Mission in My'shu

So erbarmungslos wie die Natur sind auch die Bewohner der nördlichen Reiche. Die dunklen Meere und die von Packeis starrenden KĂŒsten werden beherrscht von den Norkara und Shezem. Den Nordwesten kontrollieren die Frostalben.

Der Norden
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Re: Mission in My'shu

#11

Beitragvon Sasuke Mokiri » Sa 6. Jan 2018, 10:47

Sasuke bemerkte sofort, dass jemand in seinem Zimmer gewesen war. Eine Ecke des Teppichs war umgeklappt und der kleine Hocker stand nicht mehr dort, wo er ihn zurĂŒckgelassen hatte. Eilig schloss der Arashi die TĂŒre und ging schnellen Schrittes zu seinem Nachttisch. Er riss die Schublade auf. Sie war leer. Panik schoss Sasuke in die Glieder und er stĂŒrzte zu dem losen Dielenbrett. SĂ€mtliche Briefe und sonstige Andenken an seine Familie waren verschwunden. „Nein“, stöhnte Sasuke. Sein Herzschlag donnerte ihm in den Ohren. Er war so töricht! Bilder von dem, was er am meisten fĂŒrchtete, das er sogar als einziges fĂŒrchtete, zuckten durch seinen Geist. Aisika und Konika
 und Sashime, seine Mutter
 niemals könnte er es sich verzeihen, sollte ihnen seinetwegen etwas zustoßen
 Er musste heim! Er musste sie beschĂŒtzen! Der Drang war ĂŒberwĂ€ltigend. Er eilte zu seinem Schrank und begann Kleidung herauszuzerren, rĂ€umte seinen Schrein ab und stopfte alles in den alten Seesack. Wirr ging er im Zimmer umher, blickte sich um, ohne etwas anzusehen und fuhr sich durch die Haare. Dann ließ er die HĂ€nde sinken, der Seesack fiel dumpf zu Boden. Er musste sich beruhigen. Unter keinen UmstĂ€nden durfte er eine Entscheidung aus dem Affekt heraus treffen. Seine Brust hob und senkte sich in kurzen AbstĂ€nden, seine HĂ€nde zitterten und er ging neben der Dielenöffnung auf die Knie. Er war ermattet. Die Verletzung an der Schulter pochte in dumpfem Schmerz, er war ausgezehrt, hatte lange nicht gegessen und nicht geruht und die Nachwehen des Schocks und der Sorge um seine Familie zogen ihm die letzte Energie aus den Adern. Am liebsten hĂ€tte er geweint, doch TrĂ€nen wollten keine kommen. Konika
 sein kleines, liebes MĂ€dchen, das Beste, das er je erschaffen hatte

Plötzlich bemerkte der Arashi ein winzig klein gefaltetes StĂŒck Papier in dem verwaisten Geheimfach. Von der Furcht geblendet, war es ihm zuerst gar nicht aufgefallen. Es stammte nicht von ihm. Hastig entfaltete Sasuke den Zettel und las. Erleichterung ummantelte seinen Geist wie Nebel. Shakuro
 der Mittelsmann hatte sein Zimmer rĂ€umen lassen. Wie gelĂ€hmt starrte Sasuke auf das StĂŒck Papier.

Plan B
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Re: Mission in My'shu

#12

Beitragvon Sasuke Mokiri » Fr 19. Jan 2018, 17:28

Sasuke presste sich an die kalte HĂ€userwand. Die Luft klirrte vor KĂ€lte und der Arashi hielt seinen Atem flach, damit der Dampf ihn nicht verriet. In diesem Viertel My’shus konnte man das Meer riechen, denn es gab keinen Kaminrauch, der es ĂŒberdeckt hĂ€tte. Einst war es der Regierungsbezirk, nun fest in frostalbischer Hand. Sasuke zog die Kapuze tiefer in sein Gesicht. Die einzigen Arashi, die sich hier bewegten, waren Diener
 oder Sklaven, je nachdem, wie man es ausdrĂŒcken wollte. Er sah weder wie das eine, noch wie das andere aus. Besser er blieb ungesehen.
Eine Gruppe Krieger marschierte an der Gassenöffnung vorbei, dann war es wieder still und der Vollmond tauchte alles in gespenstischen Schein. Sasuke zÀhlte die Striche, die er in die Wand geritzt hatte. Die Patrouillen kamen in festen AbstÀnden von ungefÀhr einer halben Stunde; mehr als genug Zeit zum Handeln. Im Quartier von Dimulon EistrÀumer brannte Licht. Sasuke konnte den Schein deutlich erkennen.
Einige Tage zuvor hatte er das Haus bei Helligkeit inspiziert. Der Leitspruch des Kaiserhauses war mit Blut verschmiert und Köpfe von Arashi, die sich der Invasion entgegen gesetzt hatten, waren darĂŒber aufgespießt als Zeichen des Triumphs der Besatzer oder als Warnung; vielleicht auch beides.
Still und ruhig verharrte Sasuke und wartete darauf, dass die Lichter in EistrĂ€umers GemĂ€chern gelöscht wurden. Noch zwei weitere Patrouillen wĂŒrde er abwarten und dann zur Tat schreiten – so oder so. Die KĂ€lte kroch ihm mittlerweile die Beine hinauf, doch er ignorierte es und stand weiter regungslos und still an der Hauswand. Hinter ihm knackte es. Blitzschnell fuhr Sasukes Hand an das Heft seines Schwerts, doch bevor er die Waffe ziehen und sich umdrehen konnte, spĂŒrte er schon kalten Stahl an seiner Kehle. Eine Hand packte den Stoff seines Umhangs am RĂŒcken und schob ihn vorwĂ€rts, ohne die Klinge von seinem Hals zu nehmen. Sasuke blieb ganz ruhig. Er unterdrĂŒckte den Schluckreiz, denn er fĂŒrchtete, diese Bewegung könnte die Waffe bereits in sein Fleisch eindringen lassen. Vorsichtig schielte er nach unten. Die Hand war nackt und schneeweiß; ein Frostalb. Als sie die Hauptstraße erreichten, konnte Sasuke das Hauptquartier sehen und auch die hellerleuchteten Öffnungen des oberen Stockwerks. Durch das Licht im RĂŒcken war er nicht viel mehr als eine Silhouette, doch es gab keinen Zweifel, wer es war. Dimulon EistrĂ€umer hatte ihn erwartet.

Der Alb fĂŒhrte Sasuke durch das Tor des GebĂ€udes in den Innenhof. Rings herum standen frostalbische Krieger, gerĂŒstet und bereit. Niemand rĂŒhrte sich. Es war totenstill, bis auf die dumpfen Schritte von Sasuke und seinem Begleiter, der seinerseits keine RĂŒstung trug, denn er bewegte sich vollkommen lautlos. Die Holztreppe, die auf die innere Galerie fĂŒhrte, knarzte unnatĂŒrlich laut inmitten dieser Friedhofstimmung. EistrĂ€umer hatte ihm den RĂŒcken zugewandt, als sie eintraten und Sasuke nutzte den Moment, sich einen Überblick ĂŒber den Raum zu verschaffen. Auf dem stirnseitigen Bett kauerte eine nackte Frau, deren WirbelsĂ€ule deutlich hervortrat. Ansonsten gab es nicht viel, keine Möbel, keine Teppiche, keine VorhĂ€nge und keine Habseligkeiten. Die Dielen waren dunkel verfĂ€rbt. Blut. Hier waren Leute gestorben. Sasuke hob den Kopf und fand den starren Blick eisblauer Augen auf sich. EistrĂ€umers Gesicht war weiß wie Schnee, ebenso sein Haar und selbst die Lippen waren bar jeglicher Farbe. Die strenge Linie seiner Augenbrauen und die unnatĂŒrlich kleinen Pupillen gaben ihm eine boshafte Erscheinung. Er vollfĂŒhrte eine schneidende Geste mit der Hand und die Klinge löste sich von Sasukes Hals. Der Arashi widerstand dem Drang, hinzufassen und zwang sich EistrĂ€umers bohrendem Blick Stand zu halten. Dieser brach die Spannung schließlich und ging vom Fenster auf das Bett zu. Sasuke schielte zur Seite. Der andere Alb hatte neben der TĂŒr Aufstellung genommen und starrte ohne zu blinzeln gerade aus. Ansonsten war niemand im Zimmer. Keine Leibgarde, keine Soldaten. Wie schnell konnte er sein Schwert ziehen? Oder den Dolch? WĂŒrde EistrĂ€umers Kopf ĂŒber den Boden rollen, ehe die Klinge des Alben an der TĂŒr sein Herz von hinten durchbohrte? Der Hauptmann rieb seine HĂ€nde an einander und betrachtete Sasuke wieder. Er war barfuß, seine Kleidung auffallend einfach und von einer Waffe keine Spur. Die Minuten zogen sich und niemand sprach, niemand bewegte sich. Sasuke fragte sich, was der Befehlshaber My’shus bezweckte. Wieso hatte man ihm seine Waffen nicht abgenommen?

„Wie bist du entkommen?“ Beinahe zuckte Sasuke zusammen, als EistrĂ€umers hohle Stimme urplötzlich die Stille durchschnitt.
„Ein alter Meister eilte mir zu Hilfe“, antwortete Sasuke wahrheitsgemĂ€ĂŸ und ruhig.
Das Gesicht des Frostalben blieb eine Maske. Ohne die geringste Regung griff er in das Bassin neben dem Bett und nahm einen Eispflock heraus. Seine langen, dĂŒnnen Finger fuhren liebevoll ĂŒber die OberflĂ€che, dann wandte er sich zu der Frau um. MĂŒhelos hob er sie hoch und setzte sie so ab, dass Sasuke ihr Gesicht sehen konnte. Seine BefĂŒrchtung bestĂ€tigte sich, als er in die entsetzlich leeren Augen der zweiten Prostituierten aus dem Kashmir blickte. Trauer zerriss ihm das Herz. Diese Frau war gebrochen, eine tote HĂŒlle
 seinetwegen. Die langen dĂŒnnen Finger des Frostalben strichen ĂŒber ihr fahles Gesicht, hoben das Kinn leicht an und tasteten ĂŒber den Hals. Mit der anderen Hand fĂŒhrte er den eisigen Pflock ĂŒber ihre Wange, die Kontur des Kiefers entlang und hinab zu ihrem Herzen. Kein Tropfen Tauwasser löste sich von der Waffe, die dasselbe helle blau hatte, wie EistrĂ€umers Augen. Ganz langsam klopfte er mit der Spitze auf die Brust der armen Seele, als ziele er fĂŒr den finalen Stoß. Dann schien er es sich anderes zu ĂŒberlegen, setzte sich neben die Frau auf das Bett und fĂŒhrte den Pflock ihren Bauch hinab und zwischen ihre Beine. Ein leises Wimmern entfuhr ihren zitternden Lippen, da eilte Sasuke nach vorne. Er kam nicht weit. Binnen Sekunden hatte der WĂ€chter ihn eingeholt und presste ihm erneut die Klinge an die Kehle. Ein diabolisches Grinsen breitete sich auf EistrĂ€umers Gesicht aus. Er wollte, dass Sasuke zusah.
„Schluss damit“, presste der Arashi hervor. „Was wollt Ihr wissen?“
„Einfach alles.“
EistrĂ€umer ließ von der Frau ab und fixierte ihn erneut eindringlich und hart. Auf ein knappes Nicken hin, löste sein Diener die Klinge wieder von Sasukes Hals, blieb aber unmittelbar hinter ihm stehen. Darauf hatte der Arashi gehofft. In einer fließenden Bewegung drehte er sich um, zog sein Schwert und durchstach dem Mann das Herz. Er wartete nicht, bis er auf dem Boden aufschlug. BehĂ€nde sprang er nach vorne, um auch den Oberst niederzustrecken, das Schwert ĂŒber dem Kopf erhoben fĂŒr einen tödlichen Schwinger
 und knallte gegen festen Widerstand. Die Wucht seines eigenen Schlags schleuderte Sasuke zurĂŒck auf den Boden. Irritiert blickte er EistrĂ€umer an. Nichts. Sein Hals war entblĂ¶ĂŸt wie zuvor, er hatte sich kein StĂŒck bewegt und starrte den Arashi noch immer an, sein Blick tödlich. Das Rascheln von Kleidung ließ Sasuke herum fahren. Der WĂ€chter war wieder aufgestanden. Ein Stöhnen entfuhr dem Arashi. Endlich verstand er und schalt sich innerlich fĂŒr seine Dummheit. Wie hatte er das in seinen Nachforschungen ĂŒbersehen können? Wie hatte er diese Möglichkeit komplett außen vor lassen können? Dimulon EistrĂ€umer war ein Nekromant.
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Re: Mission in My'shu

#13

Beitragvon Sasuke Mokiri » Sa 27. Jan 2018, 18:04

Es war ein Spiel. Ein Spiel, das nicht gewonnen werden konnte. Sasuke packte sein Schwert fester und ging in Kampfstellung. Sein letzter Schild war zerborsten, seine Ausflucht versperrt, seine grĂ¶ĂŸte StĂ€rke eliminiert. Zum ersten Mal in seinem Leben fĂŒrchtete Sasuke Mokiri den Tod. Er durfte nicht sterben. Tot nutzte er dem Frostalben viel mehr als lebendig und dass dieser Zustand noch zutraf, konnte nur daran liegen, dass EistrĂ€umer Freude daran hatte, den eigenen Triumph hinaus zu zögern. Er wĂŒrde alles bekommen. PlĂ€ne, Mitglieder und Standorte der gelben BlĂŒte, Information ĂŒber Transport- und Kommunikationswege in rebellischen Gebieten
 und sie. Sasuke verwandelte die aufkeimende Verzweiflung in Entschlossenheit. Er durfte nicht zulassen, dass dieser Alb seine Familie in die Finger bekam. Wenn er es schaffte, den untoten WĂ€chter kurz außer Gefecht zu setzen und aus dem Fenster zu klettern, hatte er eine geringe Chance. Nein. Klettern wĂŒrde zu lange dauern. Er musste springen. Springen und hoffen, er brĂ€che sich nichts dabei und falls doch, Segira gĂ€be ihm genug Kraft und Willen, trotzdem nicht aufzugeben. Dann musste er die Stadt verlassen, am besten ins Gebirge ziehen, irgendwo hin, wo sie ihm nicht folgen konnten. Erneut kochte Ärger ĂŒber sich selbst in Sasuke hoch, dass er diese Option nicht bedacht hatte. HĂ€tte er seine Recherchen anstĂ€ndig gemacht und EistrĂ€umers wahres Sein erkannt, wĂ€re er dem Feind niemals ohne Möglichkeit schnell und viel Feuer zu machen in die Arme gelaufen.

Dimulon EistrĂ€umers Augen funkelten, als sein Spiel so richtig Fahrt aufnahm und Sasuke sah dunkle Freude darin und Wahnsinn. Dem Alben ging es nicht um My’shu oder irgendeine kleine Rebellenpartei. Es ging ihm um Befriedigung und um Macht. Sasuke hatte ausreichend Zeit damit verbracht, Gesichter, Gestik und Mimik zu studieren, um dies eindeutig lesen zu können. Grob stieß der Frostalb die Frau auf das Bett und ging langsam auf Sasuke und den WĂ€chter zu. Noch immer hielt er den Pflock in der Hand. "Er will mich selbst töten", schoss es Sasuke durch den Kopf. Zeit zum Nachdenken blieb nicht mehr. Blitzschnell schwang er sein Schwert, ohne, dass die Bewegung vorauszuahnen gewesen wĂ€re und Kopf und Körper des Untoten fielen getrennt voneinander auf die verfĂ€rbten Bodendielen. Kraftvoll stieß sich der Arashi ab, drehte sich um die eigene Achse, um zum Fenster zu eilen und sah – nichts. Eine absolute Finsternis umgab ihn. KĂ€lte kroch ihm Arme und Beine entlang auf sein Herz zu und ein GefĂŒhl von Beengtheit machte ihm das Atmen schwer. Blind tastete er sich nach vorne, wohlwissend, dass er in diesem Tempo niemals das Fenster erreichen wĂŒrde, bevor EistrĂ€umer ihn gefasst hatte. Schließlich blieb er stehen. Ganz langsam kam das Licht zurĂŒck, als sich die dunklen Nebelschwaden auflösten und Sasuke blickte direkt in Paar eisblauer Augen.
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Re: Mission in My'shu

#14

Beitragvon Sasuke Mokiri » So 28. Jan 2018, 12:22

Sasuke wollte wegsehen, doch er konnte nicht. Er wollte schreien, doch kein Laut kam aus seiner Kehle. Seine Brust hob und senkte sich in Panik, kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn, trotz der eisigen Temperaturen. Nein! Er wollte nicht sterben. Vage nahm er war, wie sein Schwert der zittrigen Hand entschlĂŒpfte und klirrend zu Boden fiel und noch immer fixierten ihn EistrĂ€umers Augen, ohne nur ein einziges Mal zu blinzeln. Eine zweite Stimme regte sich in Sasuke. „Schau weg, du Narr. Es ist nur ein Zauber“, drĂ€ngte sie. Doch Furcht hielt weiterhin sein Herz umklammert, drĂŒckte ihre Klauen tief in den Muskel und presste ihm die Luft aus der Lunge. Aus dem Augenwinkel sah er, wie der Frostalb langsam die Arme hob, in der einen Hand den Eispflock, die andere leer, doch deshalb nicht weniger gefĂ€hrlich. „Er darf dich nicht berĂŒhren!“, rief die Stimme und endlich obsiegten Sasukes Instinkte gegen die Starre und er riss mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, den Kopf zur Seite und löste den Blickkontakt. Sofort spĂŒrte er die Luft kalt und schneidend in seine Lungen strömen und ihm neues Leben einhauchen. Es war, als erwachte er und bemerkte erst nach und nach, dass es nur ein böser Traum gewesen war. Gerade rechtzeitig sprang er zurĂŒck, um der nach vorne schnellenden Hand EistrĂ€umers auszuweichen. Er zog den Dolch und ging in die Knie, bereit zum Sprung. Dimulon EistrĂ€umer ging langsam und aufrecht auf ihn zu. Sasuke zweifelte nicht, dass er sich ebenfalls schnell bewegen konnte, doch er hatte es schlicht und einfach nicht nötig. Mit dem SelbstverstĂ€ndnis des eigenen Triumphes im RĂŒcken setzte er einen nackten Fuß vor den anderen. Sein Schweigen begann an Sasuke zu nagen. Es machte ihn nervös und unsicher. Wenn ein Gegner quatschte, konnte man ihn einfach ablenken oder Emotionen in ihm auslösen, ihn wĂŒtend machen und zu undurchdachten Handlungen verleiten. Doch EistrĂ€umer sagte nicht ein Wort und das brauchte er auch nicht, Sasuke verstand sehr gut. Versteck dich, kleines MĂ€uslein. Ich kriege dich sowieso. Und ob du von alleine reden willst oder nicht, ich brauche dir keine Frage zu stellen, denn ich werde in dir lesen wie in einem Buch. Sasuke tat einen weiteren Schritt zurĂŒck und erschrak. Ein eiserner Griff legte sich um seinen rechten Knöchel und tote Augen blickten zu ihm auf. Kopf und Körper lagen noch immer nebeneinander, doch Sasuke war dem WĂ€chter direkt in die Arme gelaufen. Er versuchte sich loszureißen, doch der Untote war stark wie ein BĂ€r und Sasukes Fuß bewegte sich keinen Zentimeter. Schnell sank er in die Hocke und trennte mit seinem Dolch die Hand ab, da spĂŒrte er schon die zweite an seinem anderen Bein. Auch an dieser machte er sich zu schaffen und befreite sich in dem Moment, in dem weiße, sehnige FĂŒĂŸe neben ihm zum Stehen kamen. Ohne zu zögern hackte er seinen Dolch hinein und EistrĂ€umer zischte, trat ihm die Waffe aus der Hand und zog ihn am Kragen nach oben. Sasuke war bemĂŒht, ihm nicht erneut in die Augen zu sehen. Ruhig wartete er, bis er hoch genug war, dann setzte er einen Kopfstoß an, doch EistrĂ€umer wich blitzschnell aus und Sasukes Kopf flog ungebremst nach hinten, als eine scharfe Handkante in seinem Kiefer einschlug. Die Luft flimmerte ihm vor Augen und er drohte das Bewusstsein zu verlieren. Allein seinem harten Training war geschuldet, dass sein Genick nicht gebrochen war. Sein Kiefer schon. Der Geschmack von Eisen fĂŒllte seinen Mund und das Blut lief ihm in den Hals, ließ ihn röcheln. Es musste einen Ausweg geben! Irgendetwas
 Doch es gab keinen. Das wusste auch Dimulon EistrĂ€umer und das war der einzige Grund, weshalb Sasuke ĂŒberhaupt noch am Leben war. KĂ€lte breitete sich an seinem Hals aus. Der Pflock
 EistrĂ€umer wollte ihn pfĂ€hlen, wie sie es so gerne taten. Noch ein letztes Mal wand sich der Arashi im Griff des Alben, versuchte ihn mit Armen oder Beinen zu erwischen und stechender Schmerz pulsierte bei jeder Bewegung durch sein Gesicht. Es knallte. OhrenbetĂ€ubend. Holz zerbarst. Schreie ertönten. Metall klirrte auf Metall. Sasuke stĂŒrzte nach hinten, als EistrĂ€umer unvermittelt den Griff lockerte. Vor den Fenstern stieg Rauch auf, der Geruch von Feuer drang hinein. Schreie. EistrĂ€umer eilte zum Fenster. Er lehnte sich hinaus und ein Pfeil schoss haarscharf an seinem Kopf vorbei und bohrte sich in den Deckenbalken. Erleichtert stöhnte Sasuke auf. Es war ein Arashipfeil. Eilig kĂ€mpfte er sich auf die Beine. EistrĂ€umer kam erneut auf ihn zu, das Gesicht vor Wut verzerrt. Die kĂŒhle Maske der Arroganz war verschwunden. Sasuke stolperte mehr, als er ging. Im Hintergrund sah er die ersten Arashi durch die Fenster klettern. Dimulon EistrĂ€umer blieb stehen und auch Sasuke hielt inne. Kurz traf sich ihr Blick noch einmal. Dann wandte sich der Frostalb von Sasuke ab. Die Luft um ihn herum verdichtete sich zu weißem Nebel, Konturen spalteten sich ab und schließlich waren einzelne Körper zu erkennen, die um den Alben herum schwebten. Geister
 ein, zwei Schritte ging der Mann gemĂ€chlich, wie zuvor, dann stĂŒrzte er los. Einer der Arashi warf sich ihm mutig in den Weg und schlug mit dem Schwert zu, einmal, zweimal und Sasuke sah, wie sich einige der Geister zischend auflösten. Ein weiterer Schwerthieb folgte nicht. Stattdessen ertönte ein markzerreißender Schmerzensschrei und grĂŒner Nebel verschluckte den tapferen Angreifer. Er kreischte und schrie und alle anderen Arashi standen hilflos da wie paralysiert, geschockt von dem, was mit ihrem Kameraden geschah. Nach einer Weile löste sich die giftige Wolke um den Mann auf. Keuchend lag er da, das Haar schneeweiß, das Gesicht voller Falten. Von Dimulon EistrĂ€umer fehlte jede Spur.
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Re: Mission in My'shu

#15

Beitragvon Sasuke Mokiri » Fr 2. MĂ€r 2018, 12:02

Einige Arashi halfen dem gealterten Kollegen auf die Beine und untersuchten ihn, wĂ€hrend Sasuke mit den ĂŒbrigen die Treppe hinunter in den Innenhof eilte. Dort tobte der Kampf, der bereits viele Opfer gefordert hatte. Alben und Arashi starrten gleichermaßen aus leeren Augen in den Nachthimmel, mit aufgerissenen Kehlen, abgetrennten Gliedmaßen und furchtbar zerfetzten Leibern. Dazwischen lagen vereinzelt fremdlĂ€ndische Menschen, wie Sasuke sie manchmal am Hafen sah – Norkara. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass die Menschen auf der Seite der Rebellen kĂ€mpften. Sasukes Begleiter stĂŒrzten sich sofort in den Kampf, doch er bahnte sich einen Weg aus dem Hof hinaus. Das heftige Pochen in seinem Kiefer verklĂ€rte ihm den Blick, aber eiserner Wille trieb ihn an. Er wusste nichts von der Offensive der Rebellen und auch nicht von deren Strategie, doch er hatte noch immer einen Auftrag zu erfĂŒllen. Dimulon EistrĂ€umer musste sterben.

Die Straßen My’shus waren das pure Gegenteil zur Zeit seiner Ankunft. MĂ€nner schrien, Stahl klirrte und hinter allem leuchtete der Horizont im Schein zerstörerischen Feuers. EistrĂ€umer war nirgends zu sehen. Sasuke hatte gehofft, der Alb wĂ€re in einen Kampf verwickelt und aufgehalten worden, doch obwohl auf der Straße Tumult herrschte, war der Mann wie vom Erdboden verschluckt. Eine rasche Entscheidung musste her. Mit Sicherheit wĂŒrde der Hauptmann die Stadt verlassen, doch in welche Richtung? Über Land oder zu See? Nach kurzem Zögern eilte Sasuke in Richtung von My’shus Zentrum. Die Anwesenheit der fremden Norkara wĂŒrde auch EistrĂ€umer eines gesagt haben: der Hafen war womöglich nicht lĂ€nger in der Hand der Besatzer.

Ganz My’shu schien in KĂ€mpfe verwickelt zu sein. Es gab kaum eine freie Gasse und der Gestank des Todes lag schwer in der Luft. Entsetzt sah Sasuke, wie ein Frostalb mit einem wuchtigen Eisbeil den Kopf eines Kriegers spaltete, obwohl dieser einen Helm getragen hatte. Der Alb fletschte die ZĂ€hne und sein Blick heftete sich an Sasuke, der, das Schwert mit beiden HĂ€nden packend, in Kampfstellung ging. Im Hintergrund erkannte er verschwommen den erbitterten Zweikampf zweier Arashi, der ihn fast mehr grauste als der gestiefelte Tod, der mit hin und her schwingendem Beil auf ihn zu stakste. Auf den letzten Metern beschleunigte er sein Tempo und holte dabei einhĂ€ndig mit seiner brutalen Waffe aus. Sasuke wartete ruhig, seinem donnernden Herzen zum Trotz und erst als der Hieb seines Widersachers niedersauste, wich er seitlich aus und hob die Klinge. Eis kreischte auf Stahl und Splitter flogen zu allen Seiten. Im Bruchteil einer Sekunden folgte der nĂ€chste Schwinger und Sasuke hatte keine Gelegenheit fĂŒr einen Konter. WĂ€hrend eine wahre Salve an Angriffen auf ihn einprĂŒgelte, blieb ihm nichts, als zurĂŒckzuweichen und einen Hieb nach dem anderen zu parieren. Langsam aber sicher nĂ€herte er sich einer Hauswand, die ihm komplett den Fluchtweg abschnitt. Er musste handeln. Riskant wie es war, ob der ĂŒbermenschlichen Kraft seines Gegners, packte Sasuke sein Langschwert nun mit einer Hand und exakt in dem Augenblick, in der das Beil erneut auf ihn zuflog, zog er geschwind den Dolch aus seinem GĂŒrtel und warf. Dann ließ er sich zu Boden fallen und rollte sich schnell zur Seite. Er zweifelte, dass er den Hieb einhĂ€ndig hĂ€tte abwehren können, zumindest nicht, ohne sich den Arm zu brechen. Schnell wie eine Katze sprang Sasuke in die Hocke, eine Hand auf dem Boden abgestĂŒtzt, die andere ĂŒber der Schulter erhoben, die Schwertspitze nach vorne gerichtet. Erleichtert sah er, dass sein Dolch getroffen hatte. Der Alb tastete ĂŒberrascht an der Stelle herum, an der ein Heft aus seinem Kehlkopf ragte, dann kippte er vornĂŒber. Sasuke atmete schwer. Der Schmerz in seinem Kiefer drohte ihn zu ĂŒbermannen, doch er durfte nicht aufgeben. Er brauchte EistrĂ€umer. Mit wachsamem Auge kroch er nach vorne, zog seinen Dolch aus dem toten Alben und verstaute ihn wieder in seinem GĂŒrtel. Dann eilte er weiter die Straße entlang.
Sein Innerstes zog sich zusammen, als er erkannte, wie viele Arashi auf Seiten der Besatzer kĂ€mpften und als einer sich ihm in den Weg stellte, vermochte er ihn nicht zu töten. Stattdessen ließ er den jungen Kerl bewusstlos zurĂŒck und bog in eine grĂ¶ĂŸere Straße ein. Ein Surren ertönte, er spĂŒrte einen Windhauch und es war nur der Axt eines stĂ€mmigen Norkara zu verdanken, dass nicht er, sondern eine drahtige Albe sich zu den anderen Opfern in den Rinnstein gesellte. Sasuke wollte sich bedanken, doch der große Mann hieb schon auf den nĂ€chsten Feind ein und beförderte ihn in eine der vielen Wasserstraßen, die My’shu in diesem Teil der Stadt durchzogen. Dann endlich sah er ihn.
EistrĂ€umer war ein StĂŒck weiter in ein Gefecht mit mehreren Arashi verwickelt. Von seinem Geisterschild war kaum noch etwas ĂŒbrig und seine nackten FĂŒĂŸe wurden von vielen Körpern gesĂ€umt. Er hielt ein großes Eisschwert, das er vermutlich einem gefallenen Artgenossen abgenommen hatte und das ebenso blau schimmerte wie der Pflock, mit dem er Sasuke hatte richten wollen. Seine Gegner wirkten verschĂŒchtert, ihre Angriffe kamen vereinzelt und der Kommandant von My’shu bewegte sich schnell und elegant wie ein Raubtier und streckte einen nach dem anderen nieder. Kurz ĂŒberlegt Sasuke sich von hinten anzuschleichen und ihm das Schwert in den RĂŒcken zu rammen, doch er verwarf den Gedanken gleich wieder. Es wĂ€re nicht ehrenhaft. Und erfolgreich wĂ€re es auch nicht gewesen, denn just in diesem Moment blickte ihn EistrĂ€umer ĂŒber die Schulter hinweg an. Langsam zog er das Schwert aus dem Rumpf des letzten Kriegers und kam auf Sasuke zu. Die Welt schien einzuschrumpfen. All der LĂ€rm ebbte ab, die Umrisse von Sasukes Blickfeld verschwammen, die Bewegungen verlangsamten sich, als spiele sich alles unter Wasser ab. ÜbernatĂŒrlich laut kam Sasuke hingegen das Klatschen von EistrĂ€umers FĂŒĂŸen auf dem Boden vor, als er unweigerlich auf ihn zuschritt und sein Haar wie in Zeitlupe hinter dem RĂŒcken von links nach rechts schwang. Schon fĂŒrchtete er, er wĂ€re wieder in einem Zauber gefangen, doch sein Geist war klar, er spĂŒrte das Heft des Schwerts deutlich in beiden HĂ€nden und den festen Grund unter seinen FĂŒĂŸen. Darauf bedacht, dem Nekromanten nicht direkt in die Augen zu sehen, stand Sasuke da, tief in den Knien, jeden Muskel seines Körpers angespannt. Ein BrĂŒllen durchschnitt die Nacht und Sasuke duckte sich unwillkĂŒrlich nach unten ab und nahm die HĂ€nde ĂŒber den Kopf. Ein riesiger Schatten flog ĂŒber ihn hinweg und mit ihm kam der ganze LĂ€rm und Tumult zurĂŒck in Sasukes Bewusstsein. EistrĂ€umer hatte eine weiße Hand erhoben und ein monströser EisbĂ€r kam vor ihm zum Stehen. Mehrere Pfeile steckten in der Flanke und den HinterlĂ€ufen des Tieres, das ehrbietungsvoll den Kopf vor dem Frostalben senkte. EistrĂ€umer streichelte ihn im Nacken, dann sprang er behĂ€nde auf dessen RĂŒcken. Der BĂ€r richtete sich brĂŒllend auf die Hinterbeine auf, dann rannte er in die Nacht davon, ĂŒber die Körper von Lebenden wie Toten gleichermaßen hinweg. Kurz davor trafen sich jedoch noch einmal die Blicke von Dimulon EistrĂ€umer und Sasuke Mokiri und die Botschaft war eindeutig: Wir sehen uns wieder.
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Das Chaos

Re: Mission in My'shu

#16

Beitragvon Ragosh » So 4. MĂ€r 2018, 12:28

Arashi waren ein merkwĂŒrdiges Völkchen soviel war Ragosh klar, sie hielten mehr von Ehre und Ă€hnlichen Werte wie andere Menschen aus dem SĂŒden. Damit waren sie vielen Orks sympatisch gut man konnte nicht sagen, das sie sich dadurch Freunde schimpften oder auch zusammen arbeiten wĂŒrden, aber der Grundgedanke war dennoch ein positiver. Die Stadt die sie einnehmen wollten schien ihnen ungemein wichtig, doch ihre Besatzer hatten ebenfalls Arashi als KĂ€mpfer in ihren Reihen das machte es natĂŒrlich nicht leichter. "Nieder mit den Besatzern" rief ein Mann an der Seite des Orks, der nur zustimmend grunzte und ihm ĂŒber eine Leiter auf die Mauer der Stadt folgte. Der Angriff erfolgte von vielen Seiten der Stadt gleichzeitig, es war mitten in der Nacht und nur der Fackelschein spendete Licht fĂŒr Straßen und mögliche Gassen, ebenso fĂŒr den Wehrgang der Mauern. Es dauerte nicht lange da war die Stadt und ihre Besatzer erwacht und man hörte ĂŒberall, wie Stahl auf Stahl traf und die ersten Schreie der Verwundeten ließen nicht lange auf sich warten.

Ragosh stand auf der Mauer und blickte sich um, der Mann neben ihm dessen Name er sich einfach nicht merken konnte half gerade einem weiterem Mann hinauf. Das Breitschwert in der Hand haltend schaute er nach rechts wo auch prompt die ersten Verteidiger auftauchten. Zwei MĂ€nner mit ihren gebogenen Schwertern kamen laut schreiend auf ihn zu, der Ork brĂŒllte ihnen eine Herausforderung entgegen und kam ihnen entgegen. Die Arashi waren besonders flink und verzichteten auf schwere RĂŒstungen, das machte sie wendiger aber auch leichter verwundbarer doch das machten sie in der Regel mit ihrer Wenigkeit weg. Ragosh der selbst kaum RĂŒstungsteile am Körper trug bis auf Kleidung aus Leder und Felle die seinen Oberkörper warm hielten, war ihnen an Statur und Kraft ĂŒberlegen doch war er lange nicht so schnell wie sie. Die beiden Angreifer mussten BrĂŒder sein, den sie verstanden sich ohne zu sprechen, der erste Schlag zielte auf den linken Oberarm des Orks. Ragosh wehrte diesen mit seinem Breitschwert ab und versuchte den Mann zu fassen zu bekommen, doch es gelang ihm nicht. Den der andere Angreifer hatte genau auf diese Bewegung gewartet, er schlug dem Ork mit der flachen Seite auf die Finger als er nach seinem Kumpanen greifen wollte. Erschrocken und wĂŒtend zugleich auf diese Finte herein gefallen zu sein grunzte Ragosh auf und wich erschrocken zurĂŒck, er musterte zĂ€hnefletschend die beiden MĂ€nner die nun direkt vor ihm standen. Beide Seiten fingen an sich zu belauern, die beiden MĂ€nner schritten ruhig hin und her, der Ork kniff die Augen zusammen und hielt sein Schwert quer vor sich fest mit beiden HĂ€nden im Griff.

Die beiden Angreifer erkannten das hinter dem Ork immer mehr Angreifer die Mauer hinauf kamen, die Zeit war also gegen sie. "Wir mĂŒssen VerstĂ€rkung herbei rufen!" sprach der eine zu dem anderen, dieser nickte knapp und gleich darauf griffen die beiden den Ork gleichzeitig an. Wieder eine Finte! Diese elendigen trickreichen Mistkerle! Dachte sich der Ork der wieder parierend zurĂŒckweichen musste. Doch sein Begleiter mischte sich in den Kampf ein und zwei weitere KĂ€mpfer taten es ihm nach, das Gleichgewicht hatte sich gegen die beiden MĂ€nner gestellt die sich dennoch sehr gut schlugen.

Der Schlagabtausch war heftig und der Ork mischte sich wieder in das Geschehen mit ein, er schlug von oben auf einen der MĂ€nner ein. Dieser leitete den Schlag weiter und es sprĂŒhten Funken auf ehe das Schwert von Ragosh auf den Boden der Mauer einschlug. Doch der Ork packte den Mann am Schwert arm und zog ihn zu sich heran, der Mann verstand nicht sofort was passiert doch der Ork holte bereits mit seinem SchĂ€del aus um dem Mann eine wuchtige Kopfnuss zu verpassen. Man hörte wie die Nase des Mannes mit einem lauten Knacken nachgab, gleich danach schupste Ragosh den Mann die Mauer hinab in den Innenhof. Der zweite Angreifer jedoch sah hier seine Chance seinen Kumpanen zu rĂ€chen und sein Schlag zielte nun auf den Kopf des Orks, der komplett frei lag. Das Gesicht vor Wut verzerrt sprang der Mann nach vorn. Kurz vor dem Hals des Orks kam das Schwert jedoch zum stehen, der Grund war offenkundig der Mann der mit Ragosh die Mauer hinauf geklettert war hatte sein Schwert tief in den Hals des Mannes hinein gestoßen. Mit weit aufgerissenen Augen schaute der Mann Ragosh an eher er Blut wĂŒrgend zu Boden ging und der Mann sein Schwert wieder aus seinem Hals zog. Es dauerte nicht lange bis sich eine große Blutlache auf der Mauer bildete.

"Wieso kĂ€mpfen diese Bastarde auf Seiten der Spitzohren?!" kam es aus dem Ork heraus geplatzt. Doch der Mann zuckte mit den Achseln "vermutlich, sind sie belohnt worden oder sie fĂŒrchten die Alben mehr als uns, los Ork weiter wir mĂŒssen den anderen helfen!". Die kleine Schaar war auf insgesamt FĂŒnf Mann angewachsen mit ihm waren es sechs, sie verließen die Mauer und liefen Richtung Stadtkern. Überall waren Frostalben und Arashi in kĂ€mpfe verwickelt hier und da sah man aber auch wie, die Menschen gegen Menschen fochten. "Weiter wir mĂŒssen Sasuke finden, sofern er noch lebt!" drĂ€ngte der Mann erneut, der Ork verstand nicht was so wichtig an diesem Mann war dennoch fragen konnte er spĂ€ter immer noch.

Sie bogen die nĂ€chste Straße rechts ab, als die Gruppe direkt in der Straße stand schrie einer der MĂ€nner auf. Die Gruppe blieb direkt stehen und sie schauten zu ihrem GefĂ€hrten, ihm ragte ein Pfeil aus der Brust. Mit seinen eigenen HĂ€nden versuchte er, diesen aus seiner Brust zu ziehen doch der zweite bohrte sich direkt zwischen seine Augen was jegliche MĂŒhe des Mannes erĂŒbrigte. Mit zwei Pfeilen gespickt ging er zu Boden, der SchĂŒtze tauchte auch prompt aus einer Rauchwolke auf, die durch ein brennendes Haus hinauf stieg. Es war ein Frostalb in kompletter RĂŒstung, er trug einen Bogen in der rechten Hand und kam auf sie zu im gemĂŒtlichen Schritttempo. "Lasst euch nicht tĂ€uschen von seiner Anzahl, diese Mistkerle sind zĂ€h" sprach der Mann ebenso wie er hoben alle weiteren ihre Schwerter und schritten ihm entgegen. Ragosh dauerte das alles viel zu lange, er brĂŒllte den Frostalben an und rannte auf ihn zu. "Nein verdammt! Warte!" rief ihm der AnfĂŒhrer der MĂ€nner hinterher doch der Ork dachte gar nicht daran. Der Alb schien verwirrt einen Ork zu sehen den er legte den Kopf schief, die Mimik des Mannes konnte man nicht sehen, den der Helm verbarg mit dem Visier jegliche GesichtszĂŒge. Doch er warf den Bogen bei Seite und zog ein Schwert das unheimlich blau schimmerte, es musste ein Eis-schwert sein diese waren bei den Frostalben sehr beliebt und galten im Norden als tödliche Waffe. Der Schlag war auf den Kopf des Alben gezielt und hĂ€tte diesen vermutlich auch getroffen um ihn von den Schultern des Mannes zu trennen, doch dieser duckte sich nach hinten weg, die Wendigkeit war auch hier deutlich zu sehen.

Der Schlag von Ragosh ging ins leere und ließ den Ork taumeln, da er felsenfest der Überzeugung war er wĂŒrde treffen. Als er den Blick ĂŒber die Schulter nach hinten warf sah er den Alb der einfach weiter auf die vier ĂŒbrigen MĂ€nner zu schritt, er ignorierte ihn einfach! Das machte den Ork jedoch noch wĂŒtender, er sammelte sich erneut und machte sich drauf und dran den Alb von hinten anzugreifen. Der Alb hatte die vier ĂŒbrigen MĂ€nner erreicht und fokussierte eine Person, auf die er seine Attacken konzentrierte. Die anderen MĂ€nner schlugen auf ihn ein doch er parierte ihre SchlĂ€ge und es sah aus als wĂŒrde, dieser Alb sich unnatĂŒrlich schnell bewegen. Hier parierte er einen Schlag mit seinen Unterarmschienen dort trat er einem Mann direkt in den Bauch und zu guter letzt, parierte er zwei Schwerter mit seinem eigenem. Diese Alben waren ungeheuer schnell und es dauerte nicht lange bis das Eis-Schwert nach vorne stach und dem Mann den Kopf von den Schultern schlug. Da waren es nur noch drei MĂ€nner und Ragosh der mittlerweile den Alb und das GetĂŒmmel wieder erreicht hatte. Sein Schwertschlag kam dieses mal von unten und richtete sich auf den Bauch des Mannes, dieser leitete den Schlag wiederum mit einem von oben nach unten gefĂŒhrten Hieb zur Seite, doch das brachte Ragosh nah an ihn heran. Der Ork stieß mit seinem Oberkörper nach vorn und der Mann taumelte aus dem Zweikampf heraus, die drei ĂŒbrig gebliebenen MĂ€nner fielen erneut ĂŒber den Alben her.

Dieses mal wurde er auch getroffen nahm hier und dort eine Schnittwunde hin und wich erneut unter Paraden zurĂŒck, der Ork schloss sich erneut dem Angriff an und der Alb merkte wie ihm langsam die Initiative verloren ging. Nach kurzem hin und her konnte einer der MĂ€nner eine LĂŒcke in seiner unĂŒberwindbaren Verteidigung erzwingen in dem er vor sprang, um sein Schwert seitlich unter die Achseln des Albes zu versenken. Die gewĂŒnschte Wirkung war das der Alb aufschrie und sein Blut begann zu fließen doch im gleichen Moment zuckte sein Schwert voran und grub sich in den Bauch des mutigen Mannes, der jaulend zurĂŒck sprang. Da war Ragosh bereits heran geeilt und schlug dem Alben sein Schwert von oben mit einem wuchtigen Hieb auf dessen Kopf. Der Helm gab nach und es knackte laut auf, dann ging der Alb zuckend zu Boden. "Diese elendigen Spitzohren, diese Stadt muss euch sehr wichtig sein wenn diese Mistkerle sie besetzt halten!" presste der Ork zwischen seinen ZĂ€hnen hervor eher er auf den Toten Feind spuckte. Es waren 2 Krieger gefallen der Mann der ihnen die LĂŒcke ermöglicht hatte war ebenso tot, wie der dessen Kopf nicht mehr auf seinen Schultern ruhte. Zwei Tote fĂŒr einen Alben siegreich war etwas anderes, der AnfĂŒhrer schaute den Ork an und sprach dĂŒster "das ist unser Land diese Monster haben hier nichts zu suchen, los weiter wir mĂŒssen Sasuke finden!" drĂ€ngte er erneut und die kleinere Gruppe machte sich auf den Weg weiter gen Stadtkern.

Sie liefen ungefĂ€hr FĂŒnf weitere Minuten ehe sie ein lautes brĂŒllen hörten, es war ein großes Tier soviel stand fest. Gleich darauf sahen sie aus der Ferne einen EisbĂ€ren auf dem ein Alb saß gen Stadtmauern laufen, der Ork wollte ihm schon nach eilen doch er wurde zurĂŒck gehalten. "Das könnte eine Falle sein los weiter! Sie bogen in die Straße ab aus der der EisbĂ€r gekommen war und sahen einen Mann dort stehen. "Sasuke endlich geht es dir gut?" rief der Mann der offenbar erleichtert war ihn lebend zu sehen.
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Re: Mission in My'shu

#17

Beitragvon Terry » So 4. MĂ€r 2018, 13:27

Vom Hafen her ertönte ohrenbetÀubender LÀrm und eine falsche Sonne ging auf.
Terry lachte, er stand am Bug des Skuas, des Flagschiffes der Möwenflotte. Die Bordskorpione spien Feuerkugeln. Terry hatte diese Geschosse in Obenza gekauft, Tonkugeln, gefĂŒllt mir brennbarem Öl und nur einer kleinen ZĂŒndschnur, die brannte. Sobald die Tonkugeln aufschlugen, explodierte ein Feuerball. Das Hafenviertel stand in Flammen. Sogar Dinge, die gar nicht brennen dĂŒrften, brannten - die Wege, SteinhĂ€user, Menschen. Die tiefhĂ€ngende Wolkendecke reflektierte den orangefarbenen Schein, als wĂŒrde die Sonne aufgehen. Doch das tat sie nicht. Was hier leuchtete, war der Atem des Abgrunds, der sich auftat! Die Piraten johlten. Die vor Anker liegenden Schiffe der Frostalben wurden besetzt, die Anker eingeholt und die Möwenflaggen gehisst.

"Keine Flucht ĂŒbers Wasser, ihr Frostbeulen!", brĂŒllte Terry gut gelaunt. "Die Schiffe behalten wir uns als Zoll fĂŒr den Ärger, den ihr hier macht!"

Zu seinem tiefsten Bedauern gelang es seinen Leuten nicht, restlos alle Schiffe fĂŒr sich zu gewinnen oder die ĂŒbrigen zu versenken. Einige Schiffe konnten die Frostalben in Sicherheit bringen. Vermutlich hatten sie Windmagier an Bord, die ihnen in die Segel bliesen, denn sie rauschten unnatĂŒrlich schnell davon. Aber das machte nichts.

"Bringt die Schiffe aufs offene Meer", befahl er. "Nur unsere eigenen Kriegsschiffe bleiben im Hafen!"

Als alles, was die Skorpione erreichten, in Flammen stand oder in TrĂŒmmern lag, sprangen die Norkara in die Beiboote und ruderten mit lauten SchlachtgesĂ€ngen an Land. Irgendein Trupp sang lieber ein Sauflied. Hauptsache, sie machten sich gegenseitig Mut und hatten Spaß!

Terry zĂŒckte das geniale Schwert, welches ihm der kleine Shakuro ĂŒberreicht hatte. Der ihm allen Ernstes Rum mit einer verdammten PIPETTE in den Tee getrĂ€ufelt hatte. Terry hoffte, dass es dem Kerl gut ging, er fand ihn lustig und wollte ihn gern mal abfĂŒllen und ihm beim Kotzen zusehen. Das ging aber nur, wenn er nicht in der Schlacht fiel. Vielleicht entdeckte er ihn ja unterwegs irgendwo. Terry fing den erstbesten Frostalben ab und nach einem Schwertgefecht, das nur eine Sekunde dauerte, fiel der Mann durchbohrt zu Boden. Terry machte sich nicht die MĂŒhe, zu ĂŒberprĂŒfen, ob er ĂŒberhaupt tot war, es reichte, wenn er am Boden lag. So schludrig kĂ€mpfte er sich durch die Reihen und seine MĂ€nner taten es ihm gleich, sie frĂ€sten sich durch die Stadt wie Wölfe, die in einem Schafspferch im blinden Blutrausch um sich bissen, hinterließen einen Haufen Verletzte, aber kaum einen wirklich Toten. Das Hafenviertel ertrank in Feuer und Blut.
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Re: Mission in My'shu

#18

Beitragvon Sasuke Mokiri » Sa 17. MĂ€r 2018, 13:21

Der Impuls EistrĂ€umer hinterher zu rennen durchzuckte Sasuke, doch sofort schaltete sich sein Verstand ein. Es war sinnlos. Der Alb war weg. Er hatte versagt. Einen Moment lang stand er da, das Schwert nach unten gerichtet in seiner schlaffen Hand und EnttĂ€uschung flutete ihm durch die Adern. Jemand rief seinen Namen. Benommen drehte Sasuke sich um und erblickte ein bekanntes Gesicht. Erstaunen verdrĂ€ngte die Resignation. „Mosoro?“ Also war die Gelbe BlĂŒte ausgerĂŒckt. Der alte Freund kam schnellen Schrittes auf ihn zu und zog Sasuke in eine krĂ€ftige Umarmung. Noch etwas verdattert erwiderte er die BegrĂŒĂŸung, doch sein Blick hatte bereits die nĂ€chste Überraschung entdeckt. Einen Ork. Unter den MĂ€nnern, die Mosoro begleiteten, war tatsĂ€chlich ein Ork. Automatisch begann Sasuke zu grĂŒbeln, ob er schon jemals einen der ihren gesehen hatte. Wie kam es, dass er Seite an Seite mit den Rebellen kĂ€mpfte? Eilte das benachbarte Volk ihnen zur Hilfe, aus Furcht vor der eisigen Bedrohung aus dem Norden, oder war er nur ein EinzelkĂ€mpfer? Er war ein Prachtexemplar, stĂ€mmig und stark und vermutlich gĂ€be es keinen passenderen Kumpanen bei einer Mission wie dieser. Trotzdem war es ungewöhnlich. Zeit, nachzufragen blieb nicht. Die KĂ€mpfe hatten sie wieder erreicht und Sasuke drehte sich gerade rechtzeitig, um gemeinsam mit Moroso den Angriff eines schwer bewaffneten Frostalben abzuwehren. Alle Fragen mussten warten, ebenso die Unsicherheit, was Dimulon EistrĂ€umer betraf. Unweit entfernt sah er den großen Ork in einem Gefecht und konnte nicht anders als ĂŒber dessen Geschick und Kraft zu staunen. Entschlossen schwang Sasuke sein Schwert und setzte zeitgleich zu einem Fußtritt in Richtung Hals an. WĂ€re die Stadt nicht in ohrenbetĂ€ubendem LĂ€rm ertrunken, hĂ€tte man das laute Knacken gehört, mit dem das Genick des Alben brach. Mit vor Erstaunen aufgerissenen Augen sank er zu Boden und gesellte sich zu den vielen, vielen anderen Gefallenen, Freund wie Feind. Dieser Angriff musste wohl geplant sein, dachte Sasuke, denn ansonsten hĂ€tte er lĂ€ngst schon erwartet, von einer Übermacht eingekreist zu sein. Als hĂ€tte er seine Gedanken gelesen, brĂŒllte Moroso zu ihm hinĂŒber. „Wir mĂŒssen uns beeilen und die Stadt von Feinden wie VerrĂ€tern sĂ€ubern, bevor sie neue StreitkrĂ€fte heranziehen können! Kyako hat einen ganzen Tross bei sich, um My’shu nach Norden und Westen hin zu befestigen!“ Es gab nur einen Kyako, den Sasuke kannte und das bedeutete, dass auch WiderstĂ€ndler von der Partie waren. WiderstĂ€ndler, Norkara und sogar ein Ork, die auf ihrer Seite kĂ€mpften. Sein Blick traf den, des hĂŒnenhaften Kriegers und er nickte ihm anerkennend zu, um zu zeigen, dass er froh war, an seiner Seite kĂ€mpfen zu dĂŒrfen. Heute Nacht gab es nur eines, das zĂ€hlte. Überleben.
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Re: Mission in My'shu

#19

Beitragvon Sasuke Mokiri » Sa 17. MĂ€r 2018, 13:28

Shakuro Aisako

Die Tage nach Terrys Besuch waren die schlimmsten, die Shakuro jemals erlebt hatte. Am liebsten wĂ€re ihm gewesen, die Schlacht hĂ€tte sofort begonnen, dann hĂ€tte er das FĂŒr und Wieder seiner Entscheidung nicht Tag fĂŒr Tag und Nacht fĂŒr Nacht erneut durch wĂ€lzen mĂŒssen, wĂ€hrend er Reismehl ausversehen in die Teeregale rĂ€umte oder stundenlang die dunkle Decke ĂŒber seinem Bett anstarrte und auf einen Schlaf voller wilder TrĂ€ume wartete. Laufend wuchsen neue Zweifel. War die Offensive auf die Stadt der richtige Weg? Wie hatte er jemals sicher sein können? Shakuro lechzte nach einem Zeichen Segiras, dass er korrekt handelte. Nun, da alles in die Wege geleitet war, wurde ihm die Tragweite erst richtig bewusst. UnzĂ€hlige wĂŒrden sterben, die Besatzer vor Zorn rasen und die Spaltung seines eigenen Volkes möglicherweise unwiderruflich wachsen. Und fĂŒr was? FĂŒr eine Stadt. Wie immer, wenn er dieses Gedankenspiel durchging, kniff Shakuro die Augen zusammen und schĂŒttelte vehement den Kopf. Er hatte alles abgewogen, grĂŒndlich durchdacht. Es ging nicht bloß um My’shu. Es ging um alles, das seine Partei und die freien Arashi sich erarbeitet hatten. Es ging um nicht weniger, als die Zukunft Arashimas. Shakuro seufzte. Wie so oft in diesen Momenten blickte er zu dem Rumfass, dass Terry mitgebracht hatte. Ob ein Schluck daraus seine Nerven beruhigen könnte? Nein! „Shakuro, du Narr!“, schalt er sich. Seine LandsmĂ€nner und er waren auf jedes QuĂ€ntchen von Segiras Segen angewiesen, wie konnte er da nur daran denken, sie kurz davor zu verstimmen?
Tagelang taumelte Shakuro durch sein Gedankenkarussell, bis die Nacht der Entscheidung endlich gekommen war. Sein Platz war nicht auf dem kundschaftenden Fischerboot, doch immerhin im Hafenviertel, sodass er die Ankunft der Norkara miterleben konnte. Wie eine riesige Welle aus Feuer brachen sie ein, einer Naturgewalt gleich. Es dauerte nicht lange, bis Shakuro Terry entdeckt hatte, der sich mit seiner riesenhaften Gestalt voran kĂ€mpfte. Die UnterstĂŒtzung der Truppe um Shakuro war gar nicht nötig, um den Hafen zu sichern. Trotzdem stĂŒrzten sie sich nun auf den Wink eines Ă€lteren Arashi namens Yasuri in dem Kampf, um den MĂ€nnern aus dem SĂŒden beizustehen. Das Hafenviertel musste unbedingt gesichert werden. Es war nicht auszuschließen, dass eine Flotte der Wolfs-Norkara oder ein Schwarm Shezem in der NĂ€he war. Mit MĂŒhe streckte Shakuro einen jungen Alben nieder. Er war in der Kunst des Schwertkampfes ausgebildet worden, doch richtig gut war er nie darin gewesen. Kein KĂŒnstler an der Waffe wie Sasuke, kein BĂ€r wie Terry. Seine StĂ€rken lagen in strategischem Denken, genialen PlĂ€nen und Redegewandtheit. Eine Eisharpune zischte haarscharf an seinem Kopf vorbei und Shakuro zuckte zusammen. Aus dem Augenwinkel sah er, wie einer seiner Kollegen fiel, seine Augen trĂ€nten vom Rauch und der LĂ€rm war ohrenbetĂ€ubend. Erneut kochten Zweifel in ihm hoch, doch nun war es endgĂŒltig zu spĂ€t. Sie wĂŒrden My’shu schon wieder aufbauen. Erst galt es, es zurĂŒck zu erobern. Klirrend parierte er einen Schwerthieb und hatte kurzen Blickkontakt mit dem feindlichen Arashi. „Ihr bringt nur noch mehr Leid ĂŒber uns!“, rief dieser. „Diesen Krieg können wir nicht gewinnen.“ Erneut schlug er zu. „Wenn wir nicht kĂ€mpfen, haben wir schon verloren! Und kein Arashi wird je wieder in Freiheit leben“, gab Shakuro zurĂŒck und sprach damit aus, womit er sich selbst die ganze Zeit auch schon zu beruhigen versucht hatte. Kurz meinte er Zweifel durch die Augen seines GegenĂŒbers blitzen zu sehen und wollte schon ansetzen, ihn zu ĂŒberreden, einfach die Seiten zu wechseln, da biss dieser entschlossen auf die ZĂ€hne und verstĂ€rkte seine AngriffsbemĂŒhungen. Shakuros Schwert fiel klirrend zu Boden. Er war nun ganz in der NĂ€he von Terry, konnte dessen massige Gestalt deutlich erkennen. Gerne hĂ€tte er den Mann noch einmal gesprochen, hĂ€tte ihm danken wollen, dass der Pakt eingehalten worden war und ihm mitteilen mögen, dass er sĂ€mtliche Erwartungen ĂŒbertroffen hatte. Allerdings sah es gerade nicht gut fĂŒr ihn aus. Er war unbewaffnet und es war nur dem erneuten Zögern des MitlĂ€ufers geschuldet, dass er noch lebte. Dieser hob nun langsam sein Schwert an. Um ihn herum waren alle in Gefechte verwickelt, niemand schien seine aussichtslose Situation zu bemerken. Shakuro schloss die Augen und rechnete damit, jeden Augenblick von scharfem Arashistahl durchbohrt zu werden.
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Das Chaos

Re: Mission in My'shu

#20

Beitragvon Ragosh » Mo 19. MĂ€r 2018, 18:29

Mosoro! Das war der Name des Mannes! Schalte es wieder in den Kopf von Ragosh der den Mann musterte den sie gesucht und nun auch gefunden hatten. Er war recht drahtig gebaut wie viele MĂ€nner der Ashari das Schwert in seiner Hand wirkte etwas gebogen und auch das war fĂŒr die Menschen hier oben typisch, es glich einem Wunder das dieser Mann noch lebte in dieser Schlacht die an sich keine war. Das was sich in dieser Stadt zutrug war ein Gemetzel und ĂŒberall waren MĂ€nner und Alben in KĂ€mpfe verwickelt. Sasuke hechtete nach vorn und rettete somit Mosoro das leben der wider rum sich fing und sie dazu drĂ€ngte weiter in die Stadt vorzustoßen um sie weiter zu sichern. Das kurze Nicken das Ragosh entgegen gebracht wurde, sagte mehr als Worte ausgesagt hĂ€tten. Es war ein Zeichen des Respekts und er nickte ebenso und folgte den MĂ€nnern weiter in die Stadt hinein.

Niemand konnte sagen wie sich die Schlacht entwickelte ĂŒberall war das blanke Chaos ausgebrochen, sie liefen an MĂ€nnern vorbei die sich wilde KĂ€mpfe lieferten. Ebenso an Frostalben die versuchten gegen eine Übermacht zu bestehen die von allen Seiten zu kommen schien. Doch es gelang ihnen nur vereinzelnd und hier und da sah man ebenso Frostalben die versuchten sich irgendwie abzusetzen, doch wurden sie dabei niemals gĂ€nzlich in Ruhe gelassen. "Wohin wollt ihr Sasuke?" fragte Ragosh gerade heraus als er zu ihm aufschloss.
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