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 Betreff des Beitrags: Fallon Düsterwind
BeitragVerfasst: Mo 22. Mai 2017, 12:22 
Volkslegende
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Volk: Almane
Beiträge: 158
Auszeichnungen: 2

Die Freien Völker (1) Schlüsselloch (1)
Kurzinfo

Name: Fallon Düsterwind
Volk: Gestaltwandler/Naridischer Almane
Fraktion: Die freien Völker
Alter: 22
Größe: 1,84m
Statur: athletisch, aber schmal
Beruf: Söldner
Herkunft: Heimatlos
Derzeitiger Wohnort: kein fester Wohnort, wandernd
Familienstand: ledig
Sprachen: Rakshanisch


Aussehen

Blickte man Fallon von Weitem an, erkannte man einen recht großen Mann, der an sich sogar älter wirkte, als er tatsächlich war. Einige silberne Streifen zierten sein wüstes Haupthaar, was nie wirklich gekämmt oder geordnet wirkte. Nur die Spitzen seiner Ohren ragten durch die Haare hindurch. Sie wirkten wie die eines Alben, weswegen er auch häufig mit meinem verwechselt wurde. Bei genauerem Hinsehen waren seine Ohren jedoch breiter, hatten etwas wölfisches an sich.

Das Ganze umrahmte ein kantiges Gesicht, in dem zwei braune Augen ruhten. Um die Pupillen herum breitete sich in Adern ein goldenes Schimmern aus, dass seinen sonst schon warmen Augen eine Eleganz und Freundlichkeit gab. Dazu besaß Fallon eine breitere Nase als jeder Mensch, die Nasenflügel schienen stets leicht aufgebläht und die Spitze nach oben gerichtet. Lachfalten erstreckten sich von dort und zogen sich zu seinem Mundwinkeln.

Diese konnten sich schnell einmal zu einem wölfischen Grinsen verziehen, einem warmherzigen Lachen oder aber zu einem bedrohlichen Knurren. Eins war jedoch sicher: sobald Fallon seine Zähne zeigte, waren deutlich ausgesprägte Reißzähne zu sehen.

Neben den animalischen Eigenschaften seines Gesichtes, welche schnell Neugierde und Verwunderung zu erwecken vermochten, zeichnete sich eine feine Narbe an seinem linken Auge ab. Sie reichte knapp über die Wange, wurde vom Auge unterbrochen und setzte sich über die Augenbraue schließlich bis zur Stirn fort.

Wenn Fallon nicht seine vertraute Lederrüstung trug, welche aus braunem Leder gefertigt und mit zahlreichen Taschen geziert wurde, so erkannte man die ganz normale Kleidung eines Mannes ärmlichen Standes. Leinenhemd, eine entsprechende Hose. Nur die Stiefel stellten das normale Schuhwerk des Söldners dar. Als Besonderheit trug er stets ein ledernes Halsband, welches er fast nie ablegte und auch nur zu sehen war, wenn der hohe Kragen seiner Rüstung wegfiel. Was jedoch schnell von diesem Anblick ablenkte, war der Rest seiner eigentlichen Anatomie.

Seine unteren Arme waren mit schwarzem Fell bedeckt, die Hände mit eingeschlossen. An diesen prankten scharfe, schwarze Krallen. Nur seine Armschienen und Handschuhe verwehrten meistens diesen Anblick. Seine Beine unter dem Knie sahen nicht anders aus, wobei die Beine allgemein wesentlich kräftiger wirkten. An jedem Zeh prankte eine schwarze Kralle. Ansonsten war sein Teint leicht gebräunt.

Weiter aufwärts, sofern nicht großartig abgebunden bzw. ans Beins angebunden, wedelte auch gern einmal eine Rute, welche vom selben pechschwarzen Fell überzogen war. An jeder Stelle die mit Fell bedeckt war, erkannte man silbrige Streifen. Sein Alter als Gestaltwandler war ihm also durchaus gut anzusehen. Seine restliche Körperbehaarung war am Rest des Körpers dichter als bei anderen Männern. Aber auch dies war seinem animalischen Wesen geschuldet, welches in ihm wohnte.

Denn der Wolf war ein wahrlich großes Tier. Seine Schulterhöhe erreichte 1,10m, während der Körper stromlinienförmig blieb. Man durfte seine schlanke Art jedoch nicht unterschätzen, so verbargen sich unter dem schwarzen Fell feste Muskeln, die ohne Probleme einen kräftigen Menschen umwerfen konnte. Für seine großen Reißzähne und das kräftige Gebiss stellten weder Kehlen noch Knochen ein großes Hindernis dar. Sofern man ihn provozierte, baute sich der Wolf sehr groß auf und konnte sehr bedrohlich wirken.

Kam man jedoch nah genug an ihn heran, erkannte man noch immer das lederne Halsband, welches sich dank seines kräftigen Nackens eng um seinen Hals schmiegte. Sofern er aber friedlich war, blickten seine aufmerksamen Augen jeden und alles an. In diesen konnte man die Cleverness des Menschen erkennen, aber auch die Treue und animalische Seite des Wolfes.

Charakter und Mentalität

Wie sich Fallon gegenüber jemanden verhielt, kam stets sehr darauf an, wie er zu der Person stand. Fremden Gegenüber ist er stets aufgeschlossen und freundlich. Natürlich sind ihm dennoch die Vorurteile und die Ängste der anderen Völker gegenüber Gestaltwandlern durchaus bewusst. Aus diesem Grunde versuchte er auch stets sein wölfisches Dasein zu verstecken und zog nie seine Rüstung aus, außer er war in größer Sicherheit. Jedes Mal wenn er gerfragt wurde, welches Volk er angehöre, antwortete er, dass ein ein Alb sei. Besser als Gestaltwandler, wie er hatte schmerzhaft herausfinden müssen.

Dennoch besaß er ein gewisses Temparament, welches ihn teilweise unbercehenbar werden ließ. In den meisten Fällen drang sein innere Wolf schnell in den Vordergrund, wenn Gefahr bestand. Dann begann er gern zu knurren, aggressiv zu werden und auch gern anzugreifen. In diesen Moment konnten Verbündete und allgemein Personen die für ihn keine Gefahr darstellten beruhigt sein, jedoch Feinde lehrte er damit schnell das Fürchten. Sein unbändiger Jagdtrieb und Durst nach Blut kam in Kampfsituationen durch, machte ihn zu einem gefährlichen Kämpfer.

So brauchten Freunde nie Angst vor ihm haben, denn diese verteidigte er wie sein Rudel: mit seinem Leben. Gegenüber Verbündeten war er stets loyal, niemand konnte ihm etwas einreden oder ausreden, wenn er andere verteidigte, die seine Freunde waren. Dennoch suchte er sich diese sorgsam aus und vergewisserte sich, dass sie auch wirlich freundlich waren und nicht bösartige Absichten gegenüber ihm hegten.

Seine gleichberechtigte Haltung veränderte sich jedoch schnell, wenn er einen Partner hatte. So wurde er schnell zu einem devoten und unterwürfigen Wolf, ein Beta wenn man es so wollte, der seinen Alpha stets gehorsam war und über alles liebte. In Beziehungen dieses romantischen Interesses stand das Leben seines Alphas über seinem eigenen und er widmete seine Lebensernergie dem Partner. Er lernte von ihnen, ließ sich von ihnen sagen was er zu tun oder zu lassen hatte. In diesem Fall verhielt er sich wie ein folgsamer Hund. Unabhängig davon, ob er in seiner menschlichen Form oder in Wolfsform unterwegs war. So war auch das Halsband um seinen Hals ein von ihm geschützter Gegenstand, den er als Zeichen des Besitzes nur Personen anbot, bei denen er auch absolut sicher war. Dabei spielen weder Geschlecht noch Herkunft für ihn eine Rolle, Fallon ist bisexuell.

Ansonsten ist der junge Mann intelligent und trotz seines niedrigen Bildungstandes findig und kreativ. Für ihn war es wichtig, möglichst viel zu lernen, ob er nun in der Wildnis unterwegs war, sich in Städten aufhielt oder einen seiner Aufträge erledigte. Es gab nie genug zum lernen, was sich in seiner Neugierde wiederspiegelte. Gern steckte er die Nase in Sachen, die vielleicht gar nicht so gut für ihn waren und er geriet auch gern einmal in Schwierigkeiten.

So kommt es aber auch, dass er viel hinterfragt und zum Biepsiel über seine Aufträge als Söldner nachdenkt. Nie nimmt er einen Auftrag an, der für ihn moralisch verwerflich erscheint. Trotz seiner wilden Natur und dem Blutdurst, den der innere Wolf in ihm zu erwecken vermochte, hatte er ein ausgeprägtes Bewusstsein für Gerechtigkeit. Er hatte sich vorgenommen, nie einer Seele etwas anzutun, die es nicht verdient hatte. Es machte es zwar schwerer, Aufträge zu finden, doch wenn es hart auf hart kam, ging er als Wolf in die Wildnis jagen und sich ernähren.

Der Gestaltwandler verehrte wie viele andere Gestaltwandler die Göttin Ardemia, lebt diesen Glauben jedoch nicht streng aus.

Fähigkeiten

Schon allein dank seines inneren Wolfes wies Fallon eine höhere Zähigkeit und Ausdauer auf, als es die anderen Männer in seinem Alter hatten. Seine körperlichen Fähigkeiten liehen sich die Vorteile des Wolfes, sodass er trotz seines athletischen Auftretens einen starken Schlag hatte, mit er ohne Probleme jemanden den Kiefer brechen konnte.

Dazu waren seine Sinne weit geschärft. Er roch und hörte mehr, als ein durchschnittlicher Mensch es konnte und war so in der Lage, Gefahren schneller zu erkennen. Zudem ermöglichten ihm seine Instinkte aufgrundessen, besser zu jagen und Fährten zu lesen, auch wenn er selbst kein Jäger im herkömmlichen Sinne war.

Neben seinen natürlichen Fähigkeiten, hatte er in seinem Werdegang sich verschiedene Fertigkeiten aneignen können:

Schwertkampf: Einer seiner besten Diszplinen, die für ihn überlebenswichtig in seinem Beruf waren. Man konnte nicht sagen, dass er ein Meister war, aber durchaus ein sehr ernstzunehmender Gegner im Zweikampf.
Fährtensucher: Hier kommen ihn seine natürlichen Vorteile zu Gute, dennoch hat er von erfahrenen Jägern und anderen Söldner Tricks gelernt, wie er effizienter Spuren verfolgen und Hinweise deuten kann.
Lesen und Schreiben: Seine Eltern brachten es ihm frühstmöglich bei, auch wenn er sich häufig stur stellte. Er war dankbar, dass sie hartnäckig geblieben waren.
Umgang mit Pfeil und Bogen: Auch wenn er diese Fähigkeiten nicht aktiv nutzt, so zog er es vor mit seinen Reißzähnen zu jagen, war ihm der Umgang mit Bögen dennoch nicht fremd. Jäger seiner Karawane lehrten ihm das.
Verständnis von Heilkräutern und dessen Anwendung: Eine nicht zu unterschätzende Fertigkeit, die es ihm erlaubt, Kräuter zu erkennen und für sich zu nutzen. Aus ihnen Salben zu gewinnen, Bandagen zu fertigen oder sie zur Erstbehanldung von Wunden einzusetzen.

Seine Intelligenz ermöglichte es Fallon, dass er schnell Dinge begreifen und erfassen konnte. Sein Erinnerungsvermögen und die Schnelligkeit mit der er neue Dinge erlernen konnte, waren sehr groß. Für ihn stellten Denkaufgaben, mentale Probleme oder allgemeines logisches Denken keinerlei Hürde dar. Für manche war es zu viel, weil er neues Wissen wie ein Schwamm in sich aufzusauge vermochte und dann nach mehr fragte.


Stärken und Schwächen

+ guter Schwertkämpfer
+ besserer Hör- und Geruchssinn
+ Neugierde, die ihn gern neue Abenteuer erleben ließ
+ Intelligenz, trotz des niedrigen Bildungsstandes
+ kann sich schnell verwandeln

- Neugierde, die ihn auch schnell in Schwierigkeiten bringt
- animalische Instinkte, die ihn einen Blutrausch oder gar zuer Verwandlung zwingen können
- bereits stark gezeichneter Gestaltwandler, muss in der Öffentlichkeit seine Tierzüge verstecken
- sozial unbeholfen, er kennt nur die einfachen Gebärden, aber nicht den Adel
- strenge Moral, er konnte nichts tun, was er als bösartig empfand und wandte sich meist dagegen


Reiserucksack

Das wohl offensichtlichste in der Ausrüstung des jungen Mannes war die braune Lederrüstung, die seinen kompletten Körper umschmiegte und eine Sonderanfertigung von Gerbern seiner Karawane war. Sie ließ sich, trotz ihres guten Schutzes und den zahlreichen daran angebrachten Taschen, dank einfach zu lösenden Gurten sehr schnell ablegen.

In seinen Taschen an seiner Rüstung finden sich meist folgende Dinge:

- Kräuter und Bandagen
- ein Notizbuch und ein Kohlestift
- ein Waffenpflegeset bestehen aus Schleifstein und Öl
- Geld
- Verpflegung in Form von Trockenfleisch, Brot etc.
- eine Wasserflasche

Eines seiner beiden "heiligen" Besitztümer stellten sein Schwert und das Halsband dar.

Das Halsband bestand aus braunem Leder, recht einfach gehalten und dennoch bedeutend schwer um seinen Hals. Es hatte keinerlei Auffälligkeiten, einen normalen Verschluss im Nacken, neben dem ein Öse war, an der man etwas anbringen konnte.
Sein Schwert wiederum war ein aus meisterlicher Hand gefertigtes Stahlschwert. Es war ein Geschenk seines ehemaligen Meister und Liebhabers Eorlund. Der Stahl wurde sehr solide gefertigt und das Heft ist mit Leder umwickelt. Auf der Klinge, knapp über der Parierstange, waren Worte eingraviert. "Des Wölfchens Fangzahn" So nannte Fallon seine Klinge auch: Fangzahn.

Lebenslauf

Als Kind einer Karawanenfamilie geboren, war das Erste was Fallon lernte, das Zusammenhalt in einer Gruppe und das Vertrauen in solch einer die höchste Priorität hatte. Sein Vater, Frederick, ein Almane und fahrender Händler, hatte seine Mutter, Isolde, bei einem seiner Stadtbesuche kennengelernt und nachdem sie sich ineinander verliebten, war Fallon der erste Spross der Beiden. Die Karawane bestand aus Familienmitgliedern, die zwei Generationen zurückreichte und wahrlich groß war. Urgroßeltern die Geschichten erzählten und ihre Weisehiet teilten, die Großeltern welche sich vorsorglich um die meisten Dinge im Lager und der Karawane selbst kümmern und dann waren dort Fallons Eltern oder die Geschwister seines Vaters, welche für die Versorgung des Gespanns verantwortlich waren.

In diesem Konstrukt wuchs er auf, wobei jedoch schnell klar wurde, dass Fallon kein gewöhnliches Kind war. Schon mit zwei Jahren war er zu einem Kind im menschlichen Alter von acht jahren herangewachsen. Viele in der Karawane waren sich sofort bewusst, dass etwas nicht stimmen konnte. Auch sein Vater, wenn auch liebend und für seine Familie einstehend, schaute seine Mutter an, die genau so ratlos war, wie sie selbst.

Aufgrund dieser seltsamen Begebenheiten wurde Fallon gemieden, Jahre vergingen und er wurde immer größer, bis er schließlich ein Alter von fünf Jahren erreichte, er schon ein junger Mann war, dessen mentalen und körperlichen Fähigkeiten auch diesem Entwicklungsstand angemessen. Doch umso mehr sah er sich der Isolation von den meisten der Familienmitgliedern ausgesetzt, denn nur er wuchs auf diese wunderliche Weise heran. Weder seine beiden Brüder noch seine Schwester wiesen diese Merkmale auf.

So kam es, dass sich Fallon anfangs nur auf seine Eltern konzentrierte. Vieles lernte er von ihnen, wenn er auch manchmal trotzte. Wieso sollte er so unnötiges Zeug wie Lesen und Schreiben lernen, etwas was er in der Familie so gut wie selten gebrauchte? Seine Eltern jedoch blieben hart, erklärten ihm, dass es wichtig sei, sich anzupassen. Letztendlich war er so oder ein Sonderfall. Für ihn war es normal, so schnell heranzuwachsen, umso mulmiger wurden seine Gefühle gegenüber der Karawane.

Nur wenige trauten sich in seine Nähe und wurden wirklich seine Freunde. Torben, ein Jäger in der Karawane, fand seine Entwicklung interessant. Dies gab er auch offen zu, war aber einer der wenigen die ihn nicht fürchteten und gar akzeptierten. So konnte er sich zumindest einem anvertrauen.

Häufig ging Fallon mit Torben jagen, dieser zeigte ihm wie man mit dem Bogen umging und obendrein noch Fährten lesen konnte. Wirklich gefallen hatte es Torben nicht, dennoch verstand er schnell die Notwendigkeit, für das Überleben der Karawane. Zumindest dachte er, er hätte Mitleid mit den geschossenen Tieren. Dem war allerdings nicht so, denn ein unterschwelliger Drang versuchte sich in den Mittelgrund seines Lebens zu stellen. Etwas, was wilderer Natur war.

Bei einer Jagd waren sie einem gewaltigen Hirsch auf den Spuren. Seine Hufabdrücke zeugten von einem enormen Gewicht und Größe. Sie hatten den gesamten Nachmittag damit verbracht, diesem Tier nachzustellen und es zu verfolgen. Viel Mühe und Hoffnung lag in dieser Verfolgung und kaum standen sie vor ihm, ergriffen sie ihre Chance. Beide jagten einen Pfeil in ihn hinein, doch er dachte gar nicht daran, eine Reaktion zu zeigen. Dieses Tier war ein Biest! Zwei weitere Pefile folgten, trafen, doch das Tier kam nur ins Straucheln.

Dennoch rannte es mit einem unsäglichem Tempo weg, die beiden hatten keinerlei Chance ihm zu folgen! Doch der mittlerweile zwölfjährige Mann spürte etwas Unbekanntes, animalisches in sich aufkeimen. Seine Sinne schärften sich, doch im selben Zuge verkrampfte sein kompletter Körper. Unter Schmerzen beobachtete Fallon, wie auf seiner Haut wildes schwarzs Haar – nein – Fell zu sprießen begann. Unter lautem Knacken verschoben sich die Knochen, seine Kleidung wurde in Stücke gerissen, als sich auch sein Fleisch verformte. Keine zwei Minuten später stand an der Stelle ein großer schwarzer Wolf, der dem Blutgeruch folgte und zu jagen begann.

Sein menschlicher Verstand war für diesen Moment kaum vorhanden, sein Körper voller Adrenalin und der Wille das Tier endgültig zu erlegen eisern. Auf seinen neuen Pfoten lief er wie ein Pfeil dem Hirsch hinterher, seine Instinkte übernahmen die Kontrolle. So brauchte es gar kein Zutun seines Bewusstseins, als er nach einer kurzen Hetzjagd seine Zähne in den Hals des Hirsches versank. Ein befriedigendes Gefühl, das Blut im Maul zu spüren und den schweren Geschmack des Eisens auf der flachen Zunge zu schmecken. Es war das erste Mal, dass sich Fallon verwandelte.

Torben hatte von dem natürlich mitbekommen, war ihm gefolgt und hatte schließlich einen Wolf gefunden, der neben der Leiche des Hirsches wachte. Vorsichtig hatte Torben sich Fallon genähert, doch er war bei vollem Bewusstsein. Ein griff ihn nicht an, sondern hechelte freudig. Seine Triebe waren unter Kontrolle, wenn auch die Gedanken seiner menschlichen Form vollkommen in den Hintergrund gerückt war. Nach einiger Zeit löste er sich jedoch, verwandelte soch zurück und begann zu begreifen, was passiert war. Für Torben, aber auch Fallon war es ein Schock. Sein Freund war kreidebleich, als er den nackten Mann sich vom Boden erheben sah.

Ab diesem Punkt wurde alles anders. Eigentlich hatte sich Fallon auf seinen freund verlassen, doch das was passiert war, sprach sich schnell herum. Die Mitglieder der Karawane waren vollkommen hysterisch, verlangten dass er verschwand bevor er noch jemanden angreifen würde. Immer wieder beteuerte er seine Unschuld, er wusste ja selbst nicht was mit ihm los war. Sie zeigten keine Einsicht, selbst sein Vater und seine Mutter wussten nicht, was sie tun sollten. Sie liebten ihn, doch hatten sie auch Angst vor ihm. Obwohl seine Mutter augenscheinlich entspannter mit der Sache umging.

So kam es aber, dass er mit seiner wenigen Habe aus der Karawane verbannt wurde. Er hatte weder etwas um zu überleben, noch wirkliche Habe. Seine Eltern gaben ihn nur Brot und Kleidung, keiner von ihnen wagte es aber, für ihn einzustehen. Man drohte Fallon mit dem Tod, würde er je zurückkehren. So hatte er keinerlei Wahl, als von dannen zu ziehen. Ein schwerer Einschnitt in sein Leben, zu seinem Glück wusste er aber wie er überleben konnte.

Er begann mit seinen Fähigkeiten zu experimentieren, begann sich immer häufiger zu verwandeln und gewöhnte sich an den Schmerz. Zuerst verweilte er nur kurz in seiner Wolfsform. Doch desto länger er in den Wäldern unterwegs war, umso mehr Zeit verbrachte er in seiner gewandelten Form. Fallon übte sich immer mehr in ihr. Wo er sich zunächst noch uneins mit seinem inneren Tier fühlte, verschmolzen der Wolf und Fallon zu einem. Er lernte es zu schätzen, jagte, genoss die Luft welche durch sein Fell beim Lauf fegte.

Im Alter von vierzehn Jahren schließlich, hatte er durch sein herumstreunen auch Städte gefunden. Kleine Dörfer, mit Menschen jeder Art bevölkert die in ruhigen Lagen lebten. Er konnte sich nie wirklich orientieren, wo er genau war. Ziellos wanderte er einfach durch die Wildnis und seiner Nase nach. Er begann, erlegte Tiere von seinen Jagden an Dörfer zu verkaufen. Verdiente sich somit Geld für neue Kleidung und eine Unterkunft. Es war nur marginal, doch lohnte es sich davon zu leben. Von Nichts baute er sich wieder auf, verdiente sich seinen Unterhalt.

Zwei Jahre vergingen so, in denen er sich der Jagd widmete und gut zu ernähren wusste. In einem Dorf kam er einst an einer Anschlagtafel vorbei, welche die verschiedenste Gerschäfte, bezahlte Arbeit und Gerüchte beinhaltete. Auf einer der Anzeige wurde er jedoch aufmerksam. Es gab ganz in der Nähe des Dorfes, welches im nördlichen Teil der Handelsallianz befand, eine Söldnergruppe. Diese suchten neue Mitglieder, versprachen große Abenteuer, Unterkunft und Entlohnung. Schon allein seine instinktive Neugierde brachte den jungen Mann, sich diesem Trupp zu nähern.

Die Musterung für seine Eignung war schnell beendet, auch wenn er kaum eine Ausbildung besaß. Zwar war der Hauptmann der Truppe streng, gab Fallon aber eine faire Chance, wies ihm einen Lehrmeister zu und forderte ihn dazu auf, sich zu beweisen. Natürlich akzeptierte Fallon und kam zum ersten Mal mit Eorlund in Kontakt, ein Mann Ende dreißig, im Gesicht eine große Narbe. Bissig und fordernd, aber eine gute Seele, wie sich zeigte. Zwar zwang Eorlund Fallon zu Disziplin, was dem freiheitsliebenden Wolf nur knurren ließ, im Gegenzug bekam er Training. Er lernte den Umgang mit Schwertern, trainierte seinen Körper und lernte wie man richtig kämpfte.

Mit Bravur meisterte Fallon die ihm gestellten Aufgaben, absolvierte das Training ganz zu der Zufriedenheit seines Lehrmeisters. Auch der Hauptmann war von der Leistung des Wolfes vollkommen überzeugt und ließ ihn schließlich Teil des Trupps werden. So erfüllte er auch seine ersten Aufträge. Es waren meist Banditen, Räuber und Diebe, welchen sie nachstellen und fassen sollten. Die Arbeit war gut, gar ehrenhaft. Sie half den Leuten des Landes.

Aus dieser anfangs zweckmäßigen Beziehung entwickelte sich eine Freundschaft und einige Zeit später sogar etwas wie eine Liebschaft. Die beiden Männer kamen sich näher, natürlich im Geheimen. Sie entwickelten Gefühle füreinander. An seinem achtzehnten Geburtstag gestand Fallon seinem Liebhaber sogar, was er wirklich war. Natürlich war dieser anfangs geschockt, doch fand den Gedanken gar nicht abwegig, sondern sehr spannend. Die erste Person, die es verstehen konnte und sogar als gut befand!

Zwei weitere Jahre später führte sie ein Auftrag in eine Siedlung. Der Hauptmann hatte ihnen gesagt, dass es von Banditen besetzt sei und es geräumt werden müsse. Dem kamen die Söldner auch nach – oder besser: sie wollten es. Was sie vorfanden waren nur friedlich lebende Bürger, niemand der auch nur ansatzweise etwas Böses wollte. Zuerst verstand Fallon nicht ganz, was sie dort wollten, als jedoch der Hauptmann sein Schwert erhob und zum Angriff rief, war die erste Reaktion Fallons seine Ablehnung. Als der erste Streich gegen die Unschuldigen geführt wurde, stellte sich Fallon dagegen. Er forderte seine Kumpanen heraus.

Ein Kampf entbrannte, bei dem Fallon allein gegen den Rest der Kompanie kämpfen musste. Es war natürlich aussichtslos. Ohne Probleme verletzten sie ihn schwer, auch wenn er tapfer kämpfte, ihm blieb nichts anderes außer die Flucht. Nur knapp kam er mit dem Leben davon, schwer verletzt und eigentlich dem Tode geweiht. Mit letzter Kraft durchwanderte er die Wälder, verband seine Wunden, er wusste aber, dass er so nicht lang durchhalten würde.

Als er nach seiner mühsamen Wanderung einen Weiler ausmachte, setzte er alles auf eine Karte. Er legte seine Habe ab, vergrub sie in der Erde unter einem Busch und verwandelte sich. Nur widerwillig ließ er das Schwert seines Liebhabers zurück, oder seine Geld oder überhaupt seine Sachen. Doch hatte er auch hier wieder keine Wahl. Eorlund würde man sicher erzählen, er hätte die Gruppe verraten und sei im Kampf gestorben. Trauer machte sich in ihm breit, aber sein Instinkt schaltete auf eines – Überleben.

Mit vorsichtigen Tapsern und Jaulen näherte sich der große Wolf den drei Häusern. Es war offensichtlich ein Bauernhof, mit seiner verschwommenen Sicht erkannte er in der Entfernung einen Bauern, der auf ihn mit einer Mistgabel zukam. Hinter ihm eine aufgeregte Frau, die sich hinter dem Rücken ihres Mannes versteckte. Doch ab da wurde alles schwarz und Fallon erlag seinen Verletzungen, die ihn in die Schwärze der Bewusstlosigkeit zogen.

Als es ihm möglich war, die Augen wieder zu öffnen, war er nicht minder überrascht, dass er tatsächlich lebte. Noch weniger hatte er damit gerechnet, dass er in einem gemütlichen Haus auf einer Decke lag. Fallon war in der Wolfsgestalt verblieben. Alles schmerzte ihm und er fühlte sich, als ob er tagelang ohne Pause durch die Wälder gerannt war. Als er an sich herunter schaute, erkannte er verbundene Wunden, ein Verband verdeckte auch sein linkes Auge. Mit dem Rechten konnte er neben sich die Frau erkennen, die sich zuvor noch hinter dem Bauern versteckt hatte. Sie legte ein Lächeln auf und begann ihn zu streicheln. Zu schwach um sich zu widersetzen, ließ er es mit sich geschehen und genoss die Berührungen, welche sich durch sein Fell gruben.

So kam es, dass er sich dank des Bauernpaares von seinen Verletzungen zu erholen begann. Das verheiratete Paar war eine Bauernfamilie mit einer Schafsherde. Wie er es ihren Gesprächen entnommen hatte, dachten sie er wolle sie angreifen. Auch wenn der Mann anfangs dagegen war, ihn aufzunehmen um zu schauen, ob er vielleicht als Schäferhund tauge, hatte sich die Frau am Ende doch durchgesetzt. Fallon bekam den Hundenamen Thor, einen sicheren Schlafplatz und zu Essen. Schon bald schmiegte sich ein ledernes Halsband um seinen Hals. Damit begann für ihn die Arbeit als ein Schäferhund, welche er mit großen Freuden erfüllte, dankbar dafür, dass die Familie ihn nicht getötet hatte.

Es vergingen zwei weitere Jahre, in denen Fallon konsequent in seiner Wolfsgestalt verblieben war. Während dieser Zeit merkte er, dass seine Gedanken langsamer und einfacher wurden. Sein menschliches Bewusstsein rückte immer mehr in den Hintergrund, während er von der Familie nicht nur als Hund gehalten, sondern auch erzogen wurde. Diesem Leben gab er sich völlig hin, vergaß sogar beinahe seine menschliche Seite und ertappte sich dabei, diese völlig aufgeben zu wollen. Doch zu welchem Preis? Dieser wurde ihm erst bewusst, als er auf einer seiner zahlreichen Schäfertouren sein Spiegelbild in einer Pfütze sah, sich wunderte was aus dem einst freiheitsliebenden Wolf geworden war.

Umso leichter und schneller fiel schon die Entscheidung, dass er dies nicht mehr wollte. Es brach ihm das Herz, seine Besitzer zu verlassen, doch sein wölfischer Drang und letztendlich auch seine menschliche Natur zogen Fallon wieder nach draußen. Dorthin, wo er wirklich hingehörte. Eines Nachts schlich er sich wieder davon, unter Jaulen und Geheule verabschiedete er sich schweren Herzens von dem Bauernhof. Einer der schönsten Erfahrungen seines Lebens, doch nicht die Beste FÜR sein Leben.

Er kehrte zu seiner einstigen Habe zurück, welche mittlerweile verwittert und schmutzig von der Erde war. Seine Rückcverwandlung war ungewöhnlich schmerzhaft, so hatte er diese seit mehr als zwei Jahren nicht merh verzogen. Umso größer war der Schreck, dass vieles seines inneren Wolfes an Ort und Stelle blieb. Rute, Fell, Ohren, die Reißzähne. Es gab aber kein zurück mehr, als er sich ankleidete und seine Ausrüstung anlegte. Mit einem letzten Blick bedachte er den Bauernhof, der voller schöner Erinnerungen war, machte kehrt und ging. Fallon rief sein altes Leben, welches nach neuen Abenteuern und der Freiheit seiner Gedanken schrie.

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Zuletzt geändert von Dimicus am Di 23. Mai 2017, 07:54, insgesamt 2-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Fallon Düsterwind
BeitragVerfasst: Mo 22. Mai 2017, 19:12 
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Schöner Char, freu mich auf den Lebenslauf! Keine Verbesserungsvorschläge, alles bestens. Jetzt hab ich Bock, einen räudigen Straßenköter-Gestaltwandler zu spielen. ^^

Vermutlich ein Verschreiber, der aber den Inhalt verfälscht, wenn man es nicht genau liest:
Zitat:
Dabei spielen Geschlecht noch Herkunft für ihn eine Rolle, Fallon ist bisexuell.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fallon Düsterwind
BeitragVerfasst: Fr 26. Mai 2017, 14:50 
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Hab nun auch den neuen Lebenslauf gelesen, alles bestens, viel Freude mit dem "Hund". ;D

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