Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

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Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#1

Beitrag von Finja » Do 19. Jan 2017, 22:14

Zwei Tage waren vergangen seit Finja und Nicolai von der Taverne "Zum Schluckspecht" aus aufgebrochen waren. Sie nutzten die Zeit und lernten sich etwas besser kennen. Finja hatte Nicolai ein Bild von ihrem Bruder gezeigt. "Seweryn" stand dort in krakeliger Schrift in einer Ecke geschrieben. Nicolai fiel auf, dass Finja dieses Bild nicht bei den anderen aufbewahrte, sondern in einer kleinen Tasche unter ihrer Lederrüstung trug. An den Faltkanten war das Pergament bereits leicht porös und hier und da eingerissen. Das Bild schien etwas Besonderes für sie zu sein.

Finja hätte bereits zu diesem Zeitpunkt ihrer Reise im Freien übernachtet, doch sie kamen unterwegs in der Scheune eines kleinen Bauerngehöfts unter, was Nicolai durchaus besser zu gefallen schien. Von der Bauernfamilie hatten sie sogar ein kleines Frühstück mit auf den Weg bekommen!
Es war fast Mittag und Finja knabberte an den Resten des frisch gebackenen Brötchens, welches sie von der Bäuerin geschenkt bekommen hatte. Schon bald würden die beiden das Dorf "Felsensenke" erreichen. "Einige nennen das Dorf auch "Rattenkuhle". Es ist auf kaum einer Karte verzeichnet und wie ich hörte gefällt auch genau das den Einwohnern sehr.", erklärte Finja dem Raktauren. "Der Spitzname kommt daher, weil bei einem Rudel Ratten auch alles drunter und drüber geht.". Grinsend schaute sie zu Nicolai hinüber. "Mach dir nicht ins Hemd, es klingt tatsächlich schlimmer als es ist. Halt dich einfach an mich, dann wird dir nichts passieren.". Finja zwinkerte ihm zu. "Die Leute dort sind wirklich friedlich, solange man ihnen nichts tut.". Ihr Gang hatte mittlerweile etwas leicht federndes und der Speer, den sie locker geschultert hatte, wippte bei jedem Schritt sanft auf und ab. "Wir werden ja eine alte Bekannte von mir besuchen, sie nennt sich "Luna". Ist ein Spitzname. Sie hat in ihrem Warenlager so ziemlich alles, was wir brauchen oder kann es ohne großen Aufwand besorgen. Natürlich bekommen wir einen Freundschaftspreis.". Finja freute sich schon auf das Wiedersehen mit Luna. Nicht selten hatte sie sich bei ihr für ihre Aufträge mit diversen Ausrüstungsgegenständen eingedeckt. Luna war einfach immer die beste Ansprechpartnerin für sowas, fand Finja. "Oh und wenn wir dort sind sollten wir auf jeden Fall ein Glas "Krautwasser" zusammen trinken! Das ist eine Art Tee, doch er wird fast eiskalt getrunken. Sehr erfrischend und gleichzeitig würzig, das MUSST du einfach probieren! Das gibt es nur da!". Finja hielt kurz inne. "Keine Sorge, da ist kein Alkohol drin...ehm...trinkst du eigentlich?". Sie war, wie Nicolai mittlerweile wusste, "dem ein oder anderen Getränk" nicht abgeneigt.
"Ein weiterer Vorteil: Von der Rattenkuhle aus gibt es eine alte und fast vergessene, befestigte Händlerstraße, die uns näher zu deinem...nein...unserem Treffpunkt bringen wird. Da werden wir angenehmer reisen als auf diesen dreckigen Waldwegen hier. Unterwegs gibt es auch gute Übernachtungsmöglichkeiten.".
Finja hatte das Brötchen aufgegessen, fummelte den Trinkschlauch von ihrem Gürtel ab und nahm einen tiefen Schluck. Dann schaute sie den Raktauren ernst an. "Nicolai...verzeih mir bitte wenn ich dich falsch einschätze, aber falls du nicht mitkommen möchtest, dann geh ich allein dahin und wir treffen uns einfach später hinter der Rattenkuhle wieder. Manchmal bin ich vielleicht etwas zu...übereifrig?". Sie machte eine kurze Pause. "Aber...ich würde mich freuen, wenn du mich begleiten würdest, verstehst du?". Finja ging ein paar Schritte schweigend neben Nicolai her. "Solche Idioten wie vor dem Gasthaus gibt es da auf jeden Fall nicht. Jeder ist dort willkommen, die Leute wollen nur ihren Geschäften nachgehen. Und wer weiss? Vielleicht findest du da ja auch etwas, was dir gefällt oder was dir nützlich sein kann?". Finja hoffte so an Nicolais Neugier und Forschergeist zu appelieren. "Vertrau mir einfach.". Sie lächelte.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#2

Beitrag von Nicolai » Fr 20. Jan 2017, 13:49

„Welch charmanter Name für ein Dorf“, meinte Nicolai mit einem verhaltenen Lächeln.
Er schritt beschwingt neben Finja her, gut gelaunt darüber, nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Im Grunde hatte er die Gesellschaft vermisst und nun durfte er gar noch in Begleitung einer hübschen jungen Frau reisen.
Sie hatte einen zügigen Schritt, doch dank seiner vierbeinigen Statur konnte er sich gut ihrem Tempo anpassen.
Einen Tag zuvor hatte Finja ihm ein Bild von ihrem Bruder gezeigt. Die Ähnlichkeit war verblüffend gewesen, selbst auf einer Zeichnung. Dieselben dunklen Haare umrahmten ein Gesicht mit einer etwas schiefen Nase, aus welchem einen dieselben klaren Augen zu mustern schienen wie auch bei seiner Schwester.
Nicolai hatte bemerkt, wie sich ein Leuchten in ihrer Miene zeigte bei seinem Anblick und wie sorgfältig sie das Pergament wieder unter ihrer Weste verstaute. Er musste ihr fiel bedeuten.
Er selbst hatte leider keine Geschwister oder zumindest wusste er nichts davon. Einen Moment beneidete er ihren Bruder darum, so bedingungslos geliebt zu werden.

„Ich wewerde bestimmt niemandem etwas tun“, versicherte Nicolai überzeugt. Er konnte ja nicht einmal einer Maus ein Haar krümmen, doch das wollte er der taffen Lady nicht unter die Nase reiben.
„Was brauchen wir denn noch alles?“, fragte der Raktaure vorsichtig nach. Er schätzte den Eifer von Finja, wusste aber nicht, was sie noch alles einzukaufen gedachte. An seiner Grosszügigkeit sollte es auf jeden Fall nicht scheitern.
„Krautwasser, das klingt gugut und gesund. Und zu besonderen Anlälässen genehmige ich mir natürlich auch ein Glägläschen Alkohol“, meinte Nicolai. Sie klang so begeistert, dass er sich vornahm, das Getränk für gut zu befinden, egal was sie ihm da auftischen würde.
Ihr Elan war wirklich erfrischend und er begann sich tatsächlich für das Dorf zu interessieren und auch der besagte Handelsweg klang ganz nach seinem Geschmack. Keine Räuberbanden und keine sumpfigen Löcher, in welche man versehentlich treten konnte.
„Ich bin sesehr froh, dass Du Dich hier auskennst. Die Übernachtung in der Scheune letzte Nacht wawar besser als erwartet. Wir müssen noch früh gegenug unter freiem Himmel nächtigen“, ein etwas wehmütiger Ton stahl sich bei den letzten Worten in seine Stimme.

„Nanatürlich werde ich Dich begleiten in das Dorf“, bezeugte Nicolai augenblicklich.
„Ich bin aus hahartem Holz geschnitzt, wie man so schön sasagt. Meine Eltern waren immerhin Raktauren, vermutlich im Didienste von Rakshor.“
„Und Dein Eifer stört mich keineswegs. Manchmal“, er zögerte kurz und suchte nach den richtigen Worten, „bräuchte ich vevermutlich eine Prise mehr davon.“
Er lächelte sie an.
„Und mit einer so taffen Begleitung wie Dir wird sich kein Rohling in meimeine Nähe wagen“, dieses Mal funkelte sogar einen Moment der Schalk in seinen Augen, bevor er seine Brille wieder ordentlich zurechtrückte und freundlich lächelte.
„Ich werde mimich im Hintergrund halten, und Dir das Reden überlassen!“

Als sie das Dorf erreichten, blickte sich Nicolai interessiert um. Vielleicht hatte sie Recht, und er benötigte tatsächlich noch etwas für die weitere Reise?
Etwas war ihm tatsächlich in den Sinn gekommen, nachdem sie den Rohlingen begegnet waren, und Finja ihm von ihren Schwertkünsten erzählt hatte. Auch ihre Waffen hatte er inzwischen zu Gesicht bekommen und hatte schwer geschluckt bei dem Gedanken, dass die zierliche Person damit einem Räuber vielleicht die Hand oder auch mehr abhakten konnte.
„Nun ich.. hähätte vielleicht wiwirklich etwas, das ich nonoch gebrauchen kökönnte“, er verhaspelte sich beim Sprechen dauernd, da es ihm irgendwie unangenehm war, sie danach zu fragen. Und es eigentlich auch überhaupt nicht seinem Metier entsprach.
„Ich dedenke, dass ich ebenfafalls eine Waffe bräuchte für diese gegefährliche Expe..Expedition! Im Nonotfall muss ich doch auch zuzur Verteidigung beitragen“, jetzt war es heraus und er blickte sie beinahe ängstlich an. Hoffentlich lachte sie ihn nicht aus. Er scharrte nervös mit dem Vorderhuf ein Loch in den Boden, während er abwartete, was sie ihm für einen Vorschlag unterbreiten mochte.
Er sah sich bereits mit Pfeil und Bogen, einem riesigen Schwert oder einem Speer durch die Gegend rennen und Jagd auf Bären und Rabauken machen.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#3

Beitrag von Finja » So 22. Jan 2017, 20:52

"Was wir alles brauchen? Ich habe das ein oder andere bereits dabei...keine Sorge, ich werde dir nicht zu sehr auf der Tasche liegen.", Finja zwinkerte Nicolai zu. Sie war positiv überrascht, als Nicolai dem Krautwasser zustimmte. "Du wirst es nicht bereuen!".

Als Nicolai auch noch zusagte, sie zu begleiten steigerte dies noch ihre Laune. "Kein Problem, falls du etwas brauchst, sag es einfach Luna."

So kamen die beiden in dem Dorf an. Das Dorf selbst bestand aus vielen großen und kleinen Hütten, die ohne wirkliche Struktur in der Gegend aufgebaut waren. Es herrschte geschäftliches Treiben, Händler boten ihre Waren an und an den Straßenecken gab es kleine Kochfeuer, an denen Mahlzeiten zu fairen Preisen erworben werden konnten. Viele Reisende strömten über die Kreuzung und das Stimmengewirr wurde immer lauter. "Wir müssen da drüben hin.", meinte Finja schließlich und zeigte auf ein Gehöft, welches aus einem kleinen Steinhaus und einer Scheune bestand. Sie war zwar etwas erstaunt, dass Nicolai unbewaffnet war...aber irgendwie wunderte sie dies auch nicht wirklich. "Wenn wir bei Luna eingekauft haben, dann holen wir uns da vorne das Krautwasser.", Finja deutete auf einen kleinen Wagen, der abgespannt in einer Gasse stand. Ein dürrer Kerl mit Mönchskranz und Hakennase bediente Laufkundschaft aus dem Karren heraus.

Wenige Augenblicke später betraten die beiden das Steingebäude. Im Inneren war es recht düster und es duftete nach Räucherkerzen. Überall standen Regale und Schränke mit den verschiedensten Waren, Teppiche lagen herum und gaben die Wege durch diese schon fast labyrinthartige Inneneinrichtung vor. "Komme gleich!", ertönte plötzlich eine Frauenstimme von weiter hinten. Wenige Momente später erschien eine Frau hinter einem der Regale. "Ich muss noch kurz das hier wegbringen und dann...", die Frau sah zu den beiden Kunden hinüber. "Das kann doch nicht wahr sein?!", fragte sie etwas ungläubig und kam auf sie zu. Die Frau war größer und muskulöser als Finja und ihre kurzen, dunklen Haare standen leicht in alle Richtungen ab. Mehrere geflochtene Zöpfe flossen aus dem struppigen Haar heraus und gingen ihr bis über den Rücken. Luna trug eine maßgeschneiderte Leinentunika, hatte außerdem viele Ringe und Ketten. Unter der Tunika schauten mehrere Tattoos hervor und eine lange Narbe zog sich über ihre rechte Wange. "Finja, die Wespe.", stellte sie fest und setzte einen abschätzenden Gesichtsausdruck auf. "Dachte wirklich, ich würd dich nach der Sache in Stahlbach nicht noch mal sehen.". Finja verdrehte mit hochgezogenem Mundwinkel die Augen und zuckte nur mit den Schultern. "Und doch stehe ich jetzt hier.", stellte sie fest. "Was soll ich sagen? Die anderen waren einfach nicht schnell genug.". Ein paar Sekunden vergingen, da kam Luna auf Finja zu und begrüßte sie mit einer überaus festen Umarmung. "Uff...". "Und jetzt bist du zu deiner guten Luna gekommen, weil du wieder etwas ausheckst, hm? Machen wirs wie immer, du weisst, ich kann alles besorgen und so.". Dann fiel ihr Blick auf Nicolai. "Wer ist dein gutaussehender Begleiter?". Ohne auf eine Antwort zu warten stand sie auch schon vor Nicolai. "Hallo. Ich bin Luna. Finjas Freunde sind auch meine Freunde musst du wissen. Ich rüste die gute hier immer mal wieder aus, denke mal du könntest bestimmt auch irgendwas brauchen? Seht euch einfach um.". Finja musste grinsen, als Luna Nicolai etwas zu überfallen schien.

"Wir gehen auf eine Expedition.", erklärte sie Luna. "Ich brauche ein paar Dinge, nichts großartiges. Ich denke mal, ich werde das hier alles finden.". Sie verschwand für einen Moment im dem Wirrwarr aus Regalen, kam dann aber noch einmal zurück. "Luna, mein Gefährte hier benötigt auf jeden Fall eine Waffe. Ich bin mir sicher, dass du da was passendes da hast.". Wieder verschwand sie. "Eine Waffe, hm?", Luna drehte sich wieder zu Nicolai. "Irgendwelche Vorlieben? Natürlich kannst du alles ausprobieren, aber bitte...wenn, dann draußen. Die Waffen sind da vorne, dritter Gang links, hinteres Regal. Bei Fragen, ruf mich einfach. Ach, weisst du was? Ich komme einfach kurz mit, Finja weiß sowieso wo alles steht.". Dann ging Luna in Richtung Waffenregal.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#4

Beitrag von Nicolai » Mi 25. Jan 2017, 08:15

Neugierig blickte Nicolai sich in dem Geschäft um. Die Regale waren bis oben hin gefüllt mit allen möglichen Sachen, einige konnte der Raktaure nicht einmal benennen. Doch trotzdem hatte alles seine Ordnung und wirkte aufgeräumt.
In einer Ecke erkannte er Rucksäcke in allen Formen und Grössen. Falls Finjas Einkäufe zu grossflächig ausfielen, würde er nachher noch einmal genauer diese Reisetaschen in Betracht ziehen.
Etwas Positives hatte sein Körperbau nämlich trotz allem. Wenn er musste, konnte er um einiges mehr mit sich herumtragen als ein gewöhnlicher Mensch. Bloss fühlte er sich bisher nie dazu bemüssigt und sein kleiner Lederrucksack reichte für seine Utensilien völlig aus.
Sein Blick wanderte weiter über Stricke, Mäuse- und Bärenfallen, Schuhwerk und sogar einen kleinen Kompass, der sehr an goblinisches Handwerk anmutete.
Er wollte gerade interessiert darauf zugehen, während die beiden Frauen sich noch ausgiebig begrüssten, doch da hatte ihn Luna bereits entdeckt und baute sich vor ihm auf.

Obwohl auch sie zu ihm aufblicken musste wie die meisten Menschen, schien sie ihre Grösse mit dem gleichen Feuereifer wettzumachen, der auch Finja innewohnte.
Etwas verblüfft über den Redeschwall brachte Nicolai zuerst kein Wort heraus.
Zum Glück kam ihm seine Begleiterin zu Hilfe und klärte ihre Freundin über die Expedition auf und darüber, dass der Raktaure eine Waffe benötigte. Ergeben trottete er hinter ihr her, als sie ihn zum Waffenregal führte.
Hatte sie ihn da gerade nach seinen Vorlieben gefragt?
„Nun also, am liliebsten mag ich Bücher. Vor Allem Theodor Antigon und Pater Bellorion schreiben fantastische Literatur. Doch gelegentlich fertige ich auch gegerne Zeichnungen zu meinen Notizen. Natürlich bei Weitem ninicht so wundervolle Werke wie Finja. Und wenn ich nicht gegerade auf Expe...Expedition bin, besuche ich auch gegerne das Theater, wobei mir Tragödien sehr zusagen!“
Als ihn Luna jedoch nur befremdlich anblickte, erkannte er, dass er wohl nicht die richtige Antwort gegeben hatte.
Sie fasste sich jedoch schnell wieder und grinste ihn an.
„In nem Theater war ich leider noch nie, in diesem Rattenpfuhl gibt es sowas nich“, trotz ihrer Wortwahl konnte man sehen, dass Luna dieses „Rattenloch“ gegen kein Theater der Welt eintauschen wollte.
„Nun aber zu eurer Expedition! Finja meinte, du benötigst ne Waffe?“
Nicolai nickte eifrig, als sein Blick jedoch auf das Waffenregal fiel, erbleichte er etwas.
„Ein Mann von deiner Grösse und Statur kann gut zwei leichte Schwerter tragen. Oder stehst du eher auf schwere Zweihänder? Obwohl nein, ich habe gehört, dass Raktauren vor Allem mit Speeren oder auch Langbogen kämpfen. Bist du ein Nah- oder Fernkämpfer?“
Ihr Kunde starrte sie hilflos an.
Die Vorstellung, von seinem Gegner weit weg stehen zu können und sich trotzdem zu verteidigen, gefiel ihm jedoch eindeutig besser.
„Ein Fernkämpfer?“, meinte er dann etwas hilflos und sein Blick suchte plötzlich nach Finja.
„Ah interessant. Dann hast du also bereits Erfahrung mit Bögen gesammelt. Ich habe hier vor Allem Kurzbögen, weil die bessert fot gehen. Aber warte, ich bin gleich wieder da. Im Lager hinten habe ich noch einen grösseren rumstehen.“
Im nächsten Moment war sie davongewuselt und liess Nicolai völlig überfordert zurück.

„Finja…?“, fragte er vorsichtig und blickte um die Ecke, wo er sie vermutete.
„Kannst Du mir hier bitte einmal hehelfen?“
Es war eindeutig, dass der arme Kerl keine Ahnung hatte, weder von Lang-, noch Kurzbögen und auch nicht von Schwertern und Speeren.
Da kam bereits Luna wieder herbeigeilt. Sie hatte einen riesigen Bogen in der Hand, der sie selbst noch überragte, wenn sie ihn auf den Boden stellte.
„Hier, nimm ihn einmal in die Hand. Er ist aus leichtem und trotzdem sehr stabilem Holz gefertigt. Sehr handlich!“, sie drückte dem staunenden Centauren die Waffe in die Hand. Tatsächlich hatte der Bogen eine angenehme Grösse für ihn, doch wie man ihn benutzte, das wusste Nicolai bloss aus Büchern.
„Vielleicht bin ich dodoch eher Nahkämpfer“, murmelte er.
Schliesslich bekam er auch noch ein Schwert in die Hand gedrückt, das er jedoch beinahe fallengelassen hätte, weil er von dem Gewicht so überrascht wurde und einen Speer, der ihm etwas besser behagte.
Trotzdem fürchtete er sich bloss schon vor der Vorstellung, damit auf einen Gegner einzustechen.

Inzwischen war sein Gesicht leichenblass geworden, seine Hände verschwitzt und im Minutentakt schob er das klapprige Brillengestell auf seiner Nase zurecht.
Unruhig peitschte sein Schweif herum und fegte dabei versehentlich den Becher Wasser vom Tisch, den ihm Luna zuvor hingestellt hatte, als sie seine Aufregung bemerkte.
„Oh, ververzeihung! Ich brabrauche frische Luluft!“, stammelte Nicolai plötzlich, machte rechtsumkehrt und floh aus dem Geschäft hinaus. Draussen schnappte er erleichtert nach Luft und schämte sich gleichzeitig für sein Verhalten. Nun hielten ihn die beiden Frauen bestimmt für ein unbedarftes Weichei. Ohne Waffe würde er dieses Dorf nicht verlassen, so nahm er sich vor. Was hatte er sich da bloss eingebrockt!

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#5

Beitrag von Finja » Do 26. Jan 2017, 15:32

<Immer wieder schön hier.>, dachte Finja und schlenderte durch die Gassen aus Regalen. <Was muss ich noch mitnehmen?>. Sie überlegte einen Moment und ging ihr Inventar im Kopf einmal durch. Anschließend begann sie mit dem Einkauf, meinte dann aber plötzlich in der Ferne ihren Namen gehört zu haben. "Öhm...ja?", fragte sie leise und ging in die entsprechende Richtung. Dann schien etwas runterzufallen und jemand polterte schon fast aus der Hütte.

Schließlich traf Finja Luna in der Nähe der Waffenregale. Von Nicolai war nichts zu sehen. Fragend schaute Finja ihre Bekannte an. "Ist einfach rausgestürmt? Was war da denn auf einmal los?", fragte Luna etwas irritiert und Finja zuckte nur gelassen mit den Schultern. "Er ist...naja...sagen wir, er ist kein wirklich geübter Kämpfer und...neu auf dem Gebiet.". <Das kann ja noch heiter werden.>. Luna schaute sie skeptisch an. "Ich weeeeiss, was du sagen willst.", stellte Finja fest, verdrehte die Augen und stemmte die Arme in die Hüfte. "Finja, was ist das nur wieder für eine Mission? Finja, mit was für einer Gesellschaft bist du denn wieder unterwegs? Finja, wie soll das nur gutgehen?". Das kenne ich alles schon von dir. Außerdem, hey, es wäre doch langweilig sonst.". Dann mussten beide kurz lachen und Luna knuffte Finja kumpelhaft gegen die Schulter. "Ein Frischling war schon länger nicht mehr hier.", dann fiel ihr Blick auf die Sachen, die Finja sich bereits zusammengesucht hatte. Aus einer Decke hatte Finja ein kleines Bündel improvisiert, darin mehrere Kohlestifte, Pergamentbögen verschiedener Größe, einen Satz Wechselkleidung, sowie eine Tonschüssel und ein Essmesser. "Soll ich das schon mal nach hinten bringen?". Finja nickte und übergab das Bündel Luna. "Ich rede mal mit ihm.", meinte Finja schließlich und ging in Richtung Ausgang. "Er ist halt etwas...anders als meine bisherigen Reisegefährten, das stimmt schon. Aber sieh es doch auch mal als eine Herausforderung für dich als Verkäuferin.". Sie grinste schelmisch und verließ dann ebenfalls die Hütte.

Draußen fand sie einen unruhigen und etwa blass um die Nase wirkenden Nicolai. Langsam ging Finja zu ihm herüber. "Während den Verhandlungen abhauen ist nicht besonders nett.", sagte sie und musste dann aber grinsen. "Spaß beiseite, sag, was war los? Und bevor du anfängst zu reden...alles ist gut, niemand hier ist irgendwie beleidigt oder so.". Nicolai hatte wohl noch nie eine Waffe besessen, geschweige denn eine benutzt.
"Ich glaube, dass ein Bogen zu dir passen könnte.", dachte Finja laut, sah zu Nicolai auf und nickte dann. "Es wird natürlich dauern, bis du damit vernünftig umgehen kannst, aber ich denke, das können wir üben. Schießen lernt man sowieso schneller als das richtige Kämpfen mit einem Schwert.". Dann ging sie ein paar Schritte um Nicolai herum und stellte sich neben ihn. "Ich glaube, dir wird ein Bogen gut stehen. Wie sieht's aus, wollen wir wieder reingehen? Keine Sorge, ich gucke mir das Teil dann auch mal an.". Sie setzte sich in Bewegung, blieb dann aber noch einmal stehen. "Falls du noch ein paar Minuten brauchst, auch in Ordnung."

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#6

Beitrag von Nicolai » Sa 28. Jan 2017, 12:59

Beinahe so, als wäre er ein verschrecktes Reh, das im nächsten Moment die Flucht ergreifen könnte, kam Finja behutsam auf ihn zu.
„Während den Verhandlungen abhauen ist nicht besonders nett“, meinte sie als erstes und verstärkte sogleich sein schlechtes Gewissen.
Auch ihr Grinsen konnte dies nicht mehr wettmachen, hatte er doch tatsächlich gegen ein Gebot der Höflichkeit und des Anstandes verstossen!
Bevor er jedoch eine Entschuldigung stottern konnte, folgte bereits die Frage, was denn los sei und die beruhigenden Worte, dass ihm sein missliches Verhalten keiner übelgenommen hätte.
„Nun ich ich“, er wusste gar nicht, wie er seine Lage erklären sollte.
Luna war durchaus sehr hilfsbereit, setzte jedoch bereits Voraus, dass er Kenntnisse im Umgang mit Waffen besass. Dabei hatte er doch noch nie eine Waffe besessen, abgesehen von seinem Essbesteck.
Doch Finja schien auch so zu begreifen, dass er ihre Hilfe und Empfehlungen benötigte.
„Ich glaube, dass ein Bogen zu dir passen könnte.“
Nicolais Blick folgte ihr gebannt, als sie um ihn herumging und schliesslich anfügte: „Ich glaube, dir wird ein Bogen gutstehen.“
Trotz seiner Skepsis spürte er, wie ihn ihre Worte aufbauten und sogar mit ein wenig Stolz erfüllten. Offensichtlich glaubte die junge Frau, dass er im Stande war einen Pfeil zielsicher abzuschiessen – sofern seine Brille nicht verlorenging.
Nicolai nickte wissend, als sie meinte, dass dies mit Übung verbunden war. Es war ja noch nie ein Meister vom Himmel gefallen.

Als sie schliesslich gemeinsam die Hütte wieder betraten, war seine Blässe etwas gewichen.
„Entschuldigt meimein Verhalten!“, sagte er galant zu Luna, „Eure Schönheit hat mir direkt die Luft geraubt.“
Er lächelte sie an und brachte sogar ein lustiges Zwinkern zustande.
„Nun, die Wahrheit ist, ich hahabe noch nie eine Waffe benutzt. Deshalb wäre ich um Empfehlungen dankbar! Finja bot sich glücklicherweise bereits an, mir den Umgang beizuzubringen!“
„Also, die Damen, ich ergebe mich in eure Hände… worauf kommt es dedenn nun genau an bei der Wahl?“

Schlussendlich war auch der Raktaure damit einverstanden, sich auf einen Bogen festzulegen. Luna präsentierte ihm die unterschiedlichsten Grössen, einige waren auch leicht anders geformt, und dann gab es noch eine schier unendliche Auswahl an Pfeilen, wobei diese Nicolai alle gleich erschienen.
„Ich empfehle Dir noch einen Dolch für Notfälle. Und falls dir die Pfeile ausgehen, kannst du dir selbst behelfsmässig welche nachschnitzen“, schlug ihm Luna vor.
So ging es, nachdem sie sich auf einen Bogen festgelegt hatten, der eine stattliche Grösse hatte, aber trotzdem noch handlich genug war um ihn auch auf den Rücken zu schnüren, weiter mit einem Köcher voller Pfeilen und schliesslich hin zu den Dolchen.
Einige waren klein wie Messer, andere wiesen Unterarmlänge auf. Manche hatten wunderschön mit Schnitzereien verzierte Griffe, während andere wiederum möglichst schlicht gehalten waren. Auch hier liess sich Nicolai dankbar von den beiden Frauen beraten.
Für ihn war es leicht verstörend, wieviel diese beiden Ladys davon verstanden. Dies waren eindeutig nicht die Frauchen, welche sich den ganzen Tag mit Stickereien beschäftigten. Gleichzeitig bewunderte er Finja und Luna, welche sich so unkompliziert miteinander unterhielten. Die beiden waren hier eindeutig in ihrem Element, was von ihm ganz und gar nicht zu behaupten war.

Endlich hatten sie sich geeinigt. Der Centaure fühlte sich, als hätte er den Tag im Studium verbracht, so sehr rauchte sein Kopf ab all den neuen Begriffen und Erklärungen.
„Benötige ich nonoch etwas?“, wagte er schliesslich kaum nachzufragen. Er wirkte ziemlich erschöpft. Trotzdem hielt er den Bogen auch irgendwie zufrieden in seiner Hand. Zu seiner eigenen Überraschung fühlte er sich richtig männlich mit diesem Ding.
Wie ein richtiger Krieger!
Zumindest, solange er seine Kampfkünste keinem Gegner beweisen musste…

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#7

Beitrag von Finja » Sa 28. Jan 2017, 19:02

Endlich hatten sie sich geeinigt. Nicolai schien durchaus erschöpft, Finja rempelte ihn freundschaftlich an, nickte ihm dann lächelnd zu.

"Also ich habe bereits das hier zusammengesammelt.", sagte Finja und zeigte auf das Bündel auf der Ladentheke. "Ansonsten...ich weiss nicht, was haben wir noch dabei? Wir werden bestimmt ein größeres Lager aufschlagen, oder?", sie dachte an die anderen Expeditionsteilnehmer, die ihr angekündigt worden sind. "Die Frage ist, ob wir irgendwas in Richtung...weiss nicht...Zelt oder so brauchen? Wie läuft das bei den Centauren, wie leben die? Meinst du wir kommen da unter?".
Schließlich gesellten sich noch ein paar weitere Einkäufe dazu, den Rest könnten sie sicherlich noch rechtzeitig unterwegs besorgen.
"Das wärs dann?", fragte Luna und die beiden nickten. "Dann wollen wir doch mal sehen...", murmelte sie und ging in Gedanken die Preise für die Einkäufe durch. "Natürlich bekommt ihr einen Freundschaftspreis!", fügte sie hinzu und die Bezahlung wurde vorgenommen. Tatsächlich kamen sie weitaus günstiger weg als gedacht. "Danke dir!", sagte Finja fröhlich zu Luna und Nicolai und nahm das Bündel an sich. Es passte sogar noch in ihren großen Rucksack. "War mir wie immer eine Freude und Ehre.", antwortete Luna mit einem zufriedenen Blick auf die Münzen. "Und dir wünsche ich viel Erfolg.", sagte sie mit Blick zu Nicolai. "Ich denke du bist bei Finja in guten Händen. Kannst auf jeden Fall noch was von ihr lernen, Großer.", fügte sie grinsend hinzu. Als Finja und Nicolai schon fast draußen waren rief Luna noch "Hey, Finja, bring mir dieses mal was mit! Keine Ahnung...was Schönes oder so!". Finja grinste und gab ein "Sicher, du sollst ein Andenken bekommen!" über die Schulter zurück.

Als die beiden draußen waren steuerte Finja den Wagen mit dem Krautwasser an. "Wirklich...ein großes Dankeschön noch mal an dich.", sagte sie zu Nicolai und schwebte schon fast optimistisch neben dem Raktauren her. "Ich würde vorschlagen, wir üben das mit dem Bogen während unserer nächsten Rast. Am besten jeden Abend, wenn es die Zeit erlaubt. Keine Sorge, du wirst das schon hinkriegen.". Finja merkte durchaus, dass Nicolai zwar stolz, aber auch etwas skeptisch war.

Sie kamen bei dem Wagen an. Der dürre Kerl, der die Laufkundschaft bedient hatte, war nicht zu sehen. Finja musste sich auf die Zehenspitzen stellen und schon fast etwas an dem "Tresen" hochziehen um überhaupt drübergucken zu können. "Hey, Meister! Kundschaft!", rief sie und klopfte so gut sie konnte auf die Theke. Ein Vorhang wurde zur Seite geschoben und der Mann mit Hakennase und Mönchskranz trat hervor. "'s darfsn sein?", fragte er mit kratziger Stimme und schaute die beiden Kunden an. "Was wohl? Zwei mal bitte!", antwortete Finja bestimmend, mittlerweile an der Theke hängend. Der Mann nickte, holte zwei abgenutzte Krüge hervor und ging damit zu einem der großen Fässer, die weiter hinten in einem Regal lagen. Das Krautwasser plätscherte in die Krüge und schließlich hatten Finja und Nicolai ihre Getränke. "Geht auf mich!", meinte Finja, patschte mit dem Handrücken an Nicolais Brust und ließ den Tresen los. Mit einem Satz landete sie sicher auf dem staubigen Boden, kramte etwas Geld aus ihrer Güteltasche und bezahlte.
Dann stand sie abwartend vor Nicolai. "Ich würde sagen...auf uns und unsere Reise, hm?", sie hob den Becher zum Anstoßen.

"Lass uns mal etwas da rüber gehen.", meinte Finja schließlich und sie stellten sich ein Stück abseits des Wagens, damit weitere Kunden bedient werden konnten. Finja lehnte sich mit dem Rücken an eine Hauswand und stellte einen Fuß dagegen. "Mh!", meinte sie während des Trinkens und sah Nicolai an. "Wir müssen gleich die Straße da weiter hoch.", mit einer knappen Handbewegung zeigte sie in die entsprechende Richtung. "Ich würde aber vorschlagen, dass wir uns nicht irgendwem hier anschließen, oder? Manchmal tun sich hier "Reisegruppen" zusammen, keine Ahnung wieso.". Sie schwieg einen Moment. "Ich meine hey, wir brauchen keinen von denen und wollen ja schließlich voran kommen. Oder siehst du das anders? Wenn ja, sags ruhig.". Sie nahm einen weiteren Schluck. "Aaah. Ich finde es so erfrischend. Wie schmeckt es dir eigentlich?".

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#8

Beitrag von Nicolai » So 29. Jan 2017, 17:03

Nicolai war erleichtert, dass Finja ihm eine Frage stellte, die er tatsächlich beantworten konnte.
„Jaja, es wird ein grösseres Lager werden. Da die wiwilden Centauren ein Nomadenvolk sind, haben wir auch Planwagen dabei, welche die Vorräte transportieren. Zum Schlafen gibt es ein grosses Gemeinschaftszelt und für die wiwichtigen Postenträger wie Heiler, Koch und Forschungsleiter einige separierte kleinere Zezelte.
Aber vielleicht wäre es nicht schlecht für Didich eine Unterkunft zu besorgen? Schliesslich weiss ich nicht, wie gross der Frauenanteil bei dieser Expedition ist und es wüwürde sich nicht ziemen, wenn Du unter lauter Männern schlafen müsstest!“

Tatsächlich war er sehr besorgt um ihr Wohlergehen, schliesslich nahm sie bloss wegen seiner Anheuerung an der Expedition teil.

Da er sich nun den Bogen mit Köcher auf den Rücken schnallen wollte, erwarb er bei Luna ein Paar Satteltaschen, die er sich ganz einfach über den Pferderücken legen konnte und welche seitlich anlagen. Ein breites Band verlief über seinen Rücken und hielt die Taschen zusammen, gleichzeitig verteilte es den Druck der Last regelmässig. Zusätzlich verlief ein Lederband bei seiner Unterbrust durch, und hielt die Taschen auch bei einem holprigen Gang an Ort und Stelle, wie es auch ein Sattelgurt tun würde.
Nicolai betrachtete sich eingehend im Spiegel. Seine grüne Decke bedeckte ordentlich seinen Rücken, und auch der Bogen samt Köcher sass perfekt. Zufrieden bezahlte er alle ihre Einkäufe bei der jungen Frau und gab ihr ein grosszügiges Trinkgeld für ihre Mühen.
Zu Lunas Freude hatte er tatsächlich den Kompass erworben, zudem ein neues Notizbuch, das er als Tagebuch zu gebrauchen gedachte.
Eine Landkarte gab es leider keine, dafür entdeckte er zwei kleine Büchlein. Eines zu den unterschiedlichsten Pflanzen und ihrem Gebrauch. Das andere handelte von gefährlichen Schlangen und Spinnen, die man meiden sollte.
Da er nun öfters Draussen zu rasten hatte, kaufte er schlussendlich noch einen dicken Mantel, den er jedoch zu seiner Wechselkleidung in den Taschen verstaute, wie auch den Dolch, den er in nächster Zeit noch nicht zu gebrauchen hoffte.

Es freute ihn schliesslich zu sehen, wie ausgelassen Finja wirkte, nachdem sie das Geschäft verlassen hatten. Offensichtlich hatte sie wohl in dieser Hinsicht etwas gemein mit den Frauen aus den Städten – Einkäufe versüssten der Damenwelt erkennbar die Laune und zauberten ein Lächeln auf ihre Gesichter.
Er nickte zustimmend, als sie vorschlug, bei der nächsten Rast sogleich an seinen Schiesskünsten zu arbeiten. Zu seiner eigenen Überraschung freute er sich darauf, den Bogen auszuprobieren, auch wenn er ahnte, dass Finja zwar eine sehr gute, aber auch unnachgiebige Lehrerin abgeben würde.
Zumindest machte sie ihm Mut, was bereits ein guter Anfang war!

Während Nicolai bequem an die Theke hinreichte, hatte die kleiner gewachsene Frau etwas mehr Mühe. Er musste grinsen, als sie sich unelegant an dem Tresen hochzog und unwirsch die Getränke bestellte.
Beim ersten Schluck verzog sich sein Gesicht noch unwillkürlich von dem ungewohnten Geschmack, beim zweiten fand er das Krautwasser doch eigentlich ganz passabel und beim dritten war er bereits ein begeisterter Lieberhaben des „Gesöffs“.
Er strahlte Finja an, als sie mit ihm auf die Reise anstossen wollte und bestellte darauf hin direkt noch zwei Becher bei dem hakennasigen Mönch.

Wie ein Schaf folgte er ihr hinterher, als sie sich etwas abseits hinstellten.
„Wäre es in einer Gruppe nicht sisicherer?“, erkundigte sich Nicolai eher besorgt, als abwehrend. So oder so würde er sich auf ihre Empfehlung verlassen; der Besuch bei Luna hatte ihn darin bestärkt, dass sie eindeutig den besseren Scout abgab, als er.
„Andererseits scheint es mir auch wichtig voranzuzukommen, da wir sowieso schon im Verzug sind. Natürlich nicht wegen dir, sondern wewegen meiner eigenen Unkenntnisse.“

Als sie ihn nach dem Krautwasser fragte, hellte sich seine Miene sogleich auf.
„Oh, es ist fafantastisch. Meinst du der Mönch wird mir sein Rezept für einige Münzen verkaufen? Damit könnte man auch in deder Stadt Gewinn erzielen.“
Dann kam ihm plötzlich ein neuer Gedanke, als er aus der Ferne die Leute beobachtete, welche mit Pferden oder Ochsenwagen unterwegs waren.
„Sosollen wir Dir ein Reittier besorgen? Wie bereits gesagt sind die wilden Centauren in ständiger Bewegung, sie leleben nach den Jahreszeiten und schliessen sich den Herdenwanderungen an. Wenn wir dort längere Zeit verbringen, wäre es womöglich von Vovorteil“, nachdenklich schaute er die energiegeladene Frau an. Es musste ja nicht gerade ein Vollblutpferd sein, so dass er selbst noch hinterherhumpeln musste, doch ein Kleinpferd, etwa in seiner eigenen Grösse, würde es auch tun.
Bevor sie antworten konnte, schlenderte er bereits zum Mönch hinüber, um mit ihm über den Preis des Geheimrezepts zu verhandeln, die beiden Trinkflaschen mit dem Krautwasser auffüllen zu lassen und nach einem guten Verkäufer für Reittiere zu fragen.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#9

Beitrag von Finja » Mo 30. Jan 2017, 16:02

<Na also, geht doch.>, dachte Finja zufrieden, nachdem die beiden angestoßen hatten.

"Ach, mach dir keine Sorgen. Du meintest, wir müssen nach Norden und da scheint mir das der beste und auch sicherste Weg hier zu sein. Was die anderen Leute hier angeht...", sie überlegte einen Moment. "Vielleicht finden wir ja jemanden, der zufällig den gleichen Weg hat.". Sie wirkte nicht wirklich überzeugt davon jemanden mitzunehmen. "Warten wirs einfach mal ab, kann ja sonst auch sein, dass wir unterwegs noch auf andere Reisende treffen.". In Gedanken überschlug sie den ungefähren Weg zum Treffpunkt. "Je nachdem, wie gut wir voran kommen sollten wir unsere Zeiten der Rast anpassen. Oh wir müssen dann ja auch das Bogenschießen üben...aber das kriegen wir hin.".
Nicolai sprach von dem Verzug, den er durch seine Unkenntnisse zu verschulden hatte. "Putz dich nicht selbst so runter.", meinte Finja aufbauend, jedoch mit einer Spur Ernsthaftigkeit und leicht verständnislosem Blick. "Nicht jeder kann von sich behaupten auf so eine Reise zu gehen, geschweige denn sie bis zum Ende durchgezogen zu haben. Dein Meister war auch nicht von Anfang an ein Meister. Jeder fängt schließlich mal klein an.". Sie nahm einen tiefen Schluck, musste danach einmal leicht aufstoßen. "Verzeihung.".

"Ich weiss nicht, ob er das Rezept verkauft. Könnte mir vorstellen, dass man nicht überall an die Zutaten rankommt...aber weisst du was? Versuch es doch einfach, warum nicht? Mehr als "Nein" sagen kann er nicht. Und sollte man die Sachen nicht bekommen, so kannst du es immer noch in deinen Expeditionsbericht mit aufnehmen.". Finja war davon überzeugt, dass Nicolai noch einige Eindrücke seiner Reise niederschreiben würde.

"Ein...Reittier?", fragte Finja unsicher. Nicolai ließ sie stehen und schlenderte wieder zurück zu dem Stand. "Ich auf einem Pferd...", brummelte sie vor sich hin und sah sich schon auf einem viel zu großen Tier hängen. Auf der anderen Seite durfte sie bei dem Heerlager damals auch ab und an reiten und das hatte ihr schon Spaß gemacht. Irgendwie hatte sie plötzlich ein schlechtes Gewissen, so ein Pferd war sicherlich nicht gerade günstig und schließlich hatten sie gerade auch noch ein kleines Zelt für sie gekauft. Auf der anderen Seite machte es durchaus Sinn zu reiten. So wie Nicolai erklärt hatte sind die Centauren immer in Bewegung und laufen kam dann natürlich nicht in Frage...

Kurze Zeit später kam Nicolai zurück und sie machten sich auf zu einem Verkäufer für Reittiere. "Und?", fragte Finja schließlich, "Hast du es bekommen? Das Rezept meine ich?". Irgendwie hatte sie auch Interesse daran und wollte wissen, was genau da eigentlich drin war. Sie schaute den Raktauren gespannt an.

Sie kamen bei dem Händler und seinem "Stand" an. Es handelte sich um eine hölzerne Scheune mit Strohdach, dahinter eine Koppel. Der Händler sah die beiden potentiellen Kunden schon von weitem und kam ihnen ein Stück entgegen. "Oooh, Nicolai, sieh mal!", platzte es plötzlich aus Finja heraus und sie lief schnellen Schrittes zu dem hölzernen Zaun, der die Koppel umspannte. Mit einem Satz stand sie auch schon auf einer der Querstreben und hielt sich an dem nahestehenden Zaunpfahl fest. Mit großen Augen schaute sie die Pferde an, die dort umherliefen. Das eine Tier schien sogar die richtige Größe zu haben! <Ohhh...dieses Grau...und diese schwarze Mähne!>. Sie drehte den Kopf in Nicolais Richtung und sah, wie dieser bereits bei dem Händler angekommen war. Mit einem leisen "Hepp." sprang sie wieder von dem Zaun herunter und eilte zurück zu dem Raktauren und dem Händler. "Verzeiht...Guten Tag erst einmal.", begrüßte Finja den Händler etwas verlegen und wischte die Strähnen aus ihrem Gesicht. "Das sind wirklich schöne Tiere.", nuschelte sie. <Dass mir sowas immer wieder passiert.>, dachte Finja und musste dann aber wieder grinsen. Sie hatte zwar schon einiges erlebt, gekämpft und auch die ein oder andere Verletzung überstanden, aber bei Tieren kam immer mal wieder das kleine Mädchen in ihr durch. <Hoffentlich zieht der uns jetzt nicht wegen mir über den Tisch.>, dachte sie plötzlich und versuchte den Händler einzuschätzen. So oder so, sie würde sicherlich gut bei dem Verkaufsgespräch zuhören.

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Re: Wirbelwind trifft Leseratte - Forschungsreise mal anders

#10

Beitrag von Nicolai » Mi 1. Feb 2017, 20:41

„Nun ja, das mamag sein. Doch habe ich so das Gefühl, dass Forscher normalerweise tauglicher sind füfür eine solche Reise. Und weit bebesser vorbereitet.“
Trotzdem war er erstaunt, dass sie sich für ihn einsetzte, wo sie doch vor Kurzem noch so skeptisch auf sein Vorhaben reagiert hatte in der Taverne.
Nicolai nickte ihr zu und machte sich eine gedankliche Notiz, später noch einen Tagebucheintrag zu verfassen. Schliesslich musste er auch die Einkäufe ordentlich festhalten, um später seinem Meister die Unkosten vorlegen zu können.
Nicolai hatte sich zu dem Mönch gesellt und man konnte die beiden wild diskutieren und herumfuchteln sehen. Zwischendurch blitzten einige Münzen auf, und schlussendlich kam Nicolai mit einem zufriedenen Grinsen auf Finja zugeschritten.
„Etwas weiter die Strasse rurunter gibt es einen guten Pferdehändler. Und ja, ich hahabe ihm einen Teil des Rezepts abgekauft. Der Geizkragen wollte es nicht vollständig heherausgeben. Der Rerest wird sich aber ergeben“, meinte er zuversichtlich und schritt dann guten Mutes voran, während Finja hinterherwuselte.

Bald erkannte Nicolai den eifrigen Verkäufer, der bereits auf sie zugeschritten kam.
„Der mamacht doch einen guten Eindruck“, wollte er Finja zuflüster,n doch sie war nicht mehr an seiner Seite. Irritiert hielt der Raktaure inne und blickte sich suchend um.
Er fand sie bei der Pferdekoppel, wo sie mit leuchtenden Augen die Tiere anstrahlte.
Nicolai schmunzelte als er sah, wie sie auf die Querstreben geklettert war, und die Pferde bewunderte.
Doch auch der Händler hatte dies bereits bemerkt, und er rieb sich die Hände als er mit einem erfolgversprechenden Lächeln auf sie zuschritt.

„Guten Tag! Wie ich sehe, haben Sie Interesse an einem meiner Tiere?“
"Verzeiht...Guten Tag erst einmal“, nuschelte da auch Finja und stand plötzlich wieder neben ihrem Begleiter.
„Ja, seid gegrüsst. Wir sisind tatsächlich auf der Suche nach einem Reitpferd für die jujunge Lady hier“, antwortete Nicolai freundlich.
„Ahja, haben Sie bereits eine Vorstellung? Die junge Frau hat eine ideale Figur zum Reiten, sie wird sich gut auf einem Pferd machen“, prophezeite der Mann, wobei sein schiefes Grinsen durchaus zweideutig gewertet werden konnte. Nicolai entging dies jedoch, da er zu sehr auf sein Vorhaben konzentriert war.
„Wir susuchen ein Tier, das nicht zu wild ist, jedoch möglichst ausdauernd und trittsicher“, meinte er dann und trat an den Rand der Koppel, um die Pferde zu begutachten.

„Wie wäre es mit dem guten Damascus? Ein ruhiger Geselle, sogar kindertauglich“, gurrte der Händler und deutete auf ein dunkelbraunes Pferd.
Nicolai zog die Augenbrauen in die Höhe: „Der sieht ja aus, als wäre er schoschon über die 20 Jahre alt! Schauen Sie nunur seinen durchgebogenen Rücken an. Ausserdem scheint er den linken Vorderhuf nicht richtig zu belasten. Bitte hahalten Sie mich nicht zum Narren!“
Von diesem Moment an war der Händler fromm wie ein Lamm, da er offensichtlich einen Kunden gefunden hatte, der sich mit Pferden auskannte. Bei näherer Betrachtung auch gar keine Überraschung, wenn man bedachte, dass er selbst zur Hälfe einen Pferdekörper besass. Doch der Händler hatte sich durch sein gepflegtes Äusseres, das klapprige Brillengestell und das Stottern täuschen lassen.

„Nun, ich kann Ihnen auch Eduardo empfehlen, ein gutmütiger Wallach, der mit 14 Jahren bereits gut eingeritten ist. Er ist nicht schreckhaft und ein geselliger Kerl“, dieses Mal deutete er auf einen Fuchs, der Nicolai schon besser passte. Das Pferd war jedoch eher ein Pony, doch der Raktaure wusste, dass es darauf schlussendlich nicht ankam, sondern auf die Ausdauer und Trittsicherheit des Tieres.
Sein Blick fiel auf Finja, welche neben ihm am Zaun stand und gebannt die Pferde anstarrte. Nein, das war nicht korrekt, ein bestimmtes Tier hatte sie ins Auge gefasst.
Auch der Händler bemerkte ihr Interesse, hob jedoch abwehrend die Hände.
„Sie wollten doch kein wildes Tier! Arcadia ist mit ihren 10 Jahren noch etwas aufmüpfig. Keine Frage, sie ist ein tolles Pferd und würde vermutlich sogar ihren Vorstellungen entsprechen, doch sie kann sehr temperamentvoll sein, wenn nicht sogar zickig… Sie beisst gerne, ein richtiges Weibsstück!“
Nachdenklich betrachtete Nicolai die graue Stute, welche tatsächlich die ideale Grösse hatte und etwa dieselbe Widerristhöhe, 1,50 Meter, wie er selbst.
Sie schien die Blicke zu bemerken und ihr Haupt schoss aufmerksam in die Höhe.
Finja hatte sich wieder über den Zaun gelehnt und begann das Pferd mit einem Schnalzen zu locken. Der Verkäufer starrte verdattert und misstrauisch zugleich die Stute an, welche plötzlich beinahe hochmütig auf sie zugeschritten kam.
Nun, ihr Gangbild gefiel dem Raktauren, die Hufe schienen in Ordnung zu sein und sie wirkte gesund. Er musste grinsen, als das Tier und Finja sich tatsächlich gegenseitig „beschnupperten“ und das Mädel ihr ein Büschel Klee unter die Nüstern hielt.
„Ich glaube, hier haben sich zwei gefunden. Wieviel wollen Sie für die Stute, samt Zaumzeug und Sattel haben?“

Anfangs versuchte der Händler noch einen hohen Preis herauszuschlagen, doch als es darum ging das Pferd einzufangen, konnte man deutlich erkennen wie Arcadia tickte, wenn ihr jemand nicht sympathisch war oder der Wunsch desjenigen nicht ihrem eigenen Willen entsprach.
Sie bockte herum und schnappte nach dem Helfer, welcher sie nur mit Müh und Not aus der Koppel herauszerrte.
Ein kritischer Blick Nicolais genügte um den Verkäufer schnell sein Angebot revidieren zu lassen, denn schlussendlich war er doch froh, das „zickige Weibsbild“ loszuwerden.
„Ich hoffe Mal, das wird uns nicht nonoch in Schwierigkeiten bringen“, meinte der Raktaure schliesslich doch leicht skeptisch, konnte jedoch nicht anders als zu lächeln, nachdem Finja ihre neue Begleiterin fröhlich und liebevoll zugleich begrüsste.


Expedition zu den ursprünglichen Centauren im Jahre 201 n.d.A.

Wortführer und Besitzer des Tagebuchs: Raktaure Nicolai Bindersmüh

Beinhaltet Tagebucheinträge, Notizen und Ergebnisse zur Forschungsreise.

Tag 1, Dorf Felsensenke, auch Rattenkuhle genannt
Frühlingshaftes Wetter, sonnig

Habe mich vor einigen Tagen mit Finja zusammengeschlossen. Junge Almanin, beherrscht Kampffertigkeiten und Zeichenkünste.
Mit meiner neuen Reisebegleitung habe ich Besorgungen für unsere Reise erledigt. Mit ihren Fachkenntnissen ist sie eine grosse Unterstützung für mich.
Ihre Aufgabe wird es sein, die Eindrücke der Expedition in Bildern festzuhalten.
Haben dementsprechend Zeichenutensilien besorgt.
Des Weiteren: ein Zelt, Wechselkleidung, je eine Tonschüssel, Besteck, einen Bogen, einen Köcher mit Pfeilen, einen Dolch, einen Kompass, ein Notizbuch, zwei Ratgeber zur Flora und Fauna, einen warmen Reisemantel, ein Kleinpferd (10-jährig, grau, Stockmass 1,50m), Sattel- und Zaumzeug

Vermerk:
Rezept Krautwasser
Zutaten – frisches Bromblatt, Ingwer fein gerieben, Saft und Schale von Zitronen, Pfefferklee, getrocknete Brennnessel- und Schwarzblätter, Honig und Wasser
Zubereitung – Wasser aufkochen, Zutaten beimischen und einen Tag lang einziehen lassen.

Mengenangaben hat der Mönch auch gegen einen Aufpreis nicht rausrücken wollen!
Nach Belieben kann ein Schuss Kräuter- oder Obstschnaps beigegeben werden.

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