Vellingrad
Vellingrad liegt in einem sumpfigen Tal am südlichen Ufer zweier Seen. Es ist das Tor, das den reichen Westen Naridiens mit seinen prächtigen Küstenstädten mit dem kaum besiedelten Osten in den Bergen verbindet. Deswegen nennt man sie auch "Torstadt Vellingrad". Sie wird von der berühmten Salzstraße durchquert. Schon von Weitem sieht man die Rauchfahnen der Fabriken und Schmieden in den Himmel steigen und hört den Lärm der Fabriken. Vellingrad ist keine schöne Stadt und hat Probleme mit Kriminalität. Aber sie ist eine lebendige Stadt.
Vor der Stadtmauer erstrecken sich die Außenbezirke:
Im Norden, am Ufer der Seen, liegt das Armenviertel. Morgens im Nebel fahren die Fischer hinaus und die Schilfsammler gehen in den Sumpf.
Im Westen liegen die Gießereien, Hammerschmieden und Lagerhallen, aus denen das unablässige Hämmern von Metall, das Scharren des Sägewerks und das Fauchen von Essen aufsteigt. Holz, Erze, Kohle und Felle aus dem Norden werden hierher gebracht und mit Feuer und Schweiß in Reichtum verwandelt. Vellingrad produziert. Es handelt nicht nur – es frisst Rohstoffe und spuckt Waffen, Werkzeuge und Münzen aus.
Im Süden ist das Land trocken genug für etwas Viehhaltung und Gemüseanbau.
Im Osten aber ragt der berüchtigte Galgenberg mit dem Blutgerüst empor, in dessen Knochengrube die Überreste von Verbrechern verrotten. Er ist Zeichen der rauen Sitten. Vellingrad ist eine der wenigen naridischen Städte, in denen noch die Blutgerichtsbarkeit herrscht.
Im Zentrum zeigt sich eine Ahnung des Wohlstands, der den Naridischen Städten zu eigen ist. Hinter der Stadtmauer liegt das eigentliche Herz: ein chaotisches, lautes und lebendiges Gewirr aus Fachwerkhäusern, hohen Speichern, Markthallen und engen Gassen. Hier drängen sich Leute aller Herkünfte – Händler aus dem Westen, Flüchtlinge aus den Bergen, Söldner, Tagelöhner und Abenteurer. Die Staatskonstabler, genannt Stako, sorgen mit wachsamen Augen für die Sicherheit. Auch die Spezialeinheit der Blutreiter hat in Vellingrad ihr Hauptquartier. Überall hängen bunte Banner und Warenzeichen von den Balken. Der Geruch von Gewürzen, frischem Brot, Dung und billigem Parfüm hängt in der Luft.
Vellingrad ist laut, dreckig und voller Leben. Hier herrscht das Gesetz des Geldes und der starken Hand. Man kann hier alles finden, wenn man genug Münzen hat – oder genug Mumm, es sich zu nehmen. Gleichzeitig lauern in den Schatten Diebe, Betrüger und verzweifelte Seelen, die vom großen Reichtum träumen und doch nur die nächste Mahlzeit suchen.