S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawellir


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Novec Sarili Gojim
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#11

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:19

"Ahhhh!", mit einem Schrei ging Novec wie von einem Steinschlag getroffen zu zu Boden. Einen Augenblick vom Schmerz betäubt merkte er erst Sekunden später das ein schweres Gewicht seinen Kopf getroffen hätte. Mit mühe und stark schmerzenden Kopf rappelte er seinen geschundenen Körper auf. Mühe hatte er, denn noch immer merkte er die schon langsam verheilte, aber noch immer schmerzende Wunde an der Schulter.

"Verdammt noch mal, welcher Elende... Was du? Was machst du Zottelfell denn hier? Kannst du dir keinen anderen Platz zum landen aussuchen. Ich bin ein Zwerg, eine ehemaliger Hauptmann der Armee, auf so jemanden landet man nicht einfach! Entschuldige dich ähmm..", in diesem Moment bemerkte Novec wieder das Geräusch das er was er schon vor wenigen Augenblicken gehört hatte. "Hört ihr das? Irgendwas kommt näher."

"Das einzige was gerade näher kommt ist mein Knurrender Magen, denn ich hab seit heut früh noch nichts gegessen, verstehst du seit heut früh! Und du Flohzirkus, reden wir mal nicht weiter, mein Bart ist wenigstens gut getrimmt, in dem Steckt viel Arbeit. Schau dich mal an, dein Bart wächst ja sonst wo hin. Mit so einem Ganzkörperwischmopp würde ich mich nirgendwo sehen lassen wollen!", kam Novut zu Novec häher heran und lachte dabei.

"Seih still du Narr, dass ist nicht dein verfressener Magen, wir sind hier nicht allein. Irgend etwas kommt näher, hört ihr das nicht? Hört einmal ganz genau hin, sehr sachte Geräusche der Wasserpfützen die immer näher kommen."

Novut spitzte seine Ohren und konzentierte sich. Am Anfang bemerkte er nur das sachte Geräusch des Windes, der durch die Höhle striff, dass Wasser was hier und da von den hunderten Tropfsteinen rann und dann hörte er es. Nun war es nicht mehr nur ein leichtes Tapsen wie Novec sagte, nein die Schritte waren nun deutlicher zu hören, viel deutlicher.

"Jetzt höre ich es auch, hier Bruder, zur Sicherheit ein kleines Willkommensgeschenk in der alten Heimat, hatte ich ganz vergessen.", mit einem Griff in einen kleinen Lederbeutel holte Novut einen Leuchtkristall aus seiner Tasche.

Stark war der Leuchtkristall, war er doch klein, schaffte er es trotzdem den Großteil der Höhle aus zu leuchten. Novec und Novut bestaunten für einen Augenblick die Ausmaße der Höhle und ihren Anblick. Es bot sich ihnen ein Anblick einer Höhle in der ein ganzer Stadtteil hätte platz haben können. Hunderte Meter im Durchmesser, jedoch nur einge Zwergengrößen hoch. Überall reflektierte das Wasser, was an den Tropfesteinen herab ran und in den winzig kleinen Bächen auf dem Boden das Licht des Kristalles.

Aufmerksam schauten sich die Brüder um, Angst machte sich in ihnen breit, schweiß lief ihnen von der Stirn. Mit jedem Schritt den das unbekannte näher kam schlugen die Herzen der beiden Zwerge heftiger, immer mehr mulsierte das Blut in den Adern.

"Novec! Hilfe mir!", mir einem Mark erschütternden Schrei verschwand in einem Augenblick auf dem anderen Novut hinter Novec, der Leuchtkristall viel zu Boden. Schnell drehte sich Novec um, doch das einzige was er noch sehen konnte, war ein Mannshoher Schatten der in einer Höhlenniesche verschwand. Brüllend, rannte Novec mit erhobener Axt in Richtung der Höhlennische. Gerade als er in die Höhlenniesche rennen wollte stopte Novec, denn das unbekannte hatte sich schon auf dem Weg zu ihm gemacht.
Langsam kam es in den Schein des Leuchtkristalles. Seidig klänzte das grau- schwarze kurze Fell des Monsters, was die Statur eines mehr als kräftigen Bären hatte.

"Ah, verdammt, pass auf Novec, dass ist ein Nachthorn.", husten Novut, "ahhh, pass auf, mit dem ist nicht zu spaßen, das armlange Horn ist hart wie Stahl, wenn er dich damit trifft wars das, auch die Reißzähne, pass auf, ahhh...", die Worte Novuts verstummten.

"Na toll ein Nachthorn, dachte ihr Mistviecher seiht langsam mal ausgestorben.", brummte Novec vor sich her.

Als hätte das Tier seine Worte verstanden brüllte es ihn an, begab sich auf seine Hinterbeine und stampfte mehrmals mit den Vorderbeinen auf. Novecs Herz rannte, doch zeigte er der Bestie keine Schwäche.

"He Flohbeutel, ich könnt echt langsam deine Hilfe gebrauchen, Zeit zum kuscheln ist später! Ach Pfeife, dann fang ich eben allein an, wenn ich dich da so sehe!", hust in diesem Moment stürmte die Bestie mit Horn vorraus auf Novec zu. Gerade konnte er sich noch zur Seite werfen, landete aber unglücklicherweise wieder auf seiner verletzten Schulter, so durchzug ein Schrei die gesamte Höhle.

"Novec, sein Mund.... seine Mund.... das ist seine einzige Schwachstelle.... seine Lippen....", heuchte Novut mit letzten Atemzügen.

"Halte durch du Zwergenwaschlappen, ich denke du willst noch was essen. Wart nur kurzm dann gibts gleich Nachthorn am Spieß für dich. Hörst du! Ja nicht schlapp machen!", entgegnete er ihm, als Novec gerade aufstand.

Schon hatte das Tier eine Wendung vollzogen und rannte wieder auf Novec zu. Dieser entschied sich davon zu laufen. So schnell ihm seine kleinen Beine tragen konnten rannte er, doch waren die massiven kräftigen Beine des Untiers wesentlich schneller und nur um Haaresbreite konnte Novec noch einmal einen Hieb des Horns ausweichen. Schnell nutzte er Geistesgegenwertig die Situation aus und versuchte seine Axt der Kreatur ins Maul zu haufen, doch verfehlte er und traf nur das Stahlharte horn, an dem seine Axt nur abprallte. Erschrocken rannte das Tier kurz einige Meter weiter, was Novec die Zeit gab sich zu sammeln und wieder los zu rennen. Abermals rannte das Tier hinter ihm her. Der Zwerg rannte auf einen Stalagtit zu, groß genug um dahinter gleich zwei Zerge verstecken zu können. Kaum hatte er ihn erreicht, huschte er nach rechts um sich zu verstecken. Nur wenige Sekunden später war das Tier da und wollte ebenfalls hinter den Felsen rennen. Zu spät, gerade als es um die Ecke Bog schlug Novec mit all seiner Kraft zu. Gezielt war der Schlag der das Tier mitten im Rennen traf. Blut schoss hervor und traf den Zwerg, der von der Wucht getroffen ein Stück zur Seite flog. Kreische schallten durch die Höhle, Blut tropfte, ein Winzeln war zu hören. Einige Sekunden dauerte es, bis sich das Monster wieder beruhigt hatte. Es war verletzt, unruhig worden seine Bewegungen, aggressiv erschien es, jeden Moment zum Angriff bereit, doch mit einem Augenblick wurden seine Augen größer und rannte urplötzlich von dannen. Ungläubig stand Novec da und beobachtete das Schauspiel.

"Haha, hast wohl Angst bekommen? Ja mit so einem wie mich legt man sich nicht an, denn ich bin Novec Sarili Gojim der große Zwergenhauptmann!"

"Ehemaliger Zwergenhauptmann!"

"Ganz recht Ehemliger... Ähmm hää.. wer hat das gesagt?"

Gerade noch im Siegestaumel des Herzens höherschlagende Freude drehte sich Novec um. Aus der Höhlendecke ragten dutzende Seile und mindestens ebenso viele Zwerge kletterten draran herunter und waren schon am Höhlenfußboden angekommen. Nur wenige dutzend Meter entfernet näherte sich ein Zwerg höheren Ranges mit gezogener Axt.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#12

Beitragvon Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 22:20

Feuer...überall war Feuer...Und Blut...dichter Qualm stieg auf und Panik machte sich in ihr breit. Sie mußte hier raus, weit weg aber wohin.

Abrupt verspürte sie Schmerz und Kühle, das Feuer schien ganz plötzlich verschwunden und Schwärze machte sich breit. Leise hörte sie das tropfen von Wasser und ...platsch...da landete ein Wassertropfen auf ihrem Gesicht.
Die Tieflingsfrau öffnete langsam ihre Augen und blinzelte. Es blieb alles schwarz und sie brauchte einen ganzen Moment ehe sie begriff, das das hier wohl eine Art Höhle schien.
Dann nahm sie auch das Getrampel und die Schreie wahr und noch benommen sah sie sich um. Was sie entdeckte veranlasste sie ihre Stirn zu runzeln. Da rannte eine kleine Gestalt vor irgendwas....pelzigem weg. Was war hier eigentlich los.
Sie beobachtete das Schauspiel, mehr blieb ihr auch nicht übrig, wollte ihr Körper der Tieflingsfrau noch nicht gehorschen.
Und so blieb ihr Zeit, das sich der Dämmerzustand legte und Sinthara klarere Gedanken fassen konnte.

Natürlich sie war doch in diese Stadt gereist um Novec zu retten und dann war sie dummerweise den Zwergen zum Opfer gefallen. Danach war alles schwarz.
Wieso war sie hier unten und warum war Novec hier und...sie blinzelte ein paar Mal, ehe sie im Schein der Dunkelheit auch die Gestalt von Baxeda ausmachen konnte. Was machte der den hier. Was war hier passiert. Unter anderen Umständen hätte sie sich erstmal Luft gemacht, und vor allem auch bemerkbar.

Mittlerweile hatte Novec dieses pelzige Vieh in die Flucht geschlagen, nein nicht er, eher diese anderen kleinen Biester von Zwergen.
Sinthara hatte ihn noch warnen wollen, doch ihre Stimme gehorschte ihr ebenso nicht.
Noch hatte keiner bemerkt das Sinthara wieder bei Bewußtsein war, und langsam kehrte auch wieder Gefühl in ihren Körper zurück. Vorsichtig bewegte sie sich, und bei Gellos, es schmerzte. Aber wen interessierte das.
Diese elenden Zwergen gingen ihr gehörig auf die Nerven.
Langsam richtete sie sich im Schutze der Dunkelheit auf und drückte sich leicht gegen eine Felswand.
Keiner schien die Tieflingsfrau zu bemerken und Sinthara wollte das das auch so bleibt. Ihr Blick hingegen wanderte durch die Höhle, dank ihrer guten Augen war die Dunkelheit auch kein Hindernis.
War da nicht etwas helles? Nein das war nicht das Licht was aus der Decke drang wo sie sich die Zwerge abseilten, sondern es schien ein Ausgang zu sein.
Zumindestens könnte es einer sein. Es mußte einfach so sein, Woher sonst kam die Waldluft. Es war kaum merkbar aber eine feine Nase konnte es bemerken.
Weiter musterte sie die Höhle. Groß genug war sie. Vieleicht könnte man sich den Zwerg schnappen und einfach davon fliegen. Aber das mußte schnell gehen.
Fliegen konnte sie ja, und Baxeda auch. Novec würden sie sich mitbekommen.

Gut aufgrund der Verletzungen konnte Sinthara nicht wissen ob ihr Plan funktionieren würde, aber hatten sie große eine andere Wahl?
Der Blick wanderte nun wieder zu dem Zwergentrupp. Wieviele waren es und die Bewaffnung?

Verdammt nochmal tat ihr alles weh, aber sie konnte und wollte jetzt auf keinen Fall schlapp machen.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#13

Beitragvon Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 22:20

„Entschuldigung“, sagte Baxeda höflich zu Novec.

Der andere Zwerg beschimpfte ihn derweile als Ganzkörperwischmopp und zog über seinen Bart her, der angeblich über seinen gesamten Körper gewuchert wäre. Baxeda fuhr fauchend zu ihm herum.

„Hör mal, Klumpenkopf, das ist kein Ganzkörperbart sondern ein Pelz! P-E-L-T-S“, buchstabierte er falsch. „Ich bin darüber selber nicht glücklich und da musst du nicht auch noch Salz in die Wunde streuen. Bloß weil du mir das Leben gerettet hast, hast du nicht das Recht mich zu beleidigen, du krummbeiniger Wurzelgnom!“

Der Zwerg knurrte ihn an. Baxeda hielt irritiert inne. Seit wann konnten Zwerge knurren?
Er spitze die Ohren. Der Zwerg machte ein ebenso erstauntes Gesicht und begann mit Novec darüber zu streiten, ob es sein Magen wäre, der hier so knurrte.

Baxeda blickte sich unruhig um. Novut zauberte einen Leuchtkristall aus einem Lederbeutel und reichte ihn seinem Bruder. Das Licht erhellte einen großen Teil der gewaltigen Höhle. Das Knurren wurde nun begleitet von einem gleichmäßigen Vibrieren.

Plötzlich wurde Novut von den Füßen gerissen. Er rief noch um Hilfe, doch sein Schrei riss abrupt ab. Ein Schatten von der Größe eines Ochsen war für einen Augenblick zu sehen, ehe er in einer Seitenhöhle verschwand. Der Tiefling war einem solchen Geschöpf noch nie zuvor begegnet. Novec folgte ihm mutig, während Baxeda, vor Erschöpfung und Aufregung zitternd dastand und sich nicht vom Fleck bewegte.

"He Flohbeutel, ich könnt echt langsam deine Hilfe gebrauchen, Zeit zum kuscheln ist später!“


Baxeda schoss das Blut in die Ohren, als Novec das Wörtchen `kuscheln` erwähnte. Er blickte herüber zu der bewusstlosen Sinthara. Einen Scheißdreck würde er tun und gegen dieses Monster kämpfen!

„Ach Pfeife, dann fang ich eben allein an, wenn ich dich da so sehe!", sagte Novec, ehe er frontal von dem Tier angegriffen wurde. Es rannte ihn einfach über den Haufen. Baxeda fühlte sich in seiner Entscheidung bestätigt und sah sich nach einem Fluchtweg um. Seine Nase trug ihm vielversprechende Düfte zu, die eindeutig auf einen Ausgang verwiesen. Er roch feuchte Tannennadeln, Harz und nasse Walderde.

Da! Dort oben, hinter Novec! Kaum merklich drang durch ein Loch in der Höhlendecke ein schwacher Lichtschein. Es war wohl Nacht, so schwach wie er war. Baxeda frohlockte. Novec kämpfte todesmutig mit seiner Axt mit dem herum rasenden Ungetüm, um seinen Bruder zu retten.

Als erstes musste Baxeda Sinthara hier herausbringen. Doch als er nach der Stelle sah, wo sie soeben noch gelegen hatte, war da nichts mehr. Ein Stich fuhr ihm ins Herz. Gleichzeitig hörte er die Rufe einer ganzen Gruppe von Zwergen, die sich in diesem Moment abseilten. Ihm blieb keine Zeit, nach Sinthara zu suchen. Die ersten Zwerge hatten bereits den Höhlenboden erreicht.

Baxeda handelte schnell. Die Hoffnung, dem Höhlenlabyrinth in wenigen Momenten entrinnen zu können, mobilisierte seine letzten Kräfte. Er stieß sich ab und schlug mit den Schwingen. Er beschleunigte so rasch, wie es die kurze Entfernung zu ließ und packte Novec im Flug unter den Achseln. Mit einem beherzten Schwung riss er ihn in die Luft. Baxeda ächzte unter der Last und hatte Mühe, an Höhe zu gewinnen. „Du... und... dein... Zwerg... en... bier... bauch!“, japste er zwischen den Atemzügen. Die ersten Pfeile zischten an ihm vorbei, an zwei Stellen durchschlugen sie die Haut seiner Flügel. Er hatte keinen Atem um zu schreien. Die Wunden brannten wie Feuer. Je mehr er mit den Schwingen schlug, umso weiter rissen sie ein. Er biss die Zähne zusammen.

Das Loch war nun direkt über ihm. Er stopfte Novecs Oberkörper hindurch, so dass der Zwerg sich draußen festhalten konnte. Dann schob er gegen seinen Hintern, bis er draußen war. Baxeda krallte sich am Rand der Öffnung fest. Seine Arme zitterten so stark, das er sie kaum noch kontrollieren konnte.

Jetzt war wieder einmal die Zeit, davon zu laufen. Egal wie er es drehte und wendete – er konnte Sinthara und Novut nicht mehr helfen.

Das Geschrei der Zwerge füllte die ganze Höhle aus. Mit letzter Kraft und einem animalischen Schrei machte Baxeda einen Klimmzug und wuchtete sich aus dem Loch. Er ließ sich nach vorn fallen und spürte, wie er sich mehrmals überschlug, während er einen Hang hinunter rollte. Ein Ast durchbohrte seine Flügelhaut, er prallte gegen etliche Baumstämme und Steine, ehe er schließlich liegen blieb. Über ihm rotierten die Sterne und der Mond. Baxeda lag auf dem Rücken, alle Viere von sich gestreckt, die Flügel ausgebreitet und rührte sich nicht mehr.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#14

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:21

„Du... und... dein... Zwerg... en... bier... bauch!“, brüllte es auf einmal hinter Novec und wurde durch einen schmalen Gang gequatscht. Vollkommen sprachlos war Novec und immer noch etwas benommen von seinen Wunden hatte er nur Schemenhaft mit bekommen was die letzten Sekunden passiert war. Immer wieder wurde es dem kleinen Zwerg schwarz vor Augen, so musste er sich selbst ein gestehen, dass die letzten Stunden und Tage mehr an seiner Kraft gezehrt hatten, als er dachte. Viel war passiert, erst ein Fuß in der Schlinge und nur wenige Stunden später viele neue Freunde und fast eine Schlinge um den Hals, dann die Flucht, der Absturz, der Nachthorn, Nocut der blutend in einer seitlichen Höhle lag. Novec rannen die Tränen dem Gesicht herunter, bis sie in seinem dunklen, vollen Bart verschwanden.

Immer weiter wurde Novec gegängelt und geschoben, bis er zusammen mit einem großen Fellkneul etliche Meter den Abgrund hinunter rollte. Da lag Novec, mitten an einer kleinen Lichtung am Rand eines Berges im Nirgendwo und starrte in den von Sternen beleuchteten Himmel.

Minuten lang starrte Novec weiter, unendliche Gedanken schlungen sich wie Schlangen in seinem Kopf umher, zu ordnen vermochte er es nicht. Zu viel war für den tapferen Zwergenmann in letzter Zeit passiert. Immer mehr liefen die tränen, immer mehr, bis zwei Rinnsäle über das Antlitz des Zwerges, bis er es nicht mehr aushielt und einen Schrei der Verzweiflung aus der tiefe seiner Seele los lies. All die Trauer, all das Leid wollten aus der Kleinen Person auf einmal raus. Minutenlang hörte man es hunderte von Metern weit durch den Walt schallen und dann war plötzlich stille.

Novec drehte seinen Kopf zur Seite. Ein Reh stand nur wenige Meter von ihm entfernt und beobachtete ihn. Seine Ohren zuckten, der Kopf drehte sich etwas nach rechts.

"Geh zu den fünf großen bevor es zu spät ist!", sprach plötzlich das Reh mit zarter Stimme.

"Was?", Novec rieb sich die Augen.

"Die Gefahr kommt von den fünf großen, nimm dich in acht, bevor es zu spät ist, sie werden kommen um alles zu vernichten."

"Wie? Was? Wieso redest du, hab ich mir den Kopf gestoßen? Was bist du? Bist du ein Magier, Hexer, bin ich verrückt! Arggg hat man denn nie mal Ruhe verdammt noch mal!"

Novec sprang auf und wollte sich dem Reh nähern, doch dieses sprang auf und verschwand im dickicht des Waldes.

"Was war das denn? Die fünf großen? Bin ich verrückt geworden? Ich ohhh..", Gerade noch einen Gedanken nach gehend sackte der Zwerg in sich zusammen.

Novec schrekcte nach oben, "Hier geblieben du vierbeinige Quasselstrippe, ich ähhhmmmm!?", unschwer zu deuten war für den Zwerg, das er einige Stunden verstrichen waren. Schnell sprang der Zwerg auf und rannte zu der Stelle wo das Reh stand, doch keine Spur. Er untersuchte alles im Umkreis, aber keinerlei Wildspuren waren zu erkennen. Immer wieder gingen dem Zwerg die Worte durch den Kopf, doch wusste er nicht ob es wirklich geschehen war oder eine blanke Phantasie, ausgelöst vom Schmerz, dem Leid und dem Stress der letzten Tage. Nur wenige Meter entfernt lag der Tiefling Baxeda im Gras. Schnell eilte Novec näher um nach dem Zustand zu sehen, doch an den lauten Schnarchgeräuschen konnte Novec relativ rasch einschätzen, dass der Tiefling noch lebte, trotz der argen Wunden die er sich zu gezogen hatte.

"Na klasse mein Freund, du machst hier friedlich dein Nickerchen und ich bin Frühaufsteher. Zumindest geht die Sonne auf, die Kälte bringt ja den stärksten Zwerg zu fall. Wenn ich doch nur was zu essen hätte. Na gut, dann lass uns mal aufbrechen, ich hoffe die anderen sind auch gut auf, aber sicherheitshalber gehen wir erst einmal weg von hier, nicht das uns noch jemand folgt."

An den Füßen gepackt schliff der Zerg Baxeda langsam hinter sich her. Schwer hatte er zu kämpfen, die Füße des Halbdämons links und rechts unter seinen Arm zu halten und ihn hinter sich her zu ziehen. "Mei bist du schwer, solltest mal darüber nachdenken denn Fell etwas zu stutzen, dann wärst du viel leichter. Hahaa!", lachte der Zwerg vor sich hin, "Mhhh, der hätte Novut gefallen. Ob er noch lebt? Ich hoffe es doch, der kleine hat echt Mumm bewiesen, hätte ich gar nicht gedacht. Mhhh und was ist mit Vater, ich hätte ihn so gern besucht."

Immer weiter ging Novec Gedanken versunken weiter und von heimweh sichtlich gerührt. Immer mehr merkte er, wie wichtig ihm doch eigentlich das ist, was er all die Jahre für Selbstverständlich gehalten hatte. Die geborgene Wärme der Höhlenwelt, die leckeren Speckroladen seiner Mutter, das treibern der Zwerge in den Städten, das Marktleben mit den Händler, dass Spektakel dabei, Gaukler, Feuerspeiher. Ach ja wie einst der Feuerspeier Grim Grobkorn seinen Bart in Flammen aufgehen lies, weil ihn ein kleiner Junge ablenkte. Ja das waren famose Erinnerungen, die kein Zwerg missen wollte. Langsam wurde es heller und noch immer streifte Novec mit dem Tiefling im Anhang durch die Wälder, bis er beim Blick in den Himmel etwas entdeckte, was seine Stimmung erheitern sollte.

"Moment mal, eine weiße Rauchsäule? Pelzknäul wir sind gerettet!", so schnell die kleinen Beine ihn trugen und das Gewicht des Tiefling es zulies rannte der Zwerg in Richtung der Rauchsäule. Immer wieder stoß der Kopf Baxedas über den unebenen Erdboden, immer wieder prallte er hier und da dagegen, doch bemerkte es der Zwerg nicht, war er doch zu sehr von dem ihm hoffentlich erwartetenden Essen in Bann gezogen.

Nach etlichen Minuten erreichte er endlich die ersehnte Stelle und eine Träne vor Freude rann ihn über das Gesicht.

"Ich glaubs nicht, das ist ein Traum! Ein Zwerg muss auch einmal Glück haben, eine Hütte! Jetzt ist erst einmal alles wieder gut, hoffe nur das die Leute darin nett sind...", doch war ihm das Glück dann doch nicht mehr so hold, wie der Zwerg es hoffte. Hatte ihm die schwere Reise der letzten Stunden nicht bekommen, so das er abermals das Bewusstsein verlor.

Quietschend öffnete sich die kleine Holztür der Hütte.

"Mienste das do irgend wat wa, i hört nix?", sprach eine Männerstimme aus der Tür.

"Und wie i da sa, da it wa, verschechs, wenns wider de Olle Oma Gogli is, die kricht nischt mehr vum Blaubärkuchen!", krähte eine Frauenstimme aus dem inneren des Häuschens zurück.

"Ne kuk, ma, da liecht wer."
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Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#15

Beitragvon Sinthara » Mo 16. Mär 2015, 22:21

Noch während Sinthara die Zwerge zählte, bemerkte sie plötzliche die Bewegung in der Nähe. Es schien als hätte Baxeda die selbe Idee gehabt. Ein erleichtertes Lächeln umspielte das Gesicht der Tieflingsfrau als sie sah wie Baxeda samt Novec davon flog.
Sie waren gerettet, das einzige was momentan zählte.

Die Zwerge knurrte, schrien und tobten, wohl etwas überrascht über den plötzlichen Abgang. Langsam hinkte sie aus ihrem Versteck und sofort herschte absolute Stille.
Verdattert starte der Zwergenhaufen sie an, wohl hatten sie nicht damit gerechnet, das noch jemand hier herum stand.

"Ihr elendes feiges Zwergenpack, stinkend faul und dumm seit ihr"

Zischte sie den Zwergen auf niederdämonisch zu.

"W-Was?" Entkam es einem der Zwerge, offenbar waren diese zu überrumpelt und doch für den Moment eingeschüchtert von diesen in den Zwergenohren offenbar bösartig und gefährlich klingenden Lauten.

"Ich habe euch eben verflucht, auf das eure Bärte ausfallen und jedes Bier nach Wasser schmeckt."

Meinte Sinthara trocken, und während sich einige der Zwerge erschrocken an ihre Bärte griffen breitete sie die Flügel aus, stieß sich vom Boden ab und flog hinauf zu dem Loch. Gerade als sie dadurch entwich hörte sie das fluchen und toben der Zwerge welchen offenbar aus ihrer Starre erwacht waren. Doch es war zu spät.

Keuchend stolperte sie und landete erstmal unsanft im Gras, dann wurde alles schwarz...


.......

Was ist den das?

Die Nase rümpfend mustert die Frau welche nun an die Seite ihres Mannes getreten war, die am Boden liegenden

"Na das ist ein Zwerg"

Klärte sie ihr Mann auf und wurde keifend unterbrochen.

"Das seh ich, ich bin doch nicht blind. Ick mähn das fellige Ding mit den Flügeln."


Verzeihung?

Unterbrach eine sanfte melodisch klingende Stimme die Beiden, welche verdutzt aufsahen.
Eine schlanke Gestalt welche eine Decke wie einen Mantel um sich gewunden hatte und das Gesicht jener etwas verbarg war hinzu getreten und wurde angestarrt.

"Fürchte euch nicht, sie tun nicht, aber wir sind verletzt, hungrig und erschöpft. Ich bitte euch helft uns."

Ob es die sanfte zarte Stimme oder die offene herzerweichende Art von Ihr war, konnte man wohl im Nachhinein nicht sagen. Letzendlich erbarmte sich die Beiden aber und gewährten den drei Freunden Unterkunft. Aufgrund des Platzes den sie brauchten wurde es etwas eng in der Hütte, aber es ging.
Mit Mühe und Not hatte man nach Novec auch Baxeda in die Hütte gezerrt wo die Beiden mit versorgten Wunden und friedlich vor dem wärmenden Kamin lagen.
Die Alte verstand sich aufs Kochen wie auf dem Umgang mit Kräutern und so wurden die drei gut versorgt.
Novec und Baxeda bekamen sogar noch jeder ein Kissen und eine Decke.

SInthara hatte, nachdem sie auch versorgt wurden war in der Ecke eines Bettes Platz genommen, welches offenbar den Beiden Bewohnern gehörte. Sie durfte auch als erste in den Genuss der deftigen Speisen kommen an welchen sie sich stärkte.

Die Alte erwieß sich als sehr herzlich irgendwie schon mütterlich. Nachdem auch der Hausherr seine Skepsis abgelegt hatte saß dieser nun gemütlich Pfeife rauchend in seinem Schaukelstuhl und sah seiner Frau zufrieden zu.
Und obwohl die Alte die Neugier in die Augen geschrieben stand, bei so ungewöhnlichen Gästen, hielt sie sich zurück und gönnte auch Sinthara die Ruhe.
EInen Tee schlürfend, saß diese eingekuschelt in Decken, in der Ecke und sah zum Fenster hinaus nachdem sich die Frau an den Abwasch gemacht hat.
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Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#16

Beitragvon Baxeda » Mo 16. Mär 2015, 22:21

Durch seine Träume schlich sich der Geruch von Feuer. Angenehme Wärme umfing ihn. Darunter mische sich der Duft deftiger Hausmannskost. Baxeda schlug die Augen auf. Er lag rücklings auf einem Fell vor einem Kamin. Sein Kopf wurde bequem von einem Kissen angehoben, über seinen Körper hatte jemand eine warme Wolldecke ausgebreitet, die etwas kratzte.

Wo war er hier?

Stimmen drangen an sein Ohr. Sie klangen sympatisch. Baxeda setzte sich auf. Die Decke rutschte an ihm hinunter und er musste feststellen, dass er sein verfilztes Fell sehen konnte. Wo in Manirs Namen war sein schöner Kuhmantel? Er sah sich um.

In einem Schaukelstuhl wippte ein sehr großer älterer Mann. Er musste an die drei Meter messen. Er schmauchte ein Pfeifchen und musterte ihn interessiert. Er hatte keinerlei Bartwuchs. Seine fast ebenso große Frau klapperte mit dem Geschirr in einer Wasserschüssel herum, wo sie die Teller und Tassen reinigte. Baxeda erkannte sofort, dass diese beiden Wiesenländer waren – das Volk seiner menschlichen Vorfahren, denen er seinen mickrigen Bart und miserable magische Fähigkeiten verdankte. Gegen diese Hühnen war sogar jemand mit seiner Körpergröße ein Mickerling.

Das große Wohnzimmer war so eingerichtet, wie er es von zu Hause kannte: massive Holzbohlen formten ein großes Blockhaus, dessen Zentrum ein gewaltiger Kaminofen bildete, vor dem er nun saß. Unten prasselte das Feuer, darüber blubberten auf einer Kochfläche mehrere Töpfe, aus denen es verführerisch duftete. Baxeda erkannte am Geruch einen deftigen Rindereintopf mit Speck und Lauch, ein typisches Gericht der Wiesenlande. Der Duft frischer Kartoffeln und einer Sahnesoße mit Wildkräutern ließ ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Ein paar Schritte neben ihm lag Novec, ebenfalls auf ein Fell gebettet und zugedeckt. Der Zwerg wirkte in dem für ihn viel zu groß dimensionierten Wohnzimmer wie eine herumliegende Spielzeugpuppe. Sinthara saß auf einem Bett und löffelte Eintopf. Welch ein Glück, sie lebte! Und wenn sie aß, ging es ihr auch halbwegs gut. Sie musste aufpassen, mit dem viel zu großen Besteck und Geschirr nicht zu kleckern. Der Löffel wirkte in ihrer Hand wie eine Kelle, die Suppenschüssel wie ein ganzer Topf.

„Sin mer ausgeruht, Jungsche?“, fragte der Mann im Dialekt der westlichen Wiesenlande, wie er vor allem bei der ländlichen Bevölkerung ausgeprägt war. In seinen Augenwinkeln bildeten sich Lachfältchen. Baxeda nickte, ohne ihn anzusehen. Er starrte demonstrativ auf das Essen.
„Mei, un hungrisch sin mer!“, lachte die Frau und machte sich daran, eine Suppenschüssel für Baxeda zu befüllen.
Viele Kartoffeln bitte“, ereiferte er sich. Er stand auf und sah der Frau beim Einschenken zu. „Bitte noch mehr davon“, bat er, „einfach mit rein tun, ich brauch keinen extra Teller dafür. Und das da sieht auch sehr lecker aus!

Er balancierte seine Schüssel, aus der ein Berg von Kartoffeln herausragte, zu dem Bett, auf dem Sinthara saß, setzte sich neben sie und begann zu schaufeln. Da er es noch von früher gewohnt war, mit den riesigen Utensilien zu essen, kleckerte er dabei erstaunlich wenig. Er aß ohne auch nur einmal aufzusehen.

Nach der Hälfte der Schüssel musste er kapitulieren. Er pickte noch ein paar Stücken Bauchspeck heraus und stopfte sie in sich hinein, obwohl er schon Bauchschmerzen hatte. Dann stellte er die Schüssel auf den Boden, zerrte sich ein paar Kissen heran, klemmte sie hinter seinen Rücken und lehnte sich zufrieden zurück. „Danke, hat lecker geschmeckt“, lobte er die Hausherinn, die sich über das Lob sichtlich freute. Sie strahlte über ihre dicken roten Wangen und brachte ihm gleich noch einen gewaltigen Krug von gutem Wiesenländer Hefeweizen, das sie auf den Boden neben die halbvolle Schüssel stellte.

„Eins musst mir verraten, Jungsche“, sagte der Alte, „du siehst mir aus wie aus do Unterwelt, wenn isch an do G'schichta denk, die wer unserm Sohn früher erzählt ham. Do hättst du als Monschta vorkomma kenn!“
Ich bin ein Mensch“, sagte Baxeda entschlossen. Doch als er die hochgezogenen Augenbrauen seiner Gastgeber sah, fügte er kleinlaut hinzu: „Ein halber zumindest. Meine Mutti ist Wiesenländerin, ich bin also zivilisiert. Ja, das bin ich, sehr zivilisiert sogar. Meine andere Hälfte kommt... nicht von hier.

Er nahm den Bierkrug hoch und musste ihn wegen seines Gewichtes mit beiden Händen halten. Er trank etwas, um einen Grund zu haben, eine Sprechpause einzulegen, in der er überlegen konnte. Er entschloss sich, die Gemeinschaft kurz vorzustellen, um von dem leidigen Thema seiner Abstammung abzulenken.

Die Hübsche hier an meiner Seite heißt Sinthara. Sie... äh... den Rest will sie vielleicht selber erzählen. Oder auch nicht, manchmal schweigt sie lieber. Und der Kleine da mit dem Gesichtsunkraut, der so laut schnarcht, heißt Novec. Wir kommen gerade aus Nidawellir und haben ein paar sehr anstrengende Tage hinter uns. Sehr anstrengend.

Er betrachtete seine durchlöcherten Schwingen. Die Wundränder hatte jemand mit irgendeiner Kräuterpaste eingeschmiert. Die Flügelhaut war aufgeschrammt und zerkratzt, als hätte man den Tiefling im Schlaf über den Waldboden gezerrt ohne seine Schwingen hoch zu binden. Auch sein Schweif fühlte sich angeknackst an. Er konnte ihn nur gerade nach hinten legen, ohne dass es weh tat, anstatt ihn gemütlich um sich herum zu schlingen.

Sein Blick fiel auf den schlafenden Novec, der wohl der Übeltäter war. Sinthara konnte ihn ja schlecht fortbekommen und selbst wenn, dann hätte sie auf diese Körperteile bestimmt Acht gegeben, immerhin wusste sie, wie weh sie tun konnten.

„Und do Tage da vor euch liesche, sin de ooch anstrengdt odr habter da ä bissl Ruh“
, fragte der Mann und blies Rauch aus seinen Nasenlöchern.
Ich weiß es nicht. Wir waren eigentlich im Auftrag von einem Schmuggler, äh, ehrbaren Händler unterwegs, dem wir Geleitschutz geben sollten, damit ihm niemand seine Klunker klaut. Er hatte uns sogar versprochen uns vielleicht zu bezahlen. Aber der Mann ist uns in Nidawellir verloren gegangen – und mit ihm auch unser Auftrag.

Er blickte nachdenklich in die Flammen.

Ich weiß nicht, wie unsere nächsten Tage werden. Ich weiß es nicht.
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Novec Sarili Gojim
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Die Ordnung

Re: S.Z.D. - Kapitel 2 - Im Herzen des Zwergenreiches Nidawe

#17

Beitragvon Novec Sarili Gojim » Mo 16. Mär 2015, 22:22

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Die Geschichte um den Tapferen Novec und
seinen paar Begleitern geht hier weiter: :lol:
Link
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Novec Sarili Gojim - Quadratisch - Praktisch - Gut! (Weisheit von Baxeda Bakane)
Für die einen ist es Novec, für die anderen die kleinste Großklappe der Welt. (Weisheit von Baxeda Bakane)
Die Klappe groß, der Körper klein, dass kann doch nur der Novec sein. (Weisheit von Baxeda Bakane)

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