Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne

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Aufstieg der Blutnekromantie

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 3. Apr 2018, 00:44

<< Über Vorlieben und Nekromanten

Eine undichte Stelle im Orden der Bluthexer

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino öffnete seinem Herrn sofort die Tür und verneigte sich lautlos vor Ciel. Greg gab weiter die Führung und ging bis in sein Wohnzimmer durch, wo Lin immer noch auf dem großen Sofa schlief. Er rüttelte ihn sanft wach. »Wach auf Linhard, mein Bruder möchte mit Dir sprechen«, sagte Greg. Lin blinzelte Greg verschlafen an und schaute sich dann orientierungslos um, ehe ihm einfiel, wo er lag. »In Ordnung wo ist er?«, gähnte Lin. »Er steht hinter mir«, grinste Greg.

Linhard
Linhard setzte sich auf und rieb sich den Schlaf aus den Augen und richtete seine Kleidung, die total verkrubbelt war. Aber daran ließ sich jetzt nichts ändern. Immerhin hatte er seinen gewaltigen Schwips auf dem Sofa ausgeschlafen. »Guten Morgen, entschuldigt meine Aufmachung«, sagte er zu Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich auf einen Sessel, der in der Nähe des Sofas stand und wartete darauf, dass Linhard sich notdürftig zurecht gemacht hatte. »Ich entschuldige sie. Ich bin gekommen, um mit Ihnen über ihre magische Verwandtschaft zu sprechen.«

Linhard
»Was möchten Sie denn wissen?«, fragte Linhard, während Zerbino allen einen Kaffee bereitstellte. Linhard nahm den Kaffee dankbar entgegen und trank einen großen Schluck. Greg nickte seinem Diener zu und setzte sich mit seinem Kaffee in die Mitte, so dass er auch nonverbal deutlich machte, dass er zu ihnen beiden stand und sie quasi verband.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mein Bruder hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass neben Geistmagiern auch mehrere Nekromanten von nicht unbeträchtlichen magischen Fähigkeiten in Ihrer Famile vertreten sind. Ist Ihnen bekannt, dass kürzlich ein Dekret erlassen wurde, welches die Ausübung der Nekromantie innerhalb von Souvagne untersagt und die Umschulung aller Nekromanten vorsieht?«

Linhard:
Linhard musterte Ciel über den Rand seiner Tasse und schüttelte langsam den Kopf. »Nein dass war mir nicht bekannt. Was bedeutet das für uns? Oder besser gesagt, was bedeutet dies für die betroffenen Magier?«, hakte Lin nach. Er musterte Ciel aufmerksam.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ seine Tasse unangetastet. »Das bedeutet, dass die praktische Anwendung ihrer nekromantischen Fähigkeiten, egal welcher Natur, eine kriminelle Handlung ist und entsprechend geahndet wird.«

Linhard
Linhard nahm erneut einen Schluck Kaffee um sein breites Grinsen zu verbergen. »Gilt das für jeden Nekromanten und ausschließlich für jene ja?«, hakte er freundlich nach. »Ich mache mich nicht lustig über Euch werter Schwager im Gegenteil. Ich finde die Vorstellung geradezu... erheiternd. Das sind Neuigkeiten die mich persönlich nicht stören. Ich wurde in meiner Familie dafür missachtet, da ich kein magische Gabe besitze. Warum soll es nicht mal umgekehrt sein? Wieso sollte die vermeintliche Macht nicht Schwäche bedeuten? Zumal jeder Nekromant eigentlich mal ein Geistmagier war, bis ihn etwas korrumpierte... so sagt es mein Onkel. Aber nicht jeder Nekromant ist schlecht, dass kann ich Ihnen beschwören. Mein Vater war ein Nekromant und er war der einzige der das Leben liebte, der mich liebte und mir ein Leben ermöglichte. Ich möchte niemanden in Misskredit bringen, aber Ihr solltet auch Eure eigenen Adligen über den Umstand informieren, Ihr habt Nekromanten unter ihnen - von einem weiß ich. Ich werde persönlich mit ihm sprechen, denn ich möchte nicht, dass er denkt ich hätte ihn ans Messer geliefert. Gleichgültig was einst war, er zeugte mich und er versuchte am Ende meinem Vater das Leben zu retten. Momentan kann er Euch keinen Schaden zufügen. Erstens würde er das nicht, er kämpfte ein Leben lang mit seinen eigenen Dämonen - in Gestalt seines Vaters und zweitens ist er sehr krank. Er hat seine Macht irgendwie meinem Vater gegeben und wäre dabei fast gestorben. So hat er einst auch seinen Bruder gerettet. Dieser hatte einen Reitunfall und wäre fast gestorben. Von daher, er ist nicht so wie man vermuten könnte. Aber er liebt Ghule. Einst besaß er 149 Ghule, jetzt nicht mehr. Drum lasst mich bitte mit ihm persönlich reden. Ich habe Euch das nur offenbart um völlig ehrlich mit Euch zu sein. Gewährt mir dies bitte. Ich weiß dass er mich nie so lieben konnte, wie man seinen Sohn lieben sollte. Aber dennoch verbindet uns etwas«, bat Lin

Ciel Felicien de Souvagne
»Mir geht es nicht darum, Ihnen oder Ihren Verwandten Angst zu machen, Monsieur von Hohenfelde und es lag mir fern, Ihnen zu drohen, falls es sich danach anhörte. Aber wir müssen ehrlich miteinander sprechen. Wir werden bald miteinander verwandt sein und Sie Teil unserer Familie. Mir ist es wichtig, Sie über die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der Magie zu informieren, damit niemand, der Ihnen am Herzen liegt, in Schwierigkeiten gerät. Natürlich gibt es eine Übergangsfrist, denn es gibt auch in Souvagne Nekromanten, welche sich bislang völlig legal unter uns bewegten. Bald wird dies nicht mehr so sein. Ich bin jener, der damit beauftragt wurde, Souvagne von dieser unter dem Deckmantel der Magie verpackten Leichenschändung reinzuwaschen und ich werde sehr gründlich dabei sein. Wenn Sie dies wünschen, bin ich ihnen gern behilflich bei der Organisation geeigneter Umschulungsmaßnahmen für Ihre Verwandten.«

Linhard
»Ihr Angebot nehme ich gerne an, zumal ich auch niemanden umschulen könnte. Ich vermute es wird leichter sein, den Schritt zu akzeptieren, wenn meine Verwandten die Information aus neutralen Munde hören. Oder besser gesagt aus dem Mund des zuständigen Gesetzes. Mir könnte man da einen gewissen Eigennutz unterstellen. Auf was müssen sie denn umschulen und wie? Ich werde Ihnnen helfen so gut ich es vermag, aber ich bin kein Magier«, sagte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es wird nicht nötig sein, dass ich mit Ihren Verwandten persönlich spreche, was nicht heißt, dass ich es in dem Falle nicht tun würde. Ich arbeite bereits an der Verschriftlichung der Details, wo unter anderem auch die Frist genau definiert wird so wie das zu erwartende Strafmaß bei Missachtung des Gesetzes. Da die Nekromantie aus der Geistmagie erwuchs, ist es am sinnvollsten, auf eine der verwandten Disziplinen umzuschulen, also entweder Geistmagie selbst oder Bluthexerei, die auch unter Blutnekromantie bekannt ist, wobei ich diesen Begriff ablehne. Die Wahl obliegt letztlich dem Magier, von der Sache her wäre auch Elementarmagie denkbar oder Natur- oder Heilmagie, aber besonders gefördert wird in diesen Tagen die Bluthexerei.«

Linhard
Linhard schaute Ciel durchdringend an. »Und Ihr beherrscht diese Art der Magie, oder jemand der Euch bekannt ist?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Mir obliegt die Obhut über die magischen Belange unseres Landes. In Naridien würde man mich wohl den Zaubereiminister nennen. Entsprechend unterhalte ich Kontakte zu den Köpfen der magisch befähigten Bevölkerung. Warum fragen Sie?«

Linhard
Linhard dachte angestrengt nach, wie er sein Ansinnen neutral verpacken konnte. Allerdings war dies bald seine Familie und er wollte ein Familienmitglied retten - eigentlich nicht eines - sondern DAS Familienmitglied. »Ich benötige einen Bluthexer und jemanden zu heilen, der mir am Herzen liegt«, antwortete Lin ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die Bluthexer dienen niemand anderem als der Krone und somit Souvagne. Sie, Linhard, werden Teil der großherzoglichen Familie sein. Somit wären die Voraussetzungen erfüllt, sollte es um einen nahen Verwandten von Ihnen gehen. Um wen handelt es sich und welcher Art ist seine oder ihre Verletzung? Krankheit vermag die Bluthexerei nicht zu kurieren.«

Linhard
Linhard starrte Ciel in die Augen. »Lehnt es einfach ab, falls Ihr nicht helfen wollt, aber bestraft mich nicht indem Ihr mich des Landes oder aus Eurer Familie verweist. Nun falls Ihr mich als Teil der Familie seht - die betreffende Person wäre mein Adoptivvater. Seine Krankheit ist keine - er ist... tot. Und das kann ich nicht akzeptieren. Ich sollte, ich müsste, aber ich will es nicht. Ich weiß von den Bluthexern und ich weiß wozu sie in der Lage sind, drum kann ich nur darum bitten. Ihr würdet einen Mann das Leben schenken, der Zeit seines Lebens aufgrund seiner Familie nie eines besaß. Er kämpfte genau dafür, dass die Familie eine wird, dass niemand mehr in Angst leben muss vor den eigenen Verwandten. Er nahm sich meiner an und ich kämpfte an seiner Seite. Von seinem ganzen Leben von den 62 Jahren lebte er einige Monate, von meinen 18 Jahren lebte ich ebenfalls einige Monate - es war die Zeit die wir teilten. Und aus dem Grund werde ich ihn zurückholen. Ich hoffe Ihr versteht dies«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Blick Linhards. »Mein lieber Schwager«, sagte er freundlich. »Ich werde Sie nicht für eine Frage bestrafen. Ich werde sie Ihnen beantworten. Ich darf Ihnen versichern, dass der Name Blutnekromantie absolut irreführend ist. Bluthexerei ist dazu in der Lage, Untote abzuwehren oder zu beseitigen und körperliche Verletzungen zu kurieren. Sie ist nicht in der Lage, Menschen vom Tod zurückzuholen. Niemand kann das, nicht einmal ein Nekromant, denn dieser kann nur ein Scheinleben schaffen. Es tut mir sehr leid, dass Ihnen mitteilen zu müssen. Aber der Tod ist ein Teil des Lebens, den wir alle akzeptieren müssen.«

Linhard
»Dann danke ich für die offene Antwort, samt Aufklärung. Vielleicht gibt es einen anderen Weg, der weder die eine noch die andere Nekromantie benötigt. Mir wurde dies mitgeteilt und ich hielt es für glaubwürdig. Tja vielleicht ist es so, möglicherweise ist der Tod Teil des Lebens. In unserem auf jeden Fall, was die Familientraditionen anbelangt. Ich hoffe das wird sich ändern. Man sollte das Leben mit leben sprich lebendig genießen. Es ist allzu schnell vorbei und der Tod wartet leider auf jeden. Drum sollte man nicht vorher mit ihm herumspielen, als hätte man irgendeine Macht darüber. Die einzige Macht die wir haben ist ihn zu bringen nicht wahr? Wie leicht kann man jemanden töten? Ich kenne hunderte Arten jemanden schnell, sauber, grausam, oder kaltblütig zu töten - aber ich kenne keine einzige Möglichkeit, genau das rückgängig zu machen. Zerstören geht leicht, wiederaufbauen ist eine Kunst. Und völlige Wiederherstellung ist wohl nicht möglich. Nun dann werde ich mich auf andere Art damit befassen müssen, dass mein Vater lebendig bleibt - sei es auch nur in meiner Erinnerung«, antwortete Linhard höflich. `Lüge Schwager - ich weiß was Deine Hiwis können, aber wenn nicht mit Deinem Befehl, dann durch meine Hand. Ich bekomme schon noch meinen Blutnekro´, dachte Lin betrübt.

Ciel Felicien de Souvagne
Linhard war ein Meister der Selbstbeherrschung, das erkannte Ciel, als er dessen Mimik beobachtete. Er selbst war ein Meister der Analyse. Das Spiel der Gesichtsmuskulatur und die Artikulation waren absolut kontrolliert und Linhard leistete sich nicht den kleinsten Ausrutscher. Seine Worte - absolut korrekt. Linhard hatte ihm genau die Antwort serviert, von der er glaubte, dass Ciel sie hören wollte. Das war vielleicht der einzige Fehler. Sein Schauspiel war zu perfekt. Er hätte die Illusion einflechten müssen, dass die Fassade hier und da bröckelte, dass er um Fassung ringen müsste, als er von seinem verstorbenen Vater sprach. Stattdessen präsentierte er Ciel eine vollkommene Maskerade. Ciel nickte verständnisvoll. »Ich wünsche Ihnen alles Gute. Es tut mir leid um Ihren Vater, er war, so wie Sie von ihm sprechen, ein guter Mann und ich bin sicher, er wäre stolz auf Sie. Eine Frage habe ich noch. Wo haben Sie dieses Gerücht gehört? Wer hat ihnen das wann und an welchem Ort mitgeteilt?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das kann ich Ihnen leider nicht sagen Schwager, ich habe so viele Gerüchte und vermeintliche Wunder gehört, nun es war die Jagd nachdem Einhorn - oder dem Quellcode des Lebens, Ihr versteht? Wenn man verzweifelt ist, ist man bereit jeden Strohhalm zu ergreifen, jede Mähr zu glauben und jedes Märchen für bare Münze zu nehmen... in der Hoffnung eines davon möge keine Mythe sein, sondern funktionierene Magie. Aber diese war es leider nicht. Ich danke Euch für Eure tröstenden Worte. Sollte es mir wieder einfallen, wo ich diese Mythe aufgeschnappt habe, werde ich es Euch wissen lassen. Was die Nekromantie anbelangt und deren Verbot werde ich meine Verwandten durch meinen Onkel vorbereiten lassen, er wird sie mental informieren. Entschuldigt die Mühe und Umständlichkeiten, wir waren hier um neu anzufangen und nicht um jemanden zur Last zu fallen«, sagte Linhard ergeben, während er Ciel genaustens musterte. Der Mann war nicht dumm, er war nicht nur Adel, er war nicht mal Hochadel nahm man es genau - er war Royalist. Wenn einer wusste wie man aushorchte und jede Spitzfindigkeit zu deuten wusste, dann waren es Royalisten. Lin fühlte sich ziemlich unwohl dass er überhaupt das Thema angeschnitten hatte. Er hoffte er hatte keinen Mist gebaut und mit beiden Händen voll in den Nachttopf gegriffen. Er musste mit Archibald oder Dunwin reden. Sie würden wissen was zu tun war. Und er musste mich Dave und Urako reden, er war mehr als froh um seinen Stab. Was er an Lehre hatte, fehlte ihm an Jahren und die hatten »die alten Hasen« auf dem Buckel. Allen voran Dunwin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sie fallen niemandem zur Last«, versicherte Ciel. »Und zumindest für meinen Bruder sind Sie bereits eine Bereicherung. Für den Rest der Familie und des Landes hoffentlich auch bald.« Das Ablenkungsmanöver von Linhard war recht plump verglichen mit der vorherigen Rafinesse. Er wurde unsicher. Ciel hatte ins Schwarze getroffen. Der Mann wusste sehr genau, woher er die Information hatte. Und vermutlich ahnte er, dass Ciel als Verantwortlicher für Zauberei selbst über magisches Talent verfügte. Es war ein gegenseitiges abschätzen, vortasten, ablenken und falsche Fährten legen. Ciel machte dies Spaß, es war fast wie ein Spiel zwischen ihm und seinem Schwager. Einen Moment lang vergaß er darüber sogar, wie Ernst die Tatsache war, dass es irgendwo in seinem Orden eine undichte Stelle gegeben haben musste oder immer noch gab und genoss es einfach, als würden sie miteinander Karten spielen. Linhard wich zurück, er wollte gehen. Ciel würde ihn nicht weiter bedrängen. Momentan würde ein Weiterbohren nichts bringen und er wollte keine Feindschaft. Linhard hatte aus Liebe zu seinem Vater heraus in diese Richtung geforscht. Ciel musste nur aufpassen, dass Linhard die Nase nicht zu tief in Angelegenheiten steckte, die ihn nichts angingen. Er würde darüber nachdenken und ein andermal mit ihm darüber reden. Er erhob sich. »Danke für das aufschlussreiche Gespräch«, sagte er freundlich. »Ich wünsche euch beiden noch einen schönen Tag.« Er blinzelte Greg kurz zu und verließ den Raum.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#2

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Di 3. Apr 2018, 21:45

Maulwurf


Gregoire wartete ab, bis sich die Tür hinter Ciel schloss, dann setzte er sich neben Linhard und rutschte ganz nah auf. Greg legte Lin einen Arm um die Schultern und wartete ab, bis Lin ihn anschaute. Erst da ergriff er das Wort.

"Das ist eine Frage der Loyalität", sagte Greg leise, während er Lin die Schultern kraulte.
"Inwiefern?", hakte Linhard nach und rutschte ein Stück näher zu Greg.

"Wir hatten einen Krieg vor der Tür stehen. Jede Gefahr und mag sie noch so klein sein, könnte das Zünglein an der Waage sein, das über Sieg oder Niederlage entscheidet. Hier geht es um Interna eines sehr wichtigen und kaum bekannten Magier-Ordens.

Kaum jemand außerhalb Souvagnes dürfte die Bluthexer kennen. Folglich hast Du die Informationen innerhalb Souvagnes erhalten. Und das bedeutet, wir haben einen Maulwurf. Fragt Dich mein Bruder nun, woher Du die Information hast und Du kannst Dich nicht "erinnern", gilt Deine Loyalität dem Maulwurf und nicht uns.

Ich frage Dich ein einziges Mal Lin, wem gilt Deine Loyalität? Uns, Deiner Familie, der Krone und Deinem Land oder diesem Maulwurf?", fragte Greg im ruhigen Ton. Er schaute dabei Lin in die Augen, so wie er es vorher mit seinem Bruder getan hatte.
"Ich hätte das Thema nicht anschneiden sollen...", murrte Lin.

"Antworte mir bitte", beharrte Greg.
"Meine Loyalität gilt Euch und vor allem Dir. Es gibt keinen Maulwurf Greg. Ich habe die Information von meinem Vater. Osmund hat ihn als Geist beschworen und in dieser Gestalt erzählte er mir davon. Es war kein Souvagner oder einer aus dem Orden der Bluthexer, der mir von ihrem Orden erzählt hat. Ich bin nicht hier um Dir oder irgendwem zu schaden", antwortete Linhard und lehnte sich müde an Greg an.

Greg zog Lin näher zu sich heran und machte es sich an dessen Schulter gemütlich.

"Ich glaube Dir. Dennoch bleibt die Frage offen, woher wusste Dein Vater von ihnen?", gab Greg zu bedenken.
"Das kann ich Dir nicht beantworten, mir sagte er es selbst erst als Geist. Er hat viel gelesen und er hat sich für alle möglichen Wissensgebiete interessiert, vielleicht ist er so an die Information gekommen", schlussfolgerte Linhard.

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#3

Beitrag von Alexandre de la Grange » Fr 6. Apr 2018, 21:07

Im Tempel des Blutes

Ciel
Es war allerfrühester Morgen, noch Frühstückszeit, als Ciel schon wieder durch die Flure des Palastes marschierte. Es gab viel zu organisieren und die Vorbereitungen für die Hochzeit waren dabei noch das kleinste Problem. Aufgrund der Bedrohung durch die Ghule wollte Ciel sich zeitnah dem Orden der Bluthexer widmen. Dafür war es erforderlich, dass auch der frischgebackene Duc darüber informiert wurde, worum genau es dabei überhaupt ging. Er war ohne Ferrau hier, da der noch schlafen sollte - Ciel hatte durchgearbeitet und wollte sich daher später rasieren, waschen und neu einkleiden lassen. Er sah furchtbar aus, doch das war ihm momentan egal. Er ließ einen der wachhabenden Gardisten an die Tür der Gemächer des jungen Ducs klopfen.

Dreux Gifford de Souvagne
»Nathan es hat geklopft, öffne bitte die Tür. Es könnte wichtig sein, aber falls es nur wieder ein Bittsteller ist, ich esse«, sagte Dreux.

Nathan
Nathan, der nach der erneuten Begegnung mit Robere schlecht geschlafen hatte und daher unkonzentriert war, fuhr erschrocken zusammen. »Verzeihung, Herr!« Er eilte zur Tür, öffnete sie und steckte den Kopf raus. Als er Ciel sah, erschrak er ein zweites Mal. »Ihr wünscht?«, fragte er vorsichtig.

Ciel
»Ich wünsche zu meinem Bruder gelassen zu werden«, erwiderte Ciel steif. »Da ich mit ihm sprechen möchte.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Nathan was machst Du da? Wer ist es?«, fragte Dreux verwundert.

Nathan
Nathan fuhr ein drittes Mal zusammen. Heute war eindeutig nicht sein Tag. »Es ist Euer Bruder, Herr. Er möchte mit Euch reden.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Nathan so lass ihn doch rein, was ist denn heute los mit Dir? Lass meinen Bruder eintreten und geh Dich etwas hinlegen. Du siehst fertig aus«.

Ciel
Ciel, der alles gehört hatte, da Nathan die Tür nicht geschlossen hatte, zog ein ungnädiges Gesicht, als der Leibdiener ihn endlich eintreten ließ. Ohne Nathan weiter zu beachten, setzte er sich zu Dreaux an den gedeckten Tisch. »Guten Morgen. Ich dachte, ich fange dich besser ab, bevor du an die Arbeit gehst. Ich habe ein wenig Zeitdruck. Ich möchte dich gern einer bestimmten Person vorstellen.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Nun ja im Moment ist viel zu organisieren, ich stelle gerade einige Militäreinheiten auf, die in die ehemalige Hohe Mark zur Sicherung einmarschieren werden. Und Greg ließ verlauten, dass er Dich nach Neu-Souvagne begleiten möchte. Wen möchtest Du mir denn vorstellen?«, fragte Dreux neugierig und trank seinen Kaffee aus.

Ciel
»Nathan kennt ihn, darum kann ich dir in seiner Gegenwart sagen, um wen es geht. Die Person ist Alexandre de la Grange, das Oberhaupt der Bluthexer. Sein Treueschwur steht noch aus und es ist wichtig, dass du ihn kennenlernst. Dann kann er dir auch erklären, was genau die Aufgaben des Ordens sind und dir Fragen beantworten. Wann hast du dafür Zeit?« Er musterte Nathan, der ein Regal putzte, anstatt sich ins Bett zu legen.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux folgte dem Blick seines Bruders und schüttelte den Kopf. »Nathan ich hoffe Du willst nicht in diesem Regal nächtigen. Leg Dich ins Bett herje!«, befahl Dreux und wandte sich wieder an Ciel. »Ich hätte umgehend Zeit, es steht keine Audienz an, da ich sie bis auf weiteres für die Woche absagen ließ. Wie gesagt, ich muss Truppenbewegungen planen und Eure Umzüge noch dazu. Also wie wäre es mit sofort?«, schlug Dreux vor.

Ciel
Er folgte Nathan mit dem Blick, als dieser endlich den Feudel beiseitelegte und sich in seine Kammer verzog. Er sah nicht aus, als wäre er sonderlich glücklich darüber, sich nun allein in das Bett zu legen und sich vermutlich irgendwelchen düsteren Gedanken oder Alpträumen zu stellen, aber da musste er durch. »Das ist perfekt, du bist ja auch schon angezogen und zurechtgemacht. Dann bringe ich dich sofort hin. Wir müssen dazu zur Kapelle des Ainuwar, die sich im Hofgarten befindet. Dort befindet sich ein Geheimgang.« Ciel wartete, bis Dreaux so weit war und führte ihn dann zu der kleinen runden Kapelle. Er verschloss von innen die Tür, so dass niemand mehr eintreten konnte und aktivierte einen Mechanismus, so dass sich die Statue des Ainuwar zur Seite schieben ließ. Darunter offenbarte sich eine Treppe, die in die Tiefe führte. »Soll ich vorgehen?«, fragte Ciel. »Die Beleuchtung erfolgt auf alchemistischem Wege, es ist keine Fackel nötig.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Technisches Chi-Chi wie es Papa liebt in einem Tempel? Wobei die Götter schenken uns ja den Verstand, dann soll man ihn auch nutzen. Genau, gehe vor ich folge Dir. Ich bin gespannt auf Euer Quartier oder wie man so eine Ordensverbindung nennt. Eine Gilde seid Ihr schließlich nicht, wie bezeichnet Ihr Euch genau Ciel?«, fragte Dreux wie immer neugierig.

Ciel
»Wir sind ein Orden, ganz ähnlich der Priesterschaft des Ainuwar«, erklärte Ciel und stieg voran. Der Gang wurde von roten, alchemistischen Lampen so beleuchtet, dass man gut die Treppenstufen erkennen konnte. »Der Orden wird unterschiedlich genannt. Da er offiziell nicht existiert und, nun ja, momentan nicht sonderlich gut durchorganisiert ist, hat er noch keinen eindeutigen Namen. Im Gespräch waren ›Wächter des Lebens‹, ›Orden des Blutes‹ und ähnliches. Das wird genau festgelegt, wenn ich mich der Neuorganisation annehme. Alexandre ist ein extrem fähiger Magier, aber administrative Aufgaben sind nicht seine Stärke. Ich werde ihm ein wenig unter die Arme greifen. Dir ist sicher bekannt, dass unser Schloss eine schön ausgebaute Kelleretage hat. Der Tempel des Blutes bildet das zweite Kellergeschoss, von dem kaum einer weiß. Es ist vom Hauptgebäude aus nicht zugänglich.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Unser Hof hat so manche Überraschung zu bieten, wie üblich. Von Geheimgängen und Kammern bis hin zu ganzen Ordensanlagen. Ich bin immer wieder fasziniert, was es alles so bei uns gibt. Direkt vor der Nase und doch verborgen. Eine gute Organisation ist genauso wichtig wie der Orden und die Fähigkeit der Mitglieder selbst. Falls er dass nicht kann, hat er die Hilfe nötig, oder benötigt einen guten Sekretär Ciel. Die Priester des Ainuwar werden anderweitig gefürchtet, seltsam oder?«, fragte Dreux

Ciel
»Der Orden hat nicht einmal zwanzig Mitglieder. Von daher konnte man bislang über eine schlechte Verwaltung hinwegsehen. Aber auch das wird sich ändern. Ich werde ihm jemanden zur Seite stellen, der das für ihn übernimmt und ihn langfristig erträgt. Wer fürchtet denn die Priester des Ainuwar und warum? Das ist mir wieder entgangen. Wir sind da.« Ciel öffnete die Tür mit dem selben Schlüssel, mit dem er die Kapelle von innen verschlossen hatte und sie traten ein. Das erste, was Dreaux zu sehen bekam, war ein großer, aber wie bei Kellern üblich recht flacher Empfangsraum. Ein Brunnen bildete das Zentrum. Es zeigte eine nackte menschliche Figur mit ausgebreiteten Armen und gesenktem Haupt, die bis zu den Knöcheln in Blut zu stehen schien, das aus ihren Augenlöchern und ihren Unterarmen lief. »Nur Wasser, es ist die Beleuchtung, die den Eindruck erzeugt, es handele sich um Blut.« Gegenüber der Figur war eine Staute des Ainuwar, eine Gestalt im Mantel mit leerer Kapuze. Sie hielt eine Schale vor sich. »Hier kann man Opfergaben hineinlegen. Momentan scheint niemand weiter hier zu sein, es ist noch vor Unterrichtsbeginn.« Alexandre hatte jedoch die Stimmen gehört und kam aus einem Gang. Er war in wallenden Pelz gekleidet und sah ausgesprochen mürrisch aus. Als er Ciel und Dreaux sah, wurde sein Gesicht jedoch etwas freundlicher und er verneigte sich. »Hoheiten, willkommen im Tempel des Blutes. Womit darf ich Euch zu Diensten sein?«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux hatte Ciel aufmerksam zugehört und betrachtete die scheinbar blutende Figur. Er berührte sie vorsichtig mit einem Finger um es selbst zu testen, ehe er kurz die Hände faltete als Zeichen seines Respekts. »Eine wahrlich kleine Bruderschaft. Was ist mit der Umsetzung von Vaters Befehlen? Eventuell könnte sich dadurch die Bruderschaft vergrößern. Wirkst Du nicht auch an der Akademie der Flamme des Wissens mit Ciel? Oder habe ich das falsch in Erinnerung? Mir gefällt die Statue. Sie hat etwas opferndes und erhabenes zu gleich in ihrem Aussehen. Würde, dass trifft es ehr - sie gibt was sie gibt freiwillig und dennoch mit großer Würde. So sollte man ein Geschenk übergeben«, sinnierte Dreux als sich ein Mann zu ihnen gesellte. »Wir möchten den Orden kennenlernen uns interessiert alles rund um den Orden«, antwortete der Duc.

Ciel
»Ich sollte dabei mitwirken, aber aufgrund der Verhandlungen bin ich bislang nicht dazu gekommen. Womöglich könnte man von dort aber geeignete Leute rekrutieren.« Er wandte sich an Alexandre. »Der Duc wünscht alles zu erfahren, den Treueschwur zu empfangen und seine Fragen beantwortet wissen. Ich werde mich derweil in die Bibliothek zurückziehen und dort auf meinen Bruder warten.« Er verabschiedete sich von Dreaux mit einer Verbeugung und ging in einen der Seitenräume, wo sich die Bücher des Ordens, Lesepulte und Arbeitstische befanden. Alexandre blieb mit Dreaux allein zurück. Es war ihm sichtlich unwohl. »Wünscht Ihr zuerst die Räumlichkeiten zu besichtigen oder darf ich Euch Eure Fragen hier beantworten? Der Brunnen ist dazu gedacht, die Novizen stets daran zu erinnern, weshalb sie hier sind.«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux verabschiedete seinen Bruder und musterte dann sein Gegenüber. »Für Euch besteht kein Grund zur Nervösität. Wir schließen uns Euch an, wir denken auch, dass sich Fragen bei Eurer Erläuterung ergeben. Wie möchtet Ihr Euren Orden vorstellen? Es obliegt Euch«, sagte Dreux freundlich.

Alexandre de la Grange
»Nun, ich werde es Euch erklären«, sagte Alexandre und ein hochnäsiger Unterton mischte sich in seine Stimme, obgleich seine Worte nichts Anmaßendes enthielten. »In diesem Tempel bin normaler Weise ich die in der Hierarchie an der Spitze stehende Person. Selbst Prince Ciel ist hier unten nur ein Schüler unter Schülern und nicht der Prince. Er erhält keinerlei Sonderbehandlung. Demut und Opferbereitschaft gelten für einen jeden, der diese Kunst erlernen möchte. Es ist daher etwas unangenehm für mich, dass Ihr als Duc hier unten seid. Bitte folgt mir.« Er gab den Weg vor. »Im Prinzip ist der Bluttempel aufgebaut wie eine Klosterschule. Nur, dass die Schüler nicht hier wohnen. Ich bin der Einzige, der dauerhaft hier lebt. Dies ist die Bibliothek, in welcher Ciel - verzeiht, Prince Ciel meine ich- sich besonders gern aufhält. Theoretische Studien sind jedoch der kleinste Teil der Ausbildung.« Er führte ihn weiter und wartete, ob der Duc bereits Fragen hatte.

Dreux Gifford de Souvagne
»Stört Euch nicht an meinem Titel, Ihr dient dem Land und den Menschen so wie wir es zu tun pflegen. Und wir sind nicht hier um Euch zu überprüfen oder in Frage zu stellen. Wir sind aus Interesse an Eurer Tätigkeit hier und aus Interesse an der Person dahinter. Das unser Bruder hier nur ein Schüler ist, ist völlig legitim. Wie sollte er sonst lernen was er zu lernen hat, wenn Ihr jedes mal eine Ausnahme machen würdet? Er weiß sehr wohl um seine Pflichten und das sein Titel ihn hier nicht weiterbringt. Würden wir in eine Klosterschule wechseln, wären wir nicht mehr der Duc - wir wären Dreux. Und so verhält es sich auch mit unserem Bruder. Wieso lebt Ihr alleine dauerhaft hier und kein Schüler? Bibliotheken liebt unsere Familie«, freute sich Dreux.

Alexandre de la Grange
»Die Novizen und Bluthexer sind offiziell anderweitig beruflich beschäftigt. Euer Bruder tut ja auch dies und das, während er seine magische Ausbildung sträflich vernachlässigt.« Alexandres Tonfall klang ausgesprochen unerfreut. »Verborgenheit ist das oberste Gebot, denn ansonsten würden wir ein sehr gefährliches Leben führen aufgrund unserer Fähigkeiten. Man würde uns entführen und unsere Leistungen erpressen, da wir sie nicht aus freien Stücken anbieten - wir bluten ausschließlich für die Krone. Hier ist der Speisesaal. Wir benötigen eine spezielle, sehr eisenhaltige Diät. Rohe Leber ist das Hauptnahrungsmittel eines Blutnekromanten. Wir bekommen diese Speisen unzubereitet direkt vom Lieferanten, sie passieren keine Küche.«

Dreux Gifford de Souvagne
Bei den Worten rohe Leber verzog Dreux das Gesicht. »Wie bekommt Ihr so etwas herunter? Wir fragen uns, müsst Ihr dies essen, da Ihr tatsächlich blutet? Was genau könnt Ihr bewirken? Uns ist bewusst, dass viele Magierichtungen enorm mächtig sind. Worin liegt Eure Macht? Man bezeichnet Euch auch als Blutnekromanten. Aber soweit uns von unserem Bruder bekannt ist, habt Ihr nichts mit Nekromanten gemein«, antwortete Dreux und überhörte die Spitze gegen Ciel. Natürlich war sein Bruder anderweitig beschäftigt - er rettete ganz Souvange. Aber dass wusste dieser Mann auch. Und falls nicht, wie sollte er es erklären?

Alexandre de la Grange
»Der Schlüssel liegt in der vollkommenen Kontrolle des Geistes. Wenn man begriffen hat, dass das Fleisch nur eine Hülle ist, ein Apparatus, welcher dem Verstand physische Handlungen ermöglicht, ist es unerheblich, was man dem Geschmack nach isst. Es dient letzlich nur der Aufrechterhaltung der Lebenserhaltungssysteme und sollte daher nach Nährstoffzusammensetzung ausgewählt werden. Wir Bluthexer nutzen das Blut als magischen Katalysator, womit Ainuwar uns eine enorm machtvolle Waffe in die Hand legte. Unsere Macht hat jedoch auch Grenzen. Wir sind in der Lage, Verletzungen zu kurieren und seien sie noch so schwer, aber wir vermögen keine noch so kleine Krankheit zu heilen. Wir können Vampire und Ghule fernhalten und durch bloße Geisteskraft in den Abgrund schicken, doch beherrschen keine noch so simple Gedankenmanipulation bei Lebenden. Unsere Kunst ist eine defensive Magieform, ganz im Gegensatz zu jener der Nekromanten, welche wir verabscheuen, weshalb wir auch nicht ihre Bezeichnung im Namen tragen möchten. Man nennt uns bisweilen dennoch Blutnekromanten, da wir Untote beherrschen können und ja, ich vermag Tote zum Leben zu erwecken.«
Dreux Gifford de Souvagne
»Tatsächliche Tote, werden wieder lebendig? Also keine lebenden Leichen, verstehen wir das richtig? Würde eine Person sterben, könntet Ihr sie zurück ins Leben holen? Zu welchem Preis? Wenn dem so ist, ist das eine gewaltige Macht. Sie kann nur mit absoluter Kontrolle einhergehen, es ist wie ein Geschenk der Götter. Auch wenn uns unser jüngerer Bruder da wohl widersprechen würde. Er würde mutmaßen, die Fähigkeit entspringt Euch. Wie verhält es sich?«, fragte Dreux

Alexandre de la Grange
Alexandre seufzte gequält. »Ich habe befürchtet, dass ausgerechnet jener Aspekt auf Euer Interesse stößt. Dies ist bei allen so, dabei besteht unsere Arbeit zu neunundneunzig Komma neun Prozent aus ganz anderen Dingen. Aber gut, ich werde es Euch erklären. Der fortgeschrittene Bluthexer kann Tote zu realem Leben wiedererwecken, doch der Preis, den er dafür zahlt, ist enorm. Ich selbst habe diesen Zauber bereits gewirkt und er brachte mich fast um. Er soll Notfällen dienen, wenn beispielsweise dem Duc oder dem Kronprinzen etwas zustößt. Er ist nicht dazu gedacht, Leuten, die sich nicht damit abfinden können, dass die meisten von uns Sterblich sind, ihre kindischen Wünsche zu erfüllen. Die Macht, die wir Bluthexer haben, ist eine Kombination aus von Ainuwar gegebener Befähigung und harter, sehr harter Arbeit.«
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Dreux Gifford de Souvagne
»Das verstehen wir nur zu gut. Wir, unser Vater - manchmal muss man Entscheidungen treffen und jede pro zieht ein contra nach sich. Ihr opfert Euch für das Höhere wohl. Wir messen mit harten Mitteln. Ihr tötet Euch fast um ein Leben zu retten. Wir lassen ein Leben nehmen um tausende andere zu schützen. Wir wissen, welche Tragweite Macht bedeuten kann. Die meisten verwechseln leider Macht mit Willkür. Willkürlich würden wir niemals töten. Aber wir kennen auch keine Gnade mit Mördern, die unschuldigen Menschen das Leben zum Abgrund machen. Uns leistet man einen Treueschwur - aber auch wir haben gechworen unser Volk und Land zu verteidigen. Und manchmal erfordert es auch solche Entscheidungen. Das Contra damit ein Pro für alle daraus wird. Wir verstehen Euch«, sagte Dreux freundlich. Er wusste welche Last eine einzelne Entscheidung bedeuten konnte.

Alexandre de la Grange
Alexandre führte ihn weiter durch die Gänge. »Die Meinung der breiten Masse ist unerheblich. Sie kümmert nicht, sie führt dazu, dass man sich vom Wesentlichen ablenken lässt. Ich persönlich bin sehr zufrieden damit, wie Souvagne regiert wird und dass mit Mördern kurzer Prozess gemacht wird. - Hier ist ein Unterrichtsraum, da gibt es nichts Spektakuläres zu sehen. Tische gibt es keine, dafür ist die Bibliothek da, sondern wir sitzen gemeinsam auf dem Boden beim Dialog. Bei Bedarf kann der Raum mit eiskaltem Wasser bis auf kniehöhe geflutet werden zum gemeinsamen Meditieren.«

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»Das ist absolut korrekt, aus dem Grund sitzen wir auch auf dem Thron und nicht die breite Masse. Um unseren Vater zu zitieren - manche sind zum Herrscher geboren und manche zum Domestiken. Ein jeder hat sein Schicksal zu erfüllen. Das betrifft Euch wie uns«, antwortete Dreux und schaute sich dennoch den Unterrichtsraum an. »Wieso wird der Raum mit eiskaltem Wasser geflutet? Erkrankt man nicht dabei, wenn man im eiskalten Wasser sitzt? Euch mag die Frage vielleicht sonderbar erscheinen, aber unsere Person hätte danach eine Blasenentzündung vom feinsten und im Kreuz hätten wir es auch«, gestand der Duc.

Alexandre de la Grange
»Das liegt durchaus im Bereich des Möglichen«, erklärte Alexandre. »Es wird nicht sehr oft auf diese Weise meditiert, aber manchmal ist das notwendig. Und im Zweifel ist es wichtiger, dass der Geist geschärft wird, denn er ist unser Schwert und unser Schild. Der Körper ist für einen Bluthexer nur ein Blutborn zum Praktizieren der Rituale und gelegentliche Krankheiten gehören dazu wie die unabdingbaren Verletzungen.« Er führte den Duc weiter durch das Gewölbe. »Wir kommen nun in den inneren Bereich. Bitte verhaltet Euch respektvoll, er bedeutet uns sehr viel.«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte Alexandre und blinzelte kurz. Er fragte sich was der Mann erwartete, dass er ungebührliches tun konnte? Er war wohl der Letzte der sich irgendwie daneben benahm. Schließlich tanzte er auch nicht Hula im Thronsaal. Wobei ausreichend Platz wäre da, dachte Dreux mit einem Schmunzeln, ehe er wieder ernst wurde. Der Raum bedeutete dem Mann sehr viel und dass würde er achten.
»Selbstverständlich, für Euch und unseren Bruder werden wir jede Form wahren, seid dessen versichert«, gab Dreux zurück und folgte neugierig Alexandre in den nächsten Raum. Er wusste nicht was ihn erwartete, aber er vermutete das Heiligtum des Ordens, wobei er nicht wusste, worum es sich dabei handeln konnte. Vermutlich ein Altar.

Alexandre de la Grange
Alexandre nestelte eine halbe Ewigkeit an der Tür herum. Er war nervös und er war sicher, dass Dreaux nicht verstehen würde, was er da sah. Es würde weitere Fragen geben, der Mann war kein Eingeweihter. Hoffentlich hielt er sein Wort. Es hatte angehende Novizen gegeben, die nachdem sie durch diese Tür getreten waren, entweder wortlos umgekehrt, höfliche Ausreden erfunden oder lauthals lachend abgelehnt hatten, die Lehre bei Alexandre aufzunehmen.
»Wie ich bereits sagte, es gibt nur Wenige, die sich zum Bluthexer eignen. Es hat einen Grund warum wir so Wenige sind.«
Endlich rang er sich dazu durch, die Tür, die überhaupt nicht verschlossen war, zu öffnen. Der Raum war kreisrund und der mit einem Mosaik gekachelte Boden hatte eine leichte Delle zur Mitte hin. Das Muster des Mosaiks war einer Sonne nicht unähnlich, alles drehte sich um das Zentrum. Eine weitere Statue Ainuwars mit leerer Kapuze stand der Tür gegenüber, ein Tablett in den Händen, auf dem verschiedene Bestecke lagen, die an einen Chirurgen erinnerten. Kerzenhalter an den Wänden vervollständigten das Bild. In den Regalen lagen offen und sofort zugänglich Verbandsmaterialien.
»Hier finden die Rituale statt. Die Delle im Boden ist der Ort, wo der praktizierende Hexer sich befindet, so dass das Blut nicht davonläuft, sondern zu ihm zurückkehrt. Der Raum ist gut beheizt, denn man ist bei einem solchen Ritual nackt. In der Nische zwischen Ainuwars Füßen sitze ich und beaufsichtige das Geschehen.«

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Dreux nickte einmal knapp zum Zeichen dass er verstanden hatte. Auf welche Art diese Hexer ihr Werk praktizieren war nicht eindeutig ersichtlich, aber eines war gewiss - sie bluteten dafür und das nicht zu knapp, denn sie benötigen Verbandsmaterial. Dreux spähte in den Raum hinein, blieb in der Tür stehen und musterte die Statue von Ainuwar. Der Gott der Zeit, der Gott von allem und nicht, der Allvater der Götter - jener der die Welt, die anderen Götter und einschließlich auch sie erschaffen hatte, wenn man dem Glauben denn Glauben schenkte. Auch wenn sein Bruder Greg da sicher anderer Meinung war, im Grunde waren sie doch der gleichen - denn ob man nun Ainuwar sagte, die Natur, der Kosmos, die Höheren Mächte oder was auch immer - sie alle meinten letztendlich die gewaltige unerklärliche Kraft die im Hintergrund wirkte und deren Handlungen niemand verstehen konnte. Erahnen vielleicht, begreifen niemals. Dreux senkte das Haupt, so wie er es auch in der kleinen Kapelle seines eigenen Zuhauses tat. Er schlüpfte aus den Schuhen und betrat gemessen und andächtig den Raum. Vor der Statue kniete er nieder und schaute zu dieser auf. Es war ein Altar, nur wurde er auf andere Weise genutzt. Dennoch war er hier und so konnte er ihn auch nutzen. Er faltete seine Hände zum Gebet und bete um Beistand für seinen Vater und dass dieser wohlbehalten aus Ehveros zurückkehren würde. Er betete für seine Brüder, dass ihre Ehen nicht nur von Kalkül, sondern auch von Gefühl getragen werden sollten und er betete dafür, dass die Friedensverhandlungen Erfolg haben würden. Mehr gab es für ihn nicht zu erbitten, die Bitten waren ausreichend auch für einen Gott. Mit was sich die Sterblichen befassten um seine Schöpfung zu zerstören musste ihn im Grunde anwidern. Einigen seiner Anhänger erging es ähnlich und Dreux war einer von ihnen. Dabei viel ihm ein, war er kein Stück besser gewesen, er bat um Verzeihung dafür, was er Ferrau in seiner hilflosen Wut angetan hatte und zeitgleich betete er um Stärke, dass er sich nie wieder so aufführte, dass er sich dafür selbst verabscheute. Er verharrte noch einen Moment kniend und dachte über all dass nach, was in der letzten Zeit geschehen war. Ein Tempel versprach immer Ruhe und innere Einkehr. So auch dieser. Einen Moment später schreckte er auf, da er Alexandre fast vergessen hätte. Er beendete seine Zwiesprache mit Ainuwar und drehte sich zu seinem Gastgeber um. »Verzeiht, wir hatten Euch für einen Moment vergessen«, gestand er offen.

Alexandre de la Grange
Alexandre stand mit vor dem Bauch verschränkten Händen und leicht gesenktem Kopf da und hatte ruhig gewartet. »Nun, dafür ist dieser Ort schließlich gedacht, zur inneren Einkehr. Wenn Ihr noch Zeit benötigt - nehmt sie Euch. Ich kann Euch allein lassen.«

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»Ich habe... Wir haben um das gebetet was uns wichtig, lieb und teuer war. Weshalb scheuen manche diesen Raum? Aufgrund seiner eigentlichen Verwendung? Für uns ist es ein Altar in einem Tempel und zwar der Tempel unseres obersten Gottes. Wir wüssten nicht, was es hier zu fürchten gibt. Was fürchten Eure Schüler?«, hakte Dreux nach und stand langsam auf.

Alexandre de la Grange
Alexandre, streifte in aller Ruhe die Schuhe von den Füßen und trat ebenfalls ein. Er trat an das Tablett und nahm eines der geweihten Ritualmesser in die Hand. Er drehte es, um es zu betrachte, dann reichte er es Dreaux, mit dem Griff voran. »Von Magie erwarten die meisten, dass sie nur genügend Bücher wälzen und lang genug beten müssen und dann können sie sie verwenden wie sie Lustig sind. Doch wenn es daran geht, etwas dafür zu geben, stößt dieser Aspekt bei den meisten Interessenten auf Widerwillen. Sie wollen nichts geben für ihre Macht, sie wollen sie erhalten wie einen zwingenden Lohn, wenn sie lange genug lernen. Hochmut, Durchlaucht. Sie vergessen, dass sie demütig sein sollten in Anbetracht der Gabe und dass es Dankbarkeit, Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft sind, welche einen starken Bluthexer ausmachen - nicht die Zeit, die man hinter Folianten oder unter den strengen Augen eines brabbelnden Lehrmeisters verbringt. Nein, sie wollen nichts geben. Sie wollen nur, dass man ihnen gibt.«

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»Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere. Der Wahlspruch unseres Vaters. Was eine Person wünscht oder gar einfordert, sollte sie selbst bereit zu geben sein. Rechte und Pflichten - wieso steht das Recht an erster Stelle? Heißt es nicht vielmehr Pflicht und Recht? Sollte man nicht zuerst seine Pflicht erfüllt haben, bevor man überhaupt ein Anrecht auf etwas erwirkt? So sehen wir es, so wurden wir erzogen. Wir verstehen Euer Problem. Sobald es daran geht, dass den Worten Taten folgen sollen, sie die Worte nur noch Schall und Rauch. Man sollte zuerst zur Tat schreiten«, antwortete der Duc und nahm das Messer entgegen. Er wog es in der Hand und schaute es sich genau an. »Müssen wir ebenfalls ein Blutopfer darbringen?«, hakte er freundlich nach.

Alexandre de la Grange Heute, 21:29
Alexandre winkte ab und für einen Moment wirkte er sogar fast freundlich. »Niemand muss. Ich sperre meine Schüler schließlich nicht hier ein oder zwinge sie zur Selbstverletzung. Das Opfer muss von ihnen selbst kommen. Es ist eine Frage des Wollens. Ihr, Durchlaucht, seid kein Bluthexer. Es ist nicht erforderlich, für Ainuwar zu bluten, Ihr könnt Eure Dankbarkeit auch anders unter Beweis stellen. Zum Beispiel durch materielle Spenden an einen Tempel - nicht an unseren, wir haben alles - oder durch Taten, die dem Orden helfen, Ainuwars Willen umzusetzen. Ihr könntet auch einem Bluthexer helfen, als Zeichen der Anerkennung seiner Leistungen für das Wohl der Gemeinschaft. Solche Dinge.«

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Dreux reichte ihm das Messer mit dem Heft voran zurück. »Benennt etwas, dass Ihr benötigt oder einer der Euren und Ihr sollt es bekommen. Daran wird es nicht scheitern, dass wisst Ihr hoffentlich. Unsere Familie weiß Religion und Wissenschaft zu einen. Ist es nicht Ainuwar der dem Menschen den Verstand schenkte? Somit ist es im Grunde ein Gebet, genau jenen Verstand zu seinen Ehren in Höchstform zu bringen. Es ist eine Huldigung an unseren Gott, wenn wir im Namen der Forschung neues Wissen erlangen, darin besteht kein Paradoxon. Wir sind stets bereit Euch zu helfen, wisset dies. Nur können wir uns nicht persönlich im kleineren Rahmen kundig machen. Die Kunde muss an uns herangetragen werden - ähnlich wie die Gebete an unseren Gott. Wir können leider nicht überall gleichzeitig sein. Wir haben überall Augen, Ohren, Hände wie auch Schwerter - aber auch wir benötigen die überbrachte Botschaft. Also sollte Ihr Kunde haben, sprecht offen«, antwortete Dreux freundlich.

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Alexandre legte das Messer mit beiden Händen wieder sorgsam zurück. »Es gäbe da schon etwas, dass mir auf der Seele brennt ... es ist eine persönliche Angelegenheit, darum schiebe ich sie seit längerer Zeit vor mir her. Ich kümmere mich wenig um meine eigenen Belange, doch dieser Gedanke ist stets im Hintergrund und stört meine Konzentration. Es wäre daher eine große Erleichterung, wenn die Sache einen Abschluss finden könnte. Ist Euch die Menschenfresserin Derya ein Begriff, Durchlaucht?«

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Dreux nickte in Zeitlupe. »Wir wissen nur zu gut wer dies ist. Vor geraumer Zeit ereilte unseren Vater ein Elbrief des Comte Didier de la Chateaub. Er erbat die Hilfe der Himmelsaugen. In seinem Lehen kam es zu einem abscheulichen Verbrechen. Die Mehrfachmörderin Derya Letnaux sollte gerade für ihre Taten hingerichtet werden, als diese von einer unbekannten, vermummten Gestalt unter grösster Brutalität befreit wurde. Der Mann hat mehrere Büttel getötet, einige verletzt und den dortigen Henker schwer verletzt. Mehr als dass es sich um einen schlanken Mann handelte, kann nicht gesagt werden, da er wie erläutert, vermummt war. Unser Vater erließ folgendes Dekret: Diese Verurteilte, Derya Letnaux ist mit sofortiger Wirkung landesweit zur Fahndung ausgeschrieben. Das Himmelsauge welches die Verurteilte sah, wird umgehend seine Kollegen über deren Äußeres informiert haben, weißt trotzdem alle Himmelsaugen erneut an, Kenntnis über das Aussehen der Verurteilten zu erlangen. Ferner sind überall im Land Steckbriefe von der Verurteilten auszuhängen. Des weiteren beauftrage ich meinen Sohn Ciel damit, alle weiteren notwendigen Schritte einzuleiten. Uns ist bewusst, welche Belastung bereits auf seinen jungen Schultern liegt, aber ebenso wie die Befehlsgewalt, muss er das deligieren erlernen. Er soll die Ermittlungen gegen Derya Letnaux nicht persönlich leiten, er soll sie einem gewissenhaften Manne oder meinetwegen auch einem vertrauensvollen Weibsbild anheim geben und jene Person mit allen Rechten ausstatten.
Ferner ist in Erfahrung zu bringen, welche Person sich hinter dem Maskierten verbirgt. Wir möchten alle Informationen bezüglich der Verurteilten erhalten. Sämtliche zur Verfügung stehenden Informationen, mögen sie noch so klein und unscheinbar erscheinen. Der Vermummte könnte im direkten Zusammenhang mit ihr stehen, es könnte sich allerdings auch um einen angeheuerter Profi handeln. Ein einzelner Mann der zu so etwas in der Lage ist, klingt nach einem ausgebildeten Speziallisten. Die Hinzuziehung eines Himmelsauges in der direkten Ermittlergruppe halte ich für äußerst angebracht. Was diese Person einmal geleistet hat, wird sie wieder leisten können. Wir lassen unsere Büttel nicht abschlachten. Jeder von ihnen repräsentiert uns, Souvagne - treten die Büttel in Erscheinung, tritt die Staatsmacht Souvagnes in Erscheinung! Es wird eine Belohung auf das Ergreifen der Verurteilten in Höhe von 2.000 Talern ausgesetzt. Diese werden vom Hofe persönlich übernommen. Ferner wird jeder sachdienliche Hinweis auf Ergreifung des vermummten mit 500 Talern belohnt. Die Ergreifung des Vermummten werten wir höher als das der verurteilten Unperson. Sein Ergreifen ist mit 5.000 Talern ausgeschrieben! Beide Personen verurteile ich hiermit mit sofortiger Wirkung als Staatsoberhaupt Souvagnes zum Tode durch Pfählung!«. Dies war der Befehl unseres Vaters. Uns ist diese Schwerverbrecherin, diese... Menschenfresserin durchaus bekannt. Selbstredend den Göttern sei Dank nicht persönlich. Dürfen wir erfahren, welches Interesse Ihr an so einem Geschöpf habt? Sie ist des Todes«, erklärte Dreux so ruhig wie möglich. Er wusste nicht, ob seinem Gegenüber die Gefährlichkeit dieser Frau bewusst war. »Ihr seid Euch der Gefahr die von dieser Frau ausgeht bewusst?«, hakte er sicherheitshalber nach.

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»Das bin ich sehr wohl«, sagte Alexandre. »Ebenso ist mir durch Euren Bruder bekannt, dass jene Person ihrer gerechten Strafe entkam. Dass die Suche mit erneuter Intensität aufgenommen wird, ist, worum ich bitte, wenn es sich einrichten lässt. Ich weiß, dass Souvagne momentan ganz andere Sorgen hat und ich erwähne die Bitte nur darum, weil Ihr mich fragtet, womit Ihr mir helfen könntet. Wenn es nicht in den momentanen Haushaltsplan passt, ist es auch in Ordnung für mich, ich warte seit Jahren und kann noch ein paar Jahre länger warten, wenn es sein muss.«

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»In unseren Haushaltsplan hat soetwas zu passen, wo kämen wir hin, wenn wir an Recht und Ordnung sparen? Nein wir werden es einrichten und die Suche in andere Hände geben um unseren Bruder zu entlasten und die Suche nach der Unperson erneut voran zu treiben. Soweit uns bekannt ist, ist der Büttel, der die Botschaft aus Chateaub überbrachte noch vor Ort. Wer wäre demzufolge besser dazu geeignet, die Suche nach dieser Schwerverbrecherin aufzunehmen? Ein Abgleich der bereits vorhandenen Informationen mit unserem Bruder und gegebenenfalls Aufstockung des Personals auf eine kleine Ermittlergruppe wäre hier hilfreich. Habt Ihr Vorschläge?«, fragte Dreux.

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»Wenn erforderlich, kann ich mit dem betreffenden Büttel sprechen oder auch Ciel. Es gibt nichts, dass ich Euch sagen kann, was nicht auch er darüber wüsste. Er ist immer sehr besorgt, was die Menschen aus seinem Umfeld angeht und fragt sehr viel. Ich habe ihm alles erzählt. Personen zur Unterstützung kann ich Euch darüber hinaus nicht empfehlen, da ich mein Leben allein dem Dienst hier im Tempel des Blutes widme und mich von dem Dasein draußen so weit wie möglich distanziere. Doch Euer Bruder kann Euch sicher weiterhelfen oder auch Bellamy persönlich, der einen guten Überblick über die Streitkräfte hat und Euch notfalls weitere Ansprechpartner in den Abteilungen benennen kann.«

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»Habt Dank für den Rat, Ihr könnt sehr gerne mit dem Büttel sprechen. Vielleicht habt Ihr einen Hinweis für ihn oder der Mann für Euch. Hat diese Person eine Euch nahestehende Person ermordet? Sprecht bitte offen. Ich möchte verstehen, weshalb Ihr diese besondere Bitte an uns richtet. Gleichwohl habt Ihr völlig Recht damit, dass so eine Person keine Schonung verdient hat, sei es auch nur eine Minute. Nur leider haben die Kriegswirren wohl dieser Frau in die Hände gespielt«.
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Alexandre de la Grange
»Ich bin das letzte Opfer der Menschenfresserin und meines Wissens nach das Einzige, das einen ihrer Fressanfälle überlebte«, erwiderte Alexandre in einem gleichgültigen Tonfall, als würde er über das Wetter sprechen.

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Dreux erstarrte einen Moment zu einer Salzsäule. Eine Reaktion die alle möglichen Gefühle hinter einer würdigen Fassade verbarg. Für einen Moment sah er durch seine Blässe aus, wie aus Stein gehauen, ehe er wieder blinzelte. In so einer Tonlage über derart Erlebtes zu sprechen, bedeutete nur eines - es war für den Mann die einzige Möglichkeit selbst mit dem Ungeheuerlichen klarzukommen, ihm eine greifbare Dimension zu geben ohne den Verstand verlieren zu müssen bei bloßer Erinnerung. »Wir werden sie finden, dass schwöre ich Euch«, sagte Dreux sachte und legte Alexandre für einen Moment die Hand auf die Schulter. »Falls Ihr es wünscht, dürft Ihr sie persönlich richten«.

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»Ich habe vertrauen in die Fähigkeiten von unserem geschätzten Scharfrichter Dominique Dubois. Einen Menschen auf einen Pfahl zu ziehen - ich wüsste nicht, wie ich das bewerkstelligen soll. Er wird dies zur vollsten Zufriedenheit aller Teilhabenden durchführen, von der Delinquentin abgesehen. Doch ich würde gern bei ihrer Hinrichtung an einer Stelle sitzen, von wo aus ich einen guten Blick auf das Geschehen habe, wenn es sich einrichten lässt«, erklärte er absolut ruhig und kontrolliert. Man könnte meinen, das Öffnen der Tür zu seinem Heiligtum für einen Uneingeweihten würde ihm mehr Sorgen bereitet haben als damals die Begegnung mit der Männermörderin.

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»Selbstverständlich lässt es sich einrichten. Ihr werdet an meiner Seite sitzen, in erster Reihe. Dürfen wir erfahren wie Ihr entkommen konntet? Könnt Ihr darüber sprechen oder möchtet Ihr dieses Thema lieber für Euch behalten? Wir haben kein Interesse daran Euch zu quälen. Wir sind auch nicht von ungebührlicher Neugier. Es scheint nur so unglaublich, dass Ihr einen derartigen Angriff überleben konntet. Ihr müsst großes Glück gehabt haben. Gräul im Krieg oder im Kampf sind so einigen Soldaten und Chevalier bekannt. Aber solche Personen werden wir nie verstehen können. Dies ist weit ab jeder Bösartigkeit die jede Person schon selbst in sich gefunden und niedergerungen hat. Aber dies ist unbeschreiblich, wie kann man eine andere Person... fressen wollen? Und vor allem wie? Oder weshalb? Das ist Irrsinn«.

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»Ihr seid der Duc und Bruder meines talentiertesten, wennauch nicht gerade fleißigsten Schülers. Ihr seid das Gesetz. Warum solltet Ihr also nicht davon erfahren?«, sprach Alexandre gedehnt. »Es geht doch nur um ein paar körperliche Blessuren, nichts, was einen Bluthexer aus der Bahn werfen sollte. Es war sehr teures Lehrgeld und ich habe daraus gelernt und meine gerechte Strafe erhalten. Sie lockte mit gar süßem Liebreiz, wie eine Giftspinne und ich ließ mich verführen. In ihrem Daheim schlug sie ein erotisches Spiel vor, bei welchem sie mich ans Bett binden wollte mit gespreizten Armen und Beinen. Ich war jung und naiv und ließ es zu, obwohl ich sie noch nie zuvor gesehen habe - der Ruf des Fleisches, vor dem ich meine Schüler so warne. Und als ich gefesselt war, biss sie zu. Sie biss überall hin, wo ihre Zähne hingelangen konnten, bevorzugt in weiches Fleisch. Mein Körper ist bedeckt von den Narben. Da ich als Bluthexer Schmerzen recht gut vertrage, blieb ich bei Bewusstsein und es gelang mir, die Fesseln durchzureißen und die Menschenfresserin zu überwältigen. Ich konnte mich blutend und nackt vor die Tür schleppen, wo Ainuwar sei Dank gerade eine Büttelstreife vorbeikam. So wurde ich gerettet und Derya festgenommen.«

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Dreux senkte den Blick und nickte stumm. Er schwieg einen Moment um das Gehörte zu verarbeiten und malte sich gedanklich aus, was es für ein Grauen gewesen sein muss, leibhaftig und bei vollem Bewusstsein zu erleben, wie jemand anfängt einen aufzufressen. Er hatte sich nie darüber Gedanken gemacht, wie hart oder gefährlich ein Mensch zubeißen konnte. Aber wer biss schon andere Personen auf diese Art und Weise? Der Ruf des Fleisches, nun er kannte ihn auch. Wer kannte ihn nicht, bis auf einige wenige Ausnahmen. Und dort hatte er auch schon Frauen gebissen und war gebissen worden. Aber nichts grenzte an dieses Grauen. Es waren Liebesbisse, ein Akt des Vorspielt, dass die Vorfreude erhöhte. Aber wie hart musste sie zugebissen haben um jemanden dermaßen schwer zu verletzen? Dreux räusperte sich. »Habt Ihr eine Narbe die so liegt, dass Ihr sie uns problemlos zeigen könnt? Wir haben keine Vorstellung davon was menschliche Zähne so in diesem Fall anrichten können. Wir bitten Euch um einen Einblick. Wir können Euch nicht sagen, wie sehr wie Eure Tortur bedauern. Wir werden alles daran setzen, dass sie so schnell wie möglich gefasst wird«.

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Alexandre musterte den Duc. »Ihr seid Eurem Bruder sehr ähnlich. Äußerlich und offenbar zumindest teilweise auch innerlich. Allerdings fragte er nicht, sondern befahl. ›Zeig es mir, Alexandre‹, sagte er. Und er bekam zu sehen, was er sehen wollte - was geschieht, wenn man sich unter die Herrschaft seines Fleisches begibt. Danach war er ein besonders vorbildlicher Schüler. Ihr sollt die gleiche Antwort erhalten, wenn Ihr dies wünscht und das Ausmaß der Verletzungen zu sehen bekommen.« Alexandre zog Schicht für Schicht seine Kleider aus. Es schien, dass er immer weiter schrumpfte, den er war ziemlich voluminös eingepackt. Am Ende trug er nur noch die Unterwäsche. Er zog das Oberteil aus und auf seinem Oberkörper zeigten sich tiefe, halbmondförmige Narben. Besonders die Brust war betroffen, aber auch die Innenseiten der Oberarme. Er legte die Hände auf die Unterhose und zog den Stoff glatt. Darunter gab es nichts mehr.

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Dreux legte in einem Reflex die Hand auf den Mund und starrte den Mann, den Überrest eines Mannes an, der völlig nackt vor ihm stand. Der Duc schämte sich nicht für sein offenbartes Mitgefühl, denn was nützen all die Gesetze wenn man kein Herz und Mitgefühl mehr empfand. Und das was er sah, was er nicht mehr sah, schnürte ihm die Kehle zu. »Ich werde den Befehl meines Vaters revidieren. Sie wird leiden, wie nie zuvor ein Mensch gelitten hat, das schwöre ich Dir, als Privatperson. Du hast mein Wort, der Tod wird eine Gnade für sie sein«, flüsterte Dreux mit erstickter Stimme.

Alexandre de la Grange
»Letztlich ist es doch nur Fleisch«, entgegnete Alexandre. »Vermutlich hätte ich diese Amputation ab einem gewissen Erkenntnisstand aus einem freien Stücken von einem Chirurgen durchführen lassen. Es geht mir seither viel besser. Aber dass es nicht von mir selbst ausging, sondern über meinen Willen hinweg geschah - das ist es, was mich wütend macht!« Alexandre zog sich seine vielen Schichten wieder an.

Dreux Gifford de Souvagne
»Nur Fleisch? Nun mir sagte einst einmal jemand, wir haben keine Seelen. Wir sind Seelen, wir haben Körper. Aber dies bedeutet nicht, dass sich andere Personen darüber dermaßen hinwegsetzen dürfen. Ob Du Dir selbst irgendwann diese Verstümmelung angetan hättest, obliegt Dir allein. Sie hatte kein Recht dazu und da sie weder Dein Recht, noch das Recht anderer zum Leben anerkennt, wurde der Frau das eigene Recht zu Leben aberkannt. Sie ist ein Geschwür dass nicht weiter wuchern darf. Du magst daran einen Ausweg gefunden haben, aber bedenke nicht alle hatten dieses... nun ich mag es nicht mal mehr Glück nennen. Manche fanden vielleicht Erlösung in dem Tod, der letztendlich nach so einer Misshandlung eintrat. Aber dass Davor, dass Grauen, die Todesangst, die Schmerzen... sie hat nicht verdient zu leben. Wir werden sie fassen, zieh Dich bitte wieder an. Es schmerzt mich, Dich so zu sehen, vermutlich schmerzt es mich noch mehr, da ich selbst ein Mann bin und weiß, was Du verloren hast. Was Dir genommen wurde, auch wenn Du diese Form der Begierde ablehnst. Ich schäme mich dafür, dass dies hier geschehen konnte und sie noch nicht aufgehalten wurde. Ich weiß, dass Worte Dir keinen Trost schenken und Dein Leid nicht mildern, dennoch tut mir Dein Schicksal aufrichtig leid und ich finde in diesem Moment spreche ich einfach als Dreux zu Dir. Das gehört sich so, Du hast mir derartig vertrauliches offenbart, so sprechen wir auch vertraulich. Danke für Deine Offenheit, bitte bedecke Dich wieder«, Dreux trat einen Schritt näher und schaute sich die Narben auf der Brust an. Die Narben sahen seltsam aus. Ihm kam eine komische Frage in den Sinn. »Ist sie tatsächlich ein Mensch? Die Narben sehen aus wie von scharfen Zähnen«, flüsterte Dreux.

Alexandre de la Grange
Alexandre ließ sich Zeit. Der Duc, der nun als Dreaux zu ihm sprach, war extrem nervös und darum verhielt Alexandre sich entgegengesetzt und bewegte sich langsamer als nötig, um wieder Ruhe hinein zu bringen. Es dauerte eine Weile, ehe er seine ganzen Roben und Mäntel wieder übergezogen und an seinem Körper sortiert hatte. »Nun, währen menschliche Zähne in der Lage, jemandem die Brustwarzen abzubeißen oder noch Schlimmeres? Wenn sie geschärft sind, auf jeden Fall. Die Täterin hatte sie zurechtgefeilt. Als sie den Mund aufriss, sah es aus wie ein klaffendes Haifischmaul. Ich finde das Zitat sehr weise, bezüglich der Seelen. Von wem stammt es? Die Verstümmelung schmerzt jene, die sie sehen, mehr, als sie mir schmerzt. Sie befreite mich weitestgehend - leider nicht vollständig, aber ich arbeite daran - von Verlangen und ich bin seither ruhiger und sehe die Welt klarer. Es freut mich dennoch, dass Ihr, dass du, Dreaux, dich dafür einsetzen wirst, diese Unperson ihrer gerechten Strafe zuzuführen.« Er lächelte.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux versuchte sich eine Frau vorzustellen, die scheinbar attraktiv genug war einen gestandenen Mann um den Finger zu wickeln, aber das Maul eines Haifisches hatte. Gut solange sie den Mund zuließ, war alles in Ordnung. Das galt vermutlich nicht nur für diese Irre, dass galt für eine ganze Reihe Frauen... allerdings auch Männer die Dreux kannte, ganz ohne Haifischzähne. Am Meer als Kind hatte er einst einen echten Hai gesehen den man aus dem Meer gezogen hatte. Das Biest war riesig gewesen und die Zähne waren gewaltige Dreiecke gewesen die messerscharf waren. Einer der Fischer hatte ihm einen der Zähne herausgeschnitten und geschenkt. Den Zahn hatte er heute noch. Aber er hatte nie gedacht, dass er einmal diesen Ausflug zum Meer und den gewaltigen Raubfisch mit einem Menschen verbinden würde. Und schon gar nicht mit einer Frau. Was konnte diese Irre dazu veranlassen, einen Menschen anzufallen? Nun sie war wahnsinnig, da gab es keine logische Erklärung. In dem Moment, wo er die Frau verstand war er auf einer Ebene mit ihr und dass wollte er auf keinen Fall. Zum Glück benötigte Alex eine geraume Zeit, ehe er seine Kleidung wieder geordnet hatte. Das gab auch Dreux ausreichend Zeit um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen und sich zu beruhigen. Er konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen als diese Verletzung. Für immer verstümmelt, vom Sexualleben abgeschnitten, für immer die Schmach, sich nie wieder jemanden zeigen zu können. Sich verstecken zu müssen unter Tonnen von Stoff für die Tat einer anderen. Die Frau gehörte noch eher als der Raubfisch an einen Haken, ausgestellt im Hafen, während das eigene Blut ihr am Körper herablief. Der Fisch hatte nur getan, was seine Natur war. Die Natur des Menschen war aber nicht, andere Menschen zu fressen. So gut es ging erwiderte Dreux das Lächeln seines Gegenübers. Es war kein Lächeln der Freude, es war ein Lächeln, um den Schmerz zu überspielen. »Wir besuchen den Büttel, der uns von dem Verbrechen berichtete. Folgt mir«, bat Dreux.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#4

Beitrag von Alexandre de la Grange » Sa 7. Apr 2018, 00:41

Das Asservat

Alexandre de la Grange
»Wohin gehen wir?«, wollte Alexandre wissen, als er dem Duc folgte.

Dreux Gifford de Souvagne
»Der Büttel Jardine ist noch vor Ort. Er hat seinerzeit den Bericht des Comte Chateaub überbracht, der uns mitteilte dass die Schwerverbrecherin entkommen war. Der Bericht enthielt die von uns bereits erläuterten Daten. 46 Männer hat die Menschenfresserin auf dem Gewissen. Zur Flucht verhalf ihr ein vermummter Kerl, der ebenfalls gesucht wird. Dieser Mann verletzte Büttel und den Henker vor Ort. Und er tötete einige Büttel bei ihrer Flucht. Dass kann nicht hingenommen werden. Soweit uns bekannt ist, hat auch jene Derya einige Büttel auf der Flucht verletzt. Wir vermuten dass Jardine einer von ihnen ist, denn er trägt eine gewaltige Narbe im Gesicht. Ob unsere Vermutung den Tatsachen entspricht, vermögen wir nicht zu sagen. Damals erhielt unser Vater die Nachricht und wir waren so gesehen nur Zuschauer des Ganzen. Übrigens das Zitat stammt von unserem Vater, jenes nach dem Ihr vorhin fragtet. Für uns schien es logisch, dass Ihr jenen Mann kennenlernen sollt, der die Botschaft der Flucht der Menschenfresserin überbrachte. Wir wissen nicht ob oder wie es Euch helfen könnte, aber vielleicht tut es dass. Was wir für Euch hoffen«, antwortete Dreux freundlich.

Alexandre de la Grange
»Gut, dass es nicht weit ist, denn normaler Weise verlasse ich den Tempel des Blutes nicht. Und schon gar nicht auf große Entfernungen und am allerwenigstens ohne entsprechende Vorbereitung und Begleitung. Soll Ciel in der Bibliothek warten oder darf ich ihn vorerst aus dem Unterricht entlassen? Er schien sich gerade in die Lehrmaterialien vertieft zu haben.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Nun dass war uns nicht bewusst, könnt Ihr uns denn problemlos folgen oder möchtet Ihr den Tempel nicht verlassen? Ciel könnte uns begleiten, wenn Ihr Euch dann sicherer fühlt«, bot Dreux an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam jedoch schon von allein aus der Bibliothek. »Allein nach da draußen zu gehen kannst du dem Meister nicht zumuten, Dreaux. Ich werde euch begleiten.«

Alexandre de la Grange
Alexandre rümpfte ein wenig die Nase. »Ich wollte mich gerade freuen, dass du dir wieder Zeit für deine Ausbildung nimmst. Aber wenn du mich unbedingt begleiten möchtest, werde ich dich nicht aufhalten. Macht Euch keine Umstände, Majestät«, sagte er dann zu Dreaux. »Ich komme schon zurecht und bin gespannt auf die Begegnung mit Jardine.«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte verstehend. »Begleite uns Ciel, ich habe nicht gewusst dass er nicht den Tempel verlassen mag oder kann. Mein Vorschlag war, dass wir ihm den Büttel vorstellen, der seinerzeit die Botschaft von Deryas Flucht überbrachte. Du erinnerst Dich, als Vater Dir den Auftrag gab, diese zu stellen. Der Krieg schützte sie, wir müssen die Aufgabe in fähige Hände delegieren. Die Schonzeit für die Menschenfresserin ist vorbei. Ein wichtiges Merkmal habe ich Dank Alex Bericht erhalten. Stell Dir vor, die Frau hat Zähne wie ein Hai. Ich gehe davon aus, dass einem sowas doch auffallen würde. Wenn wir beide miteinander sprechen, sehe ich ja auch Deine Zähne. Also wenn dieses Subjekt ein Brot kaufen geht und bestellt, muss es doch wem auffallen. Sie wird ja nicht nur schweigend durch die Lande ziehen. Die Information müssen wir dringend an die Himmelsaugen weitergeben. Du erinnerst Dich an die Agenten der Autarkie? Wir benötigen eine ähnliche Truppe. Eine die uns loyal gesonnen ist. Eine die einen klugen Kopf an der Spitze hat, aber auch einen zweiten Mann, der unser Mittelsmann ist - quasi eine Kontrollinstanz. Was hältst Du davon? sozusagen eine Mobile Eingreiftruppe, die in solchen Verbrechen losgeschickt wird, das Subjekt zur Strecke zu bringen. Ermittler und Vollstrecker in einem. Ähnlich der Himmelsaugen, nur eben kein Orden. Wobei diese gegebenenfalls auch mit den Himmelsaugen zusammenarbeiten könnten. Was hältst Du von der Idee? Ich meine, hätten wir die Agenten noch und es wäre nicht zum Eklat gekommen, dann wäre diese Derya bereits Geschichte und würde auf dem Marktplatz vor sich hinfaulen, wie es sich gehört«, antwortete Dreux seinem Bruder und wandte sich dann an Alex. »Der Büttel macht einen sehr ruhigen und gefassten Eindruck. Ich denke Euer Hinweis wird uns gute Dienste erweisen Alex. Das mit den Zähnen ist ein kaum zu übersehendes Merkmal«, antwortete Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte unauffällig eine beschwichtigende Geste mit der Hand, welche Alexandre abgewandt war, als Dreaux ansprach, dass dieser womöglich nicht in der Lage wr, den Tempel aus freien Stücken zu verlassen. Alexandres Schwächen offen als solche anzusprechen, war selten eine gute Idee. Besser war es, seine Tatsachenverdrehungen im Raum stehen zu lassen. Er musste Dreaux in einem passenden Moment darauf hinweisen. »Hört sich nicht schlecht an, die Idee mit der mobilen Eingreiftruppe. Hast du schon jemandem im Visier?«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux neigte den Kopf kaum merklich, als Zeichen dass er verstanden hatte diesbezüglich zu schweigen. »Danke, nein ich habe noch niemanden ins Auge gefasst. Von den alten Agenten lebt den Göttern sei Dank niemand mehr. Wir müssen den Spagat hinbekommen, dass diese Gruppe treu und zuverlässig ist, aber frei genug ihre Entscheidungen so zu treffen, dass sie nicht ständig Rücksprache benötigen. Ähnlich der Himmelsaugen. Das heißt, sie müssen besonders loyal sein. Sprich ich würde ihnen jetzt den Auftrag geben, Derya zu töten. Wie muss mir gleichgültig sein dürfen. Diese Gruppe, diese Agenten werden Derya selbständig suchen und töten. Das wie, wo, das wann ist alles in ihrer Hand. Sonst könnte ich gleich selbst losziehen oder? Sie müssen sich wie gesagt durch besondere Zuverlässigkeit auszeichnen und Treue zur Krone. Und ich möchte einen unabhängigen Mittelsmann in der Gruppe. Sprich der Kopf der Truppe entscheidet, wir töten Derya auf irgendeine Weise. Der Mittels- und Kontrollmann muss dem Obersten seine Zustimmung dazu geben. Sicher auch das System könnte kippen indem die beiden Schulterschluss beziehen. Aber letztendlich soll jeder von ihnen der Krone dienen. Gut wäre vielleicht, diesre Krontrollmann wäre ein Himmelsauge. Jemand der hart genug ist um solche Entscheidung ohne mit der Wimper zu zucken zu treffen, aber auch taff genug einer Gruppe entgegen zu stehen und zu sagen, so nicht. Zumal ein Himmelsauge seinen eigenen Orden im Rücken hätte, um so eine Antwort durchzusetzen. Und dann habe ich mir in Anbetracht von Vaters Abwesenheit noch überlegt, dass ich nicht nur die Erbmonarchie abschaffen werde, sondern durch Überreichung wird die Krone übergeben. Nein wichtiger ist noch, wir benötigen einen Mann im Amt, der mit unserer Stimme - der Stimme der Krone sprechen darf. Jemand, der es uns ermöglicht, unser Land nicht mehr verlassen zu müssen, für solche Verhandlungen wie sie gerade in Ehveros stattfinden. Damit wäre das Problem einen von uns festsetzen zu können aus der Welt geschafft«, erklärte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam große Augen. »Du hast dir ... sehr viel überlegt. Hast du es besonders eilig? Ich möchte dich nicht kritisieren, aber du triffst sehr viele Entscheidungen zur Umstrukturierung in sehr kurzer Zeit. Brennt dir etwas auf der Seele oder warum bist du so erpicht darauf, alles neu zu entwerfen? - Alexandre, Ihr würdet mir eine Freude machen, wenn Ihr Euch bei mir einhaken würdet.« Ohne ihn anzusehen tastete der Erzhexer nach Ciels Arm und folgte der Bitte. Er sah noch blasser aus als sonst, als sie sich der Oberfläche näherten. Ciel half ihm hinauf in die Kapelle und als sie alle drei oben standen, schob er den Geheimgang wieder zu. Er öffnete die Tür des Gebäudes und verschloss es hinter ihnen wieder mit dem Schlüssel. Auf dem Weg zum Palast blieb Alexandre die ganze Zeit bei ihm untergehakt und Ciel merkte das Zittern des Erzmagiers.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte Ciel mit einem Seitenblick, allerdings ohne den Kopf zu bewegen nur seine Augen zuckten zur Seite. »Was glaubst Du wohl warum ich das tue? Was ist wenn Vater zurückkehrt und ich keine einzige vernünftige Änderung zu Stande gebracht habe, was den Ist-Stand betrifft? Ich bin in Zugzwang meinen Wert unter Beweis zu stellen. Er soll sehen, dass meine Ideen keine utopischen Gedankengebilde sind, sondern er soll sehen, dass ich mir Gedanken um uns und unser Land mache. Das mir genauso viel daran liegt, dass Souvagne mit jeder Entscheidung die ich dahin gehend treffe ein sicherer und besserer Ort für seine Einwohner wird. Es wird niemals 100% Sicherheit und Überwachung geben, aber bei einem Schnitt von 98% wäre ich schon dabei zu sagen, ich habe fast Perfektion erreicht. Wie soll man denn jede Person schützen? Das erreicht man nur durch Kontrolle und dafür benötigen wir loyale Untertanen. Nicht nur die Himmelsaugen. Wir benötigen mehrere Optionen, wir müssen uns auf alle Seiten absichern. Die Himmelsaugen sichern das Land intern, aber wir benötigen auch eine Eingreiftruppe, die wir zur Not in die Fremde schicken können. Sagen wir diese Derya lebt nun in Naridien, es ja liberal genug sowas zu dulden. Dann schicken wir unsere Agenten, die diese Schwerverbrecherin stellen und eleminieren. Ebenso könnte man mit Verrätern verfahren. Jeder soll wissen, dass uns der Schutz unserer Untertanen alles bedeutet. Es gibt keinen sicheren Ort wo sich ein Verbrecher oder ein Verräter verstecken kann. Und wenn die Agenten ihn aus dem hohen Norden abholen müssen, sie werden ihn finden. So sehe ich das. Niemand soll sagen können, das wir für einen der unseren untätig geblieben sind. Der kleinste wie der größte Souvagner untersteht unserem Schutz. Folglich muss ich so handeln. Und ich muss zeigen wie ernst es mir damit ist«, sagte Dreux vehement.

Ciel Felicien de Souvagne
»Man merkt, dass du dir viele Gedanken gemacht hast, wie genau du das verwirklichen kannst. Deine Idee gefällt mir. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Souvagne ein Ort ist, an dem Verbrecher unter unserem Schutz und Schirm leben, die ihre Gräuel außerhalb begangen haben. Das mag man tolerieren oder nicht, umgekehrt darf es jedoch keine Verbrecher geben, die von außen nach Souvagne hineingelangen, um hier ihre Untaten zu begehen oder, noch schändlicher, dass sich verbrecherische Souvagner ihrem Urteil entziehen, indem sie einfach das Land verlassen. Es ist, wie du sagst, insbesondere nach Naridien erfolgt ein solcher Austausch. Von daher unterstütze ich deinen Entwurf.«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte. »Nun wir Souvagner halten zusammen und was ein Souvagner mit einem Naridier macht muss uns nicht scheren oder siehst Du das anders? Solange er sich hier an Recht und Ordnung hält ist diese Person in Souvagne ein unbescholtener Bürger. Natürlich könnten das andere Nationen anders sehen. Warum erwähnst Du das Ciel? Wie ist Deine Sicht dazu? Ich gehe rein von uns aus. Schadet uns jemand, verfolgen wir dies mit aller Härte. Schadet eine Person Fremden ist mir dies gleich. Ich bin der Duc von Souvagne, nicht der Duc Asamuras«, grinste Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sicher, unsere oberste Sorge muss dem eigenen Land und den eigenen Leuten gelten. Doch sind wir ja nicht hermetisch abgeriegelt von der Außenwelt, obgleich der Wall laut Vater noch verdickt, erhöht und verstärkt werden soll - inklusive Schleusentoren. Selbst dann gibt es einen Austausch und ich bin stets dafür gewesen, die unmittelbar umliegenden Ländereien auch im Blick zu behalten, da sie eine Art Pufferzone bilden können. Und wer weiß, manchmal wächst Souvagne unverhofft, siehe die Hohe Mark, die seit kurzem Neu-Souvagne genannt wird. Daher finde ich es sinnvoll, manchmal auch vor den Grenzen zu kehren, wenn man kann und es angebracht ist.«

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux dachte einen Moment über Ciels Worte nach. »Nun dass funktioniert aber nur, wenn man die anderen Länder als Verbündete betrachtet und nicht als Feinde oder Konkurrenten. In dem Fall könnte man einen regen Austausch sogar in Betracht ziehen, sprich man könnte sogar Verbrechensbekämpfung länderübergreifend regeln. Aber glaubst Du das würde Vater dulden? Ich weiß es nicht Ciel, wie Du schon sagst hat er vor die Grenzen extrem zu sichern. Nun seine Meinung könnte sich nach Ehveros geändert haben. Ich müsste mit ihm Rücksprache halten. Das wir unter keiner Käseglocke leben ist Fakt. Wie sehen Sie die Sache Alex?«, fragte Dreux freundlich und führte die beiden zurück in den Palast, während er weiter zur den Quartieren der Palastwache durchging.

Alexandre de la Grange
»Alex?«, fragte der Erzhexer irritiert zurück. »Bislang war Euer Bruder der Einzige, der mich so nennen durfte. Aber gut, für manche Dinge gibt es auch ein zweites Mal. Von Politik habe ich keine Ahnung, von einem oberflächlichen Grundlagenwissen abgesehen und dem, was ich von Ciel so mitbekomme. Ich habe mich vor vielen Jahren davon abgekehrt, mich mit physischen Problemen zu befassen. Ich vertraue Euch, Eurem Vater, Euren Brüdern und den Männern, die Ihr beauftragt, dass Ihr Euch hervorragend um unser Land kümmert, so dass ich mich ganz entspannt zurücklehne und mich Eurer Herrschaft anvertraue, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Ich denke für den Duc de Souvagne macht Ihr sicher eine Ausnahme«, schmunzelte Dreux. »Vielen Dank für das Kompliment, das freut mich sehr. Wir vertrauen Euch ebenso, was unsere Sicherung angeht. Zwar war uns diese vorher nicht bekannt, aber sie war dennoch da. Und sollten wir je Kinder haben - was wir hoffen - dann gilt deren Schutz vor dem unseren. Wir sind fast da«, erklärte Dreux schmunzelnd und betrat den Bereich der Garde. »Das habe ich auch noch zu regeln Ciel«, stöhnte Dreux. »Ein Fest schwebte mir vor, mit allen Familien des Hochadels. Ich werde kein Geheimnis daraus machen, dass ich eine Frau suche. Das wird die Suche vielleicht vereinfachen, eventuell finde ich jemanden aus Neu-Souvagne? Greg hatte ja Glück... nun oder ich gehe eine Verbindung mit einem alten Adelshaus ein, sie sollte nur ungefähr mein Alter haben. Tausend Dinge die ich gleichzeitig im Auge behalten muss. Aber nun Schluss davon, nun geht es um Euch Alex und Euere Bitte. Diese haben wir nicht vergessen«, fügte Dreux an. Der Duc marschierte durch die Quartiere und ging bis zur Küche durch. Jedem dem sie begegneten verneigte sich wie es sich gebührte. In der Küche wurden sie vom Personal empfangen und von Gil der sich ebenso wie die anderen Anwesenden verneigte. »Hoheiten«, sagte er respektvoll knapp und verneigte sich, während sein Hund aufmerksam den Kopf schief legte. »Rührt Euch Büttel Jardine. Dies ist Marquis de la Grange, er ist eines der Opfer von Derya - der Menschenfresserin. Wir möchten Euch einander vorstellen um diese Unperson dingfest zu machen«, erklärte der Duc.

Alexandre de la Grange
Alexandre schloss seine Finger fester um Ciels Arm, als der Duc von seiner künftigen Braut und seinem Kinderwunsch zu sprechen begann. Er hatte gewusst, warum er sich in seinem unterirdischen Tempel verschanzte wie in einer Gruft. Für Dreaux und alle anderen war dies ein normales Thema, ein alltägliches - für Alexandre war es, als würde die ganze Welt mit dem Finger auf die Narbe zwischen seinen Beinen zeigen. Der Duc stellte ihn dem Büttel vor, doch noch ehe Alexandre sich wieder sammeln konnte, hatte Ciel einen Diener herangewinkt, der dem Erzhexer einen Stuhl unter das Hinterteil schob. Freundlicherweise setzte auch der Prince sich nieder, so dass es nicht ganz so peinlich war, dass ihm die Beine versagt hatten. »Organisiert Euch einen Stuhl und setzt Euch zu uns«, befahl Ciel dem Büttel. »Ihr auch, Bruder?«

Gilbert
Gil stellte dem Duc einen Stuhl hin und zog sich dann selbst einen Stuhl beiseite um dem Wunsch von Ciel nachzukommen. Er musterte den Bluthexer aufmerksam, während Lex seinen Kopf auf das Bein von Alex ablegte und ihn mit großen Augen anschaute. »Wir kennen uns, jedenfalls vom Sehen. Ihr wart das letzte Opfer der Menschenfresserin, der einzige Überlebende. Es wird für Euch alles andere als eine Beruhigung sein zu erfahren, dass genau jene Person sich ihrer gerechten Strafe entzogen hat. Sie war gerade auf dem Weg zur Hinrichtung, was sage ich das Luder sollte gerade hingerichtet werden, das das Miststück befreit wurde und zwar unter größter Gewalteinwirkung«, sagte Gil.

Alexandre de la Grange
Alexandre legte dem Hund die Hand zwischen die Ohren und streichelte ihm den Kopf. Ciel zog sanft seinen Arm von Alexandre fort, denn sitzen konnte der Erzhexer auch gut allein. Alexandre lächelte den Hund ein wenig an. »Guter Junge«, sagte er und kraulte ihn vorsichtig mit einem Finger hinter dem Ohr, während der Büttel ihm erklärte, wer er war. »Ja, ich erinnere mich an Sie, antwortete Alexandre mit fester Stimme. »Der Duc versicherte mir, dass die Jagd nach der Täterin wieder aufgenommen werden soll. Ich bin hier, um meinen Teil zu ihrer Ergreifung beizutragen, sofern es etwas gibt, womit ich Ihnen dabei helfen kann.« Er sprach sehr ernst und sachlich. »Sie können mich alles fragen, was sie wissen möchten.«

Gilbert
Er nickte knapp, während Lex genüsslich die Augen schloss. »Was im offiziellen Bericht steht, dürfte Ihnen bekannt sein, haben Sie irgendwelche Hinweise, die nur Sie wahrnehmen konnten? Haben Sie eine Vermutung, wer dieser Vermummte sein konnte? Alles was wir vor Ort finden konnten ist uns bekannt. Eventuell hat die Frau etwas zu Ihnen gesagt. Hatte sie so seltsam das klingt einen Partner? Hat sie so etwas erwähnt? Oder sprach Sie überhaupt nicht von sich selbst? Meinem Herrn und mir ist genauso daran gelegen, die Frau zur Strecke zu bringen«, versicherte Gil Alex.

Alexandre de la Grange
»Ja, ich bin mit dem Inhalt des Berichtes sehr vertraut«, erwiderte er trocken. »Von einem Partner weiß ich nichts, unsere Gesprächsinhalte waren oberflächliche Themen, die im gegenseitigen Einvernehmen den einzigen Zweck erfüllten, die Lust auf körperliche Nähe zu schüren, sich auf einen geeigneten Ort zu einigen und sich gemeinsam an diesen zu begeben. Dort ging es um persönliche Vorlieben, bei denen jedoch im Nachhinein betrachtet stark anzunehmen ist, dass ich dahingehend belogen oder zumindest nicht abschließend informiert worden bin. Eine sonderlich gute Gesprächspartnerin war sie summa summarum nicht, aber das war schließlich auch nicht Sinn und Zweck der Konversation.«

Gilbert
»Irgendwie musste Sie Euch in ihr Haus locken. Ich hatte nur gehofft, sie hätte irgendetwas Verfängliches gesagt, etwas, was uns auf die Spur eventueller Verbündeter führt, oder Mittäter. Aber scheinbar agierte sie völlig allein. Jedenfalls ist dies anzunehmen. Ist Ihnen vorher sonst etwas aufgefallen?«, fragte Gil.

Alexandre de la Grange
»Sie hatte nichts gesagt, was mir in irgendeiner Form außergewöhnlich erschienen wäre. Eigentlich verhielt sie sich recht normal, wie eine Frau sich eben üblicher Weise verhält, wenn sie Interesse an Zweisamkeit mit einem hat. Sie lächelte viel, suchte Vorwände, um mich zu berühren und testete aus, ob ich zurückweichen würde. Ich tat es nicht, ich war damals noch nicht auf dem selben Erkenntnisstand wie heute und empfänglich für solche einfachen Bedürfnisse des gewöhnlichen Mannes. Ihre geschärften Zähne waren nicht zu übersehen, doch ich fand sie eher interessant als abschreckend. Mein Geschmack unterschied sich bereits damals von dem der breiten Masse. Die Täterin war mit dem Zeichen des Chaos tätowiert und ich fragte in die Richtung, doch sie hatte keine magische Begabung und auch keine höhere Bildung vorzuweisen.«

Gilbert
Der Büttel nickte interessiert. »Die Frau war mit vielen Zeichen übersät. Die meisten waren auf dem Rücken, einige an den Armen. Welches war das Zeichen des Chaos? Eventuell handelt es sich um eine Anbeterin des Rakshors?«, fragte er verwundert.

Alexandre de la Grange
»Ah, nein. Es war nicht die Chaosspirale, wie sie heute üblich ist, sondern ein archaisches, heute wenig verbreitetes Zeichen, welches man umgangssprachlich als Chaosstern kennt. Es zeigt acht nach außen gerichtete Pfeile, die einen Kreis durchstoßen. Es existiert auch eine Variante, in welcher die Pfeile sich mittig kreuzen. Die Symbolik ist in primitiven Kulten und Sekten verbreitet und keiner bedeutenden aktuellen Strömung zuzuordnen. Sie trug das Zeichen auf dem Unterarm.«

Gilbert
»Also entweder bedeutet ihr selbst dieses Zeichen etwas, oder es ist eine okkulte Gruppe von der wir nicht wissen. Hoffen wir, dass Erstes der Fall ist. Ich hatte vor die Ermittlungen weiterzuführen, aber wenn sie von offizieller Seite weiter unterstützt werden, ist das natürlich umso besser. Ich denke Ihr habt ebenso ein Interesse daran wie ich diese Frau auf dem Richtblock zu sehen. Euch zeichnete sie wesentlich schlimmer als mich.«

Alexandre de la Grange
»Ja«, sagte Alexandre nur.

Gilbert
Gil nickte einmal knapp, im Grunde war es nur ein Rucken mit dem Kopf nach unten. Er hatte damals mit seinen Kollegen den Mann gefunden. Welche Verstümmelungen, Verletzungen und sonstigen Folterungen er durchlebt, überlebt hatte musste er hier nicht erneut aufzählen. Ihm waren sie nur zu gut bekannt und dem Marquis selbst wohl am besten. Er wollte keine alten Wunden aufreißen, Wunden die wohl nie verheilen konnten. Wie auch? Selbst wenn die Frau auf dem Richtblock endete, war es für sie vorbei. Sie war tot und hatte alles hinter sich. Für den Marquis endete die Folter niemals. So lange er lebte und an sich hinab sah, sah er die Gräul die diese Frau verübt hatte. Vermutlich hatte er nicht einen einzigen Spiegel im Haus. Gil selbst hätte nicht gewusst, ob er den Mut gehabt hätte mit dieser Form der Verletzung weiter zu leben. Ob er es ertragen hätte. Das Mitlied der anderen in den Augen, das Wissen bei einigen Personen, sie hatte ihn mehr als getötet, sie hatte ihn vernichtet. Alles was er einst gewesen war, mit seinen Wünschen, Träumen, Vorstellungen oder auch Zukunftsplänen all dass hatte sie ihm mit einem einzigen Biss genommen.

Alexandre de la Grange
Alexandre bemerkte Ciels besorgten Blick von der Seite. Doch Alexandre war entschlossen, sich keine weitere Blöße zu geben. Es reichte, dass ihm die Beine kurzzeitig versagt hatten. Er streichelte den Hund. Ihn beruhigte das Tier, das ihn mit sanften braunen Augen anblinzelte. »Ein gutes Tier. Sicher kann er auch ganz anders. Ist er ausgebildet oder nur Haustier?«

Gilbert
Gilbert grinste das erste mal und das Grinsen erreichte auch seine Augen. Wie immer, wenn man über seinen Hund sprach, sprach man damit einen Teil seiner Seele an. »Oh er kann auch ganz anders, er ist sozusagen Büttel genau wie ich, nur vermutlich in manchen Fällen wesentlich effektiver. Jedenfalls hat es noch keinen beruhigt, wenn ich ihn anstarre oder anblinzele, er schafft es. Er ist quasi alles in einem. Ein Gesamtpaket, er ist Büttel, mein Diensthund, mein Haustier aber das wichtigste ist er ist mein bester Freund. Er trägt sozusagen die Zähne des Gesetzes im Maul und die sind recht scharf. Ich vermute er kann Menschen in die Seele gucken. Drum mag er einige scheinbar grundlos und andere verachtet er. Und andere möchte er angehen. Die Aggression ist dann stets echt, aber er lebt sie nicht aus. Seine Wut in meinen Händen, wenn Ihr so möchtet. Ich könnte ihr freien Lauf lassen oder sie in gewünschte Bahnen lenken. Aber meist weiß er ganz genau was zu tun ist, oder was er lassen sollte.«

Alexandre de la Grange
»Haben Sie einmal versucht, dabei jemandem den Kopf auf die Knie zu legen?« Alexandre schmunzelte ein wenig. »Vielleicht liegt darin der Schlüssel. Hunde sind vierbeinige Boten der Götter. Sie erinnern die Menschen daran, was sie einst vergaßen. Sie tragen ein Urwissen in sich, für das es keine Worte gibt und auch keine Worte braucht. Kein anderes Tier hat sich je so tief mit uns verbündet und das hat seinen Grund. Hunde zu töten sollte genau so hart geahndet werden, wie der Mord an einem Menschen. Man sollte ihren Status als Heilige Tiere auch juristisch festhalten. Das ist das Einzige, was ich mir an Gesetzesänderungen wünschen würde, wenn ich dahingehend etwas zu entscheiden hätte.«

Gilbert
»Vor dem Gesetz ist Lex kein Hund, er ist Büttel. Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Wer sagt, dass man Liebe nicht kaufen kann, irrt sich. Man kann sich sehr wohl einen Hund kaufen. Nein also mit dem Kopf auflegen habe ich es noch nicht versucht, aber ich glaube das überlasse ich Lex«, lachte Gil.

Alexandre de la Grange
»Immerhin ein Anfang«, fand Alexandre. »In meiner Familie hält man Windhunde. Das Gelände unserer Scholle ist dafür prädistiniert, wenige Bäume, viel flaches Gehölz, im Osten läuft es zur Wüste hin aus. Als Hund für einen Büttel ungeeignet, aber als Jagdhund im offenen Gelände unschlagbar.«

Gilbert
»Welche Art von Windhunde? Viele Hunde sind ja dem Adel vorbehalten, wobei verzeiht - Ihr seid ja von Adel. Von daher dürfte das für Euch kein Problem darstellen. Lex ist zwar nicht annähernd so schnell wie ein Windhund, aber schneller als jeder Mensch und das reicht aus«, grinste Gil.

Alexandre de la Grange
Alexandre überhörte den Patzer. »Es ist eine alte Rasse aus der Tamjara. Seit die Kultur der Tamjid im Niedergang begriffen ist, sind dies auch ihre Windhunde. Meiner Familie ist es gelungen, über viele Umwege und eine nicht geringe Summe an einige heranzukommen. Es sind wunderschöne Tiere mit tiefer Brust und kurzem Fell. Im Gegensatz zu den einheimischen Windhunden haben sie Stehohren. Sie sind leider etwas witterungsempfindlich, ansonsten aber robust und anspruchslos. Meine Familie verkauft sie nicht, sondern züchtet sie nur zur Erweiterung der eigenen Jagdmeute. Aber wenn es Ihnen gelingt, die Täterin erneut dingfest zu machen, soll einer von diesen edlen Hunden Ihrer sein.«

Gilbert
Gilbert hörte Alexandre zu und freute sich über dieses wirklich außergewöhnliche Angebot. »Das Angebot nehme ich gerne an, aber auch ohne diese wundervolle Aussicht würde ich diese Frau lieber heute als morgen tot sehen. Das schwöre ich ihnen. Dennoch sage ich natürlich nicht nein, zu diesem außergewöhnlichen Geschenk, vielen Dank«, freute sich Gil.

Alexandre de la Grange
»Ich bin mir sicher und es soll auch nicht den Charakter von Bestechung haben, sondern verdeutlichen, wie wichtig mir dieses Anliegen ist und meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, so Sie denn erfolgreich sind, was ich sehr hoffe, im eigenen Interesse und dem der Allgemeinheit.«

Gilbert
»Es ist in unser beider persönlichem Interesse. Sie töte 46 unschuldige Männer, sie tötete Euch fast, sie tötete Freunde und Kollgen auf ihrer Flucht und sie hat mich fast ein Auge gekostet. Glaubt mir, ich empfinde nicht das geringste Bedauern, wenn dieses Weib den Kopf verliert. Ich bedauere ihre Opfer. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass Ihr mich bestechen wolltet Herr. Immerhin handelt es sich dabei um meine Arbeit«.

Alexandre de la Grange
»45 Männer«, korrigierte Alexandre. »Ich weile offensichtlich noch unter den Lebenden.«

Gilbert
»Ich wollte Euch nicht zu nahe treten, ich habe nur wiederholt, was in dem Bericht stand, vielmehr was mein Herr an den Duc schrieb. Ihr weilt eindeutig noch unter den Lebenden Marquis«, antwortete Gilbert. Er wusste nicht, ob er zum Glück sagen sollte, drum verkniff er sich jeden weiteren Kommentar. Der Mann würde es vielleicht als Beleidigung oder Hohn werten. Und im Grunde hatte ihn diese Frau getötet, man sah es ihm an, er hatte sich vor langer Zeit selbst verloren. Er hatte jeden Bezug zu sich, seinem Körper und seinem Leben verloren. Er war nicht mal mehr ein Schatten seiner selbst, denn an sonnigen Tagen hatten sogar Schatten mehr Substanz als dieser geschundene Mann. Aber all diese Überlegungen durfte Gil nicht aussprechen, denn es würde das, was noch übrig war zerbrechen. Und dafür war er nicht hier, es war nicht seine Aufgabe auf den Gräbern anderer zu tanzen, seine Aufgabe bestand darin, Gräber zu verhindern.

Alexandre de la Grange
»Nun, ich vermute, es wurden die Beweise gezählt«, sinnierte Alexandre. »Und nicht daran gedacht, dass jemand so etwas überleben könnte. Aber ja, ich habe überlebt. Ich möchte euch kurz etwas sehr Persönliches fragen. Bitte folgt mir einen Augenblick nach draußen.« Auf den fragenden Blick von Ciel schüttelte Alexandre den Kopf und ging allein vor.

Dreux Gifford de Souvagne
Gilbert folgte dem Marquis ohne zu zögern und auch Lex schloss sich ihnen an. Aber seine spitzen Ohren hörten nur zu, er war wohl der Verschwiegenste der ganzen Truppe. Gil trat dicht an den Marquis de la Grange heran, damit dieser nicht zu laut sprechen musste. »Ich höre Herr? Wie kann ich Euch behilflich sein?«, fragte er flüsternd.

Alexandre de la Grange
Alexandre ging ganz dicht an das Ohr von Gilbert heran, so dass dieser von seinem Körpergeruch umwölkt wurde. »Was ist mit den Beweisen geschehen? Werden sie irgendwo aufbewahrt?«

Gilbert
»Ja Herr natürlich, jene Beweise die wir sicherstellen konnten wurden nummeriert, katalogisiert und nennt man in unserem Beruf Asservate. Sie befinden sich in einer Asservatenkammer unter Verschluss. Jede Entnahme zur Untersuchung oder der gleichen muss in ein Buch eingetragen werden. Weshalb fragt Ihr?«

Alexandre de la Grange
»Nun, weil eines davon mir gehört, natürlich. Es ist mein Eigentum und ich möchte es ausgehändigt haben.«

Gilbert
»Natürlich Herr um was handelt es sich? Euer Eigentum erhaltet Ihr selbstverständlich zurück. Ich gehe davon aus, dass es ausreichend untersucht wurde. Was ist es ?«, fragte Gil.

Alexandre de la Grange
»Ein Körperteil. Eines von den 46, die vermutlich dazu herangezogen worden sind, die Opfer zu zählen.«

Gilbert
Gilbert starrte für einen Moment den Marquis an, räusperte sich und setzte an etwas zu sagen. »Ihr... ich verstehe. Möchtet Ihr es selbst abholen?«, flüsterte er heiser.

Alexandre de la Grange
»Ja, persönlich. In einer blickdichten Ummantelung, ich will es nicht sehen, aber ich möchte, dass jemand, dem ich vertraue, mit mir kommt und die vollständige Anwesenheit des Inhalts bezeugt.«

Gilbert
»Es befindet sich in einer Lake aus Alkhol oder ähnlichem, damit die Heiler es untersuchen konnten und es nicht vergeht. Alle 46 Stü... Körperteile. Es könnte darin verbleiben und wir verpacken es in einem Stück Stoff oder in einem Beutel Herr. Wie Ihr es wünscht. Wer soll Euch begleiten?«

Alexandre de la Grange
»In Alkohol? Gut. Belassen Sie es darin. Ich möchte, dass Prince Ciel mich begleitet.«

Gilbert
»Natürlich, dies wird kein Problem sein. Ja soweit mir bekannt ist, wurden sie so konserviert. Ansonsten wären sie verwest Herr und man musste sie aufheben. Wann möchtet Ihr es abholen?«

Alexandre de la Grange
»Anständig wäre gewesen, die rechtmäßigen Besitzer zu fragen, ob sie daran vielleicht noch Interesse haben - zum Beispiel zum Zwecke der Beisetzung. Ist es denn wirklich noch erforderlich, die Präparate aufzubewahren? Sind die Untersuchungen daran denn nicht schon abgeschlossen? Heute möchte ich die Abholung nicht vollziehen. Ich möchte mich mental darauf vorbereiten, zuvor meditieren und Zwiesprache mit Ainuwar halten.«

Gilbert
»Nun so wird es auch gehandhabt, allerdings werden die Asservate meist bis zur Aufklärung des Falles aufgebewahrt. Das heißt, sobald die Unperson Derya gefasst worden ist, hätte man die Angehörigen informiert und natürlich auch Euch. Dann werden die Asservate zurückgegeben, so ist es mir bekannt Herr. Ob alle Untersuchungen daran abgeschlossen sind, kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich bin kein ermittelnder Heiler. Aber es ist davon auszugehen, dass dem so ist. Wann immer Ihr es wünscht, werde ich Euch zur Asservatenkammer unseres Herrn in Chateaube begleiten«.

Alexandre de la Grange
Alexandre blinzelte und brachte wieder etwas mehr Raum zwischen sie. Sein Blick flimmerte. Er sah aus, als wollte er noch etwas sagen, aber dann streckte er ein Bein aus, schwenkte herum und taumelte zurück zu seinem Stuhl. Er setzte sich jedoch nicht nieder. »I-ich ... wünsche zu gehen«, sagte er zu niemand bestimmten. Ciel erhob sich und bot ihm seinen Arm an, den Alexandre sofort mit beiden Händen umklammerte. Der Marquis sah aus, als würde sein Blutdruck gerade ins Bodenlose fallen. Er war weiß wie Gips.

Gilbert
Gilbert schaute dem Mann hinterher, bohrte aber nicht nach. Dass Gespräch hatte ihn mehr als erwartet aus der Bahn geworfen und niemand konnte es dem Marquis verübeln.

Dreux Gifford de Souvagne
»Setzt Euch einen Moment Alex, soll ich nach dem Heiler schicken lassen?«, fragte Dreux besorgt.

Alexandre de la Grange
»Nein danke, ich benötige Benitos Ratschläge nicht«, sagte Alexandre. Sein Blick ging ins Nirgendwo und er hatte Mühe, geistig anwesend zu bleiben. »Ich hatte nur zu wenig Schlaf die letzte Nacht und benötige Ruhe.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Dann wird Euch mein Bruder zurück in Euren Tempel begleiten, ich hoffe Ihr seid mir nicht böse, dass ich Euch gegen Euren Willen ans Tageslicht gezerrt habe«, antwortete Dreux.

Alexandre de la Grange
»Ah, nein«, sagte Alexandre. »Es war eine gute Übung. Leider habe ich sie vermasselt. Danke für Eure Hilfe und das nicht gerade angenehme, aber wichtige Gespräch.«

Dreux Gifford de Souvagne
»Gerne, ich hoffe wir haben sie bald. Mein gegebenes Versprechen gilt Marquis, darauf könnt Ihr Euch verlassen«, sagte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
»Was ist zwischen Euch und Gilbert gesprochen worden?«, fragte Ciel leise. »Es war zu viel. Und Gilbert ist ein Büttel, er ist sicher zu ruppig in seiner Wortwahl. Ihr hättet mich mitnehmen oder zuvor mit ihm sprechen lassen sollen, damit er seine Worte mit Bedacht wählt.« Obwohl es unsinnig war, spürte Ciel Wut auf den Büttel. Das hatte weniger was mit diesem als Person zu tun, als damit, dass er Alexandre gern beschützt hätte. Er verabschiedete sich bei seinem Bruder mit einem Nicken und begann, Alexandre zurück zur Treppe zu führen.

Alexandre de la Grange
»Die Welt kann nicht immer auf mich Rücksicht nehmen. Sie dreht sich nicht um mich. Das weiß ich und darum weiche ich ihr aus, damit sie mich nicht treffen kann. Ich erzähle dir unten, was besprochen wurde. Ich benötige deine Hilfe.« Damit verschwanden sie im Inneren des zweiten Kellers.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux verabschiedete sich ebenso von seinem Bruder, wie von dem Marquis und dem Büttel. Er begab sich zurück in seine Amtsstube, da er noch einiges an neuen Ideen umzusetzen hatte. Er wollte das sein Vater stolz auf ihn war. Und dazu zählte auch, dass er nicht nur Gesetze erließ, änderte oder neue Sicherheitsvorkehrungen traf, dazu gehörte ebenso alte Verbrechen zu sühnen.

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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#5

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 7. Apr 2018, 13:54

Am nächsten Morgen begaben sich Alexandre und Ciel gemeinsam zurück in den Bluttempel. Einige Schüler und Lehrer waren schon anwesend, die Alexandre begrüßte und rasch ein paar Aufgaben verteilte und ein wenig Organisatorisches klärte, ehe er mit Ciel in die dunkelsten Tiefen des Tempels ging, die noch hinter dem Opferraum lagen. Ein drückender Gestank hing schwer in der Luft, der sich umso weiter verdichtete, je weiter sie den Gängen folgte. Ciel wurde schlecht.

"Meister, was riecht hier so?", fragte er und presste sich ein parfumiertes Taschentuch auf Nase und Mund.

Alexandre antwortete nicht darauf. "Du kannst hier warten, ich hole das Gewünschte her."

Ciel setzte sich auf eine in die Wand eingelassene steinerne Bank. Er musste würgen und es war nicht einfach, zu verhindern, dass er sich übergab. Wenn er es nicht besser wüsste, hätte er geglaubt, sich in der Gruft eines Nekromanten zu befinden. Es stank extrem nach Verwesung und Ausscheidungen. Als Alexandre zurückkehrte, machte dieser Anstalten, sich neben ihn zu setzen, doch Ciel stand auf.

"Wir besprechen das besser vorn, man kann hier kaum atmen. Was ist das, was hier so beißend riecht?"

Alexandre zog nur ein beleidigtes Gesicht und gab den Weg vor, eine Rolle von losen Papieren in der Hand. Er führte Ciel in sein unordentliches Arbeitszimmer. Isidore räumte hier regelmäßig auf, aber da ihn jedes Mal Alexandres Zorn dafür traf, wenn dieser etwas nicht fand, hielt sich Isidores Motivation in Grenzen. Entsprechend sah es hier aus. Der üble Gestank von hinten haftete noch immer in Alexandres Kleidern, als er Ciel die Zettel zeigte.

"Ich habe mein Bestes gegeben, aber es sind vielleicht hier und da noch Anpassungen nötig. Es ist nur ein Entwurf und ich bin kein Advokat. Vielleicht ist die Sprache zu schwer verständlich oder irgendeine Zuständigkeit ist falsch benannt."

Ciel las sich das Geschriebene durch. "Ich werde es mit meinem Bruder besprechen. Gewährt Ihr mir eine freie Stunde?"

Der Erzhexer zog ein abweisendes Gesicht. "Ungern. Du hast dich lange genug gedrückt und es ist wichtig, dass du deine Ausbildung fortsetzt."

"Ich hatte mich leider mit weltlichen Problemen zu befassen. Ihr wolltet mir noch verraten, was Ihr mit diesem Büttel besprochen habt, Alex. Es ging euch nicht gut nach dem Gespräch."

"Ach ... ach ja. Das täuscht, mir ging es hervorragend. Wir besprachen nichts Besonderes, ich war nur ein wenig müde. Ich möchte ein Asservat von seinen Kollegen aus Chateaub abholen. Und ich bitte dich hiermit darum, mich zu begleiten."

"Mich? Ungern, ich habe viel Arbeit. Unter anderem mit der Nacharbeitung meines versäumten Unterrichts."

"Oh, bitte! Unterlasse den Sarkasmus! Es sollte sich einrichten lassen, Ciel. Es ist mir sehr wichtig." Alexandres Gesicht war voller Angst.

Ciel lenkte sofort ein. Er wollte nicht, dass es Alexandre schlecht ging und wie ernst es ihm damit war, dass sein Schüler mitkam, war nicht zu übersehen. "Schon gut, ich habe damit nur auf deine Weigerung angespielt, mir wenigstens eine Freistunde dafür zuzugestehen, dass ich dem Duc einen wichtigen Gesetzesentwurf vorlegen kann." Ciel schmunzelte etwas. "Wie wäre es mit einem Handel? Du gibst mir frei und ich begleite dich."

"Furchtbar witzig. Also schön. Du hast heute Hausarbeitstag! Ich gebe dir eine Aufgabe mit, die du in deinen Gemächern erledigen wirst. Ich bereite sie gleich vor. Nachdem du bei deinem Bruder warst, kannst du sie hier bei mir abholen, danach bist du für diese Woche entlassen. Müßig zu erwähnen, dass sie benotet wird."

"Na schön", murrte Ciel. "Es war wohl utopisch, anzunehmen, ich würde einfach so davonkommen, damit ich mich um die Sicherheit des Landes kümmern kann."

"Richtig, das war utopisch."

Ciel nahm es hin. Er wollte mit Alexandre nicht streiten. Der war aus irgendeinem Grunde schon wieder oder noch immer verstimmt und es war sinnlos, zu solchen Zeiten mit ihm vernünftig reden zu wollen. Ciel erhob sich, verabschiedete sich und verließ den Tempel des Blutes, um sich zu Dreaux in die Amtsstube zu begeben.

Als er um Einlass bat, bemerkte er, dass der üble Geruch auch an seiner Kleidung haftete. Er würde sich hinterher von Ferrau waschen und umziehen lassen. Er verneigte sich vor seinem Bruder.

"Guten Morgen, Majestät. Ich habe hier einen Gesetzesentwurf, den Erlass zur Ächtung der Nekromantie. Ich möchte ihn Euch gern zur Durchsicht geben. Es ist ein Entwurf, entsprechend muss vermutlich hier und da noch gefeilt werden."

Er reichte Dreaux die Papiere:

[brief]Erlass zur Ächtung der Nekromantie

Das Wohl der Gemeinschaft steht immer vor dem Interesse des Einzelnen. Um den Schutz der lebenden Bevölkerung Souvagnes weiterhin zu gewährleisten, ist eine Verschärfung der Gesetze für die magische Kunst der Totenbeschwörung (»Nekromantie«) vorgesehen.

Mit der Wirkung vom 7.4.203 nach der Asche
unterliegt die Nekromantie fortan einer landesweiten Ächtung.


Es ist verboten, sie zu praktizieren, zu unterrichten oder Nekromanten in der Ausübung ihrer Kunst zu unterstützen. Mit einer Übergangsfrist bis zum 7.5.203 ist die Ächtung vollständig umzusetzen.

~*~

§1 Ächtung der Kunst, nicht der Menschen

Wer in der Vergangenheit Nekromantie praktizierte, wird dadurch in der Zukunft keine Nachteile erfahren, wenn er das Gesetz achtet.

Um das magische Potenzial nicht zu vergeuden und das finanzielle Auskommen von Nekromantenfamilien nicht zu gefährden, wird eine Umschulung auf eine andere magische Disziplin finanziell unterstützt.

Bei der Umschulung auf Bluthexerei sind besondere Vergünstigungen vorgesehen.

~*~

§2 Verbot der Erschaffung neuer Untoter

Es ist streng untersagt, neue Untote zu erschaffen. Dazu gehören: Vampire, Ghule, Geister und Zombies.

Das Strafmaß bei Widersetzung richtet sich nach jenem, das für die Störung der Totenruhe, die fahrlässige Gefährdung von Mitmenschen und gegebenenfalls die Verletzung der körperlichen und seelischen Unversehrtheit vorgesehen ist.

~*~

§3 Befehl zur Beseitigung von Ghulen, Geistern und Zombies

Ghule, Geister und Zombies müssen mit sofortiger Wirkung durch ihren Erschaffer vernichtet oder in den Nexus entlassen werden.

Ist eine Vernichtung nicht möglich oder geht mit einer nicht zumutbaren Gefahr für Leib und Leben einher, ist das örtliche Büttelbüro und gegebenenfalls der Lehnsherr zu verständigen.

Sichtungen von Untoten und der Verdacht auf nekromantische Aktivitäten müssen ebenso gemeldet werden.

~*~

§4 Vorläufige Sonderregelung für Vampire

Da eine Ernährung von Vampiren auch ohne eine Störung der Totenruhe (Geister und Zombies) oder eine Gefährdung der souvagnischen Bevölkerung (Ghule) möglich ist, sind Vampire vorerst von dem Befehl zur Beseitigung von Untoten ausgenommen.

Voraussetzung dafür ist das Vorweisen von genügend freiwilligen Spendern, die ihre Blutspendebereitschaft per Eid bezeugen müssen. Vampire und deren Spender haben sich dazu unaufgefordert bei ihrem Lehnsherren vorstellig zu machen.

Die Geburtsurkunde des Vampirs wird mit einem entsprechenden Stempel zur Kennzeichnung versehen.

Für Vampire, welche eine lebende Person anfallen, ist ein sofortiger Hinrichtungsbefehl auszustellen. Die Hinrichtung erfolgt durch den örtlichen Scharfrichter.

Sollte der Vampir die Kooperation verweigern, ist gegebenenfalls ein Bluthexer hinzuzuziehen. Dessen Einsatz kann bei der Krone beantragt werden.

~*~

§5 Ausnahmegenehmigungen für Schulungszwecke

Die Krone kann im Einzelfall die Genehmigung erteilen, weiterhin Nekromantie praktizieren zu dürfen. Dies betrifft insbesondere den notwendigen Einsatz von nekromantischen Übungsobjekten für die Schulung von Bluthexern.

Es besteht kein Anrecht darauf, eine solche Genehmigung erteilt zu bekommen.

Die ergänzende Einschätzung für die Erteilung der Genehmigung durch einen Bluthexer ist empfehlenswert.[/brief]
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#6

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » So 8. Apr 2018, 14:48

Dreux nahm den Erlass seines Bruder entgegen und las ihn sich aufmerksam durch. Es gab nichts zu beanstanden, im Gegenteil, der Erlass war mit äußerster Sorgfalt ausgearbeitet worden.

"Der Erlass findet unsere Zustimmung und tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Wir werden über die üblichen Wege die Bevölkerung umgehend davon in Kenntnis setzen, dass heißt über Aushänge, Ausrufer und natürlich auch über Abschriften des Erlasses an zuständige Akademien, Schulen und Privatlehrer.

Wir Danken Euch für Eure Mühe, Bruder. Man sieht welche Gedanken Ihr Euch um die korrekte Umsetzung des Nekromantenproblems gemacht habt. Wir denken eine Abschrift werden wir unsern baldigen Verwandten in Neu-Souvagne zukommen lassen.

Wie von uns bereits erwähnt, der Erlass kann eins zu eins so übernommen werden. Wir danken Euch",
sagte Dreux freundlich.

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Alexandre de la Grange
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#7

Beitrag von Alexandre de la Grange » Di 10. Apr 2018, 14:26

Alexandre arbeitete im Labor des unterirdischen Tempels. Es klopfte an der Tür. Er machte sich nicht die Mühe, sich umzudrehen, sondern blieb mit dem Rücken zu seinem Gast an der Arbeitsplatte stehen. Er wusste, wer es war und was er wollte. Die Arbeitsfläche war vollgeramscht mit kleinen Flaschen, Kolben, Dosen, getrockneten Kräutern, Waagen, dazugehörigen Gewichten und Messbechern. Das Regal, welches eigentlich zur Aufbewahrung dieser Dinge gedacht war, quoll über von losen Papieren, Schreibfedern und Linealen. Ein Zirkel hing gefährlich von der Ecke herunter. Alexandre gab der Reihe nach Tropfen einer alchemistischen Flüssigkeit in mit Blut gefüllte Reagenzgläser. Sie steckten in einem Probenhalter, für den er auf der Arbeitsfläche etwas Platz freigeschaufelt hatte. Die Proben brodelten kurz auf und beruhigten sich wieder. Alexandre nahm ein Reagenzglas heraus und schwenkte es vor einer Kerze. Er starrte konzentriert auf das Blut, das vor dem Licht zu leuchten schien.

»Kategorie A, zweite Versuchsreihe, Probe 1. Nach dem Zentrifugieren der Suspension keine Verklumpung durch Zugabe von einem Milligramm Trockenserum«, murmelte er und machte sich eine entsprechende Notiz. »Kompatibilität mit den Kategorien B und C ebenso anzunehmen, Nachweis noch ausstehend. Angenommene Relevanz des Eisengehalts nach wie vor zweifelhaft. Die Ursache ...«
»Meister.«
»Die Ursache für die Inkompatibilität mit D aus der ersten Versuchsreihe scheint eher im nicht mehr nachweisbaren mikroskopischen Bereich zu liegen. Bei der Kontrollgruppe ...«
»Meister, ich wünsche Gebrauch von der mir zustehenden Sprechstunde zu machen.«
Noch immer drehte Alexandre sich nicht um. »Ach. Wünschst du das. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, wo du die letzten Sprechstunden doch durchweg hast ausfallen lassen. Du hast sicher Verständnis dafür, dass ich in dieser Zeit Besseres zu tun habe, als in der Schreibstube herumzusitzen und auf dich zu warten. Wie du siehst, führe ich gerade eine Versuchreihe durch. Lass dir von Isidore einen Termin geben.«
»Einen Termin? Ich habe jede Woche um die Zeit Sprechstunde bei Euch, wie sie jedem Eurer Schüler zusteht!«
»Sprechstunde, bei der du mich jedes Mal hast sitzen lassen, weil du keine Zeit hattest. Nun habe ich keine Zeit. Geh.«
»Der Erlass zur Ächtung der Nekromantie wurde ohne Änderungswünsche durchgewunken. Der Duc hat die Ausführlichkeit und gute Durchdachtheit gelobt.«
»Natürlich war es gut durchdacht. Es stammt ja auch aus meiner Feder.«
»Freut Ihr Euch gar nicht über ein Lob aus dem Munde des Duc? Ihr wirkt etwas verstimmt.«
»Oh, das täuscht.«
Ciel hakte ein weiteres Mal nach. »Sicher?«
»Es ist, wie ich sagte - alles ist in bester Ordnung. Nun geh!«
Der Prince trat näher, Alexandre hörte es an seinen Schritten. »Hängt es mit meiner geplanten Hochzeit zusammen?«
Alexandre steckte das Reagenzglas zurück in die Halterung. »Damit, dass du zehn Jahre Energie und Herzblut, die ich in deine Ausbildung habe fließen lassen, zerstörst? Dass du auf meine Lehren spuckst und mir ins Gesicht? Damit, dass du meine schwindende Lebenszeit vergeudet hast, die dafür gedacht war, wenigstens einen einzigen Schüler auf meinen Fähigkeitsstand zu erheben, damit ich nach meinem Tod verjüngt und unversehrt wieder zu euch zurückkehren kann? Nein, nicht im Mindesten, Ciel. Das geht völlig in Ordnung.«
»Bitte dreht Euch um, ich möchte nicht mit Eurem Rücken reden.«
»Dann sprich mit meinem Gesäß. Ich habe hier empfindliche Proben, die mit der Luft reagieren und daher nicht warten können.« Er hielt das nächste Reagenzglas vor die Kerze und schwenkte es leicht.
»Ich wollte es Euch eigentlich gern persönlich mitteilen, dass ich heirate. Da Ihr das letzte Mal erzürnt darüber wart, dass ein Diener Euch über meine Abreise informierte und nicht ich selbst.«
»Nun, da kommst du mehrere Stunden zu spät. Es wurden Aushänge angefertigt und die Ausrufer haben es überall herumposaunt. Dies war das Erste, was ich heute morgen von den Schülern zu hören bekam.«
»Seid Ihr sehr enttäuscht?«
»Nein, ich gratuliere dir zu der weisen Entscheidung, deine magische Ausbildung hinzuschmeißen und dich ganz den weltlichen Problemen zu widmen. Ist ja nicht so, dass du der einzige Magier in der großherzoglichen Familie bist und dir daher besondere Verantwortung obliegt. Oder dass deine Ausbildung dem direkten Befehl der Krone an mich entspringt. Oder dass meine eigenen Hoffnungen für die Zukunft zerschlagen werden. Ganz abgesehen davon, dass ich mich auch kein bisschen persönlich veralbert fühle, nachdem wir einen Tag zuvor noch auf so persönlicher Ebene über das Thema gesprochen haben. Sicher ist es lustig, mit jemandem wie mir zu spielen und da will ich doch kein Spielverderber sein. Nein, ich bin vollauf zufrieden mit der Situation und wünsche dir von Herzen alles Gute.«
»Alex, bitte lass uns ...«
»Ich sage es kein drittes Mal«, schnauzte Alexandre.
Er hörte, wie Ciel noch einen Augenblick mit sich rang und dann das Labor verließ. Alexandre nahm das dritte Reagenzglas zur Hand. Seine Finger zitterten.
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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#8

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 11. Apr 2018, 02:02

Trauzeuge oder Block

Ciel traf sich mit seinem kleinen Bruder Gregoire und dessen Verlobten hernach zum Kaffeetrinken. Sie sprachen über ein mögliches Geschenk für Olivie und darüber, dass Ciel sich gern wieder mit Alexandre versöhnen würde, aber keine Ahnung hatte, wie.
Ciel Felicien de Souvagne
Das erinnert mich daran, dass ich kein Geschenk für Olivie habe!

Linhard
Mein Onkel Davard hat ein Huhn von seinem Mann geschenkt bekommen. Agathe heißt sie. Das war letztes Jahr zum Frühlingsfest. Total schön die Geste. Was mag Olivie denn gerne? Dann überlegen wir zusammen? Sagt mal feiert Ihr die gleichen Feiertage wie wir damals in Naridien?

Gregoire Verrill de Souvagne
Gute Idee überlegen wir gemeinsam. Sie liebt Blumen vor allem Rosen. Du könntest Ihr wie schon mal vorgeschlagen einen Rosengarten in Eurem neuen Zuhause schenken. Mit Pavelion und Sitzecken und Bänken. Verschiedene Sorten. Daran hätte sie bestimmt Freude

Ciel Felicien de Souvagne
Ich kann Olivie kein Huhn schenken! Sie mag Rosen und Schmuck ... zur Verlobung schenkte ich ihr eine goldene Schmuckrose. Die Ferrau organisiert hat. An einen Rosengarten dachte ich auch schon. *grübel* Wäre Ferrau schon bei Benito gewesen, hätte er nun hier sein und mich beraten können!

Linhard
Nein damit wollte ich nur sagen, dass auch ganz kleine Gesten total begeistern können. Aber so ein Riesenhuhn natürlich auch. Du könntest ihr doch einen Pfau oder sowas für den Garten kaufen. Viele halten Pfaue, das sind wunderschöne Vögel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Ich weiß nicht warum er solche Angst vor Benito hat. Seine Familie sind Heiler, allesamt. Er hat sogar einen Bruder der Heiler ist

Ciel Felicien de Souvagne
Hm, weiße Pfaue vielleicht .... Ich habe keine Ahnung! Aber er redet auch nicht vernünftig mit mir!

Linhard
einen weißen und einen bunten würde ich verschenken :) ja ich kenne seinen Bruder, dass war der Leibarzt von meinem Vater Ansgar. Wo ist er denn verletzt, vielleicht liegt es daran, dass er sich nicht ausziehen mag. Also mal ganz ernst jetzt unter uns, er könnte ja Angst haben sich auszuziehen. Vielleicht schämt sich der Mann und drückt sich deshalb.

Ciel Felicien de Souvagne
Blödsinn, vor mir hat er sich auch ausgezogen, als ich ihm das befahl!

Linhard
Du bist sein Herr und somit sein Vertrauter. Ich habe mich auch vor meinem Leibdiener ausgezogen oder vor Zerbino, aber vor anderen einfach so?

Ciel Felicien de Souvagne
Das wäre mir neu, aber ich krieg es schon noch raus. Ich werde ihm mit einem Geistmagier drohen, wenn er sich weiter sträubt, mir die gründe zu nennen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Das ist nicht einfach so Linhard, da geht es um eine Untersuchung und Ciel sorgt sich. Er schickt ihn zum Medicus, damit er gesund wird und nicht um ihn zu ärgern. Weshalb schämst Du Dich? Es gibt nichts wofür Du Dich schämen musst

Linhard
Mein Onkel kann Dir helfen Ciel. Ich weiß, ich habe nicht zu verstecken. Aber ich schäme mich auch nicht, sondern ich bin der Meinung, nicht jeder muss alles von mir wissen

Ciel Felicien de Souvagne
Wo wir schon mal dabei sind, ich habe ja hier zwei Experten vor mir, was männliches Gefühlsleben anbelangt. Wie stimmt man einen verstimmten Freund wieder milde?

Linhard
Was hast Du denn angestellt?

Ciel Felicien de Souvagne
Ich habe mich verlobt.

Gregoire Verrill de Souvagne
naja das was mir einfallen würde, wirst Du nicht tun. Also zeig ihm wie wichtig er Dir ist. Am besten zeigt man Nähe mit einem schönen Essen und dann unternehmt was zusammen. Nur Du und er

Linhard
also was Greg sagt funktioniert eigentlich immer, gleichgültig ob bei Mann oder Frau. Ist er eifersüchtig oder gekränkt? Hast Du ihm davon nichts gesagt? Manche Freunde und Verwandten erwarten dass Du es ihnen vorher sagt, am besten noch vor Deiner Verlobten. Frag nicht warum, es ist so

Gregoire Verrill de Souvagne
Das ist schon wahr, aber hier geht es um einen speziellen Freund von Ciel. Jemand der ziemlich einsam ist und nur Ciel als Kumpel hat Linhard

Linhard
auf ganzer Linie verstanden - bitte ihn Dein Trauzeuge zu sein

Gregoire Verrill de Souvagne
Gute Idee!

Linhard
nun dann ist er Teil davon, Teil der Hochzeit und Teil der Zeremonie und fühlt sich nicht ausgestoßen. Ich würde mich über so eine Ehre sehr freuen. Ich hoffe er ist nicht stur und lehnt aus Trotz ab. Aber normalerweise bedeutet einem so eine Geste sehr viel

Ciel Felicien de Souvagne
Genau genommen habe ich ihm gesagt, was ich allen gegenüber zum Ausdruck brachte - dass ich niemals heiraten werde. Da ich mich rein auf meine geistige Entwicklung konzentrieren wollte. Und er sah es für sich selbst genau so, wir fuhren die selbe Schiene. Und nun bin ich ihm scheinbar sehr an den Karren gefahren. Ich weiß nicht, ob es gut wäre, ihn zur Anwesenheit auf der Hochzeit zu zwingen, ich fürchte, das zu sehen, macht es noch schlimmer. Er ist sehr schwierig. Um es beim Namen zu nennen: Er ist derart innerlich zerrüttet, dass er ein Pflegefall ist. Er kommt allein nicht zurecht.

Linhard
wir sind untereinander, pack die Karten auf den Tisch. Mir kannst Du es sagen ich werde weder lachen, noch mich lustig machen oder dergleichen. Aber was das Thema Einsamkeit angeht bin ich Experte - wider Willen. Also was ist mit ihm?

Ciel Felicien de Souvagne
Er hat Dinge erlebt, die kein Mensch erleben sollte. Er war nach eigener Aussage schon immer etwas verschroben, doch seit diesem Ereignis verkriecht er sich in seiner Arbeit. Er lebt nur noch dafür. Er wäscht sich nicht, er isst nur das Nötigste und in seine Wohnung lässt er niemanden mehr herein. Es riecht schon etliche Meter davor wie Verwesung. Er ist wie eine Art lebender Ghul, so wie man sich einen Ghul vorstellt! Er versteckt sich nur in seiner Gruft und hat Angst vor der Welt da draußen.

Linhard
Er ist im Kopf abgerutscht. Er versorgt sich nur noch, weil der Überlebensinstinkt zu groß ist in ihm. Ich kenne eine Person die ähnlich gehandelt hat, nicht ich - um mich geht es hier überhaupt nicht, sondern um Deinen Kumpel. Aber einer aus meiner Familie hat auch Dinge erlebt die niemand erleben sollte. Schlimmere als andere. Und er hat sich dann auch verkrochen, in sich selbst, nicht in sein Haus oder in seinem Zimmer - sondern wenn er keine Aufgabe zu erledigen hatte, tatsächlich in sich. Er saß stundenlang unbewegt in einer Ecke und tat nichts. Er aß nur das Nötigste und selbst dann war er noch »zu fett« seiner Meinung nach. Kurzum er wollte gehen ohne es zu wissen, tat es aber nicht. Warum, soweit ich es weiß wegen einem Freund. Er blieb, da ihn dieser Freund einst rettete nach einem Unfall und es diesen besten Freund getötet hätte, hätte er sich aufgegeben. Und er blieb wegen seinem Hund. Nicht weil er es selbst wollte, sondern aus Pflichtgefühl und Verantwortung anderen gegenüber. Falls Du ihn je kennenlernst, wirst Du es verstehen. Denn er ist nicht feige, hätte er es gewollt, hätte er sich getötet. Er fürchtet sich nicht davor zu sterben. Sein Freund sagte einst, er fürchtet sich davor zu leben. Und dann lernte er seinen Mann kennen und einen weiteren Kumpel die ihn aus seinem Schneckenhaus herausgeholt haben. Gezwungen sozusagen, sein alter Kumpel tat es nicht. Er war ehr wie ein behütender Vater zu ihm. Er hatte Deine Rolle Ciel. Er hat ihn gerettet, versorgt, beschützt, bewacht - aber er hatte vergessen dass nach all dem auch der Schritt erfolgen muss, ihn zurück ins Leben zu führen. Oder erstmal dahin. Das fehlt Deinem Freund auch. Und aus eigener Erfahrung sage ich Dir, Du kannst Dir manche Dinge noch so fest vornehmen, Dir schwören morgen ändere ich etwas - aber letztendlich tust Du es nicht, wenn Dir niemand eine Chance gibt. Manches packst Du nicht allein. Die Mauern der Angst sind zu hoch. Du musst quasi jemanden finden, der pfeifend auf dieser Mauer hockt und Dir zeigt, das Ding ist nicht unüberwindbar. Gleichgültig wie Du nun bist, was Du bist - es gibt was dahinter. Und dann wird er sich berappeln. Er wird nie gesund, er wird nie unbeschwert durchs Leben tollen wie ein Kind, aber er wird leben und nicht existieren. Also zwing ihn zu seinem Glück. Bitte ihn darum Trauzeuge zu werden, wage Du Dich den ersten Schritt. Und wenn es schlimmer wird? Na und? Dann denkt er über die Situation nach. Und dann wirst Du sie gerade rücken. Aber gar nichts zu tun, ist das Schlimmste was Du tun kannst. Gar nichts in Bezug auf die Hochzeit Ciel. Ich weiß was Du für diesen Mann geleistet hast, er lebt nur noch weil es Dich gibt. Also überlege Du Dir ganz genau, wie Du mit ihm umgehen möchtest. Du bist sein Anker in dieser Welt und er fühlt sich gerade so, als hättest Du die Kette gekappt.

Ciel Felicien de Souvagn
Ciel hörte Linhard sehr aufmerksam zu. »Das hört sich ähnlich an. Vielleicht haben sie auch Ähnliches erleben müssen. Aber ich glaube nicht, dass mein Freund ohne mich sterben wöllte. Er ist extrem zerrüttet, aber er ist innerlich ein Kämpfer. Er arbeitet viel und hart und kümmert sich auch um andere Menschen, so lange diese zu ihm kommen. Er ist Lehrer und zwar streng, aber auch fähig. Er kümmert sich um anderen, nie um sich. Das habe ich für ihn übernommen. Er hat einen Schüler, der das Nötigste erledigt, aber der ist ziemlich überfordert damit. Ich sollte vielleicht klein anfangen ... aber wie? Es gibt nichts, das ihn außerhalb seiner Gruft - ich nenne seine Wohnung jetzt einfach mal so - reizt. Alles ist für ihn Qual. Ich glaube nicht, dass er mein Trauzeuge sein wöllte, zu viele Menschen und ich muss für meine Frau da sein und kann mich dann nicht um ihn kümmern. Es wäre für ihn wohl eher wie Hohn, da ihm selbst ein normales Beziehungsleben verwehrt ist aufgrund seiner Erlebnisse.

Linhard
»Wurde er missbraucht? Ich könnte meinen Verwandten fragen ob er sich um ihn kümmert auf der Hochzeit. So dass er nicht allein vor Ort wäre und er zu wem dazu gehört. Oder ich bitte jemand anderes aus meiner Verwandtschaft, einige sind dabei die man durchaus bei so etwas um Hilfe bitten kann. Genau genommen mit meinem Onkel - drei. Bei dem Rest wäre ich vorsichtig, aber bei den drei Personen schwöre ich Dir ist er in Sicherheit. Die Person von der ich rede wurde von ihrem Vater misshandelt und von dessen Freund missbraucht, sehr lange Zeit. Ich kenne kaum Details, aber was ich weiß reicht. Zumal ich einmal im Haus des Täters war und sah was er einst sehen musste. Aber ich kenne auch die andere Seite und weiß von einer anderen Person, dass der Täter nicht nur Täter ist. Es ist zum verrückt werden, so als ob jeder lieber seinen Müll woanders ablädt und Unschuldige bestraft. Und aus denen werden dann selbst solche Monster. Quasi aus Schmerz geborene Monster. Das soll Deinem Freund nicht passieren. Ich hätte mich sonst angeboten Ciel, aber ich bin auf der Hochzeit auch beschäftigt«, schmunzelte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er ist kein Monster«, sagte Ciel entschieden. »Zugegeben, an dem Mann ist nicht viel Gutes zu Benennen außer seine beträchtlichen beruflichen Leistungen. Sein Charakter ist mehr als anstrengend. Er ist launisch und unhöflich. Vorhin hat er mit mir gesprochen, während er mir den Hintern zugedreht hatte und mir gesagt, ich solle mich mit seinem Gesäß unterhalten. Ich könnte nicht einmal sagen, warum ich ihn überhaupt so mag. Aber er ist mir trotz alledem sehr wichtig. Er hat mich vom Kind zum Mann gemacht. Ihm gelang, woran mein Erzieher versagt hat. Was genau ihm geschehen ist, muss er selbst sagen, wobei es unwahrscheinlich ist, dass er sich öffnet. Aber vom Schweregrad her ist es wohl auf einem ähnlichen Niveau wie das, was dein Bekannter erleben musste. Man müsste die beiden vorher miteinander bekannt machen um zu sehen, ob sie miteinander auskommen. Wenn ja, wäre das eine Idee. Es würde mir viel bedeuten, meinen Freund auf der Hochzeit dabei zu haben, aber ich weiß, dass es für ihn kaum zu ertragen wäre.«

Linhard
Warum Du ihn magst? Weil Du hinter die Maske siehst. Das was er da zur Schau trägt ist die Leckt-mich-Am-Arsch-Einstellung für die Welt. Ich war Euch gleichgültig, Ihr seid mir gleichgültig. Aber das stimmt nicht, da er sich wie Du sagst um andere kümmert. Wäre ihm alles so zu wider, täte er das nicht. Sein schlechtes Benehmen ist sein Schild. Dahinter ist er sicher. Was denkst Du denn was passiert, wenn er den Schild fallen lässt und auf andere zugeht? Sie werden einmal höflich zu ihm sein, er macht sich Hoffnungen vielleicht mag mich doch jemand und am Ende ist es wie es immer ist - er ist allein. Weist er andere direkt ab, muss er ihre Ablehnung nicht ertragen. Also zeigt er jedem die kalte Schulter, habe ich auch so gemacht. Ich war dabei meist sogar ziemlich wütend. Jedenfalls als ich noch jung war. Später waren mir die meisten tatsächlich gleichgültig. Sie sind da - haben aber niemals was mit mir zu tun. Falls mich doch jemand »sieht« dann will er was. Spuck es aus und dann verzieh Dich. Aber heuchele kein Interesse an mir oder Freundschaft. Sag was Du willst und dann geh. Das wird seine Art zu handeln sein. Er schützt sich davor verletzt zu werden oder schlimmer noch dass man ihn erst gut behandelt und dann fallen lässt. Dann lieber erst gar nicht versuchen. Drum ich denke Du weißt wie er sein könnte, würde er sich nur trauen. Bekannt machen können wir sie beide gerne. Das ist kein Problem, mein Onkel ist hier. Die andere Person die ich meine ist Wolfram. Er ist die liebste Person die Du Dir so vorstellen kannst. Er hilft jedem, er ist wirklich selbstlos, er isst nur Grünzeug da kein Tier sterben soll und er würde das letzte Brot durchschneiden damit Du auch satt wirst. Und genau dafür hat ihn seine Familie verachtet, er hat keinen Biss - er hat keinen Geschäftssinn. Er nutzt seine Magie für Unfug. Tut er nicht, er ist Kampfmagier, aber er reibt nicht jedem unter die Nase das er Magier ist und damit Götterstatus hat. Er könnte Deinem Freund sicher auch helfen, da er eine total ruhige und ausgeglichene Art hat. Also Wolfram kann man nicht verärgern, es sei denn Du zerstörst seine Pflanzen glaube ich. Und dass Dir die Anwesenheit von Deinem Freund auf der Hochzeit etwas bedeutet - Ciel hallo? Da sind wir die falsche Adresse. Sowas musst Du ihm sagen. Weißt Du wie er sich da fühlen würde? Warum beim Abgrund sagen sich die Leute immer nur die Probleme, wenn sie reden wollen? Warum sagt man sich nicht einfach auch mal die schönen Dinge? Die können jede Menge Probleme verhindern, oder lassen sie halb so schlimm erschienen. Vertraue mir, ich weiß wovon ich spreche. Wo wohnt Dein Freund denn? Können wir ihn mal besuchen oder geht das nicht?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Es tut mir leid für dich, dass du meinen Freund so gut verstehen kannst. Es verhält sich so, wie du sagst, denke ich. Es ist eine Art Selbstschutz. Du hast viel erlebt, Linhard. Ich hoffe, an Gregoires Seite wirst du glücklich sein. Wir de Souvagnes meinen es sehr ernst mit allem, was wir sagen. Wir sind keine Lügner, keiner von uns. Wir sind ehrlich in der Liebe wie im Zorn. Was du an meinem Bruder siehst, ist keine Maske - das ist mein Bruder. Meinen Freund können wir nicht besuchen, aber ich könnte ihn herholen, theoretisch. Willst du ihn denn kennenlernen? Ich will weder dir noch ihm eine reine Höflichkeitskonversation zumuten. Es würde mir schon viel helfen, wenn du mir als letzten Tipp noch eine Sofortmaßnahme vorschlägst, damit er nicht mehr ganz so verstimmt ist.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Danke dass hast Du lieb gesagt. Ciel hat Recht, bei uns musst Du keine Angst haben, dass wir Dich fallen lassen. Höchstens dass wir Dir mal auf den Geist gehen, weil wir klammern. Aber ich glaube das ist das winzigste Familienproblem«, schmunzelte Greg und knuffte Ciel gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte seinem Bruder gut gelaunt zu. »Der souvagnische Klammeradler - schau dir nur seine Greiffüße an. Sie sind nicht zum Beute schlagen, sondern zum Festhalten dessen, was einem lieb und teuer ist.«

Linhard
»Ja ich habe viel erlebt und Danke für Dein Mitgefühl, aber um mich geht es wie gesagt nicht im Moment. Und die größte Scheiße ist mal zu was gut, habe ich schon oft festgestellt. Hätte ich es nicht erlebt, könnten wir Deinem Kumpel nicht helfen. Der erste Schritt um wem zu helfen ist doch ihn erstmal zu verstehen. Was den Zusammenhalt angeht, da kann ich nur sagen, dass freut mich sehr. Ich verspreche ebenso ehrlich zu sein, so ehrlich wie es mir möglich ist. Ich werde Euch nicht belügen, aber Dinge die ich nicht benennen darf - werde ich nicht benennen. Das müsst Ihr verstehen. Ich führe keine Höflichkeitsgespräche, oder nur selbst unter Zwang. Ich dachte wir reden einfach mal mit ihm über die Hochzeit und Du fragst ihm wegen dem Trauzeugen. Zu mehreren ist das manchmal leichter und er ist vielleicht nicht ganz so bissig zu Dir. Ich habe zwar noch nie einen lebenden Adler gesehen, aber Krallen haben die Viecher, dass weiß jeder«, grinste Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er wird eher Angst haben. Aber schön. Versuchen wir es. Ferrau scheint immer noch bei Benito zu sein, wahrscheinlich ist er sogar noch auf dem Weg dahin, weil er wieder in Kaffeebohnen geht. Ich werde selbst gehen und meinen Freund holen. Bitte versucht, nicht das Gesicht zu verziehen, wenn er den Raum betritt. Er riecht wirklich nicht sehr gut.« Ciel erhob sich und ging. Kurze Zeit später kam er mit einem ganz und gar nicht glücklich aussehenden Mann zurück, der unwahrscheinlich viele Roben und Pelzmäntel trug.

Alexandre
Er verneigte sich in Richtung von Gregoire. »Hoheit.« Dann betrachtete er Linhard, wobei er wenig freundlich dreinblickte. »Und Sie sind...?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Marquis de la Grange, das ist mein Zukünftiger, Marquis Linhard von Hohenfelde. Schön dass Sie kommen konnten«, sagte Greg freundlich.

Linhard
»Genau, es freut mich Ihre Bekanntschaft zu machen. Wir haben schon einiges über Sie gehört«, antwortete Linhard.

Alexandre
Alexandres Augen wanderten in Zeitlupe zu Ciel. »So, so.«

Linhard
»Naja nicht nur Gutes dass stimmt, aber über wen gibt es nur Gutes zu berichten? Es geht um eine Bitte die Ciel Ihnen nicht alleine stellen wollte. Aus dem Grund sind Sie hier. Wir hoffen Sie erfüllen ihm seinen Wunsch«, bat Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
*musterte Linhard aus dem Augenwinkel und starrte dann Ciel an,ehe er in Zeitlupe blinzelte*

Ciel Felicien de Souvagne
»Setz dich doch bitte«, forderte Ciel ihn auf, da Alexandre noch immer mitten im Raum herumstand. Der Marquis kam, sichtlich widerwillig, der Aufforderung nach. Ciel fuhr fort: »Es ist, wie Linhard sagte - ich habe meinen Unmut darüber geäußert, dass du vermutlich nicht zu meiner Hochzeit erscheinen wirst. »

Alexandre
»Ja«, antwortete Alexandre.

Ciel Felicien de Souvagne
Hilfesuchend blickte Ciel zu Greg und Linhard herüber.

Zerbino
Zerbino betrat den Raum, schaute sich erstaunt um und huschte schnell in den Nebenraum umd einige Minuten später Kekse, Gebäck und Kaffee zu servieren. »Verzeiht Herr ich war kurz in Ort neue Kekse kaufen«, entschuldige er sich höflich.

Linhard
»Ja und darum sind Sie hier. Das ist nichts was man als bester Freund akzeptieren kann. Sie sind der beste Freund und Lehrmeister von Ciel. Er kann sich seine Hochzeit nicht ohne Sie vorstellen. Aber das sollen Sie aus seinem Mund hören. Wir haben vorhin schon gehört, wie wichtig Sie ihm sind. Auch wenn Sie vermutlich völlig anderer Meinung sind - Ihre Meinung ist falsch«, antwortete Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
*bedankte sich mit einem Nicken bei Zerbino* »Ja wie Linhard aufführt, möchte Sie mein Bruder etwas sehr Wichtiges fragen. Hören Sie ihm bitte wohlwollend zu«, bat Greg, nahm sich einen Keks und drückte ihn Linhard in die Hand bevor er sich selbst einen nahm.

Ciel Felicien de Souvagne
»Siehst du, Zerbino ist nicht tot«, schmunzelte Ciel in Gregoires Richtung.

Alexandre
Alexandre warf ihm einen strengen Blick zu. »Mit so etwas scherzt man nicht.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. Er fühlte sich unwohl unter Alexandres Blick und der Erzhexer fühlte sich vermutlich gerade genau so unwohl. Ciel folgte Ferraus Taktik und aß einen Keks, um Zeit zum Überlegen zu gewinnen.

Alexandre
Alexandre sah Linhard ausdruckslos an. »Was wissen Sie schon. Sie kennen Ciel vielleicht seit ein paar Tagen. Ich habe ihn großgezogen. Natürlich bedeuten wir einander viel. Heißt das, dass ich alles verzeihen muss?«

Linhard
»Nein, aber als guter Vater legt man nicht alles auf die Goldwaage. Und wenn er Ihnen so viel bedeutet, dass Sie dermaßen wütend über die Hochzeit sind, warum wollen Sie ihn an dem Tag allein lassen? Weil er ihnen versprach dass es nie zu diesem Tag kommen wird? Menschen änderen sich manchmal - selten aber sie tun es. Und manchmal ändern sie sogar ihre Meinung. Deshalb sind Sie ihm aber nicht weniger wert. Im Gegenteil, an dem Tag braucht er Sie vermutlich mehr denn je, als seelischen Beistand. Wollen Sie ihm das bewusst verweigern weil Sie schmollen? Das werden Sie sich dann nicht verzeihen, denn damit könnten Sie ganz unbewusst die einzige Freundschaft begraben die Sie haben. Der einzige Freund den Sie haben, der Sie stets unterstützt hat, gleichgültig wie es Ihnen ging, wie Sie sich gegeben haben, wie Sie riechen oder was Sie taten bittet Sie um einen Gefallen und Sie tun was? Beantworten Sie uns dass bitte offen und ehrlich. Das Sie nicht grundlos wie eine Lumpenpuppe rumlaufen ist mir klar. Ich lauf auch nicht grundlos mit Glatze rum. Nur Sie haben noch die Chance der Person die Sie lieben als Vater zu zeigen, wie sehr sie es tun. Ich kann es im Umkehrschluss leider nicht mehr, mein Vater ist tot. Er wird nicht auf der Hochzeit anwesend sein. Sie können es, was spricht dagegen, außer vielleicht etwas Stolz, etwas Sturheit und vor allem Ihre Angst? Sie müssen keine Angst haben, dass versprechen wir Ihnen. Angst müssten wenn nur die Eheleute haben - aber Sie nicht. Sie werden dort nicht alleine sein. Ich verstehe wie einsam und verlassen man sich unter Menschen fühlen kann. Tatsächlich allein ist nicht weiter tragisch, man beschäftigt sich mit dem was einem wichtig ist. Aber unter Menschen denen man nichts bedeutet, von denen man sich ausgeschlossen oder sogar ausgestoßen fühlt - da bekommt das Wort Einsamkeit eine andere Dimension. Sie wird fast greifbar. Sie werden nicht alleine sein Marquis, das verspreche ich Ihnen«, sagte Linhard.

Alexandre
»Ihre Arroganz ist abstoßend!«, ereiferte sich Alexandre. »Wie lange sind Sie eigentlich bereits eingebürgert in Souvagne? Und was waren Sie in Naridien - Freiherr? Sie benehmen sich wie der letzte naridische Bauer!« Alexandres Hände zitterten und er erhob sich. »Auf diesem Niveau bin ich nicht gewohnt mich zu unterhalten. Schöne Freunde hast du, Ciel. Sie sind ein guter Umgang für dich.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah sehr erschrocken aus, als das Wortgefecht zwischen Linhard und Alexandre sich so schnell derart hochschaukelte. Ihm fiel nichts anderes ein, als verzweifelt nach Alexandres Mantel zu greifen und ihn daran festzuhalten. Alexandre blieb notgedrungen stehen, er konnte dem Prince nicht einfach den Mantel aus der Hand reißen. Aber dass er den Anwesenden seine Rückseite zudrehte, sprach für sich. Ciel sprach: »Ich bat Greg und Linhard um Rat, weil ich mich mit dir versöhnen wollte! Stattdessen wird alles noch schlimmer! Bitte geh nicht, Alex ... bitte setz dich wieder.«

Linhard
»Es tut immer weh wenn man die Wahrheit ungeschmickt hört. Was ich war oder bin, ist völlig bedeutungslos. Fakt ist was Sie sind - angeblich der Freund von Ciel. Haben Sie tatsächlich soviel Angst vor der Bitte Ihres Freundes? Haben Sie soviel Angst davor zu sehen, dass er glücklich werden könnte und Ihnen bleibt das verwehrt? Oh ja, dass kenne ich. Sie stehen gerade an einer Weggabelung Marquis. Entweder Sie bleiben bei Ihrer Einstellung und neiden es ihm voller Angst oder Sie wagen es sich, sich für ihn zu freuen. Er hat Ihnen wie gesagt immer beigestanden. Es ist CIELS Tag und nicht Ihrer! Es geht einmal um CIEL allein und nicht um Sie, Ihre Ängste, Ihre Probleme und Ihre Wünsche. Ein einziges mal wünscht er sich, dass Sie für ihn über Ihren eigenen Schatten springen. Damit er seinen besonderen Tag mit all seinen Lieben feiern kann und Überraschung - Sie sind einer davon. Mit Ihrer kratzbürstigen Art vergraulen Sie mich nicht Marquis, ich habe schon oft genug in den Spiegel geschaut - halten Sie mir ihn ruhig ein weiteres mal vor - ich sehe mich mit 16 - Danke. Und nun werden Sie sich umdrehen und Ihrem jahrelangen Freund ins Gesicht schauen, wenn Sie ihm antworten. Angst hin oder her, aber finden Sie das Verhalten gerechtfertigt? Schlagen Sie danach gerne wieder um sich, auch wenn es dafür keinen Grund gibt. Das Sie es allerdings können, sollte Ihnen zeigen wo Sie sind - unter Leuten denen Sie etwas bedeuten. Bei völlig Fremden wo Sie nicht gefühlsmäßig abgesichert sind wie bei Ciel würden Sie sich so ein Verhalten doch gar nicht wagen. Nicht wagen können Marquis. Also, schlucken Sie Ihre Wut und Verletzung herunter und hören sich an was Ciel Ihnen zu sagen hat. Ehr kommen Sie ehr hier nicht weg. Und je länger Sie schmollen, je mehr Zeit stehlen Sie sich die Sie schon glücklich sein konnte. Und ehe Sie wieder giftig werden, ich weiß wovon ich rede. Versuchen Sie es einfach mal. Na los«, forderte Linhard Alex auf.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ciel aufmunternd und schaute danach zu Linhard rüber. Sein Verlobter brachte die Fakten auf den Tisch. Zwar deutlich, aber nicht unhöflich. Er hoffte das der Marquis darauf einging. Greg schob seine Hand in die von Linhard und drückte sie kurz. »Wie mein Verlobter sagte, Ihnen möchte niemand etwas. Wir haben vielmehr überlegt, wie wir Sie überzeugen könnten, auf der Hochzeit zu erscheinen. Es ist Ciel äußerst wichtig Marquis de la Grange. Eine Einladung vom Duc persönlich ist doch nicht von Nöten oder? Mein Bruder bittet Sie aus tiefstem Herzen«, warf Greg freundlich ein.

Alexandre
Alexandre wollte nicht. Er wollte einfach gehen und sich in seinem Bluttempel verstecken. Wenn es für ihn möglich war, das Draußen noch mehr zu hassen und zu fürchten, als bisher, dann war das soeben eingetreten. Im Tempel gab er den Ton an. Er war der Erzhexer, er war der Lehrer. Ciel war Schüler. Doch hier oben waren ihre Rollen vertauscht und der Prince wollte, dass er sich setzte. Also setzte Alexandre sich.
Er würdigte Linhard keines Blickes, als er antwortete.
»Sie wissen nichts - hören Sie - nichts. Ich weiß nicht, was Sie dazu bringt, anzunehmen, sie würden auch nur eine winzige Ecke verstehen von dem, was in mir vorgeht. Wie kommen Sie darauf, dass ich nicht wöllte, dass er glücklich ist? Dass ich diese Hochzeit nicht gutheiße, hat völlig andere Gründe, die zu begreifen Ihren Intellekt überfordern würde. Und ich bin nicht Ciels Ersatzvater. Er hat einen Vater, der alles für ihn tut, was ein Vater nur tun könnte, er braucht keinen Abklatsch. Ich habe ihn großgezogen als meinen Schüler und mein jüngeren Freund. Nun, man sollte sich mit seinen Schülern nicht anfreunden, sondern professionelle Distanz waren, aber ich bin scheinbar nicht sehr professionell.«
Sein Blick wanderte zu Gregoire, dem er jedoch nicht in die Augen sah.
»Wenn man mich zwingt, werde ich natürlich auf der Hochzeit erscheinen. Wie könnte ich Nein sagen bei einer so formulierten Bitte? Ciel weiß am besten, was er mir damit antut und ja, auch diesen Schmerz werde ich zu etragen wissen. Es ist eine gute Übung, sich in auch im Angesicht größter Pein in Gleichmut zu üben.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel merkte, dass er noch immer Alexandres Mantel umklammert hielt. Er ließ ihn von seinem Knie herunterrutschen. »Ich wollte mich mit dir versöhnen und dich nicht noch mehr erzürnen«, erklärte er hilflos. »Darum wollte ich dich bitten, mein Trauzeuge zu sein. Ja, ich weiß, dass dir das nicht gefällt. Aber mir wäre es dennoch wichtig, dass du es tust. Dass du dabei bist. Darum bitte ich dich inständig. Ich werde dich nicht dazu zwingen lassen. Wenn du Nein sagst, akzeptiere ich das. Bedeuten würde mir es viel.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Es war keine Drohung, entweder erscheinen Sie per Dekret auf der Hochzeit oder Sie wandern auf den Block und den Interlekt meines Verlobten zweifeln Sie bitte nicht noch einmal an. Ihre Höflichkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig, jene die Sie von anderen einfordern. Es mag nicht immer alles nach Ihren Wünschen verlaufen und Sie mögen extrem großes Leid erfahren haben, aber Sie sind nicht der Einzige. Ich denke mein Verlobter versteht Sie sicher nicht ganz, aber er weiß wovon er spricht was das Thema Einsamkeit angeht. Sie verhalten sich wie ein Rüpel der die gereichte Hand ausschlägt. Dass Sie Ciel ein Lehrer waren und mehr darüber hinaus, scheint offensichtlich. Dass Sie ein väterlicher Freund waren, ist doch selbstredend. Dass Sie nicht sein Vater waren oder diesen ersetzen mussten, konnte mein Verlobter nicht wissen. Er bezog sich auf seine Erfahrungen um Ihnen beizustehen. Haben Sie meinen Bruder um irgendetwas dermaßen bitten müssen, wie er sich hier vor Ihnen geradezu erniedrigt? Sie sind ein Marquis und dies ist immer noch ihr Herr. Sie könnten aber auch von Freund zu Freund miteinander reden. Ist dies bei Ihnen nicht möglich? Wollen Sie sich so stur geben? Glauben Sie mir, niemand zwingt Sie auf unserer Hochzeit zu erscheinen. Es geht um die Freiwilligkeit und die Bedeutung dahinter. Wenn Sie dort so erscheinen, nicht in ihrem Aufzug, sondern mit so einer Visage dann gute Nacht. Nun?«, sagte Greg streng.

Alexandre
»Ich werde da sein«, sagte Alexandre und verneigte sich. »Und ein Auftreten vorweisen, wie man es von mir erwartet. Ich bitte Euch um Verzeihung. Fakt ist, dass es mir nicht möglich ist, zu erklären, warum ich die Nachricht von der Hochzeit Eures Bruders nicht so freudig empfangen kann, wie andere. Es widerspricht dem Bildungsauftrag, den Euer Bruder mir damals selbst auftrug und den ich bis heute gewissenhaft zu erfüllen versuche. Deshalb hätte ich nicht unhöflich werden dürfen. Das Gelöbnis, über die Natur des Bildungsauftrages zu schweigen, ist in dem Falle ein Hindernis, das nur der Duc selbst aufheben könnte. Bitte glaubt mir, wenn ich versichere, dass ich nur das Beste für Prince Ciel wünsche. Nichts läge mir ferner, als ihm ein erfülltes Leben zu missgönnen. Ich bedaure dieses Missverständnis zutiefst.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Danke für die Einsicht Marquis de la Grange. Nehmt Euch bitte etwas zu Essen und einen Kaffee. Wir haben nicht an Euren lauteren Absichten gezweifelt, sondern an Eurem Verhalten an sich. Dass Ihr Euer Erscheinen zusagt, freut uns sehr. Zu dem besagten Auftrag kann ich nichts sagen Marquis, da ich davon keine Kenntnis habe. Dies besprecht doch bitte in Ruhe und Freundschaft mit meinem Bruder. Vielleicht ist die geplante Ehe auch völlig anders als Ihr erwarten würde? Ganz gewiss sogar, wage ich vorher zu behaupten. Reden Sie bitte offen mit ihm. Trauen Sie sich das. Sie werden vermutlich etwas erfahren, dass Sie erfreuen wird, oder wenigstens beruhigen wird. Und bitte beantworten Sie noch die Frage ob Sie der Trauzeuge meines Bruder sein wollen, dies haben Sie geschickt offen gelassen. Ich stelle ihnen auch gerne meinen Leibdiener zur Verfügung, Zerbino wird sich um Sie kümmern und Sie für den Tag zurecht machen. Was sagen Sie?«, fragte Greg freundlich. Er war froh dass Alexandre eingelenkt hatte. Man sah dem Mann den Kampf mit seinen inneren Dämonen an. Aber wenigstens einen davon schien er erschlagen zu haben, zumindest schwer verletzt.

Linhard
»Ich entschuldige mich ebenfalls für meine sehr direkte Art und Weise. Ich wollte Sie nicht beleidigen oder kränken Marquis, ich wollte Ihnenn nur deutlich machen worum es uns geht. Das Ihnen Ciel soviel bedeutet, freut mich zu hören. Wir haben es gewusst, aber es zu hören ist immer schön. Wie ich vorhin vorschlug, könnte ich Ihnen gerne einen meiner Verwandten an die Seite stellen, damit Sie die Hochzeit über nicht allein sind. Ihre Probleme sind mir nicht bekannt, nur dass sie sehr groß sind. Meine Verwandten würden sich nicht über Sie lustig machen, da beide die in Frage kämen, ähnlich große Päckchen tragen wie Sie. Sehr schwere Päckchen. Sie könnten sich also verstanden fühlen und gut aufgehoben auf der Hochzeit. Möchten Sie?«, bot Linhard an.

Alexandre
»Das Angebot ist sehr ehrenvoll und selbstverständlich nehme ich es an. Es bedeutet mir viel, dass es Prince Ciel so wichtig ist. Ich werde Eurer Empfehlung folgen und mit Ciel sprechen. Was Euren Leibdiener anbelangt ...« Er haderte sehr mit sich selbst. Das war eine große Ehre für ihn. Andererseits wollte er nicht, dass ihn jemand nackt sah.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel mischte sich ein. »Danke für das Angebot, Greg, aber für diese Aufgabe haben wir bereits Ferrau vorgesehen, der Alexandre schon kennt.«

Alexandre
Man sah Alexandre die Erleichterung an. Als Linhard sich entschuldigte, nickte er. »Nun, Sie haben mich beleidigt und gekränkt und ich Sie vermutlich auch. Von daher sind wir wohl quitt. Ich weiß das Angebot zu würdigen, aber dafür wöllte ich die Verwandten zuvor gern kennenlernen, wenn das möglich ist, und ansonsten auf ... irgendwen anderes zurückgreifen. Irgendwer wird sich schon finden lassen. Vermutlich ist auch zumindest ein Teil meiner eigenen Verwandtschaft vor Ort.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ja gut, dann wenn Sie Ferrau schon kennen, dann ist dies natürlich auch angenehmer für Sie, das verstehe ich«, antwortete Gregoire und er verstand es wirklich. Einen Leibdiener vertraute man seinen Leib an und es war für den Marquis eindeutig mit Scham behaftet. Da er Ferrau scheinbar schon vertraute, sollte er auch von diesem zurecht gemacht werden.

Ciel Felicien de Souvagne
Entscheidend war vor allem, dass Ferrau wusste, wie man mit dem Marquis umzugehen hatte, wenn es um die Körperpflege ging, damit dieser sich nicht bloßgestellt fühlte, doch das sprach Ciel nicht aus. Er war froh, dass Alexandre eingelenkt hatte, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Linhard
»Quitt ist ein guter Anfang Marquis. Sie können gerne meine Verwandten kennenlernen, wobei einige noch nachkommen werden. Mein Onkel können Sie jederzeit kennenlernen er ist vor Ort, Davard von Hohenfelde. Meinen anderen Verwandten Wolfram von Wigberg kann ich gerne schnellstmöglich nachholen lassen. Mit beiden würden Sie sich gut verstehen. Vielleicht können Sie sich dort sogar öffnen was Ihr Problem angeht, da wie gesagt beide selbst große Probleme hatten. Wolfram hat seine immer noch, Davard trägt die Narben seiner Vergangenheit. Aber für solche Gespräche ist die Hochzeit nicht bestimmt, Sie sollen nur wissen, dass Sie sich dort in ähnlicher Gesellschaft befinden. Ich weiß nicht was mit Ihnen geschah, aber ich sage Ihnen was mit diesen Männern geschah. Einer wurde misshandelt und missbraucht, der andere seelisch misshandelt und er war als Kind sehr oft krank. Folglich blieb er allein und kinderlos, was nicht zu seiner Beliebtheit in der eigenen Familie beitrug. Es wird keine Nachkommen von ihm geben und das ist doch allgemein das höchste Dogma. Selbst wenn man niemals eine Frau findet, sollte man einen Stammhalter zeugen. Also gleichgültig was Ihnen Ihre Familie antat, wir kennen solche Probleme. Überlegen Sie es sich einfach, es ist ein freundlich gemeintes Angebot und vielleicht haben Sie ja sogar dann einen oder zwei Freunde mehr?«, schlug Linhard vor.

Alexandre
Alexandre nickte und sah nun nicht mehr ganz so abweisend aus, als er Linhard betrachtete. »Ich freue mich darauf, sie kennenzulernen. Am besten nachts oder sehr zeitig in der früh, wenn noch nicht so viel los ist. In meinen eigenen vier Wänden kann ich sie nicht empfangen.«

Linhard
»Ihr könntet Sie im Hof besuchen oder in der Taverne. Ganz wie Ihr mögt. Die beiden stehen früh auf, daran wird es nicht scheitern. Ich werde ein Treffen vereinbaren und Sie können sich dann in Ruhe unterhalten. Ich werde meinen Onkel bitten Wolfram nachzuholen. Vielleicht können Sie dann gemeinsam zur Hochzeit erscheinen. Dass ist ja immer schöner, als wenn man allein wo aufschlägt«, antwortete Linhard.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das klingt sehr gut und freut mich für Sie Marquis, ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie mit mehr nach Hause gehen als mit einem vollen Magen nach der Hochzeit. Ich hoffe unser Vater ist bis dahin auch wieder im Land. Ich mache mir Sorgen um ihn«, sagte Greg leise.

Alexandre
»Danke, das ist sehr freundlich, Linhard«, erwiderte Alexandre. »Ciel wird mich darüber informieren, er weiß, wo ich wohne.« Er wandte sich an Gregoire. »Euer Vater wird wohlbehalten heimkehren. Das kann ich mit Fug und Recht versprechen.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Das wird er.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das muss er. Jemand sollte ihm mitteilen dass wir heiraten. Irgendein Himmelsauge«, schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Remy?«, grinste Ciel schadenfroh.

Ferrau
Ferrau kam zurück von Benito und setzte sich neben seinen Herrn. Dabei zog er ein trauriges Gesicht.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Remy die Plaudertasche der Schlüpfrige. Ja warum nicht? Dann hat Vater etwas Unterhaltung und ist schnell wieder Zuhause«, lachte Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ferrau!«, rief Ciel bestürzt. »Müssen wir vor die Tür gehen oder kannst du mir sagen, wie es dir geht?«

Ferrau
»Es geht mir gut Herr... gut«, antwortete der Leibdiener und lächelte tapfer.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und warum ziehst du so ein Gesicht? Was ist los mit dir? Sollen wir unter vier Augen reden gehen?«

Linhard
»Gut sieht aber anders aus«, flüsterte Linhard und rutschte näher zu Greg auf.

Ferrau
»Benito hasst mich. Er redet immer so seltsam und guckt mich dabei komisch an. Und selbst wenn ich gesund bin fühle ich mich danach hundeeldend. Ich bin gesund«, stöhnte Ferrau.

Linhard
»Hier iss einen Keks«, grinste Linhard und reichte Ferrau den Teller.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wie geht es deiner Rippe?«, bohrte Ciel unerbittlich nach.

Ferrau
Ferrau nahm mit dankbarem Nicken den Keks. »Sie ist gut verheilt Herr. Aber Benito hat mich angesehen, als wäre die Rippe gut und der Rest mürbe. Ich bin doch gesund, was will der Mann immer von mir?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Vielleicht ... ich werde sicherheitshalber noch einmal selbst mit ihm sprechen. Das ist mir nicht geheuer.«

Ferrau
»Mir ist er auch nie geheuer, aber Herr ich bin gesund, auch wenn er dabei so seltsam schaute«.

Linhard
»Dann ist er auch gesund, sein Bruder Dantoine hat bei uns immer Witze gerissen, während er einen behandelt hat. Ob man darauf Lust hatte, oder ob man dafür einen Kopf hatte, hat ihn nicht interessiert. Heiler-Humor oder so«, warf Linhard ein und aß einen Keks

Ciel Felicien de Souvagne
»Trotz allem ist er ein hervorragender Heiler! Warum fürchtest du ihn so, Ferrau? Nur, weil er manchmal ein wenig bedrückt schaut?«

Ferrau
»Bedrückt? Er schaut als wollte er einen Notschlachten! Heiler sind mir unheimlich, ich war da Herr fragt ihn ruhig«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, ich glaube dir. Deine Familie hat viele Heiler hervorgebracht, wurde mir gesagt. Warum hast du dich also so zimperlich?«

Ferrau
»Meine Familie arbeitet doch in der Küche Herr!«, stöhnte Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte zu Greg herüber. »Hattest du nicht gesagt, er hätte Heiler in der Familie?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Dachte ich, so wurde es doch gesagt! Auspeitschen sollte man ihn lassen den verlogenen Hund!«

Linhard
*Linhard schaute weg und biss sich in seinen Jackenärmel um nicht lauthals loszuprusten vor Lachen. Die beiden Brüder waren schon eine Show für sich, knorcke und adelig schräg wie es nur Hochadlige sein konnten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam große Augen. »Erst willst du meinen Freund auf den Block schicken und nun meinen Leibdiener an den Pranger zum Auspeitschen! Ferrau, wo arbeitet deine Familie nun - und woher kommen diese Gerüchte?«

Gregoire Verrill de Souvagne
*schaute total verdutzt* Das wollte ich doch gar nicht, der Marquis sollte nur eine persönliche Einladung bekommen.

Ferrau
*musterte Greg ängstlich* »Meine Eltern arbeiten in der Küche, ich habe Euch immer die Wahrheit gesagt, ich weiß nicht woher die Gerüchte stammen, ich habe sowas nicht erzählt«, flehte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Greg, wer hat dir diesen Floh ins Ohr gesetzt? Ferrau war es nicht!«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich überlege, irgendwo habe ich es aufgeschnappt. Könnte auch sein, dass ich da was verwechselt habe... ich bin mir nicht so sicher Ciel. Es fällt mir bestimmt wieder ein«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stöhnte gequält und suchte nach einem schön fettigen Keks. »Wir sind alle überlastet. Wir benötigen Ruhe für heute. Ich möchte mich langsam verabschieden. Danke für euren Rat und eure Hilfe, ihr beiden. Ferrau, du kommst mit mir in unsere Gemächer. Und du auch, Alex. Du wirst dich heute nicht vergraben und der Unterricht kann heute auch mal ein Selbststudium sein.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Damit hast Du wohl Recht, verzeih Ferrau ich dachte Du wolltest mich belügen oder in Misskredit bringen. Es war trotz aller Anstrengung schön mit Euch zu plaudern. Danke fürs Kommen Ciel und Danke für die Zusage Marqius. Ich wünsche Euch noch einen angenehmen Tag, hoffentlichen sehen wir uns bald wieder«, freute sich Greg und legte einen Arm um Linhard.

Linhard
»Fand ich ebenso. Wir sehen uns Schwager in Spee und für Sie Marquis kümmere ich mich um den besagten Besuch. Ebenso einen schönen Tag noch«, fügte Linhard an.

Alexandre
Alexandre verneigte sich. »Die Freude war ganz meinerseits, zumindest nachdem wir aufgehört haben, uns gegenseitig unschöne Dinge an den Kopf zu werfen. Ich freue mich auf den Besuch und danke für Eure Mühe bei der Vermittlung zwischen Prince Ciel und mir.« Damit verließen Ciel und Alexandre den Raum.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg zog Linhard an sich, legte seinen Kopf auf seiner Schulter ab und grinste ihn an. »Ich weiß es wieder - Du warst das. Du hast gesagt, Benitos Bruder ist Heiler. Er hat Heiler in der Familie und ich habe den mit Ferrau verwechselt. Schön peinlich«, lachte Greg leise.

Linhard
»Du bist eine Marke echt«, lachte Linhard.
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Ciel Felicien de Souvagne

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Aussprache

#9

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 11. Apr 2018, 22:53

Aussprache

Alexandre saß wider Willen gewaschen, gekämmt und frisch rasiert auf Ciels Sofa. Sein Haar war noch feucht und ordentlich nach vorn gekämmt. So nass wirkte es nicht blond, sondern dunkel. Alexandre hatte sich bis zum Kinn in eine bunt gemusterte Tagesdecke eingewickelt. Darunter trug er einen Schlafanzug, weil Ciel ihm seine verlotterte Kleidung weggenommen hatte, während er arglos gebadet hatte.
»Was ist eigentlich mit dem anderen Satz Kleidung?«, erkundigte sich Alexandre, während Ferrau ihm einen Tee hinstellte.
»Noch im Trockenraum, Herr«, antwortete der Diener. »Einige von den Stoffen sind sehr dick und sind daher noch etwas klamm. Das Trocknen wird noch bis morgen dauern.«
»Mit den Roben, die mir heute entwendet wurden, bin ich nun abgesehen von Unterwäsche und Socken vollständig kleiderlos.« Bei diesem Tadel wandte Alexandre den Blick von dem Diener ab und ließ ihn zu Ciel hinüberschweifen, wo er hängen blieb.
Der Prince war nicht gezwungen, sich gegenüber dem Marquis zu rechtfertigen, aber er tat es trotzdem.
»Das ist wohl deiner Angewohnheit geschuldet, zehn Roben und Mäntel übereinander zu tragen. Würde ich das tun, wäre mein Kleiderschrank auch nach zwei mal Sachenwechsel leer. Warum tust du das überhaupt, Alex? Die Leute sagen, du siehst aus wie eine Lumpenpuppe.«
»Nicht die Leute sagen das, sondern Linhard von Hohenfelde brachte dies zum Ausdruck. Seine Ansicht ist vollkommen unerheblich. Der Aufwand, der bei Hofe und generell beim Adel um die korrekte Kleiderwahl betrieben wird, ist eine Vergeudung zeitlicher, finanzieller und geistiger Kapazitäten ohnegleichen. Am besten wäre es, wenn jeder Mensch ungeachtet seines Standes an jedem Tage das Selbe tragen würde. Man müsste sich keine Gedanken mehr machen, was heute wohl angemessen wäre und was die anderen wohl denken mögen und könnte sofort an die Arbeit gehen. So handhabe ich es.«
»Das erklärt aber immer noch nicht, warum du so dermaßen viele Roben übereinander trägst! Frierst du? Meistens wirkst du eher, als würdest du darunter schwitzen.«
»Es wirkt nicht nur so, sondern ist eine Tatsache und die ständigen Anspielungen auf meinen Körpergeruch fallen mir auf die Nerven. Als ob Souvagne keine anderen Probleme hätte! Wieso machst du dir darüber überhaupt Gedanken? Es spielt keine Rolle, was ich an Kleidung trage, ob ich das letzte Mal vor ein paar Stunden oder ein paar Monaten rasiert wurde oder ob ich nach Mensch oder nach Parfum rieche. Nichts davon ist in irgendeiner Weise von Belang! In den Minuten, die wir momentan schon über meine Kleiderwahl und meinen Geruch sprechen, hätten wir auch den Umzug des Bluttempels nach Neu-Souvagne bereden können oder den Ablauf deiner Hochzeit.«
Ciel nickte.
»Gut. Reden wir über meine Hochzeit. Ferrau, du kannst ruhig gehen. Nimm dir eine Stunde frei.«
Der Diener bedankte sich und verließ den Raum.
Ciel kam zu Alexandre und setzte sich auf das andere Ende des Sofas. Im Gegensatz zu dem Erzhexer war er noch in seiner Alltagskleidung. Alexandre zog die Decke noch weiter nach oben. Sein Tee stand unangetastet auf dem Tisch. Eine Weile schwiegen sie, dann ergriff Ciel das Wort.
»Ich kann die Gründe erahnen, warum du so enttäuscht bist und teilweise hast du sie im Bluttempel ja schon benannt. Ahnen ist aber nicht wissen. Ich möchte gern von dir Wort für Wort hören, weshalb dich meine Verlobung so verstimmt.«
Alexandre sah ihn noch immer nicht an.
»Wenn du es noch einmal in aller Ausführlichkeit wissen willst, bitte. Mich würde es ja langweilen, zwei Mal das Selbe zu hören. Aber schön. Lass mich etwas weiter ausholen. Wie dir bekannt ist, habe ich dich ein Jahrzehnt lang als meinen bevorzugt behandelten Schüler ausgebildet. Warum du bevorzugt wurdest, liegt auf der Hand - du bist der Prince. Zwar legtest du stets Wert darauf, ein Schüler unter Schülern zu sein, sobald du den Bluttempel betrittst, doch außerhalb bist du, was du bist. Daran lässt sich nicht rütteln. Du bist der Sohn unseres Herrschers und seiner Lieblingsfrau, der einzige Spross der Familie, der zur Magie fähig ist. Das kann man nicht völlig außer Acht lassen. Ganz nebenbei haben wir beide uns im Laufe der Zeit auch angefreundet. Ich habe mir endlos viele Stunden über deine Ausbildung den Kopf zerbrochen, mein Konzept individuell für dich maßgeschneidert. Mir sehr viel Zeit genommen, um mit dir über die physischen, emotionalen und kognitiven Voraussetzungen zu sprechen. Besonders dafür.«
»Mit dir zu philosophieren machte mir Spaß«, warf Ciel ein. »Und würde es immer noch machen, wenn du nicht so oft schmollen würdest.«
»Dass du daran Freude hast, habe ich gemerkt und philosophische Diskurse sind auch nicht die schlechteste Möglichkeit, um alles, was man weiß, in seiner Gänze zu begreifen und zu verinnerlichen. Darüber hinaus hast du mich auch oft genug zu alltäglichen Problemen befragt. Du warst gerade aus dem Krieg zurückgekehrt und sehr verwirrt. Ich stand dir immer mit Rat und Tat zur Seite. Auf der Schwelle zum Mannesalter warst du wie ein treibendes Blatt im Wind.«
»Ja, ich war damals dankbar, dass wir uns kennenlernten. Deine Lehren wurden mein Halt. Ich weiß nicht, wer ich heute wäre ohne dich. Zweifelsohne ein anderer Mensch. Aber wohl kein Besserer. Ich hab dich damals sehr bewundert. Trotz allem, was man dir angetan hat und was du noch heute durchmachs, gehst du unbeirrt deinen Weg. So was kann eigentlich niemand ertragen und du erträgst es dennoch irgendwie.«
»Was, entmannt worden zu sein? Traust du dich nicht, es beim Namen zu nennen? Doch, das kann man ertragen, wie du siehst. Und ich bin ja auch nicht der Einzige, dem das widerfuhr. Man denke an die Tempelsänger, die bereits im Kindesalter um ihre Männlichkeit betrogen wurden, damit ihre Stimmen den Göttern zur Ehre gereichen. Gefragt wurden sie nie. Warum auch, es ging nicht um die Götter, sondern um Geld. Die Eltern werden teuer bezahlt, wenn sie solche Jungs in den Tempel geben. Es geht doch am Ende immer nur um weltliche Dinge, oft unter dem Deckmantel der Religion versteckt, was für die Zeitlosen ein Hohn ohnegleichen sein muss. Ainuwar muss sich für seine Schöpfung schämen. Du hast keine Vorstellung, wie sehr mich diese ganze Weltlichkeit abstößt. Es ist der Geist, der uns zu Menschen macht, nicht der Körper. Es ist der Wille, der uns die Macht gibt, körperliche Versehrtheit zu überstehen und solch grandiose Zauber zu wirken - und sogar den Tod zu überwinden. Die Götter gaben uns einen Körper, damit der Geist ein Werkzeug hat. Nicht, damit wir ihn für Vergnügungen missbrauchen. Das ist, was ich versuche, meinen Schülern beizubringen. Abstand zu nehmen von der Physis. Dich hielt ich für den talentiertesten meiner Schüler. Denjenigen, der im tiefsten Herzen wirklich verstand, worauf es ankommt. Ciel, du hattest mein Nachfolger werden sollen! Du hast immer davon gesprochen, dich von der Welt zurückzuziehen, zu mir in den Tempel, und dich ganz der Bluthexerei hinzugeben. Ich wartete auf den Tag, da es endlich so weit sein würde. Da ich dich bei mir begrüßen dürfte. Jahr um Jahr. Er kam nie. Die Kammer, die ich eigens für dich vorbereiten ließ, sie steht noch heute leer.«
»Und stattdessen präsentierte ich dir meine Verlobung.«
»Richtig«, antwortete Alexandre. »Ich verstehe die Botschaft. Du hast dich von mir als deinem Lehrer verabschiedet, auch wenn du es so nicht ausgesprochen hast. Dein Weg wird nicht in den Tempel des Blutes führen, sondern hinaus, zurück in die Physis. An die Seite von Frau und Kind. Dein kluger Kopf wird künftig gefüllt sein mit ganz anderen Dingen als meinen Lehren.«
Ciel betrachtete seinen Freund. Alexandre sah verbittert aus, wie er da bis zum Hals eingewickelt da saß wie eine überdimensionale Fledermaus, die ihre Flügel um sich geschlungen hatte. »Alex, ich möchte dir etwas verraten. Ich möchte auch nach der Hochzeit keusch leben. Ferrau wird sich in Liebesdingen um meine Frau kümmern. Er wird gut zu ihr sein. Und er wird den Stammhalter mit meinem Samen zeugen.«
Alexandre drehte den Kopf ein Stück in seine Richtung. Sein Gesicht spiegelte höchstes Erstaunen.
»Und ich möchte dich bitten«, fuhr Ciel fort, »mich für die Hexerprüfung einzutragen und mir bei der Vorbereitung zu helfen. Es wird Zeit, dass ich den dritten Grad erreiche. Ich habe nicht vor, meine Ausbildung hinzuschmeißen. Ich habe vor, sie mit neuer Energie voranzubringen. Ich habe eine Pause gebraucht, da Vater die Verteidigung des Landes in meine Hände gelegt hatte. Die Sicherheit Souvagnes lag in meiner Verantwortung. Es blieb einfach keine Zeit für das Studium der Magie. Doch weder dich noch deine Lehren habe ich je vergessen. Wie könnte ich das?«
»Das ist ... bemerkenswert«, sprach Alexandre langsam und betrachtete Ciels Gesicht millimeterweise. Dann nickte er. »Gut. Ich werde einen Termin für dich festmachen und einen genauen Zeitplan für die Vorbereitungen mit dir ausarbeiten.« Seine Hand schob sich zwischen den Decken hervor und führte die Teetasse an die Lippen.
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Gregoire Verrill de Souvagne

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#10

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 19. Apr 2018, 00:50

Eine Frage der Wiederbelebung -- Chat-RPG - 18.04.2018


Ciel Felicien de Souvagne
Die beiden ältesten Söhne von Maximilien, Dreaux und Ciel, saßen gemütlich beisammen und unterhielten sich über die bevorstehende Hochzeit. Nach einer Weile kündigt ein Diener den Besuch von ihrem jüngeren Bruder Gregoire an. Kurz darauf sitzen sie alle drei beisammen in der Amtsstube.

Dreux:
"Schau mal wer sich zu uns verirrt hat", grinste Dreux Ciel gut gelaunt an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Der Kleine", ergänzte Ciel nicht minder gut gestimmt.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Hallo Ihr beiden. Und schon aufgeregt Ciel?", fragte Greg gut gelaunt und setzte sich dazu. "Wie stets mit Dir und Olivie? Alles gut?", hakte Greg kichernd nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Zwischen uns ist alles bestens. Aber irgendwer hatte ihr empfohlen, gleich bei mir einzuziehen." Ciel kratzte mit einem Finger über die Armlehne seines Stuhls.

Dreux:
"Sowas aber auch, ein gewagter Vorschlag oder Greg?", schmunzelte Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Na kommt, sind wir ehrlich der Gute Ciel ist manchmal etwas langsam. Da dachte ich, ich helfe ihm ein klein wenig in den Sattel und informiere Olivie was sich Ciel so insgeheim wünscht. War doch nicht schlecht oder?", grinste Greg breit.

Ciel Felicien de Souvagne
"In den Sattel helfen? Gut, dass du das Stichwort nennst." Er drehte sich zu Dreaux. "Wie hast du dir die Art der Bezeugung des Hochzeitsaktes vorgestellt?"

Dreux:
"Auf dem üblichen Wege. Ein Heiler geleitet Euch in Euer Schlafzimmer und am Morgen verkündet er den Vollzug. Ich hatte nichts anderes geplant, bleib ganz ruhig und entspannt", grinste Dreux.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ja darauf freut sich Lin auch schon. Vorher Fleischbeschau und danach auch", murrte Greg leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Niemand, der dabei hockt und zuschaut?"

Dreux:
"Nein. Mit jemanden unter einer Decke stecken kommt zwar daher, aber etwas Privatsphäre gehört doch wohl dazu. Die Vorabuntersuchung ist nicht dazu gedacht um wen bloßzustellen, sondern um die Gesundheit zu sichern und die Gebärfähigkeit. Ihr sollt gesund bleiben und Eure Partner sollen es sein. Ihr werdet von dem Heiler in Euer Zimmer geführt. Dann viel Vergnügen und am Morgen darauf sagst Du Ciel oder Du Greg dem Heiler bescheid, er schaut nach und meldet dass die Ehe vollzogen wurde. Zwar sagt die alte Tradition, dass jemand dabei sein sollte, aber wer kann denn wenn einer zuschaut? Also ich könnte da gar nichts. Drum macht Euch da keine Gedanken, allerdings ist die Untersuchung Pflicht. Was im Grunde auch müßig ist - wenn es nicht um die Gebärfähigkeit geht. Denn wenn Ihr beiden Euch vorher rumtreibt, könnt Ihr Euch auch woanders eine Seuche zuziehen als ausgerechnet von der oder dem Zukünftigen", erklärte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich treibe mich nirgends rum", erklärte Ciel. "Olivie hoffentlich auch nicht. Wir hatten eigentlich Entsprechendes vereinbart. Schön, dass niemand mit im Zimmer hockt, das wäre wirklich unangenehm. Für Olivie würde ich mir eine Heilerin wünschen anstelle eines Heilers. Ich denke, das kommt ihr mehr entgegen."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich habe mich auch nie herumgetrieben, aber ich Bekanntschaften. Ihr versteht was ich meine. Das würde mir auch besser gefallen, wieso sollte ein Mann an ihr herumfummeln? Mal eine andere Frage, könnte der Heiler nicht nachschauen, wenn der Partner danach noch schläft? Gut wenn man befummelt wird, wird man wach, aber ich meine ein Blick müsste doch wohl ausreichend sein. Wenn niemand außer Ciel und Oli im Raum ist oder LIn und ich, wer sollte es getan haben?", warf Greg ein.


Dreux:
"Das war allgemein gesprochen, ich ging nicht davon aus das Ihr rumhurt oder der gleichen. Die Untersuchung findet statt Greg, davor und danach. Danach reicht vielleicht ein Blick, aber das entscheidet der Heiler. Aber für Olivie halte ich auch eine Heilerin für angemessen. Ich werde es veranlassen", stimmte Dreux gut gelaunt zu.

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke", sagte Ciel sichtlich erleichtert. Der Gedanke, dass Benito oder ein anderer Mann ohne triftige Not an den intimsten Stellen seiner Braut herumfingerte, behagte ihm überhaupt nicht. Eine Heilerin dies tun zu lassen, war immerhin erträglich, auch wenn er die Untersuchung nach wie vor demütigend fand. Doch darum ging es nicht, wie Dreaux richtig gesagt hatte und es musste sein.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wir haben seid gestern Besuch und zwar von Linhards Paps. Er wurde von einem Nekromanten seiner Familie beschworen und er ist ein sehr netter älterer Herr. Er hat sich die Zeit bei mir in meiner Bibliothek versüßt und Linhard hat sich gewaltig darüber gefreut. Gibt es keinen Weg ihn zurück ins Leben zu holen? Das was Linhard sagte entsprich doch den Tatsachen oder nicht? Im Gegenzug könnte er dafür bei uns an der Akademie arbeiten, er verfügt über enormes magisches Wissen und ich denke, sollten wir Brandur helfen, würde sicher auch der eine oder andere Magier ebenfalls in der Akademie arbeiten. Also was sagt Ihr dazu? Besteht die Chance?"

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Freude verflog. Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und blickte nach oben. "Ich hatte mich dazu doch schon geäußert, Gregoire. Warum hältst du so hartnäckig daran fest? Was sollte am Leben dieses Mannes so viel wichtiger sein als das von tausenden anderen, die jedes Jahr allein in Souvagne von uns gehen?"

Gregoire Verrill de Souvagne
"Weil ich gesehen habe, weshalb er starb und wer dafür verantwortlich war. Und diese Person, war wiederrum nur ein Opfer ihres Vaters. Lin sagte es zwar, aber da begriff ich die volle Tragweite, man würde ihm sein Leben schenken. Er hat nie gelebt bevor er starb. Jedenfalls laut Lin nur 6 Monate, so wie er selbst. Vielleicht etwas länger, denn ab und an wird es auch einen lichten Moment in all dem Grauen gegeben haben. Aber wir können froh sein, so eine Form von Grauen nicht zu kennen. Zudem ist er keines natürlichen Todes gestorben. Diesen müsste man akzeptieren. Aber müssen wir jeden Mord hinnehmen? Gut unser Land ist sicher, sehr sicher. Und Mörder werden hingerichtet, so gehört es sich. Keine Wiederholungstäter. Aber die Opfer, wenn sie schon geschehen, sollten wir diese dann nicht zurück holen? Oder es versuchen? Darüber sollten wir zumindest einmal nachdenken. Und ich wünsche es mir für meinen Mann, dass er seinen Vater zurückbekommt. Wobei es nicht nur sein Vater wäre, sonder sein Vater und dessen drei Brüder. Vorrangig wäre aber Brandur. Ihr könntet doch selbst einmal mit ihm sprechen, er ist hier und wird auch als Geist auf der Hochzeit anwesend sein. Die Nekromantie verbietet es erst am 07.05. vollumfänglich".

Dreux:
Dreux musterte Ciel. "Was sagst Du zu dieser Sache?", hakte er nach. Er selbst hatte Alex persönlich kennengelernt und wusste um die Macht der Blutnekromantie. Zwar hatte er noch nie so eine Zeremonie gesehen, aber das diese Form der Magie nicht umsonst ihren Namen trug, war eindeutig. Es hatte einen gewaltigen Preis jemanden zurück ins Leben zu holen. Schlimmstenfalls musste dann eine andere Person für den Versuch sterben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es sind die selben Wünsche wie immer - reine Eigensucht. Der persönliche Wunsch, einen schmerzlichen Verlust auszugleichen. Das ist nicht das, wofür die Bluthexerei entwickelt wurde. Wofür sie bluten. Die Bluthexer unterstehen der Krone. All ihr handeln richtet sich danach, was gut für den Duc und dessen unmittelbare Familie ist, denn sie sind Souvagne. Brandur, und sei er ein noch so guter Mensch gewesen, ist nicht Souvagne." Er betrachtete Gregoire und kaute auf der Innenseite seiner Unterlippe. Dann blickte er wieder zu Dreaux. "Mehr kann ich ihm unter den gegeneben Umständen nicht erklären. Um es so zu veranschaulichen, dass er begreift, bräuchte ich deine Erlaubnis. Und du bräuchtest Gregoires Schwur, zu schweigen. Er müsste auf etwas schwören, das ihm mehr als heilig ist, damit der Schwur nie gebrochen wird. Auf das Leben seiner ungeborenen Kinder."

Dreux:
Dreux nickte zustimmend. "Wenn Du es wissen möchtest Greg, dann schwöre so wie es Ciel verlangt. Er hat Recht, ebenso wie die Himmelsaugen der Krone unterstehen, so unterstehen die Blutnekromanten ebenfalls direkt uns", pflichtete Dreux seinem Bruder bei.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich verstehe was Ihr mir damit sagen wollt. Dennoch habe ich dann eine Verständnisfrage. Er ist der Vater meines Mannes. Nach der Eheschließung ist er mein Schwiegervater. Natürlich ist er dadurch kein de Souvagne und Linhard ist ein angeheirateter de Souvagne - aber dennoch gehört er doch zur Familie oder nicht? Für die Erläuterung eines Neins schwöre ich auf gar nichts übertreibt es beide mal nicht".

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann wirst du von mir nichts erfahren", sagte Ciel. "Der Einzige, der das Anrecht darauf hat, zu wissen, was ich weiß, ist der Duc uns sonst niemand. Dass ich dich nicht ausschließen möchte von dem Wissen, obwohl es gute Gründe hat, dass dies unter Verschluss gehalten wird, ist nur ein Vorschlag von mir, den ich zähneknirschend unterbreite, da ich dich nicht ausgegrenzt wissen möchte. Letztlich sind wir drei Brüder und sollten zusammenhalten. Aber ich komme auch sehr gut damit klar, wenn du unwissend bleibst. Es reicht, wenn ich mit dem Duc sprechen kann. Brandur ist für Souvagne nicht von Belang, auch nicht, wenn er dein Schwiegervater ist. Er hat keinen Einfluss auf die Geschicke dieses Landes."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Damit hast Du Recht und Unrecht zu gleich Ciel. Denn solange es meinem Mann gut geht und er dadurch seiner Aufgabe als Marquis gut nachkommt, dient dies sehr wohl unserem Land. Aber er wird seiner Aufgabe selbstverständlich auch so gerecht. Das Entscheidungen treffen kann, die getroffen werden müssen habe ich gesehen und dass er sich nach besten Wissen und Gewissen bemühen wird, daran zweifele ich keine Sekunde. Ansonsten hätte er weder die Mühe noch den finanziellen Aufwand betrieben. Aber das ist nicht entscheidungsrelevant nehme ich an. Wie gesagt, wenn es bei dem Nein bleibt kann ich daran nichts ändern und werde es akzeptieren. Aber für die Erläuterung des Neins werde ich nicht auf das Leben meiner Kinder schwören. Denn das Nein bleibt bestehen, ändert nichts an den Tatsachen - ich wüsste eben nur weshalb. Aber das weiß ich auch so".

Dreux
Dreux tippte Ciel an. "Sollen wir einmal kurz Rücksprache halten?", bat er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Ja, das können wir gern."

Dreux:
Dreux deutete Gregoire an, draußen zu warten. Greg musterte einen Moment die beiden, nickte knapp und begab sich dann nach draußen. Er wartete aber nicht vor der Tür, sondern ging ein Stück weiter den Flur runter, so dass er vor dem Fenster eine Rauchstange rauchen konnte.
"Was genau befürchtest Du?", fragte Dreux seinen Bruder Ciel offen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nun, genau das, was schon eingetroffen ist! Das ein jeder meint, das Leben irgendeines entfernten Verwandten oder eines Freudes sei es wert, dass ein Bluthexer dafür sein Leben riskiert! Du kennst Alexandres erbarmungswürdigen Zustand. Er ist noch immer dabei, sich von den Strapazen seiner letzte Wiedererweckung zu erholen. Die Bluthexerei ist nicht käuflich, sie ist nicht egoistisch und die Bluthexer sind nicht die magischen Huren von Leuten, die nicht akzeptieren können, dass der Tod zum Leben dazu gehört und sei er manchmal noch so grausam und sinnlos erscheinend."

Dreux:
"Das verstehe ich. Wie Vater immer sagt, alles hat seinen Grund. Allerdings gibt es auch einen Grund weshalb die Blutnekromantie existiert. Allerdings kann man nicht erwarten, dass ein lebender Mann sein vorhandenes Leben für einen Toten riskiert. Dass Greg seinem Verlobten helfen möchte, verstehe ich. Und das Brandur als Nekromant ganz sicher eine Bereicherung wäre ebenso. Aber das wäre jeder andere ihrer Magier auch. Wieso möchten diese es nicht an der Akademie versuchen? Vielleicht solltest Du bis zu einem endgültigen Nein abwarten und vorher mit Alex reden. Ich denke nicht, dass Greg ihn oder Dich wie eine Hure ausnutzen möchte. Allerdings möchte ich auch nicht, dass Greg dermaßen vehement rein nur noch auf Linhard reagiert. Linhard wird ein Teil unserer Familie und darüber kann er sehr stolz und froh sein. Vor allem in Anbetracht dessen, wie grausam seine Familie wohl einst war. Jene die hier sind, sind es aus guten Grund. Das ist uns auch klar. Keiner zahlt zig Millionen für eine Laune. Es ist ihnen ernst, allen die hier sind ist der Neuanfang ernst und das sie hier leben und sich mit dem Land verwurzeln wollen. Sonst hätten sie ihr Geld in die Azursee kippen können. Wir müssen auch schauen ob sich Greg verrennt. Sprich kommt das von ihm aus, da er Lin unbedingt beweisen will was er als Ehemann drauf hat, oder lässt er sich manipulieren oder wird er überhaupt manipuliert? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem. Lin fragt, Greg knickt ein da er schließlich mehr von ihm möchte. Wir wissen es nicht, aber nur um Lin zu beeindrucken, werde ich nicht Alex Leben gefährden. Auch das muss klar sein".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Dreaux sehr ernst an. "Mein lieber Bruder. Nicht ich fälle die Entscheidung darüber, wer wann von uns wiederbelebt wird. Du bist derjenige, der den Schlüssel zur Wiedererweckung in den Händen hält und der entscheidet, wer leben soll und wer tot bleibt. Bedenke aber - für ein unbedacht ausgesprochenes Ja, kann es sein, dass ein fähiger Bluthexer stirbt, der dir dann nicht mehr zur Verfügung steht. Zumindest aber ist er für wenigstens ein Jahr magisch außer Gefecht. Wir sind nur sehr wenige und noch weniger von uns beherrschen die höchste Kunst. Darum wähle weise und so, dass du die Wahl nicht noch bereust. Ich kann dich nur beraten und meinen Unmut äußern. Doch wenn du eine Wiedererweckung befielst, dann wird sie stattfinden. Was mich stutzig macht, ist, warum Gregoire nicht schwören will. Heißt das im Umkehrschluss, er würde alles weitertragen? An eine Familie von ... von ..." Ciel verkniff sich das Schimpfwort.


Dreux:
"Stimmt, so verrückt das klingt ich vergesse manchmal dass ich die oberste Macht im Staate bin. Wenn Alex Brandur wiedererweckt, aber Dir, mir, Vater oder Greg etwas zustößt, dann wäre er ein Jahr lang nicht in der Lage uns zu retten, ist das richtig? Ciel ein guter Berater berät, damit ich als Duc eine Entscheidung treffen kann. Ich muss nicht alles wissen, auch Vater weiß sicher nicht alles, er weiß wen er fragen kann und ich frage Dich. Du bist hier der Fachmann. Ist das so korrekt ausgedrückt? Nicht nur das Alex selbst sterben könnte, würde er es überleben und die Wiederbelebung gelingen, dann wären wir folglich ein Jahr ohne Schutz vor Verlust?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist korrekt. Nach Ablauf des Jahres wäre eine erneute Wiedererweckung möglich. Ich selbst habe bereits meine Prüfung für den nächsten Rang beantragt. Ich bin momentan noch Adept, ein Schüler. Rang zwei. Ich hätte es nicht so lange schleifen lassen dürfen. Ich bereue es zutiefst. Der Tag müsste 48 Stunden haben!"


Dreux:
"Warum er nicht schwören möchte, möchte ich auch gerne wissen. Angst? Eigentlich sollte er vor uns keine Angst haben, wir drei sind ein Trio. So war es immer und so soll es auch bleiben. Es gibt Dinge die können wir nicht an Außenstehende weitertragen und auch nicht an die Frau oder den Ehemann. Sobald Du diesen Rang inne hast, könntest Du mich oder wen anderes wiederbeleben Ciel?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich bin dann kein Schüler mehr, sondern Hexer. Aber ich habe keinen Meistergrad inne. Ich wäre in der Lage, die Seele eines Sterbenden gewaltsam in dessen Körper zu halten, beispielsweise, wenn du durch einen Unfall oder einen Anschlag tödlich verwundet wärst. In dieser Zeit könnten die Umstehenden einen Heilmagier organisieren, der zu dir kommt und deine tödlichen Wunden heilt, so dass dur nicht stirbst. Aber ich kann den Tod selbst nicht kurieren. Dazu benötige ich den Meisterrang. Diesen strebe ich schnellstmöglich an, doch wird es dauern. Nun bin ich auch noch verlobt ..." Er rieb sich gestresst das Gesicht.

Dreux:
"Ganz ruhig, es war nur eine Frage um es zu verstehen. Was rätst Du mir? Alex anzuhören oder es abzulehnen? Einerseits möchte ich keinen von uns gefährden, das geht nicht. Andererseits möchte ich auch nicht Greg vor den Kopf stoßen. Die Sache scheint ihm extrem wichtig zu sein. Wie würdest Du entscheiden?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Alex wird tun, was du von ihm verlangst. Er wird dir, wenn du dich beraten lassen möchtest, die selben Bedenken äußern wie ich. Für eine Entscheidung sollten wir uns folgendes Fragen: Was würde eine Wiedererweckung Souvagne nützen? Was meinst du, Dreaux - was nützt ein lebender Brandur Souvagne? Und ist es das Wert, das Leben eines aufrichtigen Souvagners zu riskieren?"

Dreux:
"Das frage ich mich nicht. Ich frage mich, ist es das wert genau jenes Leben zu riskieren, dass selbst genauso viel Grausames erdulden musste, wie vermutlich Brandur oder einige aus Linhards Familie. Im schlimmsten Fall bedeutet es auf den Punkt gebracht - tauscht die Toten. Alex wäre tot, für einen Mann der ähnliches erlitt wie er. Ginge es darum, dass irgendwer stirbt, ein Schwerverbrecher hätte ich zugestimmt. Aber ich kann nicht einfach so über Alex Leben bestimmen, dass bisschen das er noch hat. Ich wüsste gerne, was genau einst geschah, etwas kann man sich denken, da Lin seinen Onkel besonders bedachte. Und etwas wurde uns auch erläutert. Aber ist es gerecht zwei Opfer gegeneinander aufzuwerten? Ist Brandur mehr wert als Alex? Sind sie sich nicht gleich, nur Alex hatte Glück? Wenn man es überhaupt so bezeichnen darf? Das Brandur Souvagne nutzen würde, glaube ich. Das was ich von Aimeric weiß ist, dass die Familie Linhards sehr fähige Nekromanten hat. Ihre Familie selbst hat fähige Geistmagier - sie werden das schon beurteilen können. Aber es geht hier um Menschenleben an sich - hätte ich die Gewissheit, dass Alex nicht in Gefahr ist, könnte ich es leichter entscheiden. Aber so lange ich keine Entscheidung fällen kann, bleibt es vorerst bei nein. Bis ich endgültig entscheiden kann. Dennoch werde ich einmal generell mit Alex reden, auch bezüglich Deiner Ausbildung".

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Entscheidung liegt letztlich bei dir. Für mich wäre der Gedanke, dass Alexandre stirbt, unerträglich, aber ich weiß auch, dass er nicht sehr alt werden wird. Er ernährt sich ungesund, fast nur von roher Leber und getrockneten Aprikosen, kümmert sich nicht darum, fit zu bleiben und wenn er krank ist, wartet er einfach, dass es vorübergeht, anstatt einen heißen Tee zu trinken oder sich zu schonen oder einen Heiler aufzusuchen. Doch meine Gefühle sind hier nicht von Belang. Es geht um das Wohl von Souvagne. Und für jeden Einzelnen aus unserer Familie würde ich Alexandre sich opfern lassen. Ich wünschte nur, ich wäre vorher in der Lage, ihn zurückzuholen ... wenn möglich gesund. Von daher ist es durchaus legitim, nach dem Nutzen der zu erweckenden Person für das Land und unsere Familie zu fragen. Soll ich Alex holen oder möchtest du an einem anderen Tage mit ihm sprechen?"

Dreux:
"Die vorrangige Frage ist, ist es das wert? Wie ich sagte, ich opfere Alex nicht leichtfertig, aber noch weniger Euch. Das heißt, verliere ich ihn, verliere ich im schlimmsten Fall einen von Euch, da ich ihn nicht mehr an meiner Seite habe als Rückversicherung. Etwas anderes wäre es, sobald Du ebenfalls über diese Macht gebietest. Du bist jung, stark und unverletzt. Er ist ein gebrochener Mann, der sich selbst opfern würde. Für wen ist da die Frage, würde man dieses ultimative Opfer verlangen? Darf man den egoistischen Wünschen eines Einzelnen nachgeben? Ja - wenn ich dieser jemand bin. Denn ich bin in dem Fall Souvagne und ich lasse jemanden wieder zurückholen, der im Notfall mich ersetzen würde. Sprich so dass unsere Linie erhalten bleibt. Habe ich mehr Möglichkeiten durch Dich und Dein Können, kann ich ganz anders entscheiden. Aber vorrangig habe ich unsere Blutlinie und unser Land zu sichern. Dazu gehört Euch zu behüten. Ich werde morgen in Ruhe mit Alex reden. Generell und speziell wegen diesem Fall. Und ich möchte gerne wissen, welche Voraussetzungen ein neuer Blutnekromant benötigt. Ich möchte hören, was Linhard dazu sagt wenn ich ihm anbiete, dass einer seiner Leute umschulen kann. Vielleicht hätte jemand doch daran Interesse?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Oberstes Gebot ist nach wie vor Geheimhaltung. Du kannst nicht mit dieser Kunst hausieren gehen. Wer über diese Macht gebietet, ist Freiwild. Als Blutnekromant ist man magisch und meistens auch physisch völlig wehrlos. Unsere Kunst ist rein defensiv und wir schwächen unsere Körper durch sie. Darum bedürfen wir des Schutzes der Krone und darum leben wir in diesen Katakomben. Es müssen absolut vertrauenswürdige Leute sein. Ich weiß nicht, wie das Wissen nach außen sicken konnte, doch du merkst die Auswirkungen. Es ist ein Rattenschwanz. Die Vorraussetzungen sind vor allem, dass der infragekommende Probant männlich, jung und gesund ist - und extreme Leidensbereitschaft für ein höheres Wohl aufweist. Natürlich muss er auch magisch bewandert sein. Von den Nekromanten, welche wir in Souvagne haben, kommen nur die allerwenigsten für eine Umschulung infrage. Meist stimmen entweder die physischen oder die psychischen Voraussetzungen nicht."

Dreux:
"Geheimhaltung ist bei mir selbstverständlich. Aber weiter zeigt auch die Frage, dass Ihr speziellen Schutzes bedürft. Wir sollten einige der Himmelsaugen für Euren Schutz abstellen. Sie sind ebenso der Verschwiegenheit und uns verpflichtet. Und sie müssen nicht wissen warum sie Euch zu schützen haben, sondern nur dass sie Euch zu schützen haben. Jung, männlich, magisch begabt - wäre Linhards Bruder. Vielleicht solltest Du den jungen Mann einmal neutral kennenlernen. Die Hochzeitsvorbereitungen könnten wir als Vorwand vorschieben. Laut meiner Information, er wurde ja eingebürgert und nobilitiert ist er 16 Jahre alt und schon bewandert in Geistmagie. Sagst Du Greg bescheid und kümmerst Dich um ein Treffen mit Alex? Ich finde Euer Orden muss etwas mehr ausgebaut werden und vor allem muss er wesentlich besser geschützt werden. Wie die Information durchsickern konnte, entzieht sich meiner Kenntnis".

Ciel Felicien de Souvagne
"Was soll ich Greg sagen? Den Bruder von Linhard anzuvisieren ist eine gute Idee. Ich werde mal mit ihm reden. Alex kann jederzeit zu einem Treffen mit dir erscheinen. Er gibt selten Frontalunterricht, sondern verteilt lieber Aufgaben und kontrolliert dann deren theoretische und praktische Umsetzung. Er kann seine Schüler durchaus allein lassen. Die Himmelsaugen werden uns auslesen können. Sie werden wissen, was wir tun. Andererseits sind sie äußert zuverlässig. Es ist ein Balanceakt."

Dreux:
"Sie beschützen uns mit ihrem Leben und informieren uns, wenn sie mir eine Botschaft übermitteln, könnten sie mich auch auslesen Ciel oder nicht? Aber Du hast Recht, Vorsicht ist immer geboten. Vielleicht sollten wir besonders vertrauenswürdige Himmelsaugen auswählen. Sage Greg, dass es vorerst bei nein bleibt. Ich werde morgen mit Alex reden, er soll sich bitte dabei entspannen, niemand wird ihm was zu Leide tun. Im Gegenteil, er kann entspannt mit mir Kaffee trinken und dann von seiner Arbeit und seiner Leidenschaft berichten. Darüber redet er hoffentlich gerne. Ich hoffe Du kannst den jungen Hohenfelde anwerben, das wäre ein tatsächlicher Gewinn für uns und Souvagne, der Rest wäre auch ideal und schön, aber dass wäre für Euch und uns ein Treffer".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde es ihm sagen. Greg hat ihm das letzte Mal mit dem Block gedroht, angeblich im Scherz aber Alexandre fand das nicht witzig. Er ist sensibel. Er gibt sich arrogant und besserwisserisch, aber es reicht ein verbindlicher Befehl und er gehorcht. Drohungen sind nicht notwendig. Ich bin sicher, er redet sehr gern mit dir über die Kunst, zu deren Entwicklung er so viel beigetragen hat. Er ist ausgesprochen stolz darauf und wenn du dich mit ihm gutstellen willst, bauchmiezel ihn ein wenig mit seinem Grips." Ciel blinzelte freundlich. Ciel erhob sich. "Danke für das Gespräch. Und dafür, dass niemand bei der Hochzeitsnacht zuschaut. Ich werde Greg Bescheid geben."

Dreux:
"Ganz ruhig Ciel, der letzte der diesem Mann droht bin ich - ich habe ihn nackt gesehen, womit soll man ihm noch drohen? Das wäre wie einen kleinen wehrlosen Regenwurm zertreten, gleichgültig wie er sich gibt. Vielleicht war Greg einfach wütend, aber er sah auch nicht was ich sah oder Du weißt. Nein ich werde ihm ganz sicher nicht drohen und befehlen werde ich ihm auch nichts. Ich werde ihn einfach um eine vollumfängliche Information bitten. So als wäre ich ein Schüler, den er unterrichtet. Er soll mir alles von Anfang bis Ende erläutern. Ich bin neugierig auf das was er geschaffen hat. Ich muss ihn nicht baumiezeln ich möchte das wirklich wissen. Er wird mit Kaffee und Leckerchen gemiezelt", lachte Dreux. "Danke ebenso, bis später".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte. "Du hast eindeutig eine bessere Menschenkenntnis als unser kleiner Bruder. Der hat es sich mit Alex ziemlich verdorben." Er drückte Dreaux, dann ließ er ihn allein, um Greg darüber informieren, dass er Linhard eine schlechte Botschaft überbringen musste.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ciel der ihm entgegenkam. So wie es aussah benötigte er keine magischen Fähigkeiten um zu erfahren, das die Antwort bei nein blieb. "Es bleibt bei einem Nein richtig?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel neigte ein wenig den Kopf, was einem Nicken entsprach. "Vorerst. Dreaux wünscht noch darüber nachzudenken."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun dann werde ich es so ausrichten. Normalerweise wäre es ja eine endgültige Entscheidung gewesen, so besteht ja immer noch eine Resthoffnung. Auch wenn ich sagen muss, dass ich Eure Geheimhaltung unter Euch beiden nicht sonderlich gut finde. Aber vermutlich ist das eine Sache zwischen dem Duc und seinem Magier, vermute ich".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat an Gregoire heran und umarmte ihn. "Hör auf. Rede nicht so. Wüsstest du, was ich dir anbot zu wissen, würdest du verstehen. Du warst es, der ablehnte, zu schwören." Er gab ihn wieder frei.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Das stimmt auch wieder. Ich weiß nicht was ich denken soll, ich bin durcheinander", gestand Greg ein.

Ciel Felicien de Souvagne
"Warum?", fragte Ciel besorgt. "Was ist los mit dir?"

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich weiß es nicht, ich muss selbst darüber nachdenken, aber ich fühlte mich von Euch ausgeschlossen. Natürlich ändert sich alles, sobald man seine eigentliche Aufgabe übernimmt, aber dass mich vor den Kopf stößt hätte ich nicht gedacht. Vielleicht bin ich auch einfach zu dünnhäutig im Moment. Lassen wir es gut sein und konzentrieren wir uns auf die Hochzeit", bot Greg an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah ihn ernst an. "Du schließt dich selber aus. Auch, indem du nun schweigst. Bitte sag mir, was mit dir los ist."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich weiß nicht wie ich Euch vertrauen soll, wenn Ihr mir etwas verschweigt. Und wieso soll ich auf meine Kinder schwören? Ich werde garantiert nicht gegen Dreux als Duc sprechen, aber ich schwöre nicht beim Leben meiner Kinder für irgendetwas, dass hätte Euch klar sein sollen. Warum verlangt Ihr so etwas?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Weil es um eine Sache geht, deren Geheimhaltung von höchster Priorität ist. Dass du nicht schwören willst, zeigt mir, dass du dir über die Schwere der Bedeutung nicht im Klaren bist. Du hättest es ihm weiter erzählt. Du fragtest ihn, wem seine Treue gilt. Nun, vielleicht wäre es an der Zeit, dich das zu fragen."

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte ganz langsam und knapp. "Das stimmt, ich habe mich nicht selbst hinterfragt. Ich wollte Euch nicht angreifen. Entschuldigt", bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte ihm die Hand an die Wange und drückte seine Stirn an die von Greg. "Schlaf eine Nacht drüber. Denk in Ruhe über alles nach. Lass uns nicht im Streit auseinander gehen. Es ging nicht gegen dich und das wird es auch nie. Es geht pro Souvagne. Das ist alles."

Gregoire Verrill de Souvagne
"In Ordnung, ich werde eine Nacht darüber schlafen. Ich glaube Dir Ciel und ich denke nicht das Dreux mir schaden möchte. Wollte er, hätte er der Hochzeit gar nicht erst zugestimmt. Wir streiten uns nicht", antwortete Greg und küsste seinen Bruder auf die Stirn. "Wir sehen uns morgen", sagte Gregoire. Er zündete sich noch eine Rauchstange an, nickte Ciel knapp zu und machte sich auf den Heimweg.

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