Aller Anfang ist schwer

An der mediterranen Küste des Dhunischen Ozeans gedeiht Naridien, das reiche und multikulturelle Imperium der Handelsallianz. Doch die wuchernde Wirtschaft hat ihren Preis. Wer den Fortschritt mehr schätzt als die Tradition, ist hier willkommen.

Naridien
An der mediterranen Küste des Dhunischen Ozeans gedeiht Naridien, das reiche und multikulturelle Imperium der Handelsallianz. Doch die wuchernde Wirtschaft hat ihren Preis. Wer den Fortschritt mehr schätzt als die Tradition, ist hier willkommen.
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Archid Ceallach
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Aller Anfang ist schwer

#1

Beitragvon Archid Ceallach » Sa 13. Jan 2018, 11:33

Die Sonne stand schon am Horizont und zwei gestalten rangelten auf einer freien Wiese miteinander. Beide hatten längliche runde Holzstäbe in der Hand die immer wieder an Ihren Enden aufeinander prallten. Bis einer der beiden in die Knie ging durch einen Treffer in der Kniekehle durch sein gegenüber.
„Du bist mittlerweile recht gut geworden, Archid. Komm.“
Der Mann reichte dem Jungen die Hand. Dieser ergriff sie mit seiner und zog sich daran wieder nach oben.
„Danke, Onkel. Aber wir trainieren auch schon lange genug jeden Abend dafür. Ohne nennenswerte Fähigkeiten würdest du auch kaum dein Ok geben für mein belangen.“

Sein Onkel lächelte leicht.
„Ja, ohne das wäre es deiner Mutter schwer bei zu bringen was du vor hast. Sie würde sich zu große Sorgen sonst machen und dich nicht gehen lassen,“ er machte eine kurze Pause und sah Archid tief in die Augen," dein Geburtstag ist bald, hast du mit deiner Mutter schon geredet?“
„Nun...“
Der Junge nahm den Holzstab hinter seinen Nacken und hackte sich mit den Handgelenken an seinen Enden ein. Er schaute kurz nach oben nachdenklich bevor sein Blick wieder zu seinem Onkel wanderte um ihm eine Antwort zu geben:
„Um ehrlich zu sein, nein. Ich hab bisher noch nicht den richtigen Zeitpunkt gefunden. Oder aber auch weil ich Angst habe sie könnte mir meine bitte verweigern.“
Archid seufzte.
„Es ist noch eine Woche bis zu meinem Geburtstag.....ich muss wirklich mit ihr reden nicht,“ schaute Archid seinen Onkel fragend an.
Der klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter und sagte:
„Wenn du wirklich deinem Traum nach gehen willst mein Junge, bleibt dir nichts anderes übrig. Dies ist deine erste Hürde auf deiner Reise. Und mach dir nicht so große sorgen um ein nein. Ich habe ein gutes Gefühl das sie dich auch mit etwas Wehmut ziehen lässt.“
„Ich hoffe du hast recht,“ erwiderte der junge Mann drauf voller Hoffnung das er recht hatte.

Ein Blick der beiden zur Sonne verriet ihnen das es Zeit wurde zurück zu gehen.
Sie schlenderten gemeinsam zurück ins Dorf, die Holzstäbe in einer Hand mit einem Ende in Laufrichtung zeigend.
„Was wirst du in Zukunft Abends eigentlich machen? Vorausgesetzt ich darf los ziehen,“
grinste Archid seinen Onkel an.
Dieser spürte einen gewissen Unterton bei der Frage und blickte seinen Neffen stinrunzenld an.
Im nächsten Moment ertappte er sich aber auch schon bei der Überlegung ob der Junge etwas gemerkt hatte.
„Ich weiß es noch nicht. Vielleicht länger arbeiten,“ antwortete er vorsichtig.
„Bist du dir sicher?“
Archid's grinsen wurde größer.
„Es sei denn du wirst länger im Nachbardorf arbeiten bei der gut aussehenden Dame der wir zuletzt Ihre bestellten Möbel gebracht haben.“

Der Mann blickte kurz zu seinem Neffen und schüttelte den Kopf.
„Dir entgeht auch wirklich gar nichts, wie? Du solltest deinem Onkel gegenüber taktvoller sein. Andererseits, war es so auffällig mein verhalten?“
„Ich kenne dich schon mein ganzes Leben lang und ich merke nun mal wenn du dich außer der Norm benimmst. Um dich aber zu beruhigen, Fremden ist es bestimmt nicht aufgefallen,“ antwortete Archid.
„Gut zu wissen. Wir sollten aber langsam einen Zahn zulegen. Es wird gleich dunkel und deine Mutter wartet schon.“
Archid nickte zustimmend und beide beschleunigten Ihr Tempo nach Hause.

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Re: Aller Anfang ist schwer

#2

Beitragvon Archid Ceallach » So 14. Jan 2018, 19:45

Da saßen sie nun die drei, Archid sein Onkel Nobu und Aiko seine Mutter, beim Abendessen.
Sie unterhielten sich angeregt über die vollbrachte Arbeit des Tages.
Archid sah immer wieder zu seiner Mutter und überlegte wie er das Thema am besten anschneiden sollte. Aiko bemerkte aber die Blicke zu seinem Glück nicht, sonst hätte sie ihn darauf angesprochen ob etwas nicht stimmte. Dies hätte er natürlich verneint. Er wollte von sich aus mit ihr deswegen reden und nicht gefragt werden.
Aber er beschloss es erst einmal bei Seite zu schieben und genoss weiter das Abendessen. Als die Teller leer waren, räumte sie Aiko zusammen um sie zu reinigen. Nobu stand auf und machte sich Richtung Tür auf. Er verabschiedete sich von den beiden:
„Es hat wieder wunderbar geschmeckt, Schwesterherz. Ich wünsche euch eine gute Nacht. Wir sehen uns morgen.“
„Bis morgen Onkel,“ kam es kurz von Archid.
„Pass auf dich auf Nobu,“ sagte Aiko als er die Tür bereits schloss.
Gemeinsam kümmerten sich Mutter und Sohn noch um den Abwasch. Wieder wanderten Archid's Auge vorsichtig zu seiner Mutter. Er überlegte ob jetzt ein guter Zeitpunkt war.

In diesem Moment drehte sich seine Mutter um und drückte ihm die Lampe in die Hand.
„Es ist spät, geh ins Bett Archid. Ich bereite alles noch für morgen früh vor und werde mich dann auch ins Bett begeben.“
Archid nickte stumm. Er drehte sich um und ging Richtung Treppe, langsam stieg er in das nächste Stockwerk und seufzte.
„Und schon wieder habe ich es nicht geschafft,“sagte er leise zu sich selbst.
Nach einigen schritten im Flur des Obergeschosses bog er rechts in sein kleines Zimmer ab.
Er entledigte sich noch kurz seiner Schuhe und schloss dann die Tür hinter sich. Die Lampe die ihm seine Mutter ihm mitgab stellte er auf der kleinen Kommode neben dem Bett ab. Dann entledigte er sich seines Hemdes und Hosen und streifte das Nachthemd über bevor er sich frustriert nach vorne in das Bett fallen lies. Archid lag so eine Weile da und grübelte.
„In einer Woche habe ich Geburtstag....und wollte endlich los ziehen. Ich muss es ihr sagen. Heute habe ich wieder einmal vermasselt......“
Seine Gedanken kamen immer wieder auf diesen Grundgedanken zurück. Nach einer weile bemerkte er wie sich die Kälte der Nacht langsam bemerkbar machte. Archid erhob sich und löschte die Lampe. Mit dem Rücken auf der Matratze schob sich der junge Mann unter die Decke. Er lag noch eine ganze weile wach da, immer noch am überlegen wie er es sagen könnte. Doch mit der Zeit gewann die Müdigkeit und Archid schlief ein.