Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Aufstieg der Blutnekromantie

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 3. Apr 2018, 00:44

<< ├ťber Vorlieben und Nekromanten

Eine undichte Stelle im Orden der Bluthexer

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino ├Âffnete seinem Herrn sofort die T├╝r und verneigte sich lautlos vor Ciel. Greg gab weiter die F├╝hrung und ging bis in sein Wohnzimmer durch, wo Lin immer noch auf dem gro├čen Sofa schlief. Er r├╝ttelte ihn sanft wach. ┬╗Wach auf Linhard, mein Bruder m├Âchte mit Dir sprechen┬ź, sagte Greg. Lin blinzelte Greg verschlafen an und schaute sich dann orientierungslos um, ehe ihm einfiel, wo er lag. ┬╗In Ordnung wo ist er?┬ź, g├Ąhnte Lin. ┬╗Er steht hinter mir┬ź, grinste Greg.

Linhard
Linhard setzte sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen und richtete seine Kleidung, die total verkrubbelt war. Aber daran lie├č sich jetzt nichts ├Ąndern. Immerhin hatte er seinen gewaltigen Schwips auf dem Sofa ausgeschlafen. ┬╗Guten Morgen, entschuldigt meine Aufmachung┬ź, sagte er zu Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich auf einen Sessel, der in der N├Ąhe des Sofas stand und wartete darauf, dass Linhard sich notd├╝rftig zurecht gemacht hatte. ┬╗Ich entschuldige sie. Ich bin gekommen, um mit Ihnen ├╝ber ihre magische Verwandtschaft zu sprechen.┬ź

Linhard
┬╗Was m├Âchten Sie denn wissen?┬ź, fragte Linhard, w├Ąhrend Zerbino allen einen Kaffee bereitstellte. Linhard nahm den Kaffee dankbar entgegen und trank einen gro├čen Schluck. Greg nickte seinem Diener zu und setzte sich mit seinem Kaffee in die Mitte, so dass er auch nonverbal deutlich machte, dass er zu ihnen beiden stand und sie quasi verband.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein Bruder hat mich dar├╝ber in Kenntnis gesetzt, dass neben Geistmagiern auch mehrere Nekromanten von nicht unbetr├Ąchtlichen magischen F├Ąhigkeiten in Ihrer Famile vertreten sind. Ist Ihnen bekannt, dass k├╝rzlich ein Dekret erlassen wurde, welches die Aus├╝bung der Nekromantie innerhalb von Souvagne untersagt und die Umschulung aller Nekromanten vorsieht?┬ź

Linhard:
Linhard musterte Ciel ├╝ber den Rand seiner Tasse und sch├╝ttelte langsam den Kopf. ┬╗Nein dass war mir nicht bekannt. Was bedeutet das f├╝r uns? Oder besser gesagt, was bedeutet dies f├╝r die betroffenen Magier?┬ź, hakte Lin nach. Er musterte Ciel aufmerksam.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č seine Tasse unangetastet. ┬╗Das bedeutet, dass die praktische Anwendung ihrer nekromantischen F├Ąhigkeiten, egal welcher Natur, eine kriminelle Handlung ist und entsprechend geahndet wird.┬ź

Linhard
Linhard nahm erneut einen Schluck Kaffee um sein breites Grinsen zu verbergen. ┬╗Gilt das f├╝r jeden Nekromanten und ausschlie├člich f├╝r jene ja?┬ź, hakte er freundlich nach. ┬╗Ich mache mich nicht lustig ├╝ber Euch werter Schwager im Gegenteil. Ich finde die Vorstellung geradezu... erheiternd. Das sind Neuigkeiten die mich pers├Ânlich nicht st├Âren. Ich wurde in meiner Familie daf├╝r missachtet, da ich kein magische Gabe besitze. Warum soll es nicht mal umgekehrt sein? Wieso sollte die vermeintliche Macht nicht Schw├Ąche bedeuten? Zumal jeder Nekromant eigentlich mal ein Geistmagier war, bis ihn etwas korrumpierte... so sagt es mein Onkel. Aber nicht jeder Nekromant ist schlecht, dass kann ich Ihnen beschw├Âren. Mein Vater war ein Nekromant und er war der einzige der das Leben liebte, der mich liebte und mir ein Leben erm├Âglichte. Ich m├Âchte niemanden in Misskredit bringen, aber Ihr solltet auch Eure eigenen Adligen ├╝ber den Umstand informieren, Ihr habt Nekromanten unter ihnen - von einem wei├č ich. Ich werde pers├Ânlich mit ihm sprechen, denn ich m├Âchte nicht, dass er denkt ich h├Ątte ihn ans Messer geliefert. Gleichg├╝ltig was einst war, er zeugte mich und er versuchte am Ende meinem Vater das Leben zu retten. Momentan kann er Euch keinen Schaden zuf├╝gen. Erstens w├╝rde er das nicht, er k├Ąmpfte ein Leben lang mit seinen eigenen D├Ąmonen - in Gestalt seines Vaters und zweitens ist er sehr krank. Er hat seine Macht irgendwie meinem Vater gegeben und w├Ąre dabei fast gestorben. So hat er einst auch seinen Bruder gerettet. Dieser hatte einen Reitunfall und w├Ąre fast gestorben. Von daher, er ist nicht so wie man vermuten k├Ânnte. Aber er liebt Ghule. Einst besa├č er 149 Ghule, jetzt nicht mehr. Drum lasst mich bitte mit ihm pers├Ânlich reden. Ich habe Euch das nur offenbart um v├Âllig ehrlich mit Euch zu sein. Gew├Ąhrt mir dies bitte. Ich wei├č dass er mich nie so lieben konnte, wie man seinen Sohn lieben sollte. Aber dennoch verbindet uns etwas┬ź, bat Lin

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mir geht es nicht darum, Ihnen oder Ihren Verwandten Angst zu machen, Monsieur von Hohenfelde und es lag mir fern, Ihnen zu drohen, falls es sich danach anh├Ârte. Aber wir m├╝ssen ehrlich miteinander sprechen. Wir werden bald miteinander verwandt sein und Sie Teil unserer Familie. Mir ist es wichtig, Sie ├╝ber die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der Magie zu informieren, damit niemand, der Ihnen am Herzen liegt, in Schwierigkeiten ger├Ąt. Nat├╝rlich gibt es eine ├ťbergangsfrist, denn es gibt auch in Souvagne Nekromanten, welche sich bislang v├Âllig legal unter uns bewegten. Bald wird dies nicht mehr so sein. Ich bin jener, der damit beauftragt wurde, Souvagne von dieser unter dem Deckmantel der Magie verpackten Leichensch├Ąndung reinzuwaschen und ich werde sehr gr├╝ndlich dabei sein. Wenn Sie dies w├╝nschen, bin ich ihnen gern behilflich bei der Organisation geeigneter Umschulungsma├čnahmen f├╝r Ihre Verwandten.┬ź

Linhard
┬╗Ihr Angebot nehme ich gerne an, zumal ich auch niemanden umschulen k├Ânnte. Ich vermute es wird leichter sein, den Schritt zu akzeptieren, wenn meine Verwandten die Information aus neutralen Munde h├Âren. Oder besser gesagt aus dem Mund des zust├Ąndigen Gesetzes. Mir k├Ânnte man da einen gewissen Eigennutz unterstellen. Auf was m├╝ssen sie denn umschulen und wie? Ich werde Ihnnen helfen so gut ich es vermag, aber ich bin kein Magier┬ź, sagte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es wird nicht n├Âtig sein, dass ich mit Ihren Verwandten pers├Ânlich spreche, was nicht hei├čt, dass ich es in dem Falle nicht tun w├╝rde. Ich arbeite bereits an der Verschriftlichung der Details, wo unter anderem auch die Frist genau definiert wird so wie das zu erwartende Strafma├č bei Missachtung des Gesetzes. Da die Nekromantie aus der Geistmagie erwuchs, ist es am sinnvollsten, auf eine der verwandten Disziplinen umzuschulen, also entweder Geistmagie selbst oder Bluthexerei, die auch unter Blutnekromantie bekannt ist, wobei ich diesen Begriff ablehne. Die Wahl obliegt letztlich dem Magier, von der Sache her w├Ąre auch Elementarmagie denkbar oder Natur- oder Heilmagie, aber besonders gef├Ârdert wird in diesen Tagen die Bluthexerei.┬ź

Linhard
Linhard schaute Ciel durchdringend an. ┬╗Und Ihr beherrscht diese Art der Magie, oder jemand der Euch bekannt ist?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mir obliegt die Obhut ├╝ber die magischen Belange unseres Landes. In Naridien w├╝rde man mich wohl den Zaubereiminister nennen. Entsprechend unterhalte ich Kontakte zu den K├Âpfen der magisch bef├Ąhigten Bev├Âlkerung. Warum fragen Sie?┬ź

Linhard
Linhard dachte angestrengt nach, wie er sein Ansinnen neutral verpacken konnte. Allerdings war dies bald seine Familie und er wollte ein Familienmitglied retten - eigentlich nicht eines - sondern DAS Familienmitglied. ┬╗Ich ben├Âtige einen Bluthexer und jemanden zu heilen, der mir am Herzen liegt┬ź, antwortete Lin ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Bluthexer dienen niemand anderem als der Krone und somit Souvagne. Sie, Linhard, werden Teil der gro├čherzoglichen Familie sein. Somit w├Ąren die Voraussetzungen erf├╝llt, sollte es um einen nahen Verwandten von Ihnen gehen. Um wen handelt es sich und welcher Art ist seine oder ihre Verletzung? Krankheit vermag die Bluthexerei nicht zu kurieren.┬ź

Linhard
Linhard starrte Ciel in die Augen. ┬╗Lehnt es einfach ab, falls Ihr nicht helfen wollt, aber bestraft mich nicht indem Ihr mich des Landes oder aus Eurer Familie verweist. Nun falls Ihr mich als Teil der Familie seht - die betreffende Person w├Ąre mein Adoptivvater. Seine Krankheit ist keine - er ist... tot. Und das kann ich nicht akzeptieren. Ich sollte, ich m├╝sste, aber ich will es nicht. Ich wei├č von den Bluthexern und ich wei├č wozu sie in der Lage sind, drum kann ich nur darum bitten. Ihr w├╝rdet einen Mann das Leben schenken, der Zeit seines Lebens aufgrund seiner Familie nie eines besa├č. Er k├Ąmpfte genau daf├╝r, dass die Familie eine wird, dass niemand mehr in Angst leben muss vor den eigenen Verwandten. Er nahm sich meiner an und ich k├Ąmpfte an seiner Seite. Von seinem ganzen Leben von den 62 Jahren lebte er einige Monate, von meinen 18 Jahren lebte ich ebenfalls einige Monate - es war die Zeit die wir teilten. Und aus dem Grund werde ich ihn zur├╝ckholen. Ich hoffe Ihr versteht dies┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Blick Linhards. ┬╗Mein lieber Schwager┬ź, sagte er freundlich. ┬╗Ich werde Sie nicht f├╝r eine Frage bestrafen. Ich werde sie Ihnen beantworten. Ich darf Ihnen versichern, dass der Name Blutnekromantie absolut irref├╝hrend ist. Bluthexerei ist dazu in der Lage, Untote abzuwehren oder zu beseitigen und k├Ârperliche Verletzungen zu kurieren. Sie ist nicht in der Lage, Menschen vom Tod zur├╝ckzuholen. Niemand kann das, nicht einmal ein Nekromant, denn dieser kann nur ein Scheinleben schaffen. Es tut mir sehr leid, dass Ihnen mitteilen zu m├╝ssen. Aber der Tod ist ein Teil des Lebens, den wir alle akzeptieren m├╝ssen.┬ź

Linhard
┬╗Dann danke ich f├╝r die offene Antwort, samt Aufkl├Ąrung. Vielleicht gibt es einen anderen Weg, der weder die eine noch die andere Nekromantie ben├Âtigt. Mir wurde dies mitgeteilt und ich hielt es f├╝r glaubw├╝rdig. Tja vielleicht ist es so, m├Âglicherweise ist der Tod Teil des Lebens. In unserem auf jeden Fall, was die Familientraditionen anbelangt. Ich hoffe das wird sich ├Ąndern. Man sollte das Leben mit leben sprich lebendig genie├čen. Es ist allzu schnell vorbei und der Tod wartet leider auf jeden. Drum sollte man nicht vorher mit ihm herumspielen, als h├Ątte man irgendeine Macht dar├╝ber. Die einzige Macht die wir haben ist ihn zu bringen nicht wahr? Wie leicht kann man jemanden t├Âten? Ich kenne hunderte Arten jemanden schnell, sauber, grausam, oder kaltbl├╝tig zu t├Âten - aber ich kenne keine einzige M├Âglichkeit, genau das r├╝ckg├Ąngig zu machen. Zerst├Âren geht leicht, wiederaufbauen ist eine Kunst. Und v├Âllige Wiederherstellung ist wohl nicht m├Âglich. Nun dann werde ich mich auf andere Art damit befassen m├╝ssen, dass mein Vater lebendig bleibt - sei es auch nur in meiner Erinnerung┬ź, antwortete Linhard h├Âflich. `L├╝ge Schwager - ich wei├č was Deine Hiwis k├Ânnen, aber wenn nicht mit Deinem Befehl, dann durch meine Hand. Ich bekomme schon noch meinen Blutnekro┬┤, dachte Lin betr├╝bt.

Ciel Felicien de Souvagne
Linhard war ein Meister der Selbstbeherrschung, das erkannte Ciel, als er dessen Mimik beobachtete. Er selbst war ein Meister der Analyse. Das Spiel der Gesichtsmuskulatur und die Artikulation waren absolut kontrolliert und Linhard leistete sich nicht den kleinsten Ausrutscher. Seine Worte - absolut korrekt. Linhard hatte ihm genau die Antwort serviert, von der er glaubte, dass Ciel sie h├Âren wollte. Das war vielleicht der einzige Fehler. Sein Schauspiel war zu perfekt. Er h├Ątte die Illusion einflechten m├╝ssen, dass die Fassade hier und da br├Âckelte, dass er um Fassung ringen m├╝sste, als er von seinem verstorbenen Vater sprach. Stattdessen pr├Ąsentierte er Ciel eine vollkommene Maskerade. Ciel nickte verst├Ąndnisvoll. ┬╗Ich w├╝nsche Ihnen alles Gute. Es tut mir leid um Ihren Vater, er war, so wie Sie von ihm sprechen, ein guter Mann und ich bin sicher, er w├Ąre stolz auf Sie. Eine Frage habe ich noch. Wo haben Sie dieses Ger├╝cht geh├Ârt? Wer hat ihnen das wann und an welchem Ort mitgeteilt?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das kann ich Ihnen leider nicht sagen Schwager, ich habe so viele Ger├╝chte und vermeintliche Wunder geh├Ârt, nun es war die Jagd nachdem Einhorn - oder dem Quellcode des Lebens, Ihr versteht? Wenn man verzweifelt ist, ist man bereit jeden Strohhalm zu ergreifen, jede M├Ąhr zu glauben und jedes M├Ąrchen f├╝r bare M├╝nze zu nehmen... in der Hoffnung eines davon m├Âge keine Mythe sein, sondern funktionierene Magie. Aber diese war es leider nicht. Ich danke Euch f├╝r Eure tr├Âstenden Worte. Sollte es mir wieder einfallen, wo ich diese Mythe aufgeschnappt habe, werde ich es Euch wissen lassen. Was die Nekromantie anbelangt und deren Verbot werde ich meine Verwandten durch meinen Onkel vorbereiten lassen, er wird sie mental informieren. Entschuldigt die M├╝he und Umst├Ąndlichkeiten, wir waren hier um neu anzufangen und nicht um jemanden zur Last zu fallen┬ź, sagte Linhard ergeben, w├Ąhrend er Ciel genaustens musterte. Der Mann war nicht dumm, er war nicht nur Adel, er war nicht mal Hochadel nahm man es genau - er war Royalist. Wenn einer wusste wie man aushorchte und jede Spitzfindigkeit zu deuten wusste, dann waren es Royalisten. Lin f├╝hlte sich ziemlich unwohl dass er ├╝berhaupt das Thema angeschnitten hatte. Er hoffte er hatte keinen Mist gebaut und mit beiden H├Ąnden voll in den Nachttopf gegriffen. Er musste mit Archibald oder Dunwin reden. Sie w├╝rden wissen was zu tun war. Und er musste mich Dave und Urako reden, er war mehr als froh um seinen Stab. Was er an Lehre hatte, fehlte ihm an Jahren und die hatten ┬╗die alten Hasen┬ź auf dem Buckel. Allen voran Dunwin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie fallen niemandem zur Last┬ź, versicherte Ciel. ┬╗Und zumindest f├╝r meinen Bruder sind Sie bereits eine Bereicherung. F├╝r den Rest der Familie und des Landes hoffentlich auch bald.┬ź Das Ablenkungsman├Âver von Linhard war recht plump verglichen mit der vorherigen Rafinesse. Er wurde unsicher. Ciel hatte ins Schwarze getroffen. Der Mann wusste sehr genau, woher er die Information hatte. Und vermutlich ahnte er, dass Ciel als Verantwortlicher f├╝r Zauberei selbst ├╝ber magisches Talent verf├╝gte. Es war ein gegenseitiges absch├Ątzen, vortasten, ablenken und falsche F├Ąhrten legen. Ciel machte dies Spa├č, es war fast wie ein Spiel zwischen ihm und seinem Schwager. Einen Moment lang verga├č er dar├╝ber sogar, wie Ernst die Tatsache war, dass es irgendwo in seinem Orden eine undichte Stelle gegeben haben musste oder immer noch gab und genoss es einfach, als w├╝rden sie miteinander Karten spielen. Linhard wich zur├╝ck, er wollte gehen. Ciel w├╝rde ihn nicht weiter bedr├Ąngen. Momentan w├╝rde ein Weiterbohren nichts bringen und er wollte keine Feindschaft. Linhard hatte aus Liebe zu seinem Vater heraus in diese Richtung geforscht. Ciel musste nur aufpassen, dass Linhard die Nase nicht zu tief in Angelegenheiten steckte, die ihn nichts angingen. Er w├╝rde dar├╝ber nachdenken und ein andermal mit ihm dar├╝ber reden. Er erhob sich. ┬╗Danke f├╝r das aufschlussreiche Gespr├Ąch┬ź, sagte er freundlich. ┬╗Ich w├╝nsche euch beiden noch einen sch├Ânen Tag.┬ź Er blinzelte Greg kurz zu und verlie├č den Raum.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#2

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Di 3. Apr 2018, 21:45

Maulwurf


Gregoire wartete ab, bis sich die T├╝r hinter Ciel schloss, dann setzte er sich neben Linhard und rutschte ganz nah auf. Greg legte Lin einen Arm um die Schultern und wartete ab, bis Lin ihn anschaute. Erst da ergriff er das Wort.

"Das ist eine Frage der Loyalit├Ąt", sagte Greg leise, w├Ąhrend er Lin die Schultern kraulte.
"Inwiefern?", hakte Linhard nach und rutschte ein St├╝ck n├Ąher zu Greg.

"Wir hatten einen Krieg vor der T├╝r stehen. Jede Gefahr und mag sie noch so klein sein, k├Ânnte das Z├╝nglein an der Waage sein, das ├╝ber Sieg oder Niederlage entscheidet. Hier geht es um Interna eines sehr wichtigen und kaum bekannten Magier-Ordens.

Kaum jemand au├čerhalb Souvagnes d├╝rfte die Bluthexer kennen. Folglich hast Du die Informationen innerhalb Souvagnes erhalten. Und das bedeutet, wir haben einen Maulwurf. Fragt Dich mein Bruder nun, woher Du die Information hast und Du kannst Dich nicht "erinnern", gilt Deine Loyalit├Ąt dem Maulwurf und nicht uns.

Ich frage Dich ein einziges Mal Lin, wem gilt Deine Loyalit├Ąt? Uns, Deiner Familie, der Krone und Deinem Land oder diesem Maulwurf?", fragte Greg im ruhigen Ton. Er schaute dabei Lin in die Augen, so wie er es vorher mit seinem Bruder getan hatte.
"Ich h├Ątte das Thema nicht anschneiden sollen...", murrte Lin.

"Antworte mir bitte", beharrte Greg.
"Meine Loyalit├Ąt gilt Euch und vor allem Dir. Es gibt keinen Maulwurf Greg. Ich habe die Information von meinem Vater. Osmund hat ihn als Geist beschworen und in dieser Gestalt erz├Ąhlte er mir davon. Es war kein Souvagner oder einer aus dem Orden der Bluthexer, der mir von ihrem Orden erz├Ąhlt hat. Ich bin nicht hier um Dir oder irgendwem zu schaden", antwortete Linhard und lehnte sich m├╝de an Greg an.

Greg zog Lin n├Ąher zu sich heran und machte es sich an dessen Schulter gem├╝tlich.

"Ich glaube Dir. Dennoch bleibt die Frage offen, woher wusste Dein Vater von ihnen?", gab Greg zu bedenken.
"Das kann ich Dir nicht beantworten, mir sagte er es selbst erst als Geist. Er hat viel gelesen und er hat sich f├╝r alle m├Âglichen Wissensgebiete interessiert, vielleicht ist er so an die Information gekommen", schlussfolgerte Linhard.

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#3

Beitrag von Alexandre de la Grange » Fr 6. Apr 2018, 21:07

Im Tempel des Blutes

Ciel
Es war allerfr├╝hester Morgen, noch Fr├╝hst├╝ckszeit, als Ciel schon wieder durch die Flure des Palastes marschierte. Es gab viel zu organisieren und die Vorbereitungen f├╝r die Hochzeit waren dabei noch das kleinste Problem. Aufgrund der Bedrohung durch die Ghule wollte Ciel sich zeitnah dem Orden der Bluthexer widmen. Daf├╝r war es erforderlich, dass auch der frischgebackene Duc dar├╝ber informiert wurde, worum genau es dabei ├╝berhaupt ging. Er war ohne Ferrau hier, da der noch schlafen sollte - Ciel hatte durchgearbeitet und wollte sich daher sp├Ąter rasieren, waschen und neu einkleiden lassen. Er sah furchtbar aus, doch das war ihm momentan egal. Er lie├č einen der wachhabenden Gardisten an die T├╝r der Gem├Ącher des jungen Ducs klopfen.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nathan es hat geklopft, ├Âffne bitte die T├╝r. Es k├Ânnte wichtig sein, aber falls es nur wieder ein Bittsteller ist, ich esse┬ź, sagte Dreux.

Nathan
Nathan, der nach der erneuten Begegnung mit Robere schlecht geschlafen hatte und daher unkonzentriert war, fuhr erschrocken zusammen. ┬╗Verzeihung, Herr!┬ź Er eilte zur T├╝r, ├Âffnete sie und steckte den Kopf raus. Als er Ciel sah, erschrak er ein zweites Mal. ┬╗Ihr w├╝nscht?┬ź, fragte er vorsichtig.

Ciel
┬╗Ich w├╝nsche zu meinem Bruder gelassen zu werden┬ź, erwiderte Ciel steif. ┬╗Da ich mit ihm sprechen m├Âchte.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nathan was machst Du da? Wer ist es?┬ź, fragte Dreux verwundert.

Nathan
Nathan fuhr ein drittes Mal zusammen. Heute war eindeutig nicht sein Tag. ┬╗Es ist Euer Bruder, Herr. Er m├Âchte mit Euch reden.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nathan so lass ihn doch rein, was ist denn heute los mit Dir? Lass meinen Bruder eintreten und geh Dich etwas hinlegen. Du siehst fertig aus┬ź.

Ciel
Ciel, der alles geh├Ârt hatte, da Nathan die T├╝r nicht geschlossen hatte, zog ein ungn├Ądiges Gesicht, als der Leibdiener ihn endlich eintreten lie├č. Ohne Nathan weiter zu beachten, setzte er sich zu Dreaux an den gedeckten Tisch. ┬╗Guten Morgen. Ich dachte, ich fange dich besser ab, bevor du an die Arbeit gehst. Ich habe ein wenig Zeitdruck. Ich m├Âchte dich gern einer bestimmten Person vorstellen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun ja im Moment ist viel zu organisieren, ich stelle gerade einige Milit├Ąreinheiten auf, die in die ehemalige Hohe Mark zur Sicherung einmarschieren werden. Und Greg lie├č verlauten, dass er Dich nach Neu-Souvagne begleiten m├Âchte. Wen m├Âchtest Du mir denn vorstellen?┬ź, fragte Dreux neugierig und trank seinen Kaffee aus.

Ciel
┬╗Nathan kennt ihn, darum kann ich dir in seiner Gegenwart sagen, um wen es geht. Die Person ist Alexandre de la Grange, das Oberhaupt der Bluthexer. Sein Treueschwur steht noch aus und es ist wichtig, dass du ihn kennenlernst. Dann kann er dir auch erkl├Ąren, was genau die Aufgaben des Ordens sind und dir Fragen beantworten. Wann hast du daf├╝r Zeit?┬ź Er musterte Nathan, der ein Regal putzte, anstatt sich ins Bett zu legen.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux folgte dem Blick seines Bruders und sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Nathan ich hoffe Du willst nicht in diesem Regal n├Ąchtigen. Leg Dich ins Bett herje!┬ź, befahl Dreux und wandte sich wieder an Ciel. ┬╗Ich h├Ątte umgehend Zeit, es steht keine Audienz an, da ich sie bis auf weiteres f├╝r die Woche absagen lie├č. Wie gesagt, ich muss Truppenbewegungen planen und Eure Umz├╝ge noch dazu. Also wie w├Ąre es mit sofort?┬ź, schlug Dreux vor.

Ciel
Er folgte Nathan mit dem Blick, als dieser endlich den Feudel beiseitelegte und sich in seine Kammer verzog. Er sah nicht aus, als w├Ąre er sonderlich gl├╝cklich dar├╝ber, sich nun allein in das Bett zu legen und sich vermutlich irgendwelchen d├╝steren Gedanken oder Alptr├Ąumen zu stellen, aber da musste er durch. ┬╗Das ist perfekt, du bist ja auch schon angezogen und zurechtgemacht. Dann bringe ich dich sofort hin. Wir m├╝ssen dazu zur Kapelle des Ainuwar, die sich im Hofgarten befindet. Dort befindet sich ein Geheimgang.┬ź Ciel wartete, bis Dreaux so weit war und f├╝hrte ihn dann zu der kleinen runden Kapelle. Er verschloss von innen die T├╝r, so dass niemand mehr eintreten konnte und aktivierte einen Mechanismus, so dass sich die Statue des Ainuwar zur Seite schieben lie├č. Darunter offenbarte sich eine Treppe, die in die Tiefe f├╝hrte. ┬╗Soll ich vorgehen?┬ź, fragte Ciel. ┬╗Die Beleuchtung erfolgt auf alchemistischem Wege, es ist keine Fackel n├Âtig.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Technisches Chi-Chi wie es Papa liebt in einem Tempel? Wobei die G├Âtter schenken uns ja den Verstand, dann soll man ihn auch nutzen. Genau, gehe vor ich folge Dir. Ich bin gespannt auf Euer Quartier oder wie man so eine Ordensverbindung nennt. Eine Gilde seid Ihr schlie├člich nicht, wie bezeichnet Ihr Euch genau Ciel?┬ź, fragte Dreux wie immer neugierig.

Ciel
┬╗Wir sind ein Orden, ganz ├Ąhnlich der Priesterschaft des Ainuwar┬ź, erkl├Ąrte Ciel und stieg voran. Der Gang wurde von roten, alchemistischen Lampen so beleuchtet, dass man gut die Treppenstufen erkennen konnte. ┬╗Der Orden wird unterschiedlich genannt. Da er offiziell nicht existiert und, nun ja, momentan nicht sonderlich gut durchorganisiert ist, hat er noch keinen eindeutigen Namen. Im Gespr├Ąch waren ÔÇ║W├Ąchter des LebensÔÇ╣, ÔÇ║Orden des BlutesÔÇ╣ und ├Ąhnliches. Das wird genau festgelegt, wenn ich mich der Neuorganisation annehme. Alexandre ist ein extrem f├Ąhiger Magier, aber administrative Aufgaben sind nicht seine St├Ąrke. Ich werde ihm ein wenig unter die Arme greifen. Dir ist sicher bekannt, dass unser Schloss eine sch├Ân ausgebaute Kelleretage hat. Der Tempel des Blutes bildet das zweite Kellergeschoss, von dem kaum einer wei├č. Es ist vom Hauptgeb├Ąude aus nicht zug├Ąnglich.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Unser Hof hat so manche ├ťberraschung zu bieten, wie ├╝blich. Von Geheimg├Ąngen und Kammern bis hin zu ganzen Ordensanlagen. Ich bin immer wieder fasziniert, was es alles so bei uns gibt. Direkt vor der Nase und doch verborgen. Eine gute Organisation ist genauso wichtig wie der Orden und die F├Ąhigkeit der Mitglieder selbst. Falls er dass nicht kann, hat er die Hilfe n├Âtig, oder ben├Âtigt einen guten Sekret├Ąr Ciel. Die Priester des Ainuwar werden anderweitig gef├╝rchtet, seltsam oder?┬ź, fragte Dreux

Ciel
┬╗Der Orden hat nicht einmal zwanzig Mitglieder. Von daher konnte man bislang ├╝ber eine schlechte Verwaltung hinwegsehen. Aber auch das wird sich ├Ąndern. Ich werde ihm jemanden zur Seite stellen, der das f├╝r ihn ├╝bernimmt und ihn langfristig ertr├Ągt. Wer f├╝rchtet denn die Priester des Ainuwar und warum? Das ist mir wieder entgangen. Wir sind da.┬ź Ciel ├Âffnete die T├╝r mit dem selben Schl├╝ssel, mit dem er die Kapelle von innen verschlossen hatte und sie traten ein. Das erste, was Dreaux zu sehen bekam, war ein gro├čer, aber wie bei Kellern ├╝blich recht flacher Empfangsraum. Ein Brunnen bildete das Zentrum. Es zeigte eine nackte menschliche Figur mit ausgebreiteten Armen und gesenktem Haupt, die bis zu den Kn├Âcheln in Blut zu stehen schien, das aus ihren Augenl├Âchern und ihren Unterarmen lief. ┬╗Nur Wasser, es ist die Beleuchtung, die den Eindruck erzeugt, es handele sich um Blut.┬ź Gegen├╝ber der Figur war eine Staute des Ainuwar, eine Gestalt im Mantel mit leerer Kapuze. Sie hielt eine Schale vor sich. ┬╗Hier kann man Opfergaben hineinlegen. Momentan scheint niemand weiter hier zu sein, es ist noch vor Unterrichtsbeginn.┬ź Alexandre hatte jedoch die Stimmen geh├Ârt und kam aus einem Gang. Er war in wallenden Pelz gekleidet und sah ausgesprochen m├╝rrisch aus. Als er Ciel und Dreaux sah, wurde sein Gesicht jedoch etwas freundlicher und er verneigte sich. ┬╗Hoheiten, willkommen im Tempel des Blutes. Womit darf ich Euch zu Diensten sein?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux hatte Ciel aufmerksam zugeh├Ârt und betrachtete die scheinbar blutende Figur. Er ber├╝hrte sie vorsichtig mit einem Finger um es selbst zu testen, ehe er kurz die H├Ąnde faltete als Zeichen seines Respekts. ┬╗Eine wahrlich kleine Bruderschaft. Was ist mit der Umsetzung von Vaters Befehlen? Eventuell k├Ânnte sich dadurch die Bruderschaft vergr├Â├čern. Wirkst Du nicht auch an der Akademie der Flamme des Wissens mit Ciel? Oder habe ich das falsch in Erinnerung? Mir gef├Ąllt die Statue. Sie hat etwas opferndes und erhabenes zu gleich in ihrem Aussehen. W├╝rde, dass trifft es ehr - sie gibt was sie gibt freiwillig und dennoch mit gro├čer W├╝rde. So sollte man ein Geschenk ├╝bergeben┬ź, sinnierte Dreux als sich ein Mann zu ihnen gesellte. ┬╗Wir m├Âchten den Orden kennenlernen uns interessiert alles rund um den Orden┬ź, antwortete der Duc.

Ciel
┬╗Ich sollte dabei mitwirken, aber aufgrund der Verhandlungen bin ich bislang nicht dazu gekommen. Wom├Âglich k├Ânnte man von dort aber geeignete Leute rekrutieren.┬ź Er wandte sich an Alexandre. ┬╗Der Duc w├╝nscht alles zu erfahren, den Treueschwur zu empfangen und seine Fragen beantwortet wissen. Ich werde mich derweil in die Bibliothek zur├╝ckziehen und dort auf meinen Bruder warten.┬ź Er verabschiedete sich von Dreaux mit einer Verbeugung und ging in einen der Seitenr├Ąume, wo sich die B├╝cher des Ordens, Lesepulte und Arbeitstische befanden. Alexandre blieb mit Dreaux allein zur├╝ck. Es war ihm sichtlich unwohl. ┬╗W├╝nscht Ihr zuerst die R├Ąumlichkeiten zu besichtigen oder darf ich Euch Eure Fragen hier beantworten? Der Brunnen ist dazu gedacht, die Novizen stets daran zu erinnern, weshalb sie hier sind.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux verabschiedete seinen Bruder und musterte dann sein Gegen├╝ber. ┬╗F├╝r Euch besteht kein Grund zur Nerv├Âsit├Ąt. Wir schlie├čen uns Euch an, wir denken auch, dass sich Fragen bei Eurer Erl├Ąuterung ergeben. Wie m├Âchtet Ihr Euren Orden vorstellen? Es obliegt Euch┬ź, sagte Dreux freundlich.

Alexandre de la Grange
┬╗Nun, ich werde es Euch erkl├Ąren┬ź, sagte Alexandre und ein hochn├Ąsiger Unterton mischte sich in seine Stimme, obgleich seine Worte nichts Anma├čendes enthielten. ┬╗In diesem Tempel bin normaler Weise ich die in der Hierarchie an der Spitze stehende Person. Selbst Prince Ciel ist hier unten nur ein Sch├╝ler unter Sch├╝lern und nicht der Prince. Er erh├Ąlt keinerlei Sonderbehandlung. Demut und Opferbereitschaft gelten f├╝r einen jeden, der diese Kunst erlernen m├Âchte. Es ist daher etwas unangenehm f├╝r mich, dass Ihr als Duc hier unten seid. Bitte folgt mir.┬ź Er gab den Weg vor. ┬╗Im Prinzip ist der Bluttempel aufgebaut wie eine Klosterschule. Nur, dass die Sch├╝ler nicht hier wohnen. Ich bin der Einzige, der dauerhaft hier lebt. Dies ist die Bibliothek, in welcher Ciel - verzeiht, Prince Ciel meine ich- sich besonders gern aufh├Ąlt. Theoretische Studien sind jedoch der kleinste Teil der Ausbildung.┬ź Er f├╝hrte ihn weiter und wartete, ob der Duc bereits Fragen hatte.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗St├Ârt Euch nicht an meinem Titel, Ihr dient dem Land und den Menschen so wie wir es zu tun pflegen. Und wir sind nicht hier um Euch zu ├╝berpr├╝fen oder in Frage zu stellen. Wir sind aus Interesse an Eurer T├Ątigkeit hier und aus Interesse an der Person dahinter. Das unser Bruder hier nur ein Sch├╝ler ist, ist v├Âllig legitim. Wie sollte er sonst lernen was er zu lernen hat, wenn Ihr jedes mal eine Ausnahme machen w├╝rdet? Er wei├č sehr wohl um seine Pflichten und das sein Titel ihn hier nicht weiterbringt. W├╝rden wir in eine Klosterschule wechseln, w├Ąren wir nicht mehr der Duc - wir w├Ąren Dreux. Und so verh├Ąlt es sich auch mit unserem Bruder. Wieso lebt Ihr alleine dauerhaft hier und kein Sch├╝ler? Bibliotheken liebt unsere Familie┬ź, freute sich Dreux.

Alexandre de la Grange
┬╗Die Novizen und Bluthexer sind offiziell anderweitig beruflich besch├Ąftigt. Euer Bruder tut ja auch dies und das, w├Ąhrend er seine magische Ausbildung str├Ąflich vernachl├Ąssigt.┬ź Alexandres Tonfall klang ausgesprochen unerfreut. ┬╗Verborgenheit ist das oberste Gebot, denn ansonsten w├╝rden wir ein sehr gef├Ąhrliches Leben f├╝hren aufgrund unserer F├Ąhigkeiten. Man w├╝rde uns entf├╝hren und unsere Leistungen erpressen, da wir sie nicht aus freien St├╝cken anbieten - wir bluten ausschlie├člich f├╝r die Krone. Hier ist der Speisesaal. Wir ben├Âtigen eine spezielle, sehr eisenhaltige Di├Ąt. Rohe Leber ist das Hauptnahrungsmittel eines Blutnekromanten. Wir bekommen diese Speisen unzubereitet direkt vom Lieferanten, sie passieren keine K├╝che.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Bei den Worten rohe Leber verzog Dreux das Gesicht. ┬╗Wie bekommt Ihr so etwas herunter? Wir fragen uns, m├╝sst Ihr dies essen, da Ihr tats├Ąchlich blutet? Was genau k├Ânnt Ihr bewirken? Uns ist bewusst, dass viele Magierichtungen enorm m├Ąchtig sind. Worin liegt Eure Macht? Man bezeichnet Euch auch als Blutnekromanten. Aber soweit uns von unserem Bruder bekannt ist, habt Ihr nichts mit Nekromanten gemein┬ź, antwortete Dreux und ├╝berh├Ârte die Spitze gegen Ciel. Nat├╝rlich war sein Bruder anderweitig besch├Ąftigt - er rettete ganz Souvange. Aber dass wusste dieser Mann auch. Und falls nicht, wie sollte er es erkl├Ąren?

Alexandre de la Grange
┬╗Der Schl├╝ssel liegt in der vollkommenen Kontrolle des Geistes. Wenn man begriffen hat, dass das Fleisch nur eine H├╝lle ist, ein Apparatus, welcher dem Verstand physische Handlungen erm├Âglicht, ist es unerheblich, was man dem Geschmack nach isst. Es dient letzlich nur der Aufrechterhaltung der Lebenserhaltungssysteme und sollte daher nach N├Ąhrstoffzusammensetzung ausgew├Ąhlt werden. Wir Bluthexer nutzen das Blut als magischen Katalysator, womit Ainuwar uns eine enorm machtvolle Waffe in die Hand legte. Unsere Macht hat jedoch auch Grenzen. Wir sind in der Lage, Verletzungen zu kurieren und seien sie noch so schwer, aber wir verm├Âgen keine noch so kleine Krankheit zu heilen. Wir k├Ânnen Vampire und Ghule fernhalten und durch blo├če Geisteskraft in den Abgrund schicken, doch beherrschen keine noch so simple Gedankenmanipulation bei Lebenden. Unsere Kunst ist eine defensive Magieform, ganz im Gegensatz zu jener der Nekromanten, welche wir verabscheuen, weshalb wir auch nicht ihre Bezeichnung im Namen tragen m├Âchten. Man nennt uns bisweilen dennoch Blutnekromanten, da wir Untote beherrschen k├Ânnen und ja, ich vermag Tote zum Leben zu erwecken.┬ź
Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Tats├Ąchliche Tote, werden wieder lebendig? Also keine lebenden Leichen, verstehen wir das richtig? W├╝rde eine Person sterben, k├Ânntet Ihr sie zur├╝ck ins Leben holen? Zu welchem Preis? Wenn dem so ist, ist das eine gewaltige Macht. Sie kann nur mit absoluter Kontrolle einhergehen, es ist wie ein Geschenk der G├Âtter. Auch wenn uns unser j├╝ngerer Bruder da wohl widersprechen w├╝rde. Er w├╝rde mutma├čen, die F├Ąhigkeit entspringt Euch. Wie verh├Ąlt es sich?┬ź, fragte Dreux

Alexandre de la Grange
Alexandre seufzte gequ├Ąlt. ┬╗Ich habe bef├╝rchtet, dass ausgerechnet jener Aspekt auf Euer Interesse st├Â├čt. Dies ist bei allen so, dabei besteht unsere Arbeit zu neunundneunzig Komma neun Prozent aus ganz anderen Dingen. Aber gut, ich werde es Euch erkl├Ąren. Der fortgeschrittene Bluthexer kann Tote zu realem Leben wiedererwecken, doch der Preis, den er daf├╝r zahlt, ist enorm. Ich selbst habe diesen Zauber bereits gewirkt und er brachte mich fast um. Er soll Notf├Ąllen dienen, wenn beispielsweise dem Duc oder dem Kronprinzen etwas zust├Â├čt. Er ist nicht dazu gedacht, Leuten, die sich nicht damit abfinden k├Ânnen, dass die meisten von uns Sterblich sind, ihre kindischen W├╝nsche zu erf├╝llen. Die Macht, die wir Bluthexer haben, ist eine Kombination aus von Ainuwar gegebener Bef├Ąhigung und harter, sehr harter Arbeit.┬ź
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Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Das verstehen wir nur zu gut. Wir, unser Vater - manchmal muss man Entscheidungen treffen und jede pro zieht ein contra nach sich. Ihr opfert Euch f├╝r das H├Âhere wohl. Wir messen mit harten Mitteln. Ihr t├Âtet Euch fast um ein Leben zu retten. Wir lassen ein Leben nehmen um tausende andere zu sch├╝tzen. Wir wissen, welche Tragweite Macht bedeuten kann. Die meisten verwechseln leider Macht mit Willk├╝r. Willk├╝rlich w├╝rden wir niemals t├Âten. Aber wir kennen auch keine Gnade mit M├Ârdern, die unschuldigen Menschen das Leben zum Abgrund machen. Uns leistet man einen Treueschwur - aber auch wir haben gechworen unser Volk und Land zu verteidigen. Und manchmal erfordert es auch solche Entscheidungen. Das Contra damit ein Pro f├╝r alle daraus wird. Wir verstehen Euch┬ź, sagte Dreux freundlich. Er wusste welche Last eine einzelne Entscheidung bedeuten konnte.

Alexandre de la Grange
Alexandre f├╝hrte ihn weiter durch die G├Ąnge. ┬╗Die Meinung der breiten Masse ist unerheblich. Sie k├╝mmert nicht, sie f├╝hrt dazu, dass man sich vom Wesentlichen ablenken l├Ąsst. Ich pers├Ânlich bin sehr zufrieden damit, wie Souvagne regiert wird und dass mit M├Ârdern kurzer Prozess gemacht wird. - Hier ist ein Unterrichtsraum, da gibt es nichts Spektakul├Ąres zu sehen. Tische gibt es keine, daf├╝r ist die Bibliothek da, sondern wir sitzen gemeinsam auf dem Boden beim Dialog. Bei Bedarf kann der Raum mit eiskaltem Wasser bis auf knieh├Âhe geflutet werden zum gemeinsamen Meditieren.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Das ist absolut korrekt, aus dem Grund sitzen wir auch auf dem Thron und nicht die breite Masse. Um unseren Vater zu zitieren - manche sind zum Herrscher geboren und manche zum Domestiken. Ein jeder hat sein Schicksal zu erf├╝llen. Das betrifft Euch wie uns┬ź, antwortete Dreux und schaute sich dennoch den Unterrichtsraum an. ┬╗Wieso wird der Raum mit eiskaltem Wasser geflutet? Erkrankt man nicht dabei, wenn man im eiskalten Wasser sitzt? Euch mag die Frage vielleicht sonderbar erscheinen, aber unsere Person h├Ątte danach eine Blasenentz├╝ndung vom feinsten und im Kreuz h├Ątten wir es auch┬ź, gestand der Duc.

Alexandre de la Grange
┬╗Das liegt durchaus im Bereich des M├Âglichen┬ź, erkl├Ąrte Alexandre. ┬╗Es wird nicht sehr oft auf diese Weise meditiert, aber manchmal ist das notwendig. Und im Zweifel ist es wichtiger, dass der Geist gesch├Ąrft wird, denn er ist unser Schwert und unser Schild. Der K├Ârper ist f├╝r einen Bluthexer nur ein Blutborn zum Praktizieren der Rituale und gelegentliche Krankheiten geh├Âren dazu wie die unabdingbaren Verletzungen.┬ź Er f├╝hrte den Duc weiter durch das Gew├Âlbe. ┬╗Wir kommen nun in den inneren Bereich. Bitte verhaltet Euch respektvoll, er bedeutet uns sehr viel.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte Alexandre und blinzelte kurz. Er fragte sich was der Mann erwartete, dass er ungeb├╝hrliches tun konnte? Er war wohl der Letzte der sich irgendwie daneben benahm. Schlie├člich tanzte er auch nicht Hula im Thronsaal. Wobei ausreichend Platz w├Ąre da, dachte Dreux mit einem Schmunzeln, ehe er wieder ernst wurde. Der Raum bedeutete dem Mann sehr viel und dass w├╝rde er achten.
┬╗Selbstverst├Ąndlich, f├╝r Euch und unseren Bruder werden wir jede Form wahren, seid dessen versichert┬ź, gab Dreux zur├╝ck und folgte neugierig Alexandre in den n├Ąchsten Raum. Er wusste nicht was ihn erwartete, aber er vermutete das Heiligtum des Ordens, wobei er nicht wusste, worum es sich dabei handeln konnte. Vermutlich ein Altar.

Alexandre de la Grange
Alexandre nestelte eine halbe Ewigkeit an der T├╝r herum. Er war nerv├Âs und er war sicher, dass Dreaux nicht verstehen w├╝rde, was er da sah. Es w├╝rde weitere Fragen geben, der Mann war kein Eingeweihter. Hoffentlich hielt er sein Wort. Es hatte angehende Novizen gegeben, die nachdem sie durch diese T├╝r getreten waren, entweder wortlos umgekehrt, h├Âfliche Ausreden erfunden oder lauthals lachend abgelehnt hatten, die Lehre bei Alexandre aufzunehmen.
┬╗Wie ich bereits sagte, es gibt nur Wenige, die sich zum Bluthexer eignen. Es hat einen Grund warum wir so Wenige sind.┬ź
Endlich rang er sich dazu durch, die T├╝r, die ├╝berhaupt nicht verschlossen war, zu ├Âffnen. Der Raum war kreisrund und der mit einem Mosaik gekachelte Boden hatte eine leichte Delle zur Mitte hin. Das Muster des Mosaiks war einer Sonne nicht un├Ąhnlich, alles drehte sich um das Zentrum. Eine weitere Statue Ainuwars mit leerer Kapuze stand der T├╝r gegen├╝ber, ein Tablett in den H├Ąnden, auf dem verschiedene Bestecke lagen, die an einen Chirurgen erinnerten. Kerzenhalter an den W├Ąnden vervollst├Ąndigten das Bild. In den Regalen lagen offen und sofort zug├Ąnglich Verbandsmaterialien.
┬╗Hier finden die Rituale statt. Die Delle im Boden ist der Ort, wo der praktizierende Hexer sich befindet, so dass das Blut nicht davonl├Ąuft, sondern zu ihm zur├╝ckkehrt. Der Raum ist gut beheizt, denn man ist bei einem solchen Ritual nackt. In der Nische zwischen Ainuwars F├╝├čen sitze ich und beaufsichtige das Geschehen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte einmal knapp zum Zeichen dass er verstanden hatte. Auf welche Art diese Hexer ihr Werk praktizieren war nicht eindeutig ersichtlich, aber eines war gewiss - sie bluteten daf├╝r und das nicht zu knapp, denn sie ben├Âtigen Verbandsmaterial. Dreux sp├Ąhte in den Raum hinein, blieb in der T├╝r stehen und musterte die Statue von Ainuwar. Der Gott der Zeit, der Gott von allem und nicht, der Allvater der G├Âtter - jener der die Welt, die anderen G├Âtter und einschlie├člich auch sie erschaffen hatte, wenn man dem Glauben denn Glauben schenkte. Auch wenn sein Bruder Greg da sicher anderer Meinung war, im Grunde waren sie doch der gleichen - denn ob man nun Ainuwar sagte, die Natur, der Kosmos, die H├Âheren M├Ąchte oder was auch immer - sie alle meinten letztendlich die gewaltige unerkl├Ąrliche Kraft die im Hintergrund wirkte und deren Handlungen niemand verstehen konnte. Erahnen vielleicht, begreifen niemals. Dreux senkte das Haupt, so wie er es auch in der kleinen Kapelle seines eigenen Zuhauses tat. Er schl├╝pfte aus den Schuhen und betrat gemessen und and├Ąchtig den Raum. Vor der Statue kniete er nieder und schaute zu dieser auf. Es war ein Altar, nur wurde er auf andere Weise genutzt. Dennoch war er hier und so konnte er ihn auch nutzen. Er faltete seine H├Ąnde zum Gebet und bete um Beistand f├╝r seinen Vater und dass dieser wohlbehalten aus Ehveros zur├╝ckkehren w├╝rde. Er betete f├╝r seine Br├╝der, dass ihre Ehen nicht nur von Kalk├╝l, sondern auch von Gef├╝hl getragen werden sollten und er betete daf├╝r, dass die Friedensverhandlungen Erfolg haben w├╝rden. Mehr gab es f├╝r ihn nicht zu erbitten, die Bitten waren ausreichend auch f├╝r einen Gott. Mit was sich die Sterblichen befassten um seine Sch├Âpfung zu zerst├Âren musste ihn im Grunde anwidern. Einigen seiner Anh├Ąnger erging es ├Ąhnlich und Dreux war einer von ihnen. Dabei viel ihm ein, war er kein St├╝ck besser gewesen, er bat um Verzeihung daf├╝r, was er Ferrau in seiner hilflosen Wut angetan hatte und zeitgleich betete er um St├Ąrke, dass er sich nie wieder so auff├╝hrte, dass er sich daf├╝r selbst verabscheute. Er verharrte noch einen Moment kniend und dachte ├╝ber all dass nach, was in der letzten Zeit geschehen war. Ein Tempel versprach immer Ruhe und innere Einkehr. So auch dieser. Einen Moment sp├Ąter schreckte er auf, da er Alexandre fast vergessen h├Ątte. Er beendete seine Zwiesprache mit Ainuwar und drehte sich zu seinem Gastgeber um. ┬╗Verzeiht, wir hatten Euch f├╝r einen Moment vergessen┬ź, gestand er offen.

Alexandre de la Grange
Alexandre stand mit vor dem Bauch verschr├Ąnkten H├Ąnden und leicht gesenktem Kopf da und hatte ruhig gewartet. ┬╗Nun, daf├╝r ist dieser Ort schlie├člich gedacht, zur inneren Einkehr. Wenn Ihr noch Zeit ben├Âtigt - nehmt sie Euch. Ich kann Euch allein lassen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Ich habe... Wir haben um das gebetet was uns wichtig, lieb und teuer war. Weshalb scheuen manche diesen Raum? Aufgrund seiner eigentlichen Verwendung? F├╝r uns ist es ein Altar in einem Tempel und zwar der Tempel unseres obersten Gottes. Wir w├╝ssten nicht, was es hier zu f├╝rchten gibt. Was f├╝rchten Eure Sch├╝ler?┬ź, hakte Dreux nach und stand langsam auf.

Alexandre de la Grange
Alexandre, streifte in aller Ruhe die Schuhe von den F├╝├čen und trat ebenfalls ein. Er trat an das Tablett und nahm eines der geweihten Ritualmesser in die Hand. Er drehte es, um es zu betrachte, dann reichte er es Dreaux, mit dem Griff voran. ┬╗Von Magie erwarten die meisten, dass sie nur gen├╝gend B├╝cher w├Ąlzen und lang genug beten m├╝ssen und dann k├Ânnen sie sie verwenden wie sie Lustig sind. Doch wenn es daran geht, etwas daf├╝r zu geben, st├Â├čt dieser Aspekt bei den meisten Interessenten auf Widerwillen. Sie wollen nichts geben f├╝r ihre Macht, sie wollen sie erhalten wie einen zwingenden Lohn, wenn sie lange genug lernen. Hochmut, Durchlaucht. Sie vergessen, dass sie dem├╝tig sein sollten in Anbetracht der Gabe und dass es Dankbarkeit, Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft sind, welche einen starken Bluthexer ausmachen - nicht die Zeit, die man hinter Folianten oder unter den strengen Augen eines brabbelnden Lehrmeisters verbringt. Nein, sie wollen nichts geben. Sie wollen nur, dass man ihnen gibt.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere. Der Wahlspruch unseres Vaters. Was eine Person w├╝nscht oder gar einfordert, sollte sie selbst bereit zu geben sein. Rechte und Pflichten - wieso steht das Recht an erster Stelle? Hei├čt es nicht vielmehr Pflicht und Recht? Sollte man nicht zuerst seine Pflicht erf├╝llt haben, bevor man ├╝berhaupt ein Anrecht auf etwas erwirkt? So sehen wir es, so wurden wir erzogen. Wir verstehen Euer Problem. Sobald es daran geht, dass den Worten Taten folgen sollen, sie die Worte nur noch Schall und Rauch. Man sollte zuerst zur Tat schreiten┬ź, antwortete der Duc und nahm das Messer entgegen. Er wog es in der Hand und schaute es sich genau an. ┬╗M├╝ssen wir ebenfalls ein Blutopfer darbringen?┬ź, hakte er freundlich nach.

Alexandre de la Grange Heute, 21:29
Alexandre winkte ab und f├╝r einen Moment wirkte er sogar fast freundlich. ┬╗Niemand muss. Ich sperre meine Sch├╝ler schlie├člich nicht hier ein oder zwinge sie zur Selbstverletzung. Das Opfer muss von ihnen selbst kommen. Es ist eine Frage des Wollens. Ihr, Durchlaucht, seid kein Bluthexer. Es ist nicht erforderlich, f├╝r Ainuwar zu bluten, Ihr k├Ânnt Eure Dankbarkeit auch anders unter Beweis stellen. Zum Beispiel durch materielle Spenden an einen Tempel - nicht an unseren, wir haben alles - oder durch Taten, die dem Orden helfen, Ainuwars Willen umzusetzen. Ihr k├Ânntet auch einem Bluthexer helfen, als Zeichen der Anerkennung seiner Leistungen f├╝r das Wohl der Gemeinschaft. Solche Dinge.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux reichte ihm das Messer mit dem Heft voran zur├╝ck. ┬╗Benennt etwas, dass Ihr ben├Âtigt oder einer der Euren und Ihr sollt es bekommen. Daran wird es nicht scheitern, dass wisst Ihr hoffentlich. Unsere Familie wei├č Religion und Wissenschaft zu einen. Ist es nicht Ainuwar der dem Menschen den Verstand schenkte? Somit ist es im Grunde ein Gebet, genau jenen Verstand zu seinen Ehren in H├Âchstform zu bringen. Es ist eine Huldigung an unseren Gott, wenn wir im Namen der Forschung neues Wissen erlangen, darin besteht kein Paradoxon. Wir sind stets bereit Euch zu helfen, wisset dies. Nur k├Ânnen wir uns nicht pers├Ânlich im kleineren Rahmen kundig machen. Die Kunde muss an uns herangetragen werden - ├Ąhnlich wie die Gebete an unseren Gott. Wir k├Ânnen leider nicht ├╝berall gleichzeitig sein. Wir haben ├╝berall Augen, Ohren, H├Ąnde wie auch Schwerter - aber auch wir ben├Âtigen die ├╝berbrachte Botschaft. Also sollte Ihr Kunde haben, sprecht offen┬ź, antwortete Dreux freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandre legte das Messer mit beiden H├Ąnden wieder sorgsam zur├╝ck. ┬╗Es g├Ąbe da schon etwas, dass mir auf der Seele brennt ... es ist eine pers├Ânliche Angelegenheit, darum schiebe ich sie seit l├Ąngerer Zeit vor mir her. Ich k├╝mmere mich wenig um meine eigenen Belange, doch dieser Gedanke ist stets im Hintergrund und st├Ârt meine Konzentration. Es w├Ąre daher eine gro├če Erleichterung, wenn die Sache einen Abschluss finden k├Ânnte. Ist Euch die Menschenfresserin Derya ein Begriff, Durchlaucht?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte in Zeitlupe. ┬╗Wir wissen nur zu gut wer dies ist. Vor geraumer Zeit ereilte unseren Vater ein Elbrief des Comte Didier de la Chateaub. Er erbat die Hilfe der Himmelsaugen. In seinem Lehen kam es zu einem abscheulichen Verbrechen. Die Mehrfachm├Ârderin Derya Letnaux sollte gerade f├╝r ihre Taten hingerichtet werden, als diese von einer unbekannten, vermummten Gestalt unter gr├Âsster Brutalit├Ąt befreit wurde. Der Mann hat mehrere B├╝ttel get├Âtet, einige verletzt und den dortigen Henker schwer verletzt. Mehr als dass es sich um einen schlanken Mann handelte, kann nicht gesagt werden, da er wie erl├Ąutert, vermummt war. Unser Vater erlie├č folgendes Dekret: Diese Verurteilte, Derya Letnaux ist mit sofortiger Wirkung landesweit zur Fahndung ausgeschrieben. Das Himmelsauge welches die Verurteilte sah, wird umgehend seine Kollegen ├╝ber deren ├äu├čeres informiert haben, wei├čt trotzdem alle Himmelsaugen erneut an, Kenntnis ├╝ber das Aussehen der Verurteilten zu erlangen. Ferner sind ├╝berall im Land Steckbriefe von der Verurteilten auszuh├Ąngen. Des weiteren beauftrage ich meinen Sohn Ciel damit, alle weiteren notwendigen Schritte einzuleiten. Uns ist bewusst, welche Belastung bereits auf seinen jungen Schultern liegt, aber ebenso wie die Befehlsgewalt, muss er das deligieren erlernen. Er soll die Ermittlungen gegen Derya Letnaux nicht pers├Ânlich leiten, er soll sie einem gewissenhaften Manne oder meinetwegen auch einem vertrauensvollen Weibsbild anheim geben und jene Person mit allen Rechten ausstatten.
Ferner ist in Erfahrung zu bringen, welche Person sich hinter dem Maskierten verbirgt. Wir m├Âchten alle Informationen bez├╝glich der Verurteilten erhalten. S├Ąmtliche zur Verf├╝gung stehenden Informationen, m├Âgen sie noch so klein und unscheinbar erscheinen. Der Vermummte k├Ânnte im direkten Zusammenhang mit ihr stehen, es k├Ânnte sich allerdings auch um einen angeheuerter Profi handeln. Ein einzelner Mann der zu so etwas in der Lage ist, klingt nach einem ausgebildeten Speziallisten. Die Hinzuziehung eines Himmelsauges in der direkten Ermittlergruppe halte ich f├╝r ├Ąu├čerst angebracht. Was diese Person einmal geleistet hat, wird sie wieder leisten k├Ânnen. Wir lassen unsere B├╝ttel nicht abschlachten. Jeder von ihnen repr├Ąsentiert uns, Souvagne - treten die B├╝ttel in Erscheinung, tritt die Staatsmacht Souvagnes in Erscheinung! Es wird eine Belohung auf das Ergreifen der Verurteilten in H├Âhe von 2.000 Talern ausgesetzt. Diese werden vom Hofe pers├Ânlich ├╝bernommen. Ferner wird jeder sachdienliche Hinweis auf Ergreifung des vermummten mit 500 Talern belohnt. Die Ergreifung des Vermummten werten wir h├Âher als das der verurteilten Unperson. Sein Ergreifen ist mit 5.000 Talern ausgeschrieben! Beide Personen verurteile ich hiermit mit sofortiger Wirkung als Staatsoberhaupt Souvagnes zum Tode durch Pf├Ąhlung!┬ź. Dies war der Befehl unseres Vaters. Uns ist diese Schwerverbrecherin, diese... Menschenfresserin durchaus bekannt. Selbstredend den G├Âttern sei Dank nicht pers├Ânlich. D├╝rfen wir erfahren, welches Interesse Ihr an so einem Gesch├Âpf habt? Sie ist des Todes┬ź, erkl├Ąrte Dreux so ruhig wie m├Âglich. Er wusste nicht, ob seinem Gegen├╝ber die Gef├Ąhrlichkeit dieser Frau bewusst war. ┬╗Ihr seid Euch der Gefahr die von dieser Frau ausgeht bewusst?┬ź, hakte er sicherheitshalber nach.

Alexandre de la Grange
┬╗Das bin ich sehr wohl┬ź, sagte Alexandre. ┬╗Ebenso ist mir durch Euren Bruder bekannt, dass jene Person ihrer gerechten Strafe entkam. Dass die Suche mit erneuter Intensit├Ąt aufgenommen wird, ist, worum ich bitte, wenn es sich einrichten l├Ąsst. Ich wei├č, dass Souvagne momentan ganz andere Sorgen hat und ich erw├Ąhne die Bitte nur darum, weil Ihr mich fragtet, womit Ihr mir helfen k├Ânntet. Wenn es nicht in den momentanen Haushaltsplan passt, ist es auch in Ordnung f├╝r mich, ich warte seit Jahren und kann noch ein paar Jahre l├Ąnger warten, wenn es sein muss.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗In unseren Haushaltsplan hat soetwas zu passen, wo k├Ąmen wir hin, wenn wir an Recht und Ordnung sparen? Nein wir werden es einrichten und die Suche in andere H├Ąnde geben um unseren Bruder zu entlasten und die Suche nach der Unperson erneut voran zu treiben. Soweit uns bekannt ist, ist der B├╝ttel, der die Botschaft aus Chateaub ├╝berbrachte noch vor Ort. Wer w├Ąre demzufolge besser dazu geeignet, die Suche nach dieser Schwerverbrecherin aufzunehmen? Ein Abgleich der bereits vorhandenen Informationen mit unserem Bruder und gegebenenfalls Aufstockung des Personals auf eine kleine Ermittlergruppe w├Ąre hier hilfreich. Habt Ihr Vorschl├Ąge?┬ź, fragte Dreux.

Alexandre de la Grange
┬╗Wenn erforderlich, kann ich mit dem betreffenden B├╝ttel sprechen oder auch Ciel. Es gibt nichts, dass ich Euch sagen kann, was nicht auch er dar├╝ber w├╝sste. Er ist immer sehr besorgt, was die Menschen aus seinem Umfeld angeht und fragt sehr viel. Ich habe ihm alles erz├Ąhlt. Personen zur Unterst├╝tzung kann ich Euch dar├╝ber hinaus nicht empfehlen, da ich mein Leben allein dem Dienst hier im Tempel des Blutes widme und mich von dem Dasein drau├čen so weit wie m├Âglich distanziere. Doch Euer Bruder kann Euch sicher weiterhelfen oder auch Bellamy pers├Ânlich, der einen guten ├ťberblick ├╝ber die Streitkr├Ąfte hat und Euch notfalls weitere Ansprechpartner in den Abteilungen benennen kann.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Habt Dank f├╝r den Rat, Ihr k├Ânnt sehr gerne mit dem B├╝ttel sprechen. Vielleicht habt Ihr einen Hinweis f├╝r ihn oder der Mann f├╝r Euch. Hat diese Person eine Euch nahestehende Person ermordet? Sprecht bitte offen. Ich m├Âchte verstehen, weshalb Ihr diese besondere Bitte an uns richtet. Gleichwohl habt Ihr v├Âllig Recht damit, dass so eine Person keine Schonung verdient hat, sei es auch nur eine Minute. Nur leider haben die Kriegswirren wohl dieser Frau in die H├Ąnde gespielt┬ź.
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Alexandre de la Grange
┬╗Ich bin das letzte Opfer der Menschenfresserin und meines Wissens nach das Einzige, das einen ihrer Fressanf├Ąlle ├╝berlebte┬ź, erwiderte Alexandre in einem gleichg├╝ltigen Tonfall, als w├╝rde er ├╝ber das Wetter sprechen.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux erstarrte einen Moment zu einer Salzs├Ąule. Eine Reaktion die alle m├Âglichen Gef├╝hle hinter einer w├╝rdigen Fassade verbarg. F├╝r einen Moment sah er durch seine Bl├Ąsse aus, wie aus Stein gehauen, ehe er wieder blinzelte. In so einer Tonlage ├╝ber derart Erlebtes zu sprechen, bedeutete nur eines - es war f├╝r den Mann die einzige M├Âglichkeit selbst mit dem Ungeheuerlichen klarzukommen, ihm eine greifbare Dimension zu geben ohne den Verstand verlieren zu m├╝ssen bei blo├čer Erinnerung. ┬╗Wir werden sie finden, dass schw├Âre ich Euch┬ź, sagte Dreux sachte und legte Alexandre f├╝r einen Moment die Hand auf die Schulter. ┬╗Falls Ihr es w├╝nscht, d├╝rft Ihr sie pers├Ânlich richten┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Ich habe vertrauen in die F├Ąhigkeiten von unserem gesch├Ątzten Scharfrichter Dominique Dubois. Einen Menschen auf einen Pfahl zu ziehen - ich w├╝sste nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Er wird dies zur vollsten Zufriedenheit aller Teilhabenden durchf├╝hren, von der Delinquentin abgesehen. Doch ich w├╝rde gern bei ihrer Hinrichtung an einer Stelle sitzen, von wo aus ich einen guten Blick auf das Geschehen habe, wenn es sich einrichten l├Ąsst┬ź, erkl├Ąrte er absolut ruhig und kontrolliert. Man k├Ânnte meinen, das ├ľffnen der T├╝r zu seinem Heiligtum f├╝r einen Uneingeweihten w├╝rde ihm mehr Sorgen bereitet haben als damals die Begegnung mit der M├Ąnnerm├Ârderin.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Selbstverst├Ąndlich l├Ąsst es sich einrichten. Ihr werdet an meiner Seite sitzen, in erster Reihe. D├╝rfen wir erfahren wie Ihr entkommen konntet? K├Ânnt Ihr dar├╝ber sprechen oder m├Âchtet Ihr dieses Thema lieber f├╝r Euch behalten? Wir haben kein Interesse daran Euch zu qu├Ąlen. Wir sind auch nicht von ungeb├╝hrlicher Neugier. Es scheint nur so unglaublich, dass Ihr einen derartigen Angriff ├╝berleben konntet. Ihr m├╝sst gro├čes Gl├╝ck gehabt haben. Gr├Ąul im Krieg oder im Kampf sind so einigen Soldaten und Chevalier bekannt. Aber solche Personen werden wir nie verstehen k├Ânnen. Dies ist weit ab jeder B├Âsartigkeit die jede Person schon selbst in sich gefunden und niedergerungen hat. Aber dies ist unbeschreiblich, wie kann man eine andere Person... fressen wollen? Und vor allem wie? Oder weshalb? Das ist Irrsinn┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Ihr seid der Duc und Bruder meines talentiertesten, wennauch nicht gerade flei├čigsten Sch├╝lers. Ihr seid das Gesetz. Warum solltet Ihr also nicht davon erfahren?┬ź, sprach Alexandre gedehnt. ┬╗Es geht doch nur um ein paar k├Ârperliche Blessuren, nichts, was einen Bluthexer aus der Bahn werfen sollte. Es war sehr teures Lehrgeld und ich habe daraus gelernt und meine gerechte Strafe erhalten. Sie lockte mit gar s├╝├čem Liebreiz, wie eine Giftspinne und ich lie├č mich verf├╝hren. In ihrem Daheim schlug sie ein erotisches Spiel vor, bei welchem sie mich ans Bett binden wollte mit gespreizten Armen und Beinen. Ich war jung und naiv und lie├č es zu, obwohl ich sie noch nie zuvor gesehen habe - der Ruf des Fleisches, vor dem ich meine Sch├╝ler so warne. Und als ich gefesselt war, biss sie zu. Sie biss ├╝berall hin, wo ihre Z├Ąhne hingelangen konnten, bevorzugt in weiches Fleisch. Mein K├Ârper ist bedeckt von den Narben. Da ich als Bluthexer Schmerzen recht gut vertrage, blieb ich bei Bewusstsein und es gelang mir, die Fesseln durchzurei├čen und die Menschenfresserin zu ├╝berw├Ąltigen. Ich konnte mich blutend und nackt vor die T├╝r schleppen, wo Ainuwar sei Dank gerade eine B├╝ttelstreife vorbeikam. So wurde ich gerettet und Derya festgenommen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux senkte den Blick und nickte stumm. Er schwieg einen Moment um das Geh├Ârte zu verarbeiten und malte sich gedanklich aus, was es f├╝r ein Grauen gewesen sein muss, leibhaftig und bei vollem Bewusstsein zu erleben, wie jemand anf├Ąngt einen aufzufressen. Er hatte sich nie dar├╝ber Gedanken gemacht, wie hart oder gef├Ąhrlich ein Mensch zubei├čen konnte. Aber wer biss schon andere Personen auf diese Art und Weise? Der Ruf des Fleisches, nun er kannte ihn auch. Wer kannte ihn nicht, bis auf einige wenige Ausnahmen. Und dort hatte er auch schon Frauen gebissen und war gebissen worden. Aber nichts grenzte an dieses Grauen. Es waren Liebesbisse, ein Akt des Vorspielt, dass die Vorfreude erh├Âhte. Aber wie hart musste sie zugebissen haben um jemanden derma├čen schwer zu verletzen? Dreux r├Ąusperte sich. ┬╗Habt Ihr eine Narbe die so liegt, dass Ihr sie uns problemlos zeigen k├Ânnt? Wir haben keine Vorstellung davon was menschliche Z├Ąhne so in diesem Fall anrichten k├Ânnen. Wir bitten Euch um einen Einblick. Wir k├Ânnen Euch nicht sagen, wie sehr wie Eure Tortur bedauern. Wir werden alles daran setzen, dass sie so schnell wie m├Âglich gefasst wird┬ź.

Alexandre de la Grange
Alexandre musterte den Duc. ┬╗Ihr seid Eurem Bruder sehr ├Ąhnlich. ├äu├čerlich und offenbar zumindest teilweise auch innerlich. Allerdings fragte er nicht, sondern befahl. ÔÇ║Zeig es mir, AlexandreÔÇ╣, sagte er. Und er bekam zu sehen, was er sehen wollte - was geschieht, wenn man sich unter die Herrschaft seines Fleisches begibt. Danach war er ein besonders vorbildlicher Sch├╝ler. Ihr sollt die gleiche Antwort erhalten, wenn Ihr dies w├╝nscht und das Ausma├č der Verletzungen zu sehen bekommen.┬ź Alexandre zog Schicht f├╝r Schicht seine Kleider aus. Es schien, dass er immer weiter schrumpfte, den er war ziemlich volumin├Âs eingepackt. Am Ende trug er nur noch die Unterw├Ąsche. Er zog das Oberteil aus und auf seinem Oberk├Ârper zeigten sich tiefe, halbmondf├Ârmige Narben. Besonders die Brust war betroffen, aber auch die Innenseiten der Oberarme. Er legte die H├Ąnde auf die Unterhose und zog den Stoff glatt. Darunter gab es nichts mehr.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux legte in einem Reflex die Hand auf den Mund und starrte den Mann, den ├ťberrest eines Mannes an, der v├Âllig nackt vor ihm stand. Der Duc sch├Ąmte sich nicht f├╝r sein offenbartes Mitgef├╝hl, denn was n├╝tzen all die Gesetze wenn man kein Herz und Mitgef├╝hl mehr empfand. Und das was er sah, was er nicht mehr sah, schn├╝rte ihm die Kehle zu. ┬╗Ich werde den Befehl meines Vaters revidieren. Sie wird leiden, wie nie zuvor ein Mensch gelitten hat, das schw├Âre ich Dir, als Privatperson. Du hast mein Wort, der Tod wird eine Gnade f├╝r sie sein┬ź, fl├╝sterte Dreux mit erstickter Stimme.

Alexandre de la Grange
┬╗Letztlich ist es doch nur Fleisch┬ź, entgegnete Alexandre. ┬╗Vermutlich h├Ątte ich diese Amputation ab einem gewissen Erkenntnisstand aus einem freien St├╝cken von einem Chirurgen durchf├╝hren lassen. Es geht mir seither viel besser. Aber dass es nicht von mir selbst ausging, sondern ├╝ber meinen Willen hinweg geschah - das ist es, was mich w├╝tend macht!┬ź Alexandre zog sich seine vielen Schichten wieder an.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nur Fleisch? Nun mir sagte einst einmal jemand, wir haben keine Seelen. Wir sind Seelen, wir haben K├Ârper. Aber dies bedeutet nicht, dass sich andere Personen dar├╝ber derma├čen hinwegsetzen d├╝rfen. Ob Du Dir selbst irgendwann diese Verst├╝mmelung angetan h├Ąttest, obliegt Dir allein. Sie hatte kein Recht dazu und da sie weder Dein Recht, noch das Recht anderer zum Leben anerkennt, wurde der Frau das eigene Recht zu Leben aberkannt. Sie ist ein Geschw├╝r dass nicht weiter wuchern darf. Du magst daran einen Ausweg gefunden haben, aber bedenke nicht alle hatten dieses... nun ich mag es nicht mal mehr Gl├╝ck nennen. Manche fanden vielleicht Erl├Âsung in dem Tod, der letztendlich nach so einer Misshandlung eintrat. Aber dass Davor, dass Grauen, die Todesangst, die Schmerzen... sie hat nicht verdient zu leben. Wir werden sie fassen, zieh Dich bitte wieder an. Es schmerzt mich, Dich so zu sehen, vermutlich schmerzt es mich noch mehr, da ich selbst ein Mann bin und wei├č, was Du verloren hast. Was Dir genommen wurde, auch wenn Du diese Form der Begierde ablehnst. Ich sch├Ąme mich daf├╝r, dass dies hier geschehen konnte und sie noch nicht aufgehalten wurde. Ich wei├č, dass Worte Dir keinen Trost schenken und Dein Leid nicht mildern, dennoch tut mir Dein Schicksal aufrichtig leid und ich finde in diesem Moment spreche ich einfach als Dreux zu Dir. Das geh├Ârt sich so, Du hast mir derartig vertrauliches offenbart, so sprechen wir auch vertraulich. Danke f├╝r Deine Offenheit, bitte bedecke Dich wieder┬ź, Dreux trat einen Schritt n├Ąher und schaute sich die Narben auf der Brust an. Die Narben sahen seltsam aus. Ihm kam eine komische Frage in den Sinn. ┬╗Ist sie tats├Ąchlich ein Mensch? Die Narben sehen aus wie von scharfen Z├Ąhnen┬ź, fl├╝sterte Dreux.

Alexandre de la Grange
Alexandre lie├č sich Zeit. Der Duc, der nun als Dreaux zu ihm sprach, war extrem nerv├Âs und darum verhielt Alexandre sich entgegengesetzt und bewegte sich langsamer als n├Âtig, um wieder Ruhe hinein zu bringen. Es dauerte eine Weile, ehe er seine ganzen Roben und M├Ąntel wieder ├╝bergezogen und an seinem K├Ârper sortiert hatte. ┬╗Nun, w├Ąhren menschliche Z├Ąhne in der Lage, jemandem die Brustwarzen abzubei├čen oder noch Schlimmeres? Wenn sie gesch├Ąrft sind, auf jeden Fall. Die T├Ąterin hatte sie zurechtgefeilt. Als sie den Mund aufriss, sah es aus wie ein klaffendes Haifischmaul. Ich finde das Zitat sehr weise, bez├╝glich der Seelen. Von wem stammt es? Die Verst├╝mmelung schmerzt jene, die sie sehen, mehr, als sie mir schmerzt. Sie befreite mich weitestgehend - leider nicht vollst├Ąndig, aber ich arbeite daran - von Verlangen und ich bin seither ruhiger und sehe die Welt klarer. Es freut mich dennoch, dass Ihr, dass du, Dreaux, dich daf├╝r einsetzen wirst, diese Unperson ihrer gerechten Strafe zuzuf├╝hren.┬ź Er l├Ąchelte.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux versuchte sich eine Frau vorzustellen, die scheinbar attraktiv genug war einen gestandenen Mann um den Finger zu wickeln, aber das Maul eines Haifisches hatte. Gut solange sie den Mund zulie├č, war alles in Ordnung. Das galt vermutlich nicht nur f├╝r diese Irre, dass galt f├╝r eine ganze Reihe Frauen... allerdings auch M├Ąnner die Dreux kannte, ganz ohne Haifischz├Ąhne. Am Meer als Kind hatte er einst einen echten Hai gesehen den man aus dem Meer gezogen hatte. Das Biest war riesig gewesen und die Z├Ąhne waren gewaltige Dreiecke gewesen die messerscharf waren. Einer der Fischer hatte ihm einen der Z├Ąhne herausgeschnitten und geschenkt. Den Zahn hatte er heute noch. Aber er hatte nie gedacht, dass er einmal diesen Ausflug zum Meer und den gewaltigen Raubfisch mit einem Menschen verbinden w├╝rde. Und schon gar nicht mit einer Frau. Was konnte diese Irre dazu veranlassen, einen Menschen anzufallen? Nun sie war wahnsinnig, da gab es keine logische Erkl├Ąrung. In dem Moment, wo er die Frau verstand war er auf einer Ebene mit ihr und dass wollte er auf keinen Fall. Zum Gl├╝ck ben├Âtigte Alex eine geraume Zeit, ehe er seine Kleidung wieder geordnet hatte. Das gab auch Dreux ausreichend Zeit um seine Gedanken und Gef├╝hle zu ordnen und sich zu beruhigen. Er konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen als diese Verletzung. F├╝r immer verst├╝mmelt, vom Sexualleben abgeschnitten, f├╝r immer die Schmach, sich nie wieder jemanden zeigen zu k├Ânnen. Sich verstecken zu m├╝ssen unter Tonnen von Stoff f├╝r die Tat einer anderen. Die Frau geh├Ârte noch eher als der Raubfisch an einen Haken, ausgestellt im Hafen, w├Ąhrend das eigene Blut ihr am K├Ârper herablief. Der Fisch hatte nur getan, was seine Natur war. Die Natur des Menschen war aber nicht, andere Menschen zu fressen. So gut es ging erwiderte Dreux das L├Ącheln seines Gegen├╝bers. Es war kein L├Ącheln der Freude, es war ein L├Ącheln, um den Schmerz zu ├╝berspielen. ┬╗Wir besuchen den B├╝ttel, der uns von dem Verbrechen berichtete. Folgt mir┬ź, bat Dreux.
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Alexandre de la Grange
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#4

Beitrag von Alexandre de la Grange » Sa 7. Apr 2018, 00:41

Das Asservat

Alexandre de la Grange
┬╗Wohin gehen wir?┬ź, wollte Alexandre wissen, als er dem Duc folgte.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Der B├╝ttel Jardine ist noch vor Ort. Er hat seinerzeit den Bericht des Comte Chateaub ├╝berbracht, der uns mitteilte dass die Schwerverbrecherin entkommen war. Der Bericht enthielt die von uns bereits erl├Ąuterten Daten. 46 M├Ąnner hat die Menschenfresserin auf dem Gewissen. Zur Flucht verhalf ihr ein vermummter Kerl, der ebenfalls gesucht wird. Dieser Mann verletzte B├╝ttel und den Henker vor Ort. Und er t├Âtete einige B├╝ttel bei ihrer Flucht. Dass kann nicht hingenommen werden. Soweit uns bekannt ist, hat auch jene Derya einige B├╝ttel auf der Flucht verletzt. Wir vermuten dass Jardine einer von ihnen ist, denn er tr├Ągt eine gewaltige Narbe im Gesicht. Ob unsere Vermutung den Tatsachen entspricht, verm├Âgen wir nicht zu sagen. Damals erhielt unser Vater die Nachricht und wir waren so gesehen nur Zuschauer des Ganzen. ├ťbrigens das Zitat stammt von unserem Vater, jenes nach dem Ihr vorhin fragtet. F├╝r uns schien es logisch, dass Ihr jenen Mann kennenlernen sollt, der die Botschaft der Flucht der Menschenfresserin ├╝berbrachte. Wir wissen nicht ob oder wie es Euch helfen k├Ânnte, aber vielleicht tut es dass. Was wir f├╝r Euch hoffen┬ź, antwortete Dreux freundlich.

Alexandre de la Grange
┬╗Gut, dass es nicht weit ist, denn normaler Weise verlasse ich den Tempel des Blutes nicht. Und schon gar nicht auf gro├če Entfernungen und am allerwenigstens ohne entsprechende Vorbereitung und Begleitung. Soll Ciel in der Bibliothek warten oder darf ich ihn vorerst aus dem Unterricht entlassen? Er schien sich gerade in die Lehrmaterialien vertieft zu haben.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun dass war uns nicht bewusst, k├Ânnt Ihr uns denn problemlos folgen oder m├Âchtet Ihr den Tempel nicht verlassen? Ciel k├Ânnte uns begleiten, wenn Ihr Euch dann sicherer f├╝hlt┬ź, bot Dreux an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam jedoch schon von allein aus der Bibliothek. ┬╗Allein nach da drau├čen zu gehen kannst du dem Meister nicht zumuten, Dreaux. Ich werde euch begleiten.┬ź

Alexandre de la Grange
Alexandre r├╝mpfte ein wenig die Nase. ┬╗Ich wollte mich gerade freuen, dass du dir wieder Zeit f├╝r deine Ausbildung nimmst. Aber wenn du mich unbedingt begleiten m├Âchtest, werde ich dich nicht aufhalten. Macht Euch keine Umst├Ąnde, Majest├Ąt┬ź, sagte er dann zu Dreaux. ┬╗Ich komme schon zurecht und bin gespannt auf die Begegnung mit Jardine.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte verstehend. ┬╗Begleite uns Ciel, ich habe nicht gewusst dass er nicht den Tempel verlassen mag oder kann. Mein Vorschlag war, dass wir ihm den B├╝ttel vorstellen, der seinerzeit die Botschaft von Deryas Flucht ├╝berbrachte. Du erinnerst Dich, als Vater Dir den Auftrag gab, diese zu stellen. Der Krieg sch├╝tzte sie, wir m├╝ssen die Aufgabe in f├Ąhige H├Ąnde delegieren. Die Schonzeit f├╝r die Menschenfresserin ist vorbei. Ein wichtiges Merkmal habe ich Dank Alex Bericht erhalten. Stell Dir vor, die Frau hat Z├Ąhne wie ein Hai. Ich gehe davon aus, dass einem sowas doch auffallen w├╝rde. Wenn wir beide miteinander sprechen, sehe ich ja auch Deine Z├Ąhne. Also wenn dieses Subjekt ein Brot kaufen geht und bestellt, muss es doch wem auffallen. Sie wird ja nicht nur schweigend durch die Lande ziehen. Die Information m├╝ssen wir dringend an die Himmelsaugen weitergeben. Du erinnerst Dich an die Agenten der Autarkie? Wir ben├Âtigen eine ├Ąhnliche Truppe. Eine die uns loyal gesonnen ist. Eine die einen klugen Kopf an der Spitze hat, aber auch einen zweiten Mann, der unser Mittelsmann ist - quasi eine Kontrollinstanz. Was h├Ąltst Du davon? sozusagen eine Mobile Eingreiftruppe, die in solchen Verbrechen losgeschickt wird, das Subjekt zur Strecke zu bringen. Ermittler und Vollstrecker in einem. ├ähnlich der Himmelsaugen, nur eben kein Orden. Wobei diese gegebenenfalls auch mit den Himmelsaugen zusammenarbeiten k├Ânnten. Was h├Ąltst Du von der Idee? Ich meine, h├Ątten wir die Agenten noch und es w├Ąre nicht zum Eklat gekommen, dann w├Ąre diese Derya bereits Geschichte und w├╝rde auf dem Marktplatz vor sich hinfaulen, wie es sich geh├Ârt┬ź, antwortete Dreux seinem Bruder und wandte sich dann an Alex. ┬╗Der B├╝ttel macht einen sehr ruhigen und gefassten Eindruck. Ich denke Euer Hinweis wird uns gute Dienste erweisen Alex. Das mit den Z├Ąhnen ist ein kaum zu ├╝bersehendes Merkmal┬ź, antwortete Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte unauff├Ąllig eine beschwichtigende Geste mit der Hand, welche Alexandre abgewandt war, als Dreaux ansprach, dass dieser wom├Âglich nicht in der Lage wr, den Tempel aus freien St├╝cken zu verlassen. Alexandres Schw├Ąchen offen als solche anzusprechen, war selten eine gute Idee. Besser war es, seine Tatsachenverdrehungen im Raum stehen zu lassen. Er musste Dreaux in einem passenden Moment darauf hinweisen. ┬╗H├Ârt sich nicht schlecht an, die Idee mit der mobilen Eingreiftruppe. Hast du schon jemandem im Visier?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux neigte den Kopf kaum merklich, als Zeichen dass er verstanden hatte diesbez├╝glich zu schweigen. ┬╗Danke, nein ich habe noch niemanden ins Auge gefasst. Von den alten Agenten lebt den G├Âttern sei Dank niemand mehr. Wir m├╝ssen den Spagat hinbekommen, dass diese Gruppe treu und zuverl├Ąssig ist, aber frei genug ihre Entscheidungen so zu treffen, dass sie nicht st├Ąndig R├╝cksprache ben├Âtigen. ├ähnlich der Himmelsaugen. Das hei├čt, sie m├╝ssen besonders loyal sein. Sprich ich w├╝rde ihnen jetzt den Auftrag geben, Derya zu t├Âten. Wie muss mir gleichg├╝ltig sein d├╝rfen. Diese Gruppe, diese Agenten werden Derya selbst├Ąndig suchen und t├Âten. Das wie, wo, das wann ist alles in ihrer Hand. Sonst k├Ânnte ich gleich selbst losziehen oder? Sie m├╝ssen sich wie gesagt durch besondere Zuverl├Ąssigkeit auszeichnen und Treue zur Krone. Und ich m├Âchte einen unabh├Ąngigen Mittelsmann in der Gruppe. Sprich der Kopf der Truppe entscheidet, wir t├Âten Derya auf irgendeine Weise. Der Mittels- und Kontrollmann muss dem Obersten seine Zustimmung dazu geben. Sicher auch das System k├Ânnte kippen indem die beiden Schulterschluss beziehen. Aber letztendlich soll jeder von ihnen der Krone dienen. Gut w├Ąre vielleicht, diesre Krontrollmann w├Ąre ein Himmelsauge. Jemand der hart genug ist um solche Entscheidung ohne mit der Wimper zu zucken zu treffen, aber auch taff genug einer Gruppe entgegen zu stehen und zu sagen, so nicht. Zumal ein Himmelsauge seinen eigenen Orden im R├╝cken h├Ątte, um so eine Antwort durchzusetzen. Und dann habe ich mir in Anbetracht von Vaters Abwesenheit noch ├╝berlegt, dass ich nicht nur die Erbmonarchie abschaffen werde, sondern durch ├ťberreichung wird die Krone ├╝bergeben. Nein wichtiger ist noch, wir ben├Âtigen einen Mann im Amt, der mit unserer Stimme - der Stimme der Krone sprechen darf. Jemand, der es uns erm├Âglicht, unser Land nicht mehr verlassen zu m├╝ssen, f├╝r solche Verhandlungen wie sie gerade in Ehveros stattfinden. Damit w├Ąre das Problem einen von uns festsetzen zu k├Ânnen aus der Welt geschafft┬ź, erkl├Ąrte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam gro├če Augen. ┬╗Du hast dir ... sehr viel ├╝berlegt. Hast du es besonders eilig? Ich m├Âchte dich nicht kritisieren, aber du triffst sehr viele Entscheidungen zur Umstrukturierung in sehr kurzer Zeit. Brennt dir etwas auf der Seele oder warum bist du so erpicht darauf, alles neu zu entwerfen? - Alexandre, Ihr w├╝rdet mir eine Freude machen, wenn Ihr Euch bei mir einhaken w├╝rdet.┬ź Ohne ihn anzusehen tastete der Erzhexer nach Ciels Arm und folgte der Bitte. Er sah noch blasser aus als sonst, als sie sich der Oberfl├Ąche n├Ąherten. Ciel half ihm hinauf in die Kapelle und als sie alle drei oben standen, schob er den Geheimgang wieder zu. Er ├Âffnete die T├╝r des Geb├Ąudes und verschloss es hinter ihnen wieder mit dem Schl├╝ssel. Auf dem Weg zum Palast blieb Alexandre die ganze Zeit bei ihm untergehakt und Ciel merkte das Zittern des Erzmagiers.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte Ciel mit einem Seitenblick, allerdings ohne den Kopf zu bewegen nur seine Augen zuckten zur Seite. ┬╗Was glaubst Du wohl warum ich das tue? Was ist wenn Vater zur├╝ckkehrt und ich keine einzige vern├╝nftige ├änderung zu Stande gebracht habe, was den Ist-Stand betrifft? Ich bin in Zugzwang meinen Wert unter Beweis zu stellen. Er soll sehen, dass meine Ideen keine utopischen Gedankengebilde sind, sondern er soll sehen, dass ich mir Gedanken um uns und unser Land mache. Das mir genauso viel daran liegt, dass Souvagne mit jeder Entscheidung die ich dahin gehend treffe ein sicherer und besserer Ort f├╝r seine Einwohner wird. Es wird niemals 100% Sicherheit und ├ťberwachung geben, aber bei einem Schnitt von 98% w├Ąre ich schon dabei zu sagen, ich habe fast Perfektion erreicht. Wie soll man denn jede Person sch├╝tzen? Das erreicht man nur durch Kontrolle und daf├╝r ben├Âtigen wir loyale Untertanen. Nicht nur die Himmelsaugen. Wir ben├Âtigen mehrere Optionen, wir m├╝ssen uns auf alle Seiten absichern. Die Himmelsaugen sichern das Land intern, aber wir ben├Âtigen auch eine Eingreiftruppe, die wir zur Not in die Fremde schicken k├Ânnen. Sagen wir diese Derya lebt nun in Naridien, es ja liberal genug sowas zu dulden. Dann schicken wir unsere Agenten, die diese Schwerverbrecherin stellen und eleminieren. Ebenso k├Ânnte man mit Verr├Ątern verfahren. Jeder soll wissen, dass uns der Schutz unserer Untertanen alles bedeutet. Es gibt keinen sicheren Ort wo sich ein Verbrecher oder ein Verr├Ąter verstecken kann. Und wenn die Agenten ihn aus dem hohen Norden abholen m├╝ssen, sie werden ihn finden. So sehe ich das. Niemand soll sagen k├Ânnen, das wir f├╝r einen der unseren unt├Ątig geblieben sind. Der kleinste wie der gr├Â├čte Souvagner untersteht unserem Schutz. Folglich muss ich so handeln. Und ich muss zeigen wie ernst es mir damit ist┬ź, sagte Dreux vehement.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Man merkt, dass du dir viele Gedanken gemacht hast, wie genau du das verwirklichen kannst. Deine Idee gef├Ąllt mir. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Souvagne ein Ort ist, an dem Verbrecher unter unserem Schutz und Schirm leben, die ihre Gr├Ąuel au├čerhalb begangen haben. Das mag man tolerieren oder nicht, umgekehrt darf es jedoch keine Verbrecher geben, die von au├čen nach Souvagne hineingelangen, um hier ihre Untaten zu begehen oder, noch sch├Ąndlicher, dass sich verbrecherische Souvagner ihrem Urteil entziehen, indem sie einfach das Land verlassen. Es ist, wie du sagst, insbesondere nach Naridien erfolgt ein solcher Austausch. Von daher unterst├╝tze ich deinen Entwurf.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte. ┬╗Nun wir Souvagner halten zusammen und was ein Souvagner mit einem Naridier macht muss uns nicht scheren oder siehst Du das anders? Solange er sich hier an Recht und Ordnung h├Ąlt ist diese Person in Souvagne ein unbescholtener B├╝rger. Nat├╝rlich k├Ânnten das andere Nationen anders sehen. Warum erw├Ąhnst Du das Ciel? Wie ist Deine Sicht dazu? Ich gehe rein von uns aus. Schadet uns jemand, verfolgen wir dies mit aller H├Ąrte. Schadet eine Person Fremden ist mir dies gleich. Ich bin der Duc von Souvagne, nicht der Duc Asamuras┬ź, grinste Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sicher, unsere oberste Sorge muss dem eigenen Land und den eigenen Leuten gelten. Doch sind wir ja nicht hermetisch abgeriegelt von der Au├čenwelt, obgleich der Wall laut Vater noch verdickt, erh├Âht und verst├Ąrkt werden soll - inklusive Schleusentoren. Selbst dann gibt es einen Austausch und ich bin stets daf├╝r gewesen, die unmittelbar umliegenden L├Ąndereien auch im Blick zu behalten, da sie eine Art Pufferzone bilden k├Ânnen. Und wer wei├č, manchmal w├Ąchst Souvagne unverhofft, siehe die Hohe Mark, die seit kurzem Neu-Souvagne genannt wird. Daher finde ich es sinnvoll, manchmal auch vor den Grenzen zu kehren, wenn man kann und es angebracht ist.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux dachte einen Moment ├╝ber Ciels Worte nach. ┬╗Nun dass funktioniert aber nur, wenn man die anderen L├Ąnder als Verb├╝ndete betrachtet und nicht als Feinde oder Konkurrenten. In dem Fall k├Ânnte man einen regen Austausch sogar in Betracht ziehen, sprich man k├Ânnte sogar Verbrechensbek├Ąmpfung l├Ąnder├╝bergreifend regeln. Aber glaubst Du das w├╝rde Vater dulden? Ich wei├č es nicht Ciel, wie Du schon sagst hat er vor die Grenzen extrem zu sichern. Nun seine Meinung k├Ânnte sich nach Ehveros ge├Ąndert haben. Ich m├╝sste mit ihm R├╝cksprache halten. Das wir unter keiner K├Ąseglocke leben ist Fakt. Wie sehen Sie die Sache Alex?┬ź, fragte Dreux freundlich und f├╝hrte die beiden zur├╝ck in den Palast, w├Ąhrend er weiter zur den Quartieren der Palastwache durchging.

Alexandre de la Grange
┬╗Alex?┬ź, fragte der Erzhexer irritiert zur├╝ck. ┬╗Bislang war Euer Bruder der Einzige, der mich so nennen durfte. Aber gut, f├╝r manche Dinge gibt es auch ein zweites Mal. Von Politik habe ich keine Ahnung, von einem oberfl├Ąchlichen Grundlagenwissen abgesehen und dem, was ich von Ciel so mitbekomme. Ich habe mich vor vielen Jahren davon abgekehrt, mich mit physischen Problemen zu befassen. Ich vertraue Euch, Eurem Vater, Euren Br├╝dern und den M├Ąnnern, die Ihr beauftragt, dass Ihr Euch hervorragend um unser Land k├╝mmert, so dass ich mich ganz entspannt zur├╝cklehne und mich Eurer Herrschaft anvertraue, ohne weiter dar├╝ber nachdenken zu m├╝ssen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Ich denke f├╝r den Duc de Souvagne macht Ihr sicher eine Ausnahme┬ź, schmunzelte Dreux. ┬╗Vielen Dank f├╝r das Kompliment, das freut mich sehr. Wir vertrauen Euch ebenso, was unsere Sicherung angeht. Zwar war uns diese vorher nicht bekannt, aber sie war dennoch da. Und sollten wir je Kinder haben - was wir hoffen - dann gilt deren Schutz vor dem unseren. Wir sind fast da┬ź, erkl├Ąrte Dreux schmunzelnd und betrat den Bereich der Garde. ┬╗Das habe ich auch noch zu regeln Ciel┬ź, st├Âhnte Dreux. ┬╗Ein Fest schwebte mir vor, mit allen Familien des Hochadels. Ich werde kein Geheimnis daraus machen, dass ich eine Frau suche. Das wird die Suche vielleicht vereinfachen, eventuell finde ich jemanden aus Neu-Souvagne? Greg hatte ja Gl├╝ck... nun oder ich gehe eine Verbindung mit einem alten Adelshaus ein, sie sollte nur ungef├Ąhr mein Alter haben. Tausend Dinge die ich gleichzeitig im Auge behalten muss. Aber nun Schluss davon, nun geht es um Euch Alex und Euere Bitte. Diese haben wir nicht vergessen┬ź, f├╝gte Dreux an. Der Duc marschierte durch die Quartiere und ging bis zur K├╝che durch. Jedem dem sie begegneten verneigte sich wie es sich geb├╝hrte. In der K├╝che wurden sie vom Personal empfangen und von Gil der sich ebenso wie die anderen Anwesenden verneigte. ┬╗Hoheiten┬ź, sagte er respektvoll knapp und verneigte sich, w├Ąhrend sein Hund aufmerksam den Kopf schief legte. ┬╗R├╝hrt Euch B├╝ttel Jardine. Dies ist Marquis de la Grange, er ist eines der Opfer von Derya - der Menschenfresserin. Wir m├Âchten Euch einander vorstellen um diese Unperson dingfest zu machen┬ź, erkl├Ąrte der Duc.

Alexandre de la Grange
Alexandre schloss seine Finger fester um Ciels Arm, als der Duc von seiner k├╝nftigen Braut und seinem Kinderwunsch zu sprechen begann. Er hatte gewusst, warum er sich in seinem unterirdischen Tempel verschanzte wie in einer Gruft. F├╝r Dreaux und alle anderen war dies ein normales Thema, ein allt├Ągliches - f├╝r Alexandre war es, als w├╝rde die ganze Welt mit dem Finger auf die Narbe zwischen seinen Beinen zeigen. Der Duc stellte ihn dem B├╝ttel vor, doch noch ehe Alexandre sich wieder sammeln konnte, hatte Ciel einen Diener herangewinkt, der dem Erzhexer einen Stuhl unter das Hinterteil schob. Freundlicherweise setzte auch der Prince sich nieder, so dass es nicht ganz so peinlich war, dass ihm die Beine versagt hatten. ┬╗Organisiert Euch einen Stuhl und setzt Euch zu uns┬ź, befahl Ciel dem B├╝ttel. ┬╗Ihr auch, Bruder?┬ź

Gilbert
Gil stellte dem Duc einen Stuhl hin und zog sich dann selbst einen Stuhl beiseite um dem Wunsch von Ciel nachzukommen. Er musterte den Bluthexer aufmerksam, w├Ąhrend Lex seinen Kopf auf das Bein von Alex ablegte und ihn mit gro├čen Augen anschaute. ┬╗Wir kennen uns, jedenfalls vom Sehen. Ihr wart das letzte Opfer der Menschenfresserin, der einzige ├ťberlebende. Es wird f├╝r Euch alles andere als eine Beruhigung sein zu erfahren, dass genau jene Person sich ihrer gerechten Strafe entzogen hat. Sie war gerade auf dem Weg zur Hinrichtung, was sage ich das Luder sollte gerade hingerichtet werden, das das Mistst├╝ck befreit wurde und zwar unter gr├Â├čter Gewalteinwirkung┬ź, sagte Gil.

Alexandre de la Grange
Alexandre legte dem Hund die Hand zwischen die Ohren und streichelte ihm den Kopf. Ciel zog sanft seinen Arm von Alexandre fort, denn sitzen konnte der Erzhexer auch gut allein. Alexandre l├Ąchelte den Hund ein wenig an. ┬╗Guter Junge┬ź, sagte er und kraulte ihn vorsichtig mit einem Finger hinter dem Ohr, w├Ąhrend der B├╝ttel ihm erkl├Ąrte, wer er war. ┬╗Ja, ich erinnere mich an Sie, antwortete Alexandre mit fester Stimme. ┬╗Der Duc versicherte mir, dass die Jagd nach der T├Ąterin wieder aufgenommen werden soll. Ich bin hier, um meinen Teil zu ihrer Ergreifung beizutragen, sofern es etwas gibt, womit ich Ihnen dabei helfen kann.┬ź Er sprach sehr ernst und sachlich. ┬╗Sie k├Ânnen mich alles fragen, was sie wissen m├Âchten.┬ź

Gilbert
Er nickte knapp, w├Ąhrend Lex gen├╝sslich die Augen schloss. ┬╗Was im offiziellen Bericht steht, d├╝rfte Ihnen bekannt sein, haben Sie irgendwelche Hinweise, die nur Sie wahrnehmen konnten? Haben Sie eine Vermutung, wer dieser Vermummte sein konnte? Alles was wir vor Ort finden konnten ist uns bekannt. Eventuell hat die Frau etwas zu Ihnen gesagt. Hatte sie so seltsam das klingt einen Partner? Hat sie so etwas erw├Ąhnt? Oder sprach Sie ├╝berhaupt nicht von sich selbst? Meinem Herrn und mir ist genauso daran gelegen, die Frau zur Strecke zu bringen┬ź, versicherte Gil Alex.

Alexandre de la Grange
┬╗Ja, ich bin mit dem Inhalt des Berichtes sehr vertraut┬ź, erwiderte er trocken. ┬╗Von einem Partner wei├č ich nichts, unsere Gespr├Ąchsinhalte waren oberfl├Ąchliche Themen, die im gegenseitigen Einvernehmen den einzigen Zweck erf├╝llten, die Lust auf k├Ârperliche N├Ąhe zu sch├╝ren, sich auf einen geeigneten Ort zu einigen und sich gemeinsam an diesen zu begeben. Dort ging es um pers├Ânliche Vorlieben, bei denen jedoch im Nachhinein betrachtet stark anzunehmen ist, dass ich dahingehend belogen oder zumindest nicht abschlie├čend informiert worden bin. Eine sonderlich gute Gespr├Ąchspartnerin war sie summa summarum nicht, aber das war schlie├člich auch nicht Sinn und Zweck der Konversation.┬ź

Gilbert
┬╗Irgendwie musste Sie Euch in ihr Haus locken. Ich hatte nur gehofft, sie h├Ątte irgendetwas Verf├Ąngliches gesagt, etwas, was uns auf die Spur eventueller Verb├╝ndeter f├╝hrt, oder Mitt├Ąter. Aber scheinbar agierte sie v├Âllig allein. Jedenfalls ist dies anzunehmen. Ist Ihnen vorher sonst etwas aufgefallen?┬ź, fragte Gil.

Alexandre de la Grange
┬╗Sie hatte nichts gesagt, was mir in irgendeiner Form au├čergew├Âhnlich erschienen w├Ąre. Eigentlich verhielt sie sich recht normal, wie eine Frau sich eben ├╝blicher Weise verh├Ąlt, wenn sie Interesse an Zweisamkeit mit einem hat. Sie l├Ąchelte viel, suchte Vorw├Ąnde, um mich zu ber├╝hren und testete aus, ob ich zur├╝ckweichen w├╝rde. Ich tat es nicht, ich war damals noch nicht auf dem selben Erkenntnisstand wie heute und empf├Ąnglich f├╝r solche einfachen Bed├╝rfnisse des gew├Âhnlichen Mannes. Ihre gesch├Ąrften Z├Ąhne waren nicht zu ├╝bersehen, doch ich fand sie eher interessant als abschreckend. Mein Geschmack unterschied sich bereits damals von dem der breiten Masse. Die T├Ąterin war mit dem Zeichen des Chaos t├Ątowiert und ich fragte in die Richtung, doch sie hatte keine magische Begabung und auch keine h├Âhere Bildung vorzuweisen.┬ź

Gilbert
Der B├╝ttel nickte interessiert. ┬╗Die Frau war mit vielen Zeichen ├╝bers├Ąt. Die meisten waren auf dem R├╝cken, einige an den Armen. Welches war das Zeichen des Chaos? Eventuell handelt es sich um eine Anbeterin des Rakshors?┬ź, fragte er verwundert.

Alexandre de la Grange
┬╗Ah, nein. Es war nicht die Chaosspirale, wie sie heute ├╝blich ist, sondern ein archaisches, heute wenig verbreitetes Zeichen, welches man umgangssprachlich als Chaosstern kennt. Es zeigt acht nach au├čen gerichtete Pfeile, die einen Kreis durchsto├čen. Es existiert auch eine Variante, in welcher die Pfeile sich mittig kreuzen. Die Symbolik ist in primitiven Kulten und Sekten verbreitet und keiner bedeutenden aktuellen Str├Âmung zuzuordnen. Sie trug das Zeichen auf dem Unterarm.┬ź

Gilbert
┬╗Also entweder bedeutet ihr selbst dieses Zeichen etwas, oder es ist eine okkulte Gruppe von der wir nicht wissen. Hoffen wir, dass Erstes der Fall ist. Ich hatte vor die Ermittlungen weiterzuf├╝hren, aber wenn sie von offizieller Seite weiter unterst├╝tzt werden, ist das nat├╝rlich umso besser. Ich denke Ihr habt ebenso ein Interesse daran wie ich diese Frau auf dem Richtblock zu sehen. Euch zeichnete sie wesentlich schlimmer als mich.┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Ja┬ź, sagte Alexandre nur.

Gilbert
Gil nickte einmal knapp, im Grunde war es nur ein Rucken mit dem Kopf nach unten. Er hatte damals mit seinen Kollegen den Mann gefunden. Welche Verst├╝mmelungen, Verletzungen und sonstigen Folterungen er durchlebt, ├╝berlebt hatte musste er hier nicht erneut aufz├Ąhlen. Ihm waren sie nur zu gut bekannt und dem Marquis selbst wohl am besten. Er wollte keine alten Wunden aufrei├čen, Wunden die wohl nie verheilen konnten. Wie auch? Selbst wenn die Frau auf dem Richtblock endete, war es f├╝r sie vorbei. Sie war tot und hatte alles hinter sich. F├╝r den Marquis endete die Folter niemals. So lange er lebte und an sich hinab sah, sah er die Gr├Ąul die diese Frau ver├╝bt hatte. Vermutlich hatte er nicht einen einzigen Spiegel im Haus. Gil selbst h├Ątte nicht gewusst, ob er den Mut gehabt h├Ątte mit dieser Form der Verletzung weiter zu leben. Ob er es ertragen h├Ątte. Das Mitlied der anderen in den Augen, das Wissen bei einigen Personen, sie hatte ihn mehr als get├Âtet, sie hatte ihn vernichtet. Alles was er einst gewesen war, mit seinen W├╝nschen, Tr├Ąumen, Vorstellungen oder auch Zukunftspl├Ąnen all dass hatte sie ihm mit einem einzigen Biss genommen.

Alexandre de la Grange
Alexandre bemerkte Ciels besorgten Blick von der Seite. Doch Alexandre war entschlossen, sich keine weitere Bl├Â├če zu geben. Es reichte, dass ihm die Beine kurzzeitig versagt hatten. Er streichelte den Hund. Ihn beruhigte das Tier, das ihn mit sanften braunen Augen anblinzelte. ┬╗Ein gutes Tier. Sicher kann er auch ganz anders. Ist er ausgebildet oder nur Haustier?┬ź

Gilbert
Gilbert grinste das erste mal und das Grinsen erreichte auch seine Augen. Wie immer, wenn man ├╝ber seinen Hund sprach, sprach man damit einen Teil seiner Seele an. ┬╗Oh er kann auch ganz anders, er ist sozusagen B├╝ttel genau wie ich, nur vermutlich in manchen F├Ąllen wesentlich effektiver. Jedenfalls hat es noch keinen beruhigt, wenn ich ihn anstarre oder anblinzele, er schafft es. Er ist quasi alles in einem. Ein Gesamtpaket, er ist B├╝ttel, mein Diensthund, mein Haustier aber das wichtigste ist er ist mein bester Freund. Er tr├Ągt sozusagen die Z├Ąhne des Gesetzes im Maul und die sind recht scharf. Ich vermute er kann Menschen in die Seele gucken. Drum mag er einige scheinbar grundlos und andere verachtet er. Und andere m├Âchte er angehen. Die Aggression ist dann stets echt, aber er lebt sie nicht aus. Seine Wut in meinen H├Ąnden, wenn Ihr so m├Âchtet. Ich k├Ânnte ihr freien Lauf lassen oder sie in gew├╝nschte Bahnen lenken. Aber meist wei├č er ganz genau was zu tun ist, oder was er lassen sollte.┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Haben Sie einmal versucht, dabei jemandem den Kopf auf die Knie zu legen?┬ź Alexandre schmunzelte ein wenig. ┬╗Vielleicht liegt darin der Schl├╝ssel. Hunde sind vierbeinige Boten der G├Âtter. Sie erinnern die Menschen daran, was sie einst verga├čen. Sie tragen ein Urwissen in sich, f├╝r das es keine Worte gibt und auch keine Worte braucht. Kein anderes Tier hat sich je so tief mit uns verb├╝ndet und das hat seinen Grund. Hunde zu t├Âten sollte genau so hart geahndet werden, wie der Mord an einem Menschen. Man sollte ihren Status als Heilige Tiere auch juristisch festhalten. Das ist das Einzige, was ich mir an Gesetzes├Ąnderungen w├╝nschen w├╝rde, wenn ich dahingehend etwas zu entscheiden h├Ątte.┬ź

Gilbert
┬╗Vor dem Gesetz ist Lex kein Hund, er ist B├╝ttel. Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Wer sagt, dass man Liebe nicht kaufen kann, irrt sich. Man kann sich sehr wohl einen Hund kaufen. Nein also mit dem Kopf auflegen habe ich es noch nicht versucht, aber ich glaube das ├╝berlasse ich Lex┬ź, lachte Gil.

Alexandre de la Grange
┬╗Immerhin ein Anfang┬ź, fand Alexandre. ┬╗In meiner Familie h├Ąlt man Windhunde. Das Gel├Ąnde unserer Scholle ist daf├╝r pr├Ądistiniert, wenige B├Ąume, viel flaches Geh├Âlz, im Osten l├Ąuft es zur W├╝ste hin aus. Als Hund f├╝r einen B├╝ttel ungeeignet, aber als Jagdhund im offenen Gel├Ąnde unschlagbar.┬ź

Gilbert
┬╗Welche Art von Windhunde? Viele Hunde sind ja dem Adel vorbehalten, wobei verzeiht - Ihr seid ja von Adel. Von daher d├╝rfte das f├╝r Euch kein Problem darstellen. Lex ist zwar nicht ann├Ąhernd so schnell wie ein Windhund, aber schneller als jeder Mensch und das reicht aus┬ź, grinste Gil.

Alexandre de la Grange
Alexandre ├╝berh├Ârte den Patzer. ┬╗Es ist eine alte Rasse aus der Tamjara. Seit die Kultur der Tamjid im Niedergang begriffen ist, sind dies auch ihre Windhunde. Meiner Familie ist es gelungen, ├╝ber viele Umwege und eine nicht geringe Summe an einige heranzukommen. Es sind wundersch├Âne Tiere mit tiefer Brust und kurzem Fell. Im Gegensatz zu den einheimischen Windhunden haben sie Stehohren. Sie sind leider etwas witterungsempfindlich, ansonsten aber robust und anspruchslos. Meine Familie verkauft sie nicht, sondern z├╝chtet sie nur zur Erweiterung der eigenen Jagdmeute. Aber wenn es Ihnen gelingt, die T├Ąterin erneut dingfest zu machen, soll einer von diesen edlen Hunden Ihrer sein.┬ź

Gilbert
Gilbert h├Ârte Alexandre zu und freute sich ├╝ber dieses wirklich au├čergew├Âhnliche Angebot. ┬╗Das Angebot nehme ich gerne an, aber auch ohne diese wundervolle Aussicht w├╝rde ich diese Frau lieber heute als morgen tot sehen. Das schw├Âre ich ihnen. Dennoch sage ich nat├╝rlich nicht nein, zu diesem au├čergew├Âhnlichen Geschenk, vielen Dank┬ź, freute sich Gil.

Alexandre de la Grange
┬╗Ich bin mir sicher und es soll auch nicht den Charakter von Bestechung haben, sondern verdeutlichen, wie wichtig mir dieses Anliegen ist und meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, so Sie denn erfolgreich sind, was ich sehr hoffe, im eigenen Interesse und dem der Allgemeinheit.┬ź

Gilbert
┬╗Es ist in unser beider pers├Ânlichem Interesse. Sie t├Âte 46 unschuldige M├Ąnner, sie t├Âtete Euch fast, sie t├Âtete Freunde und Kollgen auf ihrer Flucht und sie hat mich fast ein Auge gekostet. Glaubt mir, ich empfinde nicht das geringste Bedauern, wenn dieses Weib den Kopf verliert. Ich bedauere ihre Opfer. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass Ihr mich bestechen wolltet Herr. Immerhin handelt es sich dabei um meine Arbeit┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗45 M├Ąnner┬ź, korrigierte Alexandre. ┬╗Ich weile offensichtlich noch unter den Lebenden.┬ź

Gilbert
┬╗Ich wollte Euch nicht zu nahe treten, ich habe nur wiederholt, was in dem Bericht stand, vielmehr was mein Herr an den Duc schrieb. Ihr weilt eindeutig noch unter den Lebenden Marquis┬ź, antwortete Gilbert. Er wusste nicht, ob er zum Gl├╝ck sagen sollte, drum verkniff er sich jeden weiteren Kommentar. Der Mann w├╝rde es vielleicht als Beleidigung oder Hohn werten. Und im Grunde hatte ihn diese Frau get├Âtet, man sah es ihm an, er hatte sich vor langer Zeit selbst verloren. Er hatte jeden Bezug zu sich, seinem K├Ârper und seinem Leben verloren. Er war nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst, denn an sonnigen Tagen hatten sogar Schatten mehr Substanz als dieser geschundene Mann. Aber all diese ├ťberlegungen durfte Gil nicht aussprechen, denn es w├╝rde das, was noch ├╝brig war zerbrechen. Und daf├╝r war er nicht hier, es war nicht seine Aufgabe auf den Gr├Ąbern anderer zu tanzen, seine Aufgabe bestand darin, Gr├Ąber zu verhindern.

Alexandre de la Grange
┬╗Nun, ich vermute, es wurden die Beweise gez├Ąhlt┬ź, sinnierte Alexandre. ┬╗Und nicht daran gedacht, dass jemand so etwas ├╝berleben k├Ânnte. Aber ja, ich habe ├╝berlebt. Ich m├Âchte euch kurz etwas sehr Pers├Ânliches fragen. Bitte folgt mir einen Augenblick nach drau├čen.┬ź Auf den fragenden Blick von Ciel sch├╝ttelte Alexandre den Kopf und ging allein vor.

Dreux Gifford de Souvagne
Gilbert folgte dem Marquis ohne zu z├Âgern und auch Lex schloss sich ihnen an. Aber seine spitzen Ohren h├Ârten nur zu, er war wohl der Verschwiegenste der ganzen Truppe. Gil trat dicht an den Marquis de la Grange heran, damit dieser nicht zu laut sprechen musste. ┬╗Ich h├Âre Herr? Wie kann ich Euch behilflich sein?┬ź, fragte er fl├╝sternd.

Alexandre de la Grange
Alexandre ging ganz dicht an das Ohr von Gilbert heran, so dass dieser von seinem K├Ârpergeruch umw├Âlkt wurde. ┬╗Was ist mit den Beweisen geschehen? Werden sie irgendwo aufbewahrt?┬ź

Gilbert
┬╗Ja Herr nat├╝rlich, jene Beweise die wir sicherstellen konnten wurden nummeriert, katalogisiert und nennt man in unserem Beruf Asservate. Sie befinden sich in einer Asservatenkammer unter Verschluss. Jede Entnahme zur Untersuchung oder der gleichen muss in ein Buch eingetragen werden. Weshalb fragt Ihr?┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Nun, weil eines davon mir geh├Ârt, nat├╝rlich. Es ist mein Eigentum und ich m├Âchte es ausgeh├Ąndigt haben.┬ź

Gilbert
┬╗Nat├╝rlich Herr um was handelt es sich? Euer Eigentum erhaltet Ihr selbstverst├Ąndlich zur├╝ck. Ich gehe davon aus, dass es ausreichend untersucht wurde. Was ist es ?┬ź, fragte Gil.

Alexandre de la Grange
┬╗Ein K├Ârperteil. Eines von den 46, die vermutlich dazu herangezogen worden sind, die Opfer zu z├Ąhlen.┬ź

Gilbert
Gilbert starrte f├╝r einen Moment den Marquis an, r├Ąusperte sich und setzte an etwas zu sagen. ┬╗Ihr... ich verstehe. M├Âchtet Ihr es selbst abholen?┬ź, fl├╝sterte er heiser.

Alexandre de la Grange
┬╗Ja, pers├Ânlich. In einer blickdichten Ummantelung, ich will es nicht sehen, aber ich m├Âchte, dass jemand, dem ich vertraue, mit mir kommt und die vollst├Ąndige Anwesenheit des Inhalts bezeugt.┬ź

Gilbert
┬╗Es befindet sich in einer Lake aus Alkhol oder ├Ąhnlichem, damit die Heiler es untersuchen konnten und es nicht vergeht. Alle 46 St├╝... K├Ârperteile. Es k├Ânnte darin verbleiben und wir verpacken es in einem St├╝ck Stoff oder in einem Beutel Herr. Wie Ihr es w├╝nscht. Wer soll Euch begleiten?┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗In Alkohol? Gut. Belassen Sie es darin. Ich m├Âchte, dass Prince Ciel mich begleitet.┬ź

Gilbert
┬╗Nat├╝rlich, dies wird kein Problem sein. Ja soweit mir bekannt ist, wurden sie so konserviert. Ansonsten w├Ąren sie verwest Herr und man musste sie aufheben. Wann m├Âchtet Ihr es abholen?┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Anst├Ąndig w├Ąre gewesen, die rechtm├Ą├čigen Besitzer zu fragen, ob sie daran vielleicht noch Interesse haben - zum Beispiel zum Zwecke der Beisetzung. Ist es denn wirklich noch erforderlich, die Pr├Ąparate aufzubewahren? Sind die Untersuchungen daran denn nicht schon abgeschlossen? Heute m├Âchte ich die Abholung nicht vollziehen. Ich m├Âchte mich mental darauf vorbereiten, zuvor meditieren und Zwiesprache mit Ainuwar halten.┬ź

Gilbert
┬╗Nun so wird es auch gehandhabt, allerdings werden die Asservate meist bis zur Aufkl├Ąrung des Falles aufgebewahrt. Das hei├čt, sobald die Unperson Derya gefasst worden ist, h├Ątte man die Angeh├Ârigen informiert und nat├╝rlich auch Euch. Dann werden die Asservate zur├╝ckgegeben, so ist es mir bekannt Herr. Ob alle Untersuchungen daran abgeschlossen sind, kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich bin kein ermittelnder Heiler. Aber es ist davon auszugehen, dass dem so ist. Wann immer Ihr es w├╝nscht, werde ich Euch zur Asservatenkammer unseres Herrn in Chateaube begleiten┬ź.

Alexandre de la Grange
Alexandre blinzelte und brachte wieder etwas mehr Raum zwischen sie. Sein Blick flimmerte. Er sah aus, als wollte er noch etwas sagen, aber dann streckte er ein Bein aus, schwenkte herum und taumelte zur├╝ck zu seinem Stuhl. Er setzte sich jedoch nicht nieder. ┬╗I-ich ... w├╝nsche zu gehen┬ź, sagte er zu niemand bestimmten. Ciel erhob sich und bot ihm seinen Arm an, den Alexandre sofort mit beiden H├Ąnden umklammerte. Der Marquis sah aus, als w├╝rde sein Blutdruck gerade ins Bodenlose fallen. Er war wei├č wie Gips.

Gilbert
Gilbert schaute dem Mann hinterher, bohrte aber nicht nach. Dass Gespr├Ąch hatte ihn mehr als erwartet aus der Bahn geworfen und niemand konnte es dem Marquis ver├╝beln.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Setzt Euch einen Moment Alex, soll ich nach dem Heiler schicken lassen?┬ź, fragte Dreux besorgt.

Alexandre de la Grange
┬╗Nein danke, ich ben├Âtige Benitos Ratschl├Ąge nicht┬ź, sagte Alexandre. Sein Blick ging ins Nirgendwo und er hatte M├╝he, geistig anwesend zu bleiben. ┬╗Ich hatte nur zu wenig Schlaf die letzte Nacht und ben├Âtige Ruhe.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Dann wird Euch mein Bruder zur├╝ck in Euren Tempel begleiten, ich hoffe Ihr seid mir nicht b├Âse, dass ich Euch gegen Euren Willen ans Tageslicht gezerrt habe┬ź, antwortete Dreux.

Alexandre de la Grange
┬╗Ah, nein┬ź, sagte Alexandre. ┬╗Es war eine gute ├ťbung. Leider habe ich sie vermasselt. Danke f├╝r Eure Hilfe und das nicht gerade angenehme, aber wichtige Gespr├Ąch.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Gerne, ich hoffe wir haben sie bald. Mein gegebenes Versprechen gilt Marquis, darauf k├Ânnt Ihr Euch verlassen┬ź, sagte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was ist zwischen Euch und Gilbert gesprochen worden?┬ź, fragte Ciel leise. ┬╗Es war zu viel. Und Gilbert ist ein B├╝ttel, er ist sicher zu ruppig in seiner Wortwahl. Ihr h├Ąttet mich mitnehmen oder zuvor mit ihm sprechen lassen sollen, damit er seine Worte mit Bedacht w├Ąhlt.┬ź Obwohl es unsinnig war, sp├╝rte Ciel Wut auf den B├╝ttel. Das hatte weniger was mit diesem als Person zu tun, als damit, dass er Alexandre gern besch├╝tzt h├Ątte. Er verabschiedete sich bei seinem Bruder mit einem Nicken und begann, Alexandre zur├╝ck zur Treppe zu f├╝hren.

Alexandre de la Grange
┬╗Die Welt kann nicht immer auf mich R├╝cksicht nehmen. Sie dreht sich nicht um mich. Das wei├č ich und darum weiche ich ihr aus, damit sie mich nicht treffen kann. Ich erz├Ąhle dir unten, was besprochen wurde. Ich ben├Âtige deine Hilfe.┬ź Damit verschwanden sie im Inneren des zweiten Kellers.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux verabschiedete sich ebenso von seinem Bruder, wie von dem Marquis und dem B├╝ttel. Er begab sich zur├╝ck in seine Amtsstube, da er noch einiges an neuen Ideen umzusetzen hatte. Er wollte das sein Vater stolz auf ihn war. Und dazu z├Ąhlte auch, dass er nicht nur Gesetze erlie├č, ├Ąnderte oder neue Sicherheitsvorkehrungen traf, dazu geh├Ârte ebenso alte Verbrechen zu s├╝hnen.

Die Schatten Alexandres >>
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#5

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 7. Apr 2018, 13:54

Am n├Ąchsten Morgen begaben sich Alexandre und Ciel gemeinsam zur├╝ck in den Bluttempel. Einige Sch├╝ler und Lehrer waren schon anwesend, die Alexandre begr├╝├čte und rasch ein paar Aufgaben verteilte und ein wenig Organisatorisches kl├Ąrte, ehe er mit Ciel in die dunkelsten Tiefen des Tempels ging, die noch hinter dem Opferraum lagen. Ein dr├╝ckender Gestank hing schwer in der Luft, der sich umso weiter verdichtete, je weiter sie den G├Ąngen folgte. Ciel wurde schlecht.

"Meister, was riecht hier so?", fragte er und presste sich ein parfumiertes Taschentuch auf Nase und Mund.

Alexandre antwortete nicht darauf. "Du kannst hier warten, ich hole das Gew├╝nschte her."

Ciel setzte sich auf eine in die Wand eingelassene steinerne Bank. Er musste w├╝rgen und es war nicht einfach, zu verhindern, dass er sich ├╝bergab. Wenn er es nicht besser w├╝sste, h├Ątte er geglaubt, sich in der Gruft eines Nekromanten zu befinden. Es stank extrem nach Verwesung und Ausscheidungen. Als Alexandre zur├╝ckkehrte, machte dieser Anstalten, sich neben ihn zu setzen, doch Ciel stand auf.

"Wir besprechen das besser vorn, man kann hier kaum atmen. Was ist das, was hier so bei├čend riecht?"

Alexandre zog nur ein beleidigtes Gesicht und gab den Weg vor, eine Rolle von losen Papieren in der Hand. Er f├╝hrte Ciel in sein unordentliches Arbeitszimmer. Isidore r├Ąumte hier regelm├Ą├čig auf, aber da ihn jedes Mal Alexandres Zorn daf├╝r traf, wenn dieser etwas nicht fand, hielt sich Isidores Motivation in Grenzen. Entsprechend sah es hier aus. Der ├╝ble Gestank von hinten haftete noch immer in Alexandres Kleidern, als er Ciel die Zettel zeigte.

"Ich habe mein Bestes gegeben, aber es sind vielleicht hier und da noch Anpassungen n├Âtig. Es ist nur ein Entwurf und ich bin kein Advokat. Vielleicht ist die Sprache zu schwer verst├Ąndlich oder irgendeine Zust├Ąndigkeit ist falsch benannt."

Ciel las sich das Geschriebene durch. "Ich werde es mit meinem Bruder besprechen. Gew├Ąhrt Ihr mir eine freie Stunde?"

Der Erzhexer zog ein abweisendes Gesicht. "Ungern. Du hast dich lange genug gedr├╝ckt und es ist wichtig, dass du deine Ausbildung fortsetzt."

"Ich hatte mich leider mit weltlichen Problemen zu befassen. Ihr wolltet mir noch verraten, was Ihr mit diesem B├╝ttel besprochen habt, Alex. Es ging euch nicht gut nach dem Gespr├Ąch."

"Ach ... ach ja. Das t├Ąuscht, mir ging es hervorragend. Wir besprachen nichts Besonderes, ich war nur ein wenig m├╝de. Ich m├Âchte ein Asservat von seinen Kollegen aus Chateaub abholen. Und ich bitte dich hiermit darum, mich zu begleiten."

"Mich? Ungern, ich habe viel Arbeit. Unter anderem mit der Nacharbeitung meines vers├Ąumten Unterrichts."

"Oh, bitte! Unterlasse den Sarkasmus! Es sollte sich einrichten lassen, Ciel. Es ist mir sehr wichtig." Alexandres Gesicht war voller Angst.

Ciel lenkte sofort ein. Er wollte nicht, dass es Alexandre schlecht ging und wie ernst es ihm damit war, dass sein Sch├╝ler mitkam, war nicht zu ├╝bersehen. "Schon gut, ich habe damit nur auf deine Weigerung angespielt, mir wenigstens eine Freistunde daf├╝r zuzugestehen, dass ich dem Duc einen wichtigen Gesetzesentwurf vorlegen kann." Ciel schmunzelte etwas. "Wie w├Ąre es mit einem Handel? Du gibst mir frei und ich begleite dich."

"Furchtbar witzig. Also sch├Ân. Du hast heute Hausarbeitstag! Ich gebe dir eine Aufgabe mit, die du in deinen Gem├Ąchern erledigen wirst. Ich bereite sie gleich vor. Nachdem du bei deinem Bruder warst, kannst du sie hier bei mir abholen, danach bist du f├╝r diese Woche entlassen. M├╝├čig zu erw├Ąhnen, dass sie benotet wird."

"Na sch├Ân", murrte Ciel. "Es war wohl utopisch, anzunehmen, ich w├╝rde einfach so davonkommen, damit ich mich um die Sicherheit des Landes k├╝mmern kann."

"Richtig, das war utopisch."

Ciel nahm es hin. Er wollte mit Alexandre nicht streiten. Der war aus irgendeinem Grunde schon wieder oder noch immer verstimmt und es war sinnlos, zu solchen Zeiten mit ihm vern├╝nftig reden zu wollen. Ciel erhob sich, verabschiedete sich und verlie├č den Tempel des Blutes, um sich zu Dreaux in die Amtsstube zu begeben.

Als er um Einlass bat, bemerkte er, dass der ├╝ble Geruch auch an seiner Kleidung haftete. Er w├╝rde sich hinterher von Ferrau waschen und umziehen lassen. Er verneigte sich vor seinem Bruder.

"Guten Morgen, Majest├Ąt. Ich habe hier einen Gesetzesentwurf, den Erlass zur ├ächtung der Nekromantie. Ich m├Âchte ihn Euch gern zur Durchsicht geben. Es ist ein Entwurf, entsprechend muss vermutlich hier und da noch gefeilt werden."

Er reichte Dreaux die Papiere:

[brief]Erlass zur Ächtung der Nekromantie

Das Wohl der Gemeinschaft steht immer vor dem Interesse des Einzelnen. Um den Schutz der lebenden Bev├Âlkerung Souvagnes weiterhin zu gew├Ąhrleisten, ist eine Versch├Ąrfung der Gesetze f├╝r die magische Kunst der Totenbeschw├Ârung (┬╗Nekromantie┬ź) vorgesehen.

Mit der Wirkung vom 7.4.203 nach der Asche
unterliegt die Nekromantie fortan einer landesweiten Ächtung.


Es ist verboten, sie zu praktizieren, zu unterrichten oder Nekromanten in der Aus├╝bung ihrer Kunst zu unterst├╝tzen. Mit einer ├ťbergangsfrist bis zum 7.5.203 ist die ├ächtung vollst├Ąndig umzusetzen.

~*~

┬ž1 ├ächtung der Kunst, nicht der Menschen

Wer in der Vergangenheit Nekromantie praktizierte, wird dadurch in der Zukunft keine Nachteile erfahren, wenn er das Gesetz achtet.

Um das magische Potenzial nicht zu vergeuden und das finanzielle Auskommen von Nekromantenfamilien nicht zu gef├Ąhrden, wird eine Umschulung auf eine andere magische Disziplin finanziell unterst├╝tzt.

Bei der Umschulung auf Bluthexerei sind besondere Verg├╝nstigungen vorgesehen.

~*~

┬ž2 Verbot der Erschaffung neuer Untoter

Es ist streng untersagt, neue Untote zu erschaffen. Dazu geh├Âren: Vampire, Ghule, Geister und Zombies.

Das Strafma├č bei Widersetzung richtet sich nach jenem, das f├╝r die St├Ârung der Totenruhe, die fahrl├Ąssige Gef├Ąhrdung von Mitmenschen und gegebenenfalls die Verletzung der k├Ârperlichen und seelischen Unversehrtheit vorgesehen ist.

~*~

┬ž3 Befehl zur Beseitigung von Ghulen, Geistern und Zombies

Ghule, Geister und Zombies m├╝ssen mit sofortiger Wirkung durch ihren Erschaffer vernichtet oder in den Nexus entlassen werden.

Ist eine Vernichtung nicht m├Âglich oder geht mit einer nicht zumutbaren Gefahr f├╝r Leib und Leben einher, ist das ├Ârtliche B├╝ttelb├╝ro und gegebenenfalls der Lehnsherr zu verst├Ąndigen.

Sichtungen von Untoten und der Verdacht auf nekromantische Aktivit├Ąten m├╝ssen ebenso gemeldet werden.

~*~

┬ž4 Vorl├Ąufige Sonderregelung f├╝r Vampire

Da eine Ern├Ąhrung von Vampiren auch ohne eine St├Ârung der Totenruhe (Geister und Zombies) oder eine Gef├Ąhrdung der souvagnischen Bev├Âlkerung (Ghule) m├Âglich ist, sind Vampire vorerst von dem Befehl zur Beseitigung von Untoten ausgenommen.

Voraussetzung daf├╝r ist das Vorweisen von gen├╝gend freiwilligen Spendern, die ihre Blutspendebereitschaft per Eid bezeugen m├╝ssen. Vampire und deren Spender haben sich dazu unaufgefordert bei ihrem Lehnsherren vorstellig zu machen.

Die Geburtsurkunde des Vampirs wird mit einem entsprechenden Stempel zur Kennzeichnung versehen.

F├╝r Vampire, welche eine lebende Person anfallen, ist ein sofortiger Hinrichtungsbefehl auszustellen. Die Hinrichtung erfolgt durch den ├Ârtlichen Scharfrichter.

Sollte der Vampir die Kooperation verweigern, ist gegebenenfalls ein Bluthexer hinzuzuziehen. Dessen Einsatz kann bei der Krone beantragt werden.

~*~

┬ž5 Ausnahmegenehmigungen f├╝r Schulungszwecke

Die Krone kann im Einzelfall die Genehmigung erteilen, weiterhin Nekromantie praktizieren zu d├╝rfen. Dies betrifft insbesondere den notwendigen Einsatz von nekromantischen ├ťbungsobjekten f├╝r die Schulung von Bluthexern.

Es besteht kein Anrecht darauf, eine solche Genehmigung erteilt zu bekommen.

Die erg├Ąnzende Einsch├Ątzung f├╝r die Erteilung der Genehmigung durch einen Bluthexer ist empfehlenswert.[/brief]
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#6

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » So 8. Apr 2018, 14:48

Dreux nahm den Erlass seines Bruder entgegen und las ihn sich aufmerksam durch. Es gab nichts zu beanstanden, im Gegenteil, der Erlass war mit ├Ąu├čerster Sorgfalt ausgearbeitet worden.

"Der Erlass findet unsere Zustimmung und tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Wir werden ├╝ber die ├╝blichen Wege die Bev├Âlkerung umgehend davon in Kenntnis setzen, dass hei├čt ├╝ber Aush├Ąnge, Ausrufer und nat├╝rlich auch ├╝ber Abschriften des Erlasses an zust├Ąndige Akademien, Schulen und Privatlehrer.

Wir Danken Euch f├╝r Eure M├╝he, Bruder. Man sieht welche Gedanken Ihr Euch um die korrekte Umsetzung des Nekromantenproblems gemacht habt. Wir denken eine Abschrift werden wir unsern baldigen Verwandten in Neu-Souvagne zukommen lassen.

Wie von uns bereits erw├Ąhnt, der Erlass kann eins zu eins so ├╝bernommen werden. Wir danken Euch",
sagte Dreux freundlich.

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#7

Beitrag von Alexandre de la Grange » Di 10. Apr 2018, 14:26

Alexandre arbeitete im Labor des unterirdischen Tempels. Es klopfte an der T├╝r. Er machte sich nicht die M├╝he, sich umzudrehen, sondern blieb mit dem R├╝cken zu seinem Gast an der Arbeitsplatte stehen. Er wusste, wer es war und was er wollte. Die Arbeitsfl├Ąche war vollgeramscht mit kleinen Flaschen, Kolben, Dosen, getrockneten Kr├Ąutern, Waagen, dazugeh├Ârigen Gewichten und Messbechern. Das Regal, welches eigentlich zur Aufbewahrung dieser Dinge gedacht war, quoll ├╝ber von losen Papieren, Schreibfedern und Linealen. Ein Zirkel hing gef├Ąhrlich von der Ecke herunter. Alexandre gab der Reihe nach Tropfen einer alchemistischen Fl├╝ssigkeit in mit Blut gef├╝llte Reagenzgl├Ąser. Sie steckten in einem Probenhalter, f├╝r den er auf der Arbeitsfl├Ąche etwas Platz freigeschaufelt hatte. Die Proben brodelten kurz auf und beruhigten sich wieder. Alexandre nahm ein Reagenzglas heraus und schwenkte es vor einer Kerze. Er starrte konzentriert auf das Blut, das vor dem Licht zu leuchten schien.

┬╗Kategorie A, zweite Versuchsreihe, Probe 1. Nach dem Zentrifugieren der Suspension keine Verklumpung durch Zugabe von einem Milligramm Trockenserum┬ź, murmelte er und machte sich eine entsprechende Notiz. ┬╗Kompatibilit├Ąt mit den Kategorien B und C ebenso anzunehmen, Nachweis noch ausstehend. Angenommene Relevanz des Eisengehalts nach wie vor zweifelhaft. Die Ursache ...┬ź
┬╗Meister.┬ź
┬╗Die Ursache f├╝r die Inkompatibilit├Ąt mit D aus der ersten Versuchsreihe scheint eher im nicht mehr nachweisbaren mikroskopischen Bereich zu liegen. Bei der Kontrollgruppe ...┬ź
┬╗Meister, ich w├╝nsche Gebrauch von der mir zustehenden Sprechstunde zu machen.┬ź
Noch immer drehte Alexandre sich nicht um. ┬╗Ach. W├╝nschst du das. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, wo du die letzten Sprechstunden doch durchweg hast ausfallen lassen. Du hast sicher Verst├Ąndnis daf├╝r, dass ich in dieser Zeit Besseres zu tun habe, als in der Schreibstube herumzusitzen und auf dich zu warten. Wie du siehst, f├╝hre ich gerade eine Versuchreihe durch. Lass dir von Isidore einen Termin geben.┬ź
┬╗Einen Termin? Ich habe jede Woche um die Zeit Sprechstunde bei Euch, wie sie jedem Eurer Sch├╝ler zusteht!┬ź
┬╗Sprechstunde, bei der du mich jedes Mal hast sitzen lassen, weil du keine Zeit hattest. Nun habe ich keine Zeit. Geh.┬ź
┬╗Der Erlass zur ├ächtung der Nekromantie wurde ohne ├änderungsw├╝nsche durchgewunken. Der Duc hat die Ausf├╝hrlichkeit und gute Durchdachtheit gelobt.┬ź
┬╗Nat├╝rlich war es gut durchdacht. Es stammt ja auch aus meiner Feder.┬ź
┬╗Freut Ihr Euch gar nicht ├╝ber ein Lob aus dem Munde des Duc? Ihr wirkt etwas verstimmt.┬ź
┬╗Oh, das t├Ąuscht.┬ź
Ciel hakte ein weiteres Mal nach. ┬╗Sicher?┬ź
┬╗Es ist, wie ich sagte - alles ist in bester Ordnung. Nun geh!┬ź
Der Prince trat n├Ąher, Alexandre h├Ârte es an seinen Schritten. ┬╗H├Ąngt es mit meiner geplanten Hochzeit zusammen?┬ź
Alexandre steckte das Reagenzglas zur├╝ck in die Halterung. ┬╗Damit, dass du zehn Jahre Energie und Herzblut, die ich in deine Ausbildung habe flie├čen lassen, zerst├Ârst? Dass du auf meine Lehren spuckst und mir ins Gesicht? Damit, dass du meine schwindende Lebenszeit vergeudet hast, die daf├╝r gedacht war, wenigstens einen einzigen Sch├╝ler auf meinen F├Ąhigkeitsstand zu erheben, damit ich nach meinem Tod verj├╝ngt und unversehrt wieder zu euch zur├╝ckkehren kann? Nein, nicht im Mindesten, Ciel. Das geht v├Âllig in Ordnung.┬ź
┬╗Bitte dreht Euch um, ich m├Âchte nicht mit Eurem R├╝cken reden.┬ź
┬╗Dann sprich mit meinem Ges├Ą├č. Ich habe hier empfindliche Proben, die mit der Luft reagieren und daher nicht warten k├Ânnen.┬ź Er hielt das n├Ąchste Reagenzglas vor die Kerze und schwenkte es leicht.
┬╗Ich wollte es Euch eigentlich gern pers├Ânlich mitteilen, dass ich heirate. Da Ihr das letzte Mal erz├╝rnt dar├╝ber wart, dass ein Diener Euch ├╝ber meine Abreise informierte und nicht ich selbst.┬ź
┬╗Nun, da kommst du mehrere Stunden zu sp├Ąt. Es wurden Aush├Ąnge angefertigt und die Ausrufer haben es ├╝berall herumposaunt. Dies war das Erste, was ich heute morgen von den Sch├╝lern zu h├Âren bekam.┬ź
┬╗Seid Ihr sehr entt├Ąuscht?┬ź
┬╗Nein, ich gratuliere dir zu der weisen Entscheidung, deine magische Ausbildung hinzuschmei├čen und dich ganz den weltlichen Problemen zu widmen. Ist ja nicht so, dass du der einzige Magier in der gro├čherzoglichen Familie bist und dir daher besondere Verantwortung obliegt. Oder dass deine Ausbildung dem direkten Befehl der Krone an mich entspringt. Oder dass meine eigenen Hoffnungen f├╝r die Zukunft zerschlagen werden. Ganz abgesehen davon, dass ich mich auch kein bisschen pers├Ânlich veralbert f├╝hle, nachdem wir einen Tag zuvor noch auf so pers├Ânlicher Ebene ├╝ber das Thema gesprochen haben. Sicher ist es lustig, mit jemandem wie mir zu spielen und da will ich doch kein Spielverderber sein. Nein, ich bin vollauf zufrieden mit der Situation und w├╝nsche dir von Herzen alles Gute.┬ź
┬╗Alex, bitte lass uns ...┬ź
┬╗Ich sage es kein drittes Mal┬ź, schnauzte Alexandre.
Er h├Ârte, wie Ciel noch einen Augenblick mit sich rang und dann das Labor verlie├č. Alexandre nahm das dritte Reagenzglas zur Hand. Seine Finger zitterten.
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Ciel Felicien de Souvagne
Prince
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Volk: Almanen

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#8

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 11. Apr 2018, 02:02

Trauzeuge oder Block

Ciel traf sich mit seinem kleinen Bruder Gregoire und dessen Verlobten hernach zum Kaffeetrinken. Sie sprachen ├╝ber ein m├Âgliches Geschenk f├╝r Olivie und dar├╝ber, dass Ciel sich gern wieder mit Alexandre vers├Âhnen w├╝rde, aber keine Ahnung hatte, wie.
Ciel Felicien de Souvagne
Das erinnert mich daran, dass ich kein Geschenk f├╝r Olivie habe!

Linhard
Mein Onkel Davard hat ein Huhn von seinem Mann geschenkt bekommen. Agathe hei├čt sie. Das war letztes Jahr zum Fr├╝hlingsfest. Total sch├Ân die Geste. Was mag Olivie denn gerne? Dann ├╝berlegen wir zusammen? Sagt mal feiert Ihr die gleichen Feiertage wie wir damals in Naridien?

Gregoire Verrill de Souvagne
Gute Idee ├╝berlegen wir gemeinsam. Sie liebt Blumen vor allem Rosen. Du k├Ânntest Ihr wie schon mal vorgeschlagen einen Rosengarten in Eurem neuen Zuhause schenken. Mit Pavelion und Sitzecken und B├Ąnken. Verschiedene Sorten. Daran h├Ątte sie bestimmt Freude

Ciel Felicien de Souvagne
Ich kann Olivie kein Huhn schenken! Sie mag Rosen und Schmuck ... zur Verlobung schenkte ich ihr eine goldene Schmuckrose. Die Ferrau organisiert hat. An einen Rosengarten dachte ich auch schon. *gr├╝bel* W├Ąre Ferrau schon bei Benito gewesen, h├Ątte er nun hier sein und mich beraten k├Ânnen!

Linhard
Nein damit wollte ich nur sagen, dass auch ganz kleine Gesten total begeistern k├Ânnen. Aber so ein Riesenhuhn nat├╝rlich auch. Du k├Ânntest ihr doch einen Pfau oder sowas f├╝r den Garten kaufen. Viele halten Pfaue, das sind wundersch├Âne V├Âgel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Ich wei├č nicht warum er solche Angst vor Benito hat. Seine Familie sind Heiler, allesamt. Er hat sogar einen Bruder der Heiler ist

Ciel Felicien de Souvagne
Hm, wei├če Pfaue vielleicht .... Ich habe keine Ahnung! Aber er redet auch nicht vern├╝nftig mit mir!

Linhard
einen wei├čen und einen bunten w├╝rde ich verschenken :) ja ich kenne seinen Bruder, dass war der Leibarzt von meinem Vater Ansgar. Wo ist er denn verletzt, vielleicht liegt es daran, dass er sich nicht ausziehen mag. Also mal ganz ernst jetzt unter uns, er k├Ânnte ja Angst haben sich auszuziehen. Vielleicht sch├Ąmt sich der Mann und dr├╝ckt sich deshalb.

Ciel Felicien de Souvagne
Bl├Âdsinn, vor mir hat er sich auch ausgezogen, als ich ihm das befahl!

Linhard
Du bist sein Herr und somit sein Vertrauter. Ich habe mich auch vor meinem Leibdiener ausgezogen oder vor Zerbino, aber vor anderen einfach so?

Ciel Felicien de Souvagne
Das w├Ąre mir neu, aber ich krieg es schon noch raus. Ich werde ihm mit einem Geistmagier drohen, wenn er sich weiter str├Ąubt, mir die gr├╝nde zu nennen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Das ist nicht einfach so Linhard, da geht es um eine Untersuchung und Ciel sorgt sich. Er schickt ihn zum Medicus, damit er gesund wird und nicht um ihn zu ├Ąrgern. Weshalb sch├Ąmst Du Dich? Es gibt nichts wof├╝r Du Dich sch├Ąmen musst

Linhard
Mein Onkel kann Dir helfen Ciel. Ich wei├č, ich habe nicht zu verstecken. Aber ich sch├Ąme mich auch nicht, sondern ich bin der Meinung, nicht jeder muss alles von mir wissen

Ciel Felicien de Souvagne
Wo wir schon mal dabei sind, ich habe ja hier zwei Experten vor mir, was m├Ąnnliches Gef├╝hlsleben anbelangt. Wie stimmt man einen verstimmten Freund wieder milde?

Linhard
Was hast Du denn angestellt?

Ciel Felicien de Souvagne
Ich habe mich verlobt.

Gregoire Verrill de Souvagne
naja das was mir einfallen w├╝rde, wirst Du nicht tun. Also zeig ihm wie wichtig er Dir ist. Am besten zeigt man N├Ąhe mit einem sch├Ânen Essen und dann unternehmt was zusammen. Nur Du und er

Linhard
also was Greg sagt funktioniert eigentlich immer, gleichg├╝ltig ob bei Mann oder Frau. Ist er eifers├╝chtig oder gekr├Ąnkt? Hast Du ihm davon nichts gesagt? Manche Freunde und Verwandten erwarten dass Du es ihnen vorher sagt, am besten noch vor Deiner Verlobten. Frag nicht warum, es ist so

Gregoire Verrill de Souvagne
Das ist schon wahr, aber hier geht es um einen speziellen Freund von Ciel. Jemand der ziemlich einsam ist und nur Ciel als Kumpel hat Linhard

Linhard
auf ganzer Linie verstanden - bitte ihn Dein Trauzeuge zu sein

Gregoire Verrill de Souvagne
Gute Idee!

Linhard
nun dann ist er Teil davon, Teil der Hochzeit und Teil der Zeremonie und f├╝hlt sich nicht ausgesto├čen. Ich w├╝rde mich ├╝ber so eine Ehre sehr freuen. Ich hoffe er ist nicht stur und lehnt aus Trotz ab. Aber normalerweise bedeutet einem so eine Geste sehr viel

Ciel Felicien de Souvagne
Genau genommen habe ich ihm gesagt, was ich allen gegen├╝ber zum Ausdruck brachte - dass ich niemals heiraten werde. Da ich mich rein auf meine geistige Entwicklung konzentrieren wollte. Und er sah es f├╝r sich selbst genau so, wir fuhren die selbe Schiene. Und nun bin ich ihm scheinbar sehr an den Karren gefahren. Ich wei├č nicht, ob es gut w├Ąre, ihn zur Anwesenheit auf der Hochzeit zu zwingen, ich f├╝rchte, das zu sehen, macht es noch schlimmer. Er ist sehr schwierig. Um es beim Namen zu nennen: Er ist derart innerlich zerr├╝ttet, dass er ein Pflegefall ist. Er kommt allein nicht zurecht.

Linhard
wir sind untereinander, pack die Karten auf den Tisch. Mir kannst Du es sagen ich werde weder lachen, noch mich lustig machen oder dergleichen. Aber was das Thema Einsamkeit angeht bin ich Experte - wider Willen. Also was ist mit ihm?

Ciel Felicien de Souvagne
Er hat Dinge erlebt, die kein Mensch erleben sollte. Er war nach eigener Aussage schon immer etwas verschroben, doch seit diesem Ereignis verkriecht er sich in seiner Arbeit. Er lebt nur noch daf├╝r. Er w├Ąscht sich nicht, er isst nur das N├Âtigste und in seine Wohnung l├Ąsst er niemanden mehr herein. Es riecht schon etliche Meter davor wie Verwesung. Er ist wie eine Art lebender Ghul, so wie man sich einen Ghul vorstellt! Er versteckt sich nur in seiner Gruft und hat Angst vor der Welt da drau├čen.

Linhard
Er ist im Kopf abgerutscht. Er versorgt sich nur noch, weil der ├ťberlebensinstinkt zu gro├č ist in ihm. Ich kenne eine Person die ├Ąhnlich gehandelt hat, nicht ich - um mich geht es hier ├╝berhaupt nicht, sondern um Deinen Kumpel. Aber einer aus meiner Familie hat auch Dinge erlebt die niemand erleben sollte. Schlimmere als andere. Und er hat sich dann auch verkrochen, in sich selbst, nicht in sein Haus oder in seinem Zimmer - sondern wenn er keine Aufgabe zu erledigen hatte, tats├Ąchlich in sich. Er sa├č stundenlang unbewegt in einer Ecke und tat nichts. Er a├č nur das N├Âtigste und selbst dann war er noch ┬╗zu fett┬ź seiner Meinung nach. Kurzum er wollte gehen ohne es zu wissen, tat es aber nicht. Warum, soweit ich es wei├č wegen einem Freund. Er blieb, da ihn dieser Freund einst rettete nach einem Unfall und es diesen besten Freund get├Âtet h├Ątte, h├Ątte er sich aufgegeben. Und er blieb wegen seinem Hund. Nicht weil er es selbst wollte, sondern aus Pflichtgef├╝hl und Verantwortung anderen gegen├╝ber. Falls Du ihn je kennenlernst, wirst Du es verstehen. Denn er ist nicht feige, h├Ątte er es gewollt, h├Ątte er sich get├Âtet. Er f├╝rchtet sich nicht davor zu sterben. Sein Freund sagte einst, er f├╝rchtet sich davor zu leben. Und dann lernte er seinen Mann kennen und einen weiteren Kumpel die ihn aus seinem Schneckenhaus herausgeholt haben. Gezwungen sozusagen, sein alter Kumpel tat es nicht. Er war ehr wie ein beh├╝tender Vater zu ihm. Er hatte Deine Rolle Ciel. Er hat ihn gerettet, versorgt, besch├╝tzt, bewacht - aber er hatte vergessen dass nach all dem auch der Schritt erfolgen muss, ihn zur├╝ck ins Leben zu f├╝hren. Oder erstmal dahin. Das fehlt Deinem Freund auch. Und aus eigener Erfahrung sage ich Dir, Du kannst Dir manche Dinge noch so fest vornehmen, Dir schw├Âren morgen ├Ąndere ich etwas - aber letztendlich tust Du es nicht, wenn Dir niemand eine Chance gibt. Manches packst Du nicht allein. Die Mauern der Angst sind zu hoch. Du musst quasi jemanden finden, der pfeifend auf dieser Mauer hockt und Dir zeigt, das Ding ist nicht un├╝berwindbar. Gleichg├╝ltig wie Du nun bist, was Du bist - es gibt was dahinter. Und dann wird er sich berappeln. Er wird nie gesund, er wird nie unbeschwert durchs Leben tollen wie ein Kind, aber er wird leben und nicht existieren. Also zwing ihn zu seinem Gl├╝ck. Bitte ihn darum Trauzeuge zu werden, wage Du Dich den ersten Schritt. Und wenn es schlimmer wird? Na und? Dann denkt er ├╝ber die Situation nach. Und dann wirst Du sie gerade r├╝cken. Aber gar nichts zu tun, ist das Schlimmste was Du tun kannst. Gar nichts in Bezug auf die Hochzeit Ciel. Ich wei├č was Du f├╝r diesen Mann geleistet hast, er lebt nur noch weil es Dich gibt. Also ├╝berlege Du Dir ganz genau, wie Du mit ihm umgehen m├Âchtest. Du bist sein Anker in dieser Welt und er f├╝hlt sich gerade so, als h├Ąttest Du die Kette gekappt.

Ciel Felicien de Souvagn
Ciel h├Ârte Linhard sehr aufmerksam zu. ┬╗Das h├Ârt sich ├Ąhnlich an. Vielleicht haben sie auch ├ähnliches erleben m├╝ssen. Aber ich glaube nicht, dass mein Freund ohne mich sterben w├Âllte. Er ist extrem zerr├╝ttet, aber er ist innerlich ein K├Ąmpfer. Er arbeitet viel und hart und k├╝mmert sich auch um andere Menschen, so lange diese zu ihm kommen. Er ist Lehrer und zwar streng, aber auch f├Ąhig. Er k├╝mmert sich um anderen, nie um sich. Das habe ich f├╝r ihn ├╝bernommen. Er hat einen Sch├╝ler, der das N├Âtigste erledigt, aber der ist ziemlich ├╝berfordert damit. Ich sollte vielleicht klein anfangen ... aber wie? Es gibt nichts, das ihn au├čerhalb seiner Gruft - ich nenne seine Wohnung jetzt einfach mal so - reizt. Alles ist f├╝r ihn Qual. Ich glaube nicht, dass er mein Trauzeuge sein w├Âllte, zu viele Menschen und ich muss f├╝r meine Frau da sein und kann mich dann nicht um ihn k├╝mmern. Es w├Ąre f├╝r ihn wohl eher wie Hohn, da ihm selbst ein normales Beziehungsleben verwehrt ist aufgrund seiner Erlebnisse.

Linhard
┬╗Wurde er missbraucht? Ich k├Ânnte meinen Verwandten fragen ob er sich um ihn k├╝mmert auf der Hochzeit. So dass er nicht allein vor Ort w├Ąre und er zu wem dazu geh├Ârt. Oder ich bitte jemand anderes aus meiner Verwandtschaft, einige sind dabei die man durchaus bei so etwas um Hilfe bitten kann. Genau genommen mit meinem Onkel - drei. Bei dem Rest w├Ąre ich vorsichtig, aber bei den drei Personen schw├Âre ich Dir ist er in Sicherheit. Die Person von der ich rede wurde von ihrem Vater misshandelt und von dessen Freund missbraucht, sehr lange Zeit. Ich kenne kaum Details, aber was ich wei├č reicht. Zumal ich einmal im Haus des T├Ąters war und sah was er einst sehen musste. Aber ich kenne auch die andere Seite und wei├č von einer anderen Person, dass der T├Ąter nicht nur T├Ąter ist. Es ist zum verr├╝ckt werden, so als ob jeder lieber seinen M├╝ll woanders abl├Ądt und Unschuldige bestraft. Und aus denen werden dann selbst solche Monster. Quasi aus Schmerz geborene Monster. Das soll Deinem Freund nicht passieren. Ich h├Ątte mich sonst angeboten Ciel, aber ich bin auf der Hochzeit auch besch├Ąftigt┬ź, schmunzelte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er ist kein Monster┬ź, sagte Ciel entschieden. ┬╗Zugegeben, an dem Mann ist nicht viel Gutes zu Benennen au├čer seine betr├Ąchtlichen beruflichen Leistungen. Sein Charakter ist mehr als anstrengend. Er ist launisch und unh├Âflich. Vorhin hat er mit mir gesprochen, w├Ąhrend er mir den Hintern zugedreht hatte und mir gesagt, ich solle mich mit seinem Ges├Ą├č unterhalten. Ich k├Ânnte nicht einmal sagen, warum ich ihn ├╝berhaupt so mag. Aber er ist mir trotz alledem sehr wichtig. Er hat mich vom Kind zum Mann gemacht. Ihm gelang, woran mein Erzieher versagt hat. Was genau ihm geschehen ist, muss er selbst sagen, wobei es unwahrscheinlich ist, dass er sich ├Âffnet. Aber vom Schweregrad her ist es wohl auf einem ├Ąhnlichen Niveau wie das, was dein Bekannter erleben musste. Man m├╝sste die beiden vorher miteinander bekannt machen um zu sehen, ob sie miteinander auskommen. Wenn ja, w├Ąre das eine Idee. Es w├╝rde mir viel bedeuten, meinen Freund auf der Hochzeit dabei zu haben, aber ich wei├č, dass es f├╝r ihn kaum zu ertragen w├Ąre.┬ź

Linhard
Warum Du ihn magst? Weil Du hinter die Maske siehst. Das was er da zur Schau tr├Ągt ist die Leckt-mich-Am-Arsch-Einstellung f├╝r die Welt. Ich war Euch gleichg├╝ltig, Ihr seid mir gleichg├╝ltig. Aber das stimmt nicht, da er sich wie Du sagst um andere k├╝mmert. W├Ąre ihm alles so zu wider, t├Ąte er das nicht. Sein schlechtes Benehmen ist sein Schild. Dahinter ist er sicher. Was denkst Du denn was passiert, wenn er den Schild fallen l├Ąsst und auf andere zugeht? Sie werden einmal h├Âflich zu ihm sein, er macht sich Hoffnungen vielleicht mag mich doch jemand und am Ende ist es wie es immer ist - er ist allein. Weist er andere direkt ab, muss er ihre Ablehnung nicht ertragen. Also zeigt er jedem die kalte Schulter, habe ich auch so gemacht. Ich war dabei meist sogar ziemlich w├╝tend. Jedenfalls als ich noch jung war. Sp├Ąter waren mir die meisten tats├Ąchlich gleichg├╝ltig. Sie sind da - haben aber niemals was mit mir zu tun. Falls mich doch jemand ┬╗sieht┬ź dann will er was. Spuck es aus und dann verzieh Dich. Aber heuchele kein Interesse an mir oder Freundschaft. Sag was Du willst und dann geh. Das wird seine Art zu handeln sein. Er sch├╝tzt sich davor verletzt zu werden oder schlimmer noch dass man ihn erst gut behandelt und dann fallen l├Ąsst. Dann lieber erst gar nicht versuchen. Drum ich denke Du wei├čt wie er sein k├Ânnte, w├╝rde er sich nur trauen. Bekannt machen k├Ânnen wir sie beide gerne. Das ist kein Problem, mein Onkel ist hier. Die andere Person die ich meine ist Wolfram. Er ist die liebste Person die Du Dir so vorstellen kannst. Er hilft jedem, er ist wirklich selbstlos, er isst nur Gr├╝nzeug da kein Tier sterben soll und er w├╝rde das letzte Brot durchschneiden damit Du auch satt wirst. Und genau daf├╝r hat ihn seine Familie verachtet, er hat keinen Biss - er hat keinen Gesch├Ąftssinn. Er nutzt seine Magie f├╝r Unfug. Tut er nicht, er ist Kampfmagier, aber er reibt nicht jedem unter die Nase das er Magier ist und damit G├Âtterstatus hat. Er k├Ânnte Deinem Freund sicher auch helfen, da er eine total ruhige und ausgeglichene Art hat. Also Wolfram kann man nicht ver├Ąrgern, es sei denn Du zerst├Ârst seine Pflanzen glaube ich. Und dass Dir die Anwesenheit von Deinem Freund auf der Hochzeit etwas bedeutet - Ciel hallo? Da sind wir die falsche Adresse. Sowas musst Du ihm sagen. Wei├čt Du wie er sich da f├╝hlen w├╝rde? Warum beim Abgrund sagen sich die Leute immer nur die Probleme, wenn sie reden wollen? Warum sagt man sich nicht einfach auch mal die sch├Ânen Dinge? Die k├Ânnen jede Menge Probleme verhindern, oder lassen sie halb so schlimm erschienen. Vertraue mir, ich wei├č wovon ich spreche. Wo wohnt Dein Freund denn? K├Ânnen wir ihn mal besuchen oder geht das nicht?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es tut mir leid f├╝r dich, dass du meinen Freund so gut verstehen kannst. Es verh├Ąlt sich so, wie du sagst, denke ich. Es ist eine Art Selbstschutz. Du hast viel erlebt, Linhard. Ich hoffe, an Gregoires Seite wirst du gl├╝cklich sein. Wir de Souvagnes meinen es sehr ernst mit allem, was wir sagen. Wir sind keine L├╝gner, keiner von uns. Wir sind ehrlich in der Liebe wie im Zorn. Was du an meinem Bruder siehst, ist keine Maske - das ist mein Bruder. Meinen Freund k├Ânnen wir nicht besuchen, aber ich k├Ânnte ihn herholen, theoretisch. Willst du ihn denn kennenlernen? Ich will weder dir noch ihm eine reine H├Âflichkeitskonversation zumuten. Es w├╝rde mir schon viel helfen, wenn du mir als letzten Tipp noch eine Sofortma├čnahme vorschl├Ągst, damit er nicht mehr ganz so verstimmt ist.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Danke dass hast Du lieb gesagt. Ciel hat Recht, bei uns musst Du keine Angst haben, dass wir Dich fallen lassen. H├Âchstens dass wir Dir mal auf den Geist gehen, weil wir klammern. Aber ich glaube das ist das winzigste Familienproblem┬ź, schmunzelte Greg und knuffte Ciel gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte seinem Bruder gut gelaunt zu. ┬╗Der souvagnische Klammeradler - schau dir nur seine Greiff├╝├če an. Sie sind nicht zum Beute schlagen, sondern zum Festhalten dessen, was einem lieb und teuer ist.┬ź

Linhard
┬╗Ja ich habe viel erlebt und Danke f├╝r Dein Mitgef├╝hl, aber um mich geht es wie gesagt nicht im Moment. Und die gr├Â├čte Schei├če ist mal zu was gut, habe ich schon oft festgestellt. H├Ątte ich es nicht erlebt, k├Ânnten wir Deinem Kumpel nicht helfen. Der erste Schritt um wem zu helfen ist doch ihn erstmal zu verstehen. Was den Zusammenhalt angeht, da kann ich nur sagen, dass freut mich sehr. Ich verspreche ebenso ehrlich zu sein, so ehrlich wie es mir m├Âglich ist. Ich werde Euch nicht bel├╝gen, aber Dinge die ich nicht benennen darf - werde ich nicht benennen. Das m├╝sst Ihr verstehen. Ich f├╝hre keine H├Âflichkeitsgespr├Ąche, oder nur selbst unter Zwang. Ich dachte wir reden einfach mal mit ihm ├╝ber die Hochzeit und Du fragst ihm wegen dem Trauzeugen. Zu mehreren ist das manchmal leichter und er ist vielleicht nicht ganz so bissig zu Dir. Ich habe zwar noch nie einen lebenden Adler gesehen, aber Krallen haben die Viecher, dass wei├č jeder┬ź, grinste Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er wird eher Angst haben. Aber sch├Ân. Versuchen wir es. Ferrau scheint immer noch bei Benito zu sein, wahrscheinlich ist er sogar noch auf dem Weg dahin, weil er wieder in Kaffeebohnen geht. Ich werde selbst gehen und meinen Freund holen. Bitte versucht, nicht das Gesicht zu verziehen, wenn er den Raum betritt. Er riecht wirklich nicht sehr gut.┬ź Ciel erhob sich und ging. Kurze Zeit sp├Ąter kam er mit einem ganz und gar nicht gl├╝cklich aussehenden Mann zur├╝ck, der unwahrscheinlich viele Roben und Pelzm├Ąntel trug.

Alexandre
Er verneigte sich in Richtung von Gregoire. ┬╗Hoheit.┬ź Dann betrachtete er Linhard, wobei er wenig freundlich dreinblickte. ┬╗Und Sie sind...?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Marquis de la Grange, das ist mein Zuk├╝nftiger, Marquis Linhard von Hohenfelde. Sch├Ân dass Sie kommen konnten┬ź, sagte Greg freundlich.

Linhard
┬╗Genau, es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen. Wir haben schon einiges ├╝ber Sie geh├Ârt┬ź, antwortete Linhard.

Alexandre
Alexandres Augen wanderten in Zeitlupe zu Ciel. ┬╗So, so.┬ź

Linhard
┬╗Naja nicht nur Gutes dass stimmt, aber ├╝ber wen gibt es nur Gutes zu berichten? Es geht um eine Bitte die Ciel Ihnen nicht alleine stellen wollte. Aus dem Grund sind Sie hier. Wir hoffen Sie erf├╝llen ihm seinen Wunsch┬ź, bat Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
*musterte Linhard aus dem Augenwinkel und starrte dann Ciel an,ehe er in Zeitlupe blinzelte*

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Setz dich doch bitte┬ź, forderte Ciel ihn auf, da Alexandre noch immer mitten im Raum herumstand. Der Marquis kam, sichtlich widerwillig, der Aufforderung nach. Ciel fuhr fort: ┬╗Es ist, wie Linhard sagte - ich habe meinen Unmut dar├╝ber ge├Ąu├čert, dass du vermutlich nicht zu meiner Hochzeit erscheinen wirst. ┬╗

Alexandre
┬╗Ja┬ź, antwortete Alexandre.

Ciel Felicien de Souvagne
Hilfesuchend blickte Ciel zu Greg und Linhard her├╝ber.

Zerbino
Zerbino betrat den Raum, schaute sich erstaunt um und huschte schnell in den Nebenraum umd einige Minuten sp├Ąter Kekse, Geb├Ąck und Kaffee zu servieren. ┬╗Verzeiht Herr ich war kurz in Ort neue Kekse kaufen┬ź, entschuldige er sich h├Âflich.

Linhard
┬╗Ja und darum sind Sie hier. Das ist nichts was man als bester Freund akzeptieren kann. Sie sind der beste Freund und Lehrmeister von Ciel. Er kann sich seine Hochzeit nicht ohne Sie vorstellen. Aber das sollen Sie aus seinem Mund h├Âren. Wir haben vorhin schon geh├Ârt, wie wichtig Sie ihm sind. Auch wenn Sie vermutlich v├Âllig anderer Meinung sind - Ihre Meinung ist falsch┬ź, antwortete Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
*bedankte sich mit einem Nicken bei Zerbino* ┬╗Ja wie Linhard auff├╝hrt, m├Âchte Sie mein Bruder etwas sehr Wichtiges fragen. H├Âren Sie ihm bitte wohlwollend zu┬ź, bat Greg, nahm sich einen Keks und dr├╝ckte ihn Linhard in die Hand bevor er sich selbst einen nahm.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Siehst du, Zerbino ist nicht tot┬ź, schmunzelte Ciel in Gregoires Richtung.

Alexandre
Alexandre warf ihm einen strengen Blick zu. ┬╗Mit so etwas scherzt man nicht.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. Er f├╝hlte sich unwohl unter Alexandres Blick und der Erzhexer f├╝hlte sich vermutlich gerade genau so unwohl. Ciel folgte Ferraus Taktik und a├č einen Keks, um Zeit zum ├ťberlegen zu gewinnen.

Alexandre
Alexandre sah Linhard ausdruckslos an. ┬╗Was wissen Sie schon. Sie kennen Ciel vielleicht seit ein paar Tagen. Ich habe ihn gro├čgezogen. Nat├╝rlich bedeuten wir einander viel. Hei├čt das, dass ich alles verzeihen muss?┬ź

Linhard
┬╗Nein, aber als guter Vater legt man nicht alles auf die Goldwaage. Und wenn er Ihnen so viel bedeutet, dass Sie derma├čen w├╝tend ├╝ber die Hochzeit sind, warum wollen Sie ihn an dem Tag allein lassen? Weil er ihnen versprach dass es nie zu diesem Tag kommen wird? Menschen ├Ąnderen sich manchmal - selten aber sie tun es. Und manchmal ├Ąndern sie sogar ihre Meinung. Deshalb sind Sie ihm aber nicht weniger wert. Im Gegenteil, an dem Tag braucht er Sie vermutlich mehr denn je, als seelischen Beistand. Wollen Sie ihm das bewusst verweigern weil Sie schmollen? Das werden Sie sich dann nicht verzeihen, denn damit k├Ânnten Sie ganz unbewusst die einzige Freundschaft begraben die Sie haben. Der einzige Freund den Sie haben, der Sie stets unterst├╝tzt hat, gleichg├╝ltig wie es Ihnen ging, wie Sie sich gegeben haben, wie Sie riechen oder was Sie taten bittet Sie um einen Gefallen und Sie tun was? Beantworten Sie uns dass bitte offen und ehrlich. Das Sie nicht grundlos wie eine Lumpenpuppe rumlaufen ist mir klar. Ich lauf auch nicht grundlos mit Glatze rum. Nur Sie haben noch die Chance der Person die Sie lieben als Vater zu zeigen, wie sehr sie es tun. Ich kann es im Umkehrschluss leider nicht mehr, mein Vater ist tot. Er wird nicht auf der Hochzeit anwesend sein. Sie k├Ânnen es, was spricht dagegen, au├čer vielleicht etwas Stolz, etwas Sturheit und vor allem Ihre Angst? Sie m├╝ssen keine Angst haben, dass versprechen wir Ihnen. Angst m├╝ssten wenn nur die Eheleute haben - aber Sie nicht. Sie werden dort nicht alleine sein. Ich verstehe wie einsam und verlassen man sich unter Menschen f├╝hlen kann. Tats├Ąchlich allein ist nicht weiter tragisch, man besch├Ąftigt sich mit dem was einem wichtig ist. Aber unter Menschen denen man nichts bedeutet, von denen man sich ausgeschlossen oder sogar ausgesto├čen f├╝hlt - da bekommt das Wort Einsamkeit eine andere Dimension. Sie wird fast greifbar. Sie werden nicht alleine sein Marquis, das verspreche ich Ihnen┬ź, sagte Linhard.

Alexandre
┬╗Ihre Arroganz ist absto├čend!┬ź, ereiferte sich Alexandre. ┬╗Wie lange sind Sie eigentlich bereits eingeb├╝rgert in Souvagne? Und was waren Sie in Naridien - Freiherr? Sie benehmen sich wie der letzte naridische Bauer!┬ź Alexandres H├Ąnde zitterten und er erhob sich. ┬╗Auf diesem Niveau bin ich nicht gewohnt mich zu unterhalten. Sch├Âne Freunde hast du, Ciel. Sie sind ein guter Umgang f├╝r dich.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah sehr erschrocken aus, als das Wortgefecht zwischen Linhard und Alexandre sich so schnell derart hochschaukelte. Ihm fiel nichts anderes ein, als verzweifelt nach Alexandres Mantel zu greifen und ihn daran festzuhalten. Alexandre blieb notgedrungen stehen, er konnte dem Prince nicht einfach den Mantel aus der Hand rei├čen. Aber dass er den Anwesenden seine R├╝ckseite zudrehte, sprach f├╝r sich. Ciel sprach: ┬╗Ich bat Greg und Linhard um Rat, weil ich mich mit dir vers├Âhnen wollte! Stattdessen wird alles noch schlimmer! Bitte geh nicht, Alex ... bitte setz dich wieder.┬ź

Linhard
┬╗Es tut immer weh wenn man die Wahrheit ungeschmickt h├Ârt. Was ich war oder bin, ist v├Âllig bedeutungslos. Fakt ist was Sie sind - angeblich der Freund von Ciel. Haben Sie tats├Ąchlich soviel Angst vor der Bitte Ihres Freundes? Haben Sie soviel Angst davor zu sehen, dass er gl├╝cklich werden k├Ânnte und Ihnen bleibt das verwehrt? Oh ja, dass kenne ich. Sie stehen gerade an einer Weggabelung Marquis. Entweder Sie bleiben bei Ihrer Einstellung und neiden es ihm voller Angst oder Sie wagen es sich, sich f├╝r ihn zu freuen. Er hat Ihnen wie gesagt immer beigestanden. Es ist CIELS Tag und nicht Ihrer! Es geht einmal um CIEL allein und nicht um Sie, Ihre ├ängste, Ihre Probleme und Ihre W├╝nsche. Ein einziges mal w├╝nscht er sich, dass Sie f├╝r ihn ├╝ber Ihren eigenen Schatten springen. Damit er seinen besonderen Tag mit all seinen Lieben feiern kann und ├ťberraschung - Sie sind einer davon. Mit Ihrer kratzb├╝rstigen Art vergraulen Sie mich nicht Marquis, ich habe schon oft genug in den Spiegel geschaut - halten Sie mir ihn ruhig ein weiteres mal vor - ich sehe mich mit 16 - Danke. Und nun werden Sie sich umdrehen und Ihrem jahrelangen Freund ins Gesicht schauen, wenn Sie ihm antworten. Angst hin oder her, aber finden Sie das Verhalten gerechtfertigt? Schlagen Sie danach gerne wieder um sich, auch wenn es daf├╝r keinen Grund gibt. Das Sie es allerdings k├Ânnen, sollte Ihnen zeigen wo Sie sind - unter Leuten denen Sie etwas bedeuten. Bei v├Âllig Fremden wo Sie nicht gef├╝hlsm├Ą├čig abgesichert sind wie bei Ciel w├╝rden Sie sich so ein Verhalten doch gar nicht wagen. Nicht wagen k├Ânnen Marquis. Also, schlucken Sie Ihre Wut und Verletzung herunter und h├Âren sich an was Ciel Ihnen zu sagen hat. Ehr kommen Sie ehr hier nicht weg. Und je l├Ąnger Sie schmollen, je mehr Zeit stehlen Sie sich die Sie schon gl├╝cklich sein konnte. Und ehe Sie wieder giftig werden, ich wei├č wovon ich rede. Versuchen Sie es einfach mal. Na los┬ź, forderte Linhard Alex auf.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ciel aufmunternd und schaute danach zu Linhard r├╝ber. Sein Verlobter brachte die Fakten auf den Tisch. Zwar deutlich, aber nicht unh├Âflich. Er hoffte das der Marquis darauf einging. Greg schob seine Hand in die von Linhard und dr├╝ckte sie kurz. ┬╗Wie mein Verlobter sagte, Ihnen m├Âchte niemand etwas. Wir haben vielmehr ├╝berlegt, wie wir Sie ├╝berzeugen k├Ânnten, auf der Hochzeit zu erscheinen. Es ist Ciel ├Ąu├čerst wichtig Marquis de la Grange. Eine Einladung vom Duc pers├Ânlich ist doch nicht von N├Âten oder? Mein Bruder bittet Sie aus tiefstem Herzen┬ź, warf Greg freundlich ein.

Alexandre
Alexandre wollte nicht. Er wollte einfach gehen und sich in seinem Bluttempel verstecken. Wenn es f├╝r ihn m├Âglich war, das Drau├čen noch mehr zu hassen und zu f├╝rchten, als bisher, dann war das soeben eingetreten. Im Tempel gab er den Ton an. Er war der Erzhexer, er war der Lehrer. Ciel war Sch├╝ler. Doch hier oben waren ihre Rollen vertauscht und der Prince wollte, dass er sich setzte. Also setzte Alexandre sich.
Er w├╝rdigte Linhard keines Blickes, als er antwortete.
┬╗Sie wissen nichts - h├Âren Sie - nichts. Ich wei├č nicht, was Sie dazu bringt, anzunehmen, sie w├╝rden auch nur eine winzige Ecke verstehen von dem, was in mir vorgeht. Wie kommen Sie darauf, dass ich nicht w├Âllte, dass er gl├╝cklich ist? Dass ich diese Hochzeit nicht guthei├če, hat v├Âllig andere Gr├╝nde, die zu begreifen Ihren Intellekt ├╝berfordern w├╝rde. Und ich bin nicht Ciels Ersatzvater. Er hat einen Vater, der alles f├╝r ihn tut, was ein Vater nur tun k├Ânnte, er braucht keinen Abklatsch. Ich habe ihn gro├čgezogen als meinen Sch├╝ler und mein j├╝ngeren Freund. Nun, man sollte sich mit seinen Sch├╝lern nicht anfreunden, sondern professionelle Distanz waren, aber ich bin scheinbar nicht sehr professionell.┬ź
Sein Blick wanderte zu Gregoire, dem er jedoch nicht in die Augen sah.
┬╗Wenn man mich zwingt, werde ich nat├╝rlich auf der Hochzeit erscheinen. Wie k├Ânnte ich Nein sagen bei einer so formulierten Bitte? Ciel wei├č am besten, was er mir damit antut und ja, auch diesen Schmerz werde ich zu etragen wissen. Es ist eine gute ├ťbung, sich in auch im Angesicht gr├Â├čter Pein in Gleichmut zu ├╝ben.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel merkte, dass er noch immer Alexandres Mantel umklammert hielt. Er lie├č ihn von seinem Knie herunterrutschen. ┬╗Ich wollte mich mit dir vers├Âhnen und dich nicht noch mehr erz├╝rnen┬ź, erkl├Ąrte er hilflos. ┬╗Darum wollte ich dich bitten, mein Trauzeuge zu sein. Ja, ich wei├č, dass dir das nicht gef├Ąllt. Aber mir w├Ąre es dennoch wichtig, dass du es tust. Dass du dabei bist. Darum bitte ich dich inst├Ąndig. Ich werde dich nicht dazu zwingen lassen. Wenn du Nein sagst, akzeptiere ich das. Bedeuten w├╝rde mir es viel.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Es war keine Drohung, entweder erscheinen Sie per Dekret auf der Hochzeit oder Sie wandern auf den Block und den Interlekt meines Verlobten zweifeln Sie bitte nicht noch einmal an. Ihre H├Âflichkeit l├Ąsst ebenfalls zu w├╝nschen ├╝brig, jene die Sie von anderen einfordern. Es mag nicht immer alles nach Ihren W├╝nschen verlaufen und Sie m├Âgen extrem gro├čes Leid erfahren haben, aber Sie sind nicht der Einzige. Ich denke mein Verlobter versteht Sie sicher nicht ganz, aber er wei├č wovon er spricht was das Thema Einsamkeit angeht. Sie verhalten sich wie ein R├╝pel der die gereichte Hand ausschl├Ągt. Dass Sie Ciel ein Lehrer waren und mehr dar├╝ber hinaus, scheint offensichtlich. Dass Sie ein v├Ąterlicher Freund waren, ist doch selbstredend. Dass Sie nicht sein Vater waren oder diesen ersetzen mussten, konnte mein Verlobter nicht wissen. Er bezog sich auf seine Erfahrungen um Ihnen beizustehen. Haben Sie meinen Bruder um irgendetwas derma├čen bitten m├╝ssen, wie er sich hier vor Ihnen geradezu erniedrigt? Sie sind ein Marquis und dies ist immer noch ihr Herr. Sie k├Ânnten aber auch von Freund zu Freund miteinander reden. Ist dies bei Ihnen nicht m├Âglich? Wollen Sie sich so stur geben? Glauben Sie mir, niemand zwingt Sie auf unserer Hochzeit zu erscheinen. Es geht um die Freiwilligkeit und die Bedeutung dahinter. Wenn Sie dort so erscheinen, nicht in ihrem Aufzug, sondern mit so einer Visage dann gute Nacht. Nun?┬ź, sagte Greg streng.

Alexandre
┬╗Ich werde da sein┬ź, sagte Alexandre und verneigte sich. ┬╗Und ein Auftreten vorweisen, wie man es von mir erwartet. Ich bitte Euch um Verzeihung. Fakt ist, dass es mir nicht m├Âglich ist, zu erkl├Ąren, warum ich die Nachricht von der Hochzeit Eures Bruders nicht so freudig empfangen kann, wie andere. Es widerspricht dem Bildungsauftrag, den Euer Bruder mir damals selbst auftrug und den ich bis heute gewissenhaft zu erf├╝llen versuche. Deshalb h├Ątte ich nicht unh├Âflich werden d├╝rfen. Das Gel├Âbnis, ├╝ber die Natur des Bildungsauftrages zu schweigen, ist in dem Falle ein Hindernis, das nur der Duc selbst aufheben k├Ânnte. Bitte glaubt mir, wenn ich versichere, dass ich nur das Beste f├╝r Prince Ciel w├╝nsche. Nichts l├Ąge mir ferner, als ihm ein erf├╝lltes Leben zu missg├Ânnen. Ich bedaure dieses Missverst├Ąndnis zutiefst.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Danke f├╝r die Einsicht Marquis de la Grange. Nehmt Euch bitte etwas zu Essen und einen Kaffee. Wir haben nicht an Euren lauteren Absichten gezweifelt, sondern an Eurem Verhalten an sich. Dass Ihr Euer Erscheinen zusagt, freut uns sehr. Zu dem besagten Auftrag kann ich nichts sagen Marquis, da ich davon keine Kenntnis habe. Dies besprecht doch bitte in Ruhe und Freundschaft mit meinem Bruder. Vielleicht ist die geplante Ehe auch v├Âllig anders als Ihr erwarten w├╝rde? Ganz gewiss sogar, wage ich vorher zu behaupten. Reden Sie bitte offen mit ihm. Trauen Sie sich das. Sie werden vermutlich etwas erfahren, dass Sie erfreuen wird, oder wenigstens beruhigen wird. Und bitte beantworten Sie noch die Frage ob Sie der Trauzeuge meines Bruder sein wollen, dies haben Sie geschickt offen gelassen. Ich stelle ihnen auch gerne meinen Leibdiener zur Verf├╝gung, Zerbino wird sich um Sie k├╝mmern und Sie f├╝r den Tag zurecht machen. Was sagen Sie?┬ź, fragte Greg freundlich. Er war froh dass Alexandre eingelenkt hatte. Man sah dem Mann den Kampf mit seinen inneren D├Ąmonen an. Aber wenigstens einen davon schien er erschlagen zu haben, zumindest schwer verletzt.

Linhard
┬╗Ich entschuldige mich ebenfalls f├╝r meine sehr direkte Art und Weise. Ich wollte Sie nicht beleidigen oder kr├Ąnken Marquis, ich wollte Ihnenn nur deutlich machen worum es uns geht. Das Ihnen Ciel soviel bedeutet, freut mich zu h├Âren. Wir haben es gewusst, aber es zu h├Âren ist immer sch├Ân. Wie ich vorhin vorschlug, k├Ânnte ich Ihnen gerne einen meiner Verwandten an die Seite stellen, damit Sie die Hochzeit ├╝ber nicht allein sind. Ihre Probleme sind mir nicht bekannt, nur dass sie sehr gro├č sind. Meine Verwandten w├╝rden sich nicht ├╝ber Sie lustig machen, da beide die in Frage k├Ąmen, ├Ąhnlich gro├če P├Ąckchen tragen wie Sie. Sehr schwere P├Ąckchen. Sie k├Ânnten sich also verstanden f├╝hlen und gut aufgehoben auf der Hochzeit. M├Âchten Sie?┬ź, bot Linhard an.

Alexandre
┬╗Das Angebot ist sehr ehrenvoll und selbstverst├Ąndlich nehme ich es an. Es bedeutet mir viel, dass es Prince Ciel so wichtig ist. Ich werde Eurer Empfehlung folgen und mit Ciel sprechen. Was Euren Leibdiener anbelangt ...┬ź Er haderte sehr mit sich selbst. Das war eine gro├če Ehre f├╝r ihn. Andererseits wollte er nicht, dass ihn jemand nackt sah.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel mischte sich ein. ┬╗Danke f├╝r das Angebot, Greg, aber f├╝r diese Aufgabe haben wir bereits Ferrau vorgesehen, der Alexandre schon kennt.┬ź

Alexandre
Man sah Alexandre die Erleichterung an. Als Linhard sich entschuldigte, nickte er. ┬╗Nun, Sie haben mich beleidigt und gekr├Ąnkt und ich Sie vermutlich auch. Von daher sind wir wohl quitt. Ich wei├č das Angebot zu w├╝rdigen, aber daf├╝r w├Âllte ich die Verwandten zuvor gern kennenlernen, wenn das m├Âglich ist, und ansonsten auf ... irgendwen anderes zur├╝ckgreifen. Irgendwer wird sich schon finden lassen. Vermutlich ist auch zumindest ein Teil meiner eigenen Verwandtschaft vor Ort.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja gut, dann wenn Sie Ferrau schon kennen, dann ist dies nat├╝rlich auch angenehmer f├╝r Sie, das verstehe ich┬ź, antwortete Gregoire und er verstand es wirklich. Einen Leibdiener vertraute man seinen Leib an und es war f├╝r den Marquis eindeutig mit Scham behaftet. Da er Ferrau scheinbar schon vertraute, sollte er auch von diesem zurecht gemacht werden.

Ciel Felicien de Souvagne
Entscheidend war vor allem, dass Ferrau wusste, wie man mit dem Marquis umzugehen hatte, wenn es um die K├Ârperpflege ging, damit dieser sich nicht blo├čgestellt f├╝hlte, doch das sprach Ciel nicht aus. Er war froh, dass Alexandre eingelenkt hatte, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Linhard
┬╗Quitt ist ein guter Anfang Marquis. Sie k├Ânnen gerne meine Verwandten kennenlernen, wobei einige noch nachkommen werden. Mein Onkel k├Ânnen Sie jederzeit kennenlernen er ist vor Ort, Davard von Hohenfelde. Meinen anderen Verwandten Wolfram von Wigberg kann ich gerne schnellstm├Âglich nachholen lassen. Mit beiden w├╝rden Sie sich gut verstehen. Vielleicht k├Ânnen Sie sich dort sogar ├Âffnen was Ihr Problem angeht, da wie gesagt beide selbst gro├če Probleme hatten. Wolfram hat seine immer noch, Davard tr├Ągt die Narben seiner Vergangenheit. Aber f├╝r solche Gespr├Ąche ist die Hochzeit nicht bestimmt, Sie sollen nur wissen, dass Sie sich dort in ├Ąhnlicher Gesellschaft befinden. Ich wei├č nicht was mit Ihnen geschah, aber ich sage Ihnen was mit diesen M├Ąnnern geschah. Einer wurde misshandelt und missbraucht, der andere seelisch misshandelt und er war als Kind sehr oft krank. Folglich blieb er allein und kinderlos, was nicht zu seiner Beliebtheit in der eigenen Familie beitrug. Es wird keine Nachkommen von ihm geben und das ist doch allgemein das h├Âchste Dogma. Selbst wenn man niemals eine Frau findet, sollte man einen Stammhalter zeugen. Also gleichg├╝ltig was Ihnen Ihre Familie antat, wir kennen solche Probleme. ├ťberlegen Sie es sich einfach, es ist ein freundlich gemeintes Angebot und vielleicht haben Sie ja sogar dann einen oder zwei Freunde mehr?┬ź, schlug Linhard vor.

Alexandre
Alexandre nickte und sah nun nicht mehr ganz so abweisend aus, als er Linhard betrachtete. ┬╗Ich freue mich darauf, sie kennenzulernen. Am besten nachts oder sehr zeitig in der fr├╝h, wenn noch nicht so viel los ist. In meinen eigenen vier W├Ąnden kann ich sie nicht empfangen.┬ź

Linhard
┬╗Ihr k├Ânntet Sie im Hof besuchen oder in der Taverne. Ganz wie Ihr m├Âgt. Die beiden stehen fr├╝h auf, daran wird es nicht scheitern. Ich werde ein Treffen vereinbaren und Sie k├Ânnen sich dann in Ruhe unterhalten. Ich werde meinen Onkel bitten Wolfram nachzuholen. Vielleicht k├Ânnen Sie dann gemeinsam zur Hochzeit erscheinen. Dass ist ja immer sch├Âner, als wenn man allein wo aufschl├Ągt┬ź, antwortete Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das klingt sehr gut und freut mich f├╝r Sie Marquis, ich dr├╝cke Ihnen die Daumen, dass Sie mit mehr nach Hause gehen als mit einem vollen Magen nach der Hochzeit. Ich hoffe unser Vater ist bis dahin auch wieder im Land. Ich mache mir Sorgen um ihn┬ź, sagte Greg leise.

Alexandre
┬╗Danke, das ist sehr freundlich, Linhard┬ź, erwiderte Alexandre. ┬╗Ciel wird mich dar├╝ber informieren, er wei├č, wo ich wohne.┬ź Er wandte sich an Gregoire. ┬╗Euer Vater wird wohlbehalten heimkehren. Das kann ich mit Fug und Recht versprechen.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Das wird er.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das muss er. Jemand sollte ihm mitteilen dass wir heiraten. Irgendein Himmelsauge┬ź, schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Remy?┬ź, grinste Ciel schadenfroh.

Ferrau
Ferrau kam zur├╝ck von Benito und setzte sich neben seinen Herrn. Dabei zog er ein trauriges Gesicht.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Remy die Plaudertasche der Schl├╝pfrige. Ja warum nicht? Dann hat Vater etwas Unterhaltung und ist schnell wieder Zuhause┬ź, lachte Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau!┬ź, rief Ciel best├╝rzt. ┬╗M├╝ssen wir vor die T├╝r gehen oder kannst du mir sagen, wie es dir geht?┬ź

Ferrau
┬╗Es geht mir gut Herr... gut┬ź, antwortete der Leibdiener und l├Ąchelte tapfer.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und warum ziehst du so ein Gesicht? Was ist los mit dir? Sollen wir unter vier Augen reden gehen?┬ź

Linhard
┬╗Gut sieht aber anders aus┬ź, fl├╝sterte Linhard und rutschte n├Ąher zu Greg auf.

Ferrau
┬╗Benito hasst mich. Er redet immer so seltsam und guckt mich dabei komisch an. Und selbst wenn ich gesund bin f├╝hle ich mich danach hundeeldend. Ich bin gesund┬ź, st├Âhnte Ferrau.

Linhard
┬╗Hier iss einen Keks┬ź, grinste Linhard und reichte Ferrau den Teller.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie geht es deiner Rippe?┬ź, bohrte Ciel unerbittlich nach.

Ferrau
Ferrau nahm mit dankbarem Nicken den Keks. ┬╗Sie ist gut verheilt Herr. Aber Benito hat mich angesehen, als w├Ąre die Rippe gut und der Rest m├╝rbe. Ich bin doch gesund, was will der Mann immer von mir?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vielleicht ... ich werde sicherheitshalber noch einmal selbst mit ihm sprechen. Das ist mir nicht geheuer.┬ź

Ferrau
┬╗Mir ist er auch nie geheuer, aber Herr ich bin gesund, auch wenn er dabei so seltsam schaute┬ź.

Linhard
┬╗Dann ist er auch gesund, sein Bruder Dantoine hat bei uns immer Witze gerissen, w├Ąhrend er einen behandelt hat. Ob man darauf Lust hatte, oder ob man daf├╝r einen Kopf hatte, hat ihn nicht interessiert. Heiler-Humor oder so┬ź, warf Linhard ein und a├č einen Keks

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Trotz allem ist er ein hervorragender Heiler! Warum f├╝rchtest du ihn so, Ferrau? Nur, weil er manchmal ein wenig bedr├╝ckt schaut?┬ź

Ferrau
┬╗Bedr├╝ckt? Er schaut als wollte er einen Notschlachten! Heiler sind mir unheimlich, ich war da Herr fragt ihn ruhig┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, ich glaube dir. Deine Familie hat viele Heiler hervorgebracht, wurde mir gesagt. Warum hast du dich also so zimperlich?┬ź

Ferrau
┬╗Meine Familie arbeitet doch in der K├╝che Herr!┬ź, st├Âhnte Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte zu Greg her├╝ber. ┬╗Hattest du nicht gesagt, er h├Ątte Heiler in der Familie?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dachte ich, so wurde es doch gesagt! Auspeitschen sollte man ihn lassen den verlogenen Hund!┬ź

Linhard
*Linhard schaute weg und biss sich in seinen Jacken├Ąrmel um nicht lauthals loszuprusten vor Lachen. Die beiden Br├╝der waren schon eine Show f├╝r sich, knorcke und adelig schr├Ąg wie es nur Hochadlige sein konnten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam gro├če Augen. ┬╗Erst willst du meinen Freund auf den Block schicken und nun meinen Leibdiener an den Pranger zum Auspeitschen! Ferrau, wo arbeitet deine Familie nun - und woher kommen diese Ger├╝chte?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
*schaute total verdutzt* Das wollte ich doch gar nicht, der Marquis sollte nur eine pers├Ânliche Einladung bekommen.

Ferrau
*musterte Greg ├Ąngstlich* ┬╗Meine Eltern arbeiten in der K├╝che, ich habe Euch immer die Wahrheit gesagt, ich wei├č nicht woher die Ger├╝chte stammen, ich habe sowas nicht erz├Ąhlt┬ź, flehte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Greg, wer hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt? Ferrau war es nicht!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich ├╝berlege, irgendwo habe ich es aufgeschnappt. K├Ânnte auch sein, dass ich da was verwechselt habe... ich bin mir nicht so sicher Ciel. Es f├Ąllt mir bestimmt wieder ein┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel st├Âhnte gequ├Ąlt und suchte nach einem sch├Ân fettigen Keks. ┬╗Wir sind alle ├╝berlastet. Wir ben├Âtigen Ruhe f├╝r heute. Ich m├Âchte mich langsam verabschieden. Danke f├╝r euren Rat und eure Hilfe, ihr beiden. Ferrau, du kommst mit mir in unsere Gem├Ącher. Und du auch, Alex. Du wirst dich heute nicht vergraben und der Unterricht kann heute auch mal ein Selbststudium sein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Damit hast Du wohl Recht, verzeih Ferrau ich dachte Du wolltest mich bel├╝gen oder in Misskredit bringen. Es war trotz aller Anstrengung sch├Ân mit Euch zu plaudern. Danke f├╝rs Kommen Ciel und Danke f├╝r die Zusage Marqius. Ich w├╝nsche Euch noch einen angenehmen Tag, hoffentlichen sehen wir uns bald wieder┬ź, freute sich Greg und legte einen Arm um Linhard.

Linhard
┬╗Fand ich ebenso. Wir sehen uns Schwager in Spee und f├╝r Sie Marquis k├╝mmere ich mich um den besagten Besuch. Ebenso einen sch├Ânen Tag noch┬ź, f├╝gte Linhard an.

Alexandre
Alexandre verneigte sich. ┬╗Die Freude war ganz meinerseits, zumindest nachdem wir aufgeh├Ârt haben, uns gegenseitig unsch├Âne Dinge an den Kopf zu werfen. Ich freue mich auf den Besuch und danke f├╝r Eure M├╝he bei der Vermittlung zwischen Prince Ciel und mir.┬ź Damit verlie├čen Ciel und Alexandre den Raum.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg zog Linhard an sich, legte seinen Kopf auf seiner Schulter ab und grinste ihn an. ┬╗Ich wei├č es wieder - Du warst das. Du hast gesagt, Benitos Bruder ist Heiler. Er hat Heiler in der Familie und ich habe den mit Ferrau verwechselt. Sch├Ân peinlich┬ź, lachte Greg leise.

Linhard
┬╗Du bist eine Marke echt┬ź, lachte Linhard.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Aussprache

#9

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 11. Apr 2018, 22:53

Aussprache

Alexandre sa├č wider Willen gewaschen, gek├Ąmmt und frisch rasiert auf Ciels Sofa. Sein Haar war noch feucht und ordentlich nach vorn gek├Ąmmt. So nass wirkte es nicht blond, sondern dunkel. Alexandre hatte sich bis zum Kinn in eine bunt gemusterte Tagesdecke eingewickelt. Darunter trug er einen Schlafanzug, weil Ciel ihm seine verlotterte Kleidung weggenommen hatte, w├Ąhrend er arglos gebadet hatte.
┬╗Was ist eigentlich mit dem anderen Satz Kleidung?┬ź, erkundigte sich Alexandre, w├Ąhrend Ferrau ihm einen Tee hinstellte.
┬╗Noch im Trockenraum, Herr┬ź, antwortete der Diener. ┬╗Einige von den Stoffen sind sehr dick und sind daher noch etwas klamm. Das Trocknen wird noch bis morgen dauern.┬ź
┬╗Mit den Roben, die mir heute entwendet wurden, bin ich nun abgesehen von Unterw├Ąsche und Socken vollst├Ąndig kleiderlos.┬ź Bei diesem Tadel wandte Alexandre den Blick von dem Diener ab und lie├č ihn zu Ciel hin├╝berschweifen, wo er h├Ąngen blieb.
Der Prince war nicht gezwungen, sich gegen├╝ber dem Marquis zu rechtfertigen, aber er tat es trotzdem.
┬╗Das ist wohl deiner Angewohnheit geschuldet, zehn Roben und M├Ąntel ├╝bereinander zu tragen. W├╝rde ich das tun, w├Ąre mein Kleiderschrank auch nach zwei mal Sachenwechsel leer. Warum tust du das ├╝berhaupt, Alex? Die Leute sagen, du siehst aus wie eine Lumpenpuppe.┬ź
┬╗Nicht die Leute sagen das, sondern Linhard von Hohenfelde brachte dies zum Ausdruck. Seine Ansicht ist vollkommen unerheblich. Der Aufwand, der bei Hofe und generell beim Adel um die korrekte Kleiderwahl betrieben wird, ist eine Vergeudung zeitlicher, finanzieller und geistiger Kapazit├Ąten ohnegleichen. Am besten w├Ąre es, wenn jeder Mensch ungeachtet seines Standes an jedem Tage das Selbe tragen w├╝rde. Man m├╝sste sich keine Gedanken mehr machen, was heute wohl angemessen w├Ąre und was die anderen wohl denken m├Âgen und k├Ânnte sofort an die Arbeit gehen. So handhabe ich es.┬ź
┬╗Das erkl├Ąrt aber immer noch nicht, warum du so derma├čen viele Roben ├╝bereinander tr├Ągst! Frierst du? Meistens wirkst du eher, als w├╝rdest du darunter schwitzen.┬ź
┬╗Es wirkt nicht nur so, sondern ist eine Tatsache und die st├Ąndigen Anspielungen auf meinen K├Ârpergeruch fallen mir auf die Nerven. Als ob Souvagne keine anderen Probleme h├Ątte! Wieso machst du dir dar├╝ber ├╝berhaupt Gedanken? Es spielt keine Rolle, was ich an Kleidung trage, ob ich das letzte Mal vor ein paar Stunden oder ein paar Monaten rasiert wurde oder ob ich nach Mensch oder nach Parfum rieche. Nichts davon ist in irgendeiner Weise von Belang! In den Minuten, die wir momentan schon ├╝ber meine Kleiderwahl und meinen Geruch sprechen, h├Ątten wir auch den Umzug des Bluttempels nach Neu-Souvagne bereden k├Ânnen oder den Ablauf deiner Hochzeit.┬ź
Ciel nickte.
┬╗Gut. Reden wir ├╝ber meine Hochzeit. Ferrau, du kannst ruhig gehen. Nimm dir eine Stunde frei.┬ź
Der Diener bedankte sich und verlie├č den Raum.
Ciel kam zu Alexandre und setzte sich auf das andere Ende des Sofas. Im Gegensatz zu dem Erzhexer war er noch in seiner Alltagskleidung. Alexandre zog die Decke noch weiter nach oben. Sein Tee stand unangetastet auf dem Tisch. Eine Weile schwiegen sie, dann ergriff Ciel das Wort.
┬╗Ich kann die Gr├╝nde erahnen, warum du so entt├Ąuscht bist und teilweise hast du sie im Bluttempel ja schon benannt. Ahnen ist aber nicht wissen. Ich m├Âchte gern von dir Wort f├╝r Wort h├Âren, weshalb dich meine Verlobung so verstimmt.┬ź
Alexandre sah ihn noch immer nicht an.
┬╗Wenn du es noch einmal in aller Ausf├╝hrlichkeit wissen willst, bitte. Mich w├╝rde es ja langweilen, zwei Mal das Selbe zu h├Âren. Aber sch├Ân. Lass mich etwas weiter ausholen. Wie dir bekannt ist, habe ich dich ein Jahrzehnt lang als meinen bevorzugt behandelten Sch├╝ler ausgebildet. Warum du bevorzugt wurdest, liegt auf der Hand - du bist der Prince. Zwar legtest du stets Wert darauf, ein Sch├╝ler unter Sch├╝lern zu sein, sobald du den Bluttempel betrittst, doch au├čerhalb bist du, was du bist. Daran l├Ąsst sich nicht r├╝tteln. Du bist der Sohn unseres Herrschers und seiner Lieblingsfrau, der einzige Spross der Familie, der zur Magie f├Ąhig ist. Das kann man nicht v├Âllig au├čer Acht lassen. Ganz nebenbei haben wir beide uns im Laufe der Zeit auch angefreundet. Ich habe mir endlos viele Stunden ├╝ber deine Ausbildung den Kopf zerbrochen, mein Konzept individuell f├╝r dich ma├čgeschneidert. Mir sehr viel Zeit genommen, um mit dir ├╝ber die physischen, emotionalen und kognitiven Voraussetzungen zu sprechen. Besonders daf├╝r.┬ź
┬╗Mit dir zu philosophieren machte mir Spa├č┬ź, warf Ciel ein. ┬╗Und w├╝rde es immer noch machen, wenn du nicht so oft schmollen w├╝rdest.┬ź
┬╗Dass du daran Freude hast, habe ich gemerkt und philosophische Diskurse sind auch nicht die schlechteste M├Âglichkeit, um alles, was man wei├č, in seiner G├Ąnze zu begreifen und zu verinnerlichen. Dar├╝ber hinaus hast du mich auch oft genug zu allt├Ąglichen Problemen befragt. Du warst gerade aus dem Krieg zur├╝ckgekehrt und sehr verwirrt. Ich stand dir immer mit Rat und Tat zur Seite. Auf der Schwelle zum Mannesalter warst du wie ein treibendes Blatt im Wind.┬ź
┬╗Ja, ich war damals dankbar, dass wir uns kennenlernten. Deine Lehren wurden mein Halt. Ich wei├č nicht, wer ich heute w├Ąre ohne dich. Zweifelsohne ein anderer Mensch. Aber wohl kein Besserer. Ich hab dich damals sehr bewundert. Trotz allem, was man dir angetan hat und was du noch heute durchmachs, gehst du unbeirrt deinen Weg. So was kann eigentlich niemand ertragen und du ertr├Ągst es dennoch irgendwie.┬ź
┬╗Was, entmannt worden zu sein? Traust du dich nicht, es beim Namen zu nennen? Doch, das kann man ertragen, wie du siehst. Und ich bin ja auch nicht der Einzige, dem das widerfuhr. Man denke an die Tempels├Ąnger, die bereits im Kindesalter um ihre M├Ąnnlichkeit betrogen wurden, damit ihre Stimmen den G├Âttern zur Ehre gereichen. Gefragt wurden sie nie. Warum auch, es ging nicht um die G├Âtter, sondern um Geld. Die Eltern werden teuer bezahlt, wenn sie solche Jungs in den Tempel geben. Es geht doch am Ende immer nur um weltliche Dinge, oft unter dem Deckmantel der Religion versteckt, was f├╝r die Zeitlosen ein Hohn ohnegleichen sein muss. Ainuwar muss sich f├╝r seine Sch├Âpfung sch├Ąmen. Du hast keine Vorstellung, wie sehr mich diese ganze Weltlichkeit abst├Â├čt. Es ist der Geist, der uns zu Menschen macht, nicht der K├Ârper. Es ist der Wille, der uns die Macht gibt, k├Ârperliche Versehrtheit zu ├╝berstehen und solch grandiose Zauber zu wirken - und sogar den Tod zu ├╝berwinden. Die G├Âtter gaben uns einen K├Ârper, damit der Geist ein Werkzeug hat. Nicht, damit wir ihn f├╝r Vergn├╝gungen missbrauchen. Das ist, was ich versuche, meinen Sch├╝lern beizubringen. Abstand zu nehmen von der Physis. Dich hielt ich f├╝r den talentiertesten meiner Sch├╝ler. Denjenigen, der im tiefsten Herzen wirklich verstand, worauf es ankommt. Ciel, du hattest mein Nachfolger werden sollen! Du hast immer davon gesprochen, dich von der Welt zur├╝ckzuziehen, zu mir in den Tempel, und dich ganz der Bluthexerei hinzugeben. Ich wartete auf den Tag, da es endlich so weit sein w├╝rde. Da ich dich bei mir begr├╝├čen d├╝rfte. Jahr um Jahr. Er kam nie. Die Kammer, die ich eigens f├╝r dich vorbereiten lie├č, sie steht noch heute leer.┬ź
┬╗Und stattdessen pr├Ąsentierte ich dir meine Verlobung.┬ź
┬╗Richtig┬ź, antwortete Alexandre. ┬╗Ich verstehe die Botschaft. Du hast dich von mir als deinem Lehrer verabschiedet, auch wenn du es so nicht ausgesprochen hast. Dein Weg wird nicht in den Tempel des Blutes f├╝hren, sondern hinaus, zur├╝ck in die Physis. An die Seite von Frau und Kind. Dein kluger Kopf wird k├╝nftig gef├╝llt sein mit ganz anderen Dingen als meinen Lehren.┬ź
Ciel betrachtete seinen Freund. Alexandre sah verbittert aus, wie er da bis zum Hals eingewickelt da sa├č wie eine ├╝berdimensionale Fledermaus, die ihre Fl├╝gel um sich geschlungen hatte. ┬╗Alex, ich m├Âchte dir etwas verraten. Ich m├Âchte auch nach der Hochzeit keusch leben. Ferrau wird sich in Liebesdingen um meine Frau k├╝mmern. Er wird gut zu ihr sein. Und er wird den Stammhalter mit meinem Samen zeugen.┬ź
Alexandre drehte den Kopf ein St├╝ck in seine Richtung. Sein Gesicht spiegelte h├Âchstes Erstaunen.
┬╗Und ich m├Âchte dich bitten┬ź, fuhr Ciel fort, ┬╗mich f├╝r die Hexerpr├╝fung einzutragen und mir bei der Vorbereitung zu helfen. Es wird Zeit, dass ich den dritten Grad erreiche. Ich habe nicht vor, meine Ausbildung hinzuschmei├čen. Ich habe vor, sie mit neuer Energie voranzubringen. Ich habe eine Pause gebraucht, da Vater die Verteidigung des Landes in meine H├Ąnde gelegt hatte. Die Sicherheit Souvagnes lag in meiner Verantwortung. Es blieb einfach keine Zeit f├╝r das Studium der Magie. Doch weder dich noch deine Lehren habe ich je vergessen. Wie k├Ânnte ich das?┬ź
┬╗Das ist ... bemerkenswert┬ź, sprach Alexandre langsam und betrachtete Ciels Gesicht millimeterweise. Dann nickte er. ┬╗Gut. Ich werde einen Termin f├╝r dich festmachen und einen genauen Zeitplan f├╝r die Vorbereitungen mit dir ausarbeiten.┬ź Seine Hand schob sich zwischen den Decken hervor und f├╝hrte die Teetasse an die Lippen.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#10

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 19. Apr 2018, 00:50

Eine Frage der Wiederbelebung -- Chat-RPG - 18.04.2018


Ciel Felicien de Souvagne
Die beiden ├Ąltesten S├Âhne von Maximilien, Dreaux und Ciel, sa├čen gem├╝tlich beisammen und unterhielten sich ├╝ber die bevorstehende Hochzeit. Nach einer Weile k├╝ndigt ein Diener den Besuch von ihrem j├╝ngeren Bruder Gregoire an. Kurz darauf sitzen sie alle drei beisammen in der Amtsstube.

Dreux:
"Schau mal wer sich zu uns verirrt hat", grinste Dreux Ciel gut gelaunt an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Der Kleine", erg├Ąnzte Ciel nicht minder gut gestimmt.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Hallo Ihr beiden. Und schon aufgeregt Ciel?", fragte Greg gut gelaunt und setzte sich dazu. "Wie stets mit Dir und Olivie? Alles gut?", hakte Greg kichernd nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Zwischen uns ist alles bestens. Aber irgendwer hatte ihr empfohlen, gleich bei mir einzuziehen." Ciel kratzte mit einem Finger ├╝ber die Armlehne seines Stuhls.

Dreux:
"Sowas aber auch, ein gewagter Vorschlag oder Greg?", schmunzelte Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Na kommt, sind wir ehrlich der Gute Ciel ist manchmal etwas langsam. Da dachte ich, ich helfe ihm ein klein wenig in den Sattel und informiere Olivie was sich Ciel so insgeheim w├╝nscht. War doch nicht schlecht oder?", grinste Greg breit.

Ciel Felicien de Souvagne
"In den Sattel helfen? Gut, dass du das Stichwort nennst." Er drehte sich zu Dreaux. "Wie hast du dir die Art der Bezeugung des Hochzeitsaktes vorgestellt?"

Dreux:
"Auf dem ├╝blichen Wege. Ein Heiler geleitet Euch in Euer Schlafzimmer und am Morgen verk├╝ndet er den Vollzug. Ich hatte nichts anderes geplant, bleib ganz ruhig und entspannt", grinste Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ja darauf freut sich Lin auch schon. Vorher Fleischbeschau und danach auch", murrte Greg leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Niemand, der dabei hockt und zuschaut?"

Dreux:
"Nein. Mit jemanden unter einer Decke stecken kommt zwar daher, aber etwas Privatsph├Ąre geh├Ârt doch wohl dazu. Die Vorabuntersuchung ist nicht dazu gedacht um wen blo├čzustellen, sondern um die Gesundheit zu sichern und die Geb├Ąrf├Ąhigkeit. Ihr sollt gesund bleiben und Eure Partner sollen es sein. Ihr werdet von dem Heiler in Euer Zimmer gef├╝hrt. Dann viel Vergn├╝gen und am Morgen darauf sagst Du Ciel oder Du Greg dem Heiler bescheid, er schaut nach und meldet dass die Ehe vollzogen wurde. Zwar sagt die alte Tradition, dass jemand dabei sein sollte, aber wer kann denn wenn einer zuschaut? Also ich k├Ânnte da gar nichts. Drum macht Euch da keine Gedanken, allerdings ist die Untersuchung Pflicht. Was im Grunde auch m├╝├čig ist - wenn es nicht um die Geb├Ąrf├Ąhigkeit geht. Denn wenn Ihr beiden Euch vorher rumtreibt, k├Ânnt Ihr Euch auch woanders eine Seuche zuziehen als ausgerechnet von der oder dem Zuk├╝nftigen", erkl├Ąrte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich treibe mich nirgends rum", erkl├Ąrte Ciel. "Olivie hoffentlich auch nicht. Wir hatten eigentlich Entsprechendes vereinbart. Sch├Ân, dass niemand mit im Zimmer hockt, das w├Ąre wirklich unangenehm. F├╝r Olivie w├╝rde ich mir eine Heilerin w├╝nschen anstelle eines Heilers. Ich denke, das kommt ihr mehr entgegen."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich habe mich auch nie herumgetrieben, aber ich Bekanntschaften. Ihr versteht was ich meine. Das w├╝rde mir auch besser gefallen, wieso sollte ein Mann an ihr herumfummeln? Mal eine andere Frage, k├Ânnte der Heiler nicht nachschauen, wenn der Partner danach noch schl├Ąft? Gut wenn man befummelt wird, wird man wach, aber ich meine ein Blick m├╝sste doch wohl ausreichend sein. Wenn niemand au├čer Ciel und Oli im Raum ist oder LIn und ich, wer sollte es getan haben?", warf Greg ein.


Dreux:
"Das war allgemein gesprochen, ich ging nicht davon aus das Ihr rumhurt oder der gleichen. Die Untersuchung findet statt Greg, davor und danach. Danach reicht vielleicht ein Blick, aber das entscheidet der Heiler. Aber f├╝r Olivie halte ich auch eine Heilerin f├╝r angemessen. Ich werde es veranlassen", stimmte Dreux gut gelaunt zu.

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke", sagte Ciel sichtlich erleichtert. Der Gedanke, dass Benito oder ein anderer Mann ohne triftige Not an den intimsten Stellen seiner Braut herumfingerte, behagte ihm ├╝berhaupt nicht. Eine Heilerin dies tun zu lassen, war immerhin ertr├Ąglich, auch wenn er die Untersuchung nach wie vor dem├╝tigend fand. Doch darum ging es nicht, wie Dreaux richtig gesagt hatte und es musste sein.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wir haben seid gestern Besuch und zwar von Linhards Paps. Er wurde von einem Nekromanten seiner Familie beschworen und er ist ein sehr netter ├Ąlterer Herr. Er hat sich die Zeit bei mir in meiner Bibliothek vers├╝├čt und Linhard hat sich gewaltig dar├╝ber gefreut. Gibt es keinen Weg ihn zur├╝ck ins Leben zu holen? Das was Linhard sagte entsprich doch den Tatsachen oder nicht? Im Gegenzug k├Ânnte er daf├╝r bei uns an der Akademie arbeiten, er verf├╝gt ├╝ber enormes magisches Wissen und ich denke, sollten wir Brandur helfen, w├╝rde sicher auch der eine oder andere Magier ebenfalls in der Akademie arbeiten. Also was sagt Ihr dazu? Besteht die Chance?"

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Freude verflog. Er lehnte sich in seinem Stuhl zur├╝ck und blickte nach oben. "Ich hatte mich dazu doch schon ge├Ąu├čert, Gregoire. Warum h├Ąltst du so hartn├Ąckig daran fest? Was sollte am Leben dieses Mannes so viel wichtiger sein als das von tausenden anderen, die jedes Jahr allein in Souvagne von uns gehen?"

Gregoire Verrill de Souvagne
"Weil ich gesehen habe, weshalb er starb und wer daf├╝r verantwortlich war. Und diese Person, war wiederrum nur ein Opfer ihres Vaters. Lin sagte es zwar, aber da begriff ich die volle Tragweite, man w├╝rde ihm sein Leben schenken. Er hat nie gelebt bevor er starb. Jedenfalls laut Lin nur 6 Monate, so wie er selbst. Vielleicht etwas l├Ąnger, denn ab und an wird es auch einen lichten Moment in all dem Grauen gegeben haben. Aber wir k├Ânnen froh sein, so eine Form von Grauen nicht zu kennen. Zudem ist er keines nat├╝rlichen Todes gestorben. Diesen m├╝sste man akzeptieren. Aber m├╝ssen wir jeden Mord hinnehmen? Gut unser Land ist sicher, sehr sicher. Und M├Ârder werden hingerichtet, so geh├Ârt es sich. Keine Wiederholungst├Ąter. Aber die Opfer, wenn sie schon geschehen, sollten wir diese dann nicht zur├╝ck holen? Oder es versuchen? Dar├╝ber sollten wir zumindest einmal nachdenken. Und ich w├╝nsche es mir f├╝r meinen Mann, dass er seinen Vater zur├╝ckbekommt. Wobei es nicht nur sein Vater w├Ąre, sonder sein Vater und dessen drei Br├╝der. Vorrangig w├Ąre aber Brandur. Ihr k├Ânntet doch selbst einmal mit ihm sprechen, er ist hier und wird auch als Geist auf der Hochzeit anwesend sein. Die Nekromantie verbietet es erst am 07.05. vollumf├Ąnglich".

Dreux:
Dreux musterte Ciel. "Was sagst Du zu dieser Sache?", hakte er nach. Er selbst hatte Alex pers├Ânlich kennengelernt und wusste um die Macht der Blutnekromantie. Zwar hatte er noch nie so eine Zeremonie gesehen, aber das diese Form der Magie nicht umsonst ihren Namen trug, war eindeutig. Es hatte einen gewaltigen Preis jemanden zur├╝ck ins Leben zu holen. Schlimmstenfalls musste dann eine andere Person f├╝r den Versuch sterben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es sind die selben W├╝nsche wie immer - reine Eigensucht. Der pers├Ânliche Wunsch, einen schmerzlichen Verlust auszugleichen. Das ist nicht das, wof├╝r die Bluthexerei entwickelt wurde. Wof├╝r sie bluten. Die Bluthexer unterstehen der Krone. All ihr handeln richtet sich danach, was gut f├╝r den Duc und dessen unmittelbare Familie ist, denn sie sind Souvagne. Brandur, und sei er ein noch so guter Mensch gewesen, ist nicht Souvagne." Er betrachtete Gregoire und kaute auf der Innenseite seiner Unterlippe. Dann blickte er wieder zu Dreaux. "Mehr kann ich ihm unter den gegeneben Umst├Ąnden nicht erkl├Ąren. Um es so zu veranschaulichen, dass er begreift, br├Ąuchte ich deine Erlaubnis. Und du br├Ąuchtest Gregoires Schwur, zu schweigen. Er m├╝sste auf etwas schw├Âren, das ihm mehr als heilig ist, damit der Schwur nie gebrochen wird. Auf das Leben seiner ungeborenen Kinder."

Dreux:
Dreux nickte zustimmend. "Wenn Du es wissen m├Âchtest Greg, dann schw├Âre so wie es Ciel verlangt. Er hat Recht, ebenso wie die Himmelsaugen der Krone unterstehen, so unterstehen die Blutnekromanten ebenfalls direkt uns", pflichtete Dreux seinem Bruder bei.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich verstehe was Ihr mir damit sagen wollt. Dennoch habe ich dann eine Verst├Ąndnisfrage. Er ist der Vater meines Mannes. Nach der Eheschlie├čung ist er mein Schwiegervater. Nat├╝rlich ist er dadurch kein de Souvagne und Linhard ist ein angeheirateter de Souvagne - aber dennoch geh├Ârt er doch zur Familie oder nicht? F├╝r die Erl├Ąuterung eines Neins schw├Âre ich auf gar nichts ├╝bertreibt es beide mal nicht".

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann wirst du von mir nichts erfahren", sagte Ciel. "Der Einzige, der das Anrecht darauf hat, zu wissen, was ich wei├č, ist der Duc uns sonst niemand. Dass ich dich nicht ausschlie├čen m├Âchte von dem Wissen, obwohl es gute Gr├╝nde hat, dass dies unter Verschluss gehalten wird, ist nur ein Vorschlag von mir, den ich z├Ąhneknirschend unterbreite, da ich dich nicht ausgegrenzt wissen m├Âchte. Letztlich sind wir drei Br├╝der und sollten zusammenhalten. Aber ich komme auch sehr gut damit klar, wenn du unwissend bleibst. Es reicht, wenn ich mit dem Duc sprechen kann. Brandur ist f├╝r Souvagne nicht von Belang, auch nicht, wenn er dein Schwiegervater ist. Er hat keinen Einfluss auf die Geschicke dieses Landes."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Damit hast Du Recht und Unrecht zu gleich Ciel. Denn solange es meinem Mann gut geht und er dadurch seiner Aufgabe als Marquis gut nachkommt, dient dies sehr wohl unserem Land. Aber er wird seiner Aufgabe selbstverst├Ąndlich auch so gerecht. Das Entscheidungen treffen kann, die getroffen werden m├╝ssen habe ich gesehen und dass er sich nach besten Wissen und Gewissen bem├╝hen wird, daran zweifele ich keine Sekunde. Ansonsten h├Ątte er weder die M├╝he noch den finanziellen Aufwand betrieben. Aber das ist nicht entscheidungsrelevant nehme ich an. Wie gesagt, wenn es bei dem Nein bleibt kann ich daran nichts ├Ąndern und werde es akzeptieren. Aber f├╝r die Erl├Ąuterung des Neins werde ich nicht auf das Leben meiner Kinder schw├Âren. Denn das Nein bleibt bestehen, ├Ąndert nichts an den Tatsachen - ich w├╝sste eben nur weshalb. Aber das wei├č ich auch so".

Dreux
Dreux tippte Ciel an. "Sollen wir einmal kurz R├╝cksprache halten?", bat er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Ja, das k├Ânnen wir gern."

Dreux:
Dreux deutete Gregoire an, drau├čen zu warten. Greg musterte einen Moment die beiden, nickte knapp und begab sich dann nach drau├čen. Er wartete aber nicht vor der T├╝r, sondern ging ein St├╝ck weiter den Flur runter, so dass er vor dem Fenster eine Rauchstange rauchen konnte.
"Was genau bef├╝rchtest Du?", fragte Dreux seinen Bruder Ciel offen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nun, genau das, was schon eingetroffen ist! Das ein jeder meint, das Leben irgendeines entfernten Verwandten oder eines Freudes sei es wert, dass ein Bluthexer daf├╝r sein Leben riskiert! Du kennst Alexandres erbarmungsw├╝rdigen Zustand. Er ist noch immer dabei, sich von den Strapazen seiner letzte Wiedererweckung zu erholen. Die Bluthexerei ist nicht k├Ąuflich, sie ist nicht egoistisch und die Bluthexer sind nicht die magischen Huren von Leuten, die nicht akzeptieren k├Ânnen, dass der Tod zum Leben dazu geh├Ârt und sei er manchmal noch so grausam und sinnlos erscheinend."

Dreux:
"Das verstehe ich. Wie Vater immer sagt, alles hat seinen Grund. Allerdings gibt es auch einen Grund weshalb die Blutnekromantie existiert. Allerdings kann man nicht erwarten, dass ein lebender Mann sein vorhandenes Leben f├╝r einen Toten riskiert. Dass Greg seinem Verlobten helfen m├Âchte, verstehe ich. Und das Brandur als Nekromant ganz sicher eine Bereicherung w├Ąre ebenso. Aber das w├Ąre jeder andere ihrer Magier auch. Wieso m├Âchten diese es nicht an der Akademie versuchen? Vielleicht solltest Du bis zu einem endg├╝ltigen Nein abwarten und vorher mit Alex reden. Ich denke nicht, dass Greg ihn oder Dich wie eine Hure ausnutzen m├Âchte. Allerdings m├Âchte ich auch nicht, dass Greg derma├čen vehement rein nur noch auf Linhard reagiert. Linhard wird ein Teil unserer Familie und dar├╝ber kann er sehr stolz und froh sein. Vor allem in Anbetracht dessen, wie grausam seine Familie wohl einst war. Jene die hier sind, sind es aus guten Grund. Das ist uns auch klar. Keiner zahlt zig Millionen f├╝r eine Laune. Es ist ihnen ernst, allen die hier sind ist der Neuanfang ernst und das sie hier leben und sich mit dem Land verwurzeln wollen. Sonst h├Ątten sie ihr Geld in die Azursee kippen k├Ânnen. Wir m├╝ssen auch schauen ob sich Greg verrennt. Sprich kommt das von ihm aus, da er Lin unbedingt beweisen will was er als Ehemann drauf hat, oder l├Ąsst er sich manipulieren oder wird er ├╝berhaupt manipuliert? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem. Lin fragt, Greg knickt ein da er schlie├člich mehr von ihm m├Âchte. Wir wissen es nicht, aber nur um Lin zu beeindrucken, werde ich nicht Alex Leben gef├Ąhrden. Auch das muss klar sein".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Dreaux sehr ernst an. "Mein lieber Bruder. Nicht ich f├Ąlle die Entscheidung dar├╝ber, wer wann von uns wiederbelebt wird. Du bist derjenige, der den Schl├╝ssel zur Wiedererweckung in den H├Ąnden h├Ąlt und der entscheidet, wer leben soll und wer tot bleibt. Bedenke aber - f├╝r ein unbedacht ausgesprochenes Ja, kann es sein, dass ein f├Ąhiger Bluthexer stirbt, der dir dann nicht mehr zur Verf├╝gung steht. Zumindest aber ist er f├╝r wenigstens ein Jahr magisch au├čer Gefecht. Wir sind nur sehr wenige und noch weniger von uns beherrschen die h├Âchste Kunst. Darum w├Ąhle weise und so, dass du die Wahl nicht noch bereust. Ich kann dich nur beraten und meinen Unmut ├Ąu├čern. Doch wenn du eine Wiedererweckung befielst, dann wird sie stattfinden. Was mich stutzig macht, ist, warum Gregoire nicht schw├Âren will. Hei├čt das im Umkehrschluss, er w├╝rde alles weitertragen? An eine Familie von ... von ..." Ciel verkniff sich das Schimpfwort.


Dreux:
"Stimmt, so verr├╝ckt das klingt ich vergesse manchmal dass ich die oberste Macht im Staate bin. Wenn Alex Brandur wiedererweckt, aber Dir, mir, Vater oder Greg etwas zust├Â├čt, dann w├Ąre er ein Jahr lang nicht in der Lage uns zu retten, ist das richtig? Ciel ein guter Berater ber├Ąt, damit ich als Duc eine Entscheidung treffen kann. Ich muss nicht alles wissen, auch Vater wei├č sicher nicht alles, er wei├č wen er fragen kann und ich frage Dich. Du bist hier der Fachmann. Ist das so korrekt ausgedr├╝ckt? Nicht nur das Alex selbst sterben k├Ânnte, w├╝rde er es ├╝berleben und die Wiederbelebung gelingen, dann w├Ąren wir folglich ein Jahr ohne Schutz vor Verlust?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist korrekt. Nach Ablauf des Jahres w├Ąre eine erneute Wiedererweckung m├Âglich. Ich selbst habe bereits meine Pr├╝fung f├╝r den n├Ąchsten Rang beantragt. Ich bin momentan noch Adept, ein Sch├╝ler. Rang zwei. Ich h├Ątte es nicht so lange schleifen lassen d├╝rfen. Ich bereue es zutiefst. Der Tag m├╝sste 48 Stunden haben!"


Dreux:
"Warum er nicht schw├Âren m├Âchte, m├Âchte ich auch gerne wissen. Angst? Eigentlich sollte er vor uns keine Angst haben, wir drei sind ein Trio. So war es immer und so soll es auch bleiben. Es gibt Dinge die k├Ânnen wir nicht an Au├čenstehende weitertragen und auch nicht an die Frau oder den Ehemann. Sobald Du diesen Rang inne hast, k├Ânntest Du mich oder wen anderes wiederbeleben Ciel?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich bin dann kein Sch├╝ler mehr, sondern Hexer. Aber ich habe keinen Meistergrad inne. Ich w├Ąre in der Lage, die Seele eines Sterbenden gewaltsam in dessen K├Ârper zu halten, beispielsweise, wenn du durch einen Unfall oder einen Anschlag t├Âdlich verwundet w├Ąrst. In dieser Zeit k├Ânnten die Umstehenden einen Heilmagier organisieren, der zu dir kommt und deine t├Âdlichen Wunden heilt, so dass dur nicht stirbst. Aber ich kann den Tod selbst nicht kurieren. Dazu ben├Âtige ich den Meisterrang. Diesen strebe ich schnellstm├Âglich an, doch wird es dauern. Nun bin ich auch noch verlobt ..." Er rieb sich gestresst das Gesicht.

Dreux:
"Ganz ruhig, es war nur eine Frage um es zu verstehen. Was r├Ątst Du mir? Alex anzuh├Âren oder es abzulehnen? Einerseits m├Âchte ich keinen von uns gef├Ąhrden, das geht nicht. Andererseits m├Âchte ich auch nicht Greg vor den Kopf sto├čen. Die Sache scheint ihm extrem wichtig zu sein. Wie w├╝rdest Du entscheiden?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Alex wird tun, was du von ihm verlangst. Er wird dir, wenn du dich beraten lassen m├Âchtest, die selben Bedenken ├Ąu├čern wie ich. F├╝r eine Entscheidung sollten wir uns folgendes Fragen: Was w├╝rde eine Wiedererweckung Souvagne n├╝tzen? Was meinst du, Dreaux - was n├╝tzt ein lebender Brandur Souvagne? Und ist es das Wert, das Leben eines aufrichtigen Souvagners zu riskieren?"

Dreux:
"Das frage ich mich nicht. Ich frage mich, ist es das wert genau jenes Leben zu riskieren, dass selbst genauso viel Grausames erdulden musste, wie vermutlich Brandur oder einige aus Linhards Familie. Im schlimmsten Fall bedeutet es auf den Punkt gebracht - tauscht die Toten. Alex w├Ąre tot, f├╝r einen Mann der ├Ąhnliches erlitt wie er. Ginge es darum, dass irgendwer stirbt, ein Schwerverbrecher h├Ątte ich zugestimmt. Aber ich kann nicht einfach so ├╝ber Alex Leben bestimmen, dass bisschen das er noch hat. Ich w├╝sste gerne, was genau einst geschah, etwas kann man sich denken, da Lin seinen Onkel besonders bedachte. Und etwas wurde uns auch erl├Ąutert. Aber ist es gerecht zwei Opfer gegeneinander aufzuwerten? Ist Brandur mehr wert als Alex? Sind sie sich nicht gleich, nur Alex hatte Gl├╝ck? Wenn man es ├╝berhaupt so bezeichnen darf? Das Brandur Souvagne nutzen w├╝rde, glaube ich. Das was ich von Aimeric wei├č ist, dass die Familie Linhards sehr f├Ąhige Nekromanten hat. Ihre Familie selbst hat f├Ąhige Geistmagier - sie werden das schon beurteilen k├Ânnen. Aber es geht hier um Menschenleben an sich - h├Ątte ich die Gewissheit, dass Alex nicht in Gefahr ist, k├Ânnte ich es leichter entscheiden. Aber so lange ich keine Entscheidung f├Ąllen kann, bleibt es vorerst bei nein. Bis ich endg├╝ltig entscheiden kann. Dennoch werde ich einmal generell mit Alex reden, auch bez├╝glich Deiner Ausbildung".

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Entscheidung liegt letztlich bei dir. F├╝r mich w├Ąre der Gedanke, dass Alexandre stirbt, unertr├Ąglich, aber ich wei├č auch, dass er nicht sehr alt werden wird. Er ern├Ąhrt sich ungesund, fast nur von roher Leber und getrockneten Aprikosen, k├╝mmert sich nicht darum, fit zu bleiben und wenn er krank ist, wartet er einfach, dass es vor├╝bergeht, anstatt einen hei├čen Tee zu trinken oder sich zu schonen oder einen Heiler aufzusuchen. Doch meine Gef├╝hle sind hier nicht von Belang. Es geht um das Wohl von Souvagne. Und f├╝r jeden Einzelnen aus unserer Familie w├╝rde ich Alexandre sich opfern lassen. Ich w├╝nschte nur, ich w├Ąre vorher in der Lage, ihn zur├╝ckzuholen ... wenn m├Âglich gesund. Von daher ist es durchaus legitim, nach dem Nutzen der zu erweckenden Person f├╝r das Land und unsere Familie zu fragen. Soll ich Alex holen oder m├Âchtest du an einem anderen Tage mit ihm sprechen?"

Dreux:
"Die vorrangige Frage ist, ist es das wert? Wie ich sagte, ich opfere Alex nicht leichtfertig, aber noch weniger Euch. Das hei├čt, verliere ich ihn, verliere ich im schlimmsten Fall einen von Euch, da ich ihn nicht mehr an meiner Seite habe als R├╝ckversicherung. Etwas anderes w├Ąre es, sobald Du ebenfalls ├╝ber diese Macht gebietest. Du bist jung, stark und unverletzt. Er ist ein gebrochener Mann, der sich selbst opfern w├╝rde. F├╝r wen ist da die Frage, w├╝rde man dieses ultimative Opfer verlangen? Darf man den egoistischen W├╝nschen eines Einzelnen nachgeben? Ja - wenn ich dieser jemand bin. Denn ich bin in dem Fall Souvagne und ich lasse jemanden wieder zur├╝ckholen, der im Notfall mich ersetzen w├╝rde. Sprich so dass unsere Linie erhalten bleibt. Habe ich mehr M├Âglichkeiten durch Dich und Dein K├Ânnen, kann ich ganz anders entscheiden. Aber vorrangig habe ich unsere Blutlinie und unser Land zu sichern. Dazu geh├Ârt Euch zu beh├╝ten. Ich werde morgen in Ruhe mit Alex reden. Generell und speziell wegen diesem Fall. Und ich m├Âchte gerne wissen, welche Voraussetzungen ein neuer Blutnekromant ben├Âtigt. Ich m├Âchte h├Âren, was Linhard dazu sagt wenn ich ihm anbiete, dass einer seiner Leute umschulen kann. Vielleicht h├Ątte jemand doch daran Interesse?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Oberstes Gebot ist nach wie vor Geheimhaltung. Du kannst nicht mit dieser Kunst hausieren gehen. Wer ├╝ber diese Macht gebietet, ist Freiwild. Als Blutnekromant ist man magisch und meistens auch physisch v├Âllig wehrlos. Unsere Kunst ist rein defensiv und wir schw├Ąchen unsere K├Ârper durch sie. Darum bed├╝rfen wir des Schutzes der Krone und darum leben wir in diesen Katakomben. Es m├╝ssen absolut vertrauensw├╝rdige Leute sein. Ich wei├č nicht, wie das Wissen nach au├čen sicken konnte, doch du merkst die Auswirkungen. Es ist ein Rattenschwanz. Die Vorraussetzungen sind vor allem, dass der infragekommende Probant m├Ąnnlich, jung und gesund ist - und extreme Leidensbereitschaft f├╝r ein h├Âheres Wohl aufweist. Nat├╝rlich muss er auch magisch bewandert sein. Von den Nekromanten, welche wir in Souvagne haben, kommen nur die allerwenigsten f├╝r eine Umschulung infrage. Meist stimmen entweder die physischen oder die psychischen Voraussetzungen nicht."

Dreux:
"Geheimhaltung ist bei mir selbstverst├Ąndlich. Aber weiter zeigt auch die Frage, dass Ihr speziellen Schutzes bed├╝rft. Wir sollten einige der Himmelsaugen f├╝r Euren Schutz abstellen. Sie sind ebenso der Verschwiegenheit und uns verpflichtet. Und sie m├╝ssen nicht wissen warum sie Euch zu sch├╝tzen haben, sondern nur dass sie Euch zu sch├╝tzen haben. Jung, m├Ąnnlich, magisch begabt - w├Ąre Linhards Bruder. Vielleicht solltest Du den jungen Mann einmal neutral kennenlernen. Die Hochzeitsvorbereitungen k├Ânnten wir als Vorwand vorschieben. Laut meiner Information, er wurde ja eingeb├╝rgert und nobilitiert ist er 16 Jahre alt und schon bewandert in Geistmagie. Sagst Du Greg bescheid und k├╝mmerst Dich um ein Treffen mit Alex? Ich finde Euer Orden muss etwas mehr ausgebaut werden und vor allem muss er wesentlich besser gesch├╝tzt werden. Wie die Information durchsickern konnte, entzieht sich meiner Kenntnis".

Ciel Felicien de Souvagne
"Was soll ich Greg sagen? Den Bruder von Linhard anzuvisieren ist eine gute Idee. Ich werde mal mit ihm reden. Alex kann jederzeit zu einem Treffen mit dir erscheinen. Er gibt selten Frontalunterricht, sondern verteilt lieber Aufgaben und kontrolliert dann deren theoretische und praktische Umsetzung. Er kann seine Sch├╝ler durchaus allein lassen. Die Himmelsaugen werden uns auslesen k├Ânnen. Sie werden wissen, was wir tun. Andererseits sind sie ├Ąu├čert zuverl├Ąssig. Es ist ein Balanceakt."

Dreux:
"Sie besch├╝tzen uns mit ihrem Leben und informieren uns, wenn sie mir eine Botschaft ├╝bermitteln, k├Ânnten sie mich auch auslesen Ciel oder nicht? Aber Du hast Recht, Vorsicht ist immer geboten. Vielleicht sollten wir besonders vertrauensw├╝rdige Himmelsaugen ausw├Ąhlen. Sage Greg, dass es vorerst bei nein bleibt. Ich werde morgen mit Alex reden, er soll sich bitte dabei entspannen, niemand wird ihm was zu Leide tun. Im Gegenteil, er kann entspannt mit mir Kaffee trinken und dann von seiner Arbeit und seiner Leidenschaft berichten. Dar├╝ber redet er hoffentlich gerne. Ich hoffe Du kannst den jungen Hohenfelde anwerben, das w├Ąre ein tats├Ąchlicher Gewinn f├╝r uns und Souvagne, der Rest w├Ąre auch ideal und sch├Ân, aber dass w├Ąre f├╝r Euch und uns ein Treffer".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde es ihm sagen. Greg hat ihm das letzte Mal mit dem Block gedroht, angeblich im Scherz aber Alexandre fand das nicht witzig. Er ist sensibel. Er gibt sich arrogant und besserwisserisch, aber es reicht ein verbindlicher Befehl und er gehorcht. Drohungen sind nicht notwendig. Ich bin sicher, er redet sehr gern mit dir ├╝ber die Kunst, zu deren Entwicklung er so viel beigetragen hat. Er ist ausgesprochen stolz darauf und wenn du dich mit ihm gutstellen willst, bauchmiezel ihn ein wenig mit seinem Grips." Ciel blinzelte freundlich. Ciel erhob sich. "Danke f├╝r das Gespr├Ąch. Und daf├╝r, dass niemand bei der Hochzeitsnacht zuschaut. Ich werde Greg Bescheid geben."

Dreux:
"Ganz ruhig Ciel, der letzte der diesem Mann droht bin ich - ich habe ihn nackt gesehen, womit soll man ihm noch drohen? Das w├Ąre wie einen kleinen wehrlosen Regenwurm zertreten, gleichg├╝ltig wie er sich gibt. Vielleicht war Greg einfach w├╝tend, aber er sah auch nicht was ich sah oder Du wei├čt. Nein ich werde ihm ganz sicher nicht drohen und befehlen werde ich ihm auch nichts. Ich werde ihn einfach um eine vollumf├Ąngliche Information bitten. So als w├Ąre ich ein Sch├╝ler, den er unterrichtet. Er soll mir alles von Anfang bis Ende erl├Ąutern. Ich bin neugierig auf das was er geschaffen hat. Ich muss ihn nicht baumiezeln ich m├Âchte das wirklich wissen. Er wird mit Kaffee und Leckerchen gemiezelt", lachte Dreux. "Danke ebenso, bis sp├Ąter".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte. "Du hast eindeutig eine bessere Menschenkenntnis als unser kleiner Bruder. Der hat es sich mit Alex ziemlich verdorben." Er dr├╝ckte Dreaux, dann lie├č er ihn allein, um Greg dar├╝ber informieren, dass er Linhard eine schlechte Botschaft ├╝berbringen musste.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ciel der ihm entgegenkam. So wie es aussah ben├Âtigte er keine magischen F├Ąhigkeiten um zu erfahren, das die Antwort bei nein blieb. "Es bleibt bei einem Nein richtig?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel neigte ein wenig den Kopf, was einem Nicken entsprach. "Vorerst. Dreaux w├╝nscht noch dar├╝ber nachzudenken."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun dann werde ich es so ausrichten. Normalerweise w├Ąre es ja eine endg├╝ltige Entscheidung gewesen, so besteht ja immer noch eine Resthoffnung. Auch wenn ich sagen muss, dass ich Eure Geheimhaltung unter Euch beiden nicht sonderlich gut finde. Aber vermutlich ist das eine Sache zwischen dem Duc und seinem Magier, vermute ich".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat an Gregoire heran und umarmte ihn. "H├Âr auf. Rede nicht so. W├╝sstest du, was ich dir anbot zu wissen, w├╝rdest du verstehen. Du warst es, der ablehnte, zu schw├Âren." Er gab ihn wieder frei.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Das stimmt auch wieder. Ich wei├č nicht was ich denken soll, ich bin durcheinander", gestand Greg ein.

Ciel Felicien de Souvagne
"Warum?", fragte Ciel besorgt. "Was ist los mit dir?"

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich wei├č es nicht, ich muss selbst dar├╝ber nachdenken, aber ich f├╝hlte mich von Euch ausgeschlossen. Nat├╝rlich ├Ąndert sich alles, sobald man seine eigentliche Aufgabe ├╝bernimmt, aber dass mich vor den Kopf st├Â├čt h├Ątte ich nicht gedacht. Vielleicht bin ich auch einfach zu d├╝nnh├Ąutig im Moment. Lassen wir es gut sein und konzentrieren wir uns auf die Hochzeit", bot Greg an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah ihn ernst an. "Du schlie├čt dich selber aus. Auch, indem du nun schweigst. Bitte sag mir, was mit dir los ist."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich wei├č nicht wie ich Euch vertrauen soll, wenn Ihr mir etwas verschweigt. Und wieso soll ich auf meine Kinder schw├Âren? Ich werde garantiert nicht gegen Dreux als Duc sprechen, aber ich schw├Âre nicht beim Leben meiner Kinder f├╝r irgendetwas, dass h├Ątte Euch klar sein sollen. Warum verlangt Ihr so etwas?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Weil es um eine Sache geht, deren Geheimhaltung von h├Âchster Priorit├Ąt ist. Dass du nicht schw├Âren willst, zeigt mir, dass du dir ├╝ber die Schwere der Bedeutung nicht im Klaren bist. Du h├Ąttest es ihm weiter erz├Ąhlt. Du fragtest ihn, wem seine Treue gilt. Nun, vielleicht w├Ąre es an der Zeit, dich das zu fragen."

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte ganz langsam und knapp. "Das stimmt, ich habe mich nicht selbst hinterfragt. Ich wollte Euch nicht angreifen. Entschuldigt", bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte ihm die Hand an die Wange und dr├╝ckte seine Stirn an die von Greg. "Schlaf eine Nacht dr├╝ber. Denk in Ruhe ├╝ber alles nach. Lass uns nicht im Streit auseinander gehen. Es ging nicht gegen dich und das wird es auch nie. Es geht pro Souvagne. Das ist alles."

Gregoire Verrill de Souvagne
"In Ordnung, ich werde eine Nacht dar├╝ber schlafen. Ich glaube Dir Ciel und ich denke nicht das Dreux mir schaden m├Âchte. Wollte er, h├Ątte er der Hochzeit gar nicht erst zugestimmt. Wir streiten uns nicht", antwortete Greg und k├╝sste seinen Bruder auf die Stirn. "Wir sehen uns morgen", sagte Gregoire. Er z├╝ndete sich noch eine Rauchstange an, nickte Ciel knapp zu und machte sich auf den Heimweg.

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