Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Souvagnische Seemannskultur

Die souvagnische Brigg Choucas fährt unter dem Kommando von Kapitän Silvano de Mancini Patroullen auf der Azursee. Getrieben von den persönlichen Rachegelüsten seines Kapitäns fährt das Schiff mitunter auch inoffizielle Kurse.
Die Brigg Choucas fährt unter dem Kommando von Kapitän Silvano de Mancini Patroullen auf der Azursee. Getrieben von den persönlichen Rachegelüsten seines Kapitäns fährt das Schiff mitunter auch inoffizielle Kurse.
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Silvano de Mancini

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Souvagnische Seemannskultur

#1

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 10. Sep 2018, 12:44

Souvagnischen Seemannskultur


Als Seemannskultur bezeichnet man die in der Seefahrt herkömmlichen wie auch geschichtlich gewachsenen kulturellen Besonderheiten.



Das Schiff und sein Name
Die Seefahrt ist ausschließlich eine männliche Domäne (unabhängig anderer Behauptungen). Das Schiff selbst, ist unabhängig seines Namens weiblich und wird auch demzufolge so bezeichnet.
Schiffsrümpfe haben immer schon an weibliche Formen erinnert, zudem ist in der Regel eine weibliche Galionsfigur bei einer rein männlichen Besatzung wesentlich beliebter als eine neutrale oder männliche Figur.

Aufgrund dieser Tradition, wird den Schiffen größtenteils ein weiblicher Namen gegeben.
Selbstverständlich gibt es auch Ausnahmen, so dass ein Schiff einen männlichen Namen tragen kann, dennoch heißt es in Souvagne dann „die Prince Linhard Xavier de Souvagne Marquis von Hohenfelde“.


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Die Schiffstaufe
Bei der Schiffstaufe erhält das Schiff beim Stapellauf seinen Namen. Hierzu wird feierlich eine Flasche Sekt am Schiffsrumpf zerschlagen und es bekommt seinen Namen verliehen.
Normalerweise wird es erst danach vom Stapel gelassen. Ausnahmen bestätigen die Regel.


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Die Galionsfigur
Die Galionsfigur ist das Bildnis des Schiffes, also das Abbild seiner Seele. Formen und Vielfalt der möglichen Galionsfiguren sind enorm, vorrangig werden in Souvagne aber Vögel bevorzugt, zum Beispiel trägt die Mouette – die Möwe logischerweise eine Möwe als Galionsfigur, wie die Choucas – die Dohle, eben eine Dohle als Galionsfigur ihr Eigen nennt.

Dennoch findet man auch Chevalier, Reeder, Frauengestalten jeglicher Art, Fabelwesen wie Einhörner oder Meerjungfrauen aber auch andere Tiere wie Wölfe und Löwen als Galionsfigur vor.
Die Galionsfigur ist der Talisman, der Schutzpatron des Schiffes. Man sagt von ihr hängt das Gelingen einer Reise ab.

Die Beschädigung oder gar Zerstörung der Galionsfigur ist ein schlechtes Omen und deutet auf ein großes Unglück hin. Das Schiff sollte aufgegeben werden, das es damit zu einem Unglücksschiff wurde.

Es gibt viele Seemannsgeschichten, die den Bezug der Mannschaft zur Galionsfigur und ihrer Macht wiedergeben.
Eine der uralten Legenden besagt, als einmal ein Segelschiff nicht so lief, wie der Kapitän es sich wünschte, befahl dieser einem seiner Matrosen, der Galionsfigur – einem Rasseweib, mit dem Schrubber sanft über das Gesicht zu fahren und dabei zu sagen:

Lauf, mein Mädchen, lauf! Im übertragenen, freundlichen Sinne von nun mach mal, oder komm aus dem Knick. Nach wenigen Augenblicken kam auch ein günstigerer Wind auf, und das Schiff machte gute Fahrt.

Das Kriegsschiff Chevalier Tristan Jean-Luc de Dueraux führte eine Galionsfigur von großer Ähnlichkeit mit dem besagten maritimen Kriegshelden. Als das Schiff von seinem eigenen Kapitän im Jahre 150 n.d.A. vor Sturmfels versenkt werden musste, um nicht in die Hände des Feindes zu fallen, bestand die Mannschaft darauf, den alten Chevalier de Dueraux zu retten. Trotz heftiger Kämpfe wurde noch während des Kenterns die Galionsfigur abgesägt und in einem Boot an Land in Sicherheit gebracht.


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Schutzheiliger – Saint Tristan Jean-Luc de Dueraux
Saint Tristan Jean-Luc de Dueraux ist der Schutzheilige/Patron der Souvagnischen Seefahrer, Schiffer, Fischer und Schiffbrüchigen.


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Seemannsgruß

Seemannsgruß - Handelsschiffe
Mit dem Wort dippen bezeichnet man den Seemannsgruß unter Handelsschiffen.
Gegrüßt wird hier durch Niederholen und Wiedervorheißen der der Landes- bzw. Nationalflagge. Sämtliche Handelsschiffe haben gegenüber den Kriegsschiffen die Pflicht zum ersten Gruß!

Handelsschiffe grüßen sich nur dann, wenn sie der gleichen Reederei angehören gehören oder wenn die Kapitäne der beiden Schiffe befreundet sind.

Die Pflicht, zum ersten Gruß hat bei Vorbeifahrt:
Das überholende Schiff gegenüber dem Schiff das gerade überholt wird.
Das in Fahrt befindliche Schiff gegenüber dem vor Anker liegenden Schiff.
Das auf der Ausreise befindliche Schiff gegenüber dem heimkehrenden Schiff.
Hier wird der Heimkehrer, der eine beschwerliche, lange Segelschiffsreise hinter sich hat, von dem Ausreisenden geehrt.

Der Seemannsgruß des Dippens wird niemals unter Kriegsschiffen erwiesen!
Das Dippen leitet sich ursprünglich aus dem Streichen der Segel her, sprich dem Streichen der Flagge. Das Streichen bedeutet schlicht die Unterordnung, Unterwerfung, also Kapitulation vor dem Feind. Mit dem Streichen der Flagge wird das Schiff dem Feind übergeben.


Seemannsgruß – Kriegsschiffe
Der gebräuchliche Gruß zwischen Kriegsschiffen ist die Front!
Die Front ist eine Ehrerweisung der Mannschaft auf Kriegsschiffen. Gewährt wird diese Ehre dem Kapitän/Kommandanten des eigenen Schiffes sobald er dieses in Uniform erreicht, Befehlshabern, Botschaftern und altehrwürdigen Schiffen.

Kommen hohe Gäste an Bord oder verlassen das Schiff, wenden sich alle Mannschaftsmitglieder an Oberdeck der Person in Grundstellung zu – sie machen Front.

Auf See werden alte und berühmte Schiffe auf der Steuerbord Seite überholt. Die Besatzung tritt nebeneinander in Passieraufstellung an die Backbordseite und grüßt das Schiff per Front.
Begegnen sich zwei Kriegsschiffe auf See in Hörweite, bei Tageslicht, wird Front mit der Bootsmannpfeife gepfiffen. Dabei erweist das Schiff mit dem im Rang niedrigeren Kommandanten die Ehrerweisung zuerst.


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Die Beflaggung des Schiffes

Flaggen – Handhabung und Symbolik
Grundsätzlich ist jedes Schiff verpflichtet, die Flagge seines Landes während des Tages am Flaggstock zu zeigen. Sie wird bei Sonnenaufgang vorgeheißt sprich gesetzt und bei Einbruch der Abenddämmerung niedergeholt.

Die Ausnahmen bilden Standarten von Staatsoberhäuptern, Admiralsflaggen sowie Kommandantenwimpel, diese werden von Mond und Sonne beschienen.

Die Flagge auf halbmast bedeutet, dass man an Bord in Sack und Asche trauert, wenn der Kapitän des Schiffes verstorben ist. In dem Fall werden Takelage und Rahen bewusst in Unordnung gebracht.

Die Flaggengala auch Flaggenschmuck genannt, wird bei festlichen Gelegenheiten gesetzt. Dabei werden die Signalflaggen aneinandergereiht längsschiff über die Mastspitzen/die Toppen gesetzt. Daher die Bezeichnung über die Toppen flaggen.

Die Nationalflagge des Landes in dessen Gewässer sich das gerade Schiff aufhält, wird unter die Steuerbordsalinge des Großmastes gesetzt.

Beim Einlaufen in den ersten eigenen Hafen kann eine Gala bestehend aus allen Flaggen der unterwegs angelaufenen Länder gesetzt werden.

Das Abschiedssignal auf einem Schiff, das binnen 24 Stunden den Hafen verlässt, ist der blaue Peter - genannt Signalflagge P. Sie dient ferner dazu die Mannschaft aufzufordern, sich unverzüglich an Bord zu begeben.

Die Hausflagge oder Reedereiflagge genannt, dient zuerst als Unterscheidungssignal, da sich die Segelschiffe oft ähneln. In diesen Reedereiflaggen sind meist die Anfangsbuchstaben der Reederei zu finden, Bildsymbole sind selten zu finden.


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Seefahreralltag oder Wissenswertes

Kapitänskajüte
Die Kapitänskajüte oder auch Kammer genannt liegt immer Steuerbord, denn diese Seite gilt als die gute Seite.


Hängematte
Die Hängematte ist der platzsparende Schlafplatz auf einem Schiff. Auf einigen Schiffen ist die Hängematte auf die Mannschaft beschränkt, Offiziere haben dort Schwingkojen. Man kann sich diese Kojen als offene Kisten vorstellen, die an Seilen hängen.


Wache
Eine Wache dauert auf See jeweils vier Stunden. Sie wird durch das Glasen der Schiffsglocke verkündet. Alle halbe Stunde erfolgt ein Schlag mehr, ausgehend von 12 Uhr mittags – 8 Glasen.
Eine mögliche Ausnahme besteht in der kupierten Hundewache, die um Mitternacht – 8 Glasen beginnt und bis morgens um 6 Uhr – 4 Glasen andauern kann.


Donnerstag ist Seemanns-Sonntag
Der Seemanns-Sonntag ist der Donnerstag. An diesem Tag gibt es stets ein besonders gutes Essen, meist mit Vor- und Nachspeise, am Nachmittag gibt es Kuchen.


Bootsmannpfeife
Die Bootsmannpfeife ist eine Signalpfeife, die zur Weitergabe von Befehlen an die Mannschaft genutzt wird. Sie hat einen hohen, durchdringenden Ton, der selbst bei schwerstem Wetter noch in der Takelage des Fockmastes zu hören ist.


Shanty
Der Shanty ist Matrosengesang der beim Arbeiten gesungen wird.


Meuterei
Meuterei ist das Nichtbefolgen eines Befehls, gleichgültig ob von einem Offizier oder dem Kapitän erteilt. Meuterei wird ausnahmslos mit dem Tod bestraft.

Ein Befehl, den Du ausführst, ist Dienst.
Ein Befehl, den Du nicht ausführst, ist Meuterei!


Durch die Daggen laufen
Spießrutenlaufen auf Seemannart. Hierbei handelt es sich um eine Prügelstrafe mit einem ungefähr 80cm langen Tauende.


Die Gräting aufriggen
Die Gräting aufriggen bedeutete, dass ein Holzgitter an der Rigg hochgezogen wird, um einen Matrosen daran festzubinden und mit der neunschwänzigen Katze/Peitsche zu verprügeln. Die übliche Anzahl der Schläge bewegte sich zwischen einem Dutzend bis zu 500, wobei der Mann dann in der Regel von einem Kriegsgericht dazu verurteilt wurde, „durch die Flotte gepeitscht zu werden“. Dies kommt einem Todesurteil gleich.


Kielholen
Das Kielholen ist wohl die bekannteste seemännische Strafe unter Landratten. Mit Kielholen bezeichnet man das Durchholen unter dem Kiel auf See. Bei dieser Form der Bestrafung hängt die Überlebenschance davon ab, ob der zu bestrafende Seemann schiffslängs oder quer kielgeholt wird.
Zudem ob man langsam am vorher unter dem Kiel durchgeholten Seil zieht, an dessen Ende der Seemann angeleint wird, dass der die Chance hat, selbst zu schwimmen oder zu tauchen und dadurch einen gewissen Abstand zum Rumpf einhalten kann. Oder ob man das Seil so schnell einholt, dass er keine Chance hat, Abstand zum Kiel zu halten.

Entgegen der landläufigen Meinung ertrinken die Kielgeholten nämlich fast nie, sondern verletzten sich am Muschelbewuchs, der sich am Unterwasserschiff befindet. Beim schnellen Einholen des Seils, während der Seemann in Schiffslängsrichtung kielgeholt wird, ist das Kielholen tödlich. Er wird seinen schweren Schnittverletzungen erliegen. Beim langsamen Einholen des Seils, während der Seemann quer zum Schiff kielgeholt wird, ist die Überlebenschance um deutlich höher.


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Wettervorhersagen und Wetterweisheiten
Wenn das Barometer auf hoher See verrücktspielt, vertraut kein Seemann auf die Wettervorhersagen so mancher selbsternannter Wetterfrösche. Nicht umsonst gibt es die Wetterweisheiten!

Wenn das Seegeflügel bleibt am Strand,
Gibt es schönes Wetter.
Zieht sie aber weit ins Land,
Pfeifen bald die Götter.

Bei Tiefstand zeigt des Glases Klettern
Vermehrte Kraft von Sturm und Wettern.

Fällt das Glas wie Stein vom Turm,
Dann kommt Sturm.


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Wahrheit und Legenden

Augenklappe
Entgegen der landläufigen Meinung sind Augenklappen bei der Seefahrt gar nicht so selten, ich selbst trage eine. Allerdings werden sie nicht nur zur Überdeckung von fehlenden Augen benutzt, sondern auch von gesunden Augen.

Vor allem Piraten nutzen sie, um ihre Augen für die Nacht zu trainieren. Indem sie ein Auge auch tagsüber im Dunkel halten, können sie damit nachts besser sehen, so zumindest der Glaube.
Tatsache ist, dass viele Seeleute auf einem Auge durch den Gebrauch des Gradstocks erblindeten. Mit dem Gradstock musste man die Sonne anvisieren, weshalb so mancher Seemann auf einem Auge erblindete. Ein Gradstock oder Kreuzstab, ist ein früheres astronomisches Instrument zur Winkelmessung und zur mittelbaren Streckenmessung. Es wurde vor allem in der Seefahrt und Astronomie verwendet. Der Jakobsstab war in der Vorläufer des Sextanten.

Da auf einem Schiff oft schwere Helligkeitsunterschiede, zwischen den Lichtverhältnissen an Deck, in der prallen Sonne und den dunklen, kaum beleuchteten Räumen unter Deck bestehen, tragen viele Seeleute Augenklappen, um vor allem in kritischen Situationen sich die ansonsten recht lange Wartezeit zu sparen, bis sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat. Augenklappen sind somit keine Legende, sondern eine Tatsache.


Holzbeine
Auch Holzbeine sind keine Erfindung von einfallsreichen Landratten, um die Geschichten rund um die Seefahrt spannender zu gestalten. In der Souvagnischen Marine ist es üblich, verdienten wie kampfversehrten Seeleuten die Stelle des Smut/Schiffskochs zu überlassen. Das Holzbein entspricht somit auch der Realität und ist kein Mythos.


Papageie und andere bunte Vögel
Seeleute brachten von ihren Reisen in fremde Länder von je her gerne Vögel und andere exotische Tiere als mit. Vögel sind in Souvagne besonders beliebt und je exotischer ein Tier ist, umso teurer kann man es verkaufen. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich Papageien aufgrund ihrer Sprachfähigkeit.

Auch an Bord sind sie gerne gesehen, sie setzten Farbtupfer, lernen zur Belustigung der Mannschaft sprechen und sind an Bord leichter zu halten als andere Tiere. Der Papagei auf so mancher Schulter ist damit auch real und keine Legende.


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Der Aberglaube

Der Aberglaube ist bei Seeleuten weit verbreitet und keiner tut ihn mit einem Lächeln ab!


Frauen und Priester an Bord
Frauen an Bord bringen genauso Unglück wie Priester, aus diesem Grund werden sie besonders misstrauisch betrachtet. Trotzdem kam und kommt es immer wieder vor, dass man solche Personen auf dem Schiff befördern muss. Glücklich schätzt sich jeder Kapitän, der von diesem Unglück verschont bleibt.
In der Geschichte der Seefahrt kam es schon öfter vor, dass sich Frauen an Bord befanden, die sich als Männer ausgaben, ebenso Priester als normale Männer.
Andererseits ist es auf einigen Kriegsschiffen durchaus üblich, dass Frauen ihre Männer auf den Fahrten begleiten, ebenso wie sie als Passagiere mitreisen.


Kratzen am Stag bringt Wind
(Stag ist stehendes Gut, damit werden diejenigen Teile des Tauwerks bezeichnet, die als Absteifungen der Masten dienen. Der Name erklärt sich dadurch, dass diese bei Manövern meist nicht bewegt werden).


Pfeifen
Das Pfeifen mit dem Mund an Bord ist nicht erlaubt, man könnte dadurch Sturm heranpfeifen.
(Wofür gibt es die Bootsmannspfeife?)


Elmsfeuer
Elmsfeuer bei Gewitter an den Toppen der Masten und den Spieren findet die unterschiedlichsten Deutungen. Sie reicht vom Feuerteufel/Schiffsbrand über Vorzeichen für gutes oder schlechtes Wetter bis zur Vorankündigung des nahen Todes eines Besatzungsmitgliedes.


Freitag
Der Unglückstag ist der Freitag. Freitags läuft man nicht aus dem Hafen aus, Sonntag ist immer der gute Tag.
(Merke - Donnerstag ist Sonntag, Sonntag ist ein guter Tag z.B. zum Auslaufen, Freitag sollte man sich nichts Wichtiges vornehmen)


Münzenwurf bei Fahrtbeginn
Bei Fahrtbeginn werden Münzen über Bord geworfen, um eine gute Fahrt zu bekommen.


Katzen bringen Glück!
Katzen an Bord bringen Glück. Die Samtpfote an Bord unterstützt die Schiffshygiene und schützt die wertvollen, knappen Nahrungsmittel durch Beseitigung von Mäusen und Ratten.


Flossen annageln
Das Annageln einer Haifischflosse oder Walflosse am Klüverbaum sollten Kraft und Schnelligkeit auf das Schiff übertragen.
(Als Klüverbaum bezeichnet man auf ein Rundholz das über das Vorschiff eines Segelschiffes hinausragt. Anders als der Bugspriet ist ein Klüverbaum theoretisch beweglich. Allerdings ist er in der Regel fest angeschlagen und kann nicht ohne weiteres entfernt werden).


Sturmvögel
Die Seelen von toten Seeleuten wohnen in Sturmvögeln wie Möwen.


Klabautermann
Der Klabautermann ist ein kleiner Kobold und solange er an Bord bleibt, macht das Schiff gute Fahrt. Der Klabautermann sorgt sich um sein Schiff und seine Anwesenheit beschützt das Schiff.
Als guter Schiffsgeist warnt er meinst unsichtbar den Kapitän bei Gefahren. Es hilft zudem beim Schiffbau und beim Abdichten des Schiffsdecks.

Meist treibt der Klabautermann unsichtbar an Bord seines Schiffes Schabernack. Er klopft, rumpelt und rumort, so dass man eigentlich immer von seiner Anwesenheit weiß, auch wenn man ihn nicht sieht. Generell macht er sich durch eine Handvoll Geräusche bemerkbar.

Man sagt -Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er.

Durch sein Erscheinen, zeigt er den möglichen Untergang des Schiffes an, ebenso zeigt sein Verschwinden vom Schiff großes Unheil an. Normalerweise wacht er über die Ordnung auf dem Schiff.

So sanktioniert er schändliches Verhalten an Bord. Vorzeitiges Drehen der Sanduhr beim Glasen zur Verkürzung der eigenen Wache gilt als asoziales Verhalten. Bei rückfälligem Verkürzen erscheint der Klabautermann um den Seemann für sein asoziales Verhalten zu verprügeln.

Nach einem alten Seemannsbrauch gehört auf jedes Schiff ein Huhn zur Abschreckung des Klabautermanns.

Vom Aussehen her gleicht der Klabautermann einem Matrosen mit Hammer und Pfeife oder Seemannskiste. Er hat rote Haare und grüne Zähne.

Zeigt er sich, so ist dies ein schlechtes Zeichen.
Er verlässt das Schiff erst, wenn es untergeht.


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Seemannsgarn
Erzählungen der Seeleute über ihre Erlebnisse, wobei dieser Begriff ausdrücklich für übertriebene oder Lügengeschichten steht.
Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den Überlebenden gehört

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Davet la Caille
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Piraten Schnack

#2

Beitrag von Davet la Caille » So 16. Dez 2018, 23:04

Piraten Schnack

Ebenso wie andere Seemänner haben auch Piraten ihre Kultur und ihre eigene Art zu sprechen. Heute gebe ich meinen Senf dazu und plauderte etwas aus dem Nähkästchen.


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Landratte - Pirat


Allgemein
Guten Tag - Ahoy
Auf Wiedersehn- Ahoy
In Ordnung, Verstanden - Aye
Dahinten ist der Rettungsdienst/der Arzt – Heiler ist achtern
Könnten Sie mir sagen, wie viel Uhr es ist? – Wie viel Glasen?
Was kostet das? - Wieviel Taler? Was willste rauspressen?
Wohin des Weges? – Wohin ziehen Dich die Winde?
Willst Du Ärger bekommen? – Willst Du durch die Daggen laufen?
Welcher Fraktion/Gruppe/Vereinigung gehörst Du an? – Unter welcher Flagge segelst Du?
Mach doch was Du willst – Such den Himmelshaken
Achtung, alle mal zuhören – Pfeifen und Lunten aus
Er ist Tod – Er liegt bei den Fischen, ihn hat Davy geholt, er liegt in der Truhe
Stimmt vollkommen! – Recht so!
Von Wo? – Wo aus!
Beeilt Euch – Im Schweinsgalopp
Bereitet Euch vor – Macht klar Schiff
Ich trinke noch einen – Ich kipp mir noch eins hinter die Binde
Entschuldigung – gibt es nicht. Kein Pirat entschuldigt sich für irgendwas


Bezeichnungen für Personen
Kinder – Sprotten
Junge – Flottenforz
Anfänger- Süßwasserfischer
Mann/Seemann/Matrose/Pirat - Salzbuckel
Opa – alter Seebär
Oma – altes Schiff
Ängstlicher Seemann – Fliegender-Fisch
Drückeberger/unfähiger Seemann – Gammelpäckchen
Besserwisser – Klugschwätzer
Langsamste Person im Trott – Ferkeltreiber
Freund – Maat
Barmädchen/leichte Mädchen – Wenches
Mädchen – Gnomin, Pulvermädchen, kleine Piratenbraut
Frau – Piratenbraut, leichtes Mädchen, Flintenweib
Landbewohner – Landratte


Bezeichnung für Berufe
Adlige – Große Affen
Arzt – Quacksalber
Chef – Kapitän
Dorftrottel – Nauke
Kaufmann – Pfeffersack
Koch – Smutje
Musiker- Vorsänger
Prostituierte – Dockschwalbe
Wache/Büttel – Pavian


Richtungen/Orientierung
Backbord – links
Steuerbord - rechts
Seite von der der Wind kommt – Luv
Seite wohin der Wind zieht – Lee
hinten- achtern
Vorderseite – Bug
Hinterseite – Heck
quer weg – dwarfs
seitlich/90 Grad – quer ab


Substantive
Taschenuhr – handliche Glasenuhr
Auge – Klüsen
Bratwurst – Hafenlümmel
Brille – durchsichtige Augenklappen
Dudelsack – Gejaule
Feuerzeug – Luntenzünder
Fische – Außenbordskameraden
Flasche – Buddel
Fruchtsaft – Kujampelwasser
Geschwindigkeit – Knoten
Getränk – Plörre
Gewinn – Prise
große Welle – Kaventsmann
Hau Ruck -Yo ho
Horizont – Kim
Märchen – Seemannsgarn
Münze – Taler
Nachricht – Flaschenpost
Neuigkeiten – Küstenklatsch
Pause – fufteln
Portmonee/Geldkatze – Goldsäckchen
Schlafzimmer – Koje
schlechtes Essen/Restefrass – Hoppelpoppel
Seil – Tau
starkes Getränk - Donnerbräu
Täuschung – Butterland (ähnlich wie in der Wüste die Fata Morgana)
Toilette – Schiffsabort
Uhrzeit – Glasen
Uniformen – Affenjacke
Vergnügen – Tingeltangel


Verben
besaufen – antütern
betrügen – betakeln
entladen – löschen
flirten – betutteln
herausfinden – ausklamüsern
hochklettern – aufentern
hoch ziehen – anhiefen
weggleiten – driften
misstrauen – das hat einen faulen Grund
reden – palavern
Routine – eingefahren
schleichen/schleppen – warpen
stilllegen/faullenzen – einmotten
übergeben/brechen – Fische füttern
zwingen – pressen


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Seemannssprache

#3

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 17. Dez 2018, 16:15

Seemannssprache

Die als Seemannssprache setzt sich größtenteils aus Fachgegriffen und Fachformulierungen zusammen,
die hauptsächlich von Seeleuten und den in der Schifffahrt beschäftigten Personen verwandt werden. Die Seemannssprache ist ein Teil der Seemannskultur.


****

Seemannssprache

A:
Ahoi: Seemansgruß, wird sowohl bei der Begrüßung, als auch beim Abschied verwendet
Achtern: hinterer Teil des Bootes
Affenfaust: Knoten am Ende einer Wurfleine. Wird genutzt um besser eine Leine werfen zu können
Affenfels: Spöttisch für Schiffe mit umfangreicher Besatzung
Affenjacke: Spöttisch für Marineuniformen
Alle-Mann-Manöver: Manöver, bei denen die komplette Crew antreten muss, auch wenn sie eigentlich Freiwache hat.
Auf Kiel legen: Baubeginn eines Schiffes (ähnlich der Grundsteinlegung beim Haus)

B:
Back: Vorschiffsaufbau, oder klappbarer Esstisch
Backbord: Linke Seite des Schiffes. Gegensatz von Steuerbord
Bananenschwein: Fette Ratten, welche sich häufig in den Bananenkisten verstecken
Bauernnach: Eine Nacht in der der Seemann, keine Wache halten muss
Beaufortskala: Skala zur Bestimmung der Windstärke
Beidrehen/beiliegen: Fahrtempo verringern und das Schiff so drehen, dass es wenig Windwiderstand aufweist (wichtig um bei Sturm nicht zu kentern)
Bergfahrt: fahrt stromaufwärts
Bilge: Unterster Raum eines Schiffes, wo es auch am kühlsten ist
Black Jack: Bezeichnung der Piratenflagge, auch Jolly Roger
Blauer Peter: Flagge die anzeigt, dass das Schiff in 24 Stunden in See sticht
Blender: Schmugglerschiff
Bootsmannstuhl/Seemannstuhl: Ein Brett, auf den der Seemann sitzt, wenn er an der Takelage arbeitet
Brecher: Eine Welle deren Kamm bricht
Breitseite: Gemeinsames Abfeuern aller Waffen auf einer Seite des Schiffes
Bruttoregistertonne (BRT): Maßeinheit, wie viel ein Schiff laden kann
Buddel: Flasche. Üblicherweise Rum
Bug: Vorderer Teil eines Schiffes
Bugnase: Oberstes Bugende
Bugspriet: Lange Stange/Spiere, die über den Bug des Schiffes hinausragt. Meist ist dort auch das Segel angebracht

C:
Charter: Mieten eines Schiffes oder Erstellung eines Frachtvertrages
Crew: Schiffsmannschaft

D:
Davit: Befestigung, an denen die Beiboote angebracht sind
Davy Jones Locker: Seemannsgrab oder Grund des Meeres, Siehe auch Kiste des toten Mannes
Deck: Ebene eines Schiffes, auf denen man laufen kann
Der Alte: Abfällig für den Kapitän eines Schiffes
Der Gast: Der Dämon
Der Große: Spöttisch für den ersten Maat
Dippen: Grußform zwischen Schiffen, bei denen die Flagge halb herunter geholt wird
Dock/Kai/Pier: Anlegestelle für Schiffe
Dockschwalbe: Umgangssprachlich für Prostituierte am Hafen
Drei Schwestern: Drei aufeinander folgende Monsterwellen

E:
Einschiffen: An Bord des Schiffes gehen
Elmsfeuer: Eine seltene elektrische Entladung bei Gewittern, wobei in den Toppen der Masten, den Spieren usw. kleine Flämmchen erscheinen
Embargo: Ausfuhrverbot für Schiffe
Entern: Manöver zur gewaltsamen Eroberung eines Schiffes
Etmal: Zurückgelegte Strecke eines Schiffes von einem Mittag bis zum Nächsten

F:
Faden/Klafter: Längeneinheit auf See, um die Tiefe des Meeres zu bestimmen, 1 Faden entspricht ca. 1,82m
Fall: Leine zum setzen der Segel
Ferkeltreiber: Bei mehreren hintereinander fahrenden Schiffe, dass Langsamste
Festmacher: Derjenige, der das Schiff am Dock befestigt. Ebenso die Bezeichnung des Taus das genutzt wird
Feudel: Wischlappen
Feuer: Leuchtende Seezeichen auf Wasser, wie Leuchttonnen oder Leuchttürme
Fische füttern: Erbrechen, oder auch über Bord gehen
Flaggenalphabet: Verständigung auf See mit Hilfe von Flaggen
Flaggenparade: Feierliches Hissen oder Niederholen der Flagge
FlüstertüteSprachrohr: Verstärker der eigenen Stimme, um von allen gehört zu werden
Fock: Vorsegel der sich vor dem Mast befindet
Fuchs: bei überanstrengten Augen nichtvorhandenes Land sehen (ähnlich der Fata Morgana)
Fufteln: 15 Minuten Pause

G:
Galionsfigur: Unter dem Bugspriet angebrachte Figur, welche Glück bringt
Gatt: Bezeichnung für Öffnungen/Löcher im Schiff
Gieren: Vom ursprünglichen Kurs abkommen z.b. durch Wind, Strömungen, Seegang etc.
Glasen: Gibt die Uhrzeit an Bord an, in Abhängigkeit der Schichten. Die Seeleute haben stets 4 Stunden Dienst und 4 Stunden Ruhezeit. Die Glasenuhr schlägt in jeder abgelaufenen Stunde einen Doppelschlag. Also insgesamt bis zu 4 Doppelschlägen. Danach beginnt die Wachzeit sowie die Uhrschläge wieder von vorne
Gode Wind!: Seglergruß bei festlichem Anlass
Grog: Heißgetränk, vorwiegend aus Rum und Wasser bestehend

H:
Hafenlümmel: Dicke Bockwurst
Hänseln: Gemeine Rituale, um in die Mannschaft aufgenommen zu werden
Havarie: Unglück z.B. Leck Laufen, Mastbruch etc.
Heck: Hinterer Teil eines Schiffes
Hein Janmaat: Durchschnittsmatrose, vergleichbar mit Hinz und Kunz
Heuer: Lohn der Seefahrer
Hoch und trocken: Aufgelaufenes Schiff aufgrund von Ebbe oder Sandbänken
Hochzeit mit des Seilers Tochter machen: Todesstrafe, Gehangen werden. Der Seiler machte die Stricke an denen die Verurteilten hängen sollten.
Hundekoje: Extrem kleine Koje für Matrosen
Hundewache: Wache zwischen Mitternacht und vier Uhr

I:
Isobathe: Linie, die Orte gleicher Wassertiefen miteinander verbindet
Isotherme: Linie, die Orte gleicher Temperaturen miteinander verbindet

J:
Jolly Roger: Bezeichnung der Piratenflagge. Herkunft aus dem souvagnischen. "Joli Rouge" was heißt "hübsches Rot". Die ersten Piratenflaggen waren Blutrot, meinst wurde die Quarantäneflagge (Rote Flagge) genutzt um andere auf Abstand zu halten
Jumpen: Springen
Jungfernfahrt: Erste Fahrt eines Schiffes

K:
Kabbelig: unruhige See, aufgrund von Seegang der aus zwei verschiedenen Richtungen kommt
Kabelgatt: Bezeichnung für Lagerraum für Taue, Seile oder der Ankerkette
Kabellänge: Nautisches Längenmaß. 1/10 der Seemeile ca. 185,2m
Kappen: Schnelles durchtrennen von Tauen
Kaventsmann: Große Welle/Monsterwelle
Kiel: Wichtigster Teil eines Schiffes. Ähnlich der menschlichen Wirbelsäule
Kielholen: Bestrafung in der Seefahrt. Das Opfer wird an einem Tau einmal quer oder längst unter dem Schiff durchgezogen. Endete fast immer tödlich
Kielwasser: Fahrrinne eines Schiffes
Kiste des toten Mannes: Bildhafte Sprache eines Sarges auf dem Meeresgrund, auch Davy Jones Kiste genannt
Kimm: Linie des Horizonts
Kleiner Bruder: kleiner Sturm, der dem großen Hauptsturm direkt folgt
Kleiner Sack: Bezeichnung für kleinen Hafen
Knoten: Einheit für die Geschwindigkeit eines Seeschiffes. Ein Knoten entspricht einer Seemeile. 1kn=1,852 km/h.
Klabautermann: Meist ein gutmütiger Schiffskobold
Kochsmaat: Gehilfe des Kochs
Koje: Schlafkammer oder kleiner Lagerraum auf einem Schiff
Kombüse: Schiffsküche
Korb: Metallgestänge/Zaun, der verhindert, dass Matrosen ins Wasser fallen. Wird unterteilt in Bugkorb und Heckkorb.
Krähennest: Ausguck am vordersten Mast
Küstenklatsch: schneller Nachrichtenaustausch unter Seeleute durch Weitererzählen

L:
Landratte: verächtliche Bezeichnung für Landbewohner
Lee: Wind abgeneigte Seite
Luv: Wind zugewandte Seite
Lenzen: Abpumpen von Wasser auf einem Schiff, z.B. bei Lecks.
Liegeplatz: Ort andem das Schiff vor Anker liegt. Es schwimmt zwar noch, aber es fährt nicht. Daher liegt es.
Löschen: Das Schiff entladen

M:
Mast und Schotbruch: „Viel Glück“
Mittschiffs: Mittlerer Teil eines Schiffes zwischen Bug und Heck
Mole: Künstlicher Wall an Land zum Schutz gegen Wellen
Mütze voll Wind: Schwache Briese

N:
Nationale: Heimatflagge eines Schiffes
Niedergang: Bezeichnung für die Treppe innerhalb des Schiffes
Neunschwänzige Katze: Peitsche mit Neun verknoteten Riemen. Meinungsverstärker/zum Bestrafen einsetzen

O:
Odde: Landzunge ins Meer, häufig für Leuchttürme genutzt

P:
Peilung: Richtung eines Zieles/Objektes in Grad
Pfeifen und Lunten aus: Befehl zum Beenden der Freizeit an Bord
Pinne: Die Betätigung eines Ruderblattes auf Segelbooten
Plattfuß: Die Wachaufteilung zwischen 16 und 20 Uhr. Erster Plattfuß geht von 16 bis 18 Uhr und der Zweite von 18 bis 20 Uhr. Diese beiden Kurzwachen wurden beim vierstündigen Wachrhythmus eingeschaltet, um zu vermeiden, dass dieselben Seeleute stets die gleichen Wachzeiten hatten.
Polleraffe: Abfällig für Seemann der Deckbesatzung
Poop: Hinterschiffsaufbau
Pressen: Jemanden zu etwas zwingen oder gewaltsames Rekrutieren von Seeleuten. Meist werden diese in Schenken mit Alkohol abgefüllt, sobald sie erwachen sind sie bereits auf hoher See.
Pullen: Rudern
Purren: Wecken
Pütz/Ösfass: Eimer auf einem Schiff, meist mit einem Seil am Henkel

Q:
!uerab: Seitlich des Schiffes

R:
Recht so: Ausruf, dass der aktuelle Kurs noch stimmt
Reise, Reise: Seemännischer Weckruf mit zig Variationen
Reiten, vor Anker reiten: Einen Sturm vor Anker abreiten/abwarten
Reling: Geländer auf dem Schiff
Riemen: Ruder
Ruder: Drehbare Metallplatte, welche unter dem Heck angebracht ist, und die Richtung der Fahrt bestimmt. Begriff wird auch für das Ruderrad verwendet, mit dem man das Ruder von Deck aus bewegt
Rumpf: Schiffsteil ohne Aufbauten

S:
Salzbuckel: Seemänner, welche viel Zeit auf dem Schiff verbracht haben
Sawyer: Auf dem Wasser treibender Baumstamm, Gefahr für die Schifffahrt
Seebär: Ein erfahrener Seemann
Seelenverkäufer: Begriff für ein fahruntüchtiges Schiff, welches dennoch in See sticht/gestochen ist
Sextant: Gerät zur Bestimmung der Position
Schiffsfriedhof: Ort wo viele Schiffe auf dem Meeresgrund liegen
Schlingern: Seitliches schaukeln
Schot: Leine zum Einstellen des Windes
Schott: Trennwand zwischen zwei Schiffsräumen
Schwojen: Hin und herdrehen eines Schiffes, wenn es vor Anker liegt
Shanty: Shantys sind Seemannslieder mit einem Refrain, der meist im Chor von der gesamten Crew gesungen wird. Sie helfen die harte und lange Arbeit auf dem Meer erträglicher zu machen und spenden Kraft und Mut für weitere Fahrten. Shantys werden meist vom Vorsänger vorgetragen und die restliche Crew singt nur bestimmte Passagen mit
Smutje/Smut/Schmutt/Schmuud: Koch auf einem Schiff
Stage: Alle Absteifungen in Längsrichtung des Schiffes
Steuerbord: Rechte Seite eines Schiffes
Steuermann: Erster Offizier und ständiger Vertreter des Kapitäns. Ist für die Navigation verantwortlich
Stauerei/Löschen: Das Schiff entladen

T:
Takelage: Alle Schiffssegel
Tide: Seemännische Bezeichnung für die Gezeiten wie Ebbe und Flut
Tiefgang: Maß von der Wasserlinie, bis zum tiefsten Punkt des Schiffes
Tonne: Schwimmendes Seezeichen, nicht zu verwechseln mit Bojen
Topp: Höchster Punkt des Schiffes, meist die Spitze des Schiffsmastes

U:
Über die Planken gehen: Hinrichtungsform auf einem Piratenschiff. Dabei wird eine Planke über die Reling gelegt und der Verurteilte wird gezwungen mit gefesselten Oberkörper und Armen soweit zu gehen, bis er hinabfällt und ertrinkt. Kommt aber scheinbar nur selten zum Einsatz. (Dokumentiert ist in unseren Archiven nur ein einziger Fall.)
Untiefe: Entweder sehr flache Wasserpassagen oder sehr sehr tiefe

V:
Vogelnavigation: Orientierung an den Vögeln. Vögel fliegen stets in Richtung des Landes
Vorsteven: Vorderer Teil eines Schiffes

W:
Weißer Hund: Hohe Welle, die über das Deck hinweggeht
Weiße Wand: Riesenwelle mit Schaumkrone
Windjammer: Umgangssprachlich für große Segelschiffe
Wo aus!: Frage an den Ausguck, wo Zeichen entdeckt sind

X:
Xebec/Schebecke/Chebeke: Segelschiff, vorwiegend von Piraten genutzt

Y:
Yawl: Zweimastiges Segelboot. Der hintere Mast ist dabei deutlich kleiner als der Vordere
Yo-ho!: „Hau Ruck“-Ausruf

Z:
Zeug: Umgangssprachliche Bezeichnung für Bekleidung der Seefahrer. Alternativ auch genutzt für die Takelage.


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Ein Blutbad bleibt ein Blutbad - auch wenn man zu den Überlebenden gehört

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