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BeitragVerfasst: So 11. Jun 2017, 21:31 
Spielleiter des Geisterhauses
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Volk: Goblin
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Das Kaisho Abkommen (1) Chronist in Silber (1) Rote Laterne (1) Quasselstrippe (1)
Morasas Anwerben - Teil 2

**

Dave hörte Morasa aufmerksam zu.
"Kaffee schmeckt pur ziemlich bitter. Da Du Bier getrunken hast, wirst Du vermutlich den Geschmack mögen. Bei mir ist es genau umgekehrt.

Ich liebe Kaffee und aus dem Grund schmeckt mir auch Bier. Manche mögen ihn aber nicht schwarz, sondern sie trinken ihn entweder mit Zucker oder mit Milch oder auch mit beidem.

Ganz nach Geschmack, teste es einfach aus. Falls er Dir widererwartend gar nicht schmecken sollte, gibst Du ihn mir. Ich trink ihn schon aus", erklärte Dave Morasa.

"Wie Du mich findest? Du wirst bei uns wohnen. Größtenteils zumindest. Die meisten von uns haben zwar eigene Häuser, Wohnungen, Zimmer und Quartiere - dennoch wohnen wir alle unter einem Dach. Von daher wird es kein Problem für uns beide darstellen miteinander Kontakt aufzunehmen.

Wenn ich Dich um einen "Botengang" bitte, werde ich Dir Bescheid geben, oder einer aus unserer Familie wird Dich zu mir zitieren. Ich persönlich werde Dir den Adressat sprich den Empfänger der Botschaft benennen.

Zudem erhältst Du von mir alle benötigten Details, Eckdaten und sonstigen Informationen die Du für die Zustellung der Botschaft benötigst. Manchmal ist es nicht leicht, den Empfänger einer Nachricht ausfindig zu machen.

In dem Fall vertraue ich auf Dein Improvisationsgeschick. Unsere Botschaften werden ohne Sonderzusatz niemals an dritte Unbeteiligte zugestellt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Solltest Du die Botschaft an eine bestimmte andere Person weiterreichen dürfen, informiere ich Dich vorab darüber.

Hast Du keine Information und konntest Du die Botschaft nicht zustellen, kehrst Du zu mir zurück und lieferst Fehlanzeige.

Das kommt allerdings selten vor.

Meist gelingt es meinen "'Adressermittlern" den Aufenthaltsort unseres Empfängers zu ermitteln. Manchmal muss ich den Aufenthalt ermitteln. Von einer groben Schätzung wo sich der Empfänger befindet, bis hin zum genauen Herbergen-Bett wo er nächtigt, ist an Informationen in dem Fall alles dabei.

Es obliegt Dir als Bote vor Ort, das Optimum aus den gegebenen Informationen herauszuholen.

Eine Stadt ist nichts anderes als Dein Wald oder ein Dschungel. Alle Orte haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Drum scheue Dich nicht eines Deiner Zunft-Geschwister zu fragen, ob sie Dir mit einem Tipp weiterhelfen können.

Da Du schon fragst, in erster Zeit wirst Du im Team arbeiten. Du wirst nichts allein zuzustellen haben, aus diesem Grund kann ich Dir versichern, gibt es nicht zu fürchten. Wir verurteilen auch niemanden bei Misserfolg. Manchmal macht einem das Schicksal einen Strich durch die Rechnung.

Du kannst nicht zustellen, weil der Empfänger nicht Zuhause ist. Es ist auch möglich, dass Dir etwas dazwischen kommt. Eine pikante Lieferung muss nicht von Bütteln beobachtet werden. Das wäre Deiner... unserer Sache abträglich Bruder. Lieber kehrst Du in Ruhe ein anderes Mal zurück als übereilt zu handeln.

Dafür wurde bei uns noch nie ein Bote entlassen.
Du verstehst was ich meine?

Konntest Du nicht liefern, sei es drum.
Aber sei zu uns ehrlich. Das ist das Dogma um das sich alles dreht.

Auf den Punkt gebracht, wende Dich niemals gegen Deine Familie, sonst wendet sie sich gegen Dich.

Alle anderen Informationen die Dich interessieren, erhältst Du Zuhause vor Ort, nachdem Du bei uns nach allen Regeln der Tradition eingetreten bist. Andere, tief greifender Informationen erhältst Du nach Deiner ersten Zustellung. Wiederum andere, sobald die Zeit dafür reif ist. Aber das entscheidet die komplette Chefetage unseres Botendienstes - nicht ich allein.

Du wärst zudem auf Expeditionen in der Wildnis ein guter Führer. Ein Mitglied unserer Familie reist öfter in alte Ruinen um dort nach bestimmten Fundstücken zu suchen. Du kannst gerne selbst mit ihm sprechen. Wir haben bereits einen Führer für solche Exkursionen in unserer Gilde. Ein weiterer wäre eine sehr gute Ergänzung und Absicherung des Forschungsteams vor Ort.

Den Rest erläutere ich Dir gerne später bei einem Kaffee oder einem Bier Zuhause Morasa", antwortete Dave freundlich.

Varmikan hockte sich erneut wieder ganz eng neben seinen Mann und grinste Dave kurz an.

"Der Kaffee ist bestellt", sagte der Frostalb und kraulte Dave die Seite.

**

Shocai beobachtete die Gruppe Gäste misstrauisch. Sie sahen aus, als ob sie jeden Moment verschwinden wollten, aber irgendwie machte keiner Anstalten, das Essen zu bezahlen, geschweige denn ihm Trinkgeld zu geben. Er tat, als müsste er wischen und versperrte dabei vorsätzlich schrubbend die Tür.

**

Morasa

beobachtete das Schauspiel das der Fisch bot. Er lächelte versteckt. Varmikan wartete auf die Rechnung und der Fisch wartete auch, nur auf was? Mo trank ein Schluck und deutete heimlich auf den Fisch und lächelte Dave an.

"Ein sehr reinlicher Fisch".

**

Dave hob kurz fragend eine Augenbraue nach dem Morasa ihm ein Lächeln geschenkt hatte. Der Naridier unterdrückte den Drang zurück zu lächeln, dass gehörte sich nicht in seinen Augen. Auch wenn er es irgendwie schmeichelhaft fand, angelächelt zu werden.

Dave musterte dann den Fischmenschen, der mit seinem Mopp herumwirbelte und so tat als würde er arbeiten. Er tippte Varmikan an.

"Ich glaube der Fisch hat Deine Rechnung vergessen", grinste Dave und küsste Varmikan.

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Varmikan hörte Dave zu und musterte dann ebenfalls den Fischmenschen. Der Kerl schien wirklich die Rechnung vergessen zu haben. Wenn er dann auch sein Trinkgeld vergaß, würde Varmikan ihn nicht daran erinnern.

Er hatte dem Shezem extra gesagt, dass er sich ein Trinkgeld aufschreiben durfte, aber scheinbar hatte der Fisch nicht nur das Trinkgeld, sondern komplett alles vergessen.

Der Frostalb küsste seinen Mann zurück und grinste ihn gut gelaunt an.

`Sollen wir uns einfach verdrücken?´, fragte Varmi gedanklich.
`Nein. Wir wollen wieder hierher kommen und einige unserer Lauscher gehen hier ein und aus. Das wäre dumm Schatz. Erinnere den Fisch´, antwortete Dave mental.
`Weil Du es bist Sternchen´, lachte Varmikan.

Der Frostalb stand auf und musterte den Shezem.

"Eh Fisch, bekomme ich nun die Rechnung oder nicht? Ich habe Dich gerade schon darum gebeten! Jetzt mach mal hin hier!", rief Varmikan.

**

Alaryah kehrte aus ihrer Gedankenwelt zurück. <Was ist gerade passiert?>. Sie sah sich um. Vor gefühlt wenigen Sekunden hatte noch jemand neben ihr gestanden, jetzt hatte sich nicht weit von ihr eine ganze Gruppe an einen Tisch gesetzt. Alaryah musterte die Leute aus der Ferne. Anscheinend hatte sie doch länger herumgeträumt als gedacht. Sie nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Becher und drehte sich wieder zum wärmenden Feuer. Mittlerweile war auch die Nässe aus der Kleidung der Albin gewichen. Stühle wurden gerückt und die Gruppe schien sich zum Aufbruch bereit zu machen, für diese Erkenntnis reichte ein flüchtiger Blick über die Schulter. <Vielleicht sollte ich auch bald weiterreisen.>, dachte Alaryah und ging im Kopf ihre weitere Reiseroute durch. Sie lag gut in der Zeit, vielleicht wäre eine längere Rast gar nicht mal so schlecht.
Es dauerte nicht lang, da rumpelte es in Alaryahs Magen. <Etwas zu Essen wäre nicht verkehrt.>. So huschte die Albin wieder in Richtung Tresen. Dort angekommen bestellte sie sich eine kleine Mahlzeit und ein weiteres Getränk. Ihre Bestellung schien gut anzukommen, da die Albin sich nun doch entschlossen hatte etwas Umsatz zu generieren. "Oh, sehr nett, ich danke Euch.", entgegnete Alaryah als ihr gesagt wurde, dass ihre Bestellung zu ihr an den Tisch gebracht wird. Sie lächelte freundlich und schwebte auf leichten Sohlen wieder zurück in Richtung Kamin. In der Nähe des Feuers war sogar noch ein kleiner Tisch frei!
Die Albin sah sich kurz um, niemand schien diesen Platz zu belegen. Somit machte sie es sich erst einmal gemütlich. Es dauerte nicht lang, da hatte die Entspannung eingesetzt. Erst jetzt merkte die zierliche Albin, dass ihre Beine sich wirklich schwer anfühlten...auch die Schulter schien leicht verspannt. "Sitzen tut dann doch wirklich gut.", flüsterte sie sachte vor sich hin, während sie ihre Schulter kreisen lies. Als sich die Belastung der letzten Tage langsam zu lösen schien wurde Alaryah zusehends zufriedener. Brav wartete sie nun auf ihr Abendessen und ein neues Getränk. Eine Sache störte die Albin jedoch...sollte es später immer noch so regnen wie bei ihrer Ankunft, so würde sie hier übernachten müssen. Ganz wohl war ihr dabei nicht, jedoch schob Alaryah diese Gedanken erst einmal zur Seite.

**

Shocai zerbrach vor Schreck den Wischmopp, als der Frostalb ihn derart anplärrte. Mürrisch betrachtete er die beiden Hälften. Den Mopp würde man ihm vom Lohn abziehen. Der blöde Giftstachler am Tresen musste derart lachen, dass er seinen zuvor so elegant zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltenen Cocktail durch die Nasenlöcher wieder ausstieß. Rasch griff Lahiko nach einem Tuch, um sich das Gesicht zu reinigen und die Peinlichkeit zu verbergen, während er immer noch lachte. Shocai fand es nicht einmal zum Schmunzeln.

Mies gelaunt brachte er die hölzernen Überreste fort und anschließden dem Frostalb die Rechnung, auf der fein säuberlich alles untereinander aufgelistet war, inklusive der Freudenhauskapriolen der Orkfrau, die sich mehr als exklusiv hatte verwöhnen lassen und zwar gleich von drei Herren gleichzeitig, die alle bezahlt werden wollten und zwar obendrein mit einer fetten Zulage für schmutzige Sonderwünsche. Die Rechnung war derart astronomisch, dass es Shocai schon vom Lesen weh tat.

Während der Alb und sein Begleiter die Rechnung betrachten konnten, brachte er noch rasch der neu hinzugekommenen Albin ihre bestellte Mahlzeit und das Getränk. "Bitte", knurrte er, noch immer missgestimmt und hielt dabei ohne es zu merken den Daumen in das Essen.

**

Varmikan musterte zuerst kopfschüttelnd den Shezem dann die Rechnung.

"Die hat es aber nötig gehabt", flüsterte der Frostalb.
"Das habe ich Dir doch von Anfang an gesagt. Sie ist eine völlige Versagerin. Wie sollte so eine Frau einen Mann sonst ins Bett bekommen? Wenn nichts hilft, weder Charme noch Flirt hilft der gute alte Notnagel - GELD. Geld regelt fast alles Schatz.

Soll ich sie zu einem Auftrag ausschreiben?
Oder besser noch, soll ich sie der Konkurrenz zum Fraß vorwerfen?

Oder wollen wir die Puffzahlung verweigern?
Der Laden hier käme an sein Geld wenn er einen Kopfgeldjäger beauftragt. Ergo uns und wir schicken Mo. Die Frau sah so aus, als könnte sie was Bewegung gebrauchen. Wollen wir der Ork ein bisschen Spaß gönnen?", fragte Dave lachend.

"Schreib einen Auftrag, lass sie qualvoll umlegen ja? So richtig fies und qualvoll. Ich möchte dass sie leidet. Darf ich aussuchen wie sie leidet? Dann ist der Mickrige endlich frei", lachte Varmi.
"Von mir aus, ich habe keinen Vertrag damit - Verträge zu schreiben. Mach ich", stimmte Dave grinsend zu.

"Oha wir sitzen täglich mit Wolfi in einer Stube, dass färbt ab", gibbelte Varmikan.
"Wir dürfen dass ja, Wolfi noch nicht. In zwei Jahren ungefähr macht er das völlig legitim", gab Dave zurück.

"Bei unserem Streit mit Pavo, wo Du ihm gesagt hast, dass wir bereits verheiratet sind, hast Du eine Eloise erwähnt. Wer ist das? Deine Ex? Falls es Deine Ex ist, darf sie nicht auf unserer Hochzeit erscheinen, also wer ist sie?", hakte Varmi misstrauisch nach.

"Die Antwort samt weitreichender Erklärung erfolgt mental. Sonst verstehst Du nicht, warum ich sie so mag", antwortete Dave.

`Nein. Eloise ist nicht meine Ex Varmikan.
Eloise ist eine der wenigen Freunde die ich seit meiner Kindheit habe. Sie ist wirklich lieb, ein bisschen verrückt, war wie ich sehr oft einsam und sie redet wie ein Wasserfall, wenn sie ein Opfer findet, dass ihr zuhört.

Als wir uns kennenlernten haben wir uns direkt verstanden, weil wir das gleiche Leben lebten. Und was ich zu wenig gequatscht habe, hat sie mit dem doppelten und dreifachen Gerede wieder wett gemacht. Sie ist wie eine Schwester für mich. Sie ist ein Jahr älter. Wenn Du sie kennenlernst, wirst Du sie mögen. Sie lästert genauso gerne wie Du und zieht Leute gerne durch den Kakao.

Zu den Lebensumständen.

Wie beschreibe ich Dir das am besten? Stell Dir vor Du sitzt lebenslänglich im Zuchthaus. Nur ist der Knast ohne Gitter. Dafür aus Stein und Sicherheitstüren.

Wächter gibt es natürlich auch und als Luxus obendrauf gibt es für Dich Personal. Es gibt gute, neutrale und schlechte Tage.

An guten Tagen darfst Du raus, Du hast Hofgang sozusagen. Manchmal triffst Du Deinen Bruder dabei, falls er auch draußen ist.

Neutrale Tage sind der Trott. Ein neutraler Tag läuft wie folgt ab. Aufstehen, fertig gemacht werden - also gewaschen und angekleidet werden, Frühstück, lernen, Mittag, lernen, Abendessen. Bettfertig gemacht werden. Selbe Spiel wie morgens, eben nur rückwärts.

An einem neutralen Tag bist Du die ganze Zeit im Haus, in Deinen fensterlosen Räumen mit Deinem jeweiligen Lehrer. Du siehst keinen aus Deiner Familie, Du kommst nicht raus, Du hast zu niemandem Kontakt, Du hast Deine Aufgaben zu erledigen - eben lernen.

Dann gibt es natürlich die letzte Kategorie - schlechte Tage. Das ist der Abgrund in Deinem Leben, wie Du es nennen würdest.

An einem schlechten Tag erscheint Dein Vater oder noch schlimmer Dein Großvater. "Opa" nimmt Dich mit ins Labor oder ins Krankenzimmer.

Ein Beispiel. An einem dieser Tage erschien mein Großvater und brachte mich ins Quarantänekrankenzimmer. Die Diener haben mich ins Bett gepackt und fixiert. Großvater hat mir erklärt, dass man als Mensch nur einmal die Pocken bekommt.

Wenn man die Krankheit überlebt ist man ab dato immun dagegen.
Man kann dies bewusst herbeiführen. Diese Form der Impfung nennt man Variolation. Bei einer Variolation wird durch Einritzen der Haut etwas Flüssigkeit aus Pockenbläschen übertragen.

Dies geschieht indem man jemanden mit einem Skalpell schneidet und infektiöse Flüssigkeit einbringt. Man bekommt die Pocken und überlebt - vermutlich. 30 Prozent sind Deine Überlebenschance - der Buchhalter in mir.

Um zu genauen Aufschluss über die Dosis zu erhalten, wurde ich zuerst geimpft. Sobald ich krank wäre, je nach meinem Krankheitsbild und Verlauf würde danach Ansgar geimpft.

Damit er als Erstgeborener nicht in Gefahr gerät, daran zu sterben. Ich habe zwar versucht mich zu wehren, aber das war sinnlos. Es war nur ein kleinen Schnitt. Wenn die Krankheit ausbricht fühlst Du Dich elendig als würdest Du verrecken.

Du bekommst Ausschlag, der sich zu stinkenden, nässenden und eitrigen Pusteln verschlimmert und im Endstadium als Schorf abheilt. Und so wie Du dann aussiehst, so riechst Du auch. Als würdest Du verfaulen.

Du hast Schmerzen, permanente fast unerträgliche Schmerzen. Bestimmte Diener kümmern sich ein paar Mal am Tag um Dich. Sie müssen immun sein, sprich die Pocken überlebt haben. Sie waschen und füttern Dich. Mehr nicht.

Das heißt, in all der Zeit wo Du Angst hast und Schmerzen leidest, liegst Du da allein in Deinem Krankenzimmer.

Niemand der fragt wie es Dir geht. Wozu auch? Interessiert schließlich keinen.
Das was sie wissen wollen, erfahren sie von den pflegenden Dienern.
Es kommt auch niemand um Dir zu sagen, dass alles wieder gut wird, oder um Dir etwas Gesellschaft zu leisten, Dich zu trösten oder Dir beizustehen.
Du bist nur der Probelauf für Ansgar.
Du bist entbehrlich.

Bei uns gab es vieles, Geborgenheit nicht.

Irgendwann, wenn Deine Krankheit abklingt, nehmen sie von Deinem Schorf um ihn damit zu impfen. Sie wissen dann, dass der Verlauf dieser Infektion überlebt wird. Jedenfalls hochwahrscheinlich.

Falls nicht, in dem Falle habe ja ich überlebt und würde Nummer eins der Erbfolge, falls Ansgar widererwartend den Arsch zu macht.

So fürsorglich war mein lieber Opa.

An manchen guten Tagen, habe ich die Diener beobachtet, wenn sie feierten. So wie das Frühlingsfest. Mitmachen konnte ich nicht und unsere Familie hat sowas nicht gefeiert. Zudem welcher Diener hätte schon gerne einen seiner Herren dabei?

Oder wenn die Kinder der Dienerschaft gespielt haben, habe ich manchmal zugeschaut. Sah nach Spaß aus, aber für mich gab es das nicht. Weder durfte ich spielen, noch waren die anderen Kinder meine Freunde.

Ich durfte nicht mal mit dem "niederen Personal" reden und dazu zählten diese Kinder. Wenn ich etwas von so einem niederen Diener wollte, habe ich das meinem Leibdiener gesagt, er sprach für mich mit den anderen. Ich persönlich nie.

Schon seltsam, dass mir Pavo einmal sagte, es wäre eine "Unsitte" andere zu beobachten.
Er hat nie begriffen, dass ich nichts anderes hatte, als zu gucken.

Die Herrschaften, so wurden wir von den Dienern genannt und so haben sie uns auch angesprochen. Mit was für eine Betonung, absolute Ehrerbietung in der Stimme. Natürlich wird sind "Wohlgeborene" vom höheren Stand.

Wenn die gewusst hätten, was ich in Wahrheit für ein Würstchen war.
Ich hatte weniger Freiheit als die. Was hatte ich außer Geld und einen Titel?
Nichts. Nur permanente Angst vor den eigenen Verwandten.
Je näher der Verwandtschaftsgrad, je mehr habe ich mich vor ihnen gefürchtet.

Die Diener hatten hart zu arbeiten, aber sie hatten ab und an Spaß, sie hatten Arbeitskameraden und Freunde. Sie hatten Leute die sich sicher sorgten, wenn einer mal krank war oder so. Ganz bestimmt sogar.

Wo ich klein war, dachte ich immer, als einer von ihnen hätte ich es besser gehabt.
Kein Geld, kein Stand, aber glücklich.

Es gab Tage, da kamen uns andere von Stand besuchen.
So lernte ich Eloise kennen. Da war ich noch klein.
Das war dann einmal für ein paar Tage so, dass ich auch einen Kumpel hatte.

Sie kamen nicht so oft auf Besuch, vielleicht zwei-, dreimal im Jahr.
Aber Eloise und ich haben uns trotzdem immer aufeinander gefreut. Ihr Leben war so lustig und fröhlich wie meines. Sie heißt mit vollem Namen Freiin Eloise Leontina von Wolfenberg. Freiin - nicht Freifrau da die Gute unverheiratet ist. Stell Dir das vor und das als Frau! Welch eine Schande!

Eloise ist zu unserer Hochzeit eingeladen, Du wirst sie kennenlernen.

Wenn jemals jemand an meiner Seite und für mich da war, war es mein Hund. Ohne Siman hätte ich nicht gewusst, was Zuneigung oder Geborgenheit ist. Von daher ist es mir gleichgültig, was andere von meiner "Spinnerei" mit meinen Hunden halten.

Oder was sie von uns beiden halten.
Du bist nicht nur mein Mann. Du bist alles für mich. Du bedeutest mir alles.
Du bist mein bester Freund, mein Beschützer, manchmal mein Schutzbefohlener, mein Liebhaber, mein Lehrer, mein Lehrling - eben alles.

Gleichgültig was die anderen sagen, ich gebe Dich nicht auf. Selbst Pavos Meinung interessiert mich dazu überhaupt nicht. Was er bei dem Gespräch sagte, ist mir gleich. Wenn er meint mich vor die Wahl stellen zu müssen Du oder er, ist die Wahl klar. Du bleibst, er geht´, erklärte Dave mental.

Varmikan musterte seinen Mann ernst und kaute auf der Unterlippe.

`Ich wusste dass sie Dich misshandelt haben, Du hast schwarze Flecken auf der Seele wie Iphi. Aber Du zeigt mir nicht was. Wenn Du es je möchtest, zeig es mir. Ich weiß, dass Du es dann selbst erneut sehen musst. Aber wenn Du den Schmerz je teilen willst, bin ich jederzeit bereit dazu.

Und noch etwas, dass Du nicht vergessen darfst. Der Scheiß Schatz, der war einmal. Die beste Art die Gegenwart zu verlieren, ist in der Vergangenheit zu leben. Jetzt hast Du Freunde, zwei erstklassige Hunde und Du hast mich. Niemand wird Dich je wieder so anfassen. Niemand, nur über meine Leiche. Du bist mein Mann. Du gehörst mir. Wenn einer versucht Dich zu verletzten, werde ich ihn umlegen´, antwortete Varmikan auf gleichem Weg und küsste Dave.

"Lass uns die Rechnung bezahlen, ehe der tollpatschige Fisch noch den Tisch zerbricht", grinste der Frostalb.
"Du gewährst Gnade?", grinste Dave.

"Ja dem Besen", gibbelte Varmikan.
"Ja der Ork, ich hab das schon geschnallt", antwortete Dave was Varmikan loswiehern ließ vor Lachen.

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