Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Das verborgene Tal

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist geprägt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied benötigt man starke Nerven und gleichermaßen ein Händchen für Bündnisse und Hinterhalte. Unter der Führung des neuen Oberhauptes Linhard verließ die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Wolfram von Wigberg

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Re: Das verborgene Tal

#41

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Do 30. Nov 2017, 09:44

Wolfram war gerade in ein äußerst angenehmes Gespräch mit Kasimir vertieft, als es gegen die Tür hämmerte als gäbe es keinen Morgen. Wolfram fuhr erschrocken zusammen. Die Miene des Kampfmagiers verfinsterte sich, er stand in einer fließenden Bewegung auf, ging schnurstracks zur Haustür und schnappte sich unterwegs seine Waffe.

Für einen kurzen Moment bündelte er seine Gedanken um der Person auf der anderen Türseite zur Not einen Mentalschlag zu verpassen, als er eine bekannte Aura spürte. Wolfram steckte sein Schwert weg und öffnete die Tür.

Der Magier schaute Brandur einen Moment tadelnd an, ehe er grinsen musste mit wem Brandur scheinbar alles angerückt war.

"Schön Dich zu sehen Brandur, Dein Kasimir erwartet sehnsüchtig Deine Rückkehr. Hat es irgendeinen besonderen Grund, dass Du meine Haustür einschlagen möchtest? Ich erkläre Dir gerne die Funktion einer Türklinke.
Spaß beiseite, kommt rein und fühlt Euch wie Zuhause.

Es kam leider zu einem kleinen bedauerlichen Missgeschick, was Kasimir betrifft. Ich erkläre es Dir direkt vorab, bevor Du den Keller hinab steigst um ihn aufzusuchen. Dir ist sicher als Nekromant der Erdhügel aufgefallen. Mal etwas seicht umschrieben, Beaunois hat das gemeinsame Trinkgelage mit Kasimir nicht überlebt. Kasi hat meinen Diener... leider ausgetrunken.

Er nimmt sich diesen Fauxpas sehr zu Herzen und ist extrem bekümmert über seine Unbeherrschtheit. Ich persönlich habe ihm verziehen Brandur und gleiches erwarte ich auch von Dir in meinem Haus.

Du kannst und darfst Kasimir keinen Vorwurf machen, ich glaube es lag einfach nicht in seiner Gewalt, ob er dem Drang widerstehen kann oder nicht. Er hat sich selbst gegeisselt für sein Vergehen und es nagt noch immer an seiner Seele",
erklärte Wolfram leise.

Wolf gab den Weg frei, damit alle eintreten konnten und deutete dann Richtung Keller.

"Folgt mir bitte", sagte er freundlich und ging vor.

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Brandur von Hohenfelde

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Re: Das verborgene Tal

#42

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mo 4. Dez 2017, 08:56

"Das letzte Mal bin ich anders empfangen worden", beschwerte sich Brandur. "Heutzutage muss ich offenbar jedes Mal zuvor eine Moralpredigt gefallen lassen, ehe es mir gestattet ist, über die Schwelle zu treten. Wolfram, ich bin 62 Jahre alt, kenne Begriffe wie Gastrecht und mir wurde in der Kinderstube angemessenes Benimm beigebracht."

Zu Tode beleidigt ob der Belehrung schob Brandur Wolfram mit dem Gehstock aus dem Weg. Dahinter stand auch schon Kasimir, der sich sogleich elegant verneigte. "Willkommen zurück, Herr von Hohenfelde! Eure Anwesenheit wurde schmerzlich Vermisst."

Brandur musterte den Schleimer einen Augenblick mit nicht zu deutender Miene, während Kasimir vorsichtshalber in verneigter Haltung verharrte, auf das Donnerwetter wartend. Brandur schob das spitze Ende des Spazierstocks in dessen Kragen und hob das Hemd vom Rücken, so dass er hineinschauen konnte. Am Rücken war von der Haut nicht mehr viel Übrig.

"So, du meinst also, wenn du die Strafe vornewegnimmst, entgehst du meinem Zorn?", sprach Brandur leise. "Wolfram hat mich vorhin ja so freundlich darum gebeten, dir zu vergeben. Gut. Ich vergebe dir."

Damit drosch er Kasimir mehrmals auf den offenliegenden Rücken. Kasimir kreischte und brüllte immer wieder: "Ich habe es verdient! Ich habe es verdient!", wie um den Schmerz vor sich selbst und den anderen Anwesenden zu rechtfertigen während das Trommelgewitter auf ihn niederprasselte. Brandur schlug so hart zu, als wolle er Holz spalten. Er hatte einen seiner seltenen Wutausbrüche, zu denen scheinbar jeder von Hohenfelde fähig war, sogar ein so abgebrühtes Exemplar wie er.

"Den guten Beaunois ermordet! Den tüchtigen und zuvorkommenden und obendrein Leibdiener meines Gastgebers! Und dann glaubst du, wenn du dich selbst geißelst, entgehst du der gerechten Strafe! Wir sind hier in Naridien und nicht in Almanien, aber wenn du glaubst, diese lächerlichen Gesetze zur Unversehrtheit von Leib und Leben würden dich schützen, hast du dich geirrt! Du bist mein Leibdiener und als solcher hast du dich meinem Wort zu beugen! Habe ich dir die Anweisung gegeben, Beaunois zu beseitigen? Hattest du einen Befehl von mir? Nein! Warum hast du es dann getan? Ich lass mir doch von dir nicht auf der Nase herumtanzen!"

Brandur hielt erst wieder inne, nachdem er Kasimir zu einem wimmernden Häuflein Elend verarbeitet hatte. Er beachtete ihn nicht weiter und trat ins Innere des Hauses, um Wolfram in den Keller zu folgen. "Linhard, denk dann bitte an unser Gepäck."

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Dunwins Geist
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Re: Das verborgene Tal

#43

Beitrag von Dunwins Geist » Mo 4. Dez 2017, 09:17

Dunwin musterte das Schauspiel zwischen seinem Bruder und dessen Leibdiener. Das der Vampir Wolframs Leibdiener ausgesaugt hatte, war wirklich ein Fauxpas. Wenigstens hätte er vorher um Erlaubnis fragen können. Soweit Dunwin wusste, war Wolfram auch ein Magier und hätte Brandur für Kasimir fragen können.

„Deine Rumheulerei ist widerwärtig… unwürdig… lächerlich…
Stirb mit mehr Würde Du Wurm…“,
zischte Duwin und schwebte durch Kasimir hindurch um Brandur zu folgen.

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Das verborgene Tal

#44

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 4. Dez 2017, 09:37

Linhard hörte Wolfram etwas irritiert zu und aß erstmal noch einen Pfefferkuchen. Ihm war nicht ganz bewusst, wieso Brandur Kasimir verzeihen sollte. Gut Lin war es von Zuhause nicht anders gewöhnt, Personal war ersetzbar, im Grunde war jeder ersetzbar, der seinen Posten nicht mit Klauen und Zähnen zu verteidigen wusste.

Was Ansgar ja am eigenen Leib zu spüren bekommen hatte. Oder vielmehr noch spüren wird, dachte Lin und grinste über beide Ohren. Immerhin hatte er ihn nicht nur vor die Tür gesetzt, sondern ihm alles genommen, was er hatte. Von daher empfand Linhard kein Mitleid mit dem Kerl.

Mit Kasimir allerdings genauso wenig und mit dem Leibdiener noch weniger. Kasimir hatte sich seine Tracht Prügel redlich verdient, da er Brandur bloßgestellt hatte. Und Wolframs Worte machten die ganze Sache noch schlimmer. Vermutlich hatte Kasimir Wolfram angebettelt, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Im Grunde hatte er allein dafür schon eine weitere Tracht Prügel verdient. Aber es stand Lin nicht zu, darüber zu entscheiden.

Mit absolut gleichgültigem Gesichtsausdruck schaute er der Bestrafung zu. Sein Geisterhafter Großvater Dunwin konnte sich einen Spruch nicht verkneifen, der mehr als passend für einen Hohenfelde war. Es war wirklich eine Schande wie Kasimir jammerte. Dabei hatte er selbst zugegeben Schuld zu sein.

Lin zuckte mit den Schultern und kramte nach einem weiteren Pfefferkuchen, aber da war nichts mehr in seinen Taschen, außer Leere und Krümel. Wortlos folgte er Brandur. Jedes Wort war für Lin ein Wort zu viel und würde nur erneut Kasimir in seinem Ungehorsam bestätigten. Ihn etwas an der ausgestreckten Hand verhungern zu lassen, würde dem Vampir gut tun, nachdem er sich unerlaubt so vollgefressen hatte.

Brandur hatte Recht gehabt, sie waren in Eile. Aber wer konnte schon ahnen, dass Kasimir es dermaßen schamlos ausnutzen würde, dass sein Herr nicht anwesend war? Das erst Beste was dem Vampir eingefallen war, war den Diener von Wolfram anzufallen. Und dieser Idiot schien zu blöde zu sein sich zu verteidigen. Beide hatten bekommen was sie verdient hatten. Der eine Senge und der andere den Tod.

Lin knuffte Brandur als er neben ihn her schritt.

„Was hast Du als nächstes vor Paps? Ich meine bezogen auf Ansgar?“, fragte Lin.

Erstens da es ihn interessierte und zweitens um das Thema zu wechseln. Brandur sollte sich nicht dermaßen aufregen. Dafür war der Mann zu alt und Lin mochte ihn zu sehr.
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Archibald von Dornburg

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Re: Das verborgene Tal

#45

Beitrag von Archibald von Dornburg » Mo 4. Dez 2017, 10:12

Als Brandur auf Kasimir einschlug, heulte Sklave auf, hockte sich neben Archibald und klammerte sich schutzsuchend an dessen Bein fest.

"Araagraaa aa daaa daaa", jaulte Sklave.

Arch legte ihm eine Hand auf den kahlen Schädel und das Wesen verstummte sofort. Es blinzelte nur ängstlich und zuckte bei jedem Hieb den Kasimir einstecken musste zusammen.

Archibald konnte nicht die Worte Kasimirs unterschreiben. Wäre dieser besagte Beaunois so ein guter Leibdiener gewesen, wäre es vermutlich gar nicht möglich gewesen, dass er ausgesaugt worden wäre. Wo hatte sich der Bursche herum getrieben, dass er aus dem Blickfeld seines Herren verschwunden war? Nun was ging das Archi an. Ihn interessierte der tote Diener nicht im Geringsten.

Als Brandur mit Kasimir fertig war, gab Dunwin einen Spruch zum Besten, der Arch an ihre guten, alten Zeiten erinnerte. Er schmunzelte für einen kurzen Moment wehmütig, ehe sein Gesicht wieder ausdrucklos wurde. Als Brandur mit seiner Delegation im Schlepptau Richtung Keller davon marschierte, blieb Arch zurück.

Von Dornburg trat neben Kasimir und hielt ihm die krallenbewehrte Hand hin um den geschlagenen Vampir beim Aufstehen zu helfen.

„Hier nimm, ich helfe Dir hoch. Du bist also ein Vampir… hochinteressant“, sagte Archibald freundlich, während Sklave Kasimirs Rücken befühlte.
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Wolfram von Wigberg

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Re: Das verborgene Tal

#46

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mo 4. Dez 2017, 10:55

Wolfram starrte Brandur wie vom Donner gerührt an. Was war an "schön Dich zu sehen" so falsch gewesen? Brandur hatte doch an der Tür gescheppert, als hatte er vor das Haus niederzureißen. Wolfram hatte gerade vor, zu einer Erwiderung anzusetzen, da wurde er mit dem Stock aus dem Weg geschoben. Keine zwei Sekunden später erklärte Brandur, er würde Kasimir vergeben und schlug zu.

Wolf dachte in der gleichen Sekunde, der Schlag würde ihm gelten. Aber anstatt das er den Stock übergezogen bekam, für was auch immer, wurde nun Kasimir windelweich geprügelt!

Kasimir kreischte dass er es verdient habe.
Dunwin gab seinen Senf dazu.
Und der komische, gelbe Kerl in Begleitung von Dornburg jaulte dass sich einem die Nackenhaare aufstellten.

Brandur zog gemeinsam mit seinen Leuten ab, während nur von Dornburg zurückblieb und Kasimir die Hand zum Aufstehen anbot. Der gelbe Kerl hatte sein Gejaule eingestellt, als der Junker es berührte. Wolfram rieb sich den schmerzenden Schädel.

Nach Marlo zu rufen, hielt Wolfram für eine überzogene Reaktion, aber irgendwie war ihm danach. Er schaute Brandur und seinen Leuten nach, ehe er Archibald musterte.

"Danke. Kümmert Ihr Euch um Kasimir, ich werde die Koffer reinholen. Scheinbar hat das Linhard bewusst ignoriert. Und ich muss Brandur im Moment nicht sofort begegnen. Keine Ahnung, warum er dermaßen erbost war. Die Schelte habe ich mit einem Augenzwinkern gemeint und ich war doch freundlich zu ihm oder nicht?", fragte Wolf verunsichert.
"Sklave, Koffer!", befahl Arch und deutete nach draußen.

Das gelbe Wesen ließ sofort von Kasimir ab und huschte nach draußen, den Befehl seines Meisters umzusetzen. Ein Gepäckstück nach dem anderen wuchtete es ächzend ins Haus.

"Brandur kann Sarkasmus nichts abgewinnen und der Gute leidet etwas unter... Stress", schmunzelte Arch. Er hakte Kasimir unter und zog ihn auf die Füße.

"Geht es Dir gut? Dusslige Frage, natürlich geht es Dir nicht gut. Es tut mir leid Kasimir, ich hätte nicht gedacht, dass er dermaßen ausrastet. Vielleicht hätte ich in Ruhe mit ihm sprechen sollen. Dabei hatte ich nur vor Dir zu helfen", erklärte Wolfram und stützte Kasimir von der anderen Seite.

"Ich kümmere mich um ihn, geht Euren Gästen nach. Wer weiß, wen Brandur sonst noch züchtigt. Habt Ihr einen dunklen Ort, an dem ich mich später ausruhen kann? Richtig dunkel, ohne Tageslicht, falls möglich", bat Arch.
"Nutzt die Speisekammer hinter dem Haus. Es handelt sich dabei um eine natürliche Höhle, die mit einer Tür versehen ist. Dort dürfte es dunkel genug sein. Es tut mir wirklich von Herzen leid Kasimir, dass habe ich nicht gewollt. Das lag garantiert nicht in meiner Absicht", erklärte Wolfram erneut und wollte Kasimir die Hand auf den Rücken legen. Er führte die Geste aber nicht zu Ende, da ihm einfiel, dass er Kasi damit mehr schaden als trösten würde.

Wolfram nickte knapp und folgte dann Brandur in den Keller.

"Was hat Dich dermaßen aufgebracht Brandur? Meine Begrüßung war nicht despektierlich gemeint!", sagte Wolfram und zeigte die offenen Handflächen.

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Kasimir
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Re: Das verborgene Tal

#47

Beitrag von Kasimir » Mo 4. Dez 2017, 13:33

Kasimir ergriff die dargebotene Hand ließ sich von dem Freund seines Herrn auf die Beine ziehen. "Danke, Herr!" Er schielte und taumelte herum und hatte sichtlich Mühe, sich auf den Füßen zu halten. "Mein Name ist Kasimir LaVaney, ich bin der Leibdiener von Herrn Brandur von Hohenfelde. Mit wem habe ich die Ehre?"

Er war dankbar, dass der Mann ihn unterhakte, denn es würde eine Weile dauern, bis er wieder sicher stehen konnte. Nach der wohlverdienten Tracht Prügel drehte sich alles. Der offenbar geistig behinderter Begleiter des Herrn mühte sich mit einem viel zu großen Gepäckstück ab.

"Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf: Lasst es ruhig liegen, ich kümmere mich sofort darum, sobald ich wieder ohne Hilfe stehen kann. Die Herrschaften werden sich wohl erst einmal miteinander besprechen und das Gepäck nicht sofort benötigen. Und gestohlen werden kann hier nichts, dazu ist das Tal zu verborgen und zu abgelegen. Euer Begleiter sieht krank aus. Ich habe medizinische Kenntnisse, möchtet Ihr, dass ich ihn mir einmal ansehe?"

Fragend und schielend versuchte Kasimir, dem Mann mit dem schwarzen Mantel ins Gesicht zu schauen, das Problem dabei war, dass er ihn doppelt sah und womöglich an ihm vorbeischaute. Da der Herr einen dunklen Aufenthaltsort gewünscht hatte, führte Kasimir ihn und seinen Begleiter zu der von Wolfram erwähnten Speisekammer. Kasimir taumelte tapfer durch die Gegend, machte alles finster und schob mühsam ein paar Kisten als Sitzgelegenheiten zusammen. Da der behinderte Begleiter offenbar gern auf dem Boden herumkroch oder vielleicht auch gar nicht aufrecht laufen konnte, legte Kasimir ihm eine mehrfach zusammengefaltete Decke neben seinen Herrn, so dass er es weich hatte.

"Darf ich Euch etwas zu Essen oder zu Trinken holen oder kann ich sonst etwas für Euch tun?", fragte Kasimir freundlich und stellte fest, dass er inzwischen wieder ganz gut stehen konnte und aufgehört hatte, zu schielen, denn er sah den Herrn nur noch einmal.

Hier geht es weiter mit Archibald und Kasimir >>
"Herr, wer euch dient für Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen fällt, läßt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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Re: Das verborgene Tal

#48

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Di 5. Dez 2017, 00:28

Marlo

hörte es an der Tür scheppern. Als er aufstand hörte er schon Wolf. Er sagte Brandur seine Meinung. Danach wurde Kasimir geschlagen und dieser schrie vor Schmerzen. Marlo war verwirrt. Der Trubel klang nach einen Streit, aber Wolfram rief ihn nicht. Vielleicht war er der Meinung er müsste nicht. Marlo war das egal. Er packte sich seine Waffe und folgte Wolfram. Wolf fragte Brandur gerade, was ihn so wütend gemacht hatte. Marlo stellte sich schützend neben Wolfram und zog ihn ein Stück zu sich. Irgendwie schien Wölfchen total durcheinander zu sein. Am liebsten hätte er ihn weggezogen und in den Arm genommen, aber das ging jetzt nicht. Dafür war jetzt nicht die Zeit.

"Ist alles gut bei dir Wolf? Was soll das Geschrei? Regt euch alle ab. Ihr wisst genau das er das nicht böse gemeint hat. Wenn es um das ging, was oben an der Tür passierte. Das hab ich bis zur Leseecke gehört. Oder war er jemals zu einen von euch schlecht? Ich glaub nicht. Wolf hat hier jeden von uns aufgenommen und war zu jeden freundlich."

Während Marlo auf seine Antwort wartete faste er Wolfram kurz bei der Hand. Er wusste nicht worum es beim Streit ging, aber er würde Wolf beistehen. Marlo würde auf sein Mann aufpassen.

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Wolfram von Wigberg

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Re: Das verborgene Tal

#49

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Di 5. Dez 2017, 21:23

Wolfram atmete erleichtert auf, als Marlo sich zu ihm gesellte. Marlo war genauso erbost, wie der Rest der Gruppe. Allerdings galt Marlos Wut nicht ihm, sondern den Gästen und ihrem Benehmen. Wolfram fühlte sich geschmeichelt, wie Marlo über ihn sprach.

Für ihn war es selbstverständlich, Leute die er mochte willkommen zu heißen und ihnen Unterschlupf zu gewähren. Aber was er für selbstverständlich oder normal erachtete, werteten andere Familienmitglieder als verrückt. Als Marlo kurz nach seiner Hand fasste, verschränkte Wolfram seine Finger mit denen von seinem Gefährten.

Wolf war sich der Geste durchaus bewusst. Mit drei Hohenfelde im Raum, die jede noch so kleine und minimale Geste wie ein Raubvogel erspähten, hätte er auch aus vollem Hals herausbrüllen können Marlo und ich sind ein Paar. Die Geste war für andere kaum merklich, da sie dicht beieinander standen. Aber keinem Hohenfelde würde so eine Geste entgehen.

Und Brandur, wie auch Dunwin waren alt, sie hatten mehr noch als Linhard gelernt in Personen wie in offenen Büchern zu lesen. Wolfram war sich der damit verbundenen Botschaft durchaus bewusst, er hatte ihre Partnerschaft damit öffentlich gemacht. Er ging sogar bewusst noch ein Stück weiter, indem er die Finger von Marlo streichelte.

"Mir geht es gut, Danke der Nachfrage. Mit meinem Hinweis, hatte ich nicht vor einen Streit anzufangen", antwortete Wolfram auf Marlos Frage.

`Danke für Deinen Beistand Marlo, ich hatte eigentlich vor nach Dir zu rufen, aber dann kam ich mir albern vor Dich um Hilfe zu bitten. Aber ich bin froh dass Du hier bist. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich verbrochen habe, ich möchte mich doch gar nicht streiten.

Ich habe vorhin mit Kasimir gesprochen, leider wurden wir unterbrochen. Unser Thema waren Beziehungen und wie man es seinem Gegenüber gesteht, dass man mit ihm zusammenbleiben möchte. Und wie man ihm sagen könnte, dass man unheimlich gerne noch einmal mit ihm so eine schöne Zeit verbringen möchte. Ich möchte beides´,
übermittelte Wolf liebevoll und massierte Marlos Finger.

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Brandur von Hohenfelde

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Re: Das verborgene Tal

#50

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mi 6. Dez 2017, 08:53

Wohlwollend registrierte Brandur, wie Dunwin seinen Teil dazu beitrug, Kasimir in seine Schranken zu verweisen. Er vermochte zwar nicht mehr, jemanden physisch züchtigen, ohne dass Brandur ihn dazu anwies, aber er konnte nach wie vor psychisch sehr effektiv agieren. Stolz erfüllte Brandur. Das war sein kleiner Bruder!

Sie gingen ins Innere des Hauses. Brandur bekam nicht mehr mit, wie Archibald dem niedergeschlagenen Kasimir auf die Füße half und sie gemeinsam in der Speisekammer verschwanden. Er glaubte, Kasimi würde sich nun um das Gepäck kümmern und Archibald sich in ein Kellerloch verkriechen um in seinem Hass auf die "Diebe" zu schwelen und den Verlust seiner menschlichen Sammlung zu bedauern. Im Gehen plauderte er mit seinem Sohn.

"Bezüglich Ansgar - nun, der Mann wird selbstredend aus der Familie verstoßen. Wir sind in der Nähe von Daijian. Sobald wir ein wenig Luft haben, werde ich ein entsprechendes Schreiben anfertigen lassen. Doch jetzt brauche ich ersteinmal Pause. Wir haben die Auseinandersetzung auf der Hochzeit von Shohiro überlebt. Ich habe euch die Nachtburg gezeigt und das Geheimnis, das sie birgt. Wir haben Anwolf aufgefordert, mein Erbe herauszurücken und die von Archibald entführten Kinder befreit. Ich bin alt, Linhard. Und ich merke die Anstrengung mittlerweile sehr deutlich. Das Schreiben für Ansgar hat noch zwei oder drei Tage Zeit."

Er blickte sich um, ob Archibald zufällig in Hörweite aufgetaucht war. Als das nicht der Fall war, sagte er:

"Beim Sturz damals vom Dach des Herrenhauses ist etwas in meinem Rücken kaputtgegangen. Darum das Korsett, das Archibald so verspottet. Mag er es ruhig auf Eitelkeiten schieben, meine Gebrechen gehen ihn nichts an. Wegen diesem unsäglichen Kasimir, der eine Züchtigung von mir abverlangt hat, habe ich mir das Kreuz verrenkt. Ich hoffe, Kasimir beeilt sich mit dem Gepäck, ich benötige dringend eine Massage."

In der Tat sah man Brandur an, dass er noch langsamer ging als sonst und Mühe hatte, eine normale Körperhaltung zu wahren. Wolfram schloss zu der kleinen Prozession auf und fragte, was denn los war. Brandur ließ sich erst zu einer Antwort herab, nachdem er eine Sitzgruppe gefunden und sich dort niedergelassen hatte.

"Nun, wie ich sagte, die letzte Begrüßung war sehr viel herzlicher und beinhaltete keine unaufgeforderten Ratschläge, wie ich über meinen Leibdiener zu verfügen habe. Wie gut du mit jemandem wie Kasimir umzugehen vermagst, ja, das habe ich in der Tat an dem Erdhügel gesehen, unter dem der arme Beaunois nun ruht! Ich lebe mit Kasimir seit einigen Jahren zusammen und mich hat er bislang nicht ausgesaugt. Bei dir bin ich mir nicht sicher, inwieweit das lange zugetroffen hätte. In einem Monat wäre Kasimir vermutlich der einzige Bewohner dieses Hauses hier gewesen."

Brandur klopfte mit dem Gehstock zwischen seinen Füßen auf den Boden.

"Mein lieber Wolfram, nun bin ich an der Reihe, dir einen unaufgeforderten Rat erteilen. Wir Magier sind es gewohnt, große Macht innezuhaben und die meisten unserer Gegner bequem mit einem Fingerzeig kampfunfähig machen oder ausschalten zu können. Nur sind wir alle beide, du als Geistmagier und ich als Nekromant, mit unseren gewohnten Waffen jedoch machtlos gegen jemanden wie Kasimir! Hüte dich vor ihm, Wolfram, und sei er noch so freundlich. kasimir ist ein Wolf im Schafspelz, der sich vergebens darum bemüht, das Schaf zu werden, dessen Gewandt er trägt wie einen Mantel und unter dem eine Bestie lauert, die er selbst fürchtet. Aber ein Wolf kann kein Schaf werden, wie sehr er es sich auch wünscht. Und so sehr wir dies alle bedauern. Vampirismus in diesem Stadium ist nicht heilbar. Es nützt niemandem etwas, wenn Kasimir den Tod seiner Opfer hinterher bedauert. Nicht umsonst werden Vampire üblicher Weise ohne viel Federlesen beseitigt, sobald man ihrer habhaft werden kann. Dass ich Kasimir als Leibdiener akzeptiere, ist ein großes Entgegenkommen. Aber erwarte nicht von mir, dass ich ihm seine Triebe ungestraft durchgehen lasse, nur, weil er sich zwischendurch charmant verhält. Kasimir ist zum Glück unausgebildet, da er früh von seinem vampirischen Meister getrennt wurde. Wenn ihm erst bewusst wird, dass sein naturgegebener Charme und seine zuvorkommende Freundlichkeit ausgerechnet seine tödlichsten Waffen werden könnten, wenn er sie noch mit einer Portion Intriganz und Verschlagenheit würzt, dann gute Nacht. Sollte es je so weit kommen, werde ich daher die notwendigen Konsequenzen ziehen."

Ohne die Miene zu verziehen betrachtete Brandur die verschränkten Hände von Wolfram und dessen Gast. Diese neumodischen Sitten machten offenbar gerade die Runde. Wahrscheinlich war es gerade modern, sich als Mann mit einem Mann einzulassen. Besorgt dachte Brandur an seinen Sohn, der die verschränkten Hände natürlich ebenfalls bemerken würde und hoffte, dass dieser sich das nicht abschaute. Doch Brandur war zu gut erzogen, um irgendeinen negativen Kommentar dazu im Hause seines Gastgebers von sich zu geben. Er fragte stattdessen:

"Dürfen wir bald zu einer weiteren Hochzeit gratulieren?"

Marlo begrüßte er nicht. Da er der Ältere von beiden war, durfte er doch wohl erwarten, von diesem begrüßt zu werden!

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