Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Royale Doppelverlobung

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
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Royale Doppelverlobung

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 30. Mär 2018, 01:00

Royale Doppelverlobung

Gregoire Verrill de Souvagne
»Da der Hauptteil der Einwanderung und Nobelitierung geregelt wurde, können wir nun zu dem etwas privateren Verhandlungsteil wechseln. Ich finde hierbei sollten die Angehörigen nicht anwesend sein, denn es geht vorerst um Euch Linhard von Hohenfelde und Eure Hochzeit. Eine Person Eurer Wahl kann von uns aus anwesend bleiben, aber bedenkt wen Ihr auswählt, denn bei solchen Verhandlungen kann es auch vorkommen, dass man Verträge abspricht die das Eheleben betreffen. Sehr genaue Absprachen - Ihr versteht«, erläuterte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich auf diesen Teil der Verhandlung, vor allem, weil er auf Linhards Gesicht gespannt war.

Linhard
Lin verkniff es sich die Achseln zu zucken, da er wusste was manche Personen alles in ihren Eheverträgen regelten - alles. Bei einer Eheschließung wo keine Liebe im Spiel war, musste man auch den Beischlaf regeln, sonst gab es keine Nachkommen vor der Messerstecherei. Wobei die für immer aus bleiben sollte. »In Ordnung, Chirag bleibt an meiner Seite. Und eines vorne weg, nicht um Euch zu verärgern, sondern da er sich mit den hiesigen Gepflogenheiten auskennt«, antwortete Linhard.

Aimeric
Aimeric verbeugte sich und verließ rückwärts die Amtsstube. Er deutete Dave an ihm genauso zu folgen. Dave tat es Aimeric gleich und verließ die Amtsstube in aller Förmlichkeit, dabei zog er Urako mit sich.

Chirag
Chirag war noch immer sehr blass und seine Hände schwitzten vor Angst, aber er gab sein bestes, dabei Haltung zu wahren und die nötige Würde auszustrahlen. »Ganz wie Sie wünschen, Lin`ard.«

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux wartete ab bis alle die Amtsstube verlassen hatten. »Nathan sei so gut und schließe die Tür. Danach schnappe Dir etwas zu schreiben und notiere mit. Du bist Protokollführer, sollte es zu einer Einigung kommen«, bat Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Nathan. »Hallo?«, fragte er den Leibdiener.

Nathan
Nathan nickte rasch. »Verzeiht, ich war in Gedanken.«Auch er war sehr nervös. Ciel war wieder da und seine Stimmung nicht zu deuten. Nathan verschloss die Tür, setzte sich an den Schreibtisch und bereitete alles vor, damit er mitschreiben konnte. Als er so weit war, teilte er seinem Herrn dies durch einen Blick mit.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte zufrieden. »Die Verhandlung kann beginnen. Da es Dir am Herzen liegt, wirst Du die Verhandlung diesbezüglich führen Gregoire«, sagte Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Danke. Nun wie Euer Verwandter Comte Aimerice de la Cantillion vorschlug, seid Ihr daran interessiert unsere Schwester Olivie zu heiraten. Wir haben uns dahingehend abgesprochen. Hintergrund ist folgender, es wäre möglich, dass unser Vater dem Zwergenkönig Dunkelerz unsere Schwester zusprechen würde. Dass wir nicht wünschen, dass unsere Schwester den Rest ihres Lebens in einem Erdloch haust, dürfte klar sein. Folglich haben wir uns dagegen entschieden, dass Olivie jemals in die Bedrängnis kommt, sich den Zwergenkönig heiraten zu müssen. Und hier kommt nun Ihr ins Spiel - Ihr bekommt sie ebenfalls nicht zu Frau«.

Linhard
Linhard schaute Gregoire etwas verdutzt an. Er unterließ es hier eine nichtssagende Maske zu tragen, da es um ein ernstes Thema ging. Zur Schau zu stellen, dass er dergleichen nicht nötig hatte, wäre Unsinn. Er wollte die Drei schließlich davon überzeugen, dass die Verbindung Ihrer Familien für beide ein Vorteil wäre. »Nun dass mag sein Hoheit. Aber ich bin kein Zwerg, ich wohne in keinem Erdloch und ich würde Eure Schwester bestens behandeln, dass versichere ich Euch. Ferner wäre eine Verbindung unserer Familien im Gegenseitigen Interesse. Wir hätten von Anfang an einen guten Ruf und Ihr hättet jederzeit loyale Ansprechpartner. Versteht mich nicht falsch, die habt Ihr auch so. Aber es ist immer noch etwas anderes ob man mit der Familie spricht, oder mit Untergebenen - in dem Falle sogar beidem. Natürlich haben wir kein Interesse daran, dass es unserer Majestät, schlecht geht. Aber es wäre ein Privileg dem Hofe angehören zu dürfen. Ebenso ist es für Euch von Vorteil, so einer alten und mächtigen Sippe teilweise anzugehören. Unser Blut ist mächtig, was Magie und andere Dinge angeht Majestät«, versicherte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich über Linhards verdutztes Gesicht. Es würde noch viel verdutzter werden, wenn Greg erst einmal seine wahren Pläne offenbarte. Er fand, dass er Linhard ruhig noch ein wenig ärgern konnte, wenn der sich schon anmaßte, ungefragt um die Hand eines Mitglieds der großherzoglichen Familie anzuhalten. »Es ist, wie mein Bruder sagt. Olivie ist eine intelligente, wunderschöne Frau mit bester Veranlagung. An Interessenten für sie mangelt es nicht und wir haben alle Auswahl. Da liegt es nahe, sie mit dem Besten zu vermählen, den wir für sie bekommen können - in dem Falle bin das ich. Ich werde meine Halbschwester selbst zur Frau nehmen und sie wird das Leben führen, welches sie verdient.«

Linhard
Lin nickte in Zeitlupe. »Der Vorschlag von Aimeric war auch nicht als Angriff gemeint, sondern als gut gemeinter Vorschlag. Nun dahingehend kann ich Euch wohl kaum überbieten, was den Stand, die Möglichkeiten oder die Finanzen angeht. Jedes Gegenargument wäre Feilschen unter unserem Niveau, folglich bleibt mir nur Euch das Beste für Eure Heirat zu wünschen Hoheit«, gab Lin zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. Sein Gesicht war nicht unfreundlich. Vor ihm saß sein künftiger Schwager, wenn alles klappte. Der musste allerdings auch die eine oder andere Spitze verkraften können. »So ist es. Und wenn es dann noch eine Hochzeit aus tiefer Zuneigung und jahrelanger Vertrautheit heraus ist, steht dem endgültig nichts entgegen. Was nicht heißen soll, dass wir Ihren Vorschlag nicht gründlich überdacht haben.«

Linhard
»Aha, ja gut. Dann danke ich fürs Nachdenken oder wie mein Onkel immer so schön sagte, wer fragt muss auch mit einem Nein leben können«, grinste Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun wir hoffen aber gar nicht, dass Sie nein sagen. Denn ich unterbreite Ihnen einen völlig anderen Vorschlag. Zwar werden Sie nicht Olivie heiraten Linhard, aber ich beabsichtige Sie zu heiraten - Ihr Einverständnis vorausgesetzt«, schmunzelte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Gebannt starrte Ciel auf Linhards Gesicht. Er hörte, wie im Hintergrund Nathan die Feder ausrutschte und er einen Krakel quer über das Pergament zog.

Linhard
Lins Blick wanderte zu Chirag ob er die Frage ernst nehmen sollte, oder ob die Drei ihn gerade auf die Schüppe nahmen, frei nach dem Motto wieviel Humor er vertrug.

Chirag
Chirag begegnete Linhards Blick. »`ochzeiten unter gleichgeschlechtlichen Eheleuten sind in Souvagne möglich und durchaus nicht unüblich«, erklärte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Es ist kein Geheimnis, dass ich Männer und Frauen gleich schätze, mein Angebot war absolut ernst gemeint und ich erwarte eine ebensolche Antwort von Ihnen Linhard. Überlegen Sie es sich gut. Die gleichen Vorteile die Sie bei Olivie hätten, haben Sie auch bei mir. Nur heiratet niemand in Ihre Familie ein - wie es bei einer Frau üblich wäre. Sondern Sie heiraten in meine Familie ein, dass ist ein Schritt mehr, als es Ihnen bei Olivie vergönnt sein würde. Nur werden Ihre Kinder kein Anrecht auf die Krone haben. Das muss Ihnen klar sein. Sie sind mein Mann mit allen Rechten und Pflichten. Aber ein Anrecht auf die Krone haben nur meine leiblichen Kinder. Nicht die Ihren - wie jeder Lebenspartner oder jede Lebenspartnerin sind Sie angeheiratet. Und da wir gemeinsam keine Kinder zeugen können - logischerweise - sind Ihre Kinder vom Erbrecht was die Krone anbelangt ausgeschlossen. Was nicht heißen soll, dass Ihre Kinder sonst keinen Vorteil von unserer Verbindung hätten. Sie genießen schon den Vorteil des Marquis. Und sie würden den Vorteil genießen, am Hof ausgebildet zu werden, Teil des Hofes zu sein. Mein Bruder Ciel selbst war eine Zeitlang nicht Erbbrechtigt in diesem Sinne. Ich wäre sogar damit einverstanden, dass Sie sich eine Frau nehmen - wie beabsichtigt eine Nummer zwei. Aber an erster Stelle stünde ich, wenn Sie das Angebot annehmen. Dies ist weder ein Scherz, noch eine Unterbreitung rein zur Bindung Ihrer Person. Es ist zwar eine Bindung, aber offen gesprochen gefallen Sie mir. Deshalb das Angebot«, antwortete Greg ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ Linhards Gesicht nicht aus den Augen. Zum einen natürlich, weil er auf dessen Reaktion gespannt war, zum anderen aber auch, weil er routinemäßig die Mimik seines Gegenübers aufs Schärfste analysierte. Wenn er sich mit Leuten unterhielt, unterhielt er sich mehr mit deren Körpersprache als mit deren Worten. Manch einem war sein Blick unangenehm und auch Ferrau hatte schon zu spüren bekommen, dass Ciel sehr gern Leute analysierte und dabei keinen Winkel ihres Verstandes ausließ.

Linhard
Lin nickte knapp. Er musterte Greg eine ganze Weile schweigend, ehe er kurz Dreux betrachtete und sein Blick dann auf Ciel ruhen blieb. »Vielen Dank für das Kompliment und das Angebot Eure Hoheit. Bevor ich zu- oder absage möchte ich fragen, was Ihr erwartet oder was Ihr Euch wünscht. Mein Onkel Davard ist ebenfalls mit einem Mann verheiratet. Der Umstand ist mir nicht fremd, aber ich war nie mit einem Mann zusammen und ich hatte nie das Bedürfnis danach. Nun vielleicht bin ich nie dem passenden Mann begegnet, es ist ja auch nicht so, dass mir jede Frau gefallen würde. Ich möchte nur sagen, in diese Richtung habe ich nie gedacht. Also was wünscht Ihr und wie schnell?«, fragte Lin vorsichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fragte sich, warum Linhard ihn anblickte während der Frage und nicht seinen Bruder. Vielleicht, weil er den analytischen Blick bemerkt hatte und zeigen wollte, dass er nichts zu verbergen hatte. Ciels Gesicht blieb entspannt. Er blickte nicht unfreundlich drein, aber mit der nötigen höflichen Distanziertheit. Noch war der Mann nicht sein Schwager.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire ließ sich ebenfalls einen Moment Zeit mit der Antwort. »Was ich erwarte? Nun das was sich vielleicht jeder von einer Partnerschaft oder einer Ehe erhofft. Ich würde von Euch erwarten, dass Ihr Euch um ein Auskommen mit mir bemüht. Ich würde mir wünschen, dass wir Freunde werden. Und dass Ihr sobald Ihr dazu bereit seid, die ehelichten Pflichten erfüllt - also Beischlaf, Sex. Wann? Das ist davon abhängig wie schnell wir uns näher kommen. Wie oft? Das ist davon abhängig ob Ihr es mögt, oder ob wir eventuell nur verheiratete Freunde bleiben. Nun ich kenne Euch nicht, mir gefiel Euer Äußeres und wie Ihr Euch gebt. Sympathie ist von meiner Seite aus vorhanden. Das erste was man zu sehen bekommt ist die Optik und die Gesten. Eure Antwort Linhard«, sagte Greg freundlich.

Linhard
»Nun dass mich jemand so etwas fragt, ist für mich ehrlich gesagt neu. Weder eine Frau noch ein Mann haben mich je gefragt. Gleichgültig bei was, ob nun Freundschaft oder mehr, musste die Initiative immer von mir ausgehen. Bis auf eine einzige Person wollte mich sonst keiner haben. Also frage ich mich gerade, ob Ihr mich veralbert oder ob Ihr das ernst meint, oder ob Ihr was völlig anderes bezweckt. Falls Ihr was anderes wünscht, meinen Fähigkeiten entsprechend... sprecht es aus und ich erledige es für meinen Herrn. Seid dessen versichert. Dafür müsst Ihr nicht so tun, als hättet Ihr Interesse an mir. Das hatte nicht mal meine Mutter... entschuldigt die harschen Worte, aber es ist so. Ich bin hier um manch seltsame Umstände zu ändern, aber das sind Dinge die Euch weder interessieren würden, noch belasten sollten. Sie haben meinen Vater interessiert und in dessen Namen stehe ich hier Hoheit«, gab Lin zurück.

Nathan
Nathan war noch immer dabei, das ruinierte Pergament zu retten. Seine Finger zitterten, als er nun auch noch Streit befürchten musste und seine Schrift wurde immer unordentlicher, obwohl er sich große Mühe gab. Er würde alles danach noch einmal neu abschreiben müssen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg deutete Linhard an zu warten. »Einen Moment«, bat er sich aus und beugte sich zu Ciel. »Bin ich ihm auf die Füße getreten, oder hat er Angst? Er scheint verwirrt, aber interessiert und trotzdem etwas grantig zu sein. Seltsame Mischung, ich nehme ihm das nicht übel. Er ist vermutlich einfach ehrlich? Was sagt Dir Dein geschulter Blick?«, flüsterte Greg, so dass nur Ciel ihn hören konnte.

Dreaux Gifford de Souvagne
»Die beiden beraten sich derweil über Eure leicht unwirsche Art Marquis Linhard. Was veranlasst Euch zu der Annahme mein Bruder wollte Euch zu etwas anderem nutzen? Schaut, wäre dem so, würden wir Euch einfach einen entsprechenden Befehl erteilen. Und Ihr, als unser Lehnsmann würdet den Befehl umsetzen. Dies habt Ihr geschworen, dies habt Ihr erneut bestätigt. Drum versichere ich Euch als Duc - mein Bruder meint genau das, was er sagt. Wir verstecken keine Absichten hinter falschen Vormulierungen. Wir wählen vielleicht nur ab und an, eine andere Sprache. Aber jene Sprache ist so fremd sie für Euch klingen mag - der Ehrlichkeit geschuldet. Denkt darüber nach. Das Angebot Euch zu ehelichen ist ernst gemeint. Ihr wärt damit unser Schwager. Glaubt Ihr, dies würde unser Bruder in Betracht ziehen, wenn er Euch nicht tatsächlich ehelichen wollte, sondern nur einen Gefallen erbitten wollte?«, gab Dreux zu bedenken.

Linhard
»Nein das glaube ich nicht Eure Majestät, ich bin nur verwirrt. Und ich unterstelle Eurem Bruder auch keine Lüge. Nun das Angebot ist, wenn es tatsächlich ernst gemeint ist, sehr großzügig«, grübelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich vermute, dass er genau das meint, was er sagt - dass man sich früher nicht für ihn interessierte und es ihm schwer fällt zu glauben, dass du dein Angebot ernst meinst. Er fürchtet vermutlich, dass dies ein übler Scherz ist oder du andere Hintergedanken hegst. Er sprach davon, dass er `etwas erledigen« würde. Ich weiß nicht, was er damit meint. Vielleicht verstehst du die Andeutung besser. Ansonsten solltest du vielleicht nachfragen. Ich würde ihn als ehrlich einschätzen, sonst hätte er auch kein so sensibles Thema wie Probleme mit der eigenen Mutter angesprochen. Das muss man ihm zugute halten. Ob dir ein für dein Empfinden hübscher, aber widerspenstiger und womöglich tief verletzter, aber dabei ehrlicher Mann gefallen würde, musst du wissen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg drückte Ciels Hand dankbar. »Vielleicht ist es nicht die Augenfarbe allein, sondern was ich daran sah. Ich denke sobald er seine »harte Schale« abgelegt hat, kann er ein ziemlich guter Freund sein. Er wirkt auf mich so. Ich weiß nicht was er mit erledigen meint, aber es klang nach einer Gefälligkeit. Ich werde nicht nachhaken ob ich ihn für eine Mätresse halte oder ähnliches. Schade ist, dass sein Vater tot ist. Jener Mann der wohl der Einzige war, den er schätzte. Aber einige Verwandte muss er ebenfalls mögen, sonst würde er sich nicht mit so einer Vehemenz und einem derart großen Geldbeutel für sie einsetzen«, flüsterte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wie wäre es mit einer Art Probezeit, Greg?«, fragte Ciel leise. »Dann könntet ihr euch unverbindlich kennenlernen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg flüsterte Ciel zu: »Nein ich möchte ihn direkt an mich binden. Ihn persönlich und seine Familie. Seine Familie da sie Neuadel bei uns sind und wir uns gegenseitig unterstützen wollen. Ihn persönlich, da er mir gefällt. Keiner von uns hat eine Probezeit Ciel, das benötigen wir auch nicht. Zudem trennt es sich schwerer, wenn man verheiratet ist. Er kann die Bindung nicht lösen. Ferner bemüht man sich auch mehr um ein Auskommen, wenn man aneinander gebunden ist. Eben durch den Bund der Ehe. Und ich glaube, mal ganz privat gesagt, er könnte ein festes Band gut gebrauchen. Es wäre etwas dass ihm gut täte und Halt gibt. So leicht lass ich ihn nicht vom Haken. Zumal er ja scheinbar halb angebissen hat. Er möchte... ja was eigentlich? Eine Sicherheit?«, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich verstehe dich nur zu gut, Bruderherz«, flüsterte Ciel etwas wehmütig. »Wir mögen es nicht, wenn jemand gehen könnte, keiner von uns dreien. Das selbe Blut fließt durch unsere Adern, das selbe Trachten und das selbe Verlangen. Nur ein wenig anders verpackt. Dann nimm ihn dir. Mach ihn zu deinem, wenn du ihn so sehr willst. Was er will, kann ich nicht sagen. Er sieht es vielleicht taktisch. Aber vielleicht kann er auch noch nicht begreifen, dass ihn jemand wirklich möchte, nach dem, was er vorhin sagte.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte zustimmend. »Das ist möglich und wir sind keine Personen die ein nein einfach akzeptieren oder die jemanden aufgeben, nur weil er sich etwas stur zeigt. Khawa war auch stur oder? Nun er hier ist nicht annähernd so stur wie Khawa, ehr wie ein geprügelter Hund, der sich nicht traut die Scheibe Wurst aus der Hand zu nehmen. Wobei er mehr als nur den Happen haben könnte. Ich versuche es«, flüsterte Greg erneut.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wünsche euch beiden alles Gute«, sagte Ciel ehrlich und drückte unauffällig die Hand seines Bruders.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das Angebot war klar umrissen, aber es kam vielleicht etwas einseitig und kalt herüber. Was Sie erwarten würde wäre dass was ich mir wünsche. Sie haben sich nicht allein zu bemühen, sondern dass was ich erwarte, werde ich als Erster geben. Ich werde mich um Sie und Ihre Freundschaft bemühen. Sie werden in meiner Familie genauso eine Heimat finden, wie ich hoffentlich in Ihrer. Und selbst wenn Sie niemand haben möchte, ich möchte. Das heißt, Sie haben jemanden an Ihrer Seite. Sie sind nicht in mich verliebt, Sie begehren mich vielleicht auch nicht. Aber glauben Sie, dass tun andere Adlige, die sich eine Dame zur Frau nehmen? Beide stehen vor dem gleichen Problem. Einzig und allein ob man möchte, dass ist das Ausschlaggebende. Möchten Sie jemanden an Ihrer Seite, als Ehepartner der Ihr Freund sein möchte? Wie mein Bruder sagte, ich unterbreite nur ernstgemeinte Angebote. Und ein besseres werden Sie nicht finden. Sollten Sie nur ablehnen, da ich ein Mann bin - dann seien Sie so ehrlich und sprechen Sie es einfach offen aus. Die Antwort wird keinen Einfluss auf Ihre Lehen oder ähnliches haben. Offene Frage, offene Antwort. Wir reden hier privat und dass wissen Sie, sonst hätten Sie nicht kurz die Krallen ausgefahren. Fahren Sie die Krallen wieder ein und stellen die Ohren auf«, bat Greg. »Danke«, wisperte er seinem Bruder zu.

Linhard
Lin zog Chirag ganz nah zu sich heran und flüsterte ihm ins Ohr. »Du stammst von hier, wie ernst ist ihm das Gesagte? Kann ich ihm trauen? Dave hätte ihn auslesen können, aber wer rechnet mit so einem Angebot? Ich glaube er meint es ehrlich, aber ich habe schon so einiges geglaubt und bin auf die Schnauze gefallen. Kennst Du ihn und seine Art? Sag was Chirag«, bat Lin ganz leise.

Chirag
»Mit Gregoire `atte ich noch keinen persönlichen Kontakt, aber sein Vater ist für seine Aufrichtigkeit bekannt. Ich gehe daher davon aus, dass das Angebot absolut ernst gemeint ist. Wir stehen `ier vor dem Duc und ich denke nicht, dass er in seiner Amtsstube Scherze dieser Art gut`eißen würde. Persönlich gesprochen finde ich, dass Gregoire keinen unangenehmen Eindruck macht, davon abgesehen, dass es sich bei ihm offensichtlich um eine männliche Person `andelt.«

Linhard
»Danke für die offenen Worte. Nunja Ansgar hätte mich für weit weniger verkauft, als für ein Land samt einem echten Freund. Wobei weder sie noch ich wurden da groß gefragt. Und das Angebot klingt absolut verlockend. Du hast Recht, einen Scherz dieser Tragweite würde er wohl nicht erlauben. Und er sagte, er überlässt mir die Zeit, wann und wie es zum sagen wir mal intimen Schritt kommt. Bedenkzeit wird er mir nicht geben oder? Nein ich denke nicht, wenn ich hier rausgehe, wird er es als nein werten und sich wen anderes suchen. Die Schollen, das Land, die Familie, der Titel - nun ein Teil des Hofes... das würde Paps sicher gefallen. Gleichgültig wie, vielleicht würde er Paps sogar gefallen.... Ich mach es«, flüsterte Lin.

Chirag:
»Du könntest ihn fragen ... aber überlege es dir gut, denn dann `at auch ER Bedenkzeit. Auch Gregoire könnte `ernach Nein sagen, da er sich gekränkt fühlt. Das ist ein Risiko, das gut abgewogen werden will. Er sagte, glaube ich, dass er dich über`aupt nicht zur Intimität zwingen wöllte, wenn ich das recht verstanden `abe, sondern dass ihr auch reine Freunde bleiben könntet.«

Linhard
»Das stimmt, ich könnte zustimmen und er denkt sich, er hat zu lange überlegt«, pflichtete Lin Chirag bei und wandte sich an Greg. »Ich nehme Euer Angebot dankend an Hoheit. Nein es stört mich nicht dass Ihr ein Mann seid, ich bin ja selbst einer. Spaß beiseite, Ihr habt versichert, dass wir zur Not einfach Freunde sind. Freunde klingt für mich sehr gut und wenn es mehr wird, soll es so sein. Ich bin einverstanden«, erklärte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg verkniff sich nur mit Mühe sein Grinsen. »Wunderbar, dass freut mich sehr. Als Zugeständnis und Zeichen meiner Wertschätzung, werde ich die Kosten der Hochzeit tragen. Ferner werden wir sie am Hof ausrichten lassen. Normalerweise ist das ja Part der »Braut«. Benennt etwas dass Euch Freude bereitet oder Ihr gerne mögt. Ein Geschenk geziemt sich zur Verlobung wie später zur Hochzeit. Also was wünscht Ihr Euch?«, fragte Greg und wartete gespannt ab, was wohl als Wunsch käme.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux gab Nathan ein Zeichen, dass er mit der Verhandlung mehr als zufrieden war. Er freute sich für seinen Bruder. »Was spricht gegen eine Doppelhochzeit?«, warf er in den Raum. »Ciel was hältst Du davon?«, fragte er direkt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte einen Moment zusammen. Er hatte zwar die Hochzeit mit Olivie selbst vorgeschlagen, doch nun, wo er tatsächlich eine Entscheidung treffen sollte, war es, als würde man ihm die Kehle zudrücken. Sein Gesichtsausdruck blieb förmlich, doch seine Antwort ließ recht lange auf sich warten. »Ich würde mich geehrt fühlen, gemeinsam mit dir zu heiraten, Greg«, sagte er schließlich. Sein eigener Satz fühlte sich an wie ein Richtspruch.

Nathan:
»Ferrau«, rief Nathan flüsternd und hob hilflos die Schreibfeder.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das würde mich auch sehr freuen unsere Familie auch dabei vereint. Hey und wir können nie unseren Hochzeitstag vergessen«, grinste Greg nun doch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste etwas gequält zurück. »Glückwunsch zur Verlobung, Brüderchen.«

Ferrau
Ferrau tupfte sich mit dem Ärmel den Schweiß von der Stirn. Das Nathan ausgerechnet jetzt bei so einer wichtigen Verhandlung rumeiern musste. Das musste an diesem Dupont liegen, dachte Ferrau zerknirscht und musterte den Mann hasserfüllt.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Danke Dir ebenso Ciel, mein Zukünftiger ist bescheiden, er wünscht sich nichts«, schmunzelte Gregoire.

Nathan
»Ferrau«, flüsterte Nathan etwas lauter. »Bitte komm her!« Ängstlich blickte er zu seinem Herrn, in der Hoffnung, dieser würde nicht vor Wut ob seines Fehlverhaltens laut werden oder, noch schlimmer, enttäuscht sein.

Linhard
»Doch, doch um das Geschenk kommt Ihr nicht drum herum, aber ich überlege gerade noch. Also ich mag schnelle Pferde und Waffen, Stichwaffen, Stilette, Degen, Schwerter, so etwas in der Art. Aber ein Ehering tut es auch«, grinste Lin zurück.


Ferrau
Ferrau versteckte sich hinter Ciel und schüttelte den Kopf. Er wollte nicht in das Dupont-Unglück verstrickt werden. Er sah es schon kommen, gleich landeten sie alle drei vor der Grenze, samt diesem einarmigen Banditen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Dreux musterte die beiden etwas irritiert. Leibdiener konnten beileibe wirkich manchmal wunderlich sein, aber so wunderlich?

Nathan
Nathan riss sich zusammen und malte jeden Buchstaben einzeln. Ihm zitterten derart die Hände, dass man so gut wie nichts mehr lesen konnte. Das Pergament, dass die Verlobung der beiden Prinzen protokollierte, sah nun aus, als hätte ein Schreibanfänger es verfasst, der als Linkshänder gezwungen worden war mit rechts zu schreiben. Zittrig versuchte Nathan, der ihm aufgetragenen Aufgabe bis zum Ende nachzukommen.

Ferrau
Ferrau musterte, was Nathan da tat. Das Geschriebene sah sehr misslungen aus. Vorsichtig trat er näher. »Soll ich Dir helfen?«, bot er an. Er konnte nicht ertragen, dass Nathan nachher noch Ärger bekam, wo ihn dieser Dupont so nervös machte, allein durch seine Nähe.

Nathan
»Ja, bitte! Es geht, geht, geht hier um die Verlobung, die Verlobungen und mir versagen vor lauter Rührung die Hände.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun einen Ring werdet Ihr erhalten, dass ist gewiss. Bei den anderen Wünschen wird mir schon etwas einfallen. Nathan schlage im Kalender nach, wann die Trauung stattfinden kann«, bat Gregoire.

Ferrau
Der Leibdiener Ciels nickte knapp und schrieb alles sorgfältig nieder. Die Schrift war kaum besser, da auch er sehr nervös war, aber er bemühte sich und das war auch nur der erste Entwurf. Sie würden es nachher dem Schreiber zur Schönschrift überreichen. »Da sagst Du was, ich muss eine Hochzeit organisieren«, freute sich Ferrau.

Nathan
»Ja«, schniefte Nathan und tupfte sich mit einem Taschentuch die Augen trocken.

Dreux Gifford de Souvagne
»Nathan mein Bester, was sagt unser Kalender? Wann können Ciel und Greg heiraten? Nun nicht einander, sondern Ihre Ehepartner?«, hakte der Duc nach.

Linhard
»Wir müssen gleich mit den anderen draußen einen Happen essen gehen. In einer guten Taverne, kennst Du eine?«, hakte Lin nach. Nach so einer Entscheidung brauchte er erstmal einen Schnaps und was im Magen.

Nathan
Nathan wischte sich sorgsam die Finger an dem Taschentuch trocken, ehe er das große Buch aus der Schublade des Schreibtischs holte, wo die Termine seines Herrn eingetragen wurden. Er blätterte zum aktuellen Datum. »Der Kalender ist recht voll, aber hier sind nur wenige Dinge, die sich, die sich nicht verschieben ließen. Über wie, wie, wie viele Tage sollte die Feier denn gehen? Ansonsten wäre vielleicht anzuraden - anzuraten! - auf die Rückkehr Eures Vaters zu warten.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Eine Hochzeit dauert 3 Tage Nathan, die des Duc eine Woche. Nun wann möchtet Ihr denn heiraten Ciel, Greg?«, hakte Dreux gut gelaunt nach.

Chirag
Chirag blickte Linhard aufgelöst von der Seite an. Ihm selbst war kein bisschen nach Essen zumute. »Ich `abe Souvagne das letzte Mal vor etlichen Jahren betreten. Die Gastronomie wird sich verändert `aben.« Er wagte nicht, zu fragen, ob man ihn wieder gehen ließ, da er das erste Mal in seinem Leben hoffte, man würde ihn schlichtweg wieder vergessen.

Linhard
Linhard tippte Chirag kurz beruhigend an. »Nun wie wäre es in 14 Tagen? So war es Brauch in Naridien. Man bestellte das Aufgebot und 14 Tage später wurde geheiratet«, schlug Linhard vor. »Es wäre schön, wenn Chirag an der Feier teilnehmen könnte. Muss er in Haft oder darf er auf freiem Fuß bleiben?«, fragte Lin in die Runde. »Oh das wäre doch ein gutes Geschenk, die Begnadigung von Chirag, geht das?«, grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»In 14 Tagen sollte Vater wieder im Lande sein«, meinte Ciel. »Dem Dupont verdanke ich Nathan. Ich hege daher keinen Zorn gegen ihn.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Da unser Vater ihn samt seiner gesamten Sippe verurteilte, werden wir das Urteil nicht aufheben - aber auch nicht vollstrecken. Er sei solange frei bis unser Vater zurückkehrt und erneut über das Leben von Chirag Dupont als Einzelperson entscheidet. Nutzt diese Chance weise Chirag Dupont!«, sagte der Duc ernst.

Linhard:
Linhard schaute Ciel an und verbeugte sich. »Ich danke Euch Eure Majestät«, freute sich Lin.
Chirag:
Chirag verneigte sich ebenfalls. »Das ist ausgesprochen großmütig von Eurer Majestät. Ich werde Eure Worte bedenken.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich hoffe ebenfalls das Vater zu unserer Hochzeit zurück ist. Er wird hocherfreut sein, besonders über Deine Hochzeit Ciel. Über unsere ebenso Linhard. Also in 14 Tagen, wie sagtet Ihr? So sei es. Lasst Euch von Eurem Begleiter und Eurem Verwandten beraten wie Souvagnische Hochzeiten ablaufen. Sie unterscheiden sich schon etwas von Euren, vor allem was die Kleidung anbelangt. Sie sind nicht so schlicht und farblos wie vermutlich die Euren in Naridien waren. Also staffiert Euch nach besten Wissen und Gewissen aus und dann verwerft genau die Kleidung wieder da sie immer noch zu schlicht sein wird. Chirag wird Euch beraten. Und je nachdem was Ihr tragt, wählt das Korsett nicht zu eng, da Ihr auch essen müsst«, schmunzelte Greg.

Linhard
»Auf die nicht gestellte Frage hin, ich benötige keins - ich passe so in meine Kleidung. Da ist kein Bauch, auch ohne Korsett. Aber ich habe eins, ich kann es gerne mitbringen«, grinste Lin breit.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das glaube ich. Wo nächtigt Ihr? Nein - das ist keine unziemliche Frage. Ich möchte nur nicht, dass Ihr irgendwo ungeschützt übernachtet, da Ihr nun zu uns gehört. Ich würde vorschlagen, Ihr übernachtet hier am Hof«, schlug Greg vor.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte zustimmend. »Nathan lass bitte für unsere Gäste Zimmer herrichten«, bat Dreux höflich.

Nathan
Nathan verneigte sich und verließ rückwärts die Amtsstube. Er war noch immer von der Rolle und seine Finger voller Tintenkleckse. Kurze Zeit später kehrte er zurück. »Es wurde alles veranlasst, Majestät.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Wunderbar, Danke Nathan. Nun dann sehen wir uns heute Abend zum Abendessen. Vorab denken wir habt Ihr ausreichend zu besprechen mit den Euren und auch einiges zu planen. Vor allem habt Ihr die Nobelitierungs- und Einbürgerungsurkunden für Eure Familie abzuholen. Diese werden Euch beim Hofmarschall ausgehändigt. Falls Ihr nicht noch Fragen habt, gehabt Euch wohl, bis heute Abend«, verabschiedete der Duc seine Gäste freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was ist mit den Vampiren?«, fragte Ciel. »Sollen die beiden Bluthexer weiter nach ihnen sehen?«

Dreux Gifford de Souvagne
»Auf alle Fälle. Dies ist kein Misstrauen gegen Euch, Schwager in Spee - aber von Vampiren, so zahm sie auch sein mögen, geht immer ein Restrisiko aus. Wie von jedem Raubtier. Aus diesem Grund weisen wir Euch darauf hin, dass diese Kreaturen unter permanenter Überwachung stehen. Gebt dies an sie weiter, damit sie sich in ihrem Durst beherrschen. Sollten sie sich nicht beherrschen, erwartet sie der Block. Oder der Pfahl im Morgengrauen. Dies sage ich Euch nur als Information, nicht als Drohung, nicht um Euch zu beleidigen Schwager in Spee. Aber Ihr sollt wissen welche Gefahr Euch begleitet, wir werden nicht zögern unschuldiges Leben zu schützen. Dazu zählt auch Ihr«, antwortete der Duc.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Wie du befiehlst.« Er würde den beiden Bescheid geben, mit der Beschattung fortzufahren. Sollten die Vampire sich als Bedrohung entpuppen, würden weder Block noch Pfahl erforderlich sein. Doch die wahren Macht seines Ordens würde er niemand anderem als Dreaux und seinem Leibdiener auf die Nase binden.

Linhard
»Ich werde es ihnen ausrichten. Kasimir ist mein Leibdiener, er war stets friedlich. Zu Lebzeiten war er ein Mönch. Und Archibald ist mein Lehrmeister, er war der Schwertmeister meines Großvaters und nun ist er mein Schwertmeister und Lehrer. Beide werden sich so verhalten, wie es sich gehört. Zudem haben sie künstliche Nahrung dabei, sie werden nicht jagen«, antwortete Linhard. Kasimir vertraute er, aber bei Arch war er sich da nicht so sicher.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Du solltest noch mit Olivie sprechen Ciel. Und wir beide sollten uns heute Abend ebenfalls einmal allein zusammensetzen. Bis später Linhard von Hohenfelde«, verabschiedete Greg Linhard mit freundlichem Schmunzeln.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, als die Gäste endlich gegangen waren. Er sank auf seinem Stuhl zusammen. »Ja, das wird meine letzte Amtshandlung heute. Das kam sehr plötzlich und unerwartet. Ich weiß nicht einmal, wie ich ihr den Antrag schön verpacken soll, so etwas bespricht man ja nicht einfach zwischen Tür und Angel ... du musst mich dann beraten, Ferrau. Vorher benötige ich ein kaltes Bad und eine Kopfmassage.«

Ferrau
»Herr ich werde Euch so gut beraten wie ich nur kann. Zur Not werden wir die Bücher wälzen. Es gibt für alles gute Tipps und Tricks, Ihr werdet sehen. Genau für Hochzeitsausstattungen«, freute sich Ferrau für Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Danke für Euren Beistand, ich habe gehofft dass er Ja sagt. Einerseits dachte ich mir, dass er rein als Kalkül das Angebot annehmen wird, auf der anderen Seite hoffe ich, dass es nicht nur Kalkül war. Natürlich wird das eine Rolle spielen, aber Freundschaft schien ihm wichtig. Ich werde schon noch herausbekommen, was hinter seiner Art steckt. Am Ende war es doch sogar ganz lustig und er ist niedlich wenn er grinst«, grinste Greg. »Du kannst Ihr doch erklären, dass sie keine Angst mehr vor dem Zwerg haben muss. Dass sie nicht allein in die Fremde geht, sondern dass Ihr gemeinsam gehen werdet. Vielleicht sogar mit mir«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das meine ich nicht, Greg. Es geht nicht um den Inhalt. Die Rahmenbedingungen für die Verlobung müssen stimmig gemacht werden, ich kann es ihr doch nicht mitten auf dem Flur sagen, dass ich sie heiraten werde! Lade ich sie zum Abendessen ein? Wenn ja, wie sollte sich das gestalten? Es muss alles durchgeplant werden, ich will nichts falsch machen.« Ciel quälte sich auf die Füße und drückte nacheinander seine beiden Brüder. Erst Dreaux und dann, etwas länger diesmal, Greg. »Ich verabschiede mich für heute. Ich berichte euch morgen, wie es gelaufen ist. Ferrau, bitte bereite mir die kalte Wanne vor und während ich darin liege, sprechen wir über alles.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Oh verstehe, ja dass muss geplant werden. Ich wünsche Dir viel Glück, ich wünsches es uns beiden. Sie wird sich sicher darüber freuen, zumal Ihr Euch doch gut versteht. Danach müssen wir nur noch Dreux unter die Haube bekommen. Ich habe bei Dir und bei mir ein gutes Gefühl Ciel, ehrlich. Viel Spaß heute Abend«, freute sich Greg und drückte Ciel ebenfalls feste an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Verschon den armen Dreux«, stöhnte Ciel. »Lass ihm die Zeit, die er braucht. Es genügt, wenn er von woanders Druck bekommt, den braucht er nicht noch von unserer Seite.« Nachdem er beide ausgiebig gedrückt hatte, verschwand er mit Ferrau in seinen Gemächern.
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Re: Royale Doppelverlobung

#2

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 1. Apr 2018, 00:39

Die Verlobung von Ciel und Olivie

<< Ferraus Sonderrolle bei der Hochzeit

Olivie de Souvagne
Sie warteten ungefähr 10 Minuten, ehe sie die leichten Schritte von Olivie hörten, die sich der Tür näherten. Ferrau eilte zur Tür, wartete einen Moment und öffnete sie dann langsam um Olivie nicht zu erschrecken. Er verbeugte sich tief vor der jungen Frau und machte eine einladende Geste in den Speisesaal hinein. Als Olivie den Saal betrat fing der Musikant leise auf seiner Geige zu spielen um die Szene zu untermalen. Auch er kannte Liebespaare die die Zweisamkeit und Musik an einem Tisch genießen wollten und so spielte er auch hier und man hörte auch seinen Tönen an, dass er sehr stolz war, am Hofe spielen zu dürfen. Olivie schaute sich um. Der Raum war geschmückt, die Tafel fein gedeckt und die Dekoration war mit dem Porzelan abgestimmt worden. Alles war in einem zarten weiß und rose gehalten, so wie sie es selbst schätzte. Die Blumen die den Tisch schmückten waren Rosen. Gerührt griff sie sich an den Hals und schenkte Ciel ein strahlendes Lächeln. Olivie war in einem leichten Kleid gekleidet, das ihre Blässe unterstrich. Für schweren Samt und Brokat hatte sie im Moment nichts übrig. Sie wollte nicht wie auf einer offiziellen Audienz erscheinen, sondern sie wollte Ciel damit zeigen, dass sie sich ebenfalls Gedanken um ihn gemacht hatte. Waren die Gedanken und Gefühle schon schwer, sollte wenigstens das Sommerkleid die Leichtigkeit unterstreichen, die sie zu erreichen versuchte. Höflich schritt sie ihm entgegen im gemessenen Schritt.

Ciel Felicien de Souvagne
Olivie sah wunderschön aus, wie sie in ihrem leichten Kleid in den Saal schritt. Ciel erhob sich, machte eine korrekte Verbeugung und griff nach ihrer Hand. Er selbst war nicht sehr kräftig gebaut, doch ihre Hand war ein regelrechtes Händchen in seiner. Er gab ihr einen Handkuss und brachte sie zum Stuhl, den er ihr zurechtzog. Olivie betrachtete den Tischschmuck. Ferrau hatte wirklich keine Mühen gescheut und offenbar genau ihren Geschmack getroffen, wenn Ciel ihre Mimik richtig deutete. »Mir wurde zugetragen, dass du Rosen magst«, erwiderte er. Man sah ihm die Nervosität an, doch sein zurückhaltendes Lächeln war ehrlich.

Olivie de Souvagne
»Rosen sind meine liebsten Blumen, Du hast Dir sehr viele Gedanken gemacht Ciel. Es freut mich, dass Du Dir auch solche Dinge merkst. Ich vermute Du bist ebenso aufgeregt wie ich«, gestand sie offen ein.

Ferrau Du Trieux
Ferrau nahm eine der Weinflaschen und schenkte den beiden ein. Normalerweise hätte er Ciel die Falsche unter die Nase halten müssen, damit dieser den Wein abnickte. Aber Olivie ging davon aus, das Ciel geplant hatte. Und er würde wohl wissen, welchen Wein er selbst gewählt hatte. So schenkte Ferrau zuerst Olivie und danach seinem Herrn ein Glas ein, damit sie nicht mit trockener Kehle auf den ersten Gang warten mussten. Danach begab er sich kurz nach draußen, ließ nach dem ersten Gang schicken und stellte sich dann zurück an seinen Platz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, das bin ich. Ich hoffe, du fühlst dich trotzdem wohl. Rosen sind die Blumen der Liebe, aber auch von Stolz und Eleganz und sie sind deiner nur angemessen.« Er hob das Weinglas, um mit Olivie sanft anzustoßen. »Auf einen besonderen Tag.«

Olivie de Souvagne
Olivie stieß gemeinsam mit Ciel an. »Auf uns Ciel«, sagte sie freundlich und nippte an dem Wein. Dabei ließ sie ihn allerdings nicht aus den Augen. Sie fragte sich, wie er auf die Idee gekommen war um ihre Hand anzuhalten. Aber anstatt sich dies nur gedanklich zu fragen, wollte sie es aussprechen. »Darf ich Dich etwas persönliches fragen?«, bat sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Er stellte das Glas vorsichtig wieder ab. »Sicher.«

Olivie de Souvagne
»Wir kennen uns schon immer Ciel, wie sollte es auch anders sein. Aber über Deinen Antrag war ich dennoch sehr überrascht. Erfreut und überrascht, dass möchte ich gleich vorwegnehmen. Wie bist Du darauf gekommen? Was hat Dich veranlasst mich zu Deiner Frau wählen zu wollen? War es der Drang, dass alle eine Frau beziehungsweise einen Partner suchen? Dreux hat mir nicht den Grund verraten. Er blieb freundlich aber förmlich, so wie es wohl da Protokoll von Vater verlangt hätte. Nun war es seine Aufgabe auch wenn er sich dabei verkneifen musste zu schmunzeln wie ein Honigkuchenpferd. Aber er hat Deine Entscheidung nicht verraten«, sagte Olivie freundlich und nahm noch einen Schluck Wein. »Übringes hast Du Dir hier sehr viel Mühe gegeben. Vielen Dank dafür«.

Ciel Felicien de Souvagne
Er war etwas überrascht, dass Dreaux schon verraten hatte, weshalb er Olivie zu sich bestellte. Ferrau hatte ihm nicht gesagt, dass sie es bereits wusste, er war davon ausgegangen, dass er ihr das offenbaren sollte. »Weil ich dich liebe, Olivie«, sagte er absolut ehrlich, auch wenn sie vermutlich von einer anderen Art der Liebe ausging als jener, die er für sie empfand. »Du bist die einzige Frau, die ich mir an meiner Seite wünsche. Eine Hochzeit mit irgendeiner anderen, einer Adligen zum Zwecke der Machterweiterung oder des Linienerhalts wäre völlig ohne persönliche Bedeutung. Ich weiß noch nicht, ob ich in Zukunft je noch wen anderes heiraten möchte oder muss. Momentan gibt es keinen Zwang und niemanden außer dich. Dies ist die Entscheidung meines Herzens und mein Wunsch. Du bist die Frau, mit der ich dauerhaft mein Leben teilen möchte. Und du bist jene, die immer an erster Stelle stehen soll.«

Olivie de Souvagne
»Ja das möchte ich Ciel. Deine Begründung schmeichelt mir sehr. Du weißt, dass ich Dich ebenso liebe und schon immer geliebt habe. Auch wenn Du Dich sicher eine andere Liebe, als reiner Zuneigung einer Schwester wünscht. Aber was nicht ist, könnte noch werden und wir beide sind noch jung. Ist es nicht viel mehr wert, einander etwas zu bedeuten, als auf den Kalender nach Nachwuchs zu schielen? Du darfst Dreux nicht böse sein. Er übernahm Vaters Rolle. Du hättest mich nicht fragen müssen Ciel, aber Deine Frage zeigt mir, wie ehrlich es Dir mit mir ist. Dreux teilte mir seine Entscheidung mit, dass er als Familienoberhaupt meine Hand vergeben hatte. Zuerst hatte ich etwas Angst, aber als ich erfuhr, dass Du es bist, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Eine ganze Lawine an Steinen. Du kannst Dir denken, wie man sich fühlt, wenn man eine Hochzeit mit einer völlig fremden Person vor Augen hat. Das Schicksal bleibt uns beiden erspart Ciel. Ja ich möchte sehr gerne Deine Frau werden«, antwortete Olivie, dabei schaute sie ihm in die Augen, so dass er ihre Aufrichtigkeit erkennen konnte. Sie musste nicht verschämt wegschauen, denn es gab nichts, was sie ihm nicht sagen konnte von nun an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich hätte dich nicht fragen müssen, aber ich wollte es. Es war mir wichtig, es aus deinem Munde zu hören. Ich wünsche mir, dass wir zusammen glücklich sind und ich lüge nicht, wenn ich sage, dass mir eine Bruder-Schwester-Liebe vollauf genügend würde. Du brauchst keine Angst zu haben, niemand wird gegen deinen Wunsch Hand an dich legen. Ich liebe dich und dazu gehört auch, dass ich dich achte wie einen Schatz. Es freut mich zu hören, dass dir die Botschaft von Dreaux deine Sorgen nehmen konnte.« Er fasste über den Tisch und griff nach ihrer Hand, die er sanft drückte, so wie er es schon oft getan hatte.

Olivie de Souvagne
Sie nahm seine Hand, verschränkte ihre Finger in seinen und legt die andere Hand obenauf. »Ich bin sehr froh Dich das sagen zu hören Ciel. Für einen winzigen Moment hatte ich Angst Du hättest Torschlusspanik. Oder Du hättest Angst vor Vaters Reaktion, sobald er nach Hause kommt. Wer weiß, was er in seiner eigenen Angst dann plant? Nicht umsonst schickte er uns heim. Ich hoffe nur er kommt sicher Heim um unserer Hochzeit beizuwohnen. Das würde mich sehr freuen. Eine Doppelhochzeit wird es geben, hörte ich. Du weißt wie schnell sich so etwas am Hofe verbreitet. Dementsprechend wird das Fest groß werden, wir müssen aufpassen uns da nicht zu verlieren. Und bitte hindere die anderen an einer Brautentführung, dass ist nicht lustig«, bat sie ihn inständig, während die Diener den ersten Gang einer leichten Suppe servierten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Haltung straffte sich. »Es wird keine Brautentführung stattfinden«, sagte er sehr ernst. »Derlei Scherze werde ich zu vereiteln wissen. Wenn ich sage, du brauchst an meiner Seite keine Angst zu haben, ist dies ein Versprechen. Ich werde dich schützen, bis zum letzten Atemzug. Wenn du Sorgen hast, komme zu mir. Ich nehme den Auftrag von Schutz und Schirm sehr ernst, im Großen wie im Kleinen. Frag Ferrau, was es heißt, jene zu verletzen, die mir nahestehen. Vater ist kein Mensch, den man zu fürchten braucht. Ich vertraue ihm und ich habe als Kind wahrlich schon Schlimmeres verbrochen, als die falsche Braut zu ehelichen. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass er seinem Unmut verbal Ausdruck verleiht und die Verlobung wieder auflöst, was ich aber eher nicht glaube.« Die Suppe dampfte und durftete, doch er wollte sie nicht essen. Nicht vor dem ersten Kuss, denn er wollte nicht, dass er dabei nach Suppe schmeckte.

Olivie de Souvagne
»Nun ich denke nicht das Vater unsere Verlobung lösen wird, er wird sich für uns freuen Ciel. Zudem, wer weiß? Vielleicht bleibt Dreux Duc? Er hat mir von seinem Plan erzählt. Er wird einen weiteren Titel einfügen, den des Erbgroßherzogs. Denn er wird anordnen, dass der Titel von nun an von den Vater an den Sohn überreicht wird und nicht mehr vererbt wird. Was ich eine sehr schöne Geste finde. Ist das Gesetz in Kraft, heißt dies, selbst unser Vater Maximilien wird kein erlassenen Gesetz kippen - er könnte, er würde aber nicht. Zumal dieses Gesetz aus reiner Liebe spricht. Folglich wird Max auf dem Thron sitzen als Duc und der Archi-Duc, der Erbgroßherzog Dreux neben ihm. Warum sollte Max dessen Ja zu unserer Ehe revidieren? Er ist doch sicher froh drum. Und falls nicht, nunja wir beide wissen doch wie wir Vater weich bekommen«, lachte Olivie ihr helles Lachen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja«, erwiderte Ciel und schmunzelte leicht. Das Schmunzeln war nicht so entspannt wie das Lächeln zuvor, denn er vermisste seinen Vater sehr. »Er wird die von Dreaux erbrachten Entscheidungen nicht kippen, damit würde er ihn als unreif zu herrschen darstellen, was Dreaux nicht ist. Er macht seine Sache sehr gut. Ich wusste gar nicht, dass du dich für Politik interessierst und so genau die Geschehnisse verfolgst.«

Olivie de Souvagne
»Wieso denn nicht Ciel? Ich lebe auch hier. Männer sollten uns Frauen nicht unterschätzen. Gut wir haben vielleicht andere Gründe, bei mir ist es wie es Euch geht und ob wir sicher leben. Aber das weiß ich nur, indem ich auch etwas über Eure Entscheidungen weiß. Ja Dreux macht seine Sache gut. Er bemüht sich sehr, ebenso Greg. Er hat seine Sache während unserer Abwesenheit auch sehr gut gemacht. Ebenso Du, ich hörte wie hart und tapfer Du unser Land verteidigt hast und welche Mühen Du alle auf Dich genommen hast«, erklärte Olivie und musterte ihn eingehend. Dann nahm sie den Löffel zur Hand, da sie nicht wusste, was er als nächstes plante. Wartete aber damit ihn zu sich zu nehmen.

Ciel Felicien de Souvagne
Der Löffel ließ Ciels innere Alarmglocken läuten. Er griff ihre Finger etwas fester, damit sie ihn nicht zum Mund führte. »Den ersten Kuss würde ich dir gern geben, ohne nach Suppe zu schmecken«, sagte er. Er erhob sich und ging um den Tisch zu ihr herum, wo er sich auf Augenhöhe von ihr begab. Er hielt mit der einen Hand noch immer ihre Finger umschlossen und fragte sich, was er mit der anderen machen sollte. Ferrau hatte es ihm nicht verraten, obwohl er ihn extra gefragt hatte! Sollte er sie an ihren Oberarm legen? Hinter ihr Genick, oder würde das zu besitzergreifend wirken? Sein Inneres wollte damit ihren Unterkiefer fixieren, damit sie nicht ausweichen und alles zunichtemachen konnte, doch sein Verstand sagte ihm, dass das nicht der richtige Weg war. Was stattdessen? Er ließ die Hand in seiner Verzweiflung in der Luft und legte nur seine Lippen auf ihre.

Ferrau Du Trieux
Ferrau tippte sich mit den Fingern auf die Wange, als nonverbales Zeichen die Hand vorsichtig auf ihre Wange zu legen oder ihr Gesicht damit zu halten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah den Wink seines Leibdieners und legte seine Finger sanft an Olivies Wange.

Olivie de Souvagne
Olivie drückte Ciel sanft ihre weichen Lippen auf den Mund und öffnete sie leicht, während ihre Hand seine Seite ergriff um sich an ihm festzuhalten. Der Kuss war leicht und zärtlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Für ihn war es nicht einfach, sie in diesem Augenblick zu küssen. Ciel war erleichtert, als er spürte, dass sie sich nicht sträubte. Er entspannte sich etwas und erwiderte den Kuss sanft. Nach einem kurzen Moment löste er seinen Mund wieder von ihrem. Er wollte es nicht übertreiben, zum einen, um sie nicht zu überrumpeln, denn so hatten sie sich noch nie geküsst. Bisher war es nur bei Küssen auf die Wange geblieben. Zum anderen aber, weil auch für ihn selbst der Kuss Stress bedeutete. Nachdem er seine Lippen wieder von den ihren gelöst hatte, sah er ihr noch einen Augenblick liebevoll in die Augen, ehe er ihre Wange mit der Hand entlang strich und sich in dieser Bewegung wieder von ihr entfernte, um sich an seine Suppe zu setzen. Ihm war etwas schwindlig.

Olivie de Souvagne
Sie nahm ihren Löffel zur Hand und lächelte ihn von ganzen Herzen an. »Das war sehr schön Ciel. Du siehst etwas blass aus. Es ist alles ein wenig viel nicht wahr? Aber Du bist nicht in der Fremde und Du bist bei mir, entspanne Dich. Ich wollte Dir sogar ein Geschenk mitbringen, ich hatte an eine Karte über ein fremdes Land gedacht, aber ich wusste nicht welche Länder Dich interessieren. So habe ich keine gekauft, sondern ich überlasse es Dir, welche Du Dir wünscht. Diese lasse ich dann extra für Dich anfertigen. Ich habe mir gedacht, vielleicht von Deinem neuen Wirkungsbereich? Aber damit wollte ich Dich nicht überfallen. Ich wünsche Dir einen guten Appetit«, sagte Olivie herzlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oh, ich verlobe mich nicht so oft, ich habe darin wenig Übung«, erwiderte er und grinste etwas. Mühsam zwang er sich, einen Löffel Suppe zu nehmen. Sie schmeckte köstlich, aber er bekam kaum etwas herunter. Ihm fiel ein, dass er auch ein Geschenk für sie hatte. Wo hatte das Ferrau überhaupt hingelegt? Oder trug sein Diener es bei sich? So sehr er Ferrau schätzte, aber er merkte auch, dass sie noch nicht hundertprozentig aufeinander eingestimmt waren. Andererseits hatte Ferrau alles zu organisieren gehabt und war obendrein krank. Wahrscheinlich hatte er Ciel sogar gesagt, wo die Rose war und er selber hatte es in seiner Nervosität vergessen. Nein, Ferrau traf wahrlich keine Schuld, der Mann hatte alles gegeben. »Du möchtest mir etwas schenken? Du hast Recht, ich liebe Karten. Ich habe eine ganze Sammlung, moderne wie historische. Eine zeigt eine frühe Vorstellung der Siedler, die davon ausgingen, Asamura sei halbmondförmig, gekrümmt wie eine Banane. Diese Bananenkarte mag ich besonders, weil sie einfach witzig ist. Aber eine aktuelle Karte von Neu-Souvagne oder generell von Grand-Souvagne wäre in der Tat ausgesprochen nützlich. Ich habe auch ein Geschenk für dich.« Er warf einen hilfesuchenden Blick in Richtung von Ferrau.

Ferrau Du Trieux
Ferrau beugte sich zu Ciel und reichte ihm das kleine Schmuckkästchen mit der goldenen Rose darin. Er hatte es vor eigener Aufregung in der Tasche behalten und lächelte seinen Herrn entschuldigend an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke«, sagte Ciel und blinzelte Ferrau freundlich zu, damit der sah, dass er ihm nicht böse war. Es war eine Geste, die er sich angewöhnt hatte, da er als Prince nicht so oft lächeln durfte, wie er gern wollte. Das Blinzeln war sein Ersatz. In eher privaten Situationen wie diesen kombinierte er es manchmal und blinzelte, während er gleichzeitig auch noch lächelte. Er reichte Olivie das Schmuckkästchen mit beiden Händen und beobachtete gespannt ihr Gesicht.

Olivie de Souvagne
Sie nahm es ebenso mit beiden Händen entgegen um ihre Wertschätzung auszudrücken. Sie stellte es vor sich ab und öffnete das Kästchen ganz langsam und vorsichtig. Als sie hineinspähte schlug sie sich gerührt eine Hand vor den Mund. »Sie ist wunderschön! Eine goldene Rose, ich weiß nicht was ich sagen soll Ciel...«, freute sie sich und befestigte die goldene Brosche an ihrem Oberteil. »Wie sehe ich aus?«, fragte sie glücklich.. »Deine Karte wirst Du bekommen und ich werde sie Dir auch rahmen lassen Ciel. Vielen lieben Dank für dieses wundervolle Geschenk, damit hast Du wirklich meinen Geschmack getroffen«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fiel ein Stein vom Herzen und Ferrau vermutlich auch. »Du bist wunderschön, Olivie ... ich kann mir keine schönere Frau vorstellen und ich freue mich schon darauf, dich erst im Brautkleid zu sehen. Nur eine Bitte: Lass uns unsere Kleidung an diesem Tag aufeinander abstimmen. Man soll sehen, wie sehr wir zusammengehören.« Er begann sich nun langsam auf die Hochzeit zu freuen. Die Zweifel wichen ein wenig und gaben dem vorsichtigen Glauben Raum, dass Olivie wirklich die geeignete Braut für ihn war.

Olivie de Souvagne
»Das hast Du aber lieb gesagt. Nun Du bist auch ein aussergewöhnlich hübsch, aber dass weißt Du. Du bist ein sehr attraktiver Mann und ich dachte immer, gleichgültig weche Frau einen meiner Brüder bekommt, sie hat es gut. Gerade mit Dir. Das ich es selbst sein werde, daran habe ich nie gedacht. Aber umso mehr freut es mich Ciel. In Ordnung, dass machen wir. Wir können aber auch die Farben absprechen und dann überraschen wir uns trotzdem noch gegenseitig«, schlug sie vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das Kompliment kann ich nur zurückgeben und ja, der Gedanke, dass ein anderer Mann dich dereinst heiraten würde, hat mich schon ein wenig eifersüchtig gemacht. Aber das Problem ist ja nun zum Glück aus der Welt. Wir werden gemeinsam glücklich, ich werde alles tun, dass es so ist. Das Abstimmen der Farben ist eine gute Idee. Überlege dir in Ruhe mit deiner Zofe, welche Farben dir am besten gefallen und ich überlege auch. Wir werden uns sicher einig. Vielleicht kann man es sogar geschickt mit Greg und seinem Gatten abstimmen.« Die beiden ließen sich das restliche Menü schmecken. Die Köche hatten ausgezeichnete Arbeit geleistet und Ferrau noch mehr, denn er war derjenige, der alles hatte aufeinander abstimmen müssen. Ciel würde ihm hinterher noch sagen, wie zufrieden und dankbar er für seinen Beistand war. Alles in allem war der Abend zwar anstrengend, aber nicht halb so schlimm, wie Ciel befürchtet hatte. Als er mit Ferrau zurück in seine Gemächer ging, war er noch immer angespannt, aber die Angst war weniger geworden.
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Über Vorlieben und Nekromanten

#3

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 3. Apr 2018, 00:56

Über Vorlieben und Nekromanten
- Gespräch zwischen Greg und Ciel-

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg hatte sich am Morgen nach der Verlobung mit seinem Bruder verabredet, da es noch einiges zu besprechen gab. Aber nicht nur die Vorbereitungen für die Hochzeit wollten abgesprochen sein, auch so gab es sicher das eine oder andere, was Ciel auf dem Herzen lag. Greg erging es jedenfalls so und er freute sich darauf mit seinem Bruder zu reden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel begab sich zum vereinbarten Treffpunkt im Garten. Es versprach einer der ersten richtigen Frühlingstage zu werden, der Morgen war vielversprechend warm und die Sonne schien. Unter den Büschen hatten die Schneeglöckchen ihre Blüten geöffnet und die ersten Bienen holten sich Nahrung nach dem nassen und kalten Winter. »Morgen«, grüßte Ciel und grinste seinen Bruder etwas an.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg hatte es sich auf einer der vielen Parkbänke im Garten gemütlich gemacht und die Wartezeit mit einem Buch verbracht. Er klappte es zu und musterte gut gelaunt seinen Bruder. Er sah zufrieden aus, glücklich, aber dennoch etwas angespannt. Vermutlich war sein Anblick ein ganz ähnlicher, denn sie beide hatten sich sozusagen selbst ins kalte Wasser der Ehe geworfen. »Schön Dich zu sehen Ciel. Setz Dich zu mir. Und wie geht es Dir so? Möchtest Du mir von Deinem Abend mit Olivie berichten? Ich bin neugierig, was Du zu erzählen hast«, begrüßte Greg seinen Bruder

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich dazu. Greg wirkte etwas gestresst, aber nicht übellaunig. Er selber bot vermutlich keinen sehr erfreulichen Anblick, denn er hatte nach dem Essen mit Olivie die ganze Nacht durchgearbeitet, mit Ausnahme einer halben Stunde, die er eingenickt war. Er war sehr viel dicker angezogen als sein Bruder, denn je müder er war, umso mehr frohr er. »Das Essen war schön, Olivie hatte gute Laune. Ferrau hat sich Ainuwar sei Dank um alles gekümmert. Ich war wie ein kopfloses Huhn und nicht wirklich entscheidungsfähig, was so etwas anbelangt. Olivie meinte, sie wäre im ersten Moment erschrocken, als Dreaux ihr verkündete, dass sie verheiratet wird, sei dann aber erleichtert gewesen, dass ich es sei. Ich bin ziemlich müde, nach so einem Abend konnte ich oder besser gesagt wollte ich nicht schlafen. Und wie geht es dir?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg lehnte sich zurück und rieb sich einmal kurz über die Augen. »Verständlich Ciel, Du hattest nie vor zu heiraten oder? Im Grunde hast Du versucht dass Unvermeidliche auf die Ewigkeit hinauszuschieben und Olivie war doch eine gute Lösung. Ihr mögt Euch und Ihr liebt Euch auf Eure Weise auf geschwisterliche Art. Das Du sie vor anderen und vor allem vor dem Zwerg gerettet hast, ist doch noch ein weiterer Pluspunkt. Mir geht es gut, aber ich bin wie Du genauso müde. Zuerst hatte ich Bedenken ob mein Verlobter überhaupt kommt. Meine Befürchtung war, dass er sich drücken könnte. Also war ich ziemlich aufgeregt. Er ist pünktlich erschienen und er war vermutlich genauso aufgeregt wie ich. Vielleicht noch ein wenig mehr, da ich ihn mit meinem Antrag ja überfallen habe. Wir haben zusammen gegessen und uns ganz nett unterhalten. Als das erste Eis gebrochen war, haben wir uns sehr gut verstanden. Ich mag ihn, er hat einen ziemlich bissigen Humor. Teilweise weil wohl auch, weil er oft genug bissig sein musste. Ich vermute außer seinen Vater hat ihn keiner gemocht. Er spricht selten über andere aus der Familie. Von seinem Vater hört man nur Gutes. Wobei sein Vater - sein Paps, nicht sein leiblicher Vater ist. Er hat ihn adoptiert. Sein leiblicher Vater ist Ansgar Chouinard, ehemals Hohenfelde. Sie waren sich wohl nie sehr nahe. Ein Verwandter, sein Großonkel, Bruder des Opas also hat Linhard adoptiert und wie er es nennt, das erste mal gesehen. Also damit meint er wohl, dass ihn eine Person wahrgenommen hat. Keine Ahnung was da in der Familie los war, aber gut war es nicht. Er mag schnelle Pferde und scharfe Waffen - aus Stahl wie er anfügte«, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hört sich doch fürs Erste gut an«, fand Ciel. »Dass mit seinem Vater tut mir leid für ihn, wir sind dahingehend ja ziemlich verwöhnt. Wir können liebende Eltern unser Eigen nennen, das ist mehr Luxus als all der Prunk, den man sonst an uns sieht. Meinst du, Linhard mag dich ebenso? Olivie, tja, du hast Recht, es ist kein Geheimnis, dass ich eigentlich überhaupt nicht heiraten wollte. Aber es ist, wie du sagst, wir mögen uns sehr. Olivie ist nun sicher bei uns und ich bin fürs erste sicher vor Papas manchmal wirklich unheimlichen Hochzeitsplänen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Unheimliche Hochzeitspläne hat Papa nur, wenn Du selbst keine hast. Aber sucht man zu lange, hilft er einem und die Hilfe möchte man nicht. Stimmt in der Hinsicht sind wir zum Glück sehr verwöhnt worden. Über unseren Vater können wir uns nicht beklagen und über unsere Mütter ebenso wenig. Ich spreche für Deine einfach mal mit. Nun ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass Linhard mich begehrt oder sich in mich verguckt hat. Sein Grund wird logischer Natur sein. Eine Ehe mit mir bedeutet Status, Macht, ein gutes Auskommen, Sicherheit und und und. Warum sollte er das ablehnen? Denn was hat er dafür zu geben? Eigentlich nichts. Ich bin nett oder?«, grinste Greg. »Naja etwas verlange ich schon und das ist Mühe, sprich die Bemühung darum, dass daraus mehr werden könnte. Das habe ich ihm auch verdeutlicht. Also er kann nicht von vornherein sagen, wir sind Freunde - Punkt. Er soll sich tatsächlich bemühen. Und das wird er, denn er kann sich ja nicht scheiden lassen. Selbst wenn er wollte, er kann zum höchsten Mann im Staat gehen und das ist mein Bruder. Was meinst Du sagt Dreux, wenn ich nicht geschieden werden möchte?«, lachte Greg. »Ich weiß, dass klingt jetzt gemeiner als es gemeint ist. Ich möchte damit nur sagen, er hat zugesagt sich zu bemühen, dann muss er es auch tun. Allerdings stelle ich es auch nicht in Abrede, denn wir saßen zum Schluss gemeinsam auf dem Sofa, haben und einen Schnaps nach dem anderen reingepfiffen und über alles mögliche gelacht. Also bemüht haben wir uns beide und ich glaube er fand meine Gesellschaft genauso angenehm wie ich seine. Denn er hat bei mir übernachtet. Leider auf dem Sofa, aber er blieb. Das heißt doch was oder?«, freute sich Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»So was, ihr habt am Tag eurer Verlobung gebechert! Und das obendrein ohne Dreaux und mich. Vielleicht hätte ich doch einen Mann nehmen sollen.« Ciel zog ein schiefes Grinsen. »Willst du was Lustiges wissen? Jetzt kann ich es dir ja sagen. Wenn ich Olivie nicht bekommen hätte, dannn hätte ich als Nächstes um deine Hand angehalten.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das ist nicht lustig Ciel, dass rührt mich. Nun ich hätte Deinen Antrag angenommen und Du hättest Deine Ruhe gehabt. Ich gönne Dir Deine Ruhe und Enthaltsamkeit, wie ich mir Mann und Frau gönne. Warum soll man sich zu etwas zwingen lassen, dass man nicht will? Vielleicht sogar einfach nicht über sich bringen kann? Das wäre so, als würde ich Dreux zwingen einen Mann zu heiraten, oder Vater! Die gleiche Frage stelle ich mir, aber da hat er nie etwas gesagt. Wieso sollte ich nur eine Frau lieben dürfen? Ist das Gefühl der Liebe und Zuneigung nicht erst einmal Geschlechtsunabhängig? Bei mir ist es dass, bei anderen vielleicht nicht. Aber ich lebe mein Leben. Das Begehren kommt hinzu. Manche begehren nur Frauen, manche begehren beides, andere wie Du begehren eben nicht. Da es all diese Varianten gibt, sind sie auch gewollt. Wäre dem nicht so Ciel, gäbe es das nicht. Nenne es Gott, Ainuwar oder was Ihr alle auch so dazu sagt - ich nenne es schlicht einmal Natur. Und nichts ist so hart, unerbittlich und auch ehrlich wie die Natur. In der Natur gibt es nichts ,was es nicht geben soll. Und das was ihr nicht passt, merzt sie aus. Also warum gibt es uns? Dich, der Du nicht begehrst? Und mich - der auch sein gleiches Geschlecht mit-begehrt? Weil auch das irgendwo seinen Sinn macht. Man sollte nicht den Sinn der Natur hinterfragen oder in Frage stellen, nur weil man ihn selbst nicht begreift. Wir sind so geboren, das hat einen Grund - basta. Daran sollst Du immer denken Ciel, lass Dir von anderen nichts einreden. Du bist völlig gesund und völlig in Ordnung so wie Du bist. Naja ich dachte ein Schluck Schnaps lockert die Stimmung, dass wir so locker wurden, damit habe ich nicht gerechnet, war aber sehr schön. Wir waren beschwipst würde ich sagen. Und danach todmüde«, antwortete Greg. »Erzähl mir wie es genau mit Olivie lief. Was hast Du ihr geschenkt Ciel?«, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Bei Gregoires Worten musste Ciel die Stirn runzeln. »Ich habe das Gefühl, dass du und Vater euch in manchen Belangen nicht so sehr unterscheidet, wie du glaubst. Und auch wir unterscheiden uns nicht so viel. Ich liebe Menschen, Greg, oder ich liebe sie nicht. Aber ich liebe sie nicht als Träger von Geschlechtsorganen. Wenn du an deine Mutter oder deinen Vater denkst, denkst du auch nicht daran, was sie zwischen ihren Beinen haben oder was man mit ihnen im Bett anstellen könnte. Du liebst sie als Gesamtheit, aber diesen Aspekt klammerst du eher aus, weil du eigentlich gar nicht so genau wissen willst und erst Recht nicht selbst irgendwas damit zu tun haben willst. So ungefähr musst du dir meine Liebe für all jene Menschen vorstellen, die mir wichtig sind. Ob Mann, ob Frau, spielt für mich keine Rolle - denn ich will mit ihnen ohnehin nicht intim werden. Es freut mich, dass meine Offenbarung dich rührt und du meinen Antrag angenommen hättest. Nur die ganzen organisatorischen Hürden zwecks der Ehehierarchie und so weiter, auch, was weitere Ehepartner anbelangt wäre wohl ein Graus geworden. Ich habe Olivie eine goldene Rose geschenkt, die sie sowohl als Haarnadel als auch als Brosche verwenden kann und sie möchte mir eine Karte fertigen lassen. Und was habt ihr euch geschenkt?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun dann decken sich unsere Ansichten Ciel. Mir ist es gleich was wer zwischen den Beinen hat, wie Du es ausdrückst. Der Unterschied ist nur, in einer Partnerschaft möchte ich intim werden. Aber auch nur dort. Und ich möchte dass diese Person an mich gebunden ist, am besten dauerhaft. Ansonsten ist es wie Du sagst, das Geschlecht spielt keine Rolle. Hirarchien hin oder her, dass wäre doch Dreux Problem geworden und nicht unseres. Und nun hat er mit Dir und Olivie das gleiche Problem. Wobei, nein dass hat er nicht. Sie hat keinen Anrecht auf den Thron. Sie persönlich nicht, ihre Söhne hätten es, wenn es Dreux nicht mehr gäbe und er keine Söhne hat, mich nicht mehr und ich keine hätte und Dich nicht mehr ohne Söhne. Vater hat Dich ja anerkannt. Von daher, könnte einer ihrer Söhne den Thron besteigen, aber nicht sie. Gut da Du mit ihr verheiratet bist, ist das Problem aus der Welt geschafft, Deine Söhne sind ihre Söhne - folglich würde Dreux und mir was geschehen ist dennoch die Linie sicher. Aber zwischen uns wäre das wohl ein wenig komplizierter, ich muss Dir Recht geben. Jedenfalls was die rechtlichen Dinge anbelangt. Eine goldene Rose, dass gefällt mir. Ich habe ihm ein Pferd geschenkt und einen Säbel. Bellamy sagte, dass ein wahrer Kenner einen Säbel zu schätzen weiß. Ein Schwert kann reiner Schmuck sein, Prunk, oder Waffe. Ein Säbel wäre immer nur eines - Waffe und effektiv. Wenn ich also einen Säbel verschenke, wird sich nur jemand darüber freuen, der weiß was ich damit ausdrücken möchte. Also habe ich ihm einen Säbel geschenkt um Lin zu zeigen, dass ich seine Fähigkeiten achte, vor der Optik. Er hat sich ziemlich drüber gefreut. Mein Geschenk steht ebenso noch aus. Er hat gesagt, er möchte mich erst kennenlernen und dann würde ich mein Geschenk bekommen. Er sagt mir nicht wann, oder wo, oder was es sein wird - er wird es mir überreichen, sobald es passt. Damit bin ich einverstanden, dass zeigt ja dass er sich Gedanken machen möchte. Wie ich sagte, die Optik ist trotzdem das erste was man sieht, er muss sich die Haare wachsen lassen. So geht das nicht. Du weiß was ich meine Ciel, ich mag eine Person als Gesamtpaket, mit allem was dazugehört. Selbst wenn er 50 Kilo zunehmen würde, aber die Haare - nein dass geht nicht. Er braucht lange Haare, dass habe ich ihm gesagt. Er hatte wohl mal welche und hat sie sich abgeschnitten. Warum hat er mir nicht gesagt, das wäre zu privat und er hat versprochen zu schweigen«, schmunzelte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hm, wenn es so privat ist, dann hat es vielleicht religiöse Gründe? Wenn man ein Gelübde ablegt, schneidet man sich manchmal die Haare, man opfert sie Ainuwar, offiziell um ihm zu beweisen, dass es einem wirklich Ernst damit ist, doch natürlich gilt die Botschaft vielmehr dem menschlichen Umfeld, denn Ainuwar kennt unsere Herzen. Andere opfern noch ganz andere Dinge. Wenn dies sein Grund ist, dann lass ihm seine Glatze und organisiere ihm eine Perücke oder einen sonstigen schicken Kopfputz. Der Tipp mit dem Säbel ist genial, man kann Bellamy wirklich zu einigem gut gebrauchen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Er hat über meinen Wunsch nur gelacht. Ich denke er kommt dem Wunsch nach. Sollte er es nicht tun, dann werde ich nicht nachfragen. Belly und Du Ihr habt Euch beschnuppert was? Ja der Tipp war Gold wert, wie man so sagt. Mit jeder anderen Stichwaffe hätte ich mich wohl blamiert oder er hätte mich gefragt, was er mit dem Brieföffner soll. Und ein Pferd kann jeder gebrauchen. Wie kam es dazu, dass sich Deine Meinung so über Bellamy gewandelt hat? Eine weitere Frage, Du hast angerissen, dass Du ins neue Gebiet ziehen wirst, steht das fest?«, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warum sollte ich es dir verschweigen? Ich habe mich viel mit Ferrau unterhalten. Noch zu wenig, aber so oft und so lange es unsere Zeit erlaubte. Man hat ihn in der Vergangenheit schwer gekränkt und Belly hat dafür gesorgt, dass die betreffende Person angemessen bestraft wurde, abschreckend genug, als dass sich so etwas nicht wiederholen sollte. Bellamy war nicht nur ausgesprochen kreativ in der Umsetzung seines Auftrags, sondern ebenso gründlich und schien dabei auch noch gute Laune zu haben. Mehr kann man sich nicht wünschen. Ich beneide Vater um solch einen Palaisin. Es ist anmaßend und die Antwort vorhersehbar, aber ich werde Papa fragen, ob er mir Bellamy überlässt. Und ja, ich werde vorerst nach Neu-Souvagne ziehen, zumindest so lange, bis die Infrastruktur wieder steht und alles seinen Gang geht. Olivie wird mich begleiten und mein alter Erzieher Gaston, sofern der sich bei der Botschaft nicht vom höchsten Turme stürzt, ebenso mein Mentor Alexandre. Ein Himmelsauge benötige ich noch. Wenn ich schon dabei bin, Papa seine besten Männer abspenstig zu machen, werde ich ihn nach dem guten alten Jules fragen. Und wenn mich nicht meine Wahrnehmung arg trügt, wird Khawa ihn begleiten.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Wie wäre es, wenn ich Dich begleite? Mich würden die neuen Gebiete interessieren. Zur Herstellung der öffentlichen Ordnung wird eh ein Teil des Heeres entsandt werden. Zudem möchte ich bei meinem Verlobten eine zeitlang wohnen. Sicher könnte er am Hof leben, aber dann wären das zwei Fronten wo er sich eingewöhnen muss. Er möchte mit seiner Familie einen Neuanfang, dass sagte er uns. Folglich soll er sich in seinem neuen Zuhause einleben, samt seiner Sippe. Da nützt es nichts, wenn er bei mir am Hofe lebt, Meilen entfernt von seinen Leuten. Es würde ihm aber durchaus nutzen, wenn ich an seiner Seite bin, mit einigen guten Leuten von mir. Er könnte sich einleben und hätte inländische Unterstützung und wir wären uns nahe. Zudem würden wir beide uns nicht verlieren und hätten eine Aufgabe hier. Ich würde Dich gerne beim Wiederaufbau unterstützen, ebenso wie Linhard. Ihr beide teilt Euch dort eine Aufgabe, Du im Großen, er hat es im kleinen zu bewerkstelligen und ich bin an Eurer Seite. Was sagst Du dazu?«, fragte Greg. »Bellamy und Jules, nun Vater wird verdutzt gucken, aber er weiß doch auch wofür Du die Leute benötigst. Du hast ein Land aufzubauen, alt Souvagne ist in guter, sicherer und fester Hand. Ich gehe davon aus, dass er Dir die Leute aushändigt und sich selbst alte Hasen nimmt, die die Posten neu besetzen können. Fähige Leute haben wir überall, daran mangelt es uns zum Glück nicht«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du wirst mich begleiten?«, fragte Ciel erfreut. »Das freut mich riesig!« Er drückte seinen Bruder. »Aber mir wäre wohler, wenn du in meinem Anwesen leben würdest und nicht direkt bei deinem Verlobten. Das geht nun wirklich nicht, er hat noch nicht einmal ein Haus, nehme ich an und wenn dann ist es nicht bezugsfertig und wie willst du von dort aus arbeiten! Besser wäre es, wenn wir uns auf räumliche Nähe zu seinem künftigen Anwesen einigen würden. Aber du kannst nicht mit der halben Garde und einer Schar Diener bei ihm einziehen! Auf jeden Fall danke ich dir von Herzen für deine Unterstützung und deine Gesellschaft, Greg.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das ist auch wieder wahr, wir werden uns ein passendes Anwesen suchen. Ich werde ihn fragen, wie weit seine Vorbereitungen bezüglich seines Umzugs sind und ob er ein bezugsfertiges Haus zur Verfügung hat. An Geld scheint es seiner Familie nicht zu mangeln und zielstrebig sind sie auch. Soweit ich weiß und er selbst auch sagte, haben sie einge Magier in der Familie. Vielleicht benötigst Du den einen oder anderen von ihnen. Ein bisschen Gegenleistung oder Entgegenkommen wird ihm nicht schaden. Sie sollen sich nicht abschotten, weder gedanklich noch auf andere Art. Das wird eine gute Zeit Ciel, ich spüre es. Was hast Du vor mitzunehmen? Ich überlege gerade, wohin Du ziehen könntest. Einge meiner Bücher muss ich mitnehmen, ohne komme ich nicht aus. Und hast Du etwas für Olivie geplant? Sie wird doch sicher auch Wünsche haben, einen Garten oder so etwas in der Art. Wie steht es mir Dir? Ich weiß, dass bei Dir Arbeit und Zeitvertreibt Hand in Hand gehen, aber womit beschäftigst Du Dich sonst noch? Das muss von Deiner neuen Heimat aus möglich sein«, antwortete Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Außer mit Arbeit? Mit Meditationsübungen. Abends spiele ich mit Ferrau manchmal Karten- oder Würfelspiele. Geht alles von meinen Gemächern aus. Andere Kulturen finde ich interessant, dafür tun es Bücher oder Berichte von jenen, die dort waren oder sogar von dort stammen. Olivie mag Rosen, das sollte einfach zu bewerkstelligen sein, aber ich werde noch mal mit ihr sprechen, was sie sich sonst noch wünscht. Was für Magie kann seine Familie anbieten?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Bücher sind gleichgültig welche Themen betreffend einfach immer passend. Eine Welt ohne Bücher... das wäre mein persönlicher Abgrund. Ein kleiner Rosengarten würde sie sicher erfreuen. Oder eine kleine Ecke mit einigen Rosen wo sie den Nachmittagstee einnehmen kann. Linhards Familie hat hauptsächlich Nekromanten und Geistmagier, ich weiß was Vater davon hielt. Nun ich benötige für mein Glück ein Buch, wer hätte das gedacht und eine bequeme Sitzmöglichkeit. Am besten in einem schönen großen Sessel vor dem Kamin. Jedenfalls ist das der Großteil mit dem ich mich beschäftige. Einiges möchte ich gerne persönlich sehen oder erleben, aber nicht alles. Manches ist mir dann doch zu gefährlich, dass lese ich lieber aus sicherer Entfernung nach. Und naja andere Interessen, Du würfelst gerne, ich würde gerne zu meinem Mann gut sein, Zärtlichkeit und mehr. Drück mir die Daumen dass es sich ergeben wird. Mit Zerbino unterhalte ich mich auch sehr oft und gerne oder wir lösen Rätsel. Würfeln wäre nicht so meines, aber Kartenspiele vor allem wo man taktisch denken muss, könnte ich auch einmal vesuchen. Hast Du es schon mit Steine versucht? Das habe ich einmal gespielt, war interessant, habe aber vergessen wie es heißt. Wann siehst Du Olivie wieder Ciel?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Jetzt wo du es sagst ... vermutlich werde ich meine Abende künftig anders gestalten müssen.« Er rieb sich das Gesicht. »Sie wird vermutlich manchmal in meinem Bett schlafen wollen, dann fühlt sie sich gestört, wenn ich zur Schlafenszeit arbeite oder mit Ferrau rede oder mit ihm spiele. Alles ist durcheinander. Ich habe keine Ahnung, wann ich sie wiedersehe. Es ist alles ziemlich viel, am liebsten erst in zwei Wochen zur Hochzeit. Die Würfelspiele sind keine reinen Glücksspiele, sondern als Spiel verpackte Rechenübungen, sonst wären sie auch nichts für mich. Reine Glücksspiele langweilen mich, aber Ferrau hat mir Offizierskat beigebracht, das strengt den Grips richtig schön an. Nekromanten! Das ist nicht dein Ernst! Hast du dich vorher darüber informiert, wen du da heiratest? Dein Verlobter ist aber kein Nekromant, oder?« Ciel blickte seinen Bruder sehr ernst an.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Bei Ainuwar, nein Ciel das habe ich nicht! Das einzige was ich vorher wusste war das was Dreux mir sagte und er war damit einverstanden. Warum ich ihn fragte? Ganz einfach, ich sah ihn, ich wollte ihn. Was soll ich es abstreiten? Das war eine Spontanentscheidung, ich habe mir das nicht mal überlegt. Er hat mir einfach gefallen, das war nicht mal oh was für ein Geschoss. Er hat was und ich wollte das er meiner wird. Und nun wird er es. Dreux sagte mir seine Familie hat Macht, Einfluss, Wissen und sehr viel Geld. Und bei dem was Lin wohl auf den Tisch gelegt hat, wird die Aussage wohl stimmen. Soweit ich von ihm persönlich weiß, wo wir angeschickert geredet haben, sind zwei der Nekros wirklich mächtig und alt. Eine uralte Frau namens Maghilia sie ist fast 130 und ein Mann namens Osmund der nur ein oder zwei Jahre jünger ist, also um so ein Alter zu erreichen als Mensch, kann es nur mit Magie zugehen oder? Nein Linhard beherrscht überhaupt keine Magie und das war wohl ein Minuspunkt, bis sein Vater sich seiner annahm. Mehr erfahre ich, wenn wir uns wiedersehen. Ich werde ihn nachher wiedertreffen«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wunderbar, Nekromanten in unserer Familie, ich fasse es nicht!« Ciel bekam schlechte Laune. »Ich dachte, du hättest wenigstens ein paar Eckdaten zu dem Mann gehabt, aber Nein, dein Gefühl spricht und zack muss es geschehen! Das ist der Grund, warum ich mich von so etwas fernhalte, es macht einen dumm und bringt einen dazu, hirnrissige Spontanentscheidungen zu treffen! Zum Glück kannst du mit ihm wenigstens keine Kinder zeugen, so dass die Neigung zum Rumspielen an Leichen hoffentlich außerhalb unserer Blutlinie bleiben wird.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun es ist direkt in seiner Linie Ciel. Sein besagter leiblicher Vater ist ebenfalls Nekromant. Sein Bruder ist magisch begabt und Geistmagier. Sein Onkel - Bruder des Nekromanten ist ebenfalls magisch begabt und Geistmagier. Und sein Adoptivvater war ebenfalls Nekromant. Also ich glaube seine gesamte Familie, seine gesamte Sippe hat gewaltiges magisches Potential. Du könntest es nutzen Ciel. Reg Dich nicht auf, Du verkennst meinen und seinen Einfluss Bruder.«

Ciel Felicien de Souvagne
»Mich nicht aufregen?« Er zeigte in Richtung Norden. »Die Rakshaner werden momentan von ihren eigenen Ghulen aufgefressen! Es ist völlig außer Kontrolle geraten und Vater hat einen Notfallplan ausgerufen, welcher besondere Maßnahmen zur Grenzsicherung und die Umschulung aller Nekromanten unseres Landes auf Blutnekromantie vorsieht! Das haben keine Nekromanten zu bleiben, wenn es aus ihnen Souvagner werden sollen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich werde mit ihm reden, was ist mit den Geistmagier? Und wieso werden die Rakshaner aufgefressen?«, fragte Greg verwirrt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weil ihre Schöpfung sich gegen sie wendet. Die Nekromanten bekommen ihre Rechnung. Jene, die ihnen als Werkzeuge dienen sollten, haben das Schwert umgekehrt und legen es nun ihren eigenen Beschwörern auf die Brust. Ghule, Gregoire, ernähren sich von Menschenfleisch. Und sie bringen die Rakshaner erfolgreich dazu, es ihnen zu organisieren, denn sonst fressen sie sie auf. Die Schadenfreude unter den mir bekannten Blutnekromanten ist von mir durchaus nachvollziehbar. Nekromantie ist eine magische Disziplin für Egoisten. Sie sieht den eigenen Vorteil, Machterweiterung, Gewalt. Sie ist offensiv und durch und durch unmoralisch. Blutnekromantie hingegen ist selbstlos. Der Bluthexer opfert sich dem größeren Wohl, er opfert sein Blut und schlussendlich sein Leben. Ich bezweifle, dass sich aufgrund dieser enormen Interessenspanne die meisten Nekromanten umschulen lassen und dann werde ich entsprechende Maßnahmen ergreifen. Rede mit diesen Leuten, aber erwarte keine Einsicht. Sie werden hundert Gründe finden, nicht umzuschulen und sie werden allesamt egostischer Natur sein. Mit Geistmagiern kann man anders reden, siehe die Himmelsaugen, denen unsere Dankbarkeit und Achtung gebührt.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun vermutlich ist es der Drang Macht und Kontrolle über andere auszuüben, ich selbst würde keine Leichen erwecken wollen, hätte ich jene Macht. Aber dass sich die Leichen die einmal Personen waren gegen ihre Versklaver richten, nun damit hätten sie rechnen müssen. Ich weiß nicht ob sie überhaupt Ghule haben. Bei Ainuwar, ich muss wirklich ganz dringend mit Lin reden. Sag mir was ich ihn fragen muss. Sein Onkel der ihn begleitet ist ein Geistmagier. Ich glaube Dir doch Ciel, aber glaube auch mir, er klang davon nicht begeistert. Ich kann es nicht schwören, ich habe nicht gefragt aber so wie er über Magier sprach, hat er keine guten Erfahrungen gemacht bis auf eine. Ob er die Nekros schalten und walten lassen wird, weiß ich nicht. Aber sie bieten scheinbar auch eine Machtquelle. Möchtest Du mal mit ihm reden?«, stöhnte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er DARF sie nicht mehr schalten und walten lassen! Vater hat ein entsprechendes Dekret erlassen und ich werde dafür sorgen, dass es zu seiner Zufriedenheit umgesetzt wird. Am besten wird es sein, ich rede persönlich mit meinem Schwager in Spe, du weißt zu wenig davon, sie werden dir nur Dinge sagen, die sich schön und harmlos anhören. Merke dir eins: Es gibt keine guten Nekromanten.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte verstehend. »Ich habe nunmal keine Ahnung davon. Folge mir«, bat Greg seinen Bruder, stand auf und ging zurück zu seinem Quartier.

Eine undichte Stelle im Orden der Bluthexer >>
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Ciel Felicien de Souvagne

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Ringe, Kopf und Herz

#4

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 9. Apr 2018, 23:18

Ringe, Kopf und Herz

Ciel Felicien de Souvagne
Es gab unwahrscheinlich viel zu tun, um die liegen gebliebene Arbeit während der Ehverosreise aufzuarbeiten, die Durchsetzung des Verbots der Nekromantie in die Wege zu leiten und die organisatorischen Hürden der Förderung der Bluthexerei zu überwinden - ganz zu schweigen von der bevorstehenden Doppelhochzeit. Es war nicht einfach, ein Stündchen freizuschaufeln, um Gregoire in dessen Quartier zu besuchen. Ciel hatte Ferrau mitgenommen, obwohl das Gespräch sehr persönlicher Natur werden würde, da er fand, dass sein Leibdiener nicht nur arbeiten, sondern auch mal sitzen und Kekse knabbern sollte. So bat er Ferrau, an der Tür seines Bruders anzuklopfen und um Einlass zu ersuchen.

Ferrau
Ferrau klopfte umgehend, wie von seinem Herrn erbeten. Einen Augenblick später wurde die Tür von Zerbino geöffnet. Bevor Ferrau etwas sagen konnte rief der Leibdiener von Greg schon, dass dessen Bruder zu Gast sei. »Lass ihn rein«, antwortete Greg gut gelaunt. »Bitte tretet ein Herr«, bat Zerbino freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke«, sagte Ciel, trat ein und machte es sich in Gregoires Sitzecke bequem. Er wies auf den Stuhl neben sich, damit Ferrau sich dort platzierte und hielt Ausschau, ob zufällig ein Keksteller auf dem Tisch stand. »Ich hoffe, ich komme nicht ungelegen«, begann Ciel. »Hast du Lust auf einen kleinen Plausch? Ich brauche dringend eine Pause. Das alles schafft mich. Ach ja, Kaffee und Kekse wären gut.«

Zerbino
Zerbino servierte nach einigen Augenblicken Kekse, leichtes Gebäck und Kaffee, ehe er wieder den Raum verließ.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ja ich habe Zeit und ich habe einiges mit Dir zu besprechen. Zuerst habe ich einige Musterringe kommen lassen und dann benötige ich Deine Hilfe. Aber Du zuerst, wie kann ich Dir helfen?«, hakte Greg nach und nahm seine Tasse Kaffee zur Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm einen besonders fettig aussehdenen Keks und winkte mit der anderen Hand ab. »Das ist etwas kompliziert. Besser, wir fangen mit dem einfach Thema an, den Ringen. Ich habe mir darüber noch nicht einmal Gedanken gemacht ... Ferrau, du musst mich daran erinnern und mich beraten, sonst stehen wir ohne Ringe da! Ich kann nicht an alles denken, so was ist deine Aufgabe. Warst du überhaupt bei Benito, wie ich es dir schon tausend Mal gesagt habe?« Ciel trank einen Schluck Kaffee.

Ferrau
Ferrau nahm sich auch schnell einen Keks und begann zu essen, denn mit vollem Mund sprach man schließlich nicht. Er wollte seinen Herrn nicht enttäuschen, aber er wusste nicht, warum ihn dieser permanent zu dem verschrobenen Heiler schicken wollte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte die beiden gut gelaunt. »Dann schau Dir meine Auswahl an und sage mir, welche Dir am besten gefallen Ciel. Mir gefällt das Ringpaar eins am besten. Schau her«, bat Gregoire. »Mir gefallen die ersten am besten, die zweiten sind im Grunde identisch nur mit Steinen. Sie sehen massiv, marzialisch und sehr teuer aus«, grinste Greg.

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Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferrau, der extrem langsam an seinem Keks kaute, womit die Antwort klar war. Ciel schüttelte kaum wahrnehmbar den Kopf als Zeichen der Rüge. Er würde nicht mit Ferrau streiten, wenn es um die Eheringe seines Bruders ging, aber Ferrau würde sich danach eine Standpauke anhören dürfen, die sich gewaschen hatte. Er wandte seine Aufmerksamkeit ganz den Ringen zu. Ciel betrachtete sie genau. »Die ersten sehen nicht nur martialisch und teuer aus, sondern auch unbequem. Bedenke, dass ihr die Ringe sehr oft tragen werdet. Wenn sie unbequem sind, reibt ihr euch die beiden Finger daneben auf. Ich würde dir darum glatte, nicht zu dicke Ringe empfehlen. Von der Auswahl gefallen mir die hier am besten.« Er zeigte auf eines der Ringpaare.

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Gregoire Verrill de Souvagne
Greg schaute sich die Ringe genau an. »Würdest Du so einen Ring erhalten, würdest Du Dich darüber freuen und den Wert erkennen? Mit der Tragequallität hast Du Recht. Das habe ich nicht bedacht, also fallen die ersten beiden schon mal aus. Deine ausgewählten oder diese Bruder?

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Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, ich würde mich darüber freuen. Die ersten gefallen mir, wie gesagt, am besten, da ich diese Synthese von Gold und Silber mag. Sie passt zur Vereinigung zweier Menschen, zwei unterschiedliche Personen zu einem neuen Ganzen. Schau nur, das lebhafte Muster. Als seien diese Edelmetalle noch immer flüssig und in Bewegung. Solche Ringe hat garantiert nicht jeder. Sie sehen wertvoll, edel und charakterstark aus.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte zustimmend. »Du wärst ein erstklassiger Verkäufer, ich werde genau die von Dir empfohlenen Ringe nehmen. Nun da wir schon so schön miteinander plaudern, Du hast Deine Projekte - wie Khawa und Co. und ich habe nun meines. Eines aus Zuneigung wohlgemerkt. Aber um es mal freundlich zu formulieren, mein Mann hat mehr Probleme als Du Dir vorstellen kannst. Oder er hatte sie und sie laufen ihm noch nach. Ob er einige davon behalten wird, wird sich zeigen - allerdings nicht, wenn ich ein Wort mitzureden habe. Er hat mir erzählt was in seiner Familie so Gang und Gäbe ist und das schlägt dem Fass den Boden aus. Also falls er mal überreagiert, emotional - mach ihn bitte nicht rund. Du kannst es, Du hast ihn ja aufs Glatteis geführt. Er ist nicht böse oder hinterhältig, er ist verloren - dass könnte man sagen. Und er hat gewaltig viel Angst. Deshalb benötige ich Deine Hilfe. Hast Du etwas zur Entspannung da? Etwas das einem die Stunden versüßt? Du verstehst was ich meine, Du bist ja auch nicht auf Naturbasis dauerwach Ciel... ich möchte ihm was schenken, er kann es nehmen wenn er möchte. Er muss aber nicht. Hast Du sowas?«, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sprichst du aus Erfahrung? Hat er sich schonmal daneben benommen? Das muss er lassen, er ist nicht irgendwer, sondern Teil der großherzoglichen Familie. Er muss lernen, sich zu beherrschen. Zur Unterstützung kann ich dir Abia empfehlen, das ist etwas Mildes. Die Früchte dieses Baumes sorgen für gute Laune mit einigen Nebeneffekten, die für dich vielleicht ganz interessant sind, für mich eher störend. Ich habe es ausprobiert und die Packung mit den kandierten Abiafrüchten liegt nun ungenutzt herum. Ferrau bringt sie dir dann. Wenn du ihm für den Notfall was Härteres anbieten willst würde ich dir Mancharol empfehlen. Es wird alchemistisch hergestellt und ist den harten Drogen zuzuordnen. Überlege es dir also gut, ob du es ihm wirklich verabreichst. Es beruhigt und führt bei höherer Dosierung zu absoluter Teilnamslosigkeit bis hin zu Resignation. Auch das habe ich da. Probiert aber erstmal das Abia aus. Was ist Linhard denn zugestoßen, dass er so etwas braucht?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nein er benimmt sich nicht wirklich daneben, er reagiert nur anders als Du vermuten würdest. Mancharol gebe ich ihm auf keinen Fall, so ist er schon wenn er traurig ist. Er benötigt alles andere als eine verabreichte, alchemistische Resignation. Nun wir sind eine Familie nicht wahr? Seine Sippe besteht aus drei Familien. Jede Familie hat eine spezielle Aufgabe um die Macht der Sippe zu festigen. Die Wigbergs sammeln Wissen und nutzen dazu Magie, die Eibenbergs sammeln Geld und nutzen dazu Magie und die Hohenfelde sorgen dafür, dass der Sippe niemand in die Quere kommt - und sie nutzen dazu Magie. Die ersten beiden Familien tun Dir nichts, wenn Du magielos geboren wirst. Seine Familie sieht es als Erbfehler oder sowas. Und in seiner Familie gab es eine Tradition - gleichgültig wieviele Söhne geboren werden, am Ende überlebt nur einer, samt seiner Familie. Der Stärkste, Cleverste und so weiter wird dann die Familie anführen, sein Blut vererben und die Sippe leiten. Deshalb haben sie auch so viele Magier in der Familie, die Sippe heiratete oft untereinander. Gut dass machen viele befreundete Adelshäuser. Sein Erzeuger und sein Onkel wurden von ihrem eigenen Vater misshandelt. Sein Vater widerum misshandelte ihn nie körperlich, aber er war einfach nur da. Nützlich und eben da. Das erklärt auch seine seltsame Frage - ob ich das ernst meinen würde oder ihn veralbere. Wenn sein Vater etwas von ihm wollte oder ihn bewusst wahrnahm, dann damit er etwas erledigt... damit er eine Person erledigt... sie tötet. Das war seine Aufgabe. Und diesen Paps den er erwähnt, dass war sein Adoptivvater - der Bruder von seinem Opa - sprich diesem Typen der seine Söhne quälte. Er hat ihn wie ein Sohn behandelt. Er hat mir alles genau und ins kleinste Detail erzählt was er weiß, ich wiederhole es nicht Ciel. Aber seitdem ist er anders zu mir und ich kann anders mit ihm umgehen. Er ist mir irgendwie nahe. Sein Paps hat versucht die Familie von diesem Sumpf wegzubekommen und er hat es geschafft. Und er hat mit Lin jemanden auf den Thron dort gesetzt, der diesem alten Weg abschwört. So nennen sie es wohl. Und genau dies wird auch der Fall sein. Er möchte einen Neuanfang, er hat ihn verdient. Ebenso jene die es genauso sehen für diesen Mann der ihm ein Vater war. Und sollte dort wer quer schießen und meinen er könnte Linhard absägen, dann lernt er uns kennen und den Block. Sobald Du ihn mal richtig kennenlernst auf ein Bier oder so, wirst Du feststellen, dass er ganz anders ist. Er ist... süß und ein Lieber. Aber manchmal hat er so seine komische Art wo ihm scheinbar schlagartig alles gleichgültig ist - er macht es, weil er es tun muss. Mal ganz unroyal - einen Scheiß muss er. Er muss nur eines, anfangen zu leben. Für sich und seinen Paps. Ich habe ihm angeboten ihn zu uns überführen zu lassen. Drum Ciel benötige ich etwas, dass quasi Sonnenschein in seine Gedanken zaubert und nicht etwas das ihn beruhigt. Das bekommt er ganz gut allein hin. Leider. Und er soll auch nicht davon krank werden. Wir sind Brüder wir halten zusammen Ciel. Drum benötige ich da Deine Hilfe«, bat Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seinen fettigen Keks zurück auf den Teller und hörte Gregoire mit ernster Miene zu. »Du hast dir nicht gerade die beste Familie ausgesucht, um sie mit unserer zu verbinden. Du und deine Blitzentscheidungen! Ich heiße diese Überstürztheit keinesfalls gut! Aber nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Und natürlich stehe ich trotz allem zu dir. Aber ich finde es unmöglich und erwarte, dass du dir für künftige Ehepartner mehr Gedanken machst! So was sollte doch eine Entscheidung sein, die vom Verstand gefällt wird und nicht von deinem ... deinem Bauch!« Er nahm sich den Keks nun doch, tunkte ihn in den Kaffee und biss das aufgeweichte Stück ab. »Es gibt keine Drogen, die ihn wirklich glücklich machen, nur solche, die das Glück von später borgen, es sich als Vorschuss holen. Nach Abklingen der Wirkung fällt man in seinen persönlichen Abgrund. Es geht einem danach noch schlechter. Es scheint, als hätte man nur eine begrenzte Menge Glück zur Verfügung und diese wird dann auf einmal aufgebraucht. Uphamenol wäre das Einzige, was ohne einen solchen Absturz hinterher einhergeht, aber dafür schläft man danach Stunden bis Tage am Stück durch. Auch das habe ich da und kann es zum medizinischen Zweck ebenso wenig empfehlen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun ich habe nicht nur mit dem Schwanz gedacht, wenn Du das meinst. Zudem ist dies eine Familien von dreien und bedenke was er bezahlt hat, damit sie hier leben dürfen und ihren Neuanfang bekommen. Was geschah, geschah doch immerhin nur in Naridien, sind wir mal ehrlich. Wenn sie sich hier genauso verhalten wollten, haben sie sich das falsche Land ausgesucht oder nicht? Wir haben eine ganz andere Ordnung als dieses liberale Naridien wo sowas erlaubt ist. Und das die anderen mitziehen heißt dass sie die Entscheidung akzeptieren, nicht gut heißen aber erstmal annehmen. Hier werden sie eine andere Form von Verantwortung kennen und leben lernen Ciel. Und er ist jung, wünscht sich den Wandel und er hat mich an der Seite. Diese Wigbergs und Eibenbergs sind anders gestrickt. Vielleicht für Feinde nicht minder gefährlich - aber für Verbündete sind solche Leute auch ein Gewinn. Nur Linhards direkte Familie muss umdenken. Ich denke zudem, dass keiner gerne in so einer Familie lebte. Nun dann werde ich ihm das besorgen dieses Uphamenol, falls er möchte kann er es einnehmen. Nur dann nicht vor der Hochzeit, da hätten wir wohl ein Problem, wenn er die verschläft. Ich weiß nicht ob es richtig war, davon überhaupt zu erzählen. Nun weshalb bist Du hier?«, hakte Greg nach und aß auch Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
»Uphamenol führt bei falscher Dosierung zum Tod«, sagte Ciel und steckte sich den Rest seines Kekses in den Mund. Als er heruntergekaut hatte, ergänzte er: »Gib es ihm nicht, ohne es mit Benito abgesprochen zu haben. Wenn er einen angeborenen Herzfehler oder dergleichen hat, kann bereits die erste Einnahme seine letzte sein. Ich werde es dir trotzdem organisieren, wenn du es wünschst, denn ich werde dir oder ihm nicht euer Leben vorschreiben. Es ist trotz allem gut, dass du mir davon erzähltest, wie seine Sippe tickt, oder darf ich jetzt nicht einmal mehr meine Meinung zum Ausdruck bringen? Wir waren immer ehrlich zueinander. Lass es uns auch künftig sein. Ich finde deine Entscheidung nach wie vor nicht richtig in der Art, aber ich machte auch deutlich, dass ich dennoch zu dir stehe. Lass uns nicht streiten, Greg. Besonders nicht vor der Hochzeit.« Er drückte die Hand seines Bruders. »Du bist mein kleiner Bruder und du musst mir zugestehen, dass ich manchmal auch besorgt bin, in Ordnung? Ich will dir deinen Lin nicht madig machen. Es ist nur ... ich bin eben mehr der Kopftyp. Womit wir zu meinem Problem kommen. Ferrau, bitte hole Dreaux. Danach gehst du SOFORT zu Benito und lässt deine Rippe nachkontrollieren! Du hättest gemütlich mit uns Kekse essen können, wenn du es bereits erledigt hättst, das ist nun dein Pech.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Entschuldige, ich weiß dass Du Dir nur Sorgen machst Ciel. Wir waren immer ehrlich zueinander und wir sind weiterhin ehrlich zueinander. Aber was er mir erzählt hat, muss ich selbst irgendwie erstmal verdauen. Das meine Entscheidungen aus dem Bauch heraus nicht immer richtig sind, ist klar. Jeder von uns Dreien hat eine Aufgabe nicht wahr und Du bist der Kopf - ich bin es nicht. Wie soll ich es beschreiben, ich möchte ihn behalten und zeigen dass es schön ist zu existieren. Er wird es nicht vergessen, aber er wird zu uns gehören. Und wenn er zu uns gehört, wird er seine Leute umkrempeln, das waren meine Gedanken. Ich kann mir eben nicht vorstellen in einer Familie zu leben wo man Angst haben muss, mit wem man gerade isst und was ist wohl in dem Essen? Oder wann versucht einer meiner Brüder einen Konkurrenten los zu werden? Sowas erträgt doch kein Mensch. Ich möchte es Dir sagen und gleichzeitig möchte ich es selbst nicht wissen. Auf der anderen Seite wiederum doch und ich hätte gerne mit seinem Vater gesprochen, seinem Paps. Ich könnte mal mit jemand anderes aus der Familie reden. Lin sagte ich sollte mit Wolfram reden, einem Verwandten der ganz aus der Art schlägt, da er absolut friedlich und freundlich ist. Das werde ich auch tun. Nun dann lassen wir das lieber mit den Drogen, ich habe davon keine Ahnung und ich möchte meinen Mann ja nicht umbringen. Eigentlich hatte ich vor ihm das Leben schmackhaft zu machen, eben Freude daran zu haben. Das bekomme ich auch anders hin. Deine Meinung ist mir wichtig, sonst hätte ich nicht gefragt - aber ich weiß auch nicht warum ich mich bezogen auf ihn gleich angegriffen fühle. Entschuldige nochmal«, bat Greg.

Ferrau
Ferrau nickte betreten. »Herr ich eile sofort«, sagte er beschämt und eilte davon um Dreux zu seine Brüder zu bitten. Nachdem er in der Amtsstube war und seinem alten Herrn und nun Duc davon berichtete, dass seine Brüder ihn in Gregs Quartier erwarteten, machte sich Ferrau so langsam er konnte und mit knirschenden Zähnen auf zu Benito. Er konnte sich jetzt schon die Kommentare von dem Heiler vorstellen und ihm wurde warm und kalt zugleich.

Dreaux Gifford de Souvagne
Der Duc ignorierte das Farbspiel von Ferraus Gesicht, nickte knapp und begab sich dann zu Gregoirs Quartier. Er klopfte kurz und trat dann ein. »Meine Person wurde verlangt«, grinste er gut gelaunt und breit.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weil du ihn beschützen wolltest«, sagte Ciel sanft. »Aber vor mir musst du das nicht. Ich will euch nichts Böses, ihm nicht und dir noch viel weniger. - Ah, hallo, Dreaux. Setz dich doch zu uns und nimm dir einen von Gregs Keksen. Sie schmecken wunderbar nach Butter.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Die sind selbst gebacken«, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
"Selbst gebacken? Du bäckst neuerdings?"

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux musterte seinen kleinen Bruder total irritiert, setzte sich und nahm sich etwas verstört einen der Butterkekse.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Doch nicht von mir, vom Hofbäcker«, lachte Greg und knuffte Ciel.

Dreaux Gifford de Souvagne
»Witzig Du Scherzkeks... lecker sind sie trotzdem«, lachte Dreux. »Also was möchtet Ihr beiden fast Verheirateten?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich möchte etwas und zwar von euch - ich möchte etwas wissen. Ich benötige euren Rat. Eigentlich hatte ich nur Dreaux fragen wollen, doch ich glaube, deine Erfahrungen sind auch wichtig, Greg. Es geht darum, was in einer Ehe angemessen ist - und was nicht. Ihr kennt meine Bedenken bezüglich des Beischlafs. Jedoch heißt das nicht, dass ich keinen Körperkontakt schätze. Ich genieße ihn sogar. Was mich zu meiner Frage bringt. Ich bin es gewohnt, mit Menschen im selben Bett zu schlafen, die mir viel bedeuten. Das waren bisher verschiedene Leute, nur nicht Olivie. Unschwer zu erahnen, dass dies nur Menschen gestattet ist, die mir sehr viel bedeuten. Die Frage ist nun, wie ich das Olivie beibringe - oder ob ich darüber einfach schweige. Was meint ihr?«

Dreaux Gifford de Souvagne
»Ich würde diesen Umstand nicht verschweigen, sondern ihr sagen wieviel sie Dir bedeutet und zudem würde ich sie an Deiner Stelle bitten, bei Dir einzuziehen. So dass Ihr gemeinsam lebt, wohnt und auch schlaft. Normalerweise sind getrennte Räumlichkeiten also Wohnungen üblich. Aber mir persönlich würde es nicht gefallen und ich möchte es auch nicht. Vater selbst gefällt es auch nicht, aber er ändert es nicht. Also warum haltet Ihr es nicht so? Ihr beiden heiratet doch aus Zuneigung, sogar aus Liebe - jedenfalls Du Ciel. Du wirst nicht am Hofe leben, sondern in Neu-Souvagne - dann mache es neu. Für Dich und Du für Dich Greg. Seht zu, dass Ihr das bekommt, was wir als Familie doch auch haben, Geborgenheit und Nähe. Dass sollte man erst Recht mit seiner Frau oder seinem Mann genießen. Von mir hast Du ein Pro. Und sage es ihr so, wie Du es uns gesagt hast. Du möchtest ihre Nähe. Gibt es ein schöneres Kompliment?«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel strich sich das Kinn. »Ich glaube, du missverstehst mich, Dreaux ... es geht mir darum, dass ich gern weiterhin mit anderen Menschen außer ihr das Bett teilen würde.«

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux starrte Ciel verwundert an. »Achso, so wie wenn Vater und Fabs zusammen im Bett liegen? Sprich einfach nur herumgammeln und nichts tun, weil er einen freien Tag hat? Gut, dass würde ich dann vielleicht etwas dezenter verpacken. Soll sie denn bei Dir wohnen?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Wenn sie bei ihm wohnt, aber dort jemand anderes schläft, ist das nicht komisch? Ich meine ich werde Deinen Rat beherzigen und mein Mann schläft bei mir. Oder ich bei ihm, je nachdem wo wir sind. Aber wenn Du Ciel einfach so mit jemanden das Lager teilen möchtest um nicht einsam zu sein, verstehe ich das. Was spricht denn dagegen, dass Olivie es ist?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Es war schon etwas anderes, als nur nebeneinander zu liegen. Wir waren zärtlich zueinander. Aber es ging nie unterhalb der Gürtellinie. Ich fürchte, wenn Olivie das mitbekommt, könnte sie verletzt sein. Aber ehrlich gesagt möchte ich darauf auch nicht verzichten. Diese Menschen sind mir sehr wichtig, sonst würde ich das nicht mit ihnen tun. Auch Olivie ist mir wichtig und ich möchte viel Zeit mit ihr auf diese Weise verbringen. Aber ausschließlich mit ihr? Wie sollen sich dann die anderen fühlen? Ich bin sehr hin und hergerissen, darum bitte ich euch um eure Meinung.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun ich glaube ich kann Dich da verstehen, Du möchtest Dich bei Deiner Zärtlichkeit nicht auf eine Person alleine festlegen. Wir reden jetzt nur von Nähe, nicht mehr. Knuddeln, liebhaben, vielleicht auch küssen. Ich weiß dass es Dir gleichgültig ist ob es ein Mann oder eine Frau ist. Mir geht es ähnlich nur wenn ich jemanden nahe bin und alles läuft rund dann verspüre ich auch Verlangen nach der Person - es geht also unter die Gürtellinie. Du bleibst oberhalb und möchtest mit den Menschen die Dir nahe sind auch weiterhin ungestört die Nähe teilen. Dann ganz ehrlich Ciel, kann sie nicht bei Dir wohnen. Sie könnte das missverstehen. Und Du kannst auch nicht jeden heiraten den Du magst. Theoretisch könntest Du das, dann wärst Du sogar auf der sicheren Seite. Aber ich glaube kaum, dass Du das anstrebst. Drum lass sie ihren Bereich behalten, behalte Du Deinen - samt der dazugehörigen Freiheiten und Möglichkeiten. Das ist nichts außergewöhnliches Ciel. Außergewöhnlich ist bei uns gemeinsam zu wohnen. Ich weiß auch nicht, ob ich ewig auf eine Frau verzichten kann. Und ehrlich, ich werde es auch nicht. Entweder rein aus dem Grund der Nachkommen - oder aus dem Grund dass mir dies fehlt oder ich eine Frau kennenlerne die vielleicht sogar uns beiden zusagt, die dritte im Bunde. Wer ist denn die Person, oder sind die Personen denen Du so nahe stehst? Ich habe nur Linhard, aber er sprach von Magdalena de la Cantillion. So dass ich überlegt hatte, mir sie mal anzuschauen - im Grunde für uns beide. Wer sind Deine Leute Ciel?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Menschen, die man in den meisten Fällen nicht mit unserem Stand heiraten kann oder sollte. Es waren viele im Laufe der Jahre. Menschen, denen ich vertraute und bei denen ich mich wohl fühlte, wenn sie bei mir waren. Mein altes Kindermädchen zum Beispiel. Nathan. Nun, letzterer fällt fortan ja wohl weg. Aktuell macht mir ein guter Freund dahingehend Sorgen. Dreaux kennt ihn schon und du ihn vielleicht vom Sehen. Marquis Alexandre de la Grange. Ich habe ihm noch nicht gesagt, dass ich heiraten werde, aber ich fürchte, er könnte sehr ... emotional reagieren, wenn er erfährt, dass er damit abgesägt wird. Wenn ihr beiden eine Frau findet, die ihr beide wollt, wäre dies auf den ersten Blick das Optimum - andererseits könnten ihre Kinder dann womöglich von Linhard sein, bedenke das!«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun auch dafür gibt es eine Lösung, er darf es mit ihr nicht tun für eine Zeit oder ich darf es nicht - je nachdem worauf man sich einigt. Falls sie überhaupt passt. Also im Grunde jede Person die Du einfach liebt hast. Dreux oder ich könnten bei Dir im Bett schlafen, wir knuddeln aber nichts passiert. Ebenso halt zig andere, die Du nie heiraten könntest. Und Marquis Alexandre de la Grange ist so ein Freund. Dann gibt es doch eine schöne und vertrauensvolle Art es ihm zu sagen. Schlaf mit ihm - also nebeneinander und sag ihm dabei dass Du heiraten wirst. Zeitgleich sagst Du ihm, dass er Dich weder als Freund noch als Gefährten verliert. Ihr bleibt Vertraute«, schlug Gregoire vor.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte langsam und verstehend. Er wusste was Alex zustoßen war, Greg wusste es nicht. Wie wichtig für diesen Mann dass bisschen Zuneigung war, was er gereicht bekam und sich selbst zugestand konnte Greg nicht wissen. »Ja sage es ihm in aller Ruhe und sage ihm dabei, was er Dir bedeutet. Er darf nicht das Gefühl bekommen von nun an nicht mehr gewollt zu sein, er würde den letzten Halt im Leben verlieren Ciel. Er hat nur Dich.«

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn ich es Alexandre auf diese Weise mitteile, Greg - ich glaube, das wäre wie ein Dolchstoß für ihn. Weil es sich im ersten Moment so anhört, als wäre er gemeint und als Marquis wäre er tatsächlich einer der wenigen Kandidaten, die für eine Heirat theoretisch in Frage kämen, abgesehen davon, dass Alex kaum vorzeigbar ist, so dass er praktisch ausscheidet. Es ist, wie Dreaux sagst, er hat nur mich. Ich würde ihm den Boden unter den Füßen wegreißen. Ich kann ihn nicht hängen lassen und will es auch nicht. Aber wie sage ich das Olivie - und was mache ich, wenn sie sich dagegen ausspricht? Dann sitze ich zwischen den Stühlen! Natürlich könnte ich auch einfach ein Machtwort sprechen, aber will ich das? Ich will sie beide behalten. Und habe Angst, sie genau darum beide zu verlieren.«

Dreaux Gifford de Souvagne
»Nun damit hast Du Dir doch selbst die Antwort gegeben - Du möchtest keinen von beiden verlieren. Dann tue es nicht, sondern überlege ob Du ihn ebenfalls heiratest. Etwas später. Rein um ihm zu zeigen, wie wichtig er Dir ist und dass er trotz seiner Verletzung noch gewollt wird, auf diese Art. Er wäre die Nummer zwei, er würde nichts repräsentieren müssen, er wäre Dein Schatz Zuhause. Er wäre einfach da und hat einen Platz zum sein«, schlug Dreux vor.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte zustimmend. »Einfach ein Platz wo man sein kann, dass klingt gut. Den werde ich mir borgen«, schmunzelte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog nachdenklich die Brauen nach oben. »Alex heiraten...? Meint ihr, das würde Sinn machen? Dreaux hat ihn schon kennengelernt er ist sehr eigen. Am Ende würde es das vielleicht noch schlimmer machen, weil er und Olivie sich womöglich nicht vertragen. Es ist schwierig ... ich wollte früher schon die komischsten Leute heiraten, ehe ich den Gedanken ganz verwarf. Bei so vielen Dingen bin ich rational und gehe rein nach der Logik vor - und ausgerechnet bei so etwas kann ich es nicht. Ich bin verwirrt. Wie kann ich wieder klar im Kopf werden, woher weiß ich, dass meine Entscheidungen taktisch klug sind und nicht nur das Hirngespinst des Kindes, das noch irgendwo in meinem Kopf festzustecken scheint?«

Dreaux Gifford de Souvagne
»Das wirst Du nie wissen, genau dass ist das Problem. Du musst Dir ein Herz fassen und es versuchen. Schalt den Kopf einmal aus und lass genau jenes Kind reden. Wenn Du rein auf Deine Eingebung hörst, ist diese meist richtig. Bei mir ist es so. Stell Dir vor Du fragst ihn, wie fühlt sich das an? Gut? Falsch? Hast Du Angst dass er ablehnt? Wieso sollte er? Wenn Du ihm sagst, was er Dir als Mensch bedeutet, dass Du nicht auf ihn verzichten kannst oder willst. Wie ernst es Dir damit ist, wie lange Du mit Dir gehadert hast. Wieso sollte er ablehnen? Nun vielleicht um Dich nicht mit sich selbst zu belasten, aber diese Ausrede wirst Du nicht gelten lassen. Inwieweit möchtest Du ihn denn behalten Ciel? Soll er nur für Dich da sein und Du für ihn, oder möchtest Du ihn wirklich an Deiner Seite haben? Letzeres ist für die Frage eine Grundvoraussetzung - sprich Du musst ihn als Partner wollen, wenn Du ihn fragst«

Ciel Felicien de Souvagne
»Schwierig ... hätte ich meinen Kopf früher ausgeschalten, wäre ich schon mit meinem Kindermädchen, mit dem Koch von vor zehn Jahren, mit Nathan und mit meiner eigenen Mutter verheiratet. Ich fürchte, mein Herz ist wirklich kein guter Maßstab, Dreaux. Es hat seinen Grund, warum du das Herz unseres Trios bist und nicht ich. Ich kann doch nicht jeden heiraten, nur weil ich sie oder ihn mag. Aber Alex ist ein Sonderfall weil er niemanden hat und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich das jemals ändert. Ich werde darüber nachdenken, als wen ich mir Alex dauerhaft wirklich wünsche. Meint ihr, ich sollte mit Olivie schon darüber reden? Oder erstmal die Trauung abwarten?

Dreaux Gifford de Souvagne
»Das ist eine taktische Frage«, grinste Dreux. »Wäre es eine Fremde würde ich sagen, sag es ihr nach der Hochzeit, denn eine Trennung ist ab dato unmöglich. Aber Du magst sie wirklich und sie ist Deine Halbschwester, folglich würde ich sagen, erkläre es ihr so schnell wie möglich. Du musst aber auch bereit dafür sein. Auf der anderen Seite ist es gleich ob Du es vor oder nach der Hochzeits erzählst, sollte sie es verstehen. Du möchtest ihr ja nicht fremdgehen, Du möchtest nur Nähe zu anderen suchen. Mehr tust Du ja nicht. Wir wissen ja auch nicht, ob sie nicht bei Gewitter gemeinsam mit ihrer Zofe im Bett liegt und die Decke bis über die Nase hochgezogen hat - sind wir da mal ehrlich. Mehr machst Du auch nicht. Drum, wäre beides möglich und Oli ist eine kluge junge Frau. Warum sollte sie Dich nicht verstehen? Ich würde es ihr sagen«, antwortete Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich würde es ihr ebenfalls sagen, aber erst nach der Hochzeit. So lange ist das nicht mehr hin, noch gut 4 Wochen. Du hast so lange geschwiegen, Du hast ihr erst jetzt einen Antrag gemacht und vorher hast Du es auch nicht Oli erzählt. Musstest Du auch nicht, davon war nichts abhängig. Ist es das denn jetzt? Nein. Sie wird Dir Alexandre nicht wegnehmen oder ihn Dir verbieten, da sie noch gar nichts von ihm weiß. Und Dreux erwähnte eine Verletzung. Wenn sie weiß, dass er krank ist und einfach keinen hat der ihm nahesteht, der sich um ihn kümmert, mal ehrlich warum sollte Oli Dir verbieten, dass der Mann bei Dir übernachtet? Du weißt worüber wir zu Anfang geredet haben Ciel? Mit Deinem Alex machst Du dann nichts anderes. In ein trübes Leben bringst Du ein wenig Sonnenschein. Nun vielleicht ist sein Leben nicht nur trübe, sondern stockfinster, aber auch da sieht man dann den einen Sonnenstrahl oder? Und meinst Du Oli wäre so herzlos dem Mann der sonst keine Freunde hat, den einzigen Freund zu verbieten? Das macht sie nicht. Das würde keiner hier von uns tun, gleichgültig wen Du fragst«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wollte ohnehin noch mit ihr wegen der Hochzeitsnacht reden.« Ciel rieb sich das Gesicht. »Mal schauen, wie sie drauf ist, ob es sich ergibt oder ich noch warte. Dass sie Nein sagt ist meiner Meinung nach nicht so unwahrscheinlich. Alex ist ja nicht gerade ein Sympathieträger und manche Menschen finden ihn eklig, da er ... wenig Wert auf Körperpflege legt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich schlichtweg davor ekelt, dass ich erst mit ihm kuschle und dann mit ihr, selbst wenn ich zwischendurch bade.«

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux schaute ihn beschwörend an. »Und wenn Du ihr die Wahrheit anvertraust warum? Dann wird sie verstehen, glaube mir«, flüsterte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf Dreaux kurz einen Blick zu, dann sah er wieder weg. »Das würde ich mir, wenn überhaupt, für den Notfall aufsparen. Niemand möchte, dass so etwas publik wird. Das würde auch von uns keiner wollen. Ich werde es ersteinmal auf dem Wege der Vernunft versuchen. Sollte sie dann ablehnen, werde ich darüber nachdenken, vorher nicht. Und ich würde ihn vorher fragen. Alex vertraut mir und er kann mir vertrauen. Ich werde so etwas nicht ohne sein Einverständnis weitertragen. Ich wäre sein Vertrauen nicht wert. Danke für euren Rat, ich habe nun wieder viel Stoff zum Nachdenken.«

Dreaux Gifford de Souvagne
»Das sowieso vorausgesetzt Ciel. Damit hast Du Recht. Jederzeit Bruder«, antwortete Dreux liebevoll.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Jederzeit auch von mir Ihr beiden Großen. Danke für Deinen Rat bezüglich meines Zukünftigen, ich werde mich bemühen. Wäre schön wenn Du ihn mal kennenlernst«, sagte Greg innig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erhob sich. »Nun, ein wenig durfte ich ihn ja schon kennenlernen. Unsympathisch ist er nicht, nur das Lügen muss er noch üben.« Ciel blinzelte Greg zu und nahm sich noch einen Butterkeks. »Ich werde in meinen Gemächern nachdenken, wenn möglich etwas arbeiten und auf Ferraus Rückkehr warten. Mal schauen, ob er diesmal bei Benito war. Bis später, ihr beiden.« Damit verließ Ciel den Raum und kehrte in sein Arbeitszimmer zurück.

Dreaux Gifford de Souvagne
Greg und Dreux schauten ihm nach. »Ich hoffe er wartet nicht zu lange. Ferrau und seine Angst vor Benito«, stöhnte Dreux.
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Re: Royale Doppelverlobung

#5

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 12. Apr 2018, 06:41

Rose und Ring


Gregoire Verrill de Souvagne
:D ich habe mir was neues ausgedacht um meinen Mann zu beeindrucken. Erstens einen Verlobungsring, den erhält ja jede "Braut" Deine auch. Drum habe ich Dir gleich auch einen Verlobungsring in Rosenform mitgebracht :D


Gregoire Verrill de Souvagne
Schau was ich Dir für Deine Frau mitgebracht habe :)
https://wedding-photography.info/wp-con ... sring3.jpg

Ciel Felicien de Souvagne
Der Ring ist wunderschön, Greg. Danke! In Rosenform, darauf muss man erstmal kommen. Du hast für schöne Ringe scheinbar ein Händchen. Damit hast du Ferrau viel Arbeit abgenommen.


Gregoire Verrill de Souvagne
Danke, jetzt zeige ich Dir was Lin bekommt. Zuerst den Verlobungsring. Hier der ist es.


Gregoire Verrill de Souvagne
https://i.pinimg.com/736x/0e/42/16/0e42 ... e-gane.jpg
Und als Eheringe habe ich mir auch was Neues überlegt, etwas das heller ist hätte ich gerne gehabt, aber das mit der Maserung war von Dir eine gute Erläuterung drum diese hier


Ciel Felicien de Souvagne
Sehr edel, die Oberfläche des Verlobungsringes sieht aus wie bewegtes Wasser-


Gregoire Verrill de Souvagne
https://www.wiesner-schmuck.de/images/s ... uringe.jpg
Schlicht der Verlobungsring und das sind unsere Eheringe. Was sagst Du?


Ciel Felicien de Souvagne
Ist das Rotgold? Schöner geht es kaum. Sie gefallen mir ausgesprochen gut, sowohl der Verlobungsring als auch die Eheringe! Und sie passen stilistisch zueinander.


Gregoire Verrill de Souvagne
Sie bestehen aus Gelbgold, Rotgold, Weißgold, Paladium und der eine mit Brillanten


Gregoire Verrill de Souvagne
ich dachte mir, es muss etwas sein, dass zusammen passt und das er gerne tragen würde. Der Verlobungsring muss schlichter sein als der Ehering. Aber trotzdem dazu passen


Ciel Felicien de Souvagne
Ich werde dich in solchen Dingen künftig zu Rate ziehen, Greg! Ich bin begeistert!


Gregoire Verrill de Souvagne
Dankeschön dass freut mich, er hoffentlich auch! Ich bin nervös ob sie ihm gefallen. Aber bei dem Rosenring dachte ich sofort an Deine Oli


Ciel Felicien de Souvagne
Sehr aufmerksam von dir, wirklich. Lass mir die Rechnung davon bitte zukommen.


Gregoire Verrill de Souvagne
Ist schon in Ordnung, geht aus der gleichen Kasse gg


Ciel Felicien de Souvagne
"Oh, gut. Ich möchte mich auch noch mal bei dir bedanken für deine Geduld mit Alexandre. Inzwischen habe ich mich mit ihm ausgesprochen und er ist wieder milder gestimmt. Bist du eigentlich immer noch der Meinung, dass ich ihn heiraten sollte?" Ciel schmunzelte schief. "Ferrau, bitte melde meinen Besuch bei Olivie an. Wenn ich mit Greg gesprochen habe, möchte ich sie gern sehen, um ihr den Ring zu überreichen."


Ferrau
*verneigt sich höflich* "Sofort Herr", antwortete Ferrau und flitzte davon.


Gregoire Verrill de Souvagne
"Was spricht denn für Dich dagegen? Du liebst ihn, er Dich ebenfalls. Keine Ahnung warum Leute so ein Tam Tam darum machen. Liebe wen Du lieben willst, aber liebe. Hat es wen zu interessieren? Meine Güte Leute finden immer was um mit dem Finger auf Dich zu zeigen. Er liebt einen Mann! Er ist nur Grünzeug! Er ist nur Fleisch! Er trägt eine Brille! Was weiß ich, gehetzt wird immer, dann gehts den Leuten gut. Mach Dir doch darum keinen Kopf, denn wer es übertreibt verliert ihn hier. Also was ist eigentlich Dein Problem?", grinste Greg.


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte ein paar Mal. "Ich habe nie behauptet, dass ich ihn liebe, so weit ich mich erinnern kann."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Nicht mit Worten, dass stimmt. Aber mit grenzenlosen Taten. Die ganze Zeit, Jahre lang und nun willst Du mir den Mist erzählen? Ciel, versuch es erst gar nicht. Und falls Du es selbst noch nicht gewusst hast, Du liebst ihn. Wer würde sich sonst so aufopfernd um eine Person wie ihn kümmern? Es gibt zweierlei, die einen sind dankbar für Hilfe, die anderen stoßen einen weg. Aber die Letzteren sind auch schwer zu ertragen. Sie sind verbittert und voller Hass. Meist lassen sie es an den falschen Personen aus, denn die - die ihr Unglück verursacht haben, sind übermächtige Gegner. Da kneifen sie den Schwanz ein. Also schlagen sie lieber auf die Leute ein, bei denen sie wissen, dass nichts zurückkommt. Schlimmstenfalls was? Sie verlieren die Leute, aber ein Angriff erfolgt nicht. Sie liegen höchstens heulend nachts in den Kissen, ich habe es ja gewusst er war wie alle anderen. Falsch.

Es sind immer andere Personen die auftauchen und wieder gehen, die Konstante ist er - also liegt es nach dem Geschehen was immer geschah an ihm. Er verstößt die Leute, er vergrault sie. Bestraft scheinbar damit seine Feinde aber in Wahrheit doch nur sich selbst. So hat es Lin erklärt und ich glaube ihm. Und Du erträgst all das, weshalb? Weil er Dein Lehrer ist? Ciel jeder Außenstehende würde sagen, was findest Du an dem miesgelaunten, arroganten, aufmüpfigen und extrem ungepflegen Arschloch? Was? Ich bin kein Außenstehender und genau das ist er alles nicht - er spielt es einem nur vor. Guck ich bin giftig - friss mich nicht.

Er ist gar nichts, außer eine verlorene Seele. Und Du machst all die Scheiße Jahr für Jahr mit, weil er so ein guter Lehrer ist? Weil er zu Dir ganz anders ist? Weil Du nicht auf ihn als Lehrkraft verzichten willst? Wem willst Du das Märchen erzählen? Du liebst ihn, darum kämpfst Du wie ein Löwe für ihn. Er ist Dein Khawa in Sachen Liebe, eines Deiner Projekte aber eine Herzensangelegenheit. Denk mal drüber nach", erklärte Greg.


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte zum Fenster hinaus und dachte scharf nach. "Nun, ich mag ihn, das will ich auch gar nicht bestreiten. Ich mag ihn sogar sehr. Aber wenn es um das Thema partnerschaftlicher Liebe geht, glaube ich, war stets eine ganz andere Person Ziel meiner Zuneigung. Ich rede bewusst in der Vergangenheitsforum.

Es mag dich wenig überraschen, aber diese Person ist Nathan, der nun bei einem anderen Herrn dient und jemand völlig anderen liebt. Meine Art der Liebe hat ihm nicht genügt. Kurz, bevor er ging, verlor ich Khawa, der eine Art beser Freund für mich war. Mit ihm konnte man all das machen, was man mit Nathan nicht konnte - rumalbern, grobe Scherze reißen, lachen. Nathan war immer das Seelchen, was einfach immer irgendwie da war, kaum was sagte, aber sehr viel Wärme gab. Wo Khawa ein loderndes Feuer war, war Nathan die wärmende Glut. Beide sind nun nicht länger Teil meines Lebens. Was bleibt? Unter jenen, die mir geblieben sind und die nicht zur Familie gehören - Alexandre. Möglich, dass ich darum neuerdings ein wenig an ihm klammere."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Partnerschaftliche Liebe ist Zuneigung in Reinform und kein Sex. Du kannst auch mit dem Mann zusammensein ohne jemals Sex zu haben. Es gibt zudem hunderte Formen Zärtlichkeiten auszutauschen, dass muss kein Akt sein. Du würdest Dir doch auch veralbert vorkommen, wenn Dir nach einer Umarmung ist und Dein Mann mit Dir Sex haben möchte. Ebenso würdest Du Dir veralbert vorkommen, wenn Dir nach Sex ist und er Dich nur drückt. Es ist also alles was dazugehört. Aber was für Euch beide dazugehört, bestimmt Ihr allein.

Darum heißt es Paar. Auch wenn Du mit fünf Leuten verheiratet bist, wird das kein Harem, Du hast eine Partnerschaft mit 5 Leuten. Und Ihr seid jeweils ein Paar. In jeder Beziehung können ganz andere Regeln gelten Ciel. Vielleicht hat Nathan etwas vermisst und Du hast es ihm nicht gegeben. Aber vielleicht habt Ihr beiden auch das Gleiche gedacht. Von Dir kam es nicht, so gab es ihm ein anderer. Das er ging, woran hat das gelegen? Lag es an Dir oder lag es an ihm? Ich bin genauso gestrickt, ich möchte niemanden verlieren, allein bei dem Gedanke Lin könnte es sich anders überlegen wird mir flau. Ich weiß, dass er mich nicht liebt, oder nicht verschossen ist, aber ich weiß dass er mich mehr mag als er je annahm.

Darauf kann man aufbauen. Und das ist mehr als manch andere Adlige je haben werden. Ich denke wir werden mehr haben. Du benötigst extreme Nähe, so wie ich, Dreux, Vater und er ebenso. Also was sollte ihm fehlen? Er muss nur lernen es anzunehmen. Und genau dass muss Dein Alex auch. Das Du nun dermaßen an ihm festhältst ist doch verständlich. Und die Frage ist dann, warum willst Du es dann nicht festmachen? So wäre er Dir sicher", schlug Greg vor.


Ciel Felicien de Souvagne
"Weil ich mir wie ein Verräter vorkommen würde. Der Mensch, den ich liebte wie keinen anderen, ist - noch immer - Nathan. Ihm hat Intimität gefehlt. Er holte es sich woanders und fragte mich nicht einmal. Ich erfuhr es hintenrum. Das Problem hätte ich mit Alex nicht, er lebt keusch. Er ist derjenige, der mir riet, es ebenso zu halten und ich bin damit zufrieden. Aber ob ich ihn wirklich als Partner wöllte, darüber muss ich noch nachdenken. Womöglich verrenne ich mich nur wieder in etwas. Es tut mir weh, zu hören, dass dein Linhard dich nicht liebt. Er war gestern sehr grantig. Er hat Alex den Spiegel gezeigt - das Problem ist, dass Alex sein Spiegelbild verabscheut. Seine Meinung zu Lin kannst du dir nach dieser Formel herleiten. Womöglich hat Linhard vor dir und vielleicht auch vor uns allen, zeigen wollen, dass er kein Weichei ist. Schön, dass er dich wenigstens ein bisschen zu mögen scheint, dennoch schmerzlich, da in meinen Augen zu wenig. Meinst du, es besteht eine realistische Chance, dass sich das noch ändert und er dich wirklich lieben lernt?"


Gregoire Verrill de Souvagne
"Möchtest Du Nathan zurück? Dann solltest Du versuchen Dich auszusöhnen Ciel. Falls es von Dir nur eine Überzeugung ist, der Du nacheiferst keusch zu leben, dann höre einfach einmal auf Dich selbst. Das dauert ein bisschen, aber Du musst einfach mal mit Dir selbst "sprechen". Was möchtest Du wirklich? Gleichgültig was andere sagen. Worauf hast Du Lust? Wonach sehnst Du Dich wirklich? Dann erst, kannst Du Dir selbst beantworten ob Du Alex tatsächlich heiraten solltest. Du verrennst Dich in solche Dinge so leicht wie jeder von uns, einschließlich ich. Ich hoffe sehr, dass mein Mann mich lieben lernt. Ob er es wird, weiß ich nicht. Am Anfang war er auch extrem distanziert und abweisend. Wir kannten uns auch relativ kurz, ich habe nicht um ihn geworben, sondern Nägel mit Köpfe gemacht. Wir haben soviel Zeit wie möglich miteinander verbracht und er war nicht mehr ganz so zugeknöpft. Das ergab sich einfach, da er bei mir war.

Nachdem Du ihm auf den Zahn gefühlt hattest, habe ich mit ihm einmal bezüglich der Loyalität Klartext geredet. Und da hat er mir von sich und seiner Familie erzählt. Ab dato war er anders und zwar freundlich und umgänglich. Also zu mir zumindest und ab dato schlief er bei mir auf dem Sofa. Wir albern manchmal rum und erzählen Blödsinn oder besprechen ernste Dinge wie den Umzug, unsere Häusere, Deines eingeschlossen und so weiter. Er hat mich also mögen gelernt oder näher herangelassen. Das er jedem zeigt dass er kein Weichei ist, hast Du gut erkannt. Genau das ist es. Überleben des Stärksten und er hat wohl die Fronten geklärt.

Keine Ahnung wieso, aber das war nicht nötig. Ich denke aber nicht, dass er Alex schaden wollte, da Alex ihm leid tut. Er möchte ihm scheinbar den Weg aus seiner eigenen Dunkelheit zeigen und da er selbst dort lebte, geht er wohl davon aus dass es nur auf etwas rabiate Art funktioniert. Lin hat keine schlechte Meinung von Alex. Die Meinung von Alex kann ich mir denken, er würde Lin am liebsten erwürgen. Ich hoffe also wenn er mich mögen gelernt hat und wir Freunde werden, dass der Rest auch noch kommt. Schlimmer wäre allerdings, wenn nicht mal das da wäre. Zuneigung sollte schon da sein und man verteidigt niemanden samt dessen Bruder den man nicht mag oder? Wie siehst Du es?", fragte Greg.


Ciel Felicien de Souvagne
"Der gute Linhard trägt viele Altlasten mit sich herum. Und er schießt damit über das Ziel hinaus. Alex zu zerstören und für Tage außer Gefecht zu setzen ist ein Leichtes, wenn man die Hebel kennt, an denen man ansetzen muss. Linhard hat zielsicher erkannt, das Alex leichte Beute ist. Er kann streiten, doch wenn es hart auf hart kommt, ist er immer auf der Verliererseite. Das weiß er und Linhard scheint es zu spüren. Er hat Alex behandelt wie eine Katze eine Maus. Drum wollte Alex flüchten. Linhard neigt offenbar dazu, Menschen grundsätzlich mit den Augen eines Kriegers zu betrachten und sie nach Schwachstellen zu analysieren.

Alexandre sieht sie aus der Gegenteiligen Sicht - er war einst Beute eines Raubtieres in Menschengestalt und er weiß, dass er das jederzeit wieder werden könnte. Für ihn sind Leute wie Linhard potenzielle Beutegreifer und darum fürchtet er sie. Linhard sollte Alex keine Angst machen und du solltest das auch nicht. Sicher, er war hinterher lammfromm, als du ihm mit dem Block drohtest. Manchmal braucht er seine Grenzen aufgezeigt und dann muss man ein Machtwort sprechen. Aber das muss nicht mit Drohungen einhergehen. Es genügt eine klare Ansage, vertrau mir. Wie ist Linhard zu dir? Ist er da auch so ruppig? Versucht er da auch, den starken Mann zu spielen? Nathan kann ich nicht zurückhaben. Er gehört mir nicht. Aber ich werde mich mit ihm versöhnen, wenn ich ausziehe. Er wird ein Geschenk erhalten und er wird es verstehen.


Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich wollte Alex nicht zerstören Ciel, ich war es nur leid wie er in dem Moment mit Dir umsprang und Du Dich bei ihm eingekratzt hast. Ich sehe dass er zerbrechlich ist, aber das gibt ihm nicht das Recht Dich so zu behandeln. Gut dass weiß er sicher auch. Im Grunde wollten wir alle doch nur, dass er zu Deiner Hochzeit kommt und sich wohlfühlt. Dass er seine Gruft verlässt und ein Tag keine lebende Leiche ist. Und Linhard wollte ihm nichts antun, sein Angebot mit seinen Verwandten ist ernster Natur.

Ich hat versprochen sich darum zu kümmern und soweit ich weiß bat er seinen Onkel diesen Wolfram zu kontaktieren. Damit dieser mit Alex später Kontakt aufnimmt. Lin kann ruppig sein, aber ein oder zwei passende Antworten wie damals von Dir und er ist in die Ecke gedrängt. Er kämpft mit dem Schwert nicht mit der spitzen Zunge Ciel. Leider betrachtet er die Welt nur danach wer potentieller Feind sein kann, Beute sucht er nicht. Ich werde mit ihm reden, dass gerade er mit Alex anders umzugehen hat. Wenn er ihm helfen will, dann nicht mit der Schockmethode. Und ich werde ihm sagen, dass er sich bei Alex für sein Verhalten entschuldigen soll. Erneut und separat, dass kann man von ihm erwarten.

Zu mir ist er größtenteils freundlich, wie gesagt kommt mal ein Spruch bekommt er einen zurück. Er hatte mich mit einem seiner Freunde besucht, dem pinken Tiefling. Stell Dir vor dass ist der Sohn von dem Fürsten Tsaagan der hier zu Besuch war! Und genau jener Tiefling - Urako heißt er, sollte mit mir reden bezüglich der Hochzeitsnacht, da Lin davor Angst hatte. Urako ist ziemlich direkt, aber sehr freundlich. Also ich mochte ihn. Dir würde er auch gefallen, offen und ehrlich. Scheinbar ist er Henker vom Beruf.

Daran war wohl sein Vater schuld, schon verrückt oder? Um nochmal auf Deinen Alex zurück zu kommen, ich werde ihm anders entgegen treten. Er bedeutet Dir viel also werde ich mich ebenso bemühen wie Du Dich bei Lin zusammengerissen hast. Aussöhnen solltest Du Dich mit Nathan, Ihr wart lange Zeit ein Duo. Sehr lange Ciel", antwortete Greg.


Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde mich mit ihm aussöhnen", sagte Ciel und nickte. "Du machst dir keine Vorstellung davon, wie sehr ich ihn vermisse. Ferrau hat alle Mühe, das Loch zu stopfen, ich nehme ihn dauernd in Beschlag und muss mich wirklich zusammenreißen, es nicht zu übertreiben. Was er nicht schafft, muss der arme Alex ausfüllen, wobei der darüber nicht traurig zu sein scheint. Es ist eine Frage der Gewohnheit, es ist noch nicht einmal einen Monat her, weit ich Nathan verschenkte. Das wird schon.

Linhard sucht die Welt nach Feinden ab? Nun, das macht Alexandre auch. Am Ende haben sie beide im anderen den Feind gesehen, der keiner von ihnen wirklich ist. Sie beide haben sich eine Hörnerhaube aufgesetzt, eine Hyänenmaske und Gift und Galle gespien, um ihr wahres Naturell zu überspielen. Wobei Linhard da wohl der bessere Schauspieler ist. Er hatte sich bereits bei Alexandre entschuldigt, das muss genügen. Aber eine ruhige Aussprache wäre vielleicht angebracht.

Ja, du hast Recht, ich werde bei Alex sehr weich. Weil ich weiß, dass nur ein Fingerschnippen genügen würde, ihm seinen Schutzschild herunterzureißen. Das aber will ich nicht. Er soll ihn selbst vor mir senken. Er hat so viel Angst vor der Welt, er soll sie nicht auch vor mir haben. Mir ist bewusst, dass mein Verhalten ihm gegenüber eines Prinzen unwürdig ist. Aber er ist so zerbrechlich ... am liebsten würde ich ihn heilen. Aber das kann ich nicht. Das mit dem Tiefling ist ja ein Ding ... hoher Besuch. Wenn er umgänglich ist, ist das ja hervorragend. Aber Henker? Als Sohn des Fürsten? Wer weiß, was da vorgefallen ist, das hört sich nach einer Bestrafung an."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Wenn Du es kannst, warum heilst Du ihn dann nicht? Du solltest mit ihm darüber reden und es ihm anbieten. Tja Dir tat weh wie man mit Alex umging, mir wie man mit Dir umging und Alex und Lin sahen sich genötigt sich zu verteidigen damit ihnen keiner was tut. Dabei wollte keiner dem anderen was. So direkt werde ich es Linhard sagen und Du bitte auch Alex, damit es nicht erneut zu solchen Missverständnissen kommt die wirklich keiner benötigt. An Deiner Stelle würde ich Ferrau wesentlich mehr in Beschlag nehmen.

Sonst könnt Ihr nicht zu einer Einheit verschmelzen. Das mit meiner Fehlerinnerung tut mir leid, ich dachte wirklich ich hätte aufgeschnappt seine Familie wären Heiler. Und das er mir dann scheinbar ins Gesicht log, war für mich die Höhe. Du was hältst Du davon, wenn von Lin die Verwandten da sind, dass Du mit Alex auf einen Kaffee vorbeikommst? Kaffee und Kuchen und ein netter Plausch.

Ja das ist schon seltsam, Urako hat dem Adel abgeschworen, sein Vater war wohl nicht der Beste zu ihm. Ich glaube wir sollten uns da mal gewaltig an die eigene Nase fassen und froh sein wie gut wir es hatten. Uns hat nie irgendwer auf irgendeine Art misshandelt oder gedemütigt. Im Gegenteil unser Vater hat uns stets beschützt und gleichgültig was wir verzapft haben immer geliebt. Ich kann mich nicht erinnern, dass er mich mal angebrüllt hätte, mich geohrfeigt hätte oder dass er überhaupt jemals streng zu mir war. Ernst und erklärend ja, aber streng? Nie. Sollte ich je Kinder haben, werde ich es genauso halten. Und Du? Was hast Du geplant Ciel?", fragte Greg neugierig.


Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde die Kindererziehung Leuten überlassen, die davon Ahnung haben. So kann ich, wenn ich meine Kinder sehe, einfach nur den Papa heraushängen lassen." Er schmunzelte gut gelaunt bei dieser Vorstellung. "Einen besseren Vater als den unseren kann man sich nicht wünschen. Er ist sicher ein gutes Vorbild. Aber er hat in seiner Weichherzigkeit einen viel zu lieben Erzieher für mich ausgesucht, den ich ganz schön gequält habe damals. Er hätte mich von Anfang an in Alexandres Obhut geben sollen.

Die Idee mit dem Kaffeetrinken gefällt mir. Lass uns das so machen. Dass du dich, was Ferrau anbelangt, geirrt hast, geht schon in Ordnung. Er hat vor mir nichts zu befürchten, ich bin nicht Dreaux. Aber ich kann inzwischen verstehen, warum er Dreaux manchmal so auf die Palme gebracht hat! Was meinst du, was ich Alex anbieten soll? Heilung? Man kann ihn nicht heilen, Gregoire. Er hat eine sehr schwere Verletzung erlitten, die nie wieder heilt. Auch Benito kann da nichts machen. Ich werde noch einmal mit ihm reden, was Linhard betrifft, aber bitte erwarte von mir kein Wunder. Alex ist leider nicht immer durch logische Argumente zu überzeugen."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun das wir nicht die Windeln wechseln würden ist doch klar, wir machen das was Spaß macht. Rumalbern und Dinge übersehen, die wir vielleicht nicht übersehen sollten. Unsere Kinder sollen es gut haben. Du siehst ja, denn scheinbar ist Geld und Macht auch nicht alles, wenn Du Dir die meisten anschaust. Ich glaube nicht, dass Du als kleines Kind Alex ertragen hättest. Aber vielleicht war er da noch ganz anders. Linhard hat mir erzählt, dass er sich für sein erstes Kind schon eine Frau ausgesucht hat.

Na ich bin gespannt. Ich erwarte keine Wunder bezüglich Alex, nur soll er bitte nicht die Verwandten von Lin angehen. Falls er keine Lust hat mit ihnen gemeinsam zur Hochzeit zu gehen, ist das natürlich in Ordnung. Aber sie kommen um sich um ihn zu bemühen, da sollte er dann nicht ganz so schroff sein. Nun für Ferrau benötigt man manchmal einen langen Atem sagte Dreux immer. Wobei ich glaube, der meint das gar nicht böse, sondern hat nur Angst was falsch zu machen und je mehr Angst er hat, je langsamer wird er scheinbar. Benito das Schreckgespenst. Wenn der wüsste", lachte Greg. "Ciel ich habe Dir alles gesagt, Du hast Ehrlichkeit erbeten - sag es bei den Göttern doch einfach. Was für eine Verletzung hat Alex erlitten? Meinst Du ich gehe damit hausieren?

Scheinbar weiß es jeder nur ich nicht und ich rede vermutlich gerade den größten Unsinn was meine Tipps anbelangt. Also wieso kann man ihn nicht heilen? Alex sollte bedenken, dass Lin ihm nichts böses wollte. Aber die gute alte Logik greift nicht immer, ich weiß".


Ciel Felicien de Souvagne
"Es weiß nicht jeder, es weiß nur Dreaux. Und er weiß es, weil er Alexandre aufforderte, sich ihm unverhüllt zu zeigen. Wobei, ich glaube, Gilbert Jardine, dieser Büttel, kennt die Wahrheit ebenso. Er fand Alex damals, zu Tode verwundet. Und doch überlebte er irgendwie. Ich kann dir über seinen Kopf hinweg nicht sagen, was ihn so quält. Das geht nicht, Greg. Dafür ist es zu persönlich. Ich kann dir aber verraten, dass er Frauen hasst wie die Pest, da die Täterin eine Frau war. Wenn Alex sich den Verwandten gegenüber unangemessen verhält, werde ich ihm den Mund verbieten, ganz einfach. Dann kann er den Rest der Feier einsam vor sich hinschweigen. Welche Frau hat Linhard sich denn ausgesucht? Kennt man sie?"


Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun was ich mir bei eins und eins zusammenreime ergibt nicht zwei - da seine Stimme normal klang für einen Mann. Sei es drum, ich akzeptiere Deine Loyalität zu ihm samt Deinem Schweigen. Eventuell vertraut er es mir eines Tages an. Eine Frau die einen Mann derart verletzt hat, scheint mir keine gewöhnliche Frau zu sein. Und sein Hass auf die Frauen an sich kann ich verstehen, dennoch war es nur diese eine. Gut wo wir wieder beim Thema Logik wären. Nein, Lin hat mir nur gesagt, dass er vorab wohl etwas mit seinem Paps und seinem Schwertmeister ausgemacht hat. Ich kann ihn nochmal fragen.

Ob er es immer noch möchte, oder ob es nur eine Möglichkeit von vielen ist, wird sich zeigen. Ich hatte überlegt dass wir gemeinsam meine zweite Ehe planen, sprich dass wir eine dritte im Bunde dazuholen. Wäre sie ihm sympatisch, spräche nichts dagegen für mich. Also ich denke wir kennen die Frau nicht. Ich gehe von einer Naridierin aus", antwortete Greg.


Ciel Felicien de Souvagne
"Schade", meinte Ciel. "Eine Souvagnerin hätte ich besser gefunden, damit er fester mit unserem Land verwurzelt wird. Verbindet ihn eigentlich etwas mit Souvagne? Er sollte ein Heimatgefühl entwickeln, denn in diesem Land hat er künftig Recht zu sprechen und sich um die Menschen auf seiner Scholle zu kümmern. Vielleicht eine ausgedehnte Hochzeitsreise? Wobei, momentan ist hier zu viel Arbeit dafür.

Aber vielleicht Tagesreisen. Die souvagnische Küche solltest du ihm nahebringen, unsere Burgen und Schlösser, aber auch die Musik. Denkst du wirklich schon an die nächste Partnerin? Ihr seid noch nicht einmal verheiratet und beide denkt schon daran, wer die Nächste sein könnte." Ciel schüttelte etwas den Kopf.


Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich dachte daran, weil er mir sagte dass er Magdalena de la Cantillion zuerst in Betracht zog. Da dachte ich, sie könnte zu uns beiden gehören. Nein ich denke nicht in diesem Sinne darüber nach, sondern diesmal sogar logisch Ciel. Seine Familie verbindet ihn etwas mit Souvagne. Sein Adoptivvater war mit einer Souvagnerin verheiratet. Magdalena de la Cantillion, die Namenpatronen für jene Magdalena die Lin zuerst aussah für eine Hochzeit. Sein Paps wie er ihn liebevoll nennt, scheint unser Land geliebt zu haben und deshalb wählte er genau jenes für den Neuanfang aus. Zudem hat er ein gutes Verhältnis zu Aimeric de la Cantillion. Aber ich stimme Dir zu, unser Land richtig kennen und lieben lernen ist schon etwas anderes.

Tagesausflüge sind dazu eine hervorragende Idee und es würde uns auch näher zusammenbringen. Zudem geht Liebe bekanntlich durch den Magen und wir haben ja einiges zu bieten was nicht nur einfach lecker schmeckt, sondern göttlich. Wir haben einiges zu tun, dass ist korrekt. So habe ich für Dich und uns ein Haus gefunden. Zur Hochzeit gehört eine Mitgift die die Braut mit in die Ehe bringt, dann eine Morgengabe die der Ehemann seiner Frau direkt am Morgen nach der Hochzeitsnacht überreicht die nur für sie persönlich ist und zu guter letzt die Widerlage, eine Finanzeinlage die der Mann in die Ehe einbringt, damit sie oder in meinem Fall er abgesichert ist für alle Wenn-Fälle. Ich werde ihm sein Haus kaufen.

Auf die Mitgift habe ich verzichtet, ebenso dass seine Familie die Hochzeit ausrichtet, weil dass kann man bei dem Standesunterschied nicht verlangen. Dein Haus geht aus meiner Börse als Hochzeitsgeschenk Ciel für Dich und Olivie. Drum nein, mach Dir keine Sorgen ich plane nicht schon weiteres ohne die erste Hochzeit vollzogen zu haben. Glaub mir Ciel, ich will ihn und zwar mehr als alles andere. Hast Du einige Ideen wohin ich mit ihm reisen könnte? Wir sollten bald nach Goldwasser reisen und dort mal ein bisschen schauen", schlug Greg vor.


Ciel Felicien de Souvagne
"Ein Haus, das ist mal ein nützliches Geschenk, vielen Dank! Aber verrate noch nichts, ich möchte mich überraschen lassen. Warum bleibt es für ihn und dich nicht einfach bei Magdalena? Sie wäre eine gute Partie. Warum braucht er zusätzlich eine eigene Frau und du bist dann außen vor und womöglich nur noch der Geldsack? Mir würde das ja nicht behagen, aber das müsst ihr unter euch ausmachen. Ihr solltet euch generell alle großen Städte ansehen, aber auch die Azursee und die Bärenberge."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Nein Ciel, dass hat er auch gar nicht gesagt. Es wäre unfair so einen Gedanken bei anderen aufkommen zu lassen. Er hat gesagt, dass er sich Kinder wünscht und sein erstes wie gesagt schon geplant hat mit dieser Frau. Und dass er vorhatte Magdalena zu heiraten. Damals in Naridien wohl nur sie. Hier hatte Aimeric vorgeschlagen um Olivies Hand anzuhalten und Magdalena wenn als Zweitfrau zu heiraten. Weder erstes noch zweites stand tatsächlich fest. Und ich funkte dazwischen, Du warst ja selbst anwesend.

Also ist der Plan bis jetzt folgender - wir heiraten, wir beide wünschen uns Kinder. Ich werde eine Frau eventuell heiraten müssen. Er muss es nicht, er muss nur einen Stammhalter zeugen. Heirate ich Magdalena und wir kommen alle gut klar, wäre das die perfekte Lösung. Wichtig ist im Moment aber nur, dass wir heiraten und dass alles glatt verläuft mit dem Umzug und so. Das ist der Ist-Stand. Was Dein Haus angeht, ich schweige. Was seines angeht, wirst Du es ja sehen, ich hoffe es gefällt ihm wie Dir.

Wir werden alle großen Orte bereisen. Letztens wollte ich mit ihm ans Meer, aber es war ihm zu kalt. Gut es war auch sehr kalt. Da sind wir nach Beaufort geritten und haben danach lecker gegessen. Das war richtig gemütlich mit ihm, sowas solltest Du mit Oli machen Ciel. Ihr könnt in ein Cafe gehen und Kuchen essen und Kakao trinken. Schokolade hebt immer die Stimmung".


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stöhnte etwas. "Ich würde lieber mit ihr eine Universität besuchen oder eine Akademie und mich dort mit den Dekanen unterhalten - gern auch bei einem Kakao. Vor so etwas, wie du es vorschlägst, habe ich mich immer gefürchtet. Olivie ist ein kluger Kopf, ich hoffe sehr, dass sie an so etwas nicht so viel Interesse hat, sonst borge ich sie meiner Mutter aus und verstecke mich. Ich glaube, ich heirate doch Alexandre, nur, damit er sich mit mir über seine Forschungen unterhält oder die unendliche Debatte führt, ob Gefühle nun körperlicher oder geistiger Natur entspringen oder einer dritten Instanz neben Kopf und Leib."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun dann besucht eine Akademie, am besten die die Du mit aufbauen sollst", lachte Greg gut gelaunt. "Ich hatte anderes im Sinn. Wenn meinem Herzblatt kalt ist und er was Warmes zu essen benötigt, nun dann soll er sich rundum wohl fühlen. Ob er dabei schweigt und genießt oder ob er reden will, gleichgültig. Hauptsache er macht es gemeinsam mit mir. Einfach ein bisschen nahe sein. Diskutieren kann ich den ganzen Tag Ciel. Manchmal benötigt es keine Worte, sondern einfach einer lieben Geste".


Ciel Felicien de Souvagne
"Wo du auch wieder recht hast. Das, was du meinst, ist die Zeit, die ich sonst Abends mit Ferrau beim Spielen verbringe oder Arm in Arm mit jemandem im Bett liege. Das auch außerhalb der eigenen vier Wände zu tun ist irgendwie seltsam, da ich automatisch im Arbeitsmodus bin außerhalb meiner Gemächer. Andererseits, mit Dreaux hatte ich mir ziemlich die Kutschfahrt nach Ehveros versüßt, wir hatten eine Wasserpfeife dabei", sagte Ciel grinsend. "Olivie soll für den Anfang bei mir übernachten auf Probe. Ich möchte mich an ihre Nähe gewöhnen und sie soll die Meine erdulden und vielleicht genießen können. Einfach nur nebeneinander liegen, nicht einmal Arm in Arm, wenn ihr das zu viel ist."


Gregoire Verrill de Souvagne
"Doch das wird sie mögen. Kauf was Süßes, was Ihr im Bett naschen könnt. Und trinkt vorher was süßes, warmes. Dass entspannt und macht zugänglich. Ist ein Trick - drück jemanden mal einfach was Warmes in die Hand - halte mal kurz. Ich wette er ist zugänglicher als vorher. Machst Du das gleiche mit was eiskalten - halte mal kurz, reagiert die Person anders. Der Mensch ist drauf geeicht auf Wärme zu reagieren. Das kann man ausnutzen, oder bewusst nutzen um wem was Gutes zu tun. Versuchs Ciel. Sowas habe ich aus meinen schlauen Büchern, der Kaffee ist also mehr als nur der Kaffee - geschenkte Wärme. Gut Du kannst diese Form von Nähe ja Zuhause ausüben, dass ist noch schöner, aber draußen muss es auch mal sein. Du und Ferrau spielt? Finde ich gut", grinste Greg.

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelverlobung

#6

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Do 12. Apr 2018, 12:19

Die Bestie als Berater


Lin besuchte mitten in der Nacht Archibald in seinem Quartier. Der Schwertmeister musterte Linhard gut gelaunt und machte eine einladende Geste. Beide machten es sich auf dem Sofa gemütlich.

"Ich benötige Deinen Rat Archi, Aimeric kann mir da nicht helfen. Urako hat mir schon geholfen, aber ich möchte Deine Sicht der Dinge hören. Du weißt wen ich heiraten werde und Du kannst Dir denken warum. Ich habe mit Greg offen über alles geredet. Er weiß alles, nunja fast alles. Du bist mit Jesper zusammen Archibald, er ist Dein Mann, aber Du begehrst ihn nicht. Liebst Du ihn als Freund oder als Partner? Das würde ich gerne wissen, dass würde mir helfen", sagte Lin.

"Ich verstehe Dein Problem, wir sind in einer ähnlichen Situation. Jesper... tja. Ich liebe Jesper als Person. Er ist mein Mann, ich liebe ihn von Herzen und ich würde ihn jederzeit verteidigen. Allerdings würde ich ihn auch angehen, sollte er mich hintergehen. Er liebt mich mit all meinen Ecken, Kanten, mit meiner Abnormität - er ist mein Zuhause auf zwei Beinen. Begehren kann ich ihn nicht, dafür ist mein Empfinden zu fremdartig", antwortete Archibald ehrlich.
"Wenn Du weißt dass Du krank bist, dann mach doch endlich was dagegen Arch", bat Linhard.

"Da kann ich nichts machen, an mir liegt es schließlich nicht. Die Abnormität ist, dass ich etwas begehre, dass mich niemals zurück begehren wird. Mein Verlangen läuft ins Leere und ich kann es mir nur über Raub aneignen. Die Abnormität ist die fehlende Gegenseite. Aber das ist nicht Teil unserer Diskussion, sondern Du möchtest wissen wie es zwischen mir und Jesper trotzdem laufen kann", stellte Archibald klar.
"Richtig, wie könnt Ihr ein Paar sein, obwohl Du ihn nicht begehrst. Ihr teilt doch das Bett oder?", fragte Lin.

"Wir sind ein Paar, weil dazu weitaus mehr gehört als reines Begehren. Wir sind Partner, wir sind Freunde, wir stehen für einander ein, wir lieben uns. Nur das Begehren fällt auf meiner Seite weg. Wir sind intim Linhard. Für mich ist das kein Problem. Irgendwann fragte Jesper einmal, ob ich ihm meine Gunst schenke und seit dem Tag ist das unser Ausdruck dafür geblieben. Es ist nämlich so, ich schenke ihm etwas, woran er Spaß hat. Warum denn auch nicht? Ich liebe ihn doch. Was macht er alles für mich, woran er garantiert keinen Spaß hat? Und mich ihm hinzugeben ist nicht unangenehm. Er ist liebevoll, er ist zärtlich und das danach versüßt er mir mit einer Massageeinheit. Das ist meins, dass was ich genieße.

Ich kann es genießen, aber es ist nichts was mich erregt, es sei denn ich stelle mir entsprechende Bilder dazu vor, die ich Dir nicht erläutere. Dann hat er Spaß mit mir und ich meinen eigenen im Kopf.

Wenn Du Greg als Freund liebst und gerne mit ihm zusammen bist, kannst Du ihm ebenfalls Deine Gunst schenken. Er wird Dir nicht wehtun, gerade dann nicht, da er weiß was Du da für ihn leistest. Du verschenkst Dich. Und wenn er es drauf hat und clever anstellt, wirst Du möglicherweise richtig Spaß dabeihaben und abgehen. Dann spricht nichts dagegen, es nicht zu wiederholen. Zudem musst Du nicht nur der Empfänger dieser Liebesbotschaft sein. Er kann ebenso Empfänger werden und Du gehst mit ihm dabei liebevoll und anständig um. Dagegen spricht überhaupt nichts Linhard. Ob dabei mehr an Gefühl aufkommt, wirst Du merken",
antwortete Arch.

"Als wir uns küssten, hat mich das erregt und ich habe es sofort abgebrochen", warf Linhard ein.
"Wieso?", hakte Archi neugierig nach.

"Ehrliche Antwort - kalte Füße. Ich habe mit allem gerechnet, aber damit nicht", grinste Lin.
„Kein Grund für kalte Füße, frag ihn wie gesagt nach einer Spielstunde wo Du der Geber und er der Empfänger ist. Und dann tastet Euch vor“, schlug Archibald vor.

„Den Tipp gab mir auch Urako“, warf Linhard ein.
„Dann hat Urako Recht – wer immer das ist…“, kicherte Arch.

„Der Tiefling, der hier anrücken musste damit Du Dave nichts antust Arch…“, erklärte Linhard mit nicht zu deutendem Ton.
„Oh… verstehe, hat Urako keinen Kalender? Eine Jahrhundertuhr wäre auch nicht schlecht, der Mann ist genau…“, sagte Archibald und schaute auf seine eigene Uhr „… 38 Jahre zu spät dran, aber lassen wir das“.

„Du solltest das lassen, sonst bist Du vielleicht genau 38 Jahre zu spät dran, Deine Krallen bei Dir zu behalten Arch. Dunwin mag anders aussehen, aber er ist noch immer was er ist…“, warnte Lin.
„So ist er das?... Hm… interessant… Dazu sage ich, das möchte ich schwer hoffen mein lieber Linhard… alles andere wäre doch langweilig… nicht wahr? Die guten alten Zeiten… Du hast sie leider nicht erlebt. Dich bekommen wir auch noch erwachsen. Zurück zu unserem Thema und das war garantiert nicht Dave…“, gab Arch freundlich zurück und knuffte Lin.

„Ich verstehe Dich manchmal nicht Arch…“, stöhnte Lin.
„Das tun die wenigstens, also zurück zum Thema – Li-La“, grinste Arch.

„Gut zurück zu Greg, was soll ich tun? Archi hilf mir“, bat Lin und musste dann blöde grinsen.
"Magst Du ihn?", grinste Archibald zurück.

"Ziemlich, ja. Zuerst habe ich mir gedacht, er ist eine gute Partie und wenn wir Freunde werden, passt das schon. Du tust es für Paps und Deine Leute. Danach als ich vor ihm seelisch blank gezogen hatte und er dabei so lieb zu mir war, da... war es anders. Er war gut zu mir und ihn hat interessiert was ich sage. Er hat nicht einfach zugehört, weil er das musste um an Sex zu kommen. Er saß einfach da, hörte zu und ließ mich erzählen. Ab und an hakte er nach und als ich geendet hatte, hat er mich einfach in die Arme genommen. Vielleicht auch, weil ich wegen Paps heulen musste – keine Ahnung.

Ich habe auf seinem Sofa geschlafen und ich war weg. Ich habe richtig tief und fest geschlafen Archi. Ich weiß, wer nicht ein Auge offen lässt beim Schlafen, macht bald beide für immer zu. Aber ihm kann ich vertrauen, ich spüre das. Paps würde sich sicher gut mit ihm verstehen",
erklärte Linhard glücklich.
"Du magst ihn hm?", grinste Archibald breiter.

"Schlimm?", hakte Lin nach.
"Schön!", gab Arch zurück.
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Re: Royale Doppelverlobung

#7

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 12. Apr 2018, 23:11

Rutsch rüber

Gregoire wartete nervös und gespannt ab, bis Linhard endlich wieder nach Hause kam. Es war schon seltsam, vor nicht allzu langer Zeit hatte er den jungen Mann gar nicht gekannt. Und nun sorgte er sich bereits, wenn Lin einige Minuten zu spät nach Hause kam. Wobei er weder bei Greg wohnte, noch hatten sie eine Zeit geschweige denn ein Treffen ausgemacht. Dennoch hatte Linhard jede Nacht nach der Aussprache bei Gregoire auf dem Sofa geschlafen.

Die Aussprache und das damit verbundene Vertrauen bedeutete Verrill sehr viel. Erneut schaute er auf seine goldene Taschenuhr. Entnervt legte er das kostbare Stück aufgeklappt auf den Tisch um jederzeit einen Blick darauf werfen zu können.

Der Prince stand auf, begab sich zum Fenster und zog den Vorhang ein Stück beiseite. Es dämmerte bereits und von Linhard war immer noch nichts zu sehen. Gregoire schaute hinab in den Hof und hoffte seinen Verlobten einreiten zu sehen mit dem nachtschwarzen Pferd, dass er ihm zur Verlobung geschenkt hatte. Im Moment fragte er sich, warum er Lin nicht irgendetwas anderes geschenkt hatte. Das Pferd machte ihn eindeutig zu mobil. Auf der anderen Seite hätte er ihn auch begleiten können. Er hatte heute keine Zeit gehabt. Enttäuscht ließ er den Vorhang zurück vors Fenster fallen.

Gregoire drehte sich um und wollte gerade zurück zum Sofa laufen, als es an der Tür klopfte. Zerbino eilte beflissen los, aber Greg war schneller und öffnete selbst die Tür. Der Leibdiener staunte nicht schlecht. Allerdings schmunzelte er einen Augenblick später wissend, als sein Herr Linhard zur Begrüßung sofort umarmte.

"Schön dass Du endlich da bist, ich habe mich um Dich gesorgt Lin. Wo warst Du nur so lange?", fragte Gregoire, zog Lin in seine Wohnung und strich ihm über den Kopf.
"Ich war in Beaufort und habe uns etwas Nettes für den Abend mitgebracht. Rauchstangen, Schokolade, von diesem getränkten Kuchen den wir zuletzt in der Stadt gegessen haben. Ich dachte wir machen es uns heute Abend gemütlich", schlug Linhard vor.

Er platzierte seine Einkäufe auf dem Wohnzimmertisch und schlüpfte aus den Schuhen und seiner Jacke.

"Herr dafür bin doch da", bot Zerbino hilfsbereit an.
"Schon gut, wäre lieb wenn Du mir meine Decke bringst und den Kamin etwas anheizt", bat Linhard.
"Sehr gerne", antwortete Zerbino und eilte davon, während Gregoire die Tür schloss und sich zu Lin gesellte.

Linhard hockte sich aufs Sofa und zog Greg mit sich. Gut gelaunt zündete er sich eine Rauchstange an, nahm einen tiefen Zug und reichte sie an Verrill weiter, ehe er sich eine eigene anzündete. Zerbino kam aus dem Nebenzimmer und reichte Linhard seine Decke.

"Du kannst Dich in Deine Stube zurückziehen Zerbino, Dankeschön. Wir kommen alleine klar", erklärte Greg und schmunzelte seinen Leibdiener an.
"Sehr wohl Herr, ich wünsche eine angenehme Nachtruhe", mit den Worten verabschiedete sich Zerbino in seine Kammer.

"Schließ die Augen", bat Gregoire und nahm Linhards linke Hand in seine.
"In Ordnung", grinste Lin und schloss die Augen. Er wusste nicht was Gregoire vorhatte, aber er rechnete mit allem.

Linhard spürte wie ihm Gregoire etwas über den linken Ringfinger schob und ihn dann zärtlich auf den Mund küsste.

"Für immer", flüsterte er Linhard ins Ohr und zog ihn an sich.
"Wow...", murmelte Linhard.

"Er ist aus Weißgo...", setzte Gregoire an, weiter kam er nicht da ihn Lin fest auf den Mund küsste.
"Und wenn er aus dem billigsten Blech wäre Greg! Es gab vor Dir nur einen Einzigen, der jemals so zu mir gestanden hat. Von ihm habe ich die Adoptionsurkunde, von Dir den Ring. Danke, Du weißt nicht was er mir bedeutet", sagte Lin ergriffen.

"Doch das weiß ich", antwortete Greg liebevoll. Er nahm Linhard die Rauchstange ab und drückte sie im Aschenbecher aus.

"Wir essen den Kuchen morgen früh. Leg Dich hin, mach es Dir gemütlich und schlaf Dich aus. Bis morgen früh, schlaf schön Linny", erklärte Greg glücklich.
"Du auch, träum was Schönes", schmunzelte Linhard, legte sich lang und mummelte sich in seine Decke.

Gregoire war tief und fest eingeschlafen, als ihm jemand die Haare aus dem Gesicht strich. Verschlafen schaute er auf, musterte baff seinen nackten Verlobten und grinste dann breit über beide Ohren.

"Rutsch rüber", grinste Lin zurück und kroch mit unter die Decke.

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Ein sehr persönliches Gespräch

#8

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Do 12. Apr 2018, 23:44

Ein sehr persönliches Gespräch
- Olivie und Ciel besprechen ihre Hochzeitsnacht -

Ciel Felicien de Souvagne
Nach dem Gespräch mit seinem kleinen Bruder Gregoire, machte Ciel sich auf, um seine zukünftige Braut zu besuchen. Ferrau hatte den Besuch bereits im Vorfeld angekündigt. Ciel gab Ferrau frei, denn er wollte mit ihr auch über die Hochzeitsnacht sprechen. Einer der wachhabenden Gardisten klopfte also für ihn an die Tür ihres Gemachs.

Jeanne Briard
Jeanne Briard, die Zofe von Olivie, öffnete die Tür. Als sie Ciel erkannte gab sie den Weg frei und machte eine einladende Geste. »Die Herrin erwartet Sie bereits Hoheit«, sagte sie ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke«, sagte Ciel freundlich und trat ein. Er begrüßte Olivie mit einem kurzen, aber liebevollen Kuss auf den Mund. »Schön dich zu sehen.«

Olivie de Souvagne
Olivie umarmte Ciel liebevoll. »Ich freue mich auch Dich zu sehen. Du siehst geschafft aus Ciel, aber das siehst Du meist. Setz Dich doch, uns wird gleich etwas zu Essen gebracht. Ich wusste nicht ob Du schon gegessen hast, meist vergisst Du es sicher wie die beiden anderen. Wie geht es Dir? Außer dass Du wohl ziemlich geschafft bist?«, fragte sie und strich ihm über die Wange.

Ciel Felicien de Souvagne
Er freute sich über die zärtliche Begrüßung und setzte sich nahe an seine Verlobte heran. »Ich komme gerade von Greg. Wir hatten ein aufwühlendes Gespräch und in der Nacht zuvor habe ich wenig geschlafen. Aber das ist nichts, was ungewöhnlich ist oder Grund zur Sorge wäre. Was lässt du uns denn schönes zum Essen bringen? Ich habe nur Gregs fettige Kekse gegessen heute, von denen aber reichlich. Und wie geht es dir? Ich würde dann gern mit dir ein wenig vertraulich reden.« Er warf einen kurzen Blick in Richtung der Zofe.

Olivie de Souvagne
Olivie wandte sich an Jeanne. »Bitte lass uns allein. Ich lasse nach Dir schicken, sobald ich Dich benötige. Danke«, sagte sie höflich. Jeanne verneigte sich und verließ das Quartier. »So nun kannst Du unbefangen reden Ciel. Eine Auswahl an einigen kleinen verschiedenen Speisen, Du kannst Dir nehmen was Du möchtest. Allerdings warme Speisen. Greg und seine Kekse, jeder hat so seine Schwäche. Erzähl, was gibt es neues zu berichten? Ihr habt doch wohl nicht gestritten?«, hakte sie nach und rutschte näher.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ach was. Selbst wenn wir uns mal streiten, dann ist das doch nur von kurzer Dauer, wir vier haben uns doch immer gut verstanden. Warum sollte sich das ändern, nur weil ich etwas skeptisch bin, was Gregs Zukünftigen anbelangt? Das ist meine Meinung und er hat seine. Es hat keine Auswirkung auf unser Verhältnis.« Ciel hatte zwar keinen Hunger, doch weil Olivie sich die Mühe gemacht hatte, würde er dann ein paar Happen essen. Aber erst später. Er zog ein kleines Schmuckkästchen aus der Tasche und reichte es ihr. »Für dich.« Es war der Rosenring, den Greg ihm für Olivie besorgt hatte.

Olivie de Souvagne
Olivie nahm es mit einem strahlenden Lächeln entgegen und öffnete das Kästchen ganz langsam um sich selbst die Vorfreude zu erhöhen. Als sie das Kästchen ganz geöffnet hatte und auf den strahlenden Brillantring schaute musterte sie Ciel gerührt. »Er ist wunderschön, ich weiß gar nicht was ich sagen soll... Ciel«, hauchte sie. Sie stellte das Kästchen vorsichtig beiseite umarmte ihn und küsste ihn liebevoll auf den Mund. »Du musst ihn mir anstecken Ciel, na los«, freute sie sich und hielt ihm die linke Hand hin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war etwas überrumpelt ob ihrer Überschwänglichkeit, doch er fand es nicht unangenehm. Als sie ihn küsste, umarmte er sie zurück, zog sie an sich und küsste sie zurück. Dabei ließ er ihnen beiden Zeit, ehe er den Ring aus dem Kästchen nahm und ihr sanft über den Ringfinger schob. Danach küsste er ihre Hand. Gern würde er noch etwas mehr mit ihr schmusen. Sie fühlte sich ganz klein, zart und weich an, nachdem die letzte Person, mit der er gekuschelt hatte, der nicht gerade kleine Alexandre gewesen war. »Womit wir zu meinem ersten Anliegen kommen«, sagte er schmunzelnd. »Ich möchte dir anbieten, bei mir im Bett zu übernachten. So können wir uns aneinander gewöhnen und sind uns nahe. Ich schlafe nicht gern allein. Wie sieht es bei dir aus? Schmust du gern oder brauchst du eher Platz, um bequem zu liegen?«

Olivie de Souvagne
»Ich bin klein, brauche wenig Platz und rieche gut - das ist so ein blöder Witz. Aber es stimmt. Nein ich schlafe nicht gerne allein. Neben mir schläft sonst meine Zofe Jeanne. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man nicht allein in einem so großen Raum ist. Zudem kann man sich dann noch etwas unterhalten, oder man liest und tauscht sich über das Gelesene aus. Und bei Gewitter steht man sich bei und tut so als würde man sich überhaupt nicht fürchten. Es ist eben nur was kalt, darum zittert man. Nun Du wirst bei Gewitter sicher nicht zittern. Falls doch ist Dir sicher genauso kalt wie mir«, lachte sie mit ihrer glockenklaren Stimme. »Falls Du es ernst meinst, dann werden wir zusammen übernachten. Das ist ein sehr liebes Angebot. Ich freue mich sehr darüber. Wann stehst Du morgens immer auf, damit wir uns mit der Morgentoilette nichts im Wege stehen? Das kleinste Problem, aber wir müssen es ja absprechen auch für unsere Dienerschaft. Sich nahe sein ist was Schönes«, sagte Olivie glücklich und betrachtete ihren Ring. »Du hast sehr gut gewählt Ciel, dass muss ich Dir lassen. Du weißt was mir Rosen bedeuten«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm sich vor, das Lob an Greg weiterzuleiten, der sich die Mühe gemacht hatte, den Ring für ihn auszusuchen. Ciel hatte für so etwas meist keinen Nerv, da er seine Prioritäten anders legte und delegierte dergleichen an Ferrau, doch der sollte sich noch immer schonen, so dass nicht alles delegiert werden konnte und daher liegen blieb. Als sie ihm ihren Witz erklärte, zog er ein wenig die Augenbraue hoch. »Du bist klein und riechst gut ... das stimmt! Ist das eine Anspielung oder woher kommt der Spruch? Ja, ich meine es sehr ernst. Es würde mich freuen, würdest du bei mir schlafen. Vor Gewitter fürchte ich mich nicht. Ich liebe es, das Krachen des Donners und das Aufleuchten der Blitze und wie der Wind an den Bäumen zerrt. Was würde deine Zofe sagen, wenn du fortan jede Nacht bei mir schlafen würdest? Keine Angst, wir versuchen es erstmal nur die eine Nacht und dann schauen wir, wie uns das gefallen hat. Ich frage nur aus Neugier.«

Olivie de Souvagne
Olivie lachte gut gelaunt. »Das ist keine Anspielung, Du riechst auch gut. Der Spruch geht einfach so. Nun sie wird dann vermutlich in der Kammer bei Deinem Leibdiener schlafen oder, falls sie das nicht möchte, bei Dir in einem anderen Raum. Sie ist eine sehr liebe und anständige Person, Du musst keine Befürchtungen haben. Gewitter kann ganze Häuser zerstören und Brände auslösen. Und es erschlägt Vieh und Mensch. Und es ist einfach unheimlich, auch wenn man weiß dass es nichts lebendiges ist oder so etwas. Es zeigt einem wie klein man als Mensch eigentlich ist. Gleichgültig ob Domestik oder Herrin, so ein Blitz dass ist wahre geballte Naturgewalt. Nichts kann ihn aufhalten. Das lernt einen Respekt und die Lautstärke untermalt es irgendwie noch. Ich verstehe gut, warum viele Gewitter für den Zorn der Götter halten. Wobei ich weiß, dass es durch Temperaturwechsel entsteht. Ich habe eines von Gregs Büchern darüber mal gelesen. Nun ich dachte dann hätte ich weniger Angst, wer fürchtet etwas Bekanntes? Aber ein Gewitter ist und bleibt dennoch etwas sehr beeindruckendes, findest Du nicht auch? Sehr gerne versuchen wir es eine Nacht. Möchtest Du bei mir schlafen oder soll ich mich zu Dir gesellen Ciel? Wie ist Dein Abendablauf? Was tust Du? Was machst Du besonders gern?«, hakte sie nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du hast meine Frage nur zur Hälfte beantwortet. Ich fragte nicht, was sie dann tut, sondern was sie dazu sagen würde, wie es ihr damit geht. Ich möchte es einfach gern wissen, da mich das Verhalten und Empfinden der Menschen immer sehr interessiert. Ich würde mich freuen, wenn du bei mir schläfst, aber deine Zofe soll nicht bei Ferrau übernachten. Das möchte ich nicht, er hat nur ein Bett. Sie kann im Arbeitszimmer schlafen, dort ist auch ein Sofa. Nicht so gemütlich wie das im Wohnzimmer, aber auch gut. Ich schlafe sehr spät ein. Meist spiele ich mit Ferrau Gesellschaftsspiele oder rede mit ihm, während er auf dem Sofa schon halb einschläft. Ich brauche nur 4 Stunden schlaf, das hält er nicht durch. Meist stehe ich vor ihm auf und arbeite schon ein wenig und er kommt dann zu seiner Zeit hinzu. Meine normale Schlafenszeit ist von 0 - 4 Uhr.Gewitter ist die Folge von Temperaturwechsel - doch woher kommt dieser? Ist dies auch natürlich bedingt? Wir wissen, dass bestimmte Formen der Elementarmagie zur Wettermanipulation geeignet sind. Ist dies Zeichen dafür, dass auch die Götter auf diese Weise zu uns sprechen? Darüber könnte man lange sinnieren. Khawa erklärte mir, dass die Rakshaner ihrem Gott Rakshor die Macht über den Sturm zuschreiben. Drum ist Khawa sehr stolz, dass man ihn früher Steppensturm nannte. In diesem Beinamen schwingt enormer Respekt mit, wenn man weiß, dass für sein ehemaliges Volk Sturm mehr ist als nur Wind.«

Olivie de Souvagne
Olivie dachte einen Augenblick lang scharf nach. »Vermutlich wird sie sich etwas einsam fühlen Ciel. Aber so ist das nunmal, wir heiraten bald. Und dass wir beiden uns dann nahe sein wollen wird Jeanne doch verstehen, auch wenn sie sich selbst einsam fühlt. Daran können wir beide nichts ändern«, erklärte Olivie und nahm seine große Hand in ihre beiden kleinen Hände. »Ansonsten müssten wir für unsere Diener stets einsam bleiben. Das werden weder sie wollen, noch wir. Das ist der Lauf des Lebens Ciel. Manches bleibt auf ewig gleich, manches ändert sich. Neiden wird sie es uns nicht, so eine Person ist sie nicht. Aber sie wird sich die erste Zeit einsam vorkommen, da sie es nicht gewöhnt ist allein zu schlafen. Mir erginge es nicht anders, müsste ich ohne sie sein. Nein also im Bett soll sie nicht mit Ferrau schlafen. Das Sofa ist eine gute Lösung und sie kann es sich dort bequem machen. Also ich schlafe meist gegen 22 Uhr ein wie Vater und geweckt werde ich den Göttern sei Dank 2 Stunden später als Vater, nämlich um 8 Uhr morgens. Ihr habt ja auch wesentlich mehr Termine als ich. Du schläfst sehr wenig und bist sehr fleißig Ciel. Wir können auch gerne Karten spielen. Nun laut dem Buch funktioniert es so. Die Luft ist kalt und bringt den Regen. Der Blitz ist heiß, er kann ja auch Dinge entzünden. In dem Moment wo er kommt, heißt er die Luft ein und danach wird sie schlagartig kalt und es knallt - es donnert. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Natürlich könnte man nun wie Greg sagen, das ist reine Natur! Da spielt kein Gott mit. Das ist die eine Sicht von ihm. Die zweite finde ich logischer. Denn da hinterfragt er selbst, wer erschuf die Natur? Das ist oder war eine höhere Macht - folglich ein Gott. Das heißt, auch wenn der Blitz natürlich ist, ist er etwas göttliches - denn die Natur selbst ist Gottes Handwerk. In jedem Geschöpf der Natur lebt das Wunderbare - der kleine göttliche Funke den jedes Lebewesen inne hat die Seele. Die kann nicht abgesprochen werden. Die meisten verwechseln vielleicht Seele nur mit einem Bewusstsein das unserem gleicht. Was auch falsch ist. Denn jedes Wesen hat die Wahrnehmung die es für seinen Lebensraum benötigt. Denk nur an den Adler, seine scharfen Augen. Würde er mit unseren Augen sehen würde er uns bemitleiden nicht wahr? Drum ist alles Gottes Werk Ciel - alles was geschaffen wurde, selbst die Steine«, erklärte Olivie gut gelaunt. Sie mochte es so mit Greg oder nun mit Ciel zu depatieren.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lauschte seiner Schwester. »Mir gefällt, wie du die Dinge siehst. Weißt du, was ich mag - abends Arm in Arm liegen oder einfach nur nebeneinander und so miteinander zu sprechen, über Ainuwar und die Welt philosophieren, während man angenehm müde wird und langsam einschläft. In dem Falle wirst du das sein. Ich werde meine Arbeit so umschichten, dass ich mich zu dir legen kann und wir noch plaudern können, bevor du einschläfst. Wie nahe seid ihr euch beim Kuscheln gekommen, du und Jeanne? Natürlich leiden unsere Diener, wenn sie in die zweite Reihe gedrängt werden. Ein guter Diener versteht und akzeptiert das, aber es wird ihn trotzdem schmerzen.«

Olivie de Souvagne
»Wir sind beste Freundinnen, so würde ich es nennen. Andere würden vielleicht sagen, dass ist gekaufte Freundschaft, aber nur jene die wirklich und wahrhaftig dienen und jene die wahrhaftig herrschen wissen dass dem nicht so ist. Sie ist meine Freundin wie ich ihre. Wie nahe? Schwesterlich nahe Ciel. Wir liegen nebeneinander, lesen, reden, denken nach so wie wir gerade. Erzählen aber auch manchmal Unfug und lachen. Dann wünschen wir uns eine gute Nacht sobald wir müde werden und schlafen nebeneinander ein. Mir gefällt es ebenso mit Dir über all solche Gedanken sprechen zu können. Manchmal hat man ja auch ganz andere Gedanken im Kopf. Dann fängt man mit einem Thema an und endet bei einem völlig anderen und fragt sich, wie man nur dahin gelangen konnte. Kennst Du das? Ja das hast Du sehr gut beschrieben, ich denke Zerbino wird genauso leiden wie Fabien gelitten hat als Vater heiratete. Und genauso wird auch Ferrau leiden. Aber ich denke bei Dir ist er sehr gut aufgehoben, er macht einen zufriedenen und aufgeblühten Eindruck Ciel«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ferrau wird nicht leiden. Er schien sich sehr über die Ankündigung der Hochzeit zu freuen und gibt sich viel Mühe dabei, alles vorzubereiten. Er wirkt aufrichtig glücklich damit. Ich glaube, er freut sich vielleicht sogar über die Pause, wenn er nicht mehr fast jeden zweiten Abend um mehrere Stunden Schlaf gebracht wird. Ich denke, er wird erst mal einfach ausschlafen. Ein guter Diener ist weitaus mehr als nur ein Diener. In diesem Wort steckt so viel mehr als das Leisten von Arbeit. Es steckt darin Hingabe, Loyalität, Selbstlosigkeit. Ja, ich kenne das. Ich kenne es auch etwas anders. Schmusen und Küssen, mehr nicht, aber das sehr viel.« Er dachte an Alexandre, aber den ließ er besser noch unerwähnt. Er wollte mit den weniger schwierigen Themen beginnen. »Ich würde mich gern mit dir über unsere Hochzeitsnacht unterhalten«, sagte er ruhig. »Was empfindest du, wenn du daran denkst?«

Olivie de Souvagne
»Als erstes ganz ehrlich? Ich empfinde Aufregung, ich bin sehr nervös. Aber es freut mich dass Du darüber reden willst, dass nimmt dem ganzen dieses Große und Bedeutsame. Es ist ja fast so, als wäre es ein Staats-Akt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir werden ihn wohl kaum begehen müssen, aber dennoch hat es was davon, findest Du nicht auch? Was wünscht Du Dir denn? Ich wäre Dir dankbar, wenn wir es einfach versuchen und schauen wie weit wir kommen. Am liebsten wäre mir, Du würdest gar nichts erwarten und Du würdest Dich treiben lassen. Ich habe keine Ahnung nur das was man mich lehrte. Das ist theoretisches Wissen Ciel. Also sei gnädig, falls ich mich ungeschickt anstelle«, bat sie inständig.

Ciel Felicien de Souvagne
Er nahm sie sanft in den Arm. »Olivie, ich bin genau so unerfahren wie du! Ich sagte doch, das ich keusch lebe. Das war nie anders. Mehr als kuscheln und küssen ist nie geschehen. Ich weiß sogar noch weniger als du, vermute ich. Damals, als mein Erzieher mich aufklären wollte, habe ich ihm befohlen, meinem Kindermädchen einen Zungenkuss zu geben, weil ich mir das nicht vorstellen konnte - ich vermute, er war froh, dass er noch nicht weitergekommen war in seiner Erklärung. Danach ließ er da Thema und ich forschte eigenständig nicht weiter nach. Ich war einfach noch nicht so weit. Das kam erst sehr viel später und in dem Alter begann ich meine magische Ausbildung. Mein Mentor legte mir Keuschheit nahe und ich vertraue ihm. Drum geschah nichts und ich befasste mich nur dann mit dem Thema, wenn ich musste, beispielsweise weil meine Brüder irgendwelche entsprechenden Kommentare machten. Ich erwarte nichts von dir, Olivie, gar nichts, als dass du mir ehrlich sagst oder zeigst, was du magst oder was dir nicht gefällt, falls wir es versuchen. Möchtest du es denn versuchen? Ich habe sonst noch eine andere Idee.«

Olivie de Souvagne
Olivie umarmte Ciel einfach und drückte ihn eine ganze Zeit lang fest und schweigend an sich. So verharrte sie und strich ihm dabei liebevoll über den Rücken. »Noch nicht. Du weißt nicht welche Last von mir fällt. Eine Frau lernt, wie sie einen Mann glücklich machen kann. Es ist Theorie, aber jeder Mann würde von seiner Frau in der ersten Nacht etwas erwarten. Und falls sie es nicht kann, wird er es sich nehmen und es ihr so beibringen. Ein guter Mann passt dabei auf seine Frau auf und nimmt sich ihrer an. Aber ein Vater kann noch so gut aussuchen Ciel, er kann den Männern auch nur vor den Kopf schauen. Und was im Schlafzimmer eines Paares geschieht, darauf hat kein Vater der Welt einen Einfluss. Ab dato ist seine Tochter ohne seinen Schutz, dort steht sie allein. Ohne Vater, ohne Brüder, ohne jeden Beschützer. Jener der sie zukünftig beschützen wird, wird zuerst in dieser Nacht etwas von ihr fordern. Zu Recht vermutlich und schön wenn sie sich lieben. Aber ich hatte stets Angst einem Mann nahe sein zu müssen, der mir fremd ist. Verstehst Du er wird jede Grenze überschreiten, sprich er wird jede Körpergrenze überschreiten. Er fasst mich nicht nur an, er berührt mich nicht nur dort, wo es sonst nur meine Zofe oder ein Heiler dürfte, nein er wird noch einen Schritt weitergehen, er wird sich mit mir vereinigen. Gleichgültig ob ich Angst habe, ob mich möchte oder nicht, oder ob ich ihn sympatisch finde oder nicht. Das kannst Du meist gar nicht sagen nach so kurzer Zeit. Er wäre in mir - mein Körper wäre dann seiner - ich wäre ihm ausgeliefert und davor hatte ich Angst. Dass es ein Mann wäre, der vielleicht grob ist, oder der mir sagt ich solle mich nicht anstellen. Oder der bestimmte Vorstellungen und Erwartungen hat. Was man so hört, denn ab dato wäre er mein Mann, so wie sonst Vater oder ihr über mich bestimmen könnt, kann er über mich bestimmen aber auf völlig andere Art und Weise. Er hat in dem Sinne mehr Macht über mich als Vater oder meine Brüder je hatten. Ich meine mich könnte kein Mann verstoßen, die Schmach hätte sicher keiner auf sich genommen, er hätte ja den Hof abgewiesen. Aber weißt Du wie ein Mann reagiert, wenn er mit seiner Frau unzufrieden ist, für die er vielleicht nichts empfindet außer dass sie ihm nützt? Man wäre ein Vogel im goldenen Käfig oder er würde sich nehmen was er möchte. Und würde irgendwer etwas dagegen tun? Nein, denn ich wäre seine Frau. Die Angst kann einem niemand nehmen und ich meine Männer haben sicher genauso Angst davor, vor ihrer Frau zu versagen. Aber kein Mann kann verstoßen oder einfach gezwungen werden. Drum war ich froh, als Du mich gefragt hast. Du würdest mich verstehen, Du würdest mich zu nichts zwingen nicht wahr? Wir werden es gemeinsam herausfinden, wenn Du möchtest. Aber gib mir bitte Zeit. Nur ein klein wenig«, bat sie ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Er hielt sie sicher im Arm, als sie sich schutzsuchend an ihn anschmiegte. In diesem Moment war er nicht mehr ihr Verlobter, sondern er hielt seine kleine Schwester im Arm. Der Gedanke, dass er sie einfach an Ferrau verborgen wollte, um selbst seine Ruhe zu haben, kam ihm mit einem Mal feige und schäbig vor. »Niemand wird dich gegen deinen Willen anfassen oder gar noch weitergehen«, versprach er ihr. »Ich weiß nicht, inwieweit man uns bei der Hochzeitsnacht dazu zwingen wird. Sollten wir gar keine andere Möglichkeit haben, als uns dann zu vereinigen, dann wird dies vorerst einmalig sein und ich werde ganz sanft zu dir sein. Aber vielleicht bekommen wir noch ein wenig mehr Zeit zugestanden, um uns näherzukommen, wenn wir es in Zukunft wünschen. Ich hatte Angst um dich, als du mit diesem Zwerg liebgeäugelt hast. Vater schien das gutzuheißen. Aber ich habe mit unseren Brüdern gesprochen. Wir alle sind der Meinung, dass es nicht richtig wäre, dich mit dem Zwergen zu vermählen und so weit fortzugeben, in einen dunkeln Stollen, als Fremdländerin. Das ist einer der Gründe, warum ich um deine Hand anhielt. Ich möchte, dass du sicher bist und keine Angst haben musst. Du wirst hier geliebt, Oli.« Er streichelte ihren Rücken. »Ich muss dich noch etwas fragen. Bitte antworte ehrlich und nicht so, wie du meinst, dass ich es hören will. Du musst dich nicht fürchten, weder wirst du verstoßen noch weniger geliebt. Würdest du lieber mit einem anderen Mann schlafen als mit dem eigenen Bruder?«

Olivie de Souvagne
Olivie schüttelte ganz langsam den Kopf. »Nein. Du bist mir nicht fremd, ich habe keine Angst vor Dir und Du bist mein Halbbruder. Das heißt, niemand kann es uns verwehren. Ein völlig fremder Mann würde mir Angst machen, ich weiß nicht wie er zu mir steht, was er über mich denkt oder was er einfordert. Ob er lieb ist und zärtlich, oder ob er ein Schläger ist der seine Frau züchtigt. Der Zwerg war irgendwie schön und wild. Wie ein fremdes Wesen, ich weiß nicht warum ich ihn angeschaut habe. Ich habe noch nie so jemanden gesehen, darum vielleicht? Ich denke nicht dass er an mir solches Interesse hatte oder Vater mich gezwungen hätte unterirdisch zu leben. Nein das habt Ihr schon gut erkannt. Und er sah auch nicht ungefährlich aus, er ist bestimmt ein Krieger. Wer weiß vielleicht ist er ein Krieger wie Bellamy? Der Pala ist eine der härtesten Personen, er wird mit Jules oder Massimo genannt. Aber ich denke er ist nicht umsonst Vaters Pala. Und so einen Mann möchte ich nicht, sie machen mir Angst«, flüsterte Olivie ehrlich und offen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und was wäre mit einem Mann von sanftem Gemüt? Wenn ich dir anbieten würde, dir einen Mann für die zärtlichen Stunden auszusuchen, während wir vermählt sind, ohne intim zu werden, sondern einfach nur gut zueinander sind - für wen würdest du dich entscheiden? Das ist keine Fangfrage, Olivie. Ich meine sie ernst. Ich habe mir meine Gedanken gemacht und möchte dich nicht zum Beischlaf mit deinem eigenen Bruder zwingen. Aber vielleicht ist dir irgendwann danach und du würdest gern ... aber dann hast du mich als Fußfessel und du hast du nur Wahl zwischen mir und Keuschheit. Das möchte ich dir nicht antun.«

Olivie de Souvagne
Olivie nickte zustimmend. »Wen denn genau? Ich kenne so einen Mann nicht Ciel. Ich verstehe Deine Frage und Dein Angebot ist sehr gut durchdacht. Aber ich möchte diesen Mann vorher kennenlernen und auch mit ihm reden. Falls ich Dein Angebot annehme, muss ich mich auch bei ihm gut und sicher fühlen und keine Angst vor ihm haben. Also an wen hast Du denn gedacht?«, fragte sie grübelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zunächst an Khawa. Dann an Nathan. Und nun an Ferrau.«

Olivie de Souvagne
»Nein vor Khawa fürchte ich mich, er sieht unheimlich aus. Nathan ist eine sanfte Seele, Ferrau kenne ich nicht so gut, aber ich glaube er ist ebenfalls eine gute Seele. Kann ich mir das nochmal überlegen? Wenn ich nicht möchte was dann?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Natürlich kannst du dir das in Ruhe überlegen. Es ist ein Angebot. Wenn du nicht möchtest, müssen wir schauen, wie wir die Hochzeitsnacht verbringen, aber wir machen das schon so, dass du keine Angst hast. Ich bin auf jeden Fall dabei, falls du die erste Nacht mit einem anderen verbringen möchtest. Ich dachte, es würde dir vielleicht entgegenkommen. Was ich nicht möchte, ist, dass du hinter meinem Rücken mehr als nur jemanden in den Arm nimmst. Frag mich bitte, wenn dir jemand auf eine Weise wichtig ist, dass du mehr möchtest als das. Was wäre deine Bitte an mich in dieser Hinsicht? Was würde dich stören, was wäre in Ordnung?«

(Fortsetzung folgt)
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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Royale Doppelverlobung

#9

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 14. Apr 2018, 23:07

(Fortsetzung)

Ciel Felicien de Souvagne
»Natürlich kannst du dir das in Ruhe überlegen. Es ist ein Angebot. Wenn du nicht möchtest, müssen wir schauen, wie wir die Hochzeitsnacht verbringen, aber wir machen das schon so, dass du keine Angst hast. Ich bin auf jeden Fall dabei, falls du die erste Nacht mit einem anderen verbringen möchtest. Ich dachte, es würde dir vielleicht entgegenkommen. Was ich nicht möchte, ist, dass du hinter meinem Rücken mehr als nur jemanden in den Arm nimmst. Frag mich bitte, wenn dir jemand auf eine Weise wichtig ist, dass du mehr möchtest als das. Was wäre deine Bitte an mich in dieser Hinsicht? Was würde dich stören, was wäre in Ordnung?«

Olivie de Souvagne
»Ich werde jederzeit offen zu Dir sein in allen Belangen Ciel. Das gleiche wünsche ich mir von Dir. Bitte heirate keine Zweitfrau ohne mich vorher zu informieren. Und falls Dir jemand anderes wichtig ist, dann sage mir dies bitte auch. Ich weiß nicht wie Du in dieser Hinsicht denkst. Bist Du wie Dreux und Vater nur an Frauen interessiert, bist Du auch an Männern interessiert wie Greg? Oder möchtest Du mit jedem nur Nähe, pure Nähe ohne Intimität? Dann haben wir natürlich überhaupt keine Probleme, weil Du weder eine fremde Frau noch einen fremden Mann anfassen wirst auf diese Weise. Ich habe mich schon für Männer interessiert. Aber entweder haben sich diese nicht für mich interessiert, oder jene die sich für mich interessierten waren nicht mein Geschmack. Tatsächlich verliebt war ich jedenfalls noch nicht. Wie steht es mir Dir? Warst Du schon einmal verliebt Ciel? Ich wäre froh wenn wir die Hochzeitsnacht so verbringen könnten, dass wir einfach unsere Ruhe haben. Könntest Du Dreux darum bitten? Er könnte es absegnen. Er ist der mächtigste Mann im Land und unser Bruder, warum sollte er uns zu etwas zwingen?«, fragte Olivie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nur wir beide? Das hört sich beängstigend und schön zugleich an. Ich habe mindestens genau so viel Schiss wie du. Selbst wenn Dreaux es uns erlaubt, zu zweit zu bleiben ohne Überwachung, wird eine Heilerin hinterher bei dir kontrollieren, ob wir wirklich unsere Vermählung durch den Akt besiegelt haben. Ich begehre weder Frauen noch Männer. Ich liebe nur Menschen, Olivie. Oder eben nicht. Was sie zwischen ihren Beinen haben, spielt für mich keine Rolle. Dahingehend bin ich Greg wohl ähnlicher als Dreaux. Doch ist es eine Form der Liebe, die ohne Begehren einhergeht. Ja, ich war schon einmal verliebt. Oft sogar als ganz junger Mann oder als großer Junge, wie man es nimmt. Es ist für mich nicht ganz einfach, Zuneigung und Liebe zu unterschieden, da das Begehren als Unterscheidungsmerkmal bei mir wegfällt. In einem bestimmten Alter wollte ich meine eigene Mutter heiraten. Am ehesten nahe kommt dem, was du unter Liebe verstehst, wohl das, was ich für Nathan empfunden habe. Gegenfrage: Wo beginnt für dich Intimität? Hast du schon einmal jemanden geküsst, außer mich bei unserer Verlobung?«

Olivie de Souvagne
Olivie setzte sich aufrecht hin und musterte Ciel gut gelaunt. »Das ist eine sehr gute Frage, denn was ist ein Kuss anderes als Ausdruck purer Liebe? Intim werden Männer auch mit käuflichen Frauen, aber ein Kuss zeigt von wahrem Gefühl. Man kann jemand wie eine liebende Mutter küssen, oder begehrlich. So steht es im Buch der guten Ehefrau. Aber ein Kuss voller Liebe und Leidenschaft ist wohl jener den Du meintest. Ja ich habe schon aus purer Liebe geküsst. Nein ich habe noch nie jemanden begehrlich oder mit Leidenschaft geküsst. Mein Kuss an Dich war reine Liebe, Zuneigung ausgedrückt durch gespitzte Lippen. Anders habe ich noch nie geküsst. Ein Kuss ist Ausdruck von wesentlich mehr als es Intimität sein könnte. Ausgenommen natürlich die Intimität der Liebe. Der Kuss hat einen ganz besonderen Stellenwert. Ich habe mich schon oft gefragt ob wohl nur wir Menschen küssen? Und wenn dem so ist, weshalb? Intimität beginnt für mich damit, dass ich jemanden intim anfasse. Sagen wir ich würde Dich mit der Hand streicheln, so dass es Dir sexuelle Lust bereitet, dass ist schon Intimität. Niemand würde jemanden einfach so in den Schritt fassen, oder Du einer Frau in den Ausschnitt. Das ist Intimität. Ein Kuss hingegen ist Liebe. Vater küsst mich auf die Stirn. Ich küsste Dich, Dreux und Greg auf die Wange - nur Dich auf den Mund. Das war schon etwas anderes. Dennoch war es keine Intimität. Eine Vereingigung ist Intimität auf höchster Stufe. Ich kann es selbst tun, so dass die Ehe als vollzogen gilt Ciel. Es ist vielleicht nicht die beste Art, aber es ist eine Möglichkeit, damit man uns danach in Ruhe lässt«, antwortete Olivie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wie wölltest du das selbst tun?«, fragte er unsicher. »Ich hoffe, die Frage wirkt nicht so naiv, aber ich kenne mich wie gesagt nicht so gut aus. Wie würdest du einen innigen Kuss mit der Zunge werten? Und eng miteinander verschlungen im selben Bett schlafen?«

Olivie de Souvagne
Olivie schaute sich verstohlen um, so als ob überall hinter den Vorhängen heimliche Lauscher lauerten. »Mit einer Kerze, so steht es geschrieben. So kann eine Frau sich selbst die Jungfräulichkeit nehmen, wenn er ihr Mann in der ersten Nacht vor Aufregung versagt. Damit er nicht beschämt wird«, flüsterte Olivie Ciel ins Ohr. »Ein Zungenkuss ist ein Kuss und verschlungen mit wem herumzuliegen und im Bett zu schlafen ist gar nichts, außer gemütlich«, lachte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Gut zu wissen, dann haben wir eine Möglichkeit, zu schummeln. Ich habe überhaupt nichts zu dem Thema gelesen, obwohl ich es sollte. Alles, was ich weiß, weiß ich von meinem Lehrer, Alexandre. Womit wir beim ersten Mensch wären, den ich dir als sehr wichtig für mich benennen möchte, so, wie du es gewünscht hast. Ich werde keine Zweitfrau heiraten, ohne es mit dir abzusprechen. Ich möchte, dass du an meiner Seite glücklich bist und du sollst dich nicht als eine von vielen fühlen. Falls ich überhaupt je noch einmal heiraten werde, und das ist nicht gesagt, dann bist und bleibst du an erster Stelle, formal wie von Herzen.« Er küsste sie zärtlich.

Olivie de Souvagne
Olivie erwiderte den Kuss zärtlich und umarmte Ciel dabei. »Ja wir haben eine Möglichkeit zu Schummeln und uns alle Zeit der Welt zu lassen, aber es soll nicht gerade angenehm sein. Natürlich nimmt man eine dünne Kerze und keine Tempelstumpe - dann hätte ich wohl arge Probleme. Alexandre Dein Lehrer ist Dir dermaßen wichtig? Wie wichtig ist er Dir denn genau?«, fragte sie und strich ihm über den Rücken.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das hat mich Greg auch gefragt und ich habe ihm geantwortet, dass ich darüber nachdenken müsste, was er mir eigentlich bedeutet. Es ist eine meiner größten Freuden, Menschen zu beobachten, zu befragen und ihr Verhalten zu analysieren. Bei mir selbst versage ich kläglich. Ich kann versuchen, es für dich zu beschreiben, aber ich kann dir nicht den korrekten Namen für diese Art der Zuneigung nennen. Als ich mit 15 aus dem Krieg zurückkehrte, war ich innerlich sehr zerrüttet. Ich habe funktioniert und meine Arbeit gemacht, aber in meinem Inneren nagten so viele Fragen ... Warum tun Menschen so etwas? Gibt es einen gerechten Krieg und wenn ja, ist es der, den wir gerade führen? Gäbe es eine andere Lösung? Warum sind Menschen zu solchen Grausamkeiten fähig, die sonst liebevolle Leute sind? Ich habe mir damals Khawa behalten, ich habe es einfach nicht über mich gebracht, seinen Tod zu befehlen. Ich wurde scharf kritisiert für diese Weichheit. Alexandre gab mir Antworten. Er gab mir Halt und weder verurteilte er mich für das, was vielleicht ein Fehler war, noch war er jemand, der alles guthieß, um sich einzuschmeicheln. Er war sehr selbstbewusst und ich fühlte mich wohl bei ihm und ich bat Vater darum, bei ihm in die Lehre gehen zu dürfen. Er lehrte mich so vieles ... und er wurde mein Freund. Wir haben geküsst und uns gegenseitig gestreichelt und er übernachtete bei mir.«

Olivie de Souvagne
»Er sah Dich als die Person die Du wirklich bist Ciel. Menschen haben zwei Augen, zwei Ohren und einen Mund, das sagt uns was wir wie oft benutzen sollen. Zuhören bevor man spricht, hinschauen bevor man spricht und genau das hat Alexandre getan. Ich glaube nicht, dass es einen Krieg gibt der tatsächlich gerecht ist. Was ist denn am Krieg gerecht? Wo ist es denn gerecht, dass Leute sterben für anderer Leute Fehler oder Gier? Ich sehe es ganz wie Vater. Wenn zwei sich streiten sollen sie es alleine austragen, mit all den Konsequenzen - ja sogar dem Tode, wenn sie ihn doch für andere leichtfertig in Kauf nehmen. Ansonsten darf es keinen Krieg geben, nur zur Verteidigung. Manchmal ist es nötig sich mit allen Dir zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Denn manchmal hast Du nur die Wahl zu kämpfen oder zu sterben. Dann wurde Dir der Krieg aufgezwungen. Aber dann kämpfst Du für alle anderen, die nicht sterben sollen. Dann bilden Männer wie Du, Vater und seine Streiter das Bollwerk, dass uns vor dem Unheil abschirmt und beschützt. Und ja, dabei sterben gute Menschen um ihre Lieben zu beschützen. Weil andere ihre Gelüste nicht unter Kontrolle haben. Weil ihnen anderes Lebe nichts wert ist, außer das eigene. Denn sonst wären sie selbst losgezogen und hätten versucht es zu erreichen. Aber nein, solche Männer sitzen hinter gewaltig dicken Mauern, sie reiten nicht an forderster Front. Sie suchen auch keine Aussprache, keine Verhandlung. Es sind Despoten so wie Roderich einer war und Felipe vermutlich auch. Sie wollen sich am Leid anderer bereichern. Sie verstehen den Schwur Schutz und Schirm gegen Treue und Loyalität nicht. Weder waren sie Schutz noch Schirm. Und treu und loyal waren sie ihren Untertanen gewiss nicht. Ich hoffe das es mit der neuen Regierung in Ehveros ein neues Zeitalter geben wird. Und ich muss sagen, ich bin gespannt wie eine Frau sich schlägt. Das hat es noch nie gegeben und ich wünsche ihr viel Glück. Warum solltest Du Khawa töten? War er vor Ort weil er wirklich ein schlechter Mann ist, oder weil ihn jemand dies befahl? Er fehlte um sein Leben Ciel, war dem nicht so? Größe und Ehre heißt für jeden Edelmann, dass man das Fehlen um Gnade erhört und nicht achtlos ein Leben nimmt. Das dürfen wir niemals vergessen. Wo es keine Gnade mehr gibt, dort wird es auch keine Gerechtigkeit mehr geben. Hat nicht jeder eine zweite Chance verdient? Du hast richtig gehandelt, denn Du hast nach Deinem Herzen gehandelt. Menschen sind schwer zu beurteilen Ciel. Der liebende Ehemann küsst die Frau mit dem Munde, mit dem er seinem Feind Morddrohungen entgegenschleudert. Die Hand mit der er seine Frau hält, hält auch das Schwert mit dem er Köpfe abschlägt. Wieso tut er das? Weil er sein Land und seine Frau beschützt. Wieso kann er dies? Weil dieser andere für ihn keine Person mehr ist. Es ist ein Feind - ein Neutrum das versucht seine Lieben zu töten und so erschlägt er es. Die einen vielleicht mit Angst, der andere mit Abscheu vor der Tat oder vor dem Gegner, der nächste sogar mit Genugtuung. Aber die wenigsten ziehen doch in die Schlacht, weil sie vorhaben Mörder zu werden. Ich denke jeder der das erste Mal in den Krieg zieht, stellt sich heroische Taten vor. Und jeder der aus dem Krieg heimkehrt hat Dinge gesehen, die keiner sehen sollte. Die Realität ist immer eine andere als im besungenen Heldenepos Ciel. Die Buchseiten und Liedertexte sind rein und schön, gedacht für die Nachwelt und das gemütliche Kaminfeuer daheim. Die Wahrheit hat schon immer anders ausgesehen und das lernt man dort draußen wohl sehr schnell«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Alexandre hat der Essenz aller Grausamkeit ins Gesicht gesehen. Er hatte auf meine Fragenflut, meine Zweifel und meine Selbstvorwürfe eine ganz einfache Antwort: ›Menschen sind einfach so. Hinterfrage nicht das Warum, sondern akzeptiere den Ist-Zustand. Handele danach. Alles andere bereitet nur Kopfschmerzen.‹ Nun, das war keine wirkliche Antwort ... eher ein beiseiteschieben dessen, wofür es keine abschließende Antwort gibt. Er selbst hatte sich lange genug in einem Spinnennetz solcher Fragen verheddert. Ich bin seinem Rat gefolgt. So gelang es mir, den Kreis der Grübelei zu durchbrechen. Ich hatte wieder mehr Kraft und Energie für andere Dinge. Der drückende Mantel aus Blei war von mir genommen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ich sollte Khawa töten, da er der letzte Feind war, der übrig gebliebn war. Er ist Schuld daran, dass ein ganzer Landstrich verwüstet wurde und verarmte, denn er war der Kopf seiner Truppe. Niemand hat ihm dies befohlen, dies war seine freie Entscheidung. Er hätte den Tod aus dieser Sicht sicher verdient gehabt. Und was sollte man mit diesem Gefangenen, der von allen am liebsten an Ort und Stelle aufgespießt werden sollte, der Aufwand bedeutete und fraß? Obendrein war es riskant. Ich habe von Khawa sehr viel gelernt und er von mir. Aber es hätte auch anders enden können. Es war ein Spiel mit hohem Einsatz. Ich hatte Glück - oder meine geschulte Beobachtungsgabe erkannte, dass von ihm für mich unter diesen Umständen keine Gefahr ausging. Wer weiß. Ich entschied nach dem Unterbewusstsein, nach dem Gefühl und stülpte dem nachträglich eine vertretbare Begründung über. Die aber, wie eine selbsterfüllende Prophezeihung, in Erfüllung ging. Dennoch bleibt es ein Akt der Schwäche.«

Olivie de Souvagne
»Wenn Zuneigung Schwäche ist dann ja. Du hast spontan aus dem Bauch heraus entschieden, so wie Greg sich für seinen Mann. Hast Du ihm damit genau das angekreidet, was Du bei Dir als Schwäche Khawa gegenüber gesehen hast Ciel? Es ist gekommen wie es gekommen ist. Wenn Du ihm Nachhinein Dir Sorgen machst, was hätte alles passieren können, dann darfst Du gar keine Entscheidung fällen. Denn passieren könnte wohlmöglich alles. Das Böse benötigt für seine Handlungen niemals einen Grund Ciel, es ist einfach da. So sagt es Vater. Es gibt helle Menschen und die sind sehr selten. Es gibt dunkle Menschen auch die sind selten. Die Mehrzahl der Menschen ist grau. Ich spreche von den Seelenfarben. Je nachdem tendieren die Einzelnen mehr zu hellen oder mehr zum dunklen hin, aber richtig hell oder richtig dunkel sind ganz selten Personen. Darum kann ein Mensch unsägliches Leid verursachen, wie er Zuhause ein liebender Vater sein kann. Wobei ich felsenfest davon überzeugt bin, dass Du und unsere Brüder sehr wohl helle Personen sind. Mit einem minimalen Anteil an Dunkelheit. So seinen finsteren Punkt hat jeder von uns, aber wir sind helle Personen. Vielleicht hat Greg deshalb jemanden gewählt, der von der Dunkelheit umwölkt zu sein scheint. Zwei Seiten einer Münze um etwas Ganzes zu ergeben. Du hast Gnade gezeigt wo sie niemand gezeigt hätte Ciel und das kann keine Schwäche sein, denn Du hast Dich vor Khawa stellen müssen, ihn verteidigen müssen, Dich rechtfertigen müssen - wofür? Sicher mag er in manchen Augen den Tod verdient haben. Aber gibt es nicht von allen Dingen zwei Seiten? Weder hätte er rauben müssen, noch hätten wir töten müssen. Hätte da ein Wort nicht geholfen? Nun klinge ich fast schon wie Vater«, lachte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin generell kein Freund von Bauchentscheidungen. Weder bei mir selbst, noch bei meinen Brüdern. Ich glaube an die Macht des Verstandes. Das, was Kriege und generell so viel Bosheit auslöst in dieser Welt, sind immer die niederen Triebe. Denn es gibt, rational betrachtet, für so viel Bosheit keinen Grund. Ich habe versucht, etwas rational zu erklären, was nicht rational erklärt werden kann - das war mein Problem. Triebe sind der wahre Grund und darum habe ich diesen entsagt. Vater und Alexandre haben ein und dasselbe gesagt, aber es unterschiedlich ausgedrückt. Du scheinst eher ein Gefühlsmensch zu sein, Olivie, deute ich das richtig? Du erinnerst mich ein wenig an Greg und das meine ich nicht negativ. Du bist klug und sanftmütig. Aber du hast meine Frage nicht beantwortet, was Alexandres und meine Zweisamkeit anbelangt.«

Olivie de Souvagne
»Sie stört mich nicht, Ihr habt Euch lieb aber Ihr wart nicht intim. Was soll ich Dir dort sagen? Außer vielleicht dass es mich nicht stört? Falls Du diese Bestätigung benötigst, hast Du sie. Du warst vielleicht einen Schritt darüber hinaus was Freunde üblicherweise miteinander tun Ciel, aber Du war weit davon entfernt mit ihm intim zu sein, oder was ich als intim deute. Nun ich vermute ich bin wirklich ein wenig wie Greg gestimmt. Zwar bin ich nicht büchersüchtig und werde vermutlich war ich auch kein Bücherwurm im letzten Leben, aber die meisten Entscheidungen treffe ich mit dem Herzen. Ich frage zuerst mein Herz und dann höre ich mir an was mein Kopf dazu sagt. Greg ist da sicher ganz ähnlich nur etwas deutlicher. Er handelt danach wie er sich fühlt. Damit meine ich, er trifft nicht nur seine Entscheidungen danach, sondern er lebt so, handelt so und lebt seine Gefühle einfach und offen aus. Hat er sich je verstellt oder nur eine Minute seines Lebens verschwiegen dass er Männer und Frauen begehrt? Nein. Findet er eine Person attraktiv sagt er es ihr. Genauso sagt er einer Person ins Gesicht, wenn er etwas nicht gut findet. Natürlich verpackt er es genau wie Du oder ich unserem Stand entsprechend. Es sei denn die Person hat ihn wirklich verärgert, dann kann er auch sehr deutliche Worte finden oder sogar eine Person bestrafen lassen. Aber meist ist er ein Seelchen das mit seinem Kaffee vor einem Buch in seiner Bibilothek sitzt als wäre diese der Nabel der Welt. Für ihn ist das auch so. Du bist der Mensch, der draußen die Abenteuer erlebt, vor Ort ist und sich nicht scheut die Finger dreckig zu machen. Du bist ein Macher. Er ist jener Mann, der die Bücher liest die Leute wie Du schreiben Ciel. Darin liegt bei Euch der Unterschied. Oder wie Du oder Dreux oft sagen - Du bist der Kopf er ist das Herz. Du hast zwar auch ein Herz - aber es hat die 2. Stimme. Und Greg hat auch einen Kopf - aber auch der hat nur die 2. Stimme. Du hast mich mit dem Verstand gewählt, da Du mich beschützen wolltest. Dein Herz sagte später und weil Du Deine Schwester liebst. Greg wähle nach dem Herz und sein Kopf sagte ihm später, warum sein Zukünftiger vielleicht doch ganz gut und nützlich ist. Ihr ergänzt Euch perfekt Ihr beiden. Da könnte man fast was anderes vermuten, aber ich schweige«, lachte sie und drückte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel überlegte einen Moment, ob er ihr sagen sollte, dass er um Gregs Hand angehalten hätte, wenn die von Olivie ihm verwehrt geblieben wäre, aber er beschloss, dies für sich zu behalten. Olivie sollte sich nicht austauschbar fühlen, denn das war sie nicht. Der Wunsch entsprang dem Gedanken, seine Lieben bei sich zu behalten und sie zu beschützen, nicht darin, dass einer den anderen ersetzen sollte. »Ich wollte dein Ja hören«, sagte er und schmiegte sich an sie, um ihre Schläfe zu küssen. »Damit hast du mir eine große Sorge genommen. Nicht nur ich bin der Macher, sondern auch Dreaux. Er vielleicht sogar noch mehr. Frag nicht, was er in der kurzen Zeit seines Amtsantrittes alles in die Wege geleitet hat ... ich mache mir ein wenig Sorgen, er wirkt getrieben, gehetzt, fast panisch.«

Olivie de Souvagne
Sie nahm ihn sanft in den Arm und hielt ihn fest. »Du musst keine Sorgen haben. Soll ich Dir Deine Freunde verbieten? Dann könnte ich Dir auch verbieten zu atmen. Es wäre Unsinn. Dreux fürchtet nichts mehr als Vaters Rückkehr. Er sehnt sie herbei, er vermisst ihn, seinen Rat, seine Anwesenheit. Ich glaube sie würde ihm einfach Sicherheit geben. Zeitgleich betont er bei jedem Treffen, dass er Vater beweisen wird wie gut er sich seiner Aufgabe gestellt hat. Er meint er müsse seinen Wert beweisen. Folgich stimmt Deine Einschätzung absolut, er ist getrieben und zwar von dem Wunsch seinen Wert unter Beweis zu stellen. Die Änderung dass die Krone von Vater an den Sohn weitergegeben wird, finde ich allerdings mehr als nur eine getriebene Änderung, ich finde dies eine deutliche Aussage, wie sehr er Vater schätzt - sprich liebt. Auch wenn Dreux eine andere Art hat solche Dinge zu zeigen. Er hätte auch Dir sagen können was Du ihm bedeutest, statt dessen hat er ohne große Prüfung Deine und Gregs Ehe durchgewunken. Kein wer passt wie gut zu einander, welches Adelshaus müsste wieder mit dem unseren enger verbunden werden, all das hat er nicht berücksichtigt. Allein Eure Wünsche waren maßgeblich. Wie steht es mit Ferrau Ciel? Sobald wir zusammen leben, möchtest Du dass er seine Kammer in unserer Wohnung behält oder lagern wir sie aus?«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war überrascht. »Du möchtest, dass wir zusammenleben?«

Olivie de Souvagne
»Aber da hast Du mir doch angeboten... oder nicht?«, fragte sie verwirrt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bei mir, im selben Haus und im selben Flügel, aber in der selben Stube? Dauerhaft? Dies wäre eine große Umgewöhnung ... wir sollten erst einmal testen, wie wir uns überhaupt fühlen, wenn wir das Bett teilen, ehe wir über solch einen Schritt nachdenken, findest du nicht?« Er überlegte fieberhaft, ob er tatsächlich etwas entsprechendes gesagt hatte im Überschwang der Gefühle, die er für seine Schwester hatte, konnte sich aber nicht erinnern. Einer seiner Brüder hatte ihm dies vorgeschlagen, vermutlich Greg. Aber hatte er tatsächlich eingewilligt? Die Vorstellung machte ihm genau so viel Angst wie die Hochzeitsnacht. Sein gesamter Tagesablauf währe durcheinander und seine mühsame Gewöhnung an Ferrau und ihr Schritt für Schritt eingetaktetes Miteinander, alles wäre für die Katz. Hinzu kam dann auch noch die Zofe von Olivie, die dann auch noch mit herumsprang. Gestresst runzelte er die Stirn.

Olivie de Souvagne
»Liebster was ist mit Dir? Du bist ein wenig blass und voller Falten«, keuchte Olivie besorgt. »Soll ich den Medicus rufen?«, hakte sie nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, ich bin nur etwas in Sorge. Fändest du nicht, dass wir uns langsamer aneinander herantasten sollten, ehe wir solch einen Schritt wagen? Mein Tagesablauf ist streng durchorganisiert und momentan habe ich nur ein Badezimmer. Wir würden uns früh ins Gehege kommen und Jeanne kenne ich kaum, ich möchte sie nicht bei mir wohnen haben. Ferrau aussperren möchte ich ebenso wenig, er bleibt auf jeden Fall bei mir wohnen! Hast du denn überhaupt keine Bedenken, wenn wir zusammenziehen, dass wir uns gegenseitig stören und dann streiten?«

Olivie de Souvagne
»Nein, Du hast mir doch versichert dass Du ganz spät einschläfst und früh aufstehst. Du hast mir doch extra Deine Zeiten genannt und wolltest bei mir bleiben bis zum Einschlafen. Oder nicht? Ciel ich bin verwirrt«, grübelte Olivie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, wir wollten es zunächst mit gemeinsamen Übernachtungen probieren«, antwortete Ciel und hoffte, dass man ihm seine aufsteigende Panik nicht allzu sehr anmerkte, von seiner offenbaren plötzlichen Blässe und Faltigkeit abgesehen.

Olivie de Souvagne
»Das stimmt, jetzt wo Du es sagst - aber was ist wenn es uns gefällt, wenn wir mehr wollen, uns nicht wieder trennen wollen? Was dann?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn es uns gefällt, dann soll es so sein. Warum auch nicht? Aber wir sollten es ersteinmal langsam angehen lassen und mit gelegentlichen Übernachtungen beieinander probieren, oder? Ich wusste gar nicht, dass du so stürmisch bist. Nicht, dass es mir unangenehm wäre. Ich bin nur etwas überrumpelt.«

Olivie de Souvagne
Olivie musterte Ciel mit Argusaugen. Sie schien jeden Milimeter seines Gesichtes mit dem Augen abzutasten, ob er gerade einen Scherz machte, oder ob er seine Worte ernst meinte. »Greg hat mir da schon so einiges erzählt. Nun gut, versuchen wir es zuerst. Ich bin nicht stürmisch, ich habe das glaube ich nur falsch verstanden oder Du hast Dich etwas schwammig ausgedrückt Liebster. Gut versuchen wir es, ich freue mich jedenfalls mit Dir gemeinsam im Bett zu liegen und Dir aus meinen neusten Büchern vorzulesen«, grinste sie verschmitzt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Greg?« Ciels Augenbrauen wanderten einen Fingerbreit nach oben. »WAS hat er dir erzählt?«

Olivie de Souvagne
»So dies und dass, er hatte Dir ja auch von seinem Mann erzählt. Du warst nicht gerade glücklich über seine Wahl, bist aber trotzdem für ihn da hat er gesagt. Nur Dein verlogener Leibdiener macht ihm sehr zu schaffen«, sagte Olivie bekümmert.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und er hat dir erzählt, dass ich gemeint habe, du solltest sofort bei mir einziehen? Ferrau ist nicht verlogen. Er ist ein anständiger und zuverlässiger Mann, nur manchmal langsam und etwas stur.«

Olivie de Souvagne
»Ja natürlich, Du würdest Dich sehr darüber freuen, wenn von mir der Vorschlag käme denn Du wärst zu schüchtern dafür danach zu fragen, weil... oh na warte Gregoire!«, murrte Olivie auf einmal. »Der hat mich veräppelt! Nun er hat auch gesagt Ferrau hätte wegen seiner Familie geschwindelt. Sowas gehört sich nicht als Leibdiener«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Greg«, fauchte Ciel. »Na warte. Nein, ich bin nicht schüchtern. Überhaupt nicht. Ich bin nur manchmal in Sorge, wenn ich das Gefühl habe, die Kontrolle über meine Gefühle oder, noch schlimmer, über meinen Körper zu verlieren. Darum kann es sein, dass ich manchmal zurückhaltend wirke oder ängstlich. Das bin ich aber nicht. Ich versuche dann lediglich, meinen Geist zu sammeln, indem ich mich physisch wieder etwas auf Distanz bringe. Ferrau hat nicht geschwindelt, Greg hat sich geirrt.«

Olivie de Souvagne
»Er hat es tatsächlich so gesagt, dass Du auf ein Zeichen von mir wartest. Sicher wollte er uns nur unter die Arme greifen. Nun dass kann bei Greg gut sein, er schnappt was halb auf, während er anderen zuhört und seine Nase weiter in seinem Buch steckt. Dann merkt er sich etwas halb und ist felsenfest davon überzeugt. Leider ist er ein klein wenig stur, wie die meisten Männer in der Familie - so wie Du auch«, lachte sie gut gelaunt und küsste ihn auf den Mund.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seinen Arm um sie und küsste sie zurück. Er mochte das Gefühl ihrer Lippen auf seinen. »Jeanne soll dich bettfertig machen und dann zu mir bringen. Wir können in meinem Bett noch ein wenig weiterreden. Jeanne soll auch die Häppchen, die du hast vorbereiten lassen, hinterherbringen. Ferrau macht mich auch für die Nacht zurecht und bereitet Jeanne das Bett auf dem Sofa im Wohnzimmer vor. Aus was für einem Buch gedenkst du mir denn vorzulesen? Oder nein, sag es nicht, ich lass mich überraschen.«

Olivie de Souvagne
»Sehr schön, dann komme ich Dich gleich besuchen, aber schlaf nicht ein!«, freute sich Olivie und läutete nach Jeanne.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich schlafe nicht ein«, sagte Ciel schmunzelnd. »Ich dachte, du kennst meine Einschlafzeiten?« Er verabschiedete sich von ihr mit einem weiteren Kuss.
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Linhard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelverlobung

#10

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 14. Apr 2018, 23:48

Bericht für die Bestie

Ü18-Geschichte.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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