Seid gegr├╝├čt, Reisender!

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In der Wachstube

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagnen
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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In der Wachstube

#1

Beitrag von Robere » Mi 4. Apr 2018, 14:56

<< Nathan und die netten Herren von der Garde

Anstatt sich den langweiligen Wachdienst vers├╝├čen zu k├Ânnen, war Robere nun auf dem Weg in die Wachstube. Sein Arm war hin├╝ber, er konnte ihn nicht mehr bewegen. Edoardo hatte ihm wahrscheinlich die Schulter ausgekugelt. Das kleine Arschloch w├╝rde daf├╝r bezahlen, von einem Neuling lie├č Robere sich nicht derart blo├čstellen! Aber alles zu seiner Zeit, erst einmal musste er sich bei seinem Vorgesetzten krank melden. Robere war alles andere als ein Weichei, aber sich den eigenen Arm wieder einzurenken war schwierig. Er brauchte Hilfe dabei. In der Wachstube traf er Bellamy Bourgeois, den Palaisin des Ducs und Oberbefehlshaber der Leibwache.

Robere wandte ihm den Blick zu, nahm zackig die Grundstellung ein - und konnte keinen milit├Ąrischen Gru├č machen, da Edoardo ihm nat├╝rlich ausgerechnet den rechten Arm ausgekugelt hatte.

"Guten Abend, Herr Palaisin! Ich melde eine Verletzung meines rechten Arms."

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Re: In der Wachstube

#2

Beitrag von Bellamy Bourgeois » Do 5. Apr 2018, 11:46

Bellamy machte gerade eine wohlverdiente Pause, als ein Leibgardist eintrat und eine Verletzung meldete. Der Palaisin schaute von seinem Essen auf. Robere hatte es erwischt. Bellamy kam mit Robere gut aus, die meisten Dinge des Lebens sah der Gardist ganz pragmatisch, so wie der Palaisin selbst.

Der Arm seines Gardisten sah ausgekugelt aber nicht gebrochen aus. Bellamy reinigte sich die H├Ąnde am Tischtuch stand auf und untersuchte den Arm von Robere. Die Optik hatte ihn nicht getrogen, der Arm war ausgekugelt, aber nicht hin├╝ber.

"Daf├╝r musst Du Dich nicht krankmelden", erkl├Ąrte Bellamy. Er verfrachtete Robere kurzerhand auf den Stuhl, auf dem er vorher selbst gesessen hatte.

"Z├Ąhne zusammenbei├čen und ganz locke lassen, damit Du keine Probleme bekommst", erkl├Ąrte der Palaisin.

Belly spreizte den angeschlagenen Arm vom K├Ârper weg. Dann ergriff er Roberes Handgelenk, langsam, fest und mit gleichm├Ą├čigem Zug begann er zu ziehen um Spannung im Arm aufzubauen. Zus├Ątzlich dr├╝ckte er seinem Gardisten das Knie in die Seite und zog weiter.

Aus der Position heraus, war es am leichtesten, die Schulter wieder in ihre korrekte Position zu bringen, da der Gelenkkopf unter den Knochen des Schulterblatts und in die Gelenkpfanne gleiten konnte. So zog Bellamy den Arm so weit vom K├Ârper weg, bis sich die Schulter wieder eingerenkt hatte.

Einen Moment sp├Ąter h├Ârten Robere und er ein dumpfes, schnappendes Ger├Ąusch, ein untr├╝gliches Zeichen daf├╝r, dass die Schulter erfolgreich eingerenkt worden war. Kaum einen Wimpernschlag sp├Ąter, sp├╝rte Robere wie der Schmerz um einiges nachlie├č und ein ertr├Ągliches Ma├č erreichte.

"Das war es schon. Die Schulter wird noch einige Zeit sehr instabil bleiben. Du musst Deinen Arm mit einer Schlinge fixieren und Dich einige Zeit schonen. In Deiner Schonfrist wirst Du Dienst in der Waffenkammer schieben, eine Inventur kann nicht schaden. Allerdings wirst Du keine Waffen ein- oder auslagern, damit w├╝rdest Du Deine Schulter unn├Âtig belasten. Jetzt zum Wesentlichen Teil, wie ist das geschehen?", hakte Bellamy nach.

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Re: In der Wachstube

#3

Beitrag von Robere » Do 5. Apr 2018, 12:39

Robere lie├č sich widerstandslos verarzten. Dass dies gleich an Ort und Stelle geschah, war ihm lieber, als wenn man ihn extra zu einem Heiler geschickt h├Ątte. L├Ąnger als n├Âtig mit einem ausgekugelten Arm herumzulaufen war etwas, auf das er gut verzichten konnte. Das Gef├╝hl war einfach ekelhaft. Die Schmerzen beim Einrenken waren extrem, aber lie├čen sofort merklich nach, als das Gelenk wieder an Ort und Stelle sa├č.

┬╗Danke, Plaisin. Wie lange habe ich Schonfrist? Bl├Âderweise bin ich Rechtsh├Ąnder, aber ich habe vermutlich gen├╝gend Zeit, langsam und ordentlich zu schreiben.┬ź

Er hielt den Arm instinktiv bereits in Schonhaltung angewinkelt vor den K├Ârper gepresst, auch wenn noch keine Schlinge darum lag. Er ├╝berlegte, wie viel von der Auseinandersetzung er Bellamy preisgeben sollte. Auf der einen Seite war das eine wunderbare Gelegenheit, Edoardo gewaltig an den Karren zu fahren. Einen anderen Gardisten absichtlich zu verletzen, war keine Kleinigkeit. Auf der anderen Seite riskierte Robere damit, dass Edoardo als Dankesch├Ân verpetzte, was er mit dem Dienerlein vorgehabt hatte. Also entschied sich Robere f├╝r den Mittelweg und pisste dem Kerl nur ein klein wenig ans Bein.

┬╗Ein Streit mit einem Neuling namens Edoardo Lombardi. Ich bin dabei ung├╝nstig auf den Arm gest├╝rzt. Nichts, was sich nicht nacht├Ąglich noch von Mann zu Mann kl├Ąren lie├če.┬ź

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Re: In der Wachstube

#4

Beitrag von Bellamy Bourgeois » So 8. Apr 2018, 12:37

Bellamy schaute am├╝siert.

"Du musst den Bestand nur abhaken oder Fehlbest├Ąnde eintragen. Ob Du Dein Kreuzchen nun mit rechts oder links machst, ist mir gleichg├╝ltig. Mit dem Neuling Edo also? Ein Streit unter Leibgardisten sollte nicht derart aus dem Ruder laufen, dass Ihr Euch gegenseitig verletzt.

Also worum ging es Robere? Um ein Weib... wobei nein, bei Dir wohl eher um einen Kerl. Habt Ihr beiden Euch um irgendeinen Betthasen gestritten? Na dann wei├č ich ja woher der Wind bei Edo weht was? Das hat trotzdem im Dienst nichts verloren. Na die n├Ąchsten zwei Wochen bist Du erst mal in der Waffenkammer",
grinste Belly.

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Re: In der Wachstube

#5

Beitrag von Robere » So 8. Apr 2018, 13:28

"Ja, doch, wir wollten Spa├č haben und der Lombardi h├Ąngte sich ungefragt rein! Ich hatte mich schon gefragt, was den das angeht. Was ist das f├╝r`n Lappen, dachte ich. Aber klar! Den kotzt es an, dass der Kleine mir hinterherrennt und der ist wirklich wie Schei├če am Schuh. Aber ich werde mit Lombardi dar├╝ber noch mal ein W├Ârtchen unter vier Augen reden, sobald mein Arm wieder fit ist. K├Ânnt Ihr mir noch eine Schlinge zum Ruhigstellen geben?"

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Re: In der Wachstube

#6

Beitrag von Bellamy Bourgeois » So 8. Apr 2018, 14:21

Bellamy lachte sich kopfsch├╝ttelnd schlapp.

"Vielleicht noch einen Kuss aufs Aua-├ärmchen Robby? Sehe ich Deiner Mutter wirklich so ├Ąhnlich? Ich habe hier gerade nur meine Mittagspause verbracht und Dir freundlicherweise Deinen Arm eingerenkt. Ein Tuch f├╝r eine Schlinge wirst Du Dir wohl selbst besorgen k├Ânnen.

Tja so kommt alles ans Licht, ob man will oder nicht. Mag kommen was da kommen mag, die Sonne bringt es an den Tag - auch wenn sie da nie hinscheint",
lachte Belly gut gelaunt.

"Du hast mir mit Eurem Schei├č die Pause vers├╝├čt. Vielleicht solltest Du dann klar stellen, wem Dein Herzblatt geh├Ârt. Vor allem solltest Du das Deinem Herzblatt eindeutig klar machen. Sowas sollte man nicht zu lange auf sich beruhen lassen, sowas k├Ânnte ganz sch├Ân respektlos enden. Und wenn eines wichtig ist, dann dass man seinem Gegen├╝ber direkt Respekt beibringt. Verschenke keine Chance, bei Deinem Liebchen", grinste Belly sein Wolfsgrinsen.

"Und jetzt r├╝ck ab, die Waffen z├Ąhlen sich nicht von allein Robby",
sagte der Palaisin.

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Re: In der Wachstube

#7

Beitrag von Robere » So 8. Apr 2018, 22:45

┬╗Man kann`s ja mal versuchen┬ź, meinte Robere grinsend.

Robere h├Ârte aus Bellamys Worten die Erlaubnis heraus, es dem lebensm├╝den Frischling heimzuzahlen. Es h├Ârte sich so an, als w├╝rde Bellamy ihren Streit sogar unterhaltsam finden. Auf den ausgerenkten Arm h├Ątte Robere gern verzichtet, aber er w├╝rde vor Edoardo nicht den Schwanz einziehen. Es war halt dieses Mal bl├Âd gelaufen, das n├Ąchste Mal lief es anders.

Er verabschiedete sich und organisierte sich ein langes Tuch. Er formte zwei Schlaufen an den Enden und h├Ąngte es sich als Armschlinge ├╝ber, wobei er es daf├╝r nicht um den Hals h├Ąngte, sondern das eine Ende von der gesunden Schulter herabh├Ąngen lie├č und das zweite schr├Ąg hinter dem R├╝cken entlangf├╝hrte, so dass dieses Ende unter dem angewinkelten Arm wieder hervorkam. Vor dem Bauch f├╝hrte er die beiden Enden wieder zusammen. Durch die vorbereiteten Endschlingen f├Ądelte er nun seinen maltr├Ątierten Arm. So schwang er nicht schmerzhaft hin und her und das Gewicht lastete nicht auf dem Nacken, sondern auf der gesunden Schulter.

Veranschaulichung der Armschlinge

Er versah f├╝r den Rest der Nachtschicht Dienst in der Waffenkammer, wo er all die Schwerter, Helebarden, Dolche, Schilde, Schulterst├╝cke, Brustpanzer, Helme, Beinschienen und so weiter auf der endlos langen Liste durchging, durchz├Ąhlte und Kreuzchen setzte. Er schaffte nur einen Bruchteil des gewaltigen Arsenals, das viele tausend St├╝cke umfasste, aber er hatte ja noch zwei Wochen Zeit. Auf der einen Seite war das ganz entspannend, auf der anderen machte ihn das Wissen, wem er dies verdankte, einfach nur w├╝tend. Wenn Edoardo am Ende seiner Schicht seinen Kram vorbeibrachte, w├╝rde er sehen, wie Robere mit dem Arm in der Schlinge seine Kreuzchen machte und sich ├╝ber ihn kaputtlachen.

Nach Feierabend kehrte er in sein Quartier in der Hofkaserne zur├╝ck, h├Ârte sich die bl├Âden Witze seiner Leute an und wusste im Bett nicht, wie er vor Schmerzen liegen sollte. Er lag zwar zum Einschlafen gewohnheitsm├Ą├čig auf der linken Seite, aber eigentlich hatte die rechte Hand dann eine andere Aufgabe, als unt├Ątig auf seinem Bauch zu liegen. Er w├╝rde also heute nicht nur schlecht einschlafen, sondern morgen auch verdammt mies gelaunt sein. M├╝rrisch drehte er sich noch weiter zur Wand.

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Re: In der Wachstube

#8

Beitrag von Nathan » So 15. Apr 2018, 12:03

Krankenbesuch (├╝18)

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Re: In der Wachstube

#9

Beitrag von Robere » Di 17. Apr 2018, 18:04

Robere wartete bis nach Dienstschluss, ehe er sich im Park eine stille Ecke suchte, um Nathans Geschenk auszupacken und gleich wieder zu entsorgen. Er erwartete irgendeine Peinlichkeit, drum wollte er nicht, dass die anderen ihn sahen, als er es das Papier abwickelte, eine qualmende Rauchstange zwischen den Lippen. Der Gegenstand war l├Ąnglich, hart und schwer. Der Gardist schlug die letzte Papierlage beiseite und sah einen gemusterten Messergriff ohne sichtbare Klinge. Mit allem M├Âglichen hatte er gerechnet, aber damit nicht. Er nahm den Griff in die Hand und schloss die Finger darum. Als er mit dem Daumen den Mechanismus am Griff bet├Ątigte, schoss lautlos nach vorn eine beidseitig geschliffene Klinge hinaus. Sie arretierte sich mit einem nahezu unh├Ârbaren Klicken.

Link: Das Geschenk

Robere untersuchte das Springmesser. Es lag hervorragend in der Hand und verursachte keine auf Distanz h├Ârbaren Ger├Ąusche. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Nathan ihm ein so n├╝tzliches und gutes Geschenk machen w├╝rde. Er besah sich die Klinge, deren geschmiedete Lagen ein feines Muster aus kleinen Kreisen bildete. Mitternachtsstahl nannte man sie. Derartig geschmiedete Klingen waren unwahrscheinlich teuer, genau wie hochwertige Springmesser. Die Investition musste Nathan Einiges gekostet haben. Das Springmesser machte nicht nur einen hervorragenden Eindruck, sondern auch optisch schwer was her. Robere war begeistert. Er steckte die Waffe ein und warf lediglich das Papier weg.

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Re: In der Wachstube

#10

Beitrag von Robere » Mo 23. Apr 2018, 20:36

Robere konnte seinen Arm inzwischen wieder halbwegs gebrauchen. Er war nicht mehr auf diese nervige Armschlinge angewiesen, auch wenn seine Schulter noch immer schmerzte und er merkte, dass sie sich irgendwie noch wabblig anf├╝hlte. Aber das machte nichts. Er hatte noch einen zweiten Arm und zwei gesunde Beine und notfalls konnte er auch mit dem Kopf zuschlagen, sollte es notwendig sein.

Es war nicht schwer, herauszufinden, wann Unit├Ę D Dienst hatte, schlie├člich mussten die Leibgardisten alle ihren Krempel bei Robere in der Waffenkammer abholen und so war auch Edoardo irgendwann vor Ort.

"Na?", knurrte Robere, als Edoardo an der Reihe war. "Gibt es was, wor├╝ber wir mal in Ruhe miteinander sprechen sollten?"

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