Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt. Die √ľberlebenden V√∂lker beginnen zu ahnen, dass der Schl√ľssel zur Herrschaft √ľber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W√§hrend die Almanen auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb√ľnde der Schatten sehen in der Magie die m√§chtigste Waffe und f√ľr die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Dunkelbruch nach der Eroberung

Tarrik Tarkan entfesselte die Hauptstreitmacht des Chaos, um Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Nach Jahren des Kampfes waren alle Seiten ersch√∂pft und man verhandelte √ľber Frieden. Dunkelbruch gelangte in die H√§nde des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Das Kaisho-Abkommen und Avinar kamen den Zwergen zur Unterst√ľtzung. Nach Jahren des Kampfes waren die Truppen aller Seiten ersch√∂pft und man verhandelte in Ehveros √ľber Frieden. Das Kaisho-Abkommen zerbrach an dieser Schlacht, Dunkelbruch gelangte in die H√§nde des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
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Dunkelbruch nach der Eroberung

#1

Beitrag von Tarkan » Sa 3. M√§r 2018, 16:07

<< Der Krieg der alles ändern wird
<< Verhandlungen zwischen Chaos und Ordnung


Dunkelbruch nach der Eroberung

Zickidul Raman, Tarrik von Dunkelbruch

Die Rakshaner hielten Wort. Sie ließen die Zwerge ihre Toten bestatten und dann ließen sie die kleinen bärtigen Krieger ziehen, zusammen mit einigen Almanen, welche sie mit sich in ihr unterirdisches Reich namen. Die ehemalige Zwergenfestung Dunkelbruch, genannt das Auge des Nordens, war nach der Schlacht in rakshanischer Hand.

Die Rakshaner selbst k√ľmmerten sich um ihre Gefallenen auf ihre Weise: Man verf√ľtterte die Toten an die Hy√§nen. Als Ghulfutter wurden sie momentan nicht ben√∂tigt, denn die Ghule waren aufgrund der eisigen Witterung fast allesamt tiefgefroren und wurden ebenfalls den Hy√§nen geopfert. So erfolgte eine nat√ľrliche Reduzierung der Untoten, die sich im Chaosheer √ľber das Jahr √ľber angesammelt hatten. Auch die Vampire hielten eine Art Winterstarre, meist in Gestalt tiefgefrorener Flederm√§use, die meisten in den Ruinen von Trux. Wenn es w√§rmer wurde, w√ľrden sie auftauen und sich erneut unter ihre sterblichen Kameraden gesellen, die sie mit Blutspenden willkommen hie√üen. Nur wenige Untote hielten sich in den beheizten R√§umen und mit angew√§rmter Kleidung wach.

Das Tor von Dunkelbruch wurde wieder instant gesetzt und die Festung, so gut es die Rakshaner vermochten, repariert. Sie waren keine guten Handwerker, ensprechend sah das Ergebnis aus. Doch man konnte darin leben. Das Geröll war beseitigt woren und man hatte die Anlage bezogen und es sich darin bequem gemacht, während man wartete. Man lebte von dem, was die Zwerge noch im Inneren verwahrten, denn die kleinen Männer hatten nicht daran gedacht, ihre Vorräte, Kleider und die anderen verwertbaren Dinge rechtzeitig zu verbrennen. Die Rakshaner schlemmten prächtig und erholten sich langsam von den schweren Strapazen der langen Belagerung.

So ging es, bis ein Trupp von zerlumpt aussehenden Almanen an das Tor klopfte. Es waren offensichtlich Soldaten, doch sie trugen eine wei√üe Flagge und keiner hielt eine Waffe in den H√§nden. Man lie√ü sie ein, verzichtete darauf, ihnen die Waffen abzunehmen und gab ihnen hei√üe Suppe. Zickidul pers√∂nlich setzte sich zu ihnen an den Kamin im Saal der Zitadelle, wo man sich um die G√§ste k√ľmmerte.

"Wer genau seid ihr?", wollte er wissen.

"Wir sind die Reste Streitmacht der Hohen Mark", sagte ihr Anf√ľhrer mit rauer, krank klingenden Stimme. "Wir haben den ganzen Winter √ľber in der Steppe gewartet auf weitere Befehle, doch es kamen keine. Gro√üherzog Roderich ist verschollen und scheinbar f√ľhlt sich niemand mehr zust√§ndig. Wir erfrieren, wir verhungern und die Sieche rafft uns dahin. Wir k√∂nnen nicht nach Hause, es gab keinen Befehl zum R√ľckzug und selbst wenn es ihn g√§be, k√∂nnten das Gebirge im Winter nicht √ľberqueren. Wir m√ľssten durch Rakshanistan ziehen und dort warten Eure M√§nner mit ihren Knochens√§beln. Seht uns an. Habt ein Herz und erbarmt euch, sonst ist das unser Tod!"

In der Tat waren die Soldaten zerlumpt, abgemagert und krank. Sie w√ľrden nicht mehr lange durchhalten.

"Ihr seid alle von der Hohen Mark?", wollte Zickidul wissen. "Die Hohe Mark wurde vom Chaos erobert. Wenn das so ist, untersteht ihr meinem Kommando."

"Nicht alle stammen von dort. Es sind auch Teile der Truppen von Ledwick und Ehveros dabei, die unter Roderich in den Krieg zogen und bislang nicht heimbeordert wurden. Einige souvagnische Söldner ebenso. Aber der Großteil sind Markler. Wir bitten um Hilfe. Wir sterben!"

"Die Hilfe sollt ihr bekommen", erkl√§rte Zickidul gro√üm√ľtig. "Wir haben gen√ľgend Speis und Trank und warme Kammern. Die Zwerge haben Dunkelbruch in vortrefflichem Zustand zur√ľckgelassen, wenn man von den kaputten Zinnen und Katapulten absieht. Seid unsere G√§ste. F√ľhlt euch wie zu Hause."

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Re: Dunkelbruch nach der Eroberung

#2

Beitrag von Tarkan » Sa 22. Sep 2018, 15:10

Der Fr√ľhling war vergangen und die Sommersonne hatte die rakshanische Steppe in ein gelbes Meer verwandelt. Schatten gab es nirgends. Das verdorrte Gras raschelte im ewigen Wind. Hier und da schimmerte erneut frisches Gr√ľn, da der Herbst mit den ersten Regenf√§llen sich ank√ľndigte und die trockene Erde erfrischte. Der Wind wehrte nun sch√§rfer und k√§lter. In Richtung der Roten Berge schliff er die H√ľgelkuppen ab und verwandelte sie mit zunehmender H√∂he in steinerne Kronen.

Von den Zinnen der eroberten Zwergenfestung Dunkelbruch aus blickte Zickidul √ľber das Land seiner Br√ľder und Schwestern. Rakshanistan war wild und nahezu menschenleer. Kein anderes Volk hatte so viel Platz und die Rakshaner, die den Gro√üherzog von Ledwick und sein Gefolge nach der Niederlage aufgenommen hatten, brauchten und liebten diesen Freiraum, den sie in der weiten Steppe genossen. Theoretisch waren die Almanen in Dunkelbruch Kriegsgefangene, praktisch lie√üen ihnen die Rakshaner ebenso sehr viele Freiheiten. Innerhalb der Festung durften sie sich frei bewegen und dort gab es reichlich Platz, man konnte Stunden durch die Gassen und G√§nge im Fels wandern, ohne zwei Mal am selben Fleck vorbeizukommen. Die ranghohen Almanen hatten sogar die M√∂glichkeit, Dunkelbruch zu verlassen und unbeaufsichtigt durch die Steppe zu streifen - man ging davon aus, dass sie ihre Leute nicht im Stich lassen w√ľrden und wiederkehrten. In den meisten F√§llen traf es sogar zu, wenngleich nicht immer. Einige Almanen hatten sich verdr√ľckt, aber wen scherte das?

Seit heute gab es keinen Anlass mehr, sie noch l√§nger hier eingesperrt zu behalten. Der Krieg war l√§ngst vorbei und inzwischen hatte die Botschaft die Runde gemacht, dass Rakshanistans Nordstreitmacht unter Tarrik Dschan nach Osten abger√ľckt war. Tarrik Tarkan hingegen machte sich seit dem Winter schon in Souvagne ein paar fette Monate. Und der ihm treu ergebene Tarrik Zickidul wartete sich in Dunkelbruch den Hintern platt.

Nun hatte er genug. Irgendwo hatte auch eine Freundschaft ihre Grenzen.

Er lie√ü die Almanen unten im Burghof antreten und es traten automatisch auch die Rakshaner an, in einer dicht gedr√§ngten Reihe hoch oben auf dem Wehrgang, neugierig dar√ľber, was nun geschehen sollte.

¬ĽAlmanen¬ę, rief Zickidul. ¬ĽDer Krieg ist l√§ngst vorbei. Die Hohe Mark ist an Souvagne gefallen und Ehveros und Ledwick stehen weiterhin unter dem Kommando ihres jeweiligen Gro√üherzogs. Die politische Situation ist also klar und deutlich wie der wolkenlose Himmel, der sich gerade √ľber uns w√∂lbt. Einige der hier anwesenden Gefangenen sind sehr wertvoll, insbesondere unser Freund Tazio.¬ę

Wie alle Rakshaner hatte Zickidul wenig Verst√§ndnis f√ľr die umst√§ndlichen H√∂flichkeitsregeln der Almanen und fand die korrekte Anrede ‚Äļseine Majest√§t Duca Tazio Ferdinando di Ledvicco‚ÄĻ grauenhaft. Nur Almanen erfanden derart lange Namen und lie√üen sich auch noch damit ansprechen. Es war kein Zeichen von Respektlosigkeit, dass Zickidul den jungen Duca mit dem Vornamen ansprach, sondern schlichtweg ein Zeichen rechtschaffener rakshanischer Faulheit.

¬ĽMit den Gro√üherzogt√ľmern von Almanien verbindet uns eine Abart ignoranter Nachbarschaft. Auf Asameisch hei√üt es 'Frieden'. Unser Tarrik Tarkan ist in Souvagne zu Gast und wie die Briefe verlauten lassen, geht es ihm dort gut und man behandelt ihn freundlich. Auch euch haben wir entsprechend freundlich behandelt.

Nun habe ich dazu keine Lust mehr. Ihr fresst uns die Vorr√§te weg und macht Dreck und ich wei√ü langsam nicht mehr, was ich hier noch mit euch anstellen soll. Ich f√ľhle mich gebunden und hier festgenagelt wegen eurer Anwesenheit und langweile mich.

Zum Zeichen unseres guten Willens werden wir euch bleichgesichtigen Almanen daher am heutigen Tage die Freiheit schenken. Da wir momentan keinen Feldzug gegen irgendeins eurer Gro√üherzogt√ľmer geplant haben, zumindest wei√ü ich von keinem und ich glaube, die 'ignorante Nachbarschaft' schlie√üt das auch aus, n√ľtzt ihr uns hier nichts, sondern nervt nur.

Kehrt nach Hause zur√ľck. Berichtet vom rakshanischen Gro√ümut und davon, dass man euch hier gut behandelt hat. Wenn euch danach ist, vergeltet es mit Geschenken. Ihr wisst ja, das Wild folgt in der Steppe seinen Wanderrouten und ist nicht immer am selben Fleck, was die Jagd von einem festen Punkt aus umst√§ndlich macht und au√üerdem liebe ich Geschenke.

Genug geredet. √Ėffnet die Tore. Lasst die Almanen gehen.

Tazio, ich w√ľnsche dir alles Gute. Ich hoffe, von deinem Land ist noch was √ľbrig nach der √úberschwemmung, ansonsten wirst du eben auch mal pers√∂nlich schaufeln oder Sands√§cke rumschleppen m√ľssen. Das w√ľrde dir gut tun und dein Volk freuen, glaub mir. Halt die Ohren steif.¬ę


Mit lautem Knarren und Quietschen öffnete sich das im Krieg beschädigte und nun reparierte Tor.

Die Almanen rannten jedoch keineswegs sofort hinaus. Stattdessen gab es eine tr√§nenreiche Abschiedszeremonie, als die Rakshaner von den Zinnen herabkamen und die Gefangenen dr√ľckten und t√§tschelten und ihnen einen guten Heimweg w√ľnschten. Es gab sogar den einen oder anderen Almanen, der das offene Tor v√∂llig ignorierte und bei den Rakshanern blieb. Man jagte diese Almanen nicht davon, sondern schenkte ihnen Turbane, damit sie sich anst√§ndig kleideten und damit waren diese M√§nner fortan vollwertige Rakshaner, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer wei√üen Haut und hellen Augen.

Zickidul √ľberreichte Tazio ebenso ein zusammengelegtes Turbantuch.

¬ĽVergiss nicht, was du hier erlebtest und lerntest¬ę, sprach Zickidul im Tonfall eines Lehrers, da er der Meinung war, dass die Gefangenschaft den verbohrten Almanen gut getan h√§tte, insbesondere den Adligen unter ihnen.

Tazio nahm den Turban an, ohne eine Miene zu verziehen, was Zickidul fast gekr√§nkt h√§tte, aber er hegte den Verdacht, dass Tazios Lachmuskeln einfach v√∂llig verk√ľmmert waren und er weder Lachen noch L√§cheln konnte, selbst wenn er es gewollt h√§tte. Es war den Rakshanern nicht m√∂glich gewesen, ihn zum Lachen oder L√§cheln zu bringen. Stattdessen bedankte er sich h√∂flich und drehte Zickidul danach den Allerwertesten zu, um davonzustiefeln. Der junge Gro√üherzog von Ledwick zog mit seinem Gefolge nach Osten davon, um die Roten Berge an der Azursee zu umrunden und durch Souvagne in seine Heimat zur√ľckzukehren. Die anderen Almanen begleiteten ihn, um die ehemalige Hohe Mark auf selbem Wege zu erreichen.

Damit fand die Kriegsgefangenschaft der Almanen in Dunkelbruch ein Ende und der Gro√üherzog von Ledwick w√ľrde bald erneut die Herrschaft √ľber sein Land antreten.

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