Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ankunft in Alessa

An der mediterranen K√ľste des Dhunischen Ozeans gedeiht Naridien, das reiche und multikulturelle Imperium der Handelsallianz. Doch die wuchernde Wirtschaft hat ihren Preis. Wer den Fortschritt mehr sch√§tzt als die Tradition, ist hier willkommen.
Naridien
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Ankunft in Alessa

#1

Beitrag von Morasa » Di 18. Jul 2017, 18:46

<< Was zuvor geschah

Morasa
 
wachte auf. Seine Schulter f√ľhlte sich taub und steif an. Der Schmerz war nicht mehr scharf sondern dumpf. Cirze hatte seine Wunde gut versorgt. Mo w√ľnschte ihm das beste, egal wo der Magier war. Er hoffte dass der Plan funktionieren w√ľrde. Mo f√ľhlte sich noch ganz schlaff. Er wusste nicht, ob schon ein Tag um war, dass er den Aderlass vornehmen musste. Tr√§ge schaute er zu dem Hundegespannfahrer.
 
‚ÄěWo sind wir? Sind wir gleich da?. Wie lange sind wir schon unterwegs? Ist schon ein Tag um?.‚Äú
 
Der Waldalb legte sich wieder hin und tastete seine Schulter ab. Er hatte Hunger und Durst, das war ein gutes Zeichen. Das bedeutete das die Wunde heilte. Das hoffte Mo jedenfalls.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#2

Beitrag von Tsacko » Mi 19. Jul 2017, 09:58

Der Hundef√ľhrer war gerade dabei, die Hunde auszuspannen und einzeln an ein eigens daf√ľr an diesem Platze stehendes Eisengestell zu binden. Nur einen Sch√§ferhund lie√ü er frei herumspazieren, da er wusste, dass dies ein Gestaltwandler war.

"Ihr habt lange geschlafen", sprach der Mann zu seinem Fahrgast. "Ihr seid zwischendurch kurz aufgewacht, um zu essen oder zu trinken, aber seid jedes Mal rasch wieder eingeschlafen. Womöglich erinnert Ihr euch nicht einmal an die Reise, so wie ihr mich fragt. Aber das verwundert mich nicht, ihr hattet hohes Fieber. Wir waren fast zwei Wochen unterwegs und sind soeben in Alessa angekommen. Geht es euch wieder besser?"

Der Sch√§ferhundwandler lauschte den Worten des Mannes. Es war ein freundlicher Herr und er hatte seinem Fahrgast sogar kalte Wadenwickel gemacht, w√§hrend dieser sich im Fieber w√§lzte und mit einem kalten Lappen Stirn und Hals abgewischt und auch die Wunde mit der Tinktur betr√§ufelt, doch das verschwieg der Mann, vermutlich, weil er den Dank nicht haben wollte. Tsacko sprang neben den erwachten Fahrgast auf den Wagen. Seine feine Nase hatte ihm schon am ersten Tage verraten, dass dies ein Marderwandler war. Er hatte fr√ľher einen Marderwandler gekannt, zu seiner Zeit, als er noch bei den Waldalben gelebt hatte. Doch das war lange her und er wusste nicht, ob es der Selbe war. Wenn man h√§ufig in Tiergestalt weilte, ver√§nderte einen das, nicht nur innerlich, sondern auch √§u√üerlich und manch einen erkannte man √ľberhaupt nicht wieder.

Doch das ließ sich ja herausfinden.

Er verwandelte sich in eine Waldalben, rief: "√úberraschung!" grinste breit mit seinen gelben Z√§hnen und zog sich seine verschlissenen Klamotten √ľber, die er auf dem Wagen gebunkert hatte. Unter Wandlern war Nacktheit etwas v√∂llig normales, doch sie befanden sich mitten in der Stadt. "Morvinroe", stellte er sich mit seinem Albennamen vor, w√§hrend sein Kopf aus der Kopf√∂ffnung des Pullovers flutschte, um zu sehen, ob der andere und er sich kannten. "Du darfst Mo zu mir sagen."

Auf dem Platz ging derweil ein beleibter Tiefling mit einem klapperd√ľrren schwarzen Etwas auf dem R√ľcken von Wagen zu Wagen und versuchte vergebens, jemanden zu finden, der ihn unentgeldlich zu einem Heiler brachte.

"Arme Sau", urteilte Tsacko. "Ich hab neulich auch versucht, f√ľr einen verletzten, √§h, Kumpel einen kostenlosen Heiler aufzutreiben. Das kann der Tiefling vergessen. Das erste Mal in meinem Leben muss ich arbeiten und das auch noch f√ľr einen Wolfswandler. Der ist mir einiges schuldig."
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Re: Ankunft in Alessa

#3

Beitrag von Morasa » Mi 19. Jul 2017, 18:13

Morasa
 
beobachtete den Mann wie er die Hunde abspannte. Er ging gut mit den Tieren um, dass gefiel Mo.  Als der Mann seine Fragen beantwortete, musste Morasa etwas nachdenken. Zwei Wochen, so lange war das schon her? Er hatte keinen Aderlass gemacht, er hoffte trotzdem war alle gut gegangen. Es musste so sein, er lebte noch und kein Geist war zu sehen.
Der Waldalb konnte sich nicht erinnern wach gewesen zu sein. Bei Fieber war das normal. Das kannte er von fr√ľher, da hatte er im Fiebertraum auch vieles vergessen und sich ganz seltsame Dinge eingebildet. Morasa zuckte zusammen, als er verstand was der Mann gesagt hatte. Sie waren in Alessa angekommen.
 
‚ÄěAlessa? Ja es geht mir besser. Aber muss nach Kalthorst, nicht nach Alessa.‚Äú
 
Morasa st√∂hnte leise auf und fragte sich wie er nach Kalthorst kommen sollte. Mo √ľberlegte fieberhaft, ob er Dave erz√§hlte hatte woher er stammte. Er wusste es nicht mehr. Aber falls er es ihm gesagt hatte, war es vielleicht ganz gut, dass er in Alessa gelandet war. Ein gl√ľcklicher Zufall.
 
‚ÄěAlessa ist nicht schlecht, es ist vielleicht zur Zeit besser als Kalthorst.‚Äú
 
Während Mo nachdachte sprang der Schäferhund auf den Wagen. Er verwandelte sich in einen Waldalben. Mo freute sich riesig einen anderen Wandler zu sehen und er war dazu noch ein Waldalb.
 
‚ÄěFreut mich dich kennenzulernen Mo. Ein Waldalb und ein Wandlerbruder. Meine zweite Gestalt ist die eines Marder. Zu mir darfst du genauso Mo sagen. Moranor Ranihiel Sarinur, kurz Morasa und noch k√ľrzer Mo. Wenn du magst, kannst du auch meinen zweiten Vornamen abk√ľrzen auf Rani. Ich hab schon lange kein Kontakt mehr zu anderen Waldalben gehabt. Vor einige Zeit in eine Taverne habe ich zwei Waldalbinnen getroffen, aber sie waren schweigsam. Sie wollten unter sich bleiben. Das letzte Mal als ich bei uns im Dorf war ist genau 30 Jahre her. Was machst du so weit weg vom Wald und deiner Heimat?. Woher stammst du genau Mo? Meine Heimat war der Ryaden Wald vor lange Zeit, vor 30 Jahre wie gesagt.‚Äú
 
Morasa schaute zu dem Tiefling den Mo erwähnte.
 
‚ÄěMir hat ein Mann einfach so selbstlos geholfen. Kannst du mir hochhelfen Mo? Wenn er leichte Verletzungen hat, kann ich es n√§hen und etwas mit Heilpflanzen kenne ich mich aus. Die √ľblichen Pflanzen eben zum Blutstillen und Fiebersenken, wenn du auf der Jagd verletzt wirst. Crize hat nichts f√ľr seinen Dienst verlangt. Also werde ich das so weitergeben. Ich werde dem Tiefling genauso helfen wie Crize mir geholfen hat. Und wenn ich ihm nur die Pflanzen beschreiben kann. Vielleicht hilft das ja. Hilf mir bitte hoch, ich kann mich nicht abst√ľtzen.‚Äú
 
Mo war gl√ľcklich und froh einen anderen Waldalb und sogar Wandlerbruder getroffen zu haben. Wenn Crize so selbstlos war, war die beste Achtung vor dem Freund, dass er das gleiche tat. Dass Mo ihn als Vorbild nahm.
 

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Re: Ankunft in Alessa

#4

Beitrag von Tsacko » Do 20. Jul 2017, 08:05

"Noch ein Mo!", freute Tsacko sich. "Wenn das kein gutes Omen ist! Hallo Mo und willkommen im S√ľden! Abgesehen davon, dass die Front nur einen Tagesritt von uns entfernt liegt, ist es hier eigentlich ganz h√ľbsch, hab mich schon umgeschaut."

Er war fertig mit dem Ankleiden und warf sich noch seinen meterlangen Schal mit den vielen Reißverschlusstaschen um, in dem er seine wenigen Habseligkeiten transporierte.

"Keine Ahnung, woher ich stamme ... wir haben immer nur 'der Wald' dazu gesagt. Irgendwo aus dem Osten jedenfalls. Mann, da bist du ja ein alter Knacker! Aus welchem Jungbrunnen trinkst du heimlich? Du hast dich gut gehalten! Ich bin 19 Jahre, aber habe viel Zeit als Hund verbracht. Wie du siehst, habe ich schon ein paar Sch√∂nheitsfalten. Die meisten halten mich f√ľr drei√üig oder vierzig. Nett, oder? Wenigstens aus H√∂flichkeit k√∂nnten sie so tun, als w√ľrde ich noch wie zwanzig aussehen."

Der andere Mo beobachtete besorgt den nach Hilfe suchenden Tiefling. Offenbar ging es auch dem Marderwandler noch immer schlecht, aber er hatte ja auch nichts gegessen w√§hrend der letzten zwei Wochen, nur getrunken. Und anstatt sich erstmal um sich selber zu k√ľmmern, bat er Tsacko, ihn zu st√ľtzen, damit er zu dem Tiefling konnte. Tsacko guckte ihn verst√§ndnislos an.

"Arbeiten um Geld zu verdienen, ist schon schei√üe genug. Aber arbeiten, ohne daf√ľr bezahlt zu werden, ist ja mal v√∂llig durchgeknallt! Aber wie du willst, ist ja deine Lebenszeit, die du verschwendest."

So half er Mo aus dem Wagen. Mo war sehr schlank, fast schlacksig inzwischen durch das lange Fasten und trug seltsame bunte Kleidung, die Tsacko gefiel. So w√ľrde er auch rumlaufen! Er zog sich Mos Arm quer √ľber die Schultern und hielt ihn fest, den andern Arm legte er ihm um den R√ľcken. Der Mann wollte zwar blo√ü, dass er ihm hochhalf, aber er war sicher schwach und sollte nicht auf die frisch verheilte Wunde st√ľrzen, denn der ganze Platz war gepflastert und entsprechend hart w√ľrde der Aufprall werden. So brachte er ihn zu dem Tiefling, der gerade schon wieder weggeschickt wurde.
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Re: Ankunft in Alessa

#5

Beitrag von Morasa » Do 20. Jul 2017, 10:21

Morasa
 
√ľberlegte woher er den anderen Wandler kannte. Er kam ihm irgendwie bekannt vor. Moranor wollte ihn gerade danach fragen, da schwatzte Mori schon erneut los. Er war so nett und half ihm hoch. Und er half ihm sogar beim Laufen.
 
‚ÄěLangsam, nicht so schnell. Pass auf wir machen das so, du nennst dich Mori, ich bin Mora. Sind doch gute Abk√ľrzungen oder? Mir gefallen sie. Jungbrunnen? Meine Haare waren mal weiss, jetzt sind sie grau. Also weiss von Natur aus, nicht so wie jetzt. Ansonsten iss einfach was dir schmeckt und h√∂r nicht auf die Scheisse die andere dir erz√§hlen. Ich esse Fleisch und es hat mir nie geschadet. Ich arbeite sonst als J√§ger und Kopfgeldj√§ger, dass kann ich wohl einige Zeit vergessen Mori. Fischen k√∂nnte ich, dass m√ľsste noch klappen.
Der Tiefling sieht fertig aus. Der D√ľsterling h√§ngt ganz schlaff auf seinen R√ľcken. Schau dir das Trauerspiel an. Ehrliche Arbeit dankt einen keiner. Aber Crize ging es nicht darum ob die Arbeit ehrlich ist, er hat es aus Freundschaft getan. Mein Freund Mauli ist dem Wagen gefolgt. Ich hoffe er erreicht uns bald. Ich vermisse ihn und ich hoffe es geht ihm gut.
Ich sehe voll scheisse aus, guck dir dass mal an. Wie ein Klappergestell. Sag mal habe ich vorher schon genauso scheisse ausgesehen? Hoffentlich nicht. Kein Wunder dass Dave mich nicht wollte, wenn ich aussehe wie ein halbtotes Suppenhuhn. Wenn wir uns das n√§chste mal begegnen wird er mich erlegen wollen. Crize hat mich vor ihm besch√ľtzt. Er hilft mir immer noch, er ist ein guter Mann. Ich hoffe ich sehe ihn irgendwann wieder und kann mich bedanken. Irgendwie komme ich mir voll undankbar vor, dass ich ihm nichts geben konnte. Drum will ich dem Tiefling helfen. Das geht nicht um Taler, es geht um die Sache.‚Äú
 
Als Moranor gemeinsam mit seinen Waldalbenbruder in der Nähe des Tieflings war, gab der Waldalb dem Tiefling ein Zeichen herzukommen.
 
‚ÄěHi dicker Tiefling, du mit dem Verletzten D√ľsterling. Komm zu uns, wir wollen dir helfen. Was ist deinen Freund geschehen? Komm mal her.‚Äú
 
Moranor winkte mit dem gesunden Arm, damit der Tiefling auf ihn aufmerksam wurde.

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Re: Ankunft in Alessa

#6

Beitrag von Firxas » Sa 22. Jul 2017, 21:36

"Er wurde von einem Haufen Geröll begraben", erwiderte Firxas. "Ich glaube nicht, dass du ihm helfen kannst, es sei denn, du kannst Naturmagie?" Fragend blickte er zwischen den beiden Waldalben hin und her. Waldalben beherrschten oft Heilungszauber. Vielleicht konnten sie Terc retten!

"Er hat Fieber, ist fast nur noch bewusstlos und wird immer d√ľnner."

Er zog Terc von seinem R√ľcken und zeigte ihn den beiden. Er hing √ľber seinen Armen wie ein schwarzer Hautsack, der mit Knochen gef√ľllt war. Vollkommen schlaff und abgemagert zu einem Gerippe.

"Ich habe kein Geld dabei, aber ich besitze welches! Ich verarsche euch nicht, ich habe einige tausend Handelstaler in Obenza, die könnt ihr alle haben. Ich kann euch auch einen Pfandbrief unterzeichnen oder es abarbeiten, aber der Mann hier stirbt, wenn er nicht bald Hilfe bekommt! Bitte habt ein Herz. Es ist ein Dämon, aber er ist wirklich ein lieber Kerl, er tut keiner Fliege was zuleide."

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Re: Ankunft in Alessa

#7

Beitrag von Morasa » So 23. Jul 2017, 08:37

Morasa

schaute sich den D√ľsterling an. Offene und sichtbare Wunden hatte er nicht. Das war ein schlechtes Zeichen. Morasa hielt sich an Morvinroe fest und st√ľtze sich ab.

"Wir sind Wandler, wir beherrschen keine Magie Tiefling. Bei offene Wunden wie Br√ľche oder Schnittwunden h√§tte ich deinen Freund helfen k√∂nnen. Bei solchen Wunden kenne ich mich ein bisschen mit Heilpflanzen aus und ich weiss, wie man Fleischwunden mit d√ľnnen F√§den aus D√§rme n√§ht.
Aber er ist bestimmt innerlich verletzt durch die Steine. Seine Organe sind bestimmt verletzt oder zerstört. Blutet er aus dem Mund oder aus seinen Körperöffnungen?
Dann können wir ihm nicht helfen. Wir können es ihm nur leichter machen. Gegen das Fieber könnte ich ihm einen Trank mischen. Das ist nicht viel und nicht der Trank von einem Heiler. Erwarte keine Wunder. Aber es hilft Fieber zu senken.
Kann sein dass dein Freund es nicht packt. Dann hat er aber weniger Schmerzen. Ich war selber krank und bin immer noch verletzt. Soll ich dir die Pflanzen aufmalen oder hast du Zeit, dass wir sie suchen? Ich kann nicht schreiben, sonst hätte ich es dir aufgeschrieben.
Ich will dein Geld nicht Tiefling. Mir hat ein Rakshaner und ein Tiefling selbstlos geholfen. Dass ist mein Dank an die beiden. Ich gebe die Hilfe weiter und zeige damit Respekt vor ihnen. Ist doch egal ob er ein D√ľsterling ist. Mir hat noch nie ein D√ľsterling was angetan. Mach Dir darum kein Kopf. Soll ich ihm einen Trank brauen? Dann musst du mir sagen wo hier Pflanzen wachsen, ich bin gerade angekommen. Aber ich helf dir Tiefling. Das ist Morvinroe und ich bin Morasa. Wer bist du?."

Morasa bef√ľhlte seine eigene Wunde. Dank Crize hatte er keine reissenden Schmerzen mehr. Die Schmerzen waren ertr√§glich, aber er konnte sich nicht gut bewegen. Und Mo war ziemlich wacklig auf den Beinen.

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Re: Ankunft in Alessa

#8

Beitrag von Firxas » Mo 24. Jul 2017, 08:45

"Firxas", stellte er sich vor. "Oder Foxi, wenn du dir das nicht merken kannst." Dass er den Spitznamen blöd fand, so wie alle Spitznamen, tat jetzt nichts zur Sache, es gab Wichtigeres. Er konnte kaum glauben, dass ihm der Waldalb kostenfreie Hilfe anbot, einer, der selber aussah, als wäre er gerade aus dem tiefsten Hinterwald das erste Mal in die Stadt gekommen, genau wie sein Kumpel. Firxas nickte anerkennend, als Morasa ihm erzählte, warum er ihm Hilfe anbot, dass er damit ein Andenken weiterreichen wollte.

"Der andere Tiefling und der Rakshaner m√ľssen sehr weise und edelm√ľtige Leute sein. Wenn wir Terc durchkriegen, dann haben sie damit nicht nur dich, sondern auch ihn gerettet. Nein, er blutet nirgends. Er hat aber vielleicht eine Infektion. Wom√∂glich sind das schon lange nicht mehr die Verletzungen, die ihm zu schaffen machen. Er stammt von einem Unterweltrudel, er ist die Oberfl√§che nicht gew√∂hnt mit ihren Keimen. Es ihm leichter machen? Es geht nicht darum, es ihm leichter zu machen! Er hat sein halbes Leben noch vor sich und ich schleif ihn weiter, egal, ob er Schmerzen hat, er muss da eben durch! Irgendwann wird es ja auch wieder besser. Ich habe schon zu viele Leute verloren, um ihn einfach aufzugeben. Indem man es jemandem leichter macht, ihn erl√∂st, macht man es vor allem sich selber leichter."

Der Söldnerkamerad mit der aufgeschlitzten Kehle kam ihm wieder in den Sinn. er roch wieder sein Blut und seinen ungewaschenen Körper. Firxas hatte ihn im Arm gehalten während er starb. Sein Hals war derart durchtrennt gewesen, dass er fast nur noch von der Wirbelsäule zusammengehalten wurde. Hätte er es ihm leichter machen sollen? Einen schnellen Stich ins Herz? Hätte er selber das gewollt, wäre er in einer ähnlichen Situation? Auf dem Schlachtfeld hatte er oft erlebt, dass verletzte Kameraden oder auch Feinde um den Tod baten, doch Firxas hatte ihnen nie den Gnadenstoß gewährt. Nicht aus Grausamkeit, sondern weil er es nicht wollte. War es richtig, einfach nur zu warten, bis es von allein vorbei war? War es jetzt richtig, was er tat? Firxas wusste es nicht. Wahrscheinlich war das eine so falsch wie das andere so wie alles in dieser verfluchten Welt.

Man sah ihm nicht an, zu welchen Gr√§ueln seine Gedanken abgedriftet waren. In seiner G√ľrteltasche trug er immer noch die Pfeife des namenlosen S√∂ldners und dessen Kampfmesser in einer ledernen Scheide. Er hatte ihn nur eine Stunde lang gekannt und doch vermisste er ihn ohne Ende.

"Ein Trank w√§re gut. Pflanzen gibt es hier √ľberall, wir sind noch relativ am Stadtrand. Ich versuche derweile mal, irgendeinen Magier zu erreichen und schick einen Hilferuf in den Nexus. Danke, Morasa."

Firxas setzte sich an eine ruhige Stelle und begab sich in Trance. Es war ihm egal, ob er hier v√∂llig schutzlos war. In seinen Armen hielt er noch immer das schwarze B√ľndel aus Knochen und Haut. Er hoffte, dass irgendwer, egal wer, seinen Hilferuf empfangen w√ľrde.

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Re: Ankunft in Alessa

#9

Beitrag von Morasa » Mo 24. Jul 2017, 09:22

Morasa

schaute sich den D√ľsterling genauer an, dabei h√∂rte er zu was Firxas sagte.

"Ich kann mir beides merken Firxas. Wenn es eine Infektion ist brauchen wir antibakterielle Pflanzen. Also ich w√ľrde zuerst sein Infekt und dann sein Fieber behandeln. Fieber hilft dem K√∂rper beim Kampf gegen Krankheiten, weisst du? Wenn er also ein Infekt hat, sollten wir sein Fieber eine Zeit lang in seinen K√∂rper lassen. Jedenfalls solang es nicht zu hoch steigt.
Ich weiss es nicht Firxas, wenn er noch so jung ist stimmt es. Er hat noch sein Leben vor sich. Aber das wissen wir nicht. Vielleicht ist er so schwer krank, dass seine letzten Stunden die grausamsten seines Lebens werden. Dann ist die einzige Gnade die wir schenken k√∂nnen ein Pfeil ins Herz oder ein Messer √ľber der Kehle. Ich sagte nicht, dass du ihn aufgeben sollst. Wir versuchen ihn zu helfen. Es ist dein Freund, es ist deine Wahl was passiert wenn er nicht heilbar ist. Ich weiss nicht ob man es sich selber leichter man, wenn man jemanden erl√∂st. Kommt drauf an wer es ist. Ein Freund schneidet niemand gerne die Kehle durch und seinen Mann sicher noch weniger.
Ich schaue mich um was ich finde und versuch ihm so gut ich kann zu helfen. Vielleicht packt er es, wenn es nur ein Infekt ist. Mit kaputten Organen solltest du dir √ľberlegen wie du w√§hlst firxas. Aber wie man rausfindet ob seine Organe kaputt sind, weiss ich leider nicht. Gut versuch du einen Magier zu erreichen, ich schaue mich nach Pflanzen um. Bis gleich."

Morasa schaute sich nach passenden Pflanzen um. Manchmal wuchsen sie direkt vor Ort ohne das die Menschen in der Umgebung wussten, was f√ľr n√ľtzliche Pflanzen in den Beeten wuchsen. Manche waren sogar so d√§mlich und rissen die vermeintlichen Wildblumen als Unkraut raus, weil sie sie nicht angepflanzt hatten. Menschen waren f√ľr die Natur blind, genau wie Lichtalben und Frostalben.
Mo wollte nicht an Dave denken, aber er musste an ihn denken als der Tiefling einen Magier erw√§hnte. Der Waldalb wusste nicht was er denken sollte. Er vermisste den Magier und er f√ľrchtete ihn. Morasa musste noch sein Aderlass machen. Aber er f√ľhlte sich so schwach, dass er Angst hatte nicht mehr richtig auf die Beine zu kommen. Ein Tag wollte er lieber abwarten oder vielleicht sogar zwei. Es n√ľtzte ihm nichts, wenn er sich selber ausbluten liess, nur damit ihn Dave nicht erlegte.
Morasa sammelte Spitzwegerich von den Wiesenst√ľcken ein. Spitzwegerich konnte man √ľberall finden. Auf Wiesen, an Ackern und Feldr√§ndern, an den Wald angrenzenden Wegen und auf sehr kleinen Fl√§chen in Ortschaften.
Zerrieben aufgetragen war er k√ľhlend und schmerzlindernd bei Wunden. Mo kannte die Pflanze auch als Hilfe entz√ľndeter Haut, bei Insektenstichen, Brennnesselstichen, oder auch bei sonstigen Entz√ľndungen oder kleinen offenen Wunden. Der Waldalb konnte die Bl√§tter jetzt nicht trocknen und einen Tee davon aufgiessen, aber er konnte sie dem D√ľsterling einfl√∂ssen.
Morasa kehrte zu dem D√ľsterling zur√ľck und hockte sich neben ihn. Der nahm einen B√ľschel von den Bl√§ttern in den Mund, zerkaute sie und stopfte sie dann den D√ľsterling in den Mund. Er steckte sie so weit in den Rachen, dass der D√ľsterling sie runterschlucken musste.

"Ich hoffe das hilft dir."

Mo strich den D√ľsterling √ľber die Stirn. Er war heiss und sah mitgenommen und knochig aus.

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Re: Ankunft in Alessa

#10

Beitrag von JEELEN » Mo 24. Jul 2017, 16:35

Freiherr Ansgar von Hohenfelde

Ansgar befand sich gerade in seinem Labor und arbeitete an einem seiner Projekte, als unvermittelt ein Hilferuf in den Nexus abgesetzt wurde. Der Nekromant stutzte f√ľr einen Moment.

Ansgar schnippste fast beiläufig. Sein Leibdiener eilte zu ihm und säuberte ihm die Hände mit einem frische nassen Baumwolltuch, ehe er seinem Herrn ein sauberes Handtuch reichte.

Einen Moment sp√§ter, nachdem Firxas seinen Hilferuf in den Nexus hinaus gerufen hatte, sp√ľrte er die mentale Pr√§senz eines anderen Magiers. Die Person war machtvoll und sie verschwendete keinen Deut ihrer magischen Macht darauf, etwas davon zu verschleiern.

Im Gegenteil, Firxas f√ľhlte sich f√ľr einen Augenblick vollkommen nackt und entbl√∂√üt. Der fremde Geist tastete kurz seine gedankliche Struktur ab, dabei f√ľhlte der gro√üe Tiefling beinahe k√∂rperlich wie ihn etwas √ľberall - innen wie au√üen ber√ľhrte.

Der fremde Geist schien zufrieden zu sein, mit dem was er erfahren hatte, denn der Tiefling sp√ľrte nun statt Misstrauen Wohlwollen.

`Kollegiale Gr√ľ√üe, wo genau liegt Dein Problem? Ich befinde mich in Alessa, eventuell kann ich Dir helfen¬ī, √ľbermittelte Ansgar.

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