Arm, sowie Urako.

Helles Licht flutete der Wölfin entgegen, und mit einem leisen Winseln presste sie die Augen zusammen. „Ruhe Mistköter, bald wirst du im Kochtopf braten! Ich hoffe du weisst, wie man gutes Hundegulasch zubereitet, Henkerlein!“, lachte Firxas böse und trat dann mit grossen Schritten vorwĂ€rts.
„Auf zum wabbligen Walross, ich brauch n krĂ€ftigen Met!“, brummte der Tiefling dann und verschwand mit Urako im Schlepptau in Richtung einer engen Gasse.
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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#28

Beitrag von Ainuwar » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:23

Die letzten Worte Necros verhallten in der unterirdischen Halle. Sanft legte er dabei seinen Arm um Urakos Hals, als sie langsam in den Katakomben verschwanden und dabei nicht bemerkten wie der Raum, den sie gerade verließen immer dĂŒsterer wurde. Ein eiskalter Lufthauch schlich langsam und beharrlich durch die Katakomben. Er brachte eine Stimmung mit sich, die jeden, den der Nebel berĂŒhrte, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen ließen.

Die Luft fĂŒhlte sich plötzlich, wie elektrisch aufgeladen an, ein kribbeln, ein unbeschreibliches GefĂŒhl auf der Haut, welches fĂŒr jeden der es merkte unnatĂŒrlich war, nicht von dieser Welt. Immer stĂ€rker und bedrohlicher wurde der eisige Wind, peitschend. Ein bedrohlicher dunkler Schatten kroch langsam ĂŒber die alten modrigen und ĂŒbel riechenden WĂ€nde der Katakomben. Immer stĂ€rker flatterten die wenigen Fackeln die die unterirdische Halle erleuchteten, bis sie fast ihre gesamte Leuchtkraft verloren und nur noch trĂŒb daher leuchteten.

Genau in diesem Moment begann ein StĂŒck der Mauer, gleich neben dem Ausgang der Halle an optisch zu verschwimmen. Es sah aus, als wĂŒrde die Wand leben, sie bewegte sich, wie stĂŒrmische Wellen am Meer, immer rythmischer wurden die Bewegungen, bis ein dunkler Wirbel von gut drei Meter Durchmesser entstand. Ein dunkles blaues Licht begann sich seinen Weg durch den Wirbel, der gerade entstand in die Halle zu bahnen. Dunkle Rauchschwaden krochen langsam und beachtlich aus dem Wirbel heraus und ĂŒberfluteten schnell den Boden der Halle.

Zwei helle Punkte mitten im Wirbel glĂ€nzten hervor und starrten beĂ€ngstigend und unheimlich stur gerade aus. Urplötzlich schnellte eine dunkle Hand aus dem Wirbel, bedrohlich, faltig sah sie aus, mit fĂŒnf langen Fingern, die spitze Krallen an ihren Enden hatten.

„Du!“, erschĂŒtterte plötzlich eine Stimme die Halle!

Ein finsterer Kopf ragte aus dem Wirbel heraus und gleich drauf ein Oberkörper. Nur unwirklich erschienen die Umrisse dieses Wesens, begann doch diese dunkle Person, beinahe mit dem Nebel der aus der Öffnung kam eine Einheit zu bilden. Nur Ansatzweise war die Gestalt, um die ein dunkler Neben zu existieren schien zu erkennen. Zentimeter fĂŒr Zentimeter verließ sie den dunklen unheimlichen Wirbel.

„Du! Ich habe dich gesucht!“, sprach die bedrohliche dunkle Gestalt und zeigte mit dem Finger mitten in den Raum.

„Du.... Wo bist du? Wo seit ihr Sterbliche?“

Unsicher blickte die Person aus dem Wirbel heraus und sah sich um. Der Wirbel Schloss sich, als die Gestalt heraus getreten war. Nun Mitten in der Halle stand die finstere Gestalt mit langen Armen, die er kurz gebeugt vor dem Arm hielt. StĂ€ndig waren die langen und spitzen Finger in Bewegung, als wĂŒrde es ein Instrument spielen. Beachtlich schwebte die Gestalt ĂŒber den Boden, Beine hatte es keine. Ging doch sein Torso in diesen dunklen Nebel direkt ĂŒber, der den gesamten Boden bedachte.

Immer noch blickte die Person sich um. Suchend streiften die Blicke durch den schwach erleuchteten Raum.

„Wo sind die denn alle hin? Verdammt noch eins, ich bin Gott Athronos, zollt mir Respekt und kriecht aus euren Rattenlöchern, ich befehle es euch!“, hallte es durch die Halle und die anschließenden Katakomben. Aber erschien, selbst darauf niemand.

„Mhhh, war mein Auftritt wieder zu theatralisch und langatmig? Nein, der war eindeutig gelungen! Sogar sehr gelungen, wie es sich fĂŒr den Gott der Unterwelt gehört.“, sprach die Gestalt und schlug mit der rechten Faust selbstsicher in die linke HandflĂ€che.

„Kurze, schwache Auftritte auf dem Niveau von Kargon... Nein, auf so etwas lasse ich mich nicht herab.“, begann der Gott selbst ĂŒber sich zu philosophieren, schwebte im Raum Ziel los umher und stĂŒtzte dabei dabei mit der rechten Hand sein Kinn.

„Wo ist diese halbe Promenadenmischung nur hin? Das gibt es doch nicht! Hat denn keiner mehr Respekt vor Göttern? Da lĂ€sst man sich einmal ein paar hundert Jahre nur selten sehen und schon denkt jeder die Seelen putzen sich von allein oder!? Elendes Sterbliche!“

Lachen war von fernen zu hören, es musste weit durch die GĂ€nge geschallt sein, war es doch nur unscheinbar zu hören. „Du machst Scherze, Athronos Tempel abgefackelt, wirklich?!“, piepste eine hĂ€ssliche kleine Stimme.

„Was? Sind sie etwa einfach weiter gegangen, ohne mein Erscheinen ab zu warten und was kommt mir da zu Ohren?“

Rot glĂŒhten die Augen im dunklen Nebel und Augenblicklich war der Spuk vorbei und die Gestalt war verschwunden.

Anderer Orts:

Helles Licht flutete den Kanalschacht, aus den Ibn, Urako, Firxas und Orobas gerade kletterten. Schnell presste die Wölfin die Augen zusammen, da das Licht der grellen Sonne, die an die gerade noch dunklen GĂ€nge gewöhnten Augen schmerzten. Ein letzter Schritt und Ibn, Urako, Orobas und Firxas der die Wölfin im Schlepptau hatte standen mitten auf einer vom Regen ausgewaschenen Pflasterstraße.
Ein leises Winseln entwich der Wölfin, beinahe unhörbar.

„Ruhe Mistköter, bald wirst du im Kochtopf braten! Ich hoffe du weißt, wie man gutes Hundegulasch zubereitet, Henkerlein!“, lachte Firxas böse und trat dann mit großen Schritten vorwĂ€rts.

„Auf zum wabbligen Walross, ich brauch n krĂ€ftigen Met!“, brummte der Tiefling dann und verschwand mit Urako im Schlepptau in Richtung einer engen Gasse.

„Stehen bleiben!“, donnerte plötzlich eine Stimme, die von ĂŒberall her zu kommen schien.

Schlagartig zog der Himmel zu, dunkle Wolken sperrten beinahe jegliches Licht der Sonne aus. MĂ€chtige blaue Blitze zuckten vom Himmel herab, steckten dabei hier und da BĂ€ume in Brand.

Urako, Orobas und Firxas, zuckten zusammen.

Firxas lies vor Schreck die Wölfin fallen und schlug die HĂ€nde ĂŒber den Kopf zusammen. „Was ist, dass? Was passiert hier?“

„Pfff, billige Zauberei, vermutlich von unserem Spion wie ich vermute.“, erwiderte Ibn trocken, ohne auch nur den Hauch von Angst zu zeigen, ganz und gar im Gegensatz zu Firxas und Orobas, die am ganzen Leib zitterten.

„Billige Zauberei? Ich zeige dir gleich billige Zauberei, du kleiner unwichtiger sterblicher Nekromant!“, sprach es abermals. Dieses mal aus einer bestimmten Richtung. Schlagartig drehten sich alle um.

Ibn, war noch der einzige der sich halbwegs beherrschen konnte, nur seine Augen wurden grĂ¶ĂŸer und seine HĂ€nde fingen an zu zittern. Orobas und Firxas hingegen erblickten mit groß aufgerissen Augen und Mund eine mĂ€chtige Gestalt, die weit ĂŒber zwei Meter groß war und gerade immer grĂ¶ĂŸer wurde.

Drei Meter, vier Meter, fĂŒnf Meter, die dunkle Gestalt, die von einem dunklen Nebel umhĂŒllt war schien immer grĂ¶ĂŸer zu werden. Feuerrot leuchteten die Augen, reine Bösartigkeit und Wut war fĂŒr jeden ersichtlich der es schaffte auch nur einen Augenblick in das unheimliche Gesicht zu schauen.

Mehr als sieben Meter war die Gestalt nun groß, Orobas reckte den Kopf nach oben, ohne auf sein Gleichgewicht zu achten und viel dabei RĂŒcklinks auf seinen Hintern und konnte sich dabei gerade noch einal mit den HĂ€nden abstĂŒtzen, um nicht komplett auf der Straße zu liegen.

„Das, dass ist mir zu viel, ich bin weg!“, brĂŒllte er, schnellte auf und rannte einige Meter weg, bis ihn ein vom Himmel herab fahrender Blitz stoppte und er abermals auf den Hintern viel.

„Hier geblieben, du unnĂŒtzes Wesen, ihr habt Athronos wĂŒtend gemacht! UnwĂŒrdige! Erst wartet ihr nicht bis mein Erscheinen in der unterirdische Hallte beendet ist, dann entfĂŒhrt ihr diese Promenadenmischung mit der ich ein Wörtchen reden muss, dann höre ich was von einem zerstörten Tempel von mir und nun ist meine Macht billige Zauberei?“

Athronos redete sich in rage, die Erde bebte bei jedem Wort.

„Diese Wölfin!“, sprach der Gott und zeigte mit dem rechten langen Zeigefinger auf sie. „Du hast mich angebetet und ich sollte erscheinen, nun hier bin ich. Jedoch, warum bist du in dieser Gestalt? Sprich!“

„Und du! Warst du es nicht der mich gerade einen billigen Zauberer nannte? Aber noch wichtiger, wer von euch, hat meinen Tempel zerstört? Wer ist der Frevler! “

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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#29

Beitrag von Selan Todaric » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:24

War da gerade Urako zusammen mit Ibn, Orobas, Firxas und dieser ominösen Gestalt Necro verschwunden? Selan konnte es nicht glauen, was war hier los? Ein Kult der Palion aus seiner Gefangenschaft befreien will, ist schon schlimm genug, aber was sollte das von Urako?
Selan grĂŒbelte, wĂ€hrend um ihn herum unmerklich immer mehr das Wasser anstieg.

War Urako wirklich nur ein abgesannter der 13 und hatte allses so eingefÀdelt, dass er hier her kam?
Hatte er Selan die gesamte Zeit getÀuscht? Oder war dies alles nur eine Finte von ihm, jedoch, nein..... Selan begann alles immer und immer wieder nach zu denken. So richtig wollte ihm keine Möglichkeit so richtig zu sagen. Verfolgte Urako vielleicht noch ganz andere PlÀnde, eigene? Nutzte Urako Selan nur aus?

WĂŒrde er sich selbst so in Gefahr bringen und Necro, sowohl den anderen ein LĂŒgenmĂ€rchen aufbinden, um in Sicherheit zu kommen? Jedoch, warum ist er nicht in den Katakomben geblieben, keiner wusste, dass sie da waren. Keiner hatte sie bemerkt und waren doch schon am gehen. Zudem, wo sollte Urako sonst so etwas geheimes von Necro wissen, wenn nicht von den 13? Zudem hatte er ja auch den Beweis dabei.

Genau, der Beweis! Hatte er ihn nicht von Arafis? Sollte Arafis auch zu den 13 gehören. ErzÀhlte nicht Nercro etwas von untergebenen der 13, sollte Arafis auch dazu gehören?

Selan liefen einige TrĂ€nen ĂŒber seine dunkle gelbe Haut. Alles begann fĂŒr ihn plötzlich einen Sinn zu ergeben. Sein Herz schmerzte und war kurz davor zu zerspringen. Gedanken und Bilder schossen ihm durch den Kopf. Gedanken ĂŒber die schöne, wenn auch kurze Zeit, die sie mit einander hatten.
Schwer war es dies zu ertragen, wenn Selan nun daran denken musste, dass beide ihn nur benutzt hatten. Jedoch warum? Warum gerade er?

Der Nekromant war vollkommen verwirrt, hÀtte er doch nicht gedacht, von den beiden so betrogen zu werden.

„Du! Ich habe dich gesucht!“

Riss ihn plötzlich aus seiner Gedankenspirale wieder heraus und dachte er doch gerade man habe ihn entdeckt, als er merkte, dass alles um ihn herum dunkler geworden war. Ein kurzer Blick in die Kammer erschrack ihn zu tiefst. Eine unheimliche dunkle, in schwarzen Nebel gehĂŒllte Gestalt stand plötzlich da. Schnell zog er den Kopf in sein Versteck zurĂŒck, wer war dies? Einer der 13?

„Du.... Wo bist du? Wo seit ihr Sterbliche?“

„Wo sind die denn alle hin? Verdammt noch eins, ich bin Gott Athronos, zollt mir Respekt und kriecht aus euren Rattenlöchern, ich befehle es euch!“

>Athronos, dass kann nicht sein, was hat der Gott der Unterwelt und der Toten hier zusuchen.<, dachte sich Selan.

Erst jetzt bemerkte er, dass das Wasser immer stĂ€rker anstieg und er schon eine weile vom Wasser umgeben war, im sitzen reichte es ihm schon bis zum Bauch, zudem schien es immer schneller an zu steigen. Langsam sah er noch einmal nach der Gottheit, sie schien wĂŒtend zu sein. Noch ein Grund mehr fĂŒr Selan, sich besser nicht zu zeigen. Doch lange könnte er seine Anwesenheit nicht mehr verbergen, dass Wasser stieg und stieg.

>Bitte, verschwindet Gott Athronos, sonst ertrinke ich.<, schoss dem Nekromanten durch den Kopf. Der Gott der Unterwelt, schien es aber nicht eilig zu haben und lobte sich selst und sein Erscheinen ĂŒber alle Maßen, dass Selan schon etwas grinsen musste, wie eitel er doch war.

„Was? Sind sie etwa einfach weiter gegangen, ohne mein Erscheinen ab zu warten und was kommt mir da zu Ohren?“

>Ich habe es dir gesagt Urako, so eine Schande bleibt nicht unbeachtet, Gott Athronos wird dich strafen, so leid es mir tut. Aber hören wolltest du ja nie.<

Selan schnaufte leise vor sich her. Saß der Schmerz immer noch sehr tief, machte er sich doch aber trotzdem Sorgen um Urako, war er doch in einem Teil seines Herzens immer noch sein SchĂŒler und konnte sich mit den unumstĂ¶ĂŸlichen Fakten und Tatsachen nicht abfinden.

Und plötzlich war die Gottheit verschwunden. Selan athmete tief durch, nicht zu knapp, wie er sich dachte, stand ihm das Wasser doch mittlerweile im stehen schon bis knapp zur hĂŒfte.

"Ich muss hier schnellstens raus, doch wohin?", Àngstlich blickte Selan sich um. Sieben AusgÀnge hatte die Halle, doch welchen sollte er benutzen? Aus den Augenwinkeln bemerkte Selan, dass sich ein kleiner Teil des dunklen Nebels in einmem Tunneleingang samelte. Wusste er nicht warum, aber sagte ihm irgend etwas in seinem innersten, dass er in den Gang dieses Nebels gehen sollte.

Schwer waren die Schritte fĂŒr Selan. Jeder Schritt in dem kalten Wasser war anstrengender, als jegliche Bergstrecke. ZĂ€h bewegten sich seine Beine und nur langsamen schrittes kam er vorran. Anfangs dachte er noch, die kĂ€lte, die ihn mittlerweile einholte spielte seinem Kopf schon streiche, aber schien es wirklich, dass der schwarze Nebel sich nicht verzog, sondern ihn durch die Katakomben fĂŒhren wĂŒrde.

"Hoffentlich irre ich mich nicht mit diesem Nebel, in ein paar Minuten ist hier alles mit Wasser voll. Wohin fĂŒhrt er mich, macht er dies ĂŒberhaupt oder bilde ich mir dies alles ein. Warum sollte mir auch der Nebel bzw. Athronos helfen, bin ich doch kein AnhĂ€nger von ihm."

Wieder ging es einige dutzend Meter gerade es, einen Bogen nach links, nur um gleich wieder schrĂ€g nach rechts ab zu biegen. Dem Nekromanten pochte das Herz bis zum Hals, todesangst machte sich in ihm breit. Schweiß tropfte von der Stirn und jeder tropfen schien den Wasserspiegel nur noch mehr ansteigen zu lassen. Bis zum Hals stand Selan das Wasser und noch immer war kein Ausgang in Sicht.

Ist es Möglich das diese Katakomben so wenig AusgĂ€nge haben oder fĂŒhrt ihn der Nebel nur im Kreis? Ist das ein Scherz Athronos, will er Selan zu sich holen, aber warum so qualvoll, weil er ihn nicht anbetete?

Immer hecktischer wurden Selans bewegungen, immer langsamer kam er vorran. Unter seinen FĂŒĂŸen gab etwas nach, er rutschte weg und war unter Wasser. Am liebsten hĂ€tte er vor Angst geschrien, doch riss er sich noch einmal zusammen und tauchte nach oben. Kaum hatte sein Kopf noch an der OberflĂ€che platz und der Nebel war verschwunden.

Hecktisch blickte sich Selan um, wo war der Nebel? Sollte es das fĂŒr Selan gewesen sein?

Nein! Er wollte nicht aufgeben und versuchte noch zur nÀchsten Abbiegung zu kommen. Ein letzter Blick um die Ecke offenbarte den Nebel an einen leicht erhellten Ecke eines Ganges, bis das Wasser die Decke erreichte.

Ein guter Schwimmer war Selan nicht, doch kĂ€mpfte er sich die wenigen Meter tauchend vorwĂ€rts. Konnte er in der Finsternis nur erahnen wohin er schwamm, aber war dies die letzte Chance die er hatte. Ein dumpfer Schmez durchfuhr ihn, als er mit dem Kopf gegen etwas prallte. Schnell griff er zu, es musste eine Leiter sein. Schnell griff er mit der anderen Hand zu und folgte ihr nach oben. Mit letzter Kraft durchstieß er die WasseroberflĂ€che und holte tief Luft. Erst in so einem Augenblick merkt man, wie wichtig und kostbar, dass ist was man nie beachtet, die kostbare Luft zum Athman, ging Selan in diesem Moment durch den Kopf.

Wenige Meter weiter folgte er der alten rostigen Leiter nach oben, bis er an eine runde löchrige Metallplatte kam. Mit aller kraft stemmte sich Selan gegen sie, bis sie nach einigen Augenblicken nach gab und den Weg in die Freiheit frei gab.

Selan kletterte aus dem Katakomben, die beinahe sein Grab geworden wĂ€ren. Total durchgenĂ€sst viel Selan um auf den RĂŒcken. Die ersten Sonnenstrahlen berĂŒhrten sein Gesicht. Fast wie eine Streicheleinheit kam es ihm vor. Er schloss die Augen, konnte er es kaum fassen, dass er dies ĂŒberlebt hatte.

Ein mÀchtiger Blitzeinschlag nur wenige Meter neben ihnin einem Baum beendeten seine TrÀumereien. Der Nekromant öffnete die Augen und wo gerade noch die ersten Sonnenstrahlen des Tages waren, war nun ein stock finsterer Himmel, von denen sich blaue Blitze ihren Weg zur erde suchten.
Nur ein Tag mit Tee, ist ein lebenswerter Tag. (von Selan Todaric)

Wenn sie mit dir streiten wollen, biete Tee an. Wenn das nicht hilft, schlag sie tot! (von Selan Todaric)


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Re: Teebeutel - Kap. II - Ärger in Shizu

#30

Beitrag von Urako » Sa 21. MĂ€r 2015, 14:24

„Und du! Warst du es nicht der mich gerade einen billigen Zauberer nannte? Aber noch wichtiger, wer von euch, hat meinen Tempel zerstört? Wer ist der Frevler! “

Urako stand da mit offenem Mund und starrte auf den baumhohen Schattenman.

„Er war`s, er hat den Tempel angezĂŒndet, ich hab`s gesehen“, platzte er geistesgegenwĂ€rtig heraus und zeigte auf Firxas, mit dem er sowieso noch eine Rechnung offen hatte. Firxas widerum zeigte auf Orobas und machte dabei große unschuldige Augen, die ihm denkbar schlecht zu Gesichte standen. Orobas schĂŒttelte so rasch er konnte seinen Kopf und zeigte auf Ibn. Und Ibn lachte.

„Ihr solltet euch mal sehen, ein Haufen Waschweiber!“
Er trat einen Schritt vor und stemmte beide HĂ€nde in die dĂŒrren HĂŒften.
„Und wenn ich es gewesen bin, was dann? Hm?“
Er streckte seine HĂŒhnerbrust heraus.
„Eine derart schlechte Illusionsmagie habe ich schon lange nicht gesehen. Der Kontrast zur Realumgebung ist viel zu schwach und die Frequenz der Schwingungen ist vollkommen unrealistisch. Das Machwerk eines Amateurs.“
Er spuckte in den Schatten hinein.

Die drei Tieflinge sahen sich an. Triumphierend registrierte Urako die hilfesuchenden Blicke der beiden Kampfmagier. Nocro hingegen betrachtete gebannt das Schauspiel, ohne sich um die Ratlosigkeit seiner Untergebenen zu kĂŒmmern.

„Los, wir verziehen uns", ĂŒbernahm Urako das Kommando. "Bewegt eure Ärsche, Altsalat schmeißt hier den Laden.“ Es tat gut, wieder einmal jemanden herum zu kommandieren. Sie machten sich eilig auf in Richtung des Wabbligen Walrosses, fort von der unheimlichen Erscheinung. Auch Nocro riss sich aus seiner Starre und rannte ihnen hinterher. Sie keuchten im Laufen, bei Nocro klang es wie eine stöhnende Frau, was das Henkerlein belustigte. „Ibn ist zwar ein Schussel", keuchte der Magiermeister, "aber manchmal bin ich froh, dass ich ihn habe. Er wird sich um den Scharlatan kĂŒmmert. Ich hoffe, in der ErsatzschĂ€nke, die du genannt hast, ist es auch so gemĂŒtlich wie in der Betrunkenen Möwe.“
Urako grinste.
„Noch viel gemĂŒtlicher.“

Das Wabblige Walross war schon von weitem zu riechen. Im Gegensatz zu anderen Kneipen roch es hier nicht nach Tabakdunst, Bratenfleisch und Alkohol, sondern der Duft erinnerte an ungewaschene FĂŒĂŸe und alte Abwaschlappen.
„KĂ€se“, sagte Orobas, wĂ€hrend er das mit Kreide auf eine Tafel geschriebene MenĂŒ las. „Nichts als KĂ€se! KĂ€sesuppe, KĂ€sehappen, Brot mit KĂ€se, KĂ€se mit KĂ€se, sogar KĂ€sebier!“

Sein Kumpel Firxas blickte sich verunsichert um. Seine Glatze glĂ€nzte feucht, denn der große Kachelofen war mehr als großzĂŒgig angeheizt worden. „Ich war noch nie in einer Berggipfler-Kneipe“, sprach er mit gerunzelter Stirn. „Es ist hier so ordentlich und sauber, dass ich mich kaum traue zu furzen.“

„Seht nur diese herrlichen HolzbĂ€nke“, quiekte Nocro entzĂŒckt. „Und die Tische, sogar mit Tischdecken! Da haben sich die Dreizehn endlich mal einen Treffpunkt ĂŒberlegt, der meines Standes angemessen ist. Ich habe diese herunter gekommenen SĂ€uferabsteigen ja so was von satt!“
Zufrieden grinsend ließ er sich an einem Vierertisch nieder. „Die meisten glauben, ein Poraha mĂŒsse automatisch primitive Umgangsformen pflegen und sich mit den Hunden auf dem Erdboden sielen. Ich freue mich, dass man sich meine Beschwerden endlich zu Herzen genommen hat. Kommt, setzt euch doch!“

Die Tieflinge nahmen auf den polierten HolzbĂ€nken Platz. Urako registrierte voller Genugtuung den sauberen Lehmfußboden und die sorgfĂ€ltig in Falten gelegten FenstervorhĂ€nge. Er war froh, dass ihm im richtigen Moment eingefallen war, dass sein Vater wĂ€hrend seiner Amtszeit als FĂŒrst gern hier gespeist hatte. Jetzt wĂŒrde Urako sich auf Nocros Kosten den Wanst mit erlesenen SpezialitĂ€ten voll schlagen, bis er platzte!

Eine dicke Zwergin mit roten Apfelbacken kam lĂ€chelnd zu ihnen herĂŒber gewatschelt. Sie sprach eine Reihe von Empfehlungen aus, aber Urako wusste schon genau, was er wollte: das Leibgericht seines Vaters. Ein einziges Mal in seinem Leben wollte auch er speisen wie ein FĂŒrst!
„Ein Laib Dornhammer Edelherb mit Kastaniensplittern, dazu zehn Scheiben WiesenlĂ€nder, gefĂŒllt mit HundskĂ€se. Zum Nachtisch gebackene Raschtar-Rolle im Honigmantel. FĂŒr meinen Hund ein großer Teller Pferdequark mit Elaner Riesenraspeln. Zum NachspĂŒlen nehme ich einen großen Krug Takaresch.“
Die Augen der Wirtin wurden immer grĂ¶ĂŸer und ihr LĂ€cheln immer breiter, je mehr Urako aufzĂ€hlte. Als Firxas einfach das Selbe haben wollte, wie er, schien es, als wĂŒrde sie am liebsten einen Luftsprung machen. Wahrscheinlich war dies das teuerste MenĂŒ im ganzen Laden.

Ein paar Kaufleute in feinen GewĂ€ndern blickten höchst irritiert in die Richtung der seltsamen, nach Kanalisation miefenden Gestalten. Dann schauten sie in Richtung der gepanzerten Zwerge, die als TĂŒrsteher arbeiteten, deren Anblick sie wieder zu beruhigen schien.

Als die KĂ€sespezialitĂ€ten geliefert wurde, fielen die Tieflinge darĂŒber her wie Verhungernde. Urako schob die Köstlichkeiten mit zwei Gabeln gleichzeitig in seinen Mund und die beiden anderen aßen mit den bloßen HĂ€nden, bis sie von Nocro ermahnt wurden, sich gefĂ€lligst anstĂ€ndig zu benehmen. Der Meister pickte den KĂ€se mit einer winzigen Gabel auf, die in seinen groben Fingern wirkte wie ein Zahnstocher.

Als sie fertig gespeist hatten, tupfte er sich vornehm seinen breiten Mund mit den hervorstehenden Hauern ab.
„Also dann, meine Lieben. Es ist Zeit, mit der Arbeit fort zu fahren. Orobas, wenn du so freundlich wĂ€rst!“
Firxas rĂŒlpste feucht.
„Ach was. Urako hat uns verarscht. Das hier ist nie und nimmer der Treffpunkt.“
Nocro starrte ihn mit einer Mischung aus Empörung und Zorn an.
„Warum sollte es nicht der Treffpunkt sein? Weil wir Rassen angehören, denen man einen Hang zum Primitiven nachsagt?"
"Nun ja ..."
"Urako hat uns das Amulett gezeigt. Es gibt fĂŒr mich keinen Grund, an seiner LoyalitĂ€t zu zweifeln. Orobas, bitte walte deines Amtes und informiere die Gastgeber ĂŒber unser Ansinnen.“
„NatĂŒrlich, Meister.“
Orobas erhob sich und ging zum Tresen. Firxas ließ mörderisch einen fahren und Urako lachte schallend. "Mach nochmal!", rief er mit TrĂ€nen in den Augen.
"Sag bitte."
"Bittebittebitte!"

Der Mann der Berggipflerin, ebenso beleibt wie diese, erschien mit einer Geschwindigkeit am Tresen, die man ihm niemals zugetraut hÀtte.
„Was darf es sein, mein Herr?“
Orobas zögerte. Hinter ihm furzte Firxas ein weiteres Mal und Urako heulte vor Lachen.
„Scheißhurensohn“, sagte Orobas. Schlagartig verstummten alle GesprĂ€che. Er wiederholte das Losungswort noch einmal lauter und deutlicher, da er glaubte, der Mann habe ihn vielleicht nicht richtig verstanden. „Scheißhurensohn.“
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter

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